Nr. 187 39.Jahrgang Ausgabe A nr. 94 Bezugspreis: Bierteljährl. 90.-, monatl. 30,--- M frei ins Haus, voraus zahlbar. Voitbezug: Monatlich 30.-., einschl. Suftellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- u. Memel gebiet, sowie Desterreich u. Luxemburg 64.-M., für das übrige Ausland 82,- Mr. Bostbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Efthland, Finnland, Frankreich. Holland, Lettland. Luxemburg, Desterreich. Schweden, Schweiz, Tichecho- Slowakei und Ungarn. Der„ Borwärts" mit der Sonntagsbeilage Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage Seimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" crscheint wochentäglich zweimal, Sonn tags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Morgen- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 1 Mark Anzeigenpreis: Die einipaltige Nonpareillezetle Loftet 12- M.„ Kleine Auzeigen" bas fettgedrudte Wort 3,- M.( zu. läffig zwet fettgedruckte Borte), tebes weitere Bort 2, M. 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Der 3 wischenfall in Genua rolle zwischen Deutschland und der Entente, doch wußte man ledigt werden. Es sei sehr wichtig, daß die Konferenz auch in dieser fann als beigelegt betrachtet werden. Die deutsche Re- über das Ergebnis dieser Besprechungen überhaupt nichts Beziehung zu einem Abkommen geangi. gierung wird morgen früh ihre Note überreichen. In der Positives, als um die Mittagsstunde mitgeteilt wurde, daß Es wurden an Lloyd George dann noch weitere Fragen über den furzen Antwort wird gesagt, daß Deutschland bereit ist, aus Lloyd George Presseberichterstatter deutsch- russischen Vertrag gerichtet. Er erflärte jedoch, er halte ein der Unterkommission für russische Fragen aus aller Länder um 4 Uhr in Palazzo San Giorgio emp- näheres Gingehen auf diese Fragen nicht für zweckmäßig ,, ta der zutreten. fangen würde. 3 wischenfall erledigt sei und wiederholte, daß er nicht Bur festgesetzten Stunde saßen Hunderte von Journalisten behauptet habe, der Vertrag sei ein Attentat auf die Konferenz. In Genua scheint nun also eine Verständigung erzielt im großen Saale des Palais beisammen, in dem Er sei überzeugt davon, daß er nicht mit der Absicht, die Konferenz morden zu sein, die den Fortgang der Konferenz sichert. die Eröffnungssigung am vorigen Montag stattgefunden hatte. zu sprengen, abgeschlossen worden sei. Es sei möglich, daß die Heute früh wird die deutsche Delegation eine Note über- Lloyd George erschien und ergriff sogleich das Wort. Folgen dieses Vertrags eine Störung der Konferenz hätten bereichen, in der zugegeben werden wird, daß Deutschland an Er hielt zuerst eine furze Einleitungsrede, in der er aus- teuten fönnen, doch fönne er nur seine Meinung betonen, daß der Behandlung der Fragen, die zwischen ihm und Rußland führte, daß er seiner Gewohnheit gemäß mit der Presse zu diese Absicht den vertragschließenden Parteien ferngelegen habe. vertraglich geregelt sind, nicht weiter intereffiert fammentommen wollte, um ihr alle gewünschten Auskünfte Auf die Frage, ob die Konferenz von Genua ihre Beschlüsse fei, also auch auf seine Zuziehung zu ihrer Beratung ver- zu erteilen. Er bitte daher, daß man ihm sofort Fragen stelle. selbst ausführen tönne oder ob sie nicht dem Bölkerbund zichte. Es gebe aber auch Fragen, die durch das deutsch- Er fügte hinzu, es seien zwei Kategorien von Leuten nach übertragen würden, erwiderte Lloyd George, die Verwirklichung russische Sonderabkommen nicht geregelt sind, und an diesen Genua gelommen, diejenigen, die den Erfolg der Konferenz der beabsichtigten Aufgaben des Bölterbundes sei nicht möglich, so. bleibe Deutschland weiter interessiert. Die Autoren der gegen aufrichtig wünschen und diejenigen, die ebenso aufrichtig ihren lange Rußland und Deutschland nicht in den Völkerbund das Verhalten Deutschlands gerichteten Protestnote dürften Mißerfolg herbeisehnten. Auf den 3 wischenfall des aufgenommen seien. diese deutsche Erklärung zur Kenntnis nehmen, und damit Vertrages Rapallo übergehend, sagte er dürfte der Zwischenfall erledigt sein. Selbstverständlich ist lächelnd, daß eigentlich die Journalisten darüber beffer inforauch zu erwarten, daß sich die deutsche Delegation gegen den miért fein müßten als er, da er selber auf die Pressenachrichten Borwurf der loyalität zur Wehr sehen wird, doch dürfte angewiesen gewesen sei. Er fügte hinzu und das war dies in einer Form geschehen, die weitere Gegenerklärungen dos mesentlich Neue feiner Darlegungen, weil dies die erste nicht notwendig macht. positive Nachricht über den Stand der Dinge war, daß er fest glaube, der Zwischenfall fönne als erledigt be trachtet werden. Lloyd George fuhr fort, indem er der Hoffnung Ausdrud gab, noch im Laufe des heutigen Tages die Antwort der Ruffen auf das Londoner Memo- fall erfolgten, wie besonders hervorgehoben werden muß. auf Die Ausführungen Llont Georges über den erledigten Zwischenrandum zu erhalten. Es kommt also weder eine Annullierung des Ruffenver: trages noch feine. Borlegung, in der Konferenz in Frage. Die letztere ist um so weniger zu erwarten, als in Abwesen heit der Deutschen eine Diskuffion des Vertrages nicht möglich ist, sollte sie gewünscht werden, so würde es notwendig werden, die Deutschen doch wieder zuzuziehen. Wie die Grenze gezogen werden wird zwischen den Verhandlungen, an denen die Deutschen teilnehmen, und den anderen, an denen sie nicht teilnehmen sollen und wollen, ist noch nicht ganz klar. Hoffentlich gelingt es, diese Frage so zu regeln, daß meitere Reibungen vermieden werden. ( Hier wurde der Bericht unseres Korrespondenten unter brochen. Bis in die späten Nachtstunden war eine neue Berbindung nicht herzustellen. Red. d.„ V.".) Genua, 20. April.( EP.) Das Frage und Antwortspiel Llon Auf die Frage, wie die Deutschen sich zur Note stellen, erklärte Mehrere Anfragen über den Verlauf der deutsch- russischen Berhandlungen beantwortete Lloyd George dahin, ein Eingehen auf diese Frage würde nur zur Berschärfung der Stimmung beitragen, weshalb man nicht auf deren Beantwortung beharren solle. Zum Schluß fagte er, er rechne ganz bestimmt mit einem Erfolg der Konferenz und glaube, daß ein einträchtiges und verföhnfiches Europa aus ihr hervorgehen werde. Grund der bisherigen Besprechungen zwischen den deutschen Delegierten und den Delegierten der Großmächte der Entente.. Der deutschen Delegation wird nunmehr Gelegenheit geboten, den endgültigen Tert der Antwort auf die Aeußerungen Lloyd Georges einzustellen. Poincaré fordert Aufhebung des Vertrags. gangene Fehler gewiffermaßen über die kompetenz der Wer lebt, kann noch hoffen, und die Konferenz lebt noch. Georges mit den Preſſevertretern nahm folgenden Verlauf: Auf die An ihrer Rettung hat sich der italienische Außenminister Frage, ob es wahr sei, daß Rathenau behauptet habe, Lloyd George Paris, 20. April.( WTB.) Wie Havas mitteilt, hat MinisterSchanzer besondere Verdienste erworben, indem er stets fei über den deutsch- russischen Vertrag unterrichtet gewesen, erwiderte um fluge und gerechte Vermittlung bestrebt war. Man kann er, Rathenau habe mit ihm davon nicht gesprochen und präsident Poincaré in der heutigen Sitzung des Kabinettsrats nur hoffen, daß fie fich von dem Schlag, der sie getroffen hat, sich ihm gegenüber darüber nicht geäußert. Er habe von der Unter- Bericht über feinen Schrift bei den Reglerungen der allierten Staaten und der Kleinen Entente erstattet. Diesen Regierungen ist ganz erholen und daß sie die Kraft gewinnen wird, die ihrer zeichnung durch niemand anders als durch seine Kollegen erfahren. eine o fe zugegangen, in der sie ersucht werden, sich über eine an noch harrenden großen Aufgaben zu erledigen. Sollte dabei Der Knalleffekt des plötzlichen deutsch- russischen Vertrags- Lloyd George, fie trügen den Wünschen der Alliierten Rechnung. Deutschland zu richtende Aufforderung zu verständigen, daß der abschlusses durch andere Fragen in den Hintergrund des Die Deutschen würden nicht an den Berhandlungen des werden müsse. Poincaré ist der Ansicht, daß diese Maßnahme durch deutsch- russische Vertrag Don Rapallo anulliert Interesses gedrängt werden, so wäre das nur zu begrüßen. politischen Ausschusses über das allgemeine Abkommen Verständigung von Regierung zu Regierung beschlossen werden kann, Man kann die Frage, ob der Zwischenfall überhaupt not mit Rußland teilnehmen. wendig war, immer noch offen lassen, jedenfalls aber scheint Auf die Frage, ob der Vertrag die außerordentliche Spannung da nach seiner Auffaffung der von den deutschen Bertretern bedie Richtigkeit unserer Informationen vorausgesetzt die rechtfertige, die der Zwischenfall hervorgerufen habe, erklärte Lloyd konferenz von Genua hinausgehe. Der Wortlauf der Art, in der er beigelegt wurde, immer noch die denkbar gün- George, er wolle keine bösen Worte gebrauchen, müsse aber fest 2ufforderung an Deutschland soll von der Botschafterfonferenz auf stigste gewesen zu sein. In der Note der Alliierten war ge- stellen, daß die Verhandlungen auf der Basis der Gleichberechtigung Anweisung der allierten Regierungen festgesetzt werden. Falls die jagt worden, daß die Deutschen durch Borwegnahme ihrer erfolgt seien und daß Deutschland auch in der politischen Kommission Annullierung der deutsch- russischen Konvention in Genua nicht zu eigenen Stellungnahme in der russischen Frage ihre Absicht vertreten fei. Er erblicke jedoch in dem Umstand eine unionale erreichen wäre, häffen auf diese Weise die uiierten eine Möglichzu erkennen gegeben hätten, auf eine Erörterung dieser Haftung, daß man hinter dem Rücken der Kollegen ein Sonder feit, jie außerhalb der konferenz zu verlangen. Frage in Gemeinschaft mit den übrigen Konferenzteilnehmern abfommen abgeschloffen habe. Wenn irgendeine andere Delegation, zu verzichten. Ob diese Konsequenz von der deutschen Dele- und selbst die englische, französische oder italienische Delegation, ein gation vorausgesehen wurde, als sie den Russenvertrag unter zeichnete, wissen wir nicht, daß sie bis zu einem gewissen Grade der Logit entspricht, ist nicht zu bestreiten. Denn Deutschland hat mit den Russen seinen Handel bereits abgeschlossen, die anderen wollen den ihren mit ihm erst ab= schließen. Eine gewisse Verminderung des deutschen Interesses an dem weiteren Gang der Berhandlungen mit Rußland, wenn nicht schon ein völliges Desintereffement ergibt sich daraus von selbst. folches Abkommen hinter dem Rücken getroffen hätte, so fönnte man sich die Kritik vorstellen, die ein solcher Schritt zur Folge hätte. Die energischen Maßnahmen, welche von den Alliierten getroffen worden seien, seien durchaus gerechtfertigt. Auf die Frage, ob Lloyd George den Eindruck habe, daß die Deutschen und Russen durch den Bertrag die Konferenz sprengen wollten, antwortete der Ministerpräsident verneinend. Auf die Frage, ob nicht durch den Zwischenfall die Arbeiten der Konferenz verzögert worden seien, erwiderte Lloyd George, es sei keine Zeit dadurch veroren worden. Die Arbeiten der Konferenz hätten sowieso einen Stillstand erfahren, da man die Antwort der Ruffen hätte abwarten müssen. denten schreibt das„ Journal des Débats", offensichtlich könne die Zu dieser neuesten Initiative des französischen Ministerpräsi Frage aufgeworfen werden, ob die französische Regierung nicht auf diese Weise eine Parallelaftion zu derjenigen beginne, die gestern Lloyd George im Einvernehmen mit den alliter en Delegationen in dessen der Ansicht zu sein, daß selbst für den Fall, daß in Genua die Genua unternommen, habe. In amtlichen Kreisen scheint man inverlangte Annullierung durchgesezt würde, noch Anlaß gegeben und wirksam sei. Eine einfach obenhin ausgesprochene Formel würte wäre zu einer Prüfung der Frage, ob diese Annullierung aufrichtig in der Tat nicht genügen. Man stehe vor einem ernsten politischen Problem, das politisch behandelt werden müsse Tendenzmeldungen. Für die Konferenz dürfte damit der deutsch- russische Vertrag erledigt sein. Außerhalb der Konferenz will Herr Poincaré gegen seine Rechtsgültigkeit einen Prozeß anftrengen, der nicht besonders aussichtsvoll erscheint. Er ist Im übrigen erklärte Lloyd George, daß, wenn man in Genua offenbar mit der Verständigung, die in Genua erreicht wpr- nicht zu einem wahren Friedensschluß gelange, der zu einem voll- hauptung auf, die deutsche Regierung habe etwa 12 000 mann Berlin, 20. April.( Amtlich.) Pariser Blätter stellen die Beden ist, sehr wenig zufrieden. Für uns kann das nur ein tommenen Wiederaufbau Europas führe, die konferenz als gescheitert Stoßtruppen nach dem Ruhrgebiet abgehen lassen, und Grund mehr sein zu wünschen, daß sie Bestand habe und die zu betrachten sei. Sie werde aber bestimmt mit einem solchen in Oberschlesien fündige sie an, daß sie bereit sei zum WiGrundlage zu neuen Berständigungen bilde, die Frieden enden, und diejenigen, die eine Sprengung der Konferenz ber stand. Diese Nachricht ist in allen Teilen erfunden. Irmehr als bloße notdürftige Kompromisse zur Ueberwindung wünschten, dürften nicht auf ihre Rechnung tommen. entstandener 3wischenfälle" sind. Gelingt es der deutschen gendeine Verschiebung von Teilen der Reichswehr oder von PoliAuf die Frage, welche Leute das seien, erwiderte Lloyd George zeistreitkräften hat nicht stattgefunden. Ebenso unverständlich und Delegation, dieses Ziel zu erreichen, so wird fie nach ihrer wörtlich, das seien Leute, die von Haß und Völkerfeindschaft be- aus der Luft gegriffen ist die Behauptung von einem beabsichtigten Rückkehr daheim einen viel besseren Empfang finden, als er feelt sind". fie in den letzten forgenreichen Tagen zu erwarten schien. Widerstand in Oberschlesien. Die ausländischen Pressemeldungen Auf die Frage, ob es gerechtfertigt sei, taß innerhalb einer von 11 neinigteiten in der deutschen Delegation in Genua find Lloyd George über den Zwischenfall. großen Konferenz private Besprechungen einzelner Staaten und gleichfalls falsch. Die Delegation ist vollkommen einig. Delegationen stattfinden, erklärte Lloyd George, solche BesprechunV. Sch. Genua, 20. April.( Eigener Drahtbericht.) Im gen feien durchaus notwendig. Auch auf der Washingtoner deutsch russische Militärfonvention. Diese Nach Der Daily Telegraph verbreitete gestern eine Meldung über eine Laufe des heutigen Vormittags wurde die deutsche Antwort- Sonferenz, die einen jo großen Erfolg gehabt habe, hätten Be- richt zeigt wiederum, mit welch groben Mitteln der Stimmungs note nicht überreicht. Dafür fanden Unterredungen zwischen fprechungen einzelner Delegierter untereinander stattgefunden. mache auf der Gegenseite gearbeitet wird. Rathenau und Schanzer. zwischen Schanzer und Lloyd George Solche Besprechungen seien nicht nur gerechtfertigt und nüglich, deutsch- russischen Militärfonvention ist von deutscher amflicher Seite Die Behauptung einer 2nd zwischen Blond George und Barthou statt, die sich offenbar fondern auch durchaus erwünscht. Sobald die russische Frage er- bereits als vollkommen aus der Luft gegriffen bezeichnet auf den Tert der deutschen Antwortnote bezogen. Der ledigt jei, müffe die Frage eines allgemeinen Berzichts auf Angriffe worden. d es ist begründete Hoffnung vorhanden, daß das Ergebnis dieses„innerpolitischen Genua" trotz der Intrigen dir Natio- naldemotraten und dem Radau der Alldeutschen diesmal ein zufriedenstellendes sein wird. Man spricht bereits von einer baldigen Rekonstruktion des Kabinetts, sa sogar von einem Regierungswechsel nach Beendigung der Konferenz in Genua; die Deutschen werden zwar auch dann noch nicht in der Regierung vertreten sein.i jedoch rechnet man schon jetzt damit, daß es auch dazu bald kommen wird. Es liegt aber an den Deutschen, ob sie sich von realen Tatsachen oder von unmöglichen Phantasien, welche sich bloß für deutschnationalen Wcihlerfang eignen, leiten lassen. In erster Reihe hängt alles von der Politik, welche die d e u t- schen Sozialdemokraten in der Tschechoslowakei einschlagen wollen, ab. Das Vorbild der kommunistischen Ein- heitspartei ist zwar weder für die Tschechen noch für die Deut- schen ein anzustrebendes Ideal, und dieser kommunistische Versuch dürste bald jämmerlich zusammenbrechen, aber ein innigeres Verhältnis zwischen den tschechischen und deutschen Sozialdemokraten wäre wirklich sehr zu begrüßen. Trotzdem die tschechische Sozialdemokratie zur 2. Internationale und die deutsche zur Wiener Arbeitsgemeinschaft gehören, könnte ein Bindeglied zwischen ihnen leicht gefunden werden. Die jetzigen großen sozialen Kämpfe in der Tschechoslowakei werden diesen Prozeß beschleunigen. Wie bereits früher an dieser Stelle vorausgesagt, brachte das Frühjahr große Lohnkämpfe mit sich. Die Arbeiter oerlangen zwar keine Erhöhung ihrer Löhne, sondern wehren sich nur gegen die ihnen von den Unternehmern diktierten Lohnherab- s e tz u n g e n. Eine Industriegruppe nach der anderen kün- digt die bisherigen Kollektivverträge und verlangt von den Arbeiterorganisationen die Unterzeichnung neuer, bedeutend verschlechterter Verträge. Die Initiative zu allen diesen Maß- nahmen geht wie Imnier von dem tschechisch-dcutschen Zen- tralverband der tschechoslowakischen Industriellen aus. Die tschechoslowakische Industrie leidet sehr unter der jetzigen Wirtschaftskrise und kann infolge des Hochstandes der tschechischen Krone nicht exportieren, so daß die Fabrikbesitzer ein leichtes Spiel gegen die Arbeiter haben, deren Streiks ihnen nicht viel Schaden anrichten. Gegenwärtig tobt ein heftiger Kampf in der Metallbranche. Die Metallfabrikanten, welche in ihren Bilanzen für das vergangene Jahr Riesen- gewinne aufweisen, verlangen von ihren Arbeitern eine LSproz. Herabsetzung der Löhne. Wenn es den Unternehmern gelingen sollte, die Lohn- reduktionen in allen Industriezweigen durchzusetzen, würden die Herstellmigskosten der tschechoslowakischen Fabrikate sich zwar etwas billiger stellen, jedoch trotzdem nicht exportfähiger werden. Die Macht der Kapitalisten und mit ihr auch der Einfluß der großbürgerlichen Parteien würde aber dann un- geheuer wachsen. Um dies zu verhindern, werden sich die tschechische und die deutsche Sozialdemokratie in eine Kampf- front gegen die vereinigte tschechische und deutsche Bourgeoisie stellen müssen. Sie werden gezwungen sein, gemeinsam gegen die von den Unternehmern beabsichtigte Herabdrückung des Lebensniveaus der Arbeiter, gegen den Ansturm des inter- nationalen Kapitals und gegen die heuchlerischen Prediger des nationalen Hasses zu kämpfen. Der Waffenkeller in Pernitz. Aus Belzig lMark) wird uns geichrieben! Auf dem LandratSamt Beizig erschien gestern ein Eniente offizier und erbat sich zum Waffensuchen einen Landjäger. Der Oifizier fuhr mit dem Beamten nach P e r n i tz auf das Grundstück deS Stellmachers Meyer. Nach einem Gnindrih nahm der Offizier ein« Durchsuchung deS ganzen Gehöftes vor. Im Keller V e r st e ck t wurden viele Hunderte von AuSrüstuiigSgegenständen. darunter 130 Stahlhelme, Gewehr sckäfte usw. vor- gefunden. Die Gegenstände wurden beschlagnahmt und vom Land- ratSamt Belzig an die NeichStreuhandgesellschaft Brandenburg ge- sandt. Säcksische parlamentskrise. Im Freistaat Sachsen steht die Frage der Landtags- a u f l ö s u n g im Brennpunkt der Erörterung. Sie ist aktuell geworden durch das Verhalten der K o m m u n i st e n, die im Landtage im allgemeinen zwar der aus Sozialdemokraten und Unabhängigen gebildeten Regierung die notwendige parlamentarische Unterstützung gewährten, kürzlich aber in Gemeinschaft mlt sämtlichen bürgerlichen Parteien den Justizetat ablehnten. Nachdem sie dieses Heldenstück vollbracht hatten, erklärten die Kommu- nisten zwar, sie hätten gar nicht die Absicht gehabt, gegen den I u st> z m i n i st e r zu demonstrieren, sondern hätten nur den Iustizetat ablehnen wollen. Es war ihnen äugen- scheinlich gar nicht klar geworden, daß mit der Ablehnung des Gesamtetats auch dem sozialistischen Mini st er das Gehalt verweigert wurde. Die verfahrene Situation wurde wesentlich dadurch per, schärst, daß in derselben Sitzung der Antrag der sozialistischen Parteien angenommen wurde, den 1. Mai und den 1. No- vember für Sachsen als gesetzliche Feiertage zu er- klären. Darauf haben nun die Deutschnationalen und die Deutschen Volksparteilsr einen formellen Antrag aus Volksentsäieid eingereicht, der auf die Auflösung des Landtages hinzielt. Der Volksentscheid soll gleichzeitig auch über die Rechtsgültigkeit der neuen Feiertage herbeigeführt werden. Alsbald nach seinem Wiederzusammentritt wird sich also der Landtag mit seiner Auflösung zu beschäftigen haben. Die Kommunisten, die bisher als„anonyme Regierungspartei" das Fortbestehen der sozialistischen Regierung ermöglicht hatten, sollen die Absicht haben, den Ausiösungsantrag der Rechten zu unterstützen. Sie waren ja bei den bisherigen Mehrheitsverhältnissen das Zünglein an der Wage und würden es wahrscheinlich auch nach den Neuwahlen bleiben. Ob jedoch bei einer Neuwahl eine wesentliche Verände- rung des Londtagsbildes erzielt würde, ist sehr zweifelhaft. Möglich wäre immerhin eine Verschiebung inner- halb der bürgerlichen Parteien zuungunsten der Demokraten, die infolge ihrer schwankenden Haltung immer mehr den Boden im Volke verlieren. Für die Sozialdemokratie ist die Frage besonders bren- nend/ ob sie einen Wahlkampf unter der Parole„für eine sozialistisch-kommunistische Regierungskoalition" führen kann. Mit den Kommunisten eine gemeinsame Politik zu machen, ist, wie Sachsen aufs neue erwiesen, so gut wie unmöglich. Unsere Partei wird sich für den Fall der Landtagsauflösung also auf einen harten Wahlkampf einrichten müssen, den sie aus eigener Kraft und wahrscheinlich ohne Rücksicht auf ihre bisherigen Koalitionsgenossen von links ausfechten muß. Seileiüskunögebungen Zum Toüe tzues. Di« Unabhängige Parteileitung hat an den Partei- vorstand der SPD. folgendes Telegramm gerichtet:„ßentralleitmig und ReichStagSfratlion der USPD. sprechen ihre Teilnahme zu dem Ableben Otto HueS auS." Der preutzisch« Ministerpräsident Braun hat an die Witwe des Abg. Hue die folgende telegraphische BeileidSkund- gebung gesandt:„Die preußische Staatsregierung nimmt an dem Hinscheiden Ihre» Gatten den herzlichsten Anteil. Sein Tod be- deutet für das polltische Leben Deutschland» eine kaum auSz»« süllende Lücke. Da» Andenken dieses anSgezeickmeten, insbesondere um da» rheinisch-westsälisch« Jndustriegeblet und seine arbeitsam« Bevölkerung hochverdienten Manne- wird unvergeßlich bleiben." Die Gewerkschaftsinternationale. Rom. 20. April, heule wurde hier der Kongreß der Amsterdamer Gewerkschaslsinlernationale erössnei. an dem 200 Delegierte teilnehmen, die 20 Länder nerireten. D'Aragona hielt namens des italienischen Gewerkschastsbundes die Begrüßungsansprache. prager verftänöigungswille. Von Rudolf Illovy. Prag, 15. April 1922. Die Ansichten der tschechischen Parteien über die Kon- ferenz in Genua sind sehr geteilt. Die einen erhoffen von ihr eine Lösung der wirtschafllichen Fragen Mittel- europas und den Wiedereintritt normaler Beziehungen zwi- schen den einzelnen Staaten. Mit der Hoffnung auf einen guten Ausfall der Konferenz hegen sie gleichzeitig den Wunsch, die Konferenz möge zur wirklichen Friedenskonferenz werden, damit der Wiederaufbau Europas endlich beginnen könne. Sie wünschen daher, daß diese Konferenz allen not- leidenden Staaten Europas helfe, also neben anderen auch Deutschland und Rußland, sie wünschen, daß nach einer Periode des Vernichtungswahnsinns und der gegenseitigen Feindschaft eine Epoche der friedlichen Arbeit aller Nationen und eine Zeit des Abbaues des Hasses einsetzte. Zu dieser Gruppe gehören alle fortschrittlich und sozialistisch gesinnten Elements und in erster Reihe die tsched)ischen Sozialdemokraten. Die andere Gruppe verspricht sich von der Genuese? Kon- ferenz gar nichts oder sehr wenig und sieht ihren eventuellen Resultaten mit übertriebener Skepsis entgegen. Zu dieser Gruppe sind die Nationali st en und die Kommu- n i st e n zu zählen. Die Nationalisten befürchten, in Genua könnten Deutschland stewisse Konzessionen behufs leichterer Prägung der Reparatiouskosten gemacht werden. Außerdem ist ihnen überhaupt nicht recht, daß mit Sowjetrußland in Genua verhandelt wird, und sie fürchten, daß durch die Auer- kennung der Sowjetrepublik seitens der Westmächte das Ends des Zarismus in Rußland besiegelt wäre. Aus diesen Grün- den kritisieren sie alle Reformpläne sehr abfällig und bringen insbesondere der Politik Lloyd Georges wenig Sympathie entgegen. Die Kommunisten, welche ihre Ansckiauungen tag- lich wechseln, fürchten, daß bei einer Gesundung der wtrt- schaftlichen Verhältnisse ihre Propaganda gänzlich Schiff- bruch erleiden würde. Dieses Bild entspricht so ziemlich der Gruppierung der einzelnen tschechischen Parteien. Trotzdem noch immer eine all nationale Regierungskoalition am Ruder ist. in welcher Sozialdemokraten. Nationalsoziale, National- demokraten, Agrarier und Klerikale vertreten sind, besteht eine Kluft zwischen den Anschauungen der nationalistischen und sozialistischen Parteien. Die Repräsentantin des natio» nalen Chauvinismus ist die nationaldemokratische Partei, welche außerdem noch' eine ausgesprochen kapitalistische und antisoziale Politik verfolgt, so daß die Sozialdemokraten trotz Koalition häufig gezwungen sind, gegen sie energisch zu Felde zu ziehen. Die Nanonaldemokraten sind eine kleine Partei, haben bloß ein Dutzend Abgeordnete im Parlament, aber ihr Einfluß ist gewaltig. Sie stützen sich auf die Bourgeoisie, welche nicht mehr, wie vor dem Kriege, ein Kleinbllrgerstand, wNdern eine Kapitalistenklasse ist. Die gesamte tschechische Geschäftswelt, die Industrie und vornehmlich die Banken sind die festesten Säulen der Nationaldemokratie. Ihre Position erfährt eine weitere Festigung durch die tschechische Bureau- kratie, welche sich bis zu 99 Proz. aus Anhängern der Ratio» naldemotratischen Parte» rekrutiert. So kommt es, daß der tschechoslowakischen Republik nach außenhin das Gepräge emes kapitalistischen Staates gegeben wird, was jedoch den Tatsachen nicht entspricht. Während die Sozialdemokraten einen nationalen riebe n herbeisehnen und für die Verständigung rn 1 1 b e n Deutschen arbeiten, ist das Ideal der Rational» r�wokraten die Politik der starken Faust. Ebenso, wie sie vor der Möglichkeit einer Lösung der deutschen und russischen �crage durch Genua zurückschrecken, sehen sie in einem Zu- sammenarbeiten der tschechischen und deutschen Parteien die Schwächung ihrer jetzigen Machtstellung. Alles deutet darauf bin, daß es in der kürzesten Zeit zu Unterhandlungen zwischen den tschechischen und deutschen Parteien kommen wird, und preußijche Kunstpflege. Die öffentliche Aunstpsleye ist da» Gebiet, auf dem sich auch hsute, unter den traurigsten Finanzverhältnisien, Mustergültiges und iind Segensreiches scheinen ließe. Mit relativ geringen materiellen Mitteln könnten hier Reformen durchgeführt werden, die eine mäch- tlge Förderung der deutschen Kultur zur Folge haben würde, und durch die unser geknechtetes und ausgepowertes Deutschland anderen Ländern zum Vorbild werden müßte. Die Reichsregierung ist sich ihrer Pflichten und Ziele auf diesem Gebiet bewußt. Der Reichskunstwart Reoslob, unter- srnßt und gesördert vom Staatssekretär Heinrich Schulz, hat innerhalb der leider sehr engen Grenzen seines Ressorts in der kurzen<)elt seiner Amtstätigkeit, teil» anregend, teils produktiv schaffend, Hervorragendes geleistet. Namentlich dem deutschen Kunsthcindwerk hat er neuen Lebensmut eingeflößt, ihm neue Bohnen gezeigt und erschlossen und die Keime einer gesunden, volks- Jumlichcn Tradition gepflanzt. Schon beginnt-der vorsichtig beackerte Boden Früchte anzusetzen, die eine reiche und schöne Ernte hoffen lassen. Aber während in der Kunstpflege des Reiches ein jungsrischsr, be- lebender Frühlingswind weht, herrscht in der des Preußischen Staates noch immer die muffige Atmosphäre eines sterilen Büro- kratismus und reaktionärer Gebeimrätelei. Nicht daß es an einzelnen tüchtigen Krusten fehlte, welche wiflen, was not tut. Aber diese dringen nicht durch gegenüber dem lähmenden Widerstand der alten wilhelminischen Garde, die das Ressort der bildenden Kunst in un- s.'rem Kultusministerium beherrscht und die von einigen recht un- glücklichen„Neuerwerbungen" gestützt und womöglich noch über- Kugelt wird. So konnte es geschehen, daß einer der Dezernenten ii'r bildende Kunst, Wilhelm Waetzoldt, vor Jahr und Tag -in ganz vortreffliches Programm zur Kunstschulreform veröffend- >>chte, aber im Vorwort ängstlich beteuerte, daß diese Schrift lediglich die Privatansichten der Versagers aussvräche. Das Programm entstielt alles, was zur Gesundung der öffentlichen Kunsterziehunqs- onstalten gefordert werden muß, und es enthielt nichts, was sich nicht bei gutem Willen mit leichter Müh« durchführen ließe. Trotz- dem ist es bis heute Privatanstcht und frommer Wunsch Waetzolds geblieben, und das Ministerium hat nicht einen Schritt zu seiner praktischen Verwirklichung unternommen Die einzige„schöpfe- rische" Tat, deren sich die preußischen Kunstgeheimräte seit der Re- »nlution rühmen, ist die Einführung bzw. Erhöhung der Museumseintrittsgelder— eine Maßnahme, deren Kul- turwidrigkeit und Kunstfeindlichkeit ihnen von allen sachverständigen Beurteilern bescheinigt wurde, die aber trotzdem bi« zum heutigen Tage aufrecht erhalten blieb. Bei dieser Lage der Dinge ist es nicht wunderbar, daß die besten unter unseren deutschen Künstlern, wo sich ihnen eine Ge- legenheit bietet, dem Lande Preußen den Rücken kehren. Die her. vorragendsten Führer der jüngsten Kiinstlergeneration— darunter einzelne Namen von Weltruf— hat uns da» kleine Weimar abspenstig gemacht. Daß Peter Behrens einem Ruf an die Wiener Akademie gefolgt ist, teilten wir unsern Lesern gestern mit. Heute müssen wir die Melduno hinzufügen, daß da« bayerische ""-min!»--!--'n t-m Maler Mu:x Sl-v�gt». den, Kpnst. werbler Bruno Paul und dem Architekten German e st e l in e y e r den Antrag gemacht hat, an die M ü n ch« n e r Kunstakademie bzw. Technische Hochschule überzusiedeln. Die Der» Handlungen mit diesen drei Künstlern sollen noch nicht abgeschlossen sein, aber welches auch immer das Resultat sein mag: die Tatsache allein, daß Städte wie Wien und München un» einen Teil unserer Besten wegzunehmen versuchen können, kennzeichnet die Situation. Früher drängte alles nach Berlin, heute flieht man es. Wer Füh- lung zu Künstserkreisen hat. kennt den Grund: Enttäuschte Hofs- nungen, Wünsche und Forderungen, deren Verwirklichung man nach dem November 1918 erwartete und erivarten durfte und die doch unerfüllt blieben, weil in einem Winkel der preußischen Regierung noch immer ein Geist herrsche und ist, der von den reinigenden und be- freienden Stürmen der Revolution keinen Hauch verspürt hat. _ John Schikowsti. (Eine Statistik der Slngsttmmen. Die Frage, wieviel Männer durchschnittlich eine Tenor» oder B a ß st i m m e und wievlel Frauen einen Sopran oder Alt haben, ist jetzt durch statistische Beobachtungen beantwortet worden. Professor F. Bernstein und Dr. P. Schläper haben eine größere Anzahl von Männern und Frauen der Stadt- und Landbevölkerung in den Kreisen Güttingen, Hagen und Gera untersucht und teilen ihre Ergebnisse in den Sitzungsberichten der Preußischen Akademie der Wissenschaften mit. Bei 1061 männlichen Stimmen fand man 188 Tenöre und 873 Bässe, bei 1035 weiblichen Stimmen 171 Altstimmen und 801 Soprane. Prozentual berechnet zeigten sich etwas mehr(17,72 Proz.) Tenor- stimmen als Altstimmen(10,52 Proz.). Im allgemeinen aber kann man jagen, daß 11% Proz. aller Männer Tenöre und ebensoviel aller Frauen Altistinnen sind, während auf Baß und Sopran 82� Prozent entfallen. Zu Fuß unter dem Rhein hindurch. Wenn man ftagt«: Wie kann man zu Fuß unterm Rhein hindurchgehen? so würde kaum jemand eine Antwort darauf geben können öder die meisten würden erklären, das sei ousgeschlosseiu Und doch besteht diese Möglichkeit, denn das Steinkohlenbergwerk Diergardt am Nieder- rheln hat auf beiden Seiten des Stromes Schächte, die durch einen Ouerscklag unter dem Rhein verbunden sind. Die Bergleute dieser Zeche machen täglich den Weg unter dem Strome hindurch. Der ein« Schacht, der 271 Meter tief Ist, befindet sich bei Hochemmerich am linken Rheinufer gegenüber Duisburg, der andere bei Neuen- kamp auf der rechten Seite, und zwar auf der von Ruhr, Rhein und Duisburger Hafen gebildeten Halbinsel. Der Querjchlag unter dem Rhein wurde im Juli 1913 begonnen und in der ersten Kriegszeit vollendet. Deshalb hat diese immerhin bemerkenswerte technische Leistung damals keine Beachtung gesunden. Besteuerung der Faulenzer. Ein« beherzigenswert« steuer- fiskalische Anregung hat ausgerechnet der Generalgouverneur von Madagaskar dem in steuerlichen Dingen doch sonst gewiß nicht rückständigen Europa gegeben. Er hat soeben eine Verordnung erlassen, die alle Europäer und Eingeborenen, die weder ein G> werbe ausüben noch sonst beruflich tätig sind, mit einer Steuer be- legt. Der Steuersatz beträgt für Europäer zwischen 21 und 55 Jahren 23. Frank« im Tag und für die Eingeborenen zwischen 18 und 58 Jahren 20 Franks. Weshalb diese, wenn sie als Müßiggänger befunden werden, mit der Steuerzahlung früher beginnen müssen und später aus der Steuerpflicht entlassen werden, ist nicht klar. Der Ertrag der Faulenzersteuer soll zum Ankauf landwirtschaftlicher Ge- röte dienen, die den europäischen Kolonisten und den Gemeinden der Eingeborenen zur Verfügung gestellt werden. Wenn übrigens d:e Einführung der Steuer in die Praxis auch ein Nooum darstellt, so ist doch der Gedanke selbst durchaus nicht neu. sondern wurde beispiels- weise schon von dem iüngeren Dumas angeregt. In einem seiner Lustspiele erklärt eine der handelnden Personen:„Und wenn es mir nun beliebt- nichts zu tun? Daran tonn mich keiner hindern. Ich bin aber mit Vergnügen bereit, die Arbeiterpflicht, die ich der Gefell- schaft schulden soll, durch Erlegung eines Geldbetrags abzulösen. Sagen wir einmal mit 40 Franks im Tag." Sautschukpapler. Eine Neuerung auf dem Gebiete der Papier- Herstellung, die uns freilich diesen heute so teueren Stoff nicht ver- billigen wird, ist die Verwertung des Kautschuks, von der Hermann Kranold In den„Sozialistlschen Mrnatsheften" berichtet. Infolge de» Weltkrieges ist eine Ueberproduktion an Kautschut eingetreten, und man sucht eifrig nach neuen Verwertungsmöglichk-iten dieses Stoffes, der aus valutastarken Ländern stammt und daher weniger Absatz findet. Ein Techniker in Manchester hat nun ein Verfahren ausgearbeitet, um den Kautschuk In der Papierherstellung nutz- bringend zu verwenden. Der Kautschukmilchsaft wird durch Zusatz von Chemikalien am Gerinnen verhindert, und so sammeln sich die Tröpfchen der eigentlichen Kautschuksubstanz an der Oberfläche wie etwa der Rahm auf der Milch. In dieser Gestalt wird nun der eigentliche Kautschuk von den übrigen Teilen des Milchsaftes ge- trennt, und ein gewisser Prozentsatz von Reinkautschuk wird der Papiermasse beigesetzt. Der Kautschuk schlägt sich dann in Form eines Ueberzuges auf den einzelnen Fasern der Papiermasse nieder. damit ist der technische Prozeß der Kautschukverwendung abge- schlössen. Die Herstellung des Papiers erfolgt aus dem Papierbrei in der üblichen Weise. Der Kautschuk wirkt sehr vorteilhaft aus die Oualität des Papiers: es wird dadurch fester gegen Zug und Reißen und widerstandsfähiger gegen die Gefahr des Brechens beim Knicken. Die einzelnen Fasern werden durch den Kautschukgehalt geschmeidiger und erhalten eine gewisse Elastizität. Die Verarbeitungszeit für den Hapierbrei wird durch den Kautschukzusatz etwa auf die Hälft« herabgesetzt. Man setzt der Papiermasie je nach der Qualität, die man haben will, 0,1 bis 1 Proz. Kautschuk zu. Bei einem Zusatz von 5 Proz. Kautsch-it erhält man«in wasserdichtes Papier, das sich auch zum Isoliermaterial für elektrische Leitungen eignet: bei einem Zusatz von 20 Proz. Kautsebut unter Verwendung sehr fester grober Fasern ergibt sich eine Masie, die alle Eiaenschaften de» Linoleums besitzt. Da das neue Verfahren gestattet, für die gleichen technischen Zwecke schlechteres Papierrohmaterial oder auch sehr viel geringere Massen zu verwenden, so entsteht eine nicht un- bedeutende Ersparnis. Jedenfalls rentiert sich die Kautschukmenge, die für eine Tonne Papier 12— 18 Schilling tostet, bei der Papier» Herstellung durchaus, und so dürfte die Verwertung des Kautschuks in der Papiererzeugung sich immer mehr einbürgern. In Easpers Äunstsalon. Kursürftendamm 233, wird die 2. Frühjadr»- auSstellung mit Kolleltionen von LUja Busse, Paul S o e n i a e r, Lee Kleiv-Dtepold und Willy S q l o b a ch heute eröffnet. Brüderliche Einheitsfront. Während am gestrigen Donnerstag Unabhängige und Kommu niften gemeinsam demonstrierten, mußte die ,, Rote Fahne" ihrem Brauche gemäß- zeigen, wie aufrichtig es ihr um die Einheits front mit der USPD. zu tun war. Im Luftgarten tauschte man den Bruderfuß, aus den Spalten der Roten Fahne" aber spuckte der Kommunist bem unabhängigen Bruder fräftig ins Gesicht. Fast genau um die Stunde der gemeinschaftlichen Demonstration wurde Die„ Rote Fahne" auf den Straßen verkauft mit einem Artikel, der bie reizvolle Heberschrift trägt:„ Die Großverdiener in der USP." Wen es nach diesem Ziel noch nach Proben aus dem In halt gelüftet, dem zitieren wir z. B. folgendes: Die USP. hat fast nur armselige Schächer in den Berliner Magiftrat gefchickt, deren unzulänglichteit wohl niemand besser kennt als die durchtriebenen Kleinftrategen der Rechtssozialisten. Hier zunächst einmal einige Beispiele für die Untauglich feit der USP.- Stadträte im Berliner Magt ftrat... In diesen Beispielen wird u. a. gesagt: Der unabhängige Stadtrat Schlichting mattiert den Strammen hund". In der Wohnungsfrage ist er, der Ber: walter eines gewertschaftlichen Eigentums, ganz ausagra rier... Der Stadtrat Radife in Neukölln ist ein fom= sletter Hausagrarier, genau fo eng stirnig, genau in brutal, genau so unbelehrbar wie feine bürgerlichen Romplicen." Am Schluß des Artikels werden noch besondere Enthüllungen über die Großverdiener in der UEBD. durch einen weiteren Artike: in Aussicht gestellt. Alles im Zeichen der Einheitsfront! Politische Kakteen. Das Städtchen Berleberg mill, fo fagt man, Notgelb heraus geben, um einem bringend fühlbaren Bedürfnis abzuhelfen. Das Berliner Agrarierblatt, die" D. Tagesztg.", hält auch diese Gelegen heit für hochwillkommen, einige dumme Wiße zu produzieren. Sie unterschiebt den Perlebergern die Absicht, ihre Geldscheine mit tiefen Kalauern verzieren zu wollen: Schon Anno 70 gab es wichse Unt fräftig 14 auf die Büchse, Doch bitte, Fränzchen, nicht beschäm', Nenn Wichse gut französisch Crême. Mit Katteen und Rattus bepflanze Deutschand, dein teures" Baterland, bas ganze, Denn bevor der Schandvertrag nicht umgeschmissen, Ist drin das Leben arg be- scheiden. Die neuen Postgebühren. Postkarte im Fernverkehr 2 M., Brief im Nahverkehr 1-3 M., im Fernverkehr 3-5 M. heute unter Mitwirkung des Berkehrsbeirats und unter Borfiz des auf 4 M., über 500 Gramm bis 1 kilogramm auf 5 M., für WarenHalbamtlich meldet WIB.: Im Reichspostministerium begann für Warenproben bis 250 Gramm auf 3 M., über 250-500 Gramm Reichspoſtministers die im Haushaltungsausschuß bereits angefün proben bis 250 Gramm auf 3 M., über 250-500 Gramm auf 4 M., Digte Durchberatung der neuen Post, Telegraphen- und Fernsprech für Mischsendungen bis 250 Gramm auf 3 M., über 250-500 gebühren. Die neuen Gebühren für Brieffendungen, Bafete, Post. Gramm auf 4 M., über 500 Gramm bis 1 kilogramm auf 5 21., schecks sowie die Telegramm- und Fernsprechgebühren sollen An- für Pädchen bis 1 kilogramm auf 6 M. Als Gebührensähe für fang Juni oder Juli, die neuen Zeitungsgebühren erst mit Pakete sind vorgesehen: für Pakete in der Nahzone bis 5 filogramm dem 1. Oftober 1922 in Kraft treten. Der Reichspostminister be 7 m., über 5-10 Kilogramm 14 m., über 10-15 kilogramm ungründete einleitend die neue Gebührenvorlage mit der sprunghaft verändert 20 m., über 15-20 Kilogramm 25 m.( anstatt 30 m.), eingetretenen Erhöhung der Betriebskosten und der notwendigen für Pakete in der Fernzone bis 5 Kilogramm 14 m., über 5-10 Kosten für jeglichen Lebensunterhalt, die Anfang April auch zu einer Kilogramm 28 m., über 10-15 Kilogramm 40 m., über 15-20 Erhöhung der Löhne und Gehälter geführt haben. Durch Erspar. Kilogramm 50 M. nisse allein können diese neuen Ausgaben, die etwa 5 milliarden Mart betragen, nicht eingebracht werden. Sie müssen, so unpopulär das ist und so schwere wirtschaftliche und kulturelle Schädigungen es bedeutet, auch durch Tariferhöhungen gebedt werden. Nach dem dem Berkehrsbeirat vorgelegten Entwurf sehen die neuen Gebührenvorlagen folgendes vor: Die Gebühr des Briefes der untersten geändert werden: Für jede von der Zahlstelle eines Bostschecamts Die gesetzlichen Postsch edgebühren sollen folgendermaßen Stufe( bis 20 Gramm) das ist der die Regel bildende Brief soll im Ortsverkehr von 1,25 m. auf 1 m. herabgefeht werden. Auch nungsstellen beglichene Auszahlung ein Fünftel vom Tausend des durch Ueberweisung auf die Reichsbant und für jede in den Abrech die Gebühr für Bafete von 15-20 Kilogramm in der Nahzone wird Schedbetrags, für jede Barauszahlung durch die Zahlstelle eines von 30 M. auf 25 M. ermäßigt. Unverändert bleiben die Gebühren Bostscheckamts sowie für die Uebersendung eines Schecks durch das für Postkarten im Ortsverkehr, für Briefe im Ortsverkehr von Schedamt an eine Bostanstalt und für die weitere Behandlung des 20-100 Gramm, für Drucksachenkarten, für Drudfachen bis Schecks bei dieser 1 vom Tausend des Scheckbetrags. Die Gebühren 20 Gramm, für Ansichtskarten mit 5 Grußworten, für Pakete von 10-15 Kilogramm in der Nahzone, für Zeitungspakete bis 5 Kilo- für Auszahlungen werden auf volle 10 Pf. abgerundet. gramm in der Nahzone. Die Bostanweifungsgebühren und die sogenannten Nebengebühren bleiben bei der Erhöhung gleichfalls außer Betracht. Von einer Berteuerung der Einschreibung, Wertversiche. rung und Eilbestellung wird abgesehen. brief und der für den einfachen Auslandsbrief wird nach mie Das Berhältnis zwischen der Gebühr für den einfachen Inlands vor 1: 2 betragen. Der einfache Auslandsbrief bis 20 Gramm wird also fünftig 6 m. kosten. Die gefeßlichen Telegrammgebühren sollen bei gewöhnlichen Telegrammen auf alle Entfernungen 1.50 m. für jedes Wort, mindestens 15 M. betragen, im Ortsverkehr jedoch 1 m. für jedes Wort, mindestens 10 M., bei Pressetelegrammen wie bisErhöht werden folgende Gebühren: für die Postkarte im Fern- her die Hälfte dieser Gebühren. Die Rohr postgebühren im verkehr auf 2 M., für den Brief im Ortsverkehr von 100-250 Gramm Drtsverkehr werden um je 50 Pf. ermäßigt, sie sollen betragen bei auf 3 M., für den Brief im Fernverkehr bis 20 Gramm auf 3 M., Boftfarten 4 M., bei Briefen 5 M., im Fernverkehr bei Postkarten über 20-100 Gramm auf 4 M., über 100-250 Gramm auf 5 m., 6., bei Briefen 7 M. Die in den§§ 3, 4 und 8 des Fernfür dienstliche Aktenbriefe über 250-500 Gramm auf 6 m., für fprechgebührengefeßes bestimmten Gebührensäze sollen Drudfachen über 20-50 Gramm auf 75 Pf.; über 50-100 Gramm um 160 vom Hundert statt wie bisher 80 vom Hundert erhöht werden. auf 1,50 m., über 100-250 Gramm auf 3 M., über 250-500 Die Berhandlungen mit dem Berkehrsbeirat über die Gestaltung Gramm auf 4 m., über 500 Gramm bis 1 kilogramm auf 5 m., aller Gebührenfäße dauern noch fort. Die dann beschlossenen Ge Gramm auf 4 m., über 500 Gramm bis 1 Kilogramm auf 5 m., eines Ausschusses des Reichstags. für Geschäftspapiere bis 250 Gramm auf 3 M., über 250-500 bühren unterliegen später noch der Zustimmung des Reichsrats und Kommissionsarbeit in Genua. Unterausschüsse der Finanzkommission für Währungsfragen und für Genua, 20. April.( WIB.) Ueber die gestrige Sigung der Fragen der Wechselkurse wird u. a. berichtet: Zu diesen geistreichen Versen fügt die D. Tagesztg." aus eigenem noch die geistreiche Bemerkung hinzu, daß die auf Grund des Bersailler Bertrags bestehende Ueberwachungsfommiffion bie Ausgabe des Geldes mit dem ersten Berse mahrscheinlich verbieten Die Einstellung Schwerbeschädigter. merde. Wir hoffen, daß es dazu nicht erst kommt. Die Reichsbant hat ja erst fürzlich die Ausgabe der Künstlerisch einwandfreien des Innern barauf hin, daß die Einstellung von SchwerbeschäIn einer neueren Berfügung weist der preußische Minister Berliner Notgeldscheine verhindert. Sie wird also auch von sich bigten bei Landratsämtern und sonstigen Behörden in erfreu aus die Möglichkeit haben, politische Ungezogenheiten zu licher Anzahl erfolgt fei und daß zwischen freiwilligen Mehr flucht anbetreffen, wurden im Sinne des Gutachtens des Aus verhindern, die etma irgendwelche deutschnationale Stadtverwal- leistungen und der nicht voll durchgeführten Einstellungspflicht, die schuffes erledigt. Demgemäß wurde es für zweckmäßig erachtet, die Die deutschen Anträge, die die Behandlung der Kapital. tungen auf Anraten der D. Tagesztg." ihren städtischen Geldscheinen fió) an andern Stellen auf Grund der örtlichen Berhältnisse ergeben Brüfung der Maßnahmen internationaler Zusammenarbeit auf dem flucht anbetreffen, wurden im Sinne des Gutachtens des Aushabe, ein Ausgleich geschaffen werden müsse. Um ein möglichst Gebiete des Rampfes gegen die Kapitalflucht mit der Frage der vorbildliches Arbeiten des Staates auf diesem Gebiet zu erzielen, Doppelbesteuerung zu verbinden, die zurzeit von einer be gibt der Minifter eine Reihe von Gesichtspunkten befannt, von benen fonderen Kommission Sachverständiger des Bölkerbundes behandelt der amtliche Preußische Pressedienst folgende wiedergibt: würde. Hierauf wurde die Frage des Wechselkurses gleichfalls im anpertrauen wollten. Sowjetjustiz und Berliner Konferenz. werden. Mostau, 20. April.( DE.) Der Volkskommissar für Juftizwefen Rursti erklärte, die von der Russischen Kommunistischen Partei Für den Bereich jedes Regierungsbezirks ist ein besonders so- Anschluß an das vorliegende Gutachten der Sachverständigen. cuf der Berliner Konferenz der drei Internationalen übernommene sial intereffierter Dezernent zum Kommissar für die tommiffion erörtert, dem grundsätzlich von allen Beteiligten beigeBerpflichtung, den por Gericht gestellten Sozialrevolutio. Einstellung Schmerbeschädigter zu bestellen, der in unmittelbarer, ftimmt wird. Die Ergebnisse der Beratungen der Untertommiffionären gegenüber auf die Todesstrafe zu verzichten, sei persönlicher Fühlungnahme mit der Hauptfürsorgestelle die Ein- nen für Währungsfragen und Wechselkurse sollen zum Gegenstand für das Mostauer Gericht nicht bindend. Falls das Gericht auf ftellung Schwerbeschädigter bearbeitet. Neue Stellen dürfen nicht der Beschlußfaffung im Hauptausschuß für die Finanzfragen Todesstrafe erkennen sollte, könnte nur eine etwaige Begnadigung geschaffen werden; jedoch ist bei einer Reubesetzung zu prüfen, ob am 20. April, nachmittags 3½ Uhr,( Palazzo Giorgio) gemacht durch das Allrussische Zentralerefutivkomitee in Betracht tommen. nicht ein Schwerbeschädigter in einer feinen Fähigkeiten Das Berliner Uebereinkommen sei überhaupt nur in dem Fall gültig, entsprechenden Weise verwandt werden könne, Weibliches Perwenn die Gegner der Sowjetregierung auf den bewaffneten Kampf fonal ist unter diesen Gesichtspunkten und den Terror gegen die Sowjetregierung verzichten. Auch Bermeidung von Härten und unter Berücksichtigung der selbstverständlich unter die Amnestie von 1919 beziehe fich nur auf diesen Teil der Sozial individuellen fesialen Berhältnisse zu entlassen. Am Schluß der revolutionäre, nicht aber auf die ganze Partei und nicht auf das Berfügung fordert der Minister die Behörden auf, ihm bis zum Zentralfomitee derselben. 1. Juli b. J. Bericht einzureichen. In der zweiten Sigung der Unterkommission für den Eisenenthaltenen Borschlag, sofort eine Konferenz der technischen Berbahnpertehr gab Staatssekretär Stieler zu dem in Artikel V treter aller Eisenbahnverwaltungen zur Prüfung der Frage der ungefäumten Durchführung der zur Wiederbelebung des internationalen Berkehrs erforderlichen Maßnahmen einzuberufen, namens der deutschen Regierung eine längere Erklärung ab, in der Die Schlacht im Irrenhause. Zu sonderbaren Szenen, bei denen Wir haben bereits mehrfach auf die schmere Notlage der Kriegs- fich unbeschadet ihrer vollen Selbständigkeit hinsichtlich aller den er zunächst darauf hinwies, daß die nationalen Eisenbahnsysteme die Insassen eines Irrenhouses Seite an Seite mit ihren Wärtern beschädigten aus dem Mannschaftsstande hingewiesen. Troz aller internationalen Berkehr betreffenden Angelegenheiten fünftig mehr gegen die Polizei fam es gelegentlich eines Streifs, in den das Bersprechungen find sie heute noch dem schlimmsten Elend ausge als bisher einander anpassen sollten, so insbesondere hinsichtlich der Berfonal der Provinzialirrenanstalt von Nottingham deshalb liefert, ba die gezahlten Renten bei weitem nicht ausreichen. So Linienführung der Uebergangsbahnhöfe, der technischen Grundfäße getreten war. meil die Direktion die wöchentliche Ruhezeit herabge- bezieht ein pöllig erwerbsunfähiger Kriegsbeschäüber den Bau der Strecken, der Bauart und Ausnutzung der Fahrfegt hatte. Uebrigens hatten die Wärter die Pflege der Kranken digter, wenn er feine Kinder hat, als niedrigste Rente monatlich zeuge, der Betriebs- und Verkehrsvorschriften, des Tarifwesens, der nicht eingestellt und weigerten fich nur, den Befehlen ihrer Borge 501,20 Mt., mit 5 Kindern 751,95 Mr. Er bezieht bestenfalls Aufstellung von Transportprogrammen und des Eisenbahnzollfesten zu gehorchen, so daß die Beamten der Berwaltung und die mit Ausgleichs- und Pflegezulage für sich und seine Familie mit mesens. Im Intereffe einer raschen und tatkräftigen Durchführung Aerzte sich selbst ihre Mahlzeiten tochen und ihre Betten machen 5 Kindern monatlich 1296,70 mt. Diese Säße sind taum ausreichend, dieses Gedankens empfahl er die Schaffung einer dauern. mußten. Die Kranken ergriffen leidenschaftlich Partei für ihre diese Kriegsopfer vor dem Hungertode zu bewahren. Ganz anders den Bereinigung der Verwaltungen, deren Organ Pfleger und der Streif endete schließlich in einer großen Schlacht, wird dagegen ein Offizier bewertet. So bezieht ein solcher im gegenüber allen beteiligten Unternehmen und für alle in Betracht die die herbeigerufene Polizei den aus 44 Frauen und 17 Männern bestehenden Streifenden und ihren seltsamen Hilfstruppen lieferte. Range eines Generalmajors nach dem Pensions- Ergänzungsgefeß Antrieb anregend und vermittelnd, vielleicht auch anordnend einfommenden Gegenstände auf Anruf der Beteiligten oder aus eigenem Bärter und Krante hatten sich in den Räumen der Anstalt ver- monatlich 6886,70, ein Generalleutnant monatlich 7656,65 W., ein zugreifen hätte. Der Entwurf für die Sagungen dieser Bereinigung barrikadiert und setzten sich mit Besen und anderen Geräten zur General der Infanterie oder Kavallerie monatlich 10 285 m. Das sei von der Konferenz auszuarbeiten und den Regierungen vorWehr. Mehrere Polizeibeamte wurden von den Irren, die mütend trifft auch für die höheren Militärbeamten zu. Ein Reichsmilitärzulegen. Ebenso habe bie Konferenz Borschläge darüber auszuarbeiten um sich bissen und fragten, verlegt. Das Ringen zog sich mehrere gerichtsrat 8. B. bezieht vierteljährlich 26 400 M., ein Senatspräfi- und vorzulegen, wie die Mittel aufzubringen und zu verwalten Stunden hin. Dann hatte man sich aller Streifenden bemächtigt bent vierteljährlich 31 200 M. Diese Beispiele fönnten noch endlos sind zur Unterstützung der Berwaltungen, die noch nicht in der Lage und brachte sie auf Autos fort, während neues Personal sich der erweitert werden. Zu vergessen ist hierbei nicht, daß die höheren fein sollten, aus eigenen Kräften Maßnahmen zu treffen, wie Irren annahm, die nur schwer zu beruhigen waren. Offiziere und Militärbeamten oft noch große Bermögen be- fie zur Durchführung der Beschlüsse und Anregungen der Bereinigung Der gemordete Wald. Es sieht bedenklich aus in unseren beut. figen, die ihnen bedeutende Einnahmen gewähren, ohne daß diese im Intereſſe des internationalen Verkehrs notwendig erscheinen. schen Wäldern. In der Kriegszeit mußten sie schwer herhalten, aber bei der Bemessung der Rente irgendwie Berücksichtigung finden. Der es als wünschenswert bezeichnet, daß der Bölterbund aufge. Zu Artifel VI des Resolutionsvorschlags der einlabenden Mächte, was war das im Vergleich zu den Verwüftungen, die ießt ange. Um hier einen Ausgleich zu schaffen, murde dem Reichstage ein Ent fordert werde, von Zeit zu Zeit die Durchführung der in den vorrichtet werden! Infolge der wahnsinnigen Kohlenpreise und bes wurf zu einem Pensionstürzungsgeseß vorgelegt. Durch hergehenden Artikeln erwähnten Bestimmungen einer Prüfung Ausfalles des billigen russischen Holzes find die Holzpreise in diesen Entwurf wären dem Reiche Hunderte von Millionen Mart zu unterziehen, gab Staatsfefretär Stiefer die weitere Erklärung schwindelnde Höhe getrieben worden. Die staatlichen Forstver erfpart worden. Der Entwurf wurde aber schon vom Reichsrat ab, daß die deutsche Regierung der Auffassung sei, daß die Auf waltungen lassen durch ihre Versteigerungen die Breise ebenso in mit der sehr interessanten Begründung abgelehnt, daß ein Pensionsdie Höhe treiben wie die privaten Waldbesiger, die Spetulanten und die Schieber. Ueberall wo ein Wäfbchen zu sehen ist, tauchen fürzungsgefeß in die wohlerworbenen Rechte der Offiziere und BeAgenten auf und bieten fabelhafte Breise. Natürlich erliegen viele amten eingreifen und den Nichtstuer vor dem Arbeitsamen bevor. Waldbesiger diesen Lockungen und lassen ihren Holzbestand nieder- augen würde. Der Kriegsbeschädigte aber, der bestrebt fchlagen. So schreitet die Berwüstung unserer Waldbestände immer ist, die ihm verbliebene Arbeitskraft im Dienst der ganzen Gesell mehr fort, und wenn man einmal einsieht, welches Unheil man an- fchaft zu verwerten, wird dafür nach dem§ 63 des Reichsversor. gerichtet hat, mird Deutschland ein holzarmes Land geworden sein. gungsgeseges bestraft. Sobald er mehr als 7000 m. jähr Deshalb müßte unbedingt für umfangreiche Neuaufforftung gesorgt lich verdient, wird seine Rente um ein Zehntel gekürzt, bei werden. Ber die hohen Holzpreise einsteckt, hat auch die Mittel, 8000 m. um zwei Zehntel und so fort. Also, die einen werden für Reuanpflanzungen vorzunehmen. Erreichen läßt sich diefes Ziet bas Nichtstun belohnt und die anderen für das Arbeiten bestraft. allerdings nur durch eine gesetzliche Vorschrift. Wie ungerecht die Art der Pensionsbemessung wirft, soll an Hauptversorgungsamtes Berlin erhält nach der neuesten Gehalts einem treffenden Beispiel nachgewiesen werden. Der Direktor des regelung ein Gehalt, das 100000 mt. übersteigt. Außer diesem Ge halt erhält er noch eine Pension von jährlich 20 000 mt. Wird bei einem Kriegsbeschädigten, ber nicht im Offiziersrang steht, fein Arbeitseintommen berücksichtigt, so muß auch verlangt werden, daß Privateinkommen, Bermögen usw. bei Gewährung der Pension bei Offizieren ebenfalls Berücksichtigung finden. Die ungerechtigkeit, die rung hervorrufen und es darf daher nicht wundernehmen, wenn in dieser Bemessung ber Renten liegt, muß eine ungeheure Erbitte sich eines schönen Tages diese Empörung in recht explosiver Weise beten hohen Offizieren, los dem einfachen Kriegsbeschädigten und Wohlleben den verabschieentlädt. Darum auch hier gleiches Recht für alle und nicht Hunger. tanische Marinebehörde sucht zur Ausbildung für den Ceute mit roten Haaren und langen Ohren gesucht! Die a mert Funkerdienst 150 Leute, die rote Haare und große Ohren be figen müssen. Das letzte ist einigermaßen verständlich, denn wenn Leute mit langen Ohren auch kaum schärfer hören, fo figt bei ihnen doch vielleicht der Hörer beffer; die erste Bedingung jedoch ist wohl nur durch ein amerikanisches Borurteil zu erklären, bas den Rothaarigen besondere geistige Beweglichkeit zuschiebt. d Blüthner- Orchester. In dem ersten Abend des Beethoven Jollus am Sonntag, den 28., abends 8 Uhr, im Blüthner- Saal, wirkt Frieba Stmast Hodapp( tlavier) mit. Dirigent: Camillo Hildebrand. Sezession, Sturfürstendamm 282, bringt in Abänderung des Spielplans vom Das Dresdener Künstler Marionettentheater in der Berliner 20. bis 28, intl. den Urfaust" zur Aufführung. ficht des Bölkerbundes weder notwendig, noch nüßlich sei. Die Staaten, deren Eisenbahnverwaltungen nach dem deutschen Vorschlag eine Bereinigung abschlössen, seien ohnedies verschlagenen Organs zu beaufichtigen. Da hiernach der Einfluß der pflichtet, die Arbeiten des von der deutschen Regierung vorgebeteiligten Regierungen gewährleistet sei, halte die deutsche Regierung es nicht für erforderlich, sich an den Väikerbund zu wenden, der einerseits Staaten umfasse, die in feiner Weife beteiligt seien, und der andererseits gewisse Mächte noch nicht in fich schließe, die sehr wesentlich beteiligt feien. wurde befchloffen, fie in einer der nächsten Sizungen zum Gegen Die deutschen Borschläge fanden lebhaftes Interesse, und es befonbere Unterfommiffion mit der Aufgabe zu betrauen, die sich stand der eingehenden Erörterung zu machen. Auf Antrag des englischen Bertreters Sir Francis Dent wurde sodann beschlossen, eine aus der schwankenden Währung für den Eisenbahnverkehr ergebenben Schwierigkeiten zu prüfen und im Einvernehmen mit der Finanztommission nach Wegen zur Beseitigung dieser Schwierigleiten zu suchen. Mitglieder der Kommission find Belgien, Frantreich, die Schweiz, Italien, Deutschland und Polen. Die Wahl Deutschlands in die Kommission erfolgte auf eine deutliche Anregung des franzöfifchen Bertreters. Houghton, der neue amerikanische Botschafter, ist in Berlin eingetroffen. gegen eine von seinen Freunden gestellte Kaution von 25 000 Dollar General Semenom ist nach einer Havas- Meldung aus New Dort in Freiheit gesetzt worden. Gewerkschaftsbewegung abgefchloffenen Manteltarifvertrag einzureichen. Die Verwaltungshaft in der Kohle tarf nicht noch mehr gelodert werden, der des B.Wi.V. fordert von den Angestellten Abbau des Urlaubs, Reichswirtschaftsminister muß dem neuen Vertrag des rheinisch- westVerlängerung der Arbeitszeit und Reduzierung der fälischen Kohlensyndikats seine Zustimmung versagen und den alter Gehälter für den Monat April. Man muß sich wundern, wo Vertrag im Zwangswege für längere Zeitdauer im Ruhrrevier 10. Bundestag des deutschen Polierbundes. die Geschäftsleitung den Mut hernimmt, ihren Angestellten so etwas gelten laffen. Bei den weiteren Kohlenpreiserhöhungsforderungen Der Bund ist seit 1919 dem ADGV. angeschlossen. Auf seinem zuzumuten. Aber auch darüber, daß der Aufsichtsrat des V.Wi.V., der Werksbefizer aber muß das Gebaren des Direktors Putsch Bundestage waren 38 Delegierte aus allen Teilen Deutschlands der sich zum großen Teil aus Mitgliedern des Deutichen Beamten- samt den angeführten hohen Gehältern der Beamten unter die Lupe anwesend. Vertreter hatten entsandt Bauarbeiterverband, Zimmerer- bundes zusammensett, seiner Geschäftsleitung Vollmacht gibt, der- genommen werden, damit die Allgemeinheit nicht noch weiter das verband, Deutscher Werkmeisterverband und Bund der technischen artig zu verfahren. Geld zu der Arbeitnehmerfeindlichkeit dieser Herrschaften aufbringen Angestellten und Beamten und der Deutsche Schachtmeisterbund. Die Geschäftsleitung weiß ganz genau, daß in den letzten muß. Aus dem Bericht des Vorstandes, den der Vorsitzende Bergeriz- Tagen die Lebensmittelpreise täglich gestiegen sind, und trotzdem Braunschweig und der Kassierer Denstorf gaben, ging hervor, will sie zu einem Rohnabbau übergehen. Es ist unbedingt notAussperrung und Betriebsrätegeseh. daß der Bund rund 12 000 Mitglieder umfaßt. Der Gesamt- wendig, daß sich auch die Mitglieder des B.Wi.V., die nicht nur Eine prinzipielle Frage hatte der Schlichtungsausschuß Augscinnahme von 675 286,98 m. im Jahre 1921 steht eine Ausgabe Beamte, sondern teilweise auch Staats- oder Kommunalarbeiter von 1 326 983,30 M. gegenüber. Fast 12 Proz. der Ausgaben sind, um diese Vorgänge fümmern und die Geschäftsleitung der burg dieser Lage in einer Klage der drei Metallarbeiter wurden für Streit- und Gemaßregeltenunterstützung ausgegeben. Genossenschaft zwingen, ihren Angestellten günstigere Arbeits- ordnung des Bayerischen Metallindustriellenverbandes ausgesperrt Arbeits- industriebetriebe zu entscheiden, die ihre Arbeiter auf AnBei dem Bericht der Bezirksleiter fant zur Sprache, daß es an bedingungen zuzugestehen. Die Angestellten der B.Wi.V. werden hatten. In der Klage war geitend gemacht worden, daß die Untermanchen Orten zu Differenzen mit dem Bauarbeiterverband ge- am Freitag zu dem Bericht der Verhandlungskommission Stellung nehmer dadurch gegen das Betriebsrätegesetz verstoßen hätten, daß kommen ist, dem gleichfalls eine Anzahl Poliere als Mitglieder nehmen. angehören. Im übrigen zeigten die Berichte, daß der Mitgliederzuwachs auch in den beiden lezten Jahren seit dem vorigen Bundestag in Hannover angehalten hat. Die Schaffung eines Baugewerkbundes, dem alle Fachorganisationen angehören sollen, wie er namentlich vom Bauarbeiterverband propagiert wird, fand bei der Erörterung geteilte Aufnahme. Der Referent Schulte- Braunschweig nahm dazu, ähnlich wie der Zentralverband der Zimmerer und der der Maler, eine ablehnende Haltung ein. Doch schien schon in der Diskussion die große Mehrzahl der Delegierten dafür zu sein. Beters vom Bauarbeiterverband trat energisch für die Vorschläge seiner Organisation ein und wies auf die Bedeutung derselben für die Sozialisierung des Baugetverbes hin. Inoffizielle Arbeit am Arbeitszeitgesek. sie die Betriebe teilweise still egten, ohne die Betriebs. räte zu hören, und daß sie die Versuche der Betriebsräte, Unterhandlungen herbeizuführen, vereitelten. Von den Arbeitnehmern Am Donnerstag nachmittag waren nach Mitteilung der BS.- wurde geltend gemacht, daß ein Unterschied zwischen einem Streit Korrespondenz im Reichsverkehrsministerium unter dem Vorsiß des und der Aussperrung insofern bestehe, als bei einem Streik die Ministerialdirektors Hitler Besprechungen im allerengsten Kreise Arbeiter gewillt seien, nach Beseitigung der Differenzen in den über das Arbeitszeitgesez. Es wurde namentlich über die Vor Betrieb zurückzukehren, während bei der Aussperrung die Arbeiter ichläge verhandelt, die den Organisationen der Beamten und unter Aushändigung ihrer Papiere entlassen worden seien. Staatsarbeiter in den bisher noch strittigen Punkten über- In ausführlicher Entscheidung sprach der Schlichtungsausschuß reicht werden sollen und die einen Ausgleich bringen dürften. In ohne Würdigung des letterwähnten Einwandes aus, daß die erder kommenden Woche werden dann die offiziellen Besprechungen wähnten Bestimmungen des Betriebsrätegesetzes für Wirtschaftsmit den Spißenorganisationen der Gewerkschaften wieder aufgefämpfe feine Geltung hätten, da aus dem Zusammenhang mit dem nommen werden, und man hofft noch in diesem Monat zu einem Werdegang des Gesezes hervorgehe, daß lediglich bei Stillegung endgültigen Abkommen gelangen zu können. aus wirtschaftlichen oder technischen Gründen die Eine fast einstimmig angenommene Entschließung spricht Betriebsräte gehört werden müßten, nicht aber bei Bezirksstillfich für die Schaffung des Baugewertbundes auf legungen anläßlich von Wirtschaftskämpfen. Bei solchen sei die freigewertschaftlicher Grundlage aus, der alle Hand- und Kopf- Am 19. April wurde zwischen dem Arbeitgeberverband der Tendenz des Gesetzes, beiden Teilen größtmögliche Freiheit zu arbeiter des Gewerbes umfassen soll. Nur ein hannoverscher Dele- chemischen Industrie und dem Verband der Fabrifarbeiter über die geben. gierter war gegen die Fassung freigewertschaftlich", da man den von den Arbeitern eingereichten Lohnforderungen verhandelt. Die anderen Organisationen den Beitritt ermöglichen müsse.- Der Arbeitgeber zeigten so geringes Entgegenkommen, daß die VerDer Tarifftreit im Versicherungsgewerbe. Vertreter des Deutichen Schachtmeister bundes( seiner handlungen als gefcheitert abgebrochen wurden. Der tarif In Hamburg stehen seit Mittwoch die Angestellten des Verzeit aus drei fleinen Gruppen: Berlin, Essen und Königsberg ge- liche Bezirksschlichtungsausschuß, der bis in die Nacht hinein tagte, ficherungsgewerbes im Streif. Etwa 20 Direttionsbetriebe sind bildet) Siz Berlin, gab die Bereitwilligkeit zum Zusammenfam gleichfalls zu feinem Resultat. Schon in den nächsten Tagen vollständig lakmgelegt worden. Auch Altona ist am Streit befchluß feiner Organisation mit dem DPB. belannt, was beifällig foll der angerufene 8entralschlichtungsausschuß einen teiligt. Ungefähr 2000 Angestellte sind ausständig. Am Freitag aufgenommen wurde. Spruch fällen. werden auf Veranlassung der Arbeitgeber in Berlin beim Reichsarbeitsminister Verhandlungen stattfinden. " Das Bestreben des Polierbundes geht auch dahin, einen Reichstarif Aus der chemischen Industrie. SPD.- Metallarbeiter! für sämtliche Berufsangehörigen zu schaffen. Es liegen Vorschläge Sonntag vormittag 9%, Uhr, Saal 5 des Getvertichaftsder Arbeitnehmer und der Arbeitgeber hierzu vor. Mit 25 gegen Haufes, Engelufer 24/25, Sonferenz der Funktionäre, Vertrauens 11 Stimmen wurde beschlossen, aus dem ADGB. auszuscheiden, um leute, Obleute, Betriebsräte, Generalversammlungsdelegierten usw. zum AfA- Bund überzutreten, da die Polierer An- Stellungnahme zum Gewerkschaftstongreß. Referent Gegestellte im Sinne des Gesetzes feien. Die Beratung des neuen nosse Ramsbrod. Satzungsentwurfs nahm verhältnismäßig viel Zeit in Anspruch. Dic Verbands- und Parteimitgliedsbuch legitimiert. Rwerkiezung erfolgte wie im Vorwärts"( Nr. 181) bereits erwähnt. Es wurden dann Referate über Wirtschaftslage und Berufsangelegen heiten gehalten. Von einer Beschickung der Arbeiterakademie Frankfurt a. M. wurde bis anf weiteres abgesehen. Der Fraktionsvorstand. Gehälter im Bergbau. % Zu dieser Meldung teilt uns der Betriebsrat der Boltsfürforge Hamburg mit, daß nur die gewerkichaftlich genossenschaftliche Ber ficherungs- Aktiengesellschaft Voltsfürsorge" die einzige foziades Arbeitsministeriums angenommen hat. Der Betriebsrat lifierte Versicherungsgesellschaft Deutschlands, den Schiedsipruch bittet alle Arbeiter und Angestellten, daraus die Konsequenzen zu ziehen und sich nicht bei fapitalistischen Gesellschaften, sondern nur bei der„ Volksfürsorge", Hamburg, Capelsenstr. 5, versichern zu lassen. Eisenbahningenieure und Reichsgewerkschaft. Die Wahl des Bundesvorstandes hatte folgendes Ergebnis: Bei jedem Abschluß eines neuen Tarifs im Bergbau haben Bon maßgebender Seite wird uns geschrieben: Nachdem die Vertrauensfrage einstimmig bejaht, wurde der alte die Angestellten- und Arbeitergewerkschaften mit den Arbeit Die fürzlich in der Presse gebrachte Mitteilung über den AusBorstand wiedergewählt, desgleichen neugewählt Lusch als Bundes- gebern um jeden Pfennig Lohnerhöhung einen erbitterten Kampf tritt der Eisenbahningenieure aus der Reiche gewerkschaft ist irrtüm sekretär und Strebs als Redakteur des Verbande organs. Den Ort zu führen. Jeder neue Tarifabschluß, verglichen mit der rasent lich als eine Zeripliiterung der technischen Eisenbahnbeamten gedes nächsten Bundestages 1924 soll der Vorstand bestimmen. fortschreitenden Teuerung, bringt die Angestellten und Arbeiter in deutet worden. Demgegenüber legen die Eisenbabningenieure Wert Da sich der Schluß der Tagung notwendig machte, sollen die immer größere Verelendung. Dabei wird durch das Hinausposaunen auf die Feststellung, daß sie gewillt sind, auch weiterhin mit allen unerledigt gebliebenen Fragen im Bundesorgan erörtert werden. der neuen tariflichen Löhne das Gefühl erweckt, als ob gerade der übrigen technischen Eisenbahnbeamten in einer besonderen Gewerk Bergmann und der Grubenangestellte gegenüber den anderen Ar- fchaft außerhalb der Reichsgewerkschaft, aber innerhalb des Deutschen beitnehmergruppen mit den höchsten Löhnen bedacht seien. Die Berg- Beamtenbundes zusammen zu arbeiten. werksbesitzer flagen Stein und Bein und verlangen höhere Leistungen. Hilfsaktion in der Metallindustrie. Die Berwaltungsstelle Berlin des Deutschen Metallarbeiter verbandes schreibt uns: Die Effener Bergwertszeitung" betonte wiederholt:„ Keine Die Berliner Gewerkschaftskommission hatte gestern abend zu 2ohnerhöhung ohne Mehrleistung!" Darin liegt einem Vortrage über chinesische Arbeiterverhältnisse System. Man möchte in der Deffentlichkeit so gern den Kumpel eingeladen. Der Referent Kiang Kang- hu blieb jedoch aus. Der Bergmann mit seinen„ niedrigen" Leistungen und hohen" Borsitzende Sabath teilte mit, daß am nächsten Dienstag der Löhnen als österreichische Staatskanzler a. D., Genosse Dr. Karl Renner, Wien, im Gewerkschaftshaus vor den Delegierten und Vorstands vertretern über„ Staatswirtschaft, Weltwirtschaft und gewerkschaftliche Pragis" sprechen wird. das Karnidel der Kohlenverfeuerung iederaufnahme der Arbeit muß heute geschlossen erfolgen. Die Verhandlungen mit der süddeutschen Gruppe des Gesamt verbandes Deutscher Metalindustrieller in Heidelberg find an dem unnachgiebigen Verhalten der Unternehmer gescheitert. Die Unternehmer lehnten nicht nur jedes Entgegenkommen in der Arbeitszeitfrage ab, sondern erklärten darüber hinaus, daß sie es a b= Tehnen, Vergleichsvorschläge Des Arbeits= ministers entgegenzunehmen. Das ist eine schroffe Ab- der übrigen Bevölkerung gegenüber hinstellen und so die Aufmerkfage und die erneute hervorkehrung des reinen machtsamkeit von den Milliart engewinnen ablenken, die die Bergwerksfandpunktes. Die Unternehmer rechnen jetzt mit dem Hunger befizer einstecken. Der Abschluß des neuen Vertrags im rheinisch- Achtung, SPD.- Betriebsräte der Buchdruder und Schriftgießer! als Bundesgenossen zur Niederzwingung der Arbeiter und ihrer westfälischen Kohlensyntikat soll den Rest von Zwangswirtschaft Aeußerst wichtige Konferenz am Freitag 5 Uhr im Konferenzsaal, Organisationen. Im Laufe der nächsten Woche stimmen unsere im Kohlenbergbau weiter lockern und so den Weg zur weiteren Lindenstr. 3, 2. Quergebäude, II. Erscheinen in Anbetracht der ftreifenden Kollegen über das Diktat der Unternehmer ab. Die Ab- Milliardenbereicherung für die Werksbefizer freimachen. Troh der Tagesordnung unbedingt erforderlich. Karte und Buch legitimiert. lehnung wird einheitlich und geschlossen sein. Selbst die Vertreter riesigen Berdienste der Unternehmer wird peinlich an den Gedingen Die Betriebsräte der Buchbinder, Hilfsarbeiter, Steindruder und Des Christlichen Metallarbeiterverbandes, die noch in der Frage herumgeknappft und gefnaufert, damit die tariflichen Mindestlohn- Lithographen find ebenfalls eingeladen. R. Hermann. Der Arbeitszeit einen abweichenden Standpunkt einnehmen, haben in und Gehaltssäße ja nicht überschritten werden. ihrer Funitionärkonferenz in Heidelberg erklärt, daß sie das Ergebnis Geht es aber darum, die Angestellten von ihren Organisationen Der Streit der Treibriemenfattler Berlins ist beendet. Die der Berhandlungen ihren Mitgliedern nicht zur Annahme empfehlen fernzuhalten, dann läßt man es fich auch etwas tosten. Der GeneDie Ortsverwaltung. fönnen. Genau so wollen auch die Hirsch- Dunderschen die raldirektor Butsch von Zeche Adler zahlt schon seit einigen Monaten Front halsen. den Angestellten bis zu 800 M. Zulage monatlich auf die Mindest- Die Gewerkschaftsunterkommiffion Steglitz- Lichterfelde befaßte fäße. Damit hat er erreicht, daß die Angestellten dieser Zeche zu sich in ihrer Sizung am 11. April mit der Borbereitung der Mais einem großen Teil aus ihren Gewerkschaften ausgetreten sind. feier. Wieba ch moniert, daß die kommunistische Partei zu dert Nachdem die Gewerkschaft Johann Deimelsberg im Januar Besprechungen darüber nicht hinzugezogen worden sei. Würden den 1922 in die Aktiengesellschaft Adler übergegangen war, ging Dr. Kommunisten keine Redner zugestanden, dann würden sie auf dem Butsch mit demselben Köder bei den Angestellten dieser Zeche vor. Schloßplay demonstrieren und nicht, wie die Gewerkschaftskommission Schon vorher hatte der Betriebsführer erklärt: Bassen Sie auf, vorgesehen hat, im Lustgarten. Nach der Aussprache, an der sich wenn Direktor Butsch einmal hier ist, liegen die Organisationen in auch die Vertreter der drei politischen Parteien beteiligten, wurde einem halben Jahre auf dem Bauch." Doch hatte er hier nicht den beschlossen, den Abmarsch zur Demonstration um 81, Ubr am erwarteten Erfolg. Die Angestellten waren durch die Verhältnisse 1. Mai vom Marktplatz und Düppelstraße aus zu unternehmen. ihrer Kollegen von Zeche Adler gewißigt und lehnten das An- Ueber Arbeiterwohlfahrtspflege und Ferienspiele berichtete Schöngebot von Putsch ab. Sie vertraten den Standpunkt, daß wetter. Ueber Auslandshilfe sprach Wiemann. Diefe Hilfe wie auch die Quäferspeisung erfolge nur noch spärlich. Es ist deshalb beantragt, von den Mitgliedern der Kommission die Hälfte der einzelnen Posten, die sich schlecht verteilen lassen, den ausgesteuerten Mitgliedern der Ortskrankenkasse Lichterfelde zu überweisen. Damit ist den Machtgelüften der Unternehmer der ebenso entschlossene Kampfeswille der Arbeiter zur Erreichung eines annehmbaren Friedens entgegengestellt. Es kann sein, daß nach der Abstimmung neue Verhandlungen stattfinden; es ist aber auch damit zu rechnen, daß der Kampf noch mehrere Wochen weiter geht. Deshalb muß in finanzieller Hinsicht das Aeußerste geleistet werden, was nur immer möglich ist. Unsere Kollegen leiden Not, dshalb hat bereits der Vorstand die Erhebung von Extrabei trägen angeordnet. Darüber hinaus haben die Kollegen in allen Teilen des Reiches eingesehen, daß die Notwendigkeit besteht, den follegen in Süddeutschland eine besondere Zuschußunterstützung zuteil werden zu lassen, weil gerade in letzter Zeit eine weitere stacke Verteuerung des Lebensunterhalts eingetreten ist. Durchorungen von dem Gefühl, daß diefer Rampf in Süd- sei. Sie wußten, toß, wenn sie aus den Gewerkschaften austreten deutschland für die gesamte Industriearbeiterschaft geführt wird, appelliert der Vorstand an die Opferwilligkeit jämtlicher Verbandsmitglieder und auch der übrigen Arbeiterschaft. Dte Berliner Vermaltungsstelle machte sich diesen Appell dadurch zu eigen, daß sie die Herausgabe von Sammelmarken a 5 und 10 Mark beschloß. Alle Kollegen werden aufgefordert, Sammelmarken im Verbandshause, Schalter 5, großer Saal, ptr., durch die Vertrauensleute abholen zu lassen. Schaiter 5 bleibt aus dem Grunde bis täglich 6 Uhr geöffnet. Die Marken sind nicht nur bei den Verbandsmit gliedern, sondern der Gesamtarbeiterschaft zu verbreiten. Gebt schnell und reichlich!" Bom Beamten- Wirtschaftsverein. die Cohnfrage eine Angelegenheit der Gewerkschaften würden, fie dann schuylos der Unterehmerwillfür ausgeliefert seien. Einem Angestellten erklärte Herr Putsch:" Ich stelle keinen Angestellten ein, der Mitglied der freien Gewerkschaften ist und befördere folche Angestellte auch nicht." Er läßt sich die Bekämpfung der Gewertschaften etwas fosten. Die hohen Kohlenpreise bringen es ja ein. Die höheren Beamten im Bergbau werden schon besser bezahlt als die Angestellten. Es verdient heute ein Betriebsführer über 135 000 m., ein Grubeninspettor bis 230 000 Mart, ein Betriebsdirektor bis über 300 000 m. und ein Generaldirektor bis über 1 Million Mark pro Jahr. Gehälter, die der Kohlenkäufer mit Unmut betrachten muß, weil er dafür die hohen Kohlenpreise zu bezahlen hat. Aber das stört den Die Angestellten des Beamten Wirtschaftsvereins stehen seit eine Garde, die man schwer bezahlen muß, wenn man die Masse der Zechenverband nicht. Diese Beamten bilden für die Werksbefizer Wochen in Tarifverhandlungen. Die Genossenschaft fündigte den legten Manteltarifvertrag, doch nicht etwa, um Verbesserungen einUrbeiter und Angestellten mit niedrigen Löhnen treten zu lassen, sondern, wie sich aus dem neuen Entwurf ergibt, nach Hause gehen läßt. Diese Tatsache sollten sich auch die Verbraucherum Verschlechterungen fast in jedem Paragraphen durchzuführen. Vertreter im Reichskohlenrat vor Augen halten, wenn es wieder Der Zentralverband der Angestellten war von den Angestellten be- darum geht, die Allgemeinheit mit höheren Kohlenpreisen zu beglücken auftragt, den mit der Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend Es kann und darf so nicht weitergehen. Die GemeinwirtDeutscher Transportarbeiterverband. Kellerarbeiter, arbeiterinnen, Rutscher und Kraftwagenführer aus den Weingroßhandlungen sowie Liförbetrieben: Bersammlung Freitag 7 Uhr in den Zentral- Festsälen, Alte Jakobstr. 32. Berantw. für den redatt. Teil: Franz Klühs. Berlin- Lichterfelde; für An. Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co.. Berlin. Lindenstr. 3. zeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Vorwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Gukirol Arztlich empfohlen Millionenfach bewährt beseitigt schnell, sicher und schmerzlos Hühneraugen Stoffe Hornhaut. Schwielenu Warzen Jo Anotheken u. Drogerien erhältlich. für Herren- u.Damen- Bekleidung beste Fabrikate, große Auswahl, Verkauf metervelse Koch& Seeland Gm Gertraudtenstraße 20-21. Landauers Macholl LIKORE WEINBRAND Landauer HEILBRONN Vertreter: Karl Kast, Potsdam, Bismarckstr. 3, Fernsprecher: Amt Potsdam Nr. 366 Wilhelm Wetzel, Berlin- Wilmersdorf, Mecklenburgische Str. 20, Fernsprecher: Amt Pfalzburg Nr. 3400 G. m. b. H. Nr. 187 39.Jahrgang Beilage des Vorwärts Flut und Ebbe im Berliner Verkehr. Staffelung des Arbeitsbeginnes und des Arbeitsschlusses? Die übermäßige Belastung der öffentlichen Ber- so plötzlich eine Abschwächung ein, so daß schon zwischen 8 und 9 Uhr kehrsmittel durch den Stoßverkehr, der regelmäßig nur noch unter 3000 Personen und zwischen 9 und 10 Uhr nicht viel am Morgen und am Abend einsetzt, hat zu dem Vorschlag ge- mehr als 1500 gezählt wurden. Ungefähr auf derselben Höhe hielt führt, den Beginn und den Schluß der Arbeitszeit von Fabriken, sich der Berkehr pro Stunde bis zur Mittagszeit zwischen 12 und Berkstätten, Läden, Kontoren und Bureaus zu staffeln. Dieser Ge- nicht mehr so erheblich war, weil die Nachmittagsfahrgäste in Rich1 Uhr. Darauf begann eine neue Steigung, die aber jetzt bei weitem danke, der zurzeit im Verkehrsamt der Stadt erwogen wird, ist in tung Berlin sich ziemlich gleichmäßig auf mehrere Stunden verteilten. Berlin schon mal während des Krieges in fleinerem Umfange ver: Der Berkehr betrug zwischen 1 und 2 Uhr nach raschem Steigen wirklicht worden, und es hieß damals, daß der Versuch sich bewährt 2000 Personen für die Stunde, erreichte in langsamerem Steigen habe. Eine Wiederholung in größerem Umfange wird jeder wün- zwischen 4 und 5 Uhr mit 2500 für die Stunde seinen Höhepunkt und schen, der Tag für Tag auf seinen Fahrten nach und von der Arbeits- hielt bei langsamem Sinken sich am Abend zwischen 7 und 8 Uhr ftätte gezwungen ist, die Widerwärtigkeiten der Ueberfüllung von immer noch über 2000. Danach erst sette eine raschere AbwärtsStraßenbahnwagen und Omnibussen, von Hoch- Untergrundbahn- und bewegung ein, so daß zwischen 10 und 11 Uhr schon wieder unter 1000 und nachts zwischen 12 und 1 Uhr unter 500 gezählt wurden. Stadt, Ring- und Vorortbahnzügen zu ertragen. An einem Neukölln- Berliner Durchgangspunkt. Wie sehr die Benutzung der Verkehrsmittel da, wo hauptsächlich Berufsverkehr in Frage kommi, sich auf wenige Stunden zusammendrängt, zeigen Feststellungen, die schon vor dem Kriege an einem wichtigen Durchgangspunkt des Verkehrs zwischen Neukölln und Berlin, am Hermannplak, gemacht worden find. Gezählt wurden die Straßenbahnfahrgäfie, nicht nur die am Hermannplatz einsteigen den, sondern auch die hier in Straßenbahnwagen durchfahrenden Bersonen. Für einen großen Teil der Bevölkerung Neuköllns ift Berlin die Arbeitsstätte, so daß an jedem Morgen viele Tausende nach Berlin hineinfahren und in den Nachmittags- und Abendstunden dieselben Massen nach Neukölln zurückkehren. Die Industrie- und Geschäftspiertel Berlins wirken auf die Außenbezirke wie eine Saugpumpe, die abwechselnd die Flut der Schaffenden in sich hineinzieht und sie auf demselben Wege wieder auswirft. Der Strom nach Berlin hinein. In der Richtung von Neukölln nach Berlin begann der Straßenbahnverkehr morgens zwischen 4 und 5 Uhr ganz schwach, und auch zwischen 5 und 6 Uhr betrug er noch nicht viel über 500 Personen für die Stunde, zwischen 6 und 7 Uhr aber stieg er infolge des jezt start einsehenden Berufsverkehrs ganz plöglich auf mehr als 5500 Personen für die Stunde, und zwischen 7 und 8 Uhr ging die Berkehrsziffer in weiterem Anstieg über 6000 für die Stunde hinaus. Dann trat ebenDer Türkenmord vor der Aufklärung? Verhaftung zweier armenischer Studenten in Leipzig. Auf Veranlassung der Berliner Kriminalpolizei ist gestern in der Angelegenheit des Türkenmordes in der Uhlendfiraße in Leipzig eine wichtige Verhaftung erfolgt. Es handelt sich um zwei Armenier, die nach den bisherigen Feststellungen der Teilnahme an der Ermordung der beiden Jungtürken dringend verdächtig sind. Es handelt sich um die Hochschüler Suren Berberian und Das Zurückfluten nach Neukölln. Freitag, 21. April 1922 Seine schlechteste Rolle. Unerhörte Ausschreitungen eines Filmschauspielers. Ein unglaublicher Roheitsaft, bei welchem der Filmschauspiele Harry Lambert- Paulsen eine sehr üble Rolle gespielt ha. vermutlich die schlechteste, die er je in seinem Schauspielerberuf fpielte, beschäftigte gestern unter Vorsitz des Amtsgerichtsrats Dr. Schulz das Schöffengericht Berlin- Mitte. Die Anklage gegen Lambertz- Paulsen lautete auf Körperverlegung mittels gefährlichen Werkzeugs in mehreren Fällen und Widerstands gegen die Staatsgewalt. In der Nacht zum 2. Auguft v. J. gegen 1 Uhr entstand an der Ede der Leipziger- und Friedrichstraße ein Menschenauflauf. Der Angeklagte Lambert, der angetrunken war, befand sich in Beglei tung des Operettenfängers Adolf Holländer und des Direktors Karger und war mit zwei Herren wegen einer Autodroschke in Streit geraten. Wie die Antiage behauptet, soll Lambert- Paulsen die beiden Herren ohne weiteres niedergeschlagen haben. Als Augenzeugen dieses Vorfalles, der Pensionär Kari Schulz und der Telegraphenfefretär Rappermann ihrer Empörung Luft machten, fiel der Angeklagte auch über sie her. Schulz wurde, zu Boden geschlagen und dann mit Füßen ge wie er behauptet, von Lamberg mit einem Schlagring treten. Schließlich entriß er dem S. auch noch den Spazierstock und schlug ihn auf den am Boden Liegenden entzwei. Auch der hinzukommende Polizeiunterwachtmeister Brause wurde von Lamberg mit einem Spazierstod bearbeitet und Vor Gericht bestritt der Angeklagte, u Boden geschlagen. fich strafbar gemacht zu haben und behauptete, von dem sich nachts dort in der Friedrichstraße herumtreibenden Gesindel zuerit angegriffen worden zu sein. Amtsanwalt Richard glaubte, da es fich um einen in alkoholischer Stimmung verübten Erzeß handle, die unerhörten Ausschreitungen des Angeklagten durch Geldstrafen ab büßen lassen zu können und beantragte 3000 m. Geldstrafe und 1000 m. Buße für den verlegten Zeugen Schulz. Das Gericht war jedoch der Ansicht, daß es sich um einen unverantwortlichen Roheitsatt eines Menschen handelt, der sich zu der gebildeten Klasse rechnet und der deshalb um so Diese Feststellungen lassen erkennen, welche Schwierigkeiten sich schwerwiegender sei, und verurteilte deshalb Lambert- Paulsen zu für die Fahrgäste wie für den Betrieb aus den Verkehrsschwankungen Monat Gefängnis und 1500 M. Buße für den Verergeben müssen. Währerd einiger Stunden sind die Wagen unerträglich überfüllt und in den übrigen Zeiten fahren sie dann fast leer. Man begreift daher das Verlangen nach einer Staffelung des Arbeitsbeginnes und des Arbeitsschlusses, die dem Uebel der Verkehrshäufungen abheifen sollen. In der Richtung von Berlin nach Neukölln zeigte der Straßen bahnverkehr ungefähr das umgekehrte Bild, d. h. in den Vormittags: stunden eine mäßige Höhe, dagegen am Nachmittag ein plötzliches Emporschnellen mit nachfolgendem ziemlich raschen Absinken. Morgens zwischen 6 und 7 Uhr und zwischen 7 und 8 Uhr, also in der für die Richtung Neukölln- Berlin verkehrsreichsten Zeit, wurden in der Richtung Berlin- Neukölln nur je 1000 Fahrende stündlich gezählt. In der Mittagszeit, schon non 11 Uhr an, stellte sich die Verkehrsziffer auf rund je 2000 für die Sturde, und ähnlich blieb es noch bis 3 Uhr. Danach stieg der Verkehr in Richtung Neukölln sehr rasch. Zwischen 3 und 4 Uhr fuhren ziemlich 3000 Personen, zwischen 4 und 5 Uhr wurde mit über 4000 der Höhepunkt erreicht. Sodann aber fetzte bereits die Abwärtsbewegung ein. Gezählt wurden z. B. am Abend zwischen 7 und 8 Uhr nicht mehr viel über 3000, zwischen 9 und 10 Uhr nur noch 1500, nachts zwischen 12 und 1 Uhr nicht imehr 1000 für die Stunde. * lezten. Der beraubte Geldtransport. Ein Ueberfall mittels Pfeffer, Revolver und Auto. Der überaus freche Raubüberfall auf zwei Eisenbahnbeamte, denen am 30. Juni 1921 nach einem sorgsam aushatte Berberian angegeben, daß fie am zweiten Feiertage mit einem Better und einem ur bekannten Rumänen mehrere Lokale aufgesucht gearbeiteten Plan unter Anwendung von Pfeffer und RevolverHause gebracht worden feien.- Der in Mittweida verhaftete Student einer Verhandlung zugrunde, die gestern vor dem Schwurgericht hätten und in ziemlich angetrunkenem Zustande von diesen nach schüssen über 117 900 m. gewaltfam weggenommen wurden, lag hat mit dem Attentat anscheinend nichts zu tun. Alle beschlagnahmten des Landgerichts III begann. Die auf schweren Raub, Anstiftung Schriftstücke aus seinem Besitz sird übersetzt werden und dabei hat bzw. Beihilfe lautende Anklage richtet sich gegen sechs Personen: fich nichts herausgestellt, was für eine Verbindung mit irgendeiner den Arbeiter Opitz, den Kraftwagenführer Starr finger, den Organisation spricht. Müller Büchsler, den Maler Karas, den Arbeiter KaliFrauenmord an der Waisenbrüde? nowsti und den Schlosser Brock. Der Eisenbahnbeamte Friedrich hatte die Aufgabe, in BeDer Mordbereitschaftsdienst der Berliner Kriminalpolizei beDaniel Un an off, die in einem Leipziger Pensionat in der schäftigt sich mit einem rätselhaften Vorgang, der sich in der ver- gleitung eines zu seiner Sicherheit ihm mitgegebenen Kollegen in Langeftr. 10 wohnten. Beide hatten erst Ende März d. I. dort Auf- gangenen Nacht an der Waisenbrücke abgespielt hat. Mehrere regelmäßigen Zwischenräumen Lohngelder von der Stationskaffe des enthalt genommen und die Erlaubnis der Leipziger Gewerbeschule einwandfreie Zeugen haben zur Anzeige gebracht, daß dort um Bahnhofes Lichtenberg- Friedrichsfelde nach der Betriebswerkmeisterei erhalten. Borläufig betrieben sie bei einem dortigen Lehrer Sprach- 3 Uhr ein Mädchen von zwei Leuten über das Geländer beim Bahnhof Neu- Lichtenberg zu bringen. Brock, der dort zunr studien. Durch die Zeitungsberichte über die Ermordung der hinweg ins Wasser geworfen worden sei. Die Täter seien Betriebsrat gehörte, war über diese Geldtransporte genau informiert beiden Türken war dieser Lehrer af die armenischen Schüler auf- eiligst davongelaufen und in der Dunkelheit entkommen. Das Mäd- und erzählte davon seinem Schwiegervater, dem Angeklagten Kalimerksam geworden. Besonders auffällig war es, daß sie gerade an chen habe laut um Hilfe gerufen, sei dann aber gleich untergegangen nowski. Diefer fingerte" dann die Sache, indem er ein ganzes den Osterfeiertagen von Leipzig abwesend waren. Berberian und nicht wieder zum Berschein gekommen. Zur weiteren Aufklärung Konsortium zusammenbrachte. Eine Autoprobefahr. die Opih, hatte einen Brief aus Berlin erhalten, der ihn plötzlich hierher ge- ist es dringend erwünscht, daß sich andere Augenzeugen dieses neuen Büchsler und Karas mit dem Kraftwagen des Angeklagten Starrrufen hatte. Am Ostersonnabend ist er mit seinem Freunde Unanoff Verbrechens im Zimmer 87/88 des Berliner Polizeipräsidiums finger nach Neu- Lichtenberg unternahmen, diente der genauen Bevon Leipzig abgefahren und am vierten Feiertage dort wieder angemelden. Insbesondere wird ein Droschkenkutscher gesucht, der um sichtigung der Dertlichkeit. Am 30. Juni empfing der Eisenbahnlangt. Beide wollen ihre Angehörigen in Berlin besucht die Zeit der Tat nit seinem Wagen über die Brüde gefahren ist. Es scamte Friedrich die Lohngelder in Höhe von 117 982 M., die haben, um mit ihnen gemeinsam das armenische Osterfest zu feiern. wurden sofert Maßnahmen getroffen, um nach der Leiche des Mäd- der Eisenbahnbeamte Dittmann in die dazu bestimmte Tasche steckte Berberian will bei seinen Eltern in der Speyerer Str. 21, Una chens zu suchen. Diese wurde jedoch bisher noch nicht gefunden. und diese verschloß. Friedrich trug die Tasche. Als beide Beamte noff bei seinen Eltern in der Hardenbergstraße gewesen sein. auf ihrem Wege einen Tunneldurchgang betraten, trat ihnen Opizz Bilder der beiden wurden hierhergesandt und der Witwe Talaat entgegen, warf ihnen Pfeffer in die Augen und in dem darBasch as und der Pförtnersfrau, die die Täter gesehen haben, vor- Verlängerung des Untergrundbahnve.tehrs bis Stadion. Um auf sich entspinnenden Kampf gelang es den Verbrechern, sich in gelegt. Beide glauben in Berberian einen der Täter dem Wuniche der Einwohner von Westend auf bessere Verbindung den Besitz der Geldtasche zu setzen und mittels des Autos zu entnach dem Bilde bestimmt wieder zu erkennen. Nach nach der Stadt nachzukommen, wird die Hochbahngesellschaft vor- fliehen, wobei sie sich mit Revolverschüssen die Verfolger Ansicht der Witwe Talaat Baschas ist der Berberian der Mann, der aussichtlich schon in nächster Zeit auf Veranlassung des städtischen vom Leibe hielten. Opis hatte die Tasche an sich genommen; er fie am Mantel gefaßt und zurückgezogen hat Bei der Bernehmung Berkehrsamtes und nach Nücksprache mit dem Reichsfohlenfommissar will das Geld unter die Komplicen verteilt haben; es scheint aber der Verhafteten stellten sie einen Alibibeweis aus, der jedoch noch den Verkehr der Untergrundbahnstrecke nach dem Reichskanzlerplatz fo, als ob letztere von ihm über das Ohr gehauen worden sind. sehr lückenhaft ist und der gründlichen Nachprüfung bedarf. So ständig bis zum Stadion verlängern. Als sich Opiz an einem bestimmten Tage mit seiner Frau vor dem 84] Die Macht der Lüge. Roman von Johann Bojer. 18. Einar Norby lag immer noch zu Bett. Ueber Mittag durfte er jetzt auffißen, von Kissen gestützt, und jeden Tag dem Hose den letzten Schneeflect wegschmelzen, das Schellen etwas länger. Und wie die Tage vergingen, sah er unten auf geflingel wurde von Wagenlärm abgelöst, und die Stare fingen auf der Dachrinne über seinem Kopfe ein luftiges Leben an. Eines Tages hörte er auch, wie man die Schafe unter viel Geblöke von alten und jungen hinausließ, und wie Klein- Knut ihnen von der Treppe aus nachschrie. Für Einar bildete diese Krankheit eine dunkle Grenze von etwas, was vor langer Zeit einmal geschehen war, und an das er nicht denken durfte. Je mehr er aus diesem dunt len Bereich zurückkehrte, ging ihm auch auf, wie gut er es da in seinem Bette hatte. Er war wieder hilfloses Kind, die Mutter war um ihn, er aß, was sie ihm mit eigener Hand zureichte, er bekam Launen, wurde unartig, und sie zanfte ihn dann, sie wusch ihn und wärmte sein Hemd am Ofen, wie in alten Tagen. Wie neugeboren fühlte er sich. In dieser Entkräftung bringt die geringste Kleinigkeit die Augen zum Ueberlaufen, so wie ein Kind gleich anfängt zu schreien. Auf die Mutter warten zu müssen, wenn sie zulange fortbleibt, ist unerträg liche Qual. Mit den wiederkehrenden Kräften tam ihm auch zum Bewußtsein, daß der Vater nicht zu ihm hereinkam, und zu= gleich verstand er, daß er darüber nicht sprechen durfte. Aber auch nicht daran denken konnte er, denn damit war so vieles verbunden, was jetzt nicht auf ihn eindringen durfte. Eines Tages fam Ingeborg mit einem Bottich warmen Wassers zu ihm herauf und sagte:„ Jezt müssen wir wohl einmal die Füße waschen, mein Junge!" L Und wie er die feuchtfalten Füße herausstreckte und ihren marmen Schwamm und ihre vorsichtige Art wohltuend emp= fand, kamen ihm wieder die Tränen. Du großer Gott," pachte er ,,, wie gut, daß du jetzt zu Hause bist!" Er erinnerte sich, wie er im ersten Fieber entsetzt darüber war, daß er in die Pflege der Menschen gekommen war, die und alle diese Erinnerungen verbinden ihn mehr und mehr er doch verraten hatte. Aber dieses Gefühl war wohl auch mit diesem Ort und den Menschen, die hier wohnen. franthaft gewesen. Während der Fieberanfälle hatte er auch Ingeborg fam eines Tages etwas schüchtern zu ihm Wangen vor sich stehen gesehen und ihn sagen hören: Jeht herauf und bat, ob sie ihm aus einem Gebetbuch etwas vortomme ich ins Gefängnis, und daran bist du schuld." Und lejen dürfe, er sagte ja, um ihr einen Gefallen zu tun. AllEinar hatte geschrien vor Angst. Aber das war ja auch die mählich hörte er sogar mit großer Freude zu. Auch darüber Krankheit gewefen, von er jegt genas. Ja, solch ein Krank- hatte er früher falsch gebacht. fein mar merkwürdig. Und eines Abends nach der Andacht sagte sie: ,, Jezt Während die Schwester seine Füße mit dem warmen dachte:" Gott sei Dank daß ich verhindert wurde, diesen Frottierhandtuch abtrocknete, blidte er zur Zimmerdecke und ist der Mjösen ganz offen. Heute ging schon der Dampfer." Menschen Böses zu tun." Basserfläche grün vom Schmelzwasser, Baumstämme treiben Und Einar sieht den großen offenen See vor sich,- die hier und da, auf einer vereinzelten Eisscholle fitzt ein Bogel, läßt sich treiben und schlägt ab und zu mit seinen Flügeln. Und er sieht den Dampfer mit dem Sonnensegel und den hellgekleideten Damen an Bord! Hei, jetzt wird es Sommer! Die Tage vergingen. Allmählich konnte er wieder schwierigere Gedanken festhalten und empfand dann eine gewisse Angst davor, wie es werden. würde, wenn er hinunterkam und Berzeihung bitten. Aber das wedte wieder einen anderen den Vater treffen sollte. Dann mußte er wohl hübsch um Schmerz. Und es fonnte in ihm sagen: Einen heiligen Vorfaz hast du im Stich gelassen, Einar. Und gerade weil du hier liegst und all diese Liebe entgegennimmst, wirst du immer dich weniger imstande sein, ihn durchzuführen. Einen Unschuldigen solltest du retten, eine Charafterprobe bestehen. Aber du bist zusammengebrochen. Du bist geflohen! Und dafür dankst du nun Gott!" ,, Mutter!" sagte er unwillkürlich. Und wenn sie nicht da war, fonnte ihn eine schreckliche Angst ergreifen, bis sie wiederfam und er sie in der Nähe wußte. Wie blaß und mager du geworden bist, Mutter! Du haft sicher zuviel gewacht. Hast du Lust auf irgend etwas?" Sprich nicht davon, mein Junge, Bie fühlst du dich? wieder ganz, denn sie verjagten alle Angst und machten ihn Diese wenigen, umsorglichen Worte überwältigten ihn für eine Weile vollständig zufrieden und ruhig. ,, Weißt du, was Bater jetzt tut?" fragte Ingeborg lächelnd.. ,, Bater?" flüsterte Einar und drehte den Kopf zur Wand. ,, Ja er läßt oben auf der Alm eine kleine Stube für bauen. Der Doktor will, daß du den Sommer im Gebirge zubringst." Einar drehte ihr sein Gesicht zu und lächelte plöglich wie ungezogener Bub. ein Dachte Bater mirklich auch an ihn und tat etwas für ihn? ,, Vater hat noch gar nicht nach mir gesehen," sagte, er bald darauf schwerfällig. Ingeborg seufzte und sah ins Licht:„ Er fragt hundertmal am Tage nach dir; und als es dir so schlecht ging, schlief er nicht und aß er nicht." Nach einer kleinen Weile blickte sie auf Einars blasses Gesicht da in den Kissen. Wenn er auch die Augen geschlossen Lippen aufeinander. hatte, so drängten sich doch die Tränen hervor und er biß die Sie stand auf, trocknete ihm das Geficht mit ihrem Eines Tages fommt Ingeborg mit grünen Birtenzweigen Taschentuch und sagte: ,, Vater tam, glaube ich, noch nicht, weil zu ihm herauf und wirft sie ihm aufs Bett. Hier ist ein er dich schonen wollte. Und du kannst wohl nicht erwarten, Frühlingsgruß," sagte sie. Jetzt mußt du recht bald herunter- baß er fommen soll, solange er nicht weiß, was du von ihm kommen und sehen, was ich im Garten arbeite." denkit." Endlich darf er aus dem Bett und sich ans Fenster setzen. Die Mädchen laufen barhaupt über den Hof, fie lachen und erzählen sich etwas Luftiges. Auch er muß mitlächeln. Zwischen den Gebäuden da hat er es ja als Junge so lustig gehabt, Einar kniff den Mund zusammen wie im Schmerz. ,, Soll ich Bater bitten, zu kommen, Einar?" ,, Ja," flüsterte er. ( Fortsetzung folgt.) Café„ Vaterland" treffen wollte, wurde er festgenommen. Da zu der Verhandlung zahlreiche Zeugen und mehrere ärztliche Sachver ständige geladen sind, sind vorläufig zwei Sigungstage in Aussicht genommen. Harte Strafe für Motorraserei. Maifeier- Streiterei im Rathaus. Ein schimpfwütiger Unabhängiger. Die Rechte läßt die Sigung auffliegen. Giner jener oft rücksichtslos und wie rasend durch die Straßen In der gestrigen Stadtverordnetensitung schlimmsten Befürchtungen. Nachdem 3ubeil( U. So3.) furz und jagenden Motorradfahrer stand in der Berfon des Mechanikers Paul Stoch vor der Straffammer des Landgerichte I unter der erlebte man zur Maifeier ein Vorspiel", das Unabhän- eindringlich für den Antrag gesprochen, ergriff für die Deutsch Anklage der fahrlässigen Tötung. Der 21 jährige An- gige und Kommunisten wahrscheinlich für würdig" halten. nationalen Stadtverordneter Arbeiter Lüdtke das Wort, um zu erklären, daß die Berliner Arbeiterschaft den ersten geklagte betrieb eine Reparaturwerkstatt für Motorräder. Mit einem Mit knapper Mehrheit fonnte gegen die Bürgerlichen durch mai gar nicht feiern wolle, daß es sich lediglich um eine dieser Motorräder machte er eines Tages Probefahrten in der Gesetzt werden, daß der von den drei Fraktionen der Linken andauernde Hege der Sozialdemokraten und Kommunisten hardle Frankfurter Allee und schlug dabei ein so tolles Tempo an, daß das gemeinsam eingebrachte Antrag, der Arbeitsruhe für während hierauf Schumacher( Komm.) sich Mühe gab, den VorBublikum geradezu gefährdet wurde. Ein kleines 9jähriges die Betriebe der Stadt forderte, noch in dieser redner fachlich eines Besseren zu belehren, führte ürich( U. Scz.) Mädchen geriet unter seine Maschine und erlitt so Sigung verhandelt wurde. Es wäre möglich gewesen, mit burch seine Ausfälle gegen die Deutschnationalen, deren politische schwere Verletzungen, daß es bald darauf verstarb. Der Anderselben Mehrheit auch die Annahme des Antrages zu er- Tätigkeit er als Schwindel und deren Mitglieder er als Schwindler getlagte befümmerte sich nicht um sein Opfer, fondern fuchte au entkommen, doch fonnte von Straßenvaffanten reichen, aber Radaulust auf feiten der Unab- bezeichnete, wüste Szenen herbei. Nach dreimaligem Ordnungsruf die Nummer der Maschine und dadurch seine Persönlichkeit festhängigen vereitelte das. Der Unabhängige Ulrich wurde ihm das Wort entzogen. Er versuchte gleichwohl, weiter zu gestellt werden. Der Staatsanwalt beantragte 1 Jahr Gefängnis, durfte, durch keinen seiner Fraktionsfreunde gehindert, eine sprechen und gab dieses Unternehmen erst auf, nachdem der amtierende Borsteher Fabian dem Sprecher der DVP., Fallens= der Gerichtshof glaubte aber, daß nur durch scharfe Strafen diesem Schimpffzene aufführen, zu deren Entschuldigung man leben, das Wort erteilt hatte. Dieser legte Protest ein gegen cin Unfuge der tollen Motorradfahrer erfolgreich entgegengetreten werden nur annehmen kann, daß er nicht wußte, was er fat. Einen Berhalten, das dem bloßen Agitationsbestreben diene, und fündigte fönne und er verurteilte den Angeflagten tros feiner bisherigen Redner der Gegenseite nannte er Lump", so daß den an, daß diesem Protest mit allen geschäftsordnungsmäßigen linbescholtenheit zu 2 Jahren Gefängnis bei sofortiger Ber- Bürgerlichen sich ein willkommener Anlaß mitteln nachgeholfen werden sollte. Und so fam es auch: bei der haftung. bot, den Saal zu räumen. Bei der namentlichen Ab- von der Rechten beantragten namentlichen Abstimmung wur stimmung fam es dann zu der ihnen erwünschten Beschluß- den nur 90 Stimmen abgegeben, da die gesamte bürgerliche Hälfte unfähigteit, womit die Sigung aufflog. Dank dem Un der Versammlung den Saal verließ und furz vor 10 Uhr mußte abhängigen Urich, dessen Auftreten schmunzelndes Behagen die Sigung wegen eingetretener Beschlußunfähigkeit abgebrochen Damit war auch die erste Beratung der Dringlichkeitsder Radifalen" unter seinen Fraktionsgenossen bewirkte, wurde so die Entscheidung über den Maifeierantrag ver- porlage vereitelt, welche der Magistrat eingebracht hatte, um fchleppt Schiedsspruch werden. dem Bis tief in die zehnte 20bendstunde murde getagt, aber zu pofi- vom 7. April bezüglich der April- und Mailöhne der tiver Arbeit fam es faum. Endlose Debatten über die städtischen Arbeiter zu genügen und zugleich die Mittel für Geschäftsordnung und ihre Auslegung füllten die die erforderliche Dedung der neuen Mehrausgaben durch TarifAuch bei der Geschäftsordnungsdebatte Stunden aus. Um 49 Uhr schien es, als ob man wenigstens so weit erhöhungen zu gewinnen. gekommen war, den Antrag über die über die Zulässigkeit dieser Vorlage und ihre Dringlichkeit hatte es Urich verstanden, durch die Art seines Auftretens sich, nachdem er dreimal zur Sache gerufen worden war, durch Wortentziehung unfreiwillig zum Schweiger. bringen zu lassen. Maifeier Jm Grunewald ermordet! Aufklärung des geheimnisvollen Leichenfundes. Im Laufe des gestrigen Tages war es der Kriminalpolizei gefungen, die Persönlichkeit der unbekannten Toten, die, wie wir berichteten, im Grunewald erschossen aufgefunden wurde, festzustellen. Gleich darauf gelang es ihr auch, den mutmaßlichen Täter zu er= mitteln und festzunehmen. Die Erschossene ist eine 29 Jahre alte 2 ufmärterin Elfriede Stahnke, die zuletzt als Dienstmädchen bei einer Herrschaft in der Deidesheimer Straße zu Wilmersdorf beschäftigt war. Das Mädchen, das eine ziemlich bewegte Bergangenheit hinter sich hat, zeigte sich bei der Herrschaft, bei der es ſeit etwa 8 Wochen war, als diensteifrig und anhänglich. Es stand jedoch unter dem unheilvollen Einfluß eines Mannes, der sich für einen Technifer Mar Schubert ausgegeben hatte, einem gewalttätigen Menschen, auf dessen ordnungsmäßig zu beraten. Nachdem das Verlangen der KommuVeranlassung das Mädchen seine vorherige Stellung hatte aufaeben nisten, der Antrag vor megzunehmen, um 6 Uhr mit Stim- Zu Beginn der Sihung hatte man die dritte Lesung der neuen müffen. Dieser angebliche Schubert war am 3. April in der Woh- mengleichheit( 97 gegen 97 Stimmen) abgelehnt worden war, drang Gewerbesteuerordnung zwar begonnen, aber sich bald nung der Herrschaft erschienen, um das Mädchen abzuholen mit der cs, um 19 Uhr zum zweitenmal erhoben, in namentlicher Ab- darauf zur Bertagung entschieden, so daß als einzige Leistung von Begründung, daß er nach dem beschten Gebiet fahren müsse und sich stimmung mit 94 gegen 93 Stimmen durch. Aber der Verlauf gestern die endliche Bewilligung der seit November in der Schwebe vorher von seiner Braut noch schnell verabschieden wolle. Das dieser Beratung rechtfertigte bei der Geneigtheit und streitlustigen befindlich gewesenen Teuerungszulage zu den Löhnen Mädchen hat sich dann umgezogen, ist mit ihm weggegangen und Stimmung, die auf beiden Seiten der Versammlung herrschte, die der städtischen Guts- und Forstarbeiter zu verzeichnen ist. nicht wieder zurückgekehrt. Die Nachforschungen der Kriminalpolizei ergaben, daß dieser angebliche Schubert furz vorher von 24 Personen, ein zweiter Silbertasten, englisches Muster, für 6 Perdem Telephonhauptanschluß den Nebenanschluß sonen, ein großes vierteiliges Kaffeservice im Roftomuster, ein fünf- pity Strobe 35 der Dienstherrschaft angerufen und mit dem Mädchen teiliges Teeservice und viele einzelne filberne Tafelstücke. gesprochen hatte. In roher Weise hatte er von ihm Geld verlangt. Da das Mädchen das Telephongespräch abgebrochen hatte, war er hinaufgegangen und hatte es heruntergeholt. Es gelang den umfangreichen Nachforschungen der Beamten, zunächst festzustellen. daß dieser angebliche Technifer Schubert in Wirklich feit ein 43 Jahre alter aus Danzig gebürtiger Hausdiener Mar Springer ist, ein Familienvater, der in der Kaiser- Allee 90 eine Pförtnerftelle innehatte. Dort wurde er auch festgenommen. Bei seinem Berhör auf dem Polizeipräsidium gab der Berhaftete an, daß das Mädchen plöglich einen Revolver c zogen und sich den tödlichen Schuß beigebracht habe. Es habe red eine Viertelstunde gelebt und sei dann verstorben. Als er gesehen habe, daß es tot sei, habe er den Revolver zu sich gesteckt und fei davongegangen. Diese Darstellung erscheint jedoch völlig unglaubmürdig. Springer ist ein Mann, der wegen Gewalttätigkeiten schon wiederholt vorbestraft ist, und es unterliegt faum einem Zweifel, daß er auch das Mädchen, weil es seiner Aufforderung, ihm Geld zu verschaffen, nicht nachkommen wollte, erschossen hat. Schulstreit an drei Gemeindeschulen. Der von der Elternschaft der 25., 28. und 31. evangelischen Gemeindeschule beschlossene Schulstreit hat gestern( Donnerstag) begonnen. Der Unterricht an den drei Schulen ruht. Die Zehlendorfer Raubüberfälle scheinen ihrer völligen Aufflärung entgegenzugehen. Unter dem dringenden Verdacht der Mit und den Polizeiamt Behlendorf ein gewisser Bruno Wille fest täterschaft ist von dem Raubdezernat der Berliner Kriminalpolize genommen worden, der sich bei einer Frau Splettstößer in der Flottwellstraße 17 unangemeldet aufgehalten hatte. Als die Be amten ihn dort festnehmen wollten, flüchtete er, nur mit dem Hemd bekleidet, auf die Toilette. Seine übrigen Sachen hatte er dorthin Berdacht, andere Straftaten begangen zu haben. Wer über fein unter dem Arm mitgenommen. Wille steht auch im dringenden Treiben weitere Auskunft geben fann, wird gebeten, sich beim Raubdezernat der Berliner Kriminalpolizei, Zimmer 80, zu melden. Im Admiralspalast ist unerwartet schnell elegische Abschiedsstimmung eingefehrt. Rücksichtslosen Kapitalmächten, die fich vorgenommen haben, aus dem zurzeit in der Welt einzigartigen Eispalast ein Varieté zu machen, muß diefes mit großer Mühe, viclem fünstlerischen Geschid und ichef noch einmal die schönsten Szenen der befannten Eisrebuen zusammen Können aufgebaute Unternehmen weichen. Deshalb hat Direttor Bartu. gestellt, die in wenigen Tagen der Vergangenheit angehören werden, da an dem Flirt in St. Moris", die entzückenden Karnevalsszenen aus der Luftigen Puppe", die groteste Königsszene aus Abrakadabra" mit dem brillanten Spiel von Faun und Nymphe, und schließlich die von ganz einzigartigen Richtern überflutete zene aus den„ Roten Schuhen" zeigten dem begeisterten Publikum noch einmal, was Berlin verlieren wird. Gertrud Ebrich feierte noch einmal in allen Szenen Triumphe. Glänzendes technisches Sönnen paart sich mit lebensfreudiger Natürlichkeit. Sie war die Nachfolgerin der reizenden Dora, die nun tief in märkischer Erde ewigen Schlaf schlummert, während ihr Partner, der unvergleichliche Paul Kredom, in Amerika meilt. Die vielen ausgezeichneten artistischen Kräfte, Eisläufer und-läuferinnen, die seit Jahren im Gispalast tätig und nur auf diesen Beruf eingestellt sind, werden brotlos und wissen zurzeit noch leinen Ausmeg. Am Sonntag schließt das Unternehmen für immer. Die vielen Explosion eines Riesenmunitionslagers. 21. Warum feieren Brik: Jegendheim Bortrag: Chauffeeftr. 48. Salmafee. Jugendheim Gemeindeschule Joachim Friedrich- Strege 35/36. Borirag: Rechte und Pflichten der Mitgĭtebec". Moabit. Gemeindeschule Bortrag: Jugendheim Walderfeestr. Neukölln- Süd. Dis. Ferdinand Lassalle". Jugendheim Nogatstr. 53. fusionsabend: Unsere Osterfahrten". Rordoften. Jugendheim Gemeindes Diskussionsabend: Wandern". Bankow. Bortrag: ,, Aus dent schule Seinersdorfer Str. 18. Jugendheim Breite Str. 32, Eingang Finanzamt. Schöneberg II. Jugendheim Comeniusschule, Leben Jesus von Nazareth" * Frankenstr. 10. Vortrag: Was ist Sozialismus". Eine Konferenz aller Spiel- und Wanderleiter findet am Sonnabend, ben 22. April, abends 7 Uhr, im Jugendheim Lindenstr. 3, statt. Sagesordnung: unsere Sommerspiele und ihre Ausgestaltung". Affe Abteilungen müssen Bertreter entfenden. Groß- Berliner Parteinachrichten. Erscheinen der Genossen zu den Veranstaltungen stets erforderlich! 2. Areis Tiergarten. Freitag, den 21. April, 7 Uhr, Frauenveranstaltung in der Bazenhofer Brauerei, Turm, Ede Stromstraße ( Weißer Saal). Sonnabend, ben 22. April, 7 Uhr, Kreisvor standssigung bei Trümper, Flensburger Str. 3. Jebe Abteilung muß vertreten sein. Fehlende Jahresberichte und Kaffenabrech. nungen find mitzubringen. 7. Kreis Charlottenburg. Die Abteilungen werden ersucht, die Be. richte für ben Bezirks- bzw. Kreisvorstand bis spätestens Sonntag, ben 23. b. R., an den Genossen Will, Schillerstr. 40, einzureichen. 17. Rzeis Lichtenberg. Sonnabend, ben 22. April, 7 Uhr, Bollversamm Jung der Elternbeiräte, Klaffenvertrauensleute und sozialdemo fratischen Lehrer im Rathaus, Möllendorfstraße, Zimmer 25. Heute, Freitag, den 21. April: Charlottenburg. Dztsausschuß für Arbeiterwohlfahrt: 8 Uhr im Rathaus, Bimmer 3, Gigung aller in der Wohlfahrtspflege tätigen Genossinnen und Genoffen. Jungsozialisten. Gruppe Lichterfelbe: 7½ Uhr im Jugend Albrechtstr. 14a, Die Bortragsabend.'- Gruppe Norden: 7½ Uhr in der Gemeindeschule But bufer Str. 3/6, Vortragsabend. Thema: Gozialisierungsvorschläge von Horten". Referent Genosse Lamm. Arbeitsausschuß: Pünktlich 8 Uhr im Saal der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, Sigung. Duplikatmitgliedskarten und die Mitgliedskarten für Neuaufnahmen werden am Mittwoch auf der Generalversammlung verausgabt. Ebenfalls find Mittwoch die Jungsozialistischen Blätter"( Aprilnummer) abzu rechnen. Morgen, Sonnabend, den 22. April: Bernau. Mitgliederversammlung abends 8 Uhr im Elysium. Kommunistisch- Unabhängige Demonstration. Unter der Parole: Für den Achtstundentag! Für die einheit liche Aktion des Proletariats gegen die kapitalistische Offensive! Für die Herstellung der proletarischen Einheitsfront in jedem Lande und in der Internationale!" veranstalteten gestern( Donnerstag) nach- einen neuen Gispalast wohl faum zu denken ist. Das fröhliche Treiben aus mittag die Unabhängigen und Kommunisten gemeinsam eine Demonstration im Lustgarten, die zwar eine recht gute Beteiligung aufwies man konnte die Anwesenden auf etwa 50 000 schätzen aber bei weitem nicht an die gewaltige Teilnehmerzahl jener wuchtigen Stundgebung heranreicht, die sich gegen die Ermordung Erz bergers richtete. Damals war im Luftgarten fein freies Blächen mehr zu erblicken. Gestern wies der Riesenraum erhebliche Lücken auf. Nur am Dom, vor dem Museum und am Reiterbenfmal, d. h. also um die Pläge der Redner herum, standen die Massen dicht gedrängt. Die genannte Zahl wird verständlich, menn man daran denkt, daß die Versammlungsteilnehmer nach ge= taner Arbeit und nach Schluß der Fabriken zur Ber- Freunde, die es sich erworben hat, werden ihm nachtrauern. sammlungsstätte ziehen konnten. Es waren wieder sehr viele Jugendliche vertreten. Ueberall wehten rote Fahnen. Eröffnet wurde die Demonstration durch den Vortrag des Lord Foleson", von Arbeiterfängern von den Stufen des Domes herab gesungen. Inzwischen unbekannter Ursache ein Munitionslager, in dem etwa 80 Wie aus Belgrad gemeldet wird, explodierte in Monastir aus rückten neue Scharen, zum Teil mit Musik, heran. Von den Unab- Waggons Munition aus der Kriegsbeute aufgestapelt hängigen sprachen die Abgeordneten Künstler, Dittmann, Moses, waren. Die Unfallstelle steht in Brand. Hunderte von Soldaten und Meier, D. Rosenfeld und Zubeil, von den Kommunisten Geschke, auch Kinder sind unter den Trümmern von Gebäuden, von denen Am 19. April fand in Berlin eine gemeinsame Sigung der Ruth Fischer, Pied, Rosenberg, Thiede und Kosi Wolfstein. Die beiden Bureaus der Arbeiterjugend Internationale Redner schloffen mit einem Hoch auf die internationale proletarische Explosion das Wert bulgarischer Komitatschis fei. Die Jugendorganisationen( Wien) statt. Es wurde ein Aufruf für die mehrere zerstört worden sind, begraben. Es wird vermutet, daß die und der Internationalen Arbeitsgemeinschaft sozialistischer Einheitsfront. Nach gemeinsamem Gefang der Internationale" Regierung ernannte eine gemischte Untersuchungskommission und berückten die Demonstranten in langen Bügen wieder in ihre Bezirke willigte als erste Staatshilfe für die verunglückten Familien 1 Milgemeinsamen internationalen Jugendtundgebungen ab. Der Bannkreis war in der üblichen Weise polizeilich gesichert. lion Denare. am 23. und 24. Juni vereinbart. Des weiteren wurde beschlossen, Die Bersammlung verlief in vollkommenster Ruhe und ohne Zwischendie diesjährigen Internationalen Jugendtage abzuhalten vom 13. bis fälle. Ein neuer Flugzeugzufammenstoß. In Uantico im Staate 15. August in Antwerpen und vom 19. bis 22. August in Salzburg, Maryland( Vereinigte Staaten von Nordamerika) hat sich ein Flug- die gegenseitig beschickt werden sollen. In Salzburg soll außerdem geugunglüd ereignet, das in seinen Einzelheiten dem vor einigen eine gemeinsame Romiteefigung stattfinden, die sich in erster Linie Am Sonntag, den 23. April, vormittags 9 Uhr, findet im Tagen auf der Strede London- Paris erfolgten Zusammenstoß mit den wirtschaftlichen Forderungen der internationalen ArbeiterBürgerheim", Alte Schönhauser Straße 23/24, eine Bollber zweier Flugzeuge ähnelt. 3wei Apparate, bemannt mit Offizieren jugendbewegung beschäftigen foll. Zwischen den beiden Bureaus sammlung unserer SPD. Genofieniäaftsrats- und Mannschaften der amerikanischen Marine, die ein llebungs- wurde ferner ein regelmäßiger Korrespondenzaustausch über die mitglieder statt. Die außerordentlich wichtige Tagesordnung fcheingefecht ausführten, gerieten mit den Tragflächen internationale fozialistische Studentenbewegung vereinbart. erfordert die Teilnahme aller Genossen und Genoisinnen, auch der ineinander, stürzten herab und zerschellten auf aus den Außenbezirken. Der Arbeitsausschuß tritt am gleichen dem Boden. Zwei Offiziere und zwei Marinemechaniter fanden iugend fand in der Karwoche in Kolbing statt. Nach der Zer. SPD.- Genossenschaftsräte! Tage und im gleichen Lokal um 19 Uhr zusammen. Die am dabei den Tod. 24. April im Gewerkschaftshaus abends 612 Uhr stattfindende Ges noffenschaftsratsversammlung muß ebenfalls von unsern Genossen besucht werden. Jugendveranstaltungen. Heute, Freitag, den 21. April: Wieder die Gasvergiftung eines Ehepaares. Gestern nach- stadt im Bürgerheim, Alte Gdjönhaufer Str. 25/26, statt. Bestehend aus: Ein Elternabend findet heute abend von der Abteilung Rofenthaler Bor. mittag wurden der 43 Jahre alte Kellner Franz Hannig und Chorgesang, Feftrede, Rezitationen, Lieber zur Laute und Musit. Eintritt feine 59 Jahre alte Ehefrau Marie im Schlafzimmer ihrer Wohnung für Erwachsene 2 M. Kantstr. 22, durch Gas vergiftet, tot aufgefunden. dürfte lediglich ein Unglücksfall vorliegen, da Hausbewohner bemerkt hatten, daß das Ehepaar in der Nacht zuvor in sehr animierter Stimmung Heimgelebrt war und allem Anschein nach unachtiam mit der Gasleitung umgegangen ist. Lebensmittelpreise des Tages. Aus der Partei. Die Jugend- Internationale. Der zweite Jahreskongreß der dänischen Arbeiter= störung der Organisation durch die Kommunisten waren im Jahre 1920 nur noch 24 Abteilungen mit 2000 Mitgliedern vorhanden. Jetzt ist es nach zweijähriger Arbeit gelungen, eine stolze Organisation von 104 Abteilungen mit 8000 Mitgliedern zu schaffen. Die Kom daß sie ihren in diesen Tagen einberufenen Kongreß infolge Manmunisten haben sich infolge ihrer ungeheuren Agitation so entwickelt, gels an Teilnehmern" absagen müssen. Der Kongreß der sozial demokratischen Arbeiterjugend war dagegen ein voller Erfolg. Trotz der furchtbaren Wirtschaftstrije, trop der ungeheuren Arbeitslosigkeit und trotz der achtwöchigen Aussperrung war zur Konferenz gekommen, war nur eben fonnte. Den Hauptpunkt der Verhandlungen bildete die Frage der 3ufammenarbeit zwischen Jugendorganisation und Sozialdemo Großer Wohnungseinbruch. In der Nacht zu gestern wurde in fratischer Partei. Mit überwältigender Mehrheit wurde eine EntDer Hohenzollernstraße 10 ein dreister Einbruch verübt. Während schließung angenommen, die forderte, daß alle Mitglieder der Ju Am Donnerstag galten in der Zentralmarkthalle folgende Klein- gendorganisationen, die ros 22. Lebensjahr erreicht haben, mit der Wohnungsinhaber, der Fabrikbefizer Arthur Jaffé, mit seinen handelspreise: Angehörigen um 12 Uhr nachts schlief, drangen die Einbrecher von Schweinefleisch 36-46 M. Rindfleisch 28-35 M., ohne Knochen glied der Sozialdemokratischen Partei und der Gewerkschaften sein der Königin- Augusta- Straße vor, indem sie brei Zäune überfletter: 36-43 M. Kalbfleisch 29-41 M. Hammelfleisch 31-40 M. Rückenfett müssen. Damit haben unsere dänischen Freunde ausgesprochen, daß ten. Am Balton sperrten sie die Rolljalousie, indem sie eine ziem- 48-50 M. Schellfisch 8-9 M. Seclachs 8 M. Dorsch 5 M. In Eis: fie fest zu der erwachsenen Arbeiterschaft stehen, daß sie auf dem lich kräftige Lanne im Garten abschnitten und diese in die Deff Schleie 22-23 M. Hechte 21-25 M. Aale 40-50 M. Lebende Barsche Boden der sozialdemokratischen Grundfäße Hand in Hand mit ihr nung flemmten. Durch diese zwängten sie sich, nachdem sie noch 19-20 M. Karpfen 24-34 M. Blele 15-20 N. Naturbutter 53-65 M. arbeiten wollen. Damit ist der Boden bereitet für eine weitere die Doppelscheibe eingedrückt hatten, hindurch und stahlen zunächst wirsingkohl 8-9 M. Weißkohl 6-7 M. Margarine 20-40 M. Schweineschmalz 45-50 M. Eier 4,20-4,50 M. fruchtbare Aufbauarbeit, gemeinsam mit der Partei der organisierten aus dem Borzimmer brei wertvolle Perferbrüden. Im 2 M. Spinat 5-8 M. Rotkohl 9-10 M. Kohlrüben Arbeiter, der Sozialdemokratie. Mohrrüben 3,50-4 M, Sellerie 8-12 M. KarSpeisezimmer fiel ihnen dann noch äußerst wertvolles Sil- toffeln 3,20-3,50 M. das Pfund. Erbsen 9,50-11 M. Linsen 15-16 M. berzeug in die Hände, so ein Silberkasten, Roffotomuster, für Eiernudeln 20- M. Zufuhr Fleisch ausreichend. Geschäft etwas rege. Fische knapper, Geschäft schleppend. Obst und Gemüse schwach, Geschäft still. Wetter bis Sonnabend mittag: Veränderlich mit geringen Rieber. schlägen bei frischen nördlichen Winden, aber sehr tühi. Die Not der Krankenkassen. Von Carl Schulz. Der Spruch des Schiedsgerichts über die Festsetzung des Mitgliederpauschals, welches die Berliner Krankenkassen für das erste Vierteljahr 1922 an die Aerzte zu bezahlen haben, ist am 31. März gefällt und hat nach dem zwischen Aerztebund und Verband der Krankenkassen bestehenden Vertrag Rechtsverbindlichkeit. Die Zahl der eventuell zur Kassenpraris bereiten Aerzte von| billigung, Defizite der Eisenbahn und Postfowie die zu er 2500 auf 2900, so ergäbe sich noch für jeden Arzt ein durch- wartende Wirkung der neubeschlossenen indirekten Steuern kommen. schnittliches Jahreshonorar von 100 000 m. lungen nicht leisten können, weil die dabei von den Versicherten Da aber die Krankenkassen sich derartige ungeheure Zahaufzubringenden Lasten ihnen alles Interesse an dem Weiter bestehen der Sozialversicherung verefeln würde, müssen die Versicherten selbst und auch die Vertreter in den Krantentassen nach Auswegen suchen, um die Lasten einigermaßen erträglich zu machen. Ueber allen Erwägungen muß in erster Linie die Erhal tung und Lebensfähigkeit der Krankenkassen stehen. Da diese die Einführung der Familienversicherung nur gewährleisten fönnen, wenn sie sich nach Kräften von den Fesseln des jezigen Arztvertrages freimachen, bleibt ihnen nur die Wahl des rücksichtslosen Kampfes gegen die unbeschränkte freie Arztwahl. Wirtschaft Erfahrungsgemäß werden die durch diese Maßnahmen beAnwendung gebracht. Dies ist der wahre Grund für die zum Teil gründeten Selbsttoftensteigerungen bei zahlreichen Wirtschaftszweigen nicht in der gerechtfertigten Höhe, sondern wesentlich darüber zur wucherisch zu nennende Ausnugung der tonfumierenden Bevölke bem Martte der Großeisenindustrie. rung. Ein Beispiel hierfür bietet die Preisgestaltung auf " * " Nach eingehenden Preisuntersuchungen der amtlichen Stellen fonnten sich für den Monat April die Stabeisenpreise auf 8400 M. Durch den Schiedsspruch wird den Berliner Krankenkassen Die in Berlin vorhandenen Versicherten fönnten mit ftellen, welcher Betrag sich noch um 3-400 m. vermindern dürfte, aufgegeben, den Aerzten für jedes versicherte Mitglied pro samt ihren Angehörigen von 1000 Aerzten sehr gut und wenn, wie früher, drei Viertel der Exportgewinne zur InJahr 100 M. zu zahlen. Dabei bleibt ganz unberücksichtigt, ob ſehr ausreichend versorgt werden. Würden die Krankenkassen landsverbilligung berangezogen würden. Statt deffen stellt die das Mitglied den Arzt in Anspruch nimmt oder nicht. Die ein Berlins eine solche Anzahl von Aerzten fest anstellen und Großeisenindustrie ihrerseits einen Grundpreis von 9500 m. auf, malige Konsultation eines Arztes fostet der Krankenkasse genau ihnen ein Jahresfirum von 150 000 m. garantieren, dann wozu ein Kohlensteuerzuschlag von 300 m. tommt, außerdem 450 m. soviel, als wenn der Patient mehrmals zum Arzt geht oder der kostete ihnen dies Geschäft insgesamt nur 150 millionen Mart, Siemens- Martin- Zuschlag, also im ganzen ein Preis von 10 250 m. Arzt den Kranken in seiner Wohnung besuchen muß, was aller- sie würden also die für die Einführung der Familienversiche von der Arbeitnehmerschaft im Eisenwirtschaftsbunde beantragten Diese Art der Preisfestseßung macht es notwendig, daß hier die dings immer seltener wird, da in der Regel die bettlägerigen rung benötigten 140 Millionen Mark glatt ersparen. 2in die höchstpreise durchgeführt werden. Kranten in irgendein Krankenhaus geschickt werden. Die Ersparung dieser ungeheuren Summe muß aber allen Ernstes Die Versuche, die legten Refte der gebundenen Wirtschaft zu bePauschalzahlungen der Krantentassen betrugen nun im Quar- gedacht werden. Wenn man sich darüber klar ist, daß die Fa- feitigen, treten nicht immer far zutage. Es werden hierbei oft wenig tal April Mai Juni 1921 7,50 M., fie steigerten sich für Juli- milienversicherung als eine zwingende Notwendigkeit einge- durchsichtige Wege eingeschlagen. Bielleicht will man auch heute aus August- September auf 10 M., und betrugen für Oktober- No- führt werden muß, daß andererseits die benötigten Gelder selbst politischen Gründen den direkten Weg zur vollen Abschaffung nicht vember- Dezember 1921 12,50 m. Die Steigerung der jetzigen bei einer Herauffezung des Grundlohnes auf 80 M. und einer gehen, und man beginnt, auf Umwegen sich dem Ziele zu nähern. Zahlungen gegenüber dem letzten Quartal beträgt also genau weiteren Steigerung der Versichertenbeiträge auf 10 Pro3., fälischen Kohlensynbitats, der am 1. April für die Dauer Dafür gibt der neue Gesellschaftsvertrag des Rheinisch- West100 Broz., gegenüber der 10- M.- 3ahlung 150 Proz. und ge also auf 8 M. täglich in der höchsten Stufe, nicht einfommen eines Jahres in Kraft treten follie( er wurde von uns schon in einem messen an der Zahlung von 7,50 Mt. eine solche von 233 Proz. werden, da auch die Verteuerung der Arzneien, Heilmittel, besonderen Artikel besprochen), ein so deutliches Beispiel, daß er mit Da diese Steigerungen von den Versicherten aufzubringen sind, Berbandstoffe, Krankenhaustoften enorme Gelder verschlingen, Recht eine Privatisierung hinten herum" genannt wurde. s. a. k. müßte man die Lohnsteigerungen derselben seit dem 2. Quartal dann bleibt den Kassen nur die Erwägung übrig, ob die ärzt1921 in Parallele stellen, braucht dies aber nicht, da feststeht, liche Versorgung der Familienangehörigen am zweckmäßigsten daß in dieser Zeit Lohnsteigerungen in diesem Umfang nicht er- durch Errichtung von Beratungsstellen in Eigen Mit besonderem Eifer richtet sich jetzt der Kampf der Interessenten folgt find. regieberkaffen oder durch eine gelbliche Zuschuß gegen das geringe Maß von Bindungen, die wir noch in der ErWelche Wirkung der Schiedsspruch auf die Zahlungszahlung zu den von den Patienten selbst zu zahlenden nährungswirtschaft haben. Obwohl bisher die Landwirte pflicht der Krantentassen ausüben wird, will ich an Brivatarzthonoraren gegeben ist. Der letztere Weg ist zwar als Lieferanten dort, wo man ihnen Bewegungsfreiheit gelassen hat, einigen anderen Ziffern erläutern. Bei dem 7,50 M. betragen- bereits von einigen Kassen beschritten worden, ob er den gänzlich versagt haben, nicht nur wegen der bekanntlich für die den Pauschal hatten die Berliner Krankenkassen den Aerzten, Versicherten und ihren Angehörigen aber Befriedigung bringt, Bolfsversorgung unzureichenden Erzeugung, sondern auch deshalb, entsprechend einer Mitgliederzahl von 1½ Millionen, für das wird von einer großen Zahl von Fachleuten bezweifelt. Fest weil ihnen ihr Schwein im Stall mehr gilt als der großstädtische ProQuartal 11% Millionen Mark, bei 10 M.= 15 Millionen Mart, steht, daß der Gedanke der Einrichtung von Beratungsstellen letarier, verlangen sie unter Androhung des Lieferstreits die völlig bei 12,50 M. Pauschal= 18% Millionen Mark und bei 25 m. ein guter ist und daß er marschiert. freie Wirtschaft. Bezeichnend für ihre unwahrhaftige Kampfes im Quartal= 37% Millionen Mark zu zahlen. In Jahresweise ist die erst gestern wieder von der Deutschen Tageszeitung" ziffern ausgedrückt sind es 45, 60, 75 und zuletzt 150 Millionen aufgestellte Behauptung, die Landwirtschaft habe sogar positive Mart. Ohne Zweifel drängen die Tatsachen dazu, daß die Borschläge zur Brotversorgung gemacht. Es ist nicht ohne Honorarforderungen der Aerzte unter dem System der freien Intereffe, sich diese positiven Vorschläge" einmal näher anzusehen. Arztwahl die Kranfenfassen zu immer größeren geldlichen AufAlso zitieren wir: wendungen veranlassen müssen, dies führt wiederum dazu, daß ,, Legt man den von der Regierung bisher als notwendig erden Bersicherten die Sozialversicherung als zu flärten Jahresbedarf an Inlandsgetreide in Höhe von 2% Millionen teuer erscheint und sie, genau wie die zur Beitragsleistung Tonnen zugrunde, so würde ein Reservebestand von rund 700 000 verpflichteten Arbeitgeber, aus Befürwortern zu Gegnern der= Tonnen aus neuer Ernte des Inlands für die Zeit bis Ende 1922 selben werden. Soll irgendeine Art der Sozialversicherung von als ausreichender Sicherungsfaktor angesehen werden tönnen. Daß den Bersicherten als segensreich angesprochen werden, dann mindestens eine solche Brotgetreidemenge im Inlande durch die muß vor allem dafür gesorgt werden, daß die Beitragsleistung geeigneten Stellen im freien Handel ohne Schwierigkeiten beschafft werden fann, steht außer Zweifel. Unberührt hierdurch bleiben die dafür sich in erträglichen Grenzen bewegt, sollen andernfalls Der Kampf gegen die gebundene Wirtschaft. mannigfachen Möglichkeiten des Auftaufs von Auslandsgetreide. Die die Beteiligten nicht jedes Interesse verlieren. Wenn es in Genua gelingen sollte, die Zusammenhänge zwischen rechtzeitige Bereitstellung jener Brotgetreidemenge aus neuer InWelche Wirkung würde nun der Schiedsspruch und die den Problemen der Währung und der Wechselkurse klarzustellen, so landsernte ist zu erreichen bei Bahlung des jeweiligen MartiHonorarfestsetzung auf die Einführung der Familienver wird auch die Wirkung der Reparationen auf Valuta und Wirtschaft preises und durch die Verbürgung eines Breisausgleichs sicherung ausüben? Zunächst will ich feststellen, daß die behandelt werden müssen, selbst wenn das Reparationsproblem als durch die auftaufende Stelle auf Grund des Durchschnittspreises, Beauftragten der Aerzte es mit einer seltenen Birtuofität ver- folches formell nicht zur Beratung kommt. Ist das Ergebnis aber der sich nach der tatsächlichen Preisentwicklung für die Zeit bis zum standen haben, durch immer wieder neu aufgestellte Bedin- endlich die dringend erforderliche und immer wieder verschleppte 31. 12. 22 nachträglich feststellen läßt. Unter Aufrechterhaltung der gungen, Rückfragen und Verhandlungen die Einführung der Auslandsanleihe und damit eine gewisse wirtschaftliche Atem. freien Wirtschaft kann alfo die Regierung die von ihr für erforderfreien Behandlung der Familienangehörigen der Versicherten pause, dann kann bei Weitmarktpreisen zum heutigen Dollarstande lich gehaltenen Brotgetreidereferven aus inländischer Ernie an die hinauszuzögern. Ich bin ehrlich und gebe meiner Meinung die Konkurrenz auf dem Weltmarkt nicht mehr gehalten werden, Hand erhalten. Entsprechend fann für den Rest des Erntejahres dahin Ausdruck, daß die Krankenkassen diese Hinauszögerung zumal dann mit einer Besserung der Mart zu rechnen ist. Still 22/23 verfahren werden. Das ist ein gangbarer Weg und ein flarer, als ein Glück betrachten können, denn bei der Höhe des von legung und Arbeitslosigkeit werden dann um so größer pofitiver Vorschlag, der die Sicherstellung der erforderlichen Getreidewerden, je weitgehender die Annäherung an die Weltmarktpreise mengen verbürgt. Hat die Regierung den Willen zu einer besseren dem Schiedsgericht festgesetten Pauschals ist die Einführung erfolgt ist. Und diese Annäherung ist von großen Industrietreifen und gerechteren Regelung als bisher, dann hat sie auch den Weg." Der Familienversicherung unter dem System der unbeschränkten bereits vollzogen und in ihren Gewinnergebnissen ausgeschöpft Die Agrarier find also so freundlich, der Regierung zu geftatten, freien Arztwahl zur Unmöglich féit geworden. worden, so daß man schon nach neuen, ebenso leichten Gewinnmög- daß sie im freien handel Getreide tauft. Das ist ja ungemein Die bisherigen Verhandlungen in dieser Sache drehten sich lichkeiten man meidet natürlich bei derartigen Chancen heute liebenswürdig und müßte eigentlich noch mit dem Eisernen Kreuz am bekanntlich stets nur um die Art der Bezahlung der ärztlichen den Weg über Intensivierung in neuen Preiswellen ausschaut. weißschwarzen Bande ausgezeichnet werden, denn es ist eine echte, Leistungen. Dabei war man scheinbar zu folgender Einigungs- Diese Möglichkeiten glaubt man noch in den durch die gebundene große Helbentat. Aber man unterschäßt die Agrarier, glaubte man, formel gelangt: Die Betriebskrankenkassen haben die Möglich Wirtschaft zurückgehaltenen Breisen zu finden. Nur hieraus ist große Heldentat. Aber man unterschägt die Agrarier, glaubte man, feit, genau festzustellen, wieviele ihrer versicherten Haushal- der in den letzten Monaten besonders verschärfte Kampf gegen die daß sie sich mit diesem bescheidenen Dienst zufrieden geben. Jeder tungsvorstände sind und wieviel Familienangehörige auf jeden gebundene Wirtschaft zu erklären. Dieser Kampf ist gerade für die Mensch fauft Getreide zum jeweiligen Marktpreis". Die Regierung Haushaltungsvorstand entfallen. Diese lettere Biffer wurde Arbeiterschaft von größter Wichtigkeit. Für sie bedeutet das Auf- dagegen soll für die„ opferwillige Sicherstellung" des Brotgetreides nicht Haushaltungsvorstand entfallen. Diese lettere 3iffer wurde heben der gebundenen Wirtschaft, daß der Steallohn, welcher bei nur den Marktpreis, sondern sogar einen Ausgleichsauschlag mit 1,75 M. von beiden Teilen als richtig anerkannt und dem manchen Berufsschichten schon beträchtlich unter das Eristenzminimum dafür zu zahlen, daß es den Landwirten gelingt, durch Zurückhaltung gemäß vereinbart, daß für jeden als Haushaltungsvorstand in des Friedens gesunken ist, noch weiter zurückgeschraubt werden des Getreides oder durch Verfütterung an das Bieh den Preis später Frage kommenden Versicherten seitens der Betriebstranten würde, wenn auch vielleicht das Normaleinkommen eine Steigerung noch weiter zu treiben. Denn daß die Preise steigen, ist ihnen selbstLassen neben dem Versichertenpauschal noch das 1,75fache dieser und selbst diese nur durch Kampferfahren dürfte. Handel und verständlich, und die Landwirte fämpfen ja für die freie Wirtschaft Summe zu zahlen ist, d. h. es wäre für diesen Versicherten und Industrie haben nun unter den Devisen:" Produktionsförderung" verständlich, und die Landwirte kämpfen ja für die freie Wirtschaft für seine Familie nach dem Schiedsspruch ein Gesamtpauschal und„ Erhaltung der Kapitalsubstanz" den Kampf gegen die die Wirt nur, weil sie bei der Jagd um die Balsta die ersten Gewinner Don 100 plus 175 gleich 275 m. pro Jahr zu zahlen. Auch das schaftsfreiheit" hemmende Gemeinwirtschaft aufgenommen. Ob aber fein wollen. Das ist ein positiver Borschlag. Der andere ist nicht viel schlechter. bei wäre es gleichgültig, ob ein Arzt in Anspruch genommen werte wirklich ber Produktionsförderung zufließen, muß nach den Er- Man will eine Brotzufchuß steuer, der nachweisbar Leistungsdie durch die Aufhebung der gebundenen Wirtschaft realisierten Mehrwird oder nicht. In die sich auf Grund dieser Zahlungen erfahrungen der letzten Jahre bezweifelt werden. Die steigende Ge- fähige soll dem Darbenden durchhelfen. Nun gut, dann wäre die • gebende Gesamtsumme werden die von den Aerzten einge- winnrate setzt sich meist nur relativ in Produktivität um, während Landwirtschaft mit ihren nachweisbar Leistungsfähigen zuerst lieferten Betriebskrankenkassen- Gutscheine dividiert und sollte die sinkende Tendenz immer absolut intensivierend wirft. Wenn nun baran. Aber weit gefehlt! Die Berbraucher follen Steuern zahlen, der Wert des einzelnen Gutscheins dann auch den übrigen All- in diesem Zusammenhang dauernd von der Erhaltung des pro- die Agrarier, die im Geld schwimmen, finden sogar das„ Opfer", gemeinen oder besonderen Ortskrankenkassen in gleicher Höhe duktiven Kapitals, der Substanz unserer Volkswirtschaft gesprochen mit der Anzahl der für sie eingereichten Gutscheine multipliziert worden ist, so wurde bisher nie die Frage geftefft, ob nicht durch Getreide für den Bestehungskostenpreis plus ange und in Rechnung gestellt werden. Diese bei freier Wirtschaft sprungartig steigenden Preise die eigent meffenem Gewinne in Umlage abzugeben, zu groß, nachdem Berechnet man in durchaus mäßiger Weise die Anzahl der liche Quelle aller Produktivität, die Voltsarbeitskraft, zerstört werden nachweisbar die Landwirtschaft sich am besten aus all den Eteuerauf die Versicherten entfallenden Haushaltungen, für welche muß. Ohne Zweifel ist der größle, unerträglichste Eingriff schlingen gelöst hat, die der alte und der neue Staat ihr legten. die Summe von 175 m. pro Jahr zu zahlen wäre, auf 800 000, in bie Substanz unseres Boltsvermögens eine auf die Dauer durch fo tann als feststehend angenommen werden, daß die Familien Unterfonfum geschwächte Arbeitsfraft. versicherung nach den heutigen Bauschaljäzen weitere 140 Millionen Mark fosten würde, die Gesamtzahlungen der Kranten tassen an die Berliner Aerzteschaft also die Nettosumme von 290 Millionen Mark ausmachen würden. Erhöht man hierbei . Einzelne Möbel i Nußbaumu.Eiche sow.kompl.Schlafund Wohnzimmer, Sofas, Umbauten, Ruhebetten, weiße und farbige Küchen zu niedrig Preisen und auf bequeme Teilzahlung Grebler Weinbergsweg 4, am Rosenth, Tor. Gr. Ausw. In Gar dinen jeder Art, Tisch- u. Diwandecken, sowie überhaupt sämtl. Ausstattungsgegenstände. herumkommen, festzustellen, daß die übertriebenen BreissteigeMan wird trotz aller gegenteiligen Behauptungen nicht darum rungen der legten Wochen eine Folge des Abbaues der gebundenen wirtschaft sind, wozu noch als weitere Urfachen der Abbau der staatlichen Subsidien wie LebensmittelverEin Eingehen auf diese Forderungen wäre Boltsbetrug. darüber hinwegtäuschen. Wir brauchen die Aufrechterhaltung der Auch die gröbsten Schimpftanonaden der Agrarier fönnen nicht Getreideumlage und die Erhöhung der Umlagemenge, soll nicht das ganze Bolt den nach Valutapreifen für Lebensmittel lüfternen Agrariern ausgeliefert werden. Bücher, die jeder Parteigenosse lesen muß! PARVUS Der wirtschaftliche Rettungsweg Parvus gibt in gedrungenster Form eine erschöpfende Analyse, zugleich eine überwältigende Synthese der wirtschaftlichen Lage Deutschlands. An den internationalen Wirtschaftszusammenhängen zeigt er das unaufhaltsame Hereinbrechen der Weltkrise. Dann aber weist Parvus, der deutsche Keynes, den Weg zur Rettung nicht nur Deutschlands, sondern auch der Welt. Für die Partelgenossen: Organisationsausgabe 4 Mark SCHEIDEMANN Deutschland in der Welt voran! Eine Rede, gehalten am 30. Januar 1922 im Reichstag Für die Parteigenossent Organisationsausgabe 2 Mark BERNSTEIN Das Görlitzer Programm der SPD.Deutschlands „ Volkswacht" für Schlesien: Neben Kautskys in vielen Abschnitten immer noch überaus anregender und lehrreicher Schrift über das Erfurter Programm wird Bernsteins bescheideneres. aber heute durch kein anderes ersetzbare Büchlein bald seinen festen Platz in jeder sozialdemokratischen Bibliothek haben. Für die Partelgenossen: Organisationsausgabe 7,50 Mk. KUTTNER Warum versagt die Justiz? Sächsisches Volksblatt" vom 20. Dezember 1921: Starke und ergreifende Worte findet der Verfasser für die Notwendigkeit, eine Rechtsprechung zu schaffen, die das Rechtsgefühl des Volkes befriedigt. „ Königsberger Volkszeitung" vom 31. Dezember 1921: Alles in allem, das Werk Kuttner ruft zur Tat. Für die Partelgenossen: Organisationsausgabe 12 Mark Zu beziehen durch die Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW 68, Lindenstraße 3 und durch den Verlag für Sozialwissenschaft, Berlin SW 68, Lindenstr. 114 Lungenkranke trinkt Apotheker von Lühmanns Langenheitee. Seit Jahrhundt. howährt. Hausmittel, in newest. Zeit von erst. med. Autorität: ereraht u.warns empfohlen. Wirkung wunderb Bazillen schwindan im Auswurf, Appetit, Gewicht, Befinden heb. sch. 1 Pakat Mk. 7,50, in Pillen 1 Schachtel 12 M. in der Apeth.Greifswalder Str.47 u. Apoth. Tegelar Str. 30. Zinn Gold-, Silber- Bruch Quecksilber usw. Blei, Kupfer, Platin 1* tauft 3. Engrospreise Scharnow. Lange Str. 35. am Schlesischen Bahnhof Suche sur Gelbftverwertung Goelffeine u. Gbelmetaile zu höchst. Preisen G.Schliephacke Juwelier Friedrichstraße 210 Ede Rochstr. Opernhaus Volksbühne Der Barbier v. Bagdad Theater a. 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April, vorm. 9 2hr. in Feibels Festfalen, Rolberger Str. 23: Am Dienstag verschied sanft und frieblich nach langem schweren Leiden mein lieber Mann, der Rendant Hermann Wetter im 56. Lebensjahre. 49/20 In tieffter Trauer Frau Johanna Wetter geb. Dümler, auch im Namen der Angehörigen. Die Einäscherung meines teuren Gatten findet Mittwoch, 26 April, mitt. 1 Uhr, im Kremat.Gerichtstr.statt. Bezirksverb.Berlin SPD. 48. Abteilung ( Kreuzberg) Unjer Genosse Friedr. Handke Prinzenstr. 106 Branchenversammlung in verstorben. der Kesselschmiede und Helfer sowie der dazu gehörenden Beruje. Tagesordnung: 1. Bericht der Brandjentommission. 3. Berschiedenes. Anzüge Branchentommiffion. 2. Neuwahl der Ersatz f. Maß Damen- Konfektion MöbelEinrichtungen in 4 Etagen A. DAMITT Rosenthaler Straße 16-47. ankaufsstelle Metall S C Mitgliedsbuch legitimiert. B Die Einäscherung erfolgt Sonnabd., 22. April, nachm. 42 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Ferner verstarb unsere Genoffin Sonntag, 23. April, vorm. 9½ the Gertrud Tetzlaff in der Aula des Sophieu- Enzeums, Weinmeisterstraße 16: Branchenversammlung der Automaten- u. Handschraubenbauf- Einrichter. Tagesordnung: Fortsetzung der Einrichter- Bersammlung vom 14. April. Kollegen! Da äußerst wichtige Beschlüsse gefaßt werden müssen, ist es Bflicht aller, in der Versammlung zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert. Osten 117/5 Weg 80 zahlt Tagespreise für Kupfer, Messing Blei, Zink etc. Die Ortsverwaltung. Tuchfabrik- Niederlage Gitschiner Str. 36 Die Betsezung der Aschenreste erfolgt Sonnabd., nachmitt. 4 Uhr, auf dem Simeon Kirchhof, Mariendorfer Weg. Ehre ihrem Andenken! Zahlreiche Beteiligung erwart. Die Abt. Leitg. Patente erwirken verwerlen Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin Den Mitgliedern zur Nachricht. daß unser Stollege, der Schloffer Walt. Kaeschner Bellermannftr 12 am 16. d. M. ge= storben ist. 117/4 Ehre sein.Andenken! Die Einäsche= rung findet am Sonnabend, den 22. April, nadim 3 Uhr, im Krematorium Baum schulenweg, Rief= holzstraße, statt Rege Beteili gung erwartet Die Ortsverwaltung. etall -Ankauf Königstor Neue Königst.87 zahlt Tagespreise f. Ing.Jaeger& Dr. Breslauer H.Lamprecht, Bin.- Treptow. Bouché- Broschüre und Beratung gratis. Blei, Zink etc. Berlin, Gitschiner Straße 106r. Messing, Kupfer, str. 17, liefert Stoffe f. Damen u. Herren Fabritpreif. Gr. Auswahl i, D. modernsten Farben für Anzug u. Baletots. Poliklinik für unentgeltliche Beratung Möbelfabrik Rob. Seelisch Berlin 0 112, Rigaer Str. 71-73 a, 5 Min. vom Bhf. Frankfurter Allee empfiehlt zu bekannt billig. Preisen bei solider Ausführ. Gegründet 1876 Komplette Schlafzimmer Speisezimmer Herrenzimmer einfachen und besseren Genres Küchen farbig und naturlasiert in allen Preislagen Gekaufte Möbel können beliebige Zeit kostenl. lagern für alle Haut- und Geschlechtskrantheiten, Syphilis, nervöse Störungen, bes. Mannesschwäche. 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