Nr. 170 ♦ ZH. �ahrgavg Ausgabe>A Nr. SS Bezugspreis: TieUeIiShrl.SU.— M., monatl. SO,— M. frei ins 5nii», oorau» zahlbar. Post- bezuz: Monatlich W.— M.. einichi. Au- stellungsgediikr. Unter Kreuzband tilr Deurickiland, Danzig. Saar- u. Mcrnel- nrbiet, sowie Westpolen. Oesterreich u. Luxeniburg 6i,— M.. sür das übrige Dusland SZ.—®i. Postbestellungen nehmen an Belgien. Dänemarl, Eng- land. Esthland, Finnland. Franlreich, bolland. Lettland. Luremdurg. Oester- reich. Scl'weden. Schweiz. Tschecho- Slowalei und Ungarn. Der.Vorwärts" mit der Sonntags- beilage„Volt und Aeit" der Unier- haiwngsdeilage„ioennwell" und der Beilage„Siedlung und Kleingarten" erscheint wochenläglich zweimal. Sonn- tags und Montag» einmal. Telearamm-Adreffe: «SozialSemolral verll»- Abend-Ansgabe c 0rov. lSerUn SS c>? SS pkennig D Devlinev Volksblnkt Anzeigenpreis: Die e i n s p a l t« g e Nonpareillezei!» kistel 12,— M.„kleine Anzeigen" da» fettgedruckte Wort Z,— M.cde, weitere Wort M. Stellengesuch» und Echlasstellenanzeigen da» erst« Wott 2.— M., sedes weitere Wort I.S0 M. Wort« über lö Buchstaben zählen für zwei Worte. Familie»-?.n- zeigen für Abonnenten geile 6,— M. Die Preise verstehen sich einschließlich Teuerungszuschlag. Anzeigen Mr die n 2 ch st e Nummer müssen bl» 4'/, Ahr nachmittags im Hauptgeschäft. Berlin SW LS, Linden» straße 3, abgegeben werden. Geöffnet von S Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Zentrahrgan der SoÄaläemokratifcken parte» Deutfchlands Redaktion und Expedition: SW bs, Lindenstr. Z Redaktion Moriuplan 15, in»-»? »herniprcnzer. Moriüvlan II7S»— ÜZ Montag, den 10. April 19ÄÄ vorwärts-verlag G.m.b.H., SW b8, Lindenftr.Z Jeckru>»,n«>rl,i-?- T�rrlag,«Hxvedition»nd Inserate». »yrrniyrrnfrr.„dteilung Morikplat. n7SZ-S4 Explosionsunglück in Gleiwitz. Am Mittwoch fällt in Genf die letzte Entscheidung in den sUrjchlesiichen Verhandlungen und nicht mehr allzulange daben die Ententestaaten das Recht, Oberschlesien besetzt zu halten. Da muß noch fast zuletzt und während die Affäre von Petersdorf und die Ennordung des deutschen Polizisten vnd eines deutschen Hüttenarbeiters in Gleiwitz durch Frau- zosen noch nicht erledigt sind, eine neue Schreckensnachricht kommen: G! e i w l H. 10. April.(BJIB.) Als gefkern kurz nach 12 Uhr auf tern allen hüllcnfiiedhof französisch« Vesahungslruppcn in einer ollen Scust unlcr der Kapelle nach Massen suchten, die dort vergraben sein sollten, stießen sie auf Minen, die in die Lust flogen. Dabei sind 15 Franzosen getötet und l0 schwer verletzt worden. Die Kapelle ist vollständig vcrnichiet. Leichenhalle und Gruft wurden in die Lust geschleudert. Aus Anordnung des Krciskonlrolleurs wurden samt- liche Lokalitäten, Kinos und dos Thealer geschlossen. Mit der Der- Hüngung des Delagerungsznstandes wird bestimmt gerechnet. Auch der deutsche Baumeister Häusler von der staatlichen Hütte in Gleiwitz, Dater von vier Kindern, hat den Tod gefunden. Dach weiterer Meldung sind 23 Menschen getötet. Die Firedhofskapellz ist vollkommen dem Erdboden gleichgemacht. Eine Leiche wurde ohne Beine im Wasser des Kanals vor- gesunden. Bisher fand man aus dem Friedhof g-'gen 4 0 Stiel- Handgranaten und Eierhandgranaten. Das Betreten der Ung ücksstättc ist jedem verboten. Die TU. hört aus den Kreisen der Interalliierten Kon- trollkommisfion, daß für die bereits abtransportierten eng- Üschen Truppen in den nächsten Tagen Ersatztruppen eintreffen. Auf Anordnung der Interallierten Kommission ist das Erscheinen der Gleiwitzer Blätter solange verboten wor- den, bis ihnen eine Erklärung der Kommission zur Verösfent- lichung zugestellt worden ist.(!) Bis zur Stunde ist der Reichsregierung nichts weiter über das traurige Ereignis bekannt. Man nimmt an, daß die Oppelner Ententekommission aus ihrer Untersuchung noch nichts in die Oefsentlichkeit dringen läßt. Der tragische Vorfall in Gleiwitz wird bei allen redlichen Menschen in Deutschland die tiefste Teilnahme wecken. Wir beklagen den Tod zahlreicher Menschen, die das Opfer ihrer Pflicht geworden sind, und erwarten eine rücksichtslose Aufklärung der Ursachen, die zu dieser Katastrophe geführt' haben. Politisch wird das beklagenswerte Ereignis— obwohl es sich in einem Gebiet vollzog, das vorläufig immer noch der deutschen Staatshoheit entzogen ist— zweifellos zum Schaden Deutschlands ausgebeutet werden. Aber mag es sich um den verbrecherischen Vorsatz einzelner verwahrloster Individuen handeln, oder mag, was wahrscheinlich ist, das Unglück eine zsolge der idiotischen Schatzgräberei sein, die von unverstän- digen Menschen mit Explosivstoffen getrieben wird, auf jeden Fall weiß sich das deutsche Volk frei von der morali- schen Verantwortung für solche Vorfälle, die es be- klogt und deren mehr oder minder schuldigen Urheber es oer- abscheut. An dieser der Welt bekannten Tatsache wird auch die gegen Deutschland gerichtete national! st ische Hetze scheitern, die als Folge der Gleiwitzer Katastrophe nicht aus- bleiben wird. Konferenzbeyinn in Genua. Di? deutsche Abordnung ist gestern abend 8 Uhr in Genua cuzgetrosfen. Da die Vorkonferenz der Entente gerade noch tagte, war zum Empfang neben dem deutschen Botschafter in Rom, Neurath, nur der italienische Minister Rossi aus dem Bahnhof. Ministerpräsident de Facta und Außenminister Schanzer brachten den Deutschen den Willkommengruß ins Hotel. Heute nachmittag 3 Ubr eröffnet de Facta die Konferenz, wird darauf von Lloyd George zum Vorsitzenden vorge- schlagen und nimmt dann selbst das Wort zur Eröfsnungs- rede. Darauf sollen die Vertreter Englands, Frankreichs, Bel- giens, Rußlands, Deutschlands und anderer Staaten sprechen, worauf man vier Kommissionen einsetzen wird oder erst eine Unterkommission zur Lorbereitung dieser Ausschüsse. Vie Russen sind unzufrieS-n. Dem Dcrtretcr des„Intel", der gretze Mühe hatte, durch die .chen zu dringen, sagte in Santa Marghcrita der sowj-tukrainische Vertreter Tr. N o k c w s k i. datz ei und auch andere Delegierte mit ihrer Unterbringung s
Nmgegeud. vielsack, Keiler, am Tag« etwa» wärmer vrl mäzipen, ansang» loefllichen. später istllchen Winden, kein« erheblichen Niederschläge._ Ueberschwemmungskakastrophe In Dünalmrg. Inf»lg« großer Eisstauungen in der Düna ist es ln Dünaburg zu einer schweren Ueberschwemmungskatastrophe gekommen. Das 10 Meter über normal gestiegene Wasser hat d i« Vorstädte überschwemmt, daß die Häuser bi, zum zweiten Stock im Wasier stehen. Di« Holzbrücke ist teilweise zersto'-t und weg- geschwemmt worden Auch die erst iistzlich errichtete Eisenbahn- brück« ist gefäfyrtwt. Man hofft, durch A r t i l l e r i e l e u« r das Eis zu zertrümmern. Nach den letzten Nachrichten soll bereits eine Besserung der Situation eingetreten sein. Grsfl-Serliner parttinacbricbten. tu«dt. fi eilte ndend 7 vhr: vunttlim!tr,eff-m>nliin, bei NZlsel. unechter«V.» (frfchelneii Pflicht. 44. Äbt. Wezen der aflaemetnea Aiinft>,n!Ir»e?saM!i»luns(ludet dt««t|iing d«e Funtlionäre am Mlttinoch, den 11,«pell, statt. Sport. Kadrennei» ln rreptow. Recht kalte« Wetter, fchwicher vekitth,»»ch nicht mittelntäftifler Sport, da» war der Effrakt der geitrtgen Remien m» den Krotzen FrllbUnoSprei». Dal dow gewann beide Dauerrennen k.impllo». Sawall» Motor streilte. Appeiban« Stein scheint dem Srläfchen node und ZZalthour(Stmeiika). der sllr den ausge'peirten Austialier Rotz fiartete, aittn gleich von Ansang an nur ai» Statist In» Rennen. Di« Fliegen ennt'n boten zwar eiittge spannende Momente, aber auch hie« konnten die Fabrer inlolae der strengen gälte ihre«»lle veistungStädlateit nicht entfallen. Ergebnisse:«flroker Frllhlingoprel», bv Kilo» Meter i 1. Saidow 50 Min. SO Set.: 2. Appeldan» IllstO, 8. Sawafl 8520, 4. Walibour 5!!40 Weier zurflck.— 2 5.Ktl,meter-Dauerrentten! I. Saidow 24 Min 40st, Sek.: 2. Appelbatt» S80, a SawaHSeoo, i. Wal. Ihonr 10 200 Meier zurück.—.ldauplfabren, 1000 Meter: 1. Hab», 2. Schwab, 3. Münzner, 4. Hosfwann sDesett).— v,rgiibef«I,ren, 1500 Meter: 1. Echu z sSO), 2. Qllo Tietz(35). 8 Eloar(130), 4. Schiflner (80), 5 Radowoti(1 10 Meier Vorgabe).— bO-RUttden-Pltttkte- f a b r e n: 1. Cfor Tie» 28, 2. Tetzlafs Ist, 8. vawte 1», 4 Häutler», 5. Herrsch 7, 6. Schwab 5, 7. Packebusch 4, 8. Steina» 4 Punkte. Rennen z» Ztarlshorft. WIImer»d»rf«r Jagdrennen. ff£. Echlutin» Roiendorn II(Thaiecke): S. Hellebarde(Enchnger); a Almannch(CSoifiler). Tot.: 63, PI. 26, 19. Ferner: Parma 11(4.), vre. gostan(gel.), Tip. Ueberl 5—5— Lg. Preis von Köntasberg 1. K. Erdmann u. J. Krmg» Merkur(Tdiei): S. Meniko(Ulbrich): 8.«alo(Stnito). Tat.: 163, PI. S». 13, 38. Ferner: Frauert(4), EI Diablo, Major Roih. Ranbgräfin, Tuba» rose, Tragoinan, Schanze, Filedenssonne. Sicher. 2-4—6 Lg. Preis von Saarow ff. H. Schlutw» Ewilfft(». Herder): T Glatteis(Gras vorcke): 3.«Ischen(- Pelzer), tot.: 21, Pl. 12, Ii, 13. Ferner: Roiendorn(4), Trompeter, Spinne, vlaukopa», Sigeboto. Leicht. 2'/,— 3— 4 Lg. Hürdenrennen der Bierjährlgen. ff. M. Scharks Orstm ( Seittpeil): 2. Oidensrilier(Kaidel): 3. Sinn Fein(H. Schal z). Tot.: 524, Pl. 122, 55, 36. Ferner: Forttasee(4). Major(angeh.). Rap!, Sinnig (ae!.), Smaragd(ges.), Tambur, Trompeler II, Landsmann, Makan(,«(.). Sicher. 2 Lg.— HalS. Rosenbe ig. Jagdrennen. I. Stall R. Reumann» Si«> (v. Pelzer); 2. vicde'maiin II(Braune): b. Co:I»l»n II(». Döinberg). Toi.: 27, Vi. 13. 13, IV. Ferner: OrkuS(4.), Sankt Marlin, Rlarffch, Willehart, Patella. Leicht, ff'/,— 8—1 Lg. Preis vom Jüraensee. I. M. valzer« Reichard(RukulieS): 2. Erich?.(ffli brich): 3. Perjeus(vismarlk). Tot: 45. Pl. 14. 13. 14. Ferner: Rarr 14), Eenirijuoal, Pan Demon, Urtanjas, Mardonlus(»ngeh.i, Larva. Rar de, RlexiZ. Leicht. 2—8—2'/, Lg. Preis von Friedrichsjelde. ff. J. Kühn» Tüchtig(vraune); 2. Freund Fritz(v. d. volitenberg); 8.«lvet(Krüger). Tot.:»ff. PI. 16, 54. 29. Ferner: Wind(4.). Äudrun, Dominiru«, Vrtse, frtmU. Estland. Kronjuwel. Ueberlegen. 2— 1'/,— 1'/, Lg. GewerMastsbewsgung NeichstarifschiedSsPruch im Bankgewerbe. Der im Rerchzarb«itsminist«rium tagende Schlichtungsausschuß i>«t nach dreitägiger Verhandlung«inen Schiedsspruch gefällt, der sur das 1.. ICK und 20. Derufsjahr folgende Jahresgesamiemkommen vorsieht: Für Angestelltcngruppe I: S4L00, 39 500, 50 200 Mark, für Gruppe II: 30 400, 42 200, 55 300 M.. für Gruppe III: 38 400, 42 900, 58 000 M. Weibliche Angestellte unterliegen bis zum 7., 14. bzw. 20. Verufrjahr«in«m Abschlag von 10. 7)4 bzw. 5 Proz. Gewerbliche Angestellt« erhalten 34 600, 38 100, 43 500 bzw. 50 200 M. im 1., 10., 20. bzw. 30. Dienstfahr. Lehrlinge sollen im 1., 2. bzw. 3. Lehrjahr 7200, 9000 bzw. 15 000 M. beziehen, während Birrcauburschen vom 14.— 19. Lebensjahr 8500 bis 17 000 M. erhalten. Jugendliche kaufmännische und gewerbliche Angestellte unter 20 Jahren erhalten, soweit sie 1905, 1904, 1903 geboren find: 23 650, 24 500 bzw. 25 350 M. Nachzahlungen aus Anlaß von Versetzungen aus einzelnen Orten in ein« höher« Ortsklasse sollen in Zukunft nicht mehr erfolgen. Den Vankangestelltenorganisationen ist die Verhängung der Sperr« über. Vankbetriebe verboten. Heberftunden sind als Pflichtleistungen erklärt worden. Dieler Schiedsspruch wurde gegen die Stimmen der Bei scher de- Allgemeinen Verbandes der deulfchen Bankbeamten, mit den Stimmen der Beisitzer d:s Reichsverband«, der deutschen Banklcitun«n und des Deutschen Bankbeamtenvereins i und des Unparteiischen Vorsitzenden gefällt. 1 Der Aentralvorstand und der Reichsbeirat des Allgemeinen Verbandes der deutschen Dankangestellten empfehlen die Ablehnung dieses Schiedsspruches._ DaS LchrNngswesen im �riseurgewerbe. le Arbeitgeber weigern sich hartnäckig, aus eine tariflich« Regelung der Arbeitsverhältnisss und des Kostgelds der Lehrlinge ein- zugehen. Es fei dies Sache der Innungen und der chandwerks- kammer. Tlllein die Meiftervereinigungen treffen aus sich heraus entweder überhaupt keine Regelung oder kümmern sich nicht darum, ob sie beachtet wird oder nicht. Es erscheint ihnen profit- sicher, nach Gutdünken zu verfahren, lediglich ihre Interessen snr Geltung zu bringen und rücksichtslos die Interessen der Lehr- ing« zu mißachten. Eltern und Vormünder nehmen leider meist die ihnen vorgelegten gedruckten Lehrvertragssormulare als gegeben hin und unterschreiben, um hinterher, wenneszuspät,der Lehr-. vertrag abgeschlossen ist, vergeblich darüber zu klagen. Der Arbeit- nehmeroerband des Friseurgewerbes bittet daher, beim Abschluß des Lehrvertrags folgendes zu beachten: Die Lehrzeit darf unter keinen Umständen länger als drei Jahre betragen. Diese Zeit reicht zur Erlangung der hauptsäch- lichsten Kenntnisse vollauf au». Nach der eigentlichen Lehrzeit ist ohnehin eine ständige weitere Ausbildung in Spezialfächern«rforder- s lich. Es muß besonders darauf gedrungen werden, daß insbesondere bei der Lehre in größeren Geschäften der Lehrling das cherrenfach| gründlich lernt und die verschiedenen Haararbeiten. In der Regel wird der Lehrling in kleineren Geschäften nur im Rasieren und � Haarschncidcn ausgebildet, in besseren Betrieben dagegen nur in s Haararbeiten. Die Kostgeldentschädigung kann heute un- � möglich im vorm« auf drei Lahre festgesetzt werden, so wenig die Meister ihre Preise aus diesen Zeitraum festlegen. Als Mindestmaß sind die von der Handwerkskammer«mvsohlcnen Sätze zu bean- lvruchen, obschon sie weit hinter den tariflichen Sätzen zurückbleiben. Von den L'bn'ingen wird verlangt, daß sie stets in guter Kleidung und reiner Wäsche dastehen, während die sogenannte Entschädigung oft kaum so viel beträgt als das Fahrgeld ausmacht. Meist lassen sich die Ellern außer den Kosten für die Beschaffung und Instand- hallung des erforderlichen Handwerkszeugs auch noch die Kosten. für die Fach- und Fortbildungsschule, das Ein« und Ausschreiben sowie die für die Versicherungsbeiträge ausbürde«. Die Tätigkeit des Lehrlings ist aber im ungünstigsten Falle mindestens so viel wert, daß der Lehrmeister diese Kosten tragen kann, abgesehen von den Ausgaben für das Handwertszeug, das ja im Besitz der jungen Leute bleibt. Haarschneidekämme, Maschine und dergleichen muß jedoch der Meister beschaffen. Im Lehrvertrage sind vorgedruckte Bestimmungen zu streichen, die besagen, daß das Trinkgeld, das der Lehrling bekommt, dem Meist er zur Aufbewahrung zu übergeben sei: ferner, daß dem Lehrling der Beitritt zu Bereinen irgendwelcher Art— worunter insbesondere die Lehrlingsabteilung des Gehilfen- verbandeszu verstehen ist— ohne Genehmigung des Lehrmeisters verboten und sux Zuwiderhandlung eine Geldbuße von 300 bis 500 M. und die sofortige Lösung des Lehrverhältnisses angedroht ist. Wer solche Bestimmungen unterschreibt, darf sich nicht wundern, wenn sie schließlich gegen ihn angewendet werden. Die Dauer der Arbeitszeit an Wochentagen ist gesetzllch auf acht Stunden beschränkt. Arbeitgeber, die dieser Bestimmung zuwider die Lehrlinge neun Stunden und länger beschäftigen, machen sich strafbor. Die Sonntagsbeschäftigung ist leider noch zulässig. Währt sie länger als drei Stunden— und das ist in Berlin die Regel—, soll ein Werktagnachmittag von spätestens 1 Uhr ab als Ersatz dafür freigegeben werdcn. Auch hier besteht die Ein- schränkung, daß dieser freie Rachmittag mitbenutzt werden kann zum Besuch der Fach- und Fortbildungsschule, falls der Unterricht nachmittags ist. Im übrigen empfehlen wir allen Eltern, bevor sie sich auf drei Jahre binden und über die Zukunft ihrer Kinder entscheiden, sich an den Arbeitnehmerverband des Friseur- und Haar-. gewerbes, Engelufer 24'25, III, Zimmer 59, vor Abschluß des Lehrvertrags um Rat und Auskunft zu wenden. ?i „Der kommunistische Achtstuudentag". Zu der unter dieser Ausschrist in Nr. 155 des„Vorwärts� ver- Vssentlichtan Mitteilung über die Arbeitszeit in den Deutschen Waffen- und Munitionsfabriken in Wittenau teilt uns der Betriebsrat mit, baß er auf freigewerkschoftlichem Boden gewählt sei.(Er besteht aus sechs KPD.-Lcuten, zwei USP. und einem SPD.-Mitglied.) Die wöchentliche Arbeitszeit betrag« nicht 53, sondern 46'/- Stunden, in fünf Tagen. Die Auffassungen über die Zweckmäßigkeit dieser Einteilung sind innerhalb des Betriebes geteilt. In der Zusommendrängung der Arbeitszeit aus fünf Tage erblickt ein Teil der Belegschaft den Vortest eines vollen freien Werktages, des Sonnabends. „Die Vertreter des Achtstundentages innerhalb des Betriebs- rats wurden durch die Hartnäckigkeit der Mehrzahl der Belegschaft und durch Drohungen derselben an die Wand gedrückt. Es soll nicht bestritten werden, daß sich in einigen Abteilungen, wo sich Ueberstunden zur Aufrechter Haltung anderer Abteilungen nötig machten, vom Betriebsrat gebilligt wurden." Wo st« sich nicht als nötig erwiesen, hat sie der Bettiebsrat abgelehnt. Die jetzt be- stehend« Arbeitszeit ist bereits von dem früheren Betriebsrat im Harbst 1920 eingeführt worden. Der Betriebsrat, der uns schwere Borwürfe darüber macht, daß wir die uns aus dem Kugellagerwerk gemachten Angaben brachten, bestätigt das Gesagte durchaus. Nur wurde uns münd- lich erklärt, daß die Handwerker, welche Sonnabends arbeiten, an den übrigen Wochentagen nicht länger als acht Stunden arbeiten, während die an Wochentagen länger Arbeitenden Sonnabends nicht arbeiten. Die getroffene Regelung der Arbeitszeit widerspricht nicht dem Sinne der Anordnung vom 23. November 1918, wonach im Falle einer Verkürzung der Arbeitszeit an Vorabenden der Sonn- und Festtag« der Ausfall der Arbeitsstunden an diesen Tagen aus die übrigen Werktage verteilt werden kann. Die Frage ist nur. ob durch die über diese Bestimmung hinausgehende gänzlich« Frei- machung des Sonnabends die Interessen der übrigen Belegschaften, welche die tägliche Arbeitszeit von acht Stunden nicht überschreiten wollen, nicht verletzt werden. Dies wurde der Abtestung„Waffen-. werk" vom Kugellagerwerk zum Vorwurf gemacht. Beitragserhöhung in der �ilmgewerkschaft. Di« bereits zweimal vertagte Generalversammlung der Orts- gruppo Berlin der deutschen Filmgewerkschaft wurde am wonntag im Alien Askanicr forlgesetzt. Es drehte sich hauptsächlich um die Erhöhung der Beiträge. Schwenk gab als Leiter der Ortsgruppe ein Bild von der gegenwärtigen Lage der Gewerkschaft. Die Mitgliederzahl habe in der letzten Zeit in ersr«u!ich:m Umfange zugenommen. Di« Ortsleiiunq sei nach Kräs.en bemüht, für die Mit- glieder günstig« Verdienstmöglichkeiten zu schaffen und eine rege Agitatton für die Gewerkschaft zu entfalten. Allein ohne Ver- stärkung der zu einer erfolgreichen Tätigkeit erforderlichen Mittel könne die Gewerkschaft ihre Aufgaben nicht erfüllen. Eine Erhöhung der Beiträge sei nicht zu umgehen. Sein Lorschlog hierzu ging dahin: für Gruppe 1 von 1,50 aus 2 M., für die Gruppen 2— 6 je 1 M. mehr, steigend von 3 bis 10 M. Räch längerer Aussprache wurde dieser Regelung der Beiträge zugestimmt und beschlossen, daß sie ab 1. Mai wirkäm wird. Ferner wurde beschlossen, einen K a m p s s o n d s für die Ge» werkschaft zu schassen, der au» Vierteljahrsbeiträgen gebildet wird. Die Klassen 1 bis 3 haben 5 M., Klasse 4: 10 M., Klasse 5: 15 M. und Klasse 6: 20 M. zu zahlen. Die Lohntarife für die Handelshilfsarbeiier für Januar und Februar sowie der Manteltarif sind vom Reichzarbeitsministerium für allgemein verbindlich erklärt. Die Verbindlichkeit be- ginnt für den Januartarif und den Mantelvertrag ab 1. Januar, für den Februartarif ab 1. Februar. Diesbezügliche Anfragen sind an den Deutschen Transportarbeiterverband, Engelufer 24/25, 2 Tr., Zimmer 31, unter Vorzeigung des Mitgliedsbuches zu richten. Sund der technischen Dnqestellien und Tearnten. Mitgliederversammlungen. Heute 7:/, Uhr: Wildau, Nas.no Wildau: Welten. Bierhnus Betlrrman». Pols- damer Str. i�t: Nordwest II, Iugendhaus Raihenower Str»a.— Dienstag 7', Uhr: Lichlerrelde-Zchlendorl, Holienzvllern, Hindendurgdamm Mai Panlow, Rest. Linder, vicitestr. Zt. geutraloerband der Hotelangestcllten. Cafelcllner und»Nilche Dienstag nachts 1 Uhr im Rofenlhaler Hof, Nofenthaler Str. U 12; Köche Dienstag nachm. 4V, Uhr und Mittwoch vorm. I> Uhr im Klubhaus, giegelstr. 2; männliche» Hilfsperional und weidliche ilngestell:« Dienstag nachts l2>, Uhr im Rosenthaler Hol, Rosenthaler Etr, 11-12; Restauranitcllner Mittwoch vorm 9 Uhr Harmoniejäle, Inval denitr. I a. Ecke Brunnenilrahe; Hvlcldieuer und Zimmermädchen Mittwoch abend 7 Uhr im Klubhau», Ziegelstr. 2. Geschäftiicbe Mitteilungen. Der Besuch des Bades Salzbrun» lSchlefien) wird im Inlcratentcll der vor» liegende» Ausgabe durch die dortige Badrdirettion empfohlen. Lcraulw. fstr den redatt. Teil: gran, Kliih, Berlin. Lichterfelde; für An» »eigen: Th. Slock«, Berlin. Berlag Borwärts.Perlag G. m. b. H., Berlin. Druck: Borwäris-Buchdruckerri u. Verlagsnnst-ilt Paul Singer». Co.. Berlin. Lindenstr. Z. CAIHOW -REIFEN QUALITÄT- KEINE REKLAME! KaBumaatWtaw sjuau zustehen(eu„Hrnte ist Wissen Macht." Und mit dem Wisse»— die Waffen de« De.pe» Sin AniverZol-BildnngZwerk erst?« Rang?», fstr Kriogsd-ichädlgt«, Kaullrntr, Vcawte und für die gan,en vandwerttichen Verussartc» ist nur Auf zur Tat! Wer leine Wei:eidiibunq brlrrldt und ihr grwlü niiatt odlieg! tibern-mml ein ernste» Bert Wenn man aber steht, wie die Men chkn immer mehr nach Rrichlum a» nach Kennwisien iireden to tännte»tan>» der Ansich. .. to"mer, dag drr Nr chlum derr Ke>-n»ifien vor- erwerben wir Reich um a-.Sck und Mach«. Kem Feind, iew HaZ nn» Reed tann uns die.cn Reichtum- unser A.ssen- rauden Die Goldens Bibliokhek der Bildung und des Wissens 3 grotzs Prachkbünde» � nur 4Z M. mir Zat)!ungserielch!elur>g von monatlich Die Liefer««« d?S Werk S er'olqt oüne Tlnzahlunq. Nede Bestell'ch-in. InhalS: Ueber k700TerI l«>t en, iider 719 A b d 1 1 d u n g en. mit zahlreichen Uebnngsoarlaaen>md bunten Tafeln, einem, r a n z ö t i sch«« un» engitseden Sorachlurlu» lo>o-? einer Zeich» nrchne mit Ucbungsoorlngen. va» dem einfachsten Zeichnen bi» zum dcrmlichen Mmchiuen- und veifseilmilche» -- Zeichnen. 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Dt« Goldene ISibltotbrl demgl AufUitruieg aul allen den Eebeeien, IN denen henizueage jeder bcwand-rl lein muß. Buchhandlung Sl. Eft. ffcller, SermSdors bei Oetlin.- Postscheck ionto Str. rSh24 Berlin NW. 7. Sz o? e, L«. ca k« 9« fS.-il .,- |23 w~' i -? Metropol Varietö Behrenstr, 54 „021 tOlB Pflüki" Uuene. rrraette von Pilanrer Zietlcr Eise Müller Danger, Riedel, Pauly S Junetros Stier, Aivau, Libal Reeves& Recves 2 uo eilis, Piltnay, up�in Eano Lol!e fferitmelsler ßssSS.-!!entsch.TheatBr JMiW OeltzstraCe 9 Nolienaon 1612 A n« a n s 8 7, Uhr Vorstellung allaiieoillic!!. PSlZ-n a&ua>-\ I,eipzl)cerStr.5S{ ZaitegskrleitMsnüig BERLITZ SCHOOLS Leipziger Str. 123 a Ecke Wilhelmstr. Tauentzienstr. Ida FREMDE SPHACBEfl Einzelunterricht Zirkel monatl. 100 M. Quecksilber kauft höchstzahiend• Beinrfda Traun, BeBflistr.lO (Laden nahe Sp ttelmarbt) Bad Salzbrnnn i. Mal Schlesien 15. Kalarrise 0kibr- Mmma, firipne Nieren— Visse fiißil-Zaöfsr-Sieiüic Prospekte durch die Badedirektion WKWkWWIkSSWWWWAWKKKIMWMKKKWWWMK Demnächst erscheint! Russisdie KorrespoiHlenz Nr. 1-3 INHALT:———————— Demnächst erscheint I N. Lenin: Ue er die neue ökonomische Politik«owjeiruS ar.ds L. Kamenew: Die Ökonomische Pohnk Rublands./ N. Ossinskl: Die La e der Landwirtschaft./ M. Chintsclmk: Lage und au nahen aerGenossei'SChalien./N.Krestlnskl; Finanzen und Budget P Salutzkli üie vorlautigen Er. cbn sse der Pai'.cisäuberunp Resolutionen der Allrussischen Konferenz der Kommunistischen Partei RuDIands/ Beschlüsse des IX. Allrussischen Sowjet- kongretses./ Leitsätze des Zentralkomitees d r K P K. Ober die Ocwerkscr.aBsverbände./ A. Andrejew: Die Oewerkscha tsvcr- bdnde in den vier Jahren der pto etarischen Revolution G. Safarow: Der KongreB der levolutionären und kommunisli sehen Paiteien des Fernen Ostens/ B. öorljan: Die Arbeiter knntrolle./ A. Chrjaschtschew Die Evoluiion der Klasse:. innerha b der Bauernschaft./ S. Tschernomordlk; Die Aulga en r'es Arbeiteischutzcs in der ne en Wntscnafispo itik< 0. Krschlschanowskl: Die Pia.Wirtschaft und d e Eleklrifikation W. Hlijulln: Die Sozialversicherung unter den Verhälti.issen der neuen WirtschaUspoiitiK./ A. W.; Die Auswirkung der neuen ökonomischen Politik in der Provinz/ P. Lirbassow: Theorie und Praxis der neu n Winschaft-pol tik am Ural i Art. Chaatow: Die Korektivversorguna und die versnatllchte Inaustric. S. Mrumilln Die Bcwecum der Preise und unsme Industrie N. Meschlscherjakow Die neuen Qrenzpfähle i M. I'okrowskl st A. Nekiassow/ P Kersciienzcw: Das s höpfensene Theater. st. Wardin Die Sp« tung in der Kader enparten/ Die russisebe Revolution In der Eini'rantcnllteraiur. ca. 240 Seiten. ca. 240 Selten. Preis 30 M.(Orgnnisationspreis 20 M. Zu beziehen tiurch alle ßuelihaniiliiiip oder direkt durch den Verlag Carl fisp Sachl. Lonis Calinbiey, Bamburn. 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