Nr. 195 39.Jahrgang Ausgabe A nr. 98 Bezugspreis: Bierteljährl. 90.-M., monatl. 30,-902. frei ins Haus, voraus zahlbar. Postbezug: Monatlich 30,- M. einschl. 8u ftellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- u. Memel gebiet, sowie Desterreich u. Luxemburg 64, M., für das übrige Ausland 82, Vostbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Esth land, Finnland, Frankreich Holland, Lettland. Luxemburg, Desterreich. Schweden, Schweiz, Tschecho- Slowatei und Ungarn. Der„ Borwärts" mit der Sonntags beilage Volt und Beit" der Unter haltungsbeilage Seimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Gonn tags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Morgen- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 1 Mark Anzeigenpreis: Die einspalttge Nonpareillezelle toftet 12,-M. 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Die Gedankengänge, die die deutsche Delegation zu ihrer Zurückhaltung bewegen, lassen sich durchaus rechtfertigen. Es wird aber zu erwägen bleiben, ob nicht bald der Augenblic tommen könne, und zwar noch hier in Genua, mo ein offizieller deutscher Schritt bei der En tente zur endlichen Klarstellung der französischen Stellungnahme durch den französischen Imperialismus erfolgen müsse Eine Erklärung Wirths. Genua, 25. April.( Eigener Drahtbericht.) Anläßlich eines Empfanges der deutschen Pressevertreter in Genua gab Reichss fanzler Dr. Wirth folgende Erklärung ab: politischen oder V. Sch. Genua, 25. April.( Eig. Drahtber.) Die Rede Poincarés hat naturgemäß die Genueser in nicht geringe Auf regung gebracht, während eine Klärung der Atmosphäre der Konferenz sehr notwendig wäre. Von dem Geist von Genua ist nicht mehr viel übrig geblieben. Allerdings hat er eigent lich nur während der ersten Stunden der E.öffnungssigung Mir liegt daran, eine Erklärung in Ihrer Mitte abzugebe Dom 10. April geherrscht. Man muß das bedauern, hat aber Soweit bis jetzt Zeitungsnachrichten zu uns gedrungen sind, ist an die Meinung, daß sich dieser Geist auf das Verhältnis der uns die Frage in Frankreich gerichtet worden: Ist der Vertrag von Rapallo vollständig veröffentlicht worden? Enthält er alliierten Unterhändler überträgt. Eine indirette Antgeheime Bestimmungen? Dient er militärischen oder politischen Be wort von Lloyd George ist heute bereits erfolgt, indem Lloyd Georges Antwort. der Kabinettchef von Lloyd George, Sir Eduard Grigg, vor Genua, 25. April.( EP.) Im Namen Lloyd Georges gab ftimmungen als Vorwand?" Dazu lautet meine Erklärung: der der englisch- amerikanischen Presse eine Rede hielt, von der fein Brivatsekretär Gir Grigg als Antwort auf die Rede Boin- Bertrag ist vollständig veröffentlicht worden. Er enthält keiner man sagt, daß sie im Auftrage des Premierministers erfolgte. carés der Presse heute abend folgende Erklärung über den eng- militärischen Charakters. Er ist nach unserer AufIei geheime Bestimmungen Es wird sogar versichert, daß Lloyd George die Richtlinien lischen Standpunkt ab. Die von Boincaré gehaltene Rede ist umfassung als Friedensinstrument zu würdigen, und er ist dieser Ausführungen selbst aufgesetzt hätte. so ernster, als sie ohne jedwede vorherige VerständiGrigg wies auf die ernste Situation, die die Rede Poin- gung mit den Alliierten erfolgt ist. Alles, was Boincaré auch der erste wahrhafte Friedensvertrag zwischen zwei Völkern, cares geschaffen habe, hin. Er erinnerte daran, daß be über die Bedeutung eines gemeinsamen Vorgehens der Alliierten die miteinander in blutigem Ringen gestanden haben. Er macht reits bei der Besetzung Frankfurts a. M. der in Europa gesagt hat, findet die herzliche Zustimmung der brifie mit der Bergangenheit zwischen Deutschland und Rußland reinen damalige französische Ministerpräsident und jetzige Präsident schen Regierung. Wir möchten uns vorläufig nur die eine Be- Tisch. Worauf es ankommt, ist, mit dem russischen Boffe in Fries der französischen Republik, Millerand, dem englisch- italieni- merkung gestatten, daß die ohne vorherige Verständigung erfolgte den zu leben und es der Handelswelt zu ermöglichen, im Osten fchen Standpunkt zustimmte, daß Frankreich niemals Erflärung, daß Frankreich mit oder ohne Mitwirkung der Alliierten arbeiten zu können. Wer uns darin nachkommt und nachfolgt, der allein ohne die Alliierten Santtionen er vorgehen werde, eine sehr drollige Art ist, ein gemeinsames ist uns willkommen. Wir können es nur begrüßen, wenn die Wesba greifen fönne. Auf die englische öffentliche Meinung fönne Borgehen zu sichern. In gewiffem Sinne ist die Erklärung Boin- mächte in Genua zu einem ähnlichen Vertrage wie dem von Rapalla die Anfündigung eines felbständigen Vorgehens Frankreichs carés eine Stellungnahme zu einer Haltung Deutschlands, die mit kommen, der friedliche Weg ebnet. nur dahin wirfen, die Situation im allgemeinen und im be der Konferenz von Genua nichts zu tun. hat. Man muß aber der fonderen zwischen Frankreich und England zu verschärfen. Tatsache Rechnung tragen, daß die öffentliche Meinung sehr aufSehr bedeutsam waren die Worte Griggs, daß wenn die fran- geregt über den deutsch- russischen Vertrag ist, was nicht ohne nachzösische Politik durd, dringe, Deutschland und Rußland im mer teilige Rückwirkung auf die Konferenz von Genua bleibt. Die tiefer ins Elend zu stürzen, diese beiden großen franzöfifche öffentliche Meinung scheint überzeugt zu sein, daß der Böller gezwungen sein würden, sich zu einem Freundschafts- deutsch- russische Berirag eine der nachteiligen Folgen der Konferenz Bedingungen zu bestehen. Sie würden ein 48stündiges bunde zu vereinigen. Auf den Russenzwischenfall anspielend, von Genua ist. In Frankreich wird diese Ansicht durch sehr ge- 21timatum für Rußland verlangen, oder die kons Pritisierte Sir Eduard Grigg die Verhandlungsmethode der fährliche Behauptungen gestärkt, die nicht nur in Frankreich, fon- ferenz verlassen. Son jetdelegation, die er als hinterhältig- orientalisch bezeich- dern auch in einem Teile der englischen Presse erschienen sind. Diese Die Abendblätter melden weiter, daß aus Anlaß der Rede nete. Er fügte aber hinzu, daß das russische Volt falschen Behauptungen veranlassen Frankreich zu der An- Poincarés die Möglichkeit, daß sich Frankreich von der zweifellos den Frieben wolle, und daß man zu nahme, daß Großbritannien in Genua eine Verständigungspolitit konferenz zurüdziebe, in Genua und London eifrig ereinem Frieden mit ihm tommen müsse. mit Rußland verfolge, die sich vollständig und ohne Uebereinkunst örtert werde. Wenn dieser Fall eintreten sollte, so würde Lloyd mit der franzöfifchen Delegation gegen die Interessen Frankreichys George nach London zurückkehren und das Parlament.um Untera wende. Von einer Annullierung der Schulden ist nie die Rede ge- stüßung ersuchen. Die Genueser Konferenz würde dann vermutlich wesen; das ist eine Lüge zur Sprengung der Konferenz und zur fortgesetzt werden; es sei aber nicht wahrscheinlich, daß Lloyd George Beunruhigung der franzöfifchen Deffentlichkeit. Der Ministerpräsi- diese Frage durch Neuwahlen entscheiden lassen wolle. dent kann nicht von Genua aus die Verbreitung aller Lügen ver hindern, aber er wird sie bei der ersten Gelegenheit im Barlament widerleg en und die Deffentlichkeit von den Tatsachen unterrichten. Die öffentliche Meinung möge den Nachrichten der Northcliffe- Bresse teinen großen Glauben schenken. Es ist sehr bedauerlich, daß diefe Lügen Frankreich aufregen und die Stimmung der Konferenz vergiften. Frankreich halsstarrig? Condon, 25. April.( WTB.) Einer hier verbreifefen Met dung zufolge follen die französischen Delegierten be stimmte Weifung erhalten haben, auf den von Poincaré gestellten Frankreich und der Friedenspakt. Paris, 25. April.( BTB.) Temps" stellt in seinen Betrachtun gen über den von Lloyd George geplanten Paft des Nichtangriffs wie er es ausdrüdt, folgende Fragen: Ist die Sowjetregierung bereit, aus freien Stüden und feierlich zu erklären, daß fie die Grenzen aller russischen Randstaaten einschließlich der rumänischen, die auch Bessarabien ums faffen, als endgültig anerkennt? Es war zweifellos mit Absicht geschehen, daß Lloyd George nicht selbst auf Boincaré antwortete. Nach seinen furzen Ausführungen am Sonntag und nach der Rede Birkenheads, die eine Antwort im voraus war, hätte eine neue Rede Lloyd Georges zu einer Verschärfung der Situation führen und zu einer Gefährdung der Konferenz, die Lloyd George bekanntlich um jeden Preis zu gutem Ende führen will, beitragen können. Es wird jedoch in englischen Kreisen erzählt, daß er aus seinem erger feinen ehl mache. Und ein angebliches Wort von ihm wird in britischen Kreisen folportiert, das ich mit Vorbehalt wiedergebe, wonach ihm die Rede Poincarés den deutsch russischen Ber= Die Lage ist so heitel, daß die Störung des Vertrauens ernste trag von Rapallo selbstverständlich erschei- Gefahren mit sich bringt. Llont George bemüht sich unermüdlich, nen lasse. Ist es nicht wahr, so ist es gut erfunden, so sagt den Franzosen die Ziele der englischen Rußlandpolitik begreiflich zu Ist die deutsche Regierung bereit, durch ihre Unter ein italienisches Sprichwort. Für die Wahrscheinlichkeit dieses machen; er hofft, daß ihm dies gelingen werde. England ist der Bortes zeugt die Analogie mit den oben erwähnten Aeuße- Ansicht, daß, wenn mit Rußland kein Friede geschlossen wird, oder schrift zu bezeugen und durch Abstimmung des Reichstags rungen Griggs. fein ernsthafter Versuch zu einer wahren Verständigung mit Ruß- beträftigen zu lassen, daß Deutschland aus freien Stücken die durch Deutscherfeits ist feine offizielle Bolemit auf land und Deutschland gemacht wird und wenn man diese Staaten den Versailler Vertrag gezogenen Grenzen als endgültig hinnimmt Poincaré erfolgt. Der Reichsfangler ließ zwar die der Isolierung und dem Elend ausliefert, die beiden Bölfer unver- und daß fie sich freiwillig versagt, je mals irgendeinen Andeutschen Pressevertreter heute abend zu sich bitten, betonte meidlich einander in die Arme getrieben werden und sich in dem spruch auf die Gebiete zu erheben, die durch den Versailler Vertrag aber, daß ihm Zurückhaltung absolut notwendig erschiene. Stampfe gegen den Westen verbrüdern. Das britische Belgien, Dänemart, Frankreich und Polen zurüc Eine Polemit fei im Augenblid unfruchtbar. Dr. Wirth legte Reich weigert fich, eine folche Polifit zu fördern oder zu betreiben. erstattet oder abgetreten wurden? Wenn auf diese beiden Fragen bejahende Antwort erfolgt sel jedoch Wert darauf, eine feierliche Erklärung der Wir haben nicht im geringsten Angst vor einer deutschen oder deutschen Bresse abzugeben, bei der einseitige, in der französi russischen Gefahr, sondern wir sind fest entschlossen, alles zu tun, werde es vielleicht an der Zeit sein, an einen Baft zu denken. Bis schen Preffe gefliffentlich verbreitete Behauptungen über den was in unseren Kräften liegt, um zu verhindern, daß dahin erscheint dem" Temps" jede Vorbereitungsarbeit unnüß und Bertrag von Rapallo zurückgewiesen wurden. Er wies das Europa in ein neues Blutbad gestürzt werde. gefährlich. Märchen der geheimnisvollen Klauseln poli- Aus diesem Grunde gedenken wir des russischen Volkes und wollen tischer oder sogar militärischer Art mit aller Deutlichkeit zurüd wenn irgend möglich mit ihm Frieden halten, welches auch der Deutschlands Recht auf Wirtschaftsfrieden. Genua, 25. April.( Sonderbericht des Sozialdemokratischen und betonte, daß der Vertrag vollständig veröffentlicht worden Charakter und das System seiner Regierung sei. Das russische Volk sei. Es eristierten feinerlei Bestimmungen politischen oder hat 2½ Jahre lang tapfer für die Sache der Alliierten gefämpft Barlamentsdienstes.) Die Kommissionen setzen ihre Beratungen militärischen Charakters. Der Rangler erklärte mit großem und schwere Opfer für die anderen ertragen. Das russische Volt ist ungehindert fort. In der Unterkommisssion für Wirta Nachdruck, daß der Vertrag von Rapallo als ein Frie für die Borgänge feit der Revolution nicht verantwortlich, im fchaftsfragen verlangte Staatssekretär Hirsch vom Reichs densinstrument anzusehen sei, daß er sogar der erste Gegenteil, am meisten haben jene gelitten, die am längsten gegen wirtschaftsministerium heute, daß unter den allgemeinen Gesichtswahrhaftige Friedensvertrag nach dem blutigen Ringen der das jezige Regime gefämpft haben. England wird gegenüber Ruß punkten für den Wiederaufbau Europas insbesondere die über Welt zwischen zwei Völkern darstelle, da er reinen Tisch zwi- lond aufrichtig eine menschenfreundliche Politik ragende Bedeutung der Lösung des Reparationspro schen den Bölkern mache. Es ist an sich ein trauriges Zeichen verfolgen, wenn seine Regierung die Bedingung der internationalen ble ms erwähnt wird. Der Vorsitzende glaubt, daß diesem Wunsch der Zeit, daß man gegenüber den zum Teil böswilligen, zum Beziehungen annimmt, die für Zivilisierte unerläßlich sind. Die bei der Zusammenstellung der Gesamtbeschlüsse durch eine allgemeine Teil lächerlichen Unterstellungen der französischen und der Haltung der ruffifchen Delegation erschwert ein Abkommen. Wir Einleitung Rechnung getragen werden fann unter der Voraussetzung, Northclifeblätter überhaupt gezwungen ist, in der deutschen wissen genau, wie weit wir gehen können. Gewiß verhandeln die daß im Protokoll die Inaussichtnahme der General- Präambel ausBresse ein Abkommen, wie das von Rapallo, zu rechtfertigen. Ruffen wie orientalische Händler. Der politische Unter- drücklich versprochen wird. Sodann begründete er als im Auftrage Dah der Reichskanzler es abfichtlich unterläkt, gegen Poincaré ausschuß wird nächster Tage über das Verständigungsabkommen des Reichswirtschaftsministers handelnd die am Montag eingereich zu polemisieren, ist an sich verständlich, wenn man bedenkt, wie entscheiden. Die englische Delegation bleibt im Glauben an das Zu ten deutschen Gegenvorschläge. Er bezeichnete als Ur geladen die Athmosphäre in Genua ift. Damit erweist standekommen eines befriedigenden Abkommens fest. sache der gegenwärtigen Verhältnisse das Währungsproblem und die Deutschland feinen aufrichtigen Wunsch, auf der Konferenz Während der Privatsekretär diese Erfiärung verlas, ließ Lloyd 3ersplitterung Europas in eine große Anzahl ſelbſtändibeizutragen, jebe Verschärfung der Situation zu vermeiden. George aus seiner Billa turch einen Botschafter melden, die britische ger Territorien, die wieder eine Zersplitterung der Produktion zur Andererseits merden wir dieser Aufgabe dadurch ent- Delegation wolle nicht ewig der Ungewißheit ausgesezt bleiben. Folge hätte. Die Landesgrenzen zwischen den Ländern Mittel. ledigt, daß die Engländer bereits sehr deutlich den Stand- So sehr sich Llond George der Störung der Konferenzarbeiten von europas, Oft- und Südeuropas sei nach dem Kriege um mehr als punft zum Ausdrud gebracht haben, den wir in der Frage der anderer Seite widersetzt hat, so will er auch nicht dulden, daß di 600 Kilometer verlängert worden. Ungeheure Heere von Be Bulässigkeit eines gesonderten Vorgehens der Alliierten ein Ruffen der Konferenz Hindernisse in den Weg legen. wachungsbeamten und Bände von Berordnungen gehörten natürlich hierzu. Der gegenwärtige Zustand fönne nicht anders bezeichnet| Jei. Die Frage ber meist begünstigung, die von dem deut offenes Ange auch für die ungeheuerlichen Gewinne der Bäder, ein System des Zollfrieges. werden als abtragung. • schen Experten Staatssekretär Hirsch aufgeworfen worden war, Schlächter und anderer Händler, über die die Lebensmittel greift in ihrem Umfang über die Frage der Ein- und Ausfuhr bis zu ihnen gelangen. Aber wir wissen auch, wie es auf Gerade diejenigen Staaten, die die Zahlung ihrer Forderungen mit berbote hinaus. Ihre Behandlung muß daher der Kommission dem Lande aussieht, wissen, daß die Bauersfrau fich Entschiebenheit verlangten, verhinderten mit Einfuhrverboten und überlassen bleiben. Staatssekretär Hirsch wünscht die Aufmerksam ruhig drei Mart für das Ei und 40 mart für die ungeheuren Zollschranken bie einzig mögliche Durchführung der Boll- feit auf den Zusammenhang zu richten, der seiher Meinung nach Butter geben läßt, und das ist ein Sündenpreis, der zwischen den Behinderungen besteht, die durch Verbote und denen, durch die Produktionstoften ebenso wenig zu rechtfertigen ist Hirsch führte dann wörtlich weiter aus: Seit rund 60 Jahren die durch Zölle hervorgerufen werden. Die anderen Experten wün- wie durch den Anspruch auf rechtschaffenen Berdienst". hat der europäische Handelsverkehr auf dem System der wechsel bereits gemeldet, vor, die Artikel 46-49 bes Londoner Memoran der Landwirt auch Farbe: Unter vier Augen, wenn man ihm gehörig zusetzt, bekennt wechsel- chen die beiden Fragen getrennt zu behandeln und schlagen, wie feitigen Meist begünstigung beruht. Die deutschen Zusatzvorbereits dums durch eine Reihe von Gefichtspunkten zu ersehen, die darin schläge zum Londoner Memorandum gehen von dieser Tatsache aus, Mehrere Berwandte haben mir gegenüber schon die letzte be indem sie gegenüber dem jezigen Zustand wirtschaftlicher Ungleich gipfeln, daß im Interesse des internationalen Handels Ein- und hördliche Festsetzung des Rartoffelpreises eine ganz unnötige leber indem sie gegenüber dem jezigen Zustand wirtschaftlicher Ungleich Ausfuhrverbote und Beschränkungen sobald als möglich auf das bezahlung genannt. Und als im Winter 1918/19 in Schlesien eit heiten Europas die wechselseitige Gleichberechtigung wiederher= stellen wollen. Dieser Grundgedanke führt zu der Forderung der Mindestmaß zurückgeführt und das Lizenzsystem möglichst Ei, auf fünfundzwanzig Pfennig und die Butter auf etwa acht Marf festgelegt war, erflärte mir ein Schwager, der den gegenseitigen Einräumung des Meistbegünstigungsrechts, besonders einfach und frei von Systemmechseln gestaltet werden soll. Auf Vorschlag des Vorsitzenden wird, wie bereits gemeldet, eine Preis durchaus rechtlich innehielt:„ Nur an Butter und Eiern ver hinsichtlich der Zolltarife durch alle europäischen Staaten. Das Lon- Redaktionsfommission aus den Vertretern Italiens, der dienen wir viel." Und erst fürzlich erzählte mir ein Onkel in aller doner Memorandum hat den Grundgedanken des Meistbegünsti- Kleinen Entente, Englands und Frankreichs zur Neufassung des Unschuld, die jetzige Kartoffelernte habe ihm so viel gebracht, wie gungsrechts in einer Anmerkung selbst anerkannt. Leider steht aber Artikels 41 eingesetzt, die ihren Vorschlag bis zum 25. vormittags fein Gut( 300 Morgen) im Frieden wert war. Wir wollen uns dort vermerkt, daß nicht alle Nationen diesem allein hilfe vorlegen soll. Die Sigung wird bis zum 25. April vertagt im nichts vormachen: Die Landwirtschaft hat unter der Zwangswirtbringenden Prinzip sich haben anschließen fönnen. Das Londoner Memorandum verwirft auch mit aller Schärfe das System der Dis- Hinblick auf die zahlreichen wichtigen neuen Anträge, schaft des Krieges und der Nachkriegszeit recht gut gedeihen fönnen. unter denen sich auch die Vorschläge Deutschlands befinden. frimination( Berbot, Unterbindung) hinsichtlich der Ausfuhr. Die deutsche Delegation hat sich verpflichtet gesehen, die Vermeidung Jolcher Diskrimination auch für die Einfuhrzölle mit aller Entschiedenheit zu fordern. Welche verhängnisvolle Bedeutung die ungleichartige Behandlung gerade für Deutschland im gegenwärtigen Moment hat, das ist im folgenden an einigen Beispielen beleuchtet: Es gibt im Augenblic zwei Länder in der Welt, wohin eine deutsche Ausuhr überhaupt unmöglich ist. In diesen Ländern besteht Uebereinkunft in der Eisenbahnfrage. tehrstommission hat seine Arbeit im wesentlichen abgeschloffen. EntDer erste Unterausschuß für Eisenbahnverkehr der Bersprechend den deutschen Abänderungsvorschlägen wird beschlossen, daß zur schleunigen Wiederherstellung zum mindefter. des Borkriegszustandes auf dem Gebiete des internationalen Eisenbahnverkehrs die europäischen Staaten, die in Genua vertreten sind, mit größter Beschleunigung eine Ronferenz der technischen Bertreter aller Eisenbahnvertretungen einberufen sollen. der Wüſte. Eine Predigerin in der Wüste. Deutschnationale Stimme an die Agrarier. ein absolutes Einfuhrverbot für deutsche Produkte, während umgefehrt Deutschland diesen Ländern bie Meistbegünstigung zu gewähren hat. Ein anderes Land hat Spezialzölle von solcher Höhe gegen Deutschland er= richtet, daß sie praktisch einem Einfuhrverbst gleichkommen. Ein drittes Land zieht einen Balutazuschlag für deutsche Waren vor, bei dem die deutsche Reichsmart einem Werte von 12 000 amerikanischen Cents, b. h. der Hälfte ihres Frie Im Scherlschen Tag" nimmt heute eine Dame, Frau denswertes, gleichgesetzt wird. Da ihr wirklicher Wert heute Berta Hübner, das Wort, um den Landwirten vielleicht der fünfzigste Teil des Friedenswertes ist, ist diese Berechins Gewissen zu reden. Damit man sie nicht mißverstehe, nung eine Diskrimination, die den deutschen Außenhandel völlig bemerkt sie vorweg, daß sie vom Lande ist, und daß sie droffelt. Ein viertes Land, das bei uns gleichfalls die Meistbegünsti- aur Deutschnationalen Boltspartei gehöre, fich gung genießt, erhebt auf baumwollene Handschuhe für 100 Rilo- also von parteipolitischer Gegnerschaft nicht die Hand führen gramm einen Zoll von 15 000 Frants, während die entsprechende laffe. Einfuhr aus anderen Ländern mit 900 Franks belastet ist. Bei elet" Diese deutschnationale Dame wendet sich gegen die frampfhafte Beweisführung, mit der die Agrarier die Umlageverfahren zu befämpfen pflegen. Der Augenschein preche gegen diese Beweife". Bieles, was man auf dem Lande sehe, sei ungesund: Frau Hübner ist an sich keine Freundin der Zwangswirtschaft, aber, erklärt jie, als Hausfrau wird man jezt gewungen fie zu schäzen. Das schönste Beispiel seien o hat man früher versprochen, dann höre das Bolonäfenja die Kartoffeln. Wenn die Zwangswirtschaft beseitigt ist, so stehen auf und die Preise würden erträglich bleiben. Man fann heute halb Berlin nach einem Korb Kar toffeln ablaufen, und mit Zucker ist es dasselbe. Solange die Zwangswirtschaft den Butterverkauf regelte, bekam auch ein Nichtschieber ab und zu ein paar Gramm Butter auf den Tisch. Heute müssen auch die kleinsten Kinder der auf fnappen Berdienst gestellten Beamten Margarine effen...." Die deutschnationale Frau Hübner wird mit ihrem Appell an die Landwirte eine Predigerin in der Wüste bleiben. Das Interesse am ,, Berdienst" ist auch in den agrarischen Kreisen so stark, daß alle Erwägungen über die Not der proletarischen Städter so wenig zur Geltung fommen, wie etwa Gedanken über die Not des Baterlandes. Der erste Grundsag heißt bei ihnen heute, nach der deutschen Revolution, wie zur Zeit vor der großen franzöfifchen Revolution: Bereichert Euch!" Daran ändern auch die wohlmeinendsten Stimmen deutschnationaler Hausfrauen nicht das geringste, solange nicht die Mehrzahl der Wähler mit diesem Bucher gesetzgeberisch endgültig aufräumt. " Kartoffeln für Hochvaluta! Unter diefer Ueberschrift brachten wir in unserer Nr. 182 vom 18. April eine Notiz, die sich mit einem beabsichtigten Inferat der Firma Erich Gaede in Stettin beschäftigte und feststellte, daß Kartoffeln zwar für Hochvaluta, aber nicht für das Inland zu haben sind. Da- was nach unserer Faffung nicht berechtigt war wurde, die fragliche Firma habe inländische Kartoffeln in aus der Notiz der Vorwurf herausgelesen das Ausland verschieben wollen, haben unsere Stettiner Barteigenoffen sich mit der Angelegenheit weiter beschäftigt. Das Ergebnis war, daß die Firma Gaede den Nachweis erbrachte, daß die angebotenen Kartoffeln in Reval eingekauft und zur Durchführ Wir verdanten es also der gefegneten freien Kartoffelwirtschaft, die selbst die hiesigen Wucherpreise übersteigenden Breises nicht in Frage. bestimmt waren. Für das Inland famen fie wegen ihres hohen, eine Berbilligung von Einfuhrtartoffeln unmöglich macht, daß beut fche Händler zwar im Ausland faufen und die hochvalutigen Länder beliefern fönnen, daß aber das Inland unter Kartoffelnot leidet. trischen Glühbirnen berechnet dasselbe Band für 100 Kilogramm auf die deutsche Einfuhr einen Zollzuschlag von über 5000 Frants, d. b. auf den Verkaufspreis der einzelnen Lampe wird rund 1,25 Frants zugeschlagen. Jeder Unparteiische muß zugeben, daß unter folchen Bedingungen tein Land feine normale Produffion wiederherstellen Nicht, daß der Landwirt heute verdient", wie Herr SchmidtTann. Unter solchen Umständen laffen sich auch die auswärtigen hals( der vorher im„ Tag" sich geäußert hatte) es verhüllend be zeichnet, ist das Schlimme. Es will zwar einem normalen Berstande Schulden nicht vermindern. Sie steigen im Gegenteil als Wirkung toenig einleuchten, wie nach einem verlorenen Kriege, in dessen der immer steigenden Bassivität der Handelsbilanz. Die Rauffraft der immer steigenden Passivität der Handelsbilanz. Die Rauftraft Lasten sich das ganze Bolt teilen follte, die an sich am sinkt notwendig in Ländern, denen auf dem Weltmarkt eine solche besten und sichersten gestellte Schicht des Boltes so üppig gedeihen Behandlung zuteil wird; anstatt auf den doppelten Umfang feiner fann.... Indessen schlimm ist, daß die riesigen Ronjunt. heutigen Größe zu wachsen, wie es zur Abtragung der Zinsen der Weltschuld notwendig ist, schrumpft damit die Aufnahmefähigkeit des turgewinne als eine unbedingte wirtschaftliche Notwendigkeit Weltmarktes nur noch weiter ein. Das Londoner Memorandum schränken könnte, sozusagen als ein Bergehen an der Zukunft des hingestellt werden und daß jede Maßregel, die diese Gewinne beberücksichtigt in der erwähnten Anmerkung die rein fommerziellen deutschen Bolles beurteilt und verurteilt wird. Die Behauptung, Borzüge der allgemeinen Meiftbegünstigung. Deutschland verlangt daß diese Gewinne produktionsfördernd wirften und also nach der Wiedereinführung dieses Grundfahes, nun endlich die welt- volkswirtschaftlich unbedingt zu begrüßen feien, gewinnt ein mert wirtschaftliche Möglichkeit zu finden, feine internationalen Berpflich- würdiges Ansehen, wenn man meiß, wie sie verwandt werden. tungen zu erfüllen und mehrere Jahre nach dem polififchen Friedens- Ein Better, der ein mittleres Bauerngut sei eigen nennt, ernistischen Arbeiterzeitung von Mühlheim- Ruhr( RAPD.- Linteon schluß der Welt endlich den Wirtschaftsfrieden wiederzugeben. zählte mir jüngst, er stede seine Verdienste doch wenigstens in die Wirtschaft und den Boden hinein, die meisten im Dorfe pfropften fich die Stuben voll kostbarer Möbel, klaviere oder legten ihre Scheine in Brillanten und anderen„ Goldwerten an, und doch muß auch befagtem Better noch ein anständiges Stück Geld übrigbleiben, denn er will jetzt ein herrschaftliches Gut erft pachten und dann laufen. Soll etwa auch so etwas noch Produktionsförderung In der Unterausschußßigung der Wirtschaftskommission wurde ein Protokoll vorgelegt, das nach einer WTB.- Meldung der Hauptsache nach und in Berücksichtigung des deutschen Standpunktes folgen des besagt: Die Experten betrachten sich nicht als tompetent, die Frage zu entscheiden, ob die vorgelegte Resolution in der Form heißen? eines Uebereinkommens oder einer Empfehlung anzunehmen] Aus der Lehrzeit eines Waisenknaben. Bon Max Porzig. In den nächsten Tagen kann ich mein 25jähriges Jubiläum als Schriftfehergehilfe feiern. Da dieses Jubiläum beinahe auf den Tag mit den Rundgebungen für den Jugendschutz zusammenfällt, dürfte es angebracht sein, einige Erinnerungen aus der Lehrzeit hier zu erzählen. Eigentlich hatte ich Lehrer werden sollen. Aber ein Onkel, der es vom Schriftsetzer zum Redakteur und später zum Besizer eines tonfervativen Kreisblattes gebracht hatte, reizte mich an, es ihm nachzutun. Zudem hoffte der Lesefrohe, als Schriftfeßer der Leseleidenschaft rückhaltios folgen zu dürfen. " Die 4. Internationale meldet ihre Geburt an in der Kommu Zur Gründung an sich wird gesagt, die Sowjetregierung sei nach Genua gegangen, um die Einheitsfront des Weltkapitalismus gegen das Proletariat herzustellen, dem gleichen Zweck habe auch die Berliner Konferenz der 2., 2%. und 3. Internationale gebient. Aber die Internationale ist tot, es lebe die Internationale", und zwar ift fie auf einer Berliner Konferenz der linken KABD.- Gruppen ins Leben gerufen worden. Ihr gehören an die RAPD.- Linke Deutschlands, die kommunistischen Arbeiterparteien Hollands und Bulgariens und die Sylvia- Pankhurst- Gruppe der englischen Rom Die meisten Städter, fährt Frau Hübner fort, haben ein| munisten. atmeten beim Ausblafen der verschmußten Seßfästen den giftigen vollkommen sind. Ganz ähnlich zumindest ist es um die technischen Zwischenpausen jämmerlich verprügelt. tischen Bedürfnis nicht mehr genügen, und das Leben der Fabrikanlage ist ohndies furzfristig. Bleiftaub ein und wurden zum Lohn dafür in nicht allzu langen Bauten bestellt! Eiferne Hallen verschwinden, wenn sie dem prat. " Da ich Waisenjunge war, bildete ich ein ganz besonderes gefügiges Ausbeutungsobjekt. Meine Klagen beim Onkel hatten regel- Birtung der Eisenhüttenwerte, der großen Werften, fann dämonisch Alle diese Bauten find eben nicht für die Ewigkeit gedacht. Die mäßig zur Folge, daß ein falbungsvoller Brief mich zu einem christ- sein; im wahren Ginne fünstlerisch, also göttlich. ist sie nimmerlichen Lebenswandel anhielt und mir ich weiß nicht aus welchen mehr! Wie die Menschen denken, so werden ihre Schöpfungen; das Diese Briefe, bie später, als meine Klagen immer dringender wurden, Römer, baß viele alte Brücken oder Befestigungen eine ewigere Busammenhängen vor der Sozialdemokratie gruselig machte. für die Ewigkeit gedachte wirft ewig. Daß die Aquädukte ber wahre Verdammungsepiftet für mich bildeten, reizten mich dazu, Wirkung, um mich so auszudrücken, ausstrahlen, liegt an der Geverstohlenerweise das einzige gehaltene sozialdemokratische Blatt sinnung derer, die sie schufen. Sie glaubten daran, daß sie Ewigregelmäßig aus dem Makulaturhaufen der Redaktion herauszufuchen feitswerte fchaffen müßten; in diese Schöpfungen trat etwas von und es in den Nachtstunden gierig zu lesen. Diese Lektüre ließ der 3wedlosigkeit mit ein, die der wahren Kunst eigen ist. Alles mich zuerst des Unrechts bewußt werden, das in der Druckerei an Mensch zerstört sie selbst rüdsichtslos, wenn fie feinen Zweden nicht Technische, und damit jede rein technische Form, ist vergänglich, der Die konservative Druckerei der Heimatstadt, die den Waisen den jungen Menschen verübt wurde. Und als ein Lehrkollege an mehr dient; die Kunstform ist ewig und wird nicht ohne Schaden jungen als Lehrling aufnahm, beschäftigte ausschließlich Schuster, der Schwindsucht zugrunde ging, flagte ich meinen chriftlichen Lehr vernichtet. Mit ihr verschwindet ein Teil Schönheit aus der Welt, " Nichtverbandsmitglieder". Im Laufe der Zeit, die ich mit vielen herrn als seinen Mörder an.- Freilich nur in meinem fie fommt aus der Liebe und nicht aus dem rechnenden Berstand." Leidensgenossen in diesem Kunsttempel zurüdlegte, zogen allerdings Herzen. Das Waisenhaus war nicht geeignet gewesen, das Rüd. Bolschewistischer Diamantenhandel. Seltsame Enthüllungen verschiedene Berbandsmitglieder verdedt" in die Bruchbude", wie grat zu stärken, aufrechte Menschen zu erziehen. über die Krisis des Edelsteinhandels im Zusammenhang mit dem fie die Druckerei nannten, ein. Sie warben für den Verband der Die Lehrzeit ging, wie alles auf der Welt, trotzdem vorüber. Bolschewismus machte in fachkundiger Mitarbeiter der Revue Deutschen Buchdrucker und hatten meist die Genugtuung, fchon nach Aber nicht eine Minute blieb ich trotz der Mahnung des Onfels als mondiale". Die üble Lage dieses Marktes, der ohnehin schon durch recht furzer Zeit mit Glanz aus dem Geschäft hinauszufliegen. Es Behilfe in der Druckerei. Wie ich mich später trotzdem als Schrift die Schließung der südafrikanischen Minen beeinträchtigt war, hai war eben eine ideale Zeit für alle Ausbeuter. Die Arbeiterbewegung feger durchwürgte, das zu erzählen sei vorbehalten. Hier sollte nur noch eine weitere Verschärung erfahren, und zwar durch einen war noch viel zu schwach, um mit den Ausbeutern fertig zu werden. gezeigt werden, wie die Verhältnisse für den Lehr- Fattor, auf den man am allerwenigsten gefaßt sein konnte: die Bon einer geregelten Arbeitszeit fonnte unter diesen Umständen ling aussehen würden, wenn nicht die Sozial. Ueberschwemmung mit Edelsteinen, die sich aus dem ruinierten Ruhüberhaupt keine Rede sein. Der Prinzipal bestimmte Anfang und demokratie an Einfluß gewonnen und besonders den land über die Märkte von London und Baris ergoß. Die Sache Schluß. In seiner Gegenwart wagte tein Gehilfe, Feierabend zu jungen Menschen vor einem gewissen und schamlosen Ausbeutertum begann damit, daß ruffische Flüchtlinge fich im Ausland der mit genommenen Jumelen mit einer Leichtfertigteit entäußerten, als wenn es sich um wertlosen Land gehandelt hätte. Aber viele hatten nur einen Teil ihrer Juwelen mitnehmen fönnen und den Rest in sicheren Bersteden in Rellern und Wäldern in der Heimat zurüd laffen müssen. Der verhängnisvollste Schlag wurde dem Edelstein. handel indessen durch die Ausfuhrtätigkeit der Sowjets verseßt, die die großen Bestände von Jumelen, die sie beschlagnahmt hatten, durch Agenten in London und Paris in den Berkehr brachten. Er. flärten sich doch selbst viele Industrielle bereit, sich angesichts der Wertlofiakeit des russischen Rubels ihre Rechnungen in Edelsteinen oder Gold bezahlen zu laffen. In Reval wurde ein Lager der von Riften und Raften Diamanten, Berlen, Smaraade, Saphire zu den Sowjets enteigneten Reichtümer eingerichtet, wo sich in großen alizernden Bergen türmen, deren Glanz an eine Schaktammer aus Taufend und eine Nacht gemahnt. Zuverlässigen Schätzungen zu folge ift der Wert des bisher verkauften Beuteteils des Sowjets auf annähernd 400 Millionen Francs zu berechnen. Bolfsbühne E. N. Das aum 30. April im Tbeater am Blowblat geplante Konzert( Fault Berdammung") muß ausfallen. Bereits gelöste Starten werden zurüdgenommen. machen. Die zahlreichen Lehrlinge wurden zu allem möglichen angehalten. Vor allem mußten sie Mitglied des christlichen Jünglingsvereins werden. Daß dieser Verein sich jemals um das Wohl oder Behe seiner Mitglieder bekümmert hätte, ist mir nie befannt geworden. Zu dem war der Druckereibetrieb in allen möglichen Kirchenämtern und in firchlichen Dingen tonangebend. geschützt hätte. Die jungen Arbeiterinnen und Arbeiter, die sich in der Arbeiter jugendbewegung zufammenfinden, werden in Gemeinschaft mit der übrigen organisierten Arbeiterschaft für alle Zeiten eine Rückkehr solcher jammervollen Ausbeutungsmöglichkeiten junger Menschen verhüten. Die Arbeitszeit der Lehrlinge richtete sich nach der Fertig stellung und dem Bersand der Zeitung. Die Jungen mußten die Poelzig über Technik und Kunst. Können Werte der Technik Beitung einlegen, faizen, verpacken usw. Jedenfalls fam feiner der zugleich Runstwerke sein? Und wie find die Bereiche der Technik Behrlinge vor abends 9 Uhr aus der muffigen, von keiner Gesund Problem beschäftigt sich der bekannte Architekt Hans Boelzig in und Kunst gegeneinander abzugrenzen? Mit diesem schwierigen heitsvorschrift beeinflußten Druckerei. Samstags wurde es regel einem Auffaß über Architekturfragen, den er im" Kunstblatt" vermäßig später. Sonntags mußten Maschinen und Winkelhafen geöffentlicht. Die rein technischen Bauten, eiserne Hallen, Silos," putzt werden. Dafür durften wir aber auch morgens zur Reini- schreibt er, verdanken ihr Entstehen technischer Ueberlegungen auf gung des Lokals eine Stunde früher anfangen als die Gehilfen. mathematischer Grundlage, mit leisen Korrekturen. Die Grundlage Es tam vor, daß auch einmal ein Lehrling auslernte, der die der Entstehung dieser Bauten ist die gleiche, wie bei allen anderen einfachsten Grundbegriffe feines Handwerks erlernt hatte. Das war rein technischen Schöpfungen unserer Zeit. Und wenn man von dann der Fall, wenn ein halbwegs intelligenter Bater so gegen diefen anderen, den Fahrrädern, Autos, Schiffen usw. ausgeht, so Schluß der Lehrzeit energisch darauf drang, daß der Junge nun end. wird der Bergleich mit den eigentlichen Schöpfungen der Kunst lich auch einmal ein wenig in dem Beruf beschäftigt wurde, der ihn leichter. Alle diese Dinge dienen einem rein praktischen Bedürfnis später ernähren sollte. Die Lehrlinge ersetzten die Einlegerin, den jogar durchaus organisch wirkende Form, aber sie verschwinden restdes Menschen. Sie erreichen eine eindeutige, durchaus befriedigende, Ausläufer, das Dienstmädchen, hüteten die verwöhnten Kinder des los aus der sichtbaren Welt, wenn sie das praktische Bedürfnis des Besizers, holten für die Gefellen Schnaps und Schnupftabat, Menschen nicht mehr befriedigen, zugunsten anderer Formen, die Deutsche Künstler von Vern eingeladen. In Trugillo in Bers oll ein aroßes Freibeitsdenkmal errichtet werden zum 100jährigen Subiläum Bildhauer besonders eingelaben: Karl Albiker und Beora Brba in Dresden bewerb hat das peruanische Konsulat in Dresden fünf hervorragende deutsche der Unabhängigleitserklärung des Landes. Zu dem internationalen Wett Hermann Hahn in München, Hugo Lederer in Berlin und Hubert Reger in Düsseldorf tandgerichtsöirekkor Srofta. JH» priuFlsch« Justiz erfflUt auch große nationale Aufgaben. Da« bewies bei der heutigen Fortsetzung bei der Iustizkritik im Landtag Tenosse heilmann durch einen kurzen Hinweis auf den Fall Krosta. Herr Landgerichtsdirektor Krosta in Gleiwitz ist jener liebenswürdige Herr, der in seinem Amtszimmer ein Bild hängen hat, auf dem zwei Bauern an Kopf und Schwanz einer Kuh kräftig ziehen, während unten ein Mann in der Anwaltsrobe die Milch in seinen trog laufen läßt. Damit niemand den Sinn der Zeichnung mißverstehe, steht darunter:.Inzwischen melkt in guter Rah der Advokat die seile Kuh." Dieser Herr Krosta ist wegen Be- leidigung der Anwälte bestraft worden— nicht doch, der Rechts- anwait und Notar Fröhlich in Gleiwitz ist bestraft worden wegen Beleidigung des Landgerichtsdirektors Krosta. Fröhlich hatte näm- lich behauptet, nachdem Krosta in einem bestimmten Fall- zweimal hintereinander durch das Oberlandesgericht hatte korrigiert werden muffen. Krosta widersetze sich aus Eigensinn der richtigen Einsicht. Natürlich mußte man das dem Fröhlich anstreichen, der Krosta ist weiter Landgerichtsdirektor in Gleiwitz. Das muß er auch möglichst lange bleiben, hat er doch mitten im Abflimmungskampfe um Oberschlesien im Gerichtssoal das Diktum von sich gegeben, die Oberfchlesier sagten nicht gerne die Wahrheit und neigten zu Lüge und Meineid. Eine Zeugin, die er früher einmal oerurteilt hat, schrie der Herr Land- gerichtsdirektor an:.was, Sie kommen heute ausnahmsweise aus die Zeugenbank, stall aus die Anklagebank?" lind in diesem Stil hilft der wackere Jurist weiter das bedrohte Deutschtum retten. In dem Prozeß gegen den Rechtsanwalt Fröhlich hat Land- gerichtsdirektor Krosta ausgesagt, er habe an dem oben geschilderten Advokatenbild in seinem Amtszimmer nichts Anstößiges gefunden. Darauf erwiderte der Verteidiger des Angeklagten, der demokratische Abgeordnete K o ch m a n n, es sei ein wahres Glück, daß d i e Scheuerfrau des Landgerichts feinfühliger ge- wesen und an der Zeichnung Anstoß genommen hätte. Woraus her- vorgeht, daß Scheuerfrauen manchmal mehr Taktgefühl haben als Landgerichtsdirektoren. Als unser Redner im Landtagsausfchuß diese Schlußfolgerung zog, klang das den Herren Juristen nicht an- genehm, aber sie tonnten es nicht gut bestreiten. Juden, Deulschvölkische und Staalslnkereffe. Der demokratische Abgeordnete Berndl las heute aus einem Urteil einen Passus vor, in dem es heißt, der deutschvölkische Angeklagte verdiene den Schutz des Gerichts: denn er wäre von den Juden verfolgt, weil sie in ihm einen Mann fürchten gelernt hätten, der ihre staatsauflösenden Tendenzen ent- hülle und bekämpf«. In einem Beleidigungsprozeß, den der.D o r w ä r t s"- R e- dakteur Abg. Kuttner angestrengt hat, hat in der Urteils- begründung der Vorsitzende erklärt, der Ausdruck schwarz- haariger Gallzier könne nicht als unangebracht be- trachtet werden, weil Im Feuilleton des.Vorwärts" irgendein Kuttner völlig unbekannter Mitarbeiter angeblich den 90. Psalm parodistisch umgedichtet hätte:.Das ist nicht deutsch, sondern echt jüdisch, uns durch Parodierung der Psalmen das Christentum verekeln zu wollen." Der treffliche Amtsgerichtsrat, der so sprach, hat natürlich mit Recht am 1. April bei der deutschvölkischen Bismarck- feier auf dem Brocken die Festrede gehalten. Aber peinlich ist es doch, daß er nicht gewußt hat, daß die Psalmen im jüdischen Alten Testament stehen. Diese Fälle sollen Indessen nur den klassischen Fall des Stadt- verordnetenvorftehers Kaufmann Baum aus Arys in Ostpreußen einleiten. Die„Aryser Zeitung" beschimpft fortdauernd die dort wohnenden Juden als Wucherer, Drückeberger und re- volutionäre Demagogen. Der Staatsanwalt lchnt� ein Einschreiten im öffentlichen Interesse ab. Sieben jüdische Bürger von Ary» beschritten den Weg der Prioattlage. Am 26. INai 1921 war Verhandlungstermin vor dem Schöffengericht. Unter den Zeugen war auch Sausmann Baum, der eidlich aussagte, er habe wiederholt au Minderbemittelte Geld zum Ankauf von Sarlosscln gegeben, aber stet« ohne Zins und ohne Unterschied der Varlei. So z. v. an den deutschnatioaaleu Zeugen Baugewerksmeister Godziewski. öer Justiz. Nach Schluß der Beweisaufnahme siel dieser Godziewski siber Baum her. schlug ihn hinterrücks über den Kopf und stieß ihn die hohe glatte Steintreppe hinunter. Baum stellte Strafantrag und bat um Einschreiten im öffentlichen Interesse. Der Oberstaatsanwalt in Lyck lehnte das Einschreiten ab. Aus Beschwerde wies ihn der Oberstaatsanwalt in Königsberg an, die Ermittlungen erneut aufzunehmen. Sie endeten damit, daß Godziewski einen Straf- befehl über SV M. erhielt. Inzwischen hatte Godziewski auch gegen Baum Straf- a n t r a g wegen Beleidigung gestellt: er fühle sich durch die Angaben Baums über das Karwffeldarlehen beleidigt. In diesem Falle griff der Oberstaatsanwalt sofort ein und nahm im öffentlichen Interesse die Klage gegen Baum auf. Er erließ aber nicht etwa einen Strafbefchl über 50 M., sondern veranlaßt« einen Eröffnung?- beschluß und Ansetzung einer chauptverhandlung. um die fürchterliche Beleidigung des deutschvölkischen Mannes durch den Juden Baum zu rächen. Auf die Beschwerde des Baum erfolgte am 4. November 1921 folgende Ankworl des Oberflaatsanwalks: „Nachdem in Ihrer Anzeigesache in Sachen Godziewski wegen Beleidigung infolge Ihrer Beschwerde auf Anweisung des Herrn Generalstaatsanwalts in Königsberg von Amts wegen eingeschnitten worden ist, weil die beleidigenden Aeuherungen(es handelte sich, wie gesagt, um Faustschläge und die Treppehinunterwerfen) i„. Ge- richtsgebäude gefallen waren, im Gcrichtsgebäude aufhaltsame Per- sonen aber zwecks Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung in dem- selben vor Beleidigungen geschützt werden müssen, war es für die hiesige Staatsanwaltschaft doch selbstverständlich, daß in der gleich- liegenden Anzeigesache Godziewski gegen Sic nunmehr ebenfalls öffentliches Interesie angenommen wurde. Sie haben bei dieser Sachlage keinerlei Anlaß zu einer Beschwerde über ungleichmäßige Behandlung.(!) Weshalb schließlich der inzwischen von hier ver- setzte Dezernent der Staatsanwaltschaft gegen Sie Anklage erhoben hat, statt einen richterlichen Strafbesehl zu beantragen, ist mir nicht bekannt. Ich nehme aber an, daß er es getan Hot, um Ihnen eine eingehende Erörterung des Falles vor Gericht zu ermöglichen oder weil er angenommen hat, daß Sie sich bei dem Strafbesehl doch nicht beruhigen würden." So, Herr Oberstaatsanwalt Hoeber in Lyck. Soll man darüber weinen oder lachen? Die verlorene Handschrift. Im Jahre 1920 traten die Arbeiter von Flensburg unter Führung des Architekten R e k o w s k i in einen D e m o n- st r a t i o n s st r e i k. Die Rechtsparteien traten in einen Gegen- streik, den Amtsgerichtsrat Schulz leitete. Nach Streik-Ende schickte Schulz dem Rekowski wegen des Streiks Strafbesehl über Strafbefehl. Darüber führte in der Landesversamm- lung der sozialdemokratische Abg. H e i l m a n n Beschwerde. Das Justizministerium sucht seit 2 Jahren die Strasbesehle. von denen Abschrift ihm heule zum drittenmal überreicht worden ist, hat sie ober bisher nicht finden können. Vor einigen Monaten hatte Rekowski auf der Straße einen Zusammenstoß mit einem Lehrer. Er stieß den deutschnationalen Mann aus Versehen an und entschuldigte sich unter Abziehen des Hutes. Der andere nahm den Stock und schlug ihn über den Schädel, daß er 8 Tage lang krank lag. Daraus wurde nicht etwa der schlagfertige Lehrer, sondern Rekowski angeklagt und unter vem Verdacht des— L a n d f ri e d e n b r u ch s in Untersuchungshaft genommen. Natürlich mußte die Untersuchungshaft auf Beschwerde sofort aufgehoben werden, weil überhaupt gar kein An- Haltspunkt für dos Vorliegen eines Landfriedenbruchs gegeben war und ebensowenig Fluchtverdacht irgendwie begründet werden konnte. Rekowski wollte nun Schadenersatz wegen unschuldig erlittener Untersuchungshaft und beantragte zu diesem Zweck Akteneinstcht. Diese wurde ihm indessen mit der Begründung abgelehnt, daß über das ganze Verfahren Gerlchtsokken überhaupt nicht vorhaude« feien Auch diese verlorene Handschrist wird noch immer vergeblich gesucht. Das sind einige Genrebilder aus der preußischen Justiz, gezeich- net nach den jüngsten Beratungen des Iustizetats. Kavallerie gegen Sozialüemokratke. Ei« preußischer General verherrlicht Frankreich. Die„Kreuzztg." hat die nützliche Aufgabe, dem deutschen Volk zu zeigen, wie es in den Köpfen der Leute aussieht, die früher einmal Deutschland regierten. Sie erwirbt sich in dieser Richtung ein neues Verdienst, in dem sie jetzt mit dem Ab- druck einer Artikelserie beginnt:.Die Sozialdemokratie und ihre Wirkungen im Lölkerleben. Vom General der Kavallerie Freiherr« v. L i e t i n g h o f f." Nachdem dieser General das übsiche Lob der guten alten Zeit gesungen, fährt er fort: Im schroffsten Gegensatz dazu steht die Sozialdemokratie. Arbeit und Hingabe des einzelnen an Staat und Vaterland kennt sie nicht. Für sie ist der Staat die Futter- krippe, um aus ihr möglichst viele materielle Dortelle für die Partei, noch mehr für den einzelnen zu ziehen. So benützt ein Pensionär der Republik seine freie Zeit, um Tausende und aber Tausende seiner Volks- genosien, die hingebungsvoll für die Sache der Deutschen Republik arbeiten, zu beschimpfen. Der sehr national gesinnte Herr findet dann weiter, daß die Deutschen viel schlechter sind ols die Fran,zosen, denn bei diesen findet die.sozialdemo- kratische Verhetzung ihre Grenzen an der besten Eigen- schaftderFranzosen.an deren brennendem Rational- gefühl. Weiter heißt es wörtlich: Es Ist in Frankreich unmöglich, daß im Interesse des Inter- Nationalismus der einzelne oder irgendein« Partei mit dem Landes- feind konspiriert. Zu Beginn des Krieges 1914 wurde Zaure» ermordet. Dieser nationale Patriokivmus. der in ollen Franzofen lebt, hat dos Volk bisher vor den schlimmsten Folg-m der sozial- demokratischen Lehren bewahrt. Prachtvolle Leute, diese Franzosen! Sie haben Iaurös ermordet! Aber tut nicht Herr v. Vietinghoff seinen „Deutschen" unrecht? Haben sie das nationalpatriotische Mordgeschäft nicht noch weit besser besorgt? Der General hält sich jedoch bei solchen Gedankengängen nicht auf, sondern geht dazu über, das soziale Leben in Frankreich und Deutsch- land zu schildern: In. blauer Bluse mit Holzschuhen in der Sonne zu sitzen und abends beim Glase Absynth im Wirtshaus und dabei zu politisieren und sich über die Wahl der Deputierten aufzuregen, sind die Genüsse des Lebens. Das sind nicht gerade hochgesteckte oder gor ehrgeizige, fondern mehr als bescheidene Lebensziele, aber es liegt ihnen ein gesunder Gedanke zugrunde, nämlich der, in der Jugend zu arbeiten, um im Alter ruhen zu können. Bei uns ist feit der Revolutton das Gegenteil eingetreten. Die unreife Jugend verdient überhohe Löhne, um sie ausnahmslos oft in liederlichster Weife zu vergeuden. In den Familien ist wachsende Not und die Alten darben, hungern und verhungern. Das war stüher nicht so und ist auch ein Ergebnis sozialdemokrclischer Lehren. Von diesen Sozialdemokratei., die prassend und schwel- gelnd ihre Eltern verhungern lassen, ist natürlich auch nichts anderes zu erwarten, als daß sie das Vaterland verraten. Sie haben— hier hört der General auf,-originell zu sein— durch den Dolchstoß in den Rücken des siegreichen Heeres den Ver- lust des Krieges absichtlich herbeigeführt. Hunderttausende von Sozialdemokraten modern in den Massengräbern des Weltkriegs. Herr v. Vietinghoff lebt erfreulicherweise, bezieht seine Generalspension und schreibt über die Sozialdemokratie, die. das Vaterland verraten hat. So zeigt die.Kreuzzeitung" an einem wahren Pracht- exemplar, welches Gemisch von sittlichem Tiefstand und geistigem Unvermögen Deutschland bis zur Revolution regiert hat. Die französischen Republikaner aber können an dem begeisterten Lob, das ihnen dieser preußische General zollt, wirklich ganz genau erkennen, wohin sie geraten sind. Brenhlscher Skaalsrak. Wie der Präsident in der lehien Sitzung de* Preislichen Staatsrats mitteilt, bat Reichstagspräsideut Lobe wegen SrbeitSüberbürdung seinen Sitz im Staatsrat aufgegeben. An feine Siecke tritt Landrat Seibold(Soz.). Der musikalische knolcn. Ein angehender Operettenkomponist, das melodienschwere Haupt von prachtvoller Mähne umwallt, sitzt mit seinem Lidrettisten in der Oper. Es wird Puccini gespielt. Als eine leichtflüssige Melodie vom Orchester her erklingt, meint Bodo, der Librettist: „Du, Leonardo, die Melodie mußt du dir merken." Leonardo blickt verstört aus. Nach einem Weilchen fällt Bodo, dem Listenreichen, auf, daß Leonardo sein Taschentuch hervorgezogen hat und daran dreht. „Was treibst du denn da?" fährt er ihn barsch an. „Einen Knoten muß ich mir doch machen," erwidert weich- schwärmerisch Leonardo. „Wozu willst du dir denn einen Knoten machen, mein Lieber?" „Auf daß ich die Melodie nicht vergesse...1" Flugformen der Vögel. Bei der zu erwartenden wärmeren Witterung wird sich auch Gelegenheit bitten, wieder die verschiedenen Flugfiguren der Vögel zu beobachten. Neben dem meistverbreiteten regellosen Haufen, den wir wohl am meisten von unseren Tauben- schwärmen kennen, auch von den Staren, Schwalben und anderen Tieren, fallen besonders zwei Formen auf: die gerade Linie und die Winkelform. In gerader Linie nebeneinander fliegen z. B. die Brachvögel, von südlichen Dögeln der Ibis. Die Winkelform, manchmal auch doppelt, wie ein lateinisches W anzusehen, kennen wir von den Wildgänsen, den Kranichen und einigen anderen. Was veranlaßt die Tiere zu solcher regelmäßigen Flugordnung? Man hat gemeint, daß damit eine Erleichterung des Fliegens erreicht werde, aber offenbar ist»s doch ganz falsch, den aus lauter ein- zelnen Tieren bestehenden Winkel wie einen zusammenhängenden Keil aufzufassen, der die Luft leichter durchschneidet als andere Formen. Auch kann man nicht annehmen, daß der von den vorauf» fliegenden Dögeln erzeugte Luftstrom etwa den folgenden auswärts treibend zugute käme. Nach dem bekannten Vogelkundigen v. Lucanus ist der einfache Grund der Anordnung der, daß ein guter Flieger als Schrittmacher dient, die anderen aber, die ihm folgen, doch auf einen freien Ausblick Gewicht legen, sowie aus Vermeidung des Aukprallens, falls der Vordermann aus irgendeinem Grunde die Geschwindigkeit verlangsamt. Es wird darauf hingewiesen, daß auch der weltbekannte Gänsemarsch keine schnurgerade Linie bildet, sondern ein ständiges Abweichen recht» und links erkennen läßt. Im Großen echaulvielbuttie findet Donnerstag die SV. Aufiührtmg 8on Büchners, D a n 1 o n S Tod' statt. Giue Kunft-Ttiftung für München-Nladdaih. Der jetzig« Leiter des Anger-MuIeumS in Erfurt. Dr. Walter KaeSbach, der an der Berliner Nalionalgalerie viele Jahre tätig war, hat seiner voleriiadt Müncken-GIad- dach leinen Besitz an moderner Kunst geilifiet. BS find 8S Bildrr unter anderem»on RoblfS, Nauen, Heckel. Kirchner, sieininger. Die Stadt hat, wie das.Kunstblatt' derichlet. tür die Stittung bereits Räume zur Ver- fügung gestellt; Suttitsteunde haben zum Ausbau der Sammlung Äittel ausgebracht. Ter 24. Kongreft der Teutsche» SetrNschaft für innere Medizin wurde Montag im Wiesbadener Kurbause eröffnet. Drei große Sammel» reserate fLeberkraiiffieiten. SbmPathitcheS Nervensystem und Zirbetdrnie) sowie 137 Sinzclvorträge auS der inneren Klintf find vorgeieben. Di« Milgliederliiie de? KongirfieS dürfte wob! all« wtsfe»Ichaf>lich forschenden und inlcrefsiertcn iunerin Mediziner Deutschlaud» umjajjen; dazu hervor- »ogmde tilmtter des UutlandeS. Die(Drganisation üer Seamtenräte. Im Reichstagsausschuß für Beamtenangelegenheiten wurde am Dienstag mit der Beratung des Gesetz- entwurses über Beamtenvertretungen begonnen. Er legt Wert darauf, daß die Beamtenräte nicht so groß werden und damit Gefahr laufen, sich in parlamentarische Erörterungen zu verlieren, statt praktische Arbeit zu leisten. Bei Besprechung einer Reihe von Begrisfen, die sich aus dem Betriebsrätegesetz ergeben und die sinn- gemäß auf dus Beamtenrätegesetz angewandt werden sollen, machte Ministerialrat Roser ausführliche Bemerkungen über das bis- herig« Verfahren des Reichsverkehrsministeriums gegenüber dem dort schon bestehenden Hauptbeamtenrate. Bei der Abstimmung über die einzelnen Paragraphen wurde zu§ 9 gemäß einem An- trage des Abg. Dreunia Herrnfeld Sandrock. Bertens Trianon- Th. SCALA Casino- Theater Täglich 8 Uhr Tägl. 8 Uhr Der Vulkan Internas. Lustspiel v. L Fulda Eugen Burg Limburg JunkermanR Lothringer Str. 37. Tgl. 73/4 Der neue schlager Ger Heffeans Afrika Vorber vollständig neuer Tell Volkstüml. Preise Stg. 32: Der starke Herri Varieté Singspiel Letzt.Rose Dirig. Prof. Richard Ragel 4. Abd. Sol.. F.Kwast Am Freitag Hodapp, KlavierVersuch des Mexik. Szeny, sich aus 10facher Poll. zelfessel zu beireien! Konz. G- dur; 4. Sinf Ant 8. Eintr. 10 M. Primus 120 Polizei- Palagi beamte a Berlin werden diese gewalt. Leistung des Ausbrecherkönigs überwach. Außerd. Circus- Sensat Störtebeker. der seeräuber Reichshallen Th. Allabendl 7 Uhru Sonnt. Bachm. 3 Uhr Stettiner Sänger Nachm. halbe Pr. Lichtspiele Potsdamer Str. 19 Ecke Margaretenstr. Uraufführung! Krawattenmacher Die Wucherer von Berlin! Emil Justitz Regie Vorstellungen: Theater des Ostens ( Rose- Theater) 714 G Heirat auf Probe APOLLO 8 U. Theater& U. Dir. Jam. 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April, nachu. 2 Uhr, int Krematorium Baumschulenweg, Riefholzstraße, statt. Ferner starb am 24. d. M. unser Kollege, der Arbeiter WöhlertWilhelm Dreyer, Straße 14. Die Einäscherung findet am Montag. Den 1. Mai, nachm. 1 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Ghre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet 117 12 Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 83/85. Geschäftszeit vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr Zelephon: Anit Norden 833, 884, 835, 836. Donnerstag, den 27. April, abends 6. 2hr, in der Schulaula, Weinmeisterstraße 16-17: Branchenversammlung der Schuiftund Knopfarbeiter, Stanzer, Bresser, Juschneider und Arbeiterinnen. Geschäftsnummer: 149, B. 723. 21. 10. In der Privatklagesache der Firma ,, Massary" Zigarettenfabrik A.& B. Schlochauer. Berlin S 42, Ritterstraße 9/10, vertreten durch ihre alleinigen Inhaber Fabrikbesitzer Arnold Schlochauer und Bruno Schlochauer, ebenda, gegen Privatklägerin 1. den Stempelschneider Richard Parlow, Berlin, Wassertorstraße 42, 2. den Kaufmann Jani Panajotoff, Berlin, Alexandrinenstraße 28, Angeklagten wegen Vergehens gegen das Warenzeichengesetz hat das Schöffengericht in Berlin- Mitte in der Sitzung vom 21. Februar 1922 für Recht erkannt: Der Angeklagte Panajotoff wird wegen Vergehens gegen das Gesetz zum Schutze der Warenbezeichnungen zu einer Geldstrafe von 300 Mark, ersatzweise für je 10 Mark zu 1 - einem- Tage Gefängnis verurteilt. Zugleich wird bezüglich der im Besitz des Verurteilten befindlichen Gegenstände auf Beseitigung der widerrechtlichen Kennzeichnung: Caid und Massary- Classe, oder, wenn die Beseitigung in anderer Weise nicht möglich ist, auf Vernichtung der damit versehenen Gegenstände erkannt. gez. Steinhaus, Amtsgerichtsrat. Ausgefertigt Berlin NW 52, den 15. März 1922. gez. Staege, Kanzlei- Assistent, Gerichtsschreiber des Amtsgerichts Berlin- Mitte, Abt. 149. Deutsche Liga für Menschenrechte Tagesordnung: 1. Jahresbericht. Bersamml. Neue Welt Neuwahl der Branchenkommission. 27.4., 8 Uhr ,,, Deutsche 3. Brandjenangelegenheiten. Justiz?!" v.Gerlach it. Pünktliches und zahlreiches Erscheinen a. Redner, Gewert ist unbedingt erforderlich. Donnerstag, 27. April, nachmittags 4 Uhr, in den Musiker- Festsälen, Kaiser Wilheim- Straße 31: schaftsmitglieder 2 M. Heidelberger Branchenversammlung Radium der Zigaretten- Maschinenführer und Betriebshandwerker. Tagesordnung: 1. Bericht der Rommission. 2. Brauchen- und Betriebsangelegenheiten. 3. Berschiedenes. Buch und Karte berechtigen zum Eintritt. 117/11 Die Ortsverwaltung. Tuchfabrik- Niederlage Pastillen hergestellt a. der Heidelberger radioactiven Thermalquelle unter Aufsicht der Stadt. Heilmittel geg. Heiserkeit, Gelenkrheumatismus, Gicht. Zu beziehen in allen Apotheken und Drogerien. 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