Nr. 163 ♦ ZH. Jahrgang Ausgabe K Nr. S2 Bezugspreis: SlertkllShri. SS,- M.. mono«. Z0,— M. trei ins Saus, voraus zahlbar. Poll» bczugi Monatlich Lg.— M, einschl. gu» stellunasgebiihr. Unter Kreuzband siir Deutschland, Danzitt, Saar» u Memel» gebiet, ioniie Westpolen, Oesterreich u. Luxemburg St.— M„ Illr das übrige Ausland 82.— M. Poslbestellungen nehme» an Belgien, Dänemart, Eng» land. Esthland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland Luxemburg, Oester- reich, Schweden. Schweiz, Tlchecho- Slowakei»nd Ungarn. Der.Vorwärts" mit der Sonntags- beilage„Volt und zeit", der Unter- haitungsbeilagc„Heimweit" und der Beilage„Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal. Sonn- tags und Montags einmal. Telearamm-Adrege: «kozicilvemokral Berlin*' Morgen"AnsAabe rv Derlinev Volksblatt c 1 Hark J AuzetgenpretS: Di» eins v a l»t g e Nonoaretllezell« kostel 12,— M.„Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort Z,— M,(zw» lässig zwei fettgedruckte Worte!, sede, weitere Wort Z,— M. 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Wieder- holt hatten im Laufe des Tages die einzelnen Exekutiven jede für sich getagt, um 6 Uhr abends trat dann die Neunerkom- Mission zu einer stundenlangen Beratung zusammen. Im Saal der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion, in dem die übrigen 21 Konferenzteilnehmer, Journalisten und allerhand Zaungäste in buntem Gemisch warteten, wurden die Aussichten einer Einigung lebhast debattiert, und je länger das Warten dauerte, desto mehr näherten sich die Hoffnungen selbst der Optimisten dem Nullpunkt. Unter den Konferenzteilnehmern selbst war man sich schon tm Laufe des Nachmittags darüber klar geworden, daß die Einberufung eines allgemeinen Kongresses aller sozialistischen und kommunistischen Parteien für einen nahen Zeitpunkt nicht in Frage kommt. Die Zweite Internationale kann nicht darauf verzichten, die ihr anvertrauten Interessen der europäischen Gewerkschaftsbewegung, der russischen Sozialrevolutionäre und Sozialdemokraten sowie des georgischen Volkes gegenüber bolschewistischer Spaltung und Unterdrückung nachdrücklich zu vertreten. Die zweite Erklärung Radeks in der Vollkonferenz war mehr ein Eingeständnis des verübten Unrechts, als eine Bürgschaft für ein geändertes Ver- halten in der Zukunft. Aus den weiteren Verhandlungen ergab sich, daß die Bolschewiki im Prozeß gegen die 47 angeklagten S o- zialrevolutionäre auf Todesurteile verzichten wollen, daß sie den Angeklagten die freie Wahl der Verteidiger ge- statten und daß sie den Prozeß unter der Kontrolle der sozia- listischen Parteien stattfinden lassen wollen. Für den Fall Georgien wurde Untersuchung zugesagt. Gänzlich unbe- friedigend lauteten die Erklärungen der 3. Internationale über ihre Taktik den Gewerkschaften gegenüber. «s ist klar, daß sie auf Zellenbildung und Spaltung nicht ver- richten wollen. Den heftigsten Widerspruch setzten sie der Forderung entgegen, daß die beteiligten Parteien in allen Ländern für die Freilassung der politischen Ge- fangenen eintreten sollten. Lieber wollten sie die ganze Konferenz sprengen, als daß sie sich dazu verpflichtet hätten, für die Oeffnung der politischen Gefängnisse Rußlands zu wirken. Für die Wiener Arbeitsgemeinschaft, die um keinen Preis ein Auffliegen der Konferenz zulassen wollte, gestaltete sich die Lage wiederholt äußerst kritisch. Ihr Plan war, die Konferenz durch die Annahme einer gemeinsamen Erklärung abzuschließen, aber die Tertierung erschien geradezu als die Quadratur des Zirkels. Man versuchte dann auf dem Wege vorwärts zu kommen, daß zwar eine gemeinsame Erklärung angenommen werden, jede Exekutive für sich aber zu ihr eine kommentierende Sondererkläning abgeben sollte. Dadurch wurde ein Teil der Schwierigkeiten aus dem Wege geräumt. Wenigstens stellte sich die Exekutive der 2. Internationale aus den Standpunkt, daß im Text der gemeinsamen Erklärung manches geschluckt werden könne, wenn ihr die Möglichkeit blieb, ihren Standpunkt in einer eigenen Erklärung zu sor- mulieren., Sie betrachtete die Annahme einer gemeinsamen Erklärung gewissermaßen als eine Höflichkeit der Wiener Arbeitsgemeinschaft gegenüber und als einen ehrlich gemeinten Versuch, deren Unternehmen wenigstens mit einem gewissen Achtungserfolg abschließen zu lassen. In einer Beziehung bedeutet die gemeinsame Erklä- rung allerdings den Versuch zu einem Anfang, Es soll näm- lich eine permanente Neunerkommission eingesetzt werden, die aus je drei Mitgliedern aller drei Exekutivkomitees besteht und die den Plan der Einberufung einer allgemeinen Kante- renz weiter verfolgen soll. Diese Neuncrkommission dürste allerdings für einen vorläufig nicht abzusehenden Zeitraum zu einer wenig fruchtbaren Tätigkeit verurteilt sein. Sollte aber die 3. Internationale unter dem Druck der Verhältnisse ihr eigenes Verhalten ändern, und nicht nur durch Worte, sondern durch Taten den Beweis erbringen, daß es ihr mit der Einheitsfront ernst ist, dann wäre auch zugleich eine Organisation vorhanden, die die nützlichen Folgen eines so geänderten Verhaltens zur praktischen Wirksamkeit bringen könnte.. �„ Um 19 Uhr abends sollte also endlich die Vollkonferenz unter großer Spannung der zahlreichen Zuhörerschaft eröffnet werd«n. Es war geplant, zunächst die von der Wiener � Arbeitsgemeinschaft beantragte gemeinsame Erklärung, die in' den Beratungen der Neunerkommission mehrfach abgeändert worden war, zur Annahme zu bringen, hierauf den einzelnen Exekutiven dos Wort zu ihren eigenen Erklärungen-zu geben und sodann die Konferenz zu schließen. Ihr Schluß ' am gestrigen Abend schien um so wünschenswerter, als ver- schiedene ausländische Delegierte, die mit einer so langen Tagungsdauer nicht gerechnet hatten, zu eiliger Abreise ge- nötigt waren. Zu allgemeiner Verblüffung blieb die schon für sicher gehaltene Eröffnung der Vollsitzung abermals aus. Man sah am Vorstandstisch wiederum lebhaft diskutierende Gruppen sich zusammenballen— und das Ergebnis war, daß sich die aus je drei Vertretern der drei Exekutiven bestehende Neunerkommission abermals zu einer Beratung zurück, zog. Unwillkürlich drängt sich da der Vergleich mit der soziali- stischen Fünfländerkonserenz von Frankfurt a, M. auf. Zwar gab es auch dort eine Stockung, die durch den Viertelbolschewik Paul L e v i verursacht worden war, aber wie glatt, wie leicht, ivie angenehm gestalteten sich im Vergleich zu der gegenwärtigen Konferenz die damaligen Verhandlungen! In raschen Beratungen kam man zu wertvollen politischen Ergcb- wssen. Wie anders ist es diesmal geworden, da sich zur Zweiten Internationale und zur Wiener Arbeitsgemeinschaft die Dritte Internationale gesellt hat! Das rasche westeuro- päische Tempo hat einer östlichen Umständlichkeit, der es auf Zeitverlust nicht ankommt, Platz gemacht. Von gegenseitigem Vertrauen kann keine Rede sein man wird keinen Augenblick das Gefühl los, daß es den Moskauer Gästen daraus an- kommt, die anderen zu überlisten. Alles in allem, wie immer das Ergebnis sein mag, das nahe an Mitternacht noch aussteht: das waren im Gegensatz zu jenen von Frankfurt keine erfreulichen Tage. Der letzte aber war der unerfreulichste von allen. vie Sitzung beginnt! Um 11 Uhr 20 Minuten eröffnet Adler die Sitzung. Er teill mit, daß es der angestrengten Arbeit der Neunerkommission gelungen sei, einen gemeinsamen Boden herzustellen, daß aber jede der drei Internationalen nachher ihren eigenen SMndpunkk darlegen, ihre besonderen Wünsche und Beschwerden zu Pro'okoll geben werde, so daß das Proletariat von den bestehenden Gegensätzen Kenntnis nehmen könne. Adler feiert dann das Ergebnis, so bescheiden es auch sei, und schildert eingehend den Gang der Verhandlungen, in denen es zustande kam. Es folgt hierauf die Verlesung der gemeinsamen Erklärung: Di« Konferenz ist einig, daß. so sehr die Vereinheitlichung der Klassenorganisation des Proletariats wünschenswert ist, es im gegen- wärtigen Moment sich nur um gemeinsame Beratungen zum Zwecke gemeinsamer Aktionen mit konkreten Zielen aller an der Konferenz vertretenen Richtungen handeln kann. Di« Konferenz schlägt daher vor, daß die Exekutiven ihr« Zustimmung zu der Einsetzung eines neungliedrigen Organisationskomitees einholen, dem es obliegt, die Vorbereitung für weitere Konferenzen der drei Exekutiven sowie für Konferenzen in erweitertem Maßstab« unter Heranziehung von Parteien, die keiner d«r drei internationa- len Organisationen angeschlossen sind, zu organisieren. Jeder Exekutive steht es frei, die Personen der Vertreter für di« ihr zukommenden drei Mandate nach eigenem Ermessen zu de- stimmen. In diesem Organisationskomite« kann es keine Mehrheit?- befchlüss« geben, es wird die Aufgab« haben, die gemeinsamen Ge- sichtspunkte der drei Exekutiven, soweit sie jeweilig bestehen, zum Ausdruck zu bringen. Die Konferenz hält es für zweckmäßig, daß das einzusetzend« Organisationskomitee den Versuch unternehme, eine unverbindliche Aussprache zwischen den Vertretern des Internationalen Gewerkschaftsbundes(JGB„ Amsterdam) und den Ver- tretern der Roten Gewerkschaftsinternationale herbeizuführen, um die Frage zu prüfen, wie die Erhaltung und Wiederher- stellung der gewerkschaftlichen Einheitsfront auf nationaler und internationaler Stufenleiter gesichert werden kann, Di« Konferenz nimmt Kenntnis von der Erklärung der Vertreter der Kommunistischen Internationale, daß in dem Prozeß gegen die 47 Sozialrevolutlottäre alle von diesen gewünschten Verteidiger zugelassen werden, daß, wie in der Sowjetprcsse bereits vor der Konferenz festgestellt wurde, in diesem Prozeß die Verhängung von Todesstrafen ausgeschlossen sein wird, daß, da die Verhandlungen dieses Prozesses öffentlich sind, folglich auch Vertreter aller drei Exekutiven als Zuhörer bei- wohnen können, denen es auch gestattet sein wird, stenographische Aufnahmen zwecks Berichterstattung an die diesen Exekutiven an- geschlossenen Parteien vornehmen zu lassen. Di« Konferenz stellt fest, daß jede der drei Exekutiven sich bereit erklärt, das von den verschiedenen Richtungen in Aussicht gestellt« Material über Die Frage Georgiens entgegenzunehmen und einer Prüfung zu unterzieben. Die Konfe- renz b-auftragt das Organisatiorrkomi'ee, die Schlußfolgerungen dieser Prüfung zu sammeln und einer späteren Konferenz der drei Exekutiven Bericht zu erstatten, Die Konferenz stellt fest, daß die Vertreter der Zweiten Inter- national« die Erklärung abgegeben haben, daß sie die Veranstaltung einer allgemeinen Konserenz wäbrend des Monats April, also während der Tagung der Konlerenr oon�Gernia, nicht für m ö g- l i ch halten. Di« Konserenz ist auch im Prinzip einig über die Not- wendigkeit der möglichst raschen Einberufung einer allgemeinen Konferenz. Die Exekutiven übernehmen die Aufgabe, die ihnen ange- schlossenen Parteien über die Fortschritte, die der Gedanke der all- g e m e i�n e n K o n f e r e n z in der Beratung in Berlin gemacht hat, zu informieren und werden ihren Mitgliedern im Organisationskomite« Vollmachten erteilen, die Beratungen über die Einberufung einer allgemeinen Konserenz zu einem endgültigen Ergebnis zu bringen. Da die Organisation der allgemeinen Konferenz im Laufe dieses Monats aus den oben angegebenen Gründen nicht möglich ist, erklärt di« heutig« Konferenz es als notwendige Pflicht, gegenüber dem Auf- marsch des internationalen imperialistischen Kapitalismus, den ge- einten Willen des internationalen klassenbewußten Proletariats un- mittelbar in einer Internakionalen TNasienakkion zum Ausdruck zu bringen. Die Konferenz fordert daher die Arbeiter aller Lander auf zu kraftvollen, möglichst geeinten Meissen kund- gedungen während der Konferenz von Genua, und zwar am 20, April, und wo dies aus technischen oder organisatorischen Um- ständen nicht möglich ist, am 1. Mai zu demonstrieren: Für den Achtstundentag! Für die Vekämpfung der Arbeitslosigkeit, die durch di« Repa- rationspolitik der kapitalistischen Mächte ins Maßlose gesteigert wird, Für die einheitliche Aktton des Proletariats gegen di« kapito- lifttfche Ofsensive, Für die russische Revolution, für das hungernde Rußland, für die Aufnahme der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen aller Staaten mit Sowjetrußland! Für die Herstellung der proletarischen Einheitsfront in jedem Lande und in jeder Internationale! ver Stanöpunkt öer Aweiten Internationale. Namens des Exekukiokomitees der Zweiten Internationale gab Genosse Otto Wels folgende Erklärung ab: Das Exekufiokomikee der Zweiten InlernaUonale nimmt das Prinzip einer allgemeinen Konserenz an, die abgehalten werden soll, sobald der Loden für eine geineinsame Aktion gesunden ist. Sie ist jedoch überzeugt, daß ein gedeihliches Ergebnis nur dann zu erwarten ist, wenn die Dritte Internattonale auf die Taktik der Zcllenbildung und Spaltung gegenüber der Gewerk- fchafksbewegüng verzichkel, wenn sie das S e l b st b e st i m m u n g s- recht der Völker anerkennt und dort, wo sie die Macht hat. die Freiheitsrechke Andersdenkender achtel. Darum besieht das Exekutivkomitee der Zweiten Internationale darauf, daß aus die drei Bedingungen, die es gestellt hat, von der Dritten Internattonale eine schriftliche genaue Antwort gegeben wird. Es ist damit einverstanden, daß diese Antwort an die Neuner- kommission(3 von jeder Exekutive) gerichtet wird, deren Aufgab« es sein soll, sie zu prüfen, und die Führung aufrechtzuerhalten zu dem Zweck, die Hindernisse für die allgemeine Konferenz aus dem Weg zu räumen und ihre Einberufung vorzubereiten. Eine Erklärung t�ereteNis. Der Vertreter der Sozialdemokratischen Partei Georgiens, Ge- nosi« Zeretelli, überreichte dem Bureau der Konserenz sol-. gende Erklärung: Da nach der zustande gekommenen Vereinbarung die Debatte nicht weiter sortgesetzt wird, gebe ich folgend« schriftliche Erklärung zu Protokoll ab. In der Rede Radeks haben die Bolschewiki zum ersten Male öffentlich zugestanden, daß sie den Friedensvertrog mit Georgien oerletzt und tüeses Land militärisch okkupiert haben. Als Grund dieser Okkupotton gaben sie das Bedürfnis Rußlands an. sich den Zugang zu den Naphthagebieten zu sichern. Es gibt zwei Wege, um das Bedürfnis eines Landes nach den Produkten oder den wirtschaftlichen Quellen eines anderen Landes zu befriedigen: einen imperialistischen, der in der An- wendung der militärischen Gewalt besteht, und einen d e m o- k r a t i s ch e n, der durch ein brüderliches Abkommen auf Grund der gemeinsamen Interessen das gestellte Ziel zu erreichen sucht. Ich konstatiere, daß die Bolschewiki nach ihrem eigenen Ge- ständnis den ersteren, den imperiali stischen Weg gegangen sind und zu ibren wirtschaftlichen Zwecken ein sozialistisch regiertes Land veroewaltigt haben. Dabei muß ich auf das ausdrücklichste betonen, daß die sozialistische Regierung Georgiens immer bereit war, und im Falle ihrer Wiederherstellung bereit fein wird, den ökonomischen Be- dürsnissen Rußlands vollste Rechnung zu tragen und mit der russischen Regierung alle Verträge zu schließen, die zur Sicherung der wirttchaftlichen Interesicn Ruhlands nötig sind. Diese Tatsache war und ist der Sowjetregierung sehr gut be- kannt, womit die militärische Okkupation Georgiens, trotz des mit Rußland abgeschlossenen Friedensvertrages, die letzte Spur der Berechtigung verliert. Berlin, den ü. April 1922. I. Zeretelli. « Kurz nach Mitternacht wurde die Konferenz geschlossen. Es wurden noch Erklärungen der Dritten Internationale, der Wiener Arbeitsgemeinschaft und der deutschen Delegation der Zweiten Inter- nationale zu Protokoll gegeben, deren Text wir im Abendblatt ver- ösfentlichen werden. ziehimgsarbeit mit der viele Jahrzehnte alten Gewerkfchasts- bewegung der Arbeiter und Angestellten, so lassen sich die großen Fortschritte, die in der Beamtengewerkschasts- bewegung zu verzeichnen sind, nur dadurch erklären, daß sich diese Entwicklung in einer sehr schnellebigen Zeit vollzog. Und doch geht die Entwicklung vielen zu langsam und allerorts ist der Kampf der freigewerkschaftlichen Richtung gegen den Deut- schen Beamtenbund entbrannt. Im Interesse der modernen Gesamtarbeitnehmerbewe- gung ist diese Entwicklung, deren letztes Ziel auf die Zer- trummerung des Deutschen Beamtenbundes hinausläuft, sehr zu bedauern. Der Weg zu dieser Entwicklung aber wurde durch die vorläufige Ablehnung der Vereinbarungen auf der letzten Bundesausschußtagung bereitet, und von dem jetzigen Bundestag wird es abhängen, ob er weiter beschritten werden muß. Es wäre verhängnisvoll für die Beamtengewerkschasts- bewegung, wenn sich die Delegierten zum dritten Bundestag des Deutschen Veamtenbundes dieser Tragweite ihrer dort zu fassenden Beschlüsse nicht bewußt wären. » Wie uns von zuverlässiger Seite mitgeteilt wird, sollen nach Vorverhandlungen drei Vorsitzende mit gleichen Rechten ge» wählt werden. Der bisherige 1. Vorsitzende Flügel soll wieder- gewählt werden, neben ihm der Vorsitzende der Reichs- gewerkschaft der Eisenbahner, Menne, und der Syndikus des bayerischen Beamtenbundes, W a l t m a n n. vor öer Abfahrt nach Genua. Beim Reichspräsidenten fand gestern vormittag ein M i n i st e r r a t statt, der sich mit dem Programm der deut- schen Delegation für die Konferenz von Genua befaßte. Wie es scheint, beabsichtigt die Reichsregiening die ausstehenden Antworten auf die letzten Ententenoten noch vor der Abreise der Delegation zu übermitteln. Die Rote über die Schutzpolizei ist bereits fertiggestellt, soll aber erst im Laufe des heutigen Tages veröffentlicht werden. Auch die Antwort an die Reparationskommisston sieht ihrer Vollendung entgegen, so daß man annehmen kann, daß die Regierung die letzten Borbereitungen für die Abfahrt nach Genua im Laufe des heutigen Tages beenden wird. Wir wissen nicht, ob die beschleunigte Ausfertigung der Antwortnoten mit einem dringenden Ersuchen der Reparationskommission zusammenhängt, bis Sonnabend, den 8. April, im Besitz der deutschen Antwort zu sein, wie es die unbestätigte Pariser Meldung eines hiesigen Telegraphenbureaus unterstellt. Jedenfalls wäre ein der- artiges Vorgehen der Reparationskommission um so unver- ständlicher, als von Ententeseite des öfteren versichert worden war, die Reparationsnote trage keinen ultimativen Charakter und lasse der Reichsregierung völlig freie Hand. Wie dem auch sei, es ist gut, wenn die deutsche Regierung nach Genua geht, ohne mit unerledigten Materien beschwert zu sein. Allerdings setzt das auf der Gegenseite voraus, daß man Fragen, die zu behandeln die Konferenz von Genua verbietet, nicht mit neuen Komplikationen belastet. Andernfalls wäre Genua der geeignete Ort für vertrauliche Aussprachen, wo sich die Staatsmänner und Sachverständigen an und für sich Aug in Aug gegenüberstehen und einen langatmigen Notenaus» tausch erübrigen. Im Laufe des gestrigen Nachmittags fand im Auswärtigen Amt unter Borsitz des Staatssekretärs von S i m s o n eine Besprechung mit den von der Regierung berufenen S a ch- verständigen über die mit der Konferenz von Genua�zu- sammenhängenden Fragen statt. Der Besprechung waren am Vormittag die Beratungen von drei Unterkommissionen vor- hergegangen, die sich mit den volkswirtschaftlichen, finanziellen und verkehrstechnischen Fragen befaßt hatten. Ueber diese Beratungen wurde Bericht erstattet. Dann wurden in einer allgemeinen Aussprache die wichtigsten zu befolgenden Grund- sätze erörtert. Die Sachverständigen, die voraussichtlich an den Verhandlungen in Genua von vornherein teilnehmen, sind: Baltrusch, Mitglied des Reichswirtschastsrates. christlicher Gewerkschaftler; Bergmann, Saatssekrekär, Deutsche Bank; Bernhard, Chefredakteur, Berlin. Mitglied des Reichswirtschastsrates; Bücher, Geheim- rat, geschästsführendes Vorstandsmitglied des Reichsver- bandes der Industrie; C u n o, Geheimrat, General- direktor der Hapag- Hamburg; D u i s b e r g, Geheim- rat, Leverkusen, Chemische Fabrik Bayer; Erkelenz, Mitglied des Reichstages, Hirfch-Dunckerscher Gewerkschaftler, Demokrat: H u e. Mitglied des Reichstages, Freier Gewerk- schaftler, Bergarbeitervertreter: Kraemer, Direktor, Mit- glied des Reichswirtschastsrates, Rotophot A.-G.; Kreuter, Geheimrat, Mitglied des Reichswirtschastsrates; L ü b s e n, Direktor, Kohlenfyndikat Essen; Melchior, Bankhaus War- bürg, Hamburg; v. Mendelssohn, Chef des Bankhauses Mendelssohn, Berlin; W i s s e l l, Mitglied des Reichswirt- schaftsrates, Mitglied des Reichstages, Reichswirtschafts- minister a. D.; LouisHagen, Köln, Bankier, Vorsitzender der Handelskammer. Inwieweit andere SachverstäNoige hinzugezogen werden, muß der Verlauf der Konferenz ergeben. ».Die KVD. unö ihre Gelügeber*. Soweit im Zusammenhang mit dieser Aufdeckung der PPR., die der„Vorwärts" in Nr. 1S9 brachte, von der Rätezentrale in der Münzftraße die Rede war, schreibt uns der mit der Liquidation der Geschäfte der früheren Betriebsrätezentrale in der Mirnzstraße beauftragte Herr Paul Eckert, daß die Gelder für den Vollzugs- rat(nach Streichung der staatlichen Zuschüsse) und dessen Nachfolge- rin, die Betriebsrätezcntrale, ausschließlich von der Berliner Ar- beiterschaft aufgebracht worden seien. Weder direkt noch indirekt hätten diese Institutionen Zuschüsse von Rußland oder irgendeiner anderen Stelle erhalten. Die Anzahl der Sekretäre und Angestellten habe den damals durch die Rätebewegung gestellten Anforderungen kaum genügt, ein außerordentlich großer Aufwand mit Angestellrcn und Sekretären sei also nicht getrieben worden. Wir nehmen von dieser Erklärung Akt. Die Unterstützung der KPD. durch russische Millionen ist damit nicht bestritten Sie wird ja auch durch die.Rote Fahne" ausdrücklich als etwas Lobenswertes zugegeben._ Staat unü Kirche. Der Beamtenausfchuß des Preußischen Landtages beriet am Dienstag abend zwei Anträge, die der evangelischen und der katholischen Kirche die nötigen Mittel verschaffen sol- len, um ihre Geistlichen entsprechend dem Gesetz vom 17. Dezember 1920 in Anpassung an die B e a m t e n g e h ä l t e r der Gruppen X und XI zu besolden. In der Aussprache lehnten die drei so- z i a l i st i s ch o n F r a k t i o n en die Anträge von vornherein ab. Vertreter des Finanz- und Kultusministeriums erlkärten, daß bei der Festsetzung der Renten der Geldentwertung Rechnung getragen wer- den solle, sprachen sich aber gegen eine Erhöhung dieser Renten im jetzigen Augenblick aus. Die Leistungsfähigkeit der Kirche sei bis zum 1. Oktober d. I. festzustellen. Dies wurde von den antragstel- lenden Parteien, Deutschnationalen, Zentrum, Deutsche Volkspartci bestritten. Nicht die Kirche trage die Schuld, daß die Feststellung bis zum 1. Oktober möglich sei, sondern in erster Linie das lang- same Fortschreiten der Reichscinkömmensteuerveranlagung, sowie die späte Erledigung der vom Evangelischen Oberkirchenrat schon im Juli 1921 vornelegten Notoerordnung zur Nutzbarmachung der kirchlichen Vermögen und das vielfache Versagen der Pachteinigungs- ämter. Schließlich formulierten die bürgerlichen Parteien einen gemeinsamen neuen Antrag, der noch nicht zur Verabschiedung gelangte._ Der Aelkestenrat fc«3 Preußischen Landtages setzte am Mittwoch das Arbeitspensum für die nächsten Tage fest und beschloß, das Haus am Freitag in die O st e r f e r i e n gehen zu lassen, die am 3. Mai beendet sein sollen. Eine Woche vorher werden die Aus- schüste ihre Arbeilen aufnehmen. Alandatsniederlegung. Der demokratische Reichstag«- abgeordnete Hermann(Reutlingen), der erst vor kurzem als Nach- folger Conrad Haußmanns in den Reichstag eingezogen war, hat sein Mandat niedergelegt, weil sich die Führung zweier Mandate— Hermann ist auch Mitglied des vorläufigen Reichswirtjchaftsrats— nicht mit seinem Amte als Haiiptgefchüfts- führer beim Reichsoerband des Deutschen Handwerks verträgt. Sein Nachfolger im Reichstag ist ein Namensvetter, der Landwirt Hugo Herrmann(Blaufelden). Der Deamtenbunö am Scbeiöewege. Am 6. und 7. April hält der Beamtenbund im Lehrer- vereinshaus zu Berlin seinen dritten Bundestag ab. Die gesamte gewerkschaftlich organisierte Beamtenschaft, die zu reichlich Zweidritteln im Deutschen Beamtenbund organisiert ist, blickt mit gespanntein Interesse auf den Ausgang dieser Beratungen. Aber auch die übrige Arbeitnehmerschast dürfte dieser Tagung nicht gleichgültig gegenüberstehen, denn der 4. Punkt der Tagesordnung beschäftigt sich mit der A e n- derung'der Richtlinien für die Organisation des Deutschen Beamtenbundes und mit Satzungsänderungen. Der ADGB. hat auf die bis jetzt geltenden Satzungen des Deutschen Beamtenbundes einen gewissen Einfluß gehabt und seine Politik war immer darauf gerichtet, in einem freund- nachbarschaftlichen Verhältnis zu der großen Spitzenorgynisation der parteipolitisch neutralen Beamten- gewerkschaften zu stehen. Dieses schiedlich-friedliche Reben- und Miteinanderarbeiten von ADGB., AfA-Bund und Deutschem Beamtenbund hat bisher auch die Spitzenorganisationen der Arbeiter und Angestellten davon abgehalten, die dritte(Ve- amten-) Säule von sich aus zu errichten. Dieser Platz sollte für den Deutschen Veamtenbund freigehalten werden und er wird auch heute noch freigehalten. Dabei darf freilich nicht verkannt werden, daß die Hoff- nungen der freien Arbeiter- und Angestelltengewerkschaften auf die gewerkschaftliche Einheitsfront feit der letzten Bundesausschußfitzung des Deutschen Beamten- bundes merklich h e r a b g e st i m m t find. Auf dieser Ta- gung wurde bekanntlich der Abschluß einer Verein- b a r u n g zwischen diesen drei Spitzenorganisationen v e r- tagt und diese Vertagung wurde in späteren Auslassungen in einer Weise unterstrichen, die auf wenig guten Willen zu einer späteren Verwirklichung der Einheitsfront schließen ließ. Es sind keine Interessengegensätze zwischen Ar- beitern, Angestellten und Beamten, die sich der Schaffung einer Arbeitnehmereinheitsftont entgegenstellen. Aber es sind auf verschiedenen Seiten gewisse Kreise vorhanden, denen diese Einheitsfront unerwünscht ist. Geringfügige Anlässe werden benutzt, um unüberbrückbare Gegensätze zu konstru- ieren. Es läßt sich heute schwer übersehen, ob im Deutscheu Be- amtenbund die Neigung zur Schaffung dieser Einheitsfront größer ist, als auf der letzten Bundesausschußtagung. Zweifellos befindet sich die Spitzenorganisation der Veamtengewerk- schaften in einer schweren Krise, die wahrscheinlich durch gewisse Veränderungen personeller Art gelöst werden soll. Welchen Kurs in Zukunft der Deutsche Be- amtenbund nach dem Willen der Mehrheit seiner Mitglieder einschlagen soll, ist heute noch nicht recht ersichtlich. Das Durcheinander der Meinungen ist bisher ohne Beispiel. Das ist kein Wunder, wenn man berücksichtigt, daß man es hier mit einer kaum drei Jahre alten Bewegung zu tun hat. Noch vor drei Jahren war von einer Beamten- gewerkschaftsbewegung so gut wie gar nichts zu spüren. Dieser junge Zweig der modernen Arbeitnehmerbewegung hat keine Erfahrungen hinter sich. Seine Mitglieder setzen sich aus Zeitgenossen zusaminen, die bis vor wenigen Jahren ihre besonderen Traditionen hatten und durch eine tiefe so- z i a l e und gesellschaftliche Kluft von der übrigen Arbeitnehmerschaft getrennt waren. Ihre Arbeitsrechtsver- hältnisse sind noch vollkommen ungelöst und darren erst der Formulierung. Die politische Umwälzung im November 1918 hat die Beziehungen des Beamten zu seinem Arbeitgeber zer- rissen. Die Formen der neuen Beziehungen sind erst im Wer- den begriffen. Der gewerkschaftlichen Spitzenorganisation der Beamten ist mit Rücksicht auf diese Umstände eine ungeheuer schwere und komplizierte Aufgabe erstanden, � und man muß mit ehrlicher Bewunderung eingestehen, daß in kurzer Zeit glänzende Resultate erzielt wurden. Vergleicht man die dreijährige Entwicklung des Deutschen Beamten- bundes und die Resultate seiner in dieser Zeit geleisteten Er- Johannes Orahms unö Sie anderen. Konzertumschau von Kurt Singer. Am 3. April war Brqhms 25 Jahre tot. Je stärker er uns gegenwärtig ist, um jo überflüssiger wird die Gedenkrede. Die edle, wahre, kernig« Empfindung, die sich mit der Liebe zu warmem Melos eint, die ausgeprägte rhythmische Kraft und die den Stimmungen eingeborene neue Harmonik, die unerhörte, niemals stall)«, stets natürlich fließende Erfindung, die Strenge, Herbheit, Aufrichtigkeit seines Werkes und seines Wesens stellen Brahms mit einem Dutzend großer Meisterstücke an die Spitz« aller Nachromattliker, mit der ersten Sinfonie und einem Teil seiner Ensemblemusik In die Nähe der Majestät Beethoven. Das zu erkennen, bedarf es nicht mehr der großen, prunkvollen Feier. Wesentlicher, förderlicher, wenn im eigenen Heim Brahmssch« Weisen lebendig werden. Daß Wolter N e h b e r g sämtlich« Klavierwerk« des Meisters mit ftupender Sicherheit vorführt, erfordert immerhin Lob und Respekt. Und kein Chor läßt sich die Wirkung, den Glanz, die Lieblichkeit des Requiems entgehen. Hier ist Brahms unsterblich geworden. England kennt keinen musikalischen Genius, der seinem eigenen Klima erwachsen wäre. Dabei sind die Engländer sicher nicht un- musikalisch, und in allen Jahrhunderten höben sie, angeregt von Italien, Deutschland, Frankreich, die großen Errungenschaften des Gregorianischen Gehings, der Mensuralmusik, der niederländischen Kontrapunktik, des Händetschen Oratoriums zu den eigenen gemacht. Im sechzehnten Jahrhundert gedeihen Orgel-, Lautensviel und Gesang, und unter Elisabeths glückhaftcm Szepter blüht eine Schule der Madrigal« auf, die bis heute fruchtbar geblieben ist. In Morleys klassischem Sammelwerk(1601) stehen Namen von gutem Klang: Gibbons. Weeiks, Bateson, Byrd. Von den mehrstimmigen Psalmen, Gradualen, Motetten, Volksliedern, Chansons gaben die„e n g l i- schen Sänger" köstlichste mit höchster Delikatesse und freier Kunst- sertigkeit gereichte Proben. Und schließlich auch gelungenste, volks- liedhafte Stücke von Purcell, dem Orpheus Englands. Diese sechs englischen Sänger, unter denen der Sopran und der Bariton auf- lallen, ohne solistisch zu wirken, sitzen um einen Tisch herum, singen scherzend, Stichworte betonend, mit Mimik Texte beulend, lächelnd, ernst, peinlich sauber, gleichmäßig steigend, gleichzeitig hemmend. Eine ideale Klang- und Empfindungsgeinsinichalt, von der deutsch« Sangkunst lernen kann. Man möchte sie oft, immer wieder hören und grüßen, dies« Engländer ohne Politikl In den M d l o s- Abenden des spürsomen Fritz Windisch spielt man alles Neuwerk zweimal, läßt dafür aber die eingeladenen Gäste tehen und frieren, während Sturmleute hin- und herwandern, chwatzen, stören. Kein Mittel, Stimmung zu erzeugen. Trotzdem sei anerkannt, daß der Engländer Gooßens in seiner E-Moll- Sonate viel von dem Franzosen Debusiy gelernt hat, im letzten Satz aber erst eigene, kecke Laune verrät, eigene Farbe bekennt. Das ander« ist krampshafte Sehnsucht nach apartem Klang(den Nora von Kresz stärker herausbringt, als Geza, der geigend« Gatte). Im vierten Quartett von M i l h a u d ist gleichfalls mehr harmonische Unverträglichkeit, als Streichern gut tut. Der Rhythmus interessiert, der Stimmungsgehalt ist dürftig, Elegisches wagt sich zwingender und gelungener heraus. Lambinon, Wcger, Weiden, Zcelandsr find jetzt die Bannerträger moderner Kammermusik geworden, und sie sind prachtvoll darauf eingestimmt. Sie sollten uns einmal das Streich- quartett von Kreuel vorspielen, damit nicht alle Liebe nur dem Aus« land zufällt, und zwischendurch, so als Halt für das Urteil, schöne, alte, richtige Musik von Brahms oder Dvorak, Schubert oder Beethoven. Auch die hatten ja Melos, sozusagen— Auch Japan stand auf und sang für die deutschen Studenten. Begrüßenswerte Menschenfreundlichkeit. Die Eintrittskarte legen wir in«in Archiv der Klangwunder: Doitsu— Gakufei— Doja. Nippon — Ougaku— Kai— Nynjoken. Im Flug sei der prachtvollen Ge- staltungskrast der russischen Primadonna S l o b o d s k a j a gedacht, mit freundlichem Winken der zarten, für eine Aida allzu zarten, in Weichheit wohligen Stimme Elisabech Rethbergs. Ein neuer Name taucht« aus und wird bald Wunder wirken: Lubka K o l e s s a, ein Kind noch an Jahren, eine Persönlichkeit von musikalischem Profil, eine Bravourvirtuosin, eine künftige Caruso. Wie sie das L-Dur-Konzert von Bortkiewicz, einem Ableger Tfchaikowskys, auf- baute, In Gesang wiegte, in Rhythmen prägte, das war außergewöhn- lich und verheißungsvoll. B o h n k e begleitete sicher und holt« sich mit den ernsten, gründlichen Variationen eigener, d. h. Regerscher .Faktur, einen persönlichen Erfolg. Frieda K w a st, von Friedrich Q u e st geschickt gestützt, gibt dem E-Moll-Konzert Beethovens eine besonder« Herbheit, Geistigkeit, Stärke. Ungewöhnliche Nuancen und Ueberlegthei'en bringen das Gleichmaß der Takt« in Revolution. Ein Wagnis,— doch sag ich nicht, daß es ein Fehler sei. Nur mögen sich andere hüten, es ähnlich zu machen. Weingartners zweites Konzert bracht« kein« Ueberraschungen mehr. Er bleibt, was er war: bei Tschaikowsky, Smetana, Lifzt der routinierteste, kenntnisreich«, mit der Materie eng verwachsene.geschmeidige Apostel der Schönheit im Ausdruck und K'ang. Wir möchten ihn einmal bei Widerberstig- leiten begegnen. Bruno Walter— nein, er hat abgesagt. Ein Kapitel trauriger offener Geheimnisse, die um Personen, nicht mehr um die Sache der Kunst kreisen. Musen, verhüllt euer Haupt! Ernst Friedrich, der jugendliche sozialistische Rezitator, hatte sein« Gemeinde zu einem als letzten bezeichneten Vortragsabend eingeladen. Der von ihm begründete und geleitete Sprechchor trug ein von Ernst Toller zu Ehren Gustav Landauers gedichtetes „Requiem" vor. Was Friedrich aus diesen schlichten Menschen mit einem oft widerstrebenden.Stlmmenmaterial gemacht hat, ist durchaus der Achtung und Beachtung wert. Es ist natürlich ein Anfang. Fric- brich selber ist ein ekstatischer Sprecher, der bei allem Dramatischen zu schnell der Gefahr unterliegt, von seinem Temperament über- wältigt zu werden. Eine größere Pflege der Sprachtechnik, kluge Ausmahl und straffe Zusammenfasiung des Programms werden in Zukunft nötig fein, um einen Vertragsabend Friedrichs aus der Sphäre einer Wandervogeloeranstaltung in die Nähe der Kunst zu rücken. Tr. Eine Skadk ohne Sperlinge. Daß der Sperling, der Gasienbube unter den Vögeln, in einer Stadt nicht vorkommt, ist ein« Tatsache, die der Vermerkung wert ist. Aus der Bcrgstadt Altenau im O b e r ha r z wird diese Seltenheit in den„Mitteilungen über die Vogelwelt" gemeldet. Dort hoben sich die Sperlinge, wie überhauvt an manchen Orten des Oberharzes, trotz der Ansiedelungsoerftlche wicht zu halten vermocht. Vielfach hat mau nach dem Grunde ge- forscht, warum die frechen Spatzen den Oberharz meiden. Manche führen die Ursache aus das raue Klima zurück, andere auf die jchäd- lichen Hüttendämpse und noch anders auf die Feindschaft der fchde- lustigen Ritter aus dem Finkengeschlechte. Aber der Hauptgrund ist wohl darin zu suchen, daß im Oberharz keine Körnerfrüchte ge- deihen, es also hier für die Spatzen nicht viel zu naschen gibt. Der Cowboy mit der Antenne. Bisher hat der Cowboy in der Einsamkeit der amerikanischen Prärie ein Leben geführt, das ihn von der Verbindung mit der zivilisierten Welt vollständig abschnitt. Das wird fttzt dank der Funkentelegraphie anders werden. Um ihm die Möglichkeit zu geben, in beständiger Fühlung mit seiner Farm zu bleiben, wird der Cowboy von morgen auf der Schulter oder am Sattel zwei kleine Antennen tragen, die durch ein Meiallnetz vervoll- ständigt sind. Verankert wird die Antenne vermittels eines Drahies, der mit Riemen an eines der Vorderbeine des Pferdes befestigt wird. Ein telephonischer Hörer, der am Hals des Reiters angebrallft ist, und in Mundhöhe erhalten werden kann, ein winziger Empfangs- apparat, der klein genug ist, um in der Hand getragen zu werden, und der, wenn er nicht gebraucht wird, am Sattel herabhängt, vor- vollständigen die funkentelegraphifchs Ausrüstung, die auch sür die australischen Schafhirten, die berittene Kolonialpolizei und die kanadischen Zollwächter eingeführt werden soll. Das„Hotel zum Spartakus". Im fünften Jahre der Sowjcttepu- blik hat sich auf dem Feld« der roten Presse eine grundsätzliche Aenderung vollzogen. Di« bdlschewistischen Blätter, die bisher gratis verteilt wurden, werden jetzt zum Preise von 5000 Rubel für die Nummer verkauft. Aber auch das genügt nicht, um zwischen Aus- gaben und Einnahmen einen Ausgleich herzustellen, dazu müssen die Inserate helfen, deren Zeilenpreis 100 000 Rubel beträgt. Neben den Inseraten der neuerstondenen Firmen sind auch die Kleinen Anzeigen nicht ohne Interesse. So verspricht beispielsweise in der „Jswestija" ein Tierfreund fünf Millionen Rubel demjenigen, der ihm sein« kleine graubroun« Katze, die auf den Namen„Mitrolchka" hört, wiederbringt. Wie man sieht, berührt sich die Menschheit der Kommunisten doll) in manchen Punkten mit der da's Bürgertums. In einem anderen Inserat heißt es„Petersburg, Gogolstr. 18, 100 Zimmer mit ollem Komfort der Nouzeit, elektrisches Licht, Badezimmer, Stallungen, Garagen, Restaurants 1. Klaffe, mit täglichem Konzert unter Leitung des Professors am Konservatorium Manasse- witsch". E» handelt sich um die Anzeige eines Hotels. Dagegen wäre nichts einzuwenden, wenn dieses Hotel nicht ausgerechnet den Namen„Spartakus" führte. Der alte Spartakus hat es sich gewiß nicht träumen lassen, daß er seinen Namen einmal einem Luxus- Hotel des kommunistischen Rußland leihen würde. TaS Sckiwedische Ballett im Theater deZ Westen? bringt von beule ab folgende? Pioaramm:.'Aus alten Tagen-,.Zpielzeugschachtel', .Divertissement",.JohanniSnocht". Tie neue Nordpolexpeditio» AmiindsenS. Kabitän Roald Amondsen, der bcknuntlich eine neue Nordpolcxpcdition vorbereitet, bat sich im Flugzeug nach Washington begeben, um dort mit der amerikmiischcn Regierung libcr leine neue Expedition zu verbondeln. ltir deren 9!i:?rrife der 1, Juni angesetzt ist. Amundsen verhandelt in Washington bauptiächlich über die Gestallung der radiotelegrapbüchen Vertehrsmögltchleitcu während seiner Lreuzjahrt in den arllijchen Gegenden. Das Relchsschulgefich gefahrüet. Ein Zentrnms-Angriff auf die Neichsverfassung. Das Reichsschulgesetz ist gestern bereits bei der e r st e n entscheidenden Abstimmung im Ausschuß auf eine Mine gelaufen, die sein weiteres Schicksal ernstlich in Frage stellt. Nach Art. 146 der Neichsverfassung und nach dem zu seiner Ausführung bestimmten Gesetzentwurf soll die„Gemeinschaftsschule", die die Kinder aller Bekenntnisse und Weltanschauungen vereinigt, fortan die Regel sein, während konfessionelle Schulen aus der einen und weltliche auf der anderen Seite nur als Ausnahmen auf Antrag der Erziehungsberechtigten zugelassen sind/ Bei der gestrigen Beratung des Gesetzentwurfes vereinigten sich nun Zentrum, Deutschnationale und Deutsche Volkspartei zu einem ge- meinfamen Vor stoß gegen den klaren Wortlaut und Sinn des vielumstrittenen Kompromißartikels der Verfassung, indem sie gegen die Stimmen der gesamten Linken, der Demokraten, Sozialdemokraten und Unabhängigen einen Antrag annahmen, der dem Z 1 des Reichsschulgesetzes folgende Fassung geben will: „Sie Volksschulen sind entweder Gemeinschaftsschulen oder Bekenntnisschulen oder bekenntnissreie Schulen. Den drei Schul- arten dieses Gesetzes ist gleichmäßig freie Entwicklungs- Möglichkeit zu geben." Dieser Angriff auf die Verfassung ist gerade vom Zentrum um so unglaublicher, als das Weimarer Schulkompromiß bekanntlich unter Mitwirkung und Zustimmung des Zentrums und unter weit- gehender Rücksichtnahme auf seine grundsätzlichen Forderungen zustande gekommen ist. Vor der Abstimmung über den entscheidenden Z 1 des Gesetzes hatte Staatssekretär Schulz ausdrücklich erklärt, daß für ihn kein Zweifel dar- über bestehen könne, daß der Gemeinschaftsschule nach der Verfassung eine bevorrechtigte Stellung gebühre. Er hatte darauf hingewiesen, daß die Annahme des reaktionären Antrages eine neue Lage schaffen würde: die Grundlage des Gesetzes sei damit verschoben und die Reichsregie- rung müsse zu der ganzen Frage neue Stel- lung nehmen. Auch Gen. Schreck hatte sich lebhaft für den Sinn des Artikels 146 eingesetzt und u. a. daran erinnert, daß bereits durch Reichsgerichtsentscheidung in dem bekann- ten Hamburger Streitfall anerkannt worden �sei, daß die Gemeinschaftsschule nach der Verfassung als Regel zu gelten habe. Schlechterdings unverständlich ist es. wie demgegenüber der Zenlrumsabgeordnete Marx den Versuch unternehmen konnte, die jetzige Stellungnahme des Zentrums mit seiner ftüheren Zustimmung zum Schulkompromiß und mit der Versasfung in E i n k l a n g zu bringen. Mit solchen Fechterkunststücken kann die unhaltbare Position des Zentrums nicht gerettet werden. Es muß vielmehr ganz offen ausgesprochen werden, daß ein Teil des Zentrums hier auf kulturellem Gebiete bereit ist, im Bunde mit den reaktionären Parteien eine Politik auf eigene Faust— gegen die übrigen Koalitionsparteien— zu treiben. Es wird sich darüber klar sein, daß die Sozialdemokratie sich eine solche Positik nicht stillschweigend gefallen lasten kann und sich gegen den Angrist auf die Versasfung mit allen Mitteln zur Wehr setzen wird._ Das Hilfswerk üer Lanöwirtsthast. Gestern nachmittag fand beim Reichspräsidenten eine Be- sprechung von Vertretern der L a n d w i r t s'ch a f t mit Mit- gliedern der Reichsregierung über die Fragender Förderung und Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion statt. Seitens der Reichsregierung nahmen an der unter dem Vor- sitz des Reichspräsidenten abgehaltenen Sitzung der Reichs- kanzler Dr. W i r t h, Reichsernährungsminister Profestor F e h r, Reichsfinanzminister Dr. He r m e s und Staatsfekre- tär Hirsch, ferner vom Reichsausschuß der deutschen Land- Wirtschaft Edler v. Braun, Dr. Roesicke, Freiherr v. Kerkerink, v. Klitzing, von der Reichsarbeitsgemeinschaft land- und forst- wirtschaftlicher Arbeitgeber- und Arbeitnehmervereinigungen Schurig, Nidich, Behrens und Schmidt teil. Es wurden die Grundlagen für die Durchführung des vom Reichs- ausschuß der deutschen Landwirtschaft angeregten Hilfswerkes der deutschen Landwirtschaft in eingehender Aussprache er- örtert; die zu diesem Zwecke im einzelnen zutreffenden gesetz- lichen und Verwaltungsmaßnahmen werden auf Grund der Besprechung von den zuständigen Ressorts im Benehmen mit den Vertretungen der deutschen Landwirtschaft usw. alsbald vorbereitet und beraten werden. Sozialöemokratle unü Domänenverwaltung Nachdem in der gestrigen Sitzung des Landtags von Rednern der Linken nochmals betont worden war, daß zwar gegen ein« staatliche Unter- stützung der Pferdezucht nichts einzuwenden sei, daß sie aber nicht in Liebesgaben für Großagrarier und in Unterstützungen des Renn- sports ausarten dürfe, nahm bei der zweiten Beratung des Haus- Halts der Domänenverwaltung der Abg. Peters- H o ch d o n n(Soz.) Gelegenheit, die Haltung der Sozialdemokratie in der Domänenfrage klarzulegen. Der Erlös aus der Verpachtung der Domänen müsse in einem angemessenen Verhältnis zu der Preis- steigerung auf dem Lebensmittelmarkt stehen. In dieser Hinsicht sei eine gleitende Skala für die Pachtsumm« empfehlenswert, Wenn man das umgehen wolle, dann schlage er den Domänenpächtern vor, dem Staat ihre Produkte zu billigen, festgesetzten Preisen zur Ver- fügung zu stellen. Es sei sehr zu bedauern, daß im vorigen Jahre der Gesetzentwurf des Genossen Braun über die S e l b st b e- wirtschaftung der Domänen zu Fall gebracht worden sei. Ein direkter Austauschverkehr zwischen landwirtschaftlichen und Kon- sumaenossenschaften fei sehr wohl in der Lage, durch Ausschaltung des Zwischenhandels preissenkend zu wirken. Die Zustände aufdem Lebensmittelmarkt drohten die K a t a st r o p h e herbeizufüh- ren. Die Sozialdemokratie sei im Prinzip nichtgegen den Großgrundbesitz, aber man müsse erwägen, wo der Großgrundbesitz und wo der Klein- besitz wirtschaftlicher arbeitet. Bei der Einstellung von Landarbeitern dürfe man nicht agf ausländische Kräfte zurückgreifen, solange in- ländische Arbeiter vorhanden seien. Schon jetzt müsse man sich in dieser Hinsicht auf die drohende Wirsschaftskrise vorbereiten. Wie man für die aus Posen und Pommerellen vertriebenen Domänen- Pächter sorge, müsse man sich auch der vertriebenen Arbeiter an- nehmen. Donnerstag, 12 Uhr: Kleine Vorlagen über Bergwerksangelegen- heiten, Gesetz zur Förderung des Wohnungsbaues, Ausaleichsfonds für Ostpreußen, Abstimmungen zu Etats.— Schluß nach S Uhr. I KulSuröebKtte In der gestrigen Sitzung des Reichstags wurde die zweite Lesung des Etats des Reichsministeriums des Innern fortgesetzt. In Verbindung damit steht eine Interpellation des Abgeordneten Mumm(Dnat.) betreffend die Bekämpfung der Schund- undSchmutzliteratur. Abg. v. Kardorfs(D. Vp.): Im Interesse der Jugend ist die Bekämpfung von Schmutz und Schund notwendig, aber man soll sich vor neuen Strafgesetzen hüten. Dadurch werden nur Skandalprozefs« geschaffen, die das Gegenteil dessen bewirken, was>wir wollen. Zu wünschen ist, daß der Reichstag wieder zu geschlossenen Sessionen und langen Pausen kommt und daß die Sabotage der Arbeit durch kleine Minderheiten verhindert wird. Das Verhältnis zwischen Reichstag und Reichsrat bedarf im Interesse der Reichseinheit einer Klärung. Der Redner kommt dann auf Oberfchlesien zu sprechen und bemängelt, daß bis zum heutigen Tage den durch die polnischen Aufstände Ge- schädigten noch kein Pfennig bezahlt wurde. Die Beamten- Politik des Ministers bezeichnete er als gefährlich und verlangt, daß den lebenslänglich angestellten Beamten ein Streikrecht nicht gegeben wird. Reichsminister Dr, Köster weist die Behauptung des Abg. v. Kardorff, daß in der Notstandsaktion für Oberfchlesien noch kein Pfennig ausgezahlt worden fei, als falsch zurück. Ein Entschädigungs- gesetz sei zwar noch nicht möglich, aber die Regierung habe b e- reits 10V Millionen Mark bereit gestellt. Von dieser Summe seien 70 Millionen ausbezahlt, während weitere 8 Millio- nen in Auszahlung begriffen seien. Dem Abg. v. Kardorff müsse auch bekannt sein, daß eine Kreditaktion für die kleinen Gewerbe- treibenden und die Landwirtschaft im Gange ist. Abg. Dr. Pachnicke(Dem.): Die Richtlinien, die Minister Köster aufgestellt hat, können wir alle billigen. Wir waren zwar auch gegen den Flaggenwechsel, aber nun er vollzogen ist, müssen wir uns damit abfinden. Abg. Mumm hat verlangt, daß den Be- amten auch Freiheit für die monarchische Gesinnung gewährt wird. .Früher hat der Minister v. Trott zu Solz ohne Widerspruch erklären können, daß sich die Lehrer nicht zur Sozialdemokralie bekennen dürfen.(Hörtl hört! links.) Die Geschäftsordnung des Reichs- tags muß geändert werden, um zu oerhindern, daß seine Arbeiten durch die Brutalität einer Minderheit lahmgelegt werden. Bei der Neuordnung des Wahlgesetzes müssen die Wahlkreise verkleinert werden und die persönliche Wahl wieder Platz greifen. Die Technische Nothilfe hält der Redner für unentbehrlich. Auch der Kampf gegen die Welle von Schund und Schmutz sei notwendig, aber man dürfe sich nicht nur in Klagen ergehen, sondern auch den Blick auf die Lichtseiten richten. Arbeiten wir nicht auf Ver- neinung, sondern auf Bejahung der neuen Zeit hin. Abg. Frau Pfülf(Soz.): Der Minister hat es als eine seiner Hauptaufgaben bezeichnet, den Reichsgedanken zu fördern. Diese Arbeit ist so ungeheuer schwer, weil sich überall große Hemmungen gegen den einheitlichen Reichsgedanken auftürmen. Das merkt man alle Tage in den ein- zelnen Ländern, wo eine engherzige Eigenbrötelei herrscht, die ein alter deutscher Fehler ist. Diese Engherzigkeit zeigt sich.besonders auf dem Gebiete der Reichskulturpolitik. Wenn wir gemeinsame Kulturaufgaben haben, dann ist es die Aufgabe der Regierung und des Parlaments, dahin zm wirken, daß diese Kulturpolitik gewahrt wird. Wir sind mit allen der Meinung, daß nichts unterbleiben darf, um die Depression in den besetzten Gebieten so viel wie möglich zu beheben. Wir möchten aber einen stärkeren Glauben in das nationale Empfinden unserer bedrohten Randgebiete setzen. Wir haben leider für unsere Kulturaufgaben eine klägliche Summe zur Verfügung, deren Kläg- lichkeit bei dem andauernden Wachsen der Kulturaufgaben noch deut- sicher in die Augen fällt. Nicht nur die Wissenschaft leidet Not, Not leidet auch die bildende Kunst. Wir stehen dem Antrag der Deutschnationalen Nolkspartei sehr skeptisch gegenüber. Der Abg. Mumm hat gesagt, man müsse endlich zu einem objektiven Maßstab kommen. Das ist es gerade, was uns so vorsichtig sein läßt bei diesem Antrage. Der Abg. v. Kardarff hat bereits darauf hin- gewiesen, daß man sich von neuen Gesetzen nicht allzuviel ver- sprechen solle. Auch wir sind der Ansicht, daß neue Gesetze, ins- besondere Skrafgesehe, die Unmoral im Volke nichk beseiligen können. Mit negativen Gesetzgebungen kommen wir hier nicht weiter, auch nutzt der Ruf nach der Polizei nichts. Die Schupo wird weder die Moral des deutschen Volkse bessern, noch kann sie das Volk staatsbürgerlich erziehen. Wenn es Ihnen wirklich ernst mit der Reinigung der Volksmoral ist, dann' müssen Sie sich auf die Seite derjenigen stellen, welche den breiten Massen die beste Möglichkeit zur guten Bildung geben wollen. Im übrigen bin ich der Meinung, daß unser Volk nicht so unmoralisch ist, wie es hier immer hingestellt wird. Und nun zur B e a m t e n p o l i t i k des Reichsinnenministers. Wenn der Abg. Mumm eine scharfe Haltung gegen diese Beamtenpolitik eingenommen hat, so ist mir vas allenfalls vefttändlich. Wenn aber, wie der Abg. Schreiber, Redner der Regierungsparteien diese Beamtenpolitik mißbilligen, oder„dieser Politik mit einer gewissen Skepsis begegnen", so ist mir das nicht verständlich. Es müssen fortschrittliche INanner hinein in die ZNinlstericn, denn es kommt nicht daraus an, daß sie sich auf den Dndeti der Tatsachen stellen, sondern daß sie mit Liebe für die Republik ihre Arbeit leisten. Nach der Reichsverfassung besteht für Schieösspruch über(dberschlejien. Letzter Versöhmmgsvcrsuch in der Liquidationsfraste. Genf. 5. April.(WTI.) Das Völkerbundsekretarial erläßt folgende amtliche Mitteilung: Der Präsident der deutsch-polnischen Konserenz Ealonder hat die beiden Bevollmächtigten zu einer Besprechung eingeladen, um in der strittigen Frage der Liquidation des deutschen Besitzes in Polnisch-Oberfchlesien einen letzten Versöhnungsversuch vorzunehmen. Diese Besprechung soll Samstag, den S. April, 11 Uhr vormittags, staltfinden. Falls dieser letzte Versuch fruchtlos verläuft, wird Herr Ealonder die beiden Bevollmächtigten zu einer öffentlichen Sitzung im Völkerbund- sekrekariat auf Mittwoch, den 12. April, 11 Uhr vormittags, ein- berufen und in dieser Sitzung seinen Schiedsspruch bekanntgeben. Damit können die Verhandlungen als abgeschlossen gelten, und es würden nur die redaktionellen Arbelten zu beenden sein, an denen der damit besonders betraute Ausschuß eifrig arbeitet. * Wie erinnerlich, mußten die deutsch-polnischen VerHand- lungen in Genf am 25. März kurz vor ihrer Beendigung ab- gebrochen werden, weil Polen plötzlich die Entdeckung gemacht zu haben glaubte, daß die Frage der Liquidierung des deut- schen Eigentums nicht in den Machtbereich der Genfer Kon- ferenz gehört und also auch nicht durch einen Schiedsrichter- sprach Calonders gelöst werden könne. Während die Ver- treter der deutschen Delegation nach Deutschland zurückkehrten, begab sich der Führer der polnischen Delegation, Olsewski, nach Paris, dem Sitz der Botschafterkonferenz, ein immerhin etwas seltsames Verhalten dem Völkerbund und dem Präsidenten Ealonder als seinem Vertreter gegenüber. Wir begrüßen es, daß Präsident Ealonder den Weg der direkten Verhandlungen trotzdem offen läßt und erst als Schiedsrichter aufzutreten be- absichtigt, wenn Polen sich selbst eine Barrikade baut. Die Frage, ob für die Entscheidung in der Liquidationsfrage die im Reichstag. die weiblichen Beamten dasselbe Recht wie für die männlichen. Wir haben im Ausschuß eine. Entschließung eingebracht, daß weibliche Beamte nicht entlassen werden dürsesi wegen u n e h e- licher Mutterschaft. Wir bleiben dabei bestehen, daß die männlichen Beamten sonst ebenfalls wegen außerehelichen Verkehrs ihres Postens enthoben werden. So hat man z. B. im Reichspost- Ministerium einen Erlaß hinausgehen lassen, wonach Krieger- witwen mit Kindern eine Anstellung nur auf Grund vorher- gehender Genehmigung erlangen können. Treten Sie(nach rechts) jetzt wirklich einmal praktisch mit ihrer Nächstenliebe für diese Be- seitigung ein, die Reichsregierung hat ferner darauf zu achten, daß die Autorität der Gesetzgebung gewahrt bleibt. Die Reichsregierung muß mit allem Ernst auf eine strenge Durchführung von seilen der Länder halten. Wir wünschen nicht, daß das Reich eine Stelle für Schulen und Kirche einrichtet. In unsere Erziehung muß ein neuer Geist hineinkommen. Neu muß auch die Lehrerdurchbildung sein. Es darf nicht vorkommen, daß noch im Jahre 1921 Geschichts- bücher gedruckt werden, wo kein Wort über die Revolu- t i o n gesagt ist, wo aber seitenlang über die Hohen- zollersche Monarchie gesprochen wird. Wir Sozialdemo- traten sind und waren immer der Auffassung, daß sich das Jndivi- duum nur dann gut entfalten kann, wenn sich sein Gemeinschafts- wesen in einem guten Zustande befindet. Nach wetteren Ausführungen der Abg. Dr. Moses(U. Svz.) unA Leicht(Bayer. Vp.) erklärt Neichsinnenminister Dr. Köster: _ Die bedauerlichen sittlichen Zustände unseres Volkes sind eine Folge des Krieges. Durch die Trennung zahlreicher Ehe- männer für Monate und Jahre von ihren Frauen, durch langjährige Gefangenschaft in zum Teil von Männern entblößten Gebieten mußten sich notgedrungen viele Verbindungen lockern und neue Ver- hältnisse anknüpfen, die man durchaus nicht immer als moralische Auswüchse zu bezeichnen braucht. Die gemeinsten Filme werden hergestellt unter Benutzung deutscher Mädchen und Männer auf Veranlassung reicher Ausländer, die sie dann mit nach Amerika nehmen und die Filme, wenn sie ihnen noch nicht gemein genug sind, für billiges Geld wieder nach Deutschland verkaufen. Die Kunst steht und fällt mit dem Begriff« der Freiheit. Eine künst- lerische Erziehung, die Betonung des Künstlerischen in der Erziehung ist daher sehr wichtig. Wenn wir die bestehenden Gesetze richtig anwenden, dann gehen diese Gesetze gerade auf dem Gebiete der Kunst sogar schon zu weit. In der Gewerbeordnung ist der Handel mit unzüchtigen Schriften noch viel schärfer getroffen als im Strafgesetzbuch. Sogar alles Kttschig« kann durch die§§ 43 und 46 der Gewerbeordnung ergriffen werden. Wir müssen die Produktion und die Vermittler fassen, um die Konsumenten zu schützen. Gegenüber den Produzenten kommen wir mtt neuen Gesetzen nicht weiter. Die Einbeziehung der Verkäufer von Schmutz und Schund in das Gesetz stößt auf unüberwindbare Schwierigkeiten. Mißgriffe und Fchlsprüche könnten nicht ausbleiben. Gegen Krankheitserschei- nungen des kulturellen Lebens könnte vielleicht'die Verwaltung mit Erfolg vorgehen. Ich werde die Frage weiter prüfen, aber ich fürchte, daß ich keinen Weg durch alle dief« Schwierigkeiten finden werde. Einige Ausführungen des Abg. Kardorfs zur Beamtenpolitik kann ich unterschreiben. Der Beamte muß Diener der All- gemeinheit sein, er hat auch nicht das geringste Recht, auf seine Untergebenen irgendwie parteipolitisch einzuwirken. Wir sind bereits bei der gesetzmäßigen Klärung dieser Frag«.— Das deutsche Pole Kreuz arbeitet auch in den deutschen Kolonien, in Saratow unü in den Wolgalagern. Wir sind mit einer Teilexpedition nach Minsk ge- gangen und haben den dortigen Deutschen geholfen. Es ist nicht richtig, daß wir nichts für die Wolgadeutschen tun, wie Herr Wulle jeden Abend in seinem Blatt behauptet.— Das Reichsgesundlieitsministerium ist augenblicklich nicht zu schaffen, aber es muß im Auge behalten werden. Das Versprechen der Autonomie hat der Reichstag Oberschlesien gegeben und die Reichsregierung wird bei diesem Versprechen bleiben. Ein Land, wie Oberschlesten, das soviel gelitten hat, muß mit Fingerspitzengefühl angepackt werden. Meiner Energie bei der Ueberwachung der Durchführung der Ver- fassung schäme ich mich nicht. Die Verfassung aber sagt, Deutschland ist eine Republik.(Beifall.) Präsident Löbe macht daraus aufmerksam, daß bei dieser Aus- dehnung der Debatte die Sitzung etwa zwei Stunden länger dauern, und bei den nächsten Sitzungen beretts am Vormittage angefangen werden muß. Nach längeren Ausführungen des Abg. kamen(Komm.) wird die Beratung abgebrochen. Der Handelsvertrag mit Jugoslawien wird debatto- los in zwei L-esungen angenommen. Das Haus vertagt sich.— Donnerstag, 12 Uhr: Kleine Vorlagen: Reichshaushalt des Innern und des Auswärtigen, Anträge.—> Schluß 8/4 Uhr. * Sozialöemokratisthe Reichstagsfraktion. Im Laufe der heutigen ReidhstagSsitzung wird es bei dem Haushalt des Reichsministeriums des Innern eine namentliche A b st i m m n n g geben. Die Fraktion erwartet, daß alle sozial« demokratiscken Abgeordneten anwesend find. Genfer Konferenz oder die Botschafterkonferenz zuständig ist, dürfte durch die Mitteilung des Völkerbundes ein für alle Mal geregell sein._ Englanö für fibbau öer Kontrollkommission. London, 8. April.(MTB.) Der Londoner Berichterstatter von Wolffs Telegraphen-Bureau erfährt, daß der in der Botschafter- konferenz in Paris vertretene britische Standpunkt in der Frage der interalliierten Ueb er wachungsausschüsse für das Landheer, die Seemacht und die Luftfahrt Deutschlands un- verändert der fei, daß nach dem Monat Mai d. I. bis aufs weite st e eingeschränkte von den Alliierten s e l b st b e- zahlt« Interalliierte UeberwachuNgSausschüsse für das deutsche Landheer und die deutsche Luftfahrt beibehalten werden müßten. Die britische Ansicht sei, daß dadurch die deutsche Regierung, wenn von irgendeiner Seite der Vorwurf erhoben werden sollte, daß Deutschland im geheimen rüste, stets in der Lage sein würde, sich zur'Widerlegung solcher Behauptungen auf diese Ueberwachungs- ausschüsse zu berufen. Für die Ueberwachung der deutschen See- macht nach dem Monat Mai des Jahres sei nach Ansicht der briti- schen Regierung durch Artikel 213 des Friedensvertrages genügend Vorsorge getroffen. Die neue �§reiheit�-Reöaktion. Der Wechsel in der„Freiheit"-Redaktion dürfte, wie die PPN. hören, in den nächsten Tagen vor sich gehen. Als politischer Chefredakteur übernimmt Dittmann die Nachfolgerschaft von Dr. Hilferding. Ferner treten neu in die Redaktion als politische Redakteure ein: Paul Hennig, früher in Halle, seit dem Halleschen Spaltungsparteitag in Erfurt, zuletzt in Dresden, und M a r ch i o n i n i, früher in Königsberg, Zuletzt in Leipzig. GerosrMastsbewegung Die Neichsgewerkfchast üer Eisenbahner. Gestern vormittag setzte die Reichsgewerkschaft ihre VerHand- lungen im„Deutschen chos" fort. Der Rerchstagsabgeordnete S ch u l d t und die ihm nahestehenden chauptvorstandsmitglieder waren nicht erschienen Der 2. Vorsitzende Thieme wandte sich in der Aussprache über den Streik gegen Schuldt und erklärte, daß diesem wie dem gesamten chauptvorstand von dem Ergebnis der Besprechun- gen im Finanzministerium rechtzeitig Mitteilung gemacht worden sei. Die Vorbereitungen zum Streik hätten bis ms kleinste geklappt. Durch Kuriere seien die Bezirks- und Ortsleitungen so informiert worden, daß schließlich ein Telegramm genügte, um den gesamten Verkehr lahmzulegen. Die Reichsgewerkjchast müsse jetzt fest zu- sammenhalten, um sich in der Maßregelungsfrage gegen den Ber- kehrsminister zu behaupten. Die Regierung habe nur deshalb so zahlreiche Maßregelungen vorgenommen, weil sie auf diese Weise die Reichsgewcrkschaft zu zersplittern hoffe. Leider finde sie bei einem Teil der Mitglieder des Hauptvorstandes darin Unterstützung. In der weiteren Aussprache wurden von den einzelnen Rednern heftige vorwürfe gegen den alten vorstand vorgebracht. Schuldt und seine Freunde hätten sich beizeiten zurück- ziehen müssen, als sie bemerkten, daß die Beamtenschaft zum Streik entschlossen sei. Es sei unehrlich von ihnen gewesen, ihre Aemter weiter zu verwalten, nachdem sie die Ueberzeugung gewonnen hatten, daß sie die von der Mehrheit der Eisenbahnbeamten gewünschte Richtung nicht mitmachen könnten. Aus der Versammlung wurde der Antrag gestellt, Schuldt und seinen Freunden, wenn sie nicht sofort ihre Aemter niederlegten, ein Mißtrauensvotum ouszustcllen.— Ein anderer Redner wandte sich in schärfster Weise gegen einzelne Fachgruppen in der Reichsgewerkschaft. Besonders schimpflich sei das Verhalten der Fachgruppe 9(höhere Beamte), die schon während des Streiks fahnenflüchtig geworden sei. Ebenso müsse man sich aber auch gegen die Fachgruppe 6(nichttechnische Beamte) und Fachgruppe?(mittlere und technische Beamte) wenden, gegen die ebenfalls ein Mißtrauensvotum am Platz fei. Der Redner stellte unter dem Beifall der Versammlung den Antrag, auch die Fachgewerkschuften ö und 7 auszuschließen. Im weiteren Verlauf der Debatte wandte sich noch eine ganze Anzahl von Rednern gegen diese Fachgewerkschaften. Wenn diese Fachgewerkschaften sich am Streik beteiligt hätten, wäre die Be- wcgung nicht verloren gegangen. In seinem Schlußwort suchte Scharfschwerdt die neutrale Haltung der süddeutschen Eisenbahner während des Ausstandes da- durch zu begründen, daß die oppositionellen alten Vorstandsmitglieder in Bayern und Württemberg nicht genügend tätig gewesen seien. Wenn die süddeutschen Eisenbahner in den Kampf eingetreten wären, würden die Eisenbahner einen vollen Sieg errungen haben. Es war vorauszusehen, daß einige führende Mitglieder der Reichs- gewerkfchaft nach dem Ausstand auf der Strecke bleiben würden, und es fei eine Ehrenpflicht der Reichsgewerkschaft, für diese Vorkämpfer einzutreten und sie finanziell zu unterstützen. Man habe freilich zu Beginn der Aktion nicht ahnen können, daß so viele Kollegen sich finden würden, die den Streikenden in den Rücken fielen. Nur so sei es zu erklären, daß eine so große Anzahl von Beamten sich jetzt wegen des Streiks zu verantworten hätten und möglicherweise die Konsequenzen ziehen müßten. Am Nachmittag erfolgten dann die Neuwahlen zum Vorstand der Reichsgewerkschaft. Infolge der überaus heftigen Angriffe, die gegen die Mitglieder des alten Vorstandes gefallen waren, zogen sämtliche Kandidaten der Richtung Schuldt ihre Bewerbungen zurück und stellten einen Kompromißkandidaten auf. Die Abstim- mung ergab jedoch, daß der bisherige Vorsitzende Menne mit großer Mehrheit wiedergewählt worden war. Auf Menne entfielen 134 Stimmen, auf Klein-Münstev nur 54 Stimmen. Zweiter Vorsitzender wurde Scharfschwerdt mit 131 Stimmen. Nach seiner Wiederwahl erklärte Menne, daß, solange er das Steuer der Reichsgewerkschaft in 5)ünden habe, nicht ein einziger Gemaßregelter auf der Strecke bleiben werde. Der Reichs- l a n z l e r müsse unbedingt fein gegebenes Wort halten, sonst werde die Reichsgewerkschaft durch Kampf das erreichen, was ihr auf dem Verhandlungswege verweigert werde. Die Eisenbahn- beamten dürften die feste Ueberzeugung haben, daß sie in einem neuen Kampf nicht wie diesmal allein kämpfen, sondern daß sie zu- sanimen mit anderen den Kampf aufnehmen und gewinnen werden. Die morgen beginnende Tagung des Deutschen Beamtenbundes werde der deutschen Beamtenschaft zeigen, daß man auch dort sich umzustellen beginne. Er werde zusammen mit seinen Freunden dafür sorgen, daß der Deutsche Beamtenbund seine bisherige Neu- tralität aufgeben und sich auf den Kampf einstellen werde.„Tut der Deutsche Bcamtenbund das nicht." so erklärte Menne,„dann soll er zum Teufel gehen." Nach Erledigung einiger geschäftlicher Punkte wurde die Tagung der Reichsgewerkschaft geschlossen. DK Gekbe« auf de« Simpekfang. Den Unternehmern werden die Arbeiter- und Angestelltenorgani- sationen etwas unbequem, weshalb sie alles daransetzen und sich's etwas kosten lassen, um die gelbe Seuche wieder auszubreiten. Will- fährige Kreaturen finden sich für gutes Geld stets, um sich in den Dienst der„vaterländischen" Sache zu stellen. So hat man jetzt wieder auf dem„vaterländischen" Boden«inen„Reichsbund deutscher Angestellten-Berufsverbände" als Gruppe eines sogenannten Ratio- nalverbandes Deutscher Berussoer bände zusammengeleimt und sucht dafür Mitglieder. Das ist aus geradem, ehrlichen Weg« natürlich nicht möglich und deshalb verfährt man nach der„altbewährten" gelben Methode widerlichster Deinagogie. Die Rechispresse stellt ihre Spalten zur Verfügung und u. a. auch Herr Martin S o ch a- c z e w s k i seine Korrespondenz, die sich gestern eine Reklame für das gelbe Gebilde unter dem Titel schreiben ließ:„Die Abkehr von den Gewerkschaften". Die„Abkehr", die die Gelben gerne herbeiführen möchten. Darin wird gesagt, die großen Gewerkfchaftsbünde feien nicht allein sehr kostspielig« Gebilde und gefährliche Instrumente in der Hand machtgieriger Führer, sondern die Zusammenballung so großer gemeinsamer Arbeiter-, Angestellten- und Beamtenmassen zu einem Gewerkschaftstrust ersticke die Einzelpersönlichkeit und gebe den breiten Massen der Ungelernten und Mindortüchtigen die Macht, um sich an die höheren Löhne und Gehälter der gelernten, tüchtigen Ar- beiter, Angestellten und Verufsbeamten„heranzusaugen". Die G4- werkfchasten seien der Todfeind der Tüchtigen und geistig Produktiven. Diese gelbe Demagogie straft sich selber Lügen. Die gelbe Grün- dung von Unternehmers Gnaden möchte selber noch weit größer werden als„die großen Gewerkschaftsbünde", denen sie zunächst ihre Größe als eine Gefahr anrechnet.„Machtgierig" sind nur„Führer", die von ihren Geldgebern als solche bestellt sind und mit derartigen Mitteln auf den Mitgliederfang ausgehen, um«ine gewiss« Macht zu gewinnen, um die sie die Führer de? großen Gewerkjchasten beneiden. Die Niederträchtigkeit dürste kaum zu überbieten sein, mit der den Arbeitern und Angestellten vorgeworfen wird, daß sie im Interesse ihrer Selbsterhaltung bestrebt sein müssen, den Valutaverhältnissen, d. h. der fortgesetzten Lebensmittelverteuerung mit ihrem Ein- kommen einigermaßen zu folgen. Wer nicht ein Todfeind der Gewerkschaften und noch nicht so cxistig produktiv ist wie diese Gelben, der weiß, daß, je höher die Löhne der Ungelernten, um so höher die der Gelernten und besonders der qualifizierten Arbeiter, Angestellten und Beamten sind. Wenn sich heut« öfter vorüber- gehende Verschiebungen dabei ergeben, so spielen dabei einmal die Kanjunkturverhältnisse, weiter aber die Organisationsoer- h ä l t n i s s e ein« groß« Rolle mit, ohne jedoch diesen Grundsatz selbst umzustoßen. Es ist ober gerade der Zweck der gelben Gründung, die die Unternehmer ins Leben rufen und auf- päppeln, die Löhne und Gehälter möglichst niedrig zu halten. Lohn-, und Gehaltsempfänger, die zu solchen Ver- cinigungen ihr« Zuflucht nehmen, dürften sich freilich nicht wundern, wenn sie hinter den ungelernten gewerkschaftlich gut organisierten Arbeiter zurückblieben. Der„Nationalverband" sichert„bei geringen Beiträgen" „augenblickliche Interessenvertretung" und als„Ziel" die Befreiung der Persönlichkeit vom Druck der Massengewerkschaften zu. Nun. von der Gesellschaft gelber Clzarakterlosigkeit hält man sich von vornherein fern und hat so nicht erst nötig, seine Persönlichkeit wieder von ihr zu befreien._ Lohnprellerei. Die Firma A. Müller, Rüdersdorfer Str.<7, entlohnte ihre Arbeiter im Januar. Februar bis Mitte März weit unier dem Tarif. Als nun im März die Arbeirer ibren Tarif verlangten, sollten die Nacbzahlungen nur für März in drei Raten gezahlt werden bis 15. April. Bei der nächsten Lohnzahlung zahlte die Firma den Tariflohn, aber nur für H e I f« r. In Frage kommen I Autoschlosser, Maschinenschlosser und Dreher. Letzlerer ist schon sehr lange ber der Firma beschäftigt, trotzdem soll er seinen Lohn von 13,75 M. nicht verdienen. Die Arbeiter weigerten sich daher, weiter zu arbeiten und ver- langten sofort ihre Nachzahlung. Nun erklärte die Firma, daß der Betrieb am 1. April in andere Hände übergeht. Die Arbeiter legten daraufhin mit Zustimmung ihres Verbandes die Arbeit nieder. Bei der Verhandlung weigerte sich die Firma, alle Strei- kenden wieder einzustellen.— Da leider vier von den Streikenden die Arbeit wieder aufgenommen hatten, verzichteten die anderen auf ihre Wiedereinstellung. Die OriSverwalrung Berlin d«S Metallarbeiterver� b a n d e S rät nun allen Mitgliedern, sich bei Arbettsannabme be' dieser Firma erst genau zu erkundigen, um nicht nachher den Schaden zu tragen._ Eine Versammlung der Buchbinder sollte am Dienstag zu den Delegiertenwahlen zum Vecbandstag in Kassel und zum Gewerk« schaflskongreß in Leipzig Stellung nehmen. Caspar teilte mit, daß die Wahlen am Sonnabend in 17 Wahllokalen vollzogen werden. Da der Besuch zu schwach war, wurde die Versammlung vertagt. Ahr« acher Sroß-verflus!»ach dem vergleich mit der Vereinigung der Arbeitgeber im Uhrmachergewerbe Groß-Berlin» find ab 1. April die Löhne für die Klasse A 12,50 Mark(für Aus- gelernle im ersten Jahr izach der Lehre 10 M.), Klasse B 14,60 und Klasse C 17 M. festgesetzt. Wir ersuchen unsere Kollegen, überall dafür zu sorgen, daß diese Löhne wirklich gezahlt werden. Bei Nichtinnehallung bitten wir, uns dies umgehend mitzuteilen. Die Ortsverwallung des Deutschen MetallarbeiterveebandeS. Achtung, Bauarbeiter l Seit dem 3. Avril d. Js. befinden sich die Parkettleger und Bohner im Streik. Wir ersuchen um Eure Unlerstützung. Sämtliche Parkettleger und Bohner, welche keine Arbeitsberechtigungskarte haben, sind Streikbrecher. Die Branchenkommission. Dachdecker und verufsgenossen k� Mit Wirkung vom 3t. März 1922 erhöhl sich der Lohn in allen Stufen um 5,50 M. pro Stunde, zahlbar m dieser Lohnwoäie. Außerdem erhält jeder Arbeitnehmer, der innerhalb der alten Postgrenze wohnt und arbeitet, täglicd eine Slraßenbahufäbri vergütet, ob gefahren wurde oder nicbt, darüber hinaus bis zu 20 Kilometer das verauslagte Fahrgeld und einen halben Slundenlohn, und von 20 bis 30 Kilometer das volle Fahr- geld und einen Stundenlohn als Fabrzeiientichädigung. Meldungen über nicht gezahlte Löhne usw. sind spätestens in der Ver'ammlung am Mittwoch, den 19. April, zu macben. Ter Vorstand. Der Bund der amerikanischen Bergarbeiterverbände hat sich bereit erklärt, mit den Vertretern der Bergwerksbesitzer zum Zwecke der Beilegung der schwebenden Differenzen in gemeinjame Be- ratungen einzutreten. Deutscher Wertmeisterrerband, Berlin XI. Freitag 7 Uhr in der Lchnlaula Petersburger Str. 4, Mitgliederversammlung. Uhrmacher Groß-Bcrlin». Freitag 8 Uhr im ltlubhaus, Ohmstr. 2, Zu- sammcnkunft. VLetschaft Die Teuerungswelle. Nach einer kurzen Berlangfamung der Teuerungsentwicklung gegen Ende des Monats Februar hat die Teuerung im Mo- n a t März weiter stark zugenommen. Die vom Statistischen Reichs- amt auf Grund der Erhebungen über die Aufwendungen für Er- nährung, Wohnung, Heizung und Beleuchtung einer f ü n f k ö p f i- gen Familie berechnete Reichsindexzifser für die Lebenshaltungs- kosten ist im Durchschnitt des Monats März auf 2302 gestiegen. Gegenüber Februar(1389) sind die Lebenshaltungskosten um 1Z,7 v. H. gestiegen, gegenüber Januar dieses Jahres um 40,4 v. H. gegenüber dem März des Vorjahres um 155,5 v. H. Ungefähr gleich stark wie die Gesamtausgaben sind im Berichts- Zeitraum die Ernährungskosten gestiegen, deren Indexziffer für den Durchschnitt des Monats März 3152 beträgt. Gegen- über dem Bormonat bedeutet dies eine Steigerung von 15,5 v. H., gegenüber März 1921 eine Erhöhung von mehr als 165 v. H., des damaligen Standes. An dieser Steigerung haben fast ausnahmslos alle Lebensmittel teil. Mur einige Gemüsesorten, Schellfische und Eier konnten sich in einer Reihe von Gemeinden etwas im Preise verbilligen, während Fleisch und Fette allenthalben ganz besonders im Preise anzogen. Für das Brot kommt erstmalig die starke, Mitte Februar eingetretene Preissteigerung in der Indexziffer voll zum Ausdruck. Weit mehr als Ernährung?- und Gesamtkosten haben die Aus- gaben für Heizung und Beleuchtung im Durchschnitt des Monats März gegenüber dem Vormonat zugenommen. Die im März eingettetene Steigerung der Lebenshaltungskosten war im Gegensatz zu den Vormonaten in den Großstädten nicht ganz so be- deutend wie in mittleren und Kleinstädten. Verontw. für den redaN. Seil: Fean, ittüh» BerNn-Lichterfelde: für An. »einen: Th. Gl-iie, Berlin. Verlog Lorwärw.Vcrlng G. m. b. H., Berlin. Druck: Vorwärts.Buiddrnckerei u. Berlnnsrinklnlt Paul Sinaer u. To. Berlin Lindenftr. 3, Hierzu chy Beilage und llnterhalwug.beilage„HcimatU*. 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An jedem Vormittag werden sich also in Berlin drei a m t- lich bestellte Kunst richtet zusammensetzen und in heißem Bemühen den abendlichen Theaterzettel durchstudieren, um sestzu- stellen, welche Stücke und Vorstellungen„künstlerisch hochstehend" sind und welche nicht. Und wer Gnade findet vor den Brillen und Perücken der Herren Zensoren, der kommt mit 10 Proz.„Der- gnügungssteucr" davon, die anderen müssen 12% und 15 Proz. berappen. So geschehen im Jahre des Heils 1322— auf Anordnung des preußischen Kultusministeriums unter Sanktion des Herrn Neichsfinanzministers. Die Stadt Berlin hat diesen Kulturblödsinn einer„Auflichts- behörde", d. h. eines regierungswütigen Ministerialbeamten hinunterschlucken müssen, wenn sie überhaupt eine eigene Ver- gnllgungssteuerordnung haben wollte. Alle Vernunftgründe sind an der Bretterwand innerhalb der Aufsichtsbehörde wirkungslos abge- prallt. Nun kann der Wettlouf um„künstlerischen Hochstand" be» ginnen. Die Rezensenten der Zeitungen können ihre Arbeit einstellen; woran sie bisher grübelten und sich erhitzten, darüber entscheidet fort- an ein Dreimännerkollegium vom Amts wegen. Das„Schokoladen- Mädchen" und der„Herr der Welt", das Venusbergballett und..Bubi will nicht" erhalten den amtlichen Stempel der künstlerischen Hoch- Wertigkeit aufgedrückt und sind damit dem Streit der Kritiker enk- rückt. Der„Reigen" und Celly de Rheydt werden den Makel künstle- rischer Minderwertigkeit gemeinsam durch das Berliner Nachtleben schleppen, während der Theaterverein„Weltbretter" seine„Othello"- Aufführung als„hochstehend" abgestempelt erhält. Und wird man dem Drahtseiltänzer nicht zugeben müssen, daß er schließlich der am „höchsten" stehende Künstler ist? Man möchte lachen über diesen amtlich verlangten Zensurunsinn, wenn die Marotte eines ministeriellen Beamten die Stadt Berlin nicht Millionen kost er e. Aber das ist die traurige Kehrseite dieser Faschingsmedaille. Die Theaterunternehmer selbst haben sich mit den städtischen Steuervorschlägen einverstanden erklärt und an- erkannt, daß sie ihrer wirtschaftlichen Lage gerecht werden. Und nun kommt der Staat und weih es wieder einmal besser. Er ver- kürzt die Steuereinnahmen kurzerhand um etliche Millionen durch sein famoses Zensursystem und die Stadt kann sich den Kopf darüber zerbrechen, wie sie das Loch wieder zustopft. zu unterbleiben hat. Mit der Schönholzer Heide soll aber auch das benachbarte, fast 27 Hektar große Stadtgelände samt einem Privatgrundstück und zwei Friedhöfen der Bebauung entzogen werden, damit die ganze zusammenhängende Fläche als Spielplatz und Erholungsstätte erhal- ten bleiben kann. Das ist dringend zu wünschen im Jnter- esse der Bevölkerung von Pankow und Verlin-Nord, für die nicht viel Erholungsstätten vorhanden sind. Mißlungen ist bisher der Versuch, das Parkgelände durch Kauf für die Stadt zu erwerben. Der Plan des Mägistrats, die Schönholzer Heide in einen Volks- park zu verwandeln, steht bereits seit mehr als zwei Monaten immer wieder auf der Tagesordnung der Stadtverordnetenver- sammlung. Infolge der Ucberhäufung mit anderen Vorlagen ist es bisher zu einer Beschlußfassung noch nicht gekommen. Nichtbeftätigung soziattftischer Stuöienräte! Don den Angehörigen der sozialdemokratischen Fraktion deS Preußischen Landtags, den Abgeordneten Bahlke, Kuttner und Lüdemann, ist folgende Kleine Anfrage eingebracht worden: Schon vor vielen Monaten sind von einigen Bezirks« ämtern Groß-Berlins mehrere so-iolistische Studien« räte zu Direktoren höherer Lehranstalten gewählt worden. Welche Gründe haben veranlaßt, daß die Bestätigung bisher nicht erfolgt ist? Was gedenkt das Staatsministerium zu tun, um eine Beschleunigung dieser Angelegenheit herbeizuführen? Park Schönholz soll Ssticlplast bleiben. Die kürzlich bekanntgewordene Gefährdung des der Berliner Schützengilde gehörigen Parkes Schönholz, dessen Verwendung zu privaten Zwecken beabsichtigt wird, weil die Schützengilde ihren Profit machen tnöchte, hat das Bezirksamt Pankow und den Magistrat Berlin alarmiert. Auf Antrag des Bezirksamtes hat die Bezirksversammlung beschlossen, das schon seit vielen Jahren als Spiel- und Turnplatz benutzte Parkgelönde vor Bebauung zu sichern, und der Magistrat, der diesem Beschluß beigetreten ist, ersucht jetzt die Stadwerord- netenversommlung durch eine Dringlichkcitsvorlage um ihre Zu- stimmung. In der Schönholzer Heide, die vor Jahren als Dauer- wald an den Zweckvcrband Groß-Berlin kam und 1929 an die Ein- heitsgemeinde Berlin überging, soll der 1391 festgesetzte Bebauungs-, plan jetzt aufgehoben werden, weil eine Bebauung dieses Gebietes! vke Sektnacht für Mark. Berliner Abenteuer eines Deutsch-Amerikaners. Die ehemalige Choristin Cäcilie Schulz, die einen reichen, mit 399 999 Dollar nach Berlin gekommenen Deutsch-Amerikaner um ein paar tausend Dollar erleichtert hatte, mußte sich wegen dieses Diebstahls vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte verantworten. Der Farmer Julius Bremer aus Dayton(Ohio) in Nord- Amerika hielt sich zum Besuch von Verwandten in Deutschland auf und benutzte seine Anwesenheit in Berlin, um sich hier das Nachtleben anzusehen. Im„Palais de danse" lernte er eine junge Maid kennen, welche ihm deshalb besonders imponierte, weil sie erklärte, nur französischen Sekt zu trinken. Die Zeche betrug zum Schluß etwa 12 999 M., welche der Deutschamerikaner aus der Hosentasche mit ganzen 19 Dollar beglich und dem Kellner noch einen Zehndollarschein extra als Trinkgeld gab.— Am nächsten Morgen erwachte B. in einem Absteigequartier im Westen mit einem wüsten Schädel und stellte fest, daß aus seiner Brieftasche die für ihn eine Kleinigkeit bedeutende Summe von 5999Dollarfehlte,d. h. 1 899999 Mark. Selbstverständlich erstattete er wegen der„Bagatelle" erst aar keine Anzeige, wohl aber ein Freund der Schulz, dem sie, weil sie Geld hatte, den Laufpaß gegeben hatte. Das Gericht erkannte mit Rücksicht auf die Höhe der Summe auf 1 Jahr Gefängnis. Wie in der Verhandlung zur Sprache kam, hatte die Angeklagte als angeblich«„Celly de Rheydt" Vergnügungsreisen nach Baden-Baden unternommen und hatte dort durch ihr luxuriöses Leben einiges Aufsehen erregt. Eine kleine Freundin... Von der„Freundin" um Brillanten im Werte von einer halben Million Mark bestohlen wurde in der vergangenen Nacht ein Juwelier auS München. Der Mann war ge- schäitStialber nach Berlin gekommen und hatte nach Abwicklung der Geschäfte verschiedene Vergnügungslokale aufgesucht und dabei eine kleme Freundin kennen gelernt, mit der er schließlich nach einem Privathotel in der Nähe des Spiltclmarktes ging. Als er morgens auswachte, war er allein, die Freundin und mit ihr seine Brillanten, loie und gefaßte Steine im Werte von einer halben Million Mark, aber waren verschwunden. Der Kriminalpolizei gelang eS, die Diebin als eine 21 Jahre alte aus Hamburg stammende Johanna Hallwacher festzustellen, die sich wodnungslos in Berlin berumtieibt. Bis jetzt konnte sie noch nicht ergriffen werden. Auf ihre Ergreifung und die Wiederbeschaffung der Steine ist eine hohe Belohnung ausgesetzt. I�edensmZttelpi'eise cles T'QAes. Zufuhr; Fleisch i eichlich, Geschäft flau. Fische knapper, Geschäft etwas lebhafter. Obst und Gemüse schwach, Geschäft etwas rege. * Am Mittwoch galten in der Zentralmarkthalle folgende Kleinhandelspreise; Schweinefleisch 34—44 M. Bindfleisch 26—-33 M., ohne Knochen 34—38,50 M. Kalbfleisch 23— 36.M. Hammelfleisch 27— 34 M. Rückenfett 50 ,M. Schollfisch 5,50—9 M. Seelachs 8 M. Dorsch 5— 6,50 M. In Eis: Schleie 25— 26 M. Hechte 15—20 M. Aale 22—45 M. Lebende Barsche 17,50 M. Karpfen 21—26 M. Elei« 14—17 M. Naturbutter 05 bis 74 M. Margarine 30— 40 M. Schweineschmalz 49—50 M. Eier 3.75— 4.50 M. Weise Bohnen 7—8 M. Linsen 14 M. Hafergrütze 8 M, Eiernudeln 16 M. Erbsen 8—10 M. Wirsingkohl 6— 9 M. Weißkohl 5—6 M. Rosenkohl 11—12 M. Blumenkohl 13—25 M. der Kopf Zitronen 1,20— 1,80 M. das Stück. Mohrrüben 3— 3.50 M. Apfelsinen 2 bis 6 M. das Stück. Ein profitabler Umweg. Wir klagen über Amerikaner, Engländer, Franzosen usw., die den Tiefstand der deutschen Mark ausnutzen und nach Deutschland kommen, um hier bei der hohen Valuta ihres Geldes billig zu leben und deutsche Waren zu einem Spottpreise zu kaufen. Aber auch Deutsche verstehen sich darauf, aus Valuta- unterschieden ihren Profit zu ziehen, Deutsche wissen sogar, die in Zlmerika, Englapd, Frankreich usw. so jämmerlich niedrig bewertete deutsche Mark vorteilhast zur Geltung zu bringen, wenn ein Land mit noch schlechterer Valuta ihnen die Möglichkeit dazu bietet. Vor uns liegt die einem Einwohner Verlins zugegangene Offerte einer Versicherungsgesell- schaft, die ihren Sitz in Süddeutschland hat, aber Subdirektionen in Berlin und Wien und vermutlich noch in anderen Großstädten unter- hält. Der als Drucksache versandte Brief ist nicht an dem Hauptsitz der Gesellschaft in Süddeutschland zur Post gegeben worden, auch nicht in Berlin, wo der Empfänger wohnt, sondern— in Wien. Dagegen soll der Empfänger dieser Offerte sein Ersuchen um ein Angebot über eine Versicherung nicht an die Subdirektion in Wien richten, sondern an die Subdirektion in Berlin, zu welchem Zweck eine mit der Adresse der Berliner Subdirektion bedruckte Postkart« beigefügt ist. Warum die Gesellschaft zur Uebersendung ihrer Offerte den Umweg über Wien gewählt hat, ist ohne weiteres klar. Das Drucksachenporto beträgt von Wien aus 2 Kronen, die nach der jetzigen Valuta österreichischen Geldes den Wert von 8 Pf. deutschen Geldes haben. Da eine im Deutschen Reich zur Post gegebene Druck- fache 59 Pf. kostet, so spart die Gesellschaft bei dem Umweg über Wien 42 Pf. und macht mithin einen ganz an- sehnlichen Prosit. Man sieht, daß auch deutsche Hyänen des Valuta-Schlachtfeldes aM Spürsinn nichts zu wünschen übrig lassen. Konfirmnndcnopfcr. � Es ist etwas Schönes um die patriarchalischen Ver- h ä l t n i s s e auf dem Lande und um das ländliche C h r i st e n- tum. Hier, wo man noch keine so unkirchlichen Einrichtungen, wie die Jugendweihe, kennt, besteht noch die schöne alte Sitte des„Kon- firmandenopfers". Daß aber in unserer Zeit noch, ein Landpfarrer, der sein regelrechtes Gehalt bezieht, seine Kinder ini Kon- firmandenunterricht an dieses Opfer ermahnt, dürfte doch nicht ganz alltäglich fein. Konfirmandinnen, die in Groß-Schöne- b e ck„zur Pfarre" gingen, berichteten ihren Eltern, daß der Herr Pastor im Unterricht zu ihnen gejagt habe:„Vergeht'nicht, mir am Tage der Einsegnung Geld in Papier eingewickelt uiid mit eurem Namen versehen mitzubringen! Ich habe neulich für eine einzige Hose 859 M. bezahlen müssen." Wußte der Herr Pfarrer wirklich nicht, daß in den Gemeinden Eichhorst, Klandors und Liebentlml, aus denen die Kinder stammten, die meisten Eltern ärmer sind als er selber, die meisten Väter sich keine Hosen für 859 M. kaufen können? Hat er sich wirklich nicht überlegt, welchen Eindruck dieser Hinweis auf die armen Kinder machen würde? Mag dieses„Konfirmandcnopfer" auch heute noch„gesetzlich verankert" sein— dieser Weg zu seiner Beitreibung dürfte mit ,.p r a k t i s ch e m" Christentum, wie wir es auffassen, doch wohl nicht recht verein- bar sein. DoppelselbfimorS. Vaker und Tochter erschossen aufgefunden.- Ein eigenartiger Doppelselbstmord, der noch der Ausflärung bedarf, beschäftigt die Kriminalpolizei. In seiner Wohnung im Hause Potsdamer Str. 121 wurde der frühere sächsische Hos-Zahnarzt Dr. Karl H e y d e» h a u S und seine 23 Jahre alte Tochter Elsriede erschossen aufgefunden. Der Mann lag tot in seinem Zimmer, das Mädchen in dem seinigen. Neben der Leiche der Tochter lag ein Schrotgewehr, mit dem beide nach dem bis- herigen Befunde sich das Leben genommen haben. Es muß an» genommen werden, daß der Zahnarzt sich zunächst eine Sckrot» ladung in den Mund gejagt, worauf dann die Tochter mit derselben Waffe auf die gleiche Weile ihrem Leben ein Ende bereitete. Die Ursache des Doppelselbstmordes bedarf noch der Aufklärung. HeydcnhouS war von seiner Frau seit längerer Zeit geschieden. Bei der Scheidung wurden ihm die beiden Töchter zugesprochen, doch hielt sich nur die eine bei dem Pater auf, während die andere bei der Mutter, die sich inzwischen wieder verheiratet hat, wohnt Beide Leichen wurden beschlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht. Ein sozialdemokrakischer Lehrertag. einberufen von der Lehrer- organisation unserer Partei, der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer und Lehrerinnen, fin- dct während der Ostertage in Hamburg statt. Die Tagung soll sich mit den dringendsten Gegenwartsaufgaben des sozialistischen Die Machk der Lüge. Roman von Johann Dojer.. Einar hielt die Hände auf den Rücken und lehnte sich gegen die Wand. Er war immer mutiger geworden. Die ganze Zeit überhörte er die gute Stimme sagen:„Gib acht!" „Kannst du dich denn gar nicht erinnern, Vater, wie du damals zu mir heraufkamst und..." Der Vater unterbrach ihn mit einem neuen Lacheir. „Rein, Einar, du kannst nicht verlangen, daß ich mich an � deine Träume erinnern soll!" Einen Augenblick war Einar verwirrt. Er hatte er-. wartet, angefahren zu werden, aber diese Freundlichkeit und � diese überlegene Sicherheit begann ihn zu entwaffnen. Er strich sich über die Stirn und sah etwas hilflos vor sich- Hatte er das wirklich nur geträumt? Faselte er wirklich? Und wenn der Alte auch lachend dalag, dachte er doch bei sich:„Ich möchte doch wissen, ob nicht irgend jemand dem Jungen einen Floh ins Ohr gesetzt hat... das könnte ihm ähnlich sehen."— Aber jetzt hob Einar wieder den Kopf:„Nein, Vater, ich irre mich nicht. Denn sonst hast du doch für Wangen keine Papiere unterschrieben?" „Ha. ha. ha! Nein,— Gott sei dank nicht." „Ja. Vater, dann mußt du die Klage zurückziehen. Denn Wangen ist unschuldig." Eine Weile war es still. „Die Klage zurückziehen!" Der Alte setzte sich auf und strich sich über den Kopf. Er blieb so sitzen und iah vor sich� hin, indem er an seinem Bart kaute. Und schließlich kam es mit steinharter Munterkeit:„O nein, lieber Einar! Es ist schon so das sicherste. Darum schlage ich vor, du reist wieder zurück in die Stadt und beschäftigst dich mit Dingen, die du besser verstehst, als das hier." Und er stand auf und machte einen Schrick zum Tisch hm. Einar hörte aus seines Vaters Stimme etwas heraus, das auf Unwetter deutete. „Na?" sagte der Alte und drehte sich um.„Was stehst du da wie ein Pfarrer auf der Kanzel?" „Noch einmal, Vater— nimm die Klage zurück! Ich bitte dich darum!" „Du bist ganz sicher, daß dein Vater ein Betrüger ist?" „Du erinnerst dich nur nicht daran, Vater!" „Im Ernst. Einar, warum bist du nach Hause gekommen?" Der Vater sah ihn ganz neugierig an. Einar wurde erregt, weil er nicht für ernst genommen wurde. Darum sagte er mit allem Nachdruck, der ihm zur Verfügung stand:„Ich bin nach Hause gekommen, Vater, um dich zu hindern, etwas zu tun, was dich gereuen wird!" „Lieber Einar"— es klang etwas schmerzlich—, findest du nicht, daß es genug ist, wenn ich die halbe Gemeinde aus dem Halse habe? Da sind so viele, die es nur darauf anlegen. mich ins Zuchthaus zu bringen. Und dann kommst du— du auch noch. Schämst du dich nicht?" Einar beugte den Kopf.„Vater— aber—* Die Knie wollten ihm versagen. Aber da kam ihm der Vater wider seinen Willen zu Hilfe. „Wer hat dir das denn in den Kopf gesetzt, mein Junge?" „Was?" Einar sah auf, biß sich plötzlich auf die Lippen und machte einen Schritt vorwärts. Seine Stimme zitterte vor Wut:„Wie meinst du das, Vater?" Aber der Alte mußte über diese Tonart des Sohnes nur lachen.„Paß auf. du willst noch zur Verhandlung gehen und gegen deinen Vater aussagen!" sagte er und mußte wieder iachen. „Wenn du die Klage zurückziehst, Vater, dann brauche ich es nicbt."— Ob der Vater ihn jetzt für ernst nahm? Der Alte wurde blutrot im Gesicht. Er versuchte zu lachen, an seinem Bart zu kauen, sich über den kahlen Schädel zu streichen, sich zu setzen. Aber er kam zu nichts Rechtem. End- lich fuhr er auf Einar los und packte ihn am Kragen:„Hin- aus!" riel er und lachte und biß gleichzeitig die Zähne aufein- ander.„Geh! Und heute noch reist du wieder in die Stadt, sonst— helsi dir der liebe Gott!" Er machte einige Schritte zurück, als habe er Angst, er könne sich hinreißen lassen und ihn schlagen�.„Ha, ha! Ach so,—" und er begann mit einem Male, ihn vom Scheitel bis zur Sohle zu mustern. Es ging ihm jetzt erst auf, daß der junge Mann, der da vor ihm stand, kein Knabe mehr war, den er auslachen oder verprügeln konnte. Da stand sein eigener Sohn, und der war plötzlich erwachsen und trat als sein Widersacher auf— auch er. „Willst du nicht hinausgehen?" „Nimm die Klage zurück, Vater!" Nun wurde es zuviel. Der Alter griff nach einem Stuhl, hob ihn in die Höhe und schrie:„Pack' dich!— Geh, hörst du! Willst du machen, daß du hinauskommst, Mensch! Geh deiner Wege! Geh Einar!" „Ja, ich gehe!" sagte Einar und hob den Kopf hoch. Er war so wütend, daß er Lust hatte, dem Vater den Stuhl weg- zunehmen und ihm zu zeigen, daß er jetzt zu alt war, um sich schlagen zu lassen.—„Aber so darfst du mich nicht behandeln — das laß dir gesagt sein. Guten Tag!" Und langsam ging er hinaus. Der Vater fuhr in der Dämmerung fort. Nach dem Abendessen hatte Einar Lust, der Mutter alles anzuvertrauen, wagte es aber doch nicht. Was sollte er morgen tun? Sollte er der ganzen Geschichte aus dem Wege gehen?— Dos kam ihm jetzt doppelt hart an, nachdem er dafür so viel aufs Spiel gesetzt hatte. Er ging früh zu Bett, er hatte Angst vor den Eindrücken, die an den Stuben und Menschen unten hafteten; denn alles da versuchte ihn unwillkürlich, nachzugeben. In seinem kleinen Zimmer knisterten im Ofen die Birken- scheite und strömten den bekannten, ihm so lieben Geruch aus. Ein geputzter Leuchter schimmerte im Feuerschein, und in ihm stak eins von der Mutter schönen, selbstgegossenen Lichtern. Er war, wie er von den Erinnerungen unten aus der Stube förmlich geflüchtet war. hier oben nur neuen in die Arme gelaufen. die ihn erst recht festhielten. Die Bettlaken, die sauberen Gardinen am Fenster, all die Nächte, die er hier in seinen Ferien geschlafen hatte— alles fragte ihn:„Willst du wirklich?" „Du bringst es nie fertig," dachte er. als er in seinem guten Bette lag, in der Mutter Laken und Decken. Hier war es etwas anderes, als in der Pension in der Stadt.—„Aber wenn Wangen verurteilt wird, und du könntest ihn retten! Lieber Gott, hilf mir! Ich habe ja nie mehr eine frohe Sckmde." Als schon alle schliefen, wachte Jngeborg auf, weil Einar mit brennendem Licht zu ihr hineinkam. „Was ist los?" fragte sie und rieb sich die Augen. „Still!" flüsterte er, denn zwischen ihrem Zimmer und dem der Eltern war nur eine dünne Holzwand. (Fortsetzung folgt.) Lehrers und der sozialdemokratischen Schulpolitik beschäftigen. Auf einen Begrüßungsabend der chamburger Parteiorganisation am IS. April folgen am 1. O st e r f e i e r t a g zwei Referate über eines der �Kernprobleme unserer gegenwärtigen Schulpolitik:„Eltern- recht und Schule."e!i, die Deutschland zurzeit bedrängen. Die Messe bleibt bis zum 7. April geöffnet. Nezirke.btldilNgöausschust Gmsi-Berlin. Donnerstag, den 13. d. M., adendS 7 Uhr, wichtige Sitzung des erweiterten Bildungsaus- s ch u s s e S im Sitzungssaal ches BezirlSvoislandes, Lindenslratze?•. 2. Hos, 2 Treppen. Alle Ausschüsse, müssen unbedingt vertreten sein. Aus dieser Sitzung werden die Opernkarlen sür den 7. Mai verteilt.— Sonntag, den HO. April, nachm. 3 Uhr. im Neuen Volkstheater. Köpcnicker Str. 68, . Schusicr UioloS", Komödie von Arnold Kübler. Karleu ä 10 M. einfchl. Kleiderablage und Theaterzettel im Bureau des BezirlSbildungSauSschusses, Lindenstr. 3, 2. Hol, 2 Tr., Zimmer 8, und bei den Bildungsausschnhmit- gliedern der 5!rci>e Tiergarten, HallescheS Tor, Charlottenburg, Spandau, Aeulölln und Tegel. Zirkus Taraselli lzurzeit Neukölln, Kaiscr-Friedrich-Strahetz hat auch sür April ein gutes zirzensisches Programm zusammengestellt. Mcisterhast verstehen es die vier DubStys in einer Szene„Jlarische Spiele", die Ans- merlsomkeit zu sesseln. Das gut imstande gehaltene Pscrdcmalcrial ist bc- sonders erwähnenswert. Tie Tenlsch-Ruierilnnische Wildwcfigruppe Jackson- Üchsek bietet beachtensweitc ZtrkuSkun.st. Joe Gillert spaziert aus dem Tauzscil so gut wie aus der Strasse. Äquilibristen, Athlelen, Akrobaten stellen selbst sür Berlin ein annehmbares Niveau dar: Ein rühriger Wanderzirkus. Acht Streckenarbeiter von der Lokomotive zermalmt. Am Mittwoch vormittag 8 Uhr fuhr ein Personenzug zwischen Siegen pnd Hagen-Wcstfalcn in die Ärbeiterkolonne eines Unter- nehmers, die Eleisarbeiten vornahm, hinein. Von der 30 Mann starken Kolonne wurden acht Mann vom Zuge erfaßt, überfahren rmd sofort getötet. Einige Leute wurden leicht verletzt. Die Untersuchung, ob die Sicherheitsmaßnahmen zum Schutze der arbeitenden Kolonne mangelhaft angewendet morden sind, ist sofort eingeleitet worden, aber noch nicht abgeschlossen. Von den Toten sind drei einheimische Arbeiter, die anderen stammen aus Ober- schlefien.__ Sechsfacher Raubmord in Bayern. In der Gemeinde Wangen bei Schrobenhcmsen in Bayern wurde ein sechsfacher Raubmord| verübt. Die Baucrswitwe Gabriel und deren zwei Kinder sowie die Austragseheleute Gruber und eine fremde Frau wurden gestern in der Scheune mit eingeschlagenen Schädeln aufgefunden. Wahr- schcinlich wurde Bargeld geraubt. Von den Tätern fehlt jede Spur. Die Münchener Polizcidirektion hat festgestellt, daß alle sechs Per- fönen mit einer sogenannten Kreuzhacke erschlagen worden sind. Das Vieh im Siall war losgelassen. Sämtliche Behältnisse waren durchwühlt. Die Tat muß bereits in der Nacht zum 1. April verübt worden sein. Hroß-öerliner partemachrichlen. Achtung. Referenken! Freitag, den 7. April, pSnttlich 7 Uhr, Rcserentrnzusammenknnft im Litzungslaal des Pa:teivors!aildes, Lindknstr. 3, 1. Hol rechts, 4 Tr. Thema: „Justiz, und Rechtsfragen. Vortragender Rcichsjustizminister Genosse Pros. Dr. Radbruch. Erscheinen aller Rrsercutcu ist ersordrrlich. Mitgliedsbuch legitimiert. 2. Kreis Tiergarten. Freitag, den 7. April, 7 Uhr, bei Trümper, Flcns- burgcr Str. Z, Kreisoorstandsjitzung. TA Uhr erweiterte Krelsoor- stanossshung. Keine Abteilung darf fehlen. 3. Kreis Wcdding. Freitag, den 7. April, 7 Uhr, bei Schade, Kösliuer_j KPD. in der Echnlaula, Dicffenbachstr. 30/31, statt. Es ist unbe- dingte Pflicht aller Elternbeiräte, zu erscheinen. Ebenfalls bitten wir um das Erscheinen der Bezirlsverordneten und sozialistischen Lehrer. Zwecks, vorheriger Information wird um regen Besuch der am Donnerstag tagenden Arbeitsgemeinschaft ersucht. 0. Kreis Wilmersdorf. Freitag, den 7. April, 8 Uhr, Zusammenkunft aller Funltionärinncn bei Pieper, Gasteiner Str. 6. 14. Kreis Neukölln. Freitag, den 7. April,...... Freitag, den 7. April, TA Uhr, Sitzung sämtlicher ''~ IM Zeichensaal der 31. Schule, sozialdemokratischer Elternbeiräte... Slütlistratzc. Die sozialistischen Lehrer werden ersucht, zu erscheinen. 8. Kreis Weitzcnsce. Freitag, den 7. April, 8 Uhr, Sitzung des Bil- dunasausschusse» im Lokal Fricdeusgarteu, Pistorius-, Ecke Rolle- strafte. Heute. Donnerstag, den k. April: Neukölln. 02. Abt. 7 Uhr in der Aula der Knabenmittelschule, Donaustr. 120, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Bericht« und Neuwahlen. Licht- bildervortvag des Genossen Vose:„Die Verfassung der deutschen Republik". Vollzähliges Erscheinen dringend notwendig.— 08. Abt. 7 Uhr bei Lohen, Wipvcrstr. 17, Funktionärsitzung. Sämtlich« Partei- und Gewerkschafts- funktionäre inllssen erscheinen. Jungsozielistca. Gruppe Treptow! TA Uhr im Jugendheim Elfenstr. 3, Vortrag über„Tolstoi. Referent Pastor Francke.— Gruppe Friedrich shain! 1A Uhr in der Demeindeschule Strasmannstr. 0, Unterhaltungsabend.— Gruppe Nrnkölln! 7Mi Uhr im Jugendheim Rogatstr. 33, Vortragsabend.— Gruppe Süden: 1A Uhr in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, Vortragsabend.— Gruppe Tegel: 1A Uhr im Jugendheim Bahnhofstraße, Vortragsabend. Arauenveranstaltung: 110. A!t. Grüna». TA Uhr bei Stegemann, Köpcnicker Str. 13. Thema:„Die Frristaatbewezimg im Mcmclgebiet". Referent Genosse Stahl. Morgen, Areikag, den 7. April: 3. Abt. TA Uhr Sitzung der Bezirksfilhrer, Dctriedsvertrauensleirt«, Elternbeiräte sowie sämtlicher Funktionäre bei Emil Krüger, Engclufer 23. Be- zirksfllhrerbücher und ausgefüllte Statistikkarten sind mitzubringen. 3. Abt. TA Uhr Sitzung der Funktionär« und Betriebsvcrtrauensleute he! Aeblcr, Gcorgenkirchftr. 30.« 7. Abt. TA Uhr Sitzung der Funktionäre und Betricbsvcrtrauensleut« hei Bärwalde, Schlegelstr. 3. Erscheinen aller dringend notwendig. 33. Abt. 7 Uhr Funktionärsitzung bei Kinitz, Simon-Dach-Str. 23. Sämtliche Funktionäre, Elternbeiräte und Froücnagitationsmitglieder müssen er- scheinen. 30. Abt. TA Uhr bei Behrendt, Liebigstr. 24, Funktionärsitzung. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen Pflicht. 37. Abt. TA Uhr Sitzung sämtlicher Funktionäre, Betriehsvertranensleute und Krcisdelegicrtcn bei Kröske, Ebertpstr. 0. Tagesordnung: Stellung- nähme zur Wahl des Abteilungsvorftandes. Schöncberg. 78. Abt. 7 Uhr Vorstandssitzung hei Händel, Borbergstr. 11. Ebenda um 8 Uhr erweitert« Vorftandssitziing. Die noch ausstehenden Karten filL die Verufsstatistik sind abzuliefern.— 79. Abt. TA Uhr wichtige Funktionärsitzung bei Rosenau, Sohenfriedberg-, Ecke Kolonnenstraßc. Erscheinen aller Funktionäre ist Pflicht. muß vertreten sei». Stellungnahme zur Neuwahl des AbtcilunqZvorstandes. Uebergabe der Bcrusekartothck. Elternbeiratswahl.— 94. Abt. TA Uhr ssunktionärsitzung der Taubel, Weisestr. 23. Erscheinen aller Funktionäre ist Pflicht. 10«. Abt. Köpenick. VA Uhr Vorsiandssitzung bei Mllller. 114. Abt. Lichtenberg. Die FunklionSr. und Vorstandssitzung findet nicht Freitag, sondern Sonnabend, den 8. April, 8 Uhr, bei Schwarzer, Gabriel. Maxstr. 17, statt. 118. Abt. Lichtenberg. TA Uhr Vorstands- und Funktionärsitzung bei Zorich, "MMMMln"'' Siegfriedftr. 2(nicht Ciinplonstraße). Achtung, Eiuährunqsamt! TA Uhr in der Sophien-Schüle, Weinmetster- strafte 16/17, Versammlung oller Beamten und Angestellten, die auf dem Boden der SPD. stehen. Tagesordnung:„Wohin geht die wirtschaftliche und politische Entwicklung?" Referent Landtagsabgeordncter Bahlke.— Freie Aussprache._ ?ugenöveranfta!tungen. Verein Arbeiter-Jugend Groft-Berlin, SW. 68, Lindenstr. 3, 2. K»s, 3 Tr?. Telephon Moritzplatz 121 08—121 10. MilgliederverZammlungen(Hauptversammlung.) heute, Donnerstag, den 6. April: Lankwitz: Jugendheim Seydlitzstr. 0.— Neukölln-Nord: Münchener Str. 53. — Norden: Jugendheim Ecinciiideschule Putbuser Str. 3/3.— Stralauer Viertel: Jugendheim Gemeindeschule Raglcrstr. 3.— Schönhanser Vorstadt I: Iugendheiln Geincindcsihule Sonnenburger Str. 20.— Rcichcnberger Viertel: Jugendheim Ecmcindcschule Elogauer Str. 12/10. Baumschulenwcg. In der Aula des Lyzeums, Benmschuleustr. 30/81, Schul- cntlassungsfcicr. Alle Schulentlassenen sowie deren Eltern find herzlichst ein- geladen. Ansang 7 Uhr._ Vorträge, vereine und Versammlungen. , Tonnerstlig, den G. Zlpril: Sozialdemokratischer Männerchor Berlin-Mitte. Nach der Uebungsstunde Ouortalsversammlung. Wichtiger Beschlüsse wegen ist das Erscheinen aller aktiven uns passiven Mitglieder»»bedingt erforderlich. Freie Schrilgemeinsäiast— Bezirk Friedrichsbain. 7 Uhr in der Schule Petersburger Str. 4, Volloersammlung aller Elternbeiräte und der neuen Kandidaten. Thema:„Die Lcscbuchfrage". 2. Di« Neuwahl der Elternb-iräie. Rcserent Lehrer Oskar Hllbner._ Republikanischer Juaendbund„Schwarz-Rot-Gold". Mitglredcrversamm- lung iz8 Uhr im Falk-Realgymnosium, Lützowstr. S4 I Sonnabend, 8. April.» nachm. Ii-, Uhr. im s Krematorium Baum» schulenweg, Klesholz- strafte 22>. Friede seiner Asch«! I DietremnitaifliDterlüEtansD. j Balin SO. 16. Obmitr. 9. Am Freitag, den Z 1 31. M-irz, verschied k > nach langem schweren■ I Leiden meine liede! I Frau, unsere gute I t Schwiegertochter,> ! Schwester, Schwäge- 1 I rin, Tante und Richic! xed. hra.az-ckovzlei Irin 39. Lebensjahre. Dies zeigt mit der! Bitte um stille Teil-> I»ahme ticsdeirUbt an j 1 im Namen dcrHinter- s bliebenen 11769! dlax yuelscr. Die Einülcherung 1 findet am Freilag.dcn [7. April, mittags 1 12 Uhr, im Kicina- i iorrum Gerichlitr. 37. I statt— Von Kranz- spenden bitte dankend abzusehen. Dutiandl-YorwaPts ßerlin S W, Lindenstr.3 Demnächst erscheint I ßussistiie i@rrcsp§ii€iii Mr. 1-3 Demnächst erscheint! Von Ku r$ G ro ttewitz Mit einem Vorwort von Wllh. Bölschc hr. 10 M.. peb. 14 M. N. Lenin: Ueher die neue ökonomische Politik Sowjetrußlands L. Kamenew: Die ökonomische Polilik Rußlands./ N. Ossinskl: Die Laee der Landwirtschaft./ M. Chintschuk: Lage und Aufgaben der Genossenschaf te.iJN.Kresiinskl: Finanzen und Budget. P Saiutzkl: Die vorläufigen Ergebnisse der Parteisäuberung. Resolutionen der Allrussischen Konferenz der Kommunistischen Partei Rußlands./ Beschlüsse des IX. Allrussischen Sowjet- kongretses./ Leitsätze des Zentralkomitees d.r K.P.R. über die Qtwcrksciiailsvcrbiinde./ A. Andrcjew: Die Gawerkschaiisver- hände in den vier Jahren der proletarischen Revolution Q. Safarow: Der Kongreß der revolutionären und kommunlstl sehen Parteien des Fernen Ostens/ B. Borijon; Die Arbeiter kontrolle./ A. Chrjaschtsehew Die Evolution der Klassen INHALT: innerhalb der BauernschatL/ S. Tschernomordik: Die Aufgaben des Arbeiterschutzes in der neuen Wirtscnaftspoiitil�a/ 0. Krscliisclianowskl: Die Planwirtschaft und die ElektrilTKation. W. Miijutin: Die Sozialversicherung unter den Verhältnissen der neuen Wirtschaftspolitik./ A. W.: Die Auswirkung der neuen ökonomischen Politik in der Provinz./ P.(ilrbassow; Theorie und Praxis der neuen Wirtschaftspolitik am Ural i Art Cbalaiow: Die Koilcktivversorgung und die verstaatlichte Industrie. S. Strumiiin Die Bewegung der Preise und unseie Industrie. N. Meschtsclicrjakow: Die neuen Grenzplähle./ M. Pokrowak); M A. Nekrassow./ P Lcrschenzew; Das schöpferische Theater. H. V/ardin: Die Spaltung in der Kadettenpartei./ Die russische Revolution in der Emiorantenliteratur, ca. 240 Selten. ca. 240 Selten. amco->\ _„ Leipziger Str. 1 dSSSIäsi ZahlDiioserleiditeniflg - Im Vorwärts M lim verblirenn Qoltl-, Sllber-Drucb, Ss'foici@ö£cii§üucr, tüxia u 3,ei( Kupfer, Platin usw.• laust zum Engrospreise äebarnow, Lange Str. 35. am Schlestschen Bahnhof! Preis 30 dl.(Organisationsprcis 20 M. Zü bszielien liureli alle EncbliaGdlungen oder direkt durch den Verlag Cari Hop Nach!. Lonis Cahnbley, Hamhurg. �tXtX+XtXfXtXs(XtX MMK88! Vom Kuraufenthalt g 3 (unb zurück. 49/102 Dr.meii.Striepccke, Schönhauser Allee 118a. Änkaut f Juwelen Margrai& Ca. Kanoniorstr.!).. ■Änkaof Künigstor lOQS RäniistrO? zahlt Tagespreise lür Messing, Kupfer, Blei, Zink etc. siSwKIVG. Zahn bis SOOM. b.IOOCOM. Münzen Oluecksilibei* kauft höchstzahlend llelnrldi Trapp, Becllislr.lO (Laden nahe Splttelmarkt) H. Lamprecht, Bln.-Treptow. 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Buchhandlungen und Organisationen der KPD. � Haben Sie gelesen 3äwrÄ„ In der Eröffnunqs-Vorstellung gab es zuerst dos hier schon bekannte Spiel„Chopin", das die alte, gute Technik dieses Balletts in reizenden, anmutigen Stücken, im traditionellen Stil der hohen Schule entfaltet und Carina An, Börlin, Grete Lundberg und manche andere Solistin, wie das gesamte Korps uns vorstellt. Dann kamen die„Törichten Jungfrauen", sehr apart und ungewöhnlich in tänzerische Form gebracht. Worauf wir ins„Narrenhaus" geführt wurden. Diese Pantomime ist so kühn, daß das Publikum zeitweise unruhig wurde. Aber man darf ihr den künstlerischen Willen, der das abnorme Leben rhythmitisiert, um ein Ornament des Blödsinns zu schaffen, nicht absprechen. Prof. Dr. B i e, „Berliner Börsen-Courier". Wir können uns den subtilen Reizen dieser schwedischen Tänzergesellschaft nicht entziehen- Das ist, weil wir die ganz seltene Harmonie fühlen, die Rahmen und Rahmeninhilt des Schn edischen Balletts bändet. In ihnen steck- etwas Rustikale», Frisches, Rotwangiges. Dazu: ein feiner Wohlgeschmack in d-r Wahl der Kostüme und Dekorationen. Da ist Stil, da ist Bornebmheit und Kultur. Leo Heller, .S-Uhr-Abendblatt". Das, worin sie einzig sind, enthalten die heimatlichen Ballette und Tanzpantomimen, deren volkstümlichen Reiz sie durch quellende Phantasie, tänzerische Bravour, reiche, unge- mein geschmackvolle Ausstattung und durch frischen Humor so zu steigern wisien, daß man die„Törichten Jungfrauen" mit immer gleicher Freude oft und oft sehen könnte. Ebenso die zu einer naiven Handlung verflochtenen Rationaltänze der „Johannisnacht". Elise Münzer. „B. Z. am Mitlag". Mit Chopin wurde das Programm eröffnet. Diese Ein- führung war vortrefflich, denn sie bewies, was an technischem Können und feiner Ausdrucksfähigkeit in Kräften wie der Carina Ari und des Jean Börlin steckt. Echt schwedisch war das Ballett„Iohannisnacht", das in lebenskräftigen Farben und ftoher Beschidingtheit uns ein Bild von dem Leben und Lieben des befteundeten Volkes vermittelt, wie wir es uns immer vorgestellt haben: gesund und sinnenftohl Ruschke, .Vervner Volkszeikung". Diese Schweden geben sich eigenartig und urtümlich: sie haben ihre eigene Not: ganz anders wirken diese Tanzbilder selbst bei der Musik von Chopin ein. Bon Bizet für Orchester bearbeitet, rauschte die farbige, abwechslungsreiche Kunst des Polen, diese Walzer, Mazurken und Etüden als richtige Augen- weide mit fabelhaftem Temperament vor uns ab. Das konnte sich selbst mit der schmiegsamen feurigen Leistung russischer Balletts messen. Dann wehte uns nordische Lust an: man wurde an die malerischen Töne- eines Münch erinnert, sie gaben den nunmehr einsetzenden Pantomimen den Grundcharakter. Nach schwedischen Weisen hatte Kurt Atterberg„Die törichten Jungfrauen" komponiert, ein durchaus originelles Stück, das in seiner koloristischen Aufmachung und seinem Bilderreichtum nicht verfehlte Beifallsstürme auslöste. Jean Börlin hat die Spielleitung meisterhaft besorgt: die übrigen Darstellerinnen und Darsteller wollen es nicht übel- nehmen, wenn wir ihren Namen aus Raummangel nicht an- merken: es sind gar zu viele Sterne an dem Himmel dieses reizvollen Ballets, und wir möchten nicht eine auszeichnen, um nicht etwa eine ebenbürtige zu vernachlässigen. „Deutsche Tageszeitung". W/19 Opsrnhaos Figaros Hochzeit 6»/, Uhr Schanspielhans Peer Cynt 7>/z Uhr ßentsch. Theat. Vit- Cyrano r. Bereerac Freitag Vit-. Cyrano von Bergerac Kammerspielc 8; Anutol Freitag 7: Der Meister Gr.Scimuspielli. (Karlstraüe� 8: Dantons Tod Freitag 8: Dantons Tod Theater I. d. Künlggrätz.Str. VolEsimime Theater am Bölowptatz 7v.uhr:Die8attea Lessing-Theat. 7 Uhr: FAUST Freitag 7: Peer Cynt Sonnaoend u Sonnt. 7: Paust* Montag 7(neu einstud.): Kollege Crampton OeiitschesRWer-Tl! AUaoendlich 71/2 Operetten-Gastspiel: Czardastarstln Siemes Theater I Täglich 8 Uhr: Das kleine Schokoladen- 7-30: Die wunderlich. 111251 CliOll Geschichten d. Ka»:~~' pellmelsterxKrelsIer'sxZgggg TÜBat. Koaiödienhans. TäglicJ;8"hn „Gretchen" Lk? VUlkSN Erika Glässner Ralph A. Roberts Lustsp. v, Ludw. Fulda Eugen Burg, Olga Elm- bürg, H. Junkermann Berüfier Theat. Nur noch 8 VorstelL '•30 Einer von unsere Leuf Clewlrg, Sabo, Haske.', Kiefer Central-Thealor Nur noch 13 Vorstellg. u'Uas DetoktWmätlel Deutsches Opernhaus "/.uhn Martha Friedr.-Wilhelmst. Th. Ehr- Dreiinätlerlliaiis Intimes Theater RU.: Bubi will nicht! Die Peitsche und..? Klein. Schauspielhaus 7�/2 Uhr: Der keusche Lebemann Lustspielhaus «uhrJerWerwo!! Motropol-Thealcr 7v, uhr: Die Bajadere Neues Operetten-Th. s uhr: Lady Chic Neues Theater am Zoo a uhr: Scampolo Neues Volkstheater Uhr Persephone Schiller-Th. Charlbg. 8 Uhr: Schmetter. iiogsschlacht Sohloßpark-Th Steglitz Schloßstr. 48 tv, uu Die BaassaniB Thalia-Thoater Vit Uhr: Die Herren von und zu., Theat. am Nollendorfpl. S'/j ttasemanns lüchter £'! Die Ebe Im Kreise Theater des Westens uü Misü. Ballett Th.i.d. Kommandant. Str 8U.: Das Geständnis d. Lavlnln Morland Wallner-Theater uhJeSpitzenkönlDifl Walhalla-Theater TV, Uhr: DOB CCSSr P.siss-DeatSEli.Tiieater Goltzstraße 9 Noliendorf 1613 Anfang: SVt Uhr Vcrsteüunq ellabendllclij 'TA | Dir. Jam. Klein Nor noch 4 Tage Die große Revue Der Herr derzeit Bruno Kastner Gertrud Bach Franz Gross Bi ich Bartels Fritz Stcidl Hans Werder Lottd Werkmeltter Herta Richtet ßesideBz Theat. Täglich Vit Uhr: Elae Fran Oha. BetieiitDog Triesch, Bertens, Korkt, Sandrock, Schindler UM 1 üas abwgchslöngsreidie »pril-Programin! Theat. d. Ostens (Ro8e>Theaterl "/.u.: Heirai aal Proiie FOLIES GAPRICE Llnlenstr. 132 Täalich'IS Uhr;• Sie Klabriaspartie mit Genehmigung von vir, Anton Herrnfeld mit Ferd. Qrünecker, Ii. Bergl usw. CasiBO-Theater l.atfaring.Str.37 Tägl.73/. Nur noch bis 13. April die Berliner Posse j Jatnilie danseklehi Ab Sonnabend, 15 April: j Der Neffe aus Afrika! StgJVj Nachtielegramm Adaiirals-Palast 71/2 Uhr: Abrakadabra � i'anElHiDP. Rauchen gestattet! "r-; 7. Kr* � iv'" � V.-ML' :■-f j._.y'J■.r'. KOMISCHE OPER Direktion: Jam. Klein Premiere am 15. April, 7 Uhr: Drei Bilder aus dem Liebesleben Offenbachs, unter Verwendung Offenbachscher Original-Musiken von Bretsohna, musikalische Zusammenstellung von Habe.— In Szene gesetzt von Direktor James Klein.— Musikalische Leitung: Paul Kühn.— Einstudierung der Balletts: Georges BlanvaleL Dekoration und Kostüme von Hugo Baruch& Co. easispiei Dr.Waldemar Sfögeifiaitn (von der Dresdener Staatsoper) als Offenbach Nargll My/ftinz Krvtz Be flauer/ Baizer MUilenslein lAPOLLO SS U. Theater 8 U |Dir. Jam. Klein Allabendlich Die große j SnsstatMlperette f voa Paul Llucke. Venns auf Erden I» den Hauptrollen: j Grete Sellin Martin Kettnetz Fritz Spiro Erna Albertl J Else Reval läO-Damen-Baliettl 1 Varitte-ScmafcKn 1 I |Vorvrk ununterbj MWWMMM iClRCDSj BUSCH TgLW», Stß,auch3U 1 2 RSIsel I 1 Die ungarische Hellseherin Der geheimnisvolle I Mexikaner E ManezeschaustQc k| Storlebeker | der Seeräuber| Theat. a. Kotlb.Tai IcL3)lodt).16077 aagLi'/jUhtit Stg.tiadjm. 3U. Elite-Sänger 10 Herreu! WIH! Somit I SDDti.ll-l>2u4-8 � Theater öes Westens. �weSifäies �eöMesSa """«i S.u.-- 11 stus alten Tagen. Spielzsugsthachtel. Divertissement. Iohannisnacht. Rstrsnol VarSetö Behrenstr. 54 „Der tote Piiokt" Duette. Terzette von Pflanzer-Zieglcr Else Müller Oanger, Riedel, Pauly 5 Junetros Slier, AI varl, Llbal Reeves& Rcevet 2 BOrellis, Piltnay, lupsin-Bario Lotte Werkmeister RelchshallenTbeater Allabendlich V/t Uhr u. . Sonnt.nchm. 3U. Htettlner Manger Nachm. halbe Pr. Snthaarung Gesichtshaare und alle häBlichen Körperhaare Vernich et schmerzlos und radikal„Depilator". Qarantlert unschädlich! 12,50, verstärkt 20.—. Otto Reichel, Berlin 43, Eieenbahnslr. 4.* Wichtige Neuerscheinungen des ¥eHagos den KommMnistiscBien Internationale In Kürze erscheint: Die Taktik der Kommunistischen Internationale gegen die Offensive des Kapitals(Bericht über die Konferenz der Erweiterten Exekutive der Kommunistischen Internationale. Moskau, vom 24. Februar bis 4. März 1922). frsis Eäk. 30.-(ßrganisatiönsaüsgatie Mk. 15.-). Bereits erschienen: N. Lenin und d. Sinowjew: Gegen den Strom.(Gesammelte Aufsätze aus den Jahren 1914—1917.) Preis geb. Mk. 80.—, brosch Mk. 60.—(Organisatfonsausgabe geb Mk. 45—, brosch. 30.—). N. Bncharlns Ockonomik der Transformationsperiode. Picis geb. Mk. 60—, brosch. Mk 45.—(Organisationsausgabe geb. Mk. 30.—, brosch. Mk. 20.—) M, Philips Prlcet Die russische Revolution. Erinnerungen aus den Jahren 1917—1919.) Preis geb. Mk. 50.—, brosch. Mk. 44.—(Organisationsausgabe geb. Mk. 35.—, brosch. Mk. 18.-). Karl Radek: Wege der russischen Revolution. Preis Mk. 8,— (Organisationsausgabe Mk. 4.50). L. Trotzkl: Die Rote Armee der Sowjetrepublik auf der Wacht.(Rede auf dem IX. Sowjetkongreß in Moskau.) Preis Mk. 10.—(Organisationsausgabe Mk. 5.—). A. Warski> Rosa Luxemburgs Stellung zu den taktischen Problemen der Revolution. Preis Mk. 4.—(Organisationsausgabe Mk. 2—). B. 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Karl Radek i Genua, die Einheitsfront des Proletariats und die Kommunistische inlernatlonale.(Rede auf der Konferenz der Moskauer Organisation der Kommunistischen Partei Rußlands.). Preis Mk. 7.—(Organisationsausgabe Zu beziehen durch Verlag Carl Hoym liachf. 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