Nr. 188 39.Jahrgang Ausgabe Nr. 93 Bezugspreis: Bierteljährt. 90.-M., monati. 30,-. frei ins Haus, noraus zahlbar. Postbezug: Monatlich 30.-. einschl. Bu Stellungsgebühr. Unter Kreuzband Hir Deutschland, Danzig. Saar- u. Memel gebiet, sowie Defterreich u. Lugemburg 64,-M., für das übrige Ausland 82,-. Toftbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England. Efthland, Finnland, Frankreich Holland, Lettland. Luremburg, Defterreich. Schweden, Schweiz, Tichecho- Slowakei und Ungarn. Der„ Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Zeit". der Unter haltungsbeilage Seimwelt" und der Beilage„ Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Gonn tags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Abend- Ausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt Groß- Berlin 50 Pl. auswärts 60 Pfennig Anzeigenpreis: Die etnisaltige Ronpareillezeile toftet 12,- Kleine Anzeigen" bas fettgebrnate Wort 8,- 9.( zuläffig amet fettgebrudte Borte), fedes weitere Wort 2,- M Stellengesuche und Schlafftellenanzeigen das erfte Wort 2,., jebes weitere Wor 1,50 Morte übez 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Familien- An zeigen für Abonnenten geile 6,- M Die Preise verstehen fich einschließlich Teuerungszuschlan Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4% 2hr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin GW 68, Linden ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr frülh bis 5 Uhr nachmittags Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Expedition: SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Redaktion Morinplan 15195-97 Expedition Morisplas 11753-54 Freitag, den 21. April 1922 Vorwärts- Verlag 6.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Berlag. Erpedition and Inferaten. Abteilung Meritplas 11753-54 Die deutsche Verständigungsnote. Die heute dem Präsidenten der italienischen Delegation| haben. Sie fühlt sich einig mit dem Geiste der Solidarität und des überreichte deutsche Antwortnote hat folgenden Wortlaut: Deutsche Delegation. Genua, den 21. April 1922. Herr Präsident! Auf das von Ihnen gemeinsam mit dem Herrn Borsitzenden der französischen, britischen, japanischen, belgischen, tschechoslowakischen, polnischen, jugoslawischen, rumänischen und portugiesischen Delega tion unterzeichnete Schreiben vom 18. d. M. beehre ich mich folgendes zu erwidern: Bertrauens, der diese Arbeiten befeelte. Weit entfernt von dem Gedanken, sich von der europäischen Gemeinschaftsarbeit abzuwenden, ist sie bereit, an den von der Konferenz von Genua zu er füllenden Aufgaben im Sinne der Bölkerversöhnung und im Sinne des Ausgleichs östlicher und westlicher Wohlfahrt mitzuarbeiten. gezeichnetsten Hochachtung. Genehmigen Sie, Herr Präsident, die Versicherung meiner ausgez. irth. Seit mehreren Jahren hat Deutschland die russische Abordnung, Giannini, wird von dem italienischen Außen. Genua, 21. April.( EE.) Der Generalsekretär der italienischen Sowjetrepublit anerkannt. Eine Auseinandersetzung minister Schanzer von einen Disziplinarrat gestellt werden, zwischen den beiden Ländern über die Folgen des Kriegszustandes denn man glaubt in ihm diejenige Persönlichkeit zu sehen, die von war jedoch notwendig, bevor die ordentlichen diplomatischen Bes Rathenau über den Fortgang der deutsch- russischen Berhand ziehungen wieder aufgenommen werden konnten. Die Verhandlun lungen verständigt gewesen ist, ohne daß sie ten Inhalt dieser gen, die hierüber zwischen den beiden Regierungen geführt wurden, Besprechungen an die italienische und englische Regierung weiter waren schon vor mehreren Wochen so weit vorgeschritten, geleitet hat. daß sie einen Abschluß ermöglichten. Die russische Verständigung war für Deutschland deshalb beson. ders wichtig, weil hier die Möglichkeit bestand, mit einem der großen am Kriege beteiligten Staaten zu einem Friedenszustand zu gelangen, Deutschland ging nach Genua mit dem herzlichen Wunsch auf gemeinsame Arbeit mit allen Bölfern zur Wiederaufrichtung des leidenden europäischen Erdteils, im Bertrauen auf das wechselseitige Berständnis für die Sorgen aller seiner Glieder. Wenn der fachliche Inhalt des Bertrags gerecht fertigt und der Wunsch ausgesprochen wird, er möge der Grundstein eines von gleichem Geiste getragenen allgemeinen Vertragsschlusses werden, so wird es viele im Ausland geben, die dieser Auffassung zustimmen, und wenige in Deutschland, die es nicht tun. Schließlich wird man die Antwort auf die Anregung, Deutschland an den weiteren Russenverhandlungen nicht zu beteiligen, nur logisch und korrekt finden um Fragen handelt, die durch den deutsch- russischen Bertrag können. Der Nichtbeteiligung wird zugestimmt, soweit es sich bereits geregelt sind, bezüglich der übrigen werden Borbehalte gemacht, indem gesagt wird, daß Deutschland daran intereffiert bleibt. Hier tönnte es vielleicht schwierige Unterschei dungen geben, über die aber die Praris hinweghelfen wird. Der ganze Gang der Angelegenheit läßt darauf schließen, daß die deutsche Note für die Entente teine Ueber. raschungen enthält und daß mit ihr der Zwischenfall be endigt ist. Bersuche aus ihm meitere Störungen der KonfeDie deutsche Note, deren Inhalt unseren im heutigen renz herzuleiten, dürften mit Entschiedenheit zurückgewiesen Morgenblatt ausgesprochenen Erwartungen entspricht, ver werden. Selbst wenn sich Frankreich von der Konferenz zu dient Billigung, weil sie bei fachlicher Festigkeit überflüffige rückziehen wollte wäre die übermältigende Mehheit der der alle dauernde Schuldnerschaft ausschließt und von Grund auf er er sich bei dem plötzlichen Abschluß des deutsch- russischen BerSchärfen des Tones vermeidet. Sie stellt den Vorgang, wie| Teilnehmer zu ihrer Fortsetzung entschlossen. neute, durch die Bergangenheit nicht belastete freundschaftliche Betrags abgespielt hat, wahrheitsgemäß dar. Die deutsche Dele- finnigen Lügen der französischen Chauvinisten Die Konferenz zeigt durch ihre Haltung, daß sie den blöd. ziehungen ermöglicht.. gation hat bei diesem Abschluß offenbar unter dem Eindruck preffe über eine nationalbolichemistische Schwenkung der gestanden, daß Gefahrim Berzuge sei, da ein die Inter- beutschen Bolitit, ein deutsch- russisches Militärabkommen, ge effen Deutschlands schwer schädigender Vertragsschluß zwischen meinsame Kriegsvorbereitungen usw. der Entente und Rußland unmittelbar bevorstehe. Ob dieser im polnischen Korridor"- eine gerechte Würdigung ange " Deutsche Truppen Eindruck den Tatsachen entsprach, das zu untersuchen bleibt deihen läßt. Obwohl es unter vernünftigen Menschen überder geschichtlichen Forschung vorbehalten. Objektiv tann er flüssig ist, solchen Unsinn zu widerlegen, jei auf die Tatsache unrichtig gewesen sein, subjettiv hat die deutsche Delegation hingewiesen, daß in der letzten Zeit innerhalb der deutschen zweifellos in dem guten Glauben gehandelt, daß ihr ein Reichswehr überhaupt feine Ortsveränderungen vorgeg igen anderer Ausweg als der rasche Abschluß nun nicht mehr offen find, die zur Entstehung solcher unfinnigen Gerüchte auch nur ſtehe. den geringsten Anlaß hätten bieten können. Am meisten hat man der deutschen Delegation' zum BorWiederholt hat die deutsche Delegation Mitglieder der Delegation wurf gemacht, daß sie hinter dem Rüden der Konfegation hatte ob aus wirklicher Not oder aus irrtümlichem Zusammenfassenb fann man sagen: Die deutsche Deleder einladenden Mächte in eingehenden Besprechungen auf diese renz gehandelt habe; hierin wurde ein illoyales Vorgehen Glauben an eine unmittelbare Gefahr, sei dahingestellt.schweren Bedenken aufmerksam gemacht. Dies ist jedoch ohne Erfolg erblickt. Die Note macht glaubhaft, daß die deutsche Delega einen sehr raschen und gewagten Schritt unternommen. Sie geblieben; vielmehr wurde der deutschen Delegation bekannt, daß tion der Meinung war, fie habe ihre Absicht, mit Rußland hat aber dann verstanden, die aus diesem Schritt drohenden die einladenden Mächte Sonderverhandlungen mit Rußland abzuschließen, noch vor ihrer Ausführung der Konferenz deutschmeren Schäden start zu vermindern, vielleicht, so darf man eingeleitet hatten. Mitteilungen über diese Verhandlungen Ileßen lich genug zu erkennen gegeben. Hierbei mögen vielleicht hoffen zu beseitigen. Geholfen hat ihr dabei der gute darauf schließen, daß eine Berständigung binnen kurzem bevorstand, Fehler und Mißverständnisse vorgekommen fein, aber der Wille ber Engländer und der Italiener, bie darauf schließen, daß eine Berständigung binnen furzem bevorstand, daß aber die Berücksichtigung der gerechten deutschen Wünsche nicht Vorwurf, die deutsche Delegation habe mit Absicht hinter dem Konferenz zum Biele zu führen, mehr vielleicht aber der daß aber die Berücksichtigung der gerechten deutschen Wünsche nicht Rücken der Konferenz gehandelt, läßt sich nicht aufrecht- plumpe Eifer, mit dem sich gewiffe andere Kräfte auf den in Aussicht genommen war. Die deutsche Delegation ließ demgegenüber feinen Zweifel, daß fie gezwungen sei, ihre Intereffen unmittel3wischenfall stürzten, um die Konferenz an ihm zum Scheitern bar zu vertreten, da sie sonst in die Lage gekommen wäre, sich in der Kommission einem Entwurf gegenüber zu sehen, der für sie unannehmbar, aber von der Mehrheit der Kommiffionsmitglieder bereits vereinbart war. Der Vertrag mit Rußland ist deshalb am Sonntag abend in genauer Uebereinstimmung mit dem bereits vor Wochen aufgestellten Entwurf unterzeichnet und alsbald bekanntgegeben worden. Die Vorschläge des Londoner Programms ließen die deutschen Interessen außer Acht. Ihre Unterzeichnung hätte brüdende Reparationsansprüche Rußlands gegenüber Deutschland hervorgerufen. Eine Reihe von Bestimmungen hätte dazu geführt, daß die Folgen der zaristischen Kriegsgefeße Deutschland allein zur Last gefallen wären. Dieser Borgang zeigt in aller Deutlichkeit, daß die deutsche Delegation den Weg der Verhandlungen mit Rußland nicht aus Mangel an Gemeinschaftsfinn, fondern aus zwingenden Gründen erhalten. Frankreich und der Russenvertrag. Paris, 21. April.( Havas.) Britische und Pariser Rapallo ben echten und Borrechten der Reparations Kreise sind der Ansicht, daß der Abschluß des deutsch- russischen tommission Abbruch tun tann. Abkommens die Festigkeit Europas erschüttere und glauben daher, daß ein zusammenschluß der Mächte der Großen und Kleinen Entente fowie Bolens, das hauptsächlich gefährdet ist, auf die Genueser Konferenz folgen müsse, damit Borsichtsmaß beschritten hat. Er zeigt ebenso deutlich, daß die deutsche Delegation regein besonders angesichts des vorgesehenen Abbaues der alliierten bestrebt gewesen ist, von ihrem Verfahren jede Heimlichteit Rontrolle in Oberschlesien getroffen werden fönnen, wo fernzuhalten. Waffen und Munitionslager festgestellt worden sind. Frant Es würde durchaus den Wünschen der deutschen Delegation entreich wird seinen Alliierten seine Ansichten unter fprechen, wenn auf der Konferenz eine allgemeine Regelung der breiten in der Hoffnung, baß fie die Notwendigkeit anerkennen russischen Frage gelänge, und wenn in diese Gesamtregelung der werden, die neue allgemeine Lage zu prüfen. deutsch- russische Vertrag eingefügt werden fönnte. Die Möglichkeit Anmerkung des MLB.: Diese Meldung ist bezeichnend für den hierfür ist sehr wohl gegeben. Der Vertrag greift in das Ber- bekannten französischen Standpunkt. Was insbesondere die in Oberhäftnis dritter Staaten zu Rußland in feiner Weise ein, auch ift er fchlesien aufgefundenen Waffenlager anlangt, welche aus durch in jeder seiner Bestimmungen von dem Gedanken getragen, deffen fichtigen Gründen für weitgehende Pläne benutzt werden sollen, fo Berwirklichung sie mit Recht als das Hauptziel der Konferenz be- ist bisher noch gar nicht aufgeflärt, von wem diese Lager angelegt zeichnen, nämlich von dem Geiste, der das Bergangene als find. endgültig abgeschlossen ansieht und eine Grundlage für den gemeinsamen frieblichen Wiederaufbau zu schaffen sucht. as Paris, 21. April.( Havas.) Die Reparationstom mission veröffentlicht folgende Note: Die Reparationstommiffion hat ihre Aufmerksamkeit dem in Rapallo am 16. April von Dr. Rathenau als Bertreter der deutschen Regierung und von dem Boltstommissar Tschitscherin als Bertreter der Regierung der Sowjetrepublik unterzeichneten Bertrag zugewandt. Im Laufe einer heute abgehaltenen Sigung hat die Kommission beschlossen: 1. von der Kriegslastenkommission eine offizielle Rople die weitere Behandlung der russischen Fragen auf der Konferenz betrifft, so hält auch die deutsche Delegation es für richtig, daß sie sich an ten Beratungen der ersten Kommission über diejenigen Fragen, die den zwischen Deutschland und Rußland bereits geregelten Fragen entsprechen, nur dann beteiligt, wenn etwa ihre Mitarbeit besonders gewünscht des Bertrages von Rapallo zu fordern, werden sollte. Dagegen bleibt die deutsche Delegation an allen 2. ihre juristische Abteilung zu beauftragen, fofort denjenigen der ersten Kommiffion übertragenen Fragen intereffiert, und ohne das Eintreffen der erwähnten offiziellen Ropie abzu die sich nicht auf die im deutsch- russischen Berfrage geregelten warten, die Frage zu prüfen, ob und in welchem Maße der BerPunkte beziehen. trag von Rapallo die Bestimmungen des Bertrages von Ber Die teutsche Delegation hat mit Genugtuung die Entwidlung failles berührt, für den allein die Reparationstommiffion zu begrüßt, welche die Berhandlungen der Rommiffionen genommen ständig ist, insbesondere ob und in welchem Maße der Bertrag von Poincaré fordert Zwangsmaßnahmen. Paris, 21. April.( WTB.) Das„ Deuore", dem die Berantmortung für feine Nachricht überlassen bleiben muß, schreibt, Poincarés Programm sei zuerst, England davon zu über. zeugen, daß die Umstände einen fofortigen Abschluß des französisch englischen Schuppertrages notwendig machten, in dem die Klaufel einzufügen sei, daß die militärische Allianz in Erscheinung trete, wenn Bolen von den Deutschen oder Russen bedroht werde. Sobald dieser Paft unterzeichnet wäre, würde die französische Regierung von England verlangen, sich wenigstens durch eine Geste an den 3wangsmaßnahmen gegen Deutschland zu beteiligen, die dadurch gerechtfertigt feien, daß Deutschland ein Abfommen mit den Russen aufrechterhalte, das dem Friedensvertrag von Versailles zuwiderlaufe. Das„ Deuvre" fragt: Und wenn sich England an der Befegung des Ruhrgebiets nicht beteiligt? und fährt dann fort: Denn darum handelt es sich. Und unser Generalstab ist seit einigen Tagen aktiv mit dieser Frage beschäftigt. daß preußische Ravalleriestreitträfte, sogenannte 3m Zusammenhang damit verbreitet das Blatt das Gerücht, Bolizeiträfte, schon im Rorridor von Danzig zusammen. gezogen feien. Dazu bemerkt TB.: Soweit diese Meldung Berdächtigungen gegen Deutschland enthält, trägt sie den Stempel ber unwahrheit und Lächerlichkeit an der Stirn. Denn wie sollte Deutschland im Rorridor auch nur einen Mann mobilisieren, ohne daß die Bolen es wüßten und ohne daß sie sofort darüber ein großes Geschrei erhöben?"( Bir glauben an einen Uebermittlungsfehler. Daß ein ernstes Blatt wie Deuvre" folchen Blödsinn verbreitet, scheint uns ausgeschlossen. Reb. d. B.") Bielleicht war dies alles ein Wettlauf des blind Eifers, der bekanntlich nur schadet. Aber dann war, so will es fci nen, der franzöfifche der noch blindere. Eine Anfrage an Lloyd George. zu bringen. Herr Rathenau ist einen sehr gefährlichen Weg läufig an der Aufrechterhaltung ber Einfuhrver. Herstellung der doch auch von den kommunisten geforderten Eingegangen, aber auf ihm wurde der französische Chauvinismus bote festhalten müsse. Erst wenn der Wiederaufbau innerhalb heitsfront völlig in Frage stellen muß. Darüber fann auch die Mögwider Willen zu seinem Schutzengel. der einzelnen Staaten, das ökonomische Gleichgewicht zwischen den lichkeit einer monarchischen Geste, der in Aussicht gestellten BegnadiStaaten und tie Stabilisierung der Währung erreicht sei, fänne in gung, nicht hinwegtäuschen. In demselben Augenblid, wo das Europa die Handelsfreiheit propagiert werden. Für Rußland deutsche revolutionäre Proletariat für die Integrität der russischen handele es sich aber nicht um unfreundliche, zolfriegerische, sondern Revolution demonstriert hat, muß es geradezu als ein Hohn und um Maßnahmen, die verhindern sollen, daß Rußland in eine eine Herausforderung wirken, wenn man in Mostau von den Sozia Kolonie verwandelt wird. Krassin forderte eine systematische listen einen Verzicht auf den bewaffneten Kampf und den Terror V. Sch. Genua, 20. April.( Eigener Drahtbericht.) Im Berteilung der Rohstoffe unter die einzelnen Länder gegen die Sowjetregierung" fordert. Die Amnestie soll sich nicht Verlauf des gestrigen Presseempfanges bei Lloyd George und stellte eine spezielle Note über das russische Außenhandels- auf alle Sozialrevolutionäre beziehen, besonders nicht auf diejenigen, richtete der Vertreter des Vorwärts" an den englischen monopol in Aussicht. die in den Kerfern des Zarismus schmachten. das sind Premierminister die Anfrage, ob er bei seinen Einleitungsitalienische Handelsminister vertrat den nicht die Methoden, die zur Einheitsfront führen. worten, daß es Leute gäbe, die einen Mißerfolg der Kon- Standpunkt, die Grundsäge von Portorose auf alle Staaten anzuferenz wünschten, an Deutschland oder an Rußland wenden. Er überreichte einen auf diesen Borschlag aufgebauten Bartei von der gestrigen Rundgebung, das sie auf der ersten Die Freiheit" rechtfertigt damit das Fernbleiben unserer gedacht habe. Entwurf eines internationalen Abkommens, in dem sich die ver- Seite getadelt hat. tragschließenden Staaten verpflichten, den Handel nicht durch Verbote zu erschweren, abgesehen von Gründen der öffentlichen Sicherheit, des fanitären Schuhes und von Waren, die Gegenstände des Staatsmonopols find. Die Staaten sind berechtigt, sich gegenüber Gütern zu schützen, deren Auslandspreis unter dem Herstellungspreis im Einfuhrlande bleibt. In Zweifelsfällen ist das Internationale Schiedsgericht im Haag anzurufen. Der Premierminister erwiderte darauf: Durchaus nicht. Ich habe diesen Eindruck niemals gewonnen, weder von den Russen noch von den Deutschen. Wie ich auch von dem Bertrag denken mag, so glaube ich doch nicht, daß Deutschland oder Rußland die Absicht gehabt haben, die Konferenz zu fa botieren. Im weiteren Verlauf der Anfragen wies ein italienischer Pressevertreter auf den Gegensay hin, der zwischen dem Vorwurf der Illoyalität und der vorstehenden Erklärung Lloyd Georges besteht. Einerseits meine er zwar wohl, daß der deutsch- russische Vertrag sehr leicht zum Scheitern der Konferenz hätte führen fönnen, aber andererseits meine er doch nicht, daß das in der Absicht der in Frage kommenden Staaten gelegen habe. Lloyd George versuchte diesen Widerspruch zu lösen, indem er erklärte, daß die Absichten der beiden Mächte seiner Ansicht nach zwar feine schlechten gewesen seien, daß es aber trotzdem illoŋal gewesen sei, in diesem Augenblick so zu handeln. Zusammentritt des Ausschusses für Rußland Ohne Rußland und Deutschland. Paris, 21. April.( WTB.) Die Agence Havas meldet aus Genua: In den Unterredungen Lloyd Georges vor und nach dem brochenen Arbeiten. Der Die englische Delegation überreichte einen Ab änderungsvorschlag zum Londoner Memoran " Wilhelm II. und der Heldentod. Zu diesem Thema, das infolge der Beröffentlichungen des Ge nerals v. Eisenhart Rothe neuerdings wieder erörtert wurde, liefert Mag Springer in der„ Deutschen Revue" einen neuen Beitrag. Er gibt Erinnerungen des verstorbenen Geheimrats Robert Dohme wieder, der dem Raiser Friedrich in der letzten Zeit vor seinem Tode besonders nahe gestanden hatte. Darin erzählt Dohme dum. unter anderem, daß gewisse Hoffreise den ehemaligen Kronprinzen, Zum Schluß murde folgendes Ergebnis festgestellt: Bis zum späteren Raiser Friedrich, als seine tödliche Erkrankung befannt geMontag, den 24., abends, find sämtliche in Genua anwesenden De- worden war, in Berlin behalten wollten, damit er hier beschleunigt legationen berechtigt, Borschläge über weitere Disfterbe". Der spätere Kaiser Wilhelm habe zu seiner Mutter gesagt: fussionsgegenstände außerhalb des Londoner Memoran- Wäre Papa doch bei Wörth gefallen( 19 Jahre früher). Das wäre dums dem Ausschuß schriftlich zu unterbreiten. Der Ausschuß wird glüdlich gewefen!" Aber, Wilhelm, rechnest Du das Glüd, das sich darüber schlüssig werden, ob er tiefe Gegenstände selbst be- er die ganze Zeit über genossen, rechnest Du mein, unser aller handelt, oder durch eine besonders einzusehende Sachverständigen G1üd fo wenig?" Nein, es wäre boch besser gefommission behandeln lassen wird. In der Zwischenzeit soll im wesen!" Anschluß an die Leitfäße des Londoner Memorandums mit der Distussion fortgefahren werden. Sowjetjustiz und Berliner Konferenz. Wer sagt die Wahrheit? Man sieht daraus, daß sich die bekannte Borliebe des letzten deutschen Kaisers für den Heldentod anderer sogar bis auf den eigenen Vater erstreckt hat. Er selbst hat freilich die günstige Gelegenheit, die sich ihm vier Jahre lang bot, unausgenugt gelassen und zuletzt nach einem ,, inneren Kampf", dessen Schilderung brave Untertanen nur mit Thränen im Auge lesen tömmen, den gedeckten Nachdem Lenin in der„ Prawda" Radet und Bu- Rückzug auf neutralen Boden angetreten. dend fei. Frühstück mit den Führern der alliierten Delegationen, denen sich die ch a r in wegen der politischen Zugeständnisse in bezug auf die Vertreter der Kleinen Entente angeschloffen hatten, war die Rede von Berhängung von Todesurteilen gegen die verhafteten Sozial der Wiederaufnahme der im Ausschuß für ruffliche Un- revolutionäre auf der Konferenz der drei Erefutiven gerüffelt gelegenheiten infolge des deutsch- ruffifchen Vertrages unter- hat, erklärt nun auch der russische Volkskommissar für JustizDie Alliierten hatten die russischen Vertreter am Sonnabend wesen, Kurski, daß der in Berlin übernommene Berzicht verständigt, daß sie die Besprechungen nicht wieder aufnehmen wür- auf die Todesstrafe für das Moskauer Gericht nicht bin= den, solange fie nicht den ihnen gestellten Bedingungen zuffimmten. Die russische Antwort, die heute übergeben wird, scheint nun nicht eine vollkommene 2blehnung zu sein. Infolgedessen handelt es fich darum, zu entscheiden, was der Ausschuß für russische Angelegenheiten fun wird. Barthou gab an, es fönne von offiziöfen Besprechungen mit den Vertretern Mostaus nicht die Rede fein. Er fehle hinzu, es sei sehr wünschenswert, die Vertreter der neutralen Staaten nicht mehr von den eingeleiteten Berhandlungen fernzuhalten. 2le alliierten Bevollmächtigten schloffen sich dieser Unsicht des franzöfifchen Delegierten an. Es wurde befchloffen, daß der Unterausschuß für ruffische Angelegenheiten morgen vormittag eine offiziöse Sihung abhalten soll, an der außer den Bevollmächtigten der fünf einladenden Mächte die Bertreter Schwedens, der Schweiz, Polens und Rumäniens teilnehmen sollen. Die deutschen und die russischen Bertreter werden nicht dazu eingeladen. Man wird eine erste Prüfung der ruffisajen Antwort vornehmen und beschließen, ob man die Verhandlungen mit den Sowjetdelegierten fortsehen foll oder nicht. 3m Berlauf des Nachmittags wird dann der gleiche Unterausfchuß offiziell mit den Russen zusammenkommen, wenn ihre Zulaffung, wie es wahrscheinlich ist, genehmigt wird. Gegenüber diesen sicherlich autoritativen Erklärungen erscheint es doch nicht unwichtig daran zu erinnern, daß in der Neunerfommission der Konferenz von Radet, Bucharin und Klara 3ettin mit Nachdruck erklärt wurde, die russische Regierung habe bereits vor der Berliner Konferenz auf die Verhängung von Todesurteilen verzichtet. Sie forderten unter Hinweis auf diese Tatsache", daß es an der fraglichen Stelle der gemeinsamen Erklärung heißen solle: daß, wie in der Sowjetpresse bereits vor der Konferenz festbe- ,, daß, gestellt wurde, in diesem Prozeß die Verhängung von Todesstrafen ausgeschlossen sein wird..." Das Wirtschaftsprogramm der Ruffen. Diesem Antrage wurde entsprochen, wie der veröffentlichte Wortlaut zeigt. Wie kommt es nun, daß offenbar weder Lenin noch Rurfti von diesen Feststellungen der Sowjetpreffe" etwas missen, die von den Vertretern der Dritten Internationale in Berlin übereinstimmed behaupntet wurden? Wer sagt hier die Wahrheit? Die Freiheit", die auf der ersten Seite die gestrige gemeinsame Kundgebung der USP. mit der KPD. feiert und unsere Partei wegen ihrer Nichtbeteiligung angreift, sieht sich genötigt, auf der dritten Seite derselben Nummer folgendes Grillparzer:„ Der Traum, ein Leben." schildert. Aber der Bühnenaufbau ist in hohem Maße geschickt. Boltsbühne. Rundgebungen zum Tode Hues. Namens der holländischen Bruderpartei telegraphiert uns Ge. noffe Troelstra: Tief erschüttert durch den Tod des verehrten und geliebten Parteifreundes Hue bezeuge ich der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands unser innigstes Beileid über diesen unheilbaren Verlust. Rheinisch- Westfälische Pressestimmen. fälische Presse aller Richtungen widmet mit wenigen Ausnahmen Effen, 21. April.( Eigener Drahtbericht.) Die rheinisch- westdem großen Bergarbeiterführer Hue Nachrufe. Besonders bemerkenswert ist ein Nachruf des kommunistischen„ Ruhr- Echos", in dem es u. a. heißt:„ Auch wir Kommunisten schäßen Hue als einen Arbeiterführer, der wie faum ein anderer vertraut ist mit den Bergarbeiterfragen und über ein reiches und tiefes Wissen verfügte. Wir waren nie des Toten besondere Freunde. Er wies dem ringenden Brole= tariat den nach unserer Meinung verkehrten Weg. An seiner Bahre jedoch glauben wir ihm das Zeugnis ausstellen zu können, daß er einer von den wenigen war, die es wirklich ernst meinten mit dem Sozialismus." haß gegen den hervorragenden Bertreter der Bergarbeiter noch nicht Die Deutsche Bergwerkszeitung" tann auch am Grabe ihren überwinden. Sie versucht, das Andenten des großen Toten mit dem Borwurfe der Charafterlosigkeit zu belasten, indem sie u. a. fchreibt, daß Hue bei Verhandlungen mit seinen wirtschaftlichen und politi schen Gegnern sich schwankend zeigte und bei getroffenen Verein barungen unzuverlässig war. Der Dollar gibt etwas nach. Die nach den vorliegenden Meldungen aus Genua einein ziemlich scharfes Angebot in ausländischen Zahlungs getretene Entspannung rief am heutigen Berliner Devisenmarkt mitteln hervor. Der Dollar wurde um die Mittagsstunde mit 273 gehandelt. Genua, 21. April.( Sonderbericht des" Sozialdemokratischen zu erklären: Barlamentsdienstes".) Am Donnerstag tagte der Ausschuß für Die Aeußerungen der Moskauer Machthaber, die sich um die materielle Handels- und Wirtschaftsfragen. Rrassin erflärte, in Berlin getroffenen Bereinbarungen nicht füm daß Rußland grundsätzlich aus praktischen Erwägungen heraus vor- mern, ftellen einen Berstoß gegen Treu und Glauben dar, der die #zweiten Bildes zusammen, das die Begegnung mit dem Könige| Filmwunder und Filmgeheimnisse. Täglich staunen und freuen sich Millionen über die Wunderwelt, die der Film erstehen läßt. Ferdinand Steinhofer brachte in Gestalt und Spiel das Aber nur wenige machen es sich flar, wie sie zustande kommt. InIn farbiger, ebenmäßig gerundeter Darstellung zogen die Ausdruck. Eine sehr eindringlich bedeutsame Bartnerin, namentlich er in der Urania hinter die Kulissen des Films führte und an der stürmisch Jünglingshafte, die Leidenschaft des Helden kongenial zum genieur Meyen hatte daher dankbare Hörer und Zuschauer, als Szenen vorüber. Es war der trefflichen Regie Richard Révys in der großen Szene des zweiten Bildes, stand ihm Mary Diet- materials die technischen Geheimnisse enthüllte. Zunächst gab er eine Hand eines höchst instruktiven und interessanten Anschauungsgelungen, trotz der zahlreichen Verwandlungen die bunten Bilder in rich s stolze, von rascher Liebe entflammte Prinzessin gegenüber. Uebersicht über die Vorläufer und die Entwicklung des Films und ungebrochenem Fortgange zu entwickeln. Die aufs äußerste per- Der alte Dheim Rustans und der alte König waren durch Guido führte dann Proben der mannigfachen Filmarten von heute mit Er. fürzten Zwischenzeiten wurden durch eine stimmungsvoll von Wolf- Herzfeld und Gustav Czimed gut vertreten. gang 3 eller tomponierte Mufit ausgefüllt. Und dieser rasche Sagenbruch war eine schlichte Mirza. Herr Asper ein bei Fluß war nicht mit dem Verzicht auf deforative Wirkung, mit nur aller Bosheit in seinen Sprüngen und seiner Beweglichkeit nach des fahl andeutenden Hintergründen erkauft. Die Heimat Ruftans mit dem Dichters Intentionen zugleich humoristisch wirkender Neger. Das weiten Ausblick auf die bewaldeten Hügelfuppen, die einfame Brücke, Bublikum schien voller Teilnahme zu folgen. Nach dem Schluß er an der er dem Könige zum ersten Male begegnet und feinen Speer scholl starter, lang anhaltender Applaus. nach dem verfolgenden Ungeheuer schleudert, alle die Schaupläge, auf denen sich sein weiteres Schicksal abspielt, traten in plastischbühnenmäßiger Bildlichkeit hervor. macht" werden, wurde deutlich, Bergrößerung, Berkleinerung, Ber Charlotte läuterungen vor. Wie die Wunder des Films( oft so einfach) gelangsamung und Beschleunigung( Beitlupe und Zeitraffer) sind die wesentlichsten Hilfsmittel. Dann wurde der Tridfilm, der meist von houetten, der Sport- und Landschaftsfilm( vom Flugzeug aus) fooben aufgenommen wird, erläutert. Auch der Werbe-, der Silmie schließlich der Unterseefilm mußten ihre Geheimnisse opfern. Aber die technische Einsicht zerstört glücklicherweise die Illusion nicht, und so hatte das Publikum zur Belehrung eine genußvolle Ueber. sicht des Films gewonnen. dt. In Grillparzers Drama, zu dem ihm eine kleine Erzählung Boltaires den Anstoß gab, erscheint der Traum als Warner. Der Jüngling, in dem fleinen Hause seines Oheims aufgewachsen, sehnt sich aus der friedvoll stillen Enge diefer Existenz nach dem, was seiner Inabenhaften Phantasie als höchster Lebensgipfel vorschwebt. Die jorgende Liebe Mirzas vermag ihn nicht zu halten. Sein ungemessen stolzes Selbstbewußtsein dünkt sich zu großen Taten auserwählt zu Laten, die ihn in den angestaunten Kreis der Könige erheben sollen. So nimmt er von den Seinen Abschied, um dann im Schlafe die Erfüllung seiner Wünsche und was die Erfüllung dieser aus ihm machen würde, zu erleben. Der Sinn für Ehre, der als bester Teil sich seinem Ehrgeize verbindet, bäumt sich zu Anfang seiner Laufbahn gegen lügnerischen Trug noch einmal auf. Indessen die Begier ist stärter. Ein geheimnisvoller Fremder hat den Drachen getötet. Der Zuspruch seines Begleiters, des Negers Zanga, der die die 1882 2379 betrug, war in demselben Maße angewachsen. Die Kultusministerium angeregt. Bei der Sterilität dieses Ministeriums Berkörperung seines eigenen bösen Geistes ist, bringt ihn dazu, sich Schwarzen werden nach einem Wort Hedleys ,, von dem Hauch der in Kunstdingen ist indes nichts daraus geworden. Für das verarmte dem aus seiner Ohnmacht erwachenden Könige lügnerisch als sein europäischen Berührung einfach fortgewaht, und nichts wird jie in Deutschland ist etwas Aehnliches doppelt notwendig. Und die Künst Erretter auszugeben. Aus diesem Betrug, durch den er sich den Weg größeren Gemeinschaften erhalten können". Die größte Siedelung ler, die die Ehren der Nationalgalerie oder der Galerie der Lebenden zum Hofe bahnt und die Liebe der schönen Königstochter gewinnt, von reinblütigen Auftraliern, die es noch in Neufüdwales gibt, be- im ehemaligen Kronprinzenpalais in reichem Maße genießen, spinnt sich die Kette immer schlimmerer Taten. Jede Spur von findet sich bei Carooratant im südwestlichen Teil des Landes und brauchten wirklich nicht ihre Werke womöglich mit dem ZwischenDankbarkeit und Treue erstickt in Rustans Herzen. Gefrönt ist er umfaßt 42 Bersonen. Bei Runnymede in der Nähe von Kyogle gewinn ihres Kunsthändlers belastet der finsterste Tyrann, bis ihm am Ende die gerechte Vergeltung Schwarzen wissen nach einer bitteren Bemerkung Hedleys sehr viel leben noch 27 Australier beisammen und bei Euraba 23. Diese dem Staat zu verkaufen. Der Traum hat ihm enthüllt, was feimhaft als Trieb des mehr von der Sprache, dem Staat und der Religion der Europäer Esperanto- Unterrichts in den Schulen schloß am Donnerstag ihre Die internationale Esperanto- Konferenz zur Einführung des Bösen im Hintergrunde feines Ehrgeizes schlummert. Nach des als die gebildeten Weißen von ihnen wiffen. Reine wissenschaftliche Arbeiten ab. Einstimmig wurde ein Antrag angenommen, den Dichters Ratschluß heilt ihn die Erschütterung. Ein anderer Mensch Rörperschaft hat sich bisher der Erhaltung dieser Australier ange Regierungen einen Entwurf über die Einführung des Esperantoerwacht er, beglückt, an der treuen Mirza Seite ein Leben der Natur, nommen. Gleichgültigkeit und Nachlässigkeit lassen kostbare Werte Unterrichts zu unterbreiten, in dem sie sich gegenseitig zur Einführung frei von falschem Glanz und frei von Schuld, zu führen. Ein durchperfommen. Das primitive Leben dieser Ureinwohner, die unfern der Weltsprache verpflichten. Der Antrag wird der nächsten Völker gängig intimes Ineinanderschillern von Traum und Wirklichkeit darf eigenen Vorfahren aus der Steinzeit ähneln, ihre tiefe Renntnis der bundversammlung unterbreitet werden. man von diesem Drama nicht verlangen. Es will Theater sein, will Tiere und Vögel, der Bäume und Kräuter, ihr eigenartiges und Spannen durch den Apparat der stofflichen Berwicklungen. reich ausgebildetes Gesellschaftssystem, ihre Heiratsfitten und ihre Dichterisch wesentliche faßt sich in dem gedrängten Reichtum des verloren." Zeichensprache, alles geht ohne Aufzeichnung und ohne Bedauern Die aussterbenden Australier. Dasselbe Schicksal, das den Ureinwohnern Nordamerikas, den Indianern, beschieden war, droht Australier, die dieses Land bewohnten, bevor die Kultur hier ein schrift Revue des Beaux- arts" macht Gustav Kahn den Borschlag, nun auch den Eingeborenen Australiens: das Aussterben. Die Künstler als Mufcumstifter. In der französischen Runstzeit. drang, werden bald fortgewischt sein vom Antlig der Erde, jeben ein freiwilliges Museum zu errichten, und der" Temps" hat diesem falls dürfte in Neufüdwales schon die nächste Generation reinblütige Gedanken lebhaften Beifall gezolit. Die offiziellen Stellen, schreibt Urauftralier höchstens noch als Gehenswürdigkeiten erleben. Auch Kahn, erkennen die neuen Talente nicht rechtzeitig genug. Daher dies wird nur möglich sein, wenn man die Eingeborenen beffer schüßt find die Galerien, die felten zu einer Zeit faufen, da die Meister noch als dies heute der Fall ist. Ueber das Schicksal ter Australier in billig sind, später auf die Gebelaune von Gönnern angewiesen. Hier Eingeborenen- Schußamtes, Hedley, in sehr peffimistischer Weise. Kritikern, Künstlern und Bertretern des Staates hätte würdig be. Neufüdwales äußerte sich der Vorsitzende des fürzlich begründeten müßte ein freiwilliges Museum" eintreten. Ein enger Kreis von Viele der Stämme haben sich noch vor vierzig Jahren durch Kämpfe fundene Künstler aufzufordern, eines ihrer besten Werke einzusenden, untereinander aufgerieben. 3eit 7000; feitdem find sie auf faft 1000 zurüdgegangen. Je mehr fertiger, der unterdessen durch die Ausstellung an hervorragender Die Ueberlebenden zählten um diefe das dann ausgestellt wird. Nach ein paar Jahren kann der Beraber die reinblütigen Eingeborenen verschwanden, deste mehr wuchsen Stelle wesentlichen wirtschaftlichen Vorteil genossen hat, es zurüddie Halbblütigen an. 1882 gab es noch 6540 reinblitige Eingeborene fordern und es durch ein anderes ersetzen. Eines auf jeden Fall wird 1917 und 1921 auf 1281 zurückgegangen. Die Zahl der Mischlinge, in Neusüdwales; sie waren 1892 auf 4458, 1902 auf 2880. 1912 auf Eigentum des Staates. Mehrliche Pläne wurden nach der Revolution im preußischen trifft 1 Das Die Große Volksoper Berlin verpflichtete den jebigen 1. Stapell meister des Mannheimer Nationaltheaters Franz v. Hoeglin für die tommende Spielzeit im Theater des Weitens als 1. Kapellmeister. Keine Kartoffelumlage! Lieferungsverträge sind iu Ausficht genommen. Im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft fand unter dem Vorsitz des Reichsminister» F e h r eine Besprechung mit den Regierungen der Länder über die Regelung der Kartoffeloer- sorgung im Wirtschaftsjahr 1922 statt. Die Versammlung stimmte darin überein, daß rechtzeitig Vorsorge getroffen werden müsse, um den in diesem Wirtschaftsjahr hervorgetretenen Schwierigkeiten in der Kartoffelversorgung im neuen Wirtschaftsjahr zu begegnen. Im Anschluß an frühere Beratungen wurde eingehend erörtert, ob. eine Kartoffelumlage ausgeschrieben werden könne. Gegen einen von verschiedenen Seiten unterstützten Vorschlag, wenigstens einen Teil des Bedarfs durch eine Umlage sicherzustellen, wurden von anderen Teilnehmern ernste Bedenken erhoben. Insbesondere wurde von den Vertretern der für die Kartoffelaufbringung in erster Linie in Betracht kommenden Länder unter Hinweis auf die ablehnende Stellungnahme sowohl der überwiegenden Mehrheit der Städte wie der ländlichen Kommunalverbände die technische Durchführbar- keit einer solchen Maßnahme bezweifelt. Nach längerer Aussprache wurde in Aussicht genommen, den Abschluß von Lieferungsoer- trägen mit großen Verbrauchergruppen zu fördern und auf eine ver- mehrte Wagenstellung zwecks schleuniger Versorgung der Bevölkerung herbeizuführen. Abschließend erklärte der Rcichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, daß hiernach von der Vorlegung eines Gesetzentwurfs über die Ausschreibung einer Umlage zurzeit a b z u» sehen sei und daß die Verhandlungen mit den Beteiligten über den freiwilligen Abschluß von Lieferungsoerträgen mit größter Be- schleunigung aufgenommen werden würden. Wir halten für ausgeschlossen, daß in der Frage der Kar» toffelversorgung damit das letzte Wort gesprochen sein könne. Das Wesen der Umlage besteht in der P r e i s r e g u l i e- r u n g. Zu Wucherpreisen kann man schon heute über jede Menge Kartoffeln Lieserungsverträge abschließen.-Das be- durfte nicht erst der Entdeckung der Sachverständigen. Wir oerlangen aber eine Beeinflussung der Kartoffel- preise. Hier muß scharf zugefaßt werden. Die Gewerkschastsinternationale. Eröffnungssitzung des Kongresses. Rom. 21. April(Intel.) Gestern vormittag um 10 Uhr wurde hier der Internationale Gewerkschaftskongreß eröffnet. Nach einer kurzen Ansprache des Präsidenten ergriff d'Arragona als Ver- treter des italienischen Gewerkschaftsbundes das Wort zu einer kurzen Begrüßungsrede, in der er darauf hinwies, daß Italien zum ersten Male die Ehre habe, den Internationalen Gewerkschaftsbund als Ganzes bei sich zu empfangen. Er begrüße dies um so mehr. als die Arbeiterschaft Italiens von jeher Solidarität und Jnternatio- nalismus hochgehalten habe. In Genua würden die Verhandlungen von dem Standpunkt der nationalen Interesien aus geführt. In Rom jedoch solle die lnlernaNonale Solidarikät in den Vordergrund der Debatten gestellt werden. In Genua lehne man es ab, die Abrüftungsfrage zu erörtern. In Rom solle sie das Hauptthema sein. Das Proletariat müsse sich fester denn je zusammenschließen. Präsident Thomas führte nach ihm aus: Wir vertreten hier 24 Millionen Arbeiter. Das ist die größte internationale Macht, die heute besteht. 20 Nationen sind hier ver- treten. Es ist ein Zufall, daß gleichzeitig die Konferenz von Genua und der römische Kongreß tagen. Wenn wir auch wissen, daß die Konferenz von Genua der Wiederherstellung des Kapitalismus dienen soll, werden wir doch erklären, daß dort schwerwiegende Be- schlüsse gefaßt werden, die auch für die Arbeiter aller Länder von größter Bedeutung sein werden. Er gebe der Hoffnung Ausdruck, daß die Verhandlungen in Genua in einem solchen Geiste geführt werden, daß die Leiden der acht letzten Zahre vergesien würden. Trotz aller Opfer des Krieges stehen in Europa heute eine Million Menschen mehr in Waffen als vor dem Kriege. Die Arbeiterschaft befindet sich in einer schwierigen Lage. Obwohl es 10 Millionen Menschen gibt, die gern arbeiten würden, können sie keine Arbeit finden. Dies fei die schwerste Anklage gegen die Zivilisation. Die Arbeiter der verschiedenen Länder seien aufein- ander angewiesen. Der Internationalismus müsie der Kampfruf der Arbeiter sein. Obwohl die Arbeiter kein« gemeinsame Sprache sprechen, verstünden einander doch, da sie die gemeinsame Sprache der Rlenschllchketl reden. Die Amsterdamer Internationale war es, Ii« die erste enregifche Aktion gegen die Blockade Rußlands durchführt«, die 180 000 Pfund Sterling für die russische Hilfsaktion aufbrachte." Ferner erinnert Thomas an den Kampf gegen Horthy-Ungarn und an die Aktion gegen die Munitionslieferungen Polens. Die Amsterdamer Znternalionale habe viel geleistet, ohne zu fragen, ob ihr auch in Sowjetrußland das Recht zur Propaganda gewahrt bleib« oder nicht. Au« freien Stücken habe sie so gehandelt. Sie werde so auch weiter handeln, selbst wenn sie von den Russen wenig Dank dafür erntete. Im weiteren Verlauf der Sitzung ergriff I o u h a u x das Wort, der dem Kongreß Mitteilung vom Wieden H u e« macht«, zu dessen Ehrung sich die Anwesenden erhoben. Es wurde be- schlössen, an die Familie Hues und an ten Bergarbeiterverband Beileidstelegramme zu senden. Am Mittag besuchten die Kongreßteilnehmer dl« Eankeckera. eione ckcl laboro, wo Iouhaux eine kurze Ansprache hielt. Parteitag üer belgischen Arbeiterpartei. Der 83. Iahreskongreß der belgischen Arbeiterpartei tagt« vom IS. bis 17. April in dem großen Saale des„Maisrni du Peuple" zu Brüssel unter der Beteiligung von etwa 600 Tellnehmern. N«ben den Berichten der Parteileitung, die ohne besondere Diskussion ent- gegengenommen wurden, beschäftigte der Parteitag sich mit einer Revision des Organisationsstatuts und der Frage der Doppelman- date. Besonders lebhaft gestaltete sich die Aussprache über die Frauenagitation und die Schulfrage. Der Abend des 15. April ver- sammelte die Delegierten auf einem internationalen Meeting, auf dem Tom Shaw(England), Meißner(Tschechoslowakei), K r i g s(Luxemburg), Tseretelli(Georgien), Dan der Goes (Holland), Otto Wels(Deutschland) und Paul Favre(Frank- reich) unter stürmischem Beifall die Grüße ihrer Parteien und deren politischen Anschauungen zur internationalen Situation zum Aus- druck brachten. Generalratswahlen in Frankreich. Durch einen Erlaß der fran- zösischen Regierung werden auf den 14. Mai die Neuwahlen für die erste Serie der Generalrats- und der Arrvndissementswahlen in allen Departements mit Ausnahme des Seine-Departements ausge- schrieben. verfallenöe Gräber. Die Groß-Berliner Kirchhöf« haben sich ungeachet mancher Schönheiten stets durch ein« recht große Anzahl von Grabhügeln, um die sich wsnige Jahre nach ihrer ersten Anlage niemand mehr be- kümmerte, unliebsam bemerkbar gemachst Am trostlosesten sieht es da aus, wo die sogenannten„Armenleiche n" in Massen- Hügeln beigesetzt werden. Man hat hier gar nicht den Eindruck eines Friedhofes, sondern den eines mit Unkraut über- wucherten Feldes, in dem über den wenig tiefliegenden Särgen, den bekannten„Nasenguetfchern", wild« Kaninchen unge- stört ihre Schlupfwinkel graben. Der Krieg hat die gute Absicht, auf städtische Kosten diese elenden Grabstätten,'die als solche vielfach noch nicht einmal durch eine Nummerzahl kenntlich sind, würdiger auszustatten, vereitelt. Aber auch viele der bezahlten Grabstätten, bei denen die Liegefrist noch lange nicht abgelaufen ist, geben schneller als vor dem Kriege dem Verfall entgegen. Di« Angehörigen sind geldlich nicht mehr in der Lag«, Gebote der Pietät so wie früher zu erfüllen. Wie die einigermaßen würdige Beerdigung heute mindestens 1500 M. kostet, so ist auch die Erhaltung der Grabhügel außerordentlich teuer geworden. Für mehrere hundert Mark hat man nur einen ganz dürftigen Grab- schmuck. Allein das Begießen während der Sommermonate kostet durchschnitttich fünfzig Mark. D-e Kosten für ganz einfache Gedenk- steine gehen gleich in die Tausende. Schließlich haben die hohen Fahrkosten nach den meist weit entfernten Friedhöfen auch den Besuch der Grabstätten sehr bedeutend verringert. Durch all« solche Umstände hat die Pflege der Gröber stark nachgelassen. v!e Jug-rnü gegen öen Krieg. Zu einer Kundgebung gestaltete sich die Versammlung der kriegsgegnerischen Jugend, die am Donnerstag in der Aula des Friedrich-Wilhelm-Gymnasium» stattfand. Werner I a n t s ch g«, Sekretär der Weltjugendliga, sprach einige Be- grüßungsworte und teilte mit, daß di« Veranstaltung internatio- nalen Charakter trage, da Teilnehmer au» Frankreich, England, Oesterreich und auch aus Estland erschienen waren. Als erster Redner erhält Walz-Wien das Wort. Er über- bringt die-brüderlichen Grüße der österreichischen Jugend und be- richtet weiter von seiner Reise noch Frankreich. Eine dicke Mauer trenne uns leider. Haß können wir sie nennen. Aber diese Mauer muß von der Jugend abgebaut werden. Als Gast der französischen Jugend stellte Paul Campargue- Paris fest, daß auch in Frank- reich die Jugend auf dem Posten sei. Es kommt oft vor, daß man an einem friedlichen Deutschland zweifle. Die kapitalistisch« Press« in allen Ländern werde immer di« Dinge anders hinstellen, als sie sind, und die Jungen müßten das bekämpfen. Begrüßende Hände streckten sich diesseits und jenseits über die Grenzen. Die Jungen müssen alles hm. um zu verhindern, daß wieder ein Menschen- schlachten stattfinde. Es gebe ein nationalistisches und ein sozia- listisches Frankreich, ober auch ein neues Deutschland neben dem alten. Gegen die losgelassenen Nationalisten müssen wir uns einigen.(Lebhafter Beifall.) Ein englischer Genosse über- brachte die Grüße der AntiMilitaristen Englands. 6000 Menschen wurden wShrend des Krieges ins Gefängnis geworfen, die sich ge- weigert hatten, eine Waffe anzurühren. Was habe jetzt das sieg» reiche England? 3 Millionen Arbeitslose und 70 Proz. des National- Vermögens feien für Rüstungen verfchleudert worden. Wir müssen alle geloben: Nie wiedch Krieg! Der Vertreter Estlands, Juhanfon, sprach nur wenig« schlichte, aber ergreifende Wort« von nachhaltiger Wirkung. Daraus ergriff Genosse Prof. Paul O estreich das Wort, der für eine bessere Erziehung der Jugend eintrat. Wir dürfen uns nicht mehr von jenen alten Ziezeptbäckern beherrschen lassen, deren Rezept« uns in das Blutbad geführt haben. (Lebhafter Beifall.) Nachdem nach Lemmer, Mohr, Fabian und Artur Z i ck l e r gesprochen hatten, erschien Stvatsminister von Branden st«in. der di« Grüße des Republikanischen Reichsbun- des überbrachte. Unter den Klängen des Liedes:„Wenn wir schrei- ton Seif an Seif" wurde di« Dchsammlung geschlossen. die letzten Morüfälle. Die Türkenmorde noch immer nicht aufgeklärt. Die unter dem Verdacht des Mordattentats auf die beiden Türken in Leipzig angehaltenen armenischen Studenten Berbo- r i a n und U n a n o f f sind im Laufe des heutigen Tages nach Berlin gebracht worden, um hier sofort der Witwe Tolaat Vaschas und anderen Zeugen gegenübergestellt zu werden. Frau Talaat Pascha glaubte bekanntlich nach dem Bilde in Berborian den jungen Mann zu erkennen, der sie bei dem Uebersall zurück- gerisien hat. Die Väter beider junger Männer lebten früher in R o st o w in Rußland und waren dort angesehene G r o ß- I n» dustrielle, die auch mit hiesigen Industrie- und Bankkreisen Verbindung hatten. In Rostow wurden auch ihre Söhne geboren und erzogen. Die Familien sind nicht türkische, sondern russische Armenier: alle Mitglieder sprechen und schreiben auch nicht armenisch, sondern russisch. Mit dem Borgehen gegen die türkischen Armenier und mit ihrer Blutrache haben sie nichts zu tun. Beide Bäter haben auch in Berlin noch Beziehungen zur Bank- und In- dustriewelt. Berborian ist Finanzbeirat der diplomatischen Ver« tretung der armenischen Republik.— Bei ihren weiteren Ermitt- lungen hat die politische Abteilung des Polizeipräsidiums festgestellt. daß am zweiten Osterfeiertaq, an dem in der Nacht der Doppelmord verübt wurde, in einem Restaurant in der Nürnberger Straße 39/40 eine Versammlung von Armeniern stattgefunden hat. Auf der Tagesordnung stand ein kleiner Vortrag über den gegen- wärtigen Zustand Armeniens, die Wahl des Vorstandes und Der- schieden«?. Die Einladung war unterzeichnet: Mit vaterländischem Gruß. Der Vorstand. Es ist bereits gelungen, den Vortragenden und einige Teilnehmer, die sich auf 60 bis 80 Personen beliefen, zu ermitteln und zu vernehmen. Hiernach handelt es sich um eine unpolitische lediglich landsmannschastliche Verein!- g u n g der Armenier in Berlin, die nur den Zweck bat, die Lands- leute über die Zustände im Daterlande zu unterrichten und mit diesem Fühlung zu halten. Ueber irgendwelche Politik sei, so sagen die Vernommenen aus, niemals verhandelt worden, von einer Ge- Heimorganisation sei keine Rede. phantastische Gerüchte über Spihelmoröe. Das Derbrechen an der Woifenbrücke ist noch nicht weiter aufgeklärt. Es ist aber kaum zu bezweifeln, daß ein Ver- brechen vorliegt. Di« Zeugen, die bisher über den Vorgang ver- nommen wurden, sind durchaus glaubwürdige Männer und haben ihre Mitteilungen, die sachlich übereinstimmen, durchaus unabhängig voneinander gemacht. Auch der Droschkenkutscher hat sich bereits gemeldet und gibt ebenso an, daß er, als er über die Brücke fuhr, Hilferufe hört«. Den Vorgang selbst beobachtete er nicht, er sah aber noch, daß zwei Männer in der Dunkelheit ver- schwanden. Die Leiche ist noch nicht gefunden. Heute wird ein Taucher die in Betrocht kommend« Stelle der Svree ab- suchen.— Ein Gerücht will wissen, daß der Mord an dem Mädchen mit dem immer noch nicht mifgeklärten Leichenfund in der Sächsischen Straße zusammenhängt, und daß beide einen politischen Hintergrund hätten. Bis jetzt liegt darüber nur eine noch durchaus unsichereMeldung vor. Ein unbekannter Mann, der sich als Kommunist ausgab, sagte durch den Fernsprecher:„Der Mann aus der Sächsischen Straße ist der Erste. Er hat als Spitzel die Kommunisten verraten. Auch ein« Frau ist dabei." Bei alledem handelt es sich nach Ansicht der Polizei um bloß« Redereien. Der Leichenfund im Grunewald. Unter dem dringenden Verdacht des Mordes an seiner Geliebten ist, wie wir mitteilten, der Hausdiener Max S p r i n ge r aus der Kaiseeallee 90 verhastet worden. Springer wurde noch im Lause der vergangenen Nacht von Kriminalkommissar Trettin eingehend verhört Er bestreitet nach wie vor. Elfriede Stahnke er- schössen zu haben und bleibt dabei, daß das Mädchen selbst seinem Leben ein Ende gemacht habe. Nach seiner Darstellung lernte er sein« Geliebte schon vor vielen Iahren kennen. Im Lach« der Zeck halfen sie sich wiederholt gegenseitig mit Geld aus. Jetzt zuletzt hatte Springer, wie er behauptet, an feine Geliebte eine Forderung von�500 Mark. Davon zahlte sie ihm, als er die Summe dringend zurückverlangte, 300 M., di« sie aus ihrem Strumpfe nahm. Für den Rest dagegen kaufte sie sich einen Revolver, um sich das Leben zu nehmen. Weil die Waffe von feinem Gelde gekauft war, so nahm Springer sie an sich, nachdem das Mädchen sich damit erschossen hatte. Nach Geld und Geldeswert will Springer dagegen die Kleider der Toten erst gar nicht untersucht haben. Gefunden wurde in ihren Taschen' gar nichts. Wie er sagt, sprach Springer die zu Boden gefallene noch an und fragte sie auch, ob er die Polizei holen solle. Als er aber keine Antwort mehr erhielt und sah, daß sie tot war, ging er weg. Einem Schankwirt erzählte er dann den Vorgang. Auch dieser fand sich nicht veranlaßt, der Polizei Mitteilung zu machen. Dieser Schankwirt, den Springer selbst ge- namck hat, wird heute von der Kriminalpolizei vernommen werden. Aber selbst wenn er die Erzählung Springers bestätigt, so beweist das noch keineswegs, daß dessen Darstellung auch richtig ist. Sie klingt vielmehr noch durchaus unwahrscheinlich. Den Revolver hat Springer für 140 M. verkauft. Kinderfahrscheine auf der Strafienbahn. Aus Anlaß der geplanten neuen Erhöhung des Straßenbahn-Fahrpreises wird die Einführung b e s o n- derer Fahrscheine für Kinder beabsichtigt. Wird der Fahrpreis für Erwachsene auf 4 Mark erhöht, so würde der Fahr- preis für Kinder bis zu 14 Jahren 2 Mark betragen. Eine Korrespondenz meldet, daß auf Veranlassung des Verkehrsamtes der Stadt voraussichtlich auch die Hochbahngesellschaft sich diesem Vorgehen anschließen würde. Sonntagswandernngen der Volkshochschule. Der Lehrplan für die neue Arbeitsperiode lApril— Juni) enthält u. a. die Ankündigung von mehreren Arbeitsgemeinschaften, die in Form von zwanglosen Sonntagswanderungen unter sachverständiger Führung vor sich gehen. Prof. Dr. Deegener, der bekannte Biologe der Berliner Universität. wird 6 Lehrausflüge nach Finkenkrug, Birkenwerder, Straus- berg, Tiesensee, Sakrower See und Postbruch-Bötzsee leiten. Hierbei sollen die Tiere und Pflanzen der Heimo t in der freien Natur beobachtet und besprochen werden. Gleichfalls auf 6 Sonntags- ausflügen wird Dr. Krause, Kustos am Botanischen Museum. die Pflanzengesellschaft der Mark erläutern. Weiter in die Ferne schweifen die von Dr. L e w i n geleiteten botanischen Exkursionen, !n deren Rahmen eine P fing st fahrt nach Jena und ins Schwarzatal geplant ist. Mehr nach der zoologischen Seite orientiert ist die von Dr. Klose angekündigte Arbeitsgemeinschaft, die auf Ausflügen in weiterer Umgebung neben der gemeinsamen Beobachtung des Bodens und der Pflanzen auch die Tierwelt berück- sichtigen will. Auf den Spuren Fontanes wandeln die Brandenburgischen Fahrten, die Dr. Krohn leitet. Besonders gründlich wird in Neukölln und Lichtenberg gearbeitet, wo die B i o- logiederMart zuerst in einem je achtstündigen Kursus behandelt wird, worauf sich erst die Lehrausflüge anschließen. Alles Näher« ergibt der große Arbeitsplan, der ebenso wie die Teilnehmerkarten in den bekannten Verkaufsstellen sowie in der Geschäftsstelle, NW. 7, Georgenstr. 34/36 IDienstsiunden 8— 4 Uhr, Freitag 8—6, Sonnabend 8—2) erhältlich ist._ Sturm gegen den„�ridericus"-j?ilm. Wohl kaum ein Film hat in Berlin jemals so viel Erregung verursacht wie der Fridericus-Rex-Film, den die Ratio- nalisien der verschiedenen Länder als vorzügliches-Werbemittel für ihre verwerflichen Zweck« betrachten. Gestern abend versammelten sich vor den Kuckncks-Licht spielen am Kottbuser Damm mehrere tausend Personen, die entschieden gegen dieses Machwerk demonstrierten. Di« Erregung wuchs derartig, daß ein Test der Protesttevenden in das Kino eindrang und sich anschickt«, die Einrichtung zu demolieren. Aus da» Eingreifen der Schupo hin ließen sie von ihrem Vorhaben ab und gingen schließlich auseinander.— Dies« Stellungnahme des Publikums er- scheint nach den Kundgebungen, die dieser Film bei den naüonalisti- schen Kreisen auslöste, durchaus verständlich, und es wäve nur zu an- gebracht, wenn der Friderieus-Rex endlich von dem Spielplan der Berliner Lichtspieltheater verschwände. „Volk und Zeil"» unsere illustrierte Wochenschrift, liegt der heutigen Postauflage bei. Der erste Werdersche Spargel. Heute früh kam der erste Werdersche Spargel nach Potsdam. Interessant war es zu beobachten, wie die Preise gemacht wurden. Die Bauern hatten sich schon vorher auf 16 Mark für das Pfund festgelegt. Die Potsdamer Händler lehnten aber einmütig diesen hohen Preis ab, und schließlich gelang es, den Spargel auf 10,50 Mark pro Pfund herunterzudrück-n. Im Kleinhandel kostete der Spargel 12 bis 13 Mark pro Pfund. Die Trauerseier für die beiden Opfer des armenischen INord- allenlals, den Ex-Generalgouoerneur Djemal Azmy Bey und den Professor Dr. Baha Eddin Schakir Bey, findet statt am Montag, den 24. April, vormittags 11 Uhr, auf dem Mohammedanischen Friedhof, Hasenheide, gegenüber dem Garnisonkirchhof. Auflösung der Ebelfchen ljeila-nstall. Die groß«, weit über Berlin hinaus bekannte E d e l s ch e Heilanstalt in Charlotten- bürg, Berliner Straße, wird in diesen Tagen vollständig ausgelöst. Di« Kranken werden zum größten Teil in Neuruppin und Ebers- walde Unterkunst finden. Am kommenden Mittwoch wird das ge- samt« Inventar zur Versteigerung gelangen. Eine Reichsbehörde hat den ganzen Häuserkomplex für sich in Anspruch genommen._ Ein starker Schueefoll geht seit Mitternacht im ganzen Rlesengeblrg« bi, herunter ms Tal nieder. Auf der Kamm- höhe ist da» Thermometer bis auf sechs Grad unter Null gesunken. vei den Explosionen ln Monasstr sind in einem Munittonsdepot mindesten» 1300 Personen umgekommen. Wetter für morgen. verlin und Umgegend. Kiwi und verSnderllch. überwiegend bewölkt mit geringen Sliederschlägen und frischen nördlichen Winden. Hrsß-Serliner parteinachrichten. 2. KreiS Ziergarte». Die Frauenrersammlung am Freitag fAlt au». 87. Abt. Sonnabend 7'/, Ubr bei Pfeiffer, H»o,burgNr. 2, Sitzung fflmtlISer Funktionäre und Elternbeiräte. Tageoordnung: Die Reu» mahl ber Elternbeiräte. Geschäftliche Mitteilungen. Die Fa. 2. Bungartz, Neukölln, hat Ihr Korsettgeschllft flir Matzanfertigung und Reparaturen»au Bodblnstratze 2» a nach voddwftratz« A. vorn parterre verlegt Gewerkschaftsbewegung Die 46- Stunden- Woche der Textilarbeiter. Landwirtschaft besonders notwendig ist. Der 1. Mai ist leider noch 1919 entspricht ziemlich genau den aus Anlaß der amerikanischen nicht in allen Freistaaten des Reiches zum gefeßlichen Feiertag er Mobilmachung vom 6. April 1917 bis zum 11. November 1918 hoben. Auch tarifvertraglich ist er wohl noch selten in der Land- verlorengegangenen Arbeitstagen. wirtschaft, so daß die Parole der Verbandsleitung zur Arbeitsruhe In aller Schwere gelten diese ungünstigen Umstände nur vom Konflikte heraufbeschwören fönnte, in denen zwar auf der einen Steinfohlenbergbau; der Anthrazitbergbau hat durch Anlage Beiratsfihung des deufschen Tegtilarbeiterverbandes. Seite das Recht der Landarbeiter feststeht, auf der anderen Seite von Lagerhöfen und durch Gewährung billigerer Sommerpreise Sie Am Ostermontag hielt der Berband eine außerordentliche Bei- aber sehr schwer zu entscheiden wäre, ob der Widerstand vom reinen Zahl der jährlichen Arbeitstage wesentlich zu steigern vermocht. Entatsfizung im Berliner Gewerkschaftshaus ab, die sich infolge der Unternehmerstandpunkte aus distiert ist, oder aber von der Not- scheidend bleibt bei alledem, daß die jährliche Förderungs möglich. bevorstehenden Kämpfe um die Erhaltung der 46- Stunden- Woche notwendigkeit im Interesse der Allgemeinheit. Sicher wäre dabei nur, feit der Kohlenbergwerte in den Vereinigten Staaten 750 000 000 wendig machte. Es mußten die Kampfmaßnahmen einer eingehen- daß solche Konflikte außerordentlich schwere Schädigungen für unsere Tons beträgt, denen ein jährlicher Höchstbedarf von nur 550 000 000 den Besprechung unterzogen werden. Der Streilleiter ein hals Ernährungswirtschaft bedeuteten. Letzten Endes aber ist die Frage Tons gegenübersteht. Im Stein- und Braunkohlenbergbau werden berichtete über die augenblickliche Kampflage im Münsterland, der jeweiligen Gewertschaftstattif eine Angelegenheit, die fortgefeßt weitere Schächte abgeteuft mit der Folge eines sehr lebBayern und Baden. Er fand ungeteilte Zustimmung des Bei- nur nach genauer Kenntnis aller Umstände beurteilt werden kann. haften Ronkurrenztampfes auf dem Rohlenmarkt der Ber rats, als er sich gegen die sozialistischen Schriftsteller und StaatsWenn in Sowjetrußland die Landarbeiter am 1. Mai einigten Staaten. männer aussprach, die als Sachverständige die Unter arbeiteten, freiwillig" natürlich, dann würde ihnen das in der nehmerinteressen verteidigten und sich in Wort und Schrift tommunistischen Presse als ein besonderes Verdienst angetreidet mer gegen den Achtstundentag wenden, weil diefer den wirt. den. Den Berliner Mosdauern in der Roten Fahne" aber, schaftlichen Wiederaufbau behindere. Diese Theoretiker beachteten denen das kommunistische Agitationsbedürfnis und der Haß gegen nicht, daß die Unternehmer noch vielfach aus Profitinteresse die Prodie Gewerkschaftsbureaukratie" folange sie nicht nach der fombuftion sabotieren und für munistischen Pfeife tanzt über jede vernünftige Erwägung geht, ist die Parole der Londarbeiterorganisation nur ein Beweis für die 3wiespältigkeit der Gewerkschaftsbureau fratie. Die Verbands. leitung wird verdächtigt, ihre besondere Stellungnahme davon feiten zu laffen, damit den Agrariern und Kraut. juntern die Profite nicht gefährdet werden". werden. Diese nichtsnutzige Berdächtigung muß niedriger gehängt den technischen Fortschritt in der Industrie jeben Blick verloren haben. Dann besprach Feinhals die Beitragsfrage und stellte feft, daß nicht allenthalben den Generalversammlungsbeschlüssen von Blauen und Breslau gefolgt und ein Stundenlohn als Beitrag abgeführt werde. Das müsse anders werden. Die männlichen und weiblichen Mitglieder müßten in dieser Hinsicht endlich mit allen Machtmitteln der Organisation an ihre Pflichten erinnert werden. In der Diskussion wurde u. a. von Zwiebel, Bamberg, eine Reihe von Beispielen angeführt, nach welchen die Unternehmer, obwohl ihnen Rohstoffe, Aufträge und Arbeitskräfte zur Verfügung ftehen, die Betriebe nur teilweise beschäftigten. Die Sabotage der Unternehmer fei offensichtlich. Trotzdem verlange man eine Verlängerung des Arbeitstages.. Die Arbeiter leisteten heute in der 46stündigen Arbeitswoche genau soviel wie früher, als der Arbeitstag 10 Stunden betrug. Eine Resolution des Referenten fand einstimmig Annahme. Sie besagt, daß der Beirat des Deutschen Textilarbeiterverbandes nach wie vor auf dem Standpunkt steht, daß die Begründung des Berlangens der Textilindustriellen auf Einführung der verlängerten Arbeitszeit nicht stichhaltig ist. Die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Textilindustrie habe durch die 46ständige Arbeitswoche teineswegs gelitten. Den besten Beweis bilden die Gewinne der letzten Jahre. Der Beirat beauftragt den Zentralvorstand, mit allen Mitteln der Organisation die 46- Stunden- Woche zu erhalten. Im Falle etwa notwendiger Kämpfe darum wird von der organifierten Tertilarbeiterschaft strengste Disziplin erwartet. Bugleich wird die Erhebung wöchentlicher Egtrabeiträge in Höhe eines Stundenlohnes im Streiffalle vorgesehen. Erregung in der Reichsdruckerei. nommenen Maßnahmen gegen die Angestellten der Reichs. Die feit längerem von der Direktion der Reichsdruckerel vorgebruderei haben den Angestelltenrat veranlaßt, feine Aemter niederzulegen. Das Postministerium sowie die Direktion der R. P. gehen augenblicklich einen gefährlichen Weg, denn die Angestellten sind nicht gewifft, sich ihre gesetzlichen Rechte nehmen zu laffen. Da es augenscheinlich hart auf hart gehen soll, wird dies nicht das letzte Wort sein. Angestellte der Groß- Berliner Metallindustrie! Auf Antrag des Af- Bundes finden mit dem BBMI. am Montag Berhandlungen über die Erhöhungen der Aprileinkommen statt. Das Ergebnis wird mitgeteilt werden. AfA- Bund, Ortsfartell Groß- Berlin. Stud- und Gipsbranche. Um in ständiger Fühlung mit den Bes triebsvertretungen innerhalb der Stud- und Gipsbranche zu bleiben, ist es unbedingt notwendig, daß alle Betriebsräte, Obleute und Baudelegierten umgehend ihre Adresse im Verbandsbureau abgeben. Die Gewählten müssen, wenn ihre Funktion erlischt, sich sofort abmelden. Die Sektionsleitung. Wirtschaft Echt fapitalistische Kohlenwirtschaft. Der Beirat weist das Anfinnen gewisser wirtschaftlicher Sachver ständiger, den Achtstundentag zeitweilig oder dauernd zu beseitigen, ganz energisch zurück. Pflicht des Allgem.inen Deutschen Gemerfa Der U. S. Geological Survey, das angesehene statistische Institut schaftsbundes müffe es sein, diese sogenannten sozialistischen Sach- für Bergbau und verwande Gebiete, veröffentlicht im Neujorter verständigen auf das Arbeiterschädigende ihres Verhaltens aufliegenden Ursachen des am 1. April ausgerufenen Streits Survey" Zahlenmaterial, das Aufschluß gibt über die tiefer. merksam zu machen und ihre Argumente mit aller Schärfe zurüd im Bergbau, der einen übermäßig ausgebauten, viel zu viel zuweisen. Auf Antrag Böhlmann, Stuttgart, wurde beschlossen, daß der Bersonal unterhaltenden und unregelmäßig beschäftigten ErwerbsZentralvorstand ermächtigt ist, zur Stärkung der Hauptkasse bei zweig darstellt. bevorstehenden Rämpfen Extrabeiträge auszuschreiben. Der Kampf um die Erhaltung der 46- Stunden- Woche müsse mit aller Entschiedenheit durchgeführt werden. Nach der Annahme einiger anderer Refolutionen, die dem Borstand zur Berücksichtigung über miefen wurden, fand die Konferenz ihren Abschluß. Im Tarifftreit in der südbayerischen Terfilindustrie, wurde aestern, wie aus Augsburg berichtet wird, ein Schiedsspruch efällt, der die Regelung der Arbeitszeit dem Sozialausius Der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Textilindustrie überweist. Die Parteien haben sich bis Sonnabend zu entscheiden. Die Arbeitnehmer erklärten ihr Einverständnis mit der Leistung von 2 Ueberstunden in der Woche, für die die tariflichen Zuschläge zu zahlen sind. Maifeier und Landarbeiter. Bur Maifeier 1922" brachte Der Landarbeiter", das Organ des Deutschen Landarbeiter Verbandes, den Aufruf des ADGB. und der Afa. Der Aufruf schließt bekanntlich mit der Aufforderung: Gestaltet den 1. Mai zu einem eindrucksvollen, würdigen Fefttage der organisierten Arbeiter. Die Redaktion des Landarbeiter" bemerkt hierzu, damit sei nicht die Durchführung einer Arbeitsruhe gemeint. Da bisher noch ftets als die würdigste Form der Maifeier die Arbeitsruhe galt, ist diese Bemerkung verfehlt. Etwas anderes aber ist es, wenn den Landarbeitern empfohlen wird, angesichts der gegenwärtigen Situation in der Landwirtschaft( starter Rüdstand in der Erledigung der Bestellarbeiten)" in diesem Jahre davon abzusehen, den 1. Mai durch allgemeine Arbeitsruhe zu begehen. Jeder vernünftige Mensch muß fich sagen, daß bei dem langen Winter jetzt jeder Arbeitstag in der Möbel taufen Sie sehr vorteilhaft im Spezial Möbelhaus G.CAMNITZER Schönhauser Allee 82 Ecke Wichertstr., am Ringbahnh. Schönhaufer Allee und Hochbahnft. Nordring. Auf Wunsch bequeme Teilzahlung. 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Borringerten Arbeiterzahl betrug die Zahl der verlorengegangenen wie auch nachher ist der Entgang an Beschäftigung pro Jahr nie geringer gewefen als 74 Tage und hat im höchftfall 1921 139 Tage erreicht, d. h. mehr noch als nach dem Finanzfrach von 1893. Bei einem möglichen Arbeitsjahr von 308 Tagen haben in den für den Bergarbeiter liegen auf der Hand; sie bedeutet für ihn einen Die Folgen dieser geringen und unregelmäßigen Beschäftigung direkten Entgang an Einkommen und zwingt ihn, einen Tag. lohn zu fordern, der ihm über die Tage hinweg. hilft, an denen er feine Arbeit hat. So erscheinen die Taglöhne des Rohlenarbeiters, verglichen mit den Löhnen in anderen Industrien und Betrieben, relativ hoch, derzeit etwa 7 bis 7% Dollars. Aber der Bergarbeiter ist nicht der einzige, der unter diesen Schwankungen leidet. Für den Arbeitgeber bedeuten sie gesteigerte Kosten, geringere Profite, Schwierigkeiten in der Beschaffung und Beibehaltung einer geeigneten Arbeiterschaft, vermehrte Unsicherheit und Verwahr. lofung der Betriebseinrichtungen. Die feitens der Unternehmer als Ursachen der Mißstände im all gemeinen in den Vordergrund gerückten„ Lohnstreitigkeiten und Streifs" und die Wagenknappheit" haben gegenüber der übermäßigen Zahl der Betriebe im Kohlenbergbau nur geringe Bedeutung: der Zeitverlust infolge von Streits betrug im Durchschnitt der legten zwanzig Jahre nur 10 Proz. F. P. S. Die Lebenshaltungskosten in England, die sich nach der amtlichen Meiffer im März d. J. auf 186( 100 im Durchschnitt des Jahres 1913/14) ftellten, weisen im April einen erneuten Rückgang auf 182 gegenüber 288 im April v. J. auf. Berantw. für den rebatt. Teil: Franz Klühs. Berlin- Lichterfelde; für An. zeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin. Lindenstr. 3. Gewinn- Auszug ber 19. Breuß.- Südd.( 245. Preuß.) Klaffen- Botterie 5. Klasse. 7. Biehungstag. 20. April 1922. Auf jede gezogene Jummer find stoel gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II Ohne Gewähr. Nachdruck verboten. In der Vormittagsziehung wurden Getvinne über 490 Mart gezogen: 2 zu 15000 M 133185 6 zu 10000 M 33283 237892 266465 20 zu 5000 M 61226 100670 108240 201920 202375 237880 254512 271482 284543 292060 162 zu 3000 M 1398 7613 8312 9057 9628 12738 16097 19865 20140 23181 241 8 82428 3 439 355 0 36830 37342 40884 47506 4: 3 0 53548 5 928 57489 57603 22718 64971 73687 79240 90448 92467 98431 114113 122 36 124 58 12548 12 193 128542 1: 9508 143193 143392 144077 149595 161128 152228 153889 154225 166621 176701 177382 181867 183057 1 3068 185168 18: 958 189605 191108 9: 879 197208 197702 199 16 201858 21 358 211826 21 6 8 2 4708 227870 228027 281473 23: 093 242338 2 0764 258738 264366 275962 279: 39 280927 283969 28 43 288 23 291448 294056 298300 368 zu 1000 M 499 1143 25 2 8555 8944 9008 9224 12706 20656 20892 22004 22279 25105 25119 28142 28681 30459 30701 32014 32397 33840 38413 42287 45732 46575 49259 50596 51570 54670 54738 55538 58940 60 31 60842 61072 61329 61411 61641 62015 62067 63270 64932 659.9 68510 71118 71586 71 58 73480 74697 75079 76562 77136 78 67 78912 80187 80953 81250 81314 81740 83551 84031 84253 85152 8-365 86786 89805 93920 95315 92069 96778 97516 99785 100537 107939 08313 108876 110223 112991 113600 113884 116060 117485 1 8564 120035 121730 124: 55 126008 129391 13: 820 132007 132512 134870 135864 136240 197039 137749 145602 147 08 150351 153314 156945 1577.4 160: 91 160541 161869 162374 162489 164747 165170 165210 166327 16 315 167930 168531 168620,171340 174388 176384 177 50 178639 180458 180598 181395 184816 187486 191641 19603 1 634199188 18969 201268 207617 208565 2.9030 12371 212565 216 60 219.0) 219445 219981 2 0514 220: 36 22.884 2 203 2 8039 2.9413 22 9.7 230127 230871 2: 0990 234748 235 02 24 115 42 21 244175 245 23 245346 24 0.0 249124 249485 5044 263 91 253779 254414 25 5 8 258164 258239 269181 269581 2 4930 281 42 84418 2 61 8 91182 295.78 20.8.6 296080 296435 29 662 297-61 2-8229 2.8-91 298829 299343 In der Nachmittagszichung wurden Gewinne über 490 Mart gezogen: 2 zu 50000 M 60053 2 zu 15000 M 136452 6 zu 10000 M 6671 6798 70707 22 zu 5000 M 400 19416 61788 80545 101159 107800 111037 127310 172477 219643 294268 138 zu 3000 M 4633 6210 12931 21872 89086 50831 51393 55473 56680 59454 61217 63866 63939 68879 70:16 81699 82283 90246 94767 9 803 96172 10: 409 104928 110243 119144 123739 131160 1330.5 138079 140443 141406 144202 149884 163797 156835 160429 162397 163452 170987 174426 1836 8 186908 187785 191029 2005 4 201830 203 54 207149 20 155 213768 221243 229468 232212 234539 284852 239599 244290 250099 257807 259570 267052 272647 282814 285779 286561 291825 291934 29.757 298576 340 zu 1000 M 1247 2811 12180 14938 15073 15345 15542 26173 26914 27970 31972 32140 41071 41466 42314 45552 46594 47141 48052-9308 49891 55297 59091 99873 60023 61265 61870( 3389 65947 67333 69777 74185 75844 8 024 81676 83625 84084 85311 87209 87925 91057 91 85 94890 97640 986 0 100040 1 0324 102422 1048 3 1 5 69 106 73 107950 108700 110910 110962 114438 117348 117860 119105 120398 120404 120823 122823 122679 123958 127782 128549 129321 129538 130516 133757 136652 137493 159825 14 307 146679 148506 158433 158572 159.67 1:06 0 16 501 163880 164820 1649/4 185114 165222 165309 166908 167184 171806 17.341 178419 174147 182160 87:05 188516 188569 88963 190544 191649 192 07 192669 93204 195082 19738L 197692 198913 201479 205031 206757 206794 209429 210038 210382 212701 213: 79 217080 217201 217794 2.8036 218925 23606 239448 40527 242275 2424 3 243432 243963 2455 0 47115 252818 253051 256263 258318 263094 26 367 264 87 26.068 265997 268611 271608 2718/3 272357 73008 273203 276 84 277694 281173 283391 283413 288465 290477 292051 292241 292467 2: 5413 195515 297161 297273 In den zwanzig Jahren von 1900 bis 1919 waren die Berg- 219248 224308 22 6.4 225416 2.6743 226387 226869 227-95 23.080 235928 arbeiter in den Bereinigten Staaten 1% Milliarde Arbeitstage unbeschäftigt. Wie fostspielig die übermäßige Betriebsaus. rüstung der Bergwerte, die allzugroße Zahl der Arbeiter und die ungenügend ausgenutzten Transporteinrichtungen allmählich werden, fann nur annähernd geschäzt werden; eine Schäzung von Unternehmerseite beläuft sich auf der Basis der Preise von 1920 auf jährlich 500 Millionen Dollars. Anders ausgedrückt: der Entgang an produktiver Arbeit in den zwanzig Jahren von 1900 bis Dielenmöbel, weiße. Korb- u.Rohrmöbel Eig.Fabrik, stets hervorrag.Neuh. Gr.Auswahl. Billige Preise. Edmund Voß, Bln- Neukölln Berliner Str. 14, Nähe Engros Hermannplatz- Tel.: Export. Neukölln 2264. Repar Girndt, Heukölln sämtlich. Korbwaren Paffage- Bad Kottbufer Damm 79 vollständ.renov., verabreicht folgende Bäder: Bannen-, Sol, Fichtennad.., Stahl-, Ruff. röm., Schwefel, Rohlensänre-, Licht, Lohtannin, Dampffaften, sowie A sämtliche medizinischen Liefer. fämfl. Reanfenfaffen Ruff. rom.Bad f.Dam. Mittw.10-1 Bäder Anzengruberstr. 2. 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