Nr. 177 39. Jahrgang Ausgabe A nr. 89 Bezugspreis: BiertelfährL 90,-, monatl. 30, frei ins Saus, voraus zahlbar. Postbezug: Monatlich 30,-., einschl zu ftellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- u. Memel gebiet, fowie Bestpolen, Desterreich u. Buremburg 64,-., für das übrige Ausland 82, M. Bostbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, Eng. land, Esthland, Finnland, Frankreich, Holland. Lettland, Luxemburg, Defter reich. Schweden, Schweiz, Tschecho. Slowakei und Ungarn. Der Vorwärts" mit der Sonntags. beilage Bolt und Zeit", der Unter haltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Gonn tags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialbemotrat Berlin" Morgen- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 1 Mark Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillegeile foftet 12,-„ Aleine Anzeigen" bas fettgebruckte Wort 3,- 2.( 11 läffig zwei fettgedructe Worte), jedes weitere Wort 2,- M Stellengesuche und Schlafftellenanzeigen das erste Bort 2, M., jedes weitere Wort 1,50 M. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten geile 6,- M. Die Preise verstehen sich einschließlich Teuerungszuschlag. Anzeigen für die nächste Summer müffen bis 4 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partçi Deutschlands Redaktion und Expedition: SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Redaktion Morisplat 15195-97 Expedition Morisolas 11753-54 Freitag, den 14. April 1922 Scharfe Antwort der Reparationskommission. Die Reparationsfommission hat am 10. April die Mitteilung des Reichskanzlers vom 7. April erhalten. Sie hat mit leberraschung und Bedauern festgestellt, daß die deutsche Regierung die hauptsächlichsten Bedingungen, von denen die Kommission die Bewilligung eines Zahlungsaufschubs an Deutschland abhängig gemacht hat, bestimmt ablehnt. Insbesondere erklärt sich die deutsche Regierung außerstande: = Vorwärts- Verlag 6.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Berleg. Grvedition and Inferaten. Abteilung Moritsplatz 11753-54 Um die Reichseisenbahn. Von Heinrich Ströbel. Der deutschen Kriegslastenkommission in Paris ist heute Wiederherstellung der wirtschaftlichen und finanziellen Lage Deutscheine Note der Reparationsfommiffion zugegangen. Nach dem lands. Aber eine unumgängliche Bedingung für ein derartiges Zu- Nur blinde Optimisten konnten glauben, daß die deutsche in später Abendstunde hierher telegraphisch übermittelten Text fammenwirken ist die Beachtung nicht nur der Grund Schwerindustrie nach dem Scheitern ihres ersten Anschlags hat die Note folgenden Wortlaut: fäße, sondern auch des Mechanismus des Bergegen die Reichseisenbahn ihren Feldzug als gescheitert be= trags von Versailles. Wenn die in der Note des Kanzlers angenommene Haltung jekte mit zäher Beharrlichkeit zu betreiben, und wo hätten Wenn die in der Note des Kanzlers angenommene Haltung trachten würde. Unsere Schwerindustriellen pflegen ihre Proder kommiffion und der deutschen Regierung offenbar un- fabelhaften Geschäft gegenüber, wie es die Entstaatlichung der aufrechterhalten wird, ist jede weitere Erörterung zwischen diese Eigenschaften höheren Lohn versprochen, als einem so möglich. Aber wenn nach Ueberlegung die deutsche Regierung Reichseisenbahnen und ihr Anheimfall an die Privatindustrie fabelhaften Geschäft gegenüber, wie es die Entstaatlichung der davon abfieht, das Recht der Reparationstommiffion, wäre. Ein solches Beute und Ausbeutungsobjekt eriſtiert ja ihr ihre Entscheidungen aufzuerlegen, zu bestreiten, fo ist die Kommiffion bereit, jede praktische Anregung zu finden, die nicht zum zweiten Male in der Welt. Repräsentieren doch die von der deutschen Regierung zur Cöfung der Schwierigkeiten, in bei dem jetzigen Kursstande also von zirka 2400 Milliarden Reichseisenbahnen einen Wert von 30 Milliarden Goldmart, der fie fich befindet, vorgebracht werden könnten. Diese Erklärung Papiermark. Welch abenteuerliche Gewinnchancen und welch Sinne ausgelegt werden, daß dieje inzwischen die Ausführung der winkten unserer Schwerindustrie, wenn es ihr gelänge, die feitens der Reparationsfommission darf keineswegs in dem ungeheuerlicher wirtschaftlicher und politischer Machtzuwachs Entscheidung vom 21. März oder der in ihrem Schreiben gleichen Tage auferlegte Bedingungen zu rüd nimmt, oder vor- Reichseisenbahnen in ihren Besitz und ihre Botmäßigkeit zu 1. irgendeine neue Steuer neben den im Steuerfompromiß 2. Zahlungen in fremden Devisen auf andere Weise als mittels einer äußeren Anleihe zu bewirken; vorgesehenen Steuern zu schaffen; 3. irgendeine Ueberwachung der deutschen Finanz- oder Verwaltungsorganisation anzunehmen mit der Begründung, daß eine derartige Leberwachung die Souveränität Deutsch lands beeinträchtigen würde. = läufig außer Kraft jetzt. # 1. Was den ersten Puntt anlangt, fo ist offenbar unumgänglich, daß die Gesamtheit der von der deutschen Regierung in deutscher Wäh- gez. Tabois. Salvago Raggi. John Bradbury. A. Bemelman. rung zu bezahlenden Ausgaben( jei es für die Reparationen, sei es für andere 3wede) mittels der wirklichen Einnahmequellen des deut schen Volkes ohne erneuten Rüdgiff auf die Inflation bezahlt wird. Die Reparationsfommiffion ift, wie sie in ihrem Schreiben vom 21. März 12 ausgeführt hat, polliommen geneigt, im Jahre 1922 die Bezahlung eines beträchtlichen Teiles dieser Ausgaben mit Hilfe innerer freiwilliger oder Zwangsanleihen in Betracht zu ziehen. Die Deutsche Regierung selbst zieht. die Möglichkeit, in der Zwangsanleihe die Mittel zu finden, die Gesamtheit des Defizits zu deden, nicht in Betracht. Offenbar besteht aber wenig Hoffnung, daß der Kredit der deutschen Regierung bei ihrem eigenen Volfe genügend wiederhergestellt ist, um ihr die Durchführung freiwilliger Anleihen zu ermöglichen, bevor sie einen überzeugenderen Beweis von Tat frait auf dem Steuergebiet geliefert hat, als denjenigen, der sich aus den Boranschlägen des Steuerkompromiffes. ergibt, beispielsweise hinsichtlich der Besteuerung der derzeitigen Gewinne von Industrie und Handel. Die Kommission bleibt daher überzeugt, daß eine fofortige beträchtliche Bermehrung der Steuern über die im Steuerfompromiß in Betracht gezogenen Bermehrungen hinaus im Intereffe Deutschlands selbst unumgänglich ist. Infolge deffen fann sie zurzeit nur die Bedingungen hinsichtlich weiterer Steuern, welche sie in ihrem voraufgehenden Schreiben ausgesprochen hat, voll und ganz aufrecht erhalten, wobei fie fich indessen bereit erklärt, jeben Borschlag zu prüfen, den die Deutsche Regierung mit dem Ergebnis machen fönnte, eine befriedi gende Regelung des gesamten Fehlbetrages des Haushaltes herbei zuführen. 2 Hinsichtlich des zweiten Bunftes ergibt sich nicht weniger flar, daß jede Hoffnung für Deutschland, im Ausland eine Anleihe von irgend welcher Bedeutung aufzunehmen, Schimäre bleiben wird, soTange Deutschland nicht eine sehr ernstliche Anstrengung zur Wiederherstellung seines Gleichgewichtes feines Haushaltes gemacht hat. Die Antwort der Deutschen Regierung auf die beiden ersten Bunfte, in ihrer Gesamtheit betrachtet, fommt also einer Beige rung gleich, irgendeinen wirksamen Versuch zu machen, sich die notwendigen fremden Devisen für die Bezahlung der Reparationen zu beschaffen. Die Reparationstommission hat sich sehr beeilt, die Deutsche Antwort vom 7. April auf ihre Note vom 21. März zu beantworten. Sie hat zu dieser Antwort nur wenige Tage gebraucht, was bei der Schwierigkeit der Materie einige Ber: wunderung erregt. Und an fich war eine solche Eile gar nicht notwendig, da sie ja die Folgen, die sich aus einer Nichterfüllung ihrer Forderungen ergeben, in ihrer Note vom 21. März schon ziemlich genau umschrieben hatte. Der 3wed diefer raschen Antwort ist offenbar ein po Litischer. Die Konferenz von Genua hat trotz allem Bessimismus gewiffe Hoffnungen gewedt und alles andere in den Hintergrund gedrängt. Unter den Hoffnungen auf Berföhnung, die sie hervorruft, droht die strenge Ausführung des Friedensvertrages von Versailles und des Finanzdiftats von London Schaden zu leiden. Da hält es die Reparationsfommission für nötig, das Pariser Karfreitagsmotiv im Genuefer Osterkonzert wieder kräftig anflingen zu laffen. Gebiet verlassen und sich auf das politische begeben. Gegen Die Reparationsfommission hat dabei das finanzpolitische über der Note vom 21. März hat sie ihren Ton noch verschärft. Wenn Herr Dubois und Genossen die gute Art haben, von einem Starrfinn" der deutschen Regierung zu sprechen, so wollen sie damit jedenfalls die Tatsache zum Ausdruck bringen, daß es außerhalb des Konferenzsaales päer miteinander verkehren, immer noch Sieger und Bevon Genua, wo Deutsche und Ententevertreter als gute Eurofiegte gibt. Die Reparationskommission läßt zum Schluß die Möglichkeit offen, daß über neue Vorschläge der deut fchen Regierung geredet wird. Diese Möglichkeit muß in Betracht gezogen werden, aber es ist jetzt schon zu sagen, daß neue Borschläge, die einen Widerruf der am 7. April gegebenen Erklärungen darstellen, in keiner Weise und auf feinen Fall zu erwarten sind. Die letzte Entscheidung liegt nicht bei der Kommission, 3. Hinsichtlich des dritten Punktes vermag die Kommission in sondern beim Obersten Rat, und auch sie ist nicht unabdem durch ihr Schreiben vom 21. März gestellten Bedingungen nichts hängig vom Urteil der Welt. Die Welt aber will das Schauzu erblicken, was die Befürchtungen der deutschen Regierung auch nur im geringsten zu rechtfertigen geeignet wäre. Die Kommiffion fpiel nicht erleben, daß das Wenige, was vielleicht doch in hat in feinem Punkte in das Recht der Initiative oder in die Ver- Genua aufgebaut werden könnte, ein paar Tage später von antwortlichkeit hinsichtlich der Steuern oder Ausgaben der deutschen einer brutalen Gewaltpolitik zerschlagen wird. Regierung oder der geseggebenden Faktoren Deutschlands eingegriffen. Sie hat sich darauf beschränkt, in erster Linie zu fordern, daß Deutschland alle allgemein erforderten Maßnahmen ergreift, damit die Ausführung der Reparationsver pflichtunaen vor nicht unumgänglich gebotenen inneren Ausgaben sichergestellt wird, in zweiter Linie, daß die deutsche Regierung ihr, soweit das von ihr abhängt, die Mittel gibt, fich zu vergewissern, daß diese allgemeinen Bestimmungen von der deut fchen Regierung richtig und genau angewandt werden. Die deutsche Regierung hat feinen Grund zur Beschwerde, Ententemaßnahmen im Rheinland. bringen! Darauf läuft aber ganz offenbar der Plan hinaus, der eben jetzt auf Veranlassung des Reichsverbandes der deutschen Industrie von einer Sachverständigenkommission in Form einer Denkschrift ausgearbeitet worden ist. Schlägt er doch die Ueberführung der Reichseisenbahnen an eine gemeinwirtschaftliche" Aktiengesellschaft vor, an der die freie Wirtschaft überwiegend beteiligt wer= den soll! Die überwiegende Beteiligung und der dominierende Einfluß der Privatindustrie, das ist das Kernstück und Grundabsicht des Projektes die gemeinwirtschaftliche" AufMaskierung. Denn wenn Landwirtschaft, Handel, Banten, machung der Aktiengesellschaft ist nur dürftigste, ungeschickteste Industrie und Handwerk, also das Privatkapital, die überwiegenden Träger der Gesellschaft sein sollen, so ist die weiter= hint gnädigst in Aussicht gestellte Beteiligung der Beamtenund Arbeiterschaft der Eisenbahnen sowie des Reiches und der Länder nichts als ein dekorativer Aufputz. Selbst wenn das Privatkapital nur über eine Minderheit der Aktien verfügte, müßte ihm bei der heutigen Undurchsichtigkeit des Wirtfallen. Die offene oder heimliche Diktatur des Großtapitals ruptionsmöglichkeiten des Großfapitals die Herrschaft zuschaftslebens, bei den unbegrenzten Beeinflussungs- und Korüber die Eisenbahnverwaltung ist nur dadurch fernzuhalten, daß das Privatkapital an dem nach dem Reichsbahnfinanzgesetz zu bildenden Sondervermögen überhaupt nicht beteiligt wird! gestellten, Beamten und breiter Mittelschichten einschätzen, telligenz und die Tatsachenkenntnis der deutschen Arbeiter, AnWie müssen die industriellen ,, Sachverständigen" die Inder Eisenbahnen im wesentlichen drei Umstände die Schuld wenn sie ihnen darzulegen wagen, daß an der Verlustwirtschaft trügen: die mangelhafte Ausnützung des mechanischen Apparats und der stark gesunkene Verkehr, das übermäßige Anwachsender Bersonalbestände und die zu ge= ringe Arbeitsintensität, und drittens das z fpäte Einsetzen der Tariferhöhungen! gründe anzufangen: Nicht die allzu niedrigen Tarife verschi Um gleich mit dem letzten der angeblichen drei Hauptden das Eisenbahnbefizit, sondern die gerade von der Schwer industrie aberwigig in die Höhe getriebenen Breise! Bei einer so unsinnigen und frivolen Preistreibe rei, wie wir sie seit drei Jahren erlebt haben, ist eine rechtzeitige und stetige Anpassung der Tarife an die Preise überhaupt eine Unmöglichkeit. Am 1. Dezember 1920 betrugen die Frachttarife das Sechsfache, am 1. April 1921 das Zehnfache Brüssel, 13. April. Wie die Agence belge meldet, hat der bel- reits das 20-30fache erreicht hatten. Seitdem hat man die der Friedenstarife, während die Kohlen- und Eifenpreise begische Minister für nationale Verteidigung, der sich gegenwärtig in Frachttarife auf das 40fache erhöht! Aber ist man dadurch Baris aufhält, mit Marschall Foch die Maßnahmen vereinbart, den Kohlen- und Eisenpreisen näher gekommen? Stein. durch die die Sicherheit ber Offupationstruppen ge- denn diese find inzwischen auf das 80-100fache emporgemährleistet werden soll. Diese Maßnahmen sollen in Kraft treten, flettert. Berdoppeln mir aber abermals unsere Fruchttarije, sobald das über sie eingeholte Gutachten des Oberkommandierenden fo erfährt die Preistreiberei dadurch erst recht einen Anreiz, dr Alliierten Streitkräfte im Rheinland, General De goutte, befannt wird. Das litauische Agrargeseh. und die Kohlen- und Eisenpreise werden bald das 120--150der sich auf den Vertrag oder auf die von den alliierten Regierungen gegebenen Versicherungen stützen könnte. Die deutsche Regierung fache erreicht haben. Die Resultate dieser Wirtschaftspolitik darf überdies nicht vergessen, daß sie um einen Aufschub ihrer durch liegen vor aller Augen: die Eisenpreise sind auf das 100fache den Vertrag und durch den Zahlungsplan bestimmten Verpflichtungestiegen, der Zentner Hausbrand kostet bereits 90 M., das gen nachgesucht hat und daß bei Gewährung dieses Aufschubs die Das vom litauischen konstituierenden Sejm angenommene 50- Gramm- Brötchen 1 M., das Straßenbahnbillet 3 M., ein Kommission berechtigt war, alle Bedingungen zu stellen, welche Agrargeseh, das eine Enteignung des Grundbesitzes bis auf Anzug 3000 m. und mehr. Der Dollar, der noch vor drei ihr notwendig erscheinen fonnten Die Bedingung, welche der 80 Hektar vorsieht, ist, wie DE. meltet, seeben im„ Staatsanzeiger" Vierteljahren 80 m. galt, gilt heute mehr als 300 m. deutschen Regierung durch das Schreiben vom 21. März für die veröffentlicht worden und somit in Kraft getreten; die EntBewährung eines vorläufigen Zahlungsaufschubs mitgeteilt worden eignung des Grundbesizes, die bisher nur in geringem Umfange finnige Preiswucherpolitik diese herrlichen Zustände beschert Und dieselben Schwerindustriellen, die uns durch ihre irrfind, find nach wärmster Ueberlegung festgesetzt, und die Reparationsfommission fann demnac) nur heffen, daß die deutsche stattgefunden hatte, dürfte daher jetzt zunächst bei den größeren haben, schreien jetzt nach der Auslieferung der ReichseifenRegierung sich davon Rechenschaft ablegen wird, Besitzen einsetzen. Bon manchen Kreisen war erwartet worden, bahnen an die Privatindustrie, um die Tarifpolitik vollends daß die Veröffentlichung des Gesetzes hinausgeschoben werden würde, im Stile des Massenausplünderung organisieren, die Arbeitsdie starrfinnige Haltung, bis die Neuwahlen zum ersten ortentlichen Sefm erfolgt sein würzeit des Eisenbahnpersonals verlängern und dessen Arbeitsdie sich aus der deutschen Note ergibt, ohne den, die möglicherweise einen Sieg der rechten Parteien und da- leistung intensivieren zu können, während die Bereicherung rechte Erwägung der Folgen eingenommen ist, durch eine gemäßigtere Faffung des Agrargesezes mit sich bringen der Industriellen und Industrieaktionäre womöglich noch gewelche fie nach sich ziehen muß. Die Kommiffion| fönnten. wünscht feineswegs der Deutschen Regierung oder dem deutschen daß Belfe eine unmögliche Aufgabe zu stellen, im Gegenteil sie fordert Der französische Bolichaffer Charles Laurent ist nach Berlin nur ein Zusammenwirken bei den notwendigen Maßnahmen zur zurüdgekehrt und hat die Leitung der Botschaft wieder übernommen. steigert werden soll! Immerhin: allzu leicht dürfen sich die Herren Industriellen die Sache denn doch nicht vorstellen. Die Arbeiterschaft mird auf der Hut sein, in erster Linie die Arbeiter- und Beaurten schaft her Eisenbahnen selbst. Vor Monaten schon hoben der Deutsche Vcrkehrsbund und der D e u t s ch e E i s e n- bohnerverband wertvolles Aufklärungsmaterial über die wirklichen Ursachen des Eisenbahndefizits herausgegeben. dessen Verbreitung und Ausnutzung' angesichts der neuen schwerindustriellen Treibereien doppelt angezeigt ist. Einige Tatsachen daraus, die das Sachverständigenelaborat der In- dustriellen besonders charakterisieren, seien schon heute kurz wiedergegeben. Die erste Ursache der Eisenbahnzerrüttung war der Krieg, der das Eisenbahnmaterial heillos verwüstete. Noch im No- vember 1920 erklärte der Vertreter des Verkehrs- Ministeriums in der Sitzung des Sachverständigenbei- rats, daß infolge der übermäßigen Inanspruchnahme der Ma- schinen während des Krieges, infolge ihrer Beraubung an kupfernen Bestandteilen und der Verwendung von minderwer- tigen Ersatzstoffen mehr als 40 Proz. der Maschinen in den Reparaturwerkstätten steckten, gegenüber 20 Proz. in der Vorkriegszeit. In ebenso verwahrlostem Zustand befand sich das Wagenmaterial, befand sich auch der Strecken- bau! Denn während 1912— 14 jährlich 4200�-4500 Kilo- ineter Gleise der Betriebssicherheit wegen umgebaut worden waren, waren 1917 und 1918 nur je knapp 2200 KikGneter Gleise umgebaut worden. 1919 gar nur 968 Kilometer. Dieser ganze verwahrloste und zerrüttete technische Apparat mußte in den letzten Iahren mit einem Ko st enaufwand von unzähligen Milliarden wiederhergestellt werden! Das Defizit des ordentlichen und außerordentlichen Haushalts der Reichseisenbahnen erklärt sieg so zum großen Teil aus der unseligen Erbschaft des Krieges! Obendrein aber wurden nicht nur diese Ersatzbauten, son- dern auch die laufenden Kosten des Betriebes maßlos verteüert durch den Preiswucher der beliefernden Schwerindustrie. Während im Jahre 1920 die Ar- beiterlöhne im Eisenbahnbetrieb erst auf das lOfache, die B e a m t e n g eh ä l t e r gar erst auf das Ofache gestiegen waren, waren die Preise für Kohle, Lokomotiven, Waggons um diese Zeit bereits mif das 16— ISsachc, für Schienen, Eisen« schwellen, Stabeisen usw. bereits auf das 25— 30fache gestie- aen. Nach der amtlichen Gegenüberstellung betrugen i n Prozenten der Gesamtausgabe: 1913 1920 die Vcamteiibci>.iige.......... 28,14% 22.43% . Arbeiterlvhns.......... 26,01, 25,70, . v e r s ö n l. Ausgaben überhaupt 60,87„ 51,09„ . Ausgaben für Kohlen....... 9,82„ 16,27, . Fahr�enghaltuna und Erneuerung... 16,02„ 28,53. Ausgaben für Werkstoffe allein..... 3,63, 6,88, sächliche Ausgaben überhaupt.. 89,13. 48,91. Es ist danach klar, daß die Gesundung unserer Eisenbahn- finanzen vor«üen Dingen durch c i n Mittel zu bewirken ist, durch die Verhinderung des Preiswuchers, durch die Stabilisierung der M a t e r i a l i e n p r e i s e.! Diese Unterbindung des Preiswuchers aber wird nur dadurch möglich, daß die Reichseisenbahn sich selbst die in Gestalt von Kohlenzechen, Eisen- und Stahlwerken, Lokomotiven- und Waggonfabriken notwendigen Rohstoff- und Materialien- hezugsquellen angliedert, deren sie benötigt, um sich dem Preisdiktat der privaten Schwerindustrie zu entziehen. Das deutsche Trustkapital glaubt allen proletarischen Hofs- nungen auf die allmähliche Durchsetzung der sozialistischen Gc- meinwirtschaft dadurch den Todesstoß versetzen zu können, daß es den wichtigsten Gemeinbesitz des Reiches, die Eisenbahnen, wieder in die Fänge des Pravitkapitals bringt. Das Prole- tariat aber kann das Gemeineigentum an den Eisenbahnen nur dadurch zu sichern hoffen, daß es den Eisenbahnbetrieb durch Ausweitung und Rationalisierung zu einem lebensfähigen ge- meinwirtschaftlichen Betrieb macht. Hier muß und wird darum die erste folgenschwere Entscheidung fallen zwischen den Mäch- ten des Kapitalismus und Sozialismus! 9er erste Zalter. Bon Paul Outmann. Mein Begleiter war wieder einmal im besten Zug, mir das Da. fein zu verekeln. „Wozu lebt man eigentlich?" sagte er.„Hat es einen Zweck, tagsüber wie ein Lasttier zu fronen und vor lauter Angst, daß man das zum Unterhalt Notwendige nicht erreicht, nacksts kein Auge schließen kann? Meine Häuslichkeit ist mir zur Hölle geworden. Die Unterhaltung besteht nur noch in Klagen über die unaufhörlich wachsenden Preise. Valuta, Indexziffer, Dollarkurs, gleitende Lohn- skala und dergleichen sind die Lieblingsthemen meiner Frau, die früher ein kleines, reizendes Weibchen war, das so hübsch über aller- Hand Alltäglichkeiten zu plaudern verstand. Ist das etwa ein Leben, daß man sich erinnert, wie billig früher ein Eisbein gewesen ist und daß man heut noch kaum sich einen Hering kaufen kann? Daß man früher an den Rhein gereist ist, während man sich's heut überlegt, an die Havel zu fahren? Das Ganze macht mir keinen Spaß mehr", schloß er mit einem Seufzer.„Ich wollte, es wäre zu Ende." In diesem Zlugenblick verklärten sich seine Züge. Cr blickte irgendwohin ins Weite und streckte freudig lächelnd den Arm aus. „Da sehen Sie, dort, dort, da hinten." Ich glaubte, daß vor seinen Augen die Vision eines Dollarregens plötzlich aufgetaucht sei, aber ich entdeckte in der sonnigen Luft nur ein zappelndes gelbliches Etwas, einen Zitronenfalter. „Der erste Schmetterling", rief entzückt mein Begleiter aus. Der Falter erhob sich und flatterte eine Weile über dem Straßen. bahnwagen der Linie F," Dann ließ er sich darauf nieder. Als wir nne Strecke weitergegangen waren, sahen wir. daß er an einer Straßenkreuzung den Wagen verlassen hatte, eine Weile in der Luft schaukelte und sich dann auf das Dach der 69 setzte. „Es kostet ihn nichts", sagte seufzend mein Freund,„er braucht keinen Umsteigefahrschein für S Mk. Aber schön ist es doch, ein Wesen zu sehen, das zwecklos in der Frühlingssonne einherflattert, keinen Geschäften nachjagt, sich nicht vor dem Dollar fürchtet, das Glück des Daseins hingegeben genießt. Süß ist es. einem Geschöpf zuzuschauen, daß ich in meiner Hand zu einem Schmutzfleck zerdrücken könnte, und da, mir durch sein frohes Geflatter in der.leuchtenden Frühlingsluft beweist, wie sehr es mir überlegen ist. Es gibt mir wieder Mut. Ich werde das Steigen der Indexziffer noch eine Weile mit ge- jaßtem Lächeln ertragen." Karfreitag in öer Kunst. Von Dr. Karl Leonhard. Der Gang nach Golgatha, die Kreuzigung... sie haben in der chlist'i�en eine große Rolle gespielt. Leider sind uns aus den e-st�' christlichen Jahrhunderten keine Darstellungen erhalten Dank vom kjiaufc Eberlein. Der Internationale Studentenkongrcß in Leipzig, der durchaus vom Geiste der Völkerversöhnung und Völkerverständigung getragen war, hat, wie wir bereits mitteilten, u. a. auch eine Hilfsaktion für die russischen Studierenden beschlossen. Die von bolschewistischem G-ld ausgehaltene„Rots Fahne" stattet dafür ihren Dank ab, indem sie die Studenten, die diesen Beschluß faßten, in der pöbelhaftesten Weise beschimpft. Aus dem langatmigen Er- guß geben wir eine Stelle wieder: Man hat sich also geeiniot, will Bücher und wissenschaftliche Instrumente schicken. Was soll man auch von Intellektuellen an- ders erwarten? Können sie je mehr geben als Worte und ge- druckte Buchstaben, die obendrein noch verlogen sind? Dabei soll diese„wissenschaftliche Unterstützung" frei von politi- scher„Beeinflussung" sein, das heißt in der Sprache der Bourgeoisie: sozialistische und kommunistische Literatur ist ausgeschlossen(!!). Rußlands Intelligenz soll also mit einer trüben, dicken Flut von antikommunistischen Schriften überschwemmt werden. Gehässiger und plumper konnten Geist und Sinn der Entschlie- ßung nicht gefälscht werden. Die„Rote Fahne" ruft selber täglich die ganze Welt zur Hilfeleistung für das notleidende Rußland auf. Glaubt sie mit solchen Dankbezeugungen das internationale Hilfs- werk zu fördern?! Ein seltsamer ffilferuf. Die„Rote Fahne" veröffentlicht einen„Offenen Brief", den die in Bayern noch in Haft befindlichen Opfer der R ä t e z e i t an die Exekutiven der drei Internationalen zu der Berliner Tagung geschickt haben sollen, der aber verspätet eingetroffen sei. Der Brief stellt sich im Endzweck als ein Hilferuf an alle drei Exekutiven dar, alsa au chan die Exekutiven der Internationalen 2 und 2)4. Dabei können sich aber die— offenbar kommunistischen— Verfasser des Hilferufes nicht versagen, diese beiden Internationalen, von denen sie Hilfe erwarten und verlangen, mit jeder Zeile ihres Schreibens in d e t wüstesten und gehässigsten Weise anzupöbeln. Besonders infame Ausfälle enthält das Schreiben gegen die Sozialdemokratie und gegen die einzelnen sozialistischen Minister. Wir können den Verfassern des Offenen Briefes nur mit der Feststellung antworten, daß inBayer nwederSozialdemo- traten noch sozialistische Mini st er regieren, sondern daß dort die bürgerliche Reaktion am Ruder ist. Der Grund für die Erscheinung, daß Bayern heute einen sicheren Hort der Reaktion darstellt, sollte eigentlich den Verfassern des Offenen Briefes hin- länglich bekannt sein: Es ist der Wahnsinn der lltüuchenet Rciiezcil. der das bayerische Bürger- und Bauerntum aus Zahre hinaus zu einem reaktionären Block zusammengefchmiedek hat. Wenn die Sozialdemokratie zu ihrem Bedauern nicht die Macht besitzt, wie sie gern möchte, den Opfern der bayerischen Reaktion wirksame Hilfe zu leisten, so sind die von diesen selb st herbeigeführten politischen Zustände schuld daran. Im übrigen werden uns aber auch derartig unqnalifizierbare Beschimpfungen nicht hindern, nach Pflicht und Gewissen für die Amnestie der politischen Gc- fangenen einzutreten. Der getrennte Geheimbünölerprozeß. Eine seltsame Entsckieidung des Reichsgerichts. Es bestätigt sich leider, daß der Prozeß gegen Killinger und Genossen wegen Geheimbündelei nicht, wie ursprünglich geplant, in Offenburg, sondern in München stattfindet. Dagegen wird der Prozeß Killinger wegen Begünstigung der Erzberger- Mörder in Offenburg verhandelt. Es findet also eine Tei- lung des Prozesses statt. Von den zirka 50 unter Anklage stehenden Personen wird in München gegen die verhandelt, die an der Ge- Heimorganisation Consul beteiligt waren, während die anderen sich wegen Beihilfe zum Erzberger-Mord In Offenburg zu verantworten haben. Wie der Soz. Parlamentsdionst erfährt, hat der Erste Straf» senat des Reichsgerichts diese außerordentlich merkwürdige Eni- scheidung gefällt gegen den Antrag de« Oberreichs- a n w a l t s. geblieben. Die Katakomben, die am sichersten die Werke vor einem Untergang hätten schützen können, haben uns nichts überliefert. Erst ums sechste Jahrhundert herum finden wir, daß die Kunst sich des Karfreitagsmotios annimmt. Zu einer wirklichen Blüte der Paffions- kunst ist es aber auch dann für mehrere Jahrhunderte nicht gekommen. Nicht etwa deshalb, weil die Bedeutung Golgathas den Christen da- mals noch nicht so überzeugend nahe gebracht worden wäre wie heute, nein, im Rahmen des religiösen Gefühls spielte die Kreuzigung schon die gleiche Rolle, aber das ästhetische Empfinden wehrte sich, dem religiösen Gefolgschaft zu leisten. Es ist ungeheuer bezeichnend, daß die italienische Renaissance an der Passionsgeschichte fast völlig vor- beigegangen ist. Für sie war Christus ein Herrlicher, ein Held, das Ideal menschlicher Vollkommenheit, und ez widerstrebte ihr, ihn als Besiegten, Geschundenen, Gequälten, als tausendfach mißhandeltes Opfer menschlicher Verkommenheit im Bilde darzustellen: die enormen künstlerischen Werte, die in dieser Erniedrigung Christi verborgen liegen, haben erst die deutschen Künstler zu entdecken und heraus- zuarbeiten vermocht. Die Kölner Malschule beginnt mit diesem Werk. Roger van der Weyden und Martin Schongauor erreichen dabei schon wunderbare tiefe Wirkungen, und dann kommt der größte aller Passionsmaler, Albrecht Dürer, der mit einer Kraft ohnegleichen so- wohl die Tiefe seelischen und körperlichen Schmerzes in der Christus- gestalt als auch die sieghafte Verklärnng, die über den Kreuzigungs- Vorgang trotz aller scheinbaren Demütigung ausgegossen ist, zu er- fassen weiß. Schon Dürer bringt in seinen Passtonsvorstellungen einen herben Realismus, der der sanften glatten Schönheit der romanischen Kunst direkt entgegengesetzt ist. Matthias Grünewald geht in der Heraustreibung der Furchtbarkeit des Vorganges noch weit über ihn hinaus. Mit extrem naturalistischen Mitteln werden auf dem Isenheimer Altar grelle Effekte erreicht, die ihre Berechti- gung nur dadurch erweisen, daß sie sich zu einem grandlosen, er- schütternden Gesamteindruck zusammenschließen, dem sich kein Be- trachter. entziehen kann. Hier soll nichts mehr gemildert und be- schönigt werden, hier spricht Golgatha ganz unmittelbar seine grausige, niederschmetternde Sprache. Mit Grünewald bricht die realistische Entwicklung der Passionsidee so ziemlich ab. Auch Rembrandt be- deutet in der künstlerischen Abklärung und persönlichen Durch- geistigung, nicht in der Erfassung der Gefühlswerte, einen Schritt über ihn hinaus.. Rubens und die Italiener gar kehren zu der Weife der Renaissance zurück. Dann kam die Neuzeit. Klinger hat die Karfreitagsidee in streng natürlichem Sinne aufgefaßt, ohne dabei den tiefen religiösen Ernst des Motivs in den Hintergrund treten zu lassen. Neben den Malern hat sich vornehmlich aber auch die Kunst des Bildhauers unp Holz- schnitzers mit diesem Karfreitagsvorwurf befaßt. Die wundervollen Altäre früherer Jahrhunderte, die Darstellungen des Weges nach Golgatha in den vierzehn Leidensstationen sind Beweis genug dafür. Hierzu kommt noch die Musik, die darstellende und die dichtende Kunst, die sich ebenfalls dem Zauber des Karfreitags nicht verschließen konnte. Die Volkskunst feiert in den Obcrammergauer Passtons- spielen ihre höchsten Triumphe. So hat der Weg nach Golgatha und das christliche Symbol des Kreuzes zu allen Zeiten den Künsten«in Motiv gegeben, wie es schöner und gewaltiger nicht gedacht werden kann. Christus aber und sein Gang nach. Golgatha, die Kreuztragung Der wegen Begünstigung der Crzberger-Mördcr verhastet ge- wesene Dr. Müller aus München ist bekanntlich aus der Unter- fuchungshaft entlassen worden. Daraus ist insbesondere von rechtsstehenden Blättern gefolgert worden, daß sich die Unschuld des Dr. Müller erwiesen habe. Aus einer Erklärung des S t a a t s a n- w a l t s in Offenburg geht hervor, daß Dr. Müller selbst dreimal den Antrag auf Hastentlassung gestellt hat, der aber immer wieder wegen Fluchtverdachts und Verdunkelungsgefahr abgelehnt wurde. Müller wurde erst dann aus der Haft entlassen, als der Tod seines Vaters- das nach Ansicht des Gerichtes notwendig machte. Der Staatsanwalt sagt dazu, man könne auch jemanden aus der Untersuchungshaft entlassen, ohne damit feine Unschuld zu dokumentieren. Das scheint im Falle Müller zuzutreffen: denn, wie uns ver- sichert wird, geht das Verfahren gegen ihn ohne Unter- brechung weiter.____ Das Enöe öes monarchistischen plunösrs. Halbamtlich meldet MTB.: In Ausführung der bei Beannvor- tung der kleinen Anfrage Müller(Franken) Wels erteilten Zusage, hat die Reichsregicrung kürzlich Anordnung getroffen, dag die Hoheitszeichen des früheren Regimes, soweit dies noch nicht geschehen ist, innerhalb bestimmter von der zuständigen obersten Reichsbehördc anzuordnenden Fristen spätestens bis zum 1. Oktober 1922 aus den Amtsräumcn und von den Gebäuden der Reichsgebäude entfernt werden. Auch sind die in der genannten Be- antwortung vorgesehenen Anordnungen hinsichtlich der Bilder in Amtsräumen getroffen. Ferner ist durch Erlaß des Reichspräsidenten vom 30. März das neue Reichssiegel festgesetzt worden. Zu dem Erlaß ist eine Bildtafel erschienen, die das Reichssiegel in seinen verschiedeneu An- Wendungsformen und mit dem Reichsadler, wie es auf amtlichen Drucksachen und in Amtsschildern angewandt wird, zeigt und durch die Reichsdruckerei zu beziehen ist. Das fällige putfchgereüe. Die reaktionäre Presse verspürt wieder einmal die Notwendig» keit, mit dem Kommuni st enschrecken zu agitieren. Badische Blätter bringen sensationelle Meldungen über einen„großen Schlag", der diesmal von Süddeutschland aus unternommen werden solle. Natürlich fehlen die üblichen Requisiten nicht, wie Kampforganisation, Hauptquartier, Stoßtrupps, Reservetruppen, russische Offiziere als Militärinstruktoren, Generalstreik, Besetzung von Bahnhöfen und Postämtern usw. usw. Man hat nur vergessen mitzuteilen, ob sich auch am Tage des Losschlagens deutschnational« Agitatoren vom Schlage des Rostocker Herrn Hansen einfinden werden, die die Führung des Ganzen übernehmen. Die soziale Kürsorge im Dergbau. Der Knappschastsberufzgenoflenschaft in Berlin liegt die Durch- führung der R e i ch s u n f a l l v e r s i ch er u n g der Millionen deutschen Bergleute ob. Welchen Umfang dieser in der jetzigen Zeit besonders wichtige soziale Versicherungszweig hat, ergibt sich aus folgenden abgerundeten Zahlen. An Renten und Zulagen wurden 96,5 Millionen Mark gezahlt. Dem Betriebestock mußten 10 Millionen und der Rücklage 30 Millionen Marl zugeführt wer- den. Die Kosten der Fürsorge für die Verletzten innerhalb der Wartezeit, für Unfallverhütung, für Festsetzung der Entschädigungen, des Rechisgonges, der Abtragung und der Verwaltung erforderten 28,5 Millionen Mark. Die von den Bergwerksunter- nehmungen aufzubringende Gesamtsumme beträgt somit für 1921 rund 165 Millionen Mark(51 Millionen Mark mehr als im Vorjahre), die jetzt zu verteilen und einzuziehen sind. Gegen die Teuerung vnd den Wucher veranstaltet die Leitung der Sozialdemokratischen Partei in München eine große Massen- kundgebung. Die Salzburaer Sozialdemokrokcn haben bei den Landtags- und Gemeindcwahlen sehr erfreulichen Gewinn an Stimmen und Mandaten zu buchen. In einer ganzen Reihe Gemeinden haben unsere Genossen die Mehrheit. und schließlich der Kreuzestod muß auch uns Sozialisten Beispiel, Symbol dafür sein, daß eine ideelle Bewegung nur dann vorwärts schreiten kann, wenn ihre Trägcr selbst ihr Letztes... ihr Leben für die Bewegung zu opfern bereit sind. Konzerte. Ein paar Rationalisten schrien schon wieder einmal Lärm, weil ein Italiener einen Isonzo-Gesang komponiert hat: sehr taftvoll, während der Genua-Konferenz, so zu poltern! llsighi dirigierte das Orchesterstück selbst. Es ist ein weich und silbrig dahin- fließendes, von kleinen Erregungen unterbrochenes, still- poetisches Werk, ohne starke gedankliche Struktur, mit kühnen harmonischen und taftlichcn Rückungen. Futuristisch im Klang, aber gemähigt durch ältere melodische Einfälle, die nur halb italienisch scheinen. Das Ganze keine Kraftprobe, wie ja auch die größeren, eigeneren Italiener Malipiero, Pizzetti, Respighi noch nichts ganz Starkes hergeben. wohl aber eine Probe auf orchestrales Arbeiten, auf Talent, dos vom Borschwimmcnden zum Bauenden fortschreiten Möge. D o l z y c k t, der Pole, begeistert sich an Tschaikow'ky. Schwer, diese Multipli- kation der Sinnlichkeiten noch als schön zu genießen. Im Lisztschen Es-Dm-Konzert, war Eleanor Spencer mit spielerischer Ge- wandtheit, doch ohne Plastik, mehr liebenswürdig als großartig hingelegt, zeigt Dolzicki Aufmerksamkeit und Können auch in der Improvisation. Fried bleibt bei der Probe, als Anreger, als Funke für Begeisterung, als systematischer und besessener Studierer (Schönberg, Berlioz) oft stärker als im Konzert, wo die heiße Flamme alles zu verschlingen scheint. M e d t n e r, der Glazounow- Schüler, ist ein mutiger, kleinmalerisch begabter, delikat schreibender Spätromantiker. Doch sollte man sein Klavierwerk nur in kleinen Dosen genießen. Umgekehrt bei Graveure, dem amerikanischen Sänger: da möchte man Stunden lang sitzen, mit offenen Ohren, und staunen, jubelnd das Wunder einer herrlichen(Bariton-) Stimme, eines fehlerlosen Sprechens, einer münnlich-hohen Inbrunst, einer im Lied vorbildlichen Sangeskultur erleben. Ein Rattenfänger. K.S. Der Untergang der„Titanic". Am 15. April jährt sich zum zehnten Male der Tag, an dem die„Titanic", das Riesenschiff der „White Star Line", im Atlantischen Ozean mit fast zwei Dritteln der Besatzung und der Passagiere dem Zusammenstoß mit einem Eisberg zum Opfer fiel. Auch über das dazwischenliegend« Jahr- zehnt hinweg, das das Massensterben fast zu einer gewöhnlichen Er- scheinung gemacht hat, mögen wir an jenes Geschehnis als an eine der letzten großen Katastrophen vor dem Weltkrieg zurückdenken, vor denen sich die Menschheit noch in einer großen Empfindung des Mit- gefühls einte, zugleich auch als ein Ereignis, in dem die Ohnmacht des Menschen vor der blinden Naturgewalt besonders sinnfällig her- vortrat. Die„Titanic", das Schwesterschiff der ein Jahr früher erbauten „Olympic", maß 260 Meter in der Länge und 28,2 Meter in der Breite: sie besaß einen Bruftopehalt von 45 000 Tonnen und eine Wasserverdrängung von 65 000 Tonnen. Mit einer Geschwindigkeit von 21 Seemeilen gehört« das Ungetüm zu den schnellsten bis dahin erbauten Schiffen. Sein Riesenleib faßte 5476 Menschen, davon 4776 Passagiere. In ihrer Ausstattung war alles geschehen� um sie zu einem jchwimmenden Luxushotel zu machen. Sie bejah ein Genua und die Reparationsfrage. tennenzulernen. Der Rardinal- Erzbischof banfte ihm mit warmen j Sie werden Infraftfehung einer Reihe von Anordnungen über Worten für den Besuch und sprach die Hoffnung aus, daß die wichtige Punkte mit fich bringen müssen, an welche die Kommission Paris, 13. April.( WIB.) Der Sonderberichterstatter der Wünsche, die kürzlich der Papst in seinem Briefe an ihn aus ausdrücklich am 23. März erinnert hat und hinsichtlich deren es an Agentur Havas meldet, in englischen Konferenzfreifen gesprochen habe, Erfüllung finden möchten. Borschlägen der Länder fehlt. Infolgedessen beehrt sich die Komwerde der Vorschlag gemacht, in Genua eine Zusammenkunff Der Führer der rumänischen Delegation, Ministerpräsident mission, darum zu ersuchen, daß ihr diese Borschläge soder alliierten Finanzminister abzuhalten, die sich mit Bratianu, hat heute vormittag dem Reichskanzler und dem bald als möglich unterbreitet werden, namentlich dieAusnahme des franzöfifchen Finanzminifters de Laffeyrie bereits Reichsminister des Auswärtigen im Hotel Eden einen Besuch abge- jenigen, welche, immer unter Wahrung des allein zugelassenen alldort befinden. Diese Ministerkonferenz könnte sich mit der Repa- ftattet. Auch Profeffor Reynes England sprach beim Reichs gemeinen Rahmens von 1913, eine Ausdehnung der Berrationsfrage und ihren Beziehungen zu den auf der Konferenz tanzler vor. staatlichung und der 1913 vorhandenen Polizeieinhetvon Genua selbst aufgeworfenen Problemen beschäftigen. In franten zum Gegenstand haben. zösischen Kreisen, fügt der Berichterstatter hinzu, werde dieser Gedanke mit ausgesprochener Zurüdhaltung aufgenommen. Die Finanzkommiſſion. H Gegenüber deutschen Blättermeldungen, wonach in Genua eine deutsche Dentschrift über die Frage einer internationalen Anleihe zur Verteilung gelangt sei, hören wir, daß eine darartige llebergabe nicht stattgefunden habe. Ein Interview Barthous. Einigung über Oberschlesien. Genf, 13. April.( Bom Sonderberichterstaffer des WIB.) Nach der gestern eingefreienen Wendung in den deutsch- polnischen Verhandlungen ist heute in der Liquidationsfrage eine Einigung zwischen den deutschen und den polnischen Bevollmächfigten zustandegekommen, so daß in der lehten Stunde der Schiedsspruch des Präsidenten Calonder vermieden werden konnte. beiden Bevollmächtigten, dem Reichsminister a. D. Dr. Schiffer und In einer langen Sihung die Nacht hindurch, an der außer den V. Sch. Genua, 13. April.( Eigener Drahtbericht.) Die heutige Nachmittagssigung der Finanzkommission verlief, entgegen allen Genua, 13. April, abends( Sonderbericht des Soz. Barlamentspeffimistischen französischen Prophezeiungen, durchaus ruhig. Es dienftes.) Gegen Rennes, der ber its feit ein gen Tagen in Genua hatte allerdings am Vormittag eine Aussprache zwischen dem fran- weilt, wird jetzt von Frankreich offiziell Propaganda gemacht. zöfifischen Delegierten Seytour und der deutschen Delegation Soeben wird in Genua in franzöfifcher Sprache ein Buch Frant stattgefunden, bei der die Konfliktstoffe beseitigt werden fonnten. reich und Genua" verbreitet, das ausschließlich gegen die PoDeutschland verzichtete auf die Einbringung eigener Leitfäge, da te von Keynes gerichtet ist. Der franzöſiſche Breffeapparat ist feine Ansichten sich zumeist mit denen decken, die in der Lon überhaupt ausschließlich auf Propaganda eingestellt. Er vermittelt miniffer Olszowski, auch deren Mitarbeiter, und zwar auf deutdoner Dentschrift enthalten sind. Die Deutschen beschränkten fich daher auf einige Amendements, die der Reichsfinanzminister hatte allerdings am Bormittag eine Ausprache zwischen den fran- Parteigenossen und Genofinnen! Badzynski und kramsztyk feilnahmen, gelang es unter Mitgen, also des Etats einschließlich der Echuldenscher Seite Staatsjefretär Lewald, Geheimrat Schlegelberger und Profeffor& aufmann, auf polnischer Seite die Herren wurden. So die Erklärung, daß die Erreichung eines Gleichgewichts der Handelsbilanz nicht genüge, um zu normalen WährungsverhältAuf der Konferenz der drei Jnfernationalen in Berlin ift emp tariats, Dr. von Hamel, schließlich, eine endgültige Einigung über wirtung des Direffors der Rechtsabteilung des Bölferbundsjekrenissen zurüdzukommen, sondern daß die Balanzierung der Bahlun- fohlen worden, daß in den verschiedenen Ländern am 20. April den Tegt herbeizuführen. Bis in die Morgenstunden aber dauerte oder am 1. Mai Demonftrationen für bestimmte Forderungen ver- der Kampf um die lehte Streiffrage, und zwar um volle Berzahlung an das Ausland eine ebenso notwendige Boraus. anstaltet werden sollen. Man hat es dabei ausdrücklich den fügungsfreiheit der Großindustrie während der setzung dafür sei. Man war auf Protest seitens der Franzofen auf ändern überlassen, in Rücksicht auf die Maifeier die 15jährigen Karen33eit, die die Polen um jeden Breis einDiese Aeußerungen gefaßt, weil dies ja eine indirekte Anspielung auf Demonftration am 20. April wegfallen zu laffen. Nach ein schränken wollten, während die Deutschen zähe an der Forderung die Reparationsverpflichtungen Deutschlands bedeutete, gehender Prüfung der Sachlage ift der unterzeichnete Bezirksvor- nach voller Freistellung fefthielten, sowie auch um die von Deutschaber auch die französischen Delegierten dürften wohl eingefehen fland zu der Ueberzeugung gelangt, daß die Veranstaltung einer land geforderte Befreiung der Wohnsihberechtigten haben, daß es sich dabei eigentlich um eine Selbstverständlichkeit besonderen Demonstration wenige Tage vor dem 1. Mai den Ein- von der Liquidation ihres Grundbesizes. Da sich der deutsche Standhandle, die die Zondoner Sachverständigen Denkschrift hervorzuheben brud der Maifeier, bei der für die gleichen Ziele demon- punkt in diesen Fragen völlig durchsetzte, fonnten kurz vor 5 Uhr einfach vergessen habe. Im übrigen machte ter von Rathenau firiert wird, start beeinträchtigen muß. Unter diesen Um- morgens die Verhandlungen in der Liquidationsfrage als abgepunt in diesen Fragen völlig durchfehte, fonnten furz vor 5 Uhr gemachte und einstimmig angenommene Anregungsvorschlag der fänden würde es bedeuten, durch die besondere Demonstration am schlossen gelten. Bildung einer Kommission, lediglich aus Sachverständigen bestehend, 20. April der Arbeiterschaftein unnötiges Opfer aufzuHeute nachmittag wurde dann der Tegt über die Liquidation Wirtschaft einen ausgezeichneten Eindruck auf die Kommission, was schon aus erlegen, fie zu zwingen, neben dem wirtschaftlichen Verlust durch von den beiden Bevollmächtigten unterzeichnet, worauf in der öffentden lobenden Worten hervorgeht, die der Borsigende Sir Robert die Offerfeiertage und durch die Malfeier auch noch für diesen Tag lichen Sihung, in der ursprünglich der Schiedspruch mitgeteilt werHorne bei dieser Gelegenheit dem deutschen Außenminister auf einen Teil ihres Arbeitsverdienstes zu verzichten. Wir können den follie, Präsident Calonder mit sichtlicher Befriedigung die wedmete. Aber auch französische Finanzdelegierte haben sich Ver- um so mehr die Veranstaltung vom 20. April mit der Maifeier ver- froß aller Schwierigkeiten erzielte direkte Einigung zwischen Deuftretern der Pariser Presse gegenüber anerkennend über das nicht binden, als Deutschland das einzige Land ist, in dem wirklich eine schen und Polen verkünden konnte. nur forrefte, sondern auch politisch fluge Auftreten der Deutschen wuchtige und allgemeine Maifeier stattfindet. Wir müssen es aber auch unter allen Umständen ablehnen, in dieser Kommission geäußert. Nach Hermes nahm der russische Delegierte tas Wort eine solche Feler gemeinsam mit den kommunisten zu und erklärte, daß die Zahlungsschwierigkeiten in den Rüstungsveranstalten. Die Kommunisten haben es auf der internationalen verhältnissen liegen, die sowohl die Besiegten wie die Sieger Konferenz von vornherein abgelehnt, die Gemeinsamkeit bebrüdten. Sir Robert Horne wies diesen Zufazantrag der Ruffen In Rußland werden die der 2. und 2%-Internationale angehörender Demonstration auch für Rußland anzuerkennen. zurüd, weil die Abrüftungsfrage von der Konferenz ausgeden Sozialisten nach wie vor in der schlimmsten Weise verfolgt und Koffen des Nahrungsmittelaufwandes. schaltet worden sei. in den Gefängnissen gemartert. Im jelben Moment, wound März d. J. kommt auch in den statistischen Berechnungen zum Das starfe Anwachsen der Teuerung in den Monaten Februar Rußlands Antwort. über die Einheitsfront gesprochen wird, be- Ausdruck. R. Calmer berechnet in der bekannten Weise die Genua, 13. April.( Sonderbericht des„ Intel".) Für morgen ichließen kommunisten und unabhängige im Ber- Kosten des wöchentlichen Nahrungsmittelbedarfs einer vierföpfigen wurde die mit großer Spannung erwartete Sihung der poli- liner Gemeindearbeiterverband, die SPD.-- Mit- Familie im März 1922 auf 778,96 m. gegen 674,39 m. im Februar tischen kommiffion einberufen, die die Antwort auf das glieder von der Wahl zum Gewerkschaftstongreß diefes Jahres und 356,19 m. im März 1921. Die Steigerung beträgt Memorandum der Londoner Sachverständigen erteilen wird. Wie auszuschließen. Die Kommunisten wollen eben die gemein- gegen den Vormonat 15,5 Broz, gegen Dezember vorigen Jahres der Sonderberichterstatter des Intel" erfährt, wird schitsche- fame Front und Demonstration nur dort, wo sie allein an die Maffen 51.4 Broz. und gegen März vorigen Jahres 118,7 Brog. Die Inder rin erklären, daß die ruffifche Delegation bereit fei, das Memoran- nicht berankommen und wo die sozialistischen Parteien und Ge- differ, der die Lebensmittelpreisstatistit von zirka 200 deutschen dum in feinen wesentüchsten Puntien als Grundlage der Bewerkschaften ihnen nun die Gelegenheit verschaffen sollen, bei solchen Bläßen zugrunde gelegt wird, zeigte von 1914 bis jetzt folgende BeBlägen zugrunde gelegt wird, zeigte von 1914 bis jetzt folgende Befprechungen anzunehmen. Allerdings wird Tfchiffcherin ent- gemeinsamen Demonftrationen zu der Masse der Arbeiterschaft zu schieden Stellung nehmen gegen jene Punkte, die geeignet wären, fprechen. Das tommunistische Geschrei nach der proletarischen EinRosten des Nahrungsmittelaufwands pro Woche in Marf: Rußland die Rolle einer zweiten Türkei zuzuweisen. In den Punt- heitsfront ist nichts weiter als verlogene Heuchelei. Augesichts der Inder März ten, die die Selbständigkeit Rußlands in Frage stellen könnten, wird Sozialistenverfolgungen in Rußland und der Zersplitterungs- und Tschitscherin feine Jugeständniffe machen. Begegnungen mit Wirth. Genua, 13. April.( Spezialbericht d. IB.) Reichsfanzler Dr. Birth stattete heute dem Kardinal- Erzbischof von Genua einen Besuch ab. Der Kanzler sprach bei dieser Gelegenheit feine Genug. tuung darüber aus, den Oberhirten der Diözese Genua persönlich 760 in Booten Treibende retten. blutigen Puffchpolifi? der Kommunisten in Deutschland und anderen Ländern müßten wir uns vor der Internationale schämen, wollten wir diese Machenschaften der Kommunisten durch eine gemeinjame Demonstration unterstützen. Wir sind überzeugt, daß die große Masse der Berliner Arbeiterschaft unseren Standpunkt teilt, der im Einklang steht mit der Unsicht der Berliner SPD- Funktionärtonferenz vom 11. April, und im Sinne unserer Stellungnahme für einen machtvollen Berlauf der Maifeier arbeiten wird. Der Vorstand des Bezirksverbandes Berlin der SPD. Krüger. Lehmann. Heinig. ber wegung: Mära 1914 25,08 1920 1918 57,00 1921 1919 67,80 1922 Inder 167,60 356,19 778,96 19YA Hiernach sind die Lebensmittelpreise seit März 1914 durchschnittlich etwa auf das 31fache geftiegen. Ein Bergleich der für die eindelnen deutschen Blähe berechneten Indexziffern bestätigt die Beobbefesten Gebiet und in dessen nächster Nachbarschaft viel achtung, daß die Leuerung in dem von fremden Besazungstruppen stärfer gestiegen ist als in dem übrigen Deutschland. Es ist 8. B. bezeichnend, daß die meisten Bläße des Rheinlandes Inder ziffern aufweisen, die weit über 800 liegen. Saarbrüden hat mit einer Inderziffer von 963.96 m. einen wenig erfreulichen Reford erreicht. Auffallend niedrige Inderziffern ergeben fich für den Frei staat Danzig, wo die Kosten des Nahrungsmittelaufwandes mit 505,02. berechnet wurden. Gartenrestaurant und eine Galerie mit Raufläden, ein Schwimmbad, ein Fischbassin für Angler und eine Rollschuhbahn, von Festfaal und Theater ganz zu schweigen. Ihr Schottensystem" sollte sie ,, unsintbar" machen; aber gegen die furchtbare unde, die der riefige Eisberg dem Schiff beibrachte, war diefe Sicherung nuẞlos. Der Reforbwahnsinn hatte dazu geführt, daß man die Warnungen Interviews mit den französischen Ministern und gibt Auskünfte vor der burch Eisberge drohende Gefahr nicht genügend beachtete, aller Art an jeden einzelnen Journalisten. Am Donnerstag ließ sich Industrie die innere Martentwidlung im eigenen Brofithunger geValuta statt Papiermart. Ein Beispiel, wie rücksichtslos eine nd die Geschwindigkeit nicht mäßigte. Die Rettungsboote, an denen Barthou über die französische Haltung auf der Konferenz gegen fährdet, zeigt eine Mitteilung des Berbandes der deutschen an zugunsten der Luxuseinrichtungen wohl doch zu sehr gespart über englischen und amerikanischen Journalisten aus. Die Frage Sammet und Plüschfabritanten in der Lertilmoche". atte, reichten nicht entfernt aus. Die neue große Errungenschaft von der Sicherheit", deren Frankreich angeblich bedarf, soll auch für Danach geht man bereits dazu über, nicht nur die Mart als Werter drahtlosen Telegraphie hatte wohl die mißachtete Warnung vor die in Genua einzuschlagende Taktik maßgebend fein. Solange, inasistab, sondern auch als Zahlungsmittel felbst im InlandsGisgefahr vermittelte, fie diente auch dazu, die Hilferufe der Sinten- erklärte Barthou, in Deutschland Maschinen fabriziert werden, wie verkehr zu zerstören. Nach dieser Mitteilung werden von dem den einer Anzahl von andern Schiffen zuzutragen, aber obwohl bie fie in lei mit erplobiect find, so lange denkt Frankreich nicht an Berband Deutscher Sammet und Plüschfabrikanten die Preise für See spiegelglatt lag, obwohl die" Titanic" fich noch brei Stunden eine Abrüftung. Ohne darauf einzugehen, mem gegenüber Frank inländische Abnehmer in Schweizer Franten notiert, die effettiv nach dem Zusammenstoß über Wasser hielt, fonnte bie Carpathia", reich eigentlich Sicherheiten" bedürfe, teilte Barthou mit, daß das in Schweizer Franten gezahlt werden oder in Mark zum BerDie erfte der zur Rettung Herbeieilenden, von 2340 Insassen nur noch Scheitern englisch- franzöfifch- amerikanischen Militärallianz liner Mittelfurs des der Regulierung vorangehenden Tages zu ent Frankreich besonderen Anlaß gebe, sämtliche Maßnahmen und Pläne richten sind". Der Berband begründet seine Maßnahme damit, daß Trauer und Entrüstung hielten damals New York in brennender unter den Grundfah der Sicherheit zu fassen. Entschieden bestritt fämtliche Rohstoffe in ausländischer Währung bezahlt werden Aufregung. Herzzerreißende Szenen spielten sich ab, als die Ueber. Barthou, daß Frankreich militaristisch sei. Heute heiße es. ebenso müßten. Wenn schon das Reichsbankdirektorium die größten Be lebenden an Land gebracht wurden, in Nachtkleidern aus den Betten wie während des Deenfus- Prozesses in Paris, für die Konferens denten gegen das Berlangen der Bezahlung in ausländischer Wähgeriffen, in Balltoilette vom Tanz fommend, oder, wie die Bassagiere bauer: Man darf nicht darüber sprechen." Auf diese Probleme rung zwischen Fahrifanten und Erporteuren erhoben hat, so muß hes Zwischendeds, ohne jebe Habe am fremden Strand ausgefeßt. einzugehen, fei unter allen Umständen verboten". Ironisch bemerkte der Balutafafturierung wo es sich um den Berkehr zwischen den Frauen hatten ihre Männer verloren, Säuglinge waren geborgen der franzöfifche Minister u. a. noch, daß, falls der Chef des republi- Fabrikanten und inländischen Abnehmern handelt worden, ohne daß man ahnte, mer ihre Mütter waren. Auch bei fanischen Reichs" sich an seine Rede bei der Eröffnung der Kondieser großen Prüfung waren Menschengröße und Menschenschwäche ferenz halte, alles in Ordnung, alles gut fei. Auch Meinungsver- dann die inländischen Abnehmer ihr Risiko abdeden müssen, wäch ſt das entschiedenste entgegengetreten werben. Da offenbar geworden. Männer waren von den Revolvern der Schiffs- fchiedenheiten zwischen Lloyd George und ihm stellte Barthou in Aboffiziere gefallen, weil sie sich vor den Frauen und Kindern in die rede. Jeden Tag size er mit ihm in aller Freundschaft zusammen. darf erwarten, daß die Regierung diesem unverantwortlichen Treinaturgemäß die unprobuftive Devisennachfrage. Man Boote stürzen wollten, Menschen, gewohnt zu herrschen, zu befehlen, ben mit den notwendigen Maßnahmen entgegentreten wird. hatte man hilflos und zitternd gesehen. Aber man erzählte auch von Ehepaaren und Familien, die den Tod der Trennung vorzogen, und 3lje- Bergbau A.-G. Dieses Niederlaufiger Braunkohlenwert, wie ein Heldenlieb flingt die einfache Meldung des Telegraphisten Berlin, 13. April.( TB.) In der Polizeifrage hat das an der Bersorgung Berlins mit Hausbrandtohle start beteiligt Don Cape Race, daß der Telegraphist an Bord der" Titanic" mit der Borsigende der Interallierten tilitärtontrollift, verzeichnet im lehten Geschäftsjahr, bem 50. feit seiner Grünaußerordentlicher Raftblütigteit telegraphierte und bis zum legten tommission das Schreiben des Auswärtigen Amtes vom dung, wieder erheblich steigende Gewinnziffern( der eingewinn ist Augenblick nicht von seiner Pflicht gewichen sei. 5. April mit folgender Note vom 10. April beantwortet: mit 24 millionen Mart doppelt so groß wie im Borjahr) bei beEine neue Polizeinote. auf Orcheffer und Dirigentenwahl. Das Leipziger Gewandhaus- Ich beehre mich, den Empfang des Schreibens vom 5. April trächtlich erhöhter Produktion. Die Kohlenförderung von 7,74 Milorchester hatte sich bei der Diretson beschwert, daß es bei der Bahl zu bestätigen, durch das Euer Exzellenz zur Kenntnis ter kom- lionen Tonnen ist die höchste bisher erreichte Biffer, auch die des neuen Kapellmeisters nicht befragt worden sei. Es erflärt jegt, miffion gebracht haben, daß die deutsche Regierung im Namen aller den, nachtem die Anzahl der Brikettpressen in den letzten Jahren Briketterzeugung fonnte auf 2,28 Millionen Sonnen gesteigert merdaß es gegen den neuen Rapelfmeister Furtwaengler nichts einzu- Länder des Reiches fich verpflichtet, für die Reorganisation der pon 88 auf 101 erhöht worden ist. Aehnlich wurde auch die Herwenden hat, aber jeinen prinzipiellen Standpunkt beibehält. Polizei das Prinzip der Rückkehr zur Organisation von 1913 gelten ftellung von Ziegeln in den angeschlossenen Ziegeleibetrieben verzu laffen. Dieser leytere Ausdrud faßt hinsichtlich der Polizei mehrt. Die Gesellschaft segt ihre Dividende von 22 auf 30 Proz. Jun Leffing- Theater geht als nächste Neuaufführung Sardous Auft. Die Berpflichtungen zufamen, die Deutschland zur Ausführung der herauf, nachdem sie im legten Geschäftsjahr ihr Attienkapital von spiel Madame Sans Gene mit Käte Dorsch in der Titelrolle Vorschriften des Friedensvertrags und der ergänzenden Entschei 55 auf 75 millionen Mark bei hohem Bezugsrecht für die Aktiound Kurt Gök als Napoleon am 22. d. M. in Szene. dungen der alltierten Regierungen obliegen. Er nimmt insbeson näre gesteigert hat. Das Bezugsrecht wurde im Dezember vorigen Eine neue ruffische Monatsschrift für Literatur und Wissenschaft dere die in der Note, vom 22. Juni 1921( Note von Boulogne) ge- Jahres mit 875 notiert! Die neuen Aktien nehmen an der DiniButnit"( Der Banderer"), foll in Berlin gebrudt und von zwei Schrift troffenen einzelnen Bestimmungen wieder auf. In dieser Note hat Rlagen über unzureichende Breife" zum mindesten insofern unbedende bereits zur Hälfte ieil. Die Gewinnziffern zeigen, daß die leitungen, die eine in Berlin von Maxim Gorli und dem bekannten hat der Vorsitzende der Botschaftertonferenz far zum Ausdrud gegründet find, als dem Rapital dabei immer noch reiche Gewinne Petersburger Germanillen Prof. Braun, zurzeit in Leipzig, die andere in Petersburg von nichtkommunistischen Schriftstellern geleitet werden. bracht, daß die Alliierten der Berstärkung der alten bleiben. Die Wolfsjagd im Flugzeug. eit gutem Erfolge hat man fich des Polizei, genannt Ordnungspolizei", zustimmten, deren Be. Flugzeuges bei einer Wolfsjagd bedient, die fürzlich in der Umgegend von stand fie zugleich nere 92 000 auf 150 000 töpfe brachten. Wie sich Mic. Donald, einer Stadt in Kansas, stattfand. Zahlreiche Mölle machten aus meinem Schreiben vom 23. März ergibt, müffen die Aus das Pand unsicher. Da es aber in dent weiten Gebiet sehr schwierig war, nahmen, welche die Rückkehr zur Organisation von 1913 zum Gegendie Tiere aufzuspüren, so nahm man zwei Flugzeuge mit. Die Flieger fuchten mit Fernrohren die Gegend ab und machten die Jäger auf Bolje fiand haben, DON ben Ländern bis zum 125. Mai erlaffen fein. aufmerksam, die sie feststellten. www Herabfehung des englischen Bantdiskonis. Rachdem die Bant on England erft vor zwei Monaten den amtlichen Zinsfag um auf 4 Broz. herabgefeht. Diese Maßnahme beleuchtet den Ueberfluß auf 4½ Broz. ermäßigt hat, hat sie jetzt den englischen Bantoistont tommenden anlagesuchenden Geldes in England, wo die Wirtschaftskrise die Jewerbliche Produktion hemmt. Gewerkschaftsbewegung Das Arbeitszeitgeseh. Ifolgte Stellungnahme zum Gemertfchaftstongreß. Die von führen. Ein vom Schlichtungsausschuß Groß- Berlin gefällter der Ortsverwaltung vorgelegten Anträge wurden bis auf einen ein- Schiedsspruch, der diese Verschlechterungen abwies, wurde von stimmig angenommen. Drei weitere aus der Versammlung selbst den Arbeitgebern abgelehnt, ebenso ein Vergleichsvor entstandene Anträge fanden ebenfalls einstimmige Annahme. Der schlag des Demobilmachungskommissars und ein Vermittlungsvor von der Ortsverwaltung vorgelegte, aber abgelehnte Antrag regte die schlag einer Arbeitergewerkschaft. Man verlangt von den AngeDie Verhandlungen vertagt. Bildung von Arbeiter banten für sämtliche proletarischen stellten die bedingungslose Aufnahme der Arbeit. Die gestrigen Verhandlungen über das Arbeitszeit- Organisationen an, um so eine Unabhängigkeit von den kapitalistischen Die Angestellten haben, aus diesem Verhalten der Arbeitgeber den gesetz zwischen dem Reichsverkehrsministerium und den Spizen- Broßbanken zu erreichen. Dieser Antrag wurde von den KPD.- Schluß ziehend, sich auf einen längeren Stantpf eingerichtet, wobei organisationen der Beamten und Arbeiter konnien nicht zu Ende Funktionären verworfen, denen es gelang, nachdem ein größerer fie auf die Solidarität der gesamten organisierten Arbeiters geführt werden und wurden deshalb um mehrere Tage Teil der Funktionäre die Versammlung verlassen hatte, den Antrag und Angestelltenschaft vertrauen, die den Hauptkonsumenten darverschoben. Bekanntlich ist jetzt lediglich eine Einigung über die mit 79 gegen 69 Stimmen zu Fall zu bringen. Die angeführte Re- stellt. Bestreift werden folgende Betriebe: Bosnia. Borg, Dienstschichten noch nicht erzielt worden. Die Vertreter der Arbeit- solution lautet: Garbáty, Josetti, Karmitri, reifin, Mal- kah, nehmer gaben die Erklärung ab, daß fie, bevor sie die endgültige Manoli, Maiiary, Muratti, Problem und Wenesti. Entscheidung über Annahme oder Ablehnung dieses letzten Punktes Arbeiter, Angestellte und Beamte, übt Solidarität! treffen können, erst über eine Anzahl Spezialfragen eine genaue Auskunft des Ministers verlangen. Es soll über den Begriff der ununterbrochenen Dienstzeit, der Gesamtschichten länge im Monat und die Verteilung der Nacht fchichten in einer Dienstperiode noch eine nähere Aufflärung durch das Ministerium erfolgen. Die Christlichen gegen die Maifeier. Im Freistaat Baden ist nach einer Verordnung der badischen Regierung der 1. Mai ein gefeglicher Feiertag. Wie die Freiburger Tagespost" mitteilt, lehnen die christlichen Gewertschaften die Arbeitsruhe ab. Sie werden, wo sie in der leberzahl sind, an diesem Tage arbeiten. Die Ablehnung ist ein Protest gegen die Steilungnahme der Sozialdemokratie zu einem Antrag, der den ersten Fastensenntag zum Gedenktage der im Kriege Gefallenen als einen allgemeinen Feiertag bestimmen wollte.. Diese Motivierung verhüllt nur dürftig die Abneigung gegen unsere Maifeier. Denn an diesem Sonntag wird ohnehin nicht gearbeitet, und kein Mensch wird die Christlichen daran hindern, den Fastensonntag in ihrer Weise als Gedenktag zu begehen. Müssen doch alle Nicht- ,, Christlichen" auch all die christlichen Feiertage durch Arbeitsruhe mitfeiern, die uns entbehrlich erscheinen. Ein echt unchriftlicher christlicher" Streich, der sich gegen die bei den Christen organisierten Arbeitnehmer selber richtet, die doch gleich uns alle Ursache haben, für die Erhaltung des Achtstundentages, die Vervollkommnung des Arbeiter= schutzes und für den Bölkerfrieden einzutreten. Die Demonstration für den Völkerfrieden ist doch die würdigste Feier auch des Andenkens der im Weltkrieg Gefallenen. band: Die Löhne der städtischen Arbeiter. die Bestrebungen, die Arbeitszeit der Arbeiter, Angestellten und " Die Bersammlung protestiert mit aller Entschiedenheit gegen Beamten zu verlängern und den gesetzlichen Achtstundentag zu be= seitigen. der Arbeitsgerichte in die ordentlichen Gerichte, die das Ende Ferner erhebt fie Einspruch gegen die geplante Eingliederung der sozialen Rechtsprechung bedeuten würde. Die Verbindung der Sondergerichtsbarkeit mit den Schlichtungsämtern muß die fünftige Grundlage für unsere soziale Rechtsprechung in Arbeitsstreitigkeiten werden. Neue Aussperrungen in England in Sicht. bau beschränkte Konflikt scheint nun auch auf andere Induſtrien Der bisher auf die Metallindustrie und den Schiff übergreifen zu wollen. So wurden die in der Manchester Gollte dieser Konflikt nicht auf gütlichem Wege geschlichtet merden, Baumwollindustrie geführten Verhandlungen abgebrochen. Gleichzeitig stellt die Versammlung fest, daß die dem Reichstage würde die für den 29. April angefagte. Aussperrung 400 000 Arvorliegende Schlichtungsordnung mit ihrem§ 55 einen un- beiter in Mitleidenschaft ziehen. Die Vertreter der organisierten erhörten Eingriff in das Selbstverwaltungsrecht der Gewerkschaften Arbeiterschaft hatten den Unternehmern an Stelle der von bedeutet. Solange die im Artikel 151 der Reichsverfassung ver- diesen vorgeschlagenen Lohnfürzung von 50 Proz. eine solche von sprochene Ordnung des Wirtschaftslebens nach den Grundsätzen der 40 Pro3. vorgeschlagen, doch wurde ihr Anerbieten abGerechtigkeit mit dem Ziele der Gewährleistung eines menschen- gewiesen, würdigen Daseins für alle nicht erfolgt ist, solange fehlt auch der Schein eines Rechtes, das selbständige Entscheidungsrecht der Gewerkschaften einzuengen. Die norliegende Schlichtungsordnung ist ein Arbeitgeberschutzgesetz und muß von der gesamten Arbeiter- und Angestelltenschaft mit den schärfften Mitteln befämpft werden. Die Verfammlung erwartet von den freigewerkschaftlichen Spitzenorganisationen und vom ADGB., daß die ganze gewerkschaftliche Macht aufgeboten wird, um die große Gefahr, welche der nach Freiheit ringenden Arbeiterschaft durch die vorliegenden Gesetz entwürfe droht, abzuwehren und ein einheitliches, fortschrittliches, mit sozialem Geist erfülltes Arbeitsrecht zu schaffen.. verhungern. Lohnverhältnisse im Friseurgewerbe. In der Metallindustrie haben einige dem Arbeitgeberverbande angeschlossenen Firmen die für ihre Betriebe angefündigte 21 us= sperrung widerrufen und die Arbeiter bedingungslos wieder eingestellt. Die Verhandlungen zwischen den 47 Berbänden der Metallindustrie und den Unternehmern sind zum Stillstand gekommen. gewerffchaftlichen Betriebsrätezentrale für den Wirtschaftsbezir? Kurse für Schichtarbeiter hat die Betriebsräteschule der FreiGroß- Berlin eingerichtet, die Dienstags pormittags im Saal 2 des Gewerkschaftshauses vierzehntägig stattfinden. An dem in der Woche nach Ostern stattfindenden Kurs: Der Betriebsrat, seine Bedeutung und seine Aufgaben nen noch neue Kollegen teilnehmen. Nächster Unterrichtstag: Dienstag, den 18 April, vormittags 10-12 1 hr. Hörerbeitrag: 5 M., für Arbeitslose unentgeltlich. Die Anmeldung fann im Kurse selbst erfolgen. Jugendveranstaltungen. Die Arbeitgeber im Friseurgemerbe sabotieren den Abschluß der Lohnverhandlungen. Am 20. März hat der Schlichtungsausschuß Groß- Berlin einen Schiedsspruch gefällt, der Löhne von 350 und 400 M. für Herrenfriseure und von 415 M. für Damenfriseure vorIn dem offiziellen Bericht, den das WTB. der Presse über- feit vor dem Demobilmachungskommissar versuchte der Vertreter sieht. In der Verhandlung über den Antrag auf Rechtsverbindlichmittelte und der auch der" Borwärts" in seiner gestrigen Morgen- desselben eine Einigung, die aber an der Starrköpfigkeit Das Jugendsekretariat und die Verkaufsstelle bleiben am Sonnabend geſchloſſen, ausgabe brachte, schreibt uns der Gemeindearbeiterverber Arbeitgeber scheiterte. Wegen 30 M. Wochenlohn mehr Dienstag, den 18. April: " Der Bericht über die Lohnforderungen der städtischen Arbeiter müßten die Friseurmeister mit ihren erhöhten Breisen angeblich Biesdorf. Jugendheim Gemeindeschule Schulstraße. Bortrag: Die bedarf einer Berichtigung. Die dort angeführten Säße über die Fordeutsche Arbeiterbewegung." Blankenburg. Jugendheim Gemeindeschule Die nicht regelrecht gelernten Friseurinnen will man auf alle finer Straße. Triftstraße. derungen der städtischen Arbeiter entsprechen nicht den Tatsachen. Fälle aus der Lohnvereinbarung ausschließen. Nachdem man diese Jugendheim Gemeindeschule Schönianfer Straße. Bortrag: Seguelle Hygiene." Buchholz. Jugendheim Ber Vortrag: Arbeiterwohlfahrtspflege." Landsberger Viertel. Der Schiedsspruch vom 7. März fah für die städtischen Arbeiter eine Hilfskräfte als Waschmädchen und dergleichen ausgenuht hat und s Vortrag: Die Fremden Gruppierung der Löhne nach Altersklassen vor. Diese Gruppierung fie nach ihrer weiteren Ausbildung als Friseurinnen beschäftigt, will meindeschule Heinersdorfer Straße 18. Niederschöneweide. Jugendbeim Gemeindeschule Berliner Straße. Vortrag: Der Bau des menschlichen Körpers." Nordoften. Jugendheim Ge mar entgegen dem Willen der städtischen Arbeiter erfolgt. Die ArVortrag: Theorien man ihre Löhne aufs äußerste herabdrücken des Schach beiter haben in ihren jezigen Forderungen diese Gruppierungen nicht einbarung". Diefelben Herren, die die sogenannten ungelernten Distuffionsabend: Leyte Nummer der Jugend boran" nach freier Ber- fviels." Rosenthaler Vorstadt. Jugendheim Gemeindeschule Gipsstraße. beachtet, sondern diese von dem Gesichtspunkt aus aufgestellt, daß ein Friseusen beschäftigen, behaupten, daß das gefeßliche Lehrver- müller, Ede Triststraße. Vortrag: Die Gefahren der Zuberkulose." Tegel. JugendArbeiter nach Bollendung des 18. Lebensjahres in den städtischen hältnis gefährdet sei, wenn sie diesen Friseurinnen tarifliche heim Bahnhofstr. 15. Leseabend: Glaßbrenner." Wedding. Jugendheim Betrieben als Bollarbeiter betrachtet werden muß, da seine Arbeits- Löhne zahlen. Nach wie vor wird die regelrechte und die perleistung sich in feiner Beziehung von der eines über 24 Jahre alten schleierte Lehrlingszüchterei weiter betrieben, nach dem Grundsatz: Arbeiters unterscheidet. Demzufolge muß bei der Berechnung der möglichst niedrig bezahlte Arbeitskräfte. Höhe der Forderungen nicht, wie es aus dem Bericht hervorgeht, das 18. Lebensjahr zugrunde gelegt werden, sondern das 24. Lebensjahr. Die Forderungen der städtischen Arbeiter lauten: Stundenlöhne für Ungelernte über 18 Jahre 16 M., nach einem Jahre 16,25 M.; Angelernte 16,25 m. bzw. 16,50 M.; Handmerfer 17 M. bzw. 17,25 M. Diese Säße bedeuten gegenüber den bisher für Arbeiter über 24 Jahre geltenden Löhnen eine Erhöhung von 5,41 M. für Ungelernte, 5,44 m. Angelernte und 5,66 m. für Handwerker. In der Privatindustrie werden heute Durchschnittsstundenlöhne von 21 m. und darüber bezahlt. Wenn demgegenüber der Magistrat eine Erhöhung von 3 M. pro Stunde für Arbeiter über 24 Jahre als weitgehendsres Angebot bezeichnet, so drängt sich den Arbeitern doch die Frage auf, ob der Magistrat überhaupt noch ein Interesse daran hat, vollwertige Arbeiter in seinen Betrieben zu beschäftigen, denn bereits heute ist die Tatsache zu verzeichnen, daß die tüchtigsten Arbeiter die städtischen Betriebe fluchtartig verlassen, und wenn den sehr mäßigen Forderungen der Arbeiter nicht Rechnung getragen wird, dieses Ausscheiden der tüchtigsten Arbeiter zu einer Katastrophe für die städtischen Werke wird." frieden, tragen bessere Kleidung als ihre Arbeitgeber, fönnen Kuchen Die Argumente der Arbeitgeber: Die Gehilfen sind alle zuum Kaffee effen und Zigaretten rauchen" und die ihnen von ihren fehr gut zum Leben, weil der„ Nebenverdienst" den Lohn noch Meistern freiwillig" gezahlten Löhne von 300 bis 370 m. reichen übersteige, find so kleinlich und hinfällig, wie sie eben für die ganze zünftlerische Einstellung der Friseurmeister bezeichnend sind. Den Gipfel der Unverschämtheit aber bildet die Zumutung der Herren, die Löhne des Schiedsspruches regelrecht gelernten Friseurinnen mit Ausnahme der für sie nicht willige Vereinbarung" gelten zu lassen unter der Be - ab 16. April als frei bingung, daß die Gehilfenschaft bei der abermaligen Erhöhung der Bedienungspreise teine weitere Lohn erhöhung fordert. Nachdem die Verhandlungen acht Wochen lang im Gange find, wollen die Herrschaften die inzwischen längst überholten Löhne des Schiedsspruches freiwillig" zahlen, wenn die Organisation die Friseusen im Stiche läßt, und die Gehilfenschaft verpflichtet, auch dann noch mit den geringen freiwilligen" Löhnen Bei der Lohnfrage der städtischen Arbeiter spielen jeweils die mals erhöhen. Sollte der Demobilmachungskommiffar in Verfich abzufinden, wenn die Herren Meister die Bedienungspreise aberfozialen Leistungen eine Rolle mit, die der Magistrat nicht allzu hoch, die Arbeiter aber auch nicht allzu niedrig einschäzen dürfennung des wahren Sachverhalts dem Antrage der Gehilfenschaft ten. Dennoch halten wir die gestellten Forderungen für berechtigt. geben, wird die Gehilfenschaft den Arbeitgebern die Antwort nicht auf Rechtsverbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches nicht stattschuldig bleiben können. Rundgebung der Eisenbahner Berlins. Eine. Funktionärversammlung des Deutschen EisenbahnerverDer Angestelltenstreik in der Zigarettenindustrie. bandes am 11. April im Gewerkschaftshaus befaßte sich eingehend Seit 18 Tagen stehen die Angestellten der Zigarettenindustrie mit den arbeitsrechtlichen Gesezentwürfen. Nach im Abwehrkampf. Das seit über zwei Jahren bestehende Tarifeinem Referat des Kollegen Veefer das die Frage des Arbeits- verhältnis wurde von den Arbeitgebern zum Jahresschluß gekündigt, rechts in allen Teilen. grundsätzlich behandelte wurde die zum mit der Abficht, wesentliche Verschlechterungen sowohl in der GeSchluß angeführte Resolution einstimmig angenommen. Hierauf er- haltsfrage als auch in den übrigen Arbeitsbedingungen durchzuSport. Dauerjahrer: Bauer, Krupkat, Zewanow, Saldow und Sawall im Breis Anf der Olympiabahu treffen am Ostersonntag unsere fünf besten der Extraklasse über 50 Stilometer fowie in zwei weiteren Dauerrennen zuwerden. Für heute ist offizielles Training angefest, an dem sich alle Teilfammen. Die Fliegerrennen werden von Amateur- Radfahrern bestritten nehmer der am Sonntag stattfindenden Rennen beteiligen werden. Arbeitersport. Märkische Spielvereinigung Bantom 08- Merkur 06( Bankow, Bichelswerder Straße). sarfreitag, den 14. April: Adler 12- Aslania( Cbriftiania-, Gde Seestraße). ( Bezirk Groß- Berlin). Sußballspiele ant ( Banoo). Union- Minerva ( Belten, Bößowstraße). Nowawes Tentonia 09( Nowawes, Bart Babelsberg). Frisch Frei- Nordista.( Niederschönereide, Berliner Straße). Belten- Spandau Britannia-- Fichte Spielbeginn der 1. Mannschaften 4½ Uhr ,, der 2. Mannschaften 2% Uhr. 9( Lichtenberg, Wagnerstraße). verantw. für den redalt. Teil: Franz Klühs. Berlin- Lichterfelde; für Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts.Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3. Hierzu 1 Beilage. Gukirol Arztlich empfohlen Millionenfach bewährt. beseitigt schnell, sicher und schmerzlos Hühneraugen Stoffe Hornhaut. Schwielenu Warzen. 11 Jn Anotheken Drogerien erhältlich für Herren- u.Damen- Bekleidung beste Fabrikate, große Auswahl, Verkauf meterweis Koch& Seeland 6... Gertraudtenstraße 20-21. 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Aillzu weit darf er freilich seine Sehnsuchtsträume nicht fliegen laffen; die hohen Fahrkosten sorgen dafür, daß er in der Nähe bleibt. Aber auch hier gibt es noch manches schöne Fleckchen Erde, das ein AufSuchen lohnt. Zur Oberhavel. Um einen Teil der Oberhavel fennenzulernen, fahren wir vom Stettiner Borortbahnhof nach Hennigsdorf. Bom Bahnhof aus sehen wir die gewaltigen Fabrikanlagen, die in dem stillen Dörfchen während der letzten Jahre entstanden sind. Wir wandern auf der Vellener Chauffee nördlich zum Ort hinaus, wenden uns nach dem Beginn des Waldes alsbald rechts und bleiben nun in der Nähe der Havelniederung. Rechts liegt das Anwesen Meißnershof. Die Havel zieht hier still und verträumt, ein echtes Kind der märkischen Ebene, als verhältnismäßig schmaler Fluß durch ein ebenfalls nicht sehr breites Tal, das auf beiden Seiten von bewaldeten Erhebungen begleitet wird. Sie durchbricht hier die Hochfläche, die sich zwischen zwei Urstromtälern, dem Eberswalder im Norden, und dem Berliner im Süden, erstreckt. Das erstere verläßt die Havel bei Oranienburg, das lektere erreicht sie bei Spandau. Der Weg führt an Waldesrand und Niederung nach Pinnow, einem alten Dörfchen an der Oberhavel. Ueber den Großschiffahrtsweg und die Havel kommen wir nach Borgsdorf, das nicht mehr im Kreis Osthavelland, sondern im Kreis Niederbarnim liegt. Die Havel bildet hier die Kreisgrenze. Wir wandern in bisheriger Richtung weiter, über die Oranienbur ger Chaussee bis zum Weg nach Lehnitz. Diesem folgen wir nach links, immer durch Wald bis zur Haltestelle Lehniz der Nordbahn. Hier überschreiten wir den aus dem Lehnitsee kommenden GroßSchiffahrtsweg und sind bald darauf in Oranienburg. Auf einem Rundgang durch das freundliche Havelstädtchen tommen wir zum ehemaligen Schloß, das jetzt ein Lehrerseminar beherbergt, mit dem schönen Schloßpark. Wir sehen auch verschiedene Baulichkeiten im niederländischen Backsteinstil, so das Waisenhaus für Beamtenfinder am Ende der Mittelstraße. Sie erinnern an die zur Zeit des Großen Kurfürsten herrschenden niederländischen Kultureinflüsse. Zeitdauer etwa 5 Stunden. Bom Müggelsee zur Dahme. Einer der über die Stadtbahn führenden Züge bringt uns nach Friedrichshagen. Vom Bahnhof wandern wir durch die Friedrich straße zur Fähre. Friedrichshagen wurde 1753 durch Friedrich den Großen angelegt, der hier 100 böhmische Einwanderer ansiedelte. Mit der Fähre lassen wir uns übersehen und wandern nun auf dem Südufer des Müggelfees zum Wirtshaus Rübezahl. Der nahezu freisrunde Müggelsee ist mit einem Flächeninhalt von über 776 Heftar einer der größten Seen der Marf. Er liegt im Berliner Urstromtal und wird von der Spree durchflossen. Von Rübezahl führt ein mit Birken eingefaßter Weg zum Teufelsfee, der in einer Senfe zwischen dem Großen und dem kleinen Müggelberg liegt. Die bis zu 91 Meter hohen Müggelberge gehören einem ehemaligen Endmoränenzug an. Sie bilden ein kleines Waldgebirge. Von den Aussichtstürmen bietet sich eine schöne Fernsicht über die wald- und wasserreiche Umgebung mit dem Dunstkreis Berlins im Westen. Auf der an den Müggelbergen vorüberführenden Chaussee manFreitag, 14. April 1922 Daher der Name„ Höchst"-Mietezuschlag! dern wir nach Müggelheim. Auf dem Friedhof dieses abgeschiedenen Dörfchens ruht Kurt Grottewih, der Arbeiterwanderer und Naturfreund. Ein schlichter Stein mit der Aufschrift: Aquis submersus, Zur Vermeidung von Mietstreitigkeiten aus Anlaß des neuen im Wasser versunken( er fand seinen Tod am 16. 7. 1905 in der Höchstmietezuschlages wiederholt der erste Borsitzende des Ber= Großen Krampe beim Baden) bezeichnet sein Grab. Bon Müggel- liner Mieteinigungsamts feinen schon am 7. Februar heim gehen wir zum Ufer der Dahme oder Wendischen Spree. Wir durch Säulenanschläge den Vermietern und den Mietern gegebenen folgen ihr, die sich hier zum Langen See erweitert, bts Wenden- Rat, sich über Verlängerung des Mietvertrages zum 1. April schloß. Ruder- und Segelboote kreuzen auf dem Wasser, dazwischen schriftlich dahin zu einigen, daß bei Aufrechterhaltung der biszieht schon hin und wieder ein Dampfer feinen Weg. Von Wen- herigen Vertragsbestimmungen das Mietverhältnis auf ein halbes fahren mit der Straßenbahn nach Köpenick. Zeitdauer etwa dier geltenden Höchst zuschlages verlängert wird. Durch das denschloß lassen wir uns entweder nach Grünau übersetzen oder wir Jahr zur Grundmiete zuzüglich des am 1. April Nachrichtenamt der Stadt läßt er melden, daß trotz jener Bekanntmachung eine Einigung zwischen Vermietern und Mietern in einer großen Zahl Fälle nicht erfolgt ist, daß aber dann die Kammern des um Entscheidung über die Steigerungsanträge ersuchten Mieteinigungsamts die zum 1. April gekündigten Mietverträge gemäß dem oben wiedergegebenen Borschlag verlängert haben, falls nicht ganz besondere Umstände" vorlagen. Stunden. wwwww NW Wie wird das Osterwetter? N. SWA. S MAN SITIVITY NO SO GU Sturm Regen und Veränderlich Schon Wind Gewitter T 30 20 302020 10-10 00 10 10 Die vom Nachrichtenamt verbreitete Mahnung betont die durch Berhandlung vor dem Mieteinigungsamt entstehenden Zeitverluste und Unkosten und sagt:„ Da in allen Fällen, in denen die Vermieter zur Wahrung ihrer Rechte einen Antrag auf Anberaumung eines Verhandlungstermins gestellt haben, eine andere Entscheidung des Mieteinigungsamts faum zu erwarten ist, so dürfte es ange= bracht sein, jetzt noch eine nachträgliche Einigung zwischen Ver= mietern und Mietern zustande zu bringen und die zuständige Abteilung von dieser Einigung zu benachrichtigen." Der Hinweis darauf, daß eine andere Entscheidung als die Auferlegung des vom 1. April ab geltenden Höchstmietezuschlages( 120 Proz. für Woh nungen) faum" zu erwarten. sei, zeigt den Mietern, wie sehr beim Mieteinigungsamt der sogenannte„ öst"= Mietezuschlag tatsächlich" Normal" Mietezu= fchlag geworden sein muß, in ähnlicher Weise, wie die amtlich festgesetzten Höchstpreise für Brot sofort Normalpreise merden. Zwar wird die Möglichkeit offengelassen, daß einem Mieter„ unter Graupelschauern hat in den letzten Tagen nach mehrwöchentlicher weniger als der Höchstmietezuschlag aufgepackt werden könnte. Die winterlich kalte Witterung mit ihren vielen Schnee- und ganz besonderen Umständen" beim Mieteinigungsamt auch mal Dauer in ganz Deutschland das schon lange herbeigesehnte Ende Aber in demselben Atemzuge wird ganz allgemein der Rat gegeben, gefunden. Im Anfang dieser Woche ließen die Niederschläge an unter Verzicht auf das bereits angerufene Mieteinigungsamt jett Heftigkeit und Stärke überall nach und es klärte sich der Himmel noch eine Einigung zustande zu bringen. Für die Mieter läuft mehr und mehr auf. Ein Hochdruckgebiet war von Nordwesten das darauf hinaus, daß sie, tie ja vom Mieteinigungsamt auch nach Mitteleuropa vorgedrungen, wurde zwar bald durch ein auf eine Wahrung ihrer Rechte erwarten, von vornherein dem Biskayschen Meer erschienenes Tiefdruckgebiet nach Westrußland weitergeschoben, blieb dort aber unter Verstärkung länger den Höchstmietezuschlag als das Normale hinliegen. In Deutschland traten daher gleichmäßige südöstliche nehmen sollen. Das ist doch wohl ein etwas son der= bis südliche Winde ein und es wurde von einem Tage zum andern barer Rat! wärmer. In Berlin wurde am Mittwoch zum ersten Male in diesem Monat die vieljährige Durchschnittstemperatur ein wenig Großfeuer im Untergrundbahnschacht. überschritten Am Donnerstag herrschte hier und an 12 Grad C Wärme. vielen anderen Orten bereits am Morgen 10 bis Großer Schaden an der Neuköllner Strede. In der südwestlichen Hälfte Deutschlands nahm allerdings die Bewölkung schon im Laufe des Mon- fam am Donnerstag nachmittag in der dritten Stunde durch FahrGroßfeuer, wie es seit langer Zeit in Neukölln nicht gesehen wurde, tags wieder zu und es traten dann zahlreiche, obschon im allge- lässigkeit in der Baugrube der Neuköllner Untergrundmeinen geringe Regenfälle ein, die sich aber nur sehr langsam nach Norden und Osten fortpflanzten. Inzwischen ist nach Schott- bahn in der Bergstraße zum Ausbruch und machte der geland ein kräftigeres Tiefdruckgebiet gelangt, das mit mäßiger Ge- famten Neuköllner Feuerwehr tüchtig Arbeit. In der Bergstraße schwindigkeit weiter ostwärts vorzudringen scheint und dem vor- mischen der Jäger- und Steinmetzstraße werden jezt die Wände und aussichtlich weitere Tiefdruckgebiete aus niedrigen Breiten des Decken mit Dachpappe und Teer gegen Feuchtigkeit abgedeckt und die Atlantischen Ozeans folgen werden. Die milden, feuchten Süd- Fugen bzw. die gegeneinanderstoßenden Enden der Dachpappe mit winde haben sich daher bei uns mehr nach Westen gedreht und Zeer gedichtet. da sie wahrscheinlich an Stärke zunehmen werden, haben wir brennenden Lötlampe dem frischgestrichenen Leerbelag Ein Arbeiter fam nun um 2 Uhr mit einer für Freitag und Sonnabend ziemlich warmes, zeitweise etwas aufklärendes, jedoch überwiegend trübes u na he. Im Nu stand der Bohlenbelag, die Hölzer samt dem warten. Auch die Osterfeiertage dürften uns, soweit in der Bergstraße in Flammen. Alle Luftschächte und Einsteige= Wetter mit wiederholten leichten Regenfällen zu er- Teer und der Dachpappe in einer Längsausdehnung von 200 Meter sich das jetzt schon beurteilen läßt, nur wenig Sonnen- treppen brannten lichterloh unter ungeheurer Qualment schein, dafür aber sehr frachtbaren Frühlingsregen midlung. Dider Rauch lagerte schon bei Antunft des ersten bringen. Löschzuges über der Brandstelle. Brandmeister Richter ließ sofort mit 7 Schlauchleitungen vorgehen und die brennende Untergrundbahnstrede abriegeln. Durch unausgesetztes Waffergeben gelang es der Wehr, eine weitere Ausdehnung des gefährlichen Brandes zu verhüten. Der Schaden ist sehr erheblich. Die Arbeiter hatten sich gleich zu Beginn des Feuers in Sicherheit bringen können. Ohne kleine Verletzungen ist es dabei nicht abgegangen. Dieser Brand ist ein neues Glied in der Kette der zahlreichen Hindernisse beim Bau dieser Untergrundbahn. 1 Milliarde Fehlbetrag in Berlin. Anziehen der städtischen Steuern zu decken. Auch bei Verdoppelung der Grundsteuer, bei weiterer Erhöhung der Werkstarife und EinDer Berliner Haushalt für 1922 ist im Entwurf führung der neuen Gewerbesteuerordnung bleibt ein Fehlbetrag von fertiggestellt und wird am Ostersonnabend Gegenstand der gemein- rund 850 Millionen. 275 Millionen hiervon erwartet die Statt famen Beratung des Magistrats und der Bezirksbürgermeister sein. von Reich und Staat als Deckung der mit dem 1. April eingeDer Abschluß ist durch das außerordentliche Ansteigen tretenen abermaligen Erhöhung der Beamtengehälter. Im übrigen der Teuerung in den lehten Wochen auf das ungünstigste bleibt der Stadt nur die Heffnung darauf, daß die stärkere Das Diebesversted auf dem Friedhof. Gestern vormittag entbeeinflußt worden. Trotzdem bei der Nachprüfung durch die städti- Beteiligung der Gemeinden an den deckte man auf dem Friedhof der Gemeinde Tempelhof, großen fche Finanzverwaltung die Ausgabebeträge wiederum in großem Reichssteuern( Einfommensteuer und Umsatzsteuer) endlich waltsam entfernt und gestohlen worden waren. Bei der Verfolgung Germaniastraße 59, daß Ketten von mehreren Gröbern geUmfange herabgedrückt worden sind, schließt der Entwurf ab mit Gesetz wirt. Der Abschluß des Berliner Haushalts ist der stärkste der Fußspuren und Absuchung des Kirchhofes stieß man auf einen einem Fehlbetrage von über 1 milliarde. Beleg tafür, wie unumgänglich notwendig solche stärkere Beteiligung Steinhaufen. Als man die Steine wegräumte, fand man 48 Retten, der Gemeinden ist, wenn ihre Wirtschaft auch nur notdürftig auf- das gesamte gestohlene Gut, wieder auf. Von den Tätern hat recht erhalten bleiben soll. Iman jedoch bisher keine Spur finden können. Nur zum kleinsten Teil, gibt hierzu der Magistrat durch sein Nachrichtenamt bekannt, wird es möglich sein, ihn durch weiteres 301 Die Macht der Lüge. Roman von Johann Bojer. Natürlich, er verzieh dem Jungen. Er wollte an die Sache nie mehr rühren, wenn der Junge wieder gesund wurde. Aber... aber diese Krankheit war ihm so mitten in seine But gekommen. Es gehörte etwas dazu, ihm jeden einzelnen fleinen Stachel zu nehmen. Wieder blieb er am Fenster stehen und blickte in die helle Nacht. Jetzt gegen Morgen erwacht der Wind und fängt an, Schneewolfen über die Hügel zu treiben. Ob er schlug. Ich möchte meinem Gewissen folgen. nicht Tag und Nacht diese Worte hören müßte und die Gestalt sehen, immer und emig, solange er lebte? Stets diese Anflage von einem Toten; und wenn er um die ganze Erde reiste und Zeugen und Erklärungen sammelte, um ihn zu widerlegen, es würde nichts helfen. Wieder kniff der Alte den Mund zusammen. Nein, Norby, der Junge muß leben bleiben. Lieber mag er zum Schwurgericht gehen und gegen dich aussagen lieber, als dorthin, und ewig da stehen und dich ansehen." Der Wind draußen ist stärker geworden. Er heult um die Ecken und Dächer und eisbehängten Firste. Gen Osten will sich schon ein grauer Streifen vom Tage über den Bergen erhellen, aber noch breitet der Mond sein silbernes Linnen über Land und See. Oh, wie schön sollte es wieder sein zu leben, wenn diese shmutzige Geschichte nur erst aus der Welt war und er wieder her alte Norby sein konnte. Hier saß er auf seinem Hof und sollte nichts, als in Ruhe gelassen zu werden. Aber ließen Die Allee von Norby entlang erschallt plötzlich Schellensie ihn denn? Nein, man zerrte ihn zu solchen Narrenspoffen geläut. Der Alte fizt in seinem Belz, den Kragen über die wie mit dem Wangen, man wollte ihn dazu bringen, solche Ohren geschlagen im Schlitten und fährt zum Doftor. Einar Schwindelunternehmungen, wie diese Ziegelei, zu unter- muß am Leben bleiben. Der arme Hund, der nicht ins Haus stüßen... und wenn er sich davon freimachen wollte, dann schlüpfen fonnte, fängt ein freudiges Bellen an, als er den ja, dann drohten sie ihm mit Zuchthaus. Kauften Zeugen Bauer sieht und macht sich mit tiefen Sprüngen in dem gegen ihn. Stellten Vater gegen Sohn. Schnee hinterher, um ihn einzuholen. Und warum war denn Einar frank geworden? Hätten Es dauert noch lange, bis jemand auf dem Hofe aufsie ihn nicht zu dieser Verhandlung gelockt, dann fäße er jetzt steht. Nur die Leutchen im Altenhaus fangen im Halbschlaf in der Stadt und arbeitete in seinen Büchern, anstatt mitten an zu gähnen. Damit beginnen sie schon eine Stunde vor im Winter ohne Mantel herumzulaufen und eine Lungen- ihrem Aufwachen, und sie wachen immer Schlag vier auf, aus entzündung an den Hals zu bekommen. Und wenn er nun after Gewohnheit. Die Mago fann nicht vergessen, daß fie starb? Dann war es deren Schuld, die ihn hergelockt hatten. in den Ruhstall muß wie vor fünfzehn Jahren und die Und die würden sich schon ins Fäustchen lachen, wenn Norby Knechte träumen, fie müßten auf und in den Wald fahren, auch noch diesen Sohn verlor. Mit dem Aeltesten war es ihnen wie so oft enemals in den frühen Wintermorgen. Die alte ja auch schon geglückt. Gewohnheit ist ihnen zum regelmäßigen Traume geworden. Wenn die guten Alten einmal auf dem Kirchhof liegen, wer den sie vielleicht im Morgengrauen dasselbe träumen. Da stand er im Mondschein, und der Mund fing ihm an zu zittern. Sollte es ihnen glücken, Sollten sie diese Freude haben?" Und plötzlich drehte er sich um und geht zur Tür.„ Ich hole doch den Doktor," dachte er. Aber da fiel ihm ein, daß der Doktor ja versprochen hatte, gleich früh am Morgen zu kommen, und wieder wendet er sich zurück zum Fenster und bleibt da stehen und starrt hinaus in die roten und schwarzen Wolfen im Norden. 17. Am Morgen nach der Gerichtsverhandlung stand Frau Wangen schon um sechs Uhr auf, denn sie hatte fein Mädchen mehr und mußte heute waschen. Aber kaum hatte sie sich angezogen, da mußte sie sich wieder hinfeßen. Sie fühlte sich so matt und erschöpft, weil nicht nur das Kind, sondern auch ihr Mann sie mehrere Male in der Nacht geweckt hatten. Und als Wangen endlich eingeschlafen war, hatte er noch im Wenn Einar nun starb und dorthin ging. Da würde er in Ewigkeit stehen und ihn immer ansehen, wie damals unten am Gericht, als er mit seinem Stock in den Schneehaufen Schlafe aufgeschrien Endlich erhob sie sich, um hinunterzugehen, aber sie blieb mit der Lampe in der Hand vor ihrem Manne, daß das Licht auf ihn fiel. Zusammengefauert lag er da, das Gesicht ins Kissen gedrückt. Vielleicht träumte er etwas Häßliches. Borsichtig, um niemand zu wecken, glitt sie hinaus. Unten in den Stuben waren die Fenster dick zugefroren. Sie kniete vorm Ofen, um Feuer zu machen, mußte aber oft innehalten, um ihre steifen Finger warm zu hauchen. Kurz nach acht ging sie hinauf, um ihren Mann mit einer. Tasse Kaffee im Bett zu überraschen. Aber schon auf der Treppe hörte fie ihn rufen, und er mußte doch wissen, daß er die Kinder damit weckte. Beim Eintreten sagte sie:„ Aber, Henrif, willst du sie denn durchaus wecken." Er setzte sich jäh auf. Weiß du, Karen, ganz ficher ist dieser Sören Kvifne, der sich damals anbot, für mich auszusagen, nicht von selbst gekommen!" Wie meinst du das?" fragte sie und blieb mit dem Brett in der Hand stehen. „ Kannst du mir sagen, was für ein Interesse dieser arme Kätner an einer erlogenen Aussage haben konnte, die so leicht zu widerlegen war?" Nein, nein?" " Bie angewurzelt stand sie da und wagte fast nicht, ihm den Kaffee zu geben. Weißt du, Karen, Norby hatte ihn einfach gekauft. Dieser Herluffen auf Rud, der einmal so tat, als wäre er auf meiner Seite, steckt mit den anderen unter einer Dece. Das hätte ich mir denken müssen. Und da benutzte er feinen Kätner und stellte mir die Falle. Das war verflirt gut berechnet. Erstens machte er mich lächerlich, und dann vermehrte er den Verdacht gegen mich. Teuflischer fonnte er nicht gegen mich vorgehen!" Weißt du das so sicher, Henrif?" " " Sicher?" Er wurde noch aufgeregter. Sicher? Mein Gott noch einmal!" ,, Ja, weil ich einfach nicht begreifen kann, daß die Menfchen so schlecht sein sollten." Nein, das fannst du nicht begreifen, und siehst es doch jeden und jeden Tag. Ich glaube fast, du würdest eher alles Schlechte von mir annehmen." ,, Willst du Kaffee haben?" fragte sie und reichte ihm das ( Fortsetzung folgt.) Brett. POSTABONNENTEN welche auch im nächsten Monat Wert auf eine regelmäßige Zustellung des Vorwärts" legen und eine Unterbrechung in der Zustellung vermeiden möchten, müssen die Erneuerung des Postbezuges in den Tagen vom 15. bis 20. d.M. bei dem zuständigen Postamt vornehmen Gegen die Erhöhung der Berliner Hundesteuer findet am Kara freitag mittags 12 Uhr im Lehrervereinshaus am Alexanderplatz eine von den Kynologischen Spezialflubs Groß- Berlins veranstaltete Proteftfundgebung statt. Erlaß oder Stundung des Schulgeldes für Schulkinder an höheren Lehranstalten und Mittelschulen ist, wie die Deputation für das Schulwesen mitteilt, bis auf weiteres bei den zuständigen Amtsstellen zu beantragen. Die Juristische Sprechstunde fällt am Sonnabend, den 15. d. m., aus. Eine internationale Sport- Ausstellung beginnt im Sport- Palait am 15. d. M. Besonders start ist die Motorradbranche vertreten. Bei feiner bisherigen Ausstellung fonnte man eine so große Zahl von Motor rädern und Kleinmotoren nebeneinander sehen. Die offizielle Eröffnung der Ausstellung erfolgt am Sonnabend 12 Uhr mittags. Bon 1 Uhr nachmittags ab ist der Sport- Balast für das Publikum geöffnet. Ein neuer Haubüberfall in Steglit. I der Madame Karoly, die sich eine Hellseherin nennt, beBon drei Räubern wurde gestern abend um 10% Uhr der tamen wir nur einen Teil zu sehen. Auch sie wirkte verblüffent Klempnermeister Kennemann aus der Miquelstraße 28 zu Steg- und ihre Arbeit muß anerkannt werden, selbst dann, wenn hier lich) überfallen. Drei junge Burschen warfen sich in der Machnower mit irgendeinem, dem Uneingeweihten nicht erkennbaren Trid gearbeitet werden sollte. Straße, unweit vom Schüßenhause, plöglich auf ihn und versuchten, ihn auszuplündern. Der Ueberfallene setzte sich aber träftig zur Behr und rief zugleich um Hilfe. Das veranlaßte die Räuber, von ihm abzulassen und ohne Beute zu verschwinden. Auf ihre Ergreifung ist eine Belohnung von 2000 Mart ausgesetzt. Der Räuber aus Wannsee, über dessen Tat wir be= richteten, ist noch nicht ermittelt. Auf seine Festnahme ist ebenfalls eine Belohnung von 2000 mar? ausgesetzt. Er ist etma 23 bis 25 Jahre alt, 1.70 bis 1,75 Meter groß, schlank und breitschultrig, hat braunes Haar, braune Augen, von denen das linke starf verschleiert ist, ein bartloses Gesicht und auf der rechten und linken ange Pockennarben. Der Uebeltäter gab sich als Student aus. Zuletzt hat er angeblich die Landwirtschaftliche Hochschule in Freiburg i. Br. besucht. Es scheint, daß er Angehöriger der früheren Arbeitsgemeinschaft Roßbach gewesen ist, denn über deren Verhältnisse wußte er gut Bescheid. Der Flüchtige geht gut gekleidet. Er trug eine einreihige braune gefchloffene Joppe mit Stehkragen, Rüdengurt und aufgefeßten Seitenund Brusttaschen, braune Breeches, grüne Widelgamaschen, schwarze Schnürschuhe und einen graugrünen, nach von heruntergeklappten giftrat hat die Stadtverordnetenversammlung ersucht, zu beschließen: Vorläufige Weiterzahlung vorjähriger Realsteuern. Der MaFilzhut. Wichtig wäre es, wenn alle die, die den jungen Mann gesehen haben, sich bei Kriminalkommissar Herrmann beim Polizei- Auf Grund des§ 66a des KAG. wird bestimmt, daß für das RechCholera in Charkow. Einer Meldung aus Sowjetfreisen amt Zehlendorf melden würden, besonders auch die, die am Mittwoch nungsjahr 1922 bis zur endgültigen Veranlagung der Grund- und zufolge ist Chartow für choleragefährdet erklärt mittag zwischen 11 und 11% Uhr in der Geroldstube in der Gewerbesteuern die im Rechnungsjahre 1921 erhobe- worden. Die Sowjetregierung beschloß, einen Sauberkeitsmonat Friedrichstraße Ede Leipziger Straße beobachtet haben, wie der be- nen Grund- und Gewerbesteuerbeträge als vorläu- anzuordnen und die Institutionen sowie die Privatbevölkerung zum schriebene Mann in Gesellschaft eines anderen ein Glas Sherry trant fige Steuer für die Zeit vom 1. April 1922 bis 30. Septem- obligatorischen Sanitätsdienst heranzuziehen. und ein belegtes Brötchen aß. ber 1922 weiter zu zahlen sind. Die vorläufig gezahlten Steuerbeträge sind auf die endgültig veranlagten Steuern zu verrechnen. Beim Ausbrecherkönig. Vorwärts- Verlag G. m.b.H Die nächste nummer des„ Vorwärts" erscheint des karfreitags wegen erst am Sonnabend abend. Lebensmittelpreise des Tages. Der Birtus Busch hatte fürzlich die Bertreter der Breffe und der Polizei zu einer Sondervorstellung geladen, in der Mar Geschäft etwas rege. Obst und Gemüse schwach, Geschäft still. Zufuhr: Fleisch ausreichend, Geschäft flau. Fische knapp, tini Szenn, der sich als den megikanischen Aus= brecherfönig bezeichnet, erstaunliche und sehr anerkennens- Am Donnerstag galten in der Zentralmarkthalle folgende Kleinmerte Leistungen seines Könnens ablegte. Szeny wurte Don handelspreise: Schupo- Offizieren zunächst mit einer merikanischen Zwangsjade ge- Schweinefleisch 34-45 M. Rindfleisch 30-36 M.. ohne Knochen feffelt, dann mit einer Kette und einem Seil ummunden. In etwa 37-41 M. Kalbfleisch 31-43 M. Hammelfleisch 32-41 M. Schellfisch zwei Minuten hatte er sich trotzdem befreit. Ebenso sicher gelingt 9-10 M. Seelachs 8-9 M. Dorsch 6-8 M. In Eis: Schleie 24 bis ihm die wesentlich schwierigere Befreiung aus einer deutschen 26 M. Hechte 21-23 M. Zander 28-33 M. Lebende Barsche 21-22 M. 3mangsjacke, die ihm ebenfalls von Schupo- Offizieren fachgemäß 80-41 M. Schweineschmalz 49-50 M. Eier 4,50 M. Hafergrütze 10 M. Aale 40-55 M. Karpfen 33-34 M. Naturbutter 65-72 M. Margarine angelegt wurde. Zum Schluß gab er eine Probe seiner Gelenfig- Elernudeln 20 M. Wirsingkohl 8-9 M. Weißkohl 7-8 M. teit. Er zeigte, daß er imstande ist, seine Arm- und Handgelente 18-25 M. der Kopf. Rotkohl 9-12 M. Mohrrüben 4 M. Teltower einmal völlig um sich selbst herumzudrehen. Von den Leistungen Rübchen 3,50 M. Spinat 5-7 M. Grüne Gurken 22-30 M. das Stück.| Blumenkohl Wo ist das Fahrrad des Verletten? Am Freitag voriger Woche verunglückte der 15jährige Erich unert an der Heilantsfirche, Turm straße. Als der Knabe die Rettungsstelle verlassen konnte, mar das Fahrrad verschwunden. Die armen Eltern bitten um Rüdgabe des Nades. Die Adresse ist Winsstr. 29, v. 4 Tr. Eine sozialistische Feierstunde in Steglit berantallet der Elternbund für weltliche Schule beute abend 7 Uhr in der Aula des Gymnasiums an der Hecsestraße unter folgender Mitwirkung: Ernst Friedrich, Sprechchor(„ E. F."), Frau Dr. Strische als Zeſtrednerin. Männergesangverein Steglip- Friedenant, Mufifquartett J. Bach, Rezitator Vorträge, Vereine und Versammlungen. Bereinigung der Freunde von Religion und Büfferfrieden. Am 1. Diter feiertag, vorm. 10 Uhr, religiöse Feierstunde unseres Genoffen forrer Bleier in, der Trinitatistirche, Chariottenburg, Karl- August- Blah( Nahe Bahnhof 4 Uhr: Feier Friedenau, Somuthstraße. Charlottenburg, Untergrundbahnhof Bismarckstraße). Heute nachmittag M. SCHULMEISTER M.Schulmeister KOTTBUSER TOR METERS Magben BUSC Tur Elegante fertige Herren Anzüge M.1575.-. M. 1875.-, M. 2150.-, M.2295.WEINBRAND Landauer& Macholl LIKÖRE HEILBRONN Vertreter: Karl Karst, Potsdam, Bismarckstr. 3, Fernsprecher: Amt Potsdam Nr. 366 Wilhelm Wetzel, Berlin- Wilmersdorf, Mecklenburgische Str. 20, Fernsprecher: Amt Pfalzburg Nr. 3400 In Ihrer Hand liegt es, die richtige Einkaufsquelle zu wählen. In diskret. Weise auf KREDIT Herren- ULSTER Schlüpfer PALETOTS Jackelf- u. CutawayANZUGE Ersatz für Maß. DamenKonfektion MOBELEinrichtungen in vier Etagen A. 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KapellmeistersKreisler Komödienhaus Heute geschlossen! 7.39: ,, Gretchen" 25/10 Theater am NollendorfPlatz Ostersonnabend: Zum 1. Male: An beiden Osterfeiertagen: Abends 7% Uhr: Verlichte Lente Verliebte Leute Operette in 3 Akten von Herman Haller und Rideamus Musik von Eduard Künneke Sonntag, Nachmittag 31, Uhr: bei kleinen Preisen: Die Ehe im Kreise Montag, Nachmittag 3% Uhr: bei kleinen Preisen: Der Vetter aus Dingsda Berliner Theater 1. und II. Feiertag nachmittags 3 Uhr Letzte Vorstellungen der Operette: Der letzte Walzer Erika Glässner Volksbühne Ralph A. Roberts Theater am Bülowplatz Berliner Theat." Uhr: Ueher d. Kraft Heute geschlossen! Morgen Premiere: 1. Teil ( Gastsp- Dir. Bromme) Lessing- Theat. Madame Piirt Central- Theater 7 Uhr: FAUST Sonnab. 72: Kollege Uhr Der Verschwender Crampton mit Josefine Dora Deutsches Opernhaus 5 Uhr: Parsifal Friedr.- Wilhelmst. Th. 8 Uhr: Der Troubadour Intimes Theater Geschlossen. Morgen 8 U.: Bubi will nicht! Ostersonnt. 7: Faust Ostermont.71/ 2: Kollege Crampton Deutsches Künstler- Th Uhr: Wenn wir Toten erwachen Sonnab. und folg. Tage Operetten- Gastspiel 72: Csardasfürstin Die Peitsche und..?( Adalbert, Potopcsina) Klein. Schauspielhaus Charlbg., Fasanenstr. 1 Einmalige Aufführung Kleines Theater 7% U.: Nachtasyl Heute Karireitag/ U Die Freundin Lustspielhaus von Sudermann 8 Uhr: Nachtasy! An beid. Feiertagen 7/ Metropol- Theater Das kleine Geschlossen. Morgen Schokoladenmädchen 7 Uhr: Die Bajadere 4 Uhr: Der Dieb Neues Operotten- Th. 8 Uhr: Der Weibsteufel Theat. d. Ostens ( Rose Theater) Neues Theater am Zoo Freitag und Sonnabend 8 Uhr: Ladwig Maller Szen. a Faust 1. u. II. T. Neues Volkstheater TU.: Persephone 7 Schiller- Th. Charlbg. 8 U.: Prinz Friedrich von Homburg Schloßpark- Th Steglitz Schloßstr. 48 7 U.: MariaMagdalena Thalia- Theater Geschlossen Morgen 7% Uhr: Die Herren von und zu... Theat. am Nollendorfpl. Geschlossen Morgen 7 U. z. 1. Male Verliebte Leute Theater des Westens Uhr: Schöpfung Stolzenberg, Laubenthal Th.i.d.Kommandant. Str 8 Uhr: Das Geständnis Wallner- Theater 7, Kindertragödie 7%, Uhr: Johannisfener Residenz Theat. Heute Karfreitag 7, U.: Eine Frau ohne Bedeutung Irene Triesch, Korfi, Bertens, Sandrock An beid. Feiertagen 4 U Minna von Barnhelm Walhalla- Theater Trianon- Theat. Heute Karfreitag 7%, U Lady Windermeres Fächer An beiden Feiertagen. 8 Uhr: Der Vulkan Eugen Burg Limburg, Junkermann 4 Uhr: Iphigenie Casino- Theater Lothring.Str.37 Tägi.73 Heute geschlossen Morgen zum 1. Male: D.Neffe aus Afrika An allen Feiertagen nachm. 32 Uhr: geschlossen Ausschneiden! Gültig für 1-4 Personen Es wird Vorzeiger dieses auf die volkstüml. 50% Nachmittags- Preise eine Ermäßigung gewährt von Uhr Berliner Theater 7 Uhr Gastspieldirektion Walter Bromme Oster- Sonnabend, den 15. April 1922: Premiere Hilde Wörner in Madame Flirt Operette von Walter Bromme Carl Bachmann aus Wien a. G. Ferry Sikla Louisl Tiersch Olga Engl L. Kalliger F. Degener A. Scherzer Musikalische Leitung: Dr. Grzyb Tänze: G. Blanvalet*** Ballett: 30 Damen Vorverkauf ab heute von 10-2 auch für Feiertage Dr. Waldemar Staegemann Komische Oper Direktion: James Klein Premiere Sonnabend, d. 15. April( 7 Uhr) Der Meister vom Montmartre 3 Bilder aus dem Liebesleben Offenbachs unter Verwendung Offenbachscher Musiken Margit Suchy In Szene gesetzt von Direktor James Klein Musikalische Leitung: Paul Hühn Offenbach... Dr. Waldemar Staegemann von der Dresdener Staatsoper Herzogin von Orleans... Margit Suchy vom Theater des Westens Balzer- Horfence Schneider.. Balzer- Lichtenstein Lichtenstein Lisette............ Else Müller Louis.... Herbert Kieper Hans Werder, Fritz Steidl, Erich Bartels, Porensky, Neuburger, Falk usw. Else Muller Vorverkauf an d. Theaterkasse eröffnet Der starke Herr Russ.- Deutsch. 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