Nr. 300. Erscheint täglich außer Montags. Breis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 wt., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Desterreichs Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Zeitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 fg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in Der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonna und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: nozialdemokrat Berling Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Dienstag. den 25. Dezember 1894. Expedition: SW. 19, 23enth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Weihnachten. Weihnachten, das Fest der Liebe, das Friedensfest! Heute, wie seit Jahrhunderten, wird der Menschheit das Evangelium der Liebe verkündet, von allen Kanzeln herab Friede auf Erden ertönt das Wer kennt nicht jene biblischen Geschichten, die uns in der Kindheit erzählt wurden, denen wir andächtig gelauscht haben, ohne sie recht zu begreifen? Die Zeiten der Kindheit sind verflogen, und das rauhe Leben hat gar bald die Zweifel bekräftigt, die Zweifel an der Friedensbotschaft. So sind Hunderte und Tausende von Christen hin- ihrer Kurzsichtigkeit meinen sie, daß an der tiefgehenden gerichtet, hingemordet worden, durch die scheußlichsten Ver- Unzufriedenheit der Massen nichts schuld sei, als die brechen zu Tode gequält von Recht 3 wegen und im Agitatoren, die Hetzer und Wühler". „ Heher Was Wunder, Namen der wahnsinnigen Bäsaren. Je größer aber die wenn sie diese unschädlich machen wollen, wenn sie glauben, mit Berfolgungswuth, je gräßlicher die Strafen: desto mehr der Beseitigung der Führer" höre die Unzufriedenheit auf. Opfermuth und Ausdauer, desto größer der Heldenmuth Wie die herrschende Kafte im alten Römerreich in fanatischer, und die Todesverachtung der Verfolgten. Und schließlich grausamer Wuth ihre Widersacher verfolgte, um ihrer mußte die geschichtliche Nothwendigkeit eintreten, das alte Meinung willen, so wird auch heute von der herrschenden herrschende System, forrupt, morsch, wie es war, mußte Klasse jede ihr mißliebige Meinung zu unterdrücken versucht. zusammenbrechen und die verfolgte Lehre wurde die Ob es ihr gelingen wird? Oder ob auch ihr das Schicksal herrschende. der alten antiken Gesellschaft beschieden ist? vollbringen. " Mehr denn je haben sich die Gegensätze zugespitzt. Die christlichen Völker stehen gewappnet bis an die Zähne einander gegenüber und lauern nur auf den günstigen Augenblick, sich auf einander zu stürzen, um sich gegenseitig zu zerfleischen. also Und den Menschen ein Wohlgefallen! Bor nahezu 19 Jahrhunderten, so lautet die unum stößliche Wahrheit", sei der leidenden, darbenden Menschheit der Erlöser geboren, Christus, der Gott Mensch. Er, der empfangen von dem heiligen Geist, Hat nun aber die Religion der Liebe" ge= Und die heutige Kirche? Sie steht auf der Seite geboren von der unbefleckten Jungfrau, jei herab halten, was sie versprochen, hat sie der Menschheit den der Herrschenden, sie ist eine der hauptsächlichsten Stützen gestiegen zur sündigen Erde, habe sich erniedrigt Frieden gebracht? Nichts von alledem. Die christliche und Säulen des Bestehenden. Auch sie vermag und gedemüthigt, um durch seine Mensch- Kirche, die seit Jahrhunderten in allen Kulturländern die die Kluft nicht zu überbrücken, die Gegenfäße nicht zu vers werdung, durch sein Leben und sein uherrschende ist, sie hat nicht vermocht, die Gegensäge zwischen föhnen. Den einzigen Trost, den ihre Tiener der darbenden schuldiges Leiden, durch den Tod am Kreuze Arm und Reich auszugleichen, sie wird, sie kann es nicht Menschheit geben können, ist der Hinweis auf das Jenseits. die Sünden der Menschen zu büßen. Ein großes glaubt sie zu thun, wenn sie die Besigenden ermahnt, Mildt hätigkeit zu üben. Namentlich um die Weihnachtszeit erinnert sich der bevorzugte Theil der Bevölkerung auch einmal, daß es außer seiner Sphäre noch Menichen giebt, welche entbehren. Man sammelt und bettelt, Wohlthätigkeits- Konzerte und Bälle Frieden und Zufriedenheit sollte die neue Unblutig zwar, aber viel grausamer noch ist der wirthschaft werden arrangirt, um einige Brocken herauszuschlagen Lehre der Menschheit bringen, Liebe und Glück ward liche Kampf, der gekämpft wird nicht zwischen den Völkern, für die Armen. Für eine kurze Spanne Zeit ihr verheißen. Die Apostel des Friedens, die Anhänger sondern zwischen den Klassen des Volkes. Kalt und uns überwinden die vom Glücke Begünstigten ihren des Neuen, sie wurden verfolgt und geächtet, man warf erbittlich werden hier Existenzen vernichtet, in das Heer Ekel und steigen hinab in den bodenlosen Sumpf der Arfie als Verbrecher in die Gefängnisse. Aber die härtesten der Besitzlosen hinabgestoßen, neue und immer neue Schaaren muth, den gerade ihre Ordnung erzeugt und vertieft, Strafen, die brutalste Gewalt war nicht im stande, dem langsamen Hungertode überantwortet. Die Arbeits- und suchen durch allerlei Wohlthätigkeit die Schmerzen die Idee der Verbrüderung der Menschheit zu unterdrücken. losigkeit wird größer und größer, die Noth drückender. Er- auf kurze Zeit zu lindern, die sie selbst den Armen erzeugt. Rasch vermehrten sich die Anhänger der Christuslehre, die findung reiht sich an Erfindung und macht wiederum neue Alles dies aber vermag nicht die bestehende Kluft zu davon sprach, daß die Menschen gleich, daß sie Brüder Massen brotlos. Gleichzeitig aber vermehren sich die Güter, beseitigen, die sich im Gegentheil mehr und mehr erweitert. seien, und mit Bangen sahen es die Mächtigen. Es wächst der Reichthum. Der Kreis derjenigen dagegen, die in Ebenso wenig ist es möglich, selbst mit den brutalsten Gewaltwar die Lehre der Armen, der Unterdrückten, die alle auf der Lage sind, die vorhandene Fülle von Gütern sich zu be- mitteln nicht, die tiefgehende, aus den Verhältnissen eine Erlösung ihrer zahllosen Leiden hofften, und schaaren- schaffen, zu genießen, wird kleiner und kleiner, trotz des heraus entstehende Gährung zu unterdrücken. weise schlossen sie sich der Lehre an. Die Herrschenden besten Bemühens vermögen sie nicht, den Ueberfluß zu konaber in dem weiten, großen Römerreich zitterten für ihre sumiren. Und so füllen sich Magazine und Scheunen. Die Brivilegien, für ihren Besitz, ihr Eigenthum, das sie große Masse aber, die all' diesen Reichthum hervorbrachte, aus allen Ländern zusammengeraubt hatten, gewaltsam die all' diese Güter produzirte, hat kaum das Nothwendigste, oder durch List. Ausnahmegeseze wurden erlassen, das nackte Leben zu erhalten, viele hungern und darben, um der rasch aufstrebenden Christenheit den Weg zu ver- die Nachkommenschaft degenerirt. sperren, ihre verderbliche Lehre" zu unterdrücken. Mit Entsetzen sehen die Machthaber, wie dieser ZuUnd die Reichen und Mächtigen umgaben sich mit einem stand sich verschlimmert von Jahr zu Jahr, und es bangt Heer von Schriftgelehrten"- heute heißen sie anders, ihnen vor der Zukunft; sie zittern für ihre Vorrechte. Aus fönnen aber auch Alles beweisen", die legten die Schrift der Geschichte haben sie nichts gelernt, die Ursachen dieser aus und sprachen Recht im Sinne der Machthaber. Entwickelung können oder wollen sie nicht begreifen. In " Feuilleton. Im Exil. 36 Erst, wenn der wirthschaftliche Kampf dem wirth, schaftlichen Frieden auf grund einer gerechten Organisation der Arbeit gewichen ist, erst, wenn alle Güter, erzeugt durch gemeinsame Arbeit, gemeinsames Eigenthum der Menschen sind erst dann wird auch der Kampf ausgetobt haben zwischen den Nationen, und der Klassentampf wird sein Ende erreicht haben. Dann erst wird in Wahr heit herrschen Friede auf Erden. schaftlichen Herzenserguß bei der Erinnerung an irgend einen René, der nachdenklich geworden war, sah voraus, daß Jugendstreich übergehend. Beyrade hatte Ehrgeiz. Er er hart zu kämpfen haben würde, um in dieser ihm wider[ Nachbruck verboten.] widmete sich den politischen Prozessen, er schrieb für strebenden Gesellschaft seinen Platz wieder einzunehmen. radikale Zeitungen. Echon fing er an, vorwärts zu Aber er fürchtete den Kampf nicht, und seiner Energie tommen und hoffte, eines Tages Abgeordneter zu werden. ficher, verbannte er tapfer jede Unruhe. Roman von Georges Renard. Autorisirte Uebersetzung Er besaß einige Mittel, die ihm gestatteten, zu warten. Aber Du? sagte er zu René. Was wirst Du machen? Dein Platz ist unter uns. Du wirst die verlorene Zeit schnell nachholen. von Marie Kunert. Er verlor sich in Muthmaßungen. Einerlei, was der Grund: seine Rückkehr in den Justizpalast war kein Triumphzug. Die Wirklichkeit besaß teine Aehnlichkeit mit dem schmeichelnden Traum, der ihn so oft verfolgt und aufgeregt hatte. Traurig und abgespannt ging er durch einen der Säle, als eine Hand ihn kräftig auf die Schulter schlug. Eine herzliche Stimme rief gleichzeitig mit starkem südlichem Accent: Ah, Meffant! Sei willkommen! Wie geht es Dir, mein Guter? Ich freue mich, Dich in guter Gesundheit wiederzusehen. Wer weiß? sagte René. Und er erzählte den wenig ermuthigenden Empfang, den man ihm bereitet hatte. Peyrade begann zu lachen. Donnerwetter! sagte er, Du erscheinst Maitre Allyn wie das Gespenst seiner Vergangenheit. Wie kannst Du da glauben, daß ihm das angenehm ist! Du weißt also nicht, daß er wegen seiner Sympathie für die Sache des Volkes sehr lohnende Buße gethan hat? Er ist heute der Advokat der großen Aktiengesellschaften, der Großfinanziers.." - Aber Dartois, begann René wieder, einer von den Jungen, unser früherer Kamerad? Er wollte sich die Freuden der Heimkehr nicht verderben. Galt es doch so viele geliebte Stätten wiederzusehen! An jedem Morgen erwachte er erstaunt und entzückt darüber, nicht mehr in Vevey zu sein, und dann machte er aufs Gerathewohl ausgedehnte Spaziergänge. Er schwelgte in wundervollen Promenaden im Boulogner Ge hölz, in Saint- Cloud, in Montmorency, an allen Ecken und Enden der Stadt und der Umgegend. Er trant sich satt an Paris, er berauschte sich daran, so oft er konnte. Verwandte, gute Leute, welche die Schweiz nicht kannten, aber wußten, daß er von dort tam, glaubten in seiner Sprechweise etwas von dem schweizerischen Akzent zu ent decken. Darüber war René betrübt. Von da an bemühte er sich, im Gespräch, Redensarten im Pariser Jargon, der sich bekanntlich alle sechs Monate auf den Boulevards ändert, anzuwenden. Der Mann, der René so unvermuthet anredete, war Ach, mein armer Freund, Du bildest Dir ein, daß die Er wollte durchaus alles gesehen, alles verstanden haben; aus Montauban und hieß Peyrade. Er zeigte ein von jungen Juristen wie zu unserer Zeit eine Vorhut bilden. mit einem Feuereifer machte er sich daran, alles was an langen schwarzen Haaren umrahmtes, offenes Gesicht, das Ganz das Gegentheil ist der Fall. Sie bilden eine Zitadelle den Provinzialen erinnern konnte, abzulegen. Nach Verjetzt von einem fröhlichen Lächeln sonnig erhellt, förmlich rückschrittlicher bürgerlicher Jocen. Die Papas der Herren lauf eines Monats konnte er sich etwas darauf zu gute strahlte. Sein Anblick und seine Worte wirkten auf René Studirenden der Rechte haben 71 so große Furcht- thun, wieder ganz im Buge" zu sein, wie er fagte. gehabt, daß ihre Kinder Um diese Zeit wurde er mit seiner Mutter zu einem wahrhaft erfrischend. Endlich fand er doch einen, der dem rothe Furcht, wie Venillot sagte Exilirten ein treues Andenken und die alte Sympathie be- die bravsten kleinen Reaktionäre geworden sind. Diejenigen, Diner bei ihrem Vetter Dubourg eingeladen; ein einwahrt hatte. Er legte seinen Arm in den René's und nun welche sich in die Republik ohne weiteres schicken, sind schon gab es zwischen den beiden Kameraden einen Schwall von tühne Geister. Worten, von Fragen, die sich gegenseitig erdrückten. Jch entführe Dich zu einem Frühstück, sagte Peyrade. Da werden wir nach Herzenslust plaudern können. Die Unterhaltung war, wie sie unter solchen Umständen sein mußte, ernst und ausgelassen, von persönlichen Angelegenheiten zu politischen, bald sprunghaft von einem schweren Thema zu einem scherzenden Worte, einem freundRené fuhr auf. D, ich will gerne gestehen, daß es Ausnahmen giebt. Ich kenne hier einige, die der Demokratie nicht grollen. Aber, siehst Du, wir sind zu zählen. Darum mußt Du Dich beeilen, unsere fleine Phalang zu verstärken. Mit dieser Hoffnung trennten sich die beiden jungen Leute unter dem Bersprechen, sich bald wieder zu sehen. faches Mittagessen im Familienkreise", sagte die Einladung. An dem Tage unterzog Frau Messant, die in ihrem besten schwarzen Kleide prangte, die Toilette ihres Sohnes einer ungewöhnlich strengen Inspektion. Mit dem gestutzten Barte, den feinen Lackstiefeln sah er in einem untadeligen Ueberrock sehr stattlich aus. Kravatte und Handschuhe waren nagelneu. Sie erklärte sich zufrieden. " Marlborough 30g aus zum Krieg" fummte René ironisch vor sich hin. Man könnte ja sagen, daß ich auf Politische Lebericht. Berlin, den 24. Dezember. Kaiser on his trial. Verspätetes Dementi. Eine Reihe von Tagen zirku-" von diesem nach keiner Seite eine derartige Zusage gemacht ist." Wiederholung des Warum kommt dieses Dementi erst jett? Die Richter 1878 und jetzt? Bei Berathung des Sozialistengesetes hatte die Kommission beantragt, daß die Mehrzahl der Reichs- Galgen- Kommission", wie sie später genannt wurde, aus Richtern bestehen solle. Zu diesem Antrag ergriff am 15. Oktober der sächsische Justizminister von Abeken das Wort und führte u. a. aus: " " Aber standes zu erhalten, nicht derartige Arbeit verrichten, wie| Reichstags- Niveaus"! Wir erlauben uns zu den bevors fie die Kommission machen sollte. Im Laufe der Zeit stehenden Reichstags- Verhandlungen, diese altbewährte Mithaben die Richter bewiesen, was sie leisten können. Jegt arbeiterschaft an den Umsturzmotiven der Sozialdemokratie Das Ansehen des Deutschen Reiches ist durch die hält man sie geeignet zur Bekämpfung der Sozial- heute wiederholt in rechtzeitige öffentliche Erinnerung zu Vorkommnisse der letzten Monate unter den Nullpunkt demokratie. bringen. herabgedrückt worden. Die Schwankungen des Zickzack" Hat der Thäter in der Absicht gehandelt, auf den gewaltfurses, die souveräne Ungeschicklichkeit der parlamentarischen samen Umsturz der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung nationalliberal, hatte in der christlich- sozialen Herr Landgerichtsrath Kulemann, von Geburt und antiparlamentarischen Regierungspraxis, hinzuwirken oder darauf gerichtete Bestrebungen zu fördern, so liche Haltung der für offiziös geltenden Blätter in bezug lässigkeit von Polizei- Aussicht erkannt werden." die jämmer- tritt Buchthausstrafe bis zu fünf Jahren ein; auch kann auf Bumsturzvorlage veröffentlicht, aus dem auch wir einige Hilfe" des Pastors Naumann einen Artikel über die auf die auswärtige Politit, die Denunziationsseuche und die Epidemie der Majestätsbeleidigungs- Prozesse das gesegnovelle.„ Um Recht zu sprechen, braucht der Richter fam: Unnöthig und deshalb schädlich!" So lautet der zweite Absatz des§ 126 der Umsturz- Stellen wiedergegeben haben und welcher zu dem Schluß alles hat im Ausland den denkbar schlechtesten Eindruck eine feste Rechtsnorm," sagt Abeken. Aber wo ist hier die gemacht. Was die Presse des Auslands schreibt, läßt sich fefte Rechtsnorm? Die nationalliberale Partei ist aber nicht dieser Meiin Deutschland nicht übersetzen. Es genügt, den Titel Sozialistengesetz ist der Entwurf, aber nicht nur der Partei, abgesägt" werden. Das offizielle Organ Kautschuckartig wie das nung, und so muß der unglückliche Kulemann zum besten eines sehr scharfen Leitartikels mitzutheilen, den eins der auflösen, verbieten und ausweisen, wie die Polizei, soll der der nationalliberalen Partei, die Nationalliberale Korredeutschlandfreundlichsten englischen Blätter, die fon- Richter, sondern mit Zuchthausservative Wochenschrift Saturday Review", in seiner letzten Strafen soll er vorgeheit. und ähnlichen spondenz", beeilt sich nämlich, den ungerathenen Sohn in Die Regierung muß die aller Form aus dem Hause zu stoßen. Herr Kulemann, Nummer über die deutschen Verhältnisse bringt. Der Titel Richter kennen, sonst würde sie nicht solche Gesetze vor sagt sie, mag formell noch zur nationalliberalen Partei sich ist: Der Kaiser auf die Probe gestellt The schlagen. rechnen, er steht aber in den meisten Fragen vollständig vereinsamt da und seine Aeußerungen finden längst keine Zum Umsturzgesetz schreibt man uns aus London, Beachtung mehr." lirte unbestritten das Gerücht, daß der Präsident des Reichs- ben 21. Dezember 1894: Wie kommt der Mann auch dazu, als Nationaltages, Herr v. Levehow, dem Kaiser das Versprechen gegeben fratie", versicherte der Staatssekretär im Reichs- Justizamt, Da hört doch alles auf. Die Borlage richtet sich nicht gegen die Sozialdemos liberaler" eine Regierungsvorlage zu kritisiren. hatte, die erste Lesung der Umsturzvorlage noch vor Weih- Herr Nieberding, als er nachten durchzusetzen. Jetzt berichtet die„ Norddeutsche Knebelgesetz dem Reichstag zurechtlegte. Wir sind dessen am 17. Dezember das Allgemeine Zeitung": Der Sozialist" hat, wie wir gestern berichteten, so erklärt, noch nicht ruinirt zu sein und auch noch Gegenüber der Mittheilung einiger Zeitungen, der Präsident und besonders der guten Absichten dieser Vorlage des Reichstages habe sich anheischig gemacht, die sogenannte sicher, daß wir im Interesse der guten Sache" eilen, die ferner auf dem Posten bleiben zu wollen. Umfturzvorlage soll wohl heißen deren erste Lesung vor etwas bescheidenen Quellen- Andeutungen des Herrn Regie- blutsauer wird es ihm gemacht, das muß man sagen. den Ferien zu erledigen, kann versichert werden, daß von keiner rungs- Vertreters nachfolgend in einigem zu ergänzen. Bis Seit Sonnabend voriger Woche ist ihm die Post gesperrt; Seite ein derartiges Verlangen an den Präsidenten geftellt und zum 8. Januar 1895 und zu der bevorstehenden auf Anordnung des Landgerichts Berlin werden ihm im Vortrages Reichstage wird weder Briefe, noch Beitungen, noch Geld= damit Zeit gewonnen, neueres Duellenmaterial vorzu- sendungen ausgehändigt. Diese liefschneidende Maßführen und die Reichsboten sind bis dahin an der regel soll deswegen verhängt sein, weil der frühere Expedient Hand unserer Winke auch im stande, selber einige Material Löhr hinter Schloß und Riegel sitzt. Studien vorzunehmen. elber einige Material Schnelle Karriere. Der Minister des Auswärtigen, Der Warnungsruf Olle Kamellen!" falsche" Herr Rickert im Reichstag den tragischen Vortrag jüngsten Sohn, den Prinzen Alexander zu Hohenlohewomit der Chlodwig Fürst zu Hohenlohe Schillingsfürst, hat seinen Herrn Nieberding's unterbrach, findet damit auch zugleich Schillingsfürst zum Legationsrath vorgeschlagen. Die ErWenn der Bericht gleichwohl eine solche Konstruktion der eine sehr natürliche Erklärung. Instanz fordert, weil die Schwere der Maßregeln, deren Vernennung erfolgte auch auf diesen Vorschlag. Damit hat Die Freiheit", die beiläufig bemerkt nur periodisch der junge Mann, von dessen politischer und diplomatischer hängung in erster Instanz in die Entschließungen der Berwaltungsgenicht, den ewigen Schlaf aber noch nicht angetreten hat, Befähigung außerhalb seiner Familie bisher garnichts bebehörde gelegt worden, so einschneidend sei, daß der durch sie ist in der That troh Santo- Caserio" eine so abgebrauchte tannt wurde, denselben Rang im diplomatischen Dienste erBetroffene in der oberen Instanz denjenigen Rechtsschutz erwarten Dürfe, welcher nach den jetzt herrschenden Grundfäßen in der Olle Motiven- Kamelle" gegen den Umsturzkoller, daß wir flommen, wie der Beamte, der als Gesandter das Deutsche richterlichen Mitwirkung gefunden werde, so wird ja gewiß nicht den Motiven- Entdeckern nur Glück dazu wünschen können, Reich, einen so wichtigen Staat, in China vertritt. verkannt, daß es an und für sich von Werth wäre, gegen etwaige auch noch die Internationale Bibliothek" von Hans Most Seit Herbert Bismarck's übereilte Karriere ist ein ähnlicher Ausschreitungen dieser Verwaltungsbehörde bei der Ausführung in New- York zur Hand genommen zu haben. Fall eines außerordentlich raschen Avancements in Deutschdes Gesetzes einen wirklichen Rechtsschutz gewähren zu können, Das Heft 7 dieser Internationalen Bibliothet" land nicht vorgekommen. und daß auch die Bedeutung des besonderen Vertrauens nicht meist Separatabdrücke aus der Freiheit", die bald 16 Jahrunterschätzt werden darf, in welchem die Richter in betreff gänge verwirkt hat servirt in der That im Oktober 1892 Herbert und Alexander. Beide sind als Legationsobjektiver Behandlung der vor sie gebrachten Angelegenheiten zum soundsovielten Male Peter Krapottin's,-„ aufreizen- räthe ins AuswärtigeAmt eingetreten, Herbert wurde bald stehen. Allein einen wirklichen Rechtsschutz ist der Richter des Flugblatt":" An die jungen Leute" in getragenem darauf Unter- Staatssekretär, Gesandter, Botschafter, StaatsRechtsnorm hat, welche für ihn maßgebend ist, eine Norm, Anarchisten- Deutsch. In Heft XIII.( vom Juni 1888) fetretär und Staatsminister, daneben machte er noch eine Wird Papa welche alle Erforderniffe für ihre Erklärung, für die Erkenntniß hätten die Quellen- Entdecker auch Hans Most's: Der auffallend rasche militärische Karriere. des Willens des Gesetzgebers in einer für jeden Rechtskundigen Stimmkaften“ und„ nieder mit demselben!" gefunden;- Chlodwig so lange in der Wilhelmstraße bleiben, bis Heft XVII. Gott und der Staat"*) von M. Bakunin, Klein- Alexander auch so hervorragende Befähigung zeigt vorhanden sein muß, wenn es zulässig sein soll, in unserem modernen( Juli 91) hat indeß ohne Zweifel anziehender auf das wie Herbert? Staatsleben eine unverantwortliche unabhängige Gewalt wie Forscherauge gewirkt. die richterliche zu verleihen. Erledigtes Reichstagsmandat. Der jüngste Meine Herren! Der§ 1 enthält jedenfalls keine RechtsAuch das famose Heft 9 der von der Gruppe Legationsrath des Deutschen Reiches war auch, wie freilich norm, wie sie der Richter braucht, um wirklich Recht zu sprechen. Autonomie", London, herausgegebenen:" Anarchistisch- nicht aus dem Sprechregister sondern blos aus der MitDie Unterdrückung der sozialistischen Umsturzbestrebungen ist eine fommunistischen Bibliothek" mit" Gretchen und Helenens" gliederliste des Reichstages zu ersehen ist, Mitglied des Anforderung an die Rechtsgesetzgebung, soweit die Rechtsgesetz- wiegesprächen( 20. Februar 1892) fand Anerkennung. Deutschen Reichstages. Durch die Ernennung zum Legationsgebung überhaupt geeignet ift, biefem Zweck zu dienen; allein Bergebens aber forschen wir nach der Erwähnung rathe ist das Mandat des Wahlkreises Hagenau- Weißenburg das allgemeine Verbot derartiger Bestrebungen, ohne daß gleich von Heft VIII diefer anarch. kommun. Bibliothet"( vom erledigt. Der Sohn des damaligen Statthalters von Elsaß zeitig die Handlungen bezeichnet werden, in denen überhaupt eine Dezember 91): Grrlehren und Irrwege der Sozialdemo- Lothringen erhielt in diesem Wahlkreise, ohne sich öffentlich folche Bestrebung erblickt werden soll, gewährt teine Rechtsnorm, fratie in Deutschland".--- Eine Warnung an um das Mandat beworben und ohne eine Erklärung über wie sie der Richter braucht als Basis der Rechtsprechung. die arbeitende Klasse. Bergegenwärtigen Sie sich das ungemessene Gebiet der seine politischen Grundsäge abgegeben zu haben, 13 699 öffentlichen Einrichtungen und Verhältnisse, auf denen die staatUnd nach Heft V Gerechtigkeit in der Anarchie" Stimmen, der protestlerische Kandidat erhielt 5449 und der liche und gesellschaftliche Ordnung beruht; vergegenwärtigen Sie( Juni 90) vom Bater dieser anarchistisch- kommunistischen Mandatsbewerber unserer Partei 2063 Stimmen. Dem fich die unendliche Mannigfaltigkeit der Mittel, welche die sozial- Bibliothet", Josef Peuckert, dem vom Debattirklub I jungen Hohenlohe kam es damals ebenso zu gute, daß er demokratische Agitation in der Presse und in den Vereinen be- in Nr. 71 W Lakesstreet in Chicago, zum soundsovielten der Sohn des Statthalters von Elsaß- Lothringen, wie jetzt, nußen kann, um den Umsturz direkt oder indirekt vorzubereiten Male rehabilitirten" Spizel und Motivenlieferanten zur daß er der Sohn des Reichskanzlers ift. und zu fördern; vergegenwärtigen Sie sich, daß der Richter Sozialdemokraten Knebelung. Seine unsterblichen in jedem einzelnen Falle einen darstellbaren Beweis aller Schöpfungen: Klub und Blatt Autonomie", seelig in weist darauf hin, daß nicht blos in Straffachen, deren BeBeschleunigung der Wahlprüfungen. Die„ Germania" Voraussetzungen, die die zur Herstellung des Thatbestandes London, sind und bleiben nie versiegende Quellen für schleunigung der Justisminister verfügt hat, sondern auch in gehören, fordern muß, bei ben hier fraglichen Angelegen anarchistische Motive" zur gesetzlichen Erhöhung des Bivilprozessen und nicht minder in sogenannten Requisitionsfachen beiten aber für die Beurtheilung des einzelnen Falles die Totalität der Thätigkeit der sozialdemokratischen Agitation mit eine schnellere Justiz angebracht ist. Sie erinnert daran, daß in betracht ziehen wird, und der Richter nicht in der Lage ift, Sozialist", feit etwa Jahresfrist ausgeboten, enthält Abdrücke nicht die Ergebnisse über die durch Reichstagsbeschluß ver*) Die sogenannte„ Anarchistische Bibliothet", im Berliner der Wahlprüfungs- Kommission des Reichstages auch jetzt noch als notorisch ohne weiteres gelten zu lassen, was bei den Ber- Dieser Driginale des Moft'ichen Verlags, sowie auch einer Anzahl anlaßten Erhebungen, betreffend die Wahl der Abgeordneten waltungsbehörden füglich als notorisch gelten tann." Das Hamburger Echo" bemerkt im Anschluß an Als 6. Heft dieser Anarchistischen Bibliothek" erschien laut freis) und Möller- Dortmund( 6. Arnsberger Wahlkreis) zuges von Verlagssachen der früheren Gruppe, Autonomie" in London. Merbach( 9. sächsischer Wahlkreis), Krupp( 5. Düsseldorfer Wahl diese Rede: ,, Sozialist" Nr. 34 1894 der Separatabdruck einer Artikelferie tommen sind und bemerkt dazu: aus diesem Blatt. Ebenso Olle Kamellen", wie die erwähnten" Der Beschluß des Reichstags zur Wahl des Abg. Merbach Originalvorlagen dazu. ist am 17. Januar ergangen, und die Beschlüsse zu den Wahlen nur dann im stande zu gewähren, wenn er eine feste gleich verständlichen Weise in sich selbst trägt, und welche nothwendig " v. Abeken gehörte noch zu den Juristen welche glaubten, ein Richter dürfe, um den ehrlichen Namen des RichterEroberungen ausziehe. Du beabsichtigst mich also heute Abend zu verheirathen? " V " " " " Zuerst hatte er seinen Standplay unter den Weihnachts- den Bürgersteig eine Allee, aber es waren nicht junge Tannen bäumen genommen, die in doppelter Reihe den Gehweg bis zum und Fichten, sondern Menschen, junge und alte, Männer, Die Mutter that, als verstände sie diese Anspielung Bahnhofe säumten. O, da war es schön! Wie start und Frauen und Kinder. Und ein jeder hatte etwas zu verkaufen, nicht; sie setzte ihm ernsthaft auseinander, daß man sich frisch war der ungewohnte Duft, der von den Nadeln der jungen das er anpries mit Zunge, Augen, Händen und Füßen. in der Welt, in Paris ganz besonders, stets sorgfältig mit der freien Hand in das Grün der Weste griff, oder ein fleiner Was hatten die anderen alles für Herrlichkeiten! Lange, Tannen und Fichten herzog, wie wohlig das Gefühl, wenn er Für einen Augenblick verließ den Kleinen völlig der Muth. kleiden müsse. Dann, als ein spöttisches Lächeln ihres Zweig ihm leise die Wange streichelte. Beinahe hätte er ver glitzernde, wehende Silber= und Goldfäden, tanzende Sohnes fie beunruhigte, erinnerte sie ihn daran, daß er geffen, weshalb er den weiten Weg hierhergekommen. Aber es Mäuse und und springende Marienkäfer, blecherne Hampelzu Leuten ging, die nicht dieselben Ansichten hätten wie war noch früh, taum Dämmerung. Nur wenige Menschen be- männer und farbensprühende Papierketten. Und auch bei er. Sie bat ihn, sie nicht gleich vor den Kopf zu stoßen, wegten sich auf der Straße und dem weiten Alexanderplate, ihnen toftete jedes Stück nur' n Groschen. Und wie ihnen teine Unangelegenheiten zu bereiten, die auf ihn und die, welche durch die Tannen- Allee daherkamen, hatten sie schreien und sich an die Vorübergehenden herandrängen selbst zurückfallen konnten. es wohl ganz besonders eilig, und kaum der zehnte konnten, weil sie start und groß waren! Die Thränen schossen seinem Waaren ihm in die Augen, und er lehnte fich verzweifelnd an die Mauer Sei ruhig, meine arme Mama, ich werde sehr artig gönnte dem kleinen Geschäftsmann und lager auch nur einen Blick. Und sie waren doch so schön, des Hauses, vor dem er stand. Fünf Groschen sollte er mit sein, versprach René, indem er sie in die Arme schloß. feine Schäfchen von denen er ein halbes Dugend nach Hause bringen, hatte seine Ziehmutter gesagt, und was er Herr Dubourg wohnte an der Ecke der Rue de auf dem an den Leib gedrückten linken Arm trug. Kugelrund mehr verdienen würde, das sollte ihm gehören, und er könnte Bellechasse und der Rue de Grenelle, in einer der stillsten waren sie, und wie frischgefallener Schnee leuchtete ihre fich dafür etwas kaufen. Er wußte fchon, was er wählen Gegenden des stillen Viertels Saint- Germain in der ersten feine, weiße Wolle. Wie fest standen sie mit ihren weißen zier- würde. Eine Schnecke", zwei Schnecken, noch eine Schnecke Etage eines Hauses, das ihm gehörte. Nachdem er sich lichen Füßen auf dem rothen Brettchen, das auf kleinen Rädern nnd noch eine. Wie lange hatte er schon keine gegessen, vom Geschäft zurückgezogen hatte, lebte er dort seit sieben lief, und wie schön machten sich die schwarzen, rothen und und sie schmeckten so süß und so gut. oder acht Jahren von seinen Renten. Er besaß seine goldenen Bändchen und Gurten, und die großen rothen Sättel. gar nichts verdiente und so nach Hause gehen mußte, wie er geWohnung in der Stadt, seine Villa in der Nähe von Ja, seine Schäfchen waren schön, und wie tapfere Männer kommen? Was würde die Mutter sagen?" Aus der Armentaffe" würde es etwas geben aber kein Brot oder sonst etwas. Paris und machte in jedem Sommer mit Frau und Tochter hielten sie die Ohren steif. Kauft Schäften, scheene Schäften, jedes Stück' n Groschen!" Siedendheiß stiegs in ihm auf, und reichlicher noch flossen die Das Rasseln und Rollen auf dem Plaze und den Straßen Thränen. Aber warum sollte gerade er nichts verdienen, steigerte sich, Geschrei ertönte und laute Zurufe, und dann zog während die anderen ein Geschäft nach dem anderen machten? es heran, das Brausen der Riesenstadt, zerschnitten nur für Da, der Mann vor ihm hatte schon wieder etwas verkauft, dreiAugenblicke von schrillen Tönen, die wie mit Stahlspißen nach mal hinter einander in ganz furzer Zeit. Und was hatte er? dem Obre zielten. Am Rathhausthurme leuchtete das große Nichts wie dumme Mäuse. Pjui! Wie etlig! Und er mit seinen Bifferblatt auf, die Laternen erglommen und der blanke Asphalt schönen Schäfchen?! erglänzte von dem herniederrieselnden feinen Sprühregen. Und jest tam es auch herangepoltert, geschlürft und getrippelt, das große Heer der von der Arbeit, aus dem Geschäfte Eilenden. „ Kauft Schäffen! Schee- ne Schäf-" eine Reise. ( Fortsetzung folgt.) Kauft Schäfken! „ Kauft Schäffen, scheene Schäffen, das Stück' n Groschen!..." Im Anfange jubelte der kleine Geschäftsmann seine Geschäftsempfehlung mit jenem halbverhaltenen Jauchzen hinaus, das in der Stimme eines jeden Kindes schwingt, dem eine Belohnung, die Erfüllung eines heißerfehnten Wunsches in sicherer Nähe zu stehen scheint. Bald aber wurde das anders. In die Siegessicherheit mischte sich der Zweifel und der erzeugte Hengstlichkeit, die Stimme umflorte fich und gerieth in leises Bittern. Ganz allmälig drängte sich dem Kleinen die Ueberzeugung auf, es könnten doch nicht all die Träume von„ Verdienst", Kuchen und all den anderen HerrlichTeiten, von denen er die langen Wochen vor Weihnachten geträumt, in Erfüllung gehen. " Bieb' Leine, Junge! For Dich is hier feen Plaz nich mehr!" Der Kleine schrat zusammen. Jegt, da die vielen Menschen tamen, sollte er feinen Platz verlassen! Ja, was würde denn da aus feinem Geschäft? " Und wenn er nun ,, D, meine Schäften!" Der Kleine fuhr mit dem Aermel seiner Jacke über Augen und Nase und war mit einem Sage dem vor ihm stehenden Händler durch die Beine hindurchgesprungen. Mitten auf den Bürgersteig stellte er sich hin, tanzte auf und ab, wandte sich an die Borübergehenden und schrie aus Leibeskräften, wie er es von den übrigen gehört: Rooft, fooft, tooft! Scheene, scheene Schäfchen hab' ich noch. Eine Hand fuhr nach seinem Nacken und die Schäfchen' n Groschen immer noch' n Groschen das Stück. Janz frisch aus stießen mit ihren hölzernen Näschen aneinander, daß es flapperte. de Pfanne!" Da lief der Kleine, als würden ihm die Haare brennen, den Stadt- Er fam einem feinen Herrn zu nahe, der in einem feinen bahnbogen zu. Tolles Geschrei schlug ihm entgegen. Auch hier säumte Stadtpelz daherwantte. Der Dicke gab seinem Bauch einen Rud, von Krupp und Möller(Dortmund) am 11. April d. I. In- zwischen sind über elf und neun Monate vergangen, und noch immer sind, wie die„Uebersicht" sagt,„die Erhebungen noch nicht abgeschlossen". Es handelt sich dabei nicht etwa um schwierige und langwierige Voruntersuchungen, sondern nur um Zeugenvernehmungen, die doch weniger Zeit in Anspruch nehmen. Auch kommt dabei die konstitutionelle Erwägung in Betracht, daß ein Abgeordneter eigentlich nur dann Sitz und Stimme ini Reichstage einnehmen sollte, nachdem sein Mandat geprüft und legitim befunden worden ist. Die Abgg. Melbach und Krupp gehören der freikonservativen, der Abg. Möller(Dortmund) der uationalliberalen Fraktion des Reichstags an. Während die Wahlprüsungs-Kommission des Reichstags ihre schwere Arbeit in diesem Jahre mit anerkennenswerlhem Eiser erfüllt und das Plenum des Reichstags ihre Beschlüsse apprvbirt hat, scheinen die re�llirirte» Behörden und Gerichte nicht ein gleiches Maß von Elser entwickelt zu haben— was wir der Beachtung des Herrn Justizministers Schönstedt hiermit empfehlen." Die„Aossische Zeitung" fügt noch hinzu, daß diese Er- Hebungen um so eiliger sind, als in allen drei Fällen möglicher- «reise auf Ungiltigkeit der Mahl erkannt wird. Der Abgeordnete Möller wurde in Dortmund mit LI 889 gegen 21 828 sozialdemo- kratische Stimmen in der Stichwahl gewählt. Der Abgeordnete Krupp erhielt in Essen 28 087 gegen 22 287 ultramontane Stimmen in der Stichwahl; auch der Abg. Merbach wurde erst in der Stichwahl niit II 932 gegen 6917 sozialdemokratische Stimmen gewählt. Es ergiebt sich aus diesem Verhältnis zu- gleich, daß eine Verschiebung in der Vertretung dieser Wahl- kreise bei einer Neuwahl nicht ausgeschlossen ist. Um so mehr sollten deshalb die nöthigen Erhebungen beschleunigt werden, wenn die Behörden sich nicht dem Verdacht aussetzen wollen, daß sie absichtlich die Entscheidung über die Wahl verzögern. Die Begünstigung der„Militüranwärter". Der neue Justizminister S ch ö n st e d t hat eine Verfügung er- lassen, aus der hervorgeht, daß bisher in den Kanzleien der Justizbehörden vielfach Militäranwärter behufs ihrer Ausbildung zur Beschäftigung selbst auf längere Zeit zugelassen worden sind, ohne daß Bedürfniß zur Vermehrung der Arbeitskräste vorlag. Diese Anwärter haben ihre Einkünfte ganz oder theilweise aus Militärfonds weiter bezogen, weil seitens der zuständigen Militärbehörden angenommen worden sei, daß es sich um eine Probedienstleistuug, welche zu einer definitiven Ucber- nähme in den Justizdienst führen werde, oder um eine noth- wendige informatorische Beschäftigung handle. Dies solle hinfort aufhören, da bei der Einfachheit des Kauzleidicnstcs anzunehmen sei, daß die Anwärter sich die erforderliche Befähigung durch seine Beschäftigung als Kanzlei- gehilfe aneignen werden. Für Z i v i l i st e n braucht eine solche Verfügung nicht erlassen zu werden. Für die bezahlt rein Mensch, am aller- wenigsten die Militärbehörde, den Lebensunterhalt, während sie irgend eine Lehre durchmachen. Das kann in Preußen nur den„M i l i t ä r a n w ä r t e r n" passiren, die außer dieser Vergünstigung auch noch die andere haben, von allen Behörden vorgezogen zu werden, während man die Zivilisten, mögen sie auch Frau und unversorgte, hungernde Kinder haben, stets zurücksetzt.— Tie sogenannten„Heimstätten'. Ter Bundesrath hat beschlossen, dem Reichstagantrag auf Vorlegung des Entwurfs eines Heimstätlcn-Gesetzes zur Zeit keine Folge zu geben. Ter Reichstag hat sich jahrelang mit dieser von konservativer Seite ausgegangenen, aber auch von anderen Parteien unterstützten Anregung beschäftigt. In der letzten Sitzung der vorigen Session wurde der Gesetzentwurf in seinen grundlegenden Paragraphen durch«ine große Mehrheit der konservativen Parteien, des Zentrums und der Nationalliberalen angenommen und eine Resolution beschlossen, die Regierung zu er- suchen, in der nächsten Session einen Gesetzentwurf in der Richtung dieses Antrages einzubringen. Auch jetzt liegt der Gesetzentwurf als Antrag Lutz, unterstützt von den Konservativen, dem Zentrum und den National- liberalen, dem Reichstag wieder vor. Warum sich die rechtsstehenden Parteien, insbesondere die Konservativen, und von diesen wieder in erster Linie die Großgrundbesitzer der östlichen preußischen Provinzen für das Zustandekomnien dieses Gesetzes so sehr intercssiren, ist ja allgemein bekannt. Die Herren Junker brauchen Arbeiter zur Bewirth- schaftung ihrer Latifundien, und zwar neben ihren ständigen Leibeigenen, den auf den Gütern angesiedelten Jnstl euten, für die Jahreszeiten, in denen sich die Arbeiten besonders drängen, die Erntezeit:c., noch andere nach Belieben anzustellende und wieder zu entlassende Tagelöhner. Tiefe Tagelöhnerrolle können aber, da da wurde der kleine Händler auf den Straßendamm gefegt wie eine Schneeflocke vom Sturmwind. Ader er ließ sich nickt mehr entmulhigen und einschüchlern. Im nächsten Augenblick stand er schon wieder aus dem Gehweg und sah mir seinen runden braunen Angen den Daherkommenden keck in's Antlitz. Und diese lachenden großen Kinderaugen sah eine blasse, verhärmte Frau und trat beran. Gleich tönle die Stimme deS kleinen Händler'«!: „O, Madamken. koofen Se mir wat ab. Scheene Schäften Hab ick. Hier uf een Brett det olle große Multerschaaf un det Kleene, wat det Kindchen von is; nur zehn Fennig." Die Frau zahlte und nahm das Spielzeug an sich. Jetzt kannte die Freud« des Kleinen keine Grenzen»»ehr. Das erste Geld! Er spuckte auf das Groschenstück und umschloß es krampf- hast mir den Fingern. Na, jetzt würde das Geschäsl schon gehen, der Anfang war ja geinncht. Aber der kleine Handels- mann tSusckte sich. Hatte die Mode gewechselt, oder»rar etivas anderes die Ursache, er verkaufte lein Schäfchen mehr, und mochte er sich auch noch so eifrig anstellen. Tie Hampelmänner gingen weg wie frisch« Semmeln, der Marienkäser-Mann konnte kauni genug Waare herbeisckaflen, und selbst die Frauen, welche Birkenzweige verkauften, machten ein ganz erlrägliches Geschäft, nur„Schäsken" waren flau und blieben flau. In den Strähnen des Rieselregens begannen sich große Schneeflocken j»» zeigen. Plötzlich schrie der kleine Schäjken- Mann auf. Seine Schäfchen hatten Farbe und Gestalt ge- »vechselt; schmutzig grau waren sie geworden,»ind die Walle löste sich in langen Fetzen. Schon wollte der Kleine wieder in lautes Weinen ausbrechen, aber er besann sich eines besseren. Er riß die Mütze vom Kopfe und hielt sie über seine Schäfchen, um diese vor Regen und Schnee zu schützen. Wohl wußte er, daß diese jetzt um so schwerer verkäuslick sein würden, und darum verdoppelte er seine Bemühungen. Er sprang umher wie ein losgegangener Kreisel, und seine Zunge kam gar nicht mehr zur Ruhe. Da, auf einmal ein markerschütternder Schrei, leises Prasseln und Knistern. Bon allen Seiten strömten die Leute herbei und bald bildeten sie einen breiten Ring um den Gefallenen. Der kleine Schäsken-Mann war mit den abgetretenen Absätzen seiner allen Schuhe auf dem schlüpfrigen Pflaster ausgeglitten und ans feine Schäfchen gestürzt. Bon allen Seiten streckten sich die Hände nach ihm aus. um ihm aufzuhelfen. Aber der wollte im Ansang gar nicht. Zu schwer hatte ihn der Schickfaltschlag getroffen. Da logen sie, all feine Hoffnung. die Leute von der Arbeit aus dem Herrenhof allein nicht leben können, nur Leute spielen, die selber eine Hütte und eine Parzelle Landes haben,— und daher der H e i m st ä t t e n- G e f e tz e n t w u r f, der die An- siedelung solcher kleiner Bauern ermöglichen soll, die von ihrer eigenen Wirthschast nicht leben können, sondern noch auf Lohnarbeit angewiesen sind. Daß die Sozialdemokratie einem solchen Gesetz im Reichstag ihre Hilfe verweigern mußte, ist selbstverständlich. Zumal bei den landwirthschaftlichen Verhältnissen unserer Zeit, wo der kleinbäuerliche Besitz, und nun gar der P a r z e l l e n b e s i tz, in dünn bevölkerten, weit vom großen Verkehr gelegenen Gegenden, wie es dir östlichen Provinzen sind, immer lebfensunfähiger wird.— Unverständlich ist allerdings auch unS, warum unter diesen Umständen der Bundesrath, der doch sonst den Agrariern gern jede Unterstützung leiht, den Gesetzentwurf vorläufig nicht gemehmigt hat.— Der Personalkredit der kleinen Bauern. Der Verein für Sozialpolitik veranstaltet eine Erhebung über den Personnlkredit der ländlichen Kleingrundbesitzer in Deutschland. Die Enquete, deren Fragebogen schon nach ganz Deutschland verschickt sind, soll zur Entscheidung der Frage dienen, inwieiveit die bestehende Organisation des Personal- und Mdbiliarkredits dem«virthschafllichen Bedürfnisse genügt, welche Kassen- organisationen sich unter den jeweils gegebenen Verhältnissen am besten beivährt haben, nach«velchen Richtungen und mit«velchen Mittel» ihre Vervollständigung anzustreben»st. Der Verein für Sozialpolitik wird auf diesem Wege ja sicherlich viel interessantes Material bekommen; aber die Roth des kleinen Bauernstandes wird auch er nicht beseitigen, das ständige Zusammenschmelzen des Besitzes der Kleinbauern gegenüber dein Anivachsen der Latifundien der Großgrund« b e s i tz e r wird a«lch er nicht aufhalten können.— Schlägst Tu meinen Inden, schlagt ich Deinen Juden, denkt die„Kreuz-Zeitung" und erinnerte die „Kölnische Zeitung" und andere nationalliberale Blätter, die aus dem„Fall Leuß" politisches Kapital gegen die Konservativen zu schlagen suchen, an die vielen„skandalösen Vorgänge" im liberalen„Dunstkreise", an„die schier end- lose Reihe der meistcntheils liberalen„Bank- und Kassen- diebe und sonstigen Spitzbuben. Nun— beide Theile könnten recht lange Listen vorlegen.— Taufzwang. Dem Vater eines kleinen Kindes ist folgende von einem Amtsrichter Dr. S p i n d l e r in Langenselbold(Kurhessen) unterzeichnete Verfügung zu- gegangen: „Nachdem der Herr Kultusminister das königliche Konsistorium in Kassel ermächtigt hat, dem Herrn Pfarrer Battenberg in Frank- urt a. M. das Dimissoriale zur Vornahme der Taus« in Frank- urt a. M. zu ertheilen, sehen wir binnen spätestens 14 Tagen Ihrer Mittheilung entgegen, daß das ain 9. Januar geborene Kind getauft oder einer anderen vom Staate anerkannten Religions» gemeinschast überwiesen ist. Sollten Sie diese Frist unbenutzt verstreichen lassen, so würde Ihnen die Erziehung des Kindes abgenommen und demselben«in V o r in u n d bestellt werden. Es handelte sich hier um einen Vater, der das Kind ohnedies taufen lassen wollte, deswegen konnte die Sache in diesem Falle zu keiner prinzipiellen Entscheidung ge- trieben werden.— Aehnliche Dinge mit bezug auf das Erzieh nngsrecht sind ja schon früher sozialdemo- kratischen Vätern passirt. Und derartige Verfügungen scheinen jetzt, trotzdem unsere Gesetzgebung von einem Taufzwang nichts weiß, im Deutschen Reich zur Regel werden zu sollen.— Der Kampf ums Wahlrecht in Ungarn. Die österreichische Wahlrechtsbewegung hat nun auch nach Ungarn hinübergegriffen. Die Parteileitung der ungarischen Sozialdemokratie hat beschlossen, nach belgischem Muster eine allgemeine Volksabstimmung zu veranlassen. Auf Sonntag ist eine große Volsversamm- lung zu dem Zweck einberufen. Sie soll über die Frage abstimmen: Wollt ihr das allgemeine Wahlrecht? An der Abstimmung sollen theilnehmen Männer und Frauen, wenn sie das zwanzigste Jahr überschritten haben.— Wieder eine Ohrfeige für Casimir Perier. Bei der gestrigen Ersatzwahl im 13. Arrondissement erhielt der wegen Casimir-Beleidigung verurtheilte Sozialist G e r a u l t Richard die meisten Stimmen, jedoch noch nicht die absolute Majorität. Diese ist ihm bei der Stichwahl sicher. Und nach französischem Recht muß der Erwählte des all- gemeinen Stimmrechts dann aus dem Gefängniß entlassen werden.— zerbrochen und besudelt in dem Schmutz des Weges. Immer größer»vurde die Menschenansammlung. Plötzlich tauchte die Helmspitze eines Schutzmanns aus dem Knäuel auf. Mit einem Ruck staub der Kleine auf den Beinen, erhaschte seine Mütze, drängte, husckte und sprang davon, der Landsberger Straße zu. An der Ecke machte er Halt und blickte nach der Stätte hinüber, an der er hatte sein Glück machen wollen. Und jetzt fiel ihn, sein Mißgeschick doppelt schwer anss Herz. Laut auf schrie und heulte er vor Zorn, Scham und Angst, dann wandte er sich wieder und trollte die lange, lange Straße hinauf, über den Landsberger Platz, am Friedrichshain vorbei, weiter und weiter. Was sollte er sagen, wenn er nach Hause kommen»vürde'■} Wie es wirklich geschehe»? Die Zieh- mutter würde ihm nicht glauben. O, der harte Strick mit den vielen Knoten! Und nichts zu essen würde er auch bekommen. Und die Höslein waren ja auch zerrissen, das mürbe Zeug war bei dem Falle auseinander gegangen wie Zunder. Ack ja, essen! Er hatte ja so großen Hunger. Plötzlich erinnerte er sich des Zehnpfennigstückcs, das er eingenommen. Er durchsuchte seine einzige ganze Tasche, drehte das Innere nach Außen, aber er fand nichts. Nun faßte ihn völlige Verzweiflung. An der Petersburger Straße blieb er stehen und überlegte. Sein Herz schlug ihn bis zum Halse heraus, und deutlich hörte er es ,n der Brust rasseln. Regen und Schnee fielen jetzt dichter. Jeder Tropfen der jh» im Gesichte rras, brannte wie Feuer. Sollte er„ach Hause gehen, jetzt, gleich? Er zögerte. Bis zu den Boggenhagen'schen Häusern war noch so weit. Aber dann setzte er sich doch wieder in Trab und keuchte weiter. Wenn er erst später nach Hause gehen würde? Wenn die Mutter schon schliefe? Oder gar erst morgen? Aber der Hunger?!... Hinler den letzten Häufen' bog er plötzlich von der Straße nach links ab und lief einige Hundert Schritte den schmalen Fußweg hinauf, wie ein gescheuchterfHund. An einem hohen Bretter- zäun duckte er sich nieder, zwischen alle blecherne Töpfe ohne Böden, zwischen abgedorrtes Gras und Unkraut, zog die Beine unter sich und weinte still vor sich hiü. Und der Retzen rieselte vermischt mit großen nassen Schneeflocken regelmäßig und unterbrochen, und von der großen Stadl herüber drang ei» dumpfes Brausen und Rollen. »» Der Jall Miruian hat zu einer nachträglichen Interpellation geführt. Eine Depesche aus Paris berichtet hierüber: In der letzten Sitzung der Deputirtenkammer interpellirte der Sozialist Millerand die Regierung betreffs der Strafe, welche über den Deputirten Mirman als Soldaten verhängt wurde, da dessen Unterschrift unter einem von sozialistischen Deputirten unterzeichneten Manifest.stand. Millerand behauptet, Mirman's Name sei ohne Wissen unter das Manifest gesetzt. Der Kriegs- minister General Mercier erwidert, er habe das Recht, zu wissen, was ein Soldat thue; Mirman habe sich geweigert, zu erklären, daß sein Name irrthümlich unter dem Manifest stünde. Mit 389 gegen 49 Stimmen wird darauf eine Tagesordnung an- genommen, in welcher die Erklärung der Regierung gebilligt und die Absicht betont wird, die Disziplin in der Armee zu wahren.— Im Pariser Spionenprozeh ist der Angeklagte Dreyfus zu lebenslänglicher Deportation verurtheilt worden.— Ein neues französisches Spionengesetz. Aus Paris wird gemeldet: Der Ministerrath beschloß, heute in der Deputirtenkammer einen Gesetzentwurf über den Verrath und die Spionage einzubringen, nach welchem jede Militärperson, die sich des Verraths schuldig gemacht hat, sei es im Frieden oder während eines Krieges, mit dem Tode bestraft wird. Nachwahl zum belgischen Parlamente. AnS Lüttich wird telegraphirt: Bei der Kammerwahl, welche dadurch nöthig geworden war, daß G e n o ss e D e f ui s s e au x, der zweimal gewählt wurde, die Wahl in Möns angenommen hat, erhielten Francotte (Katholik) 38 284, S m e e t s(Sozialist) 88 863 und Hansens (liberal) 27 288 Stimmen. Somit ist Stichwahl zwischen Francolte und Smeets erforderlich.— Die Mohrenwäsche ist allzeit eine undankbare Arbeit, und doppelt undankbar, wenn sie an einem so pechschwarzen, hundertmal ausgepichten und bis unter die Haut gefärbten und gegerbten Neger versucht wird, wie C r i s p i einer ist. Das Zeugniß von Kammermitgliedern, die seine Unschuld betheuern, wird jetzt triumphirend angeführt. Schade nur, daß die betreffenden Kammermitglieder Spießgesellen und Mit- schuldige des Herrn Crispi sind, die, indem sie für ihn zeugen, in Wirklichkeit für s i ch selbst zeugen. Die Giolitti'schen Aktenstücke sollen unecht, Crispi's und seiner würdige« Gattin Unterschristen sollen gefälscht sein, und die würdige Gattin hat sogar Giolitti auf„Erpressung, Verleumdung und Diebstahl" verklagt. Aber die brave Crispin» vergißt drei Dinge: 1. daß ihr biederer Gemahl scho« in dem ranzösischen Panama schmutzigster Praktiken über- ü h r t worden ist und daß, wer sich von Cornelius Herz bestechen läßt, mich fähig ist, Banka Romana- Geld zu nehmen; 2. daß Giolitti in Geldsachen einen weit besseren Ruf genießt als ihr Herr Gemahl; und 3. endlich, daß die Richter, bei denen sie Giolitti verklagt hat, gleich den Kammermitgliedern, die ihrem Mann ein gutes Leumunds- zeugniß ausgestellt haben, zum größten Theil Mitschuldige und Spießgesellen sind. Der Vorsitzende der Fünferkommission: Damiani, auch ein Mitschuldiger und Spießgeselle, behauptete vor drei Tagen: in den Giolitti'schen Aktenstücken sei nichts, was Crispi belaste. Das geachtetste Mitglied der Kom- Mission: C a v a l l o t t i, hat dem entgegen aber ausdrücklich erklärt, das sei Schwindel, Crispi sei schwer belastet. Und was endlich die Gunst des Königs Humbert be- trifft, welche als letzter Trumpf für die Unschuld des Crispi ausgespielt wird, so fällt auch dieses Moment m sich zu- sanimen, angesichts der Thatsache, daß Crispi die Person des Königs vollständig mit Kreaturen umgeben hat, die es dieseni ganz unmöglich machen, mit anderen Augen zu sehen als denen seines treuen Vasallen— Verzeihung: seines treuen Tieners und Hansmeiers Crispi, der niemals so dumm war, wie sein berühmter Ahne Crispinus für Andere zu stehlen. Uni den König ganz in seine Gewalt zu bekommen, hat Crispi dessen finanzielle Verhältnisse, die trostlosester Art sind, rafssuirt auszunutzen gewußt. Der Vater Hum- bert's, der lüverliche„König Edelmann", hinterließ seinem Sohn bekanntlich eine erdrückende Schuldenlast. Und Herr Crispi hat dafür gesorgt, daß Gelder der Banka Romäna und anderer dem findigen Hausmeier zu Gebot stehender Finanzinstitute zur Regelung der Finanzen seines Königs und Herrn verwandt wurden. So ist der Banka Romana gegenüber eine gewisse Solidarität des Königs und seines Ministers entstanden— eine Solidarität, die für den Miliister ebenso vortheilhaft ist, wie für den König nach- An demselben Abend schritt vom Steuerhaus her ein ältlicher Mann der Stadt zu. Aus der linken Schulter trug er eine breite Latte und daran einen schiveren"Sack. Es war der Maurer Slackow. Auf den Bauten bekam er keine Arbeit mehr, er war den Polieren zu alt; so ging er ans den Dörfern herum und machte Flickarbeiten. Auch heute war er über Land ge- wesen, jetzt kehrte er heim, uin den Weihnachtsabend bei seiner Frau z» verbringen. Knapp vor der Stadt bog er nach rechts ab, um schneller nach der Elbingerstraße zu gelangen. Als er so mit den langsamen müde» Schritten der Abgearbeiteten dahinging, stieß sein Fuß mit einem Biale an etwas Weiches, das sich bewegte, und ein Wimmern drang zu ihm empor. Schon wollte er einen Fluch ausstoßen, weil er einen Betrunkenen vor sich zu haben wähnte. Aber dann kam ihm die Stimme doch zu jung vor, und er beugte sich hinab. Er fand einen<(lig durchnäßten Knaben, den es schüttelte, als hätte er das Fieber. „Armes Wurm!" sagte der' Mann, und das Mitleid ergoß sich über sein ganzes Gesicht.„Hast Du keine Bleibe?" Der Knabe schwieg. „Willst Du mit mir kommen?" Allsogleich streckte der Kleine die Hände aus und ließ sich auf den'Arm nehmen. Und keuchend unter der verdoppelten Last schritt der alle Maurer weiter, seiner Wohnung zu..... Als er den von Schmutz und Wasser triefenden Knaben ans die Diele der Küche stellte, machte sein Frau erst ein ganz ernstes Gesicht. „Ich habe ihn auf dem Felde gefunden," sagte der Mann in seiner schlichten Weise mit elwaS eintöniger Stimme.„Und er wäre erfroren, wenn ich mich nicht seiner erbarmt. Ich schenke ihn Dir und mir zur Weihnacht." Mit weiten aufglimmenden Augen blickte die Frau nach dem harten, faltenzerrissenen Antlitz ihres Mannes. „Werden wir das auch schaffen können, Karl?" „Wir werden es versuchen!"---- Drüben über den Friedrichshain erklangen jetzt die Glocken zur Weihnachtsmelte. Viele Hundert schöngekleidete Menschen haben sich dort versammelt. Und sie singen und beten, und be- plückwünschen sich innerlich selbst, Christen zu sein und zu heißen. Wenn sie aber»vieder in ihre Wohnungen zurückgekehrt sein werden und sich selbst belohnt haben mir Fisch und Backiverk, Wein und Zigarren, dann ist auch dieser Tag gewesen, liebeleer und öde wie die andern.— N i k o l a u s K r a» ß. * theilig. Wie dem fei, vertuscht kann die Sache nicht mehr Bütgendortmund hatte die Polizei die Schantsperre ver- 1 öffentlicht wird. Unfer Genoffe hat auf der legten Generalversamm werden, die Lawine ist im Rollen und sie wird zerschmettern bängt, was für den Wirth ein empfindlicher Schaden bedeutet. Iung des Verbandes der Handschuhmacher die Einstellung der und wegfegen, was in ihrem Wege liegt. Nun, die Arbeiterschaft wird ihn schadlos zu halten wissen, den Beitragszahlung an die Generalfommission der Gewerkschaften Den neuesten Nachrichten zufolge beabsichtige Crispi polizeilichen Schlag zu pariren verstehen. Genossin Löwenherz Deutschlands beantragt, welcher Antrag auch angenommen wurde, Den neuesten Nachrichten zufolge beabsichtige Crispi wird noch bis zur zweiten Woche im Januar in unserem Revier und in dem erwähnten Artikel rechtfertigt nun Sperka ſeinen für die Dauer des Prozesses sein Portefeuille bleiben. Antrag. Dabei schreibt er wie folgt: niederzulegen; das ist dummes Zeug. Wenn er sein PorteDaß aber die Generalfommission selber ihr thatenfeuille niederlegt, dann ist es mit der Ministerschaft vorbei Nachklänge vom Waldschlößchen Boykott. Ueber die loses und unfruchtbares Dasein zu zu begreifen scheint, und die Frage lautet: Buchthaus oder nicht? Vorgänge auf der letzten Generalversammlung der Waldschlößchen- das geht daraus hervor, daß daß sie sich sie sich mit großen, nicht realisirbaren Plänen trägt, die ihr selbst so Zum Panamino- Skandal. Der Senat( Herrenhaus) brauerei lesen wir im„ Meißener Tageblatt": " Die am Mittwoch zu Dresden abgehaltene 56. ordentliche ungeheuerlich vorkamen, daß sie, um die Stimmung der des italienischen Parlaments hat beschlossen, auf die Akten Generalversammlung der Aktionäre der Waldschlößchen- Brauerei einzelnen Bentralvorstände zu ermitteln, von einer öffent. Giolitti's, die Senatoren betreffen, überhaupt nicht ein- war, wie dies nicht anders zu erwarten war, ziemlich stark lichen Erörterung ihrer Pläne abstand und sie durch gezugehen. Die ehrenwerthen Herrn und Kollegen Tanlongo's besucht. Nach der Präsenzliste waren erschienen 49 Aktionäre heime Umfrage denselben zur Kenntniß gebracht. werden wohl wissen, warum sie dies thun. Das Mißtrauen mit 3246 Stimmen. Der Vorsitzende des Aufsichtarathes, Aber gerade diese Ungeheuerlichkeit ihres Pro des Volkes wird durch ein solches Vorgehen jedenfalls Rechtsanwalt F. Gerlach, eröffnete die Versammlung mit jettes, über welches der Unterzeichnete im Interesse der gestärkt. der Verlesung einer Denkschrift über die Boykottangelegenheit. Generalkommission Schweigen beobachten muß Wir erwähnen aus derselben, daß mährend der ersten 5 Monate haben diesen nicht zum geringsten Theile mitbestimmt, den Antrag Bom ostasiatischen Kriegsschauplage liegen heute zahl der Boykottzeit die Verschrotung um 18 000 hektoliter zurück- auf Auflösung des bestehenten Verhältnisses zu stellen, da die reiche Meldungen vor, von denen wir die folgenden hier wieder- gegangen sei. Außerdem habe es die Konkurrenz nicht wie in Ausführung derartiger Pläne nicht allein den geben: Berlin gemacht, sondern al mittel und Hebel in Bewegung Bestand der Zentralorganisationen in Frage Eine japanische Division stieß am 19. d. M. fieben Meilen gefeßt, uni das Waldschlößchen auf das Empfindlichste zu schädigen. gestellt hätte, sondern auch einen Riß in die ge= westlich von Haitcheng auf eine 10000 Mann starke chinesischen den sozialdemokratischen Blättern seien unverhohler Kon- ammte Arbeiterbewegung verursacht haben Truppenmacht des Generals Sung. Nach fünfstündigem Rampfe furrenzbiere at Ersatz für Maldslöschen als Arbeiterbicre an- würde." " und vier Sturmangriffen auf die chinesische Stellung wurden die gepriese morden Ebenso menig habe man von der Fabrik- Uns ist von Vorgängen, wie sie hier Sperka andeutet, nichts Streitkräfte des Generals Sung auseinandergesprengt. Die Ver- befirer. rr Bauherren Unterſtürung in dem Kampfe erhalten. bekannt," nd wir wollen vorläufig noch annehmen, daß er viel Iuste sind unbekannt. Bei der Semmlung ve elden zur Unterstüßung der ge- zu schwarz sieht. Unter allen Umstände ist aber Aufklärung Die Times" melden aus Kobe von gestern: Etwa 1000 schäbig fleinen Härdler babe das Unternehmen aus Geschäfts- nothwendig und wir sind überzeugt, daß es nur dieser Anregung Tonghats schlugen am 17. d. M. die aus 300 Mann bestehende ritteln 00 Mark und cus Privatmitteln 2000 art bei- bedarf, und die betheiligten Kreise werden Anlaß ergreifen, daß foreanische Garnison von Tschollado. Die Häuser in der Umgesteue Nachdem alle diese Mittel an den herrschenden Zu- innerhalb der deutschen klassenbewußten Arbeiterbewegung nichts gegend wurden geplündert und niedergebrannt. Die Bevölkerung ftänden ni geändert, habe man sich entschloffen, in Verhond- vorgeht, was das Licht der Oeffentlichkeit au scheuen hat. ist geflohen. Tungon cintreten, und cle bierbei die Sozialdemokraten, auf Aus Tokio wird den Times" von gestern gemeldet, wahr ihre wichtigste Bedingung, die entlaffenen Arbeiter wieder cingu scheinlich würden in dieser Woche 25 000 Mann in Hiroshima ellen, arzichtet, habe mo, um Frieden zu erlangen, das so Todtenliste der Partei. Ein imposanter Zug von Leid. eingefchifft. viclfach cngefochtene Abkommen mit der Arbeiterschaft getroffen. tragenden war es, der am Dienstag Robert Schenk in BeulenDie Londoner Morgenblätter veröffentlichen über Tokio cin- Noch Vemängelung einzelner Poster der Bilanz führte Amt3- roba zur letzten Ruhestätte geleitete. Es waren Deputationen gegangene offizielle Depeschen aus" Söul vom Sonnabend, richtes Dr. Becker aus. die Verwaltung habe über den rit Kranzspenden namens der Partei anwesend von Gera, wonach die koreanische Regierung eingewilligt hat, dem fremd- Kopf de: Aktionäre hinweg gehandelt und den Kampf mit Greiz, Plauen, Paufa und Schleiz. Auch die Lokalverbände der ländischen Handel zwei neue Häfen zu eröffnen, nämlich der Sozialdemokratie ohn Plan und Ziel ceführt. Textil, Holz- und Metallarbeiter legten Kränze am Grabe nieder. Mokpo in der Provinz Tschollado und schiunampo am Ufer Grechte den Antrag cin Die Generalversammlung wolle Die Kranzträger widmeten dem dahingeschiedenen Genossen nach der des Tatung. beschließen. über das bcobachtete Verfahren seite des Reihe noch herzliche Abschiedsworte und gelobten am offenen Vorstand und Aufsichtsrethes ihre Mißbilligung auszusprechen." Grabe, der Sache des Proletariats zu dienen toie er gethan. In Der Arcg wurde mit 2286 regen 894 Stimmen abgelehnt. Robert Schenk hat die Partei der hiesigen Gegend ihren muthAn de: Debatte über diesen Gegenstand hatte sich eine große vollsten Vorkämpfer, einen redegewandten Genossen verloren, der Anzahl Redner betheiligt, die zumeist den Standpunkt ver- afopferungswillig bis zur Selbstverleugnung jeden Augenblick traten, daß cine Aftiengesellschaft zunächst eine Erwerbsgesellschaft bereit war, in die Bresche zu treten. Die Genossen von Beulensei, die mit den ihr anvertrauten Kapitalien geschäftlich richtig roda werden mit vereinten Kräften dahin streben, daß diese wirthschaften müsse. Nachdem sich die Wogen der Erregung Lücke, die der Tod in unseren Reihen gerissen, wieder ausgefüüt gelegt, wurden die übrigen Gegenstände der Tagesordnur glatt werde erledigt. Die Vertheilung eince Dividende von 10 pCt. wurde genehmigt." Nach einer Meldung der Londoner Morgenblätter aus Tientsin von gestern verlautet dort, daß die Mohamedancr der nördlichen Mandschurei sich im Aufstand befinden. Aus Yokohama wird gemeldet, daß die Japaner 15 000 chinesische Truppen in der Nähe von Haitcheng angegriffen und nach heftiger Gegenwehr in die Flucht geschlagen haben. Auf beiden Seiten waren große Verluste zu verzeichnen. Parlamentarisajes. ver** Die Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Herr Amtsrichter Dr. Becker ist also Aktionär der WaldArbeitstheilung zwischen Reichstag und Landtag. Das schlößchen- Brauerei. Dics festgestellt, wollen wir uur noch für Halle" war am 28. September wegen Beleidigung eines Genosse Ilge, der frühere Redakteur des„ Volksblatt Zusammentagen wird fortan doppelt läftig sein, weil Ab- erwähnen, daß es Herr Dr. Becker war, welcher unseren Geistlichen aus§§ 185 und 186 zu einer Woche Gefängniß verGradnauer lehthin geordnetenhaus und Reichstag doppelt so weit von Genossen Monate zu zehn Das Berufungsgericht hob am Freitag das einander entfernt find, als bisher, die Verbindung zwischen beiden urtheilte und dessen sofortige Lerhaftung anordnete. Die zmeite mit der Pferdebahn aber viel ungünstiger ist. Es wird unbedingt Instanz hat darauf die Strafe auf die Hälfte herabgesetzt und Urtheil auf, sprach den Angeklagten von der Anklage der nothwendig sein, daß beide Häuser mehr als bisher auf einander Gradnauer sofort auf freien Fuß gesetzt. Derselbe Amtsrichter Beleidigung nach§ 186 frei, erkannte ihn jedoch der BeRücksicht nehmen und sich über ihre Tagesordnung und Sigungs- Dr. Becker hat auch den Redakteur unseres Dresdener Partei- leidigung aus§ 185 schuldig und verurtheilte ihn zu 50 Mark Geldstrafe. zeit möglichst verständigen. Bisher pflegte das Abgeordnetenhaus organs, Heimann, wegen Veröffentlichung eines Aufrufes für den Eine öffentliche Frauenversammlung in um 11 Uhr zu beginnen und um 4 Uhr zu schließen, während Boytott, megen angeblichen groben Unfugs zu 3 Monaten Der Reichstag um 1( auch 2) Uhr begann und um 5 oder 6 Uhr Haft verurtheilt. Die Berdoppelung der Marimalstrafe für das Dortmund wurde von der dortigen Polizei auf grund des schloß. Dieser Tage hieß es, das Abgeordnetenhaus wolle fortan grobe ünfugsvergehen, gelang Herrn Dr. Becker dadurch, daß er des Vereinsgesches verboten. Dieser Paragraph bestimmt, von 10 Uhr bis etiva 2 Uhr tagen, während der Reichstag bei den Aufruf in jeder einzelnen Nummer des Blattes als daß Frauen politischen Vereinen nicht angehören dürfen! seiner alten Uebung bleiben wolle. Dadurch würde allerdings eine besondere Strasthat ansah. Von anderen Rechtssprüchen Wie kann man mit Berufung darauf eine öffentliche Versammdie Zeit der gleichzeitigen Zagung etwas abgekürzt, der des Herrn Becker gegen unsere Genossen wollen wir hier absehen Frauen Bildungsvereins hat, wie unser Dortmunder Parteilung verbieten. Der Zweck der Versammlung, Gründung eines Arbeitstag die mit Mandaten für den Reichstag und für und nur konstatiren, daß die Neigung zur Anwendung des zudas Abgeordnetenhaus versehenen Volksvertreter, vor allem auch läffigen höchsten Strafmaßes überall zu Tage tritt. Die That- organ mittheilt, durch das Verbot nicht vereitelt werden können. Wie sich die Polizei beliebt ma cht. die der Berichterstatter dafür aber verlängert werden. Freunde des wegen Beleidigung zu einem Jahr Gefängniß verurtheilten und jetzt in Haft befindlichen Verbandsvorsitzenden der fächsischen Bergarbeiter, Sachse in Planik, hatten für dessen Familie ohne polizeiliche Gilaubniß eine Sammlung veranstaltet. Sie sind deshalb neuerdings zu Geldstrafen bis zu je 60 M. ver urtheilt worden. Am Sonnabend, den 29. Dezember, Abends Was schert mich Weib, was schert mich Das gleiche Recht für Alle wie es in Preußen 9 Uhr, findet im Saale von May Lerche, Rundtheil, eine Laßt sie betteln geh'n, wenn sie hungrig sind". es lebt öffentliche Versammlung statt, in welcher der Reichs- Deutschland gehandhabt wird, erfährt eine neue, recht sich doch herrlich in Sachsen. tags- Abgeordnete Robert Schmidt über das Thema:" 3u Stadtraths. In Köln existirt ein städtisches Etablissement, die entschieden, daß eine Tellersammlung in Bersammlungen nicht drastische Beleuchtung durch einen Beschluß des Kölner - Die Frankfurter Straffammer hat als Berufungsinstanz Es ist Pflicht" eines jeden Arbeiters und Genossen, in dieser Versammlung zu er- Gürzenich säle". Die wiederholten Ersuchen politischer gegen die Verordnung von 1877, betreffend öffentliche Kollette, politischen 2age" referiren wird. und gewerkschaftlicher Arbeiterorganisationen, die Säle eventuell verstoße. Das Schöffengericht hatte den Veranstalter einer Teller: Die Vertrauensperson. gegen Entgelt zur Verfügung gestellt zu erhalten, sind seitens der fammlung in einer Parteiversammlung zu 10 M. Strafe vers Stadtväter noch stets abgelehnt worden. In der letzten Sitzung urtheilt. Die Berufungskammer stimmte mit dem Vertheidiger, baben diefelben Herren aber nicht nur beschlossen, die Säle für Rechtsanwalt Dr. Neukirch, darin überein, daß zwischen dieser zwei Tage der Karnevalsgesellschaft zur freien Be- Tellersammlung und einer öffentlichen Hauskollekte, die einer Ernuzung zu überlassen, sondern bewilligten dieser Gesellschaft zu laubniß bedarf, doch ein Unterschied bestehe, da nicht jede öffentihren hochwichtigen Zwecken auch noch 1500 W. liche Sammlung unter dieses Verbot fällt. Die Hauskollekte wendet sich an einen unbestimmten Kreis von Gebern, während die Tellersammlung im Zimmer von vornherein nur den beschränkten Kreis der Anwesenden im Auge hat. Darteinachrichten. fache aber, daß ein Aktionär der Waldschlößchenbrauerei in Sachen des über diesen Unternehmen verhängten Boykotts als Richter zu Gericht saß und Recht sprach, erscheint uns doch zu interessant, als daß wir demselben nicht die weiteste Verbreitung Friedrichshagen. Arbeiter! Parteigenossen! wünschen müßten. scheinen. Der Provinzial- Parteitag für das östliche Westfalen und die beiden Lippe findet Sonntag, den 6. Januar 1895 in Bielefeld statt. Kind Der Parteitag der polnischen Sozialdemo fraten innerhalb des Deutschen Reiches findet heute am 25. De Gemeinderathswahlen. Bei der Gemeinderaths. zember und morgen am 26. Dezember d. J. in Breslau statt. Aus der Tagesordnung geht hervor, daß auch die polnischen wahl in Gotta fiegten in der Klasse der Unangeseffenen mit Baiteigenossen ihre Aufgabe mit großem Gifer und Opferwillig- großer Mehrheit( 382 gegen 116 Stimmen) die sozialdemo- der Anwesenden im Auge hat. Auch in Heinrichsort siegten die feit zu erfüllen suchen. Es sollen nun wieder neue Mittel und fratischen Kandidaten. Wege geschaffen werden, um die Aufklärung unter die polnisch- Sozialdemokratischen Kandidaten in der Klasse der Unangesessenen sprechenden Arbeiter zu bringen. Ueber die Verhandlungen des mit beträchtlicher Mehrheit. Bei der Wahl der Ansässigen, an der sich unsere Partei nicht betheiligte, herrschte die größte ZerParteitages werden wir eingehenden Bericht bringen. fahrenheit. Die 28 abgegebenen Stimmzettel vertheilten sich auf nicht weniger als 16 Namen. In Altendorf b. Chemnit fiegten unsere Genossen sowohl in der Klasse der Unansässigen, Jn Niederwürschnih als auch in der der Ansässigen. im Erzgebirge gelangte ein Arbeiterkandidat zum Siege. " * Parteipreffe. Das in slovenischer Sprache erscheinende Blatt Delavec"(" Der Arbeiter") mußte von Agram nach Wien verlegt werden, wo das Blatt von nun an unter Redaktion des Genossen Rochus Drofenik erscheint. Die Redaktion, Administration und Expedition befindet sich Wien, V. Reinprechtsdorferstraße Nr. 18, 2. Stock, Thür Nr. 25. Bei der Bürgerausschuß- Wahl in Göppingen( Württemberg) wurde ein Sozialdemokrat von seiten der Boltspartei gewählt, da der dortige Sozialdemokratische Verein beschlossen hat, nicht in die Wahl einzutreten. Die Bürger haben, wie es scheint, eingesehen, daß in jeden Karpfenteich ein Hecht nothwendig ist. Gegen die Umstürzler" richtet sich bekanntlich die Mehnert'sche Petition, mit der er in ganz Sachsen haufiren gegangen ist. Auf welche Weise die Unterschriften zusammen gekommen, geht aus einem Widerruf hervor, den eine Anzahl Geschäftsleute in Silbersdorf bei Chemniß an den Reichstag haben abgehen lassen. Derselbe hat folgenden Wortlaut: Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Paris, 24. Dezember. Die Kammer genehmigte mit 457 gegen 55 Stimmen das Budgetprovisorium von zwei Zwölfteln. Der Kriegsminister verlas den Gesezentwurf betreffend den Berrath; derselbe wurde dem Heeresausschusse überwiesen. Jaurès( Sozialist) brachte einen Antrag auf Abschaffung der Todesstraße aus dem Militärstrafgesetzbuch ein, da dieselbe nur an gen inen Soldaten vollstreckt werde. Jm Senate brachte Morellet( Republikaner) einen Antrag ein, wonach das Verbrechen des Verraths niemals als ein politisches behandelt werden soll. Jm Von der Agitation. Auf Veranlassung der Agitations. tommiffion für Rheinland- Westfalen unternimmt gegen wärtig die Genoffin Johanna Löwenherz aus Neuwie eine längere Agitationstour durch Westfalen, die ihre Paris, 24. Dezember. Deputirtentammer. Wirkung gewiß nicht verfehlen wird. Am Dienstag, den 11., sprach unsere Genossin in Annen vor einer infolge später Beweiteren Verlaufe der Sigung behauptet Jaurès( Sozialist) trotz fanntmachung leider nur mäßig besuchten Versammlung über das der Bemerkungen des Präsidenten und des Widerspruches des Thema:" Die Frau und die Sozialdemokratie." Am Donnerstag, Zentrums, daß das Gesetz die Verurtheilung des Hauptmanns den 13., fand eine auch von Frauen gut besuchte Versammlung Dreyfus zum Tode zulasse und verlangt die Dringlichkeit für Der Ministerpräsident Dupuy beantragte die in Dorstfeld statt mit der Tagesordnung: Die Sünden des seinen Antrag. Vorfrage, er beschuldigte die Internationalisten: diese suchten die Kapitalismus." Die Referentin zählte in ihrem gut durchdachten Vortrage all' die Sünden des Kapitalismus auf und fam An den hohen Deutschen Reichstag zu Berlin. Wir Unter- Hierarchie im Heere anzugreifen, und stellte die Vertrauensfrage. zu dem Schlusse, daß das Maß des Kapitalismus voll sei, das zeichnete erlaubeu uns ganz ergebenst, unsere Namensunterschrift, Hierauf bemerkte Jaurès, es sei vermessen, von Internationalis= tapitalistische System die Todesstrafe verdient habe. Nur der welche wir auf der Petitionsliste, welche vom Dresdener konser mus zu ſpechen, nachdem die Regierung am Sonnabend eine GesellSozialismus sei im stande, der Menschheit das ersehnte Glück vativen Verein herausgegeben worden ist gegen die Sozialdemo- schaft tosmopolitischer Ausbeuter gegen die Rundgebung der Kammer und die angestrebte Freiheit zu bringen, sowie die Frau aus der fratie, wieder zurückzuziehen. Wir haben beim Unterzeichnen nicht zu schützen gesucht habe.( Großer Lärm.) Der Arbeitsminister Sklaverei zu befreien. Am Sonnabend, den 16., tagte eine gut- gewußt, daß es sich um Ausnahmegesetze gegen eine Klasse uns Barthon rief:" Sie lügen!" Lebhafte Zwischenrufe. Barthon besuchte Versammlung in Hombruch, in welcher die Referentin gleichberechtigter Mitbürger handelt, sind auch nicht über den Zweck und Rouanet werden zur Ordnung gerufen.) Jaurès erwidert: über die Förderung der Arbeiterinteressen unter wiederholtem aufgeklärt worden, haben aber den wahren Sachverhalt erst jezt Das Lügen ist nicht auf unserer Seite, sondern bei der Relauten Beifall der Anwesenden referirte. Das Leitmotiv der erfahren. Wären wir früher genügend aufgeklärt worden, so gierung, welche sich auf den Patriotismus herausspielt." Der beantragt, die zeitliche Aus Rede war: Die Arbeiterklasse muß sich selbst befreien durch hätten wir uns niemals zu einer Unterschrift herbeilassen tönnen. Kammerpräsident Brison Organisation und richtige Anwendung des Stimmzettels. Diese Liste gegen die Sozialdemokratie ist nur geeignet, eine ganze schließung gegen Jauers auszusprechen; die Ausschließung Die fapitalistischen Parteien können ernstlich nichts thun, Anzahl Geschäftsleute, welche ebenso wie wir unterzeichnet haben, gegen Jaurès auszusprechen; die Ausschließung wird Mehrheit beschlossen und zur Hebung der Lage des Arbeiters, weil sie das be- ohne gewußt zu haben, um was es sich handelt, schwer zu schä- großer Jaurės verläßt den stehende System aufrecht erhalten wollen. Für eine Sozial- digen, und wäre es jedenfalls besser, derartige Petitionen unter- Saal.( Heftiger Lärm auf der äußersten Linken!) Der reform wären sie nur insoweit zu haben, als sie den blieben in Zukunft, da sie nur Haß und Unfrieden unter die Be- Präsident hebt die Sigung auf.) Nach 5 Minuten wird die Rapitaliston nichts tofte und geeignet erscheine, die Arbeiterklasse völkerung Deutschlands fäen. Es zeichnen mit aller Hochachtung Sigung wieder aufgenommen und unter lebhafter Bewegung mit und in( Folgen die Unterschriften.)- Die letzteren Worte des Wider- 437 gegen 85 Stimmen Uebergang zur Tagesordnung beschlossen. einzulullen. Am Sonntag fanden in Marten Lütgendortmund zwei geradezu imposante Bersamm rufs dürften für das Wehnert'sche Machwerk die richtige Gauthier zieht seine Interpellation betreffend die Angelegenheit Dreyfus zurück, beantragt aber die Dringlichkeit für die Vorlage lungen statt mit der Tagesordnung: Die Sünden des Kapitalis- Bezeichnung getroffen haben. des Kriegsministers. Der letztere schließt sich dem Antrag mus". Die Stimmung der Anwesenden war eine ausgezeichnete, Was geht vor? Zu dieser Frage veranlassen uns nach Gauthier an. Millrand( Sozialist) sucht nachzuweisen, daß der Eindruck der vortrefflichen Rede war ersichtlich ein wirkungsvoller. In allen Versammlungen fand einstimmig eine Re- stehende Bemerkungen, welche wir am Schlusse eines Artikels im Dreyfus mit dem Tode bestraft werden könnte. Die Dringlichkeit solution Annahme, in welcher die Anwesenden gegen die An-" Der Handschuhmacher" finden, welcher vom Genossen Karl für die Vorlage des Kriegsministers wird mit 542 gegen 3 Stimmen In Sperta in der Nr. 149 des genannten Gewerkschaftsblattes ver- langenommen und darauf die Sigung geschlossen. nahme der sogenannten Umfturzvorlage protestirten. " Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen. mit 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 300. sendet uns folgendes Protokoll zur Veröffentlichung: Dienstag, den 25. Dezember 1894. Die Boykottkommission Verhandelt Berlin, am Montag, den 24. Dezember 1894. W., Karlsbad 33, Nachmittags 5 Uhr. Bei dem Unterzeichneten Dr. jur. Rich. Freund, Vorsitzender des Zentralvereins für Arbeitsnachweis, erschienen: a) als Bevollmächtigter des Vereins der Brauereien Berlins und der Umgegend Herr Generaldirektor Richard Rösicke, 11. Jahrg. b) als Bevollmächtigter der Vertreter der bei dem Berliner Bierboykott interessirten Partei, Gewerkschafts- und sonstigen Arbeiterorganisationen Herr Paul Singer. Herr Paul Singer erklärt: I. Der Arbeitsnachweis, dessen Bestimmungen im beiliegenden Statut enthalten find, wird am 1. Januar 1895 eingeführt. „ Nachdem der Verein der Brauereien Berlins und der Umgegend beschlossen hat, einen Arbeitsnachweis, dessen Bestimmungen in dem beiliegenden Statut enthalten find, einzurichten, hat die aus Vertretern der bei dem Berliner Bierboykott interessirten Partei, Gewerkschafts- und sonstigen Arbeiterorganisationen bestehende Konferenz beschlossen, den zwischen Weihnachten und Neujahr einzuberufenden Volksversammlungen die Aufhebung des Bierboykotts zu empfehlen, wenn der Verein der Brauereien Berlins und der Umgegend vorher folgende Zusicherung giebt: V. Die Vereinsbrauereien erklären sich bereit, unter ausdrücklicher Wahrung ihrer völligen Freiheit bezüglich der Entlassung von Arbeitern, mit Rücksicht auf die lange II. Diejenigen Arbeitnehmer, welche in Ausführung eines vom Verein gefaßten Arbeitslosigkeit der unter II bezeichneten Personen bei der im nächsten Frühjahr aus Beschlusses am 15. bezw. 16. Mai cr. zur Entlassung gekommen sind, und noch keine Arbeit Anlaß der Einstellung der Mälzerei bevorstehenden Entlassung einer größeren Anzahl von gefunden haben, werden in die Listen des Arbeitsnachweises mit einem Vorzug vor den Brauergesellen nicht in erster Linie die unter II genannten Personen auszustellen. übrigen Arbeitnehmern eingeschrieben. VI. Der Verein erklärt sich bereit, dahin zu wirken, daß bezüglich der Arbeitszeit und des Arbeitslohnes diejenigen Bestimmungen plaßgreifen, welche vor dem 16. Mai dieses Jahres in den Vereinsbetrieben in Kraft waren, wenn solche seitdem zu ungunsten der Arbeitnehmer abgeändert sein sollten. VII. Der Verein erklärt sich bereit, dahin zu wirken, daß die seit dem 1. Mai dieses Jahres außer Arbeit befindlichen Böttchergesellen bei eintretendem Bedarf nach Möglichkeit berücksichtigt werden. Gegen die Betheiligung der Böttchergesellen beim Arbeitsnachweis gemäß seinem Statut sowie die Theilnahme derselben bei der erstmaligen Wahl für das Kuratorium stehen Bedenken nicht entgegen." III. Den 33 Arbeitern, welche bei den letzten Verhandlungen mit der Boykotttommission von den Vertretern des Vereins namentlich bezeichnet worden sind, wird die Benutzung des Arbeitsnachweises zugestanden, jedoch mit der Maßgabe, daß diese Arbeit nehmer nicht in dieselben Brauereien, in welchen sie vor dem 16. Mai cr. beschäftigt waren, eingestellt werden. IV. Die unter II. bezeichneten Arbeitnehmer werden, obgleich sie sich außer Stellung befinden, ausnahmsweise bei der erstmaligen Wahl für das Kuratorium betheiligt. In Zukunft gelten hierfür die Bestimmungen des Statuts. Herr Richard Rösicke erklärte: Der Verein der Brauereien Berlins und der Umgegend ist mit den vorerwähnten unter I bis VII aufgeführten Punkten einverstanden und sichert die Erfüllung derselben zu, sofern spätestens bis zum 1. Januar 1895 von den zu diesem Zweck einzuberufenden Volksversammlungen die Aufhebung des Boykotts beschlossen ist." Dieses Protokoll ist zweifach ausgefertigt und die eine Ausfertigung Herrn Generaldirektor Richard Rösicke, die andere Herrn Paul Singer übergeben worden. Verhandelt wie oben. Vorgelesen genehmigt unterschrieben. Gez.: Richard Rösicke. Paul Singer. Gez. Dr. Freund. Indem wir vorstehendes Protokoll zur Kenntniß der Parteigenossen und der bei dem Bierboykott betheiligten Arbeiterschaft bringen, theilen wir zugleich mit, daß den zwischen Weihnachten und Neujahr von uns einzuberufenden Volksversammlungen der Antrag auf Aufhebung des Bierboykotts von einer größeren Anzahl bekannter Parteigenossen zur Beschlußfassung unterbreitet werden wird. Berlin, den 24. Dezember 1894. Boykottfreies Bier liefern: Brauerei Carlsberg, lottenburg. Friedrich Neichentron, CharBrauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berlin. Brauerei Pichelsdorf, Direktor Hoffmann. Münchener Brauhaus, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Süddeutsche Brauerei, Karl Ring u. Ro., Berlin. Brauerei Müggelschlößchen, Friedrichshagen. Nordstern- Brauerei, Berlin. Rathenower Exportbrauerei Niederlage. Inh. Max Dennhardt, N.W., Hannoverschestr. 18a. Tel. III. 8178. Schloßbrauerei, Fürstenwalde. Niederlage bei Franz Heiser, N., Liesenstr. 5. Bürgerliches Brauhaus( in Firma Müller), Frank furt a. D. Niederlage Greifswalderstr. 228. Phönir- Brauerei, C. Radon, Lichterfelde. Brauerei Jagdschlößchen, Eberswalde. Niederlage Edm. Renter, Swinemünderstr. 45. Brauerei Tivoli, Strausberg. Niederlage Brauerei Louisenstadt, Alte Jakobstraße 9. Louisen- Brauerei, Bellermannstr. 71a/ 72. Brauerei Königs Wusterhausen, Niederlage Reichenbergerstraße 33. Brauerei Danz, Freienwalde a. D. Vertreter: W. Marten, N., Gartenstr. 152. Bürgerliches Brauhaus, Luckenwalde. Niederlage Gust. Spiekermann, Krautstr. 48, Tel. VII, 1487. Export- Brauerei Grabow a./D. bei Stettin. Niederlage Marthen, Bellermannstr. 6. Brauhaus Hohen- Schönhausen bei Berlin. Die Boykottkommission: Gumpel. Hilpert. Mattutat. Millarg. Singer. " " " " Bergleute segeln, und kein Wunder, daß ihre Fahrt keine unter vielen Schmerzen geborenen Gewerkverein christbequeme ist. Vier Generalversammlungen hat der Verband licher Bergleute". Genosse Wächter hat dieser Prachtdeutscher Berg- und Hüttenleute" seit 1891 schon gehalten, schöpfung gegenüber gleich zu Anfang das richtige Wort die letzte in Bochum August dieses Jahres. Unter dem gefunden; er hat die Bergleute gefragt, ob sich die ausDruck der Unternehmer ist seine Mitgliederzahl nicht mehr so beutenden Kapitalisten und Zechenbesitzer danach scheiden, groß, als anfangs, wo die Erinnerungen an den Riesen- ob sie christlich" sind oder nicht. Bekanntlich scheeren sich streit von 1889 noch wirkten, wo die Unternehmer durch die Unternehmerverbände darum den Teufel, und ihr Wahlden Ausbruch der Massenempörung noch eingeschüchtert spruch ist einzig: Gegen die Arbeiter". Daß dies eine waren. Er besitzt zwar eine schuldenfreie Druckerei in Gelsen- immer größere Anzahl Bergleute begreifen lernt, das muß kirchen, welche die Deutsche Berg- und Hüttenarbeiter die Hauptforge des Weihnachtskongresses in Essen sein. Zeitung" in 10 000 Exemplaren herstellt. Aber die Ver- Es ist deshalb gut, daß der Verband die Verbandsarbeiten selbst können von den Beamten nur unter sammlung gemeinsam mit anderen Richtungen berief, es den äußersten Anstrengungen geleistet werden. Den ist gut, daß er Jedem Einlaß gewährt, der ehrlich die 20 000 M. Einnahmen des letzten Jahres stehen größere Aus- Förderung der Bergarbeiter- Juteressen auf gewerkschaftgaben gegenüber, an dem Konsumverein der rheinisch- westlichem Boden will, und es wird eine harte Probe für den fälischen Bergleute verlor der Verband 16 000 W. und sog. christlichen" Gewerkverein sein, ob er sich zur Theildie Vorkommnisse dieser Lehrjahre werden von den Gegnern nahme ermannen will oder nicht. Am 17. Juli schrieb die in der verlogensten Weise ausgenugt. Was die national katholische Kölnische Volkszeitung" noch mit bezug auf liberale und klerikale Presse am Rhein und in Westfalen den Weihnachtskongreß:„ Auf diese Weise ist wieder einmal schon an Verdrehungen und Entstellungen der jungen, allen Bergarbeiter- Bertretungen des Ruhr- Reviers Gelegen tampfesfrohen Organisation gegenüber geleistet, übersteigt heit geboten, ihren jeweiligen Standpunkt in der Bergs alle Begriffe. Der Verband aber wird auch diese Kämpfe arbeiterfrage zur Geltung zu bringen." Aber schon am überstehen und weiter lernen. 23. Juli hatte die Unduldsamkeit des evangelischen Unter diesen Umständen soll der Weihnachtskongreß der Bruders im gemeinsamen christlichen" Gewerkverein deutschen Bergleute in Essen wieder einmal die Möglichkeit abgefaßt und es hieß jetzt, daß für die„ christs geben, daß alle von Herzen reden können, die sich aus vereins- lichen" Bergarbeiter die Betheiligung vollständig zweckgesetzlichen oder privatwirthschaftlichen Gründen nicht der all- los" sei. Nun, die„ chriftlichen" Brüder mögen sich drehen und gemeinen deutschen oder einer Einzelorganisation anschließen wenden, wie sie wollen; der Weihnachtskongreß der klassenkönnen. Er soll das gemeinsame Denken und Fühlen wieder auf- bewußten Bergarbeiter wird die Abwesenheit der„ chriftfrischen und verjüngen. Die erste Anregung kam sogar von den lichen" richtig und deutlich für alle Welt auslegen, und er älteren Lokalvereinen in Westfalen, von den sog. Knappen- wird auch etwaige auwesende Vertreter der christlichen" Grünauer Exportbier- Brauerei, H. Siemens u. Co., vereinen, im Juli d. J. aus Witten a. d. Ruhr. Die modern zu offenen Erklärungen veranlassen. Dazu dürfte aber Grünau, Provinz Brandenburg. organisirten Bergarbeiter stimmten freudig zu. Es bildete eines sehr nüßlich sein, was wir heute vorschlagen möchten. sich ein Ausschuß, der außerhalb des Verbandes stand. Als Der Gewerkverein christlicher Bergleute" hat bekanntlich Ende Juli in Witten 95 Vertreter von 48 Knappenvereinen bereits in der kurzen Zeit seines Bestehens eine bezeichnende Zum Weihnachtskongreß der der alten Art Sonderbestrebungen in die Vorbereitungen Wandlung hinter sich. In dem am 8. Juli d. I. erlassenen hereinbringen wollten, wurde der Angriff auf den Verband ersten Aufruf der christlichen" Bergleute war in sehr deutschen Berglente. abgeschlagen und es blieb bei einem, allen Richtungen ge- scharfen Ausdrücken von der" Lohndrückerei", davon, Am 26. Dezember findet in Essen a. N. zum ersten meinsamen Kongresse. Ende Oktober hielt der Kongreß- daß sich die Arbeiter, blindlings mit den jeweiligen, Mal wieder seit 1890 ein deutscher Bergarbeiter Kongreß ausschuß eine Sigung ab, ohne daß die ,, Rh.- Westf.- 3tg." zu Lohnverhältnissen einverstanden erklären müßten, von statt. Gift und Galle ist seitens der Zechenbesizer, ihrer ihrem großen Leidwesen hätte horchen können, und alsbald der achtstündigen Schicht", ja schließlich von einer Organis Preßorgane und der ihnen nahestehenden Parteien schon auf erschien der Aufruf. Unter Hinweis auf die Aufgaben, welche sation die Rede, welche bei größeren allgemeinen biese Arbeiterveranstaltung gespien worden. Unter unsäglichen der letzte Berliner internationale Bergarbeiterkongreß der Be- Streitigkeiten ein forrettes geschlossenes Schwierigkeiten haben die Vorbereitungen zu der Versammlung wegung gestellt, hieß es da:" Parteihader und Vorgehen durchzusehen" habe. Bereits in dem stattgefunden. Es hat alles nichts genügt; die Verhandlungen religiöse 3wistigkeiten waren bisher die Ursachen, Statutenentwurf der" chriftlichen" Essener Versammlung vom werden vor sich gehen, und Delegirte nicht blos aus Rhein- daß die deutsche Bergarbeiterschaft noch nicht dazu gekommen 26. August waren diese Schärfen gründlich land Westfalen, sondern vor allem auch aus Sachsen und ist, sich betreffs ihrer Forderungen, sowie über die Mittel ausgetilgt und durch lahme Redewendungen, wie Schlesien werden die dortigen Bergleute vertreten. So weit und Wege, wie dieselben erlangt werden können, zu einigen." gerechter Lohn"," Einschränkung der Schichtdauer, soweit reicht die Macht der Zechenbesizer doch nicht mehr, daß sie Nach der internationalen Verständigung gelte es auch die solches zum Schutze von Gesundheit und Leben geboten ist" solche Aussprachen verhindern könnten. nationalen Vereinigungen immer mehr zu stärken". Des- u. f. w. ersetzt. Auf der christlichen" Essener Versammlung Mit Absicht ist die Veranstaltung dieses zweiten natio: halb ist der Weihnachtskongreß der deutschen Bergleute vom 28. Oftober aber wurde bei der Konstituirung des nalen Kongresses nicht von der gewerkschaftlichen Organi- einberufen. Die Schutzgesetze und Kontrollmaßregeln, frommen Gewerkvereins auch noch ein recht frommer sation der deutschen Bergleute, vom Verband deutscher die auf seiner Tagesordnung stehen, werden sicher 3 usah in die Statuten eingeschmuggelt: die Berg- und Hüttenleute" ausschließlich in die Hand genommen einmüthig von den Delegirten verlangt werden. Auch die Organisation foll soll nach§ 2 §2 jetzt dienen#zur Vorschläge der schlesischen Kameraden wegen der Agitation in Anbahnung und Erhaltung einer friedDieser Verband wurde allerdings auf dem Vorgänger polnischer Sprache sind der Annahme sicher. Was aber den lich en Uebereinkunft zwischen Arbeits des jetzigen Bergarbeitertages, auf demjenigen in Halle, Brennpunkt der Verhandlungen abgeben wird, das ist der gebern und Arbeitnehmern." So auf den Hund ist vor vier Jahren, geboren. Aber er hat einen schweren Stand in vierte Punkt, die Vereinigungsfrage denn sie der christliche" Gewerkverein bereits gekommen, und die den deutschen Bergrevieren. Auf der einen Seite die verelendete, ist die umstrittenste und schwerwiegendste von allen. Rhein. Westf. 3tg." als Unternehmerorgan hat sich in ihren vielfach noch in den alten Knappenvorurtheilen steckende Die Vereinigungsfrage als Verhandlungspunkt des Nummern vom 15. und 28. August wiederholt gerühmt, und Vergnügungstlimbim treibende Bergmannsmasse, die nationalen Weihnachtskongresses deutscher Bergleute in daß durch ihren, d. h. der Unternehmer Einfluß diese durch den künstlichen Import zurückgebliebener, polnischer Essen ist ein Paroli gegen mächtige Sonderbestrebungen, Wandlungen vor sich gegangen seien. Die beste Antwort auf Elemente möglichst gelähmt wird; auf der anderen Seite die neuestens die bergmännische Bevölkerung in Rheinland- diese elende Haltung der„ chriftlichen" Bergleute und zugleich die beispiellose Brutalität der Rechenbefizer, die jeden Westfalen zu zersplittern suchen und von denen unsere die größte Blamage derselben würde deshalb darin bestehen, Organisator, jeden Redner, jedes Verbandsmitglied auf die Leser aus unserer fortlaufenden Berichterstattung schon wenn jezt der nationale Weihnachts= Prostriptionsliste sehen und ihn von Ort zu Ort bezen wissen gegen die Herrschaft der vereinigten Pfaffen ton greß der tlassen bewußten deutschen zwischen diesen Klippen muß die Organisation der deutschen über die Bergarbeiter, gegen den seit dem 28. Oktober ds. Bergleute einfach das„ Streifprogramm" 3 worden. --" " " " Ser christlichen" vom 12. Juli wörtlich es durch diese Aeußerungen moderner Staatsraison geschieht!| letzten Sonnabend den rückständigen Lohn auszahlen zu wollen, wieder aufnahme und durch ausdrückliche Daß dies geschehe, ist unser Weihnachtswunsch, von denen wir fie möchten nur ruhig weiter arbeiten. Um ihr fauerverdientes 3ustimmung zu demselben den Berglenten sicher sind, daß er in Erfüllung geht. Geld nicht zu verlieren, kamen sie den Anregungen des Herrn So möge der bevorstehende Weihnachtskongreß der deutschen Bergleute hell hineinleuchten mit der Fackel der Wahrheit in die dunklen Winkel der schwarzen Diamantengegenden und dadurch wieder ein Stück beitragen zur Aufflärung großer Volksmassen, die sich heute vielfach noch auf einem tieferen geistigen Niveau befinden, als die Hirten von Bethlehem, durch die Schuld ihrer Ausbeuter. Der neue Stern der ihnen Erlösung verheißt, ist das Klassen bewußtsein. Achtung! Matinee! Die für heute in Keller's Festsälen, Roppenstraße, anberaumte Matinee des Gesang vereins Gerstenähre" muß Umstände halber bis auf einen der nächsten Sonntage verschoben werden. Billets behalten ihre Giltigkeit. Näheres durch Inserat. " werden zeigte, wer ihre Interessen standhaft und Und was das schöne Kanzelwort betrifft, so rührt es uns nach. Der Sonnabend Abend rückt heran, wer sich aber nicht furchtlos vertritt. Eine größere Blamage für den zwar nicht, wenn es im heutigen Staat verkündet wird, aber sehen läßt, ist der Herr Arbeitgeber. Es wird 9, es wird auch christlichen Gewerkverein" in den Augen der Arbeiter kann dennoch denken wir es nach diesen Tagen schweren Kampfes der 10 Uhr. Der Herr bleibt verschwunden. Da machen sich die Erfüllung näher zu bringen. Leute auf die Suche. Alle feine Stammkneipen es faum geben. Wir nehmen es ernst mit unserer Parole und lullen uns abgesucht und endlich trifft man ihn, in einer Kneipe nicht mit schönen Worten ein. Und darum rufen wir: fihend und Pfennigstat spielend! Bescheiden nähern sie Kein Friede auf Erden, solange nicht Freiheit und sich ihrem Arbeitgeber, um ihre Forderung zu stipuliren. Woh I stand für Alle auf Erden! Ein Warten" jedoch tönt ihnen entgegen. Still setzen sie sich Gristenz seiner Arbeiter gar feine Ahnung mehr zu haben schien, an einen Nebentisch, um ihren Herrn und Meister, der von der erst rubig ausspielen zu lassen. Es vergeht auch wirklich noch eine halbe Stunde, bis er sein Spiel beendet. Dann steht er auf, tritt an den Ladentisch, bezahlt seine Beche und verläßt das Lokal. Momentan verdugt, stehen seine Arbeiter, dann geht's Arbeitslos heimathlos! Weihnachts- Heiligabend. aber hinterher, bis man den Herrn erreicht hatte.„ Euch werde Ein einsamer Wanderer schleppt sich nur mühsam auf der start ich es beforgen, mir nachzulaufen", schnaubte dieser sie an. Auf verschneiten Landstraße vorwärts. Schnurgerade läuft der Weg die von einem der Betheiligten gethane Aeußerung:„ Wir müssen vor ihm hin; den ganzen Tag bereits dasselbe Bild, unterbrochen heute unser Geld haben", drehte er sich um und versette dem nur zuweilen durch ein armseliges Dorf oder ein einsames Chaussee- Redner eine so derbe Maulschelle, daß er zurücktaumelte. Dabei haus. Endlos scheint der Weg, ihm gleich denn endlos ist mag wohl nun der vom Schweiße seiner Arbeit( er?) zum auch für ihn der heutige Tag und die Nacht nur ein Uebergang Fettflumpen gewordene Unternehmer das Gleichgewicht verzu neuem Elend. Obdachlos ist er. D, er möchte das noch loren haben, furz und gut plöglich trudelte sich der Herr ertragen, aber auch ausgestoßen, ausgestoßen aus der im Straßenkoth. Daß man mit dem sauberen Patron beim menschlichen Gesellschaft, verachtet und wie ein Hund von der Aufheben nicht allzu fanft umging, leuchtet ein. Ein Gang zur Schwelle gejagt, die er am heiligen Abend betreten, bittend um Polizeiwache, wo die Personalien aller Betheiligten festgestellt Nachtquartier!- Das it's, was er nicht fassen fann; in solcher wurden, bildete den Schluß. Ob die Arbeiter ihr Geld erForm ist ihm die Hartherzigkeit noch nicht erschienen, und noch halten werden, ist fraglich. dazu am Weihnachtsfeste, dem Fest christlicher Liebe! Ist es denn möglich, daß ein Christenherz auch an diesem Tage fühlfeiertage Nachmittags 4 Uhr und Abends 71/2 Uhr große FestIm Zirkus Renz finden am ersten und zweiten Weihnachtslos ift?!. vorstellungen mit ganz besonders reichhaltigen und interessanten Programmen statt. *** Tokales. Vom Frieden auf Erden und vom Wohlgefallen, das den Menschen durch die Heilsbotschaft zu theil geworden, wird es heute auch in den Kirchen und Festsälen Berlins widerhallen. Gar sehr wissen die Diener des Herrn in der Stadt der Intelligenz, was ihres Amites ist und was die Heerde der Getreuen zur Festesfreude liebt. Schon kommen sie daher, gemessenen Schrittes, die wohl erprobten Christen, die Herren Geheimrath und Hof lieferant, die Herren Staatsanwalt und Lieutenant, und mit ihren p. t. Familien, wenn solche vorhanden, setzen sie sich in den Kirchenstühlen und lauschen den Worten des Predigers. Recht beschwichtigend hallt es wider von den hohen, nüchtern weißen Wänden, das Wort von der ewigen Liebe, die troh Streit und Fehde mächtig waltet. Gar mannhaft tritt der Pastor auf; auf; er streift die sozialen Gegenfäße, er streift den Kampf, der jetzt die Welt zerreißt. Aber bald ist der Gottesmann be= schwichtigt. Denn siehe, ist nicht die vornehmste Stüße der evangelischen Kirche, ist der Staat sich nicht seiner sozialreformatorischen Aufgabe, seiner Liebespflicht bewußt? Er hat unter dem Segen der Kirche aller Anjehdung zum Troß weise gesorgt für Gefeße zum Schutz der Schwachen; Staat und Kirche stehen fest auf ihrer Höhe ruhigen Gemüthes geht der Herr Geheimrath nach Hause. Es ist ein schönes Wort, das ihm noch in den Ohren klingt, das Wort vom Frieden auf Erden, das auch der Staat mit fester Hand erfülle Es ist zwar nur ein evangelisch orthodoxer Morgentraum von preußischer Nüchternheit, aber vielleicht ist doch etwas an ihm. Und uns, die wir das Wirken des Staates zwar oft aus erster Hand zu spüren bekommen, uns ziemt es wohl, gerade über seine politischen Weihnachtsfreuden ein Wort zu reden. Mögen andere schelten ob allzugroßer Lässig= feit des Staates, uns Sozialdemokraten offenbart er Zorn und Scham haben ihn im ersten Moment der Entrüstung rathlos vorwärts getrieben, jest geht er langsamer. Sein ganzes bisheriges Leben zieht an seinem geistigen Auge vor über. Was hat er denn verbrochen, daß er so schwer büßen Bedeutet Arbeitslosigkeit nicht nur Qual, sondern auch Schande für das Opfer? muß? 1 Wie bitter sind die Gedanken, die ihm dies Weihnachtsfest bescheert! Welcher Kontrast, wenn er zurückblickt auf die gleichen Tage der Kindheit, die er im Schuße des Elternhauses verlebt hat. Sie sind nun beide todt, und es beruhigt ihn fast, daß wenigstens sie sein Elend nicht mehr betrübt. amt. Prairie Life Show finden an allen 3 Weihnachtstagen je Im Zirkus Schumann, Teras Jad's Americain 2 Vorstellungen statt. Anfang der Nachmittagsvorstellung 4 Uhr, zu welcher jeder Erwachsene das Recht hat, ein Kind auf allen Blägen frei einzuführen. Anfang der Abendvorstellungen 71/2 Uhr. An die falsche Adresse hatte sich in einem Geschäft in der Leipzigerstraße ein Kriminalbeamter gewendet. Dort waren an einem Tage 16 Frauen wegen Diebstahls festgenommen, unter ihnen auch eine hochgestellte Dame. Diese begnügte sich nicht damit, ihre Unschuld zu betheuern, sondern sie hat auch gegen Langsam verrinnt Stunde um Stunde. Schleppender wird den Kriminalbeamten die Privattlage einreichen lassen. Es ist sein Gang; Hunger und Kälte thim ihre Schuldigkeit. Er denkt bekannt, daß oft Leute, welche Polizeibeamte wegen irgend nichts mehr. Mechanisch verfolgt er seinen Weg, bis die Müdig einer vermeintlichen Ungehörigkeit denunzirt hatten, zu ihrer feit Herr über ihn wird. Noch drei, vier Schritte, bis zu dem großen Ueberraschung erfahren mußten, daß nicht gegen die Busch da vor ihm, dann taumelt er hin;- endlich ist ihm wohl, Beamten, sondern gegen fie, die Denunzianten selber und nun ist auch für ihn Weihnacht. wegen der in der Denunziation angeblich begangenen Beleidigung dieser Beamten das Strafverfahren eingeleitet wurde. Weihnachtsbescheerung auf dem Einwohner- Melde- Wir erinnern nur an den fürzlich vor dem hiesigen SchöffenDie Bureauassistenten des Einwohner Meldeamts gericht abgeurtheilten Fall, in dem der prügelfreudige Weißensich allem Anscheine nach gerade zur Zeit des Festes der Liebe petitionirten am 2. Oktober d. J. an den Polizeipräsidenten um seer Gendarm die bemerkenswerthe Rolle spielte. Wir sind be am allereindringlichsten. Gehaltsaufbefferung, und richteten, als von dieser Stelle am gierig, ob die hochgestellte Dame" von derartigen Fatalitäten Hatten wir doch 1886 schon aus Frankfurt a. M. von der 22. Oktober ein sehr ablehnender Bescheid kam, am 10. November verschont bleibt. zu gleichem Zweck eine Bittschrift Weihnachtsausweisung zu berichten, die der christliche Staat über an den Minister ehrenhafte Familienväter verhängt hatte, ein Fall, der damals 74 Assistenten, die an diesem noch den Vorzug der Originalität hatte, und den die Frank- Institut beschäftigt sind, haben 70 die erſte und 69 die zweite furter Zeitung" daher kopfschüttelnd mit folgenden Worten be- Petition unterschrieben, auf die, wie bemerkt werden soll, bisftätigte: Leider find uns im Laufe des Bor- lang noch keine Antwort eingetroffen ist. Möglicherweise läßt sich aber die diesjährige Weihnachts: mittags Mittheilungen zugegangen, die teinen Zweifel darüber laffen, daß die Landespolizeibehörde auch diejenige bescheerung als eine Antwort deuten. Rücksicht, die selbst die feurigsten Befürworter strenger Maßregeln gegen die Sozialdemokratie von ihr erwartet haben mögen, die Rücksicht auf das häusliche Glück am Weihnachtsfeste nicht hat walten lassen.". zum " des Innern. Von den Als nämlich am 15. Dezember der Tag der Gnade herangerückt kam, erhielten außer den Diätaren, denen 45 M. zugedacht waren, nur die fünf Assistenten, welche die Petition nicht unterschrieben hatten, die Spende von 50 M. zugetheilt. Alle übrigen gingen leer aus! Irrthümlich ist der Kaufmann Herr Feuerhat auf die Liste der aus dem Wahlverein des 6. Wahlkreises Ausgeschlossenen gesetzt worden. Herr Feuerhak ist nicht ausgeschlossen. Nachrichten über die Berhaftung der Thäter nicht zutreffen. Zu dem Todtschlag in Plößensee wird berichtet, daß die Es ist nur einer, der 22 jährige Schiffer Robert Grpel fest= genommen worden, während die Ergreifung der übrigen, der Schiffer Otto Erpel, der 30 Jahre alt ist, Richard Erpel, 19 Jahre alt, und Franz Mäser leider bisher nicht gelungen ist. Dagegen ist ein Schlächter S. als muthmaßlicher Hehler noch verhaftet worden, der die Beute der Gebrüder Erpel aus zahl zeichen Einbrüchen in der Umgegend Berlins an sich gebracht hat. Die Ofenklappe! Vom Tode ereilt wurde am Sonntag Vormittag um 914 Uhr auf der Straße der 64 Jahre alte Arbeiter Johann Lehmann aus der Pantstr. 13. Er zog einen Handwagen und brach in derselben Straße plöglich zusammen. Ehe ein Arzt gerufen werden konnte, war der Tod schon eingetreten. Wie aus Spandau mitgetheilt wird, nimmt eine Unters fuchung, die gegen Frauen und Mädchen wegen Verbrechens gegen das feimende Leben geführt wird, bedeutende Dimensionen an. In die Angelegenheit sollen vornehmlich Arbeiterinnen einer töniglichen Fabrik verwickelt sein. Auch erstreckt sich die Untersuchung auf Frauen aus Berlin, die der Beihilfe verdächtig sind. Arbeiterrisiko. Tödtlich verlaufen ist ein Unglücksfall, der Damals hatte, wie gesagt, folch' christliches Wirken noch sich am 20. d. M. auf dem Neubau, Reichenbergerstr. 96 zutrug. Der 59jährige Arbeiter August Hätscher aus Wilhelmsberg sollte etwas Ursprüngliches an sich. Aber seitdem hat es nicht an An- Auch die Bediensteten der großen Pferdebahn Gesell- von einer etwa 3 Meter hohen Stehleiter aus einen Jalousie zeichen gefehlt, daß der christliche Staat noch mehr der Weihnachts- fchaft werden an diesem Weihnachten faum besonders freudige fasten verpugen und beugte sich soweit nach vorn, daß er mit freuden für uns hat. War es doch erst voriges Jahr, als dieser Gesichter machen. Ein findiger Kalkulator, der früher selber der Leiter umstürzte. An einer erlittenen Gehirnerschütterung Staat partout darauf bestand, daß unser franker Genoffe Stadt. Schaffner war, hat herausgefunden, daß den Leuten, die von starb er Tages darauf im Krankenhaufe am Urban, woselbst die hagen, der irgendwen beleidigt hatte, sein Verbrechen zu ein einer Stellung zur anderen übertreten, und mit dem Minimal gerichtsärztliche Deffnung der Leiche auf Anordnung der Staatspaar Tage vor Weihnacht im Gefängniß zu fühnen beginnen folle. gehalt der neuen Stellung anfangen, auch die Weihnachtsanwaltschaft stattfinden wird. Und heuer traf es sich wieder so, daß Stadthagen, der nicht von gratifitation nach demselben Prinzip verkürzt werden feinen Sünden ließ, drei Wochen vor dem Fest der Liebe kann. Natürlich ist Infolge des Selbstmordes der unverdie Direktion mit dieser Aneingeladen ehelichten Karoline Leitner in der Stralsunderstr. 5, die durch plößenseeligen Rumfutsch wurde, und, ordnung einverstanden. Indessen meinen die Beamten, Aber damit niemand sich zurückgesetzt fühle, setzte der Staat sein wenig. weit treibt, wenn man sogar die für militärische Uebungen vorstand eine umfassende Besichtigung aller Defen in den älteren allen Einwendungen zum Troß, dieser Einladung folgen mußte. daß man es mit der Verkürzung der Gratifikationen doch ein Kohlenoxydgas erstickt ist, nachdem sie die gegen die Vorschrift noch bestehende Ofenklappe geschlossen hatte, hat der Revier weihnachtliches Wirten fort und trat auch zu unserm Genoffen in Anspruch genommene Zeit abrechnet. Hat z. B. jemand, der Häusern des Reviers angeordnet, die zu einem faum glaublichen Schippel mit dem Ersuchen heran, gerade ein paar Tage vor mit zwei Jahren gratifitationsberechtigt war, in diesen zwei Grgebniß führte. Allein im Hause Stralsunderstraße 5 wurden, dem frohen Fest nach Plößensee zu marschiren. Dieser Thor Jahren eine militärische Uebung mitgemacht, so erhält er feine wie uns geschrieben wird, an 16 Defen Klappen gefunden und hatte wohl im Freundestreise gesagt, daß der Staat, der die Gratifikation, weil ausgerechnet wird, daß an den zwei Jahren im Nebenhause Nr. 6 an 12 Defen. Besizerin beider Häuſer iſt Umfturzvorlage so schön mit der Erhaltung der Familie begründet die Zeit der Uebung fehlt. Man sollte doch, anstatt den Beseit Jahren eine bekannte Attien Gesellschaft für habe, sich hüten werde, ihn gerade zur Weihnacht von seiner Familie diensteten derartig eine Hoffnung zu rauben, lieber gang mit den unit. Töpferei! Ob die Wiedereinführung der verbotenen zu reißen, aber unser guter Schippel, der gewiß auch nach dem Weihnachtsbescheerungen aufhören und die zugedachte Geldsumme Ofenklappe auf die Thonkunst der Besizerin zurückzuführen ist, Fest nicht davon gelaufen wäre, hatte sich schön getäuschter gleich im Gehalt auszahlen. das muß erst durch die Untersuchung festgestellt werden. mußte wenige Tage vor dem Tage, an welchem der christliche Heiland geboren sein soll, scheiden von Weib und Kind. Warum? Bielleicht war sein Verbrechen gar zu arg. Hatte er sich doch unterstanden, seinen zur Zeit gleichfalls frant im Gefängniß fizenden Redaktionskollegen 3a chau mit einigen fräftigen Zornes- Zur Lokalliste. Bäron, Grüner Weg 6, schänkt boykottworten zu assistiren, als dieser wegen eines Artikels, für den andere freies Bier. Aus der legten Lokalliste find irrthümlich fort Blätter frei ausgingen, zu der aufsehenerregenden Strafe von gelaffen worden: Wegen, Wollinerstr. 14, Göze, Uferstr. 14, fechs Monaten Gefängniß verurtheilt war. In einer Erflärung, Liebed, Thurmstr. 4. Dieselben schänken sämmtlich boykottdie Schippel ob dieses Falles in seinem Blatte erließ, fand ein freies Bier. tüchtiges Kollegium eine Richterbeleidigung und die mußte An einer Bierkontrollkarte, die sich neben anderen allerdings so hart, wie es die preußische Gerechtigkeit fordert, Papieren in einem verloren gegangenen Notizbuch befand, ist Aber nicht allein die ausführenden, auch die richtenden dem Verlierer viel gelegen. Es wird gebeten, den Fund im Von inem Ueberfall am Bahnhofe Halensee weiß der Organe des chriftlichen Musterstaates Preußen haben zur heurigen Lokal von Gnädig, Mauteuffelstr. 59, abzugeben. frohen Weihnacht den Sozialdemokraten gegenüber tüchtig ihre Brausewetter bleibt! Nach der Geschäftsordnung des 24 Jahre alte Maurer Karl Borchardt, der sich zuletzt in einer, Pflicht gethan. Scharf weht der Wind, wie unser Pößsch am Land- und Amtsgerichts I für das nächste Jahr wird Herr Wallstr. 4 zu Charlottenburg belegenen Herberge aufhielt, das lezten Freitag erfahren mußte. Landgerichts- Direktor Brausewetter auch im nächsten Jahr den Nachstehende zu berichten: Borchardt, der wegen schwerer Ver Wegen eines Artikels über das Beschwerderecht der Sol- Vorsiz in der zweiten Straffammer weiterführen. Was auch letzungen in der Charitee Aufnahme gefunden hat, will sich am Sonnabend Abend etwa um 9 Uhr auf dem Heimwege von daten, bei dem die thatsächlichen Angaben nicht sämmtlich be- nicht anders zu erwarten war. Halensee nach Charlottenburg befunden haben. Er sei wiesen werden konnten, erhielt er von einer Berliner Straffammer 4 Monate und wegen eines Artikels über Polizeibeamte, daß das Verfahren gegen diese Gruppe eingestellt worden ist. ihm auf Zu der Wuchersache Weyl und Genossen wird berichtet, angetrunken gewesen und habe bemerkt, wie zwei Männer die in Leipzig wegen eines Bergehens entlassen, in Chemnitz aber Alle in Haft befindlich gewesenen Personen find bereits auf freien lästigen Gesellschaft zu entziehen, habe er ein Wirthshaus bes dem Fuße gefolgt seien. Um sich der ihm wieder angestellt seien, in Wirklichkeit aber nur vorgemerkt treten; in die Gesellschaft daselbst habe er aber nicht hineinwaren, aber nicht angestellt wurden, weitere 2 Monate Ge- Fuß gesetzt worden. fängniß. Aller anständigen Gründe bar, weiß die National- gehört und daher wieder fortgehen müssen. Seine Verfolger seien So berichtet felbft unsere Gegnerin, die katholische Ger Beitung" zu guterlegt nichts anderes im Bierkrieg anzufangen, ihm nun wieder nachgegangen und am Bahnhofe über ihn her mania" vom Wirken deutscher Gerichte. als die Leute, die auf seiten der Arbeiterschaft ihre Pflicht ausgefallen. Borchardt hat in der That einen Messerstich in den Aber wir wollen nicht einseitig sein und auch von einem üben, in ganz gemeiner Weise zu verdächtigen. Man erzählt Kopf und einen etwa von einem Schlüffel herrührenden Schlag Fall melden, wo der Staat erst nach Weihnacht sein Recht sich," nach diesem Blatt, in hiesigen Arbeiterfreifen ganz offen, an die Stirn davongetragen. Die Thäter sollen entflohen sein. fordert. Es betrifft dies unsere Genoffin Palm, welche die daß Abgesandte gewisser Kommissionen oder gewisser Komitees Ob diese Darstellung zutrifft, hat sich noch nicht ermitteln lassen. zwei Monate Gefängniß, die ihr wegen eines Staatsverbrechens allmonatlich die boykottfreien Brauereien besuchen, deren Bücher zuerkannt sind, am dritten Weihnachtstage anzutreten hat. Ihr einzusehen verlangen und auf grund des festgestellten Absages Mann liegt frant im Spital und ihre Kinder müßten ins Ar- einen Beitrag von 1-1/ 2 Mart pro Tonne beanspruchen, der beitshaus, wenn nicht einige gewerbsmäßige Zerstörer der ihnen auch, aus Sorge vor den etwaigen Folgen einer Weigerung, Familie, einige Sozialdemokraten, sich ihrer annähmen. von den meisten boykottfreien Brauereien gezahlt wird. So sehen im christlichen Musterstaate Preußen einige sozial Es bedarf wohl nicht erst lange auseinander gesezt zu werden, demokratische Weihnachten aus. Man begreift, daß wir, und daß diese Geschichte nichts als ein Stück grundlosester, echt national mit uns zu unserer Genugthuung Millionen Proletarier, die, liberaler Verleumdung ist. wenn auch minder unter politischem, so doch schwerer unter Der Fernsprechbetrieb zwischen Gelle und Berlin Swinemünde ökonomischem Druck leiden, eifig- falten Herzens an den Liebes nebst zugehörigen Vor- und Nachbarorten ist ist eröffnet Hamburg worten vorübergehen, die am heutigen Tage von allen Kanzeln worden. Die Gebühr für ein Gespräch bis zu drei Minuten be- Berlin gefühnt werden. herab verkündet werden. " Witterungsübersicht vom 24. Dezember 1894. Stationen. Wiesbaden. München Wien Haparanda Uns Sozialdemokraten ist es nicht um sentimentale Wir- trägt eine Mark. fungen zu thun. Wir erinnern an diese unfern Parteigenossen In welch schmusiger und gemeiner Weise den Arbeitern wohlbekannten Fälle nicht, um zu matter Rührseligkeit zu stimmen, der schwer verdiente Lohn vorenthalten wird, beweist folgender sondern weil wir wissen, daß sie die Kampfesfreude heben, Vorfall. Wohnt da in Schöneberg ein Bauunternehmer, der an daß sie unsere Parteigenossen eisern und hart machen, daß verschiedenen Häusern des Ortes die Stuckarbeiten ausführt. sie zu unseren sturmerprobten Kämpfern ganze Schaaren neuer Seinen Leuten, denen schon seit mehreren Wochen nur Abschlags- Aberdeen werben und weil wir ferner wiffen, daß keine Agitationsrede zahlungen von 10-15 M. gemacht wurden, hatte der humane Paris die Fundamente der heutigen Gesellschaft mehr lodern tann, als Arbeitgeber, auf deren energisches Drängen, versprochen, am Petersburg Cort. Barometerstand in mm, d. Meeressp. Windrichtung SUS Windstärke CANAL( Stala 1-12) Wetter woltig Temperatur ( nach Celfus 150 C.= 4° R.) 4640 767 • • 769 768 SM woltig bedeckt 772 bedeckt 744 SAS 770 3 Schnee bedeckt 3 747 MSM halb bedeckt 8 767 NW 4 halb bedeat 10 771 2 bedect 5 Gewerkschaftliches. Wetter- Prognose für Dienstag, 25. Dezember 1894. Ios werden konnte, während er da doch zum ernfien, Vielfach woltiges, zeitweise heiteres, etwas kühleres Wetter charakterfesten Mann herangereift sein soll. Er spielte auch den mit mäßigen nordwestlichen Winden; feine oder unerhebliche letzten Aft noch ebenso haftig, jugendlich unüberlegt, wie die An die Parteigenoffen und Gewerkschaften Berline Niederschläge. Berliner Wetterbureau. vorhergehenden. Der große Kurfürst wurde von Herrn Pategg Von den Sammellisten zur Gewerbegerichtswahl stehen noch eine Polizeibericht. Am 21. d. M. goß der dreijährige Sohn Polizeibericht. Am 21. d. M. goß der dreijährige Sohn mit Ernst und Würde gegeben. Nur die Maske schien uns Anzahl aus und haben sich einige Abnehmer bisher nicht geeines in der Belforterstraße wohnhaften Schmiedes sich den In- nicht gut getroffen zu sein. Schade, daß die Kurfürsten- Brücke müßigt gesehen, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Mir richten eines in der Belforterstraße wohnhaften Schmiedes sich den In: jetzt gesperrt und der große Kurfürst in einem hölzernen Kasten biermit die letzte Aufforderung an die Säumigen und ersuchen halt eines auf dem Herde stehenden, mit kochendem Wasser gefüllten Kessels über den Leib und erlitt sehr schwere Brand- eingesperrt ist, sonst hätte Herr Pategg dort Porträtstudien die Listen an der Ausgabestelle oder dem Unterzeichneten abwunden, denen er am 23. d. M. erlag. Am 23. d. M. Nachmachen können. zuliefern. Die Abrechnung erfolgt zwischen Weihnachten und mittags fiel auf dem Bahnhofe Friedrichstraße ein etwa 30 Jahre dem Stück auftretende Herr von Hohenzollern war näm- 30. Dezember nicht abgerechnet haben, müssen Eine Bemerkung hätten wir noch auf dem Herzen: Der in Neujahr. Die Inhaber von Listen, die bis zum alter Mann in der Trunkenheit auf das Geleise, wurde jedoch von dem dienstthuenden Schuhmann kurz vor der Lokomotive eines einfahrenden Fernzuges mit eigener Lebensgefahr hinweg geriffen und gerettet. Im Laufe des Tages fanden vier Brände statt. Theater. spieler; er machte den Eindruck eines Schwähers und lich ganz gegen alles Herkommen ein schlechter Schau- wir der Deffentlichkeit bekannt geben. Schwadroneurs, er sprach viel zu schnell und ganz unverständlich. Möge er sich bessern. Gerichts- Beitung. Freigesprochen wurde vom Schwurgericht in Ulm der Redakteur der Ulmer Zeitung" wegen des Leitartikels Von Gottes Gnaden". Diese Freisprechung halten wir für felbft verständlich, sonderbar aber ist an der ganzen Geschichte, daß wegen Nachdruck des gleichen Artikels der Redakteur der Konstanzer Abendzeitung" wegen Beleidigung des deutschen Raisers zu 10 Wochen Gefängniß verurtheilt wurde. 100 Im Lessing- Theater ging das neue Schauspiel Sardous, Ghismonda" am Sonnabend zum ersten Mal in Szene. Ghismonda, mittelalterliche Fürstin von Athen, hatte beim Kreuz gelobt, sich dem Mann zu eigen zu geben, der ihr Kind, das sich in Tigerstlauen befand, retten werde. Das Söhnchen wird mittlerweile der Mutter, die furioserweise nicht zum Tigerzwinger eilt, sondern, gleich wie in einer Meyerbeer'schen Oper, angemessen weiter auf der Szene seufzt, unversehrt zurüc gebracht. Wer war der Retter? Er wird aus dem Gewühl der Menge hervorgeholt, und schade es ist keiner der Ritter, die sich um der schönen Wittive Gunft beworben haben, sondern ein Fremder. Man erkennt ihn als einen Knecht, Ungeheuerliches Steuerliches. Jn Burgstädt( Sachsen) einen Bastard. Es schaudert Ghismonda, als sie von hat der Stadt- Gemeinderath beschlossen, Einkommen bis zu 150 M. der Frechheit des jungen Menschen erfährt, der fie fteuerfrei zu lassen. Als eine winzige Steigerung der Proan ihren Schwur erinnert und weder durch Bitten noch durch gression bei Einkommen von über 12 000 M. vorgeschlagen wurde, Drohungen bestimmt wird, von seinem Recht auf die geliebte warnten die biederen Stadtväter vor einer zu starten ProFrau zu lassen. Und sein Recht wird ihm, wie in der Märchen- greffion". Der Antrag aber, Einkommen bis zu 200 M. Steuertabel, nach harten Prüfungen und kühnen Abenteuern. Er befrei zu lassen, wurde aus Furcht vor Zuzug abgelehnt. zwingt tollkühn der Korsaren Uebermacht, er bezwingt des Volkes Soziale Ueberlicht. entnommen. Der geschäftsführende Ausschuß der Berliner Gewerkschafts- Kommission. J. A.: R. Millarg, Lehrterstr. 22, II. An die Mitglieder des Tischlervereins. Laut Bekanntmachung des Vorstandes, durch Säulenanschlag, findet am 5. Januar 1895, Abends 9 Uhr, im Vereinslokal Melchiorstr. 15 eine Generalversammlung statt. Es dürfte wohl bekannt sein, daß in diesem Lokal Ringbier ausgefchänkt wird. Dies mag die Ursache sein, daß die Mitglieder des Vereins, welche sich mit den Beschlüssen der Boykottversammlungen einverstanden erklärten, den Vereinsversammlungen stets fern blieben; dagegen eine kleine Minorität des Vereins, die den entgegengesetzten Standpunkt vertreten, in den Versammlungen stets die Majorität hatten. Es fonnte deshalb nie ein Beschluß gefaßt werden, der eine Wenderung in der Abhaltung unserer Sigungen zur Folge gehabt hätte. Nachdem der Vorwärts" wiederholt bekannt gegeben, daß Inserate von Vereinen, die in boykottirten Lokalen tagen, nicht aufgenommen werden, geschah es auch mit dem Tischlerverein. Es ist darum Pflicht eines jeden, dem daran liegt, daß der Verein aus diesem Lokal verlegt wird, in der oben genannten Versamm lung zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimirt. G. Schmidt, Dranienstr. 183, 1 Tr. unsere Berufsgenossen nach Warschau Stellung zu nehmen, Achtung, Lithographen und Steindrucker! Wir warnen da sie nur als Lohndrücker von den Unternehmern benützt Willen, und er bezwingt Ghismonda, die Herzogin von Athen. in Kassel nicht zu geben. Dort werden, wie wir hessischen Berlin). Arbeitslose scheint es nach Ansicht der kaiserlichen Poft auch werden. Verein der Lithographen und Steindrucker( Bahlstelle Aber die Stolze will nur sein Eigen werden in voller Freiheit, Blättern entnehmen, zur Bewältigung des Weihnachtspostverkehrs nachdem er vor allem Volt sein Anrecht an sie aufgegeben. Die Arbeiter der Firma Wellenstein u. Heitmann in Auch das geschieht, und die beiden werden ein glücklich Paar, Soldaten verwandt. Es muß demnach nicht allein die zweijährige Velbert wurden mit einem Lohnabzug beglückt, worauf Auch das geschieht, und die beiden werden ein glücklich Paar, nachdem der Geliebte einen Mord auf seine Kappe genommen, Dienstzeit zur Ausbildung der Soldaten vollkommen genügen, sämmtliche Arbeiter und Lehrlinge fündigten. Bor Zuzug den die Herzogin an dem bösen Zarraria, der dem Leben ihres sondern es verbleibt also denselben außerdem noch Zeit genug, wird gewarnt. Die Arbeiterblätter werden um Nachdruck Kindes nachgestellt, so en passant begangen hatte. sich zum Pofibeamten auszubilden. Von Frankfurt a. M., dieser Notiz ersucht. Das ist eine hübsche und oft sehr rührende Geschichte, die wird mitgetheilt, daß von 500 Arbeitslosen, die sich zum Post- und Schneiderinnen beauftragte den Genossen J. Timm eine wo ebenfalls Militär bei der Post zur Verwendung gekommen, Von der Agitation. Der Verband deutscher Schneider der wohlgewandte Sardou mit allem möglichen Raffinement herzurichten wußte. Leider vergaß der Autor in all' den deko- dienſt hatten vormerken lassen, nur 200 gekommen seien. Wahr- Agitationstour durch Bayern, Baden, Württemberg und Elsaßrativen Pomp, mit dem er seine Heldin verschwenderisch umgab, Untersuchung auf ihren Gesundheitszustand verlangt werden muß. Anfang und war am 20. Dezember beendet. Es fanden Verscheinlich hatten sich viele dadurch abhalten lassen, daß eine Lothringen zu machen. Die Tour nahm am 11. November ihren ein fleines Stückchen Poesie hineinzuflechten. An dieser Beigabe, Die girla 2001 Personen wurden sämmtlich angenommen und fammlungen statt in Bamberg, Erlangen, Nürnberg, Fürth, die nun ja einmal namentlich in der Romantik für nothwendig erachtet wird, fehlt es gänzlich in dem neuesten Kinde nur ber erforderliche Rest von Hilfskräften aus dem Militär Ansbach, Regensburg, Passau, Landshut, München, Augsburg, der Sardou'schen Muse. Es ist ein Ausstattungsstück, in dem Ulm, Memmingen, Ravensburg, Konstanz, Mülhausen, Freiburg, man sich recht instruktiv über das Aussehen des mittelalterlichen Die Arbeitslosigkeit, so wird aus Danzig geschrieben, Lahr, Offenburg, Karlsruhe, Pforzheim, Kanstatt, Göppingen, Athen unterrichten tann, aus dem man auch über mittelalterliche greift auch hier immer mehr um sich; so wurden von der Gmünd, Oberndorf, Stuttgart, Tübingen, Reutlingen, Gelingen, Bildung und Unbildung mancherlei anschaulich erfährt, Schich a u'schen Werft 1700 Mann, der Marten'schen Werft Heilbronn, Heidelberg, Würzburg, Schweinfurt und Koburg. aber von poetischer Wirkung fehlt ihm all' und 50 Mann wegen Mangels an Beschäftigung entlassen, so daß im Den örtlichen Verhältnissen entsprechend wurden Schneiderjede Spur. Wahrscheinlich ift es aber lächerlich, ganzen ca. 2000 Metallarbeiter arbeitslos sind. Dazu und Schneiderinnen- Gewerkschafts- oder Arbeiter und Arbeiterinnenan Sardou das Anfinnen zu stellen, mit Poesie sich abzugeben, fommen noch die Arbeitslosen im Bauhandwerk, als Zimmerer, versammlungen einberufen. Der Erfolg war durchweg gut; doch liegt und in diesem Fall haben wir um Entschuldigung zu bitten und Maurer, Tischler, Töpfer u. s. w., die ziemlich die gleiche Zahl überall noch ein großes Arbeitsfeld brach. Trotz der großen Ingeben gern die Erklärung ab, daß im Lessing- Theater ohne Kon- erreichen, so daß etwa 4000 Mann arbeitslos sind. Die kaiser- dustrie in manchen Orten, haben die Arbeiter es noch nicht verfurrenz das bunteste und glanzvouste Stück von ganz Berlin ge- liche Werft und die Artilleriewerkstatt lassen schon seit mehreren standen, sich ein den Bedürfnissen entsprechendes Lokal zur Abgeben wird. Wochen nur täglich acht Stunden arbeiten, selbstverständlich bei haltung ihrer Versammlungen zu erobern. In manchen Orten In dem auf Sarah Bernhard zugeschnittenen Stück gab berabgesetztem Lohn, und haben so die allgemeine Nothlage noch wurden die Wirthe mit Militärboykott bedroht, sobald sie ihre Fräulein Reisenhofer die Titelrolle mit großer Bravour. vermehrt. Lokale zu Arbeiterversammlungen hergaben. Die für Straßburg Nicht ganz fam ihr Herr Sommerstorf an Leidenschaftlichkeit In Montreal( Canada) hielten am 21. Dezember etwa angesetzte Versammlung wurde aus baupolizeilichen" Rücksichten gleich, er war ein stärkerer Held als Liebhaber. Was sonst noch 5000 Arbeitslose eine Versammlung ab. Der Bürgermeister nicht genehmigt. Außer diesem Grunde enthält dort der soin großer Zahl auf der Bühne mitwirkte, diente als Staffage. der Stadt erklärte einer Abordnung, sein bestes zur Beseitigung genannte Dittaturparagraph noch eine reiche Auslese beliebig Tilly Waldegg gab irgend einen Prinzen mit viel Geschick. der Nothlage thun zu wollen. anzuwendender Bestimmungen. Eine nachhaltige Wirkung dieser Agitation ist umsomehr zu wünschen, als sich die Reaktion gegenwärtig auf dem Kriegszuge gegen die kulturellen Bestrebungen der Arbeiterbewegung befindet. Auch hier heißt es: Lernet, ihr feid gewarnt! anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Schiller Theater. Am Sonnabend wurde im Schiller: Zur Kennzeichnung der granfigen Nothlage, in der sich Theater Der Prinz von Homburg", die alte, gute zur Jehtzeit tausende von Arbeitern befinden, möge ein Schreiben Hohenzollernkomödie, aufgeführt. In dem Stück wird gezeigt, bieneu, das uns dieser Tage von Hamburg zuging. Die Zu daß im Hohenzollernreiche nichts aus eigenem Rechtstände, so heißt es dort, find bis zu einer Höhe gediehen, daß geschieht, daß das Gefeh auch über dem Kurfürsten steht. Von man sich fragen muß, wie lange es wohl noch so weiter gehen dem ,, suprem a lex", das jetzt so berühmt geworden ist, kann. das jetzt so berühmt geworden ist, fann. Tausend arbeitsfähige Männer laufen hungernd und Briefkasten der Redaktion. steht noch kein Wort in diesem Werke Kleist's. frierend umher und suchen Arbeit. Viele Familienväter sind geGespielt wurde im allgemeinen schlecht und recht. zwungen für einige Mart Armenunterstübung ihre politischen Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( Swei Buchstaben oder eine Sahl) Es war alles forgfältig einstudirt und gelernt, und Rechte zu verkaufen. Die sogenannten Nothstandsarbeiten reichen Genosse Saffenbach. Da die Vertrauensmänner der Partei alles flappte vorzüglich. Nur eines Eindrucks fonnten faum für den hundersten Theil der Arbeitslofen aus. in Berlin sofort nach der ersten Lesung der Umsturzvorlage Berwir uns nicht erwehren, nämlich dessen, daß wir uns Sodann schildert der Einsender seine eigene troftlose Lage. Seit fammlungen zur Besprechung der Umsturzvorlage einberufen nicht in einem großen Theater der Landeshauptstadt, sondern in Monaten bereits sei er arbeitslos, obgleich er sich die größte werden, erübrigt sich wohl der Abdruck Ihres Gingesandt. dem Stadt- Theater irgend einer mittleren Provinzialstadt Mühe gebe, solche zu erhalten. Während dieser Zeit habe er Eutin. 1. 1887 bestand hier feine Organisation der Bürstenbefänden. Nur einige Schauspieler bemühten sich und in den mit seiner Familie von aItem Brot und b. fonstigen und Pinselmacher. Es exiftirte aber ein Unterſtüßungsverein Ezenen, in denen sie dominirten, mit Glück das Ensemble über Abfällen fich genährt. Dabei wandere ein Stück Möbel nach für benanntes Gewerbe mit dem Gig in Hamburg. 1889 wurde dieses Niveau hinaus zu heben. Echade, daß wir hier nur die dem anderen ins Pfandhaus, bis auch davon nichts übrig bleibe. in Berlin eine Filiale gegründet und der Sitz des Vorstandes Herren Max Pategg, Paul Pauly, allenfalls auch noch Diese Schilderung des Elends eines Einzelnen mag wohl in nach Berlin verlegt. 2. Anti- Syllabus, gegen den Syllabus. den Darsteller der Titelrolle, Herrn Ewald Bach, nennen noch weit schlimmerer Weise auf hunderte von Fällen zutreffen Syllabus, furzer Begriff, Auszug, Uebersicht aller vom Papst tönnen. Tadeln möchten wir an dem Prinzen", daß er im und doch einen Rothstand giebt es nicht". verdammten Lehren( Pius IX.). legten Att den Ton des jugendlichen Schwärmers, der ihn Abgelehnt wurde die Einführung eines städtischen Arbeits- Grünau. In dieser Form ist Ihr Eingesandt nicht aufdie vorhergehenden Afte mit Recht beherrscht hatte, nicht amtes auch vom Magistrat in Augsburg. zunehmen. Bettfedern, reine Sänfefedern á Pfd. v. 50 Pfg. an, Grüner Weg 41, 1 Zr. 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WB Für den Inhalt der Juserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, den 25. Dez. Freie Volksbühne( Lessing. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Undine, die Fürstin der Wellen. Großes Ausstattungsstück mit Gesang in 5 Aften von Wollheim und Dr. Jacobsohn. Regie: Max Samst. Rassenöffnung 5 Uhr. Anf. 71/2 Uhr. Morgen: Theater.) 7. Abtheilung, Nach- Undine, die Fürstin der Wellen. mittags 2/2 Uhr: Die Stützen der Gesellschaft. ( National Theater.) 4. Ab: theilung, Nachmittags 22 Uhr: Hildegard Scholl. Vorher: Ehrenschulden. Nachmittags 3 Uhr: Volks- Vorstellung. Wilhelm Tell. Donnerstag( 3. Weihnachtsfeiertag): Donnerstag:( Lessing- Theater.) Undine, die Fürstin der Wellen. 1. Abtheilung, Nachm. 2/2 Uhr: Der Traum ein Leben. Opernhaus. Oberon. Mittwoch: Hänsel und Gretel. Die Puppenfee. Donnerstag: Cavalleria rusticana. Bajazzi. Schauspielhaus. Das Leben ein Traum. Mittwoch: Halali. Die stille Wache. Donnerstag: Wie die Alten sungen." Deutsches Theater. Blau. Dann: Cyprienne. Mittwoch: Dieselbe Vorstellung. Donnerstag: Die Katakomben. Lessing Theater. Ghismonda. Mittwoch: Dieselbe Vorstellung. Donnerstag: Dieselbe Vorstellung. Berliner Theater. Madame SansGêne. Mittwoch: Der Kompagnon. Donnerstag: Madame Sans- Gêne. Friedrich Wilheimstädt. Theater. Orpheus. Mittwoch: Dieselbe Vorstellung. Donnerstag: Dieselbe Vorstellung. Residenz Theater. Der Unterpräfeft. Vorher: Villa Vielliebchen. Mittwoch: Dieselbe Vorstellung. Donnerstag: Dieselbe Vorstellung. Nachmittags 3 Uhr: Volks- Vorstellung. Kabale und Liebe. Central- Theater Anna Bäckers. Alte Jakobstraße Nr. 30. Emil Thomas a. G. Josefine Dora. Dienstag, den 1. Feiertag, Mittwoch, den 2. Feiertag, Donnerstag, den 3. Feiertag: O, diese Berliner! Große Posse mit Gesang und Tanz in 6 Bildern von Julius Freund. Musik von Julius Einödshofer. Anfang 1/28 Uhr. Freitag: O, diese Berliner! Castan' Panoptikum. Weihnachts- Ausstellung Schiller Theater Grieg im Grieben. Das scheckige Mädchen. Mittwoch: Veilchenfresser. Donnerstag: Des Meeres und der Liebe Wellen. Neues Theater. Der kleine Mann. Mittwoch: Andrea. Donnerstag: Der kleine Mann. Theater Unter denginden. Boccaccio. Mittwoch: Dieselbe Vorstellung. Donnerstag: Dieselbe Vorstellung. Bellealliance- Theater. Die Gallofchen des Glücks. Mittwoch: Dieselbe Vorstellung. Donnerstag: Dieselbe Vorstellung. Central- Theater. O! diese Berliner. Mittwoch: Dieselbe Vorstellung. Donnerstag: Dieselbe Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Ein fideles Korps. Mittwoch: Dieselbe Vorstellung. Donnerstag: Dieselbe Vorstellung. Alexanderplay Theater. Ein Märchen. Vorher: Die Wucherer von Berlin. Mittwoch: Dieselbe Vorstellung. Donnerstag: Dieselbe Vorstellung. National Theater. Fürstin der Wellen. Undine, die Mittwoch: Dieselbe Vorstellung. Donnerstag: Dieselbe Vorstellung. Reichshallentheater. SpezialitätenVorstellung. American- Theater. SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. SpezialitätenKaufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. " Sanssouci" Kottbuserßraße 4 a. An allen 3 WeihnachtsFeiertagen: Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Eberius, Steidl, Röhl und Blank). Anf. 7 Uhr Entree 50 Pfg. Jeden Abend neues Programm. Circus Renz Carlstrasse. Dienstag, den 25. Dezember ( 1. Weihnachts- Feiertag) und Mitt: woch, den 26. Dezember( 2. Weihnachts- Feiertag) je zwei große FestMartha Pieper Robert Hahn Verlobte. 1705b Ver Allen Freunden und wandten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Vater, der Restaurateur Anton Wichert heute Nacht, den 22. d. M., 123/4 Uhr, sanft entschlafen ist. Dies zeiger tiefbetrübt an Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am 1. Feiertag, Nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Jakobi- Kirchhofes in Briz, aus 1875b ſtatt. Verein z. Regelung d. gewerbl. Verhältnisse der Töpfer u. Berufsg. Berlins u. Umgeg. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß Der Kollege Walther Böhme am Freitag plöglich verstorben ist. Die Beerdigung findet am 2. Feiertag Bureau- Budhandlung Freie Vereinigung der BureauAngestellten Berlins und Umg. Montag, den 31. Dezember, im Lokale des Herrn Gründel, Brunnenstr. 188: Sylvefter- Feier unter Mitwirkung hervorragender Spezialitäten. Konzert von Berufsmusikern ausgeführt. Billets( Herren inkl. Tanz 50 Pf., Damen 30 Pf.) sind zu haben in den mit Plakaten belegten Geschäften, sowie bei den Herren Fr. Schultz, Urbanstraße 35, III; Näcke, Barnimstr. 11, Hof II; Ad. Hopp, Granseeerstr. 5; Zaddach, R. Kurstr. 5, und bei den 1882b übrigen Mitgliedern. Anfang 8 Uhr. Kistenmacher! Am Mittwoch, den 26 Dezbr. ( 2 Feiertag), Abends 6 Uhr, bei Röllig, Neue Friedrichstraße 44: Versammlung mit Frauen. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Dr. Pinn ( 26. Dezember), Nachmittags 3 Ubr, über„ Religion und Sitten der alten von der Leichenhalle des Zions- Kirch- Deutschen." hofes in Weißensee, aus statt. Um zahlreiche Betheiligung ersucht Der Vorstand. 242/16 Am 22. d. M., Vormittags 10 Uhr, entschlief nach langem, schwerem Leiden, unsere geliebte älteste Tochter Bertha, im 21. Lebensjahre. Die trauernden Eltern F. W. Hilgner und Frau, Blumen- und Markusstraßen Ecke. Die Beerdigung findet am 26. d. M., 156/11 Nach der Versammlung: Grmüthliches Beisammensein mit Tanz. W. Noack's Konzert- und Gesellschafts- Säle Brunnenstraße Nr. 16. Unter den Weihnachtsbäumen mit zahlreichen buntfarbigen elektrischen Glühlampen. Am 1., 2. und 3. Weihnachtsfeiertage: Großes und Ball. Mittags 12 Uhr, vom Trauerhause aus Konzert u. Theatervorstellung atochialkirchhofe, Boxhagener Danksagung. Weg, Allen Freunden und Bekannten für die herzliche Theilnahme und reichlichen Kranzipenden bei der Beerdigung meines Mannes sage ich hiermit meinen innigsten Dank. 1874b Frau Ernestine Richter. Ein sanfter Tod hat am Sonnabend in der königl. Charitee den langjährigen schweren Leiden meiner lieben Frau ein Ende bereitet. Die Beerdigung findet am zweiten Weihnachtsfeiertag, Nachm. präzise 81/2 Uhr, von der Charitee aus nach dem ChariteeKirchhofe statt. Die tief betrübte Familie. N. Zenzius. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, der Puzzer Gottfried Herrmann am Schlaganfall am 23. Dezember Nachts verstorben ist. 1884b Die trauernde Wittwe. Danksagung. Allen Freunden und Genossen, besonders dem Gesang- Verein Boray für die ehrenvolle Betheiligung beim Begräbniß meines lieben Mannes sage hiermit den besten Dank. 18696 Wittwe Schirrmeister nebst Kindern. Danksagung. Zur Aufführung gelangt: Förster's Wilhelm. Singspiel in 1 Att. v. Stuckenbrock. Munit v. Tauwig. Liebfrauenmilch. Liederspiel in 1 Aft v. D. Mylius. Musit v. J. L. Röckel. Auftreten von Spezialitäten. Künstler 1. Ranges. Buchhandlung des Vorwärts" Berlin SW., Beuth- Straße 2. Passendes Festgeschenk! Wir empfehlen den soeben kom= plet erschienenen Leipziger Hochverrathsprozess 944 S. Brosch. t. 4,-. Eleganter Leinenband M. 5, Prachtband halbfranz. 5,50. Das Buch ist ein unentbehrliches Quellenwerk zur Beurthei= lung der Parteigeschichte und feine Kenntniß heute nothwendiger als je. Diese neue, um ein Drittel vermehrte Auflage hat erhöhten Werth auch für die Besizer der früheren Auflage dadurch erhalten, daß in einem Anhange eine Reihe historischer Aktenstücke( Rongreßprotokolle, Broschüren, Reden, Au rufe, sämmtliche Partei- Programme ſeit 1863 2c.) wörtlich wiedergegeben sind, die in den Prozeßverhandlungen zur Verlefung, in der bisherigen Auflage aber gar nicht oder nur bruchstückweise zum Abdruck ge= bracht waren. 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Versuch mit Sturm's PectoralBonbon, per Packet 20 Pf. Arbeitsmarkt. Musikinstrumenten- ArbeiterStreik! Die Kollegen der Piano- Fabrit von Görs& Kallmann haben infolge Maßregelungen Lohnforderungen die Arbeit nieder. und Kommandantenstraße Nr. 20. gelegt. Zuzug ist strengtens fernSäle und Vereinszimmer von 20-600 Personen. Sonntag, den 6. Januar 1895, Abends 6 Uhr: zuhalten. 198/13 Die Lohnkommission. Achtung, Tischler! Zuzug n. d. Bokal- u. Juſtrumental- Konzert ug denmöbel- Fabrik von mit nachfolgendem Familien- Kränzchen. Zum Schluß der beiden Nachmittags- jagen die Arbeitslosen für den Gin Die 30 000 Dollar- Uhr, Parodie Theater. Spezialitäten vorstellungen, Nachmittags 4 Uhr Dem zielbewußten Gesangverein Vorstellung. ( ermäßigte Preise, hehe Plakate). Vereinte Sangesbrüder Moabits" fauf ihrer Weihnachtssachen aus berger. Zum Schluß der beiden Abend Plöten see ihren herzlichsten Dank. Vorstellungen: Tjo Ni En( Beim Jahres- Die Weihnachts- Bescheerten wechsel in Peting). Neue MusikF. M. W. A. einlagen, Poa ma( gr. Bonnyspringen). Außerdem Auftreten sämmtlicher KunstSpezialitäten, Damen und Herren, Vorführen und Reiten bestdressirter Freiheits-, Spring- und Schulpferde. Donnerstag, den 27. Dezember, Die trauernde Wittwe Bertha Riebisch. Abends 71/2 Uhr: Concurrenz- GalaVorstellung. Jede Nummer doppelt besetzt. Erstes Wiederauftreten des Direktors Renz nach seiner Genesung. Schiller- Theater. Borstellungen: Die lustigen Heidel ( Wallner- Theater.) Wallner- Theaterstrasse. Dienstag, den 25. Dezember, Nachm. 3 Uhr: Prinz Friedrich von Homburg. Abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Mittwoch, den 26. Dezember, Nachm. 3 Uhr: Des Meeres und der Liebe Wellen. Abends 8 Uhr: Der Veilchenfreer. Donnerstag, den 27. Dezember, Nachmittags 3 Uhr: Krieg im Frieden. Abends 8 Uhr: Des Meeres und der Liebe Wellen. Freitag, den 28. Dezember, Abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Adolph Ernst- Theater Bum 1. Male: Blondel, ostpreußischer Hengst. Hierauf Allen Freunden und Bekannten, die meinem lieben Manne die letzte Ehre erwiesen, hierdurch meinen verbindlichsten Dank. Grabständchen. Ich ersuche die Mitglieder vom 303M Männerchor ,, St. Urban" Monstre- Tableau von 60 der edelsten am 1. Feiertag, früh 9 Uhr, bei Freiheitspferde, dressirt und vorgeführt Post, Dresdenerstr. 136, zusammenvom Direktor Fr. Renz. Tjo Ni En zukommen. ( Beim Jahreswechsel in Peking). Fr. Renz, Rommissionsrath. 17586 May Meißner, Einberufer. u. Beermit dem Oberammergauer Festspiele Bugstück d. Weltausstellung in Chicago. Daselbst mit 6 ersten Preisen getrönt. Ausgestellt in der Passage". Entree 25 Pf. " 1 Carl Tutzauer Admiralstr. 38. Säle für Veroine. Kegelbahn noch einige Tage frei. Möbel249M Ein fideles Corps. Circus G. Schumann. Sargmagazin digungs Gelegenheitskauf Große Gesangsposse mit Tanz. Nach dem englischen ,, A Gaiety Girl" von Jonas Sidney, frei bearbeitet von Eduard Jacobson und Jean Kren. Anfang 7/2 Uhr. 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Honorar pro Jahr und Kopf der Mitgliederzahl 3 Mart. Schriftliche Meldungen nach dem Koffenlotal Wasserthorstr. 14, v. 2 Tr. erbeten. 133/16 Stötzer, Orts- Krantent. der Bildhauer. Deininger, Davidshäuser, Milich, Ludwig, Drechsler. " Gold" 12 schmiede. " " " P " Klempner. Graveure. uzbelstepper und Kurbelstepperinnen auf Ronfett.- Stickerei bei hohem Lohn verlangt 17576 David Riese, Rurstr. 39. Einen Sohn achtbarer Eltern als Lehrling gegen entsprechende Were gütigung verlangt S. Westmann, Pelzwaaren- u. Mühenfabrik. Neue Königstr. 39. Verkäufer auf Neujahrspfeifen verl. 29/16 Matraße 20 M.; Waschtoiletten, Küchenspinden, Kommoden 12 M.; Stühle 3 M.; Tulla, Demminerstr. 11 2 Tr.[ 1863b Sophatische 6 M.; Säulen- Trumeaux 65 M.; Plüschgarnitur 60 u. 100 M.; Tüchtiger Passage- Panopticum. 2 gr. Festvorstellungen Genossen, genau auf meine Adreſſe zu Baneelfophas 80 M.; Buffets, SilberNachmittags 4 und Abends 7/2 Uhr. achten. Am wilde Weiber Weiber um 1. und 2. 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Vor einigen Tagen berichteten wir von der Verfügung, die mehreren Orts- Krankenlassen zugegangen ist und die die Vorstände der Orts- Kranfeufossen regrespflichtig machen will, wenn sie mit dem Verein der freigewählten Kassenärzte einen Kontratt abschließen. Außer dieser Verfügung hat die GewerbeDeputation vor furzem die Orts Krankentasse der Handlungsgehilfen und Lehrlinge unter tom missarische Verwaltung gestellt. " Dienstag, den 25. Dezember 1894. 11. Jahrg. sorge der Gewerbe- Deputation die gebührende Antwort zu theil| zweiten Klasse um 3 Pf. Die Versammlung stimmt nach kurzer werden lassen und nur Leute zu Delegirten wählen, die fest ent- Debatte diesem Verlangen zu. Gegen den Uebertritt der Tuchschlossen sind, der Gewerbe- Deputation zu zeigen, daß sie teines macher und Steinfeger- Rasse foll Protest erhoben werden. Das Vormundes bedürfen. Gerichts- Beitung. Gewerbegericht. aber etwas die Kunden " Ristenmacher. Mittwoch, den 26. Dezember, bei Röllig, Neue Friedrichstraße 44: Versammlung mit Frauen. Bortrag über: Religion und Sitte der alten Deutschen". Referent: Genosse Binn. Friedrichshagen. Arbeiter- Bildungsschule. Donnerstag, den 27. Dezember, fällt die Unterrichtsstunde aus und findet diese Donnerstag, den 3. Januar, Abends 9 Uhr, im Restaurant M. Lerche( Rundtheil) ftatt. Theater- und Vergnügungsverein Fritillaria. Dienstag, den 25. Dezember, Nachmittags 5 Uhr, bet Dreßler, Barnimftr. 16: Weihnachts befcheerung. Nachher: Tanz und Vorträge. Privat- Theatergesellschaft Immer lustig. Am 2. Weihnachts- Feiertag Bescheerung bei Ruhl Andren, Chorinerstr. 53. Schule, Müüerstr. 179a; Geschichte( neue). Arbeiter- Bildungsschule. Donnerstag, Abends 3%-10% Uhr: Nord. Süd Schule, Waldemars Interesse wendet sich nun der neuen Regelung der freien Arztwahl zu. Die Majorität ist mit dem Vorgehen des Vorstandes nicht einverstanden und gelangt folgende Resolution zur Annahme: Die unterzeichneten Delegirten beantragen über Punkt 3 der Tagesordnung eine besondere Abnimmung herbeizuführen. Sie erklären sich Keine Lust scheint es manchmal zu sein, dem„ Lokal- Anzeiger" ferner mit der kontraktlichen Verpflichtung des Vorstandes gegenals Botenfrau zu dienen. Wenigstens rechtfertigen diese Annahme über den 140 Aerzten nicht einverstanden, verlangen vielmehr Mittheilungen, die theils während einer Verhandlung vor dem den Kontrakt mit dem Verein der freigewählten Kassenärzte zu Gewerbegericht, theils unserem Berichterstatter privatim gemacht erneuern." wurden. Der Inhaber einer sogenannten Filialexpedition der In einer öffentlichen Versammlung der Schneider und Gründe sind so billig wie die Brombeeren und gering- genannten Zeitung( Prinzenstraße), Herr Wollin, hatte sich fürzlich Schneiderinnen, die am 16. Dezember tagte, wurde nach einem werthigere Gründe konnte die Gewerbe- Deputation kaum finden, gegen eine Lohnentschädigungsklage der Botenfrau Krebs Referat der Herren Kullicke und Wiesemann beschlossen, als sie in dem Schriftstück angegeben hat, das sie dem Vorstande zu verantworten. Er wandte ein, die Kündigung sei ausgeschlossen die Lohnkommission zu beauftragen, die geeigneten Vorbereitungen Der Orts- Krankenkasse zuschickte. Nach§ 42 des Kranken- Ver- worden, gab aber auf Vorhalten der Klägerin zu, daß dieselbe zu treffen, um für einen Lohnkampf in der Konfektion gerüstet sicherungsgesetzes, so heißt es in dem Schriftstück, haben erst am 30. November, d. h. am Tage der Entlassung oder dem zu sein. Der ausgearbeitete Lohntarif soll der nächsten Versammdie Mitglieder des Vorstandes das Kassenvermögen wie Vor- jenigen vor derselben die fragliche Unterschrift geleistet habe. lung unterbreitet werden. münder das Mündelvermögen zu verwalten. Dazu gehört Ob die Klägerin am 30. November abends oder am 1. Dezember auch, daß die von dem Vorstande nach dem Statut für die Be- früh entlassen wurde, darüber gingen die Angaben der Parteien Verein der Lithographen, Steindrucker und Die Generalversammlung der Berliner Filiale vom amten festzusetzenden Gehälter angemessen sind. Nach dieser auseinander. Jedenfalls war dargethan, daß die Unterschrift Berufsgenossen fand am 20. Dezember in den ArminRichtung hat der Vorstand jedoch seinen Verpflichtungen nicht verlangt worden war, um Frau Krebs ohne Kündigung hallen statt. Der Kassirer, Kollege Brall, erstattete zunächst den genügt ergo ist er feines Amtes zu entheben. Das noch am selben oder doch dem nächsten Tage entlassen zu dürfen, Quartalsbericht der Filiale, sowie den des Vereinsbureaus pro ist alles. denn sie hatte bereits über vier Monate unter ihm gearbeitet. Juli- September 1894. Danach beliefen sich die Einnahmen und Also nur weil der Vorstand Gehälter zahlt, die übrigens Da unter solchen Umständen das Gewerbegericht wiederholt den Ausgaben auf 1398,35 M. Auf Antrag der Revisoren wird dem auch von der Generalversammlung ausdrücklich gebilligt sind, die Kündigungsausschluß nicht anerkannte, rieth der Vorsitzende Kassirer einstimmig Decharge ertheilt. Nachdem Kollege Brall aber nach der Meinung der Gewerbe- Deputation zu hohe sind, Blankenstein Herrn Wollin, einfach zu zahlen. Derselbe weigerte noch den Beitritt von 13 neuen Mitgliedern verlesen, erörterte werden die Rechte der Kassenmitglieder einfach annullirt. Nach sich, während Frau Krebs erklärte, schließlich auch mit 12 Mart die Versammlung in lebhafter Debatte die Benutzung der Arbeitsdiesen Behauptungen müßte man glauben, daß die Gehälter, die zufrieden sein zu wollen; 14 M. batte sie für 14 Tage verlangt nachweise. Es wird allgemein die Ansicht vertreten, daß nur die Beamten der Orts- Krankenkasse beziehen, die Höhe von Minister- Nun tam W. mit Einwänden wie, er sei ja nur Vertreter des nachweise. Es wird allgemein die Ansicht vertreten, daß nur der Arbeitsnachweis der Organisation in Anspruch ges oder Stadtrathsgehältern erreichen und der Vorsitzende der Herrn Scherl, 12 M. sei zuviel, er müßte das Geld aus der eigenen nommen werden darf, widrigenfalls laut Resolution vom Gewerbe- Deputation in einem Anfalle von Eifersucht die Absetzung Tasche zahlen u. 1. w. Die Klägerin hielt ihm entgegen, daß fie 15. September 1892 der bedingungslose Ausschluß erfolgt. des widerstrebenden Vorstandes verfügt hat. Dnein- dem ist pro Monat und einzelnes Zeitungsexemplar inklusive Kassiren Gine Resolution in diesem Sinne gelangte einstimmig zur Annicht so die väterliche Fürsorge der Gewerbe- Deputation wird und Kundenmachen nur 17 Pfennige bekommen habe, und daßnahme. Beim nächsten Punkt der Tagesordnung:„ Weihnachtsschon bei bescheidenen Anlässen erregt. Die Gehälter der Beamten, fie sogar die Beitungen bezahlen mußte, welche die betreffenden unterstützung der arbeitslosen Mitglieder der Berliner Filiale" die die Gewerbe- Deputation zu ihrer Heldentbat eniflammten, Kunden an sie nicht bezahlten. Der Vorsitzende verwies, fanden folgende Anträge nach längerer Diskussion durch Anschwanken zwischen 100-181. monatlich; nur der Rendant Wollin entgegenkommender zu stimmen, auf die sehr mäßige" nahme ihre Erledigung: Berechtigt zum Bezug einer Weihnachtsund Geschäftsführer, dessen wirthschaftliche, speziell juristische Be- Entlohnung der Botenfrau, was der Beklagte damit beantwortete, unterstüßung sind diejenigen arbeitslosen Mitglieder, die mindestens fähigung der Kaffe schon Taufende von Mark gerettet haben, daß bei uns die Frauen noch am meisten verdienen. Assessor 26 Wochen Beiträge bezahlt haben und die vom 17. Dezember erhält 240 M. monatlich. Es ist nur billig, daß Handlungs- Blankenstein konnte sich hierauf nicht der Worte enthalten:" Daß ab, arbeitslos geworden sind. Ueber die Höhe der Unterstützung gehilfen, die selbst täglich infolge ungenügender Bezahlung zu leiden andere noch schäbiger sind, ist schon möglich." Die Klägerin ließ noch wird auf Antrag des Kollegen D. Sillier beschlossen, die Unterhaben, den Gewohnheiten ihrer Ausbeuter nicht folgen, wenn 2 M. herunter, worauf denn auch Wollin im Wege des Verstützung vorläufig in der vorjährigen Höhe zu bemessen. Nach fie selbst in die Lage tommen, Beamte anzustellen. Dagegen ist gleichs 10 M. zahlte. Eigenthümlich beleuchten des Beklagten diesem Beschluß erfolgt die Auszahlung der Unterstügung an es erklärlich, daß die Gewerbe- Deputation die Erfahrungen, die Behauptung, er müßt die Vergleichssumme aus der eigenen verheirathete Kollegen in Höhe von 12 W.( für jedes Kind unter fie bei der Stadtverwaltung macht, auch bei ihrem Einfluß auf Tasche zahlen", folgende Mittheilungen der Klägerin. Dieselbe 14 Jahren 1,50 m.), für unverheirathete dagegen im Betrage, die Orts- Krankenkasse anwendet und es gar nicht verstehen äußerte, ihr wie anderen Botenfrauen sei von Wollin beim von 10 M. Auf grund eines zur Verlesung gekommenen Briefes fann, daß in heutiger Zeit bei Verwaltung von Mündelgeldern Engagement versprochen worden, 10 Pfennige für jeden zu aus Warschau, der die dortigen Verhältnisse in der Branche auch noch andere Tendenzen Geltung haben können als die gebrachten Kunden zu bekommen; nie hätten sie als geradezu miserable schildert, sei an dieser Stelle Gelegenheit rücksichtsloser Ausbeutung von Arbeitskräften. Botenfrauen neuen für einen Indessen hat die ganze Geschichte einen Pferdefuß das erhalten. Wie sie wissen, sei von Herrn Scherl, dem genommen, vor Annahme eines Engagements nach Warschau ernsthaft zu warnen. Hierauf gelangte Schriftstück, das vom Stadtrath Friedel unterzeichnet ist, be- Besitzer des Lokal Anzeigers", angeordnet worden, Lokal Anzeigers", angeordnet worden, den ein vom Kollegen Sillier eingebrachter Dringlichkeitsantrag auf hauptet die Motive zur Festsetzung so hoher Gehälter" waren Frauen sollte jeder„ gemachte" Kunde mit 10 Pfennigen bezahlt Wahl eines Beisigers zum Hauptvorstand zur Verhandlung. Die nicht die wohlverstandenen Intereffen der Kasse, sondern vor- werden. Es werde weiter den Botenfrauen die Expedirung so- Wahl fiel einstimmig auf den Kollegen Massuthe. züglich sozialpolitische" Zwecke die höchstbesoldeten Beamten genannter Prämien an die Abonnenten entzogen, deren jede haben eine hervorragende Führerstelle in der sozialpolitischen ihnen( den Frauen) 10 Pf. einbringen würde. Wollin lasse die Bewegung inne." Abgesehen davon, daß dem Vorstande der Bücher durch seine Kinder besorgen, welche die für die armen Orts- Krankenkasse, dem mündlich die schmeichelhaftesten Urtheile Botenfrauen bestimmten Behnpfennigstücke einsteckten. Ferner über seine Amtsführung von der Gewerbe- Deputation gemacht müßten die Frauen unentgeltlich Extrablätter austragen. wurden, hier schriftlich nichts weniger als Korruption" vor Frau Krebs flagte endlich noch über sehr schlechte Behandlung geworfen wird, charakterisirt sich dieser Vorstoß als ein kleines seitens des Herrn Wollin, die ihrer Meinung nach mit den Präludium zur Thätigkeit der Stadtbehörden unter dem neuen Instruktionen des Verlegers strifte kontrastirt, der eine gute BeUmsturzgesetz. Die Gewerbe- Deputation als Retterin des Staats, handlung der Botenfrauen wünsche. dem durch die hohen Gehälter der Beamten Umsturz droht, das Ein sonderbarer Sachverhalt lag der Anklage zu Grunde, ist allerdings ein Bild, wofür jeder Kunstkenner der Gewerbe- welche gestern vor der vierten Straffammer des Landgerichtsstraße 14: Geschichte( alte). Bet allen Unterrichtsfächern werden neue Theil. Deputation seinen ganz besonderen Dank aussprechen wird. verhandelt wurde. Der Gerichtsvollzieher Kleist sollte die Zeit nehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. Leider wird kein Mensch diese Abwehr gegen die sozial- einer Klagezustellung falsch beurkundet und der Mitangeklagte im Laufe des Semesters, eintreten. Bei allen Unterrichtsfächern tönnen Schüler und Schülerinnen auch jetzt politische Thätigkeit der Orts- Krankenkasse ohne Kommentar ver- Kaufmann Knust sollte diesen Fehler des Beamten benutzt haben, Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsitzender Ad. Neustehen. So müssen wir denn den Kommentar geben. um Geld von ihm zu erpressen. Gegen Knust schwebte eine mann, Pasewalterstr. 3. Alle Aenderungen im Vereinstalender sind zu richten Die Handlungsgehilfen wissen ob sie Sozialdemokraten Wechselllage in Höhe von etwa 2000 m. Am Montag, den an Friedrich Kortum, Manteuffelitr. 49, v. 2 Tr. Donnerstag. Abends 9 bis 11 Uhr: Uebungsstunde und Aufnahme neuer Mitglieder. Männerchor find oder nicht daß ihre Interessen von den 16. Juli, Vormittags 10 Uhr, stand in dieser Sache Termin an. St. Urban, Annenftr. 9, bei Albert Proz. Gesangverein Freund sozialdemokratischen Kollegen allein, besonders Dem Schuldner mußte gesetzlich die Zustellung zu diesem Termine aft 1, Ewinemünderstr. 85 Geſellſchaftshaus. Kornblume, Gr. Frantsoweit sie in der Freien Vereinigung der Kaufleute" organisirt 24 Stunden vorher zugehen und da der Sonntag nicht mitrechnet, Frühling sluit, Bülowstr. 69, bet Werner. furterstr. 133 bei Gold.- Vorwärts II, Schönhauser Allee 28 bet Kelle. Brezelschluß, Annenfind, energisch vertreten werden und deshalb wählten sie Mit so mußte dies also bis Sonnabend Vormittag 10 Uhr geschehen. nraße 16, Louisenstädtisches Klubhaus( Ghrenberg). Dorfglödlein, glieder der Freien Vereinigung der Kaufleute zu Delegirten und Der Gerichtsvollzieher verspätete sich, er erschien erst nach zehn deutsch- Wilmersdorf, Uhlandt- u. Bariserfir.- Ecke bei Wendt. 8aget in den Vorstand. Dies die Thatsachen. nicht, Steglig, Schloßstr. 66a, Zur Börse. Borar, Manteuffelstr. 9 bet Uhr bei dem Schuldner. Dieser weigerte sich, die Zustellung an- nowad.- Harmonie I, Tempelhof, Dorfitr. 18 b. Gerth.- Steinfeger Es ist nun nichts weiter, als eine grobe Unwahrheit, daß zunehmen. Der Gerichtsvollzieher gerieth in Verlegenheit, feine anger chor, Kustanien Allee Nr. 28 bei Fiebiger. Kreuzberger die höchstbesoldeten Beamten Führerposten in der sozialpolitischen Bitte an den Schuldner, wegen der geringen Verfäumniß ein Sarmonie, Echönleinſtr. 6 bei Kraaz. Flöter'scher Gesang= Bewegung inne haben. Wer die kaufmännische Bewegung auch Auge zuzudrücken, hatte keinen Erfolg. Er ließ die Zeitangabe ürfchner, Weinfir. 11 bei Feindt. perein, Koppenfir. 47 bei Wilhelm Lorenz. Sängerchor Berliner Arbeiter- Gesangverein Oranien nur oberflächlich fennt, muß wissen, daß der Rendant der der Zustellung der Urkunde unausgefüllt und schrieb seinem burger Borstadt, Hochstr. 32a bei N. Wilte. Gesangverein Gleich= höchstbefoldete Beamte in der kaufmännischen Bewegung keine Auftraggeber, dem Rechtsanwalt Posner, daß er vergessen habe, bett, Echönhauser Allee 138 bei Rocita.- Abendroth, Deutſch- Wilmers- Ost- und Westpreußischer MännerFührerrolle inne hat, ebensowenig der Beamte, dessen Gehalt am die Rubrik der Zeitangabe auszufüllen, die Zustellung sei aber of Guelfa, Shafftr. Gesangverein, Krautstr. 6 bei Rudolf. Arbeiter- Gesangv. Morgen= meisten angegriffen wurde. Der Kassirer der Freien Vereinigung jedenfalls 24 Stunden vor dem Termine erfolgt. Der Termin roth IV, Köpenia, bet Wöuſtein, Adlershof, Bismarckstraße.- Gefangverein der Kaufleute," Angestellter der Orts- Krankenkasse, erhält 100 M. fand statt, der Schuldner erschien nicht und es erging gegen ihn Bötter frühling, Schüßenstraße Nr 33 bet Otto, Eintracht II, monatlich; der Vorsigende, Angestellter der Orts- Krankenkasse, ver ein Versäumnißurtheil. Kn. begab sich darauf zum Gerichts- Allee 26 bei Riebel. Gltenecke bei Adlershof, Köpnickerstraße bei Witte. Arion II, Prenzlauer heirathet, Vater von drei Kindern, erhält 150 M. Wie weit vollzieher KI., stellte ihm vor, daß er durch seine Schuld ver- Hotel W. Grunow. Brüderschaft, Stallschreiberstr. 29 8um eichenen die Fürsorge der Gewerbe- Deputation geht, erhellt aus der Thatsache, urtheilt worden sei, die Zwangsvollstreckung jeden Tag erwarten Stab".-iebes Echo, Reichenbergerſtr. 24 bet Tauschfe. Treu und Bruderbund, Lübbener- u. Görliger= daß sie die Absicht des Vorstandes besonders angreift, letzterem tönne und ruinirt sei, da er kaum im stande sei, die Hälfte der fest, debuferfir, o bet nemtie straßen- Ecke. Gerstenähre( Brauer), Blumenstr. 38 bet Wiedemann. nach mehr denn einjähriger Thätigkeit ab 1. Januar 1895 eine Schuld zu decken. Er soll den Gerichtsvollzieher mit einer An- Frossinn II, Friedrichsberg, Warthenbergstr. 67 bei Lange. ArbetterZulage von 25 M. pro Monat zu gewähren. Bei einer Mit- zeige wegen der falschen Beurkundung gedroht und dadurch be- Gefangverein Bineta, kastanien- Allee 11 bei Auguſtin. Gesangverein gliederzahl von 15 000 ist das allerdings eine staatsgefährliche wirkt haben, daß derselbe ihm seine Ersparnisse in Höhe von unge i dhe, Reinickendorf, Geſellſchaftsstraße 11 bet 2. Hartmann. Alpenröslein, Beraftr. 60 bei Silgenfeld. Arbeiter- Gesangv. Gins Absicht. 1146 Mark gab. Während der Angeklagte Kl. vor dem Unter- tracht III, Eberswalde, Eisenbahnstr. 77 bet Düball. Gefangv. Oberon, Nein, wenn Gehälter angreiftar sind, so sind es die Gehälter fuchungsrichter behauptet hat, daß von einem„ Darlehn" nie die kommandantenfir. 20, Arminballen. Alpenrose, Forſterſtr. 22 bei Edelweiß III, Wollinerstr. 62. Sängerrunde, Naunyn= der in der Oris- Krankenkasse angestellten Frauen, die Rede gewesen ist, behauptete er im Termine das Gegentheil und Tilgner. straße 37 bei Jablonski. Morgenroth I, Rummelsburg, Türrschmidtunverheirathete, junge Mädchen 100 und 137,50 M. erhalten. bewies durch Quittung, daß Kn. ihm das Geld zurückgegeben traße 83 bet Schröder. Gesangverein Widerhall, Naunynftr. 86 bet Diese Beamten sind aber nicht vom Vorstande, sondern vom habe. Der letztere verwahrte sich mit Entschiedenheit dagegen, Bubeil. Gefangverein Morgengra u'en, Neue Friedrichstr. 44 bei Röllig. Gesangverein yra II, Charlottenburg, Wallstraße 102 bei Maschestt. Magistrat angestellt, als die Kaffe gegründet wurde. Wir weisen daß er einen Druck auf den Angeklagten Kl. ausgeübt habe. Gesangverein Vorwärts IX, Charlottenburg, Wilmersdorferstr. 39, Bises selbstverständlich weit von uns, wie auch der bisherige Vor Der Staatsanwalt beantragte auf grund der Beweisaufnahme mardshöhe" Süd- Ost II, Falckensteinstr. 7 bei Trittelwig. Frisch stand, gegen diese Gehälter Einspruch zu erheben. Daß außerdem die Gewerbe- Deputation die Geschmacklosigkeit begeht, dem bis: gegen Kn. 4 Monate, gegen den Gerichtsvollzieher aber aur Freiheit, Lindenstr. 106 bei Frig Bubett. Lese- u. Diskutirklubs. Donnerstag. Dietgen, Abends 8 Uhr, 6 Monate Gefängniß. Die Rechtsanwälte Wronter, bei Schröder, Wiesenstr. 39. Neue Zeit, Abends 8 Uhr, Boyenstr. 40, bet herigen Vorstand die Schuld für die höheren Ausgaben dieses Jahres Friedmann und Reichenbach hielten dagegen aus Biesboit.- Süd- Ost, bei Toltsdorf, Gorauer- und Görligerstraßen Gce. Leseim Berhältniß zum Vorjahre zuzufchreiben, die doch nur durch die rechtlichen Gründen die Freisprechung für geboten. Der Gerichts- lubber Freunde bet Gnabt, Puttbuserstraße 32. und Diskutirklub Reimer bet R. Bahr, Gerichtsstraße 19. größere Inanspruchnahme der Kasse seitens der Kassenmitglieder hof verurtheilte den Angeklagten Ku. zu 6 Monaten Gesasenclever, Abends 8 Uhr, Restaurant Bange, Baumschulenweg 32 und durch die Einführung der freien Arztwahl verursacht ist, fängniß, während er den Gerichtsvollzieher freisprach. Treptow. Sozialistischer Lese- und Distutirtlub Abends sei nur zur wahren Charakteristik des Schriftstücks nebenbei August Geib Abends 9 Uhr Gegen den Webergesellen Josef Scholl, der als Loose: ühr, Reichenbergerstr. 157, Gigung. im Restaurant Zubeil. erwähnt. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. So also steht die Sache. Mit diesen Gründen in der händler unter der Firma Bankhaus J. Scholl- Berlin- NiederGent, Hand fann allerdings die Gewerbe Deputation je de Ort 3- schönhausen" in Niederschönhausen ein Bureau errichtet hatte, alle zuschriften den Bund betreffend find zu richten an: Berein Grüne Eiche( vor dem Halle'schen Thor), Abends Krantentasse in kommissarische Verwaltung nehmen, dann schweben gegenwärtig über 100 Zivil- und 33 Betrugs- Prozesse. Adalbertstr. 95. Donnerstag: Rauchklub raue wolte, krautstr. 48, Sumuristischer Klub Uni= ist die Wahl von Delegirten, die Wahl von Vorstandsmit Unter den Belastungszeugen befinden sich auch zwei Offiziere aus uhr, bei Gaugt, Mittenwalder- Straße 2. Geselliger Klub der alten gliedern eine lächerliche Farce, dann ist Herrin der Kaffe nicht Stettin. Scholl war fast nie im Besitz der Original- Loose. verfum, Beteranenſtr. 18, bei Schulz. Rauchtlub Erholung, Wienerstr. is bei Thiele. Rauchklub Brüder= die Mitgliedschaft, die die Kosten trägt, sondern die Gewerbe- Gewann einer seiner Kunden eine geringe Summe, so wurde Moabiter, Emdener u. Wadenserstr.- Ecke bei Schirmer, Abends 9-10.biese prompt ausgezahlt, bei größeren Gewinnen vertröstete er lich feit, Pücklerstr. 67 bei Schuhmacher. Deputation. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Donnerstag. Turnverein Echon zeigen sich die Folgen der neuen Regierung. Magistrats: die Leute so lange es ging, später antwortete er auf deren Die Geschäftsbücher sind durch& ichte IV. Männerabtheilung turnt feden Donnerstag, Abends von 8 bis 10 Uhr, Gemeindeschul- Turnhalle Stephanitr. 3( Moabit). Gesangverein affessor Triepcke, der neue Verwalter der Orts- Krankenkasse hat verfügt, Briefe überhaupt nicht mehr.. Daß yra, Abends 9 Uhr im Restaurant Bergfir. 17.-- Suchsdorf'scher daß den Kranken weder Milch noch Wein verabsolgt werden soll die Berliner Kriminalpolizei beschlagnahmt worden. bei Brüning, Rosenthalerstr. 11-12. Das heißt das wohlverstandene Interesse für die kranken Mit Scholl ganz gute Geschäfte gemacht haben muß, geht schon Männerchor von 8-9 Uhr Notenstunde; von 9-11 Uhr Uebungsstunde Gesangverein Jugendfreuden, daraus hervor, daß er sich in der letzten Zeit Pferd und Wagen Männerchor. Abends von 9-11 Uhr bei Wernau, Rosenthalerstr. 57. glieder wahren. Arbeiter- Zitherverein Ginigteit, Abends 9 Uhr Uebungsstunde bei Nowack, Manteuffelstraße Nr. 9. Geselliger Arbeiterverein Hoff= nung bei Gittler, Mariannenstraße 48. Alle 14 Tage Abends 8% Uhr. Bergnügungs- und Touristentlub Frete Brüder, Abends 9 Uhr bei Roll, Adalberistr. 21.- Ruderverein Vorwärts, Abends 9 Uhr in den Arminballen, Stommandantenstr. 20.- Stattlub Sanfter Heinrich b. H. Brandt, Reichenbergerstr. 122. Rauchflub Ohnesorge, Abends 9 Uhr, bet Jakob, Boeckhstr. 21. Rauchflub Kernspize, Abends 9 Uhr, bei A. Böhl, RüdersdorferRauchflub Pfeifendedel, Abends 8 Uhr, bei Jeratsch, Rauchtlub Kollegia, Abends 9 Uhr, bei Rohr, Naunyn Rauchtlub Waldesgrün, Forsterstr. 19 bei Krüger. Aber die Arbeiter haben da auch noch ein Wörtlin mitzu- halten konnte. reden und daß das Wörtlein recht kräftig ausfallen wird, deß kann Stadtrath Friedel und die Gewerbe- Deputation gewiß sein. Versammlungen. Vorläufig hat der kommissarische Verwalter der Orts- Kranken- Die Generalversammlung der allgemeinen Ortstaffe der Handlungsgehilfen angeordnet, daß am 28. und Krantentasse gewerblicher Arbeiter und Ar29. Dezember die Delegirtenwahlen im Bürgersaale des Rath- beiterinnen beschäftigte sich am 16. Dezember mit nachhauses stattzufinden haben; hoffentlich werden die Handlungs- folgender vom Oberpräsidenten ergangenen Verfügung: a) Herab- angestr. 24. gehilfen Berlins an diesen Tagen der vormundschaftlichen Für setzung auf die Mindeſtleiſtung; b) Erhöhung der ersten und straße 78.straße 8. Butunft III, Belten t. d. Mart, Wilhelmstr. 19 tm 8 Vermischikes. Die Meldungen aus der Proving schildern den durch den Sturm am Freitag angerichteten Schaden als sehr bedeutend. Im ganzen sind etwa 40 Personen umgekommen und 100 verlegt, und zwar meistens durch das Einstürzen von Häusern und Schornsteinen. In Sheffield erschlug ein einstürzender Fabrik Schornstein 5 Personen, mehrere Personen wurden verwundet. Am Sonnabend wüthete der Sturm weiter. eingetroffen. Die zum Auslaufen bereiten Dampfer blieben in[ monnikoog strandete ein deutscher Dampfer, dessen Mannschaft den Häfen. Die Schleusen von muiden können nicht geöffnet gerettet ist. werden. Bremen, 24. Dezember. Der deutsche Dampfer„ Lahneck" ist während des letzten Sturmes auf der Insel Schiermonnikoog in der Nordsee gestrandet. Nähere Nachrichten fehlen. " Wie Bösmann's Telegraphisches Bureau" erfährt, ist der gesammten Flotte des Norddeutschen Lloyd während des letzten Sturmes feinerlei Schaden zugestoßen. geftrige Sturm hat an den hiesigen Hafen Erweiterungsbauten Bremerhaven, 24. Dezember. Der vorgestrige und mehrfachen Schaden angerichtet. Besonders haben der Fangdamm, der vollkommen durchbrochen wurde, sowie die Rammarbeiten, die zum größten Theile zerstört wurden, gelitten. Verlust an Menschenleben ist nicht zu beklagen. Ueber den Sturm, der seit Freitag an der Nordseeküste Wilhelmshaven, 23. Dezember. In der vergangenen wüthete, liegen folgende Meldungen vor: 2ondon, 23. De Nacht wurde die Garnison wegen der durch die Sturmfluth her zember. Ueber das Eisenbahnunglück bei Chelford wird aus vorgerufenen Gefahr für die Deiche alarmirt. Das Wasser ist Crewe weiter gemeldet: Durch die Heftigkeit des Windes im Fallen begriffen. waren die Waggons eines Güterzuges aus den Schienen Hamburg, 28. Dezember. Infolge des Nordwestfturmes gehoben. Der Schnellzug aus Manchester fuhr in voller von der letzten Nacht entstand hier eine Springfluth. Die Elbe Fahrt auf den Güterzug auf und wurde theilweise zertrat in mehreren Stadttheilen über die Ufer, sämmtliche Reller trümmert. Nach den letzten Angaben wurden bei dem Bu- sind überschwemmt. Das Wasser richtete überall bedentenden sammenstoß 12 Personen getödtet und 52 verlegt. Schaden an. In den niederen Stadttheilen ist der Betrieb der elektrischen Bahn und der Pferdebahn eingestellt. Jetzt ist der Wind stiller; das Wasser fällt. Sämmtliche Feuerwehren sind in Thätigkeit, um die mit Kaufmannsgütern angefüllten Keller leer zu pumpen. Christlich germanische Augeschliffenheit. Unter der Auch in Altona ist durch die Springfluth der ver- Spigmarke„ Eine zuvorkommende Antwort" schreibt der Pefter gangenen Nacht der an der Elbe gelegene Stadttheil überfluthet. Lloyd": Der Präsident des ungarischen Abgeordnetenhauses, Die Speicherkeller sind mit Wasser gefüllt. Der hier und in Baron Desider Banffy, hatte die Präsidenten der auswärtigen Altona angerichtete Schaden ist noch nicht festzustellen, wird Parlamente ersucht, ihm für das ungarische Barlament je ein Amsterdam, 28. Dezember. Vergangene Nacht wüthete aber auf mehrere hunderttausend Mart geschätzt. Ueberall treiben Exemplar ihrer respektiven Hausordnungen zu übersenden. bei Nordwestwind in ganz Holland ein außerordentlich heftiges Ballen, Riften und Fäffer. Der Hamburgische Korresondent" Das Ersuchschreiben war der bei internationalem Berkehr rezipirten Unwetter. In Rotterdam erreichte die Maas die bisher noch meldet aus Harburg, daß etwas oberhalb der Glbbrücke ein Gepflogenheit gemäß in französischer Sprache abgefaßt nicht dagewesene Höhe von 3,75 Meter über dem mittleren Deichbruch stattgefunden hat und Landstrecken überfluthet sind. und von Stande. Die meisten Straßen sind überschwemmt, die Plätze den meisten Parlamenten wurde dem gestellten Vom Montag wird aus Amsterdam gemeldet: Der Ersuchen bereitwilligst entsprochen. Eine Ausnahme machte nur gleichen Seen; die Höhe des Waffers in den Straßen beträgt Sturm in der Nacht zum Sonntag zerstörte in Scheweningen die Abgeordnetenkammer in essen, deren Präsident die Ant einen halben Meter. Der Verkehr ist gänzlich unterbrochen, ein Drittel der dortigen Schiffe; alle Fischerboote lagen am wort hierher gelangen ließ, er habe wohl verstanden, was in dem Boote fahren in den Straßen. Sämmtliche Deichwachen Strande, vierzig davon sind gänzlich zerstört. Der Schaden Ersuchschreiben stehe, er fönne aber dem Verlangen nicht nach sind in der Umgegend von Rotterdam längs der Ufer der ist außerordentlich groß. In Egmond ist die ganze Fischer: kommen, da er Maas und der Yssel in Thätigkeit. Un Ütrecht sind neun flottille vernichtet. von Behörden und Unterthanen Sr. tais. und Ueberall an der Nordseeküste ist der apostolisch kön. Majestät" nur in deutscher Sprache abgefaßte Häuser eingestürzt, eine Person wurde hierbei verlegt. An Strand in der Breite von 14-20 Metern hinweggespült. Briefe anzunehmen in der Lage sei. mehreren Punkten hat das Wasser die Deiche überfluthet und Der Hafen von Vlissingen bat schwer durch die Fluth die Niederungen überschwemmt; der hier angerichtete Schaden gelitten. Der Postdampfer Prinzeß Elisabeth" traf gestern be ist sehr beträchtlich. In Papendrecht sant auf der Merwede ein schädigt ein. Bei Egmond scheiterte eine deutsche Barke und Kahn, wobei drei Personen ums Leben kamen. Bei Terschelling ging völlig in Trümmer; von der 17 Personen starken Bemanfcheiterte ein Fischerboot aus Volendam, die Mannschaft wurde nung wurden 7 gerettet, 5 ertranfen, die übrigen werden vergerettet. Eine bedeutende Menge von Telegraphen- und Telephon- mißt. Die schwedische Bark Johan Fough" strandete bei Bliehorst; drähten wurde im ganen Lande zerrissen. Der Postdienst ist die Bemannung ist noch an Bord; ein Rettungsboot fuchte sehr unregelmäßig; die englische und die deutsche Post sind nicht mehrere Male vergeblich das Schiff zu erreichen. Bei Schier " Freie Volksbühne. Orts- Krankenkasse Am Dienstag, den 25. Dezember( 1. Weihnachtsfeiertag), findet für die 7. Abtheilung eine Vorstellung im Geffing- Cheater statt Zur Aufführung gelangt: Die Stützen der Gesellschaft. Schauspiel in 4 Aufzügen von Henrik Ibsen. Mitwirtende: Margarethe Höder, Clementine Krauß, Marie Reisenhofer, Gustav Kober, Claudius Merten, Heinr. Prechtler, Ferd. Suske, Heinr. Vorwerk. Mitglieder zur 7. Abtheilung werden in allen Zahlstellen aufgenommen. Extrakarten à 75 Pf. werden zu dieser Vorstellung für die Mitglieder anderer Abtheilungen verausgabt; die Mitglieder werden grbeten, diese Form des Eintritts zu benuken. Am selben Tage für die 4. Abtheilung im National- Theater: Hildegard Scholl. Borber: Ehrenschulden. Am Donnerstag, den 27. Dezember( 3. Weihnachtsfeiertag), findet im Lessing- Theater für die 1. Abtheilung eine Vorstellung statt. Zur Aufführung gelangt: Der Traum ein Leben. Von Franz Grillparzer. Mitwirkende: Teresina Geßner, Clementine Krauß, Hermine Fanto, Gustav Kober, Heinrich Brechtler, Paul Nollet, Carl Waldow. Auch zu dieser Vorstellung werden Extrakarten à 75 Pt. verkauft. Der Vorstand der Freien Volksbühne. J. A.: Julius Türk, O., Blumenstraße 21. 294/12 Achtung, Schuhmacher! der Cigarrenmacher, Ob der Präsident der Hessischen Kammer den Teutschmeier bloß gespielt hat, um die ihm peinliche Thatsache zu ver büllen, daß er lein Französisch kann? Cholera in Südamerika. Wie aus Buenos- Ayres gemeldet wird, sind in Rosario einige, wie man glaubt, jedoch gutartige Cholerafälle aufgetreten; es sind umfassende Vorsichtsmaßregeln getroffen worden. Uruguay hat für Herkünfte aus Argentinien eine Duarantäne eingeführt. Bartei- Bersammlung Cigarrensortirer und deren f. Rosenthaler Vorstadt u. Gesundbrunnen am Freitag, den 28. d., Abds. 81/2 Uhr, imViktoriagarten, Badstr. 12. Zages Ordnung: gewerbl. Hilfsarbeiter. Vom 1. Januar 1895 ab find die Rassenstunden an den Wochentagen dem Montags u. Sonnabends von von 8-11 hr Vormittags, außer 1885b 6-8 Uhr Abends. 18/ 8b Der Vorstand. Centralverb. dtsch. Conditoren, Pfefferküchler, sowie der. HilfsArbeiter u. Arbeiterinnen. Lokalverein Berlin. Donnerstag, den 27. Dez.( 3. WeihnachtsFeiertag), in Gründel's Festsälen, Brunnenstr. 188: 3. Stiftungsfest. Bokal u. Instrumental- Konzert, Tanz, Festrede. Herren, die am Tanz theilnehmen, zahlen nach. Während der Staffeepause: Großart. Ueberraschungen, u. a.: Der historische Bänkelsänger". Anfang 6 hr. Entree 20 Pf. Ende??? Um zahlreiches Erscheinen bittet Das Komitez. 102/2 Am Donnerstag, den 27. d. M., Vormittags 9%, Uhr, bei Achtung! Keller, Koppenstrasse 29: Große öffentliche Versammlung aller in der Schuhindustrie beschäft. Arbeiter u. Arbeiterinnen. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genoffen Millarg über die wirthschaftlichen Um wälzungen und ihre Begleiterscheinungen für die Arbeiter. 2. Diskussion. 3. Berschiedenes. Die Agitationskommission. 3. A.: Carl Rott, Roppenſtr. 87. Achtung! Decateure! 223/19 Achtung! Donnerstag, den 27. Dezember, Abends 8, Uhr: Mitglieder- Versammlung bei Wienecke, Alte Jafobstr. 83. Zages Ordnung: 112/8 1. Bericht der Kommission zur Regelung der Arbeitszeit. 2. Berschiedenes. Musikinstrumenten- Arbeiter. Donnerstag, den 27. Dezember cr., Vormittags 10 Uhr, in ,, Deigmüller's Saal", Alte Jakobstr. 48a: Große öffentliche Versammlung sämmtlicher Klavierarbeiter Berlins. Zages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Der Stand unseres Lohntampfes. 3. Diskussion und Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht Die Lohnkommission. Berschiedenes. 198/17 Achtung! Grünau! Da es gewissen Leuten beliebt, zu behaupten, ich schenke Ningbier und das1861b 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Bericht der Zeitungskommission. Der Vertrauensmann: G. Helbig. Bügler, Stepper, Zuschneider! Donnerstag, den 27. Dezember, Vormittags 10 Uhr: General- Versammlung. Armin- Hallen, Kommandantenstr. 20. Neu eröffnet Der Vorstand. Louis Keller's Fest- Säle in dem Monumental- Prachtban Koppenstrasse 29, dicht an der Frankfurterstraße. Pferdebahn- Verbindung. Grösste Fest- Säle Berlins, zusammen für ca. 5000 Personen. 1880b Am 2. Feiertag von 4 Uhr ab: Großes Juftrumental- Concert mit Gesangseinlagen, nachher Festball. Am 3. Feiertag von 4 Uhr ab: Jufrumental- Concert und nachher Feßtball. Sehenswerth ein 14 Meter hoher elektrisch erleuchteter Riesentannenbaum. WC Louis Keller. Einzelne Flaschen frei Haus Berlin. Rum selbe kommt des Nachts, so fordere ich dieselben auf, den Beweis der Wahr anerkannt gut, Literflasche à 1,10, 1,60, 2,10, bei 5 Flaschen& 10 Bf. billiger. Beweis erbracht wird, an die Bartei Echt Stonsdorfer Likör à Liter 1,20, 5 Liter 5,50 10 Liter 10, heit anzutreten. Ich würde, wenn der Glühwein- Extrakt, hochfein, Literflasche 1,30, 5 Liter 5,50. taffe 1000 Mart zahlen. Im ant eren Jngber- Likör, magenstärkend, Literflasche à 1,10, 1,60, 2,-. Falle erkläre ich das Gerücht für eine Himbeer- Kirsch- Johannisbeersaft, vorzügl., Literflasche à 1,30. Berleumdung. Die Beleidigung gegen Eugen Neumann& Co., 6a, Belle- Allianceplay 6a. ein Mitglied der Bierkommission nehme 81, Neue Friedrichstr. 81. 8, Oranienftr. 8. 29, Genthinerstr. 29, ich zurück. 1890b Reinhold Liedtke Beste u. billigste Bezugsquelle Restaurateur, Grünau. Achtung Posamentiere! Mittwoch, den 26. Dezb., 2. Feiertag: Gr. Frühschoppen bei Lüneburg, Alte Jakobstr. 66. Zahlreiches Erscheinen erwünscht. Kanarieuroller, preisgekrönt( Beweis: 26 Medaillen zur Anficht), 8-20 M.( Umtausch geftattet, also jedes Risito ausgeschl.) Großzücht, und Versandtgesch. 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Beim Bezuge von hellem Lagerbier geben wir unseren verehrten ständigen Abnehmern die 21. Tonne gratis, woranf wir besonders aufmerksam machen. 120Durch Vergrößerung unserer Brauerei sind wir jetzt in der Lage, auch den weitgehendsten Ansprüchen zu genügen. Berlin, im Dezember 1894. Johannisstraße 18| 19. Telephon: Amt III. Nr 8035. Die Direction. Sozialdemokratischer Wahlverein Neujahrskarten nur für Händler und Wiederverkäufer. Freireligiöse Gemeinde, Berlin. für den 2. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Spezialität: Sozialdemokratische Am Sonnabend, den 29. Dezember, in Buß' Salon, Donnerstag, den 27. Dezember( dritter Weihnachts- Feiertag), im Botale von Zubeil, Lindenstraße 106: 277/18 Gesellige Abend- Unterhaltung. Zuerst Vortrag des Genossen Hausen über: ,, Unsere Weihnachten." Zahlreicher Betheiligung sieht entgegen Der Vorftand. Glückwunsch- Karten. C. Schipke& Co., Berlin S., Vlan- Ufer 96, 1 Tr., an der Kottbuser Brücke. Soeben erschien: Sozialdemokratischer Agitationsklub für den Osten Berlins. zu Gratulations- Gedichte und Vorträge allen festlichen Gelegenheiten. Stamm buch- und Gedenkverse. Für die Kinder Dienstag, den 25. Dezember( 1. Weihnachtsfeiertag), Vormittags 10 Uhr, des Proletariats Preis 60 P., elegant im Elysium, Landeberger Aller 40/42: fartonnirt. Zu beziehen durch Hans Baake, Berlin S, City- Passage. Ausschank der Große öffentliche Volks- Versammlung. Tages Ordnung: Gr. Frankfurterstraße 85: Grosses Weihnachts- Fest mit Kinderbescheerung. Anfang 6 Uhr. Bescheerung 9 Uhr. Billets à 50 Pf. find zu haben bei: Heber, Alexandrinenstr. 14, 2 Tr.; Pütter, Gerichtsstraße 28, 3 Tr.; Peege, Rüdersdorferstraße 48; Amelung, Baumannſtr. 12; Börner, Ritterſtr. 15; Kottlow, Rufeftraße Rubenow, Brunnenstr. 115; Göpel, Rionsfirchplay 5; Eichelhardt, Neu- Weißensee, Königs- Chauffee; Tutzauer, Röpenickerstraße 25. Ethische Gesellschaft. 1888b 1. Vortrag des Genossen Pfannkuch über: Die Erlösung der Fürstenwalder Schloßbrauerei, Dienstag, den 25. Dezember( 1. Weihnachts- Feiertag), Menschheit. 2. Diskussion. Zur Deckung der Untoften findet eine Tellersammlung statt. Mittwoch, den 26. Dezember( zweiter Feiertag), Abends 61/2 Uhr, in Albrecht's Salon, Memelerstraße 67: ff. Weiss- und Grätzer Bier. Vereinszimmer noch einige Tage frei. Angenehmer Familienaufenthalt! R. Streit( in Vertretung), Naunynr. 86. Große öffentliche Versammlung für Frauen und Männer. 12048 Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Dr. Joel über: Der Kampf ums Dasein in Thier- und Menschenwelt. 2. Diskussion. Entree 10 Pf. 169/1 Nach der Versammlung: Gemüthliches Beisammensein und Tanz. Weberstr. 17. Nieft's Festsäle Weberstr. 17. Dienstag, den 25. Dezember 1894: ( 1. Weihnachts- Feiertag) Grosse Matinée zum Besten der ausgesperrten Brauereiarbeiter bestehend in Karl Hörschlein, 101. Sloſter- Straße 101. Frühstück, Mittag- und Abendtisch. Ringfreies Bier. Clubzimmer. Fest- Saalfonen faſſend mit Bühne, 400 PerBelforterstr. 15. Zu Versammlungen u. Feſtlichkeiten habe noch einige Sonnabende und Sonntage frei. Kein Ringbier. 17116 A. Schneider. Neu eröffnet. im Elysium, Landsberger Allee 40-41: Weihnachts Feier, bestehend in Vokal- und Instrumental- Konzert. Festrede, ge halten von Herrn Dr. Joël. Vorstellung und Bescheerung der anwesenden Kinder. Anfang Nachmittags 5 Uhr. D Billets à 20 Pf. sind zu haben bei Donath, Pappel- Allee 3-4; Brunsch, Große Frankfurterstraße 138, v. 4 Tr.; W. Noad, Reichenbergerstraße 112; Trill, Schankgeschäft, Zionskirchplatz 5. 114/10 Königstadt- Kafino, Holzmarktstr. 72 ( Inhaber: Metzner). 86/2 Mittwoch, den 26. Dezember 1894( 2. Weihnachts- Feiertag): Große Matinée, Berlins und Umgegend Louis Keller's Festsäle, veranstaltet vom Interessenverein d. Buchdruckerei- Hilfsarbeiter Vokal-, Mundharmonika- und Zither- Conzert, Grosser Festsaal 3000 Pers. bes Gefangvereins„ Solidarität“( M. d. A.- S.- B), Dir. Lindemann, ſowie Theater Vorträgen, Oberer Festsaal 600 300 zum Besten feiner unterstützungsbedürftigen Roflegen, unter gütiger Mitwirkung Der Duettistenpaare Geschw. Dellmann und Grassini. Eröffnung 11 Uhr. Entrée 30 Pf. Anfang 12 Uhr. 99 Bier vom Münch. Brauhaus. Echtes Zacherl- Bräu 3/10 L. 20 f. 99 unter Mitwirkung der Vereine: Gesang- Vereine Collegia I und Georginia Kleiner Festsaal ( Mitgl. des Urb. S.-B.) Dirigenten Herren 2ange und Stiß; des Mund- mit großen behaglichen Nebenräumen. Achtung! harmonita- Vereins Vorwärts( Mitgl. d. V. d. ges. Arb.- Ver. Berlins u. Ung? Ill Tunnel: Svorzügl. Kegelbahnen, Dirigent Herr Schäride; eines Quintetts vom Zitherverein Heimathklänge; des Rauchklubs Märkisch Kraut, arrangirt vom Verein ,, Rhetorik"( Mitgl. d. B. d. ges. Arb.-V. Berl. u. U.). Sehr reichhaltiges, neues Programm, u. a.: Die Tochter des Staatsanwalts. Schwant in 1 Aft von Max Kegel. Wir glauben an der Freiheit Sieg, vied, mit lebendem Bilde.( Neu!) Eröffnung 10 Uhr. Anfang 12 Uhr. Programm 20 Pf. Programme, die zum Eintritt berechtigen, sind nur an den bekannten Stellen zu haben, da öffentliche Kasse nicht stattfindet. Kein Ringbier. Der ganze Ueberschuß, nach Abzug der Unkosten, ist für die ausgesperrten Brauerei- Arbeiter bestimmt, deshalb bittet um rege Betheiligung 112/17 Das Komitee. Grosse Vereinsräume, Tagesrestauration. Empfehle mein Restaurant als angenehmen Familienaufenthalt. 2 große Vereinszimmer, 50-80 Perfonen, Winter Kegelbahn noch einige Tage frei. Restaurant Seiffert, 1673b 121. Oranienstr. 121. J. A.: Oswald Grauer. Schuhmacher! Achtung! Keller's Etablissement Koppenstraße 29, Fim oberen Saal. Dienstag, den 25. Dezember( 1. Weihnachtsfeiertag) Weihnachts- Vergnügen des Vereins Deutscher Schuhmacher( Filiale Berlin). Großes Konzert, ausgeführt von Zivil- Berufsmufitern, unter Mitwirkung Gesangvereins„ Bineta"( M. d. A.-S. B.) fowie des Boltshumoristen Vereinszimmer m. Piano empf. Bet. Vereinszimmer m. Piano empf. Bek. u. Genossen& urth, Wrangelir. 109. des Empfehle mein Weiß- u. Bairischbier- Lokal mit Vereinszimmer und Piano. W. Grube, Mariendorferstr. 5. Verband aller im Handel u. Transport Salon zum Freischütz 130 beschäftigten Hilfsarbeiter, Fruchtstraße 36a.[ 1872b Am 2. und 3. Feiertag: Grosser Ball. als: Hausdiener, Packer, Kutscher. Täglich: Spezialitäten- Vorstellung. Dienstag, den 25. Dezember ( 1. Weihnachtsfeiertag), Fr. Völkerling. Empfehle mein Weiß- u. BairischBier- Lokal m. Billard u. Vereinszim. in Keller's Festsälen, Koppenstraße Nr. 29, Heinrich Pinzer, gracht 16an der Großen Frankfurterstraße: Grosses Familien- Fest. Volksein gracht 16 Achtung! 1870b Freunde und Genossen lade zur Feier der Sonnenwende zum Frühschoppen Otto Schmiedel, Dunder- Straße Nr. 4. C. Froelich's R. Heise und des Tanzkomiters G. Nummert. Anfang 6 Uhr. Programm 25 Pf. Tanz- Kränzchen. Nach dem Konzert: Herren, welche am Tanz theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Billets sind in allen mit Plakaten versehenen Handlungen zu haben. Das Komitee. J. A.: G. Schrul. Ausschank der Brauerei WILHELMSHÖHE, Hasenhaide Nr. 50: Bum Beffen der ausgesperrten Brauerei Arbeiter 18945 am 1., 2. u. 3. Weihnachts- Feiertag, Nachm. von 4 Uhr ab: Konzert und Gesangsvorträge. verbunden mit Konzert und Vorstellung unter Mitwirtung des Bolts, Gesellschafts- Säle u. Restsurant Die gesammte Einnahme( Programm 20 Pf.) wird humoristen Richard Heise, des Gesangs- Komifers Alfred Hoffmann, des Grotesque- und Tanz- Komikers Paul Warnei, sowie des Gesangvereins St. Urban( Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes). Nach dem Konzert und der Vorstellung: Grosser Ball, Billets inkl. Tanz 50 Pf. Kein Ringbier. Eröffnung 3 Uhr. Anfang 4 Uhr. Hierzu ladet freundlichst ein Der Vorstand. Billets find im Bureau des Verbandes, Neue Grünstr. 10 1, Telephon Amt I, Nr. 810, in den Zahlstellen und in den mit Plakaten 185/18 belegten Handlungen zu haben. NB. m laufenden Gerüchten entgegenzutreten, erklären wir hiermit, dah stets zu unseren Festen, so auch zu diesem, nur organiD. D. firte Bivil- Berufsmusiker engagirt werden. Keller's Festsäle, Koppenstrasse 29. Dienstag, den 25. Dezember( 1. Weihnachts- Feiertag): Grosse Matinée, veranstaltet vom Gesangverein Gerstenähre( Brauer), unter Mitwirkung der Gesangvereine: Norddeutsche Schleife, Freiheitsklänge I, Stralauer Liedertafel, Frohsinn I, Liedertafel der Maler, Kreuzberg, Deutsche Liedertafel und Sängerkette( Mitgl. d. A.-S.-B.), sowie von Mitgliedern der Freien Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker". " Gesangsleitung: Herr Eriner. Fest- Vortrag, gehalten vom Reichstags- Abgeordneten P. Singer. Eröffnung 11 Uhr. Einlaßkarte 20 Pf. Echönhauser Allee 161. Am 2. u. 3. Weihnachts- Feiertag Gr. Ball. Empieble meine Säle für Vereine u. Gesellschaften. Bier a. d. Gen.- Brauerei Hoben- Schönhausen. ff. Weißbier. 1896b Deigmüller's Saal Alte Jakobstr. 48a E 2. Weihnachtsfeiertag Mittwoch, 26. Dezember 1894 Grosser Ball. Weissensee. Allen Freunden u. Bekannten theile ergebenst mit, daß ich die Restauration Sedanstr. 35 d, Ecfe Weißenburgerstraße, in Vertretung übernommen habe. Um werthen Zuspruch bittet J. Brennert. Ringfr. Bier, ff. Speisen, Vereinszimmer. Friedrichshagen. Schulze's Bierhallen Friedrichstrasse 135 Anfang 12 Uhr. neben dem Brauerei Ausschankslokal Der gesammte Ueberschuss ist für die ausgesperrten Brauerei- d. Brauerei Müggelschlößchen Empfehle Das Komitee. den geehrten Vereinen u. Gesellschaften, Arbeiter bestimmt. 129/13 Achtung! Rixdorf, Britz. Achtung! Mittwoch, den 2. Feiertag, bei Wirsing, Knesebeckstraße 77: Zum Besten der ausgesperrten Brauereiarbeiter: Grosse Matinée, veranstaltet vom Gesangverein Schneeglöckchen( Mitgl. des Arb.-Säng.-B.). Feftrede des Genossens P. Hilpert. Anfang 11 Uhr. 1737b. Entree 20 f. 1335L Viktoria- Säle, Rixdorf fowie einem Friedrichshagen besuchen den Publikum mein reizend gelegenes Lokal, Saal mit Pianino, Gesellschaftszimmer, Billard, gr. Ausspannung 2c. den ausgesperrten Brauerei Arbeitern überwiesen. Achtung! Achtung! Schneider und Schneiderinnen! Dienstag, den 25. Dezember, in den unteren Räumen der Armin Hallen, Kommandantenstraße 20: Gr. Weihnachts- Vergnügen des Verbandes deutscher Schneider, Schneiderinnen u. Berufsgen. REF Grosses Konzert, ausgeführt von Mitg edern der Freien Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker" Große Weihnachts- Verloosung für Kinder. Deklamatorische Vorträge ernsten und heiteren Inhalts. Eröffnung 5 Uhr. Anfang 6 Uhr. Billets à 30 Pf. find im Zentral- Arbeitsnachweis Schüßenstraße 18/19 und bei den bekannten Mitgliedern zu haben. Zu recht zahlreichem Besuch laden ein. Die Bevollmächtigten. Pankow. Achtung! Pankow. Dienstag, den 25. Dezember, Abends 7 Uhr, in Buge's Vereinshans ( an der Nordbahn): Große Weihnachtsfeier, bestehend in Concert, Feßtrede( Frau Ihrer), Vorträgen und Tanz, veranstaltet vom Arbeiterverein von Pankow und Umgegend, unter Mitwirkung des Gefangvereins Echo I( Pankow), sowie des Gesangshumoristen Gent. Um regen Zuspruch bittet Das Komitee. Etablissement„ Süd- Ost" Waldemarstrasse 75. 64/1 Ein vorzügliches Glas Lagerbier, eine ff. Weiße, sowie eine vorzügliche Tasse Raffee stets vorräthig. Außerdem empfehle meinen reichhaltigen Frühstücks- und Mittagstisch, fowie eine reichhaltige Abend- Speisenkarte in befannter Güte zu soliden Preisen. Be1. Weihnachtsfeiertag, Mittags 12 Uhr: Matinée vom Gesangverein merke außerdem noch, daß den geehrten ,, Sängerfreiheit", abends: Konzert und Kränzchen vom GesangDamen meine Kaffeküche auch während verein ,, Lorbeerkranz( 1879)". Der Wintermonate zur Verfügung steht. Um zahlreichen Besuch bittet ergebenst Fr. Schulze. 1818L] 2. Feiertag, Mittags 12 Uhr: Matinée vom Gesangverein ,, Allegro". Abends: Familienkränzchen vom Lese- und Diskutirklub ,, Süd- Ost". 3. Feiertag: Familienkränzchen vom Rauchflub ,, Bahia", ( zirka 1500 Personen fassend), Hermann- Strasse 45. Am 2. und 3. Feiertag von 4 Uhr ab: Grosser Ball. Empfehle meine Säle und Vereinszimmer zu Versammlungen u. Festlichkeiten. Ausschant der Fürstenwalder Schlossbrauerei und ff. Weissbier. Verantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW., Beuthstraße 2. C. Ulrich.