Kr. 171 ♦ ZH. Jahrgang Ausgabe R Nr. LH Bezugspreis: Vierteliährl.M— M., monatl. 3Z,— M. im ins Saus, voraus zahlbar. Polt- detUh: Monatlich 3ü,— M. einschl. gu- stellunasiiebuftr. Unter Ureuzband liir Deutlailano, Danng, Saar- u. Mcmcl- vcdiet, sowie Westvolen. Oesterreich u. duxemburri. kt,� M., lilr das übrige Ausland 82,— M. T ostbeslellungen nehmen an Belgien, Dänemart, Eng- land, Endland, lrlnnland, Franlreich, Holland, üeltland. Lureniburg, Oester- reich, Schweden, Schweiz, Tschecho- Elowalei und Ungarn. Der„Vorwärts� mit der Sonntags- deilazc„Volk und Zeit", der Unter- daltungsbeiiage„Heimwelt" und der Beilage„Siedlung und Kleingarten" erscheint wochenlägiich zweimal. Sonn. tags und Montags einmal. Telegrainm-Adrrlse! aSojialOemottaf SccHn" Morgen Ausgabe c 1 Mark ) Verliner Volksblskk Anzeigenpreis: Ne einspaltige Nonpareillezetl« lostet I?.,— M.„ftleine Anzeigen" das settgedruckte Wert 8,— M. szu» lässig zwei settgedruckte Worte), sedes weitere Wort M. Stellengesuch« und Echlasstcllenanzetgen das erst« Wort 2,— ißc-, jedes weitere Wort 1,50 M. Worte über 15 Buchstaben »ählen flir zwei Worte. ffamilien-A»- zeigen sür Abonnenten Zeile 0,— M. Die Preise verstehen sich einschließlich Teueruugsznschlag. Anzeigen sür die nächste Nummer müssen bis 4'/, Ahr nachmittag, im Hauptgeschäft, Berlin SW 88, Siinden» straße S, abgegeben werden. Geljffnet von 9 Uhr früh di« 5 Uhr nachmittag», ZcnXvuXoYqtLW der Sozialdcmokratifchcn partei Deutfchlands Neüaktion und Expedition: 6X0 68, Linden str. 2 • Rrdaklion Morinpla« ISiaö— 97 ,>rrnsprr«zr>.. �xdition 2.Uorii;»lach 157 53— 54 Dienstag, den 11. April 19ZA vorwarts-verlag S.m.b.h., SW 68, Lindenstr. 2 - Verlag, Expedition und Inseraten- - Abteilung Morittpiatt 11753-51 Die Eröffnung öer Konferenz In Genua ist gestern die große Konferenz mit feierlichem Gepränge eröfwet morden. Es find jetzt ziemlich genau drei Jahre verflossen, seit die deutsche Friedensdelegation aus ihrem Stachcldrahtlager im Park von Ver- failles durch ein eisernes Tor herausgelassen wurde, um in einem nahegelegenen Konferenzsaal den Urteilsspruch der Alliierten, den man später den Friedensvertrag von Versailles nannte, entgegenzunehmen. An einer Hufeisentafcl saßen damals in langen Reihen die Sieger: erst nachdem sie sich ver- saminelt batteii, wurden die deutschen Delegierten eingelassen und am Ende des Hufeisens, den Vorsitzenden Lloyd George, Wilson und Clemenceau gegenüber, an einen besonderen Tisch, wie auf einer Anklagebank placiert. Es gab nicht Rede und Gegenrede, sondern nur zwei Eröffnunoserklärungen, unter denen sich die der Deutschen wie das letzte Wort eines Ver- urteilten nach dem Urteil ausnahm. Das Bild, das Genua bietet, ist ein ganz anderes. Die Vertreter der deutschen Republik sind in der Handelshaupt- stadt des einst gleichsalls feindlichen Italien wie die Vertreter aller anderen Völker als Gäste gastfreundlich oufgenom- wen, und wenn die Stimmung der Bevölkerung zwischen den Gästen Unterschiede machen sollte, so geschieht das sicherlich nicht zuungunsten der Deutschen, gegen die man sich freundlich und zuvorkommend benimmt. An der.Hufeisentafel, die in Genua wie einst in Versailles aufgestellt ist, gibt es keinen separierten Tisch mehr, der für die Deutschen bestimmt ist, sondern diese sitzen an der Innenseite der Tafel, den Vertretern Englands und Belgiens gegenüber. Wenn der deutsche Reichskanzler Dr. W i r t h erst nach dem Italiener, dem Engländer, dem Franzosen, dem Belgier, dem Japaner zu Worte kam so deshalb, weil jene die Vertreter der einladenden Mächte sind, die die Pflicht haben, ihre Gäste zu begrüßen. Das sind Aeußerlichkciten, gewiß, aber man soll nicht glauben, daß solche Aeußerlichkeiten gleichgültig sind. Die Bs- Handlung, die der deutschen Friedensdelegation in Versailles widerfuhr, war mir ein Spiegelbild der Behandlung, die nian dem ganzen deutschen Volk anqedeihen lassen wollte: nur wenn mau es als ein Volk von Geächteten und Aussätzigen behandelte, konnte man ihm die Zumutungen stellen, die ihm in dem Dokument von Versailles gestellt worden sind. Einer Nation aber, deren Vertreter man als gleichberechtigt behau- delt, bätte man niemals ein derartiges Werk unter Androhung von Gewalt zur Unterschrift vorlegen können. Die Begegnung von Versailles wurde mit einer Rede Elemenceaus eröffnet, deren Worte jedes einzeln wie Hammerschläge niedersielen. Der italienische Ministerpräsident de Facta hat nichts von der Pose des Siegers; er will es nicht haben, sondern ein freundlicher Wirt sein, der ihm gleich liebe Gäste empfängt. In Versailles gab es nach Clemenceau nur die kurze, würdige Erklärung Brockdorff-Rantzaus. Aus ihr klang die Abweisung unwürdiger Schmach, aber auch die harte Eni- schlossenheit des Besiegten, unvermeidliche Lasten auf sich zu nehmen. In Genua folgte der Eröfsnungsrede eine Rede Barthous und dann eine A n s p r a ch e L l o yd Ee o r g e s, des einzigen der„Großen", der auch diesmal wieder an der Hufeisentafel sitzt, wie die anderen vor drei Iahren. Der Lloyd George, der in Versailles schweigend horte, sand sich diesmal wieder in seiner Rolle als der"hinreißende Redner, der die Herzen seiner Zuhörer bezwingt, und unter den Zuhörern befanden sich auch Deutsch e. Soviel sich aus den bisher vorliegenden Berichten schließen läßt, scheint seine Rede den Beifall der Deutschen nicht weniger gefunden und nicht wem- ger verdient zu haben, als den der Vertreter anderer Völker. Wohl aber mögen den Deutschen dabei die Worte im Ohr geklungen haben, die sie in Versailles von Lloyd Georges Sitz- nachbar vernommen hatten:„Die schwere Stunde der Ab- rechnung ist gekommen." Aus Lloyd Georges Rede klingen ganz andere Töne, freudevollere.„Seid umschlungen Millionen, diesen Kuß der ganzen Welt!" so ungefähr klingt es. Jedoch der Vers:„Unser S-ch'ildbuch sei vernichtet" dürfte der französischen Militär- zend'r verfallen. Immerhin, wenn der englische Premierminister über ~cV en und Fee mdschaft unter den Völkern reden kann, dann i"r in semem Element Wo es alei �ge�immte Saiden gibt, da heginnen sie mitzus Owingen und mitzusingen. Und wären es auch nur Verbeugungen, die das Laster der Tugend macht — spricht es nicht. für die Tugend, daß selbst das Laster sich vor ihr verbeugen muß? Man tann nach den ersten Eindrücken, die zu korrigieren wir uns vorbehalten, finden, daß die Eröffnung für eine Konferenz, die doch vorwiegend eine Wirtschaftskonferenz sein soll, ein wenig zu poetisch ausgefallen ist, und so darf man Herrn Barthou dankbar dafür sein, daß er die Hörer- schaft— und wer in aller Welt gehört nicht zu ihr— in die weniger erfreuliche Wirklichkeit zurückrief. Mit jener Höflich- keit der Form, um die man die Franzosen beneiden darf, er- innertc er die Konferenz daran, daß sie dazu berufen sei, über alles zu reden, nur nicht über das, worauf es ankommt, daß es ihre Aufgabe fei, Schwindsucht mit weißer Salbe zu kurie- reu, Pelze zu waschen, ohne sie naß zu machen und Eierkuchen zu backen, ohne Eier zu zerschlagen. Und wieder sieht man im Geist über dem weißen Rednerhaupt Lloyd Georges die grau behandschuhte F au itElemenceausvon Versailles. Die Rede des Reichskanzlers Dr. W i r t h ist auf den allgemeinen Ton der Konferenz gestimmt. Wenn sie gleichwohl davor warnt, den Wiederaufbau der Welt nicht an „zu eng gesehenen Interessen" scheitern zu lassen> so ist das eine Anspielung, die nicht mißverstanden werden konnte, und es darf als ein gutes Zeichen betrachtet werden, daß diese Andeutung den lebhaften Beifall nicht hinderte, in den die Versammlung nach der Rede des Reichskanzlers aus- brach. Schließlich— nach soviel Harmonie der Oberfläche— brecken in einem Rededuell Tschitscherin— Barthou die Gegensätze schärfer hervor. Der Sowjetrusse fordert�Fort- führung des Systems der Konferenzen, Abrüstung und Schutz Rußlands gegen äußeren Angriff. Herr Barthou spricht dazu dreimal ein hartes Nein. Der Sowjetrusse zieht sich auf die Tagesordnung zurück, aber er hat einen moralischen Erfolg zu verzeichnen. Frankreichs Rolle ist klarer, aber nicht sympathischer geworden. Mit diesem Austlang schloß der erste Tag. Genua. 10. April.(Spezialdienst des WTD.) Die feierliche Erüsfnungssitzung der europäischen Wirtschastskou. ferenz nahm einen eindrucksvollen Verlauf. Roch den for- mellen Begrüßungsreden stellte Lloyd George den Antrag. den Ministerpräsidenten de Facta zum Präsidenten der Konferenz zu wählen. Der von Barthou unierstülzle An- trag wurde unter lebhaftem Beifall durch Handausheben angenommen. Hierauf hielt Präsident de Facta die ein- leitende Rede. Als zweiter Redner ergriff der französische Zllinisker Barthou das Wort. An dritter Stelle spmck der Japaner I f h i i und an vierter der Belgier T h e u n i s. Unter lebhafter Aufmerksamkeit des ganzen Hauses verkündete sodann der Präsident, daß der deutsche Reichskanzler Dr. W i r t h das Wort habe. Reichskanzler Dr. Wirth hielt sodann seine Rede in deutscher Sprache, die darauf ins Französische und Englische verdolmetscht wurde. Die Rede des Reichskanzlers fand wie olle übrigen Reden lebhaften Beifall. Räch dem Reichskanzser sprach der russische Volkskommissar des Aus- wärtigen Tschitscherin. Heginn öer Tagung. Genua, Ig. April.'(Intel.) Trotz des starken Regens, der am EröffnANgstage der Konferenz das bis dahin strahlende Wetter abgelöst hatte, waren die Straßen heute von dichten Menschen- mengen erfüllt, die von allen Seiten herbeiströmten, um der Er- öff.lung der Konferenz beizuwohnen. Die Arbeit im Hafen und in der Stadt ruhte vollkommen, die Läden waren geschlossen. Die wenigen Ionrnolisten, die an der Eröffnungssitzung teil- nehinen können, müssen einen vorgeschriebenen Weg zu dem Sitzungssaal nehmen. Die zum Palazzo di Giorgio führenden Straßen sind abgesperrt und Kavallerie und Königliche Garde haben einen Kordon sür die durchfahrenden Automobile der Delegierten gebildet. Im Sitzungssaal waren schon vor 2 Uhr die ersten Delegierten anwesend. Um 3 Uhr betritt Lloyd George den Saal, wobei der Kronleuchter aufflammt. Zur allgemeinen Ueberraschung fehlten in diesem Augenblick noch die russisch»» D e l e g i e r t e n, die durch ihre Unpünktlichkeit offenbar geg-m ihre mangelhafte Unterbringung protistieren wallten. Als die Russen einige Minuten spater den Saal betreten, eröffnet der italienische Ministerpräsident de Facta mit einer kurzen Ansprache die Konferenz. Er verliest die einge- larfmen Begrüßl nzstclezrcmme, u. a. ein Telegramm des italieni- scheu Könias und des französischen Minis erpräsidenten Poincarc, der sein Bedauern darüber versichert, daß es ihm nicht vergönnt sei, der Konferenz persönlich beizuwohnen. Doch werde die französische Delegation, unter der Leitung Barthous, ihre ganze Krajt für das Gelingen der Konferenz einsetzen. Programmgemäß teilt de Facta sodann mit, daß man zur Wahl eines Vorsitzenden schreiten müsse, worauf Lloyd George, von Barthou unterstützt, de Facta vorschlägt, der sodann zum Vorsitzenden gewählt wird. De Facta erklärt, daß er die Wahl, die er als eine Ehrung Italiens auffasie, annehme und daß er wünsche, die Konferenz möge dm Frieden in Europa herbeiführen. Nunmehr folgen Ansprachen der Führer der einzelnen Delegationen. Schon in diesen Begrüßungsansprachen traten die Differenzen in der Auffassung der einzelnen Delegationen klar zutage. Lloyd George. der als erster sprach und dessen Rode rethorisch die größte Wirkung erzielte, schilderte in großen Zügen die Sehnsucht aller Nationen nach einein wirklichen Frieden. Er wandte sich scharf gegen die „kläffenden Hunde", welche den Frieden Europas zu stören trachten. Die Teilnehmer an der Konferenz dürsten nicht als Sieger oder Besiegte, als Kriegsteilnehmer oder Neutrale betrachtet werden. Alle seien nichts anderes als die Vertreter der verschiedenen Na- tioncn, die zusammengekommen sind, um den wahren Frieden und den Wiederaufbau Europas in die Wege zu leiten. Denn was Europa wirklich brauche, sei ein wahrhafter Frieden. All« anderen Fragen seien von untergeordneter Bedeutung und ihre Lösung sei unmöglich, bevor nicht der Frieden in Europa wiederhergestellt ist. Heute sei der Friede Europas trotz aller Friedensverträge nur ein Scheinbild. Unter großem Beifall der Anwesenden schließt Lloyd George:„Genua, jener Ort, von dem der Mann auszog, der Amerika» entdeckte, wird vielleicht jetzt Amerika dazu führen, Europa zu entdecken." Tc �actas Rede. Uebcr den weiteren Verlauf der Tagung berichtet der Son'dcr- korrespondent des WTB.: Nachdem der italienische Ministerpräsident de Facta zum Dax- sitzenden der Konforenz gewählt worden war und diese Wahl mit Dank angenommen hatte, hielt er eine Ansprache, in der er unter anderem sagte: Heute, nachdem mehrere Jahre seit Friedensschluß vergangen sind, sind wtr noch weit von der Rückkehr zu normalem Wirtschafts- leben entfernt. Es gibt In der Welt r.ngesühr 300 Millionen Menschen, die nicht produzieren oder nicht genügend, produzieren, weil es Ihnen an Arbeit und Transportmiileln fehlt und weil dos Vertrauen fehlt. Das ist eine Nachwirkung des Krieges. Ohne Vertrauen gehen die großen Kapitalien aus den großen Finanz-.' Zentren nicht in die Länder, wo sie notwendig sind. Das Vertrauen muß man wiederherstellen, wenn man die wirtschaftliche Maschine wieder in regelmäßigen Gang bringen will. Nunmehr ist es nicht möglich, auf die schwere Krise, die Europa durchschreitet, gleich- gültig oder mit egoistischer Gefühlslasigkeit zu blicken. Ohne Verzug müssen die Schäden gebessert werden, und man müß sogleich handeln. kein Volk kann sich dieser Pflicht entziehen, weil auch diejenigen, welch« heute weniger leiden als andere, vielleicht morgen schon Slrase sür ihre Teilnahmslosigkeit erleiden müßten. Es-handelt sich also um ein großes Unternchnien imernationalcr und rein menschlicher Zusammenarbeit. Der Geist der Zusammenarbeit und der gemeinschaftlichen Brüderlichkeit unter den Böllern ist es, der unserer Konferenz das charakteristilche Gepräge verleiht. Ausge- strichen ist hier die Erinnerung an den Haß des Krieges. Hier sind wir nicht mehr Freunde nnd Feinde, hier sind wir nicht mehr.Sieger und Besiegte, sondern nurMenschen und Nationen, die all« ihre Kraft gemeinsam zur Erreichung ejnes gemeinsamen, idealen Zieles vereinigen wollen. Besonders in wirtichaftlicher Beziehung erscheint Europa heute in so viele durch Barrieren voneinander getrennte Lager ausgeteilt, daß einzelne Länder isolierr sind und einander in wirtschaftlicher Beziehung feindlich gegenüberstehen. Weiterhin gibt es in Mittel- und Osteuropa Länder, besonders Ruß- land, das immer im europäischen Winscherrtsleben eine äußerst wichtige Funktion gehabt hat und in Zukunft sicher wieder haben muh, die vollständia zu ihrem und unserem Schaden aus dem Um- kreis der europäischen Wirtschaft ausgeschieden ist. Wir müssen also mit allen Kräften nach den Mitteln suchen, um dielen anormalen Zustand abzuschaffen. Aber nicht dies allein ist unsere Ausgabe. Die Tagesordnuna enthält eine Reihe von Wirtschafts- und Finanz- fragen, die alle Länder Europas angehen. Es sind das Fragen, die für uns alle eine Eewissensprüfimg mit sich bringen, eine kritische Prüfung unserer Militär-. Finanz-, Wirtschafts., Handels- und Transportpolitik. Die ollgemeine Politik Italiens nach dem Kriege ist ständig eine Politik des Friedens und internationale Zusammenarbeit gewesen. Italien wird mit voller Kraft und Ucberzeugung dieieiiigen Beschlüsse unterstützen, die cm besten geeignet sind, einen dauerhaften Frieden und die Beständigkeit de? Beziehungen zwischen den Nationen zu sichern. Schon hat die Welt als Ergebnis der sünqsten WNshing- toner Konferenz die große Wolke des Stillen Ozeans ver- schwinden sehen. Mit dem gleichen Geiste der Aufrichtigkeit und des guten Willens, der die Arbeiten der amerikanischen Konferenz beseelte, müssen wir in Genua sür den Frieden arbeiten. In wirtschaftlicher Beziehung wird sich Italien entschlossen für alle Vorschläge entscheiden, die geeignet sind, die Völker einander zu nähern und die natürlichen Wege des Handels wieder gangbar zu machen, und es ist bereit, die Hindernisse zu bekämpfen. die der Entwicklung des Handels durch eine Politik der Verbote und Beotinstigungen erwachsen sind. " I n' f i n a n z i e l l e r Hinsicht ist Italien geneigt, zu« jammen mit den anderen hier vertretenen Staaten alle Löjungctti es keine Zivilisation gibt, bei der Wiederaufrichtung aller mitzu- helfen. Die französische Delegation wird gegen niemand jemals ein Wort des Haffes aussprechen. Sie will niemand demütigen und wird im offenen Tageslicht handeln. Denn sie hat bezüglich ihrer Ideen und Absichten nichts zu verbergen. Sie ist beseelt von der Ehrlichkeit, dem guten Willen und dem Vertrauen, ohne die es zwecklos, vielleicht gefährlich wäre, sich an die Arbeit zu begeben. Friede und Arbeit sind das Programm und die Losung Frankreichs. Reichskanzler Tr. Wirth dankte der italienischen Regierung für die freundliche Aufnahme in der berühmten und altehrwürdigen Stadt Genua an dem gesegneten Strande des ligurifchen Meeres, an dem zu allen Zeiten die Kranken aus der ganzen Welt Linderung ihrer Leiden und Genesung von ihren Krankheiten gesunden haben. Reichskanzler Dr. Wirth fuhr dann fort: Auch wir suchen hier Heilung von einer anderen Art von Krankheit, welche nicht einzelne, sondern ganze Völker und die ganze Welt ergriffen hat. Denn die ganze Welt ist heute wirtschaftlich krank und in der Gefahr, einem Siechtum zu erliegen, das viel ver- hängnisvoller würde für die Zukunft der.Menschheit, als die Seuchen, welche von Zeit zu Zeit die Menschen heimsuchten. Es ist ein tröstlicher Gedanke, daß die Einberufung der Konferenz in Genua ein Zeichen ist für die wachsende Erkenntnis, daß die wirtschaftliche und finanzielle Unordnung, die Zusammenarbeit, die prophylaktische Zusammenarbeit aller Völker notwendig gemacht hat. In letzter Stunde, in einer Stunde, in der die Not aufs höchste gestiegen ist. hat sich diese Erkenntnis durchgesetzt und hat zu dem Entschluß geführt, die Völker als die Aerzte ihrer selbst und der Gesamtheit zu versammeln. Den hohen Zielen und der drängenden Not entspricht es, wenn die Konferenz unter dem strengsten Bewußtsein zusammentritt, daß nur sachliche Zusommcnarbeik und ernstester Wille zu einem Erfolge führen können. Dies ist die Aufgabe, die zu lösen uns gesetzt wird. Wir müsten uns entschließen, die wirtschaftlichen Probleme als rein Wirtschaft- liche zu erkennen und sie von den politischen Zielen und Differenzen loszulösen. Alle Völker der' Erde bilden, wirtschaftlich gesehen, eine große, unlösbar verbundene Einheit. Auch das kleinste Glied in der großen Kette der Weltwirtschaft kann nicht verletzt werden, ohne daß die Kette reißt. Darum muß der Grundsatz der Gleichberechtigung aller Völker bei unserer gemein- samen Arbeit herrschen. Die Reichsregierung hat eine schwere Ver- antwortung auf sich geladen, bei der jetzigen, unsicheren Lage unseres Landes und Volkes das Schwergewicht ihrer politischen Tätigkeit vielleicht aus Wochen hinaus zu verlegen. Aber noch schwerer wäre die Verantwortung gewesen, von dieser Konferenz fernzubleiben und sich an der Aufgabe der gemeinsamen Lösung nicht zu beteiligen. Die deutsche Regierung ist in vollstem Sinne bereit, an den der Konferenz gestellten Aufgaben mitzuwirken in der Hoffnung, daß auch die anderen hier versammelten Mächte in dem gleichen Geiste mitarbeiten werden. Dieser Geist muß getragen sein von der Bereitschaft, das Mißtrauen zu beseitigen, das seit vielen Jahren die Weltatmosphäre trübt, und von der Bereitschaft aller, wenn es nötig ist, für das Wohl des Ganzen auch Opfer zu bringen und auf enggesehene Interessen zn verzichten. Die Auffassung, daß es der wirtschaftliche Vorteil eines Landes ist, wenn«s dem anderen Lande schlecht geht, ist durch Weltwirtschaft- liche Einsicht bereits längst überwunden worden, die erkannt hat, daß die Blüte des einen Landes allen anderen Ländern zum Vorteil wird, und daß ein allgemeiner Wohlstand den Frieden verbürgt. Die europäischen Staaten müssen daher mir Entschlossenheit und Mut auf dem gegenwärtigen Wege Halt machen, zu dem System des unbehinderten Handels zurückkehren und den Wirt- fchaftsvcrkehr von allen Fesseln frei machen. Ucbcrall wartet man darauf, ob von Genua eine Heilsbotschaft in die Welt gelten wird. Ein Mißlingen der Konferenz würde eine schwere Enttäu- schung für alle hofsenden Völker bedeuten, die bestehende Wirt- schaftskrise ins Unerträgliche steigern und ein Tod' aller Zu. verficht sein, die uns so not tut, wenn wir die Welt wieder aufbauen wollen. In diesem Geiste werden wir hier also alle Vor- , schläge prüfen, sie nicht allein nach unseren eigenen Interessen ew ; wägen, sondern auch daraufhin, ob sie geeignet sind, uns den ge- � meinfamen Zielen näherzubringen. Wir werden aber auch von � uns aus diejenigen Vorschlüge machen, von denen wir glauben, daß sie allen Völkern den Weg zu einer glücklicheren Zukunft ebnen i werden. Der Weg, den wir gehen, ist nicht ohne Steine, denn wenn alle ; oder viele Völker über ihre Interessen gemeinsam beraten, läuft man � leicht Gefahr, Empfindlichkeiten einzelner Völker zu verletzen. D i c Hilfe, die den einzelnen Wirtschaften gewährt werden soll und muß, kann daher nur so gewährt werden, daß sie der politischen und wirtsckzasllichen wellbestimmung der Völker keinen Abbruch tut. Wenn ich in diesem Kreise vieler Völker heute das Wort er- griffen habe, so berechtigt mich dazu die besondere Lage meines Lan- des. Deutschland ist infolge seiner geographi'chen Lage in Mittel- i europa, infolge seiner engen Verflechtung mit der gesamten, auch mit der überseeischen Weltwirtschaft, durch die Not unserer Zeit mit am meisten betroffen worden. Das Problem der deutschen Wirtschaft ist untrennbar verbunden mit den Schwierigkeiten, über welche die anderen Nationen zu klagen haben. Die deutsche Not ist die eine Seite, die Not der übrigen Völker die andere ; Seite der Weltkrise. Die Verhandlungen, die wir zu führen haben, ' werden die verschiedensten Gebiete des Wirtschaftslebens, des Ver» kehrs, des Handels und der Finanzwirtschast, wie überhaupt alle Fragen der durch gemeinsame Zivilisation verbundenen Völker zu behandeln haben. Die Größe dieser Aufgabe soll uns ein Ansporn' sein, daß die Verhandlungen der Konferenz von allen Seiten mit einem gewissen O p t i m i s ni u s geführt werden, der alle großen Werke beflügeln muß. Ich bin gewiß, mit diesen mesnen Worten keinen Sondergefühlen Ausdruck zu geben, sondern die gemeinsame Ueberzeugung aller hier vertretenen Nationen auszusprechen.(Leb- hafter Beifall!) Ein Zusammenstoß zwischen Tschitscherin und Varthou. Nach Dr. Wirth ergriff Tschitscherin, der Führer der russischen Delegation, das Wort. Zu der Erklärung de Factas, daß die Beschlüsse der Konferenz von Cannes als Grundlage der Konferenz von Genua dienen follren, bringt Tschitscherin r drei Vorschläge de? russischen Delegation ein, die Fragen betreffen, die nicht auf der Konferenz von Eannes verhandelt worden sind. Er schlägt vor, daß die Konferenz� von Genua die Einleitung einer Reihe von ähnlichen K o u- ferenzen bilden möge. Die Gesundung der wirlschastlichen Lage und die Wiederherstellung Rußlands seien mit der Wiederherstellung der Weltwirtschaft unlöslich verknüpft. Rußland habe bereits seine Grenzen dem allgemeinen Welthandel wieder geöffnet. Der zweit« Vorschlag der russischen Delegation betrifft die allgemeine Ab» r ü st u n g. All« Vorschtäg«, die dem Wiederaufbau der Welr dienen sollten, seien wertlos, solange die Möglichkeit neuer Krieg« besteh«. Rußland verlange gegenseitige Abmachungen bei allen Finanzangc- Icgenheiten und Garantien dafür, daß künftige Angriffe aus Rußland verhindert würden. Unter diesen Bedingungen fei Rußland bereit, sein Möglichstes zu trm, um zum Geling-.m der Konferenz von Genua beizutragen. In Erwiderung der von Tschitscherin gemachten Vorschläge führt der Vertreter Frankreichs, Barlhou, aus, die Rede Tschitscherin? bringe drei neue Erklärungen. Di« Konferenz von Genua sei jedoch auf den Grundlagen der Konferenz von Cannes einberufen worden. Wir bestreiten der russischen Delegation nicht das Recht, ihre Stellungnahme zu dem Punkte der Tagesordnung zu präzisieren. Wenn sie aber die in Cannes nicht behandelten Fragen, wie z. B. die Einberufung einer Serie von Konferenzen oufwer en will, so müssen wir erklären, daß wir damit nicht einoerstan- den sind. Ruhland wünscht auch die Frage der Abrüstung zu besprechen. Die französische Delegation wird daher gezwungen sein, zu erklären, daß dies« Frage aus der Konsercnz von G-.mua n i ch r behandelt werden dürfe. Nach diesen Worten Varthous erklärt« TschKscherin, die russische Delegation sei der Meinung, daß in die Tagesordnung der Kon- serenz von Cannes viel« Fragen nicht aufgenommen worden seien, so z. V. die Frage der Abrüstung. Trotzdem erklärte sich die russische Delegation mit der Tagesordnug der Konferenz von Camies einverstanden. Zu prüfen, die darauf ausgehen, den allgemeinen Zustand der staat- lichcn Finanzen zu oerbessern, den Geldumlauf einzuschränken, die Wechselkurse auszugleichen, die Zusammenarbeit der stärksten Staa- tcn mit den schwächsten praktisch möglich zu machen und auf diese Weise auf allen gangbaren Wegen das Werk des europäischen Wiederaufbaus zu erleichtern. Nach unserer Meinung muß ein großer Grundsatz alle Besprechungen und Beratungen beherrschen, nämlich daß das Heil der internationalen Gesellschaft nur in einer großen Jneinklangsetzung zwischen der Unabhänzigkcik. Aulonomie und Souveränikät der einzelnen Staaten und der notwendigen Rücksicht, die jeder einzelne Stoat auf die gegenseitigen Beziehungen und die Rechte anderer Staaten und ihrer Bürger nehmen muß, besteht. Ohne diese Voraussetzungen ist kein Friede und kein nützliches internationales Zusammenleben möglich. Ich vertraue fest auf die Weisheit aller hier Vereinigten und gebe dem heißen Wunsche Ausdruck, daß die Konferenz der Welt das Schauspiel erhabener und ruhiger Besprechungen bieten wird, und daß die allgemeine Fähigkeit, die Leidenschaften der eigenen Ueberzeugung zu dämpfen, zu jenem glücklichen Erfolge führen kann, von dem zum großen Teile die Zukunft, der Friede und das Gedeihen Europas abhängt. Nach de Facta ergriff der französische Telegierte Barthou das Wort. Er führte aus: Auf diese Konferenz, von der die Neuorientierung der Welt ihren Ausgang nehmen kann, bringe ich die wohldurchdachte Willensäußerung einer loyalen Mitarbeit Frankreichs mit. Als Lloyd George in Eannes seine großzügige Anregung dazu gab, hat Frankreich unverzüglich zugestimmt. Und wenn es später einen Aufschub vorgeschlagen hat. den es glücklich ist, erhalten zu haben, so hat es sich nur von dem' Wunsche bestimmen lassen, durch a ii s g i c b i g e r e Vorbereitung die Ergebnisse zu er- reichen, auf die es sein Vertrauen und seine Hoffnung setzte. Die Welt ist der leeren Worte der feierlichen und unfruchtbaren Er- klarungen müde. Sie leidet in ihrer Gesundheit, Sicherheit und Stabilität und verlangt, daß eine planmäßige und wirksame Aktion ihr endlich das Gleichgewicht wiedergebe, dessen sie bedarf. Wir find hierher gekommen um zu handeln, mir sind nicht Beobachter, wir sind Mitarbeiter, bereit, unseren Anteil an der gemein- samen Arbeit und den gemeinsamen Verantwortlichkeiten zu nehmen. Gewiß, wir verhehlen uns nicht die Schwierigkeiten, die.Hindernisse und die Langsamkeit der Aufgabe, aber Pessimisten vermögen nichts und nur der Glaube wird die Welt retten. Europa ist mit Ruinen besät. Es würde töricht sein zu glauben, daß eine Zaubergerte mir einem Streich auf dem Trümmerhaufen das Zauberschloß seines Wiederaufbaues errichten könnte. Aber es wäre eine noch schlim- mere, noch vernichtendere, noch mörderische Torheit, sich mit ge- kreuzten Armen am Weae niederzusetzen und nichts zu tun. Denn es ist allzuviel zu tun. Frankreich ist von keinem nationalen Egois- mus beseelt und wünscht keine Hegemonie auszuüben. Der Krieg hat Frankreich zu viel gekostet, als daß es nicht Abscheu vor dem Kriege empfinden sollte. Es ist in seiner Gesamtheit e n t- schlössen pazifistisch. Und niemals wird es Frankreich fein, das in verbrecherischer Verblendung die Ruhe der Welt stören wird. Seine Rechte, für die es einen furchtbaren Preis gezahlt hat, sind kein Hindernis für das Unternehmen, zu dem wir aus allen Teilen Europas hierher gekommen sind. In dem Programm von Cannes sind diese Recht? entsprechend der Ansicht Frankreichs und seiner Alliierten von der Diskussion ausgeschlossen worden. Die Konseren, von Genua ist somit nicht, kann nicht lein und wird nicht sein eine Berufungsinstanz, wo die bestehenden Veriräqe zur Sprache gebracht. beurteilt und revidiert werden könnten. Aber jede finanzielle und wirtschaftliche Frage, deren Lösung von Bedeutung und für die iwie- derherstellunq des gepeinigten, aus dem Gleichgewicht gebrachten Europos wesentlich ist. kann frei von allen crom werden. Frankreich wird keine negative Haltung zeigen. Seine Sachverständigen werden eine beträchtliche Arbeit vorweisen. Es gibt kein Problem, das ihren Untersuchungen und Ucberlegungen entgangen wäre. Wir werden nicht nur stmeii, was uns unzulässig erscheint. Wir werden das sagen, was mir für gerecht, notwendig oder möglich halten. Die Verwicklung der Fragen schließt eine einfache Formel aus. Europa, sagen wir ruliiq die Weit, ist eine kommerzielle Einheit, die vom 5lriege gestört und gelähmt worden ist, auch bei den Völkern, die nicht am Kriege beteiligt waren. Es ist Sache eines jeden dieser Völker, gleichviel wie ihre politische Form und ihre Regierung aus- sehen mögen, wofern sie nur die allgemeinen Rechte achten, ohne die „Der singenöe Zjsih" von �lfreö Srust. Da haben mir nun die Fortsetzung des„Jungen Deutschland". „Heute und Morgen" heißt sie, und der erste Versuch dieser Vereinigimg, die dem deutschen Drama nützen will, heißt Alfred Brust. Sein Drama„Der singend« Fisch" wurde am Svnntaz in einer Matinee des De u t s ch e n Theaters zu einem Scheindasein von fünfundsechzig Minuten erweckt. Es 'st bitter, Leuten wie Max Hochdorf und Hans Rehfifch. dw für die Gesellschaft verantwortlich zeichnen, sagen zu müssen, daß sie auf einem falschen Wege sind. Man muß einmal grundsätzlich feststellen, daß dieser Typus des ewigen Jünglings, zu dem auch dieser neue A'sred Brust gehört, der Verderb nicht nur der Lyrik, sondern noch vielmehr des Theaters ist. Dieser Typus wird nicht deshalb abgelehnt, weil er im Technischen unbegabt ist, sondern weil Meiuchen, die schon etwas vom sogenannten Leben hinler sich l?abeu, mit solcher jünglingshaften Unreif« der Lebenserfahrung und des Weite, icbnisfes nichts anzusaugen wissen. Man vertreibt ein- fach den Mann, den ausgswachserien Mann, aus dem Theater, der zu klar sieht, als daß er dies« halb noch knabenhaften Hilflosigkeiten für„Poesie" nehmen könnte. Goethe, Schiller, Kleist und ander« waren ja auch erst Zwanzigjährige, als sie ihre ersten Dramen schufen. Aber trotzdem sind diese Werke männlich. Diese Männlich- keit fehlt der ganzen heutigen Generation. � Der ,zaU Brust bedarf keiner ausführlichen Begründung. Nichts einfacher, als in Symbolik zu machen. Es ist das beste Zeichen der Hilflosigkeit, wenn ein Autor sich damit hilft, daß er seine Fissuren Träume erzählen und einen vom andern erklären läßt, er sei„seltsam" und„sondrrbar", und alles in ein pseudomystisches Dunkel hüllt. Das Drama soll ans der Kuriichen Nehrung spielen, aber von Ostpreußen ist in dem Stück so gut wie nichts. Die Versuche, we- nigstens in den Männerfiguren so etwas wie Wirtlichkeit zu geben, sind kläglich gescheitert. Trotzdem sind diese Szenen noch besser als die der Frauen, die eine furchtbare Kenntnis des modernen Litera- tiwjargons zeigen. Dabei wäre der Grundimpuls der Handlung für ein Drama durchaus ausreichend: Der Kanipf eines Mädchens gegen den eigenen Unterleib. Diese Beromka Wendefeuer will von dem Mann«, der sie heiraten soll, nicht„mit den Händen" geliebt werden. Sie hat um sich herum zuviel gesehen von dem Grauenvollen, das das Tier im Menschen vollbringt. Ein Unbekannter, der an die Nehrung mit seinem Boot getrieben wird, bestärkt sie in ihrem Vor- haben, sich„nur seelisch" lieben zu lassen, als er die Legend« von dem „singenden Fisch" erzählt: Die Seele der Mutter Gottes sei vom Gottoalerjn«inen Fisch gebannt worden und singe hin und wieder, und die Frau, die diesen singenden Fisch höre/ sei wie die Mutter Gottes begnadet. Als der Bräutigam ihr am Vorabend der Hoch- zeit zusogt, sie„nur seelisch" lieben zu wollen, hört sie den Fisch singen. Aber am Hochzeitsabend selbst trinkt sich der Bräutigam mül und läßt, sich von«iner.Freundin Anatolies verführen. Darauf Mord und Totschlag, und Anatolie fährt mit dem Unbekannten und Geheimnisvollen davon. Diese Vorgänge, in denen zwei Mütter noch dunkle Rollen spielen, sollen symbolisch sein und doch nur erschrecklich kindisch und banal. Unter Bernhard Reichs Regie war eine Reihe tüchtiger Kraft« aufgeboten, die blutlosen Szenen des Stückes mit Leben zu füllen. Ab«r wo keine Rollen find, kann kein Darsteller etwas retten. Immer- hin bleiben ein paar Gesten und Töne Roma B a h n s, die die Ana- tolie gab. Nur soll sie nicht mehr zu häufig solche rhetorischen Sackzen spielen, sie ist in Gefai/r, dadurch verdorben zu werden. Neben ihr Emilia U n da, Elsa Wagner und D i e t e r l«, das Stück darstellerisch stützend, Olga Wojan und Heinrich Witte hingegen seine Schwächen noch mehr hervorspielend. O t o E r n st H e s s e. Der Film als neues Arbeitsgebiet der Barlei. Der stets wachsende Einfluß des Films auf die Massen hat den Zentral- bildungsausschuß unserer Partei veranlaßt, sich mit ihm ein- gehend zu beschästigen. Erfreulicherweise werden Mittel und Wege ausfindig gemacht, die es der größten und ihrer Kulturaufgabe be- wußten Partei ermöglicht, in den Rahmen ihrer Bildungsbestrebun- gen auch die Pflege des wertvollen Films auszunehmen und sich an der Reform des Kinos tälig zu beteiligen, ohne sich damit der Re- klame für den Film schlechthin auszuliefern. Der Zentralbildungs- ausschuß hat folgende Richtlinien aufgestellt: Der Film hat als V o l k s u n r e r h a'l t u n g s m i t t e l große Bedeutung gewonnen. Seine Darbietungen find aber großenteils minderwertig, zum Teil direkt schlecht und geschmackvcrderbend. Was er Gutes leistet an Natur- und Kunstwiedergabe, an Eigenschöpferi- schem und vor allem als Anschauungs- und Bildungsmitiel, kommt in der heutigen Organisation des Filmgeschäfts nicht zu seinem Rechte. Es ist daher Aufgabe des Arbciterbildungswesens, olle ernst- haften Bestrebungen zur Kinoreform zu unterstützen und gegen- über der Flut des Minderwertigen die vorhandenen wirklich guten Filme den breiten Massen des Lölkes zugänglich zu machen. Zu diesem Zweck wird dem Zcntralbildungsaüsschuß ein 5* in o a u s- s ch u ß angegliedert, der mit der weiteren Prüfung und Bearbeitung der Kinofrage betraut wird. Er würde folgende Aufgaben zu erfüllen haben: 1. Sichtung des vorhandenen Filmmaterials, stärkere Propa- gierung und Vermittlung guter Filme, gegebenenfalls Ausarbeitung von Vortragstexten für einzelne Filme und Stellung von Wander. rednern, Einrichtung von Wanderkinos, Schaffung eines Filmarchivs. 2. Förderung der Einrichtung gemeindlick)« und genossenschaftlicher Kinos. 3. Stellungnahme zum Film in der Oeffentlichkeit, insbesondere in der Presse. 4. Teilnahme an der amtlichen Lichtbildprüfung, sowie an der weiteren Ausgestaltung des Lichtbildgefctzcs, Einwirkung auf Staat und Gesetzgebung im Sinne positiver Kinoreform. 5. Schaffung guter Filme für die Bedürfnisse der sozialistischen Bildung?, und Propagandaarbeit entweder selbständig oder mit Hilje der bestehenden großen Filmgesellschaften,_ Genua in Heines Schilderung. In diesem Augenblick, da die Augen der ganzen Welt auf die italienische Halenstadt gerichtet sind, mag man sich auch einmal das wenig anmutende Bild ins Gedächt- nis rufen, das Heinrich Heine von Genua entworfen hat. Er schildert es folgendermaßen: Diese Stadt ist alt ohne Altertümlichkeit, eng ohne Traulichk-it und häßlich über alle Maßen. Sie ist auf einem Felsen gebaut, cm Fuße von amphitheatralischen Bergen, die den schönsten Meerbusen gleichsam umarmen. Die Genueser erhielten daher von der Natur den besten und sichersten Hafen. Da, wie gesagt, die ganze Stadt auf einem einzigen Felsen steht, so mußten der Raumersparnis wegen die Huäfer sehr hoch und die Straßen sehr eng gebaut werden, so daß diese fast alle dunkel sind, und nur auf zweien derselben ein Wagen fahren kann. Aber die Häuser dienen hier den Einwohnern, die meistens Kaufleute sind, fast nur zu Warenlagern und des Nachts zu Schlafstellen: den schachernden Tag über laufen sie umher in der Stadt oder sitzen vor ihrer Haustür, oder vielmehr in der Haustür, denn sonst würden sich die Gegenüberwohnenden ein- ander mit den Knie» berühren. Aon der Seescite, besonders gegen Abend, gewährt die Stadt einen besseren Anblick. Da liegt sie am Meere wie das gebleichte Skelett eines ausgeworfenen Niesentiers, dunkle Ameilen, die sich Genueser nennen, kriechen darin herum, die blauen Mccreswellen bespülen es plätschernd wie ein Ammen- lied, der Mond, das blasse Augs der Nacht, schaut mit Wehmut darauf hinab. Vom Baumstamm zur Feiiunq in 3� Stunden. Um festzustellen, wieviel Zeit nötig ist, mn einen Daumstamm in«ine Zeitung zu verwandeln/ hat der Besitzer einer Harzer Vapiericibrik«inen imerssanten Versuch ausgeführt. Wie in der Zeitschrift Der Papier- fabrikant" erzählt wird, lieh er um 7 Uhr 3S Minuten früh in dem in der Nähe seiner Fabrik aeiegenen Waide drei Bäume fällen, die nach Abschäl ung der Rinde sofort in die Hoizstoffabrit gebracht wur- den. Die drei Holzstämme wurden dann io schnell in ilüisig- Ho'z- masse verwandelt, daß bereits um 9 Uhr 3? Minuten die erste Roll« Druckpapier die Maschine verlassen konnte. Seit dem Fällen des Baumes waren alw bis zur Feriiastelliing des Papiers 2 stunden 4 Minuten verflossen. Die Rolle Papier wurde im Auto nach der 4 Kilometer entfernten Druckerei einer Tageswti'ng geschafft und dort sofort mit dem Druck begonnen. Um li Uhr vormittags konnte die aus diesem Papier hergestellt« Zeituna bereits auf der Straße verkauft werden. Es ha-'e also nur eines Zeitraums von 3 Stunden 25 Minuten bedurft, um dem Publikum die neuesten Nachrichwn auf einem Papier aus den Bäumen vorzulegen, auf deren Zweigen noch am Morgen die Vögel ihr« Lieder gesungen hatten. Tie Ztoltöbübn« veranslaltet am ssarftiitag. mittaq» tty. Nbr. in der VoltStlihue ein« Brabni�seier. ES gelangen„Ein EckickbilHied' und„Ein tcutiche» Sleguiem" zur Auffübrung. Der?Ieizle-Cbor und daS tlerztc Orchester wirken unter Leitung von Dr. Kurt Singer mit. I,, der Heilnndckkirche, Moabit, Tiirmilr.. findet am Karfreitag. abends 8>/, Uhr. eine Zlussübrung des Polslons-OratorlumS„Der Tod Ielu" von Graun durch den tzcilondslirchcnchor(MusttZircltor 31. Kurlb) Natt. Karten 3. S. 10 M. Tic Entdeckung neuer Arzneipflanzen ist dem von der Mulford To. mit einer Ervcdilion durch Siidamcrika bcauslraaten Dr. RuSbh ae- lungen. Er tonnte etwa 50 neue Gattungen von Arzneipflanzen mit- bringen und rr rechnet damit, daß wenigflens 20 davon in der Pharmazie Verwendung finde» könne». Die Antwort auf öie Reparationsnote Die Note der deutschen Regierung an die Reparations- kominissian stellt diese und die Entente vor eine folgenschwere grundsätzliche Entscheidung. Die Frage ist, ob die deutschen Leistungen der wirklichen deutschen Leistungsfähigkeit ange- paßt werden sollen, oder ob man es vorzieht, weiter eine K a t a st r o p h e n p o l i t i k zu treiben, die mit Deutschland die ganze Welt in den Abgrund reißen muß. Die Frage ist zugleich, ob die der deutschen Regierung auf der Konferenz von Genua eingeräumte Gleichberechtigung zur Wahrheit werden soll, oder ob die Entente auf Eingriffen in die deutsche Staatshoheit besteht, die diese Gleichberechtigung zum Hohn machen würde. Der Konferenz soll bekanntlich nicht gestattet sein, diese Frage in den Kreis ihrer Erörterungen zu ziehen. Darf man l?offen, daß sie eine Atmosphäre zurücklassen wird, in der nur noch eine Lösung der wirtschaftlichen Vernunft und der Ver- ständigung, aber nicht mehr eine der Unvernunft und der Ge- walt möglich sein wird? Die Note der deutschen Regierung ist vollständig offen in der Darlegung der Wirtschaftslage Deutschlands. Sie ver- hehlt nicht, daß auch die herabgesetzte Goldzahlung Deutsch- lands im Betrage von 120 Millionen Goldmark für das lau- sende Jahr gefährdet ist, wenn es nicht gelingt, ihre Aufbrin- gung durch eine internationale Anleihe zu sichern. Indem sie der Reparationskommission reinen Wein ein- schenkt, betont sie aber auch, daß nach dem Willen der deut- schen Regierung der Weg zu Verhandlungen offen ge- halten werden muß. Die Entente würde sich offen ins Un- recht setzen und der Sache ihres eigenen Volkes am schlechtesten dienen, wenn sie sich weigern wollte, ihn zu beschreiten. * Die gestern mittag in Paris übergegebene Antwort verdeutschen Regierung an die Reparations- k o m m i s s i o n hat folgenden Wortlaut: Die deutsche Regierung beehrt sich den Empfang der Entschei- dung der Repcirationskommissian vom 21. Marz d. I. und des Schreibens an den Herrn Reichskanzler vom gleichen Tage zu be- stätigen. Seit dem 11. Dezember 1S21, als die deutsche Regierung ihr Stundungsgesuch an die Reparationskommission richtete, ist eine über alle Erwartungen hinausgehende Verschärfung der sinanziellen Schwierigkeiten Deutschlands eingetreten. Der Dollarkurs an der Berliner Börse, der sich durchschnittlich im Januar auf 18l), im Februar um 200 bewegt hatte, ist infolge der Dekadenzahlungen um März allmählich weiter gestiegen und hat dann unter dem Ein- druck der Entscheidung der Reparationskommisfion den Stand von Ivv dauernd überschritten. Gleichzeitig mit dieser Zerstörung der äußeren Kaufkraft der Mark ist auch ihre innere Kaufkraft weiter gesunken. Dies hat zu großen wirtschaftlichen und sozialen Bedräng- nissen geführt. Die Teuerung ist von Woche zu Woche fort- geschritten und beträgt für viele unentbehrliche Lebensbedürfnisse das 60- oder 7vfoche oder noch mehr. Selbst Brot, dessen Preis noch heute künstlich niedrig gehalten wird, war Ende März für den Verbraucher gegenüber der Zeit vor dem Krieg? auf mehr als das 2äfache gestiegen. Bei Kohle trat von Januar bis Ende März eine Steigerung einschließlich der Steuer vom AZfachen auf das ÖOsache, bei Baumwolle eine solche vom(JSfachen aus das göfache ein. Auch die Hausholtungsgegenstündc, Möbel, Wäsche usw., sind im März gegenüber dem Januar um meit über 100 Proz. gestiegen. Diese Teuerung hat zu einer erschreckenden Notlage weiter deutscher Kreise geführt. Das wirkt um so schlimmer, als Deutschland trotz des seit ISIZ eingetretenen Rückgangs des Fleisch- Verbrauchs um 88 bis 60 Proz. und des Brotverbrauchs um etwa 24 Proz. einen jährlichen Zuschuß von Lebensmitteln aus dem Auslande Im Werte von 214 Milliarden Goldmark benötigt. Die zur Aufrechterhältung der Brotration erforderliche Einfuhr von Ge- treibe wird im Jahre 1S22 allein noch rtmd 800 Millionen Goldmark kosten. Können die hierfür notwendigen Devisen nicht aufgebracht werden, fostehteineHungersnotbevor. Die deutsche Re- gierung sieht der Entwicklung' im Sommer mit größter Besorgnis entgegen. Gelingt es nicht, die weitere Geldentwertung aufzuhalten, so wird die Mark ini Auslande als Währung bald keine Geltung mehr haben und damit die Lebens- und Leistungsunfählgkeit Deutsch- lands eintreten. Diesen Zusammenbruch zu verhindern, liegt im gemeinschaftlichen Interesse nicht nur Mitteleuropas, sondern der ganzen Welt. Die Gefahren beruhen vor allem in den Gold- Zahlungen. Die deutsche Regierung sieht sich daher genötigt, die Reparationskommission Zu bitten, in eine Nachprüfung der Entscheidung vom 21. Mär; d. 3. einzutreten. Sie ist überzeugt, daß die Reparations- kommission diesen Antrag auf Grund einer eingehenden Prüfung der deutschen Leistungsfähigkeit gemäß Artikel 234 des Vertrags von Versailles als berechtigt anerkennen wird. Die erbetene umfassende Nachprüfung der deutschen Leistungs- fähigkeit auf Grund des Artikels 234 ist überaus schwierig und be- deufungsvoll. Dabei sind die zu prüfenden Fragen wissenschaftlich und praktisch neu und unerforscht. Infolgedessen schlägt die deutsche Regierung vor, daß die Prüfung unter Leitung der Reparationskommission durch eine Anzahl von Sachkennern vorgenommen wird, die nicht lediglich den unmittelbar beteiligten Staaten angehören. Die Kommission würde ihre Prüfung insbesondere auch auf die im Vertrage von Versailles hervorgehobene Frage der Vergleichung des deutschen Steuersystems mit den Systemen der in der Reparationskommissior. vertretenen Mächte zu erstrecken haben. Diese Frage muh in einer so überzeugenden Weise beanlwortet wer- den, wie das bei der gerade in letzter Zeit auch von alliierter Seite wiederholt anerkannten Schwierigkeit des Problems überhaupt mög- lich ist. Mit Ziffern belegte Ausführungen find in der Anlage I zur deutschen Note vom 28. Januar d. I. und den zugehörigen Unter- anlaaen enthalten. Diese Ausführungen sind in den Mitteilungen der Reparätionskommission vom 21. März nicht erwähnt und bisher nicht widerlegt worden. Bereits in der Note vom 2S. 3anuor hat die deutsche Regierung ihre Ilrberzeugnng dahin zum Ausdruck gebracht, daß nur auf dem Wege einer äußeren Anleihe die erforderlichen RUklel zur Deckung der Reparationslast beschoift werden können und daß nur eine der- ariige Anleihe die Stabilisierung der Wechselkurse herbeiführen kann. Die seither eingetretene Entwicklung hat die deutsche Regie- rung in ihrer Auffassung bestärkt. Nur eine solche Anleihe würde es ermöglichen, daß die Barzahlungen für das Jahr 1922 bewirkt werden können. Ein Teil der Anleihe könnte zur Regulierung der deutschen Valu.ta abgezweigt worden. Die Reparations- kommission hat inzwischen die Berufung einer besonderen Sachver- ständigenkommission unter Zuziehung eines neutralen und eines deutschen Vertreters zur Prüsurzg dieser Frage beschlossen. Die deutsche Regierung gibt dem Wunsebe Ausdruck, daß die Arbeiten dieser Kommission sobald wie möglich zu praktischen Ergebnissen führen. Allerdings erscheint der deutschen Regierung das Gelingen jeder Reparationsanleihe nur möglich, wenn die Geldgeber damit rechnen können, daß mit dem Ertrage der Anleihe nicht nur eine Reihe van Iahreszahlungen, sondern auch die sonstigen nach dem Vertrage von Versailles neben den Reparationen bestehenden D e- Visenverpflichtungen finanziert werden. Insbesondere wären durch die Anleihe auch die Verpflichtungen aus dem Aus- gleichsvcrfahren zu decken, und es müßten etwaige Verpflichtungen zu Barzahlungen aus Artikel 207? des Vertrages von Versailles so lange gestundet werden, bis ihre 2lusg!cichung nach eingetretener Erhöhung der deutschen Leistungsfähigkeit möglich ist. Im Zusammenhang mit der endgültigen Festsetzung der deut- schen Reparationsleistungen auf Grund der Nochprüfung der Leistungsfähigkeit Deutieblands wird zweckmäßig die Frage der G a- r a n t i e n zu regeln fein. Die deutsche Regierung vermag den in den Wilkeilungen der Re- paralionskommission vom 21. März d. 3. verlangken Garankien nicht zuzustimmen, soweit sie über das Angebot der deutschen Rote vom 2S. 3anuar hinausgehen. Sowohl die Forderung auf Schaffung von 60 Milliarden neuer Steuern wie die vorgeschlagenen K o n t r o l l ni a ß- nahmen stehen im Widerspruch zu den unzweideutigen Zusagen der Alliierten in ihrer Note vom 16. Juni 1919. Die Mehrsorde- rungen sind auch vrottisch undurchführbar. Das gilt insbe- sondere von den 60 Milliarden neuer Steuern über das Steuerkom- promiß hinaus. Die steuerliche Belastung, wie sie das Steuerkom- promiß vorsieht, ist noch Lag? der gegenwärtigen Vcrbältnisse das Höchste, was dem deutschen Volke und der deutschen Wirtschaft an Steuerlasten zugemutet werden kann. Infolge des Valutasturzes werden sich überdies die Ansätze des Haushalts bei wichtigen Steuern und Abgaben erhöhen. Außerdem ist die Auferlegung der in der Note vom 28. Januar angekündigten Zwangsanleihe in den letzten Tagen gesetzlich beschlossen worden. Ihr Ertrag dürste der von der Reparätionskommission geforderten Erhöhung des Steuerertrags entsprechen. Cr soll zu einem großen Teil bereits im Kalenderjahr 1922 eingehen. Die Zwangsnnleihe soll 3 Jahre unverzinslich bleiben, sie wirkt deshald wie eine Steuer, die ausschließlich das Kapital belastet. Was die von der Reparationskommission in Aussicht genommene Kontrolle angeht, so würde die deutsche Regierung sich mit keiner Kontrolle einverstanden erklären können, welche mit der deutschen Finanzhoheit nicht vereinbar ist. Die deutsche Regierung ist bereit, der Reparationskommission alle notwendigen Aufklärun- gen über die Finanzlage Deutschlands und ihre finanziellen Maß- nahmen zu geben. Es wäre aber für keine Regierung tragbar, dem Ausland einen maßgebenden Einfluß auf die Gestaltung und Anwendung der Gesetzgebung im einzelnen zuzugestehen. Die deutsche Regierung glaubt sich aus diese grundsätzlichen Vor- schlage und Erklärungen beschränken zu können, indem sie annimmt, daß Einzelheiten sowie die sonst in den Mitteilungen der Repara- tionskommission berührten Punkte demnächst in besonderen VerHand- lungen zu erörtern sein werden. gez. Wirth tzohenzoUern-Legenüe: Kitsch, Irrlicht! Jüngst fällte die„Kreuz-Zeitung" ein grausames Urteil über den Ausgang der Hohenzollernherrfchaft, in dem sie sagte, Wilhelm I. sei„in mehr als einer Beziehung der l e tz t e König von Preußen gewesen". Aehnlich urteilt jetzt der Chefredakteur der„Deutschen Zeitung", der schreibt: Riesengroß, unermeßlich viel größer noch als unseren Vätern, hebt sich die Gestalt Bismarcks über den Trümmern hervor: bei ihm war Kraft, Wille, Führung, war ein Weg, deutsche Art im deutschen Staate einzuprägen; alles, was nach ihm kam, hat sich als Kitsch und 3rriicht entpuppt. So Max Maurenbrecher, Verfasser der„Hohen- zollern-Legende". Man kehrt immer zu seiner ersten Liebe zurück._ Der ßrankenkurs im Saargebiet. Saarbrücken, 10. April.(WTV.) In seiner heutigen Sitzung verkündete das Oberverwaltungsgericht zu Saar- l o u i s das Urteil auf die B e s ch w e r d e n der Stadt Saarbrücken und Merzig gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts bezüg- lich der F r a n k e n b e s o l d u n g der Beamten. Die Be. schwerde wurde verworfen. Die Begründung wird den Be- schwerdeführern schriftlich zugehen. Die Beschwerden der Städte St. Ingbert und Honiburg gegen die Frankenoerordnung des Präsi- deuten der Regierungskommission wurden ebenfalls verworfen. Stattgegeben wurde dem Einspruch der Stadt Saarbrücken gegen die Zwangsetatisierung der Lehrkräfte an den städtischen höheren Lehranstalten, eine Entscheidung, der allerdings nur eine formelle Bedeutung zukommt. Der Einspruch der Stadt Merzig in der gleichen Angelegenheit wurde verworfen. Amerikas.Tlottenadrüstung. Die Marinevorlage, die die B«. stimmungen des Washingioner Vertrages ausführt, schlägt eine Ge- samtausgabe von 233 Millionen Dollar vor, das sind 181 Millionen weniger als 1921. Sie streicht 389 Reserveoffiziersstellen und ermächtigt das Manneamt zu einer starken Verminderung der Kadettenslellen. Die Zahl der Zerstörer soll von 2Tä auf 103, die der Mannschaften von 98 000 aus 68 000 verringert� werden. Die Munitionsexplosion in Gleiwiy. Gleiwih. 10. April.» o rtard e ite rvcrd an». Vran.lie der lSefchäklskutsibor, Lagcrarociter und-ardeiterinnen aus den Robproduttenbetrieben, AN- itafchenhandtungoii, Altpapier-, Aiieseugcschüfton, Lupus- uns VccrdigungS- fuhrwafen. /Zouragchandluugcn..llutfcher. Miliahrer und Arbeiter aus den ÄunsteiAfabrikcn..llartonuagcnlutscber und Tungkutscher kotoic Siruktenmocbee ans der Jüdischen Gemeinde. Mittwoai 7 Uhr im GewerlschoflSbauS. üugel- uier 24/2ö. �aa! 3. Betriebsräte- und NertrauenSmänuerpereammiung. Byr- trag des stollegcn Mehner über„Betriebsräte und Gewerkiwa/ten".— Han- dckshilfsarbeitcr und arbeilerinnen der LedermirlUbafi. MltNooch K Uhr im irngiiubcii Hof, AlerandersN. 2TB, BranMenverfammlung.— Branlli- 3» 'Eisen-. Röhren-. 2serlzeugbandell. MiUlvock 3 Uhr Sophicnfaic, Sophien- strad- 17! IS, Z ollversammiuiig. Ter neue Cchiedsspruch. Zentralrcrband der Llngcftrlltc». Baugewerbe, Bergbau. Mittwoch abend 7� Nbr Milaliederveriammtuna im Tuchcr-Brau ill. Saal), Friedrichflr. 100. gilm-llarirlt. Mittwoch 7 Uhr Im Graphischen BcreinsbauS, Aleran- drincnstr. 44. Versammlung der Silmvbologrovhcn. Emwi-tier. Kopierer. LIchtbeftimmcr und g-abrilalionShilfsarbeiter(sieb? Inserat). Sicr.n l Beil aar 1\ � �Vollen Sie ebenso gut soften iuu) �i�Tracrt. dann holen Sie suh heute noch einen patentiertm ZchNMilMiOer in öer allsuunenVer�nOMe GwS�Verlins potsö-mrerStntchs Nr. 171»ZH. Jahrgang Heilage öes Vorwärts Dienstag, 11. /lprit 1922 wie öen Kriegsbesihäüigten geholfen wird. Das Haus in der Bnrgstrahe.— Tie Not der Bernssberatuug. Em neues Erdbeben registriert. Die Instrumente der Haupt- staiicm sür Erdbebcnfolscbung tii Jena verzeichneten ein h e flipes Erdbeben, dessen Herd etwa 2?N) Kilomeler enifernt, wahr- scheinlich in Armenien, biö etwa zum Südabhang deS Kaukasus zu suchen sein dürfte. » In der Burgstraße, kurz vor der Königstraße, leuchtet ein rotes Sandsteingebäude aus dem Grau der umliegenden starren Geschäfts- Häuser hervor. Es ist ein Haus, das sür weite Kreiie un'erer Volksgenossen eine große Bedeutung erlangt hat. Hier befindet sich die Hauptsürsorgestelle der Schwerkriegsbeschädigten, Arbeitsnachweis und Vermittlung, sowie Berufsberatung. Jeden Tag kann man Menschen sehen, die der Krieg zerschlagen hat, und deren Prothese laut durch die stille Straße hallt. Sie alle suchen Arbeit, die ihnen ihrer Verletzung entsprechend zugewiesen werden soll, um nicht als Kriegekrüppel die ganz« Nttt der ZcUverhällnisse auf sich nehmen zu müssen.. Die Oeratling. Bevor man in der Buraslraße den Schutz des Gesetzes über die schwerkriegsbe'chädig.en genießt, muß man in seinem zuständigen darüber, ob die Arbeitgeber die Pflichlzahl von Deschädigten in ihren Betrieben untergebracht haben. Da das Gesetz mir einer Geldstrafe drobt, kann man ermessen, wie sehr die Herren Arbeit- geber daraus bedacht sind, die wirlschaflsschwachen Kriegsopfer der Not preiszugeben, wenn man in Betracht zieht, daß die Fürsorge- stelle im letzten Zehre 80 000?N. an Slrafqeldern eingenommen hat. Es find seit 1917 sür die Bezirks in Groß-Berlin etwa 20 000 Kriegsbeschädigte unlerqcbrachk worden. Es ist dies eine traurig« Bot- schaft. wenn man bedenkt, daß es sich hier nur um Leute handelt, die über 59 Proz. erwerbsunfähig fein müssen. Etwa 2000 harren noch der Desckästigung. Dagegen stehen monatlich nur ZOO offene Stellen zur Verfügung, die noch nichr einmal olle besetzt werden können, weil zu den einzelnen Spezialarbeusn sich keine Bewerber finden. Aussicht auf schnelles Unterkommen besteht für alle Beschä- digten, die ein Handwerk erlernt haben. Weit schwieriger gestaltet es sich bei denen, die Ungelernte sind und alle Arbeiten verrichten Bezirkskriegssürsorgeamt einen Antrag aus Aermittlung von Arbeit � wollen, soweit ihre Verletzung es zuläßt. Es ist nötig, eine Legencc formuliert haben. Die Schwerbelchädiglen, soweit sie über 50 Proz. zu zerstören, die manche Kriegsbeschädigte abhält, die Bermitt- erwerbsunfähig sind, reichen ihre oelamtcn Militär- und Bersor- lungsstell« in Anspruch zu nehmen. Es hat keinerlei Enrfluß auf gungspapiere ein und der Dezernent gibt sie mit dem Antrage an die die Rentengestaltung, es wird nichts von der Renke gekürzt, wenn Houptstelle Burgstr. 8 weiter. Nach drei Tagen wird der Antrag- eine Stellung durch die Fürsorgesielle nachgewiesen wurde.� Wichtig steller von der Haupsttelle ausgesoidert, zu erscheinen. In der Burg- � zu bemerken ist es noch, daß in der Fürlorgestelle nur Schwerbe- straße werden täglich.zirka 150 Besucher gemeldet, die alle restlos ihre schädigte Arbeit vermittelt erhalten. Alle Rentner, die bereits um- Wünsche zum Ausdruck bringen. Im großen Wartesaal sitzen sie anerkannt und unker 50 Proz. gesunken sind, scheiden aus und alle, Zeitungen und nndcre Lektüre helfen über die Wartezeit. Der! genießen den Schutz des Gesetzes nicht mehr, sosern sie gegen den „neue" Knegsbeichädigle wird an einem Schalter registriert, Rentenbeschekd nicht Einspruch erhoben haben. Bei Bennung gilt bekommt eine Kartothekkarte und wird dann in die Geheimnisse der � man weiter als Schwerbeschädigter bis zur endgültigen Regelung. Vermiltlung von Arbeitsstellen von den Stammkunden eingeweiht, j In den Genuß der Arbeitsv-trmittlunq gelangen desg'eichen�alle, die Da die Schwerkriegsbeschädigten überaus reizbare, schwierig zu be liandelnde Menschen sind, werden sie von den Angestellten der Für- sorgestelle mit der größten Rücksicht behandelt. Aber gegen die zwölfte Stunde ist die Atmosphäre mit einer überaus starken Ner- vosität geladen und ab und zu brich: ein kleiner Sturm los, der sich aber bald wieder legt, wenn die Angestellten sich selbst als Schwer- beschädigke legilimieren. Ungefähr 80 Proz. de? in der Fürsorge Beschäftigten sind schwerbeschädigte Kriegskrüppel.— Der neu hinzu- gekommene Schwerbeschädigte wird zum Arzt geführt, der, ein alter, gütiger He�r, mit der Rot der Beschädigte» bekannt ist. Er unter- sucht gewisienhalt jeden einzelnen auf die Berusssähigkeit und gibt zu den ZIklen die Notiz des Ergebnisses. Bor dem Berussberater schüttet der Klient sein ganzes volles Herz aus und stößt auf viel Verständni-. Es wird hin und her überlegt und jede Acbeitsmöglich- j feit reiflich erwogen, bis dann das Resultat der Ueberlegung den � Schwerbeschädigten zur Pcrwiitlunqsstelle überweist oder zur Umlernung in eine andere Dernssqrupp? empfiehlt. Gerade diese Stelle! arbeitet mit viel Takt und großer Kenntnis mit den einzelnen Be- rufszwelgen. Schwierige Arbeitsvermittlung. Die Arbeitsvermittlung tritt in Funktion und gibt die Schwer- beschädigten dann in die Betriele, die, soweit sie über zwanzig Mann beschäfligcn, gezwungen sind, Kriegsbeschädigte über 59 Vroz. einzustellen. Zeder Arbeitgeber muß eine offene Stellung zuerst der Hauplslelle anzeigen und drei Tage sür sie freihalten. Die Arbeit- gebe? legen natürlich viel Gewicht daraus, möglichst vollwertige Ar- beitskräfto zu erlangen, und versuchen deshalb den diesbezüglichen Paragraphen des Schwerkriegsbefchädigtengesetzes zu umgehen. Di« Fürsorgestell« ivacht jedo.ch mit einer Anzahl von, Außenbeamten auf dem paritätischen Arbeitsnachweis auf Grund ihrer Beichädi gung keine Beschäftigung finden und«in« entsprechende Bescheini- aung beibringen. Alle, die es angelst, sparen sich viel« Weg«, wenn sie in der ongebeu'-tien Weise verfahren. Nach einer neuen De- stimmirng sollen alle Beschädigten, die seit April 1921 keine Stellung erhalten konnten, innerhalb 6 Wochen untergebracht werden. Dazu gehört, daß diele in der Liste Geführten dreimal in der Woche die Vermittlungsstelle besuchen. Leider mußte festgestellt werden, daß von 55 Vorladungen, sür die Arbeit bereitlag, nur zwei dem Ruf« gefolgt sind. Dcktelkünfkler. Als besondere Gattung Kriegsbeschädigter sind die vom Bettler- dezernat überwiesenen anzusprechen. Sie sind nicht zu bewegen, eine Stellung anzunehmen lind pfleaen die Bettelei, die läglick) zirka ZOO DI. einbrinqt als besonder«? Kunst. Die Fürsaroesiell« erklärt ausdrücklich, daß si« für alle Schwerbeschädigten Arbeit schassl, und am Publikum lieat es hier, wenn das Straßenbild von solchen Außenstitern bis heute noch nicht gewubert ist. Bemerkenswert ist es, daß nur ein aerinaer Bruchteil dieser Bettler latiächlich kriegs- baschädigl ist. Wenn das Publikum etneis mcbr Zurückhaltung im Mitleid üben würde, könnten auch diese Menschen, soweit es sich um Opier des Krieges handelt, aus oie Bahnen des ordentlichen Lebens zurückgeführt werden. » Dos role Haus in dcr Burostraße wird ziemlich ungerechtsertig- terweise bei manchem Kriegsbeschädigten nicht mit sehr sreunblichen Augen angesehen, und es hat doch bei der überwiegenden Mehrzahl als ein Haus der Wohltat gewirkt. Die Straßenbahn will— Zeutsch" werüen. Um die Frage, ob der Deutsche, schreibend und druckend, sich deutscher oder lateinischer Lautzeichen bedienen soll, wird seit Jahrzehnten gestritten. Bismarck hat einmal ein ihm übersandtes Buch zu lesen abgelehnt, weil es mit lateinischen Lettern gedruckt war. Selbstverständlich darf über den Streit nur von fach- lichen Gesichtspunklen aus geurteilt werden, aber Deutschtümler möchten ihn gern auf das„nationale" Gleis schieben. Dabei über- sehen sie, daß unsere angeblich„deutsche" Schrift sich erst aus der lateinischen entwickelt hat. In Firmenschildern hat längst die lateinische Schrift sich fast vollständig durchgesetzt, gewiß nicht nur deshalb, weil große Geschäftsleute an den Ausländer dachten, für den die deutschen Buch- stabcn schwer lesbar sind. Uns will scheinen, daß Plakate in lateini- scher Schrift übersichtlicher sind und rascher erfaßt werden. Auch im Verkehrswesen herrscht seit langem die lateinische Schrift. Auf der Eisenbahn, auf der Hoch- und Untergrundbahn, auf der Straßenbahn, beim Omnibus— überall wird, was auf- fallen soll, in lateinischer Schrift dem Auge dar- geboten. Jetzt wird aber gemeldet, das Verkehrsamt der Stadt Berlin sei zu dcr Slnsicht gelangt, daß im Straßenbahn- betrieb der Gebrauch deutscher Schrift sich empfiehlt. Eine Korrespondenz berichtet: „Bereits vor längerer Zeit hatte das Berkehrsamt der Stadt Berlin den V e r s u ch gemacht, deutsche Schriftzcichen sür die An- schriften dcr Straßenbahnwagen einzuführen. Dieser Versuch, der bei einzelnen Wagen der Linie 11 gemacht worden ist, hat ein gutes Ergebnis gehabt, so daß die Straßenbahnwagen bei der Erneuerung der Schilder in Zukunft nur noch Schilder mit deutschen Schristzeichen erhalten werden. Der Ansang hierzu wurde jetzt bei der Linie 58 gemacht, auf der sämtliche Wagen Schilder mit deutscher Schrift erhalte» haben. Ebenso wie die Schilder, so sollen auch die Fahrscheine nur noch mit deutschen Ausdrucken versehen werden. Es werdcn zu diesem Zwecke besonders klare Schristzeichen gewählt werden, um die Leserlichkeit zu erhöhen." Wie Hot man festgestellt, daß der Versuch ein„gute s" Ergebnis hatte? Wir vermuten, daß die Mehrheit der die Straßenbahn be- nutzenden Bevölkerung keineswegs mit Bismarck ablehnt, Deutsches in lateinischer Schrift lesen zu sollen. Mindestens für die An- fchrifren der Wagen werden die m eisten Berliner di« Bei- beHaltung der lateinischen Buch st oben vorziehen. Dasselbe gilt übrigens gegenüber einem gleichen Neuerungs- versuch, der die Straßennamen betrifft. Für die an den Straßenecken angebrachten Namenschilder wird bereits seit längerer Zeit„erprobt", ob nicht die lateinische Schrift durch die deutsche zu ersetzen wäre. In der Leipziger Straße sieht man an einer der Ecken ein paar versuchsweise aufgestellte Namenschildcr in deutscher Schrift. Auch die Notwendigkeit dieser Neuerung»kann bezweifelt werden. Ein neuer Knrtosfelrlchtprcis. Der PreisanSickiuß für Kattoffeln in der P r o v i n z B r a n d e n- bürg hat einen Erzeugerpreis von 185 M. für den Zentner Kar- toffeln ab mnrliscker Station für angemessen erachtet. Hiernach stellen sicki die Kartostelpreiie sür den Zentner beim Großhändler auf 2�5 M., beim K l e i n b ä n d le r aus 289 Mark. Hinsicht- lich der Kartoffeln anderer Erzeugungsgebiete gelten nach wie vor die bereits veröffentlichten Erzeugerpreise. HelSpapier aus Spechthausen. Der Diebstahl in der Dnnknotei, Papierfabrik. In zweitägiger Sitzung verhandelte die Strafkammer des Land- gerichts I eine Anklage wegen Vorbereitung zum Münz- verbrechen und Diebstahls bzw. Hehlerei gegen 12 Per- sonen unter dem Rubrum Neumann und Genossen. Das Papier zu den Darlehnskassenscheinen zu * 29 M. und zu den anderen Banknoten wird in der Papier- ! s a b r i k in Spechthausen bei Eberswalde hergestellt. Dort war ein Arbeiter Otto Neumann in dem Kclleraang mit der Ter- j nichtung von Absallpcipier beschäftigt gewesen. Gelegentlich hat er ' zu einer Mitangeklagten Frau geäußert, daß er, wenn jemand P a- pier zur Herstellung saschen Geldes gebrauche, er dies leicht besorgen könne. Diese Aeußerung merkte sich die Frau ! und aus ihre Veranlassung entwendete Neumann auf seiner Ar- � beitsstelle nach und nach einen größeren Posten Papier zu 29- Mark-Darlehnskasscn scheinen, außerdem aber auch noch solches für 199-Mark-Schcine. Dieses Papier brachte die Frau nach Berlin und nun traten die übrigen Angeklagten der Sache ! näher und betrieben den Plan, aus dem Papier falsche 29-Mark- i Scheine herzustellen. Der Erlös aus den bedruckten Falsch-Banknotcn sollte unter die Angeklagten oerteilt werden. Ueber die ersten Schritte zur Falschmünzerei ist es aber nicht hinausgekommen, doch waren schon Platten beschafft und versuch» worden,«inen Buchdrucker zur Teilnahme an dem geplanten Münzvcrbrechen zu gewinnen.— Auf Antrag des Staatsanwalts wurde die Oeffentlichkeit während der Verhandlung ausgeschlossen: sie endete mit dcr Verurteilung einiger Angeklagten zu Gefängnisstrafen von l'A Jahren bis herab zu mehreren Monaten und mit Freisprechung anderer. Die Dcrpachlung des(Bukes Tasdorf steht am Dienstag in der außerordentlichen Stadtverordneten sitznng wieder aus dcr Tagesordnung, docb wird diesmal nur noch abgestimmt. Aus dcr vorigen Ssadlverordneieiisitznng hat die„Bossiicde Zeitung" einen Vericbl gebracht, der erwähnt, daß unser Genosse Brolat de» künsl'gen Pächter als einen zuverlässigen und tüchtigen Mann bezeichnete. Mit Behagen bucht der Bericht den Zwischenruf des j Koinmiiiiisicn Dörr:„Weil er ausgerechnet einer von Deiner (Partei ist Tie„Boss. Ztg." vergißt nur, hinziizulügen, daß � Genosse Brolat sofort erwiderte:„Das Gegenteil ist der F a 1 1." Wir stelleil biermit ausdrücklich fest, daß dem Genosse» Brolat von der angeblichen Zugehörigkeit des Pächters zur SPD. nichts bekanilt ist. Völlige« Mustkverbot am Sarsreitag. Wie das©erlittet Polizeipräsisilim dem Vorstand des Vereins der Kaffeehausbesitzer von Groß-Berlin und Provinz Brandenburg auf Anfrage mitgeteilt hat, darf am Karfreitag nach einer neuen Bertügung grundsätzlich keinerlei Konzert, auch nicht ernsten Charakters, veranstaltet werden. Selbmord eines Ehepaares. In einem Pensionat in der G o e t b e st r a ß e vergifteten sich der 32 Jahre alte Ingenieur Arihur H.»nd seine Ehsnau mit Gas. Als man sie auffand, waren beide bereits tot. Die Frau war von auswärts hierher ge- kommen, itnr ibren Mann zu be'uchen. Unglückliche Familien- oeihältnisie sollen das junge Paar in den Tod getrieben haben. Wetter bis Mittwoch mittag. Wärmer, meist bewölkt mit o'twärts forischrcilciiden Regensällen bei mäßigen vorherrschend südöstlichen Winden. Ms öer Partei. Ein 5ech>igjähciger. Genosse Heinrich C u n o w vollendet am heutigen 1l. April sein 69. Lebensjahr. Er blickt auf eine arbeitsreiche Vergangenheit zurück imd steht dabei mitten in einer arbeitsreichen Gegenwart. Als Landtagsabgeordneter und Redakteur des wissen- schaftlichen Parteiorgans„Die Zleuc Zeit" wirkt er im unmittel- baren Auftrage der Partei, als Professor für Ethnologie und Sozio- logic lehrt er an der Berliner Universität, Daneben ist er in her- vorragendem Maße schriftstellerisch tätig. Erst im letzten Jahr: er- schien sein zweibändiges Werk über„die Marxfche Geschichts-, Ge- sellschofis- und Staatstheorie". Eine weitere umfassende Abhandlung über �Wirtschaftsgeschichte ist in Borbereitung. Durch eine Reihe von Schriften, die besonders die sozialen Verhältnisse der Austrat- ncger, die soziale Berfassung des Inkareiches und ähnliche ethnologisch-soziale Gebiete behandeln, hatte Cunow sich schon früh einen Namen gemacht. Auch Studien über die französische Revolution» sowie besonders eingehende Untersuchungen über die Religions- geschichte gehörten zu seiner Lieblingsbeschäftigung, aus der sehr beachtenswerte Arbeiten hervorgegangen sind. Vor dem Kriege ge- hörte Cunow über ein Jahrzehnt auch dem Redaktionsstab des„Vor- wart" an und war außerdem Lehrer für Soziologie und Sozial- geschichte an der Sozialdemokratischen Parteischule. Wir verbinden unsere Wünsche zu seinem 69. Geburtstage mit denen all der Partei. genossen, die aus seinen wissenschaftlichen Arbeiten und aus dem persönlichen Verkehr mit ihm wertvolle Waffen sür den politischen Tageskamps gewonnen haben. Möge seine Arbeitskraft der Partei und dem Sozialismus noch lange erhalten bleiben. Groft-Serkmer partelnachri�ten. -'ckr-'vck!.-?n.A�>..! i-i.t D Borftgwald«. Mittwoch, den t?. April, abend« Uhr, öffentliche Äerfammlung in den Borßgwaldcr Festfälc». Thema:„Steuer» p iompramih, Eoiialdemolratic und 6cnua". Ref. Kran Marie i,,; Juchae,. M. d. St. k WMW heule, Dienstag, den 11. April: Dlvklal in Deuthen lO.-Lchl.). Am Montag abend gegen 7 Uhr wurden in Beuthen(O.-Schl.) zwei Männer namens'Blumenthal und Pludra an d«r Ecke der Langsir- und Fleischerstraße von zwei sie verfolgenden Männern erschossen. Die Täter sind unerkannt entkommen. f Iungkozialistr». Hrnpxe Lichtenberg. 7 Uhr im Jugendheim, Parkalt« lg. Lorirag:„Prolciarischc.«iliifie" mit Rezitationen. Ref. Walter Kiaulehn. ZNorgen, Mittwoch, den 12. April: INitgUeöerversammiungen in Groß-öer!in. In fast ollen Ableilungcn Zlcuwahl des Dorstandes. Darum ist das Erschciiten aller Miigliedcr erforderlich. (Bei den einzelnen Abteilungen unterbleiben besondere Hinweise auf dir Wichtigkeit dcr T-gesordnnng.) 1. Abt. I'.i Uhr Schnlaula Auguststr. 68. Thema:„Die Dedeutung der Kon» fcrenz der drei Exetuuven". Ref. Friedrich Leilfferi. 2. Abt. 7 Uhr dei Ohngemach,.eommanddnienstr. M. Thema:„Die Sozial» demokraue eipsi und ieht". Ref. Dr. schütie. 2. Abt. 7 Uhr Saal des wemerlschaftshauses, Engelufcr 2b. Thema:„Intel- Nation«!? und Völterbund". Ref. Nur! Wcgrncr. I. Abt. 7 Uhr bei Schwortz, Plantenfetder Str. lv. 1. Geschäfts- und Kassen» bcricht. 2. Dislnfno». 3. Verschiedenes. 3. Abt. 7 Uhr im BUrgcrhcim, Alte Lchönhauscr Etc. 23— 24. Tagesordnung: Kafchäftsdericht. e. Abt. Uhr Lchulaula Rnpviner Etr. 48. Thema:„Die Bedeutung der drei Ereluiioen". Ref. Rederl Breuer. 8. Abt. 7t.. Uhr im Rationalhof, BMowstr. 37. Thema:„Kommunale SBoh- nungspoliiit". Ref. Siaoira: Hermann. !>. Abt. Hmiiptnerfammlung 7�... Uhr im Annshof, Perleberger Str. 2K. Thema: „Das Reichsmietengekctz". Ref. Scn. Äinlrr. lti. Abt. 7'j Uhr im.Zeichensaal der Eemeindeschule, Alt-Moabit 23. Thema: „Das ReichsmielcugcfcK". Ref. Dr. Bückoffswerder. 11. Abt. T,j Uhr dc: Berger, Lcvchom-, Srte Iagomstrahe. Thema:„Kam» munale Betriebe". Ref. etedt-ot lioblenzer. 12. Abt. Te Uhr bei Schmidt, Wicleffftr. 17. Thema:„Die Bedeutung der drei Ereluiivrn". Ref. Dr. Korach. 13. Abt. 7 Uhr in den Aminius-Feflfälen, Bremer Str. 73. Thema:„Das Onirlihct Programm". Ref. Hedwig Wachenheim. 14. Abt.'i'/j Uhr in der Schulaula, Dcmminsr Sirafjc. Wichtige Tagesordnung. 15. Abt. 7 Uhr Schulaula Bernauer Str. 83—90. Thema:„Iugeud Und Sozialismus". Sief. Pfarrer Dehn. lk. Abt. 7',»» Uhr de, Krüger, Hiisfilenfir. 31. Wichtige Tagesordnung. 17. Abt. 7 Uhr Schnlaula Tegeler Eir. 20. Thema:„Dre politische Lage". Sief. Aug. Pattloch. lS. Abt. 7 Uhr bei Siebel, Panfftr. 82. Thema:„Die politische Lage und die Arbeiterschaft". Res. Martha.Hoppe. 19. Abt. 7"j Uhr in der Grauen Schule, 2. Eingang Oatenburger Straße. Thema:„Die Konferenz der drei Exekutien". Ref. Fritz Müntner. 20. Abt. 7� Uhr bei Polster, Schwcdcnsir. 14— l5, Bericht. 21. Abt. 7 Uhr Echulaula Planiagenstr. 15—17. Uedergabe de» neuen Banners. 22. Abt. 7 Uhr SchlNaula Lllttickier Sir. 47-48. Thema:„Sieuerkompromiß und Sozialdemotratie". Ref. Gen. Kabelitz. 23. Abt. 7io Uhr bei Grunewald, Kameruner Str. 19. Thema:„Die polt» tische Lage und die Arbelierschafi". Ref. Dr. Löwenfiein. 24. Abt. 7t>> Uhr Schulau!« Ehrisiburger Sir. 14. Thema:„Siel und Taktik der SPD.". Ref. Gustav Weide. Zäliglcit-derichi. 25. Abt. 7 Vi Uhr pberrcalichulc Posicurslr. 44—40. Thema:„Die internatio- »ale Konferenz". Rcf. Adolf Wusch!?. 26. Abt. 713 Uhr bei Wichmanu, Weitzenburger Sir. 1. Thema:„Billkeriund und Internationale". Res. Wolfgang Schwartz. 27. Abt. 71 e Uhr Schule Sonnenburger Str. 20, Hof rechts, Simmer 15. Sitzung der Bczirlsiiihrcr, Betriebsverirauensleute und Eiierndeirätr. Tagesord- nung:„Die tommenden EUernbciralswahlen". 28. Abt. 71g Uhr Schulaufa Schönhauser Allee lSKe. Jahresbericht. so. Abt. 7� Uhr Schnlaula Pappel-Allee 43—41. Thema:„Deutschland, Re- pcratiou und Genua". Ref. Dr. Walter Sechlin. 31. Abt. 715 Uhr Schulaula Echönsiiester Sir. 7. Thema:„Die Bedeuwng der Sozialpolitit". Ret. Stadlrat Most. 32. Abt. 7>5 Uhr im Andreas-Kaüno, Andreasflr. 3, Deneralverfammlung, Maifeier. Abieilungsaugctcgenheiien. 33. Abt. 7 Uhr Schule. ula Aohenlohcfir. 10. Jahresbericht. 34. Abt. 7i5 Ufte Schuiaula Litauer Str. 18. Thema:„Berufswahlen und Berufsberatung". Ref. Sachtlebe»: 35. Abt. 7U Uhr bei Schulze, Samariierstraße 38. Thema:„Meine Erleft» Nisse in Rußland". Ref. Tauseudlchöu. 35. Abt, 7U, Uhr Schule Petersburger Str. 4. Thema:„Regierung und Pollswille", Rcf. Kurt Kictzmami. 37. Abt. 718 Uhr Schuir Hausburgsir. 20. Thema:„Sozialdemokratie und Sicuerkomproiniß". Ref. Gen. Gebhardt. Gefaggsvoriräge des Sänger- chors„Friedrichshain". Wahl der Krcisdelegiericn. 38. Abt. 714 Uhr Peters Nachf., Große Fraiiifurter Str. 40— 41. Thema: „Das Rc!ä smirlcngcsctz". Ref. Franz Steinweg. 39. Abt. 714 Uhr im Saale der Iuristifcheu Sprechstunde, Linbenstr. 3. Thema: „Religion und Sozialismus". Ref. Pastor Fraurke. 40. Abt. 714 Uhr in den Blktoriafälcn, Belle-Allianee-Str. 22. Referat des Genossen Franz. 41. Abt. 714 Uhr im Patzenhcfer Ausschank, Fidicinstr. 2—3. Wichtige Tage». ordnung. 42. Abt. 7 Uhr in den BlLck-ersälen, Blitcherstr. 61, Jahresbericht. 45. Abt. 714 Uhr Generalversammlung Sryulaula Forster. Ecke Reichenfterger Straße. Jahres» und Kossenbericht. 46. Abt. 714 Uhr hei Peisker, Euorhstr. 11. Jahresbericht des Abtcilungsvor» standes. 47. Abt. 7 Uhr Schulaula Wrengelfir. 128. Thema:„Kirche und Sozialis- mus". Ref. Pfarrer Schmidt. Gefchäsis» und Kossenbericht. 48. Abt. 714 Uhr bei Eliefing, Wassertorftr. 68. Thema:„Die Aufgaben des Jugendamtes". Ref. Gen. Raedam. Eha:fottel:bnrg. 51. Abt. 714 Uhr Saftlabende. 1. Gruppe bei Schellbach. Könioin.Elifabelh.Str. 6; 2. Kruppe dei Rossius, Friedrich-Ksrl-Pl-tz ö. Der Sahiabend der 3. Gruppe fällt aus.— 52. Abt. 714 Uhr bei Daedeloiv Eömmering», Eäc Rordhaufencr Straße. Generalversammlung. Thema. „Schlichlungsnersahrei! und Schiedsgericht". Ref. Dr. Löwenihal.— 53. Abt. 71- Uhr bei Sapf» Usuaussr. 0. Erklär, unq des Jahresberichts — 54. Abt. 71» Uhr im Restaurant„Birnbaum", Galvanistr. t.3. Thema: „Wirtsätaftsprodlerne". Rcf. Gen. Bicrbiichcr.— 55. Abt. 714 Uhr gahl. abend der 3. Gruppe bei Reimer, Wilmersdorfcr Str. 21.— 56. Abt. 714 Uhr bei Iancck, Peftalozzissr. 34. Thema:„Die Bedeutung dcr Eltern» bcirotswahlen". Ref. Rektor Mortinleat.— 57. Abt. 714 Uhr bei Arndt. Oantssr- 21.-5«. Abt. 714 Uhr dei Stein, Paffauer Str. SS. The»« „Pozifismas". Ret. Gen, Fabion. Kassenbericht BUmctstotf. TO. Abt. TU Uhr Bei Pieper, Holftcinifche Ttr. w. ZHema: „Staat, Kirche und Sozialismus". Ref. Pfarrer Bleier.— 71. Abt. TU Uhr bei Rohr, Kaiferallee 51— 52. Die Sirahenführer werden ersucht, das statistische Material zu dieser Versammlung mitzubringen. ?3. Abt. Schmargendorf,'i'/i Uhr im Echilhenhaus Mitgliederversammlung und Iahlabend. Vortrag des Stadtverordneten Gen. Eeidle. Schöneverg. 77. Abt. d Uhr Zahlabend in folgenden Lokalen: Milde, Rollet!- dorfstrage 15, Folger, Kyfihiiuserstr. 15, Witttowsti, Marlin-Luther- Strohe 76, sill. Martin-Luther-Str. 59.— 7». Abt. TU Uhr Zahlabende: X. Gruppe bei Gruuge, Eustav-Frenlag-Etr. Z. Thema:„Baiuta und Well- Wirtschaft". Ref. Gen. Hatje-vamburg! 2. Gruppe bei Hänbel, Vorberg» strahe 11. Thema:„Sozialismus und Pazifismus". Ref. Beuel.— 7«. Abt. 7',-, Uhr Zahlabende in folgende» Lokalen: X. Bezirk bei Arndt, Bauhener Str. 15, 2. Bezirk bei Rosenau, Hohenfriedberg-, Eike Kolonnen- strafe, 5. Bezirk bei Ritsch, Eiegfriedstr. 9, 4. Bezirk bei Grost, Sedan- strage 17, 5. Bezirk bei Schellhase, Leutben-, Ecke Eherusierstrahe, Thema: „Das Eörlitzer Programm", Ref. Gen. Minna Tvdenhagen, 5. Bezirk bei Reihner, Eotenftr. 65, 7. Bezirk bei Eitholz, Eedanftr. 43, 8. Bezirk bei Hnmpel, Eachsendamm, Ecke Genestftrahe, 3. Bezirk sSiedelung Lindenhok) bei Fintel, Bessemerstrahe, Thema:„Die politische Lage", Ref. Gen. Rein- knecht. In allen Bezirken wichtige Tagesordnung. Freunde und Vorwärts- leser willkommen.— 8«. Abt. lf, Uhr im Gesangfaal des Helmholtz-Real- gbmnaüums, Rubensftrahe, Generalversammlung. � 81. Abt. Friedenau. 7>, Uhr Bezirks- und Zahlabende: 1. bis Z. Bezirk bei Ulbricht, Handtergstr. 85, 4. und 5. Bezirk bei Schulz, Wiesbadener, Ecke Laubacher Strohe. Thema:„Unser Schulprograuim'. Ref. Dr. Engel- Hordt, 5. Bezirk bei Eundloch, Odenwaldstr. 13. Jahresbericht und Eltern- beiratswahle». Res. Gen. Rudbeck. 82. Abt. Eteglih. 8 Uhr Zahladend in den bekannten Lokalen. 84. Abt. Lankwid. 8 Uhr bei Lei>»>an», Kaiser-Wilhelm-Strohe. 83. Abt. Tempelhos. 7k' Uhr Gemeinbeschule Werber-, Ecke Friedrich-Bilhelm- Strohe. Thema:„Die kommenden Elternbeiratswahlen". Ref. Eenoffe Kreutziaer. 86. Abk. Mariendorf. 7Vi Uhr in der Aula der X. Gemeindeschule, Frieden- strahe. Der engere Vorstand erscheint eine halbe Stunde frLher. Reurölln. 83. Abt. 7», Uhr Kotlbuser Klause, LUrknerstr. 18— 14. Wichtige Tagesordnung.— 91. Abt. 7 Uhr im Lokal„Karlsgarten", Karlsgarten- strafe..Thema:„Religion und Sozialismus". Ref. Lehrer Knief.— 38. Abt. 7k Uhr Zohladende: 55. Bezirk bei Rupvelt, Kaiser-Friedrich- Strahe 171—172, 57. Bezirk bei Belger, Treptower Str. 23. 58., 81. und 85. Bezirk bei Hossniann, Hertzbergstrahe, 82. Bezirk bei Keuter, Kaiser- Friedrich-Str. 148, 88. und 37. Bezirk bei Amelungsen, Schwarzastr. 1, 84. Bezirk bei Gllnzel, Mareschstr. 1—2, 95. Bezirk bei Buhle, Schbne- weider Str. 8, 35. und 38. Bezirk bei König, Kanner-, Ecke Elterstrahe, 99. Bezirk bei Warnstädt, Thüringer Str. 22. Köllnifche Heide wird noch� bekanntgegeben.— 94. Abt. 7 Uhr in der Kindl-Brauerei, Hermannstrohe. Ref. Gen. Erooer.— 35. Abt. T.-j Uhr bei Gohlke, Sermannstr. 199, Tageo- Ordnung: Geschäfts- und Kossenbericht, Bericht der Revisoren, Stellung- nähme zur Maifeier.— 37. Abt. T,i Uhr Neues Klubhaus, Hermann- strahe 155—157. Thema:„Unsere heutige wirtschaftliche Lage. Teuerung und Ausgleich". Ref. Dr. Eiriemer.— 98. Abt. 7k Uhr g ah labende: Bezirk 137 und 138 bei Brucks, Kuefebeckstr. 51, Bezirk 139. 113 und 114 bei Ber- thold, Kranvldstr. 1, Bezirk III de! Ruck, Ringbahn-, Ecke Bergstrahe, Bezirk 112 am Donnerstag, den 18. April, bei Malinowski,(Slasowstr. 1, Ecke Walterstrohe. #9. Abt. Britz. 7k Uhr Gemeindeschule Bürgerstr. 28. Thema:„Da» Reichs- mietengefetz". Ref. Karl Felgeutreu. 101. Abt. Treptow. 7k Uhr Einzelzahlabend in den bekannten Lokalen. 192. Abt. Bonmfchulenweg. 7k Uhr bei Etrerrbel, Baumschulenstr. 7. Thema: „Bedeutung unterer Jugendbewegung". Ref. Timm. 104. Abt. Riederschöneweide. 7k Uhr bei Schöpps, Grünauer.Elr. 8. 105. Abt. Adlcrsbo!. 7k Uhr Generalversammlung im Zeichenfaal der Schule Rodickestrahe 11. 109. Abt. Friedrichshagen. 7k Uhr bei Scholz, Friedrichstr. 81. Thema:„Die iiiternalionale Eozialistenkonferenz nnd Genua". Res, Abg. Bohlte. 118. Abt. Schmöckwitz. 8 Uhr Zahlabend bei Barvnsti, Berliner Etr. 19. Thema:„Das Görlitzer Programm". Ref. Gen. Heinrich. Lichtenberg. 116. Abt. ik Uhr im Zeichensaal der Knaben-Mittelschnle, Marttstr. U— 12. Thema:„Unsere Tätigkeit in der neuen Gemeinde Sroh. Berlin". Ref. Gen. Käming.— 117. Abt. 7 Uhr MÜgliederversammluna. Geschäfts- und Kassenbericht. Stellungnahme zur Maifeier.— 113. Abt. 7k Uhr im Gcfangsaai des ELcilien-Lnzeums, Ralhausstrahe. Thema: „Das Görlitzer Programm". Ref. Den. Daniel Börtel. 129. Abt. Frlebrlchsfekbe. 1% Ahr bei Gutzeil,«ilhelmstrafie. SUeruBetrat,. wählen. 122. Abt. Biesdorf. 7k Uhr bei Pvrath, Marzahner Str. 8X. Thema:„Das <-r Programm". Ref. Gen. Littke. 124. Abt. Mohlsdorf. 7k Uhr Generalversammlung im„Rathaus-Bärrn", Erunowstrahe. Heinersdorf. 7k Uhr Zahladend bei Lücke. spl Ms«i«e MMM-MmiiilW spd. Heuke Dienskaq. den lt. April 1922, obends 6 Uhr. in der Brauerei Sönigsiadt, Schönhauser Allee 10-11. Tagesordnung: Die Konferenz öer öeei sozialistischen Exekutiven. Referent: parkeivorsihender Genosse Otto Wels. ZNilgllcdsbuch nnd Funktionärkarte dienen als Ausweis. Der öezirksvorstanö. 127. Abt. Kohenfchönhasle». 7k Uhr Generalversammlung hei Müller, Berliner Sir. 37. Tagesordnung: Berichte. Maifeier, Verschiedenes. 128. Abt. Panlow. 7k Uhr Gruppenzahlahende in folgenden Lokalen: X. bei Seinze, Berliner, Ecke Kaisei:.Friedrich.Strvhe, 2. bei Pallos, Mühlen- strahe 45, 8. bei Winter, Klssingcnstr. 4. Wichtige Tagesordnung. 181. Abt. Riederfchönhanfen. Wegen der allgemeinen Funktionärtonferenz und der in Pankow am Donnerstag stattfindenden öffentlichen Bolksper- sammlung wird die Mitgliederperfammlung auf Mittwoch, den 13. April, verlegt. 186. Abt. Reinickenborf-Vst. 7k Uhr in der großen Zugendhalle. Rellbenz- strahe 49(Seebad). Thema:„Die Elternbeiratdroahlen". Ref. Lehrer Bulack. 140. Abt. Borsigwalde. 7k Uhr in den Borssgwalder Festtiilen öffentliche Berfammluna. Thema:„Sieuerkompromiß, Sozialdemokratie und Genua". Ret. Frau Marie Juchaez. M. d. R. 1400 Abt. Wittenau. 7k Uhr bei Schulz. Hauptstraße, Bortrag bes Genossen Mener. Die Borstandsmilglieder erscheinen eine Stunde vorher. Nowame«. Tk Uhr fm Saale des Thalla-Ressaurants Gewer alp«ih>»»tftt>»W Wichtige Tagesordnung. Neuwahlen. Erscheinen ist Pflicht. » Achtung! Ellernbeiratswahlen! Die Iah labe ndleiter werden gebeten, darauf hinzuweisen, daß es dringend erforderlich ist, 1. die in den einzelnen Bezirken zur Verfügung stehenden Referent«», soweit sie bereit sind, sich für die Wahlagitation zu de» Elternbeiräten zur Perfügung zu stellen, der Zentrale der drei s o z i a» listischen Parteien, Breite Straße», unverzüglich zuzuleiten, 2. so- fort daran zu gehen, die als Kandidaten für die Elternbeiratswahl geeigneten Genossen und Genossinnen zu ermitteln, zu Wahlvorschlägen für die nach Oster» anzuberaumenden Wahlversammlungen zusammenzustellen und unverzüglich den Obleuten zu übermitteln._ �ugenöveranftaltungen. Berein Arbeiter-Jugend Sroß-Berli», LW. 68, Lindenstr. 9, S. K«f, S Trp. Telephon Moritzplatz l21 08—121 10. heule, Dienstag, den 11. April: Nordoste«. Jugendheim Heincrsdorfer Str. 18, Bortrag:„Proletarische Dichter".— Rosenthal. Jugendheim Waldersecstr. 3. bei Milbrodt, Vortrag: „Reform5leidung". Schöneberg I. Rubens-, Ecke Hauptstrahe: Einfilhrungs- abend für die Schulentlassenen.— Schöncberg II. Jugendheim Comeniusschule, Franken str. 10, Bortrag:„Ursprung des Christentums".— Steglitz II. Jugendheim Iohanna-Stegen-Str. 23, Portrag:„Wirtschaftliche Kämpfe früherer Jahrhunderte".— Rcichenbergcr Viertel. Jugendheim Gemeindeschule Glo- gaucr Str. 12/16, Vortrag:„Jugend und Gewerkschaften".— Südwesten« Jugendheim Lindenstr. 3, 2. Hof, 3 Treppen, Vortrag:„Materialistische Ge- schichtsauffassung".— Weißenser. Jugendheim Ledigenheim Woelckpromenade, Jahreshauptversammlung.— Wilmersdorf. Jugendheim Gemeinbeschule Ko- blcnzer Straße, Vortrag:„Sexuelle Fragen". Arbeitersport. Cporikartell. Reinickendorf nnd Umgegend. DienStag. den 11. Avril. Sitlung sämtlicher Vorstandsmitglieder der Arbeitertporlorganisationen. Ju- gendbewegung. Gesang- nnd Tbcatcrvereine von Neinickendorf-Ost. West nüt Nvsenthal, pünktlich 7 Ubr im Bürgergarten, Reinickendorf, Hauptstr. 81. Lebensmittelpreise ckes laxes. rusiidr:?lmscli ansi eichend. Geschäft flau, Pische etwas reichlicher. Geschäft rege. Obst nnd Gemüse schwach, Geschäft etwas lebhafter. « Am Montag galten in der Zentralmarirthalla folgende Kleinhandelspreise: Schweinefleisch 34— 10 M. Rindfleisch 32—37 M.. ohne Knochen 38—41 M. Kalbfleisch 33—41 JI. Hammelfleisch 32-40 M. Schellfisch 8.50—11.51. Seelachs 9 M. Dorsch R— 7.50 51. Flundern 3—12 M Schellen 15 M. In En; Schleie 20—27 M. Hechte 21—24 51. Aale 25—18 M. Zander 25—40 M. Lebende Barsche 19—20 M. Karpfen 34 M. Bleie 14—20 M. Plötzen 16 M Naturbutler 70—75 M. Margarine 30—40 II. Schweineschmalz 48 M. Eier 4—4.50 51. Buchweizengrütze 12 Bf. Linsen 15 M. Weiße Bohnen 9— in M. Graupen 9—10 51 MaisgrieB 9 M. Wirsingkohl 8—10 M. Weißkohl 6.50 jM. Blumenkohl 18— 25 M. der Kopf. Spinat 7.50 M. GrBne Gurken 20— 30 M. Salat 6—8 M. der Kopf. Sellerie 8— 12 M. Rote Rühen 3,50 M. BAD» NAUHEIM Am Taunus bei Frankfurt a. M.— Kurzeit vom 1. März bis 30. 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Im Anschluß an unsere Bekanntmachung vom ZT März 1922 bringen wir hierdurch zur Äennlnti, Buckow Groß-Ziethrn Grunewald Forst Klein-Machnow Lichieitrade Neukölln(Hasenheide) Nikolassee Ztudow 182/12 Schönefeld Selchow Slahnsdorf Teltow Waßmannsdorf Silni-Joötitflfion. XKiltwoch. von 12. April, abend, 1«Hr. im Graphische» Bereinoho»», Aiexandrineit- straße 44: MF' Versammlung der Alm-Phosographen. Enkwickler. Kopierer, Lichtbestimmer, sowie der Aabrifations-Hilfsarbeiler. Tagesordnung! l Geschäftliches. 2 Bor- trag:»Die Zutuust der Film-Ziiduilrie durch die neue Verschärfung der Filmzensur". Referent: Berger. 8. Bericht über die ienten Lohnverhanö- inngen. 4. Berschiedene». >31/1 va» Zilmkartell. daß in Berlin Beriin-Dabtem , Friedenau „ Grunewald , Lanlwitz „ Mariendorf , Marlenseide , Riederschöneweide , Schmargendorf , Schönederg , Steglitz m Tempeihof , Wilmersdorf �,„[1...u,ulBuulT »an den. Tage der laufenden Gasmessetstandaut. nahm« im Monat Avrii] 922 ad der Preis für da, Kudikmeier Gas bis auf weiteres 8 SO M ein- schließlich Kohlen- und Umsatzsteuer sowie Adaade an die Gemeinde», delrägk. � tos Munzgasmeffer entnommene Gas erhöht sich dieser Preis um die Gasmesser- einrichiungsmieie. Berlin, den U April 1922. Ga,be!riebsgesellschoft. AMengesevschask. __ Per Vornfad: E Körting. Stööt, üindet-etlioliingsöflni Bletnei/Jönletei o. D. Ssk-ee Aufnahme von erholungsbedürfkigen Kindern aller Stände vanS— l4Zahren Keine Paßschwierlgleite»/ Sommer u. Winter geöffnrt/ Gute und reichliche Verpflegung/ Geringer Pensionspreis i Eorgläliige Pflege und Aufsicht durch Schwestern und Heimarzt Ztäher« Auslunft erteilt: Magistrat tverlorgungsnm«), Memel nserafe » Torwarts Irfoi� rerboröen 7Shno.<,. L iA Teilzahlung. Sj.Gar. Kranen /filDnCfOS 0 an 18 M, Zahnr. m. Elnspr. b. schmcrzld. Umarb. schlcchtsitz. Geb. Kep. so(. 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Fulda Eugen Burg Limburg, Junkermann pOLLl ■SU. Theater Sit | jir. dam. Klein| Atlabendlich Die große 1 ÄusM.-Operette |m Paul Lii.ckc Venus auf Erden In den Haucirolien: | Grete Sellin Martin Kettner| Fritz Spira Erna Aiberti Eise KeVai O-Uamen-Balletl 1 Vantl«-Swsat:»a;n! I /orviK. ununicrh I Verwaltungskosten einschl. Pensionsleistungen.... Steuern......... Tantiemen der Geschäftsinhaber, Prokuristen und Angestellten........ Reingewinn........ Verteilung des Reingewinns; 4°,» Dividende auf das Kom- manditkapital M. 4400000.— Zuweisung zum ordentl. Re-_ servelonds., 40000006.— Gewinnanteil d. Verwaitungs- rais..... 2200182.72 12° pweitererGe- winnanreil auf das Korn man- dit-Kap:tal.., 13200006.— Cewinnvoitrag au l neue Rechnung..... 2167543.03 URAUFFÜHRUNGEN DER WQCHEI Donnerstag, den 13. April, 6 Uhn Dar Lueifor-Nemo-Flla, DER HALUNKENGEIGER 6 Akte mit HANS MIERENDORFF Regle: Jarae* Bauer. 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