Nr. 191 39.Jahrgang Ausgabe A nr. 96 Bezugspreis: Bierteljährl. 90,-, monatl. 30,-902 frei ins Haus, voraus zahlbar. Boft bezug: Monatlich 30-0, einschl. Bu ftellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- u. Memel gebiet, fowie Defterreich u. Luxemburg 64,-, für das übrige Ausland 82, M. Vostbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Esth land, Finnland, Frankreich. Holland, Lettland. Luxemburg, Defterreich. Schweden, Schweiz, Tschecho- Slowatei und Ungarn. Der Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Zeit", ber Unter haltungsbeilage Seimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonn tags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Sonntags- Ansgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 1,50 Mark Anzeigenpreis: Die etnfpalttge Ronpareillezetle toftet 12,-M. Aleine Anzeigen" bas fettgebrudte Wort 3, W.( zu läffig zwet fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 2,-. Stellengesuche und Schlafftellenanzeigen das erste Bort 2, M., fedes weitere Wort 1,50 2. Worte über 15 Buchstaben sählen für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten geile 6, Die Preise verstehen sich einschließlich Teuerungszufalag. Anzeigen für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Expedition: SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Redaktion Morisplan 15195-97 Expedition Morikplay 11753-54 Sonntag, den 23. April 1922 Chaos in Genua. V. Sch. Genua, 22. April, 31 Uhr nachm. Soeben hat der französische Delegationsführer Barthou an den Präsidenten der Konferenz, de Facta, folgendes Schreiben gesandt, in dem er eine neue Zusammenkunft der alliierten Delegationsführer verlangt, um zu der deutschen Antwortnote Stellung zu nehmen: Herr Präsident! lich ist. zösische Delegation in Genua ausüben. Es wird mir von Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenste. 3 Fernsprecher: Verlag, Expedition und Inseraten. Abteilung Morisplah 11753-54 vorbei sein. Frankreichs Raserei. Das die Spiße zu treiben, und felbft Barthou war allmählich nach seinen anfänglichen Mißerfolgen unter den geistigen Einfluß Lloyd Georges geraten. Inzwischen hatte aber in Paris der Herentang des nationalen Blods begonnen. Poincaré der König von Italien gerade noch zurecht gekommen sei, um In Genua gab es gestern Peffimisten, die meinten, daß selbst stand unter dem Druck der ganz radikalen Clemencisten, der Konferenz Lebewohl zu sagen. Am Sonntag werde das die jedes Maß verloren haben und sogar die alliierte Note Dom 18. April als gänzlich unzureichend bezeichnen. Das Kofferpaden beginnen, Montag oder Dienstag werde alles Ich kenne bisher den Text des Briefes, den der deutsche Reichs- Blatt Tardieus, Echo National", hatte diese Note mit dem Querbalken überschrieben:„ Unerhörte Rapitulation!" Die Solche Befürchtungen scheinen zunächst übertrieben, obKanzler heute Eurer Exzellenz übermittelt haben muß, nur durch die Tardieu- Gruppe fündigte weitere Schritte an. Unter dem wohl die Konferenz durch das neue Borgehen der Franzosen Presse, die ihn von Herrn Rathenau erhalten hat. Trohdem möchte Drud dieser künstlich geschürten Erregung mußte Boincaré Schreiben des Herrn Barthou an de Facta wendet abermals einen sehr heftigen Stoß erhalten hat. Ich Eurer Exzellenz unverzüglich von dem ausdrüdlichen Vorbehalt Mitteilung machen, zu dem mich das Dokument veranlaßt, das, falls wiederum einen Druck auf die angeblich zu schwächliche fran- fich unter groben Beschimpfungen der Deutschen gegen das der Wortlaut, wie es den Anschein hat, authentisch ist, unzuläng- französischer Seite versichert, daß Barthou im Laufe des Frei- Arrangement, das zur Beendigung des durch den deutschberechtigt hin. Die franzöfifche Delegation ist nicht der Ansicht, daß Beitlang, bis er schließlich in ultimativer Form den 18. April unterzeichneten und läßt als Ziel der Besprechung Die deutsche Delegation ftellt den deutsch- ruffifchen Bertrag als tags nicht weniger als 21 Telegramme aus Paris russischen Vertragsabschluß geschaffenen Zwischenfalls geberechtigt hin. Die franzöfifche Delegation ist nicht der Ansicht, daß, erhielt, eins fategorischer als das andere. Er wehrte sich eine offen worden ist. Es fordert die Einberufung einer neuen abgesehen von anderen vertraglichen Verpflichtungen Deutschlands, Beitlang, bis er schließlich in ultimativer Form den Besprechung jener Delegationen, welche die Protestnote vom abgesehen von anderen vertraglichen Verpflichtungen Deutschlands, Auftrag erhielt, eine fofortige Einberufung des interalliierten eine schroffe Zurüdweisung der deutschen Verständigungsnote dieser Vertrag die Grundfähe von Cannes verlegt. Indem einerseits Rates zu beantragen. Das tat er auch durch die Absendung und die ungültigkeitserklärung des deutsch- russischen Berdie Wiierten feststellen, daß der deutsch- ruffiche Bertrag den Gelft des Briefes an de Facta, von dem behauptet wird, daß sein des gegenseitigen Vertrauens zerstört, der für das von der Konfe- Wortlaut im wesentlichen in Paris redigiert sei. trages erkennen. renz erstrebte infernationale Zusammenarbeiten unerläßlich ist, find fie einstimmig der Unficht gewesen, daß es mit ihrer Würde unver- ihm der Tert der deutschen Antwort bisher nur durch die 18. April unterzeichneten, abgefaßt worden ist und daß nach Der Einleitungsfag, in dem Barthou hervorhebt, daß mit einem Teil der Delegationsführer, die den Protest pom Nun ist bekannt, daß die deutsche Note im Einverständnis einbar sei, mit den deufchen Delegierten in der russischen Kommiffion Breffe befannt gemorden sei, bedeutet eine scharfe Kritik der Vereinbarung, die zwischen ihnen und den Deutschen gezufammenzuarbeiten. Die deutsche Note legt den Brief vom 18. April der italienischen Organisation der Konferenz. Der Eindruck in ganz unzulänglicher Weise aus. Es ist hier nicht der Ort, auf die dieses Briefes ist in italienischen Kreisen um so schlechter, als troffen wurde, der Zwischenfall damit als abgeschlossen be lägenhaften Behauptungen der deutschen Delegation einzu- er an dem Tage überreicht wurde, an dem der König Victor trachtet werden soll. Daß dies der Fall sei, hat Lloyd gehen, die durch die loyale und aufrichtige Haltung der einladenden Emanuel in Genua weilte und die Italiener diesen Tag fest Genugtuung und großer Bestimmtheit erklärt. Es handelt trachtet werden soll. Daß dies der Fall sei, hat Lloyd George den Bertretern der gesamten Weltpresse mit hoher lich und friedlich begehen wollten. Aber auch in englischen Kreifen ist man der Ansicht, daß die beleidigenden Ausdrücke ich also um einen Konflikt zwischen Lloyd George und dem des Barthou- Briefes indirekt Lloyd George treffen, da gleichfalls um die Verständigung hochverdienten italienischen diefer den Fall als erledigt angesehen und bezeichnet hat. Um Außenminister Schanzer einerseits und der französischen die Situation noch zu komplizieren und zu verschärfen, hat, Regierung andererseits. Boincaré eine eigene Aktion von Paris aus unternommen Mächte ohne weiteres widerlegt sind. Ich bin überzeugt, daß Eure Exzellenz ebenso wie ich der Mei nung find, daß es notwendig ist, die Leiter der Delegafionen, die unter Curer Exzellenz Borfit die Note vom 18. April unterzeichnet haben, zu einer Beratung über die foeben durch die deutsche Antwort gefchaffene Lage zufammenzuberufen. Wenn die Beratung zu etwas fähren foll. müßte fe in aller fürzester Frist stattfinden. Ich bitte Sle, Here Präsident, die Versicherung meiner ausgenote an die alllierten Mächte, in der die Annullierung des zeichneten Hochachtung genehmigen zu wollen. gez.: Louis Barthou. Deutsche Zurückweisung. Genna, 22. April.( Eigener Drahtbericht.) Im Anschluß an einen Besuch des Reichsministers Dr. Rathenau bei dem Italienischen Minister des Aeußern Schanzer übermittelte der Führer der deutschen Delegation, Reichstanzler Wirth, dem Präsidenten der Kon ferenz de Facta folgendes Protestschreiben: Herr Präsident! Genua, 22. April 1922. Es wird der Tert eines Schreibens in der Deffentlichkeit verbreitet, das der Präsident der französischen Delegation an Sie gerichtet haben soll. In diesem Schriftftüd wird, wie mir mitgeteilt wurde, in bezug auf mein Schreiben vom gestrigen Tage die Wendung ,, allégations mensongères"( lügnerische Behauptungen) gebraucht. Dr. Wirth in der Form einer Rapallo- Vertrages gefordert wird, Aber dem französischen Wunsch entsprechend, gestern nachmittag zu Die Unterzeichner des Protestes vom 18. April sind nun, ist noch nicht bekannt. Hätte aber diese Beratung einen andeeiner neuen Besprechung zusammengetreten. Das Ergebnis ren Berlauf genommen als den, daß das getroffene Arrangeweil er angeblich im Widerspruch zu den Versailler Bedin- ment anerkannt, die deutsche Note stillschweigend zur Kenntnis gungen ſtehe. Gegenwärtig sind die Alliierten, d. h. die genommen wird, so wäre das eine schwere Niederlage Signatarmächte der Note vom 18. April, seit einer Stunde Lloyd Georges und Schanzers. Es handelt sich zunächst bei de Facta versammelt. In dieser Sigung dürfte sich das um einen Kampf zwischen England- Italien und Frankreich weitere Schicksal der Konferenz entscheiden. Ein Ausweg ist innerhalb fenes von der großen und der fleinen Entente um so schwerer zu finden, als einerseits die Engländer und unter Buziehung Bolens gebildeten Gremiums. Italiener feine Lust haben dürften, fich dem neuen Sabotage es ist taum dentbar, daß eine so wichtige Angeverfuch Frankreichs zu fügen, andererseits aber die Instrut legenheit endgültig entschieden werden fann ohne die tionen Barthous offenbar so unverföhnlich abgefaßt sind, daß Hinzuziehung der zahlreichen anderen Delegationen, die die Aussichten einer Bermittlung gering erscheinen. In den an der Konferenz als„ Gleichberechtigte" teilnehmen. ruhig beurteilt. Einerseits hat man von dem Brief Barthous die Note vom 18. April ohne ihre Zustimmung abgefaßt wor Kreifen der deutschen Delegation wird die Lage durchaus unter ihnen hat es bereits starte Berstimmung geweckt, daß noch nicht offizielle Kenntnis erhalten, andererseits aber haben den war. Würde man sie jetzt gar einfach auf Grund von Be Antwortnote befriedigend sei. ja Lloyd George und de Facta bereits erklärt, daß die deutsche Schlüffen eines Gremiums, in dem sie nicht vertreten sind, unverrichteter Dinge wieder nach Hause ziehen lassen, so würden fie sich mit Recht aufs heftigste vor den Kopf gestoßen fühlen. Für Lloyd George bedeutet dieser Umstand eine erhebwäre erstaunlich, wenn er ihn nicht ausnüßen würde. Lloyd liche Stärtung seiner ohnehin schon starten Stellung, und es George ist heute von ruhmlofem Ende bedroht, es ist zu er warten, daß er sich dagegen nach Kräften wehren wird. berufung der franzöfifchen Vertretung, wenn den Wünschen Ein Teil der Pariser Presse fordert stürmisch die Rück Barthous nicht genüge geschehe. Ob die Konferenz dadurch gesprengt wird oder ob sie ohne Frankreich weiter tagt, auf alle Fälle bedeutet ein solcher Vorgang den Rückzug Frankman tann fehr im Zweifel barüber sein, ob Frankreich einen reichs in die folierung, bei dem es einzig und allein auf Polen als vorläufig treuen Begleiter rechnen dürfte. Lloyd George erhofft Beilegung. solchen Schritt wagen wird, noch mehr darüber, ob sich aus einer solchen frisenhaften Entwicklung etwas Nüzliches für Europa erwarten läßt. Sollte diefer Ausdrud wirklich gefallen fein, fo fehe ich mich gezwungen, entschieden Einspruch gegen eine beleidigende Anschuldt- Parlamentsdienstes: Nach Aeußerungen aus maßgebendert Um 7 Uhr abends drahtet der Bertreter des Sozialbem. gung zu erheben, durch die an einem befonders fefilichen Tage der französischen Kreisen muß man annehmen, daß Frankreich Konferenz der von Ihnen, Herr Präsident, so nachhaltig betonte und mit aller macht weitgehende Sicherungen von Deutsch fo tatfräftig vertretene Geist von Genua am schwersten verletzt wird. land in bezug auf den deutsch- russischen Vertrag verlangt.(?) Genehmigen Sie.... Schon arbeitet die französische Jusion wieder und man sieht bereits die deutsche Reichswehr vereint mit Bolschewisten am Rhein aufmarschieren. Ein Glück ist nur, daß nicht Deutsch Nachmittags drohende Sprengung. land, sondern abermals Frankreich den neuesten Beweis Frankreichs hat mit voller mucht eingelegt, um den bereits uns im Augenblick besonders wichtig, wenigstens wichtiger, V. Sch. Genua, 22. April, 5 Uhr nachm. Die Gegenaktion der Juloyalität liefert. Das vor aller Welt festzustellen, scheint allgemein als erledigt angesehenen Zwischenfall des Rapollo- als neuen Bessimismus zu verbreiten. pertrages wieder aufzurollen. Der unmittelbare Eindruck, den die Bekanntgabe des Barthou- Briefes an de Facta hervorge rufen hat, ist ein äußerst pessimistischer. Auch solche franzöfifche Kreise, die bisher den Zwischenfall leidenschaftslos V. Sch. Genua, 22. April, nachts 12% Uhr. In der KonFrankreich fann, wenn es in die Isolierung gerät, beurteilt hatten, betrachten nunmehr die Konferenz als end ferenz der großen und kleinen Entente, die von 4 bis 7 Uhr gedauert weierlei tun. Es tann dann entweder zur Besinnung fomgültig gefprengt. Die maßlose Schärfe der von hat, wurde das Schreiben Barthous verlesen, der dazu noch u. d. men und die unfähige Regierung, die es so weit fommen aus, eine friedliche Erledigung der Angelegenheit um jeden Forderungen der Note vom 18. April nicht überein. Er wandte fi auf eine Bahn begeben, deren Ende sich gar nicht absehen Barthou gebrauchten Ausbrüde geht auch offenbar darauf erklärte, drei Punkte der deutschen Antwortnote ftimmten mit den ließ, davonjagen, oder es kann den letzten Rest der Besinnung verlieren und sich unter Führung gewissenloser Abenteurer Breis zu verhindern. Das Wort von den„ lügnerischen Be- lehe heftig gegen die ruffife Note. Cloyd George erklärte, hauptungen der deutschen Antwortnote" ist eine faltblütige daß auch ihn zwei Stellen der Note nicht befriedigten; die deutsche läßt, so klar auch ihr Anfang von der nationalistischen Brovotation nicht nur Deutschlands, sondern auch note sei aber verföhnlich und insbesondere von„ lügenhaftem" Bresse bezeichnet wird. Er heißt: militärisches Bor. Italiens und Englands, Denn diese beiden Mächte Charakter tönne man nicht sprechen. Er machte weiter den Bor- gehen gegen das entwaffnete Deutschland waren von dem Inhalt der deutschen Note vor ihrer Ueber- fchlag, der deutschen Delegaflon eine noch am Sonntag ferfigauf eigene Faust. gabe unter der Hand unterrichtet worden und hatten weder zustellende note zu übermitteln, die ausdrücklich betont, daß die fichkeit, zunächst ohne an sie zu glauben, ins Auge fassen muß. Die Dinge find so zugespigt, daß man auch diese Mög vor noch nach der Veröffentlichung irgend etwas dagegen ein- lierten den Schluß der deutschen Note als Unnahme ihrer For Selbst in Frankreich wird es feinen Menschen geben, der bezuwenden, erklärten sie im Gegenteil als befriedigend. Auch derungen ansehen. die französische Delegation in Genua, in der, von Barthou Es bleibt abzuwarten, ob Poincaré mit diesem Zugeftändnis von Bersailles gerechtfertigt werden tönnte. Ein auf eigene haupten wird, daß ein solches Vorgehen aus dem Dokument und wenigen anderen abgesehen, die verständigen Ele fich zufrieden gibt. Wenn ja, ist auch dieser Zwischenfall erledigt, Fauft unternommenes militärisches Vorgehen Frankreichs be mente überwiegen, zeigte feinerlei Neigung, die Dinge auf der französisch innerpolitische Ursachen hat. deutet nicht Ausführung, sondern 3erreißung des durch den letzten Krieg entstandenen Välkerrechts, somit Völkerrecht- lich me Wiedereröffnung des Kriegszustandes. Dar- ans folgt aber keineswegs, unter den gegebenen außerordent- lichen Verhältnissen, die Pflicht Deutschlands, widerrecht- lich« Gewalt mit Gewaltanwendung von seiner Seite zu beantworten, obwohl die Berechtigung zu solcher Gewalt- »nwendung theoretisch von keinem Völkerrechtslehrer be- stritten werden könnte. Praktisch betrachtet, könnte es keine schlimmer« Torheit geben, als wenn Deutschland der äugen- blicklichen französischen Uebermacht die erwünschte Gelegen- heit böte, ihre Uebermacht zur Entfaltung zu bringen. Frank- reich wird sich also, falls es den Ratschlägen eines verblendeten Nationalismus folgen will, darauf vorbereiten müssen, Krieg gegen ein Land zu führen, das sich militärisch nicht wehren wird. Desto nachdrücklicher würde dieses Land an die Arbeiter Frankreichs und an die Völker der ganzen Welt die Frage richten, mit welchen Mitteln sie einer so offenkundigen Störung des europäischen Friedens durch den französischen Militarismus zu begegnen gedenken. Vielleicht genügen diese Ausführungen, um die Sinnlosig- keit einer hemmungslos nationalistischen Politik Frankreichs klarzumachen. Wir fürchten uns vor französt- schen Gewaltdrohungen nicht im mindesten. Zu einer solchen Furcht hätten wir nur dann Anlaß, wenn wir Gewalt gegen Gewalt setzen wollten. Indem unsere mili- tärische Ohnmacht solche Möglichkeiten ausschließt, wird sie zu unserer politischen Stärk«. Da ist keine Gelegen- heit für französische Generäle, sich Lorbeeren zu holen, da ist nur eine Gelegenheit für französisch« Staatsmanner, Frank- reich und durch Frankreichs Schuld ganz Europa auf den Weg des Verderbens zu führen. In diesem Zusammenhang muß noch ein offenes Wort gesprochen werden. Dte Gefahr, in der Europa seit dem Siege der Entente schwebt, wäre nicht vorhanden ohne die beklagenswerte Schwäche der sozialistischen Arbeiterbewegung Frankreichs. Wir kennen den klaren Geist und die guten Absichten der französischen Sozialisten und schätzen sie hoch ein. Wir wissen, daß es in Frankreich auch außerhalb der sozialistischen Partei gute Patrioten gibt, die über die wahnwitzige Politik ihrer Staats» leite? geradezu verzweifelt sind. Aber wenn diese Ertenntm» und dieser gute Wille keine Möglichkeit haben, in entscheiden- den Augenblicken entscheidenden Einfluß zu üben, dann wird es zum Schluß so sein, als ob sie überhaupt nicht gewesen wären. Wir wollen nicht den Krieg, sondern den wahren Frieden mit Frankreich. Wir wollen nicht neue Gewalt, sondern die Heilung der Wunden, die die Gewalt Frankreich und allen anderen geschlagen hat. Wer dem französischen Volke heute erzählt, Deutschland habe einen Zweibund mit Ruß- l a n d gegen Frankreich geschlossen, der ist nicht nur ein frecher Lagner. sondern ein Verbrecher an der Menschheit, der nicht weniger gewissenlos handelt als die Kriegstreiber in aller Herren Länder anno 1914. Wird Frankreich die Kraft haben, sich gegen das verbrechen zu wehren, da» feine Patentpatrioten an ihm und an der ganzen Welt begehen wollen? Viktor Emanuel in Genua. Anch die Moskauer begrüße« ihn. Senua, n. April, 3 Uhr nachm.(Sonderbericht de» Gvz. Parlamentsdienste».) Zier Empfang des König, durch die Genueser Bevölkerung gestaltet fich bei ungünstigem Wetter ziemlich stim- mungslo». Man sah zwar unzählig« Fahne« und Menschen, die Beifall klatschten(!) und Hurra riefen, al» der König erschien, das Ganz« aber trug stark den Charakter einer offiziellen Ovation. Man sah viele Offiziere in Galauniform und durch Abzeichen kennt- lich gemacht« F a s c i st e n. die andauernd in die Hönde klatschten. Die Zivilisten nahmen jedoch nicht den Hut ab, wa» den Eigen- tümlichteiten der italienischen Landesgewohnheiten entsprechen mag. Al, der König spöter auf dem Balkon der Pröfektur erschien, gab», eine kleine Huldigungsszene. Dem Empfang in der Pröfektur folgte das Frühstück auf einem Kriegsschiff. Unter den Ehrengästi'n, die an der Tafel des Königs Platz nahmen, befanden sich auch die deutschen Neichsminister, mit denen sich der König längere Zeit in deutscher Sprache unter- hielt. Auch Tschit scherin und Krassin waren anwesend. Sie erklären, wenn man schon mit kapitalistischen Staaten ver- handle, könne man auch die Einladung eines Königs annehmen. Gegen 2% Uhr erfolgte die Rückfahrt des italienischen Königs durch die Stadt, die von Militär überfüllt war. Wir Deutschen konnten uns dabei dem glücklichen Gefühl hingeben, die Zeit des Parademarsche» überstanden zu haben. Unser Bedauern galt den Soldaten, die stundenlang im Stahlhelm und im Regen warteten, bis der König mit großem Gefolge die Front im Auto abfuhr. Eine Bankettrede TschitscherinS. Nach einer TU.-Meldung soll Tschitscherin beim Festessen aus dem.Dante Alliglzieri* folgende Rede an den König gehalten haben; der Text klingt uns ein wenig unwahrscheinlich:„Ich be- grüße in dem freien Italien den ersten Bürger des Landes, der den Geist seines Volke» vertritt. Dielleicht der schönen Sonne wegen hat unser Volk für Italien besondere Vorlieb«. Ich wünsche, daß die schöroe Sonne Italiens und die fröhliche Heiterkeit des italienischen Volke» uns dazu oerhelfen, daß wir die großen Ziele der Konferenz erreichen können. Es Ist zu wün- schen, daß die Verbrüderung gerade in Italien den Völkern entgegenwirkt, wo die blauen Wellen des Meeres uns wiegen, des Meere», das zwischen ollen Dmgen der Welt das freiest« ist, und das In seinen Tiefen das Wohlergehen der ganzen Menschheit birgt." Hoffentlich kommt da» Wohlergehen der Menschheit au» den Meerestiefen wieder ans Tageslicht!.... 5ranz5sisch-ri#scher Zusammenstoß. 3a der SachoerflZndigensihung für die russische Frag« kam« bei der offiziellen Vorlegung des russischen Memorandum» zu einer heffigea Debatte. Entsprechend den schon vorher gegebenen Del- sangen varthou« nahmen die Franzosen mit Seydoux an der Spitze an der Verawag nicht mehr teil und die Japaner schloffen sich ihnen an. Die Rossen haben ihr Memorandum als überholt zurückge- Zog««._ Tosti und öle Deutschen Werke. Die Haupwerwaltung der Deutschen Werte schreibt un»: Auf die Interpellation, die der italienische Gewerkschaftssekretär und so- zialistische Abgeordnete B a g l i o n i in der italienischen Kammer zu der Haltung der IMKK. gegenüber der Deutschen Werke A.-G. ein- brachte, antwortete nach Presseberichten der Staatssekretär de» Aeußeren Tost! u. a.: .Die alliierten Negierungen glaubten, daß die Umstellung der Deutschen Werke nicht zu deren Bankerott führen könnte, sondern schlimmstenfalls nur zur Beschöstigungs- losigkeit von 3600 Arbeitern, die in kurzer Zeit neue Be- schüftigung finden könnten. Um die Interessen der Arbeiter zu wahren, habe die Botschafterkonferenz beschlossen, daß die gesamte Umstellung und infolgedesien die Verminderung des Personals bis zur Aufhebung der interalliierten Kontroll« ausgesetzt werden könnte." Diese Auffassung und die daraus hergeleitete Schluß- folgerung ist nicht richtig. Wenn die Beschränkungen auf- rechterhalten bleiben, die in der letzten Note der Interalliierten Mi- titärkontrollkommlssion vom 28. Februar 1022 entholten sind, dann ist die Umstellung und Wirtschaftlichkeit einzelner, durch die Note be- drohter Detriebe der Deutschen Werke A.-G. völlig In Frage gestellt. Wenn das größte Werk, das Werk Spandau, wirtschaftlich und konkurrenzfähig gestaltet werden soll, dann müssen die hierzu not» wendigen technischen Einrichtungen geschaffen werden. Zur Auf- rechterhaltung de» vorhandenen.Martinwerks' ist der Lau eines neuen, modernen Walzwerke» dringend notwendig. Diesen Bau verbietet aber die Interalliierte Militärkontrollkommisston. Ohne ein modernes Walzwerk muß da» Martinwert stillgelegt wer- den. Da» Stillegen de» Martinwerke» zöge folgenschwer das Außer- betriebsetzen der vorhandenen Pressen, Schmieden und eines großen Teiles der Dreherei nach sich. Damit wäre dann aber die Wirt» fchaftlichkeit und die Anfrechkerhallung de» Werkes Spandan über» Haupt in Frage gestellt. Damit würden aber allein in Spandau 6000 Arbeiter und Angestellte brotlos werden. Die Interessen der Arbeiter, die durch den Friedensvertrag festgelegt und in allen Noten immer wieder betont worden sind, können nur gewahrt werden, wenn die Deutsche Werke A.-G. zu wirtschaftlicher, kon- kurrenzfähiger Arbeit umgestellt werden könnte. Diese Möglichkeit und erste Loraussctzung zur Wahrimg der Arbeiterinteressen ist jedoch durch das Verhalten der Interalliierten Militärtontroll» kommission bis jetzt vollständig unterbunden. Schließlich kommt noch in Betracht: In keinem der früheren privaten Rüstungsbetrieb« wird die Interalliierte Militär- kontrollkommission gleiche oder ähnliche Beschränkungen bei der Umstellung zur Friedensproduktion vorschlagen, wie es bei der Deutsche Werke Aktiengesellschaft geschieht. Es ist daher durchaus begreiflich, wenn die deutsche Arbeiterschaft zu der Auffcsiung kommt, daß jede Entwicklungsmöglichteit und Konkirrrenzfähigkcit bei dem sozialisierten Unternehmen, das die Deutsche Werk« Aktiengesellschaft ist, mit allen Mitteln von der Interalliierten Militärkontrollkommission, im Interesse von Prioatkapilallsten, per- hindert werden soll. Der 1. Nai in Reichsbetrieben. Halbamtlich tellt WTB. mit: Für den Dienst bei den Reichsbehörden am 1. Mai hat die Reichsregierung folgende Regelung getroffen: Angestellte und Arbeiter, welche zwecks Teil- nähme an einer Feier am 1. Mai dem Dienst oder der Arbeit fern- bleiben wollen, haben rechtzeitig bei ihrem Diensworgesetzten um Befreiung vom Dienst nachzusuchen. Solchen, Anträgen ist grundsätzlich insoweit zu entsprechen, als dadurch die notwendige Fortführung des Dienstbetriebes nicht in Frage gestellt wird. Bei der Entscheidung über derartige Gesuche soll nichk engherzig verfahren werden. Die hiernach beantragte und bewilligt« Freizeit ist bei Beamten und Angestellten auf den Erholungsurlaub anzurechnen. Das gleiche kann auf Wunsch bei Arbeitern geschehen. Wird -von den Arbeitern nicht ausdrücklich um Anrechnung auf den Erholungsurlaub nachgesucht, so wird gemäß 8 8 Ziffer 3 des Lohn- tarifvertrages für die Dauer der Arbeitsversäumnis Lohn nicht gewährt. In den Ländern, in denen der 1. Mai als gesetzlicher Feiertag landesrechtlich anerkannt ist, ist auch bei den Reiche- behörden auf die Landesgesetzgebung Rücksicht zu nehmen. Gegen Moskauer Slutfustkz. Die Auslandsvertretung der Partei der russischen Sozkallstea- Nevolulionäre telegraphiert uns: Durch die Erklärungen des Zusliz- kommissar» Kurski werden die Garantien der Volschewislen auf der Berliner Konferenz annulliert. Den inhaftierten Sozialister.- Revolutionären droht wiederum die Todesstrafe. Die Untersuchung ist beendig!, die Vlultat nähert sich. Wir fordern das inier- national« Proletariat zum energischen Protest und zur Veschühurg der inhaftierten Genossen auf. Durch die Exekutivkomikees der Jnternalionaleu muh unbedingt Gerichtsverhandlung unter Teil- nähme der Vertreter der soziattsttschen Parteien drs Westens ver- langt werden. Friedensschluß Moskau-Rom. V. Leb. Genna, 22. April, nachts 12% Uhr.„Exchange Tele. graph' will sicher erfahren haben, daß ein Vertrag zwisch-en Batiken und Sowjetabordnung geschlossen sei: der Vatikan anerkennt Sowjet- rußland rechtlich, Sowjetrußland lasse die Jesuiten, zum Schulunter- richt die Franziskaner und für barmherzige Werke die katholischen Schwestern zu.— Beim Bankett auf dem Königgschiff unierhielten sich Tschitscherin und der Erzbischof von Genua und tranken ein- ander zu._ Kapikel Abrüstung. Wie die Polnische Telegoaphenaaentur aus Warschau meldet, hat das Kriegsmwisterium einen Ge'etzentwurf ausgearbeitet, wonach die männliche Jugend vom 16. Lebensjahr ab zum Militärdienst vorbereitet wird. Ein neuer«Fridericus-Rex'- Skandal? Aus Jüterbog geht uns die Kunde zu, daß auf dem alten Artillerieschießplatz jetzt eine Fortsetzung des„F r i d e r i c u s» R e x"- F i l m s fertiggestellt wird mit Kriegs- und Schlachtengreueln, brennenden Dörfern und anderen monarchistisch-nationalistifchen Kostbarkeiten. Wie es heißt, wirken bei der Darstellung auch aktive Aaxe- hörige der R ei ch s w e hr a r tiller i e und-tavallerie mit. Wir können die Richtigkeit der Meldung augenblicklich nicht nachprüfen, möchten aber den in Frage kommenden Instanzen der Reichswehr Gelegenheit geben, sich dazu zu äußern. Denn wenn wir auch nicht annehmen wollen, daß in Jüterbog zugleich mit der nationalistischen auch die für Polen bestimmte deut'chhctzerische Dariante des„Königs der Bärbaren' gekurbelt wird, so halten wir e» doch für absolut unstatthaft, daß republikanische Reichswehrtruppen bei der Inszenierung eines monarchistischen Tendenzmachwerks mitwirken. Zenlralkheater:.vi« WSdel» von Vavos'. Wir sind eigentlich dazu da, über neu«.Werte" zu schreiben. Aber neunmal unter zehn sollte man die Neuheit mit holdem Siillichweige» übergehen, und nur die famose Aufführung und blendende Aufmachung besprechen. Das wäre auch das richtig« Derhälwis bei den„Mädels van Daoos". Eigentümlicherweise ist der ernstere Teil, die teilweise spannende Fabel von einer xenievollen Erfindung eines sungen europäischen Ingenieurs, den teuflischen Intrigen dreier Amerikaner und der fenti» mentalen Liebe dieses Ingenieurs und des drftten umgefallenen amerikanischen Missetäters, Miß Mary, weit bester als der humo- ristische, in dem es von plumpen Eindeutigkeiten und witzlosen Platt- Helten wimmelt. Hans Bühlers Text ist musikalisch sehr ge- schickt, aber ohne jede Originalität von Martin Knopf vertont. Nur ernstere, charakteristische Ueberleitungen, opernhaft« Nachempsin- düngen lassen mehrmals aufhorchen. Artur Guttmann leite!« das Orchester und das Sänger-Entemble mit vollendeter Routine. Unter den Darstellern waren Karl P l a t e n, der Immer famose Fischer Köppe, Gustav Ja hrb e ck, einer unserer vollen'dellten Darsteller der Operettenbühne, Camille Hammes, Lea S e i d l, unter gewissen Einschränkungen Lilli Fl o h r dt« Hervorragendsten. Die Stimmung des Publikums war, wie immer beim Zenrtaltheater. über Raum und Zeit erhoben. H. M. Stiftung des ReichsprSsidenken für die Vanziger LungenheN- slälle. Der deutsche Generalkonsul hat den Danziger Senat benoch- richtigt, daß Reichspräsident Ebert die Summ« von 5000 M. für die Sammlung zugunsten der Danziger Lungenheilstätte gestiftet hat. Deutsche vefcisigung an der Pariser Kunstgswerbeausslevung 1S24. Ueber die Frage, ob man die Deutschen zu der intcrnatio- nalen Ausstellung für gewerbliche und technische Künste in Paris 1024 einladen soll, bat kürzlich ein Pariser Kunstblatt eine Umfrage veranstaltet. Die Meinungen, die darauf geäußert wurden, sind ziemlich geteilt. Marcel S e m b a t antwortete, die Deutschen müßten teilnehmen, weil sie gerade hier die scharfen Konkurrenten der Franzosen sind. Wiche man dieser Konkurrenz au«, so setze man sich dem Verdacht aus, sie zu fürchten. Raymond K o e ch l i n schrieb, da» Ausstellungskomitee habe nach einer Erörterung der Frag« beschlosten, daß nur die Regierung sie anzuschneiden habe. Die Republik wackelt. von Ha«, Klabautermann. . alle» nicht-, länger läßt e, sich nicht verheimlichen, die xfopublck brockell ab. Und wir haben uns doch soviel Mühe g». g«ben, den Monarchisten da» Leben bei uns fo angenehm wie mög» sich zu machen. Da wirst der deutsch-völkische Schriftsteller Klein- Rhoden zwei sozialdemokratischen Ministern, öffentlich Lebensmittel- schreblmgen vor und bekommt dafür von dem hohen republikanischen Richterkollegium 200 M. Geldstrafe, so daß er um rund dreiviertel Zentner Kartoffeln geschädigt ist. Ein anderer deutsch-nationoler Verleumder macht sich den Spaß, sich ein paar saftige Leschuldi» gungen gegen den Genossen Cevering au» den Fingern zu saugen, und da« Gericht brummt ihm ebenfall, eine scherzhaste Geldstras« auf. Dagegen wird der sozialdemokratische Stadtverordnet« Rade- mache« zu drei Monaten Gefängnis verknackt, weil er vom Partei- burecm der deutschen Bollspanci eine schwarzweißrot« Fahne her- unterholt. Solche ulkigen Urteile wären ja an sich nicht so ängst- sich, ersten« weil m der Berfastung nicht» davon steht, daß, wer ein Amt hat, auch ein Gehirn haben muß, zweitens weil wir mit dem Dichter sagen: Denn wo da» Strenge mit dem Zarten. wo Starke» sich und Milde» paarten, da gibt«»«inen guten Klang. Bedenklich stimmt uns erst die Urteilsbegründung de»«inen Gerichts. Heute, so sagen dt« Herren vom Richteramt, braucht man die Ehre eine» Minister« nicht so zu schützen wie unter dem allen System, heute, wo jeder Mann au» dem Volk« Minister werden kann. Unter dem alten System kam«» darauf an, Vorzüge zu be- sitzen, die nicht jeder Pachulk« au» dem Handgelenk schütteln kann. Feinsinniges Studium de» Speichelleckens, Ausschaltung de» noch vorhandenen Denkvermögens. Hochwohl- oder Hochgeborenheit. Mit solchergestalt ausgestatteten Staatsmännern konnte eine Politik mit festumristenen Zielen stetig durchgeführt werden. Deutschland wa? denn auch so ziemlich völlig isoliert und wohlgehaßt. Solche Männer mußten gegen Beleidigungen natürlich nachdrücklicher ge- schützt werden als Minister, die aus dem Volke hervorgehen. Der„Lokal-Anzeiger" hat sich an ein« Reih« von Männern au» dem alten System mit der Frage gewandt: Glauben Sie an Deutsch. land, Auferstehung? Er nennt Herren wie den früheren Krön- Prinzen, Ludendorff. Helsferich und Dietrich Schäfer„führende Männer der Nation". Daher glauben wir die nächsten Umfragen de»„Lokal-Anzeigers" schon heute angeben zu können:„Glauben Sie cm die Kraft des Idiotismus?' und„Glauben Sie, daß unsere Leser nicht alle werden?" Noch beklommener wird uns in unserer Sorg« um die Republik, «ernt wir an den Königlich preußischen Wirklichen Geheimen Ober- regierungsrat Dr. Kapp denken, der diese Woche in Saßnitz ver- baftet werden ist. Auch er gehört zu den Führern der Nation. Sein prächtiges Wort:„Auf das Leben von hunderttausend Menschen kommt es nicht an" sichert ihm ein ehrendes Andenken für immer. Ader«r lehnt e» ab, die Regierung Ebert anznerkennen. Da», ist verheerender al» da» Ultimatum der Reparationskommission. da» am 31. Mai abläuft. Eine weiter« Hiobspost durchzittert die Republik. Vi« Pächter der Bahnhofstoiletten haben es abgelehnt, Freiklosett» zur Derfü- gung zu stellen. Die Benutzung der Aborte ist nur noch nach Zah- lung von SO Pfennigen gestattet. Für die Regierung wird es schwer Jein, zu entscheiden, welche» Unhell schwerer wiegt, die Ablehnung tapp» oder der vbortpächter. Der harmlose Sterblich« macht sich überhaupt einen falschen De- griff von den mannigfalligen Rücksichten, die«ine Regierung zu nehmen Hot. Die deutsche Delegation hat in Genua das Wirtschafts- abkommen mtt Rußland abgeschlossen. Nach dem Geschrei zu ur- teilen, das au» dem Ausland schallt, scheint e» für Deutschland vorteile zu versprechen. Die immerhin ganz schön« Leistung würde, sollte man annehmen, anerkannt werden. Aber die Ereignisse lehren, wie wenig eingeweiht in die Zusammenhänge wir sind. In Wahr- hell dreht e» sich um etwa, anderes al» um den Dertrag, wenn auch die ganze Konferenz durch ihn aufzufliegen droht. Da» Verdienst, die Bedeutung von Genua erst richtig erkannt zu haben, gebührt dem rechten Flügel unseres Reichstages. Er hat vor einigen Tagen folgende Anfrage gestellt: „Unter den bekanntgegebenen Personen der Delegation und der Sachverständigen für die Konferenz in Genua befinden sich zum mindesten zwölf Herren südischer Rasse. Da» Zahlenverhältnis der deutschen Staatsbürger jüdischer Raste zu denen arischen Geblüt» beträgt wenig mehr al» ein Prozent. Da die Zahl der Delegierten und Sachverständigen für Genua in»- gesamt 80 Personen betragen soll, bedeutet der rostenmäßig sü- dische Anteil nach obiger Feststellung fast 33 Prozent. Wie will die Reichsregierung diese ungeheuerliche Bevorzugung der Juden bei der Auswahl der Delegierten und Sachverständigen zur ver- trehing der deutschen Belang« in Genua rechtfertigen?" Wir sehen, es handelt sich in Genua um eine Vergnügung»« reise mtt gemütlicher Unterhaltung, an der teilzunehmen eine Be- vorzugung bedeutet. Gleichzeitig berührt die Anfrage aber das Problem der Gleichberechtigung alle? Menschen, die doch jetzt ver- lorenzugehen scheint. E» gibt naturgemäß mehr Dumme al» Kluge in der Welt. Di« Bevorzugung der Klugen oder irgendwie Her- v Prägenden Ist einer der vielen Nachteile des parlamentarischen Systems. Das hätte bei der Auswahl der Delegationsmänner be» rücksichtigt werden müstem Wie die Vorkriegs- und Kriegszeit be- weist, läßt sich Politik recht gut von Männern betreiben, die unter dem Durchschnitt begabt sind. Selig sind, die geistig arm sind. Die Berliner Straßenbahn will ihren Fahrpreis auf vier Mark erhöhen. Dafür bietet sie auch was. Die Anschriften der Wagen über da» Fahrtziel werden künstig in deutschen Schriftzeichen g«- halten. Nachdem da» Direktorium für die Verkleinerung der seit- lichen Schilder Sorge getrogen hat, muß sie tonsequenterweis« alles andere ebenfalls in ein Geheimnis hüllen, um den Fahrgästen ein amüsantes Wettspiel über die Fahrtrichtung zu ermöglichen. Am besten wäre es, sie verwxndete ausschließlich große Frattur. Dann würde«in Schild so aussehen: I JRRETtAliSTALT DALLDORF.> Botschafter Houghtons Empfang. Beim Empfang des Botschafters der Bereinigten Staaten, Alanson Bigelow Houghton, durch den Reichspräsidenten hielt der Botschafter folgende Ansprache: Ich habe die Ehre, in Ihre Hand das Schreiben zu legen, wodurch ich bei Ihrer Regierung als außerordentlicher und bevollmäch. tigter Botschafter der Bereinigten Staaten von Amerika beglaubigt werde. Ich brauche wohl nicht erst auszusprechen, wie sehr ich die Ehre des mir von dem Präsidenten der Bereinigten Staaten er teilten Auftrages empfinde, der mich auf diesen Bosten bei Euer Exzellenz Regierung gesandt hat. Auf Grund meiner Instruktionen bin ich berufen, den freundschaftlichen Bertehr zwischen Deutschland und den Bereinigten Staaten sowie die Bieberher stellung und Pflege des Bertrauens zu fördern, das zwischen beiden Ländern bestehen follte. Es bereitet mir aber außerdem eine besondere Freude, Euer Exzellenz zum Ausdrud zu bringen, daß die Ausführung dieser Weisungen meinen persönlichen Wünschen entspricht, und daß ich mich in jeder Weise persönlich bemühen werde, ein aufrichtiges, wechselseitiges Sichverstehen zwischen Ew. Egz. Land und dem meinigen herbeizuführen. Em. Erz. bitte ich, ver fichert zu sein, daß mich in diesem Puntte nicht nur amtliche, fon bern auch persönliche Beweggründe leiten und daß, indem ich gleichzeitig die berechtigten Interessen meines Landes im Auge habe, Sie mich in jeder Hinsicht bereit finden werden, diesen höchst er wünschten Zustand herzustellen. Der Reichspräsident erwiderte mit folgenden Morten: Im freue mich, aus Ihren Händen die Beglaubigungsschreiben entgegenzunehmen, mit dem der Herr Präsident Sie beglaubigt. Für Ihre freundlichen Worte danke ich Ihnen von Herzen. Mit großer Genugtuung habe ich davon Renntnis genommen, daß Ihre Regie rung auf eine Stärtung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Bereinigten Staaten von Amerita und Deutschland fowie auf die Wiederherstellung und Pflege des guten Einverneh mens zwischen den beiden Staaten bedacht ist. Seien Sie ver fichert, daß ich und die deutsche Regierung von den gleichen Bestrebungen geleitet sind und alles tun werden, was in unseren Kräften steht, um Ihnen Ihre Aufgabe zu erleichtern und sie zum Erfolg zu führen. Eine besondere Freude haben mir Ihre Worte bereitet, daß Sie der Erreichung des Zieles, welches Ihnen amtlich gesetzt ist, auch ein persönliches und rein menschliches Interesse entgegenbringen. Sie können überzeugt sein, daß Ihre Bemühungen freundlichen Widerhall nicht nur bei allen amtlichen Steffen, sondern im ganzen Deutschland finden und Sie hier dem aufrichtigen Wunsch jedes einzelnen begegnen werben, baß die engen geistigen und wirtschaftlichen Beziehungen, die ununterbrochen über ein Jahrhundert hindurch zwischen den belden Ländern bestanden haben, erneut und befestigt werden. Im Namen bes Deutschen Reiches heiße ich Sie, Herr Botschafter, herzlich will tommen. Hieran schloß sich eine längere Unterhaltung an, in deren Berlauf der Botschafter dem Reichspräsidenten auch die übrigen Mitglieder der Botschaft vorstellte. Deutsch- ungarischer Zwischenfal. fluß in der Beamtenschaft. Beim Ausbruch des Streifs leiftete er fofort der Streifparole Folge, hielt Reden in fachgewerkschaftlichen Bersammlungen und entrüstete sich über den Bertehr von Lebens- Budapest, 21. April.( UR.) Die Kölner Firma Hochfeld u. mittel- und Ententezügen, weil er von der völligen Stockung des Schuster hatte mit der Budapester Agricola Eg- und Import.-," Güterverkehrs und der Einstellung der Ententezüge sich Schwierig einen Bertrag über Bezug von Obst und Gemüse abgeschlossen. Inteiten versprach, die zum Sturz der Regierung führen müßten. folge einer vertraulichen Information über un reelles GeDas Berfahren wurde auf Antrag des Reichsverkehrs. ministers eingeleitet. In der Verhandlung bekannte sich der An- äftsgebaren der„ Agricola" begab sich Emil Hochgeschuldigte als Berfechter des Streifprinzips für die Beamtenschaft feld nach Budapest und stellte dort mit Hilfe feines Rechtseer und hielt an dem Stoalitionsrecht der Beamtenschaft fest. Der Ber- treters feft, daß die Agricola" ihn durch Angabe falscher Einkaufstreter der Anschuldigung, Oberregierungsrat Braun- Berlin, charatteri preise benachteiligt hatte. Alls Hochfeld mit der Erstattung fierte den Angeschuldigten als Streifführer und überlegten Agitator, der Anzeige drohte. wurde er eines Tages festgenommen und auf dem von vornherein die Folgen des Streifs erkennbar sein mußten, die Stadthauptmannschaft gebracht und dort durch Drohungen gefür die er in erheblichem Maße verantwortlich gewesen sei. In An- zwungen, einen Einigungsvertrag mit der Agricola" zu unter bung beantragte er das schärfte Strafmaß: Dienft 800 000 kronen Raution zu hinterlegen. Erst nach mehrstündiger betracht der grundfäßlichen Bedeutung der Entschei schreiben, der für die Kölner Firma äußerst nachteilig lautete, ferner entlaffung ohne Benfion, und betonte ausdrücklich, daß diefe Haft wurde er wieder freigelaffen und wandte sich nunmehr an die Botsdamer Entscheidung den Streifbegriff ein für allemal aus der Haft wurde er wieder freigelaffen und wandte sich nunmehr an die Beamtenschaft ausmerzen müsse. Der Verteidiger des Angeschuldigten, deutsche Gesandtschaft, die Einspruch erhoben hat. Die ungaris Juftizrat Sonnenfeld- Berlin, fah in dem Verfahren den Berjuch schen Behörden wollen nachprüfen, ob die an dem Vorfall beteiligten einer geistigen Knebelung der Beamtenschaft. Er Detektive von der„ Agricola" bestochen waren. beantragte, das Berhalten des R. mit einer Berwarnung zu ahnden. gefchuldigten brei Biertel der gefeßlichen Bension auf Das Urteil lautete auf Dienst entlassung, wobei dem An- Radeks Eindrücke in Deutschland. ein Jahr belassen wurden. Der Borsigende erklärte, daß der Mostau, 22. April.( MTB.) In einem Bericht nach Mostau Angeschuldigte bei seinen Fähigkeiten und seinem Einfluß eine Ge- flagt Rabet über den Rüd gang der kommunistischen Be= fahr für die ganze Beamtenschaft bedeute und sich in keinem Zweifel wegung in Deutschland Die Bolksmasse verhalte sich der tom. über die Unverantwortlichkeit seines Verhaltens, burch das das Wirt- munistischen Propaganda gegenüber gleichgültig. Die nationalisti schaftsleben schwer geschädigt sei, befunden habe. 4 Die Auszahlung der Ruhegehälter. Englisch- russischer Schiffahrtskonflikt. schen Verführer hätten dagegen Oberwasser. Weiter beflagt sich Rabet bitter über das Personal der russischen Ber= tretungen im Auslande. Sogar in Berlin seien die Vertreter Die schleunige Auszahlung der Ruhegehälter und nicht auf der Höhe. Radet gibt zu, daß zwischen ihm und Kreinterbliebenenbezüge ist bereits wiederholt Gegenstand stinsti starte Meinungsverschiedenheiten bestehen. Krestinski fühle ber Erörterung gewesen. Infolgedessen hat befanntlich auch das sich ganz als zufünftiger Diplomat und Bertreter Rußlands in Reichsverkehrsministerium durch besonderen Erlaß auf die schleunige Deutschland. Er sei ängstlich bestrebt, fidh forrekt zu benehmen und Durchführung und Umrechnung dieser Bezüge hingewiesen. Bon das Lob der bürgerlichen Preffe zu verdienen. der Eisenbahndirettion Berlin war bereits vor Eingang dieses Erlaffes Borsorge getroffen worden, um die hier zu ver forgenden zirta 10 000 Ruheständler und Hinterbliebenen so schnell wie möglich in den Genuß der Nachzahlungen gelangen zu laffen. Mostau, 22. April.( DA.) Im Zusammenhange mit dem Die Umrechnungsarbeiten haben jedoch durch die kurz hintereinander Defret, das Ausländern den Fischfang innerhalb der 12- Werftzone folgenden Erhöhungen der Bezüge einen solchen Umfang ange- verbietet, haben russische Wachschiffe zwei englische Fischdamffer nommen, daß unter Hintansehung anderer wichtiger Arbeiten und angehalten. Der englische Bevollmächtigte in Rußland hat bem heranziehung alles verfügbaren Personals außerordentliche Maß- Außenkommissariat die Entfendung eines Kriegsschiffes angekündigt, nahmen getroffen werden mußten. Auf diese Weise wird es, wie das verhindern soll, daß englischen Fischdampfern außerhalb der WTB. mitteilt, möglich sein, alle Erhöhungen nach dem Stande vom Dreimeilenzone Schwierigkeiten gemacht werden. Nun erwiderte 31. März b. 3. mit Anfang Mai zahlbar zu machen. Die der stellvertretende Außenfommissar, daß dies ein Verfuch fet, mit am 1. April und eventuell noch weiterhin eintretenden Erhöhungen Waffengewalt für tie R. S. F. S. R. eine Dreimeilenzone werden sich schneller abwickeln, weil für diese Berechnungen die ber Territorialgewäffer festzusetzen und dem ganzen vorhergegan Anlagen durch die erstmalige Umrechnung gegeben find. genen Notenwechsel widerspreche, auch den Bersuchen der englischen Regierung, eine Ronferenz einzuberufen, die andere Mittel zur Lösung internationaler Fragen bietet als derartige. Falls England nicht geneigt set, seine Verfügung rückgängig zu machen, würde die russische Regierung gezwungen sein, die Be. wachung der nördlichen Territorialgewässer turch Seeftreit. träfte ausüben zu lassen. Propaganda für das Deutschtum. Dalta, 31. Januar. Disziplinargericht gegen Beamtenstreikrecht. Deutschen deutsche monarchistische Lieder, und auf ihre Forderung Als erster aller deutschen Gerichtshöfe beschäftigte sich in voriger Woche die Potsdamer Reichsdisziplinartammer.unter dem Borsig des Landgerichtspräsidenten Wimmer mit der Frage, ob ein Beamter berechtigt sei, das Streifrecht in Anspruch zu nehmen. Den Anlaß dazu bot die Verhandlung gegen den Eisenbahnbetriebs. affiftenten Mar Rosenthal aus Berlin. Der Tatbestand erstreckt sich auf die Zeit heftigfter Erregung während des Eisenbahnerstreits im Februar b. J. Die Anschuldi gung wirft Rosenthal vor, zum Ausbruch und zur Fortsetzung des Streits in hervorragendem Maße mitgewirkt zu haben, wodurch fich der Angeschuldigte gegen die Berordnung des Reichspräsidenten vom 1. Februar 1922 vergangen hat. Rofen that war bet ber Güterabfertigung des Anhalter Bahnhofes tätig und zum ersten Borsigenden der Beamtenschaft des Bahnhofes er wählt worden. Seine rednerische Befähigung verfchaffte ihm Ein Edouard Sarradin antwortete: die Deutschen wurden aufge fordert, zu bezahlen. Wenn sie diese Aufforderung angenommen haben werden, wird man die Frage stellen tönnen, fie zu etwas anderem einzuladen. Die Zeitung' Deuore" stellt sich auf die Sette berjenigen, die für die Einladung find. Denn sie sagt, die Ausstellung fönnte zu nichts bienen und würde nichts für Frant. reich vor der Welt beweisen, wenn die gefürchtetften Konkurrenten der Franzosen nicht dabei wären. Wäre man wirklich aus nationaben Gründen gezwungen, fie auszuschließen, so müßte der logische Schluß sein, daß man die ganze Ausstellung auf beffere Zeiten verschiebt. Also entweder die Ausstellung von 1924 mit den deutschen Runstgewerblern oder überhaupt teine Ausstellung in diesem Jahre. Tschit- Tschit- Tschitscherin. ( Rußarie.) Ja, ganz Europa wundert fich nicht wenig Der Tschitscherin begrüßt Italiens Rönig. In Lad und Frad, pro Zoll ein Diplomat, Legt er die Hände an die Hosennaht. Doch dann, befeelt vom Untertanendrange, Empfängt gerührt er den Monarchenschmat Nach Etikette auf die rechte Wange. Der Re umarmt ihn und seufzt tüffend:„ Schah..." Mein Tschit- Tschit- Tschitscherin, Das glitcht wie Ginzerin Du fleiner Bolschewit, Du bist mein Glüd. • Die freundliche Berschmelzung ber Extreme Beseitigt europäische Brobleme. Was in der Sonne Genuas begann, Mirkt wie ein Umsturz: alle treten an. Schon sehen Stinnes wir die Lippen spißen, Rapp breitet sehnend seine Arme aus, Hergt stellt sich schmachtend auf die Behenspißen, Bon Holland her feufat's aus dem Doornschen Haus: Mein Tichit- Tschit- Tschitscherin, Ich schmelz zu Blnzerin, Romm, fleiner Bolschewit, Hilf mir zurüd! Mich von Linbenheden. Ein Kurier Estlands war in Rußland wegen Schmuggels Anzahl Sowjet- ,, Diplomaten". Es folgte Hafenstreit und Berhandangehalten worden. Darauf verhaftete die Revaler Polizei eine lung; die Freilassung der Berhafteten ist in Aussicht gestellt. Unter Alliierten. Französische Propagandafolgen. Die folgende Notiz erschien unter der Ueberschrift Die Harbiner Deutschen" am 2. Februar in der Zeitung Shanghaiftaga Shiiin": Zu Ehren des Herrn Walter, des deutschen Ronfuls, welcher vor kurzem aus Mufden eintraf, ver anstaltete die deutsche Kolonie in Harbin im faufmännischen Ges fellschaftshause ein Bankett. Während des Abendessens sangen die spielte das Orchester zweimal die gemesene russische Hymne: Boshe Sar chrani"( Gott behüte den 3aren"). Die Mitglieder des faufmännischen Klubs, entrüst et über die Handlungen der Vertreter der deutschen Republit, entfchloffen fich, unerläßliche Maßregeln zu ergreifen, damit in Jufunft ähnliche Erscheinungen in den Räumen des Klubs nicht möglich werden." Aehnlich und noch schärfer haben sich Harbiner Zeitungen Aufmachung verschiedene Artikel französischer Persönlichkeiten, darButarest, 22. April.( TU.) Der Adeverul" hatte in großer über diese Angelegenheit ausgelaffen. Die monarchistischen Pro- unter eine Botschaft des Präsidenten Millerand, und Aufsätze vokationen von Angehörigen der deutschen Republik innerhalb eines republitanischen Staatswesens sind natürlich eine wirksame Bropaganda" für das Deutschtum! Der deutsche Nationalismus ist und bleibt der Stier im Porzellanladen. Aber während die deut schen Monarchisten in dem republikanischen China, in den republika. nischen Staaten Südamerikas usw. uns durch wilhelminische Gesten Sympathie über Sympathie verscherzen, tröstet die Berliner Chau vinistenpresse ihr unwissendes Publikum mit der Sensationsmeldung, in der Handelsflagge nichts wissen wollen! daß die Neger von Dahomey von der schwarzrotgoldenen Gösch Die fürzlich durch die Breffe verbreitete Nachricht, daß Großfirmen in Chile biejenigen Reedereien, die unter der nenen andelsflagge fahren, von Verladungen ausschließen wollen, ist, wie den BBN. mitgeteilt wird, nach amtlicher Festftellung unrichtig. Ein Beschluß dieser Art ist nicht gefaßt. Auch ist eine Behinderung oder Benachteiligung deutscher Schiffe mit der neuen Flagge nicht erfolgt. Danach handelte es fich also im vorliegenden Falle wieder ein. mal um eine Verleumdung der Flagge der deutschen Republik durch rechtsgerichtete, monarchistische Kreise, denen auf diesem Gebiete jebes Mittel recht ist, auch wenn es wirtschaftlich zum Schaden Deutschlands ausschlägt. Militaristischer Großunfug. " Mus Potsdam wird uns berichtet: Am 6. Mai, dem Geburtstag des ehemaligen Kronprinzen, findet in Botsdam ein Artillerie tag" statt. Alle Offiziere, Unteroffiziere und ehemaligen Mannschaften ber Garde- Artillerieregimenter werden aufgefordert, an diesem Tage in Potsdam zu erscheinen. Es soll beschlossen werden, einen 2 rtillerie Broßperein" zu gründen. Zu den Beranstaltern gehört auch Oberst Bauer. Die Soldaten erhalten in ben R a. fernen Freiquartiere, die Unteroffiziere werden in Privatquartieren untergebracht. Die Rasernen gehören der Reichswehr. Ift Herr Geßler wirklich damit einverstanden, daß durch Staatsmittel ein militärischer Unfug unterstüßt und damit gleichsam santtioniert, wird, der uns nur wieder neue Schwierigkeiten mit dem Auslande bringen fann? Gaarparlament unzulässig. M von Cambon, Doutroug und General Debenen veröffent licht, die für den„ Adeverul" besonders geschrieben sein sollten. Die französische Gesandtschaft trat dem mit einer scharfen Er. flärung, in der ber Redaktion Unanständigkeit vorgeworfen wurde, entgegen; es sei unwahr, daß dieser Artikel von franzöftschen Bersönlichkeiten besonders für den„ Adeverul" geschrieben oder auch nur unterzeichnet fei. Die Redaktion wies nach, daß sie das material von dem Pariser Verlag„ La Presse Inter- Alliée" mit dem ausdrücklichen Anschreiben erhalten habe, daß die Artikel besonders für den Abeverul" geschrieben seien. In einem weiteren Artikel forderte der„ Adeverul" von dem Gesandten Daeschner eine Richtigstellung und griff ihn dabei scharf an. Auch die anderen rumänischen Blätter griffen die Angelegenheit auf, in die nun auch gewisse Vorgänge bei den Wahlen hineingezogen wurden. Der Gesandte hüllte sich in Schweigen, dürfte aber durch die bevorstehende politische Behandlung des Falles zum Reden, wenn nicht zu anderen Ronsequenzen gezwungen werden. Die gleiche Artikellferie ist nach hier vorliegenden Nachrichten im Obzor" in Agram und im Journal de Pologne" in Warschau erschienen. Sozialistenprozesse in Westpolen. Wie die sozialdemokratische Bromberger Boltszeitung" be richtet, ist gegen ihren Redakteur Bantrag vor dem Bromberger Amtsgericht verhandelt worden, weil er im Oktober 1921 über ben Gefeßentwurf der polnischen Regierung gegen die Kommunisten, der wegen feiner äußerst dehnbaren und alle Parteien bedrohenden Bestimmungen sogar vom polnischen Parlamentsausschuß abge. lehnt worden ist, geschrieben und dabei von einem eventuell bevorstehenden Schandgeset" gesprochen hatte. Gericht verurteilte den Genoffen Bantrag auf Grund des§ 131 des noch in Geltung bestehenden deutschen Strafgefeßese megen Berächtlichmachung von Staatseinrichtungen" zu vier Wochen Haft. Im Urteil wird u. a. eine Verfügung des polnischen Volksrats zitiert. Gegen das Urteil ist Berufung eingelegt. Das Der polnische Bromberger Ger.osse Burzytowski hatte in einer Versammlung den Sprachenparagraphen gegen die deutschen Stadtverordneten als einen Sch and fled des 20. Jahrhunderts bezeichnet. Auch er wurde angeflagt. Er wies das Gericht darauf hin, daß so wie früher die deutschen Sozialisten die Polen in Schuß genommen haben, er heute als polnischer Sozialist für die in Polen lebenden Minderheiten eintrete. Das Amtsgericht verurteilte ihn wegen polenfeindlicher Gesinnung zu sechs Wochen haft. In einer Rundgebung gegen die Boltsproteste schreibt die Bolterbundregierung des Saargebiets, daß sie nach den Versailler Borschriften nicht weiter gehen dürfte, als einen gutachtenden Landesrat und Studienausschuß zu oftronieren, womit fie auch Cütfwik opfert fich. Rapp läßt die Meldung, daß er mit der die einstimmige Billigung des Bölterbundrates gefunden habe. Ein Selbitstellung ieines Freundes Lügwig gerechnet habe, dementieren. Barlament fei unzulässig. Ein volkstümliches Vormittagskonzert ber Staatsoper findet Im Gegenteil, er babe Lustwiß gebeten, sich nicht zu stellen. Heute Sonntag in der Neuen Belt, Hafenbeibe, vorm. 11 Uhr, Im Saarbrüdener Stadtparlament teilte Stadtv. Hillenbrandt und Lüttwis opfert fich dem Freunde und stellt sich nicht! Wie merben zu Gehör gebracht: Sinfonie nr. 5 E- moll von B. Ithaitowsty. welche sich an Rundgebungen gegen Entente oder Saarregierung arimann ist zu einer Vortragsreise in die Schweiz eingeladen unter musikalischer Leitung des Generalmnfitbirektors Leo Bled staff. es( 3tr.) ein Schreiben der Regierungskommission mit, die Beamte, schwer muß ihm dieser schier übermenschliche Entschluß gefallen fein! Aus der freien Schweiz. Unier Wiener Genone Dr. Ludo Duvertüre zu Oberonbon. A. von Weber und Vorspiele su beteiligen, mit der Disziplinierung bedroht. .2obengrin und Meisterfinger von N. Wagner. worden. Einer feiner Vorträge mit dem Thema Bavit Ii che In Robleng ist der Stab und ein Bataillon des 156. fran- altungen worüber Hartmann im Kaifertum Defterreid fifchen Inf. Regiments zur Ablösung der Amerikaner einge. ofimals gefprochen hat- ift vom schweizerischen Polizei- und troffen.... Justisdepartement verboten worden. " Woche ber Lebenden nennt die Leitung des Nirnberger Stadttheaters eine Veranstaltung, die im Mai ftattfinden wird und in ber Eberhard Stonigs Filippo Lippi"( als Uraufführung), ferner. b. Un rubs Bring Louis Ferdinand", Zollers Bandlung, b. b. Bolk Bater und Sohn, Georg Staffers Gerettete tibiades" und Hans Rosis Rönig gegeben werden sollen. Bor jebem ber Werte wird der betreffende Dichter eine Ansprache über sich und sein Schaffen halten. " 3m Triester Arbeiterviertel fam es zwischen Fascisten und Finanztönig Morgan soll sich bereit erfiärt haben, dem Anleihe Rommunisten zu heftigen Busammenstößen. Auf beiden Seiten fubientomitee der Reparationstommiffion beizutreten. mehrere Berwundete. Ein Fascist wurde erschossen. Gewerkschaftsbewegung Erhöhung der Erwerbslosenbezüge beantragt. Unser tägliches Brot am 1. Mai. westfälischen Industriebezirk werden in einer neuen Konferenz über Die Bädereiinhaber behaupten, daß insbesondere auch die die Annahme oder Ablehnung des Schiedsspruches beichließen. Arbeiterschaft, die Arbeiterfrauen es feien, die ohne Rücksicht darauf, Wenn der neue Schiedsspruch auch gegenüber den bisherigen ob die Bädereiarbeiter die Feier des 1. Mai durch Arbeitsruhe be- Verhältnissen eine gewisse Verschlechterung bedeutet, so ist es doch Die Gewerkschaftskommission Berlins und Umgegend hat an gehen können, auch an diesem Tage frisches Gebäck verlangen. erfreulich, daß die Unternehmer mit ihrer jogenannten„ Arbeitszeitben Reichsarbeitsminister eine Eingabe auf Er. Die bedrängten Arbeitgeber, die ja sonst ganz gern" den 1. Mai frei- veredelung" nicht durchgedrungen find. höhung der Erwerbslofenunterstüßung gerichtet, ba geben würden, sind dadurch natürlich in der unangenehmen Lage", Ein gleicher Schiedsspruch wie der nunmehr erledigte ist auch die zurzeit geltenden Säße bei der anhaltend fortschreitenden baß sie es nicht können. Glaubt man ihnen, dann sind es ausgerech für die Straßenbahner in Düsseldorf gefällt worden, nur mit Berteuerung der Lebenshaltung nicht im entferntesten zum aller- net bie organisierten Arbeitnehmer bzw. deren Frauen und dem Unterschied, daß dort die Lohnerhöhung pro Stunde für April notwendigsten Lebensunterhalt ausreichen. Die gegenwärtige Kinder, die so rücfichtslos" find, am 1. Mai die frischen Arbeits-| 2.95 M. beträgt. Eine Urabstimmung der Düsseldorfer Straßen Scheinfonjunktur bringt dem Unternehmertum ungeheuere Gewinne, probufte der Bäcker zu fordern. bahner hat dennoch die fast einmütige Ablehnung dieses Schieds dabei droht den in der Reservearmee des Kapitalismus stehenden Es muß allerdings zugegeben werden, daß die Gedankenlosigkeit spruches ergeben. Arbeitern mit der jegt gewährten Unterstützung ein gänzliches Ber- in diesen Dingen noch ziemlich groß ist. Die Friseurgehilfen finten in Not und Elend. führen feit Jahren dieselbe Klage. Die Unterstüßungsfäße den gegenwärtigen Teuerungsverhält niffen anzupassen, um das Los der Arbeitslofen zu erleichtern, ist gebieteriiche Pflicht. Von den am 1. 8. 22 rund 210 000 untertüßten Erwerbslofen entfallen allein 42000 auf Berlin. Die Gewerkschaften haben deshalb ein besonderes Interesse daran, daß für die Arbeitslosen wieder etwas geschieht. Dem Finanzministerium und dem Breußischen Wohlfahrts. ministerium sowie dem Berliner Magistrat find gleichfalls Ab. schriften zugestellt. An die sozialistischen Frattionen des Reichstages, des Landtages und der Stadtverordnetenverfamm lung ist das Ersuchen gerichtet, diese Forderung parlamentarisch au bertreten, wofür fie sich zweifellos mit aller Entschiedenheit einfegen werden. stimmt. Achtung, Betriebsräte der Hauptgruppe Metallindustrie! In Die Leitung des Verbandes der Bäcker und Konditoren richtet einem großen Teil von Betrieben ist die Betriebsratswahl noch nicht an die Arbeiter und Arbeiterinnen das Ersuchen, den vollzogen. Unsere Kollegen sind daher noch nicht alle im Besitz der Unternehmern derartige Argumente wegzunehmen, mit anderen Legitimationskarte der Betriebsrätezentrale. Da die Tagesordnung Borten, am 1. Mai keine Badware zu kaufen, wenigstens fein der Hauptgruppenvollversammlung sehr wichtig ist und ihre ordent frisches Gebäd zu verlangen. liche Erledigung finden muß, ist im Einvernehmen mit der Betriebs rätezentrale die zu Mittwoch einberufene Bollversammlung bis auf weiteres aufgeschoben worden. Der Gruppenrat: Ungermanr.. R eichssammlung ,, Brüder in Not" für die hungernden Rußlanddeutschen und für deutsche Auslandflüchtlinge Banffonto: Preußische Staatsbant, Berlin W 56 Postichedtonto: Berlin NW 7, Nr. 656 00 ,, Deutschlands Untergang". SPD.- Betriebsräte des Buchbinderverbandest Montag, 7 Uhr, bei Reimer, Rommandantenstr. 46, äußerst wichtige Sitzung! Imhoff. SPD.- Holzarbeiter. Dienstag, 6% Uhr, in der Neuen Philharmonie, Stöpenider Str. 96.97: Bersammlung der General bersammlungsdelegierten, Ersagdelegierten, Betriebsräte Funktionäre. und Am Dienstag fpricht Dr. Renner aus Wien in einer von den Ortsausschüssen des ADGB. und der Af zu 6% Uhr ins Gewerks fchaftshaus, Saal 1, einberufenen Bersammlung der Ortsvorstände Gegensätze der Staatswirtschaft und der Weltwirtschaft in der Nach der Gewerkschaften, Delegierten und Unterkommissionsvertreter über friegszeit und die gewertschaftliche Praxis. Als Legitimation gilt die Einladung. Auch die Vorstände des AD GB. und des AfA- Bundes haben dem Reichsarbeitsminister einen Antrag auf weitere Er. höhung der Unterstützungssäge für Erwerbslose unterbreitet. Die legte Erhöhung trat Mitte Februar d. J. in Kraft. Sie steigerte ben Tagesfah in der höchsten Ortsklasse für Verheiratete auf 18,50, für Ledige auf 15 M. und für Männer unter 21 Jahren auf 10 m.; Ich hasse die Gemertschaften, sie sind Deutsch für Frauen betragen diese Säße 15, 10 ober 8 M. Durch die feit lands untergang!" Dieses große" Wort sprach Herr Henry ter legten Erhöhung eingetretene weitere Gedentwertung find diefe angfelder, Inhaber der Firma menzenhauer u. Unterstüßungssäge durchaus ungenügend geworden. Es ist zu er. Schmidt, Weißensee, Sedanstr. 47, vor dem Schlichtungsauswarten, daß die Regierung dem Antrag auf Erhöhung balbigft zubie Angestellten zu niedrig bezahlt und sie außerdem unfreundlich bleiblich. Wie dem Konfettionär" aus Augsburg berichtet wird, ist schuß Groß- Berlin gelaffen aus. Jahrelang hat der gute Mann Der Kampf in der füdbayerischen Terfilindustrie scheint unaus behandelt, bis diefe fich schließlich gezwungen fahen, auf dem Wege der Schiedsspruch des Landeseinigungsamts von beiden Teilen ab. des Streifs zu ihrem Recht zu gelangen. Wiederholte Einigungs- gelehnt worden. Die von den Arbeitnehmern gefündigten Tarife Die foeben eridienene Nummer 27 des Reichsgefegblatts" ent. perfuche zur Beilegung des Arbeitsstreites scheiterten, weil Herr laufen heute ab. An der Bewegung sind etwa 22 000 bis 23 000 2rhält die vom Reichsarbeitsministerium auf Grund des Gefezes vom Langfelber es ablehnte, mit der Organisation ein Ab- beiter und Arbeiterinnen beteiligt. Sie verteidigen ihre bisherige 15. Februar 1922 erlaffene 23 a blordnung betreffend die Entfommen zu treffen. Vor dem Schlichtungsausschuß mußte er sich Arbeitszeit von 46 Stunden in Woche, hatten sich jedoch beret erklärt, sendung von Betriebsratsmitgliedern in ben eines Besseren belehren lassen. Es tam zu einem Vergleich, den Arbeitszeit von 46 Stunden in der Woche, hatten sich jedoch bereit erklärt, Aufsichtsrat. die Firma auch ohne Streit hätte haben können. bezahlt werden. Die Angestellten aber haben durch ihr einmütiges Vorgehen Berantw. für den rebatt. Teil: Franz Alihs. Berlin- Sichterfelbe; für An. erreicht, daß eine hoffentlich dauernde Besserung erreicht worden ist. zeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts.Berlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: breitausendfünfhundert Marf. Der Prokurist der Firma bezog ein Monatsgehalt von Borwärts- Buchdruckerei u. Berlaasanstalt Baul Singer u. Co. Berlin. Lindenstr. 3. Hierzu 2 Beilagen und Die Bücherschan". Betriebsratsmitglieder im Aufsichtsrat. weit eher der unfoziale Teil des Unternehmertums, dessen Verhalten Nicht die Gewerkschaften sind Deutschlands Untergang, sondern Angestellten verbittert. Das Mitbestimmungsrecht der städtischen Arbeiter. Unter dem Borfik des Oberbürgermeisters Boeß begannen geftern Dormittag Besprechungen mit Vertretern der städtischen Arbeiter über das Mitbestimmungsrecht der städtischen Arbeitnehmer. Be tanntlich war in den Berhandlungen im Reichsarbeitsministerium die über den Reichsmanteltarif diese Frage ausgeschaltet worden, da eine Einigung im Rahmen der voraufgegangenen Besprechungen richt möglich erschien. Die jetzigen Verhandlungen über das Mitbestim mungsrecht dürften voraussichtlich mehrere Tage in Anspruch nehmen. Sollte ein Uebereinkommen nicht erzielt werden, so müßte erneut ein Schlichtungsausschuß angerufen werden. Der Streit im Versicherungsgewerbe. Der Unternehmerverband verbreitet über den Verlauf der Be wegung fortgesetzt Mitteilungen an die Presse, die teilweise zur Irreführung der Angestellten und der öffentlichen Meinung geeignet find. Die pier beteiligten Angestelltenverbände haben einem Ber. liner Lokalblatt, das gestern früh eine derartige Mitteilung brachte, folgende Berichtigung zugehen lassen: 1. Der Streit im Versicherungsgewerbe betrifft die Gehalts feftfegung für März und April. Der bis zum 31. Dezember 1922 laufende Teil I des Reichstarifvertrages wird durch ben schwebenden Streit nicht berührt. Dr. Lohnabschluß in den Rein- Kupferschmiedereien. Körner vom Demo gelang es, eine Einigung herbeizuführen. Durch nochmalige Verhandlungen unter Vorsiz des Herrn Die Bohnzulagen bewegen sich zwischen 3 bis 4,50 M. pro Stunde. Der tarifliche Mindestlohn beträgt demnach für April 20,50 m. pro Stunde. In den nächsten Tagen gelangen die versammlung zur Ausgabe. Diese Stimmzettel werden den Stimmzettel für die Delegiertenwahl zur General. Vertrauensleuten in der für ihren Betrieb in Frage kommenden Anzahl zugefandt. Vertrauensleute, die nicht in den Besitz der Stimmzettel gelangen, wollen sich dieselben vom Bureau abholen. Straßenbahnerbewegung in Rheinland- Westfalen. Ueber den weiteren Verlauf der Bewegung wird uns gefchrieben: Die Urabstimmung hat ergeben, daß der Schiedsspruch des Reichsarbeitsministers mit großer Majorität abgelehnt wurde. Das 2. Der Arbeitgeberverband hat den Beginn ma-| bat bewirkt, daß erneut Verbandlungen im Reichsterieller Verhandlungen davon abhängig gemacht, daß die An- arbeitsministerium stattfanden. Die Verhandlungen führten dazu, gestelltenverbände seine Bedingungen annehmen sollten, daß der Schiedsspruch vom 7. April aufgehoben die außerhalb des durch den Schiedsspruch vom 23. März 1922 gezogenen Rahmens liegen. Außerdem sollten die Verbände inzwischen eingeleitete Maßnahmen zurückziehen, ohne daß ihnen die Sicherheit für eine befriedigende Lösung des Streitfalles geboten wurde. An der Haltung des Arbeitgeberverbandes sind die Eini gungsverhandlungen im Reichsarbeitsministerium gescheitert" Glas Bierbecher glatt..325 bis 475 Bierbecher Tonnenform... 525 Likörbecher optisch..... 240 Likörgläser glatt...... 350 Teebecher glatt....... 340 Wassergläser geprest 175 b. 350 Wassergläser Rundboden.. 275 Bowlengläser mit Henkel 1450 Wassergläser geschliffen..850 Saffkrüge glatt....... 1150 Bonbongläser v. 1550 b. 25M Blumenvasen perlopfisch 650 Blumenvasen Kantenschilf 1950 und ein neuer Schiedsspruch gefällt wurde. Der neue Schiedsspruch fieht vor, daß es bei der bisherigen Arbeitszeit bleibt, nur die Baufen an den Endstationen, die bisher mit 10 Minuten angerechnet wurden, sollen fünftig mit 5 Minuten verrechnet werden. Für den Monat Mai wurde eine Stundenlohnerhöhung von 1,25 M. bewilligt. Die Straßenbahner im rheinischDas altbewährte, durch mehr als 22.000 ärztliche Gutachten anerkannte Körperkräftigungs- und Nervennährmittel Sanatogen in bekannter Güte in allen Apotheken und Drogerien erhältlich. Bon böchstem Nährwert und leichtester Berbaulichfelt. Druckschrift über Sanatogen als Kräftigungsmittel für Nervenleidende, für Magen- und Darmkrante, für Frauen und Kinder, für Wöchnerinnen, bei Bleichsucht und Blutarmut, bei Ernährungsstörungen, bei Schwächezuständen aller Art, auf Wunsch toftenlos und poftfrei burd Bauer& Cie., Berlin SW 48, Friedrichstraße 231. A.Wertheim Weiß wall kleinen Follens Porzellan Speiseteller set u. Soch. 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April, also in genau vier Wochen verhältnismäßig geringer Schwankungen der Devisenkurse, sich der Stand der Mark im Berhältnis zum Dollar um rund 65 M. oder an nähernd 20 Broz. des schlechtesten Standes gebeffert hat. Um diesen Betrag verminderte sich der Berfaufspreis für Exportware, deren Weltmarktpreis unverändert geblieben ist. Die Rauftraft der Mart im Ausland hat sich gleichzeitig gehoben. Galten nach den obigen Dollarnotierungen am 24. März 100 Papiermart gleich 1,268 m. Borkriegswährung( Gold), so stieg der Wert diefes Bettelbetrages bis gestern auf 1,576 M. Gold. Sonntag, 23. April 1922 Lokal Handtke. Thema: Der Entwurf der Landgemeindeordnung". Referent Genoffe W. Drügemüller. Morgen, Montag, den 24. April: Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer und Lehrerinnen. 4 Uhr im Stabthaus, Alofterstraße, 8immer 339, Bericht vom Sozialdemokratischen Behrertag in Hamburg. standen. Diese Aenderungen bestehen in der Hauptfache in folgendem: 6. Kreis Krenzberg. Kindergruppe. Seute, Sonntag, vormittags 9% Uhr, Zur Erlangung des Werkselbstverbrauch rechtes find Ertner. Gruppenversammlung heute, Sonntag, nachmittags 3 Thr, in Erkner, Treffpunkt Marheinekeplag zum Spaziergang. grundsäglich wie früher 81 Proz Beteiligung erforderlich. In besonderen Fällen, die unter 81 Proz. fiegen, aber mindestens 50 Broz. betragen müssen, fönnen Ausnahmen gemacht werden. Hierzu sind jedoch ein mit Dreiviertelmehrheit gefaßter Beschluß des Selbstverbrauchsausschusses des Syndikats und die Berbrauchern genügt allgemein die Beteiligung von mindestens Zustimmung des Reichsfohlenrats erforderlich. Bei ausländischen 50 Broz. Die Bestimmung bezüglich des Rechtes auf Werffelbstver- 31. brauch bei langfristigen Lieferungsverträgen fommt in Fortfall. 41. Wegen der ungeflärten Lage foll den Mitgliedern des Syndikats das Recht der Kündigung des Bertrages zum 30. September 1922 45. stehen. Dieses Recht muß spätestens am 1. September 1922 ausgeübt werden. Der Reichsfohlenrat wird jetzt über die Annahme des Ent wurfs zu entscheiden haben. 4. bt. 7½ Uhr bei Schwarz, Blankenfeldeftr. 10, außerordentliche Mitgliederbt. 7% Uhr Sigung aller Funktionäre bei Meißner, Shivelbeiner Str. 34. st. 7% Uhr Gigung fämtlicher Funktionäre bei Schult, Mariendorfer bt. 7½ Uhr Funktionärsihung bei Wolff, Forster Str. 44. Straße 5. Borher 6% Uhr Sigung der Abteilungsleitung. 43. Abt. 714 Uhr bei Boigt, Boppftr. 8, Sigung der Bezirksführer. Charlottenburg. 53. Abt. 7½ Uhr erweiterte Borstandssigung bei Lug, Ufrauftvaße 1. 58. bt. 7 Uhr bei Stein, Passauer Str. 35, Funktionär tonferenz. 85. Abt. Tempelhof. 7% hr bei Bergel, Friedrich- Wilhelm- Str. 90, erweiterte Borstandsfigung. versammlung. Neuwahl des Gesamtvorstandes. 90. Abt. Reutölln. 7 Uhr gemütlicher Abend( Konzert, Gefang, Rezitationen, Tang) im Deutschen Wirtshaus( Eingang Portal 2), Bergft. 137. Billetts a 2,20. bei den Funktionären und am Saaleingang. " des Genossen Riffer: Allgemeine Wohlfahrt im 15. Bezirk. Baumschulenftr. 82. Gegen den Lebensmittelwucher. Die Berbrauchertammer für den Regierungsbezirk 6 In befaßte sich in einer Bersammlung mit der unerhörten Preisbildung auf dem Wochenmarkt. Es wurde als auffällig bezeichnet, daß der Bucher vor allem bei Gemüse 101. Abt. Treptow. 7½ Uhr Frauenabend bei Jädel, Bouchéstr. 85. Bortrag in dem Augenblic eingesezt habe, in dem die Mucherpolizei auf die staatliche Bolizei übergegangen sei. Die Kammer will in dieser Hin- 102. Abt. Baumsonlenweg. 7½ Uhr Sizung sämtlicher Funktionäre bei Berndt, sicht bei dem Polizeipräsidenten vorstellig werden und ihm weiter 103. Abt. Oberschöneweibe. 7% Uhr Mitgliederversammlung im Zeichenfaal vorschlagen, der Bucherpolizei einen Berbraucherausschuß zur Be der Rottmeyer- Schule, Eingang Frischenstraße. Thema: Das Görliger ratung und Unterstügung zuzugefellen. In einer Eingabe an den 124. bt. Wahlsbarf. 8 Uhr bei Anders, Bahnhofstraße, Funktionärsiguns. Brogramm". Referent Rarl Littke. Minister des Innern werden schärfere Maßnahmen zur Be- 125. Abt. Weißenfee. 8 Uhr bei Stärke, Charlottenburger Str. 3, Sigung des fämpfung des Wuchers gefordert. Ferner fordert die Verbraucher 128.130. f. nom. Abteilungsvorstandes. fammer vom Reichsernährungsministerium, daß es Borsorge dafür TUhr im Jugendheim Breite Straße, Gigung fämtlicher Ordner zur Maifeier und der Mitglieder des Bildungsausschusses trifft, daß 3uder, dieses wichtige Bollsnahrungsmittel, zu erträg- bes 19. Rveises. gemacht wird. lichen Preisen in ausreichenden Mengen den Verbrauchern zugängig Frauenveranstaltungen: Die jeßigen Zuderpreise fönnten mit den Berhält nissen in der Zuckererzeugung in feiner Weise begründet werden. Die Berbraucherfammer hält es für erforderlich, die Behörden auf die tolle Preisbildung( 18-20 M. für das Pfund Zuder im Kleinhandel) aufmerksam zu machen. 8. t. 7 Uhr bet Richter, Dennewigstr. 27. 23. Abt. 7 Uhr bei Taube, Millerstr. 62a. Thema:„ Die Ursachen ber Teno und 25. Abt. 7 Uhr in der Elbinger Rlaufe, Elbinger Str. 49. Thema: rung". Referent Rarl Jügner. 24. Christliche und sozialistische Weltanschauung". Referent Genoffe Mtermann. 26. bt. 7% Uhr bei Wichmann, Weißenburger Str. 1. Thema: Rultur unb 27. abt. 7% Uhr in der Schulaula Greifenhagener Str. 58/59. Thema:„ Familie, Sozialismus". Referent Richard Weimann. Abt. T½ uht in ber Schule Schönhauser Allee 166a. Chema: ,, Das FrauenChe und Sozialismus". Referent Rurt Riegmann. 28. Teben in Indien". Referent Genoffe Döring. bt. 7% Uhr bei Goldschmidt, Stolpische Str. 36, geselliger Abend. Mitst. 7½ Uhr in der Schulaula Senefelderstr. 6. Organisationsfragen. wirkende Genoffe Kreuziger und Lisa Albrecht: Lieder zur Baute. Gäste willkommen. In unmittelbarem Zusammenhang mit der Baluta gingen die Getreidepreise des freien Berfehrs zurüd. So fofteten gestern die 50 Kilogramm märkischer Roggen 525-530 m., während man noch Ende März 623-628 m. dafür bezahlt hatte. Gaben nun die Baren des freien Berkehrs im Preise nach, so haben sich mittlermeile die Preise für inländische Rohstoffe, insbesondere Kohle und Der Postscheckverkehr im Jahre 1921. Aus bem Reichspoft bamit auch die auf der Basis der Kohlenpreise gleitend festgesetzten minifterium wird mitgeteilt: Der deutsche Postscheckverkehr hat sich Eisenpreise, weiter erhöht. Diese Tatsache zeigt, wie die Rohstoff- und 1921 erfreulich entwickelt und die ihm im deutschen Wirtschaftsleben Lebensmittelproduzenten das Recht auf den Balutapreis für sich Zahl der Postichedkunden ist von 622 343 Ende 1920 um 31. auf dem Gebiete des Geldwesens zukommende Aufgabe erfüllt. Die 29. geltend machen. Allenthalben ist die Jagd nach der Baluta im 137 487 auf 759 830 Ende 1921 gestiegen. Der Umfag hat Gange. Die Produzenten verlangen in vielen Fällen vom Exporteur fich zum erstenmal seit dem Bestehen des Postscheckverkehrs auf eine 35. den Gegenwert nach dem Auslandspreis der Ware, wodurch sich die Billion Mart belaufen und diesen Betrag fogar noch um rund Exporteure beschwert fühlen, da sie durch ihre Auslandsagenturen auch 200 milliarden Mark überschritten. Begen das Vorjahr be Untoften in fremder Währung haben. Im Textilgewerbe ist es schon trug er 510 Milliarden Mark oder 75 v. 5. mehr. Im bargeld. foweit, daß die Rohgewebe im Inland teurer sind als im Ausland, lofen Zahlungsverkehr sind 999 Milliarden Mark oder 83,7 v. während hochverarbeitete Waren durchaus noch mit ausländischen des Gesamtumfakes beglichen worden. Das Guthaben hat von gleichen Artikeln fonkurrenzfähig sind. Bei Eisen und Eisenver- 7,6 Milliarden Mart Ende 1920 um 4,2 Milliarden auf 11,8 Milliarden Mark Ende 1921 zugenommen. Ein richtiges Bild über die arbeitung liegt es ähnlich, und am Lebensmittelmarkt mußten wir er gewaltigen Leistungen der Postscheckämter bietet die Zahl der Uhr bei Ruhnert, Mustauer Str. 12. Thema:„ Meine Erlebnisse leben, daß die hochgetriebenen Getreidepreise sogar die Einfuhr aus- Buchungen, die sich im Jahre 1921 auf 428 millionen 48. ländischen Mehl es rentabel machen. Diese Tatsachen zeigen, wie oder werktäglich nahezu 1% Millionen belaufen hat. Die Gesamtdas Monopol der Rohstoffproduzenten sich bereits mit großer Schärfe einnahme aus dem Bostscheckverkehr betrug 477 Millionen Mart. gegen die Verarbeiter wendet und wie von innen heraus der Schub Bur Entlastung der Postschecämter in Berlin und Köln find Postsor der Einfuhr fremder Halbfabrikate mehr und mehr unwirtfam fchedämter in Magdeburg und in Dortmund eingerichtet worden. gemacht wird. Erst wenn die Arbeitstraft hinzutritt, wird die Produktion rentabel. Die niedrig gehaltenen Löhne find es, auf die sich heute bie Gewinne der Großindustrie stützen. Während diese aber die Preisschraube rüdsichtslos anzieht, verlangen auch die Agrarier die völlig freie Wirtschaft, d. h. Wellmarktpreise auf der ganzen Linie. Die Arbeiterschaft allein hat bisher an dieser Jagd nach der Baluta nicht teilgenommen. Sie hat ihre Lohnforderungen immer nach dem Stand der Teuerung eingestellt d. h. nachträglich, nachdem die Preise schon gestiegen waren, Lohnerhöhungen gefordert. Bird sie bei dieser Taktik bleiben fönnen? Noch sind die niedrig gehaltenen Mieten und die teilweise bereits abgebauten Lebensmittelzufchüffe Momente, die den Tiefstand der Löhne begünstigen. Aber das sind auch die letzten Säulen. Die Arbeiterschaft hat an Gold fähnen, die zugleich die Absatzmöglichkeit der Industrie untergraben würben, fein Intereffe. Um so mehr muß sie aber fordern, daß nicht alle Stöße überstürzter Preisbewegungen sich unmittelbar in den Lebenshaltungstoften auswirken. Gerade deshalb ist die Aufrechterhaltung und Erweiterung der Getreideumlage jetzt bringender notwendig als je. Revision des Kohlenfyntitatsvertrags. Das Rheinisch- Westfälische Kohlensyndikat hat in einigen Punkten den Forderungen der Arbeit nehmer im Reichstohlenrat Rechnung getragen. Diese wollen in der Hauptsache den alten Syndikatspertrag wiederhergestellt wissen, um nicht den gemischten Betrieben und den Interessengemeinschaften gegen die Verbraucherinteressen verstoßende Sondervorteile zu geben und fo die Kohlenwirtschaft hintenherum zu privatisieren. Die Mitgliederpersammlung des Kohlensynbifats erklärte sich mit den vom Reichs fohlenrat gewünschten Wenderungen des Vertragsentwurfs einverGroß- Berliner Parteinachrichten. Erscheinen der Genossen zu den Veranstaltungen stets erforderlich! Achtung, Abteilungsleiter! Wir bitten umgehend die Adressen der erwachsenen Mitarbeiter für den Berein Arbeiter- Jugend Groß- Berlin dem Jugendhetariat( Lindenstr. 3, 2. Sof) mitzuteilen, da am 2. Mai eine Ronferenz biejer Genossen stattfinden soll. Beamte, Angestellte and Arbeiter der Reichs, Staats- und Gemeinde. behörden. Mentag, ben 24. April, 7 Uhr, große öffentliche Ber fammlung in Schmidts Gesellschaftshaus, Fruchtste. 36a. Tages. ordnung: Welche Forderungen fönnen bie Beamten, Angestellten und Arbeiter in Reich, Staat und Gemeinde stellen? Referent Begationsrat Dr. Zechlin. Achtung, Foft und Telegraphie! Montag, ben 24, April, 8 Uhr, Ron ferenz sämtlicher GD.- Funktionäre im Jugendheim, Sindenstr. 3, 2. Sof, 3 Treppen. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zum 1. Mai. 2. Organisationsfragen. 3. Bershiedenes. 1. Kreis Mitte. Montag, den 24. april, 7½ Uhr, in ben Bubi- Sälen, Neue Rönigstr. 26, gemütlicher Franenabend. 3. Kreis Wedding. Montag, ben 24. April, 7 Uhr, in ber Schuleula Bant, Ece Biefenstraße, Kreisvertreterversammlung. Vorstandswahl. 9. Kreis Wilmersdorf. Montag, den 24. April, fällt der Frauenabenb bei Bieper aus. Die Genofsinnen gehen zur Bersammlung bei Rche, Kaiferallee 51/52. 13. Kreis Tempelhof. Siontag, ben 24. April, 7% Uhr, Fraktionssigung in Marienborf, Feuerwehrdienstgebände, 8immer 10. 20. Rreis Reinidendorf. Mentag, ben 24. April, 7 Uhr, im Rathens Wittenau, erweiterte Kreisvorstandsßßung. Die Elternbeiratsmit. glieber müßen an dieser Sigung teilnehmen. 2. Kreis Tiergarten. Dienstag, ben 25. April, 7 Uhr, Kreisvertreter. versammlung in den Arminius- Sallen( oberer Gaal), Bremer Straße 71. Thema: Republit und Sozialdemokratie". Referent Erich Kuttner, M. b. 2. 7. Areis Charlottenburg. Dienstag, den 25. April, 7 Uhr, engere Borstandsßigung im Bimmer 1. bt. 7% Uhr bei Gonad, Samariter, Ede Rigger Straße. Thema: Internationale und Völferbund". Referent Rurt Wegner. 37. Reichstage" Referentin Minna Todenhagen. t. 76 hr in der Schule Sausburgstr. 20. Thema: Frauenfragen im 42. 43. Klärung der Jugend". Referent Dr. Löwenstein. Referent Lehrer Marste. bt. 7 Uhr bei Söhlte, Bergmannstr. 69. Thema:„ Die sexuelle AufAbt. 7½ Uhr bei Wolf, Gräfeftr. 26. Thema:„ Die Elternbeiratswahlen". und 45. Abt. 7½ Uhr in der Reichenberger Str. 34( Feither Luisen- Theater). 44. 68. 57. Thema: Die foziale Stellung der Frau im Orient". Referentin Erna Büsing. im Orient" Referent Heinrich Bierbücher. st. 7 Uhr im Graphischen Vereinshaus, Megandrinenftr. 44, gemütliches Beifammensein. Gäste willtommen. Abt. Salenfee. Der Frauenabend fällt aus. Die Genossinnen gehen zur bt. Charlottenburg. 7% Uhr bei Arndt, Kantstr. 51. Näharbeiten mitBersammlung bei Nohr, Raiferallee 51/52. bringen Schöneberg. 78. bt. 7 Uhr im Klassenzimmer 14 der Gemeindeschule Feurigfte. 57. Thema: Bolitische Gegenwartsfragen". Referent Dr. Goth. 79. Abt. 7 Uhr im Lokal Fintel, Bessemer Straße( Siedlung). Thema: Frauenkrankheiten". Referentin Frau Dr. Bieber. 80. 15t. 71 Uhe bei Gürlich, Rubens, Ede Begasstvaße. Thema: Die Schule, wie fie Rentälln. 94. Abt. 7% Uhr bei Taube, Weiseftr. 23. Thema: Erziehungs. ift und wie fie fein foll". Neferentin Elfriede Schäfer. M fragen". Referent Erwin Marquardt. 95. Abt. 7% Uhr bei Grieger, Leffingste. 9. Thema: Die Lebensmittelteuerung und ihre Ursachen". Referent Dr. Jsrael. 97. bt. 7% Uhr bei Kukti, Leineftr. 1. Thema: Reitgenössische Dichter". Referentin Hedwig Riesel. 128-130. Abt. Bantom. Der Frauenabend fällt bis auf weiteres aus. 136. Abt. Reinidendorf- Off. 7% Uhr bei Lindstedt, Residenzfr. 120/121. Thema: Wirtschaftsfragen". Referent Genosse Göring. Uebermorgen, Dienstag, den 25. April: 38. t. 7 Uhr Funktionärsgung bei Gohlte, Friedrichsberger Str. 22. Jeber Bezirksführer muß vertreten fein. 40. Abt. 7 Uhr Sigung aller Funktionäre, Betriebsvertrouensteute und Elternbeiräte bei Reufner, Hagelberger Str. 20a. 86. Wot. Marienborf. 7% Uhr bei Niendorf, Chauffes, Ede Strelißstraße, Funktionärsigung. Genossen und Genossinnen, die Silfe file den 1. Mai Teiften wollen, 2 Stunde frither. Frauenveranstaltungen: 18. unb 19. t. 7% Uhr im Lebigenheim, Schönstedtstr. 1. Thema: ,, Moderne Runft Referent Rarl Kruse. 109. Abt. Friedrichshagen. Thema: 7% Uhr bei Otto, Rirch, Ede Wilhelmstraße. Balubafragen". Referentin Gertrud Lodahl. Jugendveranstaltungen. Berein Arbeiter- Jugend Groß- Berlin, SW. 68, 2indenfte. 3, 2. Sof, 2 rp. Telephon Morigpleg 121 08-121 10. Morgen, Montag, den 24. April: Hermsdorf: Jugendheim Turnhalle Roonstraße, Vortrag: Was ist Sozia Nismus?" Prenzlauer Berstadt:: Jugendheim Gemeindeschule Senefelder ftraße 6/7, Vortrag: ,, Darwinismus". 5. Kreis Friedrichshain: Jugendheim Gemeindeschule Naglerstr. 3, Kreisvortrag: Hygiene der Kleidung und der Wohnung". Nfsrael GEOR. 1815 BERLIN C KÖNIGSTR. 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Salutzki: Die vorläufigen Ergebnisse der Parteisäuberung/ Resolutionen der allrussischen Konferenz der Kommunistischen Partei Rußlands Beschlüsse des IX. allrussischen Sowjetkongresses/ Leitsätze des Zentralkomitees der Kommunistischen Partel Rußlands über die Gewerkschaftsverbände/ A. Andrejew: Die Gewerkschaftsverbände in den vier Jahren der proletarischen Revolution/ G. Saiarow: Der Kongreß der revolutionären und kommunistischen Parteien des Fernen Ostens/ B. Borijan: Die Arbeiterkontrolle/ A. Chrjaschtschew: Die Evolution der Klassen innerhalb der Bauernschaft S. Tschernomordik: Die Aufgaben des Arbeiterschutzes in der neuen Wirtschaftspolitik G. Krsishanowski: Die Planwirtschaft und die Elektrifikation/ W. Miljutin: Die Sozialversicherung unter den Verhältnissen der neuen Wirtschaftspolitik/ A. W.: Die Auswirkung der neuen ökonomischen Politik in der Provinz/ P. Girbassow: Theorie und Praxis der neuen Wirtschaftspolitik am Ural/ A. Chalatow: Die Kollektivversorgung und die verstaatlichte Industrie| S. Strumilin: Die Bewegung der Preise und unsere Industrie N. Meschtscherjakow: Die neuen Grenzpfähle/ M. Pokrowski: N. A. Nekrassow/ P. Kerschenzew: Das schöpferische Theater/ H. Wardin: Die Spaltung der Kadettenpartei/ Die russische Revolution in der Emigrantenliteratur 226 Seiten Preis 30 Mark( Organisationspreis 20 Mark) Von der Russischen Korrespondenz Jahrgang I( 1920) und II( 1921) steht eine geringe Anzahl gebundener Halbjahresbände zur Verfügung. Vorzugspreis 1ür Bibliotheken und Partelarchive für vier Halbjahresbände 200 M. Zu beziehen durch Verlag Carl Hoym Nachf. Louis Cahnbley, Hamburg Tuchfabrik- Niederlage Saatkartoffeln Spezial- Arzi Geschlechtsleid. Dr.Scotti 1. Hauf. u Syphilis-, Salvarsan- Kur ohne Quecksilb. H.Lamprecht, Bln.- Treptow. Bouché- frühe und späte, anerkannte Sorten, geben Veralt Harnleid., Schwäche. Glänz.Erfolg. [ 26/12 Blutuntersuchung. 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Merkwür- / digerweise ist es einzig und allein das englische A r t i st e n t u m, das sich nicht dazu entschließen kann, den über deutsche Künstler des Zirkus und Varietes verhängten Boykott aufzuheben, sondern noch weiter im Schmollwinkel verharrt. Bei den Engländern sind es nicht etwa sachliche Gründe, sondern Gründe der Konkurrenz, die sie veranlassen, an dem Boykott gegen die Deutschen festzuhalten. Die Stünde öer Internationalität. Daß dem Artisten das landeigene Fühlen nicht so liegt wie anderen Berufsgruppen, ist in seinem Wesen begründet. Heute hier, morgen dort, vermag er eben nicht so ein sestes Verhältnis zur cheimat und zum Heimatlande zu gewinnen, wie die Ange. hörigen anderer Berufsgruppcn, die ständig an demselben Ort, in derselben Gegend, in demselben Lande sich aufhaltend, sich ganz anders in die Beobachtung der sie umgebenden Dinge und Personen zu oertiefen vermögen, zu ihnen viel innigere, vertrautere Bc- Ziehungen anzunehmen in der Lage sind und infolgedessen auch viel mehr an ihnen hängen. Es kommt noch hinzu, daß die berufliche Vererbung Im Arlistentum viel zahlreicher ist als in anderen Berufs- g nippen. Es gibt Familien, die schon Generationen von Artisten aufweisen können. Die Kinder dieser Familien, die das Nomaden- leben ihrer Eltern mitzumachen genötigt find, haben felbstverftänd- lich ihre sorgfältige Erziehung. Die Unterweisung in den Schul- miiienschaslen wird nicht vernachlässigt. Aber die Liebe zur Heimat — wo soll sie herkommen bei Kindern, die ihren Aufenthaltsort so häufig wechseln müssen. Der Artist muh vor allem Verständnis für die Eigenart und das Gefühlsleben anderer Völker aufbringen, damit er ihre Gefühle nicht verletzt. Ein Artist zum Beispiel, der heute in Frankreich mit Fahnen in deutschen Farben auftreten würde, würde nicht bloß sich selbst unmöglich machen, sondern auch das Fortkommen seiner deut- schen Kollegen ungeheuer erschweren. Er wird, um das Publikum für sich zu gewinnen, französische Farben wählen, seine sür das Auftreten in Frankreich bestimmten Ankündigungen in Französisch anfertigen lasten und was dergleichen Kleinigkeiten noch mehr sind. Im übrigen wird er sich von politischen Stellungnahmen im frem- den Lande fernhalten. Denn Politik verdirbt das Geschäft, und Artisten, die in fremden Ländern auftreten, wählen auch Namen, die die Nationalität des Namenträgers nicht vsrvaten. Man ver- gibt sich nichts, wenn man den— berechtigt oder unberechtigt, lasten wir hier dahingestellt— Eigentümlichkeiten anderer Nationen ent- gegenkommt, besonders nicht der Artist, dem der Applaus ein not- wendiges Attribut ist für seine Berufs- und Arbeitsfreudigkeit Der Artist in veutfthlanö. Umgekehrte Erfahrungen, wie in den meisten anderen Ländern, machen die Artisten in Deutschland selbst. Welcher Artist würde es wagen, als' Emil Schmidt aus den Ankündigungen deutscher Varietes zu prangen? Wenn er seinen guten deutschen Namen auf den Alfichen nicht mit einem ausländischen vertauscht, wenn aus dem Schmidt nicht Smith, aus Frau König nicht La Reine wird, dann muß es sich schon um eine Zugkrast ersten Ranges handeln. Aller- dings ist hier der Artist nicht der Schiebende, sondern der Ge- schobcne. Das deutsche Publikum befindet sich immer noch in dem Wahn, als ob alles, was aus auherdeutschen Ländern stammt, bester ist als dys, was deutschen Ursprungs ist. Dem Artisten selbst kann die Vorliebe der Deutschen für das Fremdländische nur recht sein. Er hat es nicht Nötig, seinen Namen zu wechseln. Mit seinem englisch-französisch klingenden Pseudonym kann er die Welt be- reisen. Der deutsche Arbeitsmarkt bot unseren Artisten aber keine ge- nügende Beschäftigung. War doch vor dem Kriege Deutschland nicht mehr in der Lage, allen seinen Artisten eine Existenzmöglichkeit zu gewähren. Wenn auch der Artisten Reihen durch den Krieg um manchen Berufsgenosten gelichtet sind, so darf anderseits auch nicht übersehen werden, daß die Zahl der für sie in Betracht kommenden Brotstätten sich ganz erheblich verringert Hai. Kabarett und Film sind on die Stelle vieler Varietes getreten. Aber der Film sowohl wie da» Kabarett gewähren dem Artisten nur beschränkte Arbeits- Möglichkeiten. Beschränkt nach der Richtung, daß die Zahl und die Art der hier Beschäftigung findenden Artisten begrenzter ist als beim Variete. Das Kabarett Hot seinen Höhepunkt überschritten. Der Kabarettismus wird abgebaut, Varietekräfie werden immer mehr in feinem Rahmen gezeigt und auch der Film wird vielfach mit Variete kombiniert. Die Wort, und Flimmertunst ist der Tat- kunst gewichen. Das Valutafieber. Deutsche Artisten stürzen sich mit einem wahren Taumel auf jede Möglichkeit, in einem.außerdeutschen Unternehmen Ausnahme zu finden. Vom Valutafieber, das alle Erwerbsstände in säst allen Ländern ergriffen hat. sind auch die Artisten nicht frei. Auch sie hoffen dadurch, daß sie in fremden hochvalutarischen Ländern in der Währung dieser Länder ihre Bezahlung empfangen, von der Markentwertung profitieren zu können. Der Wahn ist kurz, die Reu' ist lang. Nur dann lohnt es nämlich, sich eine Beschäftigung in fremden Ländern zu suchen, wenn diese Beschäftigung von längerer Dauer ist. Wie teuer ist heut« das Reisen und der Trans- port alles besten, was der Artist oder die Artistentruppe zum Arbeiten braucht. Kommt er an einen Ort, dessen Verhältniste er nicht kennt, dann ist er für alle die, mit denen er in Berührung kommt, weiter nichts als ein Ausbeutungsobfekt, dgs so schnell wie möglich ausgesaugt werden muß. Sein Aufenthalt ist nur von kurzer Dauer. Der Artist aber weih sehr wohl, daß sich ein Ver- trag in fremden Ländern nicht lohnt, er verheißt ihm nur lätägige, häufig einmonatige Beschäftigung. Lohnend ist ihm aber nur Be- schäftignng von mindestens sechsmonatlicher Dauer. Die Agenten des Auslandes, denen es darum zu tun ist, deutsche Artisten zu locken, stellen ihm solch« Vertröge in Aussicht. Und dann, wenn er seine ersten Engagements erfüllt hat und hofft, den Versprechungen der Agenten trauend, weitere Verträge zu erhalten, dann wird er eine Zeillang hingehalten. Zu spät merkt er, daß er getäuscht ist. * Häufig muß er, um wieder in die Heimat kommen zu können, die Mildtätigkeit in Anspruch nehmen. Immer wieder finden sich Dumme, die darauf hineinfallen, bei denen die Sucht nach dem Gold stärker ist als die Vernunft. Jedenfalls beweisen diese Ver- Hältnisse die Notwendigkeit der InterNationalität der Artistenorgani- sationen. Denn, wenn sie nicht wären und wenn die Agenten und Direktoren nicht einen gewissen Respekt vor ihrer Macht hätten, wäre es noch schlimmer um diese Dinge bestellt. die leidige deckungsfrage. Die Stadtverordnetenversammlung hat in dieser Woche zwei Sitzungen. In der außerordentlichen Sitzung- am Dienstag wird über den vdn den drei Frakttonen der Linken ge- meinsam«ingebrachten Maifeie ran trag abgestimmt. Unter den 74 Verhandlungsgegenständen der Tagesordnung ist der weit. aus wichtigste die Dringlichkeitsvorlag« betreffend den Schieds- spruch über Lohnerhöhung und Manteltarif und die Ausgabe ndeckung durch Tariferhöhungen. Er- höhen will der Magistrat den Preis der Straßenbahnfahrt um 1 M. auf 4 M., des Wassers um SV Pf. auf 2,50 M., der Elektrizität um 1 M. auf 7,30 Mk. Die Regelung des Gaspreises soll nach dem Vorschlag des Magistrats durch Einführung einer Kohlen- klausel zu einer automallschen werden. Zugrunde gelegt wird bei 900 M. Kohlen preis je Tonne ein Gaspreis von 3,30 M. Für je 2 M., um die der Kohlenpreis darüber oder darunter liegt, soll sich der Gaspreis um je 1 Pf. erhöhen oder ermäßigen. Die am 1. April in Kraft getretene Erhöhung des Kohlenpreises je Tonne um 250 M. auf 1150 M. würde eine Gaspreiserhöhung um 1,25 M. bewirken. Diese Kohlenpreiserhöhung belastet allein die Gaswerke mit 265 Millionen Mark Mehrausgabe pro Jahr. Hinter ihr bleiben die Mehrausgaben von 87 H Millionen Mark für Lohnerhöhungen nach Maßgabe des Schiedsspruches und um 20 Millionen für Gehaltserhöhungen weit zurück. Die allerneueste Kohlenpreiserhöhung vom 20. April bringt eine weitere Belastung. Dle Besetzung der venvalwugsdeputakionen. Den für die neue Stadtgemeind« Berlin geschaffenen zentralen Verwaltungsdeputattonen haben bisher se 16 Stadtverordnete angehört. Diese Besetzung schlug im Jahre 1920 der neue Magistrat vor und die damalige Stadtverordnetenversammlung erklärte sich einverstanden. Die Stadtverordnctcnwahlen des Jahres 1921 brachten den bürgerlichen Parteien, die auf glänzente Erfolge gerechnet hatten, eine Enttäuschung. Sie erhielten nicht die ge- hoffte„überwältigende" Mehrheit, sondern nur ein kleines und un- sicheres Uebergewicht. Danach konnten auch die 16 Sitze in jeder der Verwaltungsdeputationen nur so verteilt werden, daß d i e Linke und die Rechte, weil sie nahezu gleich stark sind, j e acht Sitze erhielten. Die Bürgerlichen versuchten aber diesem Uebelstande durch eine Korrektur abzuhelfen. Sie beschlossen, daß künftig nicht 16, sondern 17 Stadtverordnete in jeder Verwaltungsdcputation sitzen sollten. Bei dieser Besetzung könnte die Rechte als Mehrheit 9 Sitze und die Linke als Minderheit nur 8 Sitze erhalten. Jetzt hat aber der M a g i st r a t den Stadtverordneten zur Kenntnisnahme mitgeteilt, daß er dieser Aenderung nicht zuzustimmen ver- mag. Er sieht, sagte er, in der Mitgliedermehrung keinen Vorteil für die den Deputationen obliegenden Verwaltungsgeschäfte, und er befürchtet eine Ueberlastung einzelner Stadtverordneten mit Posten in Deputationen. Schon jetzt werde es vielen Stadtver- ordneten oft schwer, an den Deputations- und Aüsschußsitzungen regelmäßig teilzunehmen. Tante Martha. Berkuppelkes„Wildbret" auf Bestellung. In das Treiben gewisser„Pensions"inhaberinnen in Berlin W. leuchtete eine Anklage wegen Kuppelei, die gestern vor der Strafkammer des Landgerichts III verhandelt wurde. Die Angeklagt«„Schriftstellerin" Martha Henning, eine 51jährige Witwe, hatte ihre Wohnung in Charlottenburg, Nürn- berger Str. 13, zu einem buen retiro für junge Mädchen und junge „Kavaliere" umgewandelt. Sie redete teils selbst junge Mäd- chen auf der Straße an, teils ließ sie j u n g c'M ä d.ch e n durch Schlepper anwerben und oeranlaßte sie zu Besuchen. Beim ersten Besuch pflegte sie ihnen Kaffee und Kuchen vorzusetzen und sie zur Wiederholung des harmlosen Besuchs aufzufordern. Bei den folgnden Besuchen fanden sich dann Herren ein, die mit den Mäd- chen die ersehnten„zarten Beziehungen" anknüpften. Das Geschäft muß für die Angeklagte reckt einträglich gewesen sein, jedenfalls hat sie das Haus, in dem sie bis dahin als Mieterin wohnte, zu Eigentum erworben. In der weiblichen Halbwelt war sie als „Tante Martha" bekannt. Durch Beobachtung des Telephons stellte die Polizei fest, daß die Angeklagte von anderen Kupplerinnen Rehrücken, Hasen rücken, Puten, Fasanen bestellt« — sogenannte Telephonkupvelei— und es ergab sich bald, daß das „Wildbret" aus jungen Mädchen bestpnd. Das Schöffengericht hatte sie mit Rücksicht einerseits auf ihre Vorstrafen, andererseits auf ihren leitenden Zustand zu 6 Wochen Gefängnis ver- urteilt. Hiergegen hatte der Staatsanwalt Berufung eingelegt. Vom Rechtsanwalt Dr. Alsberg war als Sachverständiger Kriminalkommissar K u n tz e, der Leiter des Kuppeleiderzernats des Polizeiprädiums, geladen, zum Beweise dafür, daß die Slngeklagte nicht zu den gefährlichen Kupplerinnen gehöre, sondern sich der jungen Mädchen in fast„mütterlicher Weise" angenommen habe.— Der Staatsanwalt beantragte 1 Jahr 6 Monate Gefäng- nis und sofortige Verhaftung. Das Gericht erkannte auf vier Monate Gefängnis und 5000 M. Geld st rase. r.——: Die Ablieferung der Stcuermarken. Im Interesse der Steuerzahler und um Unannehmlichkeiten zu vermeiden, weist das Landesfinanzamt Groß-Derlin darauf hin, daß die Frist für die Abgabe der Steuermarken aus der Zeit vom 1. Aprll 1921 bis zum 31.' Dezember 1921 auf Grund- der öffentlichen Bekanntmachung des Präsidenten des Lan- desfinanzamts Groß-Berlin mit dem 3 0. April 192 2 abläuft. Es kann nur dringend geraten werden, daß alle diejenigen, die ihre Steuermärken bisher noch nicht bei den mit der Annahme der Marken betrauten Stellen abgeliefert haben, dies unverzüglich nach- holen. Hierunter fallen auch alle Bescheinigungen, die den Beamten und Angestellten über einbehaltene Steuerbekräge aus dem Jahre 1921 von ihren Kasten ausgestellt sind. Wer seiner Ab- gabepslicht nicht genügt, hat Veranlagung und sonstige Weiterungen zu erwarten. Auch kann auf Grund des§ 202 Reichsabgabenordnung die Ablieferung durch Strafmaßnah- men erzwungen werden. 8Sj Die Macht der Lüge. Boman von Johann Dojer.' lFortsctzung folgt.) Als Wangen die Nachricht gehört hatte, blieb er unbeweg- lich, das Gesicht in den Händen, sitzen. Das Bild dieses Greises, den er mit seinem Leichtsinn in den Tod getrieben hatte, das brachte ihn wieder in das dunkle Eisenbahnabteil, wo Selbsterkenntnis und die lähmende Verantwortung wie eine übermenschliche Macht über ihn kamen. „Oh!" sagte er plötzlich und fuhr auf.„Nun wird's bald zu viel, Karenl Ich halte das nicht mehr aus. Du mußt mir helfen!" „Lieber solltest du mir helfen!" sagte sie mit tonloser Stimme, ohne ihn anzusehen. Als er im Laufe des Tages wieder hereinkam,' fand er sie wieder da sitzen und vor sich hinstarren, ohne sich zu rühren und ganz geistesabwesend, obwohl das kleinste Mädchen neben ihr stand, sie am Rock zupfte und schrie. Und wie sie ihre Augen auf ihn richtete, fuhr er unwill- kürlich zusammen. Er wußte nicht, waren sie voller Grauen vor ihm. oder war das Haß. „Jetzt glaubt sie, es ist meine Schuld— und gleich wird sie es sagen!" dachte er. Und wenn er auch dasselbe Gefühl hatte, empfand er doch den Trieb, sich dagegen zur Wehr zu setzen und sie sich vom Leibe zu halten.—„Zch habe noch nicht genug auf dem Buckel," dachte er.„Zetzt will sie mir auch das noch aufpacken!" Und er grübelte sich in immer größere Erregung gegen sie, als sei sie irgendwie an diesem neuen Unglücke schuld. So lebten sie in gegenseitiger Angst voreinander, und sie schwiegen beide, weil jeder vom andern ahnte, daß er am liebsten auf ihn losführe. Aus dem Haus, worinnen sie ihre glücklichen Jahre verlebt hatten, waren sie gerissen, und in diesen erbärmlichen Stuben war Armut und Ungemütlichkeit nur dazu da, sie an ihr Unglück zu erinnern und einander zu entfremden. Frau Wangen stand in der Küche und rührte eine Kinder» suppe. da sank sie plötzlich auf«inen Stuhl und blickte entsetzt ins Herdfeuer. Denn Vater— der da hing— sagt«,«r schere sich nicht um Wangen. Er halte sich nur an sie, die ihn in die Ver- wandtschaft gezogen. An sie. An sie. An sie. Die Suppe kochte über und floß ins Feuer. Frau Wangen merkte es nicht. Ihr war, als gleite der Boden unter ihr fort und als strecke etwas Schwarzes die Hände aus, so daß sie vor Schreck erstarrte. Und unbewußt begann sie, nach irgend- einer Rettung zu suchen. Der Bankerott, der hatte sie alle ruiniert. Aber wenn nun Wangen an ihm wirklich unschuldig war? Dann konnte doch Vater seine Worte an die wirklichen Schuldigen richten Ihres Mannes Unschuld erschien ihr wie ein« rettende Planke. Er war unschuldig. Er mußte ja unschuldig sein. Im Lauf des Tages war Wangen zu ihres Baters Hof gegangen, da sie selber nicht imstande dazu war. Aber als er den Hof zu Gesichte bekam, machte er doch auch wieber kehrt Er konnte den Toten nicht sehen. Als er nach Hause kam, saß seine Frau alleine am Tisch, die Ellenbogen aufgestützt und die Hände unterm Kinn. „Wo sind die Kinder?" fragt« er unwillkürlich und schaute sich um. „Fort." sagte sie tonlos und blickte ihn an. Plötzlich stieg ihm ein unheimlicher Verdacht auf.„Aber so sage mir doch, wo sie sind," sagte er und machte die Tür« zur anderen Stube auf: aber dort war auch niemand. „Ich habe deiner Tante telephoniert," sagte sie in dem» selben Tone, wie vorher.„Sie kam gleich und ist vor einer kleinen Weile erst wieder fortgefahren." Und als er stehen blieb und sie etwas unsicher ansah, fügte sie hinzu:„Ich dachte mir, es sei so besser für dich, Henrik. Kann ich dir jetzt nicht irgendwie helfen?" Das klang so rätselhaft, und er dankte ihr nicht, denn er hatte die Empfin- dung, sie spräche gar nicht zu ihm, sondern zu sich selber. In ihrer Schlafkammer war es ungemütlich leer, als sie sich abends legten. Die Plätze der Kinder waren leer und gähnten sie förmlich an. Obwohl das Entsetzen sie zu ihm gejag�hatte und sie sich an seine Unschuld klammern mußte und fühlte, daß sie ihm helfen müsse und ihm Vertrauen zeigen, konnte sie' noch nicht wieder mit.ihm reden. Sie wollte ja nichts Böses mehr sagen, und sie tonnte noch nichts Gute» sagen. Die Stille war so viel größer, weil jetzt kein Kinderlärm mehr, kein leis?s Atmen war, keine kleinen Körper mehr sich im Bette wälzten oder zugedeckt werden mußten. Sie waren ganz allein auf sich selber angewiesen. Und die Stille und die trennende Kluft zwang sie beide, ihren eigenen Gedan- ken nachzugehen, und da sahen sie nur beide den alten Mann, der da in der Scheune hing. Er lag schon vor ihr im Bett und sah ihr zu. Sie wurde so langsam fertig, als graue ihr davor, in ihr Bett zu kommen. Ab und zu schaute sie sich verzweifelt um, als warte sie darauf, daß die Kleinen doch wieder da sein sollten. „Diesmal habe ich doch jedenfalls keine Schuld," dachte er sich.„Aber paß nur auf, auch dafür macht sie dich verant» wortlich." Endlich lag sie in ihrem Bett auf dem Rücken und blickte stumm an die Decke, die Hände im Nacken gefaltet; da kam ihm das unheimliche Gefühl, sie sei zu allem fähig, vielleicht schon in dieser Nacht, während er schlief. Auf dem Schemel an seinem Bett brannte ein Talglicht, er wagte nicht, es auszulöschen. „Willst dl! das Licht nicht ausmachen," sagte sie mit ton» loser Stimme zur Zimmerdecke. Schließlich mußte er es auslöschen. Die graue Frühlings- nacht dämmerte durch die Fenster, an denen keine Gardinen waren. So lagen sie beide mit weitoffenen Augen und starrten in dies schwache Leuchten, als hätten sie Angst, die Augen zu schließen oder ins Dunkle zu sehen. Und keiner hatte mehr einen Börwand, aufzustehen, um irgend etwas bei den Kleinen zu tun: so waren sie gezwungen, stillzuliegen und ihre Gedanken durch die Nacht emporkommen zu lassen. Sie sah ihren Vater, wie er das letztemal bei ihr war,— sah ihn dort im Garten, hörte sein Urteil über ihren Manm „Warum hast du da nicht mehr nachgegeben?" mußte sie denken.„Jetzt ist es zu spät! Für immer zu spät. Was hast du getan?" Und Wangen durchlebte wieder, wie er die letzten Zehntausend geliehen bekam. Er log, übertrieb, lockte— und glaubte, was er sagte. So schien es ihm mit all seinen Idealen zu sein. Er glaubte an sie, sie berauschten ihn, aber— dann diese Folgen! Er fing unwillkürlich im Betze an zu zittern. Ihm war, als ob er diesen toten allen Mann nie und nimmer würde loswerden können.(Fortsetzung folgt.) Schufftreit der Deutschnationalen. W Die unpolitiich"-christlichen Elternbeiräte Neuköllns haben fett den Generalstreit für alle fonfeiiionellen Schulen beschlossen. Sie nebmen den Mund sehr voll, aber an den bierbei eventuell in Betracht kommenden 34 Schulen werden sie wenig Ers folg haben. Leiter dieser reationären Elternbeiräte ist ein Sefretär der Deutsch nationalen Partei, womit der Geist" der ganzen Bewegung wohl hinreichend gekennzeichnet ist. Unter den freidenkenden Eltern wird niemand sein, der dem Streilaufruf folgt und sich für die Schulreaktion mißbrauchen läßt. Bei den bevorstehenden Elternbeiratswahlen muß dafür geforgt werden, daß auf die gemeinsamen Listen der drei Binisparteien sich eine gewaltige Stimmenzahl vereinigt. Zwangsturnen für Fortbildungsschüler? Man schreibt uns: In Berlin werden zurzeit Erhebungen über bie Möglichkeit der Einführung des Zwangsturnens für Fortbildungsschüler angestellt. Mit 2-3 Stunden Sport in der Woche will man die Mot der Jugend" beseitigen. Das Turnen foll nicht wie der übrige Unterricht in die Tagesstunden gelegt, son. bern nach Geschäftsschluß von 5-8 Uhr abends abgehalten werden. In dieser Zeit turnen jedoch in Berliner Turnhallen etwa 50 000 Kinder in Vereinen, die dadurch um ihre Turngelegenheit gebracht würden. Die Berliner Bereine ftellen etwa 1500 bis 2000 Jugend leiter, die zweimal in der Woche mit den Kindern turnen, auf den Sportplätzen spielen und Sonntags Wanderungen veranstalten. Diese freiwillige Liebestätigkeit ist außerordentlich notwendig im Interesse der Bolksgesundheit und sollte nach Kräften gefördert werden. Den Rindern sind die Leibesübungen ebenso nötig wie den Jugendlichen. Warum wendet fich die Städtische Schuldeputation nicht an das Amt für Leibesübungen, das zur Beratung berartiger Fragen ausdrüdlich von der Stadt Berlin geschaffen wurde? Die großen städtischen Turnhallen bieten bei rationeller Ausnutzung jegt turnen etwa 20 bis 25 höhere Schüler in der Einzelhalle, während für 100 bis 200 Jugendliche Blah wäre gute Gelegenheit zur Unterbringung des Pflichtturnens in den Tagesstunden. Es ist sehr zweifelhaft, ob man durch das Zwangsturnen der Jugend der Bolksgefundheit dient, wenn die Kinder gleichzeitig allen Gefahren der Straße ausgefeht bleiben. Der Prozek wegen des beraubten Geldtransportes, über den Eisenbahnbeamten in gewaltsamer Weise eine Tasche mit 117 900 m. geraubt worden war, endete mit der Verurteilung des Hauptbeschuldigten Wilhelm Opis zu 4 Jahren Ge. fängnis unter Anrechnung von 2 Monaten Untersuchungshaft, der Angeklagte Büchsler und ter Maler Michael Karas wur. den zu 2 Jahren bzw. 2 Jahren 6 Monaten Gefängnis unter Anrechnung von je 9 Monaten Gefängnis verurteilt. Die übrigen drei Angeklagten wurden freigefprochen. Gegen den Angeflooten Schloffer Ernst Brock hatte der Staatsanwalt selbst die Freisprechung beantragt. wir bereits berichteten und in dem es sich darum handelte, daß zwei Raubüberfall in der Friedrichstraße. Ueberfallen und beraubt wurde in der vergangenen Nacht an der Ede der Friedrich und Dorotheenftr. ein Ingenieur D. aus der Reichenberaer Straße. Die Raubaefellen nahmen ihm seine goldene Uhr mit Schlagwerk nebit Rette im Werte von 30 000 m. ab, entfloben dann und entfamen. Brotkartenstichwort. In der Woche vom 24. bis 30. April barf Brot und Mehl nur auf die Brottarte abgegeben und entnommen werden, deren Abschnitte das Stichwort„ Moltenmarkt" tragen. Bezirksbildungsausschus Groß- Berlin. Beute abend 7 Uhr im Oberlitsaal der Philharmonie, Bernburger Str. 22a/ 23, Bunich- Abend mit Lichtbildern und Mufit". Mitwirkende: Emil Kübne und Frau Helene Lachmannsti- Schaul. Sonntag, den 30, April, nachmittags 3 Uhr, im Neuen Voltstbeater, Köpenider Str. 68, Schulter Aiolos", Komödie von Arnold Kübler. Karten a 10 M. einschließlich leiderablage und Theaterzettel im Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr. 3, 2. Hof 2 Tr., Bimmer 8, und bei den Bildungsausschußmitgliedern der Streife Tiergarten, Hallesches Tor, Charlottenburg, Spandau. Neukölln und Tegel. Der Entfesselungstünstler Martini- szeny, über deffen bemerkens. werte Leistungen im 8ifus Busch bereits an diefer Stelle berichtet wurde, legte am Freitag abend eine außerordentliche Probe seiner Muskelund Sehnenelastizität ab. Aus einer wenig beneidenswerten Lage die Hände mit Mäftklammern von Fachleuten zusammengeschraubt, den Körper in ein 20 Meter langes naffes Schiffstau bewegungslos cingestängt befreite er fich, teilweise an einem Senie inmitten der Birtusfuppel hängend, im Beitraum von etwa 15 Minuten. Auch das übrige Brogramm mit dem Manegeschauitüd Klaus Störtebeder" bietet viel Sehenswertes. Damenbekleidung für Farbige Mäntel aus Noppenstoffen, 712.- 748.-w. in vielen Ausführungen. aus Covertcoat, fesche Formen. aus Tuch u. Gabardine 912.- 1150.- usw. hell- und dunkelfarbig.1408.- 1490.Modelle in vielen Ausführungen und reicher Auswahl usw. Schwarze Frauenmäntel auch in großen Weiten aus Alpacca..... 517.- 735.- usw. 900.- 1025.- usw. aus Cheviot.... 900.- 1025.-. Kostüme aus guten rein wollenen 1350.- 1398Stoffen, in fescher Machart Lebensmittelpreise der Woche. Zufuhr: Fleisch ausreichend, Geschäft rege. Fische reichlich, Geschäft schleppend. Obst und Gemüse schwach, Geschäft etwas lebhaft. Gewerkschaftsunterkommission bes Bezirks 11( Schöneberg- Friebenau). Mitt woch Sigung bei Grund, Meininger Str. 8. Referent Herr Gruber, Geschäfts führer der Driskrankenkasse:„ Einführung der Familienversicherung". Fre Turnerschaft Groß- Berlin. Sonntag 2 Uhr nachm.: Borturnerinnen. Stunde für Geübtere und Teilnehmerinnen am Bundesfest, Turnhalle, Rigaer Straße 8. Nachdem Besprechung und gemütliches Beisammensein bei Sasse, Montag 8 Uhr: Geselligkeitsausschuß, Beuthstr. 6. Neukölln, 15. und 16. Gemeindeschule, Lessingstraße. Montag, den 24. April, 7½ Uhr, 8ufammenkunft aller Genossen und Genosfinnen. Wichtige TagesBerein der Freidenter für Feuerbestattung, G. B. Die Mitgliederversamm In der Woche vom 16. bis 22. April galten in der Zentralmarkt- Petersburger Str. 86. halle folgende Kleinhandelspreise: Rindfleisch 35-40 M., ohne Knochen 40--45 M. Schweinefleisch ordnung. 38-40 M. Kalbfleisch 30-45 M. Hammelfleisch 35-40 M. Geräucherter 8 M. Borsch 5-7 M. Flundern 6-10 M. In Eis: Schlele 25 M. Hechte Dienstag, den 25. April, abends 7 Uhr, in der Königsbank, Große Schinken 70 M. und Speck 54-57 M. Schellfisch 6-12 M. Seelachs Tung des 5. Bezirks( Friedrichshain) findet nicht am Freitag, sondern am 20-25 M. Aale 35-45 M. Frankfurter Str. 117, ftatt. Plötzen 3-10 M. Lebende Aale 40-50 M. Barsche 19 M. Karpfen 25-34 M. Bleie 16-22 M. Zander 30-38 M. Naturbutter 62 M. Margarine 80-40 M. Schweineschmalz 42-46 M. Eler 3,75-4 M. Erbsen 8.50-11 M. Weiße Bohnen 9-10 M. Linsen 15 M. Kaffee 100-128 M. das Pfund Dänischer Käse 34 M., Schweizer 60 M.. Tilsiter 44 M. Wirsingkohl, Zufuhr sehr gering. Weißkohl 8 M. Kohlrüben 1.80-2 M. Spinat 7-8 M. Mohrrüben 4,50-5 M. Grüne Gurken 20-33 M. das Stück. Rhabarber 20 M. das Bund. Rote Rüben 3,50-4 M. Zwiebeln 8-9 M. Backobst: Aepfel 60 M., Pflaumen 19 bis 22 M., Gemischtes 24-36 M. Im Theater Folies Caprice find unter der Direktion 2. Strobl die fatten Epäße der fast vergessenen Gebrüder Herrnfeld eingefehrt. Neben seiner Bosse Mandelbaums Hochzeitsreife" vom echten Herrnfeldschlage, in der bie Anzüglichkeiten sich selbst überschlagen, gibt es ein ernstes Stud aus dem Berliner Boltsleben Nachtdienst". Db Anton und Donat Her nfeld die Autorichait für diese weit über dem Nivea u der üblichen gefühlsseligen Boltsitude stehende Elendstragödie so ohne weiteres zuzuschreiben ist, mag dabingeitelt ſein. Jedenfalls handelt es sich um eine durchaus ernst zu bewertende Leistung, in der einige Typen bes tapferen Berlinertums mit bewundernswertem Berständnis gezeichnet finden, wobei ihnen das begable Fräulein Elly offmann trefflich zur find. Rudolf Berg! und Erich Bilde verstanden es, echte Töne zu Seite stand. 10 000 m. Geldstrafe für Kartoffelwucher. Das Buchbergericht verurteilte den Landwirt Franz Doetich, der im Februar für den Bentner Kartoffeln 300 m. ge fordert hatte, zu 10 000 Geldstrafe. Dieie Nachricht von einer wenn auch nicht strengen, aber immerhin empfindlichen Bestrafung wird leider nicht aus Berlin bzw. Brandenburg, sondern aus Koblenz gemeldet. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Deutscher Werkmeisterverband. Montag 7 Uhr in der Brauerei Pfefferberg, Schönhauser Allee 176, Bersammlung des Bezirks 24 der Holzindustrie. Zentralverband der Angestellten. Metallindustrie: Montag 7 Uhr in Saverlands Festfälen, Neue Friedrichstr. 35. Gemeindebehörden: Dienstag, 5 Uhr im Stadthaus, Eingang Klosterstraße, Bimmer 339, Mitgliederversamm lung der städtischen Sterbekaffe. Handel, Sektion der Waren, Raufhäuser und Spezialgeschäfte des Nordens: Mittwoch 7% Uhr öffentliche Bersammlung im Nordischen Sef, Invalidenstr. 126. Derband der Sattler, Sapezierer. Achtung, Betriebsräte! Montag 5 Uhr Beberindustrie. Erscheinen unbedingt notwendig. Bersammlung aller Aleber am 7 Uhr im Lofal Alte Schönhauser Str. 23/24. in Biltes Festfälen, Sebaftianstr. 39, Bersammlung aller Betriebsräte der Bezband ber Gemeinde- und Staatsarbeiter. Montag 6 Uhr in den Mufiter fälen( Großer Saal), Kaiser Wilhelm- Str. 81, Bersammlung sämtlicher im Berband der Gemeinde- und Staatsarbeiter organisierten Betriebsräte. der Ballschuhmacher, Weberfir. 17; Stepperinnen, Borrichterinnen aus den Zentralverband der Schuhmacher. Montag 5½ Uhr Branchenversammlung Fabriten und Heimarbeiter: 5% Uhr bei Hentschel, Köpenider Str. 127a. Dienstag 6 Uhr Branchenversammlung der Schäftemacher, Köpenicker Str. 127a; Jugendversammlung 5 Uhr im Saal 5 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24/25. Donnerstag 6 Uhr Bertrauensmännerfizung bei Hentschel, Köpenider Straße 127a. Freitag 6 Uhr Branchenversammlung für die Wenderei der Sausschuhindustrie im Saal 3 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24/25. Deutscher Transportarbeiterverband. Branche der Geschäftstutscher, Bager arbeiter usw., Gruppe Rohprodukte: Montag 7 Uhr im Englischen Sof, Aleganderstraße 27c, Bersammlung. Bericht von der Lohnverhandlung. Branche 3b, Gruppe Glas und Keramil: Montag 6 Uhr bei Fenjara, Melchiorftr. 15, Gruppe Alt- Papier: Dienstag 7 Uhr in Englischen Hof, Aleranderstr. 27, Gruppenversammlung. Branche der Geschäftstutscher, Lagerarbeiter usw., Bersammlung. Bericht von der Lohnverhandlung. Branche 3b, Gruppe Alt Metall: Dienstag 6 Uhr bei Fenfara, Melchiorftr. 15, Gruppenversammlung. Deutscher Berkehrsbund, Abt. Kraftfahrer. Kraftdrofchtenführer: Dienstag 7 Uhr Branchenversammlung im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25, Gaal 1. Die Antwort der Unternehmer auf unsere Lohnforderung: Streit im Araft. Gruppenversammlung im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25, Eingang B, part., Drofchtengewerbe". Rraftfahrer in den 8igarettenbetrieben: Montag 7 Uhr 8immer 4 Stellungnahme zur gegenwärtigen Lage in der Zigarettenindustrie. den Resibenz- Festfälen, Landsberger Str. 81. Mitgliedsbuch legitimiert. Deutscher Sutarbeiterverband. Dienstag 5% Uhr Generalversammlung in 15. Berwaltungsbezirt( Berlin- Treptow). Die Betriebsräte aller Industrie. gruppen des Berwaltungsbezirks werden ersucht, am Dienstag 4½ Uhr im Restauvant von R. Schöps, Niederschöneweide, Grünauer Str. 8, am Bahnhof, au einer gemeinschaftlichen, fehr wichtigen Sigung au erscheinen. Jeber Be trieb muß vertreten fein. Gewerkschaftsunterkommission des 15. Berwaltungsbezirks. Achtung, Tapezierer! Dienstag 5 Uhr Bertrauensmännerversammlung im Gewerkschaftshaus, Gaal 3. Die Lohnrevision aum 1. Mai. Jeder Betrieb muß vertreten fein. • h..with. • Konsum- Genossenschaft Berlin und Umgegend. Mittwoch, den 26. April, 7 Uhr, Bersammlung in der Schulaula, Mariannenstr. 47. Tagesordnung: Genoffenschaften und Sozialismus". Referent Dr. Renner aus Wien. Gefellschaft für Segualecform. Deffentliche Bolksversammlungen. Dienstag, den 25. April: Schulaula Often, Petersburger Str. 4; Mittwoch, den 26. April: Schulaula Westen, Steinmetstr. 79; Donnerstag, den 27. April: Schulaula 9., Bankstr. 17; Freitag, den 28. April: Aula des Lygeums, Schöneberg, Rolonnenstr. 21; Donnerstag, den 4. Mai: Schulaula Moabit, Bremer Str. 13/17; Freitag, den 5. Mai: Aula des Gymnasiums, Charlottenburg, Cauerstr. 27. Thema: Hunger und Ueberbevölkerung". Bezinn 28 Uhr. Briefkasten der Redaktion. M. B. 23. Alle Ihre Fragen beantwortet das Berufsamt der Stadt Berttn ( Oranienburger Str. 54), das nicht nur Sculentlassenen bei der Berufswahl, sondern auch Erwachsenen bei einem Berufswechsel unentgeltlich Rat erteilt. She Sohn foll persönlich das Berufsamt zu näherer Rücksprache aufsuchen und Beugniffe über seinen Bildungsgang mitnehmen. Wetter bis Montag mittag. Ein wenig wärmer, überwiegend bewölft mit meist geringen Niederschlägen bei schwachen Winden aus füdlicher Nichtung. Alle Weltraucht LANDE Jogal ZIGARETTEN ärztlich empfohlen bei: Grippe Herenschuß Nervenschmerzen. Gicht Rheuma Ischias Togal stillt die Schmerzen und scheidet die Harnsäure aus. In allen Apotheken erhältlich. Best. 64,3%, Acid. acet. salic., 0406% Chinin, 12,6% Lithium, ad 100 Amylum. Kaufe Deinen Trauring direkt in der Fabrik H. Schneider& Sohn Brunnenstraße 41 ähne 10 u. 15 M. mit Friedenskautschuk 5 Jahre schriftl. Garantie. Zahnziehen mit Betäubung bei Bestellung von Gebissen gratis. Kronen v. 30 Mk. an. Spez.: Zähne ohne Gaumen. Keine Luxuspreise. alm- Praxis Hatvani, Danziger Straße 1. Be Kopfschmerz ifrovanille eBrztlich Not apotheker Otto's Frankfurt/ MS. bevorzugt Migräna. Zahnschmerz Rheuma Stoffe Erhältlich in Apotheken. Chem.- Pharm. Laborat. Otto& Co., Frankfurt a. M. 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Es reichte aber das Vermögen des Manu hiptes und der Regie nur für eine Groschenfonate. Was da unter literarischer Trotektion und unter ruffifcher Flagge über die Leinn and fegelte, ist ein geichidt aufgezogener Durch schnitts Spielfilm, in dem Eisen ucht tragisch pfer fordert. Nicht mehr. Auf russisches Kolorit, auf die Jansion östlichen Charakters hat man ver zichtet. Der ganze Film ſtedt in dem indifferenten Softüm einer Ader wel smöglichteit, und ein Samowar und ein paar bohe Belzmüßen bringen durchaus nicht uifisches Parfüm in die Begebenheiten. Die Regie Rolf Petersens hielt einen meifnürdig leichten, fast luftspielmäßigen Ton, der den Umschwung ins Tragische recht unvermittelt ericheinen lägt. Die Spuren der eisernden Tolnojichen Ethit sind so natürlich ganz verloren gegangen. Friedrich 8elnit, ein charmanter Schauspieler, immer mehr Frad als Menich, fiel es schwer, überzeugend zu wirken, wenn er als Rächer seiner Ehre das Messer züdt. Erita Gagner und Margarete Schlegel stellen mit viel lautem und leisem Tempo die Frauentypen, und die Grüning als fuppelnde Mutter ist wieder von padender Echtheit. p- s. Eine luftige Chaplin- Woche übt immer Anziehungskraft aus, das sab man wiederum in den Richard Oswald Lichtspielen. Schon auf der Etraße wurde den Einlaßbegehrenden entgegengeschrien: Ausverlauft! Meine Herrschaften, es ist wirklich unnük, wenn fie fich anstellen." Und drinnen lab man zwei Etunden hindurch Chaplin auf der Leinwand. Des österen abgespielte Filme, sehr viele Tridaufnahmen. Chaplin aber begeistert seine Anhänger durch Gang, Haltung, Fußtritte, Tolpafichigkeit, Auger verdrehen u. dergl. Dinge mehr. Immer amingt er die Lacher auf seine Seite. Sein Ruhm erzeugte einen Gegenfilm. Mit Geschid schuf man eine genaue Kopie Chaplins. Bielleicht verfält ein, findiger Kopf demnä hst einmal auf eine Parodie, die müßte doch auch eine gewiffe Wirkung auslösen. e. b. 8. Rennen. 1. Glatteis( Braf Borde), 2. Steinberger( Prinz Tleb), 3. Civilist( v. Herder). Tot.: 24: 10, Blaz: 15, 25: 10. Ferner liefen: Sinnsein, Bennewar. In der Schauburg wird bayerische Importmare ferviert, bei deren 4. Rennen. 1. Telles( b. Belzer), 2. Sieg( b. Berber), 3. Malachit Genuß man den berzinnigen Wunsch bat: Ach. möchte sie nie nach Berlin( b. Faltenhausen). Tot.: 24: 10, Blag: 11, 11, 11:10. Ferner liefen: Top gekommen fein"," Du wirst sie nicht beiraten", ist in schleppende, Twig, Cid, Jit gemacht( gef.), Fachinger( gef.). fehlerhafte Reate genommen, die aber dann und wann nette Einfälle bat, 5. Renuen. 1. Erzelsior( Bismart), 2. Halunke( Wurst). 3. Landvogt während der Photograph ohne Zweifel Landschaftsaufnabmen zu benutzen( Heuer). Tot.: 14: 10, Plaz: 12, 13:10. Ferner liefen: Provinzler, versteht. Das Manuftript ist ungenügend und die Auffaffung von Politit Rosenritter( gef.). unglaublich findlich. 6. Mennen: 1. Duhr- Spike( b. Fallenbahn), 2. Corlelan II( v. Dörn. Im Schatten der Vergangenheit jedoch läßt einen den Tot.: 40: 10, Blaz: 15, 15, 20:10. Ferner Glauben an alle Filmmanushipte verlieren. Autor und Regisseur weltberg), 3. Wind( Schlutius). ellern miteinander in unverzeiblichen Berstößen gegen alle Wahrscheinlich liesen: Rosendorn, Dragoman, Landrat, Maison Rouge, Ban Demon, Barbar, Capitalist. feit. Es ist auch bald feine einzige Handlung, die seelischer Begründung entspringt oder die auch nur aus der Situation beraus verständlich ist. Man möchte andauernd der gebeßten Hauptdarstellerin zuufen: Menschens. find, nun ho.' doch endlich die Polizei. Der einzige Gewinn ist das natür liche, anmutende Spiel eines reizenden Kindes. und 8weideutigkeiten und einer Entkleidungsszene. Die Boje spielte recht Die Bühnensdau Der Herr von drüben" besteht aus Einflott. Sport. DF a. b. Rennen zu Karlshorst am Sonnabend, ben 22, April. 1. Rennen. 1. Merkur( Teichmann), 2. Domiducus( Adolph), 8. Napi( Sufulies). Tot.: 48: 10, Plag: 16, 27, 14: 10. Ferner liesen: Major, Offensive, Miratel, Tuberose, Funkspruch, Mardonius, Rübezahl, Schanze, Teterinchen. 7. Rennen: 1. Sonnenrose( Schmidt), 2. Deutschritter( Dtto Müller), 3. Geigerin( Neumann). Tot.: 41: 10, Blag: 18, 19, 37: 10. Ferner liefen, Qarmonie, Dilan, Landsmann, Komponist, Danae, Scala, Pirol, Marc Auret: Bfälzer, Briefe, Eris. I Die Radrennbahn Treptow hat für heute Sonntag ein umfang reiches Programm aufgestellt. Ein Stundenrennen und der Aprilpreis über 50 Stilometer bestreiten Bauer, Lewanow, Sawall und Wittig. Den Fliegern ist ein Prämienfahren über 30 Runden, ein Mannschaftsverfolgungsrennen und je ein Mal und Entschädigungstennen über 1000 Meter bor. behalten. Die Rennen beginnen nachmittags 3, Uhr. Breitensträter bestegt Eckeroth. Der deutsche Schwergewichtsmeister. Breitensträter besiegte gestern in Sopenhagen den dänischen Champion Eckeroth in der dritten Runde durch Snockout. 2. Rennen. 1. Nigunta( Stys), 2. Sirene( Betelt), 3. Cato( Austel). Zot.: 42: 10, lag: 17, 54, 18: 10. Ferner liefen: fanfas, Angriff. Billardfurniere mit und ohne Wetten bei Zielka. Raubgräfin, Almanach, Fanal Fliegerbeld, Walhall, Merseburg, Medusa. noch können Sie günstig kaufen! Preiserhöhung ab 6. Mai Grit ett unserer letzten Brelserhöhung find Löhne und Gehälter ganz bebeutenb gestiegen und noch ist fein Ende abzu'ehen; denn schon Schweben Berhandlungen der Fabrikanten die Gläserpreise um weitere 25-30% zu erhöhen. Wir müssen also leider auch unsere Berlaufspreise hinaussetzen. Doch wollen wir die erhöhten Preise erst am 6. Mai in Kraft treten laffen, bis dahin gelten noch unsere jezigen billigen Preise. Wir machen unsere werte Kundschaft darauf aufmerksam damit sie von dieser Bergünstigung Gebrauch machen kann. bi- Gläser Gläser Bretfe pro Baar: jetzt ab 6. Mat m. 28.m. 38.Optal- Gläser 36. 48.Bunttori- Gläser.... DO Sanostop... 48.60.66.B 80.W Die Preise für Brillen, Kneifer und andere Artikel werden im ähnlichen Berhältnis erhöht. 34 Geschäfte in Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Coin, Magdeburg, Basel, 3üric Optiker Ruhnke Spiffelmarkt Gde Ballstr. M.exander- Plaz n. ichinger Königffr.55 gegenüb.Stathaus WFriedrich- Str. 193 a Ecke Beipzigerstr. Leipziger Str. 113 Ede Mauer Str. Cinfffr. Ede Botsdamer Str Nach langem, fchwerem Leiden ift Deutscher Metallarbeiter- Verband mein über alles geliebter Mann, der frühere Buchdruckereibefizer Gustav Witzel im Alter von 63 Jahren sanft entfchlafen. Deine tieftrauernde Lucie. Familie Neumann. Uhr. Die Einäicherung findet am Montag. ben 24 b M, mittags 12 im Krematorium Gerichtstraße flatt Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verw. Berlin Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Rollege, der Former Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 83/85. Geschäftszeit vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Ubr Telephon: Amt Norben 833, 834, 835, 836. Dienstag, den 25. April, nachmittags 4%, Uhr, Babftr. 41. Bertrauensmänner- Konferenz der Geschrankinbuffcie. Tagesordnung: Bericht der Tarif fommission. Dienstag, den 25. April, nachmittags 5 Uhr, im„ Dresdener Garten", Dresdener Straße 45a: Johannes Kuler i Branchenversammlung am 20. April geftorben ist. straße 25 Ehre seinem Andenken! Elnäscherung: Dienstag, 25. April, nachmittags 4 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg, Riefholzstraße. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung 1178 Bezirksverb.Berlin SPD. 5. Abteilung ( Mitle). Am Dienstag, den 18. April verstarb unser Genoffe, der Kaffenrendant der Innungstrantent. der Wagenbauer der Emaillierer. Tagesordnung: 1. Branchen angelegenheiten. 2. Stellungnahme zu unferem Lohnablommen. 8. Verschiedenes Bollzähliges und pünktliches Erscheinen wird erwartet. Dienstag, den 25. April, nachm. 5 Uhr, Kranken- und Sterbe- im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25 kasse d. Schuhmacher a. Beruf genossen Berlins B. a G. Außerord Mitglied.versammlung Mon( Saal 1): Branchenversammlung aller Kollegen der Metallbrüder und Poilerer Groß- Berlins. Tagesordnung: 1. Bericht. ag, d. 22 Mai, abends 2 Branchenangelegenheiten 7 Uhr. Fischerfir 25. fchiedenes. T- O: 1. Abänberg. 3. Ber Da wichtige Beschlüsse zu faffen find. ber§§ 22, 29a b c§ 30 ist das Erscheinen aller Kollegen bringenb legter Abf, 32 1.Abi notwendig. Hermann Wetter Bersch. D. Borstand im Alter von 56 415 Jahren. Einäscherung am Mittwoch, mitt. 1 Uhr, im Krema. toriumGerichtftr Friede seiner Asche! Rahlreiche Be teiligung erwart. Die Abt. Leitg. 117,7 F.Bus Waterlooufers Mittwoch, 26. April, nachm. 3 Uhr, bei Gliefhe, Kopenhagener Straße 74: MöbelHasemann Branchenversammlung der Feilenarbeiter. Pünktliches und zahlreiches Erscheiner tit unbedingt notwendig. Achtung! Achtung! Dienstag, 25. April, abends z Uhr, in den Phorus- Sälen, Müllerstraße 142: Ich bin nach Char Neue SchönhauserSir.Versammlung lottenbg., Bismard Str. 45, Gde Wilmers dorfer Sir, verzogen Tel.: Bilhelm 6092 Dr. Aschheim Frauenarzt. Innungs rankenkasse der Jawellere, Gold- und Silberschmiede( Zwangsinnung) zu Berlin. Cinladung zur Aufgestellt in vier Etagen 100 komplette Speisezimmer Herrenzimmer, Schlafzimmer aller Betriebsräte in der Metall. 3ndustele. Tagesordnung: Betriebsräte und Aufsichtsrat. Referent: Rollege Jante Alle Betriebsräte, die bei Attiengesellschaften und Gm. b. 5. beschäftigt find. müssen vertreten sein, da die Wahl ordnung vorschreibt, daß die Wahlen zum Aufsichtsrat bis 30. April eingeleitet sein müŋjen. Die Ortsverwaltung. SW Belle- Alliance- Str.4 nahe Jandorf NW Friedrich- Str. 150 Gde Doratbeen Sta N Chaullee- Str. 72 nabe Müller- Str. Schönhauser Allee 81 am Bt. Norbring Ich N Friedrich- Str. 106 Ede Siegel Str. Invaliden- Str. 164 Ede Brunnen- Str. Invaliden- Str. 117 am Stettiner Bhf. Frankfurter Allee 14 nahe Tiet SO Oranien- Str. 44 grifchen Worth. und Dranien Blag Skoffbufer Damm 10 nahe Jandorf Neukölln: Berg- Str. 4, Gde Stethen- St Friedenau: Rhein- Str 18. de irch@ tr Charloffenburgs Lauenhien- Str. 15 Ede Marburger Str. Joachimsthaler Str.2 nahe Bhf.800 Schöneberg: Haupt- Str. 21. Gece Afazten- Str Wilmersdorf: Berliner Str. 132-33 nabelhlanbits. Spandau: Breife Str 18. nabe Markt Goldene Uhr Brillanten Fahrradgummi zu kaufen gesucht G. Bölke, Koch straße 11 Juwelen Perlen Margraf& Co. Berlin, Kanonierstr. 9. Besondere Ankaufs- Abiellung. X Ständig. Lager Don über 150 Standuhr. L. all. Holz- u. Stilart. Schriftliche Garantie 14 Karat Gold- Armband- Uhr. iowie Herren- Uhren. Goldene Trancinge Juwelen, Silber. käst. nach Gewicht Alpaka- Bestecke Alte Juwelen, Gold- u. Silberwar, werden zu höchst Tagespr. angek. Karl Wutke lose und gefaßt immer noch billig! Neue Laufmäntel ½, prima Leineneinlage, Stuck 120.- MK." 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