Nr. 301. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Beitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder beren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 fg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: wozialdemokrat Berlin, Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Freitag, den 28. Dezember 1894. Expedition: SW. 19, 23enth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Abonnements- Einladung. " Erzählung aus dem Leben:„ Zu Tode gehekt", von Franz Held. Diese Erzählung beruht durch Bur Jahreswende richten wir an alle Freunde und weg auf gerichtlichen Akten, die von uns Parteigenossen die dringliche Bitte, für die Erweite- dem Verfasser zur Verfügung gestellt worden sind, rung unseres Abonnentenkreises mit aller und sie zeigt, wie heute der, welcher von seinem Rechte nicht Energie thätig zu sein. Gegen die Partei, deren weicht, in Form Rechtens" zu Grunde gerichtet Zentralorgan der„ Vorwärts" ist, haben die ver- werden kann. einigten Parteien der Reaktion, denen der Nach Schluß von: Zu Tode gehetzt! beabsichtigen wir Boden unter den Füßen wankt, jetzt alle ihre Kräfte auf den früher angekündigten Roman, die Berliner März geboten; durch ein neues Knebel geset soll die zahl- ereignisse des Jahres 1848 behandelnd, zu veröffentreichste Partei in Deutschland, mundtod gemacht, und für lichen. unsere Feinde und des Volkes Feinde die Ruhe des Judem wir so bestrebt sind, unsere Leser zufrieden zu Kirchhofes hergestellt werden, damit sie ungestört stellen, dürfen wir uns auch der Hoffnung hingeben, daß ihre gemeinschädliche und gemeingefährliche Arbeit dieser Aufruf an die Freunde und Genossen seinen Zweck verrichten können. Die Kämpfe, in denen wir stehen, nicht verfehlen wird. = Berlin, Dezember 1894. sind von entscheidender Bedeutung; und die Verhand Iungen des Reichstages über die sogenannte Um= Redaktion und Expedition des ,, Vorwärts". sturz vorlage, die sofort nach den Ferien beginnen, werden von ganz besonderer Wichtigkeit sein. Unter diesen auf den Flüffen schwimmend, zu großen Flößen vereinigt. Eine Reihe dieser Stämme wird durch Duerbalken, Ketten, Tane u. s. w. aneinandergeschlossen, mit einem Steuer, den nöthigen Ausrüstungsgegenständen, häufig auch und das Floß ist transportfähig. Mit einem Floßmit einer Hütte für die Mannschaft versehen, führer und mehreren Flößerknechten bemannt, wird es nun in tages und wochenlanger Reise, eine Anzahl unbemannter, aneinandergekoppelter Flöße hinter sich her schleppend, die Flüsse und Ströme entlang, dem Bestimmungsorte entgegengeführt. Wie aufreibend, wie lebensgefährlich dieser Beruf der Flößerknechte und Floßführer ist, liegt auf der Hand, und unsere Leser werden nicht überrascht sein, zu erfahren, daß auch diese Flößerei längst in das Getriebe der kapitalistischen Unternehmungen hineingezogen ift. Nicht etwa, daß die Herren Kapitalisten sich selbst als Flößerknechte oder Floßführer verdingten das sei ferne von ihnen. Aber als tapitalistische Unternehmer den Transport der Hölzer aus den Gebirgsgegenden in die Stapelpläge der industriereichen Tiefebenen zu bes vou Proletariern zu versichern, diesen die Lebensgefahr und einen färglichen Lohn zu überlassen, für sich selbst aber den sorgen, daß der Vorwärts" immer weiter vertreffend die Verhältnisse in der Flößerei vorgelegt Rapitalisten nicht lange nöthigen lassen. Man nennt Dem Deutschen Reichstag ist ein Gefeßentwurf, be- reichen Gewinn einzustreichen, dazu haben sich unsere breitet wird. Je größer die Verbreitung des Zentral worden, wie ein ähnliches Gesetz über die Binnen- diese Herren Frachtflößer". Ihre Unternehmungsorgans, desto größer sein Einfluß und seine Wirksamkeit, Schifffahrt bereits im Sommer 1893 vorgelegt, bis art zeigt viele Aehnlichkeit mit der der sogenannten und desto größer die Macht der Partei. jetzt aber noch nicht berathen worden ist. Speditionsfirmen. Umständen ist es doppelt nothwendig, daß die Partei- Der Schuh der Flöker- forgen, sich zu diesem Zweck der Arbeitskraft einer Reihe genoffen sich in dem Zentralorgan der Partei über alle Vortommnisse aufs genaueste unterrichten, und daß sie dafür Die Redaktion des Vorwärts" wird bemüht sein, ihre Pflicht zu thun, und das Zentralorgan der Partei würdig zu machen! Mit dem 1. Januar eröffnen wir ein neues Abonnement auf den „ Vorwärts" mit der illustrirten Sonntags- Beilage Die Neue Welt". Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure, sos wie unsere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennige frei ins Haus. Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonne3,30 M. für das Quartal ments zum Preise von entgegen. Nach Beendigung des Romans: Im Exil", der im Laufe des Januar zu Ende gehen wird, bringen wir eine Feuilleton. Am Exil. [ Nachdruck ver boten.] 37 Roman von Georges Renard. Autorisirte Uebersetzung von Marie Kunert. knechte. " Die Flößerei ist eine besondere Art der Binnen- Die Verhältnisse dieser Unternehmungen zu den aufEchifffahrt. Meistens handelt es sich in der Flößerei bet traggebenden Waldbefizern, Holzhändlern zc. einerseits und uns in Deutschland darum, das aus den mächtigen Wäldern den angestellten Floßführern, Flößerknechten andererseits der deutschen und österreichischen Berge und Gebirge bildet nun den Gegenstand, den der oben erwähnte Gesetzstammende Holz zu Thal und die Flußläufe entlang an entwurf regeln will. Vieles von dem, was die Stapelplätze und Zentralen des Holzhandels zu befördern. er enthält, interessirt uns natürlich nicht, oder Aus den meilenweiten, dichten, urwaldähulichen Wäldern es ist hier doch nicht der Ort, sich damit zu bes oben werden die gefällten Stämme meist durch die Holz- schäftigen; dafür fehlt aber auch vieles darin tuechte selbst auf Rutschbahnen oder mit Benüßung der alter, lieber, bureaukratischer Gewohnheit gemäß,- was Gebirgsbäche zu Thal befördert,- eine lebensgefährliche uns sehr lebhaft intereffiren würde. Wir denken das Arbeit, bei der alljährlich tausende von Unfällen geschehen bei an eine vernünftige Regelung der Verhältnisse der und Jahr für Jahr viele der armen Holzknechte ins Gras Flößerknechte, an einen ausreichenden Arbeiterschutz beißen und dafür büßen müssen, daß sie nicht als reiche dieser Aermsten der Armen, wovon das Gesetz so gut wie Beispiel der durch die Fuchsmühler Affäre so die Binnenschifffahrt wurde von einsichtigen SozialWaldbesitzer auf die Welt gekommen sind, wie zum nichts enthält. Schon bei dem vorjährigen Entwurf über berühmt gewordene Herr von 3oller einer ist, sondern politikern ein ähnlicher Mangel beklagt. Aber unsere eben nur als arme Holzknechte. Geheimräthe haben wichtigeres zu denken, als sich Erst am Fuße der Berge und Gebirge, wo sich die über Leben und Gesundheit der Schiffer- und reißenden Sturzbäche zu Flüssen und Strömen vereinigen, Flößerknechte den Kopf zu zerbrechen; und irgend eine wird das in einzelnen Stämmen heruntergebrachte Holz, Arbeiterorganisation, die den betheiligten Herren GeheimMischung von Prunkliebe und Knauserei vereint, die zugleich feierlich und banal war und sozusagen nichts Individuelles, feine Seele hatte. Gewiß, antwortete Herr Dubourg. Ich habe bereits ein Lustspiel geschrieben, ein Lustspiel.... zum Lachen. René sagte sich, daß ein Lustspiel zum Weinen etwas viel Selteneres wäre. Es ist noch nicht gedruckt. Ich habe auch einen Roman verbrochen. Ich muß Ihnen gelegentlich meine Manuskripte vorlesen. Ein dicker, kleiner, kahlköpfiger Mann trat in diesem Moment ein. Es war Herr Dubourg. Sein röthliches, glatt rafirtes Gesicht erschien durch die hängenden Wangen, und Leeres gaben, noch breiter. Kleine gutmüthige, aber die seiner Physiognomie etwas Weichliches, Unterwürfiges René sauderte im Voraus. Der Vetter fuhr fort: lebhafte Augen vermochten sie nicht zu beleben. Der allzu Sein Haus machte schon beim Eintritt einen reichen gut genährte Körper schien den Geist völlig absorbirt zu Eindruck. Frau Messant, welche die lange Gewohnheit an haben. Sogar der Leib schien sich auf Kosten der Arme, ein beschränktes Leben auf eine gewisse Demuth nieder- die jämmerlich kurz geblieben waren, gerundet und gegedrückt hatte, schritt voll Respekt über den Teppich dahin, mästet zu haben. Zu all dieser Fülle gehörte eine quäkende der die Treppe bedeckte. Bescheiden klingelte sie und trat Kinderstimme. Geht es Ihnen ebenso wie mir? Was mir am meisten Mühe macht, das sind die verdammten Uebergänge. Wien Sie, was ich in der Nacht mache, wenn ich nicht schlafen kann? Nein, René wußte es nicht, und dieses Mal gestand er es aufrichtig ein. Nun, ich suche meine Uebergänge. Sehen Sie, in Literatur machen ist hundertmal besser als in Politik. Ach, mein Gott, in jeder Regierung giebt es ja immer etwas, was nicht in Ordnung ist, aber vorausgeseßt, daß die Ges schäfte gut gehen, ist es doch das Vernünftigste, wenn man refignirt. So habe ich das Kaiserreich durchaus nicht ge= liebt, aber ich habe es ertragen. Ich bin durchaus nicht vernarrt in die Republik- Sie werden mir meine Offenheit verzeihen; dennoch nehme ich sie an. Ich glaube, Sie selbst, mein junger Vetter, denken jetzt nicht mehr daran, eine Revolution zu machen? dann achtungsvoll in den Salon ihres reichen Betters. Herr Dubourg umarmte Frau Messant, drückte René René sah sich neugierig um, um aus der Art der Einrich- die Hand, entschuldigte die Damen, die auf die Vortung sich ein Bild der Leute zu machen. Er hatte sie seit bereitungen zu dem Diner noch einen legten Blick warfen. so langer Zeit aus den Augen verloren, daß sie fast Er war voll Herzlichkeit, voll vertraulicher Zärtlichkeit. Unbekannte für ihn waren. Er bemerkte rings einen Die liebe Kousine bleibt doch immer dieselbe, sagte er. Das Lurus, der mehr solide als elegant, mehr bürger- Alter berührt sie garnicht. Und Sie, mein junger Better, lich als künstlerisch war, nicht zusammen passende schwere ein schöner Erfolg! Preisgekrönter des Instituts! Das Möbel aus drei oder vier verschiedenen Epochen, Stühle ist ausgezeichnet, ganz ausgezeichnet! Ich vermag mehr als mit vergoldeten Lehnen, deren blanker Goldglanz bewies, irgend jemand anders den Werth einer derartigen Ausdaß sie weit mehr in Decken gehüllt, als den Reckheiten der zeichnung zu schäßen. Sonne und der Fliegen ausgesetzt waren, einen ebenfalls Er machte eine Pause und sagte dann halb verschämt, Die Frage kam etwas schüchtern heraus. Frau Messant vergoldeten Kronleuchter, den eine vorsichtige Umhüllung halb geheimnißvoll: warf ihrem Sohne einen beredten Blick zu, und René vers von Gaze schützend umgab. In vergoldeten Rahmen, die Wissen Sie, daß ich auch in Literatur mache, ich? sicherte ganz ernsthaft, daß er nicht die geringste Luft hätte, fich gegenüber hingen, sah man zwei Porträts, Kniestücke, Nein, René wußte es nicht, und er hätte es auch nie- für sich allein eine Revolution zu machen. Herr Dubourg welche den Herrn und die Frau des Hauses darstellten, den mals geahnt beim Anblick seines würdigen Vetters. Aber nahm diese Antwort sichtlich erleichtert auf und be einen bis zum Hals in einen langen, weiten Mantel ge- sein Grundsatz war: Man muß alles denten, was man merkte noch: knöpft, die andere dekolletirt in einer Ballrobe nach der fagt, aber nicht alles sagen, was man denkt. Er begnügte Mode der letzten Jahre unter Louis- Philipp. Es schien sich, zu erwidern: René, daß diese ganze Zusammenstellung eine belustigende Wirklich? Nicht daß ich alle Veränderungen table! Es ist gewiß nöthig, daß die jungen Leute, die jungen Advokaten vor allem Forderungen erheben, für sie sprechen, ja selbst ein cäthen die Beschwerden und Wünsche dieser Proletarier der] drängt. Vor der Pflicht muß dem Seemann jede Rücksicht| Reorganisation der Staatsbahnen in Oesterreich Seen und Flüsse hätte vorführen können, giebt es bis jetzt auf die eigene Person verschwinden." und Preußen. Während man in Preußen bei der leider noch nicht. So ist denn der Abschnitt des vor Wenn dies so ist, dann wäre wenigstens zu wünschen, Reorganisation der Staatsbahnen an den Beamtenstellen tiegenden Gesezes, der über die Mannschaft handelt, daß diese Rücksicht auf die Personen der Schiffer nicht auch und den Beamtengehältern große Ersparnisse machen will, wieder so kläglich wie möglich gerathen. der Staatsregierung so völlig verschwände, wie es schlägt man in Desterreich die entgegengesezte Politik ein. Die wenigen Paragraphen dieses Abschnitts enthalten fast wieder in dem Gefeßentwurf über die privatrechtlichen Aus Wien wird hierüber berichtet: nichts wie ein Pflichtenverzeichniß für den Flößerknecht: Die Bes Verhältnisse in der Flößerei" geschehen ist. Die Generaldirektion der Staatsbahnen verfügte mit Bus stimmung, daß der Floßmann, der sich dem Antritt oder der Fort Die Regierung scheint aber auch unter dem allerneuesten Stimmung des Handelsministeriums, daß im Laufe des kommenden setzung des Dienstes rechtswidrig entzieht, durch die Polizei Rurs eigene Initiative nur da entfalten zu wollen, wo Jahres etwa 6000 bisher im Tags und Wochenlohn stehende swangsweise zur Erfüllung seiner Pflicht angehalten es gilt, das Kriegsheer zu verstärken, ben Agrariern allerlei Bebienftete und zukünftig nach Maßgabe der freien Stellen auch weitere Bedienstete in bas statutenmäßig eingereihte Personal werden soll; die Weisung, daß allen An- Liebesgaben zu verschaffen und die Arbeiter durch Umsturz aufgenommen werden. Dieselben erwerben hierdurch einen Anordnungen des Floßführers folgen muß, das Floß gefege zu Knebeln scheint sich aber auch in Zukunft jebe spruch auf Altersversorgung, normalmäßige Ausbesserung der ohne Erlaubniß nicht verlassen darf, bei Unfällen Maßregel zum Schuß der Arbeiter, und sei fie auch Bezüge zc. für Rettung von Personen und Sachen seine besten Kräfte noch so bescheiden, erst durch die sozialdemokratische einzusetzen hat; die Mittheilung, daß er sofort entlassen Kritit abnöthigen lassen zu wollen. er und abgelohnt, also brotlos gemacht werden kann, wenn während der Fahrt der Winter eintritt. Ein paar trockene Bemerkungen, daß der Flößerknecht( wenn er nicht, Politische Ueberlicht. wie es die Regel bildet, für die ganze Reise einen festen Politische Akkordlohn bekommt) den Lohn alle vierzehn Tage verlangen kann: Das ist der Arbeiterschuß in dem neuen Gesetz. = Berlin, den 27. Dezember. Wie es gemacht wird. Der Bund der Landwirthe versteht es, das muß man sagen, auf frummen und geraden Wegen sich seine Liebesgaben zu verschaffen. Der Ab. geordnete Graf Mirbach hat an sämmtliche landwirthschaftliche Vereine ein Birtular gelangen lassen, in welchem er namens des Ausschusses der Vereinigung der Steuer- und Wirthschaftsreformer" den Vereinen fünf gedruckte Petitionsentwürfe Die internationale Solidarität bekundet sich in den sendet mit der Aufforderung, dieselben an den Reich 3tanzler, den Bundesrath, den Reichstag, den zahlreichen Aeußerungen der Sympathie, die der deutschen Sch a sekretär und den preußischen Finanzminister Kein Wort davon, warum man diese Arbeitergruppe Sozialdemokratie in ihrem neuesten Kampf gegen die ver- gelangen zu lassen. Die Entwürfe sind gleichlautend bis der Flößerknechte nicht einfach der deutschen Gewerbe- Ordnung einigten Umsturzparteien des Kapitalismus seitens der auf die Titulatur der Adressaten; sie bedürfen nur der Unterunterstellt; warum man sie in die Klasse der Dienst Genossen aller Kulturländer zu theil werden. Wir müssen zeichnung eines Namens für den Vorstand und der Ausfüllung boten hinabdrückt, sie zur Führung eines Dienstbuches auf die Wiedergabe der Buschriften verzichten, da unser des Datums. Sehr bezeichnend ist in dem Zirkular die Bemer verurtheilt, fie polizeilich zwingen läßt, bei etwa ein- Raum nicht ausreicht. Die deutsche Sozialdemokratie dankt tung:„ Es wird gebeten, die Anschreiben handschriftlich tretenden Zwiftigkeiten den Dienst weiter zu versehen; den Genossen im Ausland und wird das in sie gesetzte Ausführung soll wohl die Maffenfabrikation der auszuführen und zu vollziehen." Durch die handschriftliche warum man ihnen also das werthvollste Recht der sonstigen Vertrauen zu rechtfertigen wissen. Petitionen den Adreffaten gegenüber verdeckt werden. Arbeiter, das Koalitionsrecht, raubt. Sind solche Neu- Organisation der Verwaltung in Preußen. Die Entwürfe verlangen mit Rücksicht auf den gesunkenen Ge= Bestimmungen schon in der Seeschifffahrt ungerecht Nach der Köln. Voltszeitung" soll eine durchgreifende treidepreis, daß die Regierung die Initiative zur thatsächlichen und hart, dort aber allenfalls noch erklärlich, weil dem Neu Organisation in der allgemeinen Verwaltung einer internationalen Konferenz ergreife. Irgend eine BeLösung der Silberfrage durch die schleunigste Einberufung Kapitän in fernen Erdtheilen vielleicht jede Möglichkeit fehlt, Breußens, verbunden mit Ersparnissen, geplant werden. gründung über den Zusammenhang der Berufung einer interneue Mannschaft anzuwerben, wenn die alte ihn ver- Es handle fich darum, eine Zwischeninstanz fallen zu lassen, nationalen Ronferenz mit einer Steigerung der Getreideprcise läßt, so ist es wohl nicht so unmöglich, von den Landrath oder die Regierung, wahrscheinlich erspart sich Graf Mirbach in seinem Anschreiben. den auf unseren deutschen Flüssen und Seen schwimmenden aber die lettere. Diese Angelegenheit bilde den Gegenstand Hoffentlich wirkt dieser Massensturm auf Reichskanzler, Flößen ans Land und dort zu neuen Arbeitskräften zu von Erwägungen und Berathungen bei den zuständigen Bundesrath, Reichstag u. f. w. Hoffentlich haben die angerufenen kommen, um deswegen solche harten, auf Sklaverei und Ministerien. Danach würde also die Eintheilung der Instanzen ein menschliches Rühren, und mit den armen, Leibeigenschaft hinweisenden Gebräuche in unsere an- preußischen Provinzen in Regierungsbezirke fortfallen nothleidenden Agrariern haben sie es ja so gern. geblich so humane Zeit hinein zu verpflanzen und zu ver- und die Landräthe direkt mit dem Oberpräsidenten ver Die Religion als Kampfmittel gegen die Sozialewigen. Kein Wort in dem neuen Gesch, warumi man tehren. demokratie. In seiner Weihnachtsansprache an die zwar von dem Flößerknecht verlangt, alle Arbeiten, die ihm übertragen werden, sei es Tag oder Nacht, zu verrichten; üblen Geruch bei der Militärbehörde kommen kann, hat ein fälle, welche sie erfuhren, sowie infolge der wachsenden Gefahren Militärboykott. Wie ein ganz harmloser Mann in Kardinäle sagte der Papst: Die Nationen seien infolge der Enttäuschungen und Unglückswarum man aber nicht auch verordnet, daß diesen Flößer Enechten alltäglich einige Stunden der ta st, allwöchentlich Meggermeister in Mainz zu seinem Schaden erfahren. Dieser zu der Erkenntniß gelangt, daß die bürgerlichen Tugenden und ein Tag der Ruhe gegönnt sein soll. Kein Wort, wie hatte zum Ein wickeln der Wurst einen Bosten altes Geseze, sowie strenge Maßnahmen allein und wo Verunglückte zu verpflegen; kein Paragraph, Papier gekauft, worunter sich auch Stücke der sozialdemo- nicht ausreichen, die Massen im Baum zu Es erscheine deshalb von höchster feine Zeile über die Schlafräume, die Beköstigung, fratischen Mainzer Volksstimme" befanden. Kürz- halten. die diesen Proletariern zu gewähren; feine Andeutung auch lich kam ein Soldat in den Laden des Meggers, der, ohne Wichtigkeit, daß alle zusammenwirken, damit nur darüber, warum nicht auch bei uns in Deutschland, sich irgend welche Gedanken zu machen, vielleicht auch ohne der Glaube das öffentliche und das Privat leben durchdringe, der Name Gottes in den gesetzwie es in Desterreich schon lange geschehen ist, ein Beamter zu sehen, was für ein gefährliches Einpackpapier er hatte, gebenden Bersammlungen, in den Vereinen und Familien als Binnenschifffahrts Inspektor bestellt werdem Käufer die verlangte Wurst in einen Theil der sozial mit Ehrfurcht genannt werde und die Regierenden die den soll, der verpflichtet wäre, ähnlich den Fabrikinspektoren bemokratischen Zeitung einhüllte. In der Kaserne ange- Religion in den Heeren und der Bevölkerung fördern. der gewerblichen Betriebe, auf den Elb- und Oberfähnen, kommen, sah man die Missethat, und nun gab's eine einDen Regierungen und den besitzenden Klassen ist die bei den Rheinschiffern, bei den Holzflößern für Leben und gehende Untersuchung, die damit endete, daß den Soldaten Religion als Erziehungsmittel der Bedrückten und AusGesundheit der Schiffsproletarier zu sorgen, die wirth- wurde. Da der Metzger der Sozialdemokratie fernsteht, rung ihrer Lage erwünscht. Ja, die Religion soll dem Wolke der Besuch des Meggerladens der Besuch des Metzgerladens verboten gebeuteten zur Entsagung und zum Verzicht auf die Besseschaftlich zu schwach sind, für sich selber einzustehen. hofft der Geschäftsmann, daß der Boykott wieder aufgehoben erhalten bleiben. Die Thätigkeit in der Binnenschifferet, Flößerei 2c. ist wird. Sozialdemokratische Zeitungen müssen doch sehr eine der für Leib und Leben allergefährlichsten Berufs- interessant sein, sogar dann noch, wenn sie bereits als arten. In dem einen Jahr 1892 wurden bei den drei deutschen wurst papier benutzt werden. Binnenschifffahrts- Berufsgenossenschaften 91 Personen A als im Beruf getödtet( also wohl meistens ertrunken) Zur Handwerkerfrage schreibt die" Post": Oesterreichische Provinzial Landtage. Die Landtage von Niederösterreich, Oberösterreich, Böhmen, Mähren, Schlesien und Steiermark sind heute eröffnet worden. Die Verhandlungen wegen Neubildung des angemeldet. 91 Menschenleben in einem Jahr betreffend die etwa in Aussicht genommenen Maßnahmen des ungarischen Kabinets werden eifrig gepflogen. Auch Das sollte der Staatsregierung doch eigentlich genügen, Reiches in der Handwerkerfrage wird, wie die„ Schles. 3tg." hört, mit Mitgliedern der Opposition wird verhandelt. dieser Proletarierklaffe wenigstens feinen geringeren Schutz eine sehr entgegenkommende Beantwortung finden. Es dürfte ins. angedeihen zu lassen, wie den industriellen Arbeitern. Die Abschaffung der Todesstrafe im franzöfifchen besondere auch der falschen Annahme begegnet werden, als Militär- Strafgesetzbuche beantragte unser Genosse Jaurès Man sagt, daß der Seemann- und die in der tönnte es bei der geplanten innigeren berufsgenossenschaftlichen in der Deputirtentammer. Gr begründete seinen Flößerei und Binnenschifffahrt thätigen Ar- Zusammenfassung der Handwerker auf irgend welche wirthschaftbeiter stehen den eigentlichen Seeleuten ja sowohl der Art liche oder politische Beschränkung freier Staatsbürger abgesehen Antrag damit, daß die Todesstrafe blos an gemeinen Solwie der Gefährlicheit des Berufs nach sehr fein; vielmehr handele es sich wesentlich darum, mit zum Zwecke daten, niemals aber an Offizieren vollzogen werde. Trotz nahe einen wetterfesten Körper und ganz be- einer Erhöhung der sozialen Widerstandskraft dieser Kreise, des des Widerspruches des Präsidenten und der Regierungssogenannten Mittelstandes, gewisse Verpflichtungen derselben, partei vertrat Jaurès den Standpunkt, daß das Gesch die sondere Charattereigenschaften besitzen müsse, welche im öffentlich rechtlichen Interesse liegen, so zu vertheilen, Verurtheilung des Hauptmanns Dreyfus zum Tode zulaffe um für seinen schweren und verantwortungsvollen Dienst wie es der Leistungsfähigkeit der Standesgenossen am besten ent- und verlangte die Dringlichkeit für seinen Antrag. Der Lefähigt zu sein. Da wird verlangt unerschütterliche Pflicht spricht." Ministerpräsident Dupuy beantragt Uebergang zur Tagestreue, die vor feiner Mühe, vor keiner Unbequemlichkeit, Dunkel ist der Rede Sinn. Nun, wir werden ja bald ordnung; der Minister beschuldigt die Internationalisten, vor feiner Gefahr zurückschreckt, die ftets bereit ist, unter sehen, wie weit Herr v. Bötticher seine früher recht vernünf daß sie die Hierarchie im Heere anzugreifen suchten, und stellte die allen Umständen am rechten Platz die nothwendige Arbeit tigen Anschauungen über die Zwangsinnung und den Be- Vertrauensfrage. Hierauf bemerkte Jaurès, es sei vermessen, vom zu thun, die zu jedem Dienst allzeit bereit ist. Bu solcher fähigungsnachweis abgestreift hat. Bielleicht wird der sonst Internationalismus zu sprechen, nachdem die Regierung am Pflichttreue gehört ein fester Wille, der des eigenen Herzens so rebegewandte Sprechminifter auch hier in den Hinter Sonnabend eine Gesellschaft tosmopolitischer Ausbeuter gegen Regungen, die einen jeden Menschen oft beschleichende Unlust grund treten und Herrn v. Berlepsch die Beantwortung die Kundgebung der Kammer zu schüßen gesucht habe. und Trägheit, das Ruhebedürfniß und die Abspannung zurück der Interpellation überlassen müssen. ( Großer Lärm.)( Der Arbeitsminister Barthou ruft: Sie lügen!" Lebhafte Zwischenrufe. Barthou und wenig Lärm dabei machen. Das gehört zu ihrem Alter. franken Frau, diesem gebrechlichen Wesen, die Kraft Rouanet werden zur Ordnung gerufen.) Jaurès erwidert: Sie müssen sich eben die Hörner ablaufen. So begreife ich zutrauen, ein achtzehnjähriges Mädchen so zu unterdrücken? Das Lügen ist nicht auf unserer Seite, sones auch, daß sie so ungestüm die Republik verlangt haben. Die kleine Gesellschaft begab sich in das Speisezimmer. bern bei der Regierung, welche sich auf den Aber nun, da sie die Republik haben, was wollen sie nun René, der zwischen Frau und Fräulein Dubourg saß, be- Patriotismus hinausspielt." Der Kammernoch mehr? merkte, daß die Mutter, während sie ständig über ihren präsident Briffon beantragt, die zeitweilige Ausschließung Herr Dubourg mußte es bei dieser triumfirenden Frage Magen klagte, mit großer Geschwindigkeit die ausgesuchten gegen Jaurès auszusprechen: die Ausschließung bewenden lassen; er wurde durch den Eintritt seiner Frau Fleischstückchen, die sie sich auf den Teller gelegt hatte, ver- wird mit großer Mehrheit beschlossen, Jaurès und seiner Tochter unterbrochen. Nachdem die ersten Beschwinden ließ und daß sie dazu einen alten Bordeaux verläßt den Saal.( Heftiger Lärm auf der äußersten grüßungen ausgetauscht waren, wanderten René's Blicke trant, dessen Flasche, da der Wein für sie allein reservirt Linken; der Präsident hebt die Sigung auf.) Nach fünf natürlich zu dem jungen Mädchen, das ihm die Hand war, um jeder Verwechselung vorzubeugen, eine Stecknadel Minuten wird die Sigung wieder aufgenommen und to gereicht und ihn mit den Worten: Guten Tag, Better! auf dem Pfropfen trug. Als sie sich über ihre Gesundheit lebhafter Bewegung mit 437 gegen 85 Stimmen Uebe begrüßt hatte. Er war überrascht. Er hatte erwartet, eine betlagte, sagte er ihr, daß die kränkelnde Schönheit in der zur Tagesordnung beschlossen. Gauthier zieht seine Jer= strahlende, tokette, fecke, hochmüthige Pariserin zu finden, Mode sei und sah, wie auf ihrem sehr gepflegten und in pellation, betreffend die Angelegenheit Dreyfus zurück, und er fand eine kleine, blasse, schmächtige Brünette, deren seiner Blässe noch immer hübschen Gesicht etwas wie Genug- beantragt aber die Dringlichkeit für die Vorlage des Kleidung und Haltung die Provinzialin verriethen. Man thuung aufblizte, gerade als ob er ihrer Eitelkeit Kriegsministers. Der letztere schließt sich dem Ankonnte nicht sagen, daß sie häßlich war, die Züge waren von an einer besonders empfindlichen Stelle geschmeichelt trag Gauthier an. Millerand( Sozialist) sucht nacheiner Bartheit, der es nicht an Anmuth gebrach. Das Ge- hätte. Er versuchte auch mit feiner Kousine zuweisen, daß Dreyfus mit dem Tode hätte bestraft sicht trug den Ausdruck einer Sanftmuth, die einen gewissen Marceline zu plaudern, was nicht eben leicht war, werden fönnen. Die Dringlichkeit für die Vorlage des Reiz hatte. Sie sah leidend aus.- Das Kind eines alten denn sie gab nur einfilbige Antworten. Vergebens sprach Kriegsministers( Verschärfung des Spionengesetzes) wird mit Vaters dachte René, indem er bei sich feststellte, daß er von Theater, Musit, Romanen. Sie hatte nichts gelesen, 542 gegen 2 Stimmen angenommen und darauf die Sigung Herr Dubourg mindestens fünfundsechszig Jahre alt sein nichts gesehen. In den anderthalb Jahren, die sie seit geschlossen. " 19 mußte. Aber warum trug sie diesen glatten Madonnen- ihrem Austritt aus der Pension im elterlichen Hause zu- Die freche Beschuldigung des Genossen Jaurès als scheitel, der an die Lithographien der Restauration er- gebracht hatte, war sie mit geschlossenen Augen wie eine Lügner seitens des Arbeitsministers Barthon hatte ein un innerte? Warum dieses dunkele, schlichte Kleid, das an Gefangene stets in ihren vier Pfählen geblieben. Sie bes blutig verlaufenes Duell zwischen Jaurès und Barthou zur die Uniform eines Waisenhauses erinnerte? Warum vor saß über nichts eigene Ansichten, ließ teine ausgesprochene Folge. Daß wir die Erledigung persönlicher Angelegenallem diese furchtsame, ängstliche Miene, wie wenn Vorliebe für irgend etwas erkennen, abgesehen vielleicht heiten mit der Waffe in der Hand mißbilligen, brauchen fie in ihrem eigenen Hause zu Besuch wäre? Der Vater davon, daß sie Briefmarken sammelte. Dies schien ihre wir nicht weiter auseinanderzusehen. Die französischen fonnte es nicht sein, der ihr Furcht einflößte. Um einzige Passion zu sein. René fragte sich, wer von ihnen beiden Sitten erklären dies aber entschuldigen es nicht! sich deffen zu vergewissern, genügte es, den Mann eigentlich aus einem fernen Lande gekommen sei. Schließlich Unsere Reaktionäre im Reichstage werden ihre Freude anzusehen. War es die Mutter? Sie schien nur einen richtete er, als er nicht mehr wußte, worüber er mit daran haben, daß Jaurès wegen seiner Angriffe auf die Hauch von Leben in sich zu haben. Schmächtig und brünett ihr sprechen sollte, die Frage an sie, wie die Schweiz ihr Regierung für einige Zeit seiner parlamentarischen Thätigwie ihre Tochter machte sie den Eindruck eines geknickten gefallen hätte. Sie stammelte erröthend ein paar Worte feit entzogen wurde. Der ehrliche Demokrat wird aber Rohres. Sie hatte einen müden Gang, matte Bewegungen, und warf dabei einen hilflosen Blick zu ihrer Mutter hin- über diese Beschneidung der parlamentarischen Freiheit enteine gebeugte Haltung, eine Stimme, die stets einen weh- über, die ihr denn auch zu Hilfe tam. rüftet sein und sie überall und jederzeit bekämpfen. müthigen Klang hatte. Seit dreißig Jahren wenigstens lag O, sagte Frau Dubourg, wir sind ja nur flüchtig dort Der Prozeß Dreyfus gefällt natürlich denjenigen sie im Sterben, was für sie ein Vorwand war, um in ver- gewesen, und es ist auch schon lange her. Hätten wir nicht, an welche Dreyfus sich verkauft hat. Und die deutsche schiedenen Bädern Aufenthalt zu nehmen, um ganze Tage uns längere Zeit in der Schweiz aufgehalten, so würden Gesandtschaft in Paris hat es für nöthig gehalten, formell auf der Chaiselongue ausgestreckt zu liegen und dabei sehr wir wie Sie sich denken können nicht verfehlt haben, alle Beziehungen zu dem Verurtheilten abzustreiten. Das elegante Negligées zu tragen. Konnte man dieser ewig Sie zu besuchen. ( Fortsetzung folgt.) war sehr überflüssig; denn daß Gesandte und Gesandtschafts Beamte sich nicht offiziell mit Spionen und Spionage ab- geben, das versteht sich ebenso von selbst, wie daß die Gesandtschaften in den Ländern, wo sie sind, nicht Spionen- dienste— Pfui! das häßliche Wort!— aber Beobachter- dienste, namentlich aus militärischem Gebiet verrichten. Das ist sogar ihre Hauptaufgabe, denn alles was sie sonst zu thun haben, könnte auch brieflich besorgt werden. Wir haben nicht den leisesten Zweifel, daß die deutsche Gesandt- schaft korrekt verfahren ist. Und wir wollen auch nicht in sittliche Entrüstung ausbrechen über niederträchtige Praktiken, welche sich mit Nothwendigkeit ans dem herrschenden poli- tischen System ergeben. So lange die Völker es noch dulden, daß der Militarismus mit seinem„bewaffneten Frieden" ihnen das Mark aussaugt, werden diese Praktiken von allen Regierungen ohne Ausnahme gut bezahlt und in jedem Falle, wo Entdeckung eintritt, emphatisch abgeleugnet werden. Energisch müssen wir aber Verwahrung dagegen einlegen, daß in deutschen Zeitungen der Ausschluß der Oeffentlichkeit in dem Dreyfus- Prozeß als Beweis ehauvi- nistischer Parteilichkeit hingestellt wird. Der Ausschluß der Oeffentlichkeit war jedenfalls nicht im Interesse des Chauvinismus; im Gegentheil er war unzweifelhaft ge- eignet und wohl auch darauf berechnet, Ausbrüchen des Chauvinismus, welche die guten Beziehungen Frankreichs zum Auslande hätten stören können, vorzubeugen. Während die Chauvinisten in ihren Hoffnungen be- trogen sind, hat dieser Prozeß den sranzÄischen A» t i- s e m i t e n desto mehr Wasser auf die Mühle geführt. Dreyfus ist Jude— und daß der erste Verräther im großen Stil, den die französische Armee aufzuweisen hat, ein Jude ist, wird von den Dumont und Konsorten nach allen Richtungen hin für die„Vaterlandslosigkeit' der Juden ausgenutzt, denen das Ausland mehr am Herzen liege, als die Heimath. Daß den Juden im„Auslande', also in diesem Falle in Deutschland, genau dieselben Vor- würfe gemacht werden, genirt die Herren Antisemiten nicht— es kommt ihnen nur auf den Augenblicks- erfolg an.— Monstre Meeting i« Ronbair. Wie uns aus Paris ge- schrieben wird, findet am nächsten Sonntag, 30. Dezember, im Hippodrom zu Roubaix, der nahezu 7000 Personen faßt, ein Meeting statt, das zu dem Zweck einberufen wurde, um gegen das Verbot der Regierung, betreffend die Errichtung einer Gemeinde-Apotheke sowie Durchführung mehrerer anderer im Interesse der Arbeiterschaft vom Roubaiser Gemeinderath be- schlossener Reformen, energisch Protest zu erheben. Das Vor- gehen der Regierung und deren Helfershelfer ist ein zu durch- sichtiges: sie wollen den Arbeitern jede Lnst an sozialistischen Gemeinderäthen benehmen. Darum werden dem Gemeinde- rath von Roubaix selbst die kleinlichsten Reformen versagt, sogar solche, deren Durchführung dem opportunistischen Gemeinderath des angrenzenden Tourcoing gestattet wurden. Dies will sich aber die Roubaiser Arbeiterschaft nicht ruhig gefallen lassen. Und darum dieses Meeting, das sich um so glänzender gestalten und um so wirkungsvoller sein wird, als die Genoffen Jules Guesde, Abgeordneter von Roubaix, Chauvin, Abgeordneter des Seine- Departements, Labusstäre, Abgeordneter der Obervienne, Com- payre, Abgeordneter des Tarn-Departements, sowie Duc-Querey und Paul Lafargue als Redner vorgemerkt sind. Dieses Protest- Meeting dürfte sich auch gleichzeitig zu einer großen öffentlichen Kundgebung gestalten, da dre Roubaiser Arbeiterdeoölkerung willens ist, die obenbezeichneten Genossen auf dem Bahnhof zu empfangen und von dort zum Meeting zu geleite». Bei dieser Gelegenheit fei gleichzeitig bemerkt, daß am Vorabend ein Arbeiter-Meeting im Hyppodrom zu Lille stattfindet, an welchem sich die obigen Genossen ebenfalls als Redner betheiligen werden.— Die privaten Eisenvahn-Gesellschaften in Frank- reich haben die ihnen von der Regierung in Aussicht ge- stellten großen Geldsubventionen trotz des Einspruches der Sozialisten, so vor allem Jaurös', vom Parlamente be- willigt erhalten.— Die Lage in Italien. Einem Briefe unseres italienischen Korrespondenten entnehmen wir das Folgende: Crispi setzt seine Racheversuche gegen alle Personen, die zu seiner Entlarvung bei- getragen haben, mit heißem Bemühen fort. Jetzt hat er auch sein eigenes Werkzeug, den Präfekten von Mailand, Whinspeare, seines Amtes entsetzt, weil Giolitti durch ihn Weil-Schotl's Depesche erhielt, die von dem schmachvollen Ordensschacher Crispi's mit Cornelius Herz Kunde gab.— Der Hof bleibt in»nglaub- licher Verblendung über die wahre Stimmung im Lande schwankend und unschlüssig wie zuvor. Obwohl der König gestern Rudini zu längerer Audienz empfing, haben heute die auS der Banea Romana gefütterten römischen Organe Crispi's— Sie höre» deren Wiederhall im„Berliner Tageblatt'— wieder Oberwasser und posaunen mit vollen Backen, Crispi habe das Auflösnngs- dekret der Kammer schon in der Tasche und bei den Neuwahlen werde er, Crispi, in allen Wahlkonimizien von Neapel— der politisch korruptesten Stadt in Italien nächst Rom— als Volks- kandidat ausgestellt und gewählt werden, also ein richtiges Plesbiszit, ganz wie einst beim edlen Bruder Boulanger. Zanardelli wird in diesen Tage in Brescia vor seinen Wählern über die politische Lage sein Urtheil sprechen. In- zwischen hat Colajanni, der Abgeordnete von Castrogiovannt in Sizilien, seine Ansprache an die Wähler veröffentlicht, die heute die Runde durch die Zeitungen macht. Es heißt in dieser An- spräche: „Ist— Beschämung Italiens vor der ganzen Welt— eine größere Ironie der politischen Lage denkbar, als sie der gegenwärtige Augenblick darbietet? Derselbe Mensch Crispi erklärt als Ministerpräsident in dem Vertagungs- anirag an den König,„er wolle das Volk zur Freiheit erziehen", derselbe Mensch, der soeben mit dem blutgierigen Belagerungs- zustand, mit den Kriegsgerichten, mit de» Verurtheilungen zu 4000 Jahren Gefängnißelend, mit der gewaltsamen Unterdrückung aller freiheitlich gesinnten Vereinigungen, mit der Verfolgung ihrer Mitglieder bis aus den heutigen Tag. mit der unerhörten Knebelung der Presse gewirthschaftet und abgewirthschaftet hat?, Was giebt es denn noch Feststehendes im Lande, was dieser „Erzieber des Volkes" nicht erschüttert oder zu Grunde gerichtet bat? Die Volksvertretung selbst hat er erst mitkorrumpirt, dann verhöhnt und ihr Ansehen durch die Vertagung bei Beginn der Session mitten in einer Anklage der Kammer gegen ihn schmälich herabgesetzt. Fast alle Gesetze, die zum Schutze der Freiheit dienen, werden tagtäglich im Lande brutal verletzt, und die Krone selbst umgiebt Herr Crispi mit einer Atmosphäre, die in den Bankskandalen zur Offenbarung kam. Als in dem Nachbar- lande Frankreich der Ordensfkandal Wilson und der Panama- skandal zum Ausbruch kani. da wurde vom entrüsteten Volke der Präsident Grevy gestürzt und ihm folgten mit Verachtung be- Inden die Minister Freycinet, Loubet, Rvnvier, und hier in unserem Lande sehen wir den durch die Skandale am meisten Angeschuldigten und am ärgsten Befleckten noch heute die Ge- schicke einer Nation von 30 Millionen Menschen leiten!"— Die Preßknebelung, von der Colajanni in seinem Briefe spricht, erscheint hier in Mailand, auf welche Stadt sich Crispi's Wuth stets von neuem entladet, in ihrer abscheulichen, seit der österreichischen Herrschaft nicht mehr erlebten, Gestalt. An einem einzigen Tage, vorgestern, Sonnabend, wurden kon- fiszirt:„La Baiaglia"(sozialistisch).„L'Jlalia del popolo"(bürger- Itch-republikanisch), ein Blatt, das durch seine radikale Prinzipien- treue immer größere Verbreitung gewinnt und eine Macht im Lande geworden ist, und der„Sevolo", das bekannte demokratische Blatt, das die größte Auflage in Jtalten besitzt. Außerdem fiel als Opfer der Reakionswuth, die als Vorbereitung für Crispi's Wahlagitation angesehen wird, am gleichen Tage das wöchent- lich erscheinende Witzblatt Mailands, der„Guerin-Meschino", und zwar wegen eines Artikels, der den jüngsten Empfang der nun weltberühmt gewordenen Donna Lina Crispi illustrirt und mit Hinweis auf die Giolitti'schen Dokumente besingt. Der Exkönig von Neapel ist gestorben. Wenn Crispi es noch, veiter so treibt, so wird man in Italien bald nach den verjagten Potentaten Sehnsncht empfinden.— Der dänische Landarbeiter-Verband reichte der land- wirthschaftlichen Kommission des Parlaments eine von 4207 Land- leuten(wovon 289 Bauern, die übrigen Jnstleute und Land- arbeiter sind) unterschriebene Adresse ein mit den Forderungen, daß 1. der Boden, welcher zu Hausantheilen verwandt werden soll, Staats- oder Gemeindc-Eigenthum werden solle; 2. die Arbeiter ein Gebrauchsrecht auf Boden erhalten zur Pacht oder Miethe unter Bedingungen, daß sie volle Sicherheit erhalten für alle auf dem Grundbesitz ausgesührten Verbesse- rungen; 3. die Größe der ausgewählten Antheile soll mindestens S— K Tonnen betragen, wo die Erde gut ist. und auf geringerem Boden entsprechend größer sei», sodaß die zukünftigen kleinen Ackerbauer von ihren Antheile» völlig leben können, ohne darauf angewiesen zu sein, den besitzlosen Arbeitern die Löhne zu drücken; 4. das Betriebskapital zu billigen Rentensätzen und leichte» Abzahlungsbedingunaen zu erhalten ist. Wenn diese Petition sich auch nicht völlig auf den Stand- punkt der dänischen sozialdemokratischen Partei in dieser Frage stellt, so ist sie doch ei» Beweis, daß ein großer Theil der Acker- bauer bereits dem sozialdemokratischen Prinzip, daß der Boden Gesellschaftseigenthum sein soll, zustimmt.— Von Rudolph Churchill, der vor Jahren wie ein Meteor am konservativen Himmel Englands aufstieg, und der für einen zweiten Disraeli galt, berufen die konser- vative Partei zu regeneriren, hat man lange nichts gehört. Von der politischen Bühne verschwand er ganz plötzlich; dann niachte er eine Reise nach Afrika, über die er ein recht albernes Tagebuch veröffentlichte, und jetzt erfahren wir, daß er nach langjähriger.Abwesenheit indieHeimalh zurückgekehrt ist— ein unheilbarer Idiot. Nicht Ueberarbeit hat den letzten der M a l b o r o u g h' s in diesen Zustand ge- bracht, sondern die Trunksucht, die allerdings durch eine krankhafte Disposition des Hirns, wenn nicht hervorgerufen, aber doch gefördert wurde. In Rudolph Churchill ver- liert die konservative Partei Englands ihre tüchtigste junge Kraft.— Der Prozeh gegen den Spitzel Ungcrn-Stern- berg:c. in Lnttich. Die außerordentliche Schwurgerichts- Sitzung, in der die Opfer S t e r n b e r g's abgeurtheilt werden sollen, ist zum 14. Januar angesetzt. Angeschuldigt sind 14 Personen, darunter 9 Deutsche. Soeben ist die fünfzig Druckseiten füllende, von dem Staatsanwälte Demarkau verfaßte Anklageschrift ausgegeben worden. Nach der von der„Vossischen Zeitung" mitgetheilten Anklage- schrifl wurden am 22. April d. I. Dynamitanschläge gegen das königliche Theater und die Wohnung des Bürgermeisters, am 23. April gegen die Jakobskirche und am 30. Mai gegen das Haus des Arztes Renson ausgeführt. Die Polizei nahm ihr bekannte Lütticher Anarchisten, unter ihnen den deutschen Schank- wirth Schlebach, in dessen Lokal stch ständig die Anarchisten ver- sammelten, fest, aber es fehlte jede Spur. Da wurde eine Post- karte aufgefangen, die ein deutsches, bei Frau Sterpin dienendes Dienstmädchen Marie Wendel an Frau Schlebach gerichtet hatte, um sie zu bitten,„einzubindende Bücher bei ihr abzuholen". Diese Karte wurde der Frau Schlebach zugestellt; sie eilte sofort zu dem Dienstmädchen und wurde bald darauf verhastet. Die Untersuchung stellte fest, daß Marie Wendel den Verkehr zwischen dem Schankwirth Schlebach und einem seit dem An- schlage gegen die Jakobskirche verschwundenen Russen ver- mittelte. Der Russe war der sogenannte Baron Ernst Ungern von Stern berg, der, aus Straßburg kommend, am 2. November 1833 in Lütlich eingetroffen war. Sei» wahrer Name ist Cyprian us Jagolkowski, I8SS in Rußland geboren, der sein Land und seine Frau verlassen hatte und im Februar 1893 in Bern austauchte. Er lebte von großen Summen, die ihm aus dem Auslände zuflössen; er ging nach Frankreich, ließ stch für die Fremdenlegion anwerben, ging nach Algier, stahl dort dem Waffengenosse», dem russischen Baron Sternberg, dessen Paß und desertirte. Er floh nach Basel und sodann nach Lüttich, wo er sich als Student ausgab, aber niemals die Universität besuchte und mit dem Lütticher Studenten Arnold bekannt wurde. Am 10. November verließ er Lüttich, um seinen in Rußland sehr schwer erkrankten Bater zu besuchen; auf der Fahrt hielt er sich fünf Tage in Berlin aus und kehrte erst am 24. Dezember nach Lüttich zurück. Er wurde auch mit dem Lütticher Studenten Leblanc bekannt, besuchte das Schauklokal Schlebachs und wurde mit allen Anarchisten besreundet. An öffentlichen Orten und in Lokalen hielt er stets revolutionäre Reden. Nach den unter seiner Leitung verübten Anschlägen verschwand er nach Holland, und seine Spur fand stch erst wieder, als er in Petersburg festgenommen wurde. In den Notizen aus den Briefen des Ruflen fand sich der Name„Richard": Broich f;nb den deutschen Bergarbeiter Richard Müller als Aus- ührer der Anschläge an, und so wurde auch dieser estgenommen. Auf grund der Müller'sche» Geständ- nisse wurden die Lütticher Studenten Arnold und Leblanc, der Lütticher Hansirer Jovris, die deutschen Arbeiter, Tischler Bach, Schuhmacher Westcamp, Bergarbeiter Wilcke und Vossen ver- haftet. Die Anklageschrift geht im einzelnen die Anschläge durch, stellt die Theilnahme jedes Angeschuldigten fest und weist nach, daß es sich um eine anarchistische Verschwörung unter der Leitung Jagolkowski gehandelt hat. Bei dem Anschlage gegen das Thealer hat Jagolkowski selbst die Bombe angefertigt und nieder- gelegt. Aller Sprengstoff rührte aus der Zeche Cherron her und war unter Vossens Leitung entwendet worden. Bei dem Anschlage gegen das Haus des Bürgermeisters haben Vossen und Westcamp die Bombe gefertigt und nieder- gelegt; bei dem Anschlage gejjen die Jakobskirche am 23. April war Müller nach seinem eigenen Geständnisse auf Be- treiben des Russen der Ausführer. Da inzwischen die Polizei auf den Russen fahndete, so reisten noch an demselben Abend der Russe und Müller nach Mastricht ab. Die beiden Studenten nahmen alle Papiere Jagolkowski's an sich und fuhren dem Russen nach; auch Westcamp traf dort ein. Eine neue Bombe wurde angefertigt und wenige Tage daraus wurde der Slnschlag gegen das Haus Rensou's ausgeführt. Zugleich wurden von Mastricht aus anarchistische Brandausrufe nach Lüttich versendet; der deutsche Anarchist Tischler Bach, der früher in London an- sässig war und jetzt in Lüttich arbeitete, stand mit den holländischen Anarchisten in Verbindung und brachte die von den holländischen Revolulionären Vliegen, Cornelissen und Gsrard verfaßten Manifeste nach Lütlich. Bei Wilcke wurde ein Lon- doner Brief vorgefunden, der auf ein Zusammengehen mit den englischen Anarchisten hinweist. Tie Anklageschrift kommt zu dem Schluß, daß es sich um eine internationale anarchistische Ver- 'chwörnng handele.— Ter holländische Kolonialkrieg scheint für den Moment beendet zu sein. Aus Batavia wird nämlich gemeldet: Nach einer Depesche der Mittagsausgabe des„Handelsblad" aus Batavia vom heutigen Tage hat der Generalgouverneur von Indien die Expedition nach Lombok für aufgelöst erklärt. Der Radja Silang von Tamjang hat sich der holländischen Re- gierung ergeben-! So erfreulich diese Nachricht für die holländischen Macht- haber ist, so werden sie sich doch der Sorge nicht entschlageu können, daß unter der Asche so manche Funken sortglimmen, welche, durch einen kleinen Windstoß in Bewegung gesetzt, in ihrem ostasiatischen Kolonialreich die Flammen des Auf- ruhrS zu Heller Lobe entfachen können. Die Unzufriedenheit mit den holländischen Ausbeutern ist in den Kolonien so groß, daß dort vollständige Ruhe niemals herrscht.— Die national-polnische Agitation erhebt in Russisch- tolen wieder ihr Haupt. Man agitirt für eine große ranerdemonstration anläßlich der hundertsten Wiederkehr des Jahrestages der dritten Theilung Polens. Wegen der Verbreitung von Flugblättern, die zu dieser Demonstration aufforderten, haben in Warschau eine Reihe von Ver- Haftungen stattgesunden.— Kleine Erleichterungen scheinen der rvssischett Provinzialpreffe nun gewährt werden zu sollen. Dieselbe war bisher einem noch viel schwereren Drucke sunterworsen als die Residenzpreffe. Nach dieser Richtung scheint eine Ausgleichung stattfinden zu sollen. Aus Petersburg wird hierüber gemeldet: Der Proviuzpresse sind größere Freiheiten bezüglich der Be- sprechung von politischen und öffentlichen Ereignissen ertheilt worden.— Korruption in Rnstland. Der Zahlmeister deS russischen Lcibkosakcn- Regiments hat, wie der„Post" aus Petersburg ge- meldet wird, 180 000 Rubel unterschlagen. Die Russifizirungs-Mahregeln in den deutsch- russischen Provinzen scheinen ungeschwächt fortgesetzt' zu werden. Aus Petersburg wird hierzu gemeldet: Behufs Hebung des Besuchs der Universität Dorpat, der seit Aushebung des deutschen Sprachunterrichts sehr gesunken war, hat die UnterrichtSvcrwaltung beschlossen, eine größere Ver- mehrung des Lehrpersonals vorzunehmen und«ine namhafte Summe zur Unterstützung russischer Studenten auszusetzen.— Neber die Korruption der New-Porker Polizei setzt der Lexow'sche Ausschuß seine Untersuchungen fort. Am Freitag erklärte der stellvertretende Kapitän Schmittberger, wie es in Kapitän Williams Distrikt zugegangen wäre. Fünf der schlimmsten Lasterhöhlen New- Jorks hätten dem Kapitän Williams regelmäßige Zahlungen leisten müssen, um nicht belästigt zu werden. Er, Schmittberger, habe das Geld selbst einkassirt. Wurde die Sache dann zu schlimm und die Klagen gegen diese Häuser zu stark, so wurde eine Razzia unternommen. Die Besitzer der Häuser hatten aber stets vorher eine Warnung erhalten, sodaß beim Erscheinen der Polizei alles in Ordnung war. Auf die Frage, ob er, Schmitt» berger, auch Erpreffnngsgelder erhalten habe, lautete die Ant- wort: ungefähr 200 Dollar den Monat. Jeder New- Aorker Polizist wisse, daß die Polizeikapitäne Geld machen wollten, ganz einerlei, wie. Es gäbe einen regulären Tarif für Spielhöllen und dergleichen. Die�Spielhöllen z. B. zahlten 200 Doll. monatlich. Schmittberger erklärte kühl bis ans Herz hinan, er habe stets das empfangene Geld mit Kapitän Williams getheilt. Das Einkommen. welches die beiden Braven jeder allein von Spielhöllen bezogen. betrug 900 Doll. den Monat. Die Wirthshänser ließen die Beide» in Ruhe. Diese mußten ihre Lösegeld direkt an Tammany Hall abführen. Die Gläubiger Egyptens, das heißt die Großbasttk in Europa, hindert die Kulturfortschritte in Egypten imd die Stenerentlastung des fürchterlich ausgesogenen Volhes. Aus Kairo wird hierüber depeschirt: „Die Antwort der Regierung auf den Bericht deS ge�etz- gebenden RatheS besagt, die Vorschläge desselben seien unous- führbar, aus den schon im vergangenen Jahre angegebenen Gründen, die verlangten Sparsamkeits-Maß- nahmen unthunlich, sämmtliche Posten deS Budgets vollständig gerechtfertigt. Da die Mächte die V e rw en d u n g der Ersparnisse aus der Konversion zur Erleichter llng der Grundsteuer nicht genehmigten. werde die Regierung prüfen, ob die für Verbesserung der Gesundheitsverhältnisse Kairo's und für Deicharbeiten angesetzten Kredite einer an- deren Bestimmung überwiesen werden können." Chiua-Japan. Dem„Reuter'schen Bureau' wird aus Uokohama gemeldet: Nach den japanischen Blättern sind in der Schlacht bei Haitscheng am 19. d. Mts. auf japanischer Seite 2 Offiziere. 52 Soldaten gefallen und 12 Offiziere und 350 Soldaten verivundet worden. Die koreanische Regi erung hat beschlossen, bei Japan eine Anleihe von b Millionen Dollars aufzunehmen und für 5 Millionen Bankbillets auszugeben. Die Tonghaks haben Haiju, die Hauptstadt der Provinz Hwanaheido. eingenommen, den Gouverneur vertrieben und einen ihrer Häupt- linge als Gouverneur eingesetzt. Ferner haben dieselben drei Städte im Süden des Landes in Brand gesteckt. General Nodzu, der Befehlshaber der ersten japanischen Armee, hat gestern tüe- graphirt, daß die Lage in Feng-.H<..rng-Tscheng unverändert ist. Eine Depesche des Generals Katsura aus Haitscheng vom 24. d. meldet, daß General Sung nach der Niederlage bei Kogasai sich nach NiUtschuang zurückdegab, sodann aber Niutschuang verlieb und sich mit dem größten Theil der dort liegenden Truppen nach Denschodai zurückzog; in Niutschuang befinden sich jetzt keine chinesischen Truppen. Die chinesischen Streitkräfte in Naisambarsi sind seit dem 18. ds. mit der Ausdehnung der Ver- schanzungen und der Verstärkung der Kavallerie beschäftigt. In der Richtung von Polschi ausgesandte Rekognoszirungs-Abthei- lungen meldeten, daß 8000 Mann chinesischer Truppen von Cilco die Küste entlang vorrücken.— Das japanische Parlament ist zusammengetreten und mit einer Rede eröffnet worden, welche in volltönenden Worten die Siege der japanischen Waffen rühmt.— VKrkeinarlivilkrten. Nachklänge vom Dresdener Waldschlößchen- Boykott. Unter dieser Spitzmarke machten wir in unserer Weihnachts- Nummer unsere Leser mit der höchst interessanten Thatsache be- kannt, daß derselbe Herr Amtsrichter Becker in Dresden. der die zahlreichen durch die Höhe des Strafmaßes sowohl, als auch durch die Art der Begründung auffallende» Urtheile gegen unsere Dresdener Parteigenossen, namentlich auch wegen „Boykottvergehen' gefällt hat, zugleich Aktionär der betreffenden Brauerei ist. Außer den von uns be- reits mitgetheilten Verurtheilungen führt die„Sächsische Arbeiter-Zeitung' noch folgende an: Unter Vorsitz des Herrn Becker wurde der Redakteur Genosse Reich ard, der vom Amtsgerichtsrath Brückner vom Vergehen des groben Unfugs wegen Waldschlößchen-Boykott freigespochen worden war, wegen einer ganz geringfügigen Gemeindeältesten- Beleidigung zu 3 Monaten Gefängniß vernrtheilt. Außerdem erhielt unter demselben Vorsitz Genosse Landtags- Abgeordneter Horn wegen Beleidigung zwei Mal je SMonate Gefängniß und Genosse Müller wegen Beleidigung 3 Monate Gefängniß. Die Strafe Gradnauer's wurde vom Landgericht aus d Monate herabgefest, Sorn und Müller wurden vom Band- abgeordneter Genosse Franz Jöst eine ergreifende Gedächtnißrede sammenbruches liege hauptsächlich an der naffen Witterung und gericht freigesprochen. Man hätte erwarten sollen, hielt, die Genoffen dabei anfeuernd, so treu den Prinzipien der Sozial- an dem Umstande, daß die sog. Kleber( d. h. die Arbeiter, die so schließt die Sächs. Arb.- 3tg.", daß der Amtsrichter Dr. Becker demokratie zu folgen wie der Verstorbene es gethan. Der Zug war ein zwischen dem Balken- und Mauerwerk zur Herstellung der sich in den Waldschlößchen- Boykottsachen selbst für befangen erklärt so gewaltiger, daß der Verkehr der Dampfstraßenbahn und der Zwischendecken Hölzer, sogenannte Stodſtücke, einkeilten) das hätte. Da dies nicht der Fall war, ersuchen wir diejenigen Pferdebahn längere Zeit gesperrt war, bis die Maffen das Geleife Gefüge auseinander getrieben haben. Von anderer Seite wird Parteigenoffen, die sich etwa noch wegen Waldschlößchen- Boykott frei gaben. Die Polizei hielt sich gänzlich fern, Zwischenfälle diese Möglichkeit bei sonstiger solider Ausführung bestritten, die zu verantworten haben, falls sie vor die durch den Amtsrichter find denn auch nicht vorgekommen. Dem treuen Genossen, der Zuverlässigkeit der Fundamentirung und namentlich auch der Dr. Becker präsidirte Abtheilung des Schöffengerichts kommen, auch weit über das Weichbild der Stadt Mainz bekannt, bewahrt Herrn Amtsrichter Dr. Becker wegen Befangenheit abzulehnen. die Mainzer Sozialdemokratie ein tiefes Angedenken. * * " Gewerkschaftliches. Seine Bermörtelung angezweifelt. Dem Zusammenwirken all dieser Einflüsse hat der Bau nicht widerstehen können, und so brach er denn, als eben wieder die Nachmittagsarbeit auf= Bei der Landagitation erwachsen den Sozialdemokraten Bolizeiliches, Gerichtliches 2c. genommen war, in sich zusammen. Zwanzig Arbeiter waren ausgezeichnete Bundesgenossen in den Rittergutsbesitzern, welche Verboten wurde in Bochum eine Versammlung, in auf dem Bau beschäftigt. In ihrer Mehrzahl waren sie, Maurer bestrebt sind, ihren Besit möglichst abzurunden. Ein Beispiel der Fräulein Löwenherz- Neuwied sprechen sollte. und Weißbinder, im obersten Geschoß thätig, und das muß wohl für viele entnehmen wir einer Zuschrift der Sächs.- Arb.- 3tg.", Freigesprochen von der Berufungsinstanz wurden noch als ein günstiger Umstand gelten. Der durch den Widerin der es u. a. heißt: Die Landagitation macht hier in die Genossen Klees, Water, Gärtner und Lange in stand der unteren Stockwerke gemilderte Sturz aus der Höhe 2ockwitz und Umgegend sehr gute Fortschritte. Dieselbe wird Magdeburg von der Anklage des groben Unfugs. Die vier- erwies fich weniger verhängnißvoll, als ein Befallenwerden von uns sehr erleichtert- wenn auch unfreiwillig durch den wöchentliche Haftstrafe des Genossen Rosenberger wurde den einstürzenden Mauer- und Balkenmassen es zweifelsohne ge selbstverständlich hochkonservativen Baron von Kapherr. Er umgewandelt in 120 M. Geldstrafe. wesen wäre. Als das erste Krachen vernehmlich wurde, retteten fauft ein Bauerngut nach dem andern auf, so daß unser gegen Die Beschlagnahme des Altenburger Wähler" sich die auf der Straße an den Aufzügen stehenden Handlanger, 2000 Einwohner zählendes Dorf ein richtiges Profetarierdorf ist, wie der Staatsanwalt durch eine Berichtigung der Redaktion so schnell sie konnten. Die anderen mußten den grausigen Sprung geworden ist. Außer dem Rittergut giebt es noch zwei Bauern oben genannten Blattes mittheilt, nicht auf Veranlassung der in den Chaos mitmachen. Denn zu einem Chaos war in weniger hier. Nicht lange wird es mehr dauern, dann sind mit Aus: Staatsanwaltschaft, sondern auf richterliche Anordnung geschehen. als einer Minute das in sich selbst stürzende Gebäude umnahme der wenigen Hauptausgänge, Straßen genannt, alle unsere Gefahr im Verzuge sei nicht angenommen worden. gewandelt. Aus dem Schutthaufen, der sich neben der kahlen ehemaligen öffentlichen Wege entweder mit Bäumen, Thoren oder zu zwei Wochen Gefängniß und einer Woche gesprungenen Brandmauer erhob, ragten nur Gerüststangen, Drahtgittern versperrt; oder mit den bekannten lieblichen Plakaten Haft wurde der Arbeiter Proße vom Schöffengericht in zerfplitterte Balfen, verbogene Eisenträger, zerbrochene Stücke verziert: Das Betreten dieses Weges ist bei drei Mark Dresden verurtheilt, weil er bei der Feier des Erntefestes im der rothen Fassaden- Sandsteine, Leitern und Sparrenwerke heraus. Strafe verboten!- Die Ritterguts- Verwaltung."- Der Ge- Gasthofe zu Hoppeln die Musiter aufgefordert hatte, die Im Nu eilten Leute von allen Seiten herbei, die Feuerwehr wurde meinderath hat gegenüber der Einziehung öffentlicher Wege Marseillaise zu spielen. Vorher hatte er ein Hoch auf die Sozial- alarmirt und die Mannschaften des 4. Bataillons des 81. Juf.feine Pflicht nicht gethan! So wurde Mitte der achtziger demokratie ausgebracht. Dadurch hatte er sich des Hausfriedens- Reg. aus der nahen Frankensteiner Kaserne waren eiligst zur Stelle Jahre demselben ein Gesuch des Barons unterbreitet behuss Ab- bruchs, der Berübung groben Unfugs und der Uebertretung einer und griffen wacker ein. Inzwischen hatten die unverletzt ge= Sperrung der Röhrsdorfer Gaffe". Gegen ein paar Stimmen amtshauptmannschaftlichen Bekanntmachung, die das Spielen der bliebenen Möller'schen Arbeiter die meisten ihrer verschütteten wurde das Gesuch genehmigt; allerdings crst, nachdem der Ge- Marseillaise verbietet, schuldig gemacht. Kameraden bereits gerettet, unter der Beihilfe anderer Bauarbeiter meindevorstand dem Gemeinderath ausdrücklich versichert hatte, Die Kreisregierung von Ansbach( Bayern) hat die an den benachbarten Baustellen. Auch ärzliche Hilfe und einige daß der Herr Baron auch in Zukunft das Begehen des Weges Beschwerde unserer Nürnberger Parteigenossen über das Kräfte von der Freiwilligen Rettungsgesellschaft standen sofort gestatten würde! Nicht lange darauf war der Weg durch massive polizeiliche Verbot von 11 Versammlungen, die an einem Abend zur Verfügung und legten die ersten Verbände an, dann schaffte Thore versperrt! Worte sind eben nur Worte. Noblesse in Nürnberg stattfinden sollten, abgewiesen und das Vor- man die schwerer Verwundeten, sechs an der Zahl, in das oblige? Ja doch, der Herr Baron hat auch beantragt, daß gehen der Polizei als gerechtfertigt" erklärt. Die Be- Seiliggeift- Spital. Tobt wurde nur einer, der Maurer Fischer I, die Kirche abends geöffnet werde, damit der Arbeiter nach ge- schwerde wird weiter gehen. mit eingedrücktem Brustkorb aus den Trümmern hervorgezogen, thaner Arbeit sein Gebet verrichten könne. Das ist doch Der Bürgermeister von Nürnberg, Dr. v. Schuh, ein lediger Mann, anfangs der Dreißiger. Ein anderer Argenug? Noblesse oblige. Aehnlich wie in Lockwitz liegen die der sich seit langem, namentlich seitdem er nicht mehr in den beiter wurde noch vermißt, doch kann man zur Stunde nicht Dinge in Prohlis und Bärenklause, wo Verwandte des Barons Landtag gewählt wurde, besonders im Kampfe gegen die Sozial- angeben, ob er noch in den Trümmern begraben ist, oder ob er gleiche Liebe zum Grundbesitz bethätigt haben. Ist doch das Dorf demokraten hervorgethan hat, fühlte sich durch eine Reihe Artikel vielleicht doch entkommen ist und sich entfernt hat. Kautsch vom Rittergut Bärentlause bis auf ein einziges Bauern in der Fränt. Tagespost" beleidigt und verklagte den früheren Kollegen haben ihn im Augenblick des Unfalls nicht mehr gut aufgesaugt worden, natürlich mit demselben Gefolge von Redakteur des genannten Blattes, den jetzigen Arbeitersekretär gesehen. Der Materialschaden wird auf etwa 25 000. geverbotenen Wegen" 2c. Nun sollte man meinen, daß die anti- Genossen Segi 3. Der Kläger zog es vor, die Sache nicht, wie schäßt. Der Bauunternehmer Jöckel und der Polier Möller semitischen Vertreter des Mittelstandes", die ja unsere Thäler es sich gehört hätte, von Amtswegen zu betreiben. Er stellte wurden verhaftet und vom Platze weg zur gerichtlichen Verwiderhallen machten von Judenhaß und Aristokratenfresserei, im Privatklage und so wurde Genosse Segitz vor den Schöffen ver- nehmung vorgeführt. Wahlkampfe 1893 gegen die fortdauernde Aufsaugung des handelt. Die Privattlage stüßt sich, wie aus der Anklageschrift Die Zahl der Arbeitslosen in England schäzt das Grundbesitzes Stellung nehmen würden. Nichts hörte man. hervorgeht, auf eine Reihe von Artikeln, in denen dem Privatkläger Arbeiterorgan Justice" auf rund eine Million.- DasIm Gegentheil, die Firma des Reichstags Abgeordneten parteiisches Vorgehen gegen den Arbeiterstand, parteipolitische Ma- selbe Blatt berichtet, daß im vergangenen Jahre in Londoner Hänichen in Lockwitz, dieses überlauten Vorkämpfers der növer, fleinliches blamables Gebahren, arbeiterfeindliches Vorgehen Schulen 140 000 Mahlzeiten an arme Kinder unentgeltlich abBauern, hat mit dem Baron v. Kapherr Lockwig einen gegen politische Gegner" vorgeworfen, er als emporgekommener gegeben wurden. Für viele Kinder bedeutete das freie MittagsPachtvertrag geschlossen, wonach die Felder genannter Firma Herr" bezeichnet wurde, der die derzeitigen Vertreter der ehemals essen das erste Essen überhaupt. Bei 50 000 Kinder, die in Frage zunächst auf zwölf Jahre in die Ritterguts- Verwaltung freien Reichsstadt harranguire und schulmeistere, sich in blinder kommen, so meint obiges Blatt, hat die durch private Hilfe aufs übergegangen find!- Hat vielleicht der Herr Hanichen jetzt er Parteiwuth blamire, für die eigenen ungefeßlichen Handlungen gebrachte Wohlthat nur recht geringe Bedeutung. Das meinen tannt, daß der Landwirthschaft nicht durch Quacksalberei oder andere verantwortlich mache und die Belege für seine unwahren wir allerdings auch. schöne Versprechungen geholfen werden kann, sondern nur durch Behauptungen und unverfrorenen Beschuldigungen schuldig bleibe". rationellen, wissenschaftlich geleiteten Betrieb, der wiederum nur Ferner wird gesagt, Schuh sei ein bissiger Feind, der gehässigste möglich ist auf großen, nicht durch allerhand Grenzsteine gestörten Gegner der Arbeiterklasse, man habe einen rücksichtslosen Bourgeois Flächen? Die Barone und Großgrundbesitzer heben die unrationelle an die Spitze der ehemals freien Reichsstadt Nürnberg gestellt, Barzellirung auf, fie vereininigen möglichst großen Grundbesitz in der die Geschäfte des Unternehmerthums taltblütig besorge und Wegen Lohudifferenzen ist der Zuzug von Formern von einer Hand. Sache der zukünftigen Gesellschaft wird es sein, den Arbeitern den Fuß auf den Nacken ſetze; als richtiger der Gisengießerei Franz Hahn in Wilkau bei Zwickau ferndiesen Herren die Sorge der Verwaltung abzunehmen, den in Polizeimensch habe er es sich, wie es scheine, zur Aufgabe gemacht, zuhalten. ihre Tasche fließenden und nuglos verpraßten Gewinn an die die dem Unternehmerthum unbequeme wirthschaftliche Arbeiter- Die Antwerpener Bäckergesellen forderten in einer am zurückzugeben, welche ihn mit ihrem Schweiß und Blut verdient bewegung zu erwürgen. Genosse Segi wurde wegen dieser zweiten Weihnachtsfeiertage stattgefundenen Versammlung die haben. Die Landarbeiter aber werden dereinst mit den städtischen Artikel( über die Verhandlung laffen wir näheres folgen) zu Einführung eines Minimallohnes und des MaximalarbeitsProletariern unentwegt ringen um das hohe Ziel der endlichen vier Wochen Gefängniß verurtheilt. tages. Weitere Versammlungen werden abgehalten werden. Erlösung aus der erstickenden Umarmung des Kapitalismus! Großer Weberstreik in Roaune. Man schreibt uns Paris: Roanne In ( Loire Departement), dessen Bevölkerung hauptsächlich aus Textil Arbeitern besteht, haben die Weber, deren Zahl im Minimum 7000 beträgt, die Arbeit eingestellt. Die Schuld liegt einzig und allein an den Fabrikanten, die sich weigerten, mit der Weber- Gewerkschaft in Verhandlung zu treten, trotzdem selbst der Unterpräfekt vermittelnd einzugreifen suchte. In erster Linie handelt es sich in diesem Streite allerdings um die Löhne, die in letzterer Zeit durch die Profitgier einzelner Fabrikanten allgemein zu wahren Ueber die Zustände in den 3uderfabriken erhalten Hungerlöhnen herabgedrückt wurden. Hat nämlich ein Fabritant wir von einem Parteigenossen aus der Provinz Sachsen eine für diesen oder jenen der vielen Webeartikel den Lohn herab= interessante Schilderung. Schon gelegentlich der Debatte über gedrückt, beeilten sich gleich die anderen, und sei es auch nur, um die Zuckersteuer im Reichstage nahm unser Genosse Bock Ver- sich die Konkurrenz vom Halse zu schaffen, dasselbe zu thun. Um anlaffung gegenüber der" Noth" der Zuckerbarone auf die un- nun dem zu begegnen, beschloß die Webergewerkschaft einen einSozialdemokraten find als Väter nach Meinung des erträglichen Bustände hinzuweisen, unter die die Arbeiter jenes heitlichen Tarif auszuarbeiten, den sie nach seiner Fertigstellung Amtsrichters Spindler in Langenselbold zur Erziehung Industriezweiges zu leiden haben. Leider fönnen wir eine nähere den Fabrikanten unterbeiteten. Da mit ihnen aber kein Verihrer Kinder nicht befähigt. In einem von uns f. 3. veröffent- Bezeichnung über den Ort des Betriebes nicht folgen lassen, da ständniß zu erzielen war, legten die Weber eben die Arbeit lichten Erkenntniß wurde mehreren Parteigenossen das Erziehungs- wir befürchten müssen, es tönnten für unseren Gewährsmann nieder und sind dadurch an 10 000 Arbeiter vom Streit berührt. Bei dem Vorgehen der Fabrikanten muß hier in Errecht entzogen. Dieses Erkenntniß wurde nun auf grund einer daraus üble Nachtheile entstehen. vernichtenden Kritit vom Ober- Landesgericht Kassel aufUnsere Arbeitszeit, so bemerkt der Einsender, ist von früh 6 innerung gebracht werden, daß sie zur Zeit, als die 3olltarife bis Abends 6 Uhr. Jeht, inmitten der Kampagne, sind wir ge- ausgearbeitet wurden, Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, gehoben. zwungen, noch eine halbe. Ueberschicht zu machen, so daß die um für ihre Artikel besonders hohe Zölle eingeführt zu sehen. Der Kampf gegen die Sozialdemokratie führt auch im tägliche Arbeitszeit nun 18 Stunden beträgt. Dabei erhalten die Damals mußte der Arbeiter für die Fabrikanten petitioniren, freien" Hessen zu immer bedenklicheren Gesetzesauslegungen. Arbeiter für die zehnstündige Schicht den horrenden Lohn von und nun diese ihres hohen Profits sicher waren, gingen sie an In Hessen besteht kein Vereins- oder Versammlungsgesetz, ohne einer Mart und fünfzig Pfennigen. Von der Direktion die Lohndrückerei, deren Resultat eben dieser Streit ist. daß bisher der Bau des Staatleins dadurch erschüttert worden ist uns versprochen, wenn wir bis zur Beendigung der Kampagne wäre. Die Regierung aber, die, seitdem Großherzog Ludwig III. aushalten und uns gut führen, bekommen wir für die Schicht franzosenfreundliches Streben Schiffbruch gelitten hat, immer eine Extravergütigung von 25 Pf. Ueber die sanitären Ver mehr im norddeutschen Fahrwasser schwimmt, versucht nunmehr, hältnisse nur einige Angaben. Birla 500 Mädchen aus der mit allen Mitteln die bestehende Versammlungsfreiheit zu be- Provinz Posen sind in den Kasernements der Fabrit unterPrivat Telegramm des Vorwärts". schränken. Gegenwärtig ist es die Feierabendstunde, die auf den gebracht. Halb nackt, wie es die Arbeit in diesen Betrieben mit Köln, 27. Dezember. Der Schauspieler Franz Ludwig, müssen die Arbeiter Dörfern hier schon um 11 Uhr eintritt, und die, dem Sinne fich bringt, durch Schlamm und Sohn des Hof Schauspielers Maximilian Ludwig, wurde um den auf die Schmuh ihren Weg nehmen, des Gesetzes zuwider, die Verwaltung auch anderen heute von der Straffammer des Landgerichts zu Köln auf grund des Ein Versuch dieser Ende Grundstücks liegenden Abort zu erreichen. Der Gutachten der Professoren Mendel- Berlin und Pel. politischen Versammlungen anwendet. Art wurde gemacht mit einer Versammlung auf einem Gine Trennung der Geschlechter an diesem Ort scheint man nicht mann Bonn freigesprochen. Dorfe bei Gießen, nach der der Referent Genosse für nothwendig zu halten, nicht einmal in Abtheilungen hat man ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Adolf Schmidt und die Theilnehmer Strafbefehle wegen Ueber den Raum zerlegt, ebensowenig verbirgt eine Thür dem Auge Kopenhagen, 27. Dezember. Die Vereinigte Dampfschiffs schreitung der Polizeiſtunde( die nur für Wirthsgäste, nicht für den Einblick in das Innere. Des Abends müssen die Mädchen, Gesellschaft in Kopenhagen erhielt heute ein Telegramm, wonach politische Versammlungen bestimmt ist) erhielten. Der Strafbefehl da eine Beleuchtung an diesem Ort nicht üblich ist, umhertasten, ihr Dampfer Alexander III." Sonntag Vormittag in der Nordsee wurde auf erhobenen Einspruch vom Amtsgericht und nunmehr um sich zu überzeugen, daß sie allein sind. gänzlich verunglückt ist. Der Kapitän und 5 Mann sind gerettet; am 14. d. Mts. auch vom Landgericht Gießen bestätigt. Einen Beamten, welcher die Räume auf ihre sanitären ganzen Vorgehen liegt, wie der Bertheidiger Dr. Guffleisch Bustände untersuchte, haben wir noch nicht gesehen. Ueber das Schicksal der übrigen 16 oder 17 Personen, die sich an Bord befanden, ist unbekannt. berichtete, eine allgemeine Anweisung zur Bekämpfung der Sozial- die Reinlichkeit kann man sich eine Vorstellung machen, London, 27. Dezember. Nach einer Meldung des Reuterdemokratie durch die Verwaltungsbehörden zu Grunde. Es wird wenn man bedenkt, daß sich in dem Fabrikraum keine Bedürfniß- schen Bureaus" aus Kanigurum vom 23. d. Mts. ist eine Abjetzt im Auftrage der Landesorganisation Revision eingelegt anstalt befindet und die Arbeiter oft stundenlang auf dem Zucker theilung, welche abgeschickt war, um die Posten der Mahsudwerden, um festzustellen, ob es möglich ist, das ländliche Wer- boden eingeschlossen sind, weil der Steuerbeamte sich entfernt Waziris zu zerstören, gestern Abend nach einem Scharmützel mit dem fammlungsrecht einfach durch Verwaltungsmaßregeln lahm zu hat. Mit der Betriebssicherheit sieht es äußerst bedenklich aus. Feinde dorthin zurückgekehrt. Zwei englische Offiziere und vier eins Tegen und Hessen auf Umwegen allmälig in ein zweites Sachsen Der Zuckerboden ist so überlastet, daß der mittlere Balken nur geborene Sappeure wurden verwundet; die Verlufte des Feindes mühsam mit Stützen in der Schwebe gehalten wird. Der, Steuerbeamte find unbekannt. Eine detachirte Abtheilung hatte ebenfalls ein erklärte, er gehe nur in Angst auf den Boden, da man dort zusammentreffen mit dem Feinde, über welches nähere Mitfeines Lebens nicht sicher ist. theilungen fehlen. * Einen glänzenden Sieg erfochten unsere Partei genossen Bei den Gemeinderaths- Wahlen in Ober- Reichenbach. Von der von uns aufgestellten Liste der Ansässigen wurde der Vertreter mit 54, und der Stellvertreter mit 47 Stimmen gewählt. Die Liste der Unansässigen unserer Partei trug den vollständigen Sieg davon, denn es erhielten von 91 abgegebenen Stimmen der Unansässigen unsere Kandidaten 85, 69, 71 und 70 Stimmen. * Ueber drei Lokale haben die Geraer Parteigenossen die Sperre verhängt, da ihnen dieselben zu Versammlungen nicht zur Verfügung stehen. Diese Maßregel ist eine vorläufige, nachdem fie hier genügend gewirkt, soll sie auf andere Lokale ausgedehnt werden. zu verwandeln. " * Deni Der 8. Kongreß der revolutionären Sozialisten Hollands"( Nieuwenhuis'sche Richtung) fand in den Weihnachtstagen im Haag statt. Derselbe erklärte die Sozialistenliga für aufgelöst, nachdem dieselbe durch Urtheil des Kaffationshofes als durch das niederländische Gesetz verboten bezeichnet worden sei. Dem Beschlusse, eine neue Liga zu gründen, stimmten 52 Sektionen zu. Ferner wurde beschlossen, in Zukunft die Kongresse öffentlich abzuhalten. * 營 Soziale Uebersicht. Eine Lohnreduktion als Weihnachtsgeschenk ist den Arbeitern in der Teppichweberei von Spähte, die auf sogenannte Arminster Artifel arbeiten, und zwar in der Höhe von 14 pCt. angekündigt worden. Eine gleiche Lohnherabsetzung ist in diesem Jahre schon einmal vorgenommen worden. Nun müssen die Arbeiter den Hungerriemen vom 1. Januar ab noch enger schnüren. am Es wäre noch viel zu berichten, so schließt der Einsender, aber ich muß erst ein paar Stunden schlafen, denn um einhalb elf Uhr müssen wir schon wieder nach der Fabrik, weil morgen Bußtag ist, um von Mitternacht bis morgen Abend 6 Uhr zu arbeiten, und das im Lande der Sozialreform." aus Depeschen. " ( Depeschen- Bureau Herold.) München, 27. Dezember. Beim hiesigen Infanterie- Leibregiment erkrankten 49 Mann an Scharlach, in 33 Fällen ist die Erkrankung eine leichtere. Lemberg, 27. Dezember. Der akademische Verein wurde leber den Hauseinsturz in Sachsenhausen berichtet die auf Veranlassung der Statthalterei aufgelöst, weil derfelbe den Frantf. 3tg." noch folgende Einzelheiten:„ Der Bau wurde im Aufruf zur Veranstaltung einer Nationalfeier zur Erinnerung Sommer begonnen und war bis zum dritten Stock gediehen. an die dritte Theilung Polens unterstützte und empfohlen hatte. Todtenliste der Partei. Bu einer großartigen Kundgebung Bauherr war der Spenglermeister Franz Jöckel, in dessen Paris, 27. Dezember. Der gestrige gerichtliche Verkauf des für die sozialdemokratische Partei gestaltete sich das Leichen Auftrag der Maurerpolier Karl Möller die Ausführung Pariser Eigenthums von Cornelius Herz hat einen Ertrag von begängniß des Genossen Körner in Mainz. Körner, von leitete. Ende voriger Woche waren im benachbarten Neubau, 1 348 000 Frants ergeben, welcher der Liquidationsmasse der Handwerk Schreiner, erreichte das 51. Lebensjahr, trieb seit langer dem nächsten Hause der Dreieichstraße, nächsten Hause der Dreieichstraße, Mauerwerktheile Panama- Gesellschaft überwiesen worden ist. Zeit Wirthschaft und hat in diesem Gewerbe der des Anbaues abgebröckelt und eingefallen. Man achtete jedoch London, 27. Dezember. Die Times" melden aus MadaPartei besonders während des Sozialistengesetzes die des warnenden Vorkommnisses nicht, sondern suhr fort, in gaskar, daß trotz der scharfen Ueberwachung der französischen Dienste geleistet. Das haben die Genossen schwindelnde Höhe hinaufzubauen. Der Polier Möller verließ Schiffe doch der englische Kapitän Shirnitin landen konnte. dem Verstorbenen nicht vergessen und Tausende und Abertausende fich auf den vortrefflichen Untergrund, die Festigkeit der Funda- Der Kapitän, welcher den Oberbefehl über die Truppen der folgten dem Leichenkondukte, während Tausende auf dem langen mente und des verwendeten Materials. Wenigstens behauptet er, Howas übernehmen soll, wurde mit großen Feierlichkeiten Weg bis zum Friedhof Spalier bildeten, wofelbft Reichstags- es sei alles von guter Qualität" gewesen, die Schuld des zu empfangen. größten Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„Vorwärts" Berliner VoWIatt. Ur. 301. Freitag, den 38. Dezember 1894. 11. Jahrg. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boqkottirtes Kier! BlihMtirtits Bier lltsern: Brauerei Carlsberg, Friedrich Neichenkron, Charlotte u b u r g. Brauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berlin. Brauerei Pichelsdorf, Direktor Hoffmann. Müuchener Brauhaus, Aktien-Gesellschaft, Verlin. Süddeutsche Brauerei, Karl Kirch n. Ko., Berlin. Brauerei Müggelschlöstchen, Friedrichshagen. Nordsteru-Brauerei, Berlin. ffiatheuower Exportbrauerei- Niederlage. Jnh. Max Dennhardt, N.W., Hannoverschestr. 18a. Tel. III. 8178 Schlostbrauerei, Fürsten mal de. Niederlage bei Franz Heiser, H., Liesenstr. S. Bürgerliches Branhans(in Firma Mäkler), Frank- f u r t a. O. Niederlage Greifsivalderstr. 228. Phöuix-Brauerei, C. Radon, L i ch t e r f e l d e. Brauerei Jagdschlöhchen, Ebers walde. Niederlage E d m. R e» t e r, Swinemiinderstr. 45. Brauerei Tivoli, Strausberg. Niederlage Brauerei Louisenstadt, Alte Jakobstraße 9. Louiseu-Brauerei, Bellermanustr. 71a/72. Brauerei Königs- Wusterhausen, Niederlage Reichen- bergerstraße 33. Brauerei Tanz, Freiemvalde a.O. Vertreter: W.Marten, N., Gartenstr. 152. Bürgerliches Branhans, Luckenwalde. Niederlage Gust. S p i e k e r m a n n, Krautstr. 48, Tel. VII, 1487. Export-Brauerei Grabow a./O. bei Stettin. Nieder- läge Marthen, Bellermanustr. 6. Brauhaus Hoheu-Schönhause» bei Berlin. Grünauer Exportbier-Brauerei, H.Siemens u. Co., Grünau, Provinz Brandenburg. Beylsttirt IM die svlgM», Htm Mg «Whimde« Bmmmu Aktien»Brauerei Friedrichshain, Berlin. Aktien-Branerei-Gesellschaft Friedrichshöhe, vorm. Patzen- hofer, Berlin. Aktien-Branerei-Gesellschaft Moabit, Berlin. Aktien-Eesellschast Schloßbrauerei Schöneberg, Schöneberg. Bergschloß-Brauerei, Aktien-Eesellschast, Berlin. Berliner Bockbrauerei, Aktien-Gesellschaft, Berlin. Berliner Kronen-Brauerei, Aktien-Gesellschaft, Berlin. Berliner Unions-Brauerei, Berlin. Böhmisches Brauhaus, Kommandit-Gesellschaft auf Aktien, A. Knoblauch, Berlin. Brauerei Oswald Berliner, Berlin. Brauerei Julius Bötzow, Berlin. Brauerei Borussia, Aktien-Gesellschaft, Niederschönweide bei Johannisthal. Brauerei Gambrinus, Aktien-Eesellschast, Charlottenburg. Brauerei Carl Gregory, Berlin. Brauerei F. Happoldt, Berlin. Brauerei Königstadt, Aktien-Gesellschaft, Berlin. Brauerei Pfefferberg, vorm. Schneider u. Hillig, Berlin. Brauerei A. Werm, Berlin. Bürgerliche Brauerei, Berlin. Bürgerliches Brauhaus, Otto Müller, Berlin. C. Habel's Brauerei, Berlin. Gebrüder Josty, Berlin. Norddeutsche Brauerei, Aktien-Gesellschaft, Berlin. Schultheiß' Brauerei, Aktien- Gesellschaft, Berlin, Abth. I Schönhauser Allee. desgl. Abth. II Tivoli. Brauerei Schweizergarten, Berlin. Spandauerberg-Brauerei, vorm. C. Bechmann, Westend bei Charlottenburg. Vereinsbrauerei Rixdorf. Versuchs- und Lehrbrauerei, Berlin. Viktoria-Brauerei, Aktien-Gesellschaft, Berlin. Gerniania-Brauerei, David u. Martin, Berlin. Brauerei Stralau. Der Arbeitsnachmeis des Vereins der Brauereien Berlins und der Umgegend. Mehrfachen Wünschen entsprechend. veröffentlichen wir nachstehend den in unserer letzten Nummer erwähntenA r b e i ts- Nachweis desVereins der Brauereien Verl ins und der Umgegend. tz 1. Für die Arbeitnehmer, welche in den zum Verein der Brauereien Berlins und der Umgegend gehörigen Brauereien Be- schäftigung suchen, wird ein Arbeitsnachweis unter nachfolgenden Bestimmungen errichtet. § 2. Ter Arbeitsnachweis untersteht einem Kuratorium, welches aus vier Arbeitgebern, zwei Brauergesellen und zwei anderen Arbeitnehmern gebildet wird. Ten Vorsitz im Kuratorium führt ein Obmann bezw. dessen Stellvertreter, welcher von dem Kuratorium mit Stimmenmehrheit auf je drei Jahre ge- wählt wird. Ter Obmann bezw. dessen Stellvertreter darf weder zur Kategorie der Arbeitgeber noch der Arbeitnehmer gehören. Das Kuratorium ernennt den Leiter des Arbeitsnachweises, welcher gleichfalls weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer sein darf. Das Kuratorium sungirt zugleich als Schiedsgericht in Falle» des z 6. § 3. Arbeitnehmer, welche in einer zum Verein der Braue- reie» Berlins und der Umgegend gehörigen Brauerei Beschäftigung suchen, werden gegen eine Gebühr von 20 Pfennigen in die Listen des Arbeitsnachweises eingeschrieben. Zu diesem Zweck haben sie sich im Bureau des Arbeitsnachweises bei dem Leiter desselben persönlich zu melden. Die Eintragung in die Listen des Arbeitsnachweises geschieht ohne Rücksicht auf die Zugehörigkeit zu einer politischen Partei. Gewerkschaft oder Vereinigung in der Reihenfolge der An- Meldung und bei gleichzeitiger Anmeldung in alphabetischer Ordnung. Bei der Anmeldung im Arbeitsnachweis hat ein jeder Arbeitnehmer seine Wohnung anzugeben und bei etwaigem Wechsel die neue Wohnung sofort anzuzeigen. Arbeitnehmer, welche für bestimmte Arten von Beschäftigung eingeschrieben werden wollen, müssen ihre Befähigung dem Leiter des Arbeitsnachweises in der vom Kuratorium festzusetzenden Art nachweisen. Brauer, Böttcher, Schlosser und sonstige gelernte Arbeiter haben ihre Befähigung durch ein Lehrzeugniß nachzu- weisen. § 4. Der in die Listen eingetragene Arbeitnehmer erhält eine Karte, auf welcher der Tag der Meldung vermerkt ist. Diese Karte dient gleichzeitig als Kontrollkarte und muß mindestens innerhalb S Tagen einmal dem Leiter des Arbeitsnachweises vor- gelegt werden. Dieser hat den Tag der jedesmaligen Meldung abzustempeln. Die Unterlassung der regelmäßigen Vorlage hat die Streichung in den Listen zur Folge. In den Listen des Arbeitsnachweises werden ferner gc- strichen: Brauergesellen, welche in einer Brauerei und sonstige Arbeitnehmer, welche in einer ihrer Berufsart entsprechenden Weise dauernde Beschäftigung gefunden haben. Als dauernd? Beschäftigung gilt nicht, wenn der Arbeitgeber den betreffenden Arbeitnehmer nur zu vorübergehender Beschäftigung verlangt oder angestellt hat und die Tauer der vorübergehenden Beschäsligung zwei Wochen nicht überschreitet. § 5. Sobald der Betriebsleiter einer Brauerei Arbeitnehmer einzustellen wünscht, hat er dies dem Arbeitsnachweis anzuzeigen. Die eingeschriebenen Arbeitnehmer werden nach der Reihenfolge der Eintragungen in die Listen des Arbeitsnachweises und der eingegangenen Nachfragen den Brauereien zugesandt. Den Brauereien steht das Recht der freien Auswahl unter den in den Arbeitsnachweis eingetragenen Arbeitnehmern zu. Andererseits sind die Arbeitnehmer berechtigt, die Annahme einer Anstellung in dem Betriebe, dem sie vom Leiter des Arbeits- Nachweises zugewiesen werden, abzulehnen, ohne ihr Rangrecht in der Reihenfolge zu verlieren. Z 6. Die Brauereien sind nicht verpflichtet, bei Nicht- einstellung von Bewerbern diesen Gründe für die Ablehnung an- zugeben. Jedoch soll die Zugehörigkeit zu einer politischen Partei, Gewerkschaft oder Vereinigung bezw. die Thätigkeit für eine der vorgedachten Organisationen den Branereien keinen Grund zur Ablehnung geben. Auf Verlangen eines Arbeitnehmers, welcher angiebt, daß er wegen seiner Zugehörigkeit zu einer politischen Partei, Gewerk- schaft oder Vereinigung, bezw. wegen seiner Thätigkeit für eine der vorgedachten Organisationen zurückgewiesen ist, tritt das Schiedsgericht in Funktion. Das Schiedsgericht ist berechtigt, von dem Aroeitgeber Angabe des Grundes für die Nichtanstellung zu verlangen. Weigert sich der Arbeitgeber, diesem Verlangen zu entsprechen, so gilt derselbe als beweisfällig. Das Schiedsgericht entscheidet nach freiem Ermessen, ob die Behauptung des betreffenden Arbeitnehmers zutrifft. Der Entscheidung des Schiedsgerichts unterwerfen sich beide Tbeile. Die Anrufung des Schiedsgerichts ist nicht mehr zulässig, wenn seit dem Tage der Ablehnung der Einstellung eine Frist von mehr als zwei Wochen verflossen ist. § 7. Arbeitnehmer, welche sich innerhalb vierundzwanzig Stunden nach Ausstellnng der Karte(Z 4) bei der ihnen vom Arbeitsnachweis ausgegebenen Arbeitsstelle weder gemeldet noch dem Leiter des Arbeitsnachweises angezeigt haben, daß sie die Annahme der Stellung ablehnen, verlieren ihr derzeitiges Rang- recht»n der Reihenfolge. § 3. l. Arbeitnehmer, welche wegen Betriebseinschränkung, Besuch einer Brauerschule, Krankheit oder militärischer Uebung entlassen oder ausgetreten sind, können innerhalb der dem Aus- scheidungstage folgende» vier Monate von dem früheren Arbeit- geber ohne Benutzung des Arbeitsnachweises wieder eingestellt werden. II. Jede Brauerei hat das Recht, im Laufe eines Betriebs- jahrcs ohne Benutzung des Aibeitsnachweises eine Anzahl von Arbeitnehmern einzustellen. Diese Anzahl wird nach dem Personal- bestände des unmittelbar vorhergehenden Betriebsjahres berechnet und beträgt: a) bei Brauereien, welche weniger als zwanzig Arbeitnehmer beschäftigt haben, auf je fünf Arbeitnehmer ein Arbeit- nehmer; b) bei Brauereien, welche mehr als zwanzig Arbeitnehmer beschäftigt haben, auf die ersten zwanzig vier Arbeitnehmer und für jede weiter beschäftigten zehn Arbeitnehmer je ein Arbeitnehmer; o) bei Brauereien, welche mehr als hundert Arbeitnehmer beschäftigt haben, für die ersten hundert Arbeitnehmer zwölf Arbeitnehmer und für jede folgenden zwanzig Arbeitnehmer je ein Arbeitnehmer. III. Wenn für einen zu besetzenden Posten geeignete Be- werber nicht vorhanden sind, oder falls auf Verlangen einer Brauerei innerhalb 24 Stunden nach erfolgter Aufforderung die verlangte Anzahl von Bewerbern seitens des Arbeitsnachweises nicht entsendet wird, ist die betreffende Brauerei zur Ein- stellung von Arbeitnehmern ohne Benutzung des Arbeitsnach- weises berechtigt. IV. Tagelöhner, welche nur zu vorübergehender Beschäftigung wie zum Eiseinbringen und Schneeschaufeln verlangt werden, können ohne Benutzung des Arbeitsnachweises eingestellt werden. § 9. Jeder Arbeitnehmer, welcher in den Fällen des§ 3 Ziffer l und II ohne Benutzung des Arbeilsnachweises eingestellt wird, hat an den letzteren eine einmalige Gebühr zu entrichten. Diese Gebühr beträgt für Brauergesellen 6 M., für die übrigen Arbeitnehmer 3 M. Von der Zahlung der Gebühr sind die- jenigen Arbeitnehmer befreit, welche krankheitshalber oder wegen militärischer Uebung ihre Stellung aufgeben mußten. Die auf grund vorstehender Bestimmung und durch Ein- schreibcgebühren(Z 3 Abs. 1) eingehenden Beträge werden nach sreiem Ermessen des Kuratoriums zur Unterstützung hilfs- bedürftiger Arbeitnehmer des Branereigewerbes verwendet. § 10. Die Wahlen der Mitglieder des Kuratoriums finden unter Leitung des Obmannes bezw. dessen Stellvertreters in der Weise statt, daß die Arbeitgeber, die Brauergesellen und die sonstigen Arbeitnehmer von dem Obmann zur Vornahme der Wahlen gemäß s 2 Abs. 1 in getrennten Versammlungen berufen werden. Zur Theilnahme an den Wahlversammlungen der Arbeitnehmer sind nur diejenigen Arbeitnehmer berechtigt, welche in den zum Arbeitsnachweis gehörigen Brauereien in Arbeit stehen. Im übrigen setzt das Kuratorium die erforderlichen Modalitäten sür die Wahlen fest. Für jedes Mitglied des Kuratoriums ist zu seiner Vertretung im Behinderungsfalle je ein erster und ein zweiter Ersatzmann aus derselben Kategorie zu wählen. Die Wahlperiode der Mit- glieder des Kuratoriums und ihrer Ersatzmänner ist zwei Iah und läuft vom Schluß derjenigen Wahlversammlung, in welcher die Wahl stattgefunden hat, bis zum Schluß der entsprechenden Wahlversammlung im nächstfolgenden zweiten Jahre. Für die Wahlversammlungen, welche vor Ernennung eines Obmannes erforderlich sind, werden die Funktionen des Ob- mannes bezw. des Kuratoriums von einem Beauftragten des Vereins der Brauereien Berlins und der Umgegend ausgeübt. Unmittelbar nach der Wahl der Mitglieder des Kuratoriums treten diese zur Wahl eines Obmannes und eines Stellvertreters zusammen. § 11. Das Kuratorium ist beschlußfähig, sofern alle Mit» glieder vom Obmann bezw. dessen Stellvertreter eingeladen und wenigstens vier Mitglieder bezw. Ersatzmänner, darunter zwei Arbeitgeber und zwei Arbeitnehmer und der Obmann bezw. sein Stellvertreter erschienen sind. Mitglieder welche am Erscheinen verhindert sind, sind verpflichtet, ihre Ersatzmänner zu benach- richtigen. Das Kuratorium beschließt in allen Fällen mit einfacher Stimmenmehrheit, jedoch mit der Maßgabe, daß stets ebenso viel Arbeitgeber wie Arbeitnehmer an der Abstimmung theilnehmen müssen. Der Obmann bezw. dessen Stellvertreter enthält sich der Ab» stimmung, ausgenommen bei Stimmengleichheit, in welchem Falle seine Stimme den Ausschlag giebt. § 12. Der Beschlußfassung des Kuratoriums unterliegen außer den Fällen der§Z 3, 6 und 9 nur Angelegenheiten, welch« die Verwaltung des Arbeitsnachweises oder dessen Kassenführung betreffen. § 13. Alle den Arbeitsnachweis betreffenden Bekannt- machungen, insbesondere die Einladungen zu den Wahlversamm- lungen, erfolgen, soweit sie die Arbeitgeber betreffen, durch Rund- schreiben, und soweit sie die Arbeitnehmer betreffen, durch Aus- hang in den Betriebsstätten. § 14. Die Kosten der Unterhaltung des Arbeitsnachweises werden vom Verein der Brauereien Berlins und der Umgegend bestritten. Berlin, den 24. Dezember 1394. Lokerlss. Die juristische Sprechstunde wird heute von 7V2 biS 8Va Uhr Abends abgehallen. „Stiefkind Kunsthandwerk". Die Leser der gut Manchester- lichcn„Berliner Zeitung" wurden vor einigen Tagen sattsam überrascht durch einen Artikel, der vorstehende Ueberschrift trug. In diesem Raisonnement wurde urplötzlich für die bisher als sozialistisch verhöhnte und allerdings früher auch nur von den sozialdemokra- tischen Stadtverordneten erhobene Forderung Propaganda gemacht, daß die Stadt bei Vergebung städtischer Arbeiten darauf Rücksicht nehmen solle, was für Arbeiter die Unternehmer beschäftigen. In dem freisinnigen Blatt, das noch in, letzten Sommer nicht genug über die„übermüthig gewordenen" Brauerei- arbeiter herziehen konnte, und das kein Wort des Tadels dafür hatte, daß die Brauereibesitzer hiesige steuerzahlende Arbeiter außer Brot setzten, und dafür fremde Arbeitskräfte heranzogen, in demselben Blatt war am letzten Sonnabend die sehr vernünftige Ansicht ver- treten, daß es durchaus nicht im Jntereffe der Stadt liege, mit Unternehmern zu arbeiten,„die zur Erhöhung ihres Profits billige Arbeitskräfte aus Polen, Oberschlesien und ähnlichen, von der Kultur vernachlässigten Gegenden herbeilockten. Leute, welche nach beendigter Arbeits avomöglichi der städtischen Armen- pflege zur Last fallen." Woher dieser Wandel in den bislang manchesterlichen und„antisozialistischen" ilnschauungen? Das K un st Hand w er! hat es der„Berliner Zeitung" angethan. „Vor Kurzem, so hieß es in dem Blatt weiter, sind im Berliner Rathhause vier Figuren aufgestellt, die an Berliner Künstler vergeben waren. Diese Figuren sind, wie wir hören. in dem Marmorwerk zu Lars in Tirol nach den Modellen der Künstler hergestellt worden. Das Berliner Bildhauergewerk ist dabei ebenso leer ausgegangen, wie z. B. bei sden voin Staai bestellten Sarkophagen für Kaiser Wilhelm und Kaiserin Augusta, die in Massa-Carrara hergestellt werden. Die Kunst- fertigkeit unserer Berliner Bildhauer erfreut sich keines geringeren Rufes wie der der Tiroler und Italiener, aber freilich, so billig wie diese können sie nicht arbeiten; sie sind durch ihre ganze Ausbildung an eine andere Lebenshaltung gewöhnt und betreiben ihre Kunst auch nicht so fabrikmäßig, wie dies in Lars der Fall ist. Die Berliner Bildhauer haben unter der Roth der Zeit schwer zu leiden, die Arbeitslosigkeit ist auch unter ihnen sehr groß, sie erfüllen gleichwohl ihre Pflicht gegen Staat und Ge- meinde so gut es geht; um so eher glauben sie darauf Anspruch zu haben, daß, wenn die Stadt Ausgaben zu künstlerischen Zwecken sich gestattet, sie dafür Sorge trägt, daß das Berliner Kunstgewerbe nicht leer ausgeht und die Herren Künstler ver- pflichtet werden, die erforderlichen technischen Arbeiten in Berlin durch Berliner herstellen zu lassen." So die„Berliner Zeitung". Nun würden die hiesigen Bildhauer gewiß lieber Statuen der Freiheit meißeln, als Bildwerke, die das Andenken des verstorbenen Preußenkönigs mit der Unteroffiziersseele ehren sollen, aber Hunger thut weh und völlig recht haben die Kunst- Handwerker, eigentlich auch nach patriotischem Begriffe, wenn sie fordern, daß das Geld der Steuerzahler, wenn irgend angängig, auch den Steuerzahlern wieder zu gute komme. Und was den Berliner Magistrat betrifft, so muß es aller- dings Kopfschütteln erregen, daß dieselbe Behörde, die öffentlich die fremden Arbeiter vor Zuzug warnt, es hinwieder ruhigen Gemüths mit ansieht, daß die aus dem Kunstbaufond der Stadt entnommenen Gelder der Steuerzahler Leuten zugewendet werden. die in einer Tyroler Fabrik die zur Ausschmückung des Treppen- Hauses im Rathhaus bestimmleu Marin orstguren herstellen lassen — und das einzig des Prosits willen. Allerdings mag sich der Magistrat mit berühmten Mustern entschuldigen. Nach einer früher angestellten Untersuchung mußte seitens des zuständigen Ministeriums konstatirt werden, daß neun Zehntel aller öffentlichen Steinbildhauer-iilrbeiten im Auslande hergestellt werden. Alles Petitioniren um Abänderung dieses, doch vom„nationalen" Standpunkt ans beschämenden Zustandes, half nichts. Selbst das Abgeordnetenhaus versuchte am 12. Januar 1384 in dieser Frage ein Wörtlein mitzureden— vergebens. Der in den Steinbrüchen von Carrara bei Polenta ausgewachsene Italiener bekam die deutsche Arbeit, weil er bei langer Arbeitszeit, schändlich niedrigen Löhnen und unter An- wendung einer höchst einseitig-virtuosen Technik bedeutend billiger arbeitete, als es der deutsche Bildhauer im Inland konnte, der die Akademie oder die Kunstschule besuchen mußte und sich aller- dings auch eine 7>/zstündige Arbeitszeit und einen Minimallohn fam " Es wird geplant, zwölf Marmorfiguren an der berühmten Stätte der Bußtagsarbeit, im weißen Saale des königlichen Schloffes herzustellen. Desgleichen sollen zwölf Marmorfiguren in der Mirbachkirche stehen. Die Berliner Steinbildhauer fragen sich: Werden unsere Patrioten und patentirten Beschüßer der nationalen Arbeit auch diese Werke nach gutdeutschem Ausbeuterbrauch im Auslande herstellen lassen? versammlungen nicht statt. Gulenburg. Das Im Zirkus Renz wurde kürzlich der Reiter Williams von einem Pferde bei der Dressur derart ins Gesicht geschlagen, daß er nach der Klinik in der Ziegelstraße gebracht werden mußte. Hunde in Wirthshäusern bilden einen Uebelstand, auf fondern auch wegen ihrer Gefährlichkeit. In Nachstehendem ein deffen Beseitigung allfeitig bingewirkt werden sollte, und zwar nicht blos wegen der unangenehmen Eigenschaften der Thiere, Töchterchen Else in ein Wirthshaus der Brandenburgstraße mits neues Beispiel dafür: Am ersten Feiertage hatten die Arbeiter Germerdorf'schen Eheleute, Rottbuser Ufer 62 a, ihr siebenjähriges genommen, wo auch der Inhaber einer Plättanstalt aus der anwesend von 6 M. erobert hatte. War es doch selbstverständlich auch im Gebrauch gewesenen Lehrbüchern zitirt hat, was als eine zu machen. Die Belohnung wird auch dann gewährt, wenn auch nichts seltenes, daß der Bruder Italiener ins deutsche Land kam Fortsegung des Unterrichts angesehen wird! nur einer der Gesuchten gefaßt wird. Die Behörde hält es für und bei passender Gelegenheit den Streitbrecher spielte. Oft Dr. W. soll man dente den Mitgliedern, welche mit ihren möglich, daß sich die drei Personen in der Umgebung Berlins genug mußten die deutschen Bildhauer erfahren, wie schwer es Kindern regelmäßig die Sonntagsvorträge besuchen, das Nach- verborgen balten und hat daher die Nachforschungen auch auf war, den an eine niedrigere Lebenshaltung gewöhnten Italienern lesen von Bruchstücken aus seinen Büchern empfohlen haben. alle hier und in der Umgebung ankernden Fahrzeuge ausgedehnt. Solidaritäts- und Klassenbewußtsein beizubringen. Vom Vorstande der Gemeinde ist sofort Beschwerde erhoben. Das Gerücht von einem Morde, der in dem Hause Man begreift, daß unter diesen Umständen auch die Rathhaus- Es wird überhaupt bestritten, daß in der letzten Zeit Dr. Wille Waldstr. 35 an einem Schußmann verübt sein sollte, durcheilte arbeiten von Italienern verrichtet wurden. Zitate aus seinen Büchern gebraucht habe. Die Vorträge werden am ersten Weihnachtsfeiertage den Staditheil Moabit. Allerdings hatte dies Stück Internationalismus bei unseren selbstverständlich nicht eingestellt werden; man wird es auf Gerücht, das durch das Auffinden der Leiche eines Polizeibeamten in Worten so engherzig- patriotischen Künstlern einen fleinen Krach weitere Maßregeln des Provinzial Schulkollegiums ankommen entstanden war, hat sich glücklicherweise nicht bestätigt. Der als Nachspiel. laffen. Sachverhalt ist folgender: Als der in der Waldenserstraße 20 Es war sowohl Herrn Oberbürgermeister Belle als auch den Es giebt noch Dichter. Nimmer ist er erschöpft, der wohnende Fabrikarbeiter August Sydka am ersten Feiertage nachbetreffenden Bauräthen schon recht peinlich, als vor gut vierzehn Born deutscher Poesie und in den thranigsten Zeiten, wo die mittags gegen 6 Uhr die Maschinenfabrik von Pezold u. Co., Tagen in ihrer Gegenwart die aus Tyrol kommenden Kisten auf Edelsten und Besten sich selbst im Reichstage nur selten ein wenig Waldfir. 35, betrat, sah er sich plötzlich der Leiche des Schuhdem Platz Des Herrn Wimmel geöffnet wurden und die dort beschäftigten Bildhauer gerade keine liebens- abquälen, der heiteren Lebensluft auf die Beine zu helfen, wo manns Traugott Rudolph( Nr. 871) gegenüber. Wie ermittelt Krantjunker, Schlotjunker und Pfaffen Wehe und dreimal Wehe worden ist, hatte der 44 Jahre alte, in demselben Hause wohnende würdigen Blide von ihrer Sechsdreier- Arbeit" auf die Marmorfiguren warfen. schreien über den modernen Gottseibeinns Sozialdemokratie, Beamte bereits gegen 1/9 Uhr früh seine Familie verlassen und A13 dann bei Der Aufstellung der da suchet wen er verschlinge und der kein war von diesem Augenblicke an verschwunden. Da neben der im Rathhause der Bildhauer die letzte Feile anlegte und die gutes Haar läßt an Allem, was dem in diesen Leiche fich eine Nattenfalle befand, so ist es nicht unmöglich, daß Etüßen von den Figuren entfernte, war deutlich Herrn Baurath drei Typen verkörperten deutschen Volke hoch und theuer Rudolph diese hat aufstellen wollen und dabei vom Schlage Blankenstein's Unzufriedenheit über die- gelinde gesagt ist felbft in diesen elenden Zeiten rankt die getroffen worden ist. Aeußere Verlegungen wurden an der Pfuscharbeit zu vernehmen. Nach einer längeren Debatte tam es Zur Klärung der Angelegenheit ist die unter dem besichtigenden Kollegium zu dem Beschluß, die halbvergeffene deutsche Dichtkunst wacker fort im hübsch bemalten Zeiche nicht bemerkt. Würmer" fiehen zu lassen, da es ja im Treppenhause halb: Porzellantopf. Und fraget Ihr, von wannen er tommt, der Leiche dem Schauhause überwiesen worden. dunkel sei! tapfere Mann, der ungescheut die blaue Wunderblume pflegt, so Bei einem großen Radau, den halbwüchsige Burschen in Es wurde, um etwas zu thun, von unverdächtiger Seite ein werdet Ihr wieder baß erstaunt sein, wenn Ihr vernehmet, daß der Nacht zum Mittwoch auf dem Koppenplatz aufführten, erhielt ziemlich scharf gehaltener Bericht in die„ Berliner Zeitung" er nicht daher tändelt aus dem Reiche der Fee Morgana, nicht einer der einschreitenden Schuhleute einen Messerstich in den Tanzirt, der allerdings in recht verstümmelter Gestalt heraus aus Scheherezadens myrrhendustendem Gebiete und auch nicht linken Unterarm. Später ist etwa ein halbes Dußend der Beaus den traumverlorenen Wäldern der deutschen Heimath. darunter befindet, ist bisher nicht bekannt geworden. In nächster Zeit ist eine beträchtliche Menge Steinbildhauer. Grübelt nur nach, Ihr Thoren und nimmer werdet Ihr theiligten festgenommen worden; ob sich aber der Messerstecher errathen, von wannen er fam und weß Ursprungs arbeit in Berlin zu vergeben. er und seine Muse ist, die hoch und hehr zu schauen. Denn wiffet, fie tommt von fern daher geschritten aus Thr an land und ihr Führer ist der Edelsten und Besten einer aus der Reihe der Edelſten und Besten und er heißet Philipp Graf zu Ferner soll die große Figur der Spree im Hof des Rath- Post" des nüchternen Herrn von Stumm über den großen Höre, deutsches Volk, wie ein so berufenes Blatt, wie die hauses hergerichtet werden. Stalden vorschriftsmäßig in Entzücken geräth: burg. Mit Illustrationen von Prof. Otto Seiz. Quartformat. Staldengefänge. Dichtungen von Philipp Graf zu Gulen Braunschweig, George Westermann. In Prachtband. Alljährlich widmet Kaiser Wilhelm II. seine sommerliche ErDie Vorstandsfihung des Wahlvereins für den holungszeit einer Nordlandsfahrt, und alljährlich gehört Graf Reichenbergerstraße mit einem großen Hunde war. Man gab dem Hunde Bier, und Else Germerdorf hatte 6. Wahlkreis findet wegen der heute Abend tagenden Boykott Philipp zu Eulenburg, der jetzige Botschafter in Wien, zu seinen den Napf genommen, um ihn von Neuem zu füllen. Da sprang Reisegenpffen. Seit der" Sang an Aegir" veröffentlicht ist, weiß das Thier auf das kleine Mädchen zu und biß es in die Wange. Ein Fortschritt, der in den städtischen Krankenhäusern be- man auch in weitesten Kreisen, daß bei diesen Nordlandsfahrten Das Kind streckte zur Abwehr die rechte Hand vor und erlitt auch züglich der Ernährungsweise gemacht worden ist, wird in dem Kunst und Poesie gepflegt werden und die Gestalten der darin noch mehrere Bißwunden. Der Hundebesitzer, der das neuesten Rechenschaftsbericht des städtischen Krankenhauses am nordischen Kaiserfahrten, Graf zu Eulenburg, hat deren poetische Strafe insofern erleiden, als er die Kurkosten tragen und außer neuesten Rechenschaftsbericht des städtischen Krankenhauses am germanischen Vorzeit wieder aufleben. Der Meisterfänger dieser Thier von dem Maulforb befreit hatte, wird nun zwar eine Friedrichshain rühmend hervorgehoben. Danach wurde früher Früchte in einer Sammlung der Oeffentlichkeit übergeben und dem der Polizei den Nachweis erbringen muß, daß der Hund sowohl an die Kranken, wie an das Wartepersonal Mardamit die deutsche Dichtung um eine sehr werthvolle Gabe be mit Tollwuth nicht behaftet ist. Das kann aber nicht für jeden garine anstatt Butter verabreicht. Darin ist eine Aenderung reichert Und so weiter geht mit Grazie der freiherrlich eingetreten. Auf Anordnung des Magistrats wird jetzt allen von Stumm'sche Enthusiasmus und sein Ende findet der Lobes Fall und namentlich dann nicht für ausreichend erachtet werden, Infaffen des Hospitals, nicht nur wie früher den Aerzten und Viktoriaschwestern, zum Effen Naturbutter gegeben. Margarine hymnus in folgenden trostreichen Worten: Der Stalde fann wenn ernſtere und dauernde Nachtheile eintreten. kommt nur noch in geringen Mengen als Rochbutter zur Ver- guten Muthes sein, denn seine Töne werden in deutschen Herzen dauernd Nachklang wecken. wendung. Auch darin sollte eine Aenderung eintreten, schon wegen der Abneigung, die erklärlicherweise bei vielen Kranken gegen dies Fett vorhanden ist. Merkwürdig bleibt, daß man überhaupt auf den Gedanken kommen konnte, Kranke und Kranken- Die Urania Filiale in der Taubenstraße ist nunmehr wärter mit Margarine abzuspeisen. durch Vertragsabschluß mit Herrn Baumeister Walter Hentschel gesichert. Auf dem nach Abbruch der alten Gebäude 48 und 49 Die Arbeiter in den föniglichen Musterwerkstätten zu wärts", Beispiele dafür anführen müssen, wie ihre Direktion wird ein prachtvolles neues Gebäude erſtehen, für welches der Spandau haben schon mehrfach in ihrem Organ, dem Borgegenwärtig freiliegenden Terrain, nahe der Kanonierstraßen- Ecke das Recht der Arbeiter interpretirt. Bei verschiedenen Gelegen- ftücks ist, die Pläne bereits hergestellt hat. Das nach allen oben genannte Architekt, welcher zugleich Befizer des Grundheiten, zu denen die Arbeiter ihre Ausschüsse beauftragt hatten, Regeln modernster Baukunft zu errichtende Wissenschaftliche Der Weihnachtsverkehr auf der Eisenbahn soll diess nachdrücklichst und pflichtgemäß dem Willen der Gesammtheit Aus- Theater" wird nahezu noch einmal so groß werden, als mal ein ganz überraschend schwacher gewesen sein. Die ant druck zu verleihen, mußten diese Arbeiterausschüsse schließlich ihren der Raum in dem Moabiter Mutter- Institut, und etwa 800 fommenden Büge brachten nur sehr wenige Fremde nach Berlin Mandanten die Botschaft bringen, daß sie beim Verfuch, ihre Pflicht Personen faffen. Die sich zu beiden Seiten anschließenden„ Physik- fowohl am heiligen Abend wie an den beiden Feiertagen, auszuüben, gründlich zu der Ueberzeugung von ihrer relativen Werthlosigkeit gekommen seien, daß sie als Arbeiterausschüsse säle" werden gleichfalls etwa den doppelten Umfang der alten während die abfahrenden Züge, wie beispielsweise der am ersten vielleicht bitten und wünschen könnten, daß im übrigen aber werden, so daß die neue Schaustätte ein verkleinertes Abbild des 12 Uhr 7 Minuten nach Köln- Baris gehende Schnellzug mit besitzen und sollen auch in ihrem Inhalt bedeutend erweitert Feiertag nach Bremen gehende, ganz ohne Paffagiere, der um souverän die Direktion bestimme. Hatten sich die Arbeiter der Musterwerkstätten in Betrachtung Kosmos in feinen großen Umrissen darstellen wird. Dagegen soll 8 Passagiren, abdampften. im alten Institut die Sternwarte nach wie vor verbleiben und dieser ihrer offiziellen Bertretungstörper dumpfer Resignation die Bühne speziell für Experimentalvorträge, für welche im allge Dr. Schw., bei dem sich seit turgem Spuren von Geistesgestörtheit Geistesgestörtheit eines Arztes. Ein Rirdorfer Arzt ergeben, so dachten sie bislang wenigstens in ihren Kranten meinen der alte Zuschauerraum fich als ausreichend erwiesen hat, fassen ihren Willen zum Ausdruck bringen und dem nach ihrer besonders umgestaltet werden. Das alte Institut wird also die anstalt überführt worden. Der Arzt hat sich durch übermäßigen Ansicht in aller Form Rechtens zum Ausdruck gebrachten Willen besonders umgestaltet werden. Das alte Institut wird also die zeigten, ist nach einer vorgenommenen Untersuchung in eine Heilvon den wissenschaftlichen Mitarbeitern bisher selbst gehaltenen, anstalt überführt worden. Der Arzt hat sich durch übermäßigen auch Geltung verschaffen zu können. Wußten sie doch, was ihr auf einer etwas höheren Stufe der Belehrung stehenden Vorträge Morphiumgenuß zu Grunde gerichtet. in noch vollkommenerer Weise wie bisher entwickeln, während in Aber auch über die Bedeutung der Direktion in Kaffen der Taubenstraße der dekorativ ausgestattete Vortrag herrschen angelegenheiten wurde den Arbeitern der Musterwerk- und noch wesentlich reizvoller und belebter gestaltet werden soll. stätten vor kurzem ein recht helles Talglicht aufgesteckt. Jüngst war in der Fabrik- Krankenkasse der Artillerie- Wert- Man hofft bereits im Herbst oder Winter des nächsten Jahres das neue Institut eröffnen zu können. statt die Neuwahl des Kassenarztes nothwendig geworden. Die Stimmung der Arbeiter war nun dem bisherigen Vertreter des Das Rasselu der Pferdebahnwagen bei Frostwetter. alten Arztes, einem Herrn Dr. Schmetter, günstig. Dagegen Die Frage, warum bei scharfem Frostwetter es in einem fahrenden empfahl die Direktion einen andern Bewerber, und um diese Pferdebahnwagen so furchtbar raffelt, flappert und flirrt, beEmpfehlung ihres rein platonischen Charakters zu entkleiden, schäftigte jüngst die Polytechnische Gesellschaft in Berlin. Herr Swinemünde. waren einige Meister mit Geschäftigkeit dabei, für den Mann der Weitmeyer vermuthete, daß die einzelnen Theile im Wagen nicht Hamburg. Direktion Stimmung zu machen. so fest in einander gefügt seien, wie sie es sein sollten, nament- Berlin E3 braucht wohl faum erst erwähnt zu werden, daß die lich die Echeiben. Es sei wahrscheinlich sehr dünnes Glas in Wiesbaden. Arbeiter den Mann der Direktion mit Glanz durchfallen ließen. den Scheiben und das fomme in eine schwingende Bewegung. München Hatten sie doch über den Herrn kaum etwas anderes erfahren, Bei Eisenbahnen habe man das Geräusch größtentheils dadurch Wien als daß er Lieutenant der Reserve sei. In der General- beseitigt, daß man dickere Scheiben, Spiegelscheiben, genommen Haparanda versammlung vom 15. Dezember fielen von 64 abgegebenen und fest eingesetzt habe, indem man sie zwischen Tuchstreifen ein- Betersburg Stimmen auf Herrn Dr. Schmetter 42, auf den Kandidaten der klemmte. Herr Direktor Hoffmann meinte, das Geräusch würde Cork Direktion 12 und auf einen dritten Bewerber 10 Stimmen. Da auch im Eisenbahnwagen zu bemerken sein, wenn nicht ein Aberdeen nach dem Statut einfache Stimmenmehrheit entscheidet, so war schwacher Gummistreifen in den Falz zwischen Scheibe und Holz Baris Herr Dr. Schmetter gewählt. Das Protokoll wurde aufgesezt gelegt wäre. In derselben Weise würden auch die Pferdeeisenund unterschrieben und die betheiligten Aerzte wurden von dem bahnen das Geräusch beseitigen können; es würde das keine Resultat der Abstimmung in Kenntniß gesetzt. große Ausgabe sein.. Statut befagte. dem Umsturz den Garaus machen. Und, so fügen wir hinzu, hoffentlich doch auch für ihr Theil " Es wird uns darüber " Lebendig verbrannt ist am Sonnabend Abend die 61 Jahre alte Ehefrau eines Oberlehrers Kr. in Charlottenburg, Charlottenburger Ufer 5 wohnhaft. Als die Frau ihre Küche betrat, brach sie durch die Dielung und fiel mit dem Unterförper in ein Flammenmeer. Ohne daß es jemand bemerkt hatte, war ein Feuer unter dem Fußboden der Küche entstanden, welches zwischen der Decke der unteren Etage und der Dielung der Küche mehr tragen fonnte. Die Frau, welche durch ihren Sohn aus ihrer entsetzlichen Lage befreit wurde, ist bereits infolge der er o zerstörend gewirkt hatte, daß die Täfelung Frau Kr. nicht littenen Brandwunden gestorben. Witterungsübersicht vom 27. Dezember 1894. Stationen. Barometer stand in mm, reduzirt auj d. Meeressp. Windrichtung 765 WNW 769 M 766 23 771 Still 772 NW 770 28 731 Still 744 At 785 WNW 775 NW . 774 NW • Windstärke 5388882044T( Stala 1-12) Wetter Temperatur 50.= 40 R.) d) BB4071O15 halb bedeckt 3 heiter bedeckt 3 bedeckt bedeckt bedeckt heiter wolkenlos -10 heiter woltig bedeckt 4 6 Wetter- Prognose für Freitag, 28. Dezember 1894. Etwas fälteres, zeitweise heiteres, vielfach woltiges Wetter mit geringen Niederschlägen und frischen nordwestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Theater. Aber der Arbeiter in den Musterwerkstätten wählt und die Die keusche Tante. In einem Feuilleton über die HofDirektion der Musterwerkstätten wählt ebenfalls. Nach Verlauf weniger Tage überraschte die Direktion die Arbeiter mit haltung des Kaisers von China, das die" Bossische Zeitung" aus der Mittheilung, daß das protokollirte Wahlergebniß under Feder des Schriftstellers v. Hesse- Wartegg bringt, findet sich folgende beluftigende Aufklärung: richtig sei. „ Am interessantesten sind unzweifelhaft die Befugnisse der Adolph Ernst- Theater. Ein fideles Korp 3", große Nach§ 33( Abschn. 14) des Kassenstatuts führt jeder Ver- vierten Abtheilung, die sich mit dem Harem des Kaisers befaßt. Die Be- Gesangspoffe mit Tanz, nach dem englischen A gaiety girl" treter der Kaffenmitglieder eine Slimme, der Vertreter der amten dieser Abtheilung sind selbstverständlich der großen Mehrzahl von Jonas Sidney frei bearbeitet von Eduard Jacobson und Direktion( nach dem Wortlaut des Statuts) aber für je dreißig nach Eunuchen.( Zum besseren Verständniß für Damen mag Jean Kren. versicherungspflichtige Kaffenmitglieder eine Stimme, höchstens hier angeführt werden, daß Eunuchen eine Art Kammerherren, Zola weist in Nana anschaulich darauf hin, daß in jedoch ein Drittel sämmtlicher Stimmen, d. h. die Hälfte der aber ohne dem Abzeichen dieser Würde, den Schlüssel, find.) Sie einem unfreien Lande Unzucht und Patriotismus einander erzur Generalversammlung gewählten Vertreter. Die Direktion nimmt nun diese, wie sie meint, ihr au- bleiben ihr Lebenlang unverheirathet() und lassen sich gänzen. Die Kourtisanen höheren und selbst niederén Ranges nicht einmal auf Liebesabenteuer(!!) ein. sind in diesem Sittenroman alle scheue Verehrerinnen des stehende volle Hälfte, also 32 der insgesammt abgegebenen Stimmen( 64) für sich in Anspruch und erklärt ihren Kandidaten Die Theaterzenfur. Ein Stück, das vor mehr als hundert herrschenden Systems, und von der Stätte, wo die geistloseste für gewählt, indem sie zu den für ihn abgegebenen 12 Stimmen Jahren unbeanstandet in Berlin aufgeführt wurde, ist nunmehr Frivolität unter dem Gewieher der Ordnungsstützen ihr Spiel treibt, schallt es auch von Lobgefängen auf das ihre 32 hinzuzählt und somit 44 Stimmen für den Herrn heraus von der Zensur verboten worden. rechnet. geschrieben: Ein jüngerer Schriftsteller, Max Halpern, hat ein- Heer und von hurrahpatriotischen Rodomontaden wider. An diefe so lebenswahren Schilderungen des großen Franzosen Die Arbeiter sind aber der Meinung, daß nach§ 83, gehende Studien über die vortlassische Periode der Stürmer mußten wir am ersten Feiertag im Adolph Ernst- Theater denken, Abschn. 14, bei 872 Kaffenmitgliedern der Direktion nicht 32, und Dränger" gemacht und unter anderem das kraftgenialische als die Gesangspoffe Ein fideles Korps" ihre fondern nur( 872: 30) 29 Stimmen zustehen und daß demzufolge Drama Heinrich Leopold Wagner's" Die Kindermörderin" für Bremiere erlebte. Handlung war nicht in ihr, oder ihr Protokoll vollgiltig zu Recht besteht. die moderne Bühne bearbeitet. Er wußte den Direktor einer wenigstens nicht so viel, daß fte nicht in zehn Aus bekannten Gründen meinen die Arbeiter aber gleichfalls, hiesigen Bühne für das Stück zu interessiren und bereits im Minuten hätte bequem heruntergehaspelt werden können. daß eine Auflehnung gegen die Auslegung, welche die Direttion nächsten Monat sollte eine Aufführung des Dramas im Aber der Mangel an Inhalt wurde überreich durch einige Tänze Diese literarische Ausgrabung souverän dem§ 38 bes Statuts gegeben, ohne Erfolg sein wird National- Theater" stattfinden. von vollendeter Lascivität und durch patriotische Verse ersetzt. und daß ihnen daher nichts anderes übrig bleibt, als im Vor- würde jedenfalls die literarischen Kreise interesfirt haben. Die Es machte sich wunderhübsch, wie eine Grotest Tänzerin den wärts" eine Geschichte zu erzählen, wie Arbeiter in Muster- Polizeibehörde hat indeß das Stück, welches im Jahre 1772 in faftigsten Kantan zum besten gab und wie gleich darauf ein Frankfurt a. M. und 1777 in Berlin ungehindert zur AufWerkstätten zu einem Rassenarai tommen. dem sang, in bie deutsche Fahne als nun man Der Kampf gegen die Freireligiöse Gemeinde. Geht'sführung fam, aus ordnunge. und fittenpolizeilichen Gründen Herr, der einen preußischen Reservelieutenant vorstellte, ein Lied rathe als Palladium unserer Freiheit(!) gepriesen wurde. nicht auf die Weise, denkt das Provinzial. Schulkollegium, so geht's vielleicht auf andere Weise. Dem Sprecher der Gemeinde Zum Todtschlag in Plößensee. Auch in dieser Sache Diese Sorte Patriotismus schien selbst dem Festtagspublikum ist bei Androhung von 100 M. Geldstrafe event. 10 Tagen Ge- scheint der Polizei kein besonders glücklicher Stern zu ftrahlen. nicht recht zu behagen, denn als der Mordsgefang zu Ende war, fängniß die Abhaltung von weiteren Sonntagsversammlungen In der Ziegler'schen Todtschlagsfache sind jetzt hundert Mark erklang zwar tein Bischen, aber die Klaque war doch bei dieser untersagt. Der Polizeipräsident hat begutachtet, daß Dr. Wille Belohnung ausgefekt worden, nachdem es trotz aller Mühe bisher Gelegenheit am isolirtesten. Aber auch sonst war das neue in seinen Vorträgen, durch welche die Grundfäße der Gemeinde nicht gelungen ist, den 30 Jahre alten Schiffer Otto Erpel, Stüd an Geschmadlofigfeiten auffallenb reich; die Direktion erläutert werden, Stellen aus seinen früher beim Kinderunterricht den 19jährigen Richard Erpel und den Franz Mäfer dingfest hat sich anscheinend selber übertrumpfen wollen. Man dente sich " verboten. A B. folgende Szene: Eine arme Tänzerin, die troh ihres Be russ und trotz aller Anfechtung reines Herzens bleibt, wird als Besitzerin eines Brillantkammes verdächtigt, der seiner wirklichen letzten Versammlungen. daß er nur aus bitterster Moth dort Arbeit nehme, um bald wieder als unbrauchbar aufs Pflaster geworfen zu werden. Die ausgesperrten Branereiarbeiter und Böttcher wöchentlich 1360 m. gebraucht Falls genügend Unterstüßungsgelder einlaufen es werden Eigenthümerin bei einem galanten Abenteuer solche Ungelegen waren gestern in Nieft's Salon, Weberstraße, versammelt, um wöchentlich 1360 M. gebraucht ist der Sieg der Streifenden heiten gebracht hat, daß sich ein Chefcheidungsprozeß aus ihm einen Vortrag des Genossen Singer zu hören, der über die Bes unausbleiblich. Andere Gewerkschaften, z. B. die Töpfer, haben, entwickelte. Im zweiten Akt findet sich eine Festgesellschaft, die fich vorher im Grunewald amüsirt hatte, aus unersichtlichem Grunde dingungen, unter denen die Aufhebung des Boykotts den heute nach Sanktionirung des Streits durch die Berliner Gewerkschaftskomplet an der Riviera wieder. Der wirklichen Eigenthümerin Abend stattfindenden Volksversammlungen empfohlen wird, referirte. langen lassen. Demzufolge wurde auch einem Antrage: bie Kommission, sofort größere Summen an die Lohnkommission gebelangen besagten Rammes thut es leid, daß eine Schuldlose schmählich Der Redner verlas den von dem Verein der Brauereien be- Unterstügungen in der bisherigen Höhe weiter auszuzahlen, die schloffenen Arbeitsnachweis und gab eine Darstellung des Ververdächtigt worden, und um ihrer Reue Ausdruck zu geben, fingt laufs des Boycotts und der bisher ergebnißlos verlaufenen Ver- vollste Zustimmung zu theil. sie zum Schrecken des Publikums, das bislang nichts, als den geistlosesten Blödsinn gehört hatte, ein schmachtlappiges Lied: handlungen mit den Ringbrauereien. Zur Schilderung der ber Sonnenschein naht." Verständnißvoll knarrt dazu die elektrische Entstehungsgeschichte des Schiedgerichts Paragraphen Verhandlungen übergehend theilte Singer im Bogenlampe. Während man die Berliner Hälfte des Stücks hingehen Dienstag veröffentlichten sieben Zusicherungen des Vereins und Arbeitsnachweis mit, besprach eingehend die von uns am ließ und sogar durch Beifallsklatschen ehrte, wurde der noch führte aus, daß nach Lage der Verhältnisse die Aufhebung des blödsinnigere italienische Theil denn doch so wacker ausgezischt, Boykotts im Interesse der Brauerei- Arbeiter liege, welche da daß sich schwerlich auf viele glückliche Tage rechnen läßt. Gespielt wurde in dem Stück, das bei der Ueberarbeitung führung des Boykotts. Wenn auch nach Ansicht des Redners durch eher wieder in Arbeit kommen würden, als bei Fortaus dem Englischen scheußlich verhunzt sein muß, mit der vollen nicht von einem vollen Siege der Arbeiter gesprochen werden Verve, die dem Personal des Adolph Ernst- Theaters eigen. Die Damen Schlüter und Fischer, die Herren Haßterl, Weiß, Klein, Habedank und Kettner suchten so gewandt wie möglich zu retten, was zu retten ging. Leider folgte die berühmte weibliche Staffage des Adolph Ernst- Theaters wieder entsetzlich verständnißlos den Vorgängen auf der Bühne. Gerichts- Beitung. Gewerbegericht. Wir werden darauf aufmerksam gemacht, daß der in unserer letzten Nummer genannte Expeditionsvorsteher des„ Lokal- Anzeiger" nicht Wollin, fondern Wollny heißt. " B Eingelaufene Druckschriften. Der Sozialdemokrat, Sentral- Wochenblatt der sozialdemokratischen Partei Deutschlands( Expedition in Berlin SW., Beuthstraße 2). Bu beziehen durch alle Zeitungsspediteure. Das Abonnement beträgt durch die Post oder in Berlin durch die Zeitungsspediteure pro Quartal 1,20 M. Kreuzband 1,80 M. Die Nr. 48 vom 27. Dezember hat folgenden Inhalt: Wochenschau. Juteressen" und" Gebote". Der Kampf um die Londoner Boltsschule. II. Parteinachrichten. Die gescheiterte Freiland- Erpedition. Die belgischen Arbeiter: Assoziationen. II. Einfluß der Krisen und der Steigerung der Lebens mittelpreise auf das Gesellschaftsleben. Zur wirthschaftlichen Lage des ärztlichen Standes. Handlungsgehilfen Bewegung in Deutschland.. = Gewerkschaftliches. Wie man uns behandelt. Parteinachrichten. Todtenliste. Wellen Tochter? Novelle von Selene Gardener, übersetzt von Hanna Bieber Böhm; Berlin, Verlag von Jmberg u. Refson; 116 Seiten, Preis 2 M. = Ein Wort der Entgegnung von A. E. Elberfeld, Druck u. Berlag von Grimpe; 24 Seiten, Preis 15 Pf. anleitung für Gemeinden zur Neuordnung des Gemeinde- Abgabenwesens von B. v. Kampy; Berlin, Berlag von Heine; 97 Seiten, Preis 1.25 M. Dermischtes. Der könne, so bedeute ein unter solchen Bedingungen erfolgender Abschluß des Boykotts einen durchaus ehrenvollen Vergleich, dessen sich die Arbeiter wahrlich nicht zu schämen brauchen. Die Wiedereinstellung der 33 Arbeitnehmer, welche die Vereinsbrauereien früher nicht wieder in ihre Betriebe aufnehmen wollten, sowie die Zusicherung, daß bei aus Anlaß der Einstellung der Mälzerei nothwendig werdenden Entlassungen nicht in erster Linie die nach Beendigung des Boykotts eingestellten Arbeiter ausgestellt werden, seien werthvolle Zugeständnisse an die Arbeiter. Auch die Betheiligung der Gemaßregelten an den Wahlen für das Kuratorium des Arbeitsnachweises sei ein nicht zu unterschäßendes Moment für die Anerkennung des an den In der Angelegenheit der Ober- Feuerwerkerschüler Arbeitern begangenen Unrechts, und die Bestimmung des Arbeitsschreibt die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung": Durch die nachweises, wonach die Zugehörigkeit zur fozialdemokratischen Betriebsamt Paderborn folgendes bekannt: leber ein bedeutendes Eisenbahnunglück giebt das Blätter laufen verschiedene Mittheilungen über das Ergebniß Partei und der Gewerkschaftsorganisation, sowie die Thätigkeit der in Magdeburg gegen 3öglinge der Ober- Feuerwerkerschule für dieselben keinen Grund für die Nichteinstellung von Arbeitern auf der eingeleisigen Strecke Garlshafen- Bodenfelde der Bahn OttIn der Nacht vom 24. zum 25. d. M. gegen 11/2 Uhr stießen geführten militärgerichtlichen Untersuchung. Wir enthalten uns, bilden dürfe, sei ein sozialpolitischer Erfolg von erheblicher bergen- Northeim zwischen beiden erstgenannten Stationen die GüterDiese unbeglaubigten Mittheilungen zu verzeichnen, da, wie Tragweite. wir hören, die Bekanntgabe des Untersuchungsergebnisses in kurzer züge 825 und 832 im Wahmbecker Tunnel zusammen. Der Versuch, alle am 15. und 16. Mai d. I. entlassenen Backmeister des Zuges 825 wurde getödtet, der LokomotivZeit bevorsteht. Arbeiter sofort wieder in Arbeit zu bringen, sei an dem be- führer und der Heizer des gleichen Zuges, sowie der Packmeister Einen heitern Beigeschmack hat ein eigenartiger Fall stimmten Widerstande der Brauereien und an den thatsächlichen des Buges 832 schwer, 6 andere Beamte leicht verleht. An Bevon Störung des Gottesdienstes", der fürzlich nach der Verhältnissen gescheitert. Die Boykottkommission und eine größere triebsmitteln wurden beschädigt beide Maschinen und 23 Wagen. " Juristischen Wochenschrift" das Reichsgericht beschäftigt hat. In Anzahl Genoffen, die mit der Angelegenheit befaßt gewesen sind, Der Durchgangsverkehr ist auf voraussichtlich zwei Tage gesperrt einer Dorfkirche war die Empore für eine bestimmte Art hätten sich nach reiflicher Ueberlegung entschlossen, auf grund und wird über Holzminden- Kreiensen geleitet. Der Unfall ist der Kirchenbesucher reservirt. Eines Sonntags fah der dieser Zusicherungen den Volksversammlungen die Aufhebung durch Verstoß gegen die telegraphischen Meldungen zur Sicherung Herr Pastor, als er vor dem Altar stand, daß des Boykotts zu empfehlen. Der Referent bittet die bes Bugverkehrs veranlaßt. Die Untersuchung ist sofort einmehrere unbefugte Personen auf der Empore Platz ge- ausgesperrten Arbeiter auch in Rücksicht auf die in geleitet. nommen hatten. Er richtete an dieselben die Aufforderung, gegenwärtiger Situation mehr als je nothwendige politische den Plaz zu verlassen, widrigenfalls er fie herunterholen würde. Agitation, den auf Aufhebung des Boykotts gerichteten Be- leber den Sturm am Sonnabend und Sonntag wird aus Die Aufgeforderten leisteten keine Folge, worauf der Prediger strebungen keinen Widerstand entgegenzusetzen und schließt seinen Amsterdam noch gemeldet: Der in Rotterdam angerichtete sich vom Altar weg in Begleitung des Schulzen nach der Ein- Vortrag, indem er die Versammelten auffordert, alles aufzubieten, Schaden wird auf eine halbe Million Gulden geschätzt. Von pore begab, wo der Letztere die Aufforderung wiederholte, um die Organisation der Brauereiarbeiter zu kräftigen, denn nur 135 Schiffen in Scheveningen find 25 verloren und 50 schwer der nun auch Folge gegeben wurde. Die betreffenden Personen eine starte Arbeiterorganisation vermöge Errungenes festzuhalten beschädigt; der entstandene Schaden beträgt 209 000 Gulden. wurden wegen Störung des Gottesdienstes unter Antlage und neue Vortheile zu erobern. Die Berliner Arbeiterschaft Die nach England gehenden Telegraphentabel in Zandgestellt und von der ersten Instanz auch verurtheilt. werde die nach Beendigung des Boykotts noch arbeitslos bleibenden voort, welche gewöhnlich 2 Meter tief unter dem Auf bie eingelegte Revision hob das Reichsgericht Brauereiarbeiter und Böttcher nicht verlassen. Sande liegen, find gänzlich bloßgelegt. In der Ge= das erfte Urtheil auf unter folgender Begründung: In der an das Referat anschließenden langen Diskussion, gend von Brielle ist eine große Menge Vieh ertrunken. Nach den Feststellungen der Straffammer find es die Hand- an der sich eine größere Anzahl der ausgesperrten Arbeiter Die Insel Marten in der Zuider- See ist vollständig überlungen des Pfarrers, bezw. des Schulzen, die die betheiligten, traten die meisten Redner dem Referenten schwemmt. Infolge eines Dammbruches an der Pffel bei HaastStörungen des Gottesdienstes verursacht haben, entgegen. Die gemachten Zusicherungen hätten, so wurde recht stürzte die Lokomotive einer Dampf- Tramway mit dem nicht an und für sich unmittelbar die Thatsache, daß ausgeführt, teine Bedeutung. Die Ausgesperrten fämen Maschinisten und dem Heizer in den Fluß; beide wurden die Angeklagten ungehöriger Weise die Plätze auf der Empore doch nicht wieder in die Vereinsbetriebe. Nach gemachten Er- mit schweren Brandwunden dem Krankenhause geeingenommen haben. Zwischen der Handlung der Angeklagten fahrungen dürfe man kein großes Vertrauen in die loyale Aus- bracht. Von Der Bemannung Der deutschen Bart und den erwähnten Handlungen des Pfarrers und des Schulzen führung der Bedingungen feßen. Die anscheinend arbeiterfreund- Caroline", welche bei Egmond scheiterte, find 10 Personen besteht kein Zusammenhang im rechtlichen Sinne der- lichen Bestimmungen des Arbeitsnachweises würden nur auf dem ertrunken. Im ganzen Lande sind die Wasserschäden sehr begeftalt, daß die Angeklagten strafrechtlich verantwortlich Papier stehen bleiben, praktisch aber nicht durchgeführt werden. trächtlich, jedoch sind sehr wenig Verluste an Menschenleben zu wären für den Erfolg, den die Handlungen des Pfarrers Am meisten wurde die Bestimmung des Arbeitsnachweises, nach beklagen. und des Schulzen hervorgerufen haben, denn die letzteren haben welcher den Brauereien frei steht, einen bestimmten Prozentsatz Am Sonnabend Morgen scheiterte bei Bovbjerg, an der hierbei fraft eigener freier Willensentschließung gehandelt, sie von Arbeitern ohne Benuhung des Arbeitsnachweises einzu- jütischen Küste, der norwegische Dampfer Stanley". 12 Personen waren nicht genöthigt, das zu thun, was sie vorgenommen stellen, bekämpft. Diese Bestimmung mache den ganzen Arbeits- ertranten, nachdem sie sich 24 Stunden bei dem stürmischen Wetter haben, und die Angeklagten haben durch ihr Benehmen nicht die nachweis und die Vortheile des Schiedsgerichte illusorisch. in einem Boote aufgehalten hatten. Eine Person rettete sich durch Art dieses Handelns bestimmt und hervorgerufen. Die An- Lettere Auffassung zeitigte einen Antrag des Genossen Schneider, Schwimmen. geflagten find somit unter Aufhebung des ersten Urtheils frei nach welchem die Boykottkommission beauftragt werden sollte, zusprechen. dem Verein der Brauereien den Vorschlag zu machen, diesen Prozentsatz auf die Hälfte herabzusetzen. Im Ablehnungsfalle sollte der Boykott fortgesezt werden. Einige Redner traten wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( Swet Buchstaben oder eine Bahl) gegen die gar zu pessimistische Auffassung der Bedingungen auf, anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. und führten aus, daß das eigene Intereffe die Vereinsbrauereien Die juristische Sprechstunde) wird heute von 71/2 bis veranlassen werde, die Versprechungen loyal auszuführen, und 81/2 Uhr Abends abgehalten. daß bei Beendigung bes Boykotts bald bessere Bu J. B. in St. Das Werk foftet beim Buchhändler 160 m. stände für die Ausgesperrten eintreten würden, während doch wird es Ihnen von den meisten Antiquaren bei Baarzahlung bei der Fortführung des Boykotts dies nicht der ganz bedeutend billiger geliefert. Fall sein könnte. Nach Echluß der allgemeinen Diskussion Würzburg. Besten Dank im Namen der hiesigen Parteiwurden die eingegangenen Anträge verhandelt. Erstaufführungen von Theaterstücken haben, wenn nicht vertragsmäßig ausdrücklich andere Bestimmungen festgesetzt sind, nicht in in einer Vormittags-, sondern in emer Abendvorstellung stattzufinden. In einem Streitfalle eines Autors mit einem Theaterdirektor hat das Reichsgericht diesen Grundsatz als allgemeinen Theatergebrauch festgestellt. In dem betr. Streitfalle hatte der Kläger gegen die Erstaufführung eines Stüdes an einem Sonntag Vormittag Widerspruch erhoben, und der Theater direktor hatte daraufhin die Aufführung ganz unterlassen. Das Reichsgericht hat den Widerspruch des Klägers als berechtigt anerkannt und demgemäß den Theaterdirektor verurtheilt, dem Kläger den aus dem Unterbleiben der Vorstellung erwachsenen Schaden zu ersetzen. Genosse Schneider begründete seinen Antrag auf Herabsehung des Prozentsazes. Singer befürwortete die Ablehnung des Antrages, weil Wie ein fächsischer Richter die Jugend zu beffern sucht. die Boykottkommission nicht in der Lagefei, neue Verhandlungen Der Amtsrichter Dr. Becker, den wir in letzter Nummer unseren anzufnüpfen, sondern an den getroffenen Abmachungen festhalten Lesern als Waldschlößchen Aktionär und Sozia- müsse. Falls der Bontott aufgehoben würde, tönne man listen verurtheiler vorführten, hat vor einigen Tagen später den hoffentlich nicht aussichtslosen Versuch machen, in ebenfalls ein Urtheil ausgesprochen, das zur Charakteristik unseres Verhandlungen mit dem Verein den Prozentsatz niedriger zu Richterstandes von zweifelloser Bedeutung ist und einen eminent bringen, denn Herr Rösicke habe sich nicht abgeneigt erklärt, für agitatorischen Werth in sich schließt. die großen Betriebe eine Herabsehung eintreten zu lassen. Jetzt aber miffen die Arbeitervertreter ihr Wort halten und könnten einen solchen Auftrag der Versammlung nicht zur Ausführung übernehmen. U Unser Dresdener Partei Organ, die Sächsis. Arb. 3tg.", schreibt über den Fall: Briefkaffen der Redaktton. genossen. Kommen Sie mit dem Testament in F. F. 60. unfere juristische Sprechstunde. A. J., Kolberg. Ohne Vorlegung des gesammten Materials lassen sich Ihre Fragen nicht beantworten. K. S. No. 6. Das ist nicht angängig, da der Mann Sie wegen Beleidigung belangen könnte. C. M. Die Suaheli sind ein afrikanischer Boltsstamm an der Küste von Sansibar. Buschendorf. Vielleicht ist es Ihnen möglich, mit uns die Angelegenheit auf der Redaktion zu besprechen. Baum. Legien ist 1893 zuerst zum Abgeordneten für Kiel gewählt worden. A. K. 113. Empfehlungen von Rechtsanwälten geben wir nicht im Briefkasten. Sprechen Sie event. auf der Redaktion vor. Niederlaufit. Die Polizei hatazu das Recht, sie ist nur dazu nicht verpflichtet. H. M. S. Ihre Bedenken sind unserer Ansicht nach unbegründet. Ihr Statut besagt nichts über die Bedingungen, unter welchen der Ausschluß erfolgen muß, und so weit find wir troy alledem auch noch nicht, daß Polizei und Staatsanwalt zu dem Ausschluß eines Vereinsmitgliedes ihren Senf zu geben haben. Wie wir am Sonnabend schon kurz berichteten, wurde vor dem hiesigen Schöffengericht ein Urtheil gefällt, welches geeignet Was die Befürchtung, die Brauereien würden die Zuist, allerorts Erstaunen und Schrecken zu erregen. Drei ficherungen nicht loyal ausführen, anlangt, so theile er, Redner, Schulfnaben, Starte, Hempel und Haushälter, betraten die An- diese Auffassung nicht. Im übrigen gebe es Mittel und Wege, flagebant, um sich wegen mehrerer kleiner Diebstähle zu ver- derartigen Gelüften einen Riegel vorzuschieben. antworten. Sie waren in Kramläden gegangen und hatten Den Brauereien müsse und werde daran liegen, den mühsam da zu verschiedenen Malen fleine Spielereien und fleine errungenen Friedenszustand nicht durch unloyales Auftreten Geldbeträge entwendet. Die Verhandlung warf ein tief- wieder zu stören. trauriges Bild auf die Erziehungs- und Lebensweise dieser Hierauf wurde der Antrag Schneider gegen wenige Stimmen jungen Proletarier. Von frühester Jugend an find fie infolge abgelehnt. Ein anderer Antrag Steiner, der eine fachliche und des Umstandes, daß die Eltern den Tag über arbeiten friedliche Verhandlung über die Mängel des Arbeitsnachweises N. 1000 Charlottenburg. Darüber erkundigen Sie sich müssen, sich ganz allein überlassen und es ist daher mit dem Verein durch eine Kommission von drei Mitgliedern am besten bei der Polizei. fein Wunder, wenn sie nach und nach verwahrlosen mußten. Die anbahnen wollte, wurde ebenfalls als zur Zeit gegenstandslos ab= G. W. 17 Charlottenburg. Wenn ausdrücklich auf die Jungen taugten auch in der Schule nichts und wenn sie einmal gelehnt. Der Antrag, welcher den Wunsch nach Veröffentlichung Kündigungsfrist verzichtet ist, steht solche auch nicht zu. Strafe zu erwarten hatten, so tamen sie ein paar Tage nicht des Arbeitsnachweises aussprach, wurde angenommen. R. 3. 111. Es ist ein Antrag an die Berufsgenossenschaft nach Hause und nächtigten im Freien. Starke war früher schon Mit einem begeisterten Hoch auf die Solidarität der Arbeiter zu richten. einmal in der Besserungsanstalt Marienhof untergebracht, diese wurde die in musterhafter Ruhe und Ordnung verlaufene vier2. S. Wenden Sie sich wieder an uns, wenn etwas gegen Erziehung konnte aber nicht dazu beitragen, daß der unglück- ftündige Versammlung geschlossen. Sie geschehen ist. liche Knabe einen anderen Lebenswandel einschlug. Fürwahr, es A. J. Sie müssen den Sachverhalt genauer angeben. war ein überaus trauriges Bild, was sich da entrollte. Ein In einer öffentlichen Musikinstrumentenarbeiter- Ver- F. C. Die Frage ist nicht verständlich. Schuldirektor wurde als Leumundszeuge vernommen, diefer sammlung, die am 27. Dezember in Deigmüller's Salon 2. S. 100. Nein. sagte nun das denkbar Ungünstigste für den Jungen aus. stattfand, hielt Genosse Rohrlac zunächst einen sehr beifällig Der Amtsanwalt, Kommissionsrath Wimmer, erklärte, daß aufgenommenen Vortrag über das Thema:" Das Werkzeug als den Knaben gegenüber Das Gesetz in voller Strenge Kulturträger". Hierauf erfolgte die Berichterstattung über den zur Anwendung tommen müsse, damit sie wieder auf gegenwärtigen Zohnkampf. Ein Streit, der acht Tage vor die richtige Bahn gebracht würden. Dieser Ansicht schloß sich dem Fest in der Pianofabrit von Kunge, Blumenstraße 70, das Gericht auch zur Genüge an und verurtheilte den Starte zu auszubrechen drohte und bei welchem zirka zwanzig Arbeiter hat, ja. zwei Jahren, Hempel zu neun Monaten und Haus in Frage kamen, ift noch in letzter Stunde durch hälter zu je ch 3 Monaten Gefängniß. In der Urtheils Vermittelung der Lohnkommission verhütet worden. Der fein, Sie nehmen vor dem Termine den Antrag zurück. begründung betonte der Amtsrichter Dr. Becker, daß das Urtheil Fabrikant entschloß sich, die Forderungen seiner Arbeiter: um deswillen so hoch ausgefallen sei, weil man angenommen 1. Wiedereinstellung eines wegen Verweigerung von Ueberstundenhabe, daß nur durch eine harte Strafe die Kinder wieder auf Arbeit Gemaßregelten, 2. Abschaffung der Ueberstunden- Arbeit die Bahn des Rechts gebracht werden tönnten!!!!! Bei Ber- und 3. die Zusicherung, innerhalb der ersten 6 Wochen keine Entkündung des Urtheils fiel der im Zuhörerraum anlassungen wegen dieses Zwischenfalles vorzunehmen, anzuwesende Water des einen Knaben in Ohnmacht. erkennen. Bezüglich des Streits bei Görs und Kallmann Amtsrichter Becker ordnete an, daß die Knaben einzeln abgeführt wurde berichtet und durch die Diskussionsredner bestätigt, S. G.. 3,70. Eine Weihnachtsspende von einigen Stuckateuren werden mußten. Sehr richtig meint die Arbeiter- Zeitung", daß daß die Situation eine für die( 85) Streifenden sehr günstige ist. und Bildhauern 11,30. Sigel 1,-. Von den Malern der Werkmit dieser überaus harten Strafe nun und nimmermehr erreicht Brauchbare, beziv. geübte Klavierarbeiter an die Pläße ihrer statt H., Neubau Friedrichstr. 240/241, durch 2. 6,55. Gesangwerden kann, die Kinder auf die Bahn des Rechts zu bringen. früheren Arbeiter zu erhalten, ist den Fabrikanten noch nicht ge- verein Kornblume, Amerikanische Auktion 1. Weihn.- Feiertag 3,10. Im Gegentheil, die Knaben verlieren nunmehr noch den letzten lungen. Die Fabrik gleiche einem Taubenschlag; die Streit Rauchklub Nanon II 2,- Ueberschuß vom ring eien Bier, Funten Ehrgefühl, sie werden nunmehr erst recht zu Verbrechern brecher, welche mit Wochenlöhnen von 15 bis 21 M. abgespeist Spandauerstraße 30, 2. Hof, 23. Woche, 3,60. Bierproger, 8. Rate, werden. werden, wechseln täglich und stündlich und manchem sei anzusehen, I von den Arbeitern von Voigt u. Cremer, Alte Jato traße 20, A. W. 26. Zu 1: Nein. Bu 2: Ja. A. S. 1000. Versuchen Sie zuerst das Geld in Güte wieder zu erhalten. Andernfalls müssen Sie klagen. Nr. 46 V. B. Ja. 500. Wenn er einen Verlust durch die Versäumniß gehabt 2. 23. 600. Nach Ihren Angaben dürfte es gerathener Briefkaffen der Expedition. A. Pischel. Uns ist eine derartige Adresse nicht bekannt. Für die ausgesperrten Brauer gingen ferner ein: Lohnstlaven einer Musterfabrit Spandau, 4. Rate, 12,-. 3,65. Amerit. Auft. einer Preßkohle bei Wiedemann durch| Schönebeck a. d. Elbe 7, Pumpkaffe Kr. und Genossen 7,70.| statt Alte Jakobfir. 78, 6. Rate 15. Gesangv. Tonblüthe 3,-. 2. Voigt 7, Ueberschuß von der Matinee der Ethischen Von den Formern Kiels 15,-. Für die Kinder der ausgesperrten Arbeiter von D. Lundershausen 5,25. Von PorzellanGesellschaft 12,-. Von H. C. durch d. Kassirer d, Eth. Gesell- Brauer zur Weihnachtsbescheerung aus B. Borchardt's Fabrik, drehern von Schornburg( Moabit), dritte Rate 6,-. schaft 3,-. Bierprozente von Arbeitern der Fabrit Ritterstr., 4. Rate 8,05. 2 Schlafburschen a. d. Mathieuftr. 1,-. Bei einer fidelen Hochzeit amerit. Autt., Veteranenstr. 20, 3, Löwe u. Komp., Martinickenfelde, 8. Rate, 17,75. Straf- Buchbinder, Lindenstraße, 6,90. 2. M., Buchdrucker, 1,60. Tape- Pinnatel" 5,10. Vom Statklub Eintracht, zweites Stiftungsfest, gelder einer Vorstandssigung der Orts- Krankenkasse der Schuh- zirer- Werkstatt von Flatow u. Priemer 10,-. Schneider- Werkstatt amerik. Auktion 8,25. Glafer( 3ahlstelle Berlin) 10,-. Biers macher 3,65. Böttcher Wertführer durch durch Lange 3,50. E. Cohn, 7. Rate 9,-. Fabrik Schäfer u. Haußner, Dreherei, prozente von Brust'schen Biertrinkern b. E. Deitens 10,30. Hilfsarbeiter der M. Bading'schen Offizin, Abtheilung Vorwärts 5,-. Gef. bei Wrasse, Ruppinerstr. 36, durch Löffner 3,40. Summa 261,10 M. Bereits quittirt 1290,47; in Summa 10, Bierprozente, Markgrafenſtr. 88, 3,-. Unter uns 5,-. Arbeiter Löwe und Söhne, Wasserthorstr. 50, 20,-. Gef. Wert- 1551,57 M. M Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Freitag, den 28. Dez. Opernhaus. Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg. Schauspielhaus. Halali. Die stille Wache. Deutsches Theater. Die Katakomben. Leffing- Theater. Ghismonda. Berliner Theater. Der Kompagnon. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Orpheus. Residenz Theater. Der Unterpräfeft. Vorher: Villa Vielliebchen. Passage- Panopticum. 51 wilde Weiber ans Dahomey. Die Herenschaukel, neueste Illusion. Castan's Panoptikum. Schiller- Theater. Krieg im Frieden Weihnachts- Ausstellung Nenes Theater. Der fleine Mann. Theater Unter denLinden. Boccaccio. Bellealliance- Theater. Die Ga Das scheckige Mädchen. loschen des Glücks. Central- Theater. O! diese Berliner. Adolph Ernst- Theater. Ein fideles Circus Renz Korps. Alexanderplak Theater. Ein Carlstrasse. Märchen. Borher: Die Bucherer Freitag, den 28. Dezember er., von Berlin. National Theater. Undine, die Fürstin der Wellen. Reichshallentheater. SpezialitätenVorstellung. Abends 7/2 Uhr: Achtung, Arbeiter Berlins und Umgegend! 16 große öffentliche Volks- Versammlungen Freitag, den 28. Dezember, Abends 8 Uhr. 1. Tages- Ordnung: Der Bier- Boykott. 2. Diskussion. Die Versammlungen finden in folgenden Lokalen statt: 1. Wahlkreis: Röllig, Nene Friedrichstr. 44. II. Wahlkreis: Gr. außerordentl. Borstellung. Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Besonders hervorzuheben: Ein hippologisches Potpourri von 32 FreiheitsAmerican- Theater. Spezialitäten- pferden, großes equestrisches ArrangeBorstellung. ment, vorgef. v. Herrn Rob. Renz. III. Wahlkreis: Apollo Theater. Spezialitäten: Das Schulpferd Beautiful, geritten v. Deigmüller, Alte Jakobstr. 48a. Vorstellung. Frau Renz- Stark. Liberator, ostpreuß. Kaufmann's Variété. Spezialitäten Sapphengst, in der hohen Schule ge Vorstellung. Parodie Theater. Spezialitäten Vorstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Wallner- Theaterstrasse. Freitag, den 28. Dezember, Abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Sonnabend, 22. Dezember, Abends 8 Uhr: Pring Friedrich von Homburg. Sonntag, den 30 Dezember, Nachmittags 3 Uhr: Des Meeren und Der Liebe Wellen. Abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Montag, den 31. Dezember, Abends 8 Uhr: Das heys Eysen. Der fahrend Schüler im Paradies. Der Doktor mit der großen Nasen. Der Bauer im Fegefeuer. Fastnachtsspiele von Hans Sachs. Zum Schluß: Die Burgruine. Adolph Ernst- Theater Zum 4. Male: Ein fideles Corps. Große Gesangsposse mit Tanz. Nach dem englischen ,, A Gaiety Girl" von Jonas Sidney, frei bearbeitet von Eduard Jacobson und Jean Kren. Anfang 7/2 Uhr. Central- Theater alte Jakobtraße Nr. 30. Emil Thomas a. G. Anna Bäckers. Freitag: Josefine Dora. ritten von Herrn Rob. Renz. Mr. IV. Wahlkreis: Keller, unerreichbarer Sandequilibrist Keller's Festsäle, Koppenstr. 29. Major Burk, amerikanische OriginalMilitär- Exercitien. Mr. Clark, Jocken und Mr. Lavater Lee, Gebr. Villand etc. Zum Schluß: Tjo Ni En( Beim JahresV. Wahlkreis: wechsel in Beting). Neue Musik Nieft, Weberstr. 17. einlagen, Poa ma( gr. Bonnyspringen). Morgen, Sonnabend, und folgende Bolzmann, Lichtenbergerstr. 16. VI. Wahlkreis: Tage: Tjo Ni En. Sonntag, den 30. Dezember: Bwri Vorstellungen, Nachmittags 4 Uhr ( ermäßigte Preiſe, ſehe Plakate) Schneider's Gesellschaftshaus, Die lustigen Heidelberger. Abends 7/2 Uhr: Tjo Ni En. Fr. Renz, Rommissionsrath. Wiederholte Erklärung! Hiermit mache ich nochmals darauf aufmerksam, daß mein früherer Geschäftsführer Herr Ludwig Schrader aus meinem Geschäfte feit dem 20. Dezember d. J. entlassen und somit nicht berechtigt ist, irgend welche, für mich rechtsverbindliche Berlin, 27. Dezember 1894. Franz Renz, Königl. Kommissionsrath, Direktor des Circus Renz. Nur Belforterstr. 15. Kolberger Salon, Solbergerir. 23. Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünderstr. 35. Moabit. Viktoria- Salon, Perlebergerstr. 13. Rummelsburg: Vowinkel, Hauptstr. 83. Schöneberg: Kessner's Salon, Grunewaldstr. 110. Köpenick- Adlershof: Wöllstein's Lustgarten, Adlershof. Friedrichsberg: Schneider's Gesellschaftshaus, Proskauerstr. 38. Rixdorf: Wiersing, Suejebedir. 77. Charlottenburg: Bismarckshöhe, Wilmersdorferstr. 39. Referenten: Augustin, Auer, Faber, Fischer, Hansen, Kiesel, Mattutat, Millarg, Näther, Pfannkuch, Singer, Schöpflin, Timm, Vogtherr, Wagner, Zubeil. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Wegen der Wichtigkeit dieser Versammlungen werden die Arbeiter Berlins und Umgegend ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Neujahrs- Karten 268/10 in größter Auswahl, sozialistische und andere. A. Hoffmann's Verlag, Berlin 0., Krautstraße 38a. Wiederverkäufern Rabatt! 19036 Neuheiten in Rouplets, Duetts, Soloszenen u. f. w. Circus G. Schumann. Freie Volksbühne.it, b mit Teine Repostfalen Friedrich Karl- Ufer. Texas Jack's American Prairie Life- Show. Täglich Abends 72 Uhr: und Bekannten zur Nach daß wir Neujahrskarten Am Sonntag, den 30. Dezember, Nachm. 21/2 Uhr, II. Abtheilung versenden, und bitten wir, uns gegens ( Lessing- Theater): Der Traum ein Leben. V. Abtheilung( National- über in gleicher Weise zu verfahren., Theater): Hildegard Scholl. Vorher: Ehrenschulden. Am Sonntag ist im National- Theater eine goldene Damenuhr O, diese Berliner! Grosse Vorstellung verloren gegangen; der Finder wird gebeten, fie beim Unterzeichneten abGroße Poffe mit Gesang und Tanz in 6 Bildern von Julius Freund. Musik von Julius Einödshofer. Anfang 1/28 Uhr. Morgen: O, diese Berliner! National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. 294/13 Am 2. Weihnachtsfeiertage, Abends zugeben. 10 Uhr, verschied sanft nach kurzen Der Leiden mein inniggeliebter Sohn, unser guter Bruder, Schwager und Dnfel, der Töpfer Louis Petrowsky im 34. Lebensjahre. Um stilles Beileid bitten Die tiefbetrübten Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 30. d. Mts., nachm. 3 Uhr, von Trauerhause, Herrfurthstr. 1 zu Rirdorf, statt. Danksagung. 19066 Undine, die Fürstin der Wellen. Großes Ausstattungsstück mit Gesang Für die vielen Beweise der Theilund einem Vorspiel von Wollheim. nahme am Grabe meines Bruders Neu bearbeitet von Dr. Ed. Jacob- fage allen Kollegen, insbesondere dem sohn. Musik von G. Michaelis. Gesangverein( Sängerchor der Töpfer) Regie: Max Samst. meinen tiefgefühlten Dank. Max Böhme. Raffenöffnung 6/2 Uhr. Anf. 71/2 Uhr. 19006 Morgen: Dieselbe Borstellung. Danksagung. Abonnementsbillets, täglich giltig, find zu haben in den Zahlstellen der Freien Volksbühne. Armin- Hallen Kommandantenstraße Nr. 20. Säle und Vereinszimmer von 20-600 Personen. Sonntag, den 6. Januar 1895, Abends 6 Uhr: Für die Beweise inniger Theilnahme und Kranzspenden am Begräbnißtage Vorstand der Freien Volksbühne. J. A.: Julius Türk, O., Blumenstraße 21. Freie Vereinigung Berl. Bauauschläger. Sonntag, 30. Dezember, Vorm. 1012 Uhr, im Lokal des Herrn Röllig, Neue Friedrichstrasse 44: Versammlung. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Schenker über: ,, Natur und Kunst. 2. Diskuffton. 3. Aufnahme neuter Mitglieder. 4. Besprechung über das bevorstehende Stiftungsfest. 5. Verschiedenes und Fragekasten. Lohnender Nebenverdienſt für meines unvergeßlichen Mannes sage Händler n. Wiederverkäufer! allen Verwandten, Kollegen und Be fannten meinen herzlichsten Dant. Die tieftrauernde Wittwe nebst Kindern. Marie Geske, geb. Nott. Danksagung. Für die zahlreichen Beweise der Liebe und Theilnahme bei der Beerdigung meiner verstorbenen Frau sage ich hiermit allen Genoſſen, Freunden und Be W fannten, insbesondere auch dem Verein der an Buch- und Steindruck Schnellden mitwirkenden Sängern meinen herzlichsten Dank. Bokal- u. Instrumental- Konzert pressen beschäft. Arbeiterinnen, sowie mit nachfolgendem Familien- Kränzchen. Carl Dimmick. Neujahrswünsche in reichhaltiger Auswahl. Wilh. Wustrow Berlin SW. Friedrichstraße 235. Spezialität: Luxuspapierwaaren. 84/12 Gardinen- Reste A. Bebel u. Frau. Den geehrten Gesangvereinen zur Nachricht, daß ich augenblicklich Dienstag oder Mittwoch zu vergeben habe. Franz Apel, Gesanglehrer, Frankfurterstr. 110. 18986 Frdl. Schlafstelle zu verm. bei Reis mann, Gr. Frankfurterstr. 34, v. 4 Tr. Gute Schlafft. b. Frau Grundmann, Naunynstr. 72, Quergeb. 8 Tr. 19016 Zwei möbl. Schlafst. n. v., sep., bei Wwe. Gesch, Adalbertstr. 84. 1904b Suche im SW. möbl. Schlafstelle zum Alleinber. Off. m. Pr. an Seher, Oranienburgerstr. 86. 1899b Wohnungen, kleine, freundl., sofort zu 1-4 Fenstern paffend, spottbilligst od. später. Grünauerftr. 25. 16656 in der Fabrit Grüner Weg 80, part. Eingang vom Flur. Herren- Hüte 1,25 neueste Façons, verkauft das Fabrik5, Comptoir Georgenti rch flr. 6, II. Noh- Tabak. Neu eröffnet. Louis Keller's Festsäle, 29, Koppenstrasse 29. Grosser Festsaal 3000 Pers. 99 " Oberer Festsaal 600 300 Kleiner Festsaal mit großen behaglichen Nebenräumen. Das reichfortirte Zager in allen in Im Tunnel: Gross Vereinsräume, und ausländischen Rohtabaken und in allen Preislagen empfiehlt W. Lindenstädt, Wohnungen, fleine freundl., sofort 179 runnen- Straße 179. od. später. Grünauerstr. 25. 16665* 48 Landsbergerstraße 48. 3 vorzügl. Regelbahnen, Tagesrestauration. Empfehle mein Weiß u. Bairischbier- Lokal mit Vereinszimmer und Piano. W. Grube, Mariendorferstr. 5. Verantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW., Beuthstraße 2.j 2. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Freitag, den 28. Dezember 1894. Nr. 301. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein Parteitag 11. Jahrg. boykottirtes Bier! Erster nationaler der polnischen Sozialdemokraten. Sonderintereffen, den Kampf gegen den Kapitalismus aufzu Lergarbeiter- Kongreß in Essen. Erste Sigung. # Am 25. Dezember, vormittags 11 Ubr, wurde in Breslau, in der Villa Liebig", der erste polnische Parteitag durch den Genossen Krzeminiedi Breslau eröffnet. Der Saal ist geschmackvoll deforirt und wurde durch den Breslauer sozial: demokratischen Gesangverein durch Vortrag des Sozialistenliedes" begrüßt. Auf der Tagesordnung stehen folgende Punkte: 1. Bericht des Vorstandes über die bisherige Thätigkeit der Agitation und Rechnungslegung des Kassirers. die Zukunft. 2. Besprechung des Planes und der Mittel der Agitation für 3. Angelegenheit der Gazeta Robotnicza" betreffend die Redaktion, sowie Mittel ihrer ferneren Verbreitung. 4. Neuwahl des Vorstandes. F In das Bureau wurden die Genossen Berfus Berlin, Denninger Ostrowo und Wiese- Posen gewählt. Anwesend sind Delegirte aus Berlin 2, Bosen 2, Breslau 1, Dftrowo 1, Kratau 1, Gnesen 1, Gurczin 1, Stezoewo 1, Ham burg 1, Zabrze 2, Königshütte 1, Ricksdorf 1, Bremen 1, Charlottenburg 2, Beuthen 1, 4 Mitglieder des Vorstandes, 1 Kontrolleur, 1 Kaffenrevisor, 2 Mitglieder der Lokalkommission. Arbeitsbrüder für uns zu gewinnen.( Bravo.) Er ermahnt bie Genossen, nicht immer auf Hilfe von auswärts zu warten, sondern selbst mit Hintansehung aller persönlichen und anderen nehmen. Bezüglich der Organisation, sei er für das Vertrauensmänner- System, doch warnt er vor der Veröffentlichung der Gffen an der Ruhr, 26. Dezember 1894. Der erste nationale Bergarbeiter- Kongreß hat heute Mittag Namen derfelben und wies auf die Organisation in Desterreich Genosse Wiese Posen rügt in feinen längeren Aus- um 11 Uhr im Saale der Wwe. Kraaz am Steelerthor seinen führungen die Ueberschägung der gewerkschaftlichen Bewegung, Anfang genommen. Der Kongreß ist in Verfolg des Beschlusses bie die politische Propaganda nur beeinträchtige; das politische des Pfingsten in Berlin abgehaltenen internationalen BergMoment dürfe bei der Organisation der polnischen Arbeiter arbeiter- Kongresses, die nationalen Vereinigungen und Organinicht aus dem Ange gelassen werden, da nur politisch gereifte fationen zu stärken", zusammengetreten. Urbeiter sich gewerkschaftlich gedeihlich entfalten könnten. hin. = Zu Punkt 2 der Tagesordnung werden dann vom Genossen Jylinski- Hamburg folgende Anträge eingebracht: Baris, Brüssel, Zürich, den 1. Mai als Arbeitstag zu feiern, folle " Auf grund der Beschlüsse der internationalen Rongreffe in der Parteitag der polnischen Sozialdemokraten es dem Parteivorstand zur Pflicht machen, eine der Maifeier entsprechende Broschüre herauszugeben. Bezüglich der Agitation beantragt Jylinsti: In den Ditprovinzen, wo die Bevölkerung meistens eine ackerbautreibende ist, die Agitation mehr der ländlichen Bevölkerung zuzuwenden. Die Anträge werden faft einstimmig angenommen. Desgleichen ein Antrag, der dahin geht, der Parteivorstand solle Grmittelungen anstellen, wie viele und wo Polen in deutschen Gegenden arbeiten, um durch Verbreitung von Zeitungen, Flugblätter, Broschüren nugbringender wirken zu tönnen. " Der Kongreß ist gut befchickt. In dem mit Tannengrün und Fahnen geschmückten Saale, dessen Galerien die Inschriften: " Proletarier aller Länder vereinigt Euch" und„ Durch Nacht Die meisten Delegirten stammen aus den rheinischen und westzum Licht" zeigen, haben sich etwa 100 Delegirte eingefunden. fälischen Koblenrevieren, aber auch Nieder-, Oberschlesien haben je einen, die sächsischen Reviere sogar drei Delegirte entsandt. Genosse Legien ist als Vertreter der Generalkommission anwesend." Auf der Tagesordnung stehen folgende Punkte: 1. a) Achtstündige Schicht für alle Arbeiter unter und über Tage( einschließlich der Gin- und Ausfahrt). b) Verbot der Frauen- und Kinderarbeit. c) Abschaffung der Akkordarbeit. 2. a) Ginführung eines einbeitlichen Berggefezes für alle Bergreviere Deutschlands. b) Einheitliche Knappschaftskaffe. c) Einheitliche Arbeitsordnung. 3. a) Unglücksverhütungen und Bewetterung in den Gruben. b) Inspektionen und Kontrolleure, von den Arbeitern frei gewählt und vom Staate befoldet. 4. Vereinigungsfrage. 5. Anträge. Vom polnischen sozialdemokratischen Verein in Zürich und anderen Orten find Begrüßungstelegramme eingelaufen, die der Ferner werden folgende Anträge gestellt und angenommen: Borsigende verlieft. Zum ersten Punkt der Tagesordnung über" In anbetracht der geringen Fortschritte der Agitation der gehend, berichtet der Delegirte für Kratau, Dr. Leser, über Bergleute Oberschlesiens sollen in allen Orten Oberschlesiens die Thätigkeit der polnischen Sozialdemokraten in Desterreich, Bertrauensmänner gewählt werden, deren Namen geheim gewobei er die Selbständigkeit der polnischen sozialdemokratischen halten werden, sofern es die Umstände erforderlich machen, um Partei hervorhebt, die bestehen könne, ohne daß sie die Ver- fie in fteter Verbindung mit dem Parteivorstande zu unterbleiben." brüderung und die Solidarität mit den Parteien aller Kultur- Der Antrag der Berliner Genossen geht dahin, einer Kommission, Im Namen des Effener Komitee's eröffnet Mühlenbeckländer aus den Augen zu verlieren brauche. Die Selbständigkeit bestehend aus drei Personen, den Auftrag zu geben, Mittel zu er weist in seiner Begrüßungsrede und Autonomie der polnischen Sozialdemokratie in Desterreich sammeln, um die Landagitation zu fördern." Diefer Antrag wird Essen den Kongreß, hindert sie nicht, den regsten Antheil an der Wahlrechtsbewegung als Zusatz zu dem Antrage Jylinsti's als erledigt betrachtet. Darauf hin, daß in Essen vor 26 Jahren der Grundstein zur in Desterreich zu nehmen und in allen gemeinsamen Fragen Die Rigsdorfer Genossen verlangen, den Fachvereinen mehr Organisation gelegt worden sei, die aber von der Macht des solidarisch vorzugehen. Es erfolgte alsdann die Berichterstattung Beachtung zu schenken und solche in polnischen Gegenden ein- Kapitalismus wieder gebrochen worden sei. Er hofft, daß diesmal der Bau der Organisation so feft gestaltet werde, daß er dem des Genossen Morawski. Berlin über die Agitations zuführen. thätigkeit der„ Gazeta Robotnicza", welche als zufriedenstellend Mit der Aenderung statt:„ einzuführen"" gutzuheißen", wird Kapitalismus Widerstand leisten könne. Kamerad Lobmann- Witten begrüßt die Delegirten mit bezeichnet wird. Die Abonnentenzahl der Gazeta Robotnicza" der Antrag angenommen, ist auf 1260 zahlende Abonnenten gestiegen; im letzten Jahre ist Schließlich wurde noch beschlossen, daß auf den Parteitagen einem herzlichen Glück auf", und schlägt für das Präsidium auch die Agitation unter den polnischen Bergarbeitern und Land- der deutschen Sozialdemokratie ein polnischer Genosse theil: Paul Horn- Zwickau, Schröder Dortmund und Abgeordarbeitern ſtart bemerkbar geworden. zunehmen hat, um Bericht über die polnische Bewegung zu erneten Möller Waldenburg vor. Die Vorschläge werden statten. afzeptirt und Horn- Zwickau übernimmt den Vorsitz, während Hierauf Schluß der Nachmittags- Sigung 8 Uhr Abends. Möller als Schriftführer und Schröder als Beisiger fungirt. " Dritte Sigung. Am 26. Dezember eröffnete der Vorsitzende Genosse Berfus die Sibung. = Nachdem eine fünfgliedrige Mandatsprüfungs- Kommission gewählt worden ist, wird auf Vorschlag Mödler's eine zweite Kommission zur Prüfung und Sichtung der eingehenden Resolutionen eingesetzt. = " Krzeminiedi Breslau spezialisirt die Land- und StadtAgitation, wobei er die gegen die Sozialdemokratie geplanten Geseze bespricht. Es erfolgte sodann die Abrechnung. Die Ein nahmen betrugen vom 1. September 1893 bis 1. Dezember 1894 7217,96 M., Die Ausgaben 7229,59 M., sonach ist ein Minus von 11,03 n. vorhanden. Der Vorstand spricht den deutschen und den ausländischen Genoffen feine Anerkennung für die gedr theilt den effaunten Genoffen die Verbaftung des Gefächſiſchen Kameraden, deſſen Ginberufung he mit Freuben beDer Vorsitzende Horn bringt dem Kongreß die Grüße der feiftete Diffe aus. Die Delegirten wurden aufgemuntert, bie Genoffen zur größeren Opferwilligkeit zu Parteizwecken zu be=" offen Dr. Lefer Strafau mit. Dieselbe ist furz vor Gröffnung grüßt hätten. der Versammlung erfolgt. Die Delegirten drücken ihr tiefes Bewegen, Der Kaffenrevisor Genosse Blottinski bestätigt die dauern über das Vorgehen der Breslauer Polizeibehörde aus. und weist darauf hin, daß in dem gleichen Lokale 1878 bie Schröder Dortmund begrüßt ebenfalls die Anwesenden. Richtigkeit der Rechnungslegung und ersucht dem Kassirer Decharge Der Vorsitzende ermahnt ste, ihre Gefühle zu beherrschen. Es Vereinigung der Bergleute im Rheinland- Westfalen gegründet su ertheilen. Das gefchieht. Dem Delegirten für Bremen, wird sodann das Begrüßungs- Telegramm des sozialdemokratischen worden sei, die sofort 17 000 Mitglieder um ihre Fahne geGenossen Karwig, erscheinen die bisher gehörten Berichte opti- Vereins in Stry in Galizien verlefen. mistisch; besonders glaubt er, daß die Thätigkeit der Agitationsschaart habe, aber nach den Attentaten aufgelöst wurde. Wiese Posen begründet die Nothwendigkeit, den Verlag| Der Drang nach der Vereinigung sei badurch nicht erstickt Kommission nicht genügend erschöpfend gewesen sei. Im weiteren und Druck der" Gazeta Robotnicza" nach Posen zu verlegen. worden, das beweise der heutige Kongreß. Die internationalen perlangt er, daß man sich auch für die Agitation in Bremen Es sei, wie Weise ausführt, unbedingt erforderlich, angesichts der Kongreffe hätten gezeigt, daß sich die Bergarbeiter der modernen intereffiren solle. Genoffe Iglinski- Hamburg hält das von maßlofen, ungerechten Angriffe seitens der dortigen herrschenden Arbeiterbewegung angefchloffen haben. Wer nicht Egoismus Karwig Gefagte für nicht flichhaltig. Agitation tofte Geld, da klassen, insbesondere der Geistlichkeit, einen Gegendruck aus- treibe, sondern die Solidarität aller Arbeiter hochhalte, werde folches nicht in Ueberfluß vorhanden, sei mit den vorhandenen zuüben, und zu dem Zwecke sollte den polnischen Arbeitern un- nicht unbefriedigt den Kongreß verlassen. Der darniederliegende Mitteln genug geleistet worden. Durch größere Opferwilligkeit, Flugbedingt ein Organ zur Verfügung stehen, um alle Angriffe abzu- Bergarbeiterstand soll gehoben werden, deshalb habe das Komitee blätter und Broschüren könnte allerdings mehr erreicht werden. mehren. Genosse Januskiewicz- Bosen befürwortet den auch die chriftlichen und gemischten" Vereine eingeladen. Das Solibrodki spricht sich ähnlich aus. Brzodkwiniewicz Antrag; Mertowsky ist auch dafür, macht aber auf die Wohl des Bergarbeiters hänge aber eng mit dem Wobl aller erklärt, daß die Agitation angesichts der großen Schwierigkeiten, Schwierigkeiten aufmerksam, die mit der Ausführung desselben anderen Arbeiter zufante, deshalb fei die Solidarität aller die man den Polen in den Weg legt, die Agitation alles mög verbunden sind. Insbesondere solle man auf die Gefahren, Arbeiter nothwendig, in diesem Sinne rufe ich Glück auf!" liche gethan habe. Karwig Bremen will mit seinen Worten denen das Blatt in Posen ausgesetzt sein würde, Bedacht nehmen.( Lebhafter Beifall.) durchaus kein Mißtrauen gegen den Vorstand ausgesprochen Brzodkwiniwicz- Berlin verliest ein Schreiben aus baben. Nach Ablehnung verschiedener unbedeutender Anträge Mostau, welches sich für den Antrag Posen ausspricht, um die schlesischen Kameraben. Sayner- Weißstein bringt die Grüße der niederwird dem Gesammtvorstande ein Bertrauensvotum ertheilt. wahren, völferbefreienden sozialdemokratischen Ideen in alle Rasczyc Oberschlesien bringt Grüße aus Oberschlesien; Schluß der Sibung Nachmittags 2 Uhr. Lande zu verpflanzen. Marowsky ist ebenfalls für den er ist der deutschen Sprache nicht ganz mächtig und bittet des Antrag, verkennt auch nicht die vom Genoffen Mertowsty vor halb um Entschuldigung. Die Bergarbeiter an der ruffifchen vertalentschuldigung. gebrachten Einwendungen, er will deshalb den Zeitpunkt feft: Grenze befänden sich in elendefter Lage, sie erhofften von den Um 4 Uhr werden die Berathungen fortgefeßt. Ga erfolgt gestellt wissen, wann die Gazeta Robotnicza" nach Bofen verlegt Beschlüssen dieses Kongreffes endlich eine Besserung ihrer Verdie Besprechung der Agitation und deren Förderung. Mo werden und welche Mittel hierzu verwendet werden sollen. hältnisse. rawsti ist für politische und gewerkschaftliche Agitation und Karwig- Bremen will erst eine feftere Organisation geschaffen Das Bureau wird noch durch weitere neun Personen er Wahl von Vertrauensmännern. Slota Zaborcze verlangt die haben. der gänzt. Sosna Zaborze plädirt für Verlegung Aufstellung der Vertrauensmänner durch den Parteivorstand. Beitung nach Oberschlesien. Wetlinsti erwärmt Nachdem die vorgeschlagene Geschäftsordnung und TagesIglinski und So3na find dagegen. Neumann- Königs- fich gleichfalls für diese Jbee, weil Diel dortigen ordnung genehmigt ist, vertagt sich der Kongreß bis nachmittags hütte ist der Ansicht, daß das größte Gewicht auf die Agitation Industriebetriebe mehr Aussicht auf Erfolg gäben. Er verlangt, 3 Uhr. unter den Bergarbeitern zu legen sei, da ja fie zum größeren die Gazeta Robotnicza" noch ein Jahr in Berlin zu belassen, Die Nachmittags Sigung wird von SchröderTheil schon vorbereitet seien; er wünscht aus diesem Grunde die um den Boden in Posen und Oberschlesien mehr vorzubereiten. Dortmund eröffnet und geleitet. Der Kongreß tritt in die Be Entfendung eines Kolporteurs nach Zabrze, Schwintochlowiß, Gobibrocki Berlin ist für Pofen, macht aber auf die rathung der Tagesordnung ein. Zu Punkt 1 nimmt das Wort Kattowitz 2c. Ronici- Beuthen führt dazu aus, daß das Gefahren, die das Blatt seitens der Behörden, der Geistlichkeit, Meyer- Bochum: Die Achtstundenfrage hat im VorderKolportiren in jener Gegend mit großen Schwierigkeiten ver- ja auch durch die eigenen Brüder zu bestehen hätte, aufmerksam, grund aller Lohnfämpfe in den letzten Jahren gestanden. Die knüpft fei, da die Rolporteure auf Schritt und Tritt verfolgt und ist deshalb nicht für sofortige Ueberführung. Schächte werden von Tag zu Tag tiefer, das Arbeiten also immer würden. Genosse Neumann bespricht den Kostenpunkt und Brzezina Kreuzburg ist gegen den Antrag; er macht gesundheitsschädlicher, deshalb ist die achtstündige Arbeitszeit beklagt dabei den Mangel an Mitteln; er wünscht auch, daß geltend, daß die Gerichte in Berlin und Posen verschieden einschließlich der Gin- und Ausfahrt anzustreben. Die Berman in der Wahl der zu Kolporteuren außersehenen Personen urtheilen. fürzung der Arbeitszeit wird dazu beitragen, den arbeitslosen vorsichtig sein solle, da fie fich nicht immer zuverlässig gezeigt Nachdem noch Berfus die Pofener Zustände geschildert Bergarbeitern Arbeit zu verschaffen. Wenn unsere Gegner fagen, hätten. Dr. Leser räth, die Kolporteur- Angelegenheit den hatte, die eine Gegenagitation erforderten, und noch andere eine Berkürzung der Arbeitszeit werde eine verminderte Produktion Lokalfomitees zu überweisen und von dem Thema abzubrechen. Delegirten ihre Meinung tund gegeben hatten, wurde mit Majo- zur Folge haben, so ist das nicht richtig. Bergarbeiter giebt es genug; Mertowski verbreitet sich sodann über die Agitation rität beschlossen, den Vorstand zu ermächtigen, die Gazeta jezt fonnten nicht einmal alle vom Militär entlassenen jungen in Oberschlesien, die behördlichen Verfolgungen, denen die nach Robotnicza" jederzeit dahin zu verlegen, wo die größte Aussicht Bergarbeiter wieder eingestellt werden. Die Hauptsache dort entfandten Agitatoren und Rolporteure ausgefeßt seien, und auf Erfolg vorhanden ist. für die Erreichung des Achtstundentages ist eine gute Organiauch zum Theil die Verwechselung der politischen Agitation mit Zum Schluß der Sitzung bringt Genoffe Pä hold vomation. Einer schwachen Organisation gegenüber würden die der gewerkschaftlichen, hätten dazu beigetragen, daß der Erfolg sozialdemokratischen Verein Breslau über die Verhaftung des Unternehmer, die vielleicht den Achtstundentag eingeführt haben, in Oberschlesien noch viel zu wünschen übrig laffe. Er fei für Dr. Leser folgende Nachricht. Gin glücklicher Zufall führte bald wieder längere Arbeitszeit einführen. Sechs Stunden die lose Verbindung, Einrichtung von Lefezirkeln, private Bu mich mit Dr. Leser zusammen; er theilte mir mit, Arbeit unter Tage ist täglich genug. Die schwere Arbeit heischt sammenfünfte u. dergl.-; er verspricht sich davon mehr Erfolg. daß er vor der Thür der Villa Liebig, als er Erholung.( Beifall.) 3weite Sigung. = " " V Vor allem solle man in der Auswahl der Vertrauensmänner gerade im Begriff war, in den Saal einzutreten, Was die Frauenarbeit anlangt, so ist sie in unseren Revieren vorsichtig sein und die fäumigen von ihren Stellungen entfernen. verhaftet, aber wieder entlassen wurde, nach dem er auf Ehren- bier so gut wie abgeschafft, aber im Bezirk des Oberbergamts Strzeminieci Breslau empfiehlt den Anschluß an die wort verpflichtet worden war, nicht wieder an dem Parteitage Breslau werden noch 7557 Frauen, in Halle 538, in Klausthal in Breslau bestehende Organisation, da felbige ihre Thätigkeit theilzunehmen und um 4 Uhr Breslau zu verlaffen. Alle Korre- 16 Frauen beschäftigt. Man sieht, bis zur völligen Abschaffung bis Oberschlesien erstrecke. spondenzen, die er bei sich führte, sind ihm abgenommen worden. der Frauenarbeit in den Bergwerten hat es noch gute Wege. Da er sich weiteren Maßnahmen nicht ausfegen will, habe Dr. Gin gleiches ist von der Kinderarbeit zu sagen. 2ir müssen Leser erklärt, verlaffe er zur besagten Stunde Breslau. Die ein völliges Verbot der Kinderarbeit anstreben. Gebt Genofen begleiteten ihn zum Bahnhof. Es liegt wohl kein dem Vater soviel, daß er seine Kinder ernähren kann. anderer Grund zur Entfernung Leser's war, als daß er den Wenn sich Frauen an Versammlungen betheiligen, so schreit der Behörden zu schneidig" aufgetreten ist. Grubenproß zuerst, die Frau soll Kinder warten, Strümpfe stopfen, andererseits beschäftigt er die Frauen tageintagaus in seinem fapitalistischen Betriebe. Deniger Dirowo beklagt den Mangel an Lokalen zu Bersammlungen, die, wie überall, durch gewiffe Machinationen der Gegner abgetrieben würden. Er ersucht den Parteitag um die nöthige Unterstützung. Dr. Lefer führt aus, daß der Hauptzweck des Parteitages doch der sein soll, die sozialdemokratischen Ideen in die weitesten Kreise zu tragen; er empfiehlt, mit der arbeitenden Bevölkerung im angrenzenden Desterreich Schlesien Fühlung zu nehmen, dort sei die Agitation schon vorgeschritten und gewiß werde es möglich sein, die jenseits der Grenzpfähle wohnenden = Was die Affordarbeit betrifft, so unterschreibe ich den Satz Akkordarbeit Mordarbeit"." Dauernd wird sie sich schwerlich halten laffen und es tann uns nur nüßlich sein, die Abschaffung = = anzustreben. Ein Faullenzer wird ohne Affordarbeit der Berg-| der Generalfommission ber Gewerkschaften Deutschlands) gehörigen Frauen Ober Bergamts Bezirk Breslau. mann nicht werden. Jeder aufgeklärte Mann weiß, daß jeder begründet die Verkürzung der Arbeitszeit mit dem Fortschritt der Außerdem würden noch viel mehr mehr Frauen in den im Weltgetriebe seine Pflicht und Schuldigkeit zu thun hat. Der maschinellen Technit. Dem Grubenbesitzer solle man es nicht Eisenwerken beschäftigt zu einem Lohn von 50 Pf. täglich.( PfuiRongreß solle entschieden zu allen diesen Fragen Stellung nehmen, überlassen, die Arbeitszeit zu bestimmen. Der Bergmann fördert rufe.) Die Beamten verführten die jungen Frauen und Mädchen dann werde er seinen Zweck erfüllen. Glück auf!( Beifall.) die Schäße aus der Erde, er hat Anspruch darauf, daß die in schändlichster Weise. Nach dem Bericht der Mandats- Prüfungskommission, sind Arbeitszeit so kurz wie möglich festgestellt werde, denn er leistet Lehner Weißstein fordert gesehliche Einführung des Acht86 Delegirte anwesend. die gesundheitsschädliche Arbeit. Die Unternehmer wollen von stundentags in Bergwerken. In der Diskussion erklärt sich der Verkürzung der Arbeitszeit nichts wissen. Nominell sei die Schwindt Dortmund stellt den Antrag, der Kongreß Meinert Gelsenkirchen mit dem Referenten einverstanden. achtstündige Arbeitszeit eingeführt, thatsächlich sei zehn- und elf möge fich für eine Nationalisirung der Bergwerke aussprechen. In bezug auf Frauenarbeit vertrete er den Standpunkt: Gleiche stündige Arbeitszeit. Acht Stunden werde vor Ort ge Greiff Herne beantragt als Zusatz zu Punkt 1:„ AbArbeit gleichen Lohn." Wenn die Frauen gleichen Lohn er- arbeitet. Die drei Stunden, die der Bergmann vielleicht geschaffung jeglicher Ueberarbeit". Ein dritter Antrag fordert Einhalten, habe er nichts dagegen einzuwenden. Die Attordarbeit bückt zu kriechen habe, ehe er vor Ort" fomme, würden nicht mit- führung eines Minimallohues. müsse abgeschafft werden, sie sei an der Mehrzahl der Gruben- gerechnet. Man sollte einmal den Besitzern zumuthen, 8 Stunden vor Schwindt Dortmund begründet seinen Antrag. Die Be Unglücke schuld. Ort zu arbeiten, sie würden bald den wirklichen Achtstundentag seitigung der privaten Besizer von Bergwerke werde den Ar Braces Bockmar- Sachsen fordert Verkürzung der Arbeits- bewilligen.( Beifall.) In einer hier erschienenen Broschüre beitern nur förderlich sein. Für diesen Gedanken seien auch zeit im Interesse der Sittlichkeit der Arbeiter. Die lange Arbeits- werde gesagt, auch die englischen Arbeiter feien theilweise gegen Streise zu gewinnen, die sonst den Bergleuten nicht freundlich geseit sei auch an den Grubenunglücken schuld. Die sächsischen den Achtstundentag. Ja, weil sie bereits den Siebenstundentag sinnt seien. Die Vertheuerung der Kohlenpreise durch das Bergarbeiter stehen auf dem Boden des Achtstundentages, sie haben.( Große Heiterkeit.) Bei der achtstündigen Schicht werde Syndikat habe weite Voltskreise schwer getroffen, sogar den haben eine Petition an den sächsischen Landtag eingereicht und die Produktion auf die Dauer nicht zurückgehen, der Arbeiter Staat in die Zwangslage gebracht, Kohlen für die Marine im sie ist dort besprochen worden. Der Erfolg werde auch nicht gehe kräftiger und mit mehr Lust an die Arbeit. Doch darauf Auslande zu kaufen. Träte eine Nationaliſirung ein, so werde ausbleiben. Nur eine starke Organisation tönne aber etwas er komme es nicht an. Wer habe am ehesten das Recht zum Leben sich der Reichstag mit den ganzen Fragen zu beschäftigen haben reichen. in der Gesellschaft? Wer leiste der Gesellschaft mehr? Der und das würde nur der ganzen Bergarbeiterfache förderlich sein. Henter Plauenscher Grund Sachsen fordert den Acht Bergwerksbefizer oder der Arbeiter? Die Erhaltung der Lebens- Auch die beiden übrigen Anträge werden kurz begründet. Der flundentag aus wirthschaftlichen, sanitären und moralischen kraft des Volkes ist die Hauptsache, nicht die hohen Prozente der Antrag auf Einführung eines Minimallohnes speziell mit engGründen. Das sächsische Berggesetz enthalte wie die übrigen Besitzer. Deshalb sei der Achtstundentag die Hauptforderung. lischen Verhältnissen. In der Diskussion wird von verschiedenen Berggeseze feine Bestimmung über die Länge der Arbeitszeit. Die Akkordarbeit sei gerade im Bergwerksbetriebe am Rednern darauf hingewiesen, daß in dem Antrag eine bestimmte Der Unternehmer dürfe seine Arbeiter 15 Stunden ausbeuten, gefährlichsten. Bei der Affordarbeit werde Teichtsinnig Summe als Minimallohn festgesetzt werden müßte. wenn er es nur in der Arbeitsordnung feststelle. Die Frauen und nachlässig gezimmert und der Arbeiter fei feinen Abgeordneter im fächs. Landtag Horn Zwickau bittet, den arbeit werde sich ohne Weiteres nicht ganz abschaffen lassen, Augenblick sicher, daß das Gestein zusammenfalle infolge der Antrag auf Minimallohn jetzt zurückzuziehen und ihn wieder aber aus den gesundheitsschädlichen Betrieben sollen sie entfernt schlechten Zimmerer. Ein Bergarbeiter habe sich gerühmt, im einzubringen beim Punkt der Arbeiterordnungen. Nach dem werden. Das Wesen der Akkordarbeit sei im höchsten Maße ver- Monat 42 Echichten gefahren zu haben.( Rufe: Pfui!) Des- sächsischen Berggesetz müßten die Arbeiterordnungen die werflich. In Sachsen sei nicht nur einfache Gedinge- Arbeit ein halb müsse für Ueberarbeit höherer Lohn gefordert werden. Mit Minimal- und Maximallöhne enthalten. Redner bittet geführt, vielfach bestehe noch das getrennte Gedinge, was dam Kongreßbeschluß sei es nun nicht gethan. Unternehmer wie ferner den Antrag Schwindt auf Verstaatlichung der Bergwerke abju noch viel ausbeuterischer wirte, als das einfache Gedinge. die gesetzgebenden Gewalten im Staate werden auf einen Kongreß- lehnen. Die Staatsbetriebe seien heute noch durchaus keine MusterKniesburger- Barbect. Der Achtstundentag sei das Feldgeschrei beschluß fein Gewicht legen, wenn sie nicht wissen, daß hinter betriebe. Niedrige Löhne, schlechte Behandlung und noch dazu sämmtlicher organisirter Arbeiter, der Bergmann, der unter der dem Kongreß eine starke Organisation steht, die eventuell mit Einschränkung in der politischen Freiheit, das sei die Signatur Erde arbeite, habe den allerersten Anspruch darauf. Bezüglich einem Streit das Biel erreichen will. Also eine starke Organisa- der heutigen Staatsbetriebe. der Akkord- und Frauenarbeit steht er auf dem Standpunkt der tion ist nothwendig. Auf die Gesetzgebung dürfe man nicht Vorredner. Die Organisation, die nun seit 1889 bestehe, müsse warten, oben webe kein arbeiterfreundlicher Wind. Die Bergsehr gefräftigt werden, von den übrigen Verbänden halte man gesezgebung gehöre vor den Landtag und da sizzen keine Arsich fern, da man es da nicht mit wahren Arbeiterfreunden zu beitervertreter. Wo die Macht, da das Recht. So lange die thun habe.( Beifall.) Arbeiter sich nicht durch Organisationen die Macht erringen, 3ita Herne fordert neben der Abschaffung der Akkord- haben sie fein Recht. Nur eine starke Organisation fann zur arbeit die Beseitigung sämmtlicher Ueberarbeit. Auf seinem Erreichung der hier gesteckten Ziele führen.( Lebhafter Beifall.) Wert" würden wöchentlich zwei bis drei Mal Ueberschichten ge= Rafczyk Zabrze giebt ein Bild der oberschlesischen Vermacht, also 16 Stunden gearbeitet. In der ganzen Welt hältnisse. Auf fiskalischen Gruben werde 9 Stunden, auf den fämpften die Arbeiter für Berkürzung der Arbeitszeit, deshalb herrschaftlichen Gruben 12 Stunden gearbeitet. Es herrsche dort solle man sich dem internationalen Proletariat anschließen. große Arbeitslosigkeit, viele Arbeiter seien vor Hunger za Spiß( Beifall.) buben geworden. Die von Meinert angeführte Zahl von 7500 Reichstags Abgeordneter Legien Hamburg( Vorsitzender Frauen umfaßte nur die zu den Knappschaftsvereinen Neujahrskarten nur für Händler und Wiederverkäufer. Spezialität: Sozialdemokratische Glückwunsch- Karten. 12762 C. Schipke& Co., Berlin S., Plan- Ufer 96, 1 Tr., an der Kottbuser Brü cf e. Der billigste und zuverlässigste UhrenEinkauf fowie Reparatur ist unzweifelhaft bei • Die Diskussion wird geschlossen. In dem Schlußworte meint Abg. Möller Waldenburg, die Frage der Affordarbeit sei noch nicht spruchreis, sie hänge zu sehr mit der Lohnfrage zusammen und werde erst im Zukunftsstaate völlig abgeschafft werden können. Prinzipiell sei er natürlich ein Gegner der Affordarbeit. Er bittet um Annahme einer Resolution, die aus Sicherheits- und sanitären Gründen die gesetzliche Einführung der achtstündigen Arbeitszeit inkl. Aus- und Einfahrt fordert. Die Resolution foll über Nacht gedruckt und erst morgen zur Abstimmung gelangen. Um 1/27 Uhr wird die Sigung ges chlossen. Reste Zum Nähmaschinen- Schwindel. Sophastoff- B Alle Personen, denen theuere Nähmaschinen aufgedrängt worden sind, ohne dafür Verwendung zu haben, werden gebeten, Ihre Adresse mit Klar in Rips, Damast, Crêpe, Fantaste, Gobelin, Plüsch und bunten legung des Sachverhalts und Angabe der betreffenden Firma unter E. B. E. in der Expedition dieser Zeitung niederzulegen. Morquets spottbillig! Proben franko! 1895b 5150L* Zum Nähmaschinen- Schwindel. Emil Lefèvre, Berlin S., 254L Künstl. Zähne 2 M. Vollst. schmerzl. Zahnziehen 1 M. Plomben 1,50 M. Reparat. Albin Grüger, Uhrmacher, sofort. Theilzahlung. Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr. 22. 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Dierl( Emil Roland) in Berlin, Drud und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2.