Nr. ♦ Zy.�ahrgasg Ausgabe A Nr. 85 Bezugspreis: ZZilrtkliedrl. 90.— M., monsi!. ZS,— M. Irei ins Haus, voraus zahlbar. Poll- b«ug: Monatlich M.— M, einschl. Au- stellungsgebilkr. Unter Kreuzband tür Deutschland, Danzig. Saar- u. Memcl- zedict, sowie Bcstnolen. Oesterreich u. Sujemburct Gl,— M., iür das übrige Ausland 82,— SR.?oftbeftrllungen nehmen an Belgien. Diinemart, Eng- land. Esthland, Finnland. Frankreich. Holland. Lettland. Luxemburg. Oester. reich. Schweden, e-chweiz, Tschecho- Slowatei und Ungarn. Der„Borwärts" mit der Sonntags- beilage»Boll und Zeit", der Unter- haltungsbeilaa«.Heimwrle' und der Beilage.Siedlung und Kleingarten� erscheint wochrntiiglich zweimal. Sonn- tag, und Montags einmal. Telegramm-Lldreste: „Sozialdemofcal Ectlin" Sonntags Ausg abe Vevlinev Palfottlatt ( 1,50 Hark) AuzatgcupreiS: vir elnsvalrige Ronpareillezeil» kostet IZ,— M.„»leine«nzelgen- da, fettgedruckte Wort S.— M. lzn» lässig zwei feitgedrnckte Worte), srde» «eitere Wort 1,— M Etestengesuch» und Echlasstellenanzeigen da, erst» Wort st.— M., jede« weiiere Wort lchg M. Borte über Ii Buchstaben zählen stir zwei Wort«. Familien-?!»» zeigen stir Abonnenten Zeile G,— Bk. Die Preise oerstehen sich einschließlich Leuerungszuschlag, «nzeigen stir die nächste Aummer müssen bi»<«>,> Ahr nachmittag» im Hauptgeschäst, Berlin SD GS. Linden» strotze 3, abgegeben werden. Veoffnet »«» 9 Uhr jriih bis S Uhr nachmittag», Zentralorgan der Sozialdemokratifcben parte» Deutfcblands Neüaktion und Expedition: SW öS, Ltndcnstr. 3 ?t*rn\Urerher- Redaktion Morlhpla« I51S5— 97 rrcrniprcaicr. Expedition Moripplah 1l7S»— St Sonntag, den 9. April 19ÄÄ Vonvärts-Verlag S.m.d.h., Sw öS, Einöenstr. 3 • B erlag,«xveditio» n»» Inseraten» rfcznwfcnjev. Up.�ng Morihplal, I»7S»-5-t Abreise nach Genua. vi? Rutsche Delegation ist gestern 2 Uhr nachmittags vom Kn- haller Bahnhof im Sonderzng nach Genua abgefahren. Zur Verabschiedung waren u. a. erschienen der italienische Botschafter Zrassali und Slaatssetrelär o. haniel. Beichsminister des Auswärtigen vr. Bathenau hatte mit dem italienischen Botschafter aus dem Bahnsteig noch eine längere Besprechung. Die sozialdemokratische Presse vertreten die Genossen Victor Schiff(Vorwärts) und A l f r i n g h a u s(Sozialdemokratischer Parlamentsdienst). « Genua ist reich beflaggt. Die deutsche Abordnung wird in den Hotels Eden und Baoaria wohnen, die deutschen Pressevertreter in zwei Häusern am Strande. 1400 verdächtige Personen sind angeblich bisher in Genua ver. hastet wyrden. Die öeutschen Sachverständigen. Die deutsche Delegation für Genua wird zunächst von folgenden wirtschaftlichen Sachverständigen begleitet: Friedrich Da lt rusch, M. d. vorl. Zteichswirtschaftsrat,. Geschäftsführer des Deutschen Gewerkschaftsbundes! Staatssekretär a. D. Bergmann, Direktor der Deutschen Dank; Chefredakteur Georg Bernhard, M. d. vi. RWR.; Dr. Bücher, Geschäftsführer des Reichsverbandes der deutschen Industrie; E u n o, Generaldirektor der Hamburg-Amerika-Linle: Prof. Dr. Dulsberg, Leverkusen: . Reschstagsabg. Anton Erkelenz: Dr. Hagen, Vorsitzender der Handelskammer ASln; Dr. hilferding. M. d. vi. RWR.i Otto fjue, M. d. R. und d. vl. RWR.; Konsul Dr. Kotzenberg, Frankfurt a. M.: Fabrikdirektor Hans K r a e m e r, M. d. vl. RWR.; Geh. Reg.-Rat K r e u t e r, M. d. vl. RWR.; L ü b s e n, Direktor des Kohlensyndikats Esten: Dr. Karl Melchior, Bankier, Hamburg: Franz v. Mendelssohn, Präsident der Handelskammer Berlin: v. R a u m« r, M. d. R.; Rudolf wistell, M. d. R. und d. vl. RWR. Virtjchastsöokumente öer Delegation. Von gutunterrichtcter Seite erfährt die„Dens": Von dem sehr mnfangreichen Material, das die deutsche Delegation mitnimmt, um- faßt der erste Teil 396 Druckseiten, der zweite Teil ist ungefähr des gleichen Umfangs. Beide enthalten überaus reichhaltige» Material nicht nur über die Lage Deutschlands, sondern auch über die r u ssi f ch« Frage. Vor allem sind in den) Material sehr genaue statistische Darlegungen enthalten, wobei die neuen Steuergesetze schon mitgerechnet sind. Dann beschäftigt sich der erste Teil«ingehend mit der Frage der deutschen Währung, mit den Problemen der Stabilisierung der Mark und der Anleihe. Dabei werden auch die Erfahrungen der deutschen Regierung mit Anleihevcrhandlungen in neutralen Finanzkreisen behandelt. Zur Währungsfrage weist dos Dokument u. a. auf die kürzlich in Indien durchgeführte Wäh- rungsreform hin, die ein sehr gutes Ergebnis gehabt haben soll. Was die russische Frage anbetrifft, so beruhen die Vorschläge daraus, daß nach Aus- fassung der deutschen Regierung der Wiederaufbau Rußlands einzig und allein im Einoernehmen mit der Sowjetregierung durch- geführt werden könne. Der Plan des internationalen Wiederaufbau- syndikots wird von den deutschen Sachverständigen als ungeeig- n e t bezeichnet. Es wird u. a. der Vorschlag erwähnt, eine Reihe kleinerer Wirtschaftsgruppen zu bilden, von denen jeder ein ganz bestimmtes Arbeitsfeld zugewiesen werden soll. Die deutschen Sach- verständigen bezeichnen als erst« Voraussetzung einer Wieder- Herstellung des russischen Wirtschaftslebens den Wiederaufbau des russischen Verkehrs- und Transportwesens. Insbesondere wird auf die Notwendigkeit hingewiesen, die Wasserweg« auszu- bauen, da diese imler den herrschenden wirtschaftlichen Verhält- "issen viel billiger benutzbar find als der Bahntransport. Das Material, das eine Rech« von Gutachten deutscher Sachverständiger enthält, macht über die Wiederherstellung de» russischen Verkehrs- LÖlMöflS ÖPirnn« IHnrfrfitnrta tvcfens genaue Vorschläge. Das Material macht nicht Vorschlage in der Reparationsfrage, fondern gibt«ine rein fachliche und zahlenmäßige r wirtschaftlichen und finanziellen Lage Deutschland». Darstellung der Neutrale Vorkonferenz. Bern, 8. Aprll.(WTV.) Heute traten die Genua-Deleglerten und Sachverständigen von Dänemark, den Niederlanden, Norwegen, Schweden, Spanien und der Schweiz zusammen. Der Bundes» Präsident entbot ihnen den Gruß und Willkomm des Bundesrats. Er erklärte, daß die Neutralen in B?rn zu einem Meinungsaustausch Susammengetreteu seien, nicht um andere Bestrebungen zu verwirk- üchen oder in der Absicht, sich gegen irgend jemand zusammenzutun, »widern um mitzuarbeiten mit allen, die guten Willens sind. Er schloß mit dem Wunsche, daß die Bemühungen von dem Erfolge ge- ßront sein«, den f?« verdienten» Llopö George unö poincare. Während die Poincarc-Blätter von einem vollen Einverständnis der beiden Ministerpräsidenten bei ihrer Besprechung im Eisenbahn- zug berichten, ist nach dem„Oeuvre" die Unterredung delikat geworden, als die Frage der Leitung der Konferenz angeschnitten wurde und als der englische Premierminister seinen Plan entwickelte, einen ständigen Rat der Großmächte einschließlich Deutschlands einzusetzen. Poincare habe erklärt, es scheine ihm unmöglich, die Delegierten der alliierten Staaten aus dem Fuße der Gleichheit mit Vertretern eines Landes verhandeln zu lasten, gegenüber dem die Entente vielleicht Zwangsmaßnahmen ergreifen müßt«. Lloyd George habe die Abgabe irgendwelchen Versprechens in dieser An- gelegenheit vermieden, und zwar in so offenkundiger Art, daß darauf ein« gewiste Verlegenheit entstanden sei. Eine zweite Schwierigkeit habe sich bei der Einschränkung der Rüstungen er- geben. Der englische Premier habe erklärt, er wolle vor allen Dingen die Abrüstung des Sowjetheeres oerlangen. Aber als man ihn gebeten habe, seine Gedanken weiter zu entwickeln, habe er aus- weichend geantwortet und mehrmals wiederholt: Man muh in Genua zu einem Ergebnis gelangen. Wir gehen nicht nach Genua, um nichts zu erzielen.— Schließlich fei man auf die dritte Mei- nungsverschiedenheit gestoßen, als man das Problem der inter- alliierten Schulden angeschnitten habe. Lloyd George habe es für unerläßlich erklärt, daß man zu einer allgemeinen Erörterung der Passiva gelange. Poincare habe daraus erwidert:„Man wird ja sehen, man wird prüfen."— Bis zu diesem Augenblick Hab« die Unterredung- viel mehr zu Widersprüchen als zu Einverständnissen geführt. Sie habe erst einen glücklicheren Verlauf genommen, als man von Rußland gesprockzen habe. Lloyd George Hobe sich viel weniger nachgiebig gezeigt als in Boulogne. Zum ersten Male habe auch Lloyd George von Polen, und zwar in einem der Warschauer Regierung günstigem Sinne gesprochen. Kurz und gut, so bemerkte schließlich auch dieses Blatt, die Unter- redung der beiden Premierminister hat zu einem bedeutenden Ein- Verständnis geführt. Die„Ere Rouvelle" glaubt, daß über verschiedene Punkte ein Einverständnis erzielt worden fei, jedoch nicht in der Frage der Abrüstung. Hinsichtlich der Anerkennung der Sowjets sei eine Art Kompromiß zustande gekommen, und zwar zwischen der russischen Forderung nach Reparation und der Frage der Uebernahme der Schulden der ehemaligen Regierung durch die Sowjets. Der allge- meine Eindruck sei gewesen, daß England und Frankreich ihr Aeußerstes tun würden, um sich in Genua zu verständigen, und daß es auf jeden Fall nicht zu einer ernsten Meinungsverschiedenheit kommen werde. Man erklär« auch, daß Lloyd George dem fran- zösischen Standpunkte viele Zugeständnisse gemacht habe. ★ Eine Depesche aus Tokio meldet, Japan fei bereit, Sowfet- rußlond anzuerkennen, es werde jedoch darauf bestehen, daß die Republik Tschita(Oststbirien) den Gegenstand eines besonderen Studiums bilde.— Aus Peking wird berichtet, daß China sich anschicke, das Sowjetregime anzuerkennen. Dagegen wird von angeblich autorisierter Seite mitgeteilt, daß, obwohl die Regierung der Vereinigten Staaten die Anerkennung der russischen Regierung nicht ins Auge fasse, werde die Haltung der europäischen Staaten in dieser Frage doch aufmerksam verfolgt. pazifististhe Kundgebung. Das deutsche Friedenokartell, dem 15 pazifistische Organisationen angehören, versendet eine Kundgebung, in der die Einberufung der Konferenz von Genua, einerlei, welche Enttäuschungen sie für licchgespannte Erwartungen bringen mag, als ein gewaltiger Fort- schritt bezeichnet wird. Man verhandle wieder mit den Vertretern Deutschland» und Rußlands auf dem Fuße der Gleichberechtigung, statt rücksichtslos zu diktieren und Diktate mit Drohungen durchzu- setzen. Auch Rückfäll« in die Gewaltmethod« könnten diesen Fort- schritt nicht dauernd aufhalten. Die wirtschaftliche Erneuerung der Welt durchführe» könne nur eine ständige Organisation, wie sie der Völkerbund sei« wird, sobald er universalen Charakter er- langt. Die allgemeine Beschränkung der Rüstungen müste rasch und gründlich ins Wert gesetzt werden. Genua und Washington bewiesen die Notwendigkeit, alle Völker einzugliedern in den lebendi- gen.Organismus einer universalen Rechts-, Wirtschafts-, Arbeits- und Kulturgemeinschaft. Zur Verwirklichung dies« Forderung wer» den die Regierungen und die Völker aufgerufen. Calonöers letzter versuch. Den Herren Schiff«, tewald und Schlegelbng«(Deukschland), Olfzowskl und Dcadzinskl(Polen) hat Präsident Ealoader gestern nachmittag In Genf seinen letzten Einigungsoorschlag in der Eni- eignungsstage übttreicht. Erhält« die llnlerschristen nicht bis Dienstag 6 Ahr., so wird« am Mittwoch de» Schiedsspruch fällen. Schiff« und Olfzowski begannen bald daraus, miteinand« zu »«Handel».■ vor der Konferenz. Der Konferenz, die morgen in Genua beginnt, hätte mar» einen Tagungsort gewünscht, der ihrer Ausgabe angemessener! ist. Statt in Palästen am blauen Meer hätten wir sie lieber unter unserem grauen Aprilhimmel in einem Saal von Berlin N. gesehen, umgeben von Arbeiterquadticren und rauchenden Essen, und die Delegierten hätten dann an den Preistafeln der Lebensmittelgeschäste und an den vergrämten Gesichtern der Arbeiterstauen den heldenmütigen Kampf stu- dicren können, den ein tapferes Volk gegen die Not kämpft. Sie hätten dann vielleicht besser begriffen, daß Gefahr im Verzuge ist, und daß während ihrer Verhandlungen die Stunde vielleicht vorübergeht, in der eine entschlossene Tat die Weltwirtschaft vor den Folgen des deutschen Niederbruchs noch retten könnte. Indes, schon in der Einberustnig der Konferenz selbst liegt eine Anerkennung der Tatsache, daß sich die Welt im dritten Jahr nach der Unterzeichnungszeremoitie von Versailles in schwerer Not befindet. Die Konferenz darf nach französischem Gebot nicht das aussprechen, wofür ihre Existenz allein schon lebendiges Zeugnis ablegt, daß alle Verheißungen der Sieger an ihre Völker getragen haben, daß der Vertrag von Ver- sailles ihnen nur bittere Früchte gebracht und daß der Völkerbund versagt hat. Sie bedeutet eine Revision des Friedensvertrages, nicht der Form, aber der Sache nach, wenigstens insofern, als der Grundsatz, der die Ord- nung aller Dinge der Welt dem Völkerbund der Sieger allein zuspricht, durchbrochen wurde, und Deutschland sowie Ruß- land als gleichberechtigte Teilnehmer zu einer Beratung über den Wiederaufbau der Weltwirtschaft herangezogen wurden. Vielleicht kann die Konferenz einen positiven Erfolg insofern haben, als sie Helsen wird, die politischen Hindernisse ustgzuräumen, die der Wiederaufnahme der Wirtschaft- iichen B e z i e hü n g e n zu Rußland im Wege stehen. Niemand würde das lebhafter begrüßen als wir. Denn so entschieden auch die Parteien der 2. Internationale die Uebertragung bolschewistischer Methoden auf die nicht- russische Welt bekämpfen, so entschieden sind sie auch stets siir die tatsächliche Anerkennung der Sowjetmacht und gegen die Politik der Intervention und der wirtschaftlichen Abschnürung eingetreten. Allerdings kann eine solche Konserenz kaum mehr tun, als Dämme niederreißen, die den freien Wirtschafts- verkehr hemmen, schwerlich wird es ihr gelingen, Brücken zu bauen, denn so leichtbeschwingt ihre Theorie fein wird, so schwer belastet wird ihre Praxis mit Kompromissen sein. Schon das in London geplante Konsortium mit England. Deutschland und Frankreich als Hanptbeteiligten stellt einen überaus komplizierten Apparat dar, der sich durch Vermehrung der Teilnehmer und Mitredenden nur noch mehr komplizieren müßte. Das Beste, was Deutschland zum Wiederaufbau Rußlands tun kann, wird es nicht auf der Konferenz tun. Darüber hinaus sucht selbst der stärkste Optimismus ver- geblich noch der Möglichkeit fruchtbringender Ergebnisse. Denn alle Debatten über die Währungsfrage, das Kreditpro- blem und die internationale Warenzirkulation bleiben zur Unfruchtbarkeit oerurteilt, wenn die Kernfrage nicht berührt werden darf. Mit dem Temperament eines Magenkranken verficht Frankreich sein vertragsmäßiges Recht,-sich selber und alle anderen nach Belieben zugrunde richten zu dürfen. Und doch weiß alle Welt, daß mehr noch als die Wirtschastslähmung Rußlands und die Zerreißung des einheitlichen altösterreichi- schei» Wirtschaftsgebiets in zahlreiche durch Zoll- und Paß- schikanen voneinander getrennte Teile der Zustand aus die Weltwirtschaft drückt, in den Deutschland durch den Frieden von Versailles und das Finanzdiktat von London versetzt worden ist. Wir wissen heute, daß es nicht bloß Bosheit, daß es vor allem finanzpolitische Ratlosigkeit war, die Deutschland den phantastischen Schuldenbetrag von 139 Milli- arden Goldmark aufbürdete. Die europäischen Siegerstoaten sahen sich nach dem Sieg am Rand des finanziellen Abgrunds, sie wußten nicht, wie sie die ungeheuren Kriegspensionen be- zahlen, ihre gewaltigen Kriegsschulden abtragen sollten. Ihre Schulden an Amerika beliefen sich am 1. Juni v. I. auf rund 4V Milliarden Goldmark, hinzu treten die Summen, die sie §egenseitig einander schulden, und die inneren Anleihen. nonkreich schuldet England und Amerika 27,8 Milliarden Goldmark, für die es Annuitäten von 1,8 Milliarden Gold- mark aufbringen soll. Die Schulden des kleinen Belgien an Frankreich und England betragen 7 Milliarden Goldmark, man hat sie, um sie irgendwie unterzubringen, zu den 132 Milliarden des Londoner Finanzdiktats hinzugelegt. Die gesamten Auslandsschulden Italiens sind kürzlich von Nitti auf 71 Milliarden Goldlire angegeben morden. Am Lorabend der Konserenz haben Amerika und Eng- land ihre Gläubigeransprüche dringlich gemacht. England hat, wie der„Temps" ausrechnet. 800 Millionen Goldmark Zinsen jährlich an Amerika zu bezahlen, es hat 870 Millionen Goldmark Zinsen jährlich m» seinen afGicrtm Schuldnern Jtt bekonnnei�, Die Friedenskonferenz von Versailles hat unter Bruch des init Deutschland geschlossenen Vorvertrags zum Waffen- stillstand die Lösung des Problems darin gesucht, daß alle Lasten zu einem Haufen zusammengetragen und auf die Schultern eines einzigen gelegt wurden. An der do-.itschcn Arbeit sollte sich die ganze Welt wieder gesund machen. War es nicht Heuchelei, so war es grenzenloser Un- verstand, beruhend aus dem Aberglauben an die unbeschränkte Leistungsfähigkeit Deutschlands, der die Alliierten in ihrem Notenwechsel von Versailles den Zustand nach Abschluß des Friedensvertrages als wahrhaft, paradiesisch ausmalen ließ: auch Deutschland würde die Fruchte seiner Arbeit und seinen wiederhergestellten Wohlstand genießen können, wenn es nur die ihm auferlegten Bedingungen mit ehrlichem Willen erfülle. Wie kann man aber an die Gesundung der Weltwirt- schaft glauben, solange nicht die Auslandsschulden der ein- zclnen Staaten durch einen allgemeinen Ausgleich auf das Maß des wirklich Leistbaren zurückgebracht sind und solange nicht allen Schuldnern gleiche BeHand- l u n g gewährt wird? England, Frankreich, Belgien, Italien, Polen, Rußland usw., alle sind sie Schuldner. Aber Deutschland ist der einzige Schuldner, der unter dem Druck ständig angedrohter gewaltsamer Exekutionen steht. Deutsch- lc.nds Schulden sind die einzigen, die neben dem privatrecht- lichen auch einen strafrechtlichen Charakter tragen, etwa nach der Formel: Soundsoviel Mark Geldstrafe oder soundsoviel Jahre Gefängnis. Daß man aus Rußland, Oesterreich, Bulgarien, der Türkei durch Zwangsvoll st reckung nicht soviel herausholen kann, wie die Kosten der Zwangsvollstreckung betragen, hat man längst eingesehen. Käme gar ein Präfi- dcnt der Vereinigten Staaten auf den Gedanken, in den Ländern, die mit der Bezahlung ihrer Schulden im Rückstand sind, Truppen landen zu lassen, so würde man ihn ins Irren- haus sperren. Was aber allen anderen gegenüber erkannte Unmöglichkeit oder gar erkannter Irrsinn ist, das gilt gegen- über Deutschland als ein geheiligtes Recht Frankreichs, das auf der Konferenz von Genua nicht einmal mit Worten ange- tastet werden darf. Die Bank von England hat auf ein Ersuchen Deutsch- lands um Kreditgewährung prompt geantwortet, daß eine solch« unmöglich sei, solange Deutschland unter den Zahlungs- bedingungen des Londoner Diktats stehe. Die Konferenz von Genua würde am besten schon morgen ihre Tagung mit der Erklärung schließen, daß Verhandlungen zwecklos seien, so- lange der Zustand des Betrugs und der Unsicherheit fort- bestehe, der durch die exzeptionelle Stellung des deutschen Schuldners geschaffen sei. Soviel Mut wird man freilich von ihr nicht erwarten dürfen, aber was sie verschweigt, wird nach ihrem Ende die ganze Welt desto deutlicher aussprechen. Die Konferenz von Genua wird hoffentlich Gelegenheit finden, dos Wiederausbauprogramm der sozialistischen FLnfländerkonferenz von Frankfurt a. M. zur Kenntnis zu nehmen, das mit folgender Feststellung be- ginnt:' Am Vorabend der Konferenz von Genua konstatieren die Del:- gierten der sozialistischen Parteien Belgiens. Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens und Italiens den offenbaren L ankeroll der Politik de» Zwanges und der Gewalt, die bislM den Wiederaufbau der Weltwirtschaft verhindert hat. Sie ftnd»überzeugt, daß nur der Sozialismus durch die friedliche Der- stäntzigung der Völker und die allgemeine Souveränität der Arbeit die Schwierigkeiten, die au» den Rivalitäten und der Anarchie des Kapitalismus entspringen, aus der Welt zu schassen imstande Ist. Sie sind aber auch überzeugt, daß selbst eine nur teilweise und provisorische Läsung nur auf der Grundlage der internatio- nalen Solidarität gesunden werden kann. Die Frage der Leistlinglsähigteit Deutschlands steht in unlösbarem Zusammenhang mit der Gesamtweltwirtschast. insbesondere mit dem Wiederaufbau Rußlands, llhre Erörterung in Genua ist daher unerläßlich. „Die Politik des Zwanges und der Gewalt" soll aber nach Absicht der Poincarö und Barthou auch die Konferenz �Schuster /Uolos" von Arnold Kübler. (Neues Volkstheater) Bei der jetzt auf allen Gebieten der dramatischen Produktion herrschenden Dürre bot diese Ausführung der Freien Volksbühne eine um so angenehmere Ucberraschung. In dem Wertchen des bis- her noch nirgends gespielten jungen Verfassers pulsiert Theaterblut. Es ist im Aus und Ab seiner abenteuerlich bunten Begebenheiten, die beim Lesen zuweilen bedenkliches Kopjfchütteln hervorrufen, von vornherein für die Bretter geschaffen, gewinnt, vom Spiel getragen, eine farbig fröhliche Untcrhaltsamteit. Der Humor der Einfälle kommt erst in der sinnlich bildhaften Vergegenwärtigung der Situa- tionen durch Geste, Tonfall und Mimik zum rechten Ausdrucke. Das alte Rom der Cäsaren, bei der Füll« seiner erlesenen Ver- brechen und Mordtaten sonst ein bevorzugter Gegenstand rethorisch feierlicher Tragödien, figuriert hier als Hintergrund eines vergnügten Mummenschanzes, der habei, dem Milieu zu Ehren, den traditionellen Jambenver» der RLmcrdramen beibehält. Grillparzers berühmte, natürlich unvergleichlich höherstehende Kostümkomödie„Weh dem, der lügt*, welche Bischöfe der altrömischen Christenheit und barba- rische Germanenfürsten um das Schicksal eines prächtigen, allzeit aufrecht sidelen Küchenjungen gruppiert, mag dem Verfasser in mancher Hinsicht Anregung gegeben haben. Die Mischung der Kon- traste reizt ihn. Und wenn die Märchenhandlung auch im Fahr» wasser des Schwanks steuert, spürt man inmitten des grotesken Trubels von Verwicklungen doch überall die Beziehung zu einem menschlich Allgemeinen, die ironische Beleuchtung inenschlicher Tor- heit, durch. Der alte Satz, daß Kleider Leute machen, wird am AvanccineiU des Schusters zum Kronenträger für ein Biertelstündchen lustig illustriert. Das griechische nach Rom»erschlagen« Handwerkermeisterlein führt seinen Namen Aiolos vom Gott der Winde nicht umsonst. Er ist ein Windikus, der sich vom Segcl feiner allzeit reisefertigen Phantasie um keine Wirklichkeit bekümmert, nach jeder ihm beliebUm Himmelsrichtung■treiben läßt. Vor allem schwärmt er fürs Theater, für die wundervoll pompösen Reden, die dort die König« im Schauspiel hasten. Ein stimmungsvoll amüsanter Auftakt zu seinen späteren Abenteuern ist die Szene, in der er, ausgeschickt, die fälligen Schulden dem Nachbar zu bezahlen, bei der Rückkehr vor seinem strengen, in« dessen unentwegt in ihn verliebten Weibchen, kleinlaut bekennen muß, daß er die Münze im Theoler ausgegeben, und voll Begeisterung dann die königlichen Weisheitssprüche, die er dort gehört hat, rezi- ttert. Der Kampf der Gläubiger und Steuerboten, die ihn um die Wette arretieren wollen, am Schluß des ersten Akts erscheint als ein Symbol des Erdernvallens von Dichtern solcher Art. Das ficht ihn alles wenig an. Am nächsten Tage soll— so heißt es— der große Kaiser Diokletian, der zugunsten seines auf der Heimfahrt besind- lichen Feltherrn und Nachfolgers Valerius freiwillig abdankt, allen Bedrängten Audienz erteilen. Der wird, wenn Aiolos ihm seine Nöte klagt, gewiß ein Einsehen haben und ihn vor dem Schuld- türm schützen! Doch in t-cm Palast« interessieren den Schuster di« klingenden Tiraden, mit denen der hohe Herr von Szepter, Krone trrrd Purpurmantel Abschied nimmt,« solch«» Grads, daß«t de» von Genua beherrschen, sie soll sie dort zum Schweigen zwingen, wo sie am lautesten zu sprechen vor ihrem Gewissen ver- pflichtet wäre. Die Erklärung der sozialistischen Fünfländerkonferenz hätte einen schönen Geleitspruch für die Konserenz gegeben, sie paßt aber ebensogut als Inschrift auf ihren Grabstein. Die Hoffnung der Welt blickt nicht auf Genua, sondern ü b e r G c n u a h i n a u s. Das»größere Sapern/ Bayerische Gelüste auf Südthüringen. Zwischen den Ländern Bayern und Thüringen ist seit einiger Zeit ein eigentümlicher Spannungszustand eingetreten. Dieser rührt daher, daß in Bayern Kräfte am Werke sind, die südthüringische Landesteile zu Bayern herüberziehen möchten. Nachdem sich bekanntlich Koburg freiwillig an Bayern angeschlossen hat, ist der Appetit gewachsen, und man möchte auch Südmein ingen zum Anschluß an Bayern bewegen. Zur Abwehr dieser Propaganda hat die Pressestelle des thüringischen Staatsministeriums einen Artikel verbreitet über die„geschichtliche und kulturelle Zusammengehörigkeit Südmeiningcns mit Thüringen". Wegen dieses Artikels hat die bayerische Regierung in Weimar Beschwerde geführt. Das thüringische Staatsministerium erwidert aus diese Be- schwerde, daß es in dem bezeichneten Aufsatz den Ausdruck der berechtigten Abwehr erblickt gegenüber den Ausfüh- rungen und Bestrebungen eines Aufsatzes„Das größere Bayern", der am 7. März 1922 im„Fränkischen Kurier" er- schienen ist und offen die Abtrennung Südthür in- g e n s oder wesentlicher Teile davon zwecks Angliederung an Bayern verfolgt. Dieser Aufsatz beschränkte sich nicht darauf, die Frage einer etwaigen Verschiebung im Besitzstande der Länder Bayern und Thüringen objektiv und rechtlich zu be- urteilen, sondern forderte offen die Bildung von Or- g a n i s a t i o n e n zur Inangriffnahme der Arbeiten zum Zwecke der Abtrennung thüringischen Gebiets südlich des Rennstieges und zur Vorbereitung einer Abstimmung der Be- völkerunq. Das Staatsministerium glaube auch für amtliche Stellen Thüringens, so insbesondere für das Presseamt Thu- ringen das Recht in Anspruch nehmen zu sollen, einer Beein- trächtigung thüringischer Staatsbelange auch durch Gegenaus- führungen in der Presse entgegenzuwirken. Erfreulicherweise fehlt es auch in Bayern nicht an Stim- men, die eine derartige Annexionspolitik eines Bundes- lendes gegen ein anderes nicht mitmachen wollen. Die in Nürnberg erscheinende„Bayerische Volkszeitung", ein führen- des Zentrumsblatt Nordbayerus, bezeichnet die„Los-von- Thüringen"-Propaganda bayerischer Kreise als unbefugte Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines an- deren deutschen Landes. Mit Recht fragt das Nürnberger Zentrumsblatt, was wohl die bayerische Regierung dazu sagen würde, wenn von Thüringen aus für die Abtrennung Frankens von Bayern agitiert würde?— Die Frage ist leicht zu beant- warten, denn die bayerische Regierung hat ja bereits einen un» abhängigen Sozialisten in Nürnberg, der die Selbständig- machung Frankens während der schlimmsten reaktionären Krisenzeit gefordert hat, wegen Landesverrats anklagen und verurteilen lassen. Vor kurzem hat sich Genofle Erhard Auer dahin aus- gesprochen, daß der deutsche Einheitsstaat nicht möglich sei, wenn„der Komplex Preußens unangetastet bleibe". Wir sind im Gegenteil der Ansicht, daß die Einigung Deutschlands, die in erster Linie einen einheitlichen Verwaltungs- a p p a r a t erfordert, sehr erschwert wird, wenn man den größten bestehenden Verwaltungsapparat in Stücke schlägt. Selbstverständlich wollen wir den Einheitsstaat Deutschland nicht in der Form eines verlängerten Preußens, sondern wir wollen ein völliges Aufgehen Preußens und der übrigen Länder in der einen und unteilbaren Republik. Aber über ein verlängertes Bayern— und gar ein Bayern in seiner jetzigen politischen Gestalt— wird das einige Deutsch» land erst recht nicht entstehen. richttK«n Augenblick für sein Anliegen verpaßt. Allein im Saal« zu- rückgelass«n, kommt ihm der Einfall, wie er in Krone und Purpur stch selber aus dem Thron ausnehmen würde. Die Wechselfälle dieser Maskerade, bei der die eigen« Frau, di« von dem Quasi-Kaiser Auskunft über ihren verschwundenen Aiolo« verlangt, nicht erkennt, sind launig ausgespvnnen. Vorsorglich In der Erwartung, daß sein« Herrlichkeit nicht ewig dauern werde, gibt er ihr die Krone mit nach Hause. Ein kleines Vlättchen von dem Silbsrkranze, klug gemaust, reicht htm« dertsältig hin, die. Schuld zu zahlen, und keiner würde, wenn der Reif nur wieder rechtzeitig zur Stelle ist. davon etwa» merken. Die aus Byzanz, für Valerius verschriebene Braut, die Aiolos an dessen Stelle empfängt, fühlt für die poetisch» schwungvollen Galaterien des Schuster» keineswegs unempfindlich und setzt sich, als dann der richtige kaiserliche Bräuti- gam— ein raubeinig brutaler Römer, Komplotte witternd und im tragischen Stile racheschnaubend— erscheint, für den armen Schlucker ein. Die Rettung aber kommt Aiolos von seinem tapferen Frauchen, die die Krone, ohne die kein Mensch ein rechter Kaiser sein kann, Im Markttorb unter Eiern wohl vorsteckt, dem grimmen Valerius zurückbringt, und dafür ihren lieben Tunichtgut von Mann zurückkauft. Die von Ernst Kaden inszenierte Aufführung traf ganz den richtigen Ton. Di« Darsteller waren durchweg mit Lust und Liebe bei der Sache. Im Vordergrund stand der famose, ebenso kind- lich naive wie gerissene Molos Hans Fischers und dessen von Rosa Liechtenstein flott temperamentvoll skizzierte bessere Hälfte. Wie die humoristischen Nebenrollen waren auch die im pathettschen Dramenstile deklamierenden Kontrastfiguren gut vertreten. Vor allem der gestrenge Valerius durch Herrn I h l e. An- mutig präsentierte Fräulein Gertrud Kunitz die byzantinische Prin- zessin. Da, Publikum folgte in sehr animierter Stimmung und spendete lauten Beifall. Conrad Schmidt. „Die beiden Rachligallen.*(W a l l» e>> T h e n t e r.) Einen sehr schönen Erfolg holten sichLeoWaltherStein(Text) und Willi Bretschneider(Musik) mit ihrer neuesten Operette. Der erste Akt war allerdings keineswegs vielversprechend, trotz mancher bedeutender musikalischer Anläufe versiegte das Ganze in dem gewöhnlichen, allbekannten Operettenbrei. Aber mit dem zweiten Akt, in dem auch die Handlung durchaus menschlich vernünftig wurde, begann ein neues Leben, das zu einer gewissen Höhe führte. Der Komponist, der mit einigen Kostbarkeiten auswartete, bringt es hier zu einem wirklich hinreißenden Zug. Die glänzende Aus- stattung und die prachtvolle Aufführung unter des Komponisten persönlicher Leiwng waren vielleicht am meisten am Erfolge be- teiligt. Der knorrige Emil Sondermann, der unvergleichliche Alfred L S u t n e r, der darstellerisch begabte Franz B a u m a n n, die niedliche Ilse M u t h und die in Erscheinung, Stimme und Tem- perament, wenn auch nicht in stimmlicher Kultur ganz hervor- ragende Cordt M i l o w i t s ch, ebenso die lustigen fahrenden Est- seilen Alfred Braun und Karl Muth-Etephani waren ein Ensemble, wie tz ja leicht kein andere» Thsarex ausstellen kann. SerenWmus unö Kinöermann. Tcm Ex-Fürsten von Schwarzburg tut sein Geld leid. Der ehemalige Fürst von Schwarzburg-Rudolstadt und Sondershausen hält die Zeit für gekommen, einen energischen Vorstoß gegen die von ihm in den Nooembertagcn 1S18 getroffenen Abmacifungen über die geldliche Auseinandersetzung und Abfindung der fürstlichen Familie, die mit den zuständigen thüringischen Gebieteregierungen getroffen wurden, zu unternehmen. Auf Grund eines„Rechtsgiilachtens", das ein monarchistischer Rechts- gelehrter aus Münster hergestellt hat, erklärt der Hofmarschall „Seiner Durchlaucht die Gesetze vom November 1918* über das Fürstlich Schwarzburg-Rudolstädtische Kammergut, betreffend die Abfindung des fürstlichen Hauses und betreffend die Errichtung einer Günther-Stiftung für zivilrechtlich unwirksam und nichtig, weil sie gegen zwingende Formoorschriften und gegen die§§ 138, 779 BGB. oerstoßen. Außerdem ficht er sie vorsorglicherweise aus Grund von Zß 119, 123 BGB.(Irrtum und Drohung!) an. Er er- klärt alle Ueberttagungsakte auf das Kammergut und sonstiges, ihm und seinem fürstlichen Hause gehöriges Vermögen, welcherart sie auch feien, für null und nichtig...* Weiter fordert der Hof- Marschall„als Vertreter Seiner Durchlaucht" die Gebietsregicrung auf, alle von Seiner Durchlaucht übernommenen Vermögenswerte beweglicher und unbeweglicher Art, dingliche wie fchuldrechlliche, welche es auch seien, unverzüglich wieder zurückzuerstatten, „mahne hierdurch ausdrücklich an ihre Rückerstattung und mache aus die Folgen des Leistungsverzuges aufmerksam." Die sozialistische Regieruung Thüringens wird sicher nicht ver- fehlen, dem.Hofmarschall Seiner Durchlaucht" auf dieses anmaß- liche Schreiben die gebührende Antwort zu erteilen. Sercnissismus und sein Kindermonn haben zwar vorzüglich BGB. studiert, aber der altdeutsche Rechtssatz„Ein Mann— ein Wort" scheint beiden unbekannt zu sein. Das Schutzpolizeibeamtengefetz. Das preußische Schutzpolizeibeamtengesetz liegt jetzt in einem Entwurf vor, der 1V8 Paragraphen umfaßt. Aus den Bestimmungen heben wir folgendes hervor: Die Schutzpolizeibeamten sind un- mittelbare Staatsbeamten(Z 1). Jeder in die Schutzpolizei Ein- tretende ist auf 12 Jahre zum ununterbrochenen Dienst in der Schutz- pollzei verpflichtet(§ 2). Jedem Schutzpolizeibeamten steht der Auf- stieg in alle Polizeioffiziers st«llen offen(8 3). Nach Ablauf der zwölfjährigen Dienstzeit scheiden die Polizeiwachlmeister (alle Dienstgrade vom Polizeihauptwachtmeister abwärts) in der Regel aus der Schutzpolizei aus. Das Prinzip der lebenslänglichen Anstellung hat also nicht in den Entwurf Eingang gesunden. Ohne besondere Erlaubnis darf«w Schutzpolizei beomter«ine Ehe erst eingehen, wenn er eine Gesamtdienstzeit von sieben Jahren und ein Lebensalter von 27 Iahren vollendet hat(8 s). Die Gesamt- zahl der Kündigungen und Entlastungen aus der Schutzpolizei vor Ablauf der zwölfjährigen Pflichtdienstzeit darf jährlich 8 Proz. nicht übersteigen(8 7). Heber di« besonderen Amtspflichten der Schutzpvlizeibeamten sagt 8 18 des Entwurfs, daß der Beamte auf GrundderVerfassungundderGesetzemit Einsatz semer ganzen Persönlichkeit di« öffentliche Ruh«, Sicherheit und Ordnung zu schützen hat. Er darf auch bei drohender petsönlicher Gefahr dem Dienst nicht fern bleiben.— Als besondere Dienststtafen setzt 8 29 fest: Warnung, einfachen Verweis, Geldbuße, sttengm Verweis, Entfernung au» dem Amte. Dagegen sind die Ursprung- lichen Bestimmungen des Entwurfs, die aus unberechtigtes Vorlassen des Dienstes Gefängnisstrafen setzen wollten, aus dem Entwurf entfernt worden. Sehr umfangreich sind die Bestimmungen über die Dersor- gung der Beamten.§ 30 des Entwurfs zählt nicht weniger als 13 besondere Versorgungsarten auf. Die meisten Arten der Vcr- sorgung betreffen diejenigen Beamten, di« nach Beendigung der zwölfjährigen Pftichtdienstzeit ausscheiden müssen. Sie erhalten u. a. Uebergangsgebührnisse, die im ersten Jahre 6 Achtel, im zweiten Jahr« 5 Achtel, im dritten Jahre 4 Achtel de- zuletzt bezogenen ruhe- gehaltsföhigen Diensteinkommen» betragen. Der Todeszug der Flüchtlinge. Eine englische Zeitung ver- öffentlicht einen Fragebogen, der von der Gemeindeverwaltung und der Gesundheitsbehörde des polnischen Grenzorte» Kolosowo über die Ankunft eines Flüchtltngszuges aus Rußland aufgenom- men worden ist. Bei der nüchternen Sachlichkeit des Dokuments wirkt da» Bild, das es von dem Elend der Hungernden enthüllt, um so erschütternder. Das Schriftstück, das vom 14. März datiert ist, lautet:„Abfahrtsorts Kasan an der Wolga. Dauer der Reise? Drei Monate. Zahl der Zuginsasten? 1948 Personen ab Kasan: angekommen in Kolosowo 649. Wieviel Personen blieben unter« weg? zurück? 1299. Wieviel Personen wurden in Hospitälern und an russischen Eisenbahnstationen zurückgelassen? Keine. Wie. viel Personen starben unterwegs? 1299. Was geschah mit den Toten? Sie wurden an den Haltestellen hinausgeworfen. Worin bestand die Verpflegung des Zuges während der Reise? Rur in Brot. Wle oft? Durchschnittlich einmal in zwei Tagen. Wieviel? Ein Bierlel- bis ein halbes Pfund für die Person. Kannte ärzt- liche Hilfe geleistet werden? Nein. Allgemeiner Zustand der Zug- insasten? Alle im äußersten Grad abgemagert und erschöpft." Seehundrudel in unseren Wattenmeeren. Große Seehundrudcl sind jetzt in unseren Wattenmeeren sowie in der Ostsee anzutrefsen. Diese Tiere haben sich, wie im„St. Hubertus" mitgeteilt wird, während des Krieges außerordentlich vermehrt, weil damals Jagd und� Fischfang weniger betrieben wurden. Die Jäger haben daher jetzt gute Aussichten bei ihren Seehundjagden. Früher wurden in allen an die Nord- und Ostsee grenzenden Ländern für die Erlegung des Seehunde» Prämien gezahlt, weil man glaubte, dar Seehund lebe nur von Fischen und sei daher schädlich. Jetzt abe? hat man diese Prämienzahlung eingestellt, dann man hat sich davon über- zeugt, daß der Seehund hauptsächlich Krebse und Muscheln frißt, überhaupt Mollusken, und daß seine Gefräßigkeit sehr übertrieben wurde. Er erhält in der Gesangenschast täglich 6 Pfund Abfälle von Seefischen und ist dabei ebenso speckfett wie draußen auf der See. Die Prämienzahlung für das Erlegen von Seehunden hätte bereits zur Ausrottung dieser Tierart geführt, wenn nicht der Krieg dazwischen gekommen wäre, und man will jetzt vermeiden, daß es mit diesem wichtigen Wassertier so geht wie mit den Malen, deren Aussterben nur noch eine Frage der Zeit ist. Die Telegramm-Tabelle der Fingerabdrucke. Fingerabdrucke, die für die Feststellung von Verbrechern ein unentbehrliches Hiljs- mittel der modernen Kriminalistik sind, können jetzt über die ganze Welt telegrahiert werden Wie bereits kurz berichtet, hat der Vor- sieher des Fingerabdrucks-Bureaus der Londoner Hauptpolizei- station von Seotland Pard Collins eine Tabelle ausgearbeitet, die vie telegraphische Uebermittlung jedes Fingerabdruckes gestattet. Mit Hilfe dieses Systems kann die Polizei, wenn sie in London einen Mann verhaftet hat, der aus Australien stammt, dorthin sofort«in Telegramm schicken, das etwa folgendermaßen aussieht: D7D12D19C8C9E9G6ESJ8L. Sofort kommt dann von Australien die Antwort:..Fingerobdrücke Identisch mit denen von John Smith, gefäbrlicher Einbrecher, gewöhnlich schwer bewaffnet, drei Zucht- hausstrasen, ging vor sechs Motmtea nach England. Senden Original- Fiirgerabdrück« und Einzelheiten morgen durch Post ob.* Und John SMh wuudert, sich darüber Hotz die Londoner PottZ«(ai*4 Schluß der Seamtentagung. Dsr Kasienbericht für das Geschäftsjahr 1921, den dsr Schatzmeister Lang« erftatrst«, schließ! in Einnahmen und Ausgaben mit 2 226 683,39 M. ob. Der Schatzmeister wurde entlastet. Der Boranschlag für das laufend« Geschäftsjahr sieht für Einnahmen und Ausgaben 8 8<)0 0enttalstelle für Kriegs- und Zwilgefangene, Herr Schlesinger, ist laut Meldung der DA. nach Durchführung seiner Aufgabe von diesem Posten zurück- getreten. Herr Schlesinger wurde al» Sachverständiger de» Auswärtigen Amts für russische W i r t s ch a f t s s r a g e n be- rufen und ferner zum Vertreter de? Völkerbundes für russische Flüchtlingsangelegenheiten in Deutschland ernannt. Bei dieser Gelegenheit wurde ihm in einem Danlschreiben des Reichskanzlers die besondere Anerkennung der Sieichsregierung zum Ausdruck gebracht. Der au»geschlossene Berichlerstatt«. Der Berichterstatter der .Thüringer Warte" wurde, Blättermeldungen zufolge, auf Betteiben der kommunistischen Gruppe in der Stadtverordnetenversammlung in Suhl vom Besuch der öffentliiben Stadtverordnetensitzungen auSgeschlosien, weil die Gruppe mit der Berichterstatiung de» Blatte» über eine Kreistag» sitzung unzufrieden war. Eine Kleine Lnftage im Preußischen Landtag beantwortet, wie der amtliche Preußische Pressedienst' mitteilt, der Minister de» Innern folgendermaßen: „Zum Beschluß der Stadtverordnetenversammlung in Suhl hat der Regierungspräsident da» Geeignet« veranlaßt, rnn die Maßregel in j dielet Form rückgängig zu mache«. Weizen(M. je 56 IrZ)» Roggen(M. je 56. Gerste.®lo«e, Berlin. Bering Bsrwiirie.Berlag G. m. d. y.. Berlin. Druck: Lor>när!«>BuÄdruckere>u.Berlng«n»N»ll Bnul Singe: u. Do., Berlin, Lindenstr i, Hier»« 4 Beilagen. ärztlich empfohlen bei: Gicht Rheuma Ischias Grippe Hexenschuß Nervenschmerzen. Togal stillt die Schmerzen und scheidet die HarnsZure au«. 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Ihrer werden immer weniger, die an der Wiege der Sozialdemokratie gestanden, den Entwicklungsgang der Arbeiterbewegung in allen ihren Stadien mitdurchlebt haben. Zu diesen wenigen gehört als einer der Treuesten unter den Treuen der nunmehr Achtzigjährige in Zürich. Als Sohn eines armen Transportarbeiters in Breslau geboren, schon im 13. Lebensjahre verwaist, erlernte Greulich bei täglich vier- zehnstündiger Arbeitszeit durch fünf lange Jahre das Buchbinder- Handwerk. Die Wanderschaft brachte ihn bald durch Oesterreich ins Schwäbische, wo er zunächst als Demokrat sich betätigte und dem Arbeiterverein sich anschloß, der damals noch im liberalen Fahrwasser sich bewegte. Von Reutlingen aus wurde er zu dem Vercinstage der deutschen Arbeitervereine als Delegierter entsandt, der im September 1865 in Stuttgart tagte. Tort lernte er August Bebel kennen, der in den Arbeitervereinen damals schon eine führende Rolle spielte. In Reutlingen gemaßregclt, wandte sich Greulich dann nach der Schweiz und fand in Zürich eine neue Heimat, der er bis heute treu geblieben ist. Unter dem Einfluß von Karl Dürkli, dem begeisterten Schüler von Charles Fourier, wurde Greulich Sozialist. Sie gründeten ge- meinsam eine Sektion der Internationalen Arbeiterassoziation, der Bürkli präsidierte und Greulich als Schriftführer angehörte. Als dann im Jahre 1868 der Nürnberger Bereinstag der Arbeitervereine unter Bebels und Liebknechts' Leitung das Programm der Inter- nationalen Arbeiterassoziation sich zu eigen machte, war Greulich an diesem Beschluß als Delegierter aus Zürich beteiligt. Er ist einer der wenigen noch lebenden Teilnehmer jenes denkwürdigen Kon- gresses, wenn nicht gar der einzige. In der Schweiz hat in den folgenden Jahrzehnten Hermann Greulich eine überaus mühselige, aber auch fruchtbare Pionier- arbeit für den Sozialismus geleistet. Er rief zunächst mit einigen anderen ein sozialistisches Tageblatt, die„Tagwacht", ins Leben, das indessen nur eine sehr kümmerliche Existenz fristete. Nach etwa zehnjährigem Bestehen ging es ein. Und auch ein später folgen- des Ersatzblatt, die„Arbeiterstimme", konnte sich auf die Dauer nicht halten. Die Redäkteurtätigkeit Greulichs, verbunden mit der um- snsiendsten Agitationsarbeit in der ganzen Schweiz, hat ihm wohl unsägliche Mühe bereitet, aber materielle Rot nicht fernhalten können. Durch alle Widerwärtigkeiten aber lieh er sich nicht abhalten, auf dem schwierigen Boden der Schweiz mit ihrem Kantönligeist für die Sache des Sozialismus zu arbeiten mit einem Eifer und einer Grad- heit, wie nur ein sehr starker Charakter sie aufweisen kann. Er ist für die schweizerische Sozialdemokratie gewissermaßen der Dater ge- wesen, ihr Führer und Wegweiser noch bis in die letzten Jahre. Im Bundesparlament war er jahrzehntelang der geachtete Sprecher der Sozialistischen Fraktion. In jungen Iahren hat er manches vielgesungene Lied j der deutschen Arbeiterbewegung geschenkt. In den späteren Mannes- fahren aber kam eine ganz andere Veranlagung bei ihm zum Bor- schein Statistische Abhandlungen über Lohnstatistik, über die Organisierung einer Betriebszählung usw. lenkten die Aufmerk- samkeit weiterer Kreise auf ihn, so daß er im Jahre 1881 zum Chef des Kantonalen Statistischen Bureaus in Zürich gewählt wurde. Im Jahre 1887 wurde er zur Leitung des neugegründeten Schweiz«- rischen Arbeitersekretariats berufen, das vorbildlich für die Arbeitersekretariate anderer Länder geworden ist. Seine statisti- schen Untersuchungen über Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn usw haben nicht wenig dazu beigetragen, daß die Statistik nicht nur bei den schweizerischen, sondern auch bei den deutschen Gewerkschaften eine wichtige Grundlage für die gesamte Gewerkschaftstätigkeit wurde. Auf den Internationalen Sozialistenkongressen vor dem Weltkriege war die markante Patriarchengestalt Greulichs eine standige Erscheinung. Roch auf der letzten großen Konferenz vor dem Kriege in Basel hielt er. neben Jaurcs, Viktor Adler und Haase, eine viel beachtete Rede gegen dieKriegsgefahren. Cr hat in seinem Greiscnalicr die Kreuel des Krieges, wenn auch vom neutralen Boden der Schweiz aus, so doch mit blutendem Herzen miterleben müssen. Und erlebt jetzt als Achtzigjähriger die furcht- baren Nachwirkungen des Krieges, die sich auch in der Schweiz in einer ungeheuren wirtschaftlichen Depression bemerkbar machen. Zu seinem Iubeltage wünschen wir ihm nichts Schöneres, als daß er noch den Wiederaufstieg der verelendeten Völker in voller geistiger Frische erleben möge. Das ist ein Wunsch, der seinem Empfinden sicher am besten entsprechen wird. Bleies nu TOTzfigliclicm reinwollenen Stoff, marineblau mit acbwarzer Tresse•« Qy£ und Stahlperlen.... 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Bezirk, Lichtenberg. iv») Aus dem Treptower Park und dem Köpenicker Wald- und Wasser- bezirken betreten wir im 17. Groß-Berliner Verwaltungsbezirk ein ganz anders geartetes Gebiet. War die Besiedlung der beiden erst- genannten Bezirke oerhaltnismähig dünn, so tritt uns im Ver- waltungsbezirk Lichtenberg nn Gemeinwesen entgegen, das bei der Groß-Berliner Eingemeindung bereits 144 956 Einwohner hatte. Sie Glieöerung öes Sezirks. Lichtenberg ichließt sich unmittelbar an Alt-Berlin an und bildet im engsten Anschluß an sein Wohnquartier«in eigenes Industriegebiet von einer bereits bei der Anlage wohlüberlegten Ausdehnung, wie es in einer solchen Geschlossenheit in Groß-Bcrlin nicht wieder auftritt, wobei erwähnt werden darf, daß dieses Gebiet noch lange nicht voll besiedelt ist. Der südliche Teil Lichtenbergs, einstmals als selbständige Gemeinde Bummelsburg bekannt und seinerzeit in Lichtenberg eingemeindet, schließt sich ebenso eng und unmittelbar an Alt-Berlin an. Dann aber hat die dicht gedrängte Hochbauform ein Ende und die Welt wird hell und frei. Hinter Lichtenberg kommt .?riedrichsscldc mit dem landhausmäßig bebauten Ortsteil Karlshorst iZ4 400 Einwohner), und es schließen sich dann mit schmalen nord-süd- lich gerichteten Fluren die ehemaligen selbständigen Dörfer Biesdorf. Kaulsdorf und ZNahlsdors an. Biesdorf hatte außerdem noch einen eigenen Gutsbezirk. Im Norden, gewissermaßen oben aus dem Bezirk liegend, In findet sich Marzahn. Schließlich kommt auch noch wuhlgarten mit hellersdors, die einen eigenen Gutsbezirk bilde- teil, hinzu. Di* vier Landgemeinden und zwei Gutsbezirke weisen im ganzen 13 470 Einwohner aus, so daß der ganze Bezirk bei der Eingemeindung 182 870 Einwohner hatte, während er am 30. No- vember 1921 195 996 Einwohner aufwies Er steht damit hinter Alt-Berli», Charlottenburg, Schöneberg und Neukölln an fünfter, dem Flächeninhalt nach(7897 Hektar) aber an vierter Stelle. Umfassende Aürsorgeeinrichtungen. Außer Neukölln und den Alt-Berliner Teilen?l., NO., O. und SO. weist keine Groß-Berliner Wohnftätle eine derart geschlossen« Ar- beiterbeoolkerunz aus wie das alte Lichtenberg. Und wenn Man das Wort Proletariat in seiner Uispningsbedeutung faßt als Kennwort i-ner Klasse, die zahlreiche Nachkommenschaft hat, fo ergibt sich schon daraus ganz von selbst der kommunalpolitische Zuschnitt. Lichtenberg verfügt über ein selten großzügig ausgebautes� Schuh-. Pflege- und Fnrlorgewcsen. Zunächst beschäftigt der Bezirk sechs eigene hauptamtlich tälige Sladiärzte, von denen drei als Schulärzte, einer als � Lungenfürsorqcarzt und zwei als Säuglingsfürsorgeärzte mit einem Stab von Assistevtcn und Schwestern arbeiten. Die Lichtenberger slädtische Schulzahnklinik bedeutet geradezu einen Ruhmestitel für Groß-Berlin: sie ist vor kurzem neu ausgebaut und erweitert mor- den. Dem Wahl oer Jugend sind weitere Einrichtungen gewidmet. Im Ortsteil Lichtenberg gibt es städtischerseits 3 Zugendheime und 4 Kinderhorte. Iii Fricdrichsfclde befindet sich in einem schönen Gebäude mit neuen sauberen Einrichtungen:ind Betten ein Heim für die ärmsten und bedciucrnsweckeslen aller Kinder, denen infolge der Tod der Eltern, oder häuslicher Zwistigteiten, oder Wohnungsnot, oder anderer bitterer Notlagen das elterliche Heim versagt bleibt und die hier zeitweise eine Zufluchtstätte finden. Ein wenig weiter iegt ein Kindertagheim. Herrlich im Freien liegt das Tugendheiin in dem alten Herrenhaus in Mahlsdors, das das ganze Jahr hindurch für jedesmal sechswöchigen Aufenthalt schwächliche er- bolungsbedürftiqe Schulkinder ausnimmt. Ein für Sommercrholiing eingerichtetes Barackenkinderheim in den lebten kargen Resten der j westlichen an Rummelsburg stoßenden Wuhlheide kann im Sommer' 100 Kinder aufnehmen. In dem idyllisch bei Friedrichshagen gelegenen Ravensburg hat Lichtenberg ein modern eingerichtetes Säug- lingserholungsheim für 60 Säuglinge und schließlich verfügt es auch noch in TNürih an der Ostsee über ein Sommer-Erholungsheiw für 100 Kinder.„ Oos Sebiet öer Friedhöfe. Die �Gegensätze berühren sich. Neben der starken gemeindlichen Fürsorge und Pflege des kommenden und des jungen Lebens besteht *) Sieh« auch Nr. 138, 14? und 1S7. in Lichtenberg auch eine kommunale Einrichtung für die Abge- schiedenen. Es ist das städiifche Deslattungswesen. dem es mit vier Sargverkaufsstellen und eigenem Fuhrwerk und Personal noch bis zum 1. März d. I möglich war, sehr würdige Leichcnbestattungen einschließlich Sarg, Wagen, Träger usw. für den Gesamtpreis von 800 M. auszuführen. Drei Fünftel aller Lichtenberger Bestattungen werden durch dieses städtische Institut ausgeführt. Merkwürdig gc- nug ist es auch, daß dieser Teil des Groß-Berliner Ostens Über eine außerordentlich große Anzahl von Friedhöfen verfügt. Im Bezirk Lichtenberg liegen außer den Kirchenjnedhöscn allein 10 Gemeinde- sriedhöfe. Der bekannteste ist der bereits 1881 errichtete und jetzt voll belegte Berliner Gemeindefriedhof in Friedrichsfelde mit den Gräbern und Denkmälern der Führer der Partei, Paul Singer, Wilhelm Liebknecht, Jgnoz Auer. Artur Skadthagen. Hugo Haast, Ferner Karl Legten, Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg. Man will de» Friedhof, der 25 Hektar gleich 100 Morgen groß ist, gleich um weitere 430 Morgen vergrößern. Der eigentliche große Lichtenberger Gemeindesnedhof liegt in Marzahn, während sich etwas weiter nach Norden, aber außerhalb Berlins, bei Ahrensdorf der große neue Zentralfriedhof der Berliner Stadtsynode befindet. Der merkwürdigste aber ist der neu eingerichtete, wenig bekannte llrnenfriedhos aus einein alten eingezogenen Lichtenberger Friedhof, der übrigens von jedermann, der eine Urne beisetzen möchte, benutzt werden kann. Es werden kleine 60 X 60 Zentimeter große Erdstücke zum Preis von 75 M. abgegeben. Das Ganze soll dann von dem Bezirk zu einem Rosenhain ausgestattet werden. Heimstätten. Der Bezirk Lichtenberg beherbertg ferner die bekannten Stätten, die dem balbocrlorenen Leben dienen. Herzberge ist so ein« Stätte an der Grenze der Weltstadt; es birgt l300 irre Menschen, dem Leben ganz oder halb verloren. Eine verwandte Stätte ist Wühl- garten bei Biesdorf, dem Berliner wohl nur dem Namen nach bc- könnt, ein? städtische Heilanstalt für Epileptische, d. h. Fallsüchtige, mit gleichfalls Platz für 1300 Personen. Unweit Herzberge, dicht an den Friedrichsfelder Friedhof grenzend, der„Lindenhos", wo sich eine Schar wackerer Erzieher müht, nach modernen psychopädago- zischen Grundsätzen junge gefährdete Leben, verwahrloste Knaben und Fürsvrgezöglinge, meist mit gutem Erfolg, aus de» Weg der Arbeit und d-s Rechtes zurückzuführen. So erschütternd der Anblick der Menschen in Wnhlgarten und Herzberge ist, so hoffnungsreich und ermutigend wirkt er in„Lindenhos". In dem ehemaligen Orts� teil Rummelsburg aber liegt das Berliner Arbeitshaus, dem auch die sozialethischen Bemühungen der Neuzeit bei der Bevölkerung noch nichts von der oltei: Zwittcrhaftigkeit zwischen Hospital und Zwangs- arbeitsanstalt haben nehmen können. Zentralpunkte im öezirk. Will man nach Lichtenberg, sa ist man schon drin, che man es merkt. Die Zufahrkssiraße ist die Franksurler Allee und hinter der Warschauer Eiraße, genauer hinter der Niedcrbarnimstraße, ist die rechte Seite lichtenbergisch(sie umfaßt das alte Friedrichsbergcr Viertel) und die linke berlinisch. Hinter der Ringbahn weitet sich der Blick in die Paradestraße des alten Lichtenberg, die Blöllendorf- straße. An ihr liegt das 18S6 erbaute Rathaus. Westlich von ihm der Sladipark mit prächtigem Baumbestand und dem Reform- Realgymnasium. Die an dieser schönsten Stelle beabsichtigten neuen Bauten einer Ortskrankenkasse und eines dringend notwendigen Volkshauses müssen infolge der Baustofsteuerung einstweilen unterbleiben. Zurück durch das alle Dorf an dem erhalten gebliebenen freundlichen alten Dorfkirchlejn vorbei,,(siehe Abbildung), durch die Rittergutstraße in das gewaltige Gebiet der Lichtenberger Industrie. Ueberall rauchen die Schlote Nach einem kurzen Weg gelangt man zu den imponierenden Anlagen der Konsumgenossenschaft Groß- Berlin, die hier ihr Zentrallager, zwei riesige Bäckereien, das Zen- tralverwaltungsgebäude und fünf Wohnhäuser hat. Durch eine Querstrahe gelangt man dann zu der bemerkenswertesten Neuanlage des 17. Bezirks, dem Lichtenberger Sladion, aus freier Höhe des Barnimplateaus mit Überraschendem Fernblick gelegen, mit Platz für 13 000 Zuschauer und in der Anlage dem berühmten Stockholmer Stadion nachgebildet. Wendet man sich von hier nach Süden, so kommt man an dem größten Slraßenbahnhof Deutschlands vorüber und gelangt am Freyaplatz zu einem soeben fertiggestellten riefigea Ulohnhäuserviercck(keine Siedlungshäuser!), das die Stadt bzw. der Bezirk zur Milderung der Wohnungsnot erbaut hat. 300 mo- derne Wohnungen von l, 2 und 3 Zimmern sind damit erstellt worden. Die städtische Siedlung, über die Lichtenberg auch verfügt, liegt, von Professor Peter Behrens erbaut, hinter dem fülichen Teil von Karlshorst auf dem Gebiet der ehemaligen Wuhlheide. Auf alter Friedrichsfelder Gemarkung erstreckt sich der riesige 1903 er- öffnete ZNagerviehhos. Im Ort selber, der zum Teil noch idyllisch- dörflich anmutet, das freundliche alte jetzt im Besitz der Familie von Treskow befindliche Schloß mit seinem herrliche», der Bevölle- rung geöffneten Part. Eine moderne Straße führt nach Karlshorst hinüber, das durch seine Rennbahn de� Vereins für Hindernisrennen weltbekannt ist. Biesdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf hoben in ihren Fluren Mengen großstadtflüchtiger Kolonisten aufgenom- men und können es auch fernerhin. Wiederum zeigt sich, wie auch bei der ehemaligen Arbeiterstodt Neukölln, eine reiche Fülle kommunaler Eiimchturigeu, an denen allerdings das alte Berlin reichlich beteiligt ist. Da die drei letzt. genannten Dörfer durch die dichte Besiedelung längst den Charakter einer Gartenvorstadt von Berlin gewonnen hatten, so war auch ihre Einbeziehung in Groß-Berlin selbstverständlich. Aber gewaltige Bodenflächen harren noch der Bebauung und Hunderttausende können hier noch als Bürger Groh-Bcrlins wohnen. Eine Straßenbahnöebatte. Tie meisten„Blindfahrer" in der Kurfürstcndammgegend. Im ständigen Hausholtsausschuß der Stadtverordneten- Versammlung, der gestern eine Reihe von Borlagen erledigte, kam es wegen Verbesserung des Verkehrs auf der Straßenbahn zu einer längeren Erörterung. Als Vertreter des Magistrats teille Stadtbaurat Dr. Adler mit, daß vor dem Kriege die Besetzung der Straßenbahn 4,3 Per- sonen je Wagenkilometer betragen habe, während des Krieges sei sie auf 7,3 gestiegen und jetzt auf 4,9 gesunken. Die U c b e r s ü l- l u n g mache sich aber unstreitig in bestimmten Stunden bemerkbar. das fei die Folge des Achtstundentages und der durchgehenden Ar- beitszeit. Es sei daher dringend zu wünschen, daß die schon vor dem Kriege begonnenen Arbeiten für eine Staffelung des Arbeitsbeginns fortgeführt werden. Diese Staffelung sei z. B. schon von den Siemcnswerken mit bestem Erfolg durchgeführt worden. Dem Blindfahren werde mit vermehrter Kontroll« begegnet: eine Abnahme sei schon zu verzeichnen. Heiterkeit und Bewegung rief die Mitteilung des Verkchrsbaurats hervor, daß die meisten Blindfahrer in der Gegend des Kurfür jten- d a m m s betroffen würden. Wie die Ucbcrsüllung sei auch im allgemeinen das Fahren langer Strecken und der Rückgang in der Benutzung der Straßenbahn für kurze Fahrten infolge der erhöhten Fahrpreise nur unwesentlich gestiegen: die Durchschnittsfahrt sei von 27] Die Machk der Lüge. Roman von Johann Vojer. Norby mar schon aufgeregt, ober jetzt, als auch noch Einar kam, um sich vielleicht oben in die Verhandlung einzumischen, jetzt bekam er die größte Lust, auf den Jungen loszufahren und ihn durchzuprügeln. Einige Schritte voneinander blieben sie beide stehen. Einar war sehr blaß. ..Bist du auf und machst einen Spaziergang?" versuchte der Alte zu lachen.— Er wußte, daß die Leute sie von den Feilstorn aus sehen konnten. „Vaterk" sagte Einar und hieb mit seinem Stock in einen Schneehausen.„Es ist nicht schön jetzt, in meiner Haut zu stecken." Da lachte der Alte höhnisch und zuckte die Achseln.„Nein, sicher nicht. Sind hundertundfünszig im Monat zu wenig? Vielleicht hast du in Kristiania Familie?" Einar� preßte die Lippen aufeinander. Seine Stimme zitterte:„Ich mochte meinem Gewissen folgen und tun, was recht ist," sagte er und blickte seinen Vater ruhig an. „Aber sicher!"— Der Alte kam einen Schritt näher und lachte wieder.„Verbietet dir denn das jemand?" „Ich muß hineingehen und den Unschuldigen retten!" sagte Einar,„koste es, was es wolle." Aber dabei trat er unmill- kürlich einen Schritt zurück und starrte ängstlich auf den Vater. Der Alte versuchte auch jetzt noch zu lächeln, weil ihn die Leute vom Fenster aus sehen konnten. Aber mit einem Male wurde er ganz blaß.„Ja, ich Hab' mir's gedacht," sagte er schwer atmend,„aber wer hat dir das denn in den Kopf gesetzt?" Jetzt wurde Einar rot und kam einen Schritt näher: ..Vater!" rief er zornig,„jetzt mußt du mir sagen, was du damit meinst?" Aber diese Tonort vertrug der Alte nicht und begann mit den Armen umherzufuchteln. Er schrie förmlich:„Zum Teufel, so geh hinein und mach deine Aussage! Steh nicht noch hier und quäle deinen Vater. Geh doch! Geh, hörst du...!" Er schnappte nach Luft und fuchtelte mit den Armen, fand aber keine Worte mehr. So wandte er sich kurz um und ging fort. Mechanisch begann Einar zum Gerichtssaal zu gehen. Da hörte er plötzlich:„Einar!"„Ja, Daten" Er drehte sich um. Da stand der Vater und sah ihm nach. Aber plötzlich schlug er mit der Hand in die Luft:„Nichts!" sagte er und ging weiter. Der Stolz hatte gesiegt. Einar blieb auf der Treppe zum Gerichtssaal stehen. Ein paar Schritte noch...„Eigentlich beweist dein Vater selber am besten, daß Wangen unschuldig ist," dachte er.„Aber kannst du es? Bist du zu feige oder hast du den Mut? Es gilt doch nur, die Wahrheit zu sogen und einen Unschuldigen zu retten. Ist das so schlimm? Vielleicht ist es das einzige Mal in deinem Leben, daß von dir eine mutige Tat gefordert wird! Sei ein Mann!" Und er ging weiter, mit langsamen Schritten, den Gang entlang, und klopfte an. IS. Als Norby Einar verließ, wußte er nicht, wo er hinging. Er begegnete ein paar Bekannten, bei denen er stehenbleiben mußte, ihnen die Hand geben und ein wenig schwatzen, obwohl er sich an> liebsten einfach hingeworfen und laut losgeheult hätte.„Dies Jahr gibt's genug Schnee," sagte er und lachte fast krampfhaft zu den Leuten, die sich um ihn sammelten: und gleichzeitig dachte er:„Jetzt ist er drinnen und sagt aus." Aber alle, alle sprachen mit derselben Ehrerbietung zu ihm und blickten ihn freundlich an. Das stärkte ihn.„Laß ihn nur aussagen." dachte er,„wir wollen schon sehen...!" Endlich war er allein in einem Kramladen und schaute zufällig aus dem Fenster. Da auf der Anhöhe lag das Gerichts- lokal. In einem Fenster war ein Kopf im Profil zu sehen und eine Hand, in die sich ein Kinn stützte.„Die freuen sich jetzt über den Skandal. Sie glauben, sie haben mich gefangen, wenn sie meinen Sohn gefangen haben.... Aber wartet nur!" Ganz im Innern fröstelte ihn. Dieser Sohn, der ihn so viele Tausende gekostet hatte und der plötzlich so seinen Vater überfiel— das war nicht länger Norbys Sohn. Das brannte wie ein tiefer Schnitt, so daß er die Zähne zusammenbeißen mußte. „Die irren sich aber. Ich müßte mich schlecht kennen, wenn ich nicht imstande wäre, seine Behauptungen zunichte zu machen. Denn jetzt geht es doch auf Leben und Tod!" Er mußte lachen— ein blasses, kattes Lachen. Denn der Gedanke, er solle sich und seinen Sohn in Schande bringen und ihm vor Gericht entgegentreten— der machte ihn ganz wild. „So wahr ich lebe, das sollen sie mir büßen, daß sie mir den Jungen genommen haben!"— Bei seinem Eintreten in den Eerichtssaal bemerkte Einar mit einem flüchtigen Blick, daß der Platz vor der Schranke leer war. Der Assessor diktierte etwas zu Protokoll. Der Zeugen- platz wartete auf den, der die Wahrheit sagen sollte. Er rief ihm gleichsam zu:„Komm, Einar!" Als er die Türe hinter sich schloß, ließ ihn das kleine Ge- räusch zusammenfahren. Jetzt schlug die Türe zwischen ihm und seinem Vater zu, für immer.„Du kannst nie mehr nach Hause gehen!" dachte er.— Und im gleichen Augenblick bemerkte er seine Mutter unter den Zuhörern. Sie lächelte ihm zu. Die Hitze im Saal hatte ihr einen roten Kopf gemacht, und sie rückte zur Seite, damit er neben ihr Platz bekäme.„Wenn du wüßtest, daß ich nicht mehr nach Hause kommen darf," dachte Einar. Und daß sie jetzt dasaß und ihm Platz machte, ohne zu ahnen, warum er herkam, er» regte ihn außerordentlich.„Wenn sie deine Aussage hört," dachte er,„so rührt sie der Schlag." Aber jetzt mußte er es tun, jetzt oder nie. Cr fühlte, wenn er nicht jetzt gleich hinging, dann kühlte sich sein Mut ab und er würde keine Kraft mehr dazu finden. Der Entschluß hatte ihm so viel gekostet,— ihn auszugeben, das wäre soviel wie sich selbst ins Antlitz speien. Er blickte noch einmal zur Mutter hin, als wolle er sagen:„Du kannst ja auch nichts anderes wollen, als daß ich die Wahrheit sage. Ich habe versucht, Vater zu retten, als es noch Zeil war. Äb-r es war nicht möglich!" Jetzt wollte er sich an den Gerichtsdiener wenden, aber da nickten ihm Thora von Lidarende und die Pastorin so freundlich zu, daß er wieder grüßen mußte. Und jetzt winkte seine Mutter ihn zu, und die beiden Frauen halfen, ihm Platz zu machen. Sollte er nicht einen Augenblick zu chnen hin- gehen? Inzwischen hatte Einar das starke Bedürfnis bekommen, sich zu setzen. Stundenlang hatte er sich draußen in der Kälte herumgetrieben, und hier war es heiß und eine schreckliche Lust. Einar ward es ganz schwindlig, das Blut strömte ihm zu Kopf. Wieder winkte die Mutter und lächelte. Und bevor er es noch richtig wußte, faß er neben ihr. Die beiden Frauen gaben ihm herzlich die Hand. Im nächsten Augenblick wurde die Mutter als Zeugin aufgerufen. Der Assessor blickte sie an: „Saßen Sie nicht im Zuhörerraum?" sagte er.„Ja," ant» wartete die Mutter.„Das ist aber nicht erlaubt. Sie müssen so freundlich sein, sich draußen aufzuhalten, wenn Sie als Zeuge geladen sind." .......■ L- l!(Fortsetzung folgt.Z i 3,5 Kilometer vor dem Kriege auf 4,2 Kilometer gestiegen. Schließlich wurde ein Äntrog angenommen, der den Magistrot ersucht, die Bc- strebungon der Straßcnbahnverwaltung, den Verkehr zu verbessern und die Ucbersüllung der Wagen zu bekämpfen, auch in finan- zicllcr Einsicht nach Möglichkeit zu unterstützen. Am ll>. April kommen weitere Berkehrsverbesserungen bei der Strafzcnbahn zur Einführung. Auf der Linie 67, Lichtenberg, Viktoria-Platz— Wilmersdorf, Wilhslmsaue, wird werktags an Stelle des jetzigen 2t>-Minulen-Betriebes ein IS-Minuten-Verkehr and auf der Linie 63. Cöpcnick— Behrenftraße, werktags an Stelle des jetzigen Ztz-Mln.uten-Verkehrs ein 16-Minuten-Betrieb von 1 Uhr mittags bis 7 Uhr abends, zu den übrigen Zeiten ein 2l)-Min»ten-Verkehr eingerichtet. Auf der Linie L, Neukölln, Ringbahnhof— Halensee, Ningbahnhof, wird an Stelle des jetzigen 20-Minuten-Betriebes wieder ein lh-Minutsn-Betrieb von etwa 8 Uhr vormittags bis gegen 8 Uhr abends(Sonntags von 1 Uhr mittags bis Betriebsschluß) eingeführt. Oer?. Mai in öen Setrieben öer Stadt. ?n der Stadtverordnetenversammlung haben die drei Fraktionen der Linken— die sozialdemokratiiche Fraktion, die unabhängige sozialdemokratische Fraktion und die I o ni m u n i st i s ch e Fraktion— gemeinsam folgenden Dringlichkeit'antrag eingebracht. Die Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen: In den städtischen Betrieben und Verwaltungen wird zur Feier des l. Mai, abgesehen von den NotstandSorbeiten, nicht gearbeitet. Der Magistrat wird ersucht, diesem Beschlutz beizutreten. Straflos infolge Notwehr. Einstellung des»knolhenbrecher"-verfahrens. Ein Strafverfahren, welches schon mehrfach die Oeffentlichkeit beschäftigte, hat jetzt durch eine Einstellung seine Erledigung gefunden. Wie seinerzeit mitgeteilt, war es im April v. I. auf einem von dem vielgenannten„.Klub R o l a n d" veranstalteten Ball in den Germania-Sölen zu einer blutigen Tragödie gekommen. Der als Boxer, Ringkämpfer und aus anderen Gründen selbst von der Polizei gefürchtete Artist Emil Döring, der den bezeichnenden Namen „Der K n o ch e n b r e ch e r" trug, vergnügte sich damit, Menschen kopfüber die Rutschbahn herunterzuwcrfen. Plötzlich knallte ein Schuß und„Knochcnbrecher sank zu Tode getroffen um. Die Mit- gliedcr des„Athleten-Klubs Osten", dem D. angehörte, setzten auf die Ergreif ii ngdesTäterseineBelohnungvonlOOVOO Mark aus. Als Täter wurde schließlich der Gastwirt Fritz Meier verhaftet. In dem Verfahren gegen M. hatten sowohl der Unter- suchungsrichter wie auch Rechtsanwalt Dr. Puppe als Verteidiger des M. außerordentliche Schwierigkeiten, da die Zeugen, welche zu- gunstsn des Angeklagten hätten aussagen können, sich aus Furcht vor der Rache der Freunde des Getöteten verborgen hielten oder nicht zur Vernehmung erschienen. Der Verteidiger verfolgte die Sache je- doch weiter nach der Richtung hin, daß hier tatsächlich ein Akt der Notwehr vorliege, und stellte dem Untersuchungsrichter Zeugen, welche endlich den Mut hatten, auszusagen. Auf den nunmehr von Rechtsanwalt Dr. Puppe gestellten Antrag, dem die Staatsanwaltschaft zustimmte, ist jetzt das Verfahren gegen M. auf Kosten der Staatskasse eingestellt worden. Ebenso wurde M. sofort aus der Haft entlassen. Parteiabzeichen. Auf vielfache an den Parteioorstand ergangene Anfragen nnd Bestellungen auf das Parteiabzeichen teilt das Bureau des Partei- Vorstandes folgendes mit: Die Anfertigung des Partei- a b z e i ch e n s ist bereits feit Wochen in Arbeit gegeben. Wegen des etwas zeitraubenden Arbeitsprozesses(teilweife Handarbeit) konnten bisher erst einige Tausend geliefert werden. Aller Voraussicht nach werden aber noch im Laufe dieses Monats diejenigen Bezirke, die bereits Bestellungen aufgegeben haben, mit Teilsendungen beliefert. Das Parteiabzeichen ist gesetzlich geschützt und darf daher nur von Firmen angefertigt werden, die vom Parteioorstand dazu beaustragt sind, der auch die von den Bezirksleitungen ihm auf- zugebenden Bestellungen erledigt. Bestellungen von ein- zelnen Personen oder Ortsoereinen kann der Parteivorstand nicht annehmen. Parteimitglieder beziehen das künstlerisch und geschmack- voll ausgeführte Parteiabzeichen von ihrem Ortsverein zum Preise von 8 M. für das Stück._ Amerikanisches Weizenmehl auf Brotkarte. Neben der üblichen Drotportion werden auf Abschritt Ä der Brotkarte mit dem Stichwort„Gcndarmenmarkt" 2 00 Gramm amerikanisches Weizenmehl zum Preis« von 1,45 M. (7,25 M. je Kilogramm) abgegeben. Die Ausgabe erfolgt in den Be. zirken 1—6(Alt-Berlin) ohne Voranmeldung vom 12. bis ein- schließlich 2 5. April. Nachanmeldungen werden bei der Schlußverteilung nicht mehr berücksichtigt. Zuteilungen auf Lebensmittelkarte finden nicht mehr statt, die noch offenen Abschnitte dieser Karte werden für ungültig erklärt. Der Magistrat hat die Verordnung über Gebäckhöchst- preise und Gebäckgewichte dahin abgeändert, daß das Groß- brot nur im Gewicht von 2000 Gramm und Kleingebäck nur im Gewicht von 50 Gramm hergestellt werden darf. Der Kleinverkaufs- preis für das Großbrot im Gewicht von 2000 Gramm beträgt 15,20 M., der für Kleingebäck im Gewicht von 50 Gramm 0,50 M. Auf den Abschnitt B der Brotkarte dürfen 500 Gramm Gebäck ab- gegeben und entnommen werden. In der Woche vom 10. bis 16. April darf Brot und Mehl nur auf die Brotkarte abgegeben und entnommen werden, deren Ab- schnitte das Stichwort„G e n d a r m e n m a r k t" tragen. /lllgemeine Zunktionar-versammlung am Dienstag, den 11. April 1922. abends 8 Uhr. in der Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee 10-11. Tagesordnung: Die Konferenz öer örei foAlalistifthen Exekutiven. Referent: Parteivorfihender Genosse Otto D e l s. Mitgliedsbuch und Funktionärkarle dienen als Ausweis. Oer öezirksvorstanö. Opfer eines Wohnungsbrandes. Gestern mittag wurde die Feuerwehr nach dem Hause S u a r e z st r. 6 in Charlottenburg gerufen, wo in der Wohnung des Ingenieurs M. Reisin ein Brand ausgebrochen war. Als die Wehr erschien, hatte der Verwalter dos Hauses die Flammen schon gelöscht, doch war die 48 Jahre alte Frau Honni R., die man auf dem Korridor, mit schrecklichen Brand- wunden am Fußboden liegend, auffand, nicht mehr zu retten. Ein herbeigerufener Arzt konnte nur noch den Tod feststellen. Eine Gedöchlnisseier für Dr. Alberk Levy, den verstorbenen Gründer und Leiter der vor etwa 30 Iahren entstandenen Z e n- t r a l e für privat« Fürsorge, vereinigte gestern im Saal des Wohlfahrtsministeriums die Schar der Freunde dieses Organi- fators privater Wohlfahrtspflege. Levy hat geglaubt, daß neben allen sozialpolitischen Maßnahmen des Reiches, der Staaten und der Gemeinden die private Hilfe nicht zu entbehren fei. Er sah aber die Aufgabe der freien Wohlfahrtspflege nicht in Gewährung ein- maligcr Unterstützungen, sondern in einer den Ursachen d«s Notstandes nachgehenden Fürsorge. Der Durchführung dieses Gedankens galt die Arbeit seines Lebens. Ein Leben voll überwältigender Wirkungskraft der Liebe nannte es in'hrer Gedenk- rede Frau Wronsky, die in der Zentrale für private Fürsorge eine Houptmitarbeiterin des Verstorbenen war. Nach ihr sprachen Ver- trctcr des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorg«, der Deutschen Zentrale für Jugendfürsorge und anderer Wohlfahrt-- organisationen, denen Leoy nahegestanden hat. Einbruch in die Humboldt-Familiengnist. Am Freitagabend versuchten sechs Männer, in die Familiengruft Humboldt im Part- schloß Tegel einzudringen, t-ie hatten bereits das Gitter zer- trüminert, als sie von Spaziergängern bemerkt wurden, die die Polizei herbeiriefen. Die Einbrecher ergriffen die Flucht, doch konnte einer von ihnen, der 19jährige Gustav M. aus der Buddestratze in Tegel, festgestellt werden. Er wurde der Kriminalpolizei übergeben. TaS Kleingartenamt Neukölln veranstallet am Montag, den iE April, abends 7 Uhr, in den.HobenstaufenlSlen', Am Kottbuser Damm, einen VortraqSabend. Garteninlpcttor Krug von der LandwirtfchaflS- kommer spricht über„Sachgemäße Düngung im Kleingarten'. Der Ein- tritt ist tostensrei. Lebensmittelpreise der Woche. Zufuhr: Fleisch reiculich, Geschäft rege. Fische knapp, Geschäft etwas rege. Obst and Gemüse schwach, Geschäft flau. * In der Woche vom 3. bis 8. April galten in der Zentralmarkthalle folgende Kleinhandelspreise: Schweinefleisch 33—38 M. Rindfleisch 30— t0 M- ohne Knochen 41 M. Kalliflcisoh 32—40 M. Hammelfleisch 32—40 JI. Geräucherter Schinken 56 M. und Speck 48—50 M. Schellfisch 8—10 M. Seelachs 9 M. Kabeljau 9-12 M. Dorsch 5—7 31. In Eis: Schleie 18-26 M. Hechts 90—24 M. Aale 30—50 M. Lebende Barsche 18 M. Karpfen 20— 33 M. Bleie 12— 19 M. PUften 14— 16 M. Zander 36— 42 M. Aale 40—60 H. Naturbutter 68—74 M. Margarine 80—40 M. Schweineschmalz 44—47 M. Eier 3.90 und 4.20 M. Erbsen 8.50— 11 M. WeiSe Bohnen 8—10 M. linsen 15 M. Eiernudeln 20 M. GrieBnudeln 13 bis 16 M. Reis 10—18 M. Backobst: Aprikosen 60 M., Äepfel 60 M., Birnen 8— 40 M.. Pflaumen 20—22 31. Gemischtes 18— 24 M. Rotkohl 10—12 31. Weißkohl 6,25 M. Wirsingkohl 3—10 M. Spina« 7 M. Mohrröbon 3.50—4 M. Grüne Gurken 25—80 M. das Stüok. Rhabarber 18 31. das Bund. Salat 6-10 31. der Kopf. Zwiebeln 7— 7,50 3L E8- fipfel 13—15 31. Koehäpfel 6—9 31. Apfelsinen 3—6 31. Zitronen 1,50 bis 2 3L VezirkabitbnngZauSschuß Grah-Bertin. Tonnerstag, den 13. ApAl, abends 7 Uhr. wichtige Sitzung des erivcirerlen BildungsonSschusfes im Sitzungssaal des Bczlrfsvorslandcs, LmbiNlIr. 3. 2. Hos 2 Tc. Alle Au4- schüsse müssen unbedingt vcrlrelen sein. In dieser Sitzung werden die Overnfarten sür den 7. Mai verteilt. Sonntag, den 30. April, nachmittags 3 Uhr. im Reuen Volfstheatcr, Köpcnicker Str. 68, ,S ch u st er A i o l o s', Komödie von Arnold Kübler. Karten a 10 M. cinschlicgtich Kleiderablage und Tbeaterzrltel im Bureau des BczirfsbildiingSauSschnsscS, Linden- strahr 3, 2. Hos 2 Tr., Zimmer 8/S, und be! den Biidung-auSschujzmilglicdcrn der Kreise Tiergarten, Hallesche- Tor, Charlottenburg, Spandau, Ncufölln und Tegel. „Ter Meister vom Montmartre« das drciaftige Lebensbild Dssen- bachs, dessen Urauisübrung am 15. d. M. in der K o m t s ch e n iQ p e r slattsindel, itl mit einem ähnlichen in SHcn und Budapest zur Aussührunz gelangten Werfe nicht zu verwechseln. Ueberfall und Raubmord in einem Personenzug. Am Freitag abend in der achten Stunde wurde auf der Strecke der Halle— Hettstedter Eiscnbalin ein dreister Raubübcrfall auf die Fahrgäste«in>:s Wagens 2. Klaff« verübt, bei dem drei Personen das Leben einbüßten. Zwei jung« Burschen im Alter von 18 bis 20 Jahren betraten während der Fahrt ein Abteil 2. Klasse und forderten von den Insassen Geld. Der Sohn der im Wagen sitzen- den Fabrikant« ntrau Köhler stellte sich ihnen entgegen, wurde aber sofort niedergeschossen. Als die Täler merkten, daß ein Fahrgast die Notleine ziehen wollte, feuerten sie blindlings in das Abteil hin- «in und töteten die Frau des Bahnhofsvorstehers Schulz und die Frau des Rittergutebesitzers Nett«. Als der Zug hielt, sprangen die Räuber aus dem Wagen und entkamen in der Dunkelheit. Man hat bisher noch keine Spur von ihnen gefunden. Die Eisenbahndirektion hat eine hohe Belohnung auf ihr« Ermittelung ausgesetzt. Zilmfchau. Tie fifilme der Woche. Aus im Drama»Der Strom' von Mox Halbe ist durch boS intensive und auf kiwstleritchen Geschmack bedachte Zusammenwirken aller Kräste. die einen Film zum Gelingen fübren,-in ln der Stimmung/ im dramatischen Aufbau, in der pbotographilchcn Lebendigkeit des Bildes schönes und in jeder Hinficht ersreulichcs Lichtlpicl geworden. Tai Manuilript bält sich ziemlich treu an da» Bühnenwerk, die Verstärkung der dramatischen Linie bat die Autoren, Max Jungk und Julius U r g i g, zu keiner Ver- gröberung verleitet. Am beachtensweitcstcn erscheint die Regie von Felix Bäsch. Sie gebt durchaus von bildbasten Voraussetzungen aus und hält sicher die Grundsiimmung sest. jene» Jncinaudergleiteu von Naturgewalten und M-nschenschicktalen, auS dem der Konflikt der Brüdertragödie an der Waterkant svmbolisch und wahrhastig hervortritt. WaS die Bühne nicht geben tann. die Vcrknüpsung der Begcbcnbcit mit der Landschaft und ihren Steigerungen, holt der Film klar und eindringlich hervor. Die Darstellung strebt weit llber die äufiere Sinnsälligkcit des KinoS hinaus: sie ist bcmübt, eine streng natürliche Linie einzuhalten und durchaus auf seelische Vcr- tiesung bedacht. Grete Freund und Rosa V a l e t t l flnd geradezu vorbildlich. Eduard vonWrnterstein geht als bewundernswert echter Wcnich über die Leinwand. Eine Lauerndiele von austallender Stiltrcuc baute Robert N e p v a ch. Der Film rollt im HT. Kurfür ftendamm. In Erschütterungen de» bolschewistischen Rußlands leuchtet der Film .Der Todesreigen' hinein, den Rut G o e tz und William Karfiol nach dem Roman Makfim Thrunows. eines russischen Flüchtlings, ge- schickt in Bilder zerlegten. Dieser Film bat nicht den penetranten Duit auidringlicher Tendenz, er will nur ein Bilderarchtv von unableugbarcn traurigen Begebenbeitcn sein, sür deren Echtheit die Unbcstechlichteil der photograpbiichen Linse bürgt. Der Hexenkintopp der Vorgänge wird durch eine schlichte Handlung umrahml Eine dai Kraffeste mild überdeckende, geschmackvolle Regie, eine hingebungsvolle Darstellung, in der die mensch- Iiche Echtheit der russischen Schauivielerin Olga T s ch e ch o w a hervorragt, verhalten dein Film bei der Uraufführung i» der,« I h a m b r a' mit zu tteser Diriung._»— p. Ter II. Teil:.«ln» den Triitnernngct« eine» Frauenärzte»« (Lüge und Wahrheit) erlebte in den Ri chard-Oswald-Licht- spielen seine Uraufführung. Es ist der Versuch gemacht, schwere Probleme zu meistern. Doch fiel eine ernsthafte Diskussion wohi kaum zu- gunitcn des Manuskripte» aus, wenn ei auch manchen Rechlsertiaungsgrund für sich Hai Lüge und Wahrheit, beide» ist bewußt aus FUmerlebniS hin» gearbeitet. Prächtig find die Ausnahmen vom Gut und ebenso die aus dem Dorf, wo man wohltuend die schlicht«, tieje Schönheit de» nicht von der nerven» zerreißenden Hast der Großstadt erfüllten Landlebens genießt. Der Photo- graph, dessen Uebcrgang zur Großausnahme freilich oft besremdend ist, hat Geichmack und Geschick. Vortrefflich, wie er die Tiere vor den Zkurbelkasten lockt; doch versteht er eS auch, zum Sellptel durch das trübselig, unnütz verbrennende Feuerwerl dl« Stimmung illustrierend zu unterstreichen. Di- Regie dämpfte alle« aus bewußte Zurückhaltung, die sür diese» MiUeu auf jeden Fall höchst anerkennend und das einzig mögliche ist. e. b. Arbeitersport. „Frei« editotBijwt" ettsll». Heut« SH Uhr Proletarisch« JhltfflaBeni, Schulaula Heese-Straße. Witwtrlender:«ruft Friedrich. Wetter di» Montag mittag. Ziemlich kühl, zunächst trübe und westlich der Oder geringe, weiter östlich noch stärkere Regensälle, dann im Westen zeitweise ousklarcnd. Äädchen-Kleider «us k«r!sriem Wollstoff, mit Faltenrock, 70 cm lang. M. 259."" jede weiteren 5 cm. M. 14.— mehr Backfisch-Kleider aus modernen Wollstoffen, in jugendl. Macharten, v. M. 465.*" an Samen- Seiet- anä Segsah Sie in großer Auswahl verschiedene Formen und Preislagen RUDOLPH HERTZOG Breltestr. BERLIN C 2 Brüderstr. Herren Krawatten Regates... M, 1750 Schleifenbinder... M. 1700 Lange, farbig gestreifte Selbstbinder IQTS besonders für Stehumlegekragen geeignet... Stück M. lö Breite Form.... stück M. 4050 5000 8000 bis 145°° Kieler Knoten für Matrosenanzüge, Stück M. 8 � Herren-Filzhüte moderne Formen und Farben, Stück M. 171°° 226°° 308°° Äädchen-Äantel In Raglanschnitt,«us hübschem Fantasiestoff, 60 cm lang M. 284." 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Tie iremdarligen und dabei schönen Liebeslieder, das virtuose Gitarrespiel und die schöne Stimme de» Sängers entfesseln regelmäßig lebhaften Beifall. Im übrigen ist das Pro- gramm fast überreich. Vortragskünst- X e r i n n e n und Vortrag skünstler, ein regelrechtes Ballett mit einer unserer bekann« testen S o l o t ä n z e r i n n e n an der Spitze, ein ausgezeichneter Humorist, der mit seinen Scherzen wahre Lachstürme entfesselt, und sonstige Kunstkräste halten das Interesse stets febr rege und zaubern die Stunden im M a r g a r e I e n f a a l zu kaum fühlbarem Zeitverlant hinweg. ül GS Gardinen Ifappühnlieh billige Angebote! Nur nooh bis Sonnabend, den 15. April (Heiligabend) verkaufen wir zu ßekiamepreisen: Efiiistlergardiiienmo4M«ter(dreitemg)i68, 225, 300-575 m. Gardinen vom Stück Breiten«-.-r 26, 32� 40, 55-80 m. St0r6S alle Arten, mit Filet- und Klöppeleinsäuen 185, 223—500 M. Bettdecken ein. und zweibettig.... 150, 225, 275-650 m. 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Koch- sfra&e 11 SMWll »«er Wtf übernimmt Heinrich Sehr« Iber Sd)Snc6erg Qauptflcobc IT ' 9 Wichtige Neuerscheinungen des ¥eHages der Kometiusiistischen Internationale In Kflrze ert che Int: Die Taktik der Kommunistischen Internationale gegen die OflensiTe des Kapitals(Bericht über die Konferenz der Erweiterten Exekutive der Kommunistischen Internationale. Moskau, vom 24. Februar bis 4. März 1922). Preis Bk. 30.-(OrgaDisafionsaasgabe Mit. 15.-). In rascher Folge ersebelsen: Q. Stfiowjesv: Die Kommunistische Internationale und die proletarische Einhciisirom.(Rede, gehalten in der Kon- ftrenr, der Iii weiteren Exekutive der Kommunistischen internationale nm 24. und 28. Februar 1922 in Moskau.) Preis wk. 7.—(Organisationsausgabe Mk. 3.—). Clara Zetkin; Der Kampf der kommunistischen Parteien gegen Kriegsgefahr und Krieg.(Bericht auf der Konferenz der Erweiterten Exekutive der Kommunistischen Inter- nrtionaie am 2. März 1922 In Moskau.) Preis Mk. 7.— (Organisationsausgabe Mk, 3.—). L. Trofzkl: Die Fragen der Arbeiterbewegung in Frankreich und d e Kommunistische Internationale.(Zv.ei Reden, gehauen aui der Komcrenr der Erweiterten Exekutive der Kommunistischen Internationale am 26, Februar und 2. März 1922 in Moskau) Preis MK. 6.—(Organisalions- austabe Mk 3.—). Karl Radefc: Genua, die Einheitsfront des Proletariats und die Kommunistische Intcrnalionale.(Rede auf der Konferenz der Moskauer Organisation der Kommunistischen Partei Rußlands.) Preis Mk. 7,—(Organisationsausgabe MK. 3-). Bereits ersctaieBeg; N. Lenin und Q. Slnowjew: Gegen den Strom.(Oe- sammeltc Aufsätze aus den Jahren 1914—1917) Preis gsb Mk. 80.—, broteh. Mk. 60.—(Organisationsausgabe geb. Mk. 45.—, brosch, 80.—). N. Rucharln: Oekonomik der Transformationsperiede. Preis geb. Mk. 60-, brosch. Mk. 45.—(Organisationsausgabe geb. Mk. 30.—, brosch. Mk. 20.—) M. Philips Prlcet Die russische Revolution. Erinnerungen aus den Jahren 1917-1919.) Frei« geb. Mk. 50—, brosch. Mk. 44.—(Organisationsausgabe geb. Mk, 35.—, brosch. Mk. 18—). Karl Radek: Wege der rassischen ReTOlution. Preis Mk. 8,— (Organisationsausgabe Mk. 450). L. TrotzRI: DI; Rote Armee der SRurJetrepublik etil der Wacht.(Rede aul dem IX. Sowjetkongraß in Moskau.) Preis Mk. 10.—(Organisationsausgabe Ms. 5—1. A. Warski: Rosa Luxemburgs Stellung zu den taktischen Problemen der Revolution. Preis Mk 4—(Organisationsausgabe Mk. 2—). B. Vnrga; Die Lage der Weltwirtschaft nnd der Gang der Wirtsch ifispolluk>» den letzten drei Jahren. Preis Mk. 4— (Organisationsausgabe Mk. 2.50). Zu beziehen durch �erSag Gar»! läachf. Louis Cahnbley, Hamburg sowie titt.'Ch sämlSiche BuchhatidJuagan und Orsanisatienen dar KPD» Teliciicsclien spollbllliK Qualität la »elf nnter Fabrikstir.ns- Tagespreis ) f. Kantinen, Ar ve.ter Vereinigungen usw. Lecithin-Geselischaft SpezIalfabriVatlon von Lecltbln« Seifen m.b.H. | SW 68,M2rkgrafe9Str.72n I £noräS-La!i»r lein Ladsn GaerUnd«! 1884. 1 I RtDC-ÜMS| C. 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Edle seinem Andenken I Beerdigung am I Dienstag nachmittag I i'/t Uhr aus dem > Alten Iokobikirchhof, I Berliner Str.(Roll- I irug). Rege Beteiligung erwartet Z/17 j Di- übi.-ScUung. Oentsdier j Ketallarlieitenrerbanil Veniilttngsslclli Berlin Den Mitgliedern zur I Nachricht, dast unser l Kollege, der Gürtler Ikerm.IdiöZe Linienstraste 220, am i. d. M. gestorben ist. Ebre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Mittwoch, den 12. April, vorm. IOVj Uhr. im Krematorium Gerichtstrane statt. Rege Beteiligung erwartet 116 9 Die Ortsverwaltung hlverein Zeuthen I Am Donnerstag ver- I starb unser lieberPar- teigenosse u. 2. Vors., | der Werkmeister Alb. Kukahn | im 64. Lebensjahre. 1 Seine Pflichttreue, 1 sein liebensw Wesen I u. sein nie verfieaen- I derHumor sichern ihm fein stetes Gedenken. Der Vorstand. Pom Kuraufenthalt ge- sund zurück. 49/1091 Dr.med.Slriepecke, Schönhauser Allee 118a. Haemorrhoiden I schwinden schnell| u. schmerzl. durch I Myrobnlanum i sicher bewährt, äu- 1 Herl. Anwend. 12,50( Zugeh Salbe 15,00.[ Otto Reichel, Berlin I 41, Eisenbahnstr.4.| Verwaltungsleile Berlin 1 54, LlnlenslraBe 83 85. Geschäftszeit von vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr Telephon- Amt R-rden 833, 834, 835, 836. Hauptgruppe III. Untergruppen 5, 6, 7: Grohmafchinen- und Dampskesfelbau, Pumpen, hebezeuge, reine Schmiedereien. Maschinen aller Art. Wertzeugmaschinen. Wertzeug- und Skeinmaschinenbau. Dienstag, den II. April, nachm. ö Ahr, in der Schnlania. Koppenplatz- Versammlung der Betriebsräte der obigen Betriebe. Tagesordnung- 1. Rechte und Pflichten der Betriebsräte, und der Betriebsrat im Aufstchts- rat. Referent- Kolleg« Jaule. 2. Dislusston. 3. Ersatzwahl der Gruppeniettung. vlenokag, de» II. April, abend» 7 Ahr, im Lokal von Schniz, Stettiner Straße 52: Setttaneiisindiüiet-Sonfeten] der Geldschrankindusirie. Tagesordnung: 1 Stellungnahme»nm neuen Lohntaris 2. Branchenangelegenheiten. 3. Berschiedene»._ Dienstag, den II. April, nachmittags S Ahr, im ZIeuen Klubhaus, Neukölln, Hermann». Ecke Schierkcstraßc- Außerordentliche Deklinneswiiim-tesraz für den 6. Bezirk. Acht, mg! MWM. Achtung Mittwoch, den 12. April, nachm. S'/, Ahr, im Arbeitsnachweis, Linienstrage«3/85: VranchenversaANAttlung der Banschlosser und der Kollegen aus den Betrieben für gelochte Bleche. Tahesordnung: l. Bericht Uber die Torisverhandlnngcn. 2. Branchenangelegenheiten und Berschiedenks. ONp- Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt I 116/10 Die Ortsnerwaltnng Filiale Berlin, Sebastianstr. 37/38. Achtung! Achtung! Smeii-MWiieiim! Montag, den 10. April, abends ö�z Uhr, bei K l i e m, Hasenheide 12: Mitglieder- Versammlung Tagesordnung: l. Bericht und Beschlußfassung Uber da» Ergebnis der zentralen Lohnverhandlungen. 2. Brandienangeiegenheiten. Da über das Verhandlungsergebni» abge» stimmt werden muß, ist da» Erscheinen obiger Vranchcnangehöriger notwendig. Rur Mitglieder dieser Branche, welche mit den Beiträgen nicht über 6 Wochen rückständig sind, haben Zutritt. Die Branehentommishioa 31/7 5. 9t.: R. Fan st mann üesdiäMHe: Eerlin II 39, Oiannesstr. 63 Eingang: LiesenstraDe. fröher BnrgstraDe Heiden 1755 n. 10787* Pnststhcdi 43448 Aufnahmen in jedem Alfer. Personen von 7—60 Jahren: monatlicher Beitrag, ein Jahr Karenzzelt; über 60 Jahre: einmaliger Beitrag, ohne Karenzzeit. Kadi einjähiiser Mitgliedsdialt kostelose Bestattung v runter versteht unser Verein: Gesehiter Sarg mit üenoration und Innenausstattung, Ueber- führung nach dem Krematorium mittels eigener Bestattuntsautomoblle nebst Begleitern, die amtsärztlichen Atteste. Orgelspiel, Gesangs- quartelt, Dekoration der Feierlichkeitshalle den Redner(der Preolger ist von den Angehörigen zu bestellen), die Einäscherung, Aschenkapsel. Beisetzung derselben und die Stelle. Da, wo eine Stelle bereits vorhanden ist, w rd der Betrag, welchen der Verein sonst dafür aufwendet, an die Angehörigen des Verstorbenen gezahlt. Der Verein nimmt damit den Angehörigen die schwierigen Wege und alle Kosten, die eine pietätvolle Feuerbestattung veranlaßt, ab.— Fllr Mitglieder, welche beim Ableben dem Verein noch kein Jahr angehören, übernimmt der Verein die Vermittlunn und stellt den Redner, die übrigen Selbstkosten tragen die Hinterbliebenen. Allen Freunden und Anhängern der Feuerbestattung halten wir uns bestens empfohlen. Prospekt gegen Porto. Kassenbuchhaiter (Gegenbucf halter), erste Kraft, gesucht(RB.O. Gruppe 8, Anrechnung 5 Dienstjanre). Vereinsmitgliedschaft Bedingung. Anmeldungen an den Vorstand sii d bis zum 18. Aptil einzureichen. 181/13 Der Vorstand. V f-S**:."5 f-.T';V.Y*r J �Spezialarzt� Dr. R.Sprinz" Syphilis, Harn-, Haut-, Frauenleid., Mannesschwäche.— Rasche Hilfe ohne Berufsstör Potsdamer Str. 45 � Sprchst 11-1,4-7 Sonntag 11-1. 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Alle Schritte der unterzeichneten Organisationen, eine Besserung dieses unhaltbaren Zustandee herbeizuführen, haben bis jetzt keinen Erfolg gehabt. Der Berliner Kohlenhandel richtet deshalb hierdurch an die Verbraucher die Bitte, bis auf weiteres nur den allemot wendigsten Tagesbedarf an Koks von ihren Lieferanten anzufordern. Von einer Bevorratung muß zunächst abgesehen werden, da gegenwärtig keine Möglichkeit besteht, größere Mengen Koks zu liefern. Angebote zur sofortigen Lieferung größerer Mengen sind deshalb mit Vorsicht zu behandeln. Selbstverständlich wird der Berliner Kohlenhandel nach wie vor nichts unversucht lassen, im Interesse der Bevölkerung eine bessere V ersorgung Berlins zu erreichen. Verband der Berliner Kohlen-Großhändler E.V. Berliner Kohs- Vercinigung G.m.b.H. IM/1 festes Oewebe g�fSO Herren-Hemden.......... wt Herren-Hemden 7900 Herren-Hemdsn ÄÄ ,»700 Einsiben, vorzügliche QutütSt...MIc.*01 Herren-ünieriiosea festes oe- 1000 webe.............. 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BtamLae, sehr it BeSti# ecteen, engl. u.i a dSrbMtttll-Bett- -------- u � Teo- c k* n n n to m Ostersortnabemt, dem 15. Aprfl 1922, bleiben mwcre Geschäfte und Wechselstuben in Berlin und Vororten mit sämtlichen Kassen geschlossen. Nur fCr die Hinterlegung von Aktien zur Teilnahme an Oeneralrersaromliüngen, sofern es sich um den letzten Tag der Hinterlegungstrist handelt und für Wechselzahlungen wird im Hauptgeschäft ein Schalter von 10 bis 12 Uhr vormittags geöffnet sein. Berlin,, den.5. April 1922. Bank für Handel ond Industrie Berliner Handels-Geseltscliaft S. Bleichröder Commerz- und Privat-Bank Aktiengesellschaft Delbrück Schickler& Co. Deutsche Bank Dresdner Bank Direction der Disconto-ßesellschaft J. Oreytus& Ce, Hardy& Co. G. m. b. H. Mendelssohn& Co. Mitteldeutsche Greditbank Nationalbank für Deutschland Kommanditgesellschaft auf Aktien N E R S C H I E Die Dole GewerRsc�afts- Internationale HERAUSGEGEBEN VOM VOLLZUGSBURO DER ROTEN GEWERKSCHAFTS.INTERNATIONALE AUS DEM INHALT: IM-m* l&• Oic Grundprobleme der intematio» » k?» nalen Gewerkschaftsbewegung• Lo- sowtki: Die italienische Gewerkschaftsbewegung am Scheidewege• J.N.: Zur Frage der kapitalistischen Offen» sive- B.Reins/ein: Sacco und Vanretti• G.Smolianiky; Die Kindereien der deutschen Syndikalisten. Aus der internationalen Arbeiterbewegung: Berichte und Artikel Ober Deutschland, England, Frankreich, Spanien, Ungarn, Belgien, Tschechoslowakei, Jugoslavien, Skandinavien, Luxemburg, Schweiz, Der nahe Osten, Süd- Afrika■ Die Arbeiterjugend und die Gewerkschaftsbewegung• Die Tätigkeit der internationalen Propaganda- Komitees• Aus demWeltwirtschafisIeben- Chronik der russischen Gewerkschaftsbewegung• Offizielle Mitteilungen Nr.9: Die„Werbewoche der Roten Gewerkschaftsinternationale"• Losowski: Die Hauptmomente de» Werdeganges der K. G L• Die Genfer Konferenz der international. Arbeitsorgan sation Losovski: Genf, Washington, Amsterdam• Ober die Frage der Arbeitslosigkeit• H. Brandler: Kampf oder Bluff• Die W ashingtoner Abrüstunglconferenr und das Proletariat■ Aus der internationalen Arbeiterbewegung: Berichte und Artikel über England, Italien, Deutschland, Frankreich, Tschechoslowakei, Schweiz, Holland, Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland, Lettland, Bulgarien, Griechenland, Buchara• Aus dem Wirschaftsieben Berichte an das Vollzugsbüro• Dokumente- Bibliographische Notizen- Offizielle Mitteilungen u. m. Preis pro Xaminer 15 JI-, Orsanlnationsanseabe 6.Tl. Pööbus- Verlag, Berlin SWll�z s anPr/fdle cf/reAtä6 /�Ar/A £/igros bekannte yute fö/runy Jetfpr'Zwiscfte/i/i onefel tfosy est hoffet A/arr/'r Goj€/ren7S Af.*r GcJduarenfdbHA ff. Sc/jneic/er a. Sohn. Bronnen skr&7. 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WARSKI Hosa Luxemburgs Stellung xu den talciiscOen Problemen der Revolution Inßalt Das gefSlscßls TcstamentiTcrrorlsmixs/Demokraßel Konstituante I PressatrelDelt I Die ba'.scCem'.tlhcOe Cosung in der Agrarfrage vor der Oktoberrevolution/ Der Anssurm der Bauernmasse; Die Stellung der KommunistlscSen Inler- nallonale aur Agrarfrage/ Der neue Bresler Friede/ Ue- volulionSre Kritik Preis Mk. 4.-(Organisaflonsausgabe Mk. 2.-) Zu bexleßen d u r cQ den Verlag Carl Hoym ScOf. Couls Caßnbley, Hamburg sowie sämü. BucCßandlungen und Organlsalionen der K. P. D. ■v"<. ä. V i."�s> fifftA- KeueKauti erzielt man schmerzlos, unmerkl. für die Umgebung durch die echle Vater- PhlMpp- Schälkurä 12M. vom Tutogen-Laborator, Oresden-Zschachwitz 146 Schält Pickel, Mitesser, Sommerspross., Ham- unreinigk usw.ab.läutanmutige junge Haut zum Voesch, komm Erh. i. d. Elelamenapoth, Leipz. Str., n. Droger. Bastlanstr 2, PehmamstJ. Rei- nickend. 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Der Penneboos hatte einen verdammten Wein, der uns wild machte wie die Säue; wir erzählten uns Geschichten, die der„Vorwärts" niemals abdrucken würde, und sangen Lieder, wie etwa folgendes: -*) Unsere Hauptleidenschaft aber war der Sport. Er zog alle In- fassen der Penne in seinen Bann. Seine Ausübung verlief in voller Strenge nach den Regeln des Deutschen Rennsportverbandes. Auf dem großen Tisch w�rde ein Plan ausgespannt, der ein Start und ein Ziel sowie fünf Rennbahnen aufgezeichnet erhielt. Fünf„Trainer", so benannt wegen ihrer am Rhein auf- und abwärts berühmten hochrassigen Läusezucht, stellten die Tiere. Schielknopf, der Alters- Präsident unserer Penne, hatte den Totobetrieb inne und gab die Wetten aus. Er war mit süns Prozent am Umsatz beteiligt, die Trainer mit je drei und einem Futtcrkostenzuschuß. Jeden Abend wurden sechs Rennen gelaufen, manchmal auch, wenn die Tiere gut in Form waren, sieben- Die Abenhe verliefen immer sehr genußreich. Es gab Wettende, die auf gut Glück setzten, und solche, die auf Grund jahrelanger Er- fahrung die Leistungen der Tiere gut abzuschätzen wußten und die Tips ausgaben. Ueberrafchungen waren freilich nicht selten. So gab der dicke Schinner, der früher bei der Fremdenlegion gedient hatte, einmal eine Laus ins Spiel, die kaum das erste Pubertätsalter er- reicht haben mochte und wegen ihrer Winzigkeit allgemeine Heiter- keit erregte. Das Tierchen verfügte jedoch über ein ungeahntes Training und kam mit einer hohen Quote heraus. Leider fand es Schinner am nächsten Abend nicht wieder. Eines Abends kam ich höchst mißmutig aufs Asyl und beteiligte mich an keiner der Lustbarkeiten. Das fiel schließlich Ossel aus. Er klopfte mir auf die Schulter:„Was ist los. Tob?" „Ach— kein Geld. Ich hänge schon mit zwei Rächten und Du kennst doch den Boos. Wahrscheinlich muß ich heute im Freien pennen." Ossel biß nachdenklich seine Lippen.„Lieber Tob, Du weißt, ich habe jetzt eine Schickse, und Liebe kostet heutzutage schweres Geld. Ich habe noch fünf Pfennige— aber paß auf, wir werden heute abend Geld machen, mir ist wie so..." Das stimmte mich neugierig und hoffnungsvoll; denn ich kannte Ossel als einen Mann, der weih, was er sagt. Wir traten an den Tisch, wo eben der Start nominiert winde. Die Kunden schienen heute gut bei Kasse zu sein, die Trainer setzten ihre beste Zucht ein; an solchen Tagen pfleaten sicy Amateurs zurückzuhalten. Um so mehr fiel e, auf, daß Ossel die vierte Bah" belegte, noch dazu mit einem bis dabin vorkommen unbekannten Jnlekt. „Wie heißt sie?" fragte Schielknopf. „Fatima..." sagte' Ossel schlicht, griff sich hinter die Ohren nnd legte eine gewaltige Laus auf den Tisch, die sofort von ver- schiedenen Seiten begutachtet wurde. .E» ist Vollblut." meinte Schinner,„breite Hüften, rassige ffeiseln, drei schwarze Punkte auf der Kruppe— nicht übel, aber das Tier ist zu fett. Keinen Pfennig auf Sieg.. „Laß man," erwiderte Ossel kühl,„ich fetze zwanzig." Wenn das nur gut abläuft, dachte ich. Da» Spiel begann. Di« Trainerläuse setzten mst Nerve ein, .Eäcilis" nahm die Führuna Knapp hinter ibr lag„Agamemnon" dann„Kratzfuß" und zum Schluß„Riki". Die Novize aber rühr sich nicht vom Fleck, obwohl Schielknopf, der das durfte, sie mehr «al» antupfte. Alle» lachte schadenfroh, Ossel blieb jedoch gelassen. Schon hatte„Eärilie" beinahe die Hälfte der Bahn zurückqeleat da sprang„Fatima" an. Es war fabelhaft.„Eäcilie" wurde mit achtzehn Längen geschlagen. Schielknopf bekannte, daß ihm in seinem erlebnisreichen Dasein so etwas von Laus noch nicht über den Weg gelaufen wäre. Das sei einfach eine Ueberlaus. Ossel lächelte nur, setzte aber für dos'weite Rennen auf„Aoamomnon", während alles auf„Fatima" wettete. Wieder lief Ossels Lau» nur einige Schritte und blieb dann stehen, diesmal jedoch, ohne wieder ein- zusetzen. So landeten„Niki" als erster,„Agamemnon" als zweiter. Was soll ich sagen— es war, als ob„Fatima" im geheimen Auftrag von Ossel handle; sie lief oder lief nicht, je nachdem, wie Ossel setzte, und Ossel verdiente beinahe einen Taler. Es war fabelhaft. Einfach fabelhaft. Natürlich brauchte ich in dieser Nacht nicht auf der Wiese zu schlafen und harte am nächsten Morgen gewaltigen Katzenjammer: denn ich sagte wohl schon einmal, daß Ossel der patenteste Junge gewesen ist. der jemals die rheinischen Winzer geschunden hat. Nachtrag: Allgemein wird an dieser Geschichte gerügt, daß sie Aufklärung darüber schuldig bleibe, wieso die Laus. Das weiß ich leider auch nicht. Es gibt eben Dinge zwischen Filz und Schopf, von denen Eurer Hochwohlgeborcn Schulweisheit nichts träumt... •) Der Text ist unmöglich. Ich weigere mich. Der Setzer. Grost-Serline? parteinachrichtelu ypi» i i. i~rm~n tu n ftt: i;: 2. Äni« Tie-gartc». Movtaz, Jen 10. April, 7 Ahr, im flonferrnz.■ »immrr der Schule Wold�userstr. 20, legtet Rutjusoienb de»®t-'p. n-ilen Sartitle. Erscheinen Pslicht. 4. Rtti« Prenzlauer Berg. Montag, den 10. April, 7 Uhr, im kleinen Saal der B-itzow-Braucrei, Prenzlauer Allee, Versammlung aller � Parteiaenassen»nb-genas sinnen, die in ber Rominuiialverwaltung S tätig(lnb, Bezirlapeiorbnete,»urgerbeputiert« usw. Bortrag be, p f!ell»ertretenben Bürgermeister» Aatl Bauer. Erscheinen Pflicht rj Gäste willkommen. 5. ftcei» Friebrichohain. Montag, ben 10. April, 7 Uhr, bei Schntfcrt,,? Mübctsbotfci Strohe, Vorstanbosigung. m 6. Ärcts Ätcnzberg. Montag, be» 10. April, 7s4 Uhr, Borstanbsstgung bei Reim, Utsanstr. 29.- OTcir'- U"" 21. Abt. 7Vj Uhr bei Groll, Hennigshorfer Sir. 10, FunkHonSroersamnilung. Sämilickic ssnnkiionäre müssen ber wichtigen Tagesordnung wegen anwesend sein. Die Funktionäre mllsien die illutglirter zur Mitgliederversammlung am Mittwoch einladen. lt. Abt. 7 Uhr bei Gläser, Rotibuser Ufer 39/10, Sitzung der Funktionäre, Detriebsvenrauensleute und Elternbeiräte. Erscheinen ist Pflicht. 71. Abt. Zehlendorf. 714 Uhr Generolversommlung im Raiserhof, Potsdnnier .W. W Montag, den 10. April. 7sh Uhr, wattige Sitzung der weiblichen znnkiianäre bei Rabe, Zichtestr. 29. Bearbeitung des Frogebegens für den Jahresbericht. Erscheinen aller Genoffinnen bringend notwendig. Einladungen ergehen nicht. 12. Rrei» Steglitz, Eichterfelbc, Lankwitz. Montag, den 10. April, 7s4 Uhr, gemeinfame Sitzung der Bildungsousschülse bei Siowafler, Stephanstr. 1, in Südende. Tagesordnung: 1. Maifeier. 2. Ar» deitsplan 1922/23. 3. Verschiedenes. Erscheinen aller Mitglieder ist Pslicht. 14. Rrei, Nenkälln. Britz. Montag, ben 10. April, 7 Uhr, Funktionär- »ersommlnng in der Aula des Realgymnasiums, Raiser-Friedrich- Straße 2l0.«ortrag der Genossin Minna Todenhagen über„Unsere Feauenarganisatio». Erscheinen sämtlicher Fuuktronäre unbedingt ersorderlich. Straße. Die Versammlung beginnt pünktlich wegen der reichhaltigen Tagesordnung. 114. Abt. Lichtenberg. 7ZH Uhr bei Rienäcker, Rrossener Str. 14, Mitglieder. Versammlung. Thema:„Roalifion— Arbeiierregicrung". Referent Ravl Rruse. 123. Abt. Rauleborf. 7V4 Uhr im Reichensaal ber Schule Abolsstratzi, Mit- glirtcrversammlung. Neuwahl der Abteilungsleituna. Achtung, Banken! 6 Uhr im Brandenburger Reiler. Mittelstr. 29, Versammlung aller Beamten und Angestellten, die ans dem Boden der SPD. stehen. Tagesordnung: 1. Der utopistische Sozialismus. Referent Dr. Schütte. 2. Freie Aussprache. 3. Verschiedenes. » Achtung, SPD.'Fnnktionäre bei der Berliner Feuerweh-I Dienstag, den 11., und Mittwoch, den 12. April, vormittags 10 Uhr, im Sitzungssaal de? Bezirksoerbandes. Linden str. 3, 2. Hof, 2 Trep. rechts, äutzerst wichtige Besprechung. Mitgliedsbuch und Funktionärkarte legitimieren. 123.— 130. Abt. Pankow. Da am gahladend am Mittwoch sehr wichtig« Be- sprechungen stattfinden, ist es dringend notwendig, daß all« Genossinnen und Genossen die gahlabende ihrer Gruppen besuchen. 17. Rrei» Lichtenberg. Montag, den 10. April, 7 Uhr, Funktionär. fitzung im Arbeitsamt, Schreiderhoner Straße(Eingang Mnrktstrasie, parterre recht-, Frauenabteilnng). Wichtige lich««bteilnngssührer find eingeladen. Tagesprdnnng. Samt- 13. Rrei» Weißensee/ Montag, ben"!«. April, 8 Uhr, I« Lokal»amp«, Lichtenberger Str. 8, Rreisfunktionärversammlnng. 10. Rrei, Pankow. Die Plakate sür die am Donnerstag, den 13. April, bei Lir.dner, Breite Straße, stattsindcnd« äffertliche Versammlung find»am Montag ab bei Mriier, Türkisches gelt, abzuholen. Res«. renk Hanbelsmintster Willi Sicking. 20. Rrei, Reinickendorf. Montag, den 10. April, 7 Uhr, im Rathaus Wittenau, erweiterte Rreisoorstanbssitznng: um 6 Uhr Sitzung der Abteilnngsleiterinneu. Zeder Abteilungsleiter nnd-leiterin muß anwesend sein. 10. Rrei» RSpenick. Dienstag, ben 11. April, 7 Uhr, Sitzung der Ar- beitegemeinschaft sozialdemokratischer Elternbeiräte bei Schulze, Müggelheimer Str. 12. Der Rreisoorstand ist dazu ebenfalls ringe- laden. Wegen bor Wichtigkeit bee Tagesordnung ist dos Erscheinen nllee sozialdemokratischer Elternbeiräte unbedingt ersorderlich. Jeder Ort muß»ertreten sein. Achtung, Beamte und Angestellte de» Reichspatentamtes und des Landgericht« II! Dienstag, den 11. April, nachmittags 3% Uhr, in den Rammersälen, Teltowe: Str. 1, Versammlung. Tagesordnung: „Die augenblickliche Lage de» Beamtentums". Referent Legation». rat Dr. z-chlin.— Freie Aussprach«. Heule, Sonntag, den 9. April: 31. Abt. Vormittags 10 Uhr bei Goldschmidt, Stolpifchestr. 30, wichtige Funk- tienärkonferenz. Erscheinen unbedingt erforderlich. 30. Abt. Ausnahmsweise findet die Fuuktionärsitzung heute vormittag 10 Uhr �ugenöveranstaltunyen. Berel« Arbrlter-Ztigeud G-oß-Berlin, SW. 88, Lindeastr. 3, 2. Hos, 2 Trp. Telephon Moritzplag l2t 08—121 13. Heule, Sonnlag, den 9. April: Lankwitz. Die dritte Gründungsfeier, verbunden mit einer Banner» weihe, findet heute abend in Lehmanns Festsälen, Raiser-Wilhetm» Straße 29/31, statt. Bestehend aus Zugendchor, Proloz, Festansprache, Rezitationen, Wanderbilder, Hans-Sachs-Spiel und Reigentänzen. Eintritt 3,09 M. Anfang 8 Uhr. Röpenick-Adlershos. Eine Jugendfcier findet heut« abend, 7 Uhr, in Köpenick, in der Aula der Dorotheen-Schule„Frecheii" statt. Bestehend aus Gesang, Prolog, Ansprach«, Liedern zur Laute, Rezitationen. Ein» tritt 2,S0 M. 9. Reeis Wilmersdorf. Eine Frühlingsfeier findet heute abend, 8 Uhr, in der Aula des Goethe-Lyzeums, schmaraendors, Spandauer Straße, statt. Bestehend aus Prolog, Volkstänzen, Musikvorträgen, Fest- rede. Eintritt 2 M. Röp-nicker und Reichenbergee Viertel. Ein« Jugendfeier findet heut« abend in der Aula des Leidniz-Gymnasiums, Mariannenplatz, statt. Bestehend aus Gesang, Prolog, Festansprache, Musikvorträgen, Rezitationen, Reigentänzen und Ausführung eines Hans-Sachs-Spieies. Eintritt 2 M. Anfang((.8 Uhr. Moabit. Surn Besten des Arbeiteriugend-Landheims findet heute abend in der Kirschner-Oberrealschule, Swinglistr. 2. eine Jugendfeier statt. bei Schirm, Eharlottensir. 8, Morgen, Monkag, den 10. April: 3r»trala,beit,a»»sch»ß der SPD., Elternbeiräte Groß-Berlin». 6V4 Uhr wichtig« Sitzung im Stmmer der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 8, 1. Hof I. Ieoer Rrei» muß vertreten sein. l. Abt. 7>4 Uhr bei Muschner, Am Zirkus 10, Borstanbssitzung mit den Be- zirksleiter». 4. Abt. 7V4 Uhr im Lokal Schwartz, Blankenfeldestr. 10, erweiterte Borstands. sitzung. Sämtlich« Beiriebsoertrauensleute, Elternbeirat« sowie alle iibri» gen Funktionäre müssen erscheinen. Stellungnahme zur Generaloersammlung. 8. Abi. 7s4 Uhr Sitzung der Funktionäre und Betriebsvertrauenslrute bei Dobrohiaw, Swinemünder Str. 11. 8. Abt. 7/4 Uhr Bezirksführersitzling bei Rickrrt, Steinmetz ftt. 36a. 9. Abt. 7/4 Uhr Funktionärsitzung bei Hübner, Witsnacker Str. 34. 10. Abt. 7V4 Uhr Funktionärsttzung bei Trilmper, Flensburger Str. tz. Neu» wähl des Norsionde«. 12. Abi. 744 Uhr Funttionärsitzung bei Schmidt, Wicleffstr. 17. 13. Abt. 7 Uhr Eldung der Bezirlssührer und BetricbsdertraucnSIeute bei Müller. SIromstr. 40. 14. Abt. 7 Uhr Funktionürsthung bei Sillwolb. Puttbufer Str. 27. IS. Abt. 7 Uhr Sitzung der Partcifunllionäre und LetriebSverlrauenSIeute bei Obligo. Stralsunder Str. 11. 10. Abt. 7 Uhr bei Krüger, Hussitenstr. 34, wichtig« Funktionärsitzung. IL. Sibl. 7 Übe Sitzung sämtlicher Funktionäre bei Giebel. Panlstr. 82. Par» teistinltionäre und BetrieoidertrauenSleute. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen«Nicht. IS. Abt. 744 Uhr bei Milsch. Thriftianiastv. IIS, wichtig« Sitzung ber Bezirks» „-.w. führet und B-triebSvertrauenSleiite. Dl« Novize aber ruyne 22. Abt. 744 Uhr bei Senkel. Ulrechter Str. 10. Sitzung der Bezirlssührer mit dem AbleilungSvorstand. Noch nicht abgeliefertes Material zur Berufs- stotistik ist unbedingt mitzubringen. 2». Abt. 744 Uhr bei Grunewald. Kameruner Str. 10, Sitzung der Bezirlssührer und BeiriebSdertrauenSleute. 24. Adt. 7 Uhr wichtige Sitzung der Bezirksfübrer. BettiebSvertrauenSIeute und Elternbeiräte bei lliöSner, Immanuellirchstt. 25. Stellungnahme zur PorstandSwahl. 33. Abt. 744 Uhr bei Echonack. Samariterstr. 8, Sitzung sämtlicher Funktionäre. BetriebSdertrauenSleut« und Elternbeiräte. 40. Abt. 744 Uhr dt Keufner. Hogelberger Str. 20a. Sitzung sämtlicher FunNio- näre. BettiebSverlrauenSleut« und Ellcrnbeirätc. 40. Abt. 744 Uhr bei Kaiser, Slalitzer Ztr. bg, Sitzung des Ahteillingdor- stände» der Frauenlettung sowie sämtlicher Funktionär« und Elternbeiräte. 48. Abt. 7 Uhr bei Kasian. Gilschiner Str. 02, Sitzung sämtlicher Funktionäre, BetriebSderlrauenSleute und Elternbeiräte. 53. Abt. Eharlottcnburg. 744 Uhr erweiterte Borstandssitzung bei Lux, Ufnau- straße 1. Erscheinen aller Funktionäre ist Pflicht. 77. Abt. Schöneberg. 744 Uhr Funktionärlonfercnz bei Will, Marti n»Luther» Strafte 69. 32. Abt. Steglitz. Die Arbeiisgemelnschafi der Frauen fällt an diesem Mon- tag au». 83. Abt. Tempelhof. Pünktlich 7 Ilde PorstandSwahl bei Hansen, Borussia-, Ecke Neu« Straße. Da» pünktliche Erscheinen aller Borstandomitglicder, besonder» der Bezirksführcr, ist dringe ich erforderlich. 108. Abt. Köpenick. 744 Uhr in der Aula der Dorotheen-Schule„Freiheit", Generalversammlung. Tätigkeitsbericht de» Abteilungsvorstaude» und Neuwahl desseiden. 124. Abt. Mahlsdoes. 744 Uhr Borsiandssitzung bei Ander». Zungsozialisten. Gruppe Köpenick: 744 Uhr im Stadttheater Vortragsabend. Ilcbennorgen, Dienslag, den 11. April: 7. Abt. 744 Uhr Mitgliederversammlung in Köhlers Festsälen, TIeckstr. 24. Referent Schumann. Thema:„KoHlenersparnisse bei der Feuerung". Neu. wähl de» Barstande». Schöneberg I. Eine Jugendfeier findet heute adend in der Aula der Uhiand-Schule. Kolonnenstr. 21/23, statt. Bestehend au« Gesaug. Rezitationen, Ansprache, Musik und Aufführung des Jugendspiel» „Spiclmanns Schuld' von E. R. Müller. Anfang 7 Uhr. Zngendhefw Lindenstraße. Das Jugendheim bleibt heut« geschloffen. Di« Besucher beteiligen sich am der Jugendfeier am Mariatinenpiatz. Alle Abteilungen, die turnen, miilien zum Donnerstag, ben 13., einen Vertreter nach dem Jugendheim Lindenstr. 3(Diskussionsziinmer) entsenden. In der Sitzung wird die Borbereitung der Sommerarbeit besprochen. Morgen, Montag, den 10. April: D-nmschnlenweg: Jugendheim Ernststr. 10, Bortrag:„Fritz Reuter und sein« Werke'.— Hermsdors: Jugendheim Turnhalle Roönstraßc, Jahreshanpt- Versammlung. Südost, Röpculcker und Reichenberger Biertel. Sin Einführungs. abend für die Schulentlassenen findet Montag in der Turnhalle Wrangel- straßc 128 statt. Alle Schulentlassenen sind zu dieser Beranstaltung herz» lich st eingeladen. Da, Iuarnds-krrtnelat ist am Mittwoch nnd Donnerstag nächster Woche bis 7 Uhr geöffnet. Am Ostersonnabend bleibt da» Jugend» sekretariat geschlossen. M. SCHULMEISTER KOTTBUSER TOR Elegante fertige Herren-Anzüge üisn.". B. 1875.-, TL 21 50.-, K.229S.- ähne 3 u. 12 ZK. mit Trledenskauischuh 5 Jahre schriftl. Garantie. Zahnziehen mit Betüuhung bei Bestellung von Gebissen gratis. Kronen v. 30 Mk. an. Spez.: Zähne ohne Gaumen. Keine Luxuspreise. ahn-Praxis Katvani, taiger Strafe 1. 4 Erhältlich In Apotheken. t Chem.-Pharm. Laboiat. Otto& Co., Praizkfnrt n. M. 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