Ar. 19939.Jahrgang Ausgabe A nr. 100 Bezugspreis: Bierteljährl. 90,-, monatl. 30,--. frei ins Haus, voraus zahlbar. Postbezug: Monatlich 30,-, einschl. guftellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- u. Memel gebiet, fowie Desterreich u. Lugemburg 64, M., für das übrige Ausland 82, M. Bostbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Efthland, Finnland, Frankreich. Holland, Lettland, Zuremburg, Defterreich, Schweden, Schweiz, Tschecho- Glowatei und Ungarn Der„ Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage Seimwelt und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erfcheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Morgen- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 1 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillageile Loftet 12, M. 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April.( WIB.) Reuter erfährt, daß man es Stärfer als alle anderen Nachwirkungen des Krieges in gut unterrichteten Kreisen in London für wahrscheinlich erweist sich so die 3 erreißung der weltwirtschaftParis, 27. April.( EE.) Der Ministerrat versammelte fid) Iichen Zusammenhänge, wie sie sich am schroffsten in hält, daß eine Zusammenkunft des Oberst en Rates in Genna gegen Ende der nächsten Woche stattfinden werde, um die heute unter dem Vorfiz Poincarés. Beratungsgegenstand maren dem Auseinanderklaffen der Baluten ausdrückt, als die Lage zu erwägen, die aus der Haltung Deutschlands gegenüber der die Vorgänge in Genua. Die Beratungen konnten am Bor wahre Ursache für das Arbeitselend der Welt." Reparationsfrage entstanden sei. In britischen Kreisen soll mittags. eine neue Sizung abgehalten wurde. Man beschäftigte sich Denkschrift über die Erwerbslosigkeit der Welt, mittag nicht abgeschlossen werden, weshalb um 6 Uhr nachDieser Saz steht am Schlusse des allgemeinen Teils der man sehr für eine solche Zusammenkunft jein, auch die italienischen Krcise feien dafür. Großbritannien, Italien, Frankreich, Japan und ausschließlich mit dem Borschlag, den Lloyd George gestern Barthou ihre Wirkungen und ihre Bekämpfung, die die Belgien würden auf dieser Zusammenkunft durch Delegierte vertreten gegenüber gemacht hatte, einen erweiterten Obersten Rat deutsche Reichsregierung der Konferenz von Genua vorgelegt fein, und es sei möglich, daß die amerikanische Teilnahme nach Genua einzuberufen, der die gegen Deutschland zu ergreifenden hat. Jede Seite dieser Denkschrift ist ein wissenschaftlich erakdie Gestalt eines nichtoffiziellen Beobachters annehmen werde. Die Maßnahmen zu erwägen hätte, wenn es die Bedingungen der Reter Beweis für die Richtigkeit dieser Behauptung. Die Denkitalienische Regierung werde wahrscheinlich die Initiative dazu er- parationskommission nicht bis zum 31. Mai erfüllt hätte, und ferner greifen, indem sie die Einladung zu dieser Konferenz ergehen lassen werde. Sanktionsdebatte am 7. Mai. schrift stellt fest, daß man zurzeit mit mindestens 10 Mildie Umstände zu prüfen hätte, inwieweit der Vertrag von Rapallo lionen Erwerbslosen auf der ganzen Welt den bestehenden Friedensverträgen widerspricht. Im heutigen Mi rechnen muß, davon entfallen allein auf Europa ohne Rußland nisterrat wurde der Anschauung Ausdrud gegeben, daß Frankreich 4 Millionen Erwerbslose, also soweit man vergleichen kann, einer Einberufung des Obersten Rates nach Genua um so weni 6-8mal soviel als in der Vorkriegszeit. Sieht man näher V. Sch. Genna, 27. April, abends.( Eigener Drahtbericht.) ger zustimmen fönne, als die Prüfung des Rapallovertrages zu, welche Staaten am schwersten von der Arbeitslosigkeit beDie Affion Cloyd Georges zu dem zwed, eine zehnjährige der Reparationskommission bzw. der Botschafterkonferenz übergeben troffen sind, so findet man in erster Linie die Mächte mit Wasseuruhe durchzusehen, ist mit der Rede, die er am Mittwoch wurde. Außerdem habe die Reparationstommiffion zu entscheiden, hoher Baluta, also England, die Vereinigten Staaten, die abend hielt, in ein entscheidendes Stadium getreten. Sie fand wert- ob Deutschland am 31. Mai seine Verpflichtungen erfüllt oder nicht. Schweiz. Dänemart allein hat ein Fünftel seiner gewerkschaftvolle Unterstützung durch eine Rede, in der der deutsche Außen- Paris, 27. April.( WTB.)" Journal des Debats" glaubt zu lich organisierten Arbeiter gegen ein 3wanzigstel vor dem miniffer Dr. Rathenau vor den Vertretern der gesamten Welt- wissen, daß der vorherrschende Eindrud in Paris nach den neueren Kriege unbeschäftigt, in Norwegen find 17 v. H. erwerbslos preffe Deutschlands begeisterte Bereitschaft, den Vor- Erklärungen, die man erhalten habe, der sei, daß vorherige gegen 2-3 v. H. vor dem Kriege, in Schweden fast 29 v. H. schlag Lloyd Georges zu unterstützen, zum Ausdrud brachte. Diese Erörterungen über die am 31. Mai eventuell gegen Deutsch gegen 4-5 v. H. vor dem Kriege. Demgegenüber stehen die denische Erklärung murde in englischen Kreisen sehr günstig auf- land zu ergreifenten Zwangsmaßnahmen geeignet sein könnten, Staaten mit niedriger Baluta, also die vom Kriege unmittelbar den Grundsaß der Reparationen in Frage zu betroffenen Mächte, so Deutschland, wo die Arbeitslosigkeit Bei den Franzosen wächst die Erkenntnis, daß die von ftellen, ja sogar einen Weg zu neuen Konzeffionen oder neuen mit insgesamt 200 000 unterstüßten Erwerbslosen verhältnisLloyd George geforderte zehnjährige Waffenruhe mit der Theorie. Kompromissen zu finden. Poincaré habe aber in Bar- les mäßig gering ist, und Deutschösterreich, wo sie im Verhältdie Herr Poincaré kürzlich in Bar- le- Duc über die Santtionen Duc gesagt, unter den Alliierten müßte die durch den deutsch- nis geradezu verschwindend klein ist. russischen Bertrag geschaffene neue Lage geprüft werden. Das Blatt glaubt nicht, daß nach Poincarés Ansicht die Frage der Reparafionen als eine neue Tatsache angesehen werden könne. genommen. entwickelte, unvereinbar ist. Die Tagung der Signatarmächte des Vertrages von Versailles ist auf den 7. Mai angesetzt. Es verlautet, daß Poincaré entgegen dem dringenden Wunsche Lloyd Georges nicht personlich erscheinen, sondern sich durch Barthou vertreten lassen will. es sei wohl schwierig, daß die französische Regierung Temps" ist etwas bestimmter. Er glaubt fagen zu dürfen, augenblicklich die Einberufung eines Obersten Rates nach Genua annehme, denn die Reparationsfommission habe allein die Befugnis, ein beabsichtigtes Berfehlen Deutschlands am 31. Mai feftzustellen. Außerdem könne man den Obersten Rat nicht mit Fra gen befassen, mit denen die Reparationstommission befaßt fei, alfo auch nicht mit der Frage des deutsch- russischen Vertrages und feiner Gültigkeit. Rathenau über den Friedenspakt. Genua, 27. April.( EB.) Reichsaußenminister Dr. Rat he na u hielt heute nachmittag vor den in- und ausländischen Pressevertretern eine Rede, in der er einleitend aus der Entwicklung der Ronferenz den Schluß zog, daß sie einen wichtigen Abschnitt erreicht habe. Wenn wir auf den ersten Abschnitt zurückgreifen, so ergibt sich, daß zunächst in den Kommissionen eine Reihe von wirtschaftlichen Grundsägen vereinbart worden ist, die nun voraus- Der Berichterstatter der Liberté" in Gemua meltet von heute, fichtlich in einer Vollfizung zum Beschluß erhoben werden sollen. Der Eindruck in den französischen Kreisen sei dem Zusammentreten Ich halte es für eine große Wohltat, daß alle Nationen sich ver- einer Konferenz der Signatarmächte des Friedens einigten, die von den gleichen Sorgen gequält werden, um sich dar. Dertrages von Versailles ungünstig. Das sei eine von Lloyd über zu verständigen, ob es wirtschaftliche Mittel gibt, die das George erfundene Zusammenkunft, um Frankreich in Berlegenheit Leben der Nationen in Zukunft erleichtern fönnen. Wenn man die zu bringen, offenbar ein neues Manöver, das man verhindern Verhältnisse nicht ohne weiteres ändern kann, so wird um so deut- müjſe. licher die Erkenntnis hervortreten, daß eine wirklich gemeinsame Arbeit der Nationen auf die Dauer notwendig ist, um die zerstörte Wirtschaftslage wiederherzustellen. Ein weiterer Teil der Konferenzarbeiten betraf Rußland. Diese Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen. Ich hoffe und wünsche ausdrücklich, daß diese Verhandlungen, die zwischen den Alliierten und Rußland geführt werden, zu einem günstigen Ergebnis führen. Die russische Frage. der Blüte, bei dauernd sinkender Valuta für das gesamte Bolt Daß die Beschäftigung der Industrie, scheinbar ein Zeichen eine fortgesetzte Berelendung bedeutet, ist oft genug ausdie Zahlen, die den Ausfall an Kaufkraft und den Ausfall in geführt worden. Erschreckend sind aber demgegenüber auch der Warenproduktion der ganzen Welt kennzeichnen infolge des Balutahochstandes einzelner Staaten. Insgesamt find in Europa Ledige und Familien mit zusammen 12 Millionen. auf der Erde mit 30 Millionen Köpfen von der Erwerbslosig feit unmittelbar betroffen. Diese scheiden für den Verbrauch aller Waren, die über den dringendsten Lebensbedarf hinausgehen, vollständig aus und geben allein schon eine Erflärung für das Daniederliegen der Weltwirtschaft, daß so oft in einer ganz irrigen Uebertreibung auf das deutsche Balutadumping zurückgeführt wird. Noch größer als der Ausfall an Löhnen, der seit dem Waffenstillstand in Europa auf 25, in den Ländern der Erde etwa 60 Milliarden Goldfranken veranschlagt wird, ist der durch den Ausfall der Produktion entstandene Schaden. Er wird für Europa auf 30-40, für die Länder der Welt auf über 100 Milliarden Goldfranken angeGenua, 27. April.( WTB.- Spezialbericht.)" Lavoro" zufolge nommen. Diese 100 Milliarden stellen das Dreißigfache der beschäftigte sich die Sachverständigenkommission in ihrer gestrigen Deutschland auferlegten jährlichen Reparationsleistungen dar. Sizung mit der Abfassung einer Dentschrift, die sich mit den von ,, Welche Summe von Berarmung, Elend, vermin= Rußland zu erfüllenden Bedingungen befaffen foll. Besonders berter wirtschaftlicher, physischer und moralischer Sicherung, lebhaft war die Erörterung über die Forderung der Rückgabe die Arbeitslosigket nicht nur für die Arbeitslosen selbst, sondern für des nationalisierten fremden Eigentums. Italiener die ganze Menschheit zur Folge hat, tann man ahnen, aber Nun aber scheint ein neuer Abschnitt der Konferenz und Engländer sind einstimmig der Meinung, daß man sich auf eine nicht schätzen. Die Sorge darüber muß um so größer sein, als die Arbevorzustehen. Ich schließe das aus der gestrigen Rede Lloyd Garantie der Rückerstattung des Wertes jenes Eigentums be- beitslosigkeit wie taum eine Seuche den Keim der Ansteckung und Georges. Ich beneide alle diejenigen, die bei der Rede zugegen schränken solle, während Franzosen und Belgier die absolute immer weiteren Ausbreitung in sich trägt. Denn jeder einzelne ArJein konnten; denn soweit ich sie beurteilen kann, ist sie von den Rückgabe verlangen. Man nimmt an, daß bis morgen eine Eini- beitslose, der infolge seiner Arbeitslosigkeit seinen Verbrauch auf das glänzendsten Reden, die ich kenne, die glänzendfte gewesen. Was mich besonders bewegt hat, war die große Eindringlichkeit, mit der gung über diese Punkte erzielt und die Denkschrift, nachdem sie der Eristenzminimum einrichten muß und daher nur noch die einfachsten, dieser Leiter der Geschide eines Weltreiches auf die gegenwärtige politischen Unterkommission zur Prüfung unterbreitet worden ist, so verhältnismäßig wenig Arbeit in sich schließenden Güter, insbeson Zeitlage hinwies und seine Blide in die ferne Zukunft richtete. Er fort der ruffischen Delegation mit der Forderung einer möglich dere notdürftige Nahrung faufen kann, beeinträchtigt durch den Ausfall feiner Kauffraft den allgemeinen Güterverbrauch, damit bie hat die Forderung aufgeftellt: fair, just, equitable( anftändig, chnellen Antwort übergeben werden fann. aufrichtig, unparteiisch). Diese drei Worte sollten in goldenen BuchAbfah möglich feiten und letzten Endes auch wieder die staben über den Konferenzjaal geschrieben werden. Ich glaube, daß Produktion und die Arbeitsgelegenheit für diejenigen, er mit diesen Gedanken eine neue Aktion einleiten will, die sich wohl die im Augenblick noch Arbeit haben. Jeder Erwerbslose zieht, wenn darauf beziehen wird, einen dauerhaften Frieden in Europa zu nicht Abhilfe geschaffen wird, andere Erwerbslose nach sich. 2.schaffen, indem alle Nationen sich verpflichten, sich jeden Angriffes winen artig ballt sich das lebel an und droht Wohlzu enthalten. Wenn ein solcher Plan zustande kommt, wird er den ftand und Kultur der Menschheit zu begraben." Beifall der ganzen Welt finden, und Genua wird ein geschichtliches Ereignis. Ich fannte ihn vorher nicht. Ich wußte nur das, was die Zeitungen mitteilten; aber ich möchte schon heute aussprechen: jeder Plan, der der Welt einen mirtlichen Frieden bringt, London, 27. April.( WTB.) Daily Telegraph meldet aus der der Gerechtigkeit entspringt und gleichmäßige Verpflichtungen und Gleichberechtigung aller Nationen vorsieht, wird die volle New York, der frühere amerikanische Botschafter in Berlin, GeUnterstützung und Mitwirkung Deutschlands finden. rard, der am Dienstag nach London abgefahren ist, erklärte, er Sollte ein solches Berk ausgeführt werden können, so würden sich alle werde die Konferenz von Genua besuchen, jedoch nicht in offizieller glücklich schätzen, die nach Genua gekommen sind. Zum Schlusse be- Eigenschaft. Nach Ansicht Gerards werde der zehnjährige nachzulesen. zeichnete Rathenau die ihm von einem französischen Blatte zuge- Burgfriedenspatt das Hauptergebnis der Genueser Konfe- Die Dentschrift führt alle Möglichkeiten einer Beheschriebene Tätigkeit in London und Cannes als reine Erfindung.renz sein. Gerard teilte mit, er merd vielleicht einige Tage in Ber- bung der Arbeitslosigkeit, die bisher angewandt Den Ausführungen des Ministers folgte lebhafter Beifall. lin verbringen. Er gab der Anjh usdrud, daß Deutschland die wurden, an. Die Erwerbslosenunterstützung wird nicht als Reparationen, die die Alliierten verlangen, nicht bezahlen Abhilfe anerkannt. Abhilfemaßnahmen sind nur solche Vorkehrungen, die den Arbeitslosen Arbeit brin= London, 27. April.( WTB.)„ Manchester Guardian" berichtet Der raffisch- engliche Fischereifonflikt. Nach einer Reutermeldung 9 en. Die Arbeitsvermittlung ist nach dem Kriege wesentlich aus Genua, es würden Anstrengungen gemacht, um Deutschland find englische, finnische und russische Kriegsschisse in den nördlichen ausgebaut worden. Große Hemmniffe aber bereiten die Bazu veranlassen, vor der Septembersihung der Böllerbunds Gewässern zum Schutz der verschiedenen Fischereiinteressen ver- lutaschwierigkeiten im internationalen Arbeiterausversammlung um Aufnahme in den Bölferbund nachzusuchen. I sammelt. tausch durch Wanderungen, die vor dem Kriege für den Deutschland und der Völkerbund. ft In der ruffischen Delegation nahestehenden Kreisen wird behauptet, daß Rußland sich wohl kaum zum Abschluß eines Vertrages in Genua verstehen wird und daß es auf der Grundlage der bisherigen Berhandlungen versuchen wird, die endgültige Stellungnahme bis zu einem Zeitpunkt hinauszuschieben, in welchem für die Sowjetregierung infolge der sonstigen abgeschlossenen günftigen Vereinbarungen eine größere Bewegungsfreiheit gegeben ist. tönne. Amerika und Genua. 11= Der Platz reicht nicht, um die ermüdende Fülle von Zahlen auch nur in ihren Grundzügen wiederzugeben, die die Berarmung der Welt infolge des Balutaelends und der mittelbar mit ihr verbundenen Arbeitslosigkeit fennzeichnen. Wer sich im einzelnen dafür interessiert, wird gut tun, das in der Denkschrift enthaltene, mit vielen graphischen Darstellun gen versehene Material, zu dessen Sammlung das Internationale Arbeitsamt wesentliche Vorarbeit geleistet hat, felvit Arbiitsmarkt eine große Rolle gespielt haben. Wenn auch Frankreich eine größere Zahl ausländischer Arbeitskräfte her- anziehen konnte, so bestand sür Arbeiter valutastarker Länder kein Anreiz mehr, nach valutaschwachen Ländern zu gehen, während die valutastarken Staaten sich gegenZuwandeningen wehren, weil sie selbst von der Erwerbslosigkett betroffen sind. Die Anlage zu den Erhebungen über die Wanderungen ent- hüit Aorschläge über Wanderungsverträ g e zwischen den einzelnen Staaten und insbesondere über die Anwendung der S o z i a l g e s e tz e des Deutschen Ifteiches auf solche Arbeiter, die uüter amtlicher Organisation im Aus- lande Verwendung finden sollen. Die Kranken- und Unfall- Versicherung sollte nach dem deutschen Recht geHand- habt rberden, um den im Ausland tätigen deutschen Arbeitern auch die Früchte ihrer bisherigen Beitragsleistungen zukam- men zu lassen. Die Denkschrift beschäftigt sich weiter mit der Frage der Arbeitsbeschaffung. Insbesondere sind die beiden Möglichkeiten untersucht, inwieweit öffentliche Arbeiten zur Bekämpfung der Erwerbslosigkeit nutzbar gemacht werden können und inwieweit Notstandsarbeiten dafür in Frage kom- men. Weiter ist Erwähnung getan der Maßnahmen der Be- rufsschulung und Umschulung, die besondere Erfolge in der Schweiz, in Deutschland und in anderen Ländern unter Her- anziehung der von der Erwerbslosensürsorge bereitgestellten Mittel erzielt haben. Schließlich ist der Beihilfe zwecks Er- leichterung der Arbeitsaufnahme gedacht,. also der Beschaf- fung von Arbeitskleidung, Arbeitsgerät, der Gewährung von Reisegeld und Umzugsbeihilfen usw. Alle diese Maßnahmen könnten vielleicht sehr viel wirksamer gestaltet werden, wenn es gelänge, den Austausch von Arbeitskräften von Land zu Land unter Ueberwindung der Valutaschwierigkeiten zu organisieren. Diese letzten Maßnahmen weisen bereits auf die letzten Ursachen der Arbeitslosigkeit und auf die entscheidenden Mittel zu ihrer Ueberwindung hin. Das Arbeitslosen- Problem ist in allerer st er Linie ein Wäh- rungsproblem. Die Erhöhung der Valuta eines Landes bat zur Folge, daß die Staaten mit schwächerer Kaufkraft mehr und mehr als dessen Abnehmer ausscheiden. Diese Wir- kung der Balutabesserung ist noch entscheidender für die Welt- Wirtschaft als die Exportprämie, die den valutaschwachcn Staaten durch den Unterwert ihres Geldes gegeben wird. Es ist ja nicht einmal eine Ueberflutung des Marktes mit Waren aus valutaschwachen Ländern notwendig, gegen die sich das valutastarke Land durch Zölle und Einfuhrverbote einiger- maßen schützen könnte, die Tatsache der Verschiebung des Währungsverhältnisses allein bewirkt, das große Volksmassen für die Produktion des valutastarkcn Landes kaufunfähig werden, so daß die Produktion zurückgehen muß. Der schein- bar günstige Arbeitsmarkt bringt aber den valutaschwachen Ländern auf die Dauer keinen Segen. Gerade die Arbeiter- schaft beobachtet die zunehmende Verringerung des Reallohnes trotz steigender Nominallöhne am eigenen Leibe. Valuta- schwache Länder müssen die Waren selb st erzeugen, die sie nach wirtschaftlich gesunden Grundsätzen vom Aus- laude beziehen müßten. So sind die Zusammenhänge zerrissen, denn alles Gleich- gewicht ist zerstört. Versuche, die Arbeitslosigkeit mit der Sozialpolitik zu bekämpfen, können nur die schlimmsten Aus- wüchse verhüten. Will man das Uebcl an der Wurzel packen, so müssen alle zivilisierten Völker zusammenwirken und durch gegenseitige Unterstützung die Kluft der Währungen damit die Hemmnisse des internationalen Warenverkehrs be- seitigen. * Paris, 27. April.(WTB.) Nach einre Meldung des„New Fork Herald' aus Washington Ist infolge Streits in den Kohlen- yruben die Zahl der Arbeitslosen w den Vereinigten Staaten auf 3 800 000 gestiegen. t>k Lektorate an öen Hochschulen. Von Paul Oe st reich. Der eigentliche Wissenschaft-betricb der Hochschulen hat vielfach die Verbindung mit dem flutenden Leben verloren, ja er war zeit- weise geradezu stolz darauf, sich fern von allen Beziehungen zu prak- tischen Gestaltungen in der Höhe reiner Theorie zu halten. Bis der Bogen überspannt war und der Heilprozeß entspannend einsetzte, in den Naturwissenschaften., der Technik usw. mit ihren praktischen Uebungen. Mehr und mehr wurde auch wieder der Gedanke der universellen Bildung im Sinne der Vollmenschlichkeit be- griffen, und allmählich fanden Dinge wieder Zutritt in die Hallen der Hochschulen, die man früher achselzuckend als banausisch abgelehnt hatte, Gebiete von großer Lebenswichtigkeit, wie Sprechkunde, Musik- und Zeichenübungen, Stenographie, Zcitungs- und Bühnen- künde, Leibesübungen usw. Aber sie waren zunächst nur geduldet, sie wurden nicht von ordentlichen Dozenten, sondern von„L« k- t o r e n" gelehrt. Mit einem„Lektor" behalf man sich da, wo man ein Lehrstuhlgehalt ersparen mollte, man war zunächst mit einer iluttuierenden Verweferschaft der Lektorate, z. B. ausländischen Studenten für di� fremsprachlichen Lektorate, zufrieden. Die Lckto- rate waren mehr Zugeständnis an Forderungen der Faktoren des praktischen Lebens, als anerkannte, vollwertige Aufbauelemente der Hochschule aus ihrem inneren Gestaltungsdrang heraus. Wie immer, ging es auch hier: Die Notdurftinstitution wurde unentbehrlich, erweiterte ihre Auswirkungsgebiete, sie wurde— als z. B. im Krieg die„feindlichen" Studenten verschwanden— öfter und öfter hauptamtlich, sie wurde Ansatzpunkt kleiner, unmerk- licher Umstellungen, mußte sie doch nach ihrer Entstehung und ihrem Sinn aller Vcrzopftheit entgegenwirken. Hier war nicht„reine histo- risch-th?oretische Wissenschaft", sondern sofort die Frage nach Vor- wendung, Lebenswert, Praxis. Die. zukünftigen Lehrer z. B. oer- danken den Lektoren nicht selten das Wenige, was sie überhaupt von der Hochschule an praktischer Vorbereitung für ihren künftigen Beruf, was sie dazu an menschlich-formaler Gewandtheit und Sicherheit mitbrachten. Deshalb war es richtig, daß der Landtag beschloß, „die Lektorate gemäß ihrer Bedeutung auszu- bauen". Wenn dag geschieht, so zieht damit immerhin ein Strom kraftvollen Lebens in die Hochschulen ein,«» wäre ein Stück Hoch- schulreform, würde nach und nach ebenso sicher revolutionierend wirken, wie es die Zulassung der Lehreraspiranten zur Hochschule tun müßte. Die Lektoren, mittlerweile zum großen Teile im Hauptberuf tätig, klagen, scheint mir, mit Recht darüber, daß ihre jetzige Stellung unwürdig und unhaltbar ist. Ihr Amt verlangt den ganzen Men- schen, nährt ihn oben nicht, noch sichert es ihn. Die Lektoren haben z. B. hohen Anteil an der Ausbildung der zukünftigen Studlenräte, ohne zumeist deren Besoldung zu erreichen. Es erscheint nicht mehr Hergt, öer tzetzer. SeiKem di« Deutsche Volkspartei nicht mehr bedingungs- los mit der deutfchnatwnalen Hetzpolitik durch Dick und Dünn geht,, wird sie qon den natwnalen Agitatoren besonders heftig aufs Korn genommen. Es fei nur erinnert an die Ausfälle der deutschnationalen Presse gegen den Unternchtsminifter Boelitz in der Lichterfelder Angelegenheit. Dieser Tage hat es nun der Vorsitzende der Deutschnationalen, Herr Hergft, unternommen, in einer Anzahl von Versammlungsreden die außenpolitische Lage zu einer Offensive gegen die Nachbarpartei auszuschlachten. Das hat ihm nicht nur heftige Erwiderungen der volksparteilichen Presse einge- tragen, sondern Herr Hergt ist so tölpelhaft in die außen- politische Situation hineingeplatzt, daß ausnahmsweise selbst einmal die Fünfzigprozentigen gegen ihn Partei ergreifen. So schreibt, nachdem sich gestern schon die„Zeit" Herrn Hergt vorgenommen, in verärgertem Ton Herr Schulze-Pfäl- ze r, der Leitartikler der„Täglichen Rundschau": Während ansonsten gegenwärtig in Deutschland die innerpoli- tischen Waffen ruhen und dos deutsche Volk gespannten Ohre» auf Genua lauscht, hielt es Herr Hergt für angebracht, sich pole- misch mit der nationalen Nachbarpartei ausein- a n d e r z u f e tz e n, die im ollgemeinen auf den Burgfrieden mit den Deutfchnationalcn Wert zu legen pflegt.... Warum diese neue Verärgerung zwischen den beiden Parteien? Herr Hergt hat behauptet, die Deutsche Volkspartei wäre daran mit- schuldig, daß die Regierung Wirth nach Genua gegangen wäre, daß sie dort die Verbrüderung mit den Rüsten vorgenommen hätte, kurzum, die Deutsche Volkspartei hätte auch die unerfreulichen Nebenwirkungen der deutschen Außenpolitik in Genua auf dem Ge- wissen. Diese Gedanken sind nicht nur zu falscher Stunde ousge- sprachen, sondern sie sind auch an sich falsch. Die deutsche Volks» parte! konnte es überhaupt nicht verhindern, daß die deutsche Delegation für Genua unter der Wirth-Rathenauschen Führung stand. Man darf gewiß verschiedener Ansicht darüber fein, ob es richtig war. dem Kabinett Virlh für Genua den„Rücken zu stärken". Man kann sich auch darüber streiten, ob die positive Tat der deutschen Delegation in Genua, nämlich der Abschluß des deuisch-rustischen Ostervertrages, klug war oder nicht.. Aber es sollte unter allen Deutschen nur eine Auffassung dar- über herrschen, daß es jetzt noch nicht angebracht fei, die vorläufigen Ergebnisse der Kenueser Konferenz für Deutschland innerpolitsch auszumünzen. Zwischen sachlicher Kritik an den einzelnen Schritten, die unsere Beauftragten in Genua un- ternommen hoben, und der Agitationsfehde mit innerpolitischer Ten- dcnz bestehen große Unterschiede. Wenn man beispielsweise jetzt, wie es in einer deutfchnationolen Zeitung geschehen ist, davon spricht, daß wir uns unter die„Klauen der R ä t e j u d e n" be- geben hätten, so ist das nicht nur diplomatisch unklug, sondern auch innerpolitisch unverständig, weil es Instinkte aufpeitscht, die ein« sachliche Erörterung unserer außenpoliti- schen Schritte innerhalb der eigenen Nation erschweren. Die offi- ziösen Organe der Deutschen Volkspartei beklagen sich mit Recht über die aus dem deutschnattonalen Lager kommenden S t ö r u n g s- o e r s u ch e. Wenn man schon nicht grundsätzlich für unbedingten Burgfrieden bi» zum End« der großen Konferenz eintreten will, so sollte man doch wenigstens eine Politik des Abwar- t e n s betreiben. Die Verärgerung des fünfzigprozentigen Blgttes ist be- greiflich: aber man hat auch hier wieder einmal den Eindruck. daß jemand sich über diS Rute beschwert, die er selber vor kurzem noch lebhaft geschwungen hat. Im„Aufpeitschen der Instinkte" war bisweilen auch die„Tägliche Rundschau" groß, und es zeugt noch jetzt von recht seltsamem Patriotismus, wenn sie die Frage offen läßt, ob man dem Kabinett Wirth für Genua den Rücken stärkeil mußte. Aber immerhin: die Desperadopolitik der Deutsch nationalen, die antinationale Rücksichtslosigkeit, mit der sie schwere außenpoli- tische Situationen parteipolitisch auszuschlachten suchen, kann als billig, daß man diese Leute, deren Einflußsphäre ständig wächst, die sich häufig nur in Rang und Gehalt vom ordentlichen Profesior unterscheiden, auch mit entsprechenden Rechten ausstattet. Man stelle an ihre Ausbildungshähe und an ihre Leistungen hohe Anforderun- gen, dann aber bewillige man ihnen auch die Gehaltsstufe der Stu- dienräte, gebe ihnen volles Recht im Lehrkörper der Hochschule, also nach gewisser Zeit die feste Anstellung. Wenn der Landtag seinen eigenen Beschluß durchführen will— er würde dabei zugleich«inen Weg der Hochschulreform beschreiten und eine Maßnahkne der Gerechtigkeit vollziehen—> so muß er diese Forderungen der Lektoren sich zu eigen machen, so muß die Regierung entsprechende Vorlogen machen.„Sparen" hieße hier— zukünftigen Reichtum hindern. was bedeutet das Taylor-System für Deukfchland? Die Cr- höhung der Produktion-ist das einzige Heilmittel, das den siechen Wirtschaftskörper unferers Vaterlandes wieder zur Gesundung brin- gen kann. In dieser unbedingten Notwendigkeit, mehr zu erarbeiten und zu sparen, bietet sich uns nun ein verführerisches Mittel in dem vielbesprochenen Taylor-System dar, das einen erhöhten Aufschwung der Wirtschaft durch eiserne Organisation, durch rationelle Bstriebs- führung, aber auch durch stärkste Menschenausnutzung erreichen will. Wir hören so viel von diesem„neuen Evangelium" aus Amerika, daß wir gern wissen, was davon für die deutsche Wirtschaft paßt. Darauf bietet ein Werk„Taylor-System für Deutschtand" von Dr. Fritz Söllheim die Antwort, das im Verlag von R. Oldenburg München erschienen ist. Der Verfasser beleuchtet mit strenger Unparteilichkeit die Licht- und Schattenseiten dieses Systems, in dessen richtiger Benutzung nach seiner Ansicht der Weg zu unserem Wiederaufstieg, eine Hoffnung für unsere Zukunft liegt. Bei dem Taylor-System handelt es sich um zweierlei: um ein technisch wirt- schaftliches Sparsystem und um stärkere Ausnützung der Menschen- kräfte. Der erste Teil dieser„wissenschaftlichen Betriebsführung kommt für uns hauptsächlich in Betracht. Wir müssen nach einer Verbesserung und günstigeren Ausnutzung der Arbeitsmittel und Einrichtungen, des Arbeitsmaterials streben, nach zweckmäßigeren Betriebsformen, nach wirtschaftlicherer Organisation von Einkauf, Verkauf und Verwaltung. Dafür hat die Taylor-Bewegung Deutsch- land bereits reiche Anregungen gegeben. Anders aber steht es mit dem Menschenproblem, das im Taylo- rismus liegt. Taylor sucht durch wissenschaftliche Versuche die tat- sächliche Höchstleistung des Menstben zu ermitteln. Dabei ist aber in Amerika häufig Raubbau mit Menschenkrüften getrieben worden, der die Gesundheit und das seelische Wohlbefinden der Arbeiter schädigte. Durch eine Ueberschraubung der Leistungsfähigkeit der Arbeiter erwachsen schlimme soziale Schäden und Volkswirtschaft- liche Nachteile. Dafür spricht das rasche Anwachsen der Invaliden, Arbeitslosen und Pflegebedürftigen, wogegen sich unser« soziale Ge- setzgebung- mit Recht zur Wehr setzt. Eine Durchführung des Tanlor-Systems in diesem amerikanischen Sinne ist daher bei uns in Deutschland ganz unmöglich, und das System muß unseren Ver- hältnissen angepaßt werden. Die Versuche haben übrigens auch ge- zeigt, daß bei einem vorgeschriebenen schnellen Arbeitstempo zwar die Arbeitsleistung steigt, daß jedoch bei einem selbstgewählten kmrch nichts besser charakterisiert werden, als durch die Tab, fache, daß selbst ein Blatt wie die„Tägliche Rundschau" schau- dernd von dieser Sorte Politiker abrückt. Naric unü Kommunisten. Die„Jnauguraladresse der Internationalen Arbeiter- Assoziation sowie die Statuten dieser ersten Internationale, deren Neuaustegung durch den Verlag Dietz-Borwärts wir schon anzeigten, sind in mehr als einer Beziehung geradezu von brennend aktuellem Interesse. Man fährt' förmlich am, wie vom Hauch der Gegenwart getroffen, wenn man z. B. in den Statuten folgendes liest: ... Demgemäß ist es den Zweigen, Gruppen und Komitees von nun an untersagt. Seklennainen anzunehmen, z. B. die Nam-n Positivisten, Mutualisten, Kollektioisten, Kommunisten usw., oder Sonderkörperschasten zu bilden, welche unter Bezeichnungen wie: Propagandasektion usw. sich eine besondere, von den ge- meinsamen Zwecken der Assozation verschiedene Mission zuzuschreiben. Diese Bestimmung sollte dem Sektengeist, der Spaltungs- bewegung, die von unklaren Propheten in die erste inter- nationale Arbeiterorganisation hineingetragen wurde, einen Riegel vorschieben. Der Versuch blieb, wie man weiß, ver- geblich, denn die Erste Internationale ging an der Zerstörung-- arbeit der kleinen Schwarmgeister zugrunde. Mit den gleichen Mitteln, ja sogar mit denselben Namen, hat man später der Zweiten Internationale den Garaus zu machen versucht. Nur eins ist neu: man hat sich dabei sogar a u s Marx berufen, der tot ist und sich nicht wehren kann. Die!Vah!o?öNUng für öie Deamtenräte. Der Beamtenausschuh des Reichstages setzte am Don- nerstag die Beratung des Beamtcnrätegcsetzes bei§ 13 fort, der gegen die sozialistischen Stimmen in der Fassung der Regierungs- vorläge angenommen wurde. Zur Ausübung des passiven Wahlrechts ist danach notwendig, daß der Beamte dem Wahl- körper sechs Monats lang angehört. Bei§ 15 wurde auf sozial- demokratischen Antrag hin bescylossen, daß die Wahlordnung vom Reichsminisier des Innern unter Zustimmung des Rclchsrats und eines Reichstagsausschusses zu erlassen ist. Bei der Beratung des Z 14, der die Gruppenwahl vorsieht, erklärte Genosse Stein- köpf, daß die Gruppenwahl den§§ 5 und 7 widerspreche, die eine unmittelbare geheime Wahl nach den Grundsätzen der Ver- hältniswahl vorsehen. Er warnte dringend davor, die Beamten- schaft wieder in drei oder mehr Gruppen einzuteilen und wünschte die Streichung dieses Paragraphen. Wenn das nicbt erreichbar sei und ein Hinweis auf die Berücksichtigung der einzelnen Gruppen bei der Zusammensetzung des Beamtsnrates wünschens- wert erscheine, so dürfe nicht vergessen werden, auch die Gruppen der zu den Beamtenrätcn wahlberechtigten Angestellten und Ar- beiter zu berücksichtigen. Ein entsprechender Antrag wurde von Steinkopf eingebracht. Ministerialrat Daniels erklärte sür die Reichsregierung, die Verhältniswahl genüge nicht, um den Min- derheitenschutz wirksam durchzuführen. Der Vertreter des Reichsrats v. Nüßlein legte ken Standpunkt des Reichsrats klax, der die Gruppenwahl als unbedingt erforderlich erachtet. Dagegen wandte sich Abg. Ho ff mann(USP.). Der Demokrat Schul, dt brachte einen Antrag ein, der die Beamtenschaft in drei Gruppen tellen und ihnen einen Vertreter im Bcamtcnrat sichern will, wenn in diesen zusammengefaßten Gruppen mindestens drei Wahlberech- tigte vorhanden sind. Abg. A l i e k o t t e(Dem.) wünschte eine positivere Fassung des Antrags Steinkopf, dem er dann zustimmen würde. Genosse Bender bezeichnete die Einführung der Gruppen. wohl als eine Wiederauflebung des Ständewahlrechts. Sie fei nichts anderes als ein Ausnahmegesetz zugunsten der höheren Beamten bei der Eisenbahn- und Postvcrwaltung. Die Sozial- demokratische Partei werde ihre Zustimmung zu dem Gesetz von der Gruppenwahl abhängig machen. Nachdem noch Abg. D e l i u s (Dem.) erklärt hatte, daß die Gefahr einer Terrorisierung der mitt. leren und höheren Beamten gar nicht bestehe, wurde, weil eine Klärung der Materie nicht herbeizuführen war, die Beratung über diesen Paragraphen zunächst abgebrochen. Bei Z 16 wurde entsprechend einem sozialdemokratischen Antrag beschlossen, daß die Mitgliedschaft als Beamtenrat oder das Amt eines Vertrauens- mannes erlischt mit dem Verlust der Wählbarkeit, der Nieder- legung oder Aberkennung des Mandats.. Temoo die Qualität besser ist. Aber für die weitaus größte Zahl der deutschen Betriebe kommt das Taywr-Systcm mit seiner weit- gehenden Konnung der Arbeit überhaupt nicht in Frage, da die ganze Organisation zu umständlich, zu teuer und zu empfindlich ist. Dagegen kann die vorsichtige Anwendung Tayl»rscher Prinzipien wohl zu einer Mechodisierung der Arbeit und damit zur Produktions- förderung führen. Die schlimmen Folgen einer kritiklosen Annahme des Taylorismus liegen auf sozialpolitischem Gebiet. Der Mensch wird dadurch in eine Maschinerie hineingezogen, die seine Lebens- kräfte erstickt: er verliert alle seine handwerklichen Kenntnisse und sinkt zum Maschinenteil oder im besten Fall zum gepflegten Haustier berab. Gerade in der abendländischen Kultur ist aber jetzt ein tiefes Sehnen nach mehr Berufsbefriedigung erwacht: auch der geringste Arbeiter soll in innere Beziehung zu seinem Schaffen treten. Europa braucht eine soziale Kultur, die aufgebaut ist auf den Grundsäulen der Freiheit und Persönlichkeit, der Gerechtigkeit und Brüderlichkeit. Der Taylorismus im amerikanischen Sinne ist der schlimmste Feind dieser Kultur. Portepee-Journalisten. Der Zeitungsdirektor erhebt ssch in der Redaktionskonferenz:„Unsere bisherigen Leitartikel waren zu wissenschaftlich, waren nicht schmissig genug. Keine graue Theorie, wenn ich bitten darf. Für die hohe Politik sorgen schon unsere Ab- geordneten: wir haben ja ohnehin, wie Sie erst unlängst erfuhren, zu viele wirkliche Genies in der Fraktion. Für Sie heißt es: Ran an den Feind! Schlaawortel Hiebwortc!" Die anwesenden Iour- nalistcn schnappen im Rügrat ein und flöten:„Aber gewiß, hochver- ehrter Herr Direktor." Der derzeitige kommandierende Geschäfts- führer aber fährt fort:„Wir sind ein deutfchvolksparteiliches Blatt, werfen Sie mir daher den aufdringlichen deutschnationalen Serien- Lieferanten, den ich nicht riechen kann, raus, wenn der widerliche Kerl noch einmal einen Artikel anbietet. Unser Außenpolititer Dr. Kannwas ist Gott fei Dank gleichfalls entlassen worden, Herr Ober- stabsarzt Dr. Zangenfeder hier ist an feine Stelle getreten. Gleich- zeitig stelle ich Ihnen hier Herrn Major v. Lippendick vor, einen lieben Regimentskameraden von mir, mit dem ich in der Etappe unter dem Zeichen des Eisernen Kreuzes ruhmvolle Zeiten verlebte und der uns zudem auch von unserem neuen Bureauchef, Herrn Generalleutnant v. Marnelauf, warm empfohlen wurde. Wir haben nunmehr allein im Redaktionsverband sieben Offnicre, ich denke, daß das zunächst einmal genügen dürfte, um dem Blatte die erfor- derliche Kaltschnäuzigkeit, Derbheit, Schneidigkeit und Ihnen selbst jenen edlen Mut zu sichern, der dazu gehört, um in kerniger Form auch über Dinge zu schreiben, von denen Sie nichts wissen und ver- ! stehen." Ein grauhaariger Politiker fragt:„Hoben wir zwei übrig ge» bliebenen alterfahrenen Berufsjournallsten innerhalb der Redaktion noch ein Recht, unsere'..."„Sie haben selbstverständlich das Recht, möglichst bald zu kündigen. Innerhalb der Redaktion entscheidet allein der militärische Rang. Herr Oberst von und zu Schwertlilie übernimmt von heute ab die Chefredaktion." Der Herr Oberst er- hebt sich und kommandiert:„Abtreten!" Th. I. K. Wasslly Kandinsky. der bekannte Borkäinpfer der absoluten Malerei und Versafler dcZ Buches„Das Geistige in der Kunst" zeigt im Mai i» der Galerie Goldschinidt-Wallerftei», Schöneberger User 3S a, seine In den letzten Jahren geschasjeiie» Werke. / Denkt an den 1. Mai! Sorgt für Massenbesuch! Das Problem Benesch. Die Deckungsvorlage für Berlin abgelehnt. Kein Versprechen der Reichsregierung. Das Reichsernährungsministerium für Getreideumlage. Ueber die Rolle, die der Ministerpräsident der Tschecho- In der gestrigen Sitzung des Stadtparlaments wurde, slowakischen Republit, Dr. Benesch, in Genua spielt, wer- wie uns bei Redaktionsschluß mitgeteilt wird, die DeckungsBon zuständiger Seite wird mitgeteilt: Innerhalb der Landwirtschaft und der ihr nahestehenden Presse den von Baris her fortlaufend Informationen verbreitet, die, vorlage des Magistrats in der Gesamtabstimmung mit 97 wird seit Wochen eine immer schärfere Agitation gegen eine Fort- wenn sie sich bewahrheiten würden, schärfste Misstimmung in gegen 89 Stimmen abgelehnt. Daraus erfolgt, daß die fehung des Umlageverfahrens im nächsten Wirtschaftsjahr getrieben. Deutschland erregen müßten. Der Kern dieser Mitteilungen 3ust immung zu dem Schiedsspruch einstweilen Eine große Rolle spielt dabei die Behauptung, daß die Regie. ist, daß der tschechoslowakische Ministerpräsident bestrebt jei, noch nicht gegeben worden ist. Dem Streit um die Vorrung im vergangenen Jahre bei den Beratungen über die Ge- in den geplanten Burgfrieden ein Loch zu schlagen, durch das nahme der dritten Lesung wurde um 41 Uhr nachts durch die militärischen Sanktionen gegen Deutschland be Beschlußunfähigkeit des Hauses cin Ende gemacht. treidewirtschaft des laufenden Jahres das bestimmte Ber- quem hindurchmarschieren können. Für solche Tätigkeit wird [ prechen gegeben habe, daß die von ihr vorgeschlagene Dr. Benesch in Paris höchlichst belobt, und ein Sitz im Obersten Umlage lediglich ten Uebergang für ein Jahr bilden und am Ende Rat der Entente, im„ Direktorium der Welt", wird ihm dafür hungerstreik russischer Sozialrevolutionäre. bes laufenden Wirtschaftsjahres die völlig freie Getreide in sichere Aussicht gestellt. Der Vorstand des Allgemeinen Deutschen Gewerkwirtschaft Platz greifen solle. Von zuständiger tschechoslowakischer Seite ist uns mitge- fchaftsundes hat an Cenin folgendes Telegramm gerichtet: Den Behauptungen dieser Art muß mit allem Nachdruck entteilt worden, daß alle diese Nachrichten falsch sind. Wir zweifeln„ Borstand des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund hat gegengetreten werden. Zum Nachweis dafür, daß eine daher nicht daran, daß sie es sind, und wollen nur der Hoff- foeben Kenntnis erhalten, daß verhaftete Sozialrevolutionäre anneue Umlage den Bruch eines Versprechens der Reichsregierung in nun Ausdruck geben, daß sie niemals wahr werden. Ein gesichts des ihnen drohenden Todesurteils und feiner Bollfich schließen würde, werden einzelne Aeußerungen des Reichs- Grund für die Tschechoslowakische Republik, gegen Deutsch- ftredung in Hungerstreit eingetreten, um durch folches verministers Dr. Hermes bei den Beratungen des Getreit egesetzes im land eine feindliche Politik zu treiben, wäre ja auch in feiner zweifeltes Mittel ein Gericht des werktätigen Rußlands oder des Suni 1921 angeführt. Aus den Ausführungen der Regierungsver- Weise zu erkennen, vielmehr ist das Gegenteil der Fall. fozialistischen Auslands zu erlangen. treter dürfen aber nicht einzelne Stellen herausgerissen werden, Eine solche Politit wäre nur geeignet, die Deutschen in der Bundesvorstand erneuert feine früheren Vorstellungen vielmehr muß man sie im Zusammenhang der ganzen Aeußerungen Tschechoslowakei ihrem Staat zu entfremden, statt sie für ihn auf das dringendste und beschwört die Sowjetregierung, und Verhandlungen würdigen. Bereits im Reichstagsausschuß an zu gewinnen, sie würde auch nicht den Beifall jenes großen die verhafteten vor neutrales Gericht zu stellen und eine fangs Juni hat der Minister auf die Aufforderung eines Ausschuß Teils des tschechischen Volkes finden, der die geographische und Justiz ich mach zu vermeiden, die den Namen der Arbeitermitgliedes, die Reichsregierung möge bestimmt erklären, daß es bei wirtschaftliche Angewiesenheit der beiden Nachbarrepubliken klaffe der ganzen Welt beflecken müßte." ber Umlage sich um das letzte Jahr der Zwangswirtschaft handele, aufeinander flar erkennt. Nur ein nationalistischer Fanatiker, zwar der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß die nächste Ernte gänz der Dr. Benesch nicht ist, oder ein Mann, der danach strebt, lich frei sein werde, dabei aber, wie der offizielle Ausschußbericht unter allen Umständen ein Stück weltpolitischer Vorsehung ergibt, sofort die Einschränkung hinzugefügt, wenn nicht zu spielen, könnte unter solchen Umständen auf den Gedanken ganz besondere Umstände eintreten, bie sich heute kommen, eine auf Deutschlands Herz gerichtete imperialistische nicht übersehen ließen". Im Plenum des Reichstags am 14. Juni Politik Frankreichs zu unterstüßen. 1921 hat er hervorgehoben, daß die völlige Freigabe der Wirtschaft Der Widerspruch zwischen den Behauptungen der franerst dann erfolgen fönne, wenn entweder die Inlandserzeugung zösischen Presse und ihrer glaubwürdigen Bestreitung läßt sich ouf oder über den Friedensstand gehoben ist, oder wenn die Einfuhr nur so erklären, daß man in Paris Herrn Dr. Benesch eine der sich gegenüber dem Bet arf ergebenden Fehlmenge der inländi Rolle zumutet, von der man hofft, daß er sie bei einigem schen Erzeugung aus dem Auslande gesichert ist". Die Reichsguten Zureden spielen wird. Der ganze Fall zeigt, wie wenig regierung hat sodann im laufenden Wirtschaftsjahr bei den ver- die politische Atmosphäre Europas von den Intrigen der schiedensten Anlässen zum Ausdruck gebracht, daß sie infolge der Geheimdiplomatie gereinigt ist. Nur sie ermöglichen ungeklärten Verhältnisse noch nicht in der Lage sei, sich es, den Leiter der tschechoslowakischen Rachbarrepublik in einem über die von landwirtschaftlicher Seite immer wieder geforderte perdächtigen Zwielicht erscheinen zu lassen, aus dem er hoffentvöllige Freigabe der Brotgetreidewirtschaft im Jahre 1922 end- lich bald ins flare Licht treten wird, nicht als besonderer gültig zu entscheiden. Eine gleiche Erklärung ist auch im Herbst Freund Deutschlands, das verlangen wir von ihm nicht, wohl 1921 den Organisationen der Landwirtschaft auf ihre schriftliche aber als Freund der Gleichberechtigung der Völker und des wirklichen Friedens. Anfrage gegeben worden. Die Gewerkschaftsinternationale. Schluß des Kongresses. Rom, 27. April.( WTB.) Der Internationale Gewerkschaftstongreß bestätigte die Zusammensetzung des Vorstandsbureaus und ernannte den deutschen Delegierten Leipart zu feinem Mitgliede. Der Präsident Thomas teilte mit, daß die Kommission, welche über die allgemeine Reaktion und den Achtstundentag zu berichten hatte, bem Kongreß eine Entschließung unterbreite, die erklärt, daß die proletarische Organisation sich insbesondere bekämpft fähe in bezug auf den Achtstundentag, die Löhne und die Sozialgesetzgebung. Der Kongreß protestiere gegen dieses Borgehen der Reaktion und er tläre, infolge des Krieges hätten die Proletarier ein Recht auf Besserung ihrer Lage erworben. Der Kongres appelliere an die Arbeiter der ganzen Welt, namentlich an die Arbeiter Rußlands, Ame ritas und der fernen Länder Asiens, um eine, proletarische Einheitsfront zu schaffen, und beauftrage das Bureau des internatio= nalen Gewerkschaftsbundes, sobald als möglich an die Arbeiter der ganzen Welt einen Aufruf angenommen. Entschließung über Krieg und Militarismus wurde von einer hiermit beauftragten Kommission eingebracht und einstimmig angenommen; nur die Holländer enthielten sich der AbStimmung. Die Entschließung besagt, der Kongres müsse jeden politischen und wirtschaftlichen Nationalismus, alle zu militärischen Attionen führenden Allianzen und Kompromisse bekämpfen. Er bestätigt die auf den Kongressen in London 1920 und Amsterdam 1921 in Sachen des Krieges und des Militarismus angenommenen Entschließungen. Er erklärt es für die Pflicht der organisierten Arbeiter, einer wirklichen Im übrigen versteht es sich von selbst, daß unter den gegenwär- Grundlinien für internationale Kreditgewährung. tigen Verhältnissen die Wirtschaftspolitik überhaupt nicht auf Jahre Genna, 26. April.( WTB.) Im Anschluß an die Sigung des hinaus festgelegt werden kann. Nachdem die ganze Lage durch den fatastrophalen Sturz der Baluta sich völlig geändert Unterausschusses der Finanzkommiffion für Kreditfragen am in diesem Sinne zu erlassen. Die Entschließung wurde einstimmig hatte, hat dann der Minister im Januar 1922 im Reichstge er 24. April hat ein Redaktionsausschuß die verschiedenen AbänderungsJouhaur forderte die verschiedenen Zentralen der intereffier. flärt, er würde es für unverantwortlich halten, jeht etwa die freie vorschläge zu den Artikeln 37 und 38 des Londoner Memorandums Wirtschaft auf dem Getreidegebiete vorzuschlagen, und er halte es zu einer einheitlichen Resolution zusammengefaßt, die ten Länder auf, ein Abkommen zu vereinbaren, das die Auswanauch für unverantwortlich, wenn in einzelnen landwirtschaft- dem Unterausschuß für Kreditfragen in der Sigung am 25. April berung regelt und die Rechte und Pflichten der Auswanderer festsetzt. lichen Kreisen diese Forderung erhoben werde. Wenn dem allen vorgelegt worden ist. Die Resolution stellt den Grundfah auf, daß Eine nach Maßgabe der in den Berhandlungen aufgestellten gegenüber immer wieder behauptet wird, daß ein unbedingtes Ber- die Kreditgewährung der fapitalstarken Länder an die freditbedürfsprechen der Reichsregierung, unter allen Umständen die freie Wirt- tigen Länder in der Regel in Form von privaten Anleihen Grundfäße abgeänderte schaft im Jahre 1922 einzuführen, gegeben sei, so ist das eine und nur in ganz besonderen Ausnahmefällen von Regierung zu Regierung gegeben werden sollen. Um das private Rapital kreditvöllige Irreführung der öffentlichen Meinung: Unabhängig von derartigen Behauptungen werden die nach der bereit zu machen, find Garantien erforderlich, für die die ResoVerfassung berufenen Faftoren, die Reichsregierung, der Reichsrat lution unter Hinweis auf die bereits vorliegenden Beschlüsse der und der Reichstag, in nächster Zeit zu entscheiden haben, wie die Unterausschüsse über Währungsfragen und den Devisenverkehr folBrotversorgung des kommenden Wirtschaftsjahres unter Berücksich gende Richtlinien aufgestellt: Die ordentlichen Einnahmen und tigung der gegenwärtigen schwierigen Berhältnisse in einer für die Ausgaben des Staatshaushalts müffen fich ausgleichen; die außer Ein ordentlichen Ausgaben sollen fortschreitend bis zu einer völligen Bevölkerung erträglichen Weise sichergestellt werden kann. Ausgleich der verschiedenen Interessen wird nur gefunden wer- Streichung herabgesetzt werden. Sie dürfen nur dann durch Anden können, wenn bei allen beteiligten Kreisen der Wille zur leihen gedeckt werden, wenn, es sich um werbende Anlagen handelt. Jeder Staat soll regelmäßig in furzen Perioden geBerständigung betätigt wird. naue Aufstellungen über seine Finanzen veröffentlichen. Diese Aufstellungen sollen dem Bölferbund überfandt und von ihm zusammengestellt und fortlaufend veröffentlicht werden. Um die Gewährung von Krediten, sowohl von Privatkrediten als auch, wo es nötig ist, in Form von Anleihen an Regierungen, au erleichtern, soll unter möglichst zahlreicher Beteiligung der in Benua vertretenen Regierungen ein internationales on sortium errichtet werden, dem nationale Konfortien der einzelnen Länder angegliedert werden. Diese Konfortien sollen, ohne ein Monopol in irgendeiner Richtung zu haben, die Möglichkeiten prüfen, die fich für den Wiederaufbau Europas bieten, die Unternehmungen unterstützen, die dieses Ziel verfolgen und zu diesem 3wed mit anderen Unternehmungen zusammenarbeiten. B Schmeden und Riechen als Lebensberuf. Wir alle effen und trinten, riechen und tasten; aber daß man aus diesen Fähigkeiten der Sinne einen einträglichen Gelderwerb herleiten kann, mag manchem seltsam erscheinen. Dennoch gibt es eine ganze Anzahl Menschen, die von der besonderen Tüchtigkeit ihrer Zunge ober Nase sehr anständig leben. Der einsch meder" ist eine sehr wichtige und hochbezahlte Persönlichkeit beim Weingeschäft. Nicht minder gesucht sind die Teetoster", die die verschiedenen Teeforten nacheinander schlürfen und angeben, welche Sorte gut im Geschmack und welche weniger wohlschmeckend ist. Der Tabat prüfer" ist weniger auf die Bunge, als auf die Feinheit der Nase angewiesen; doch spielt auch der Taftsinn eine Rolle, und es gibt Sachverständige, die die Qualität eines Tabafs erkennen, wenn sie nur die trockenen Blätter durch die Finger gleiten lassen. Der Tast finn spielt auch bei den Prüfungsmethoden im Handel mit Wolle und Baumwolle eine große Rolle. Ganz auf den Geruchssinn angewiesen ist der„ Duft- Sachverständige", der die verschiedenen Mischungen der Gerüche beurteilt und angibt, welche Blumen bei ihrer Herstellung zu verwenden sind. Bei der Prüfung des Raffees ist der Geruch ebenfalls von Wichtigkeit, aber mit der Nase allein läßt sich meist nicht die Qualität einer Bohne feststellen, und es ist daher auch Schmecken und Tasten- ähnlich wie beim Lee- notwendig. Vielleicht der sonderbarfte dieser Berufe aber ist der des„ Del- Prüfers". Diese Sachverständigen genießen in Amerika hohes Ansehen; sie sind imftande, durch den bloßen Der Unterausschuß beschloß, der Finanzkommission die vorGeruch anzugeben, was für Del sie vor sich haben und von welcher Beschaffenheit es ist. Manchmal genügt aber die Nase nicht, dann liegende Resolution zur Annahme vorzulegen. muß auch die Zunge in Tätigkeit treten. Und es gibt Delprüfer in New York, die behaupten, der Genuß dieser Flüssigkeit sei recht angenehm. Nordmarktage in Flensburg. Vom 17. bis 19. Juni 1922 wird Flensburg Schauplatz von Veranstaltungen sein, die einen Beweis schleswigholsteinisch- deutscher Friedenstultur erbringen sollen. Richard Batta, der bekannte Musikschriftsteller fit in Wien gestorben. Er hat sich um die volkstümliche Mufitpflege, große Verdienste erworben. Er leitete im Seunstwart" die Musilbeilage und sammelte von Altem und Neuem das Beste in der Hausmusit. Als Mufikiritiker hatte Batla einen guten Namen. Kriegsdrohung durch Generalstreit zu begegnen. Er betont bie Notwendigkeit antimilitaristischer Propaganda und der Kontrolle der Herstellung von Waffen und Kriegsmaterial durch die internationalen Gewerkschaftsorganisationen. Der Kongreß schloß darauf nach einer furzen Schlußansprache des Delegierten Thomas mit dem Gefange der Internationale seine Verhandlungen. Eine wichtige Aufgabe. Der Weltfeiertag der Arbeit soll alle Sozialdemokraten in dem Gedanken vereinen, die alten Mai- Forderungen und Bei der Diskussion über diesen Resolutionsantrag stellte der Mai- Gelübde zu erneuern. belgische Delegierte zugunsten dieses Borschlags seine bei der vorigen jeder Zeit muß ein pflichtbewußter Parteigenoffe für die Aber nicht nur am 1. Mai, zu Sigung gegebenen Anregungen zurüd, da die Verhältnisse für seine Verbreitung der Ideen wirken, die am 1. Mai besonders beAnregungen noch nicht reif seien. Der russische Delegierte tont werden. gab ein sehr eingehendes statistisches Bild über den Rückgang der Um zweckmäßigsten wirbst du für die Mai- Ideale, wenn landwirtschaftlichen und industriellen Produktion und des Eisenbahn- du jede Gelegenheit wahrnimmst, deinem Parteiorgan neue und Schiffsverkehrs, über die Zunahme der Notenemission und die Leser zuzuführen. Der bevorstehende Monatswechsel bietet Lage des Budgets in Rußland. Er zog daraus den Schluß, daß die dazu neuen Anlaß. Wenn andere müde werden und verzagen, Landwirtschaft, die Industrie und das Transportwesen Rußlands wir Sozialdemokraten müssen zeigen, daß unser Wille zum ohne die Gewährung von Krediten nicht aufge- Fortschritt nicht erlahmt. Darum ans Werkwerbt neue baut werden könnten. Leser für den Zur Erwerbslosenfürsorge. Nach einem Erlaß des preußischen Wohlfahrtsministers tommen entsprechend den mit Wirkung vom 13. Februar neu festgesezten Höchstsäzen der Erwerbslosenunterstützung bei der Berechnung von Förderungen der produktiven Erwerbslosenfürsorge folgende neue Durchschnittssätze in Betracht: Für Drtsklasse Mart A B C D/ F 33,50 30,50 27,50 23,50 Bei Wohnungsbauten treten an Stelle der in einem Der Wein der Meichen. Bei den Weinversteigerungen in der Nordpfalz wurden für den Jahrgang 1920 ganz unglaubliche Breife erzielt. älteren Erlaz mitgeteilten Säge für den Kubikmeter umbauten Die Preise setten mit 74 000 M. für das Fuder(= 1000 Liter) ein, ftiegen. auf 240 000 m. und bei einigen Auslesen auf 1 Million, ja 1600000 m. Die Raumes die folgenden: Flasche Bein von der teuersten Sorte wird auf 2500. zu stehen kommen, ein Glas auf etwa 240 M. 3er zahlt's? Rückgang der Bevölkerung in Elsaß Lothringen. Die lette Boltszählung für Elsaß Lothringen hat eine Gesamtbevölkerung von 1 709 749 Berfonen ergeben, das bedeutet gegen die letzte deutsche Bäblung bom Dezember 1910 frog der Rückfehr vieler französischer Einwanderer eine Verminderung um 164 265 Personen oder 8,77 Proz. der Bevölkerung. Das Stelett mit dem edelsteingeschmückten Dolch. Bei der Grabung des Fundamentes für ein Haus in Sirmione am Gardasee, wo schon in der römischen Katserzeit ein eleganter Kurort war, tourbe ein altrömisches Terrakottagrab aufgefunden, und in diesem stieß man auf das Sfelett eines Mannes mit einem edelsteingeschmückten Dolch, der zwischen den Rippen gerade unter dem Herzen stedte, „ Vorwärts". # Nachstehender Bestellzettel ist auszufüllen und an die Hauptgeschäftsstelle des Vorwärts", Berlin SW. 68, Lindenstraße 3, einzusenden.( In Orten außerhalb Groß- Berlins ist der Borwärts" bei der Post zu bestellen.) Ich abonniere den Vorwärts" mit der illustrierten Sonntagsbeilage, Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage ,, Heimwelt" und der 14 tägig erscheinenden illustrierten Beilage, Siedlung und Kleingarten" in Groß Berlin täglich zweimal frei ins Haus für 35 m. pro Monat Mat Name a) bei Bugrundelegung der zweifachen Ersparnis an ErwerbsIosenunterstügung für Ortstlaffe A Mart 155 B 138 C 126 D/ F 114 b) bei Zugrundelegung der zweieinhalbfachen Ersparnis an Erwerbslosenunterstützung für Ortsfiasse A Mart 192 B 174 C 156 D/ F 144 Unter Spionagebejchuldigung wurden in Reval mehrere Be amte der sowjetrussischen Mission verhaftet; zwei von ihnen wurden gegen 500 000 eftn. Mart Raution freigelassen. Wohnung: Straße Nr.. Dorn Hof Quergeb. Seitenfl.. Tr. linfsrechts bei. Gewerkschaftsbewegung Gefährliche Stimmungsmache. „ Es Kommunisten und Landarbeiterstreik. ble Sebringe neben den Arbettern fich thren gemerffchaftlichen Drgn nisationen anschließen und die Eltern und Bormünder es ablehnen, Lehrverträge mit derartigen Klauseln zu unterschreiben. etne Unterhaltung zwifchen ben Strettpoften amb bem Sohn bes Bogtes. Die Unterhaltung führte dazu, daß die drei Landjäger noch weitere 10 Landjäger nach dem Gute zogen und diese 13 Land jäger dann gegen die drei Streitposten vorrückten. Es ist fein Wunder, wenn durch diese Methoden eine gewitterschwangere Ein Arbeitgeberliebling im Gastwirtsgewerbe. Unter der alarmierenden Ueberschrift: Drohender Streit Atmosphäre im Kreise entstanden ist. Die streifenden Arbeiter beIn der Berliner Metallindustrie" verbreitete gestern| fitzen soviel Selbstzucht, um sich nicht zu irgendwelchen Tätlichkeiten Vor einigen Tagen berichtete die Bresse, daß der Banklassierer der Dena"-Dienst einige tatsächliche Mitteilungen, die in einer der gegen Arbeitswillige oder Andersdenkende hinreißen zu lassen. Die Benjamin Friedmann nach Unterschlagung von 335 000 M. und Ueberschrift entsprechenden tendenziösen Aufmachung ihren Weg in Streifenden stehen fest geschlossen zusammen und warten in zwei Einhundertdollarnoten( 50 000 m.) flüchtig ist. Friedmann ist tie Presse machen sollen. Haben etwa die Unternehmer an Ruhe der Dinge, die da kommen werden. Die Gewerkschaften find den gastwirtschaftlichen Angestellten ein guter Bekannter und ein diesem Treiben ein Interesse? aber auch jetzt noch jeden Tag zur Verhandlung bereit. besonderer Liebling der Arbeitgeber. Während des großen Streils Die Berliner Metallindustriellen haben den Rahmenvertrag Sache der Regierung aber wird es sein, Mittel und Wege zu im Herbst des vergangenen Jahres machte er den Streitbrecher vom 4. Mai 1921 am 1. April zum 30. Juni gefündigt. Wie finden, auch die hartnäckigen Landbündler zur Beilegung des im Café Innsbrud, Schöneberg, Hauptstraße. Zu seinem überall in der Metallindustrie wolle man die 46% stündige Arbeits- Streits zu veranlassen. Es ist selbstverständlich, daß die Rechte der persönlichen Schuß waren täglich zwei Polizeibeamte in diesenr moche auch in Berlin durch die 48stündige Arbeitswoche ersetzen. organisierten Arbeiterschaft dabei in vollem Maße anzuerkennen Betriebe untergebracht, damit der edlen Seele von Streitbrecher Möglich, daß diese Absicht besteht, ein Beschluß liegt bis jetzt nicht sind, um so die Allgemeinheit, die durch diesen Streit sehr in Mit- tein Haar gekrümmt wurde. Damals war er schon als einer der DOC. Bon unterrichteter Seite" hat nun die Dena" erfahren, was leidenschaft gezogen wird, vor weiteren Schäden zu bewahren. jenigen unangenehmen Mitbürger bekannt, die vor nichts zurüc jeder Lehrling in der Metallindustrie weiß, daß die Berliner Metallschrecken. Er schob Brillanten, Gold usw., machte außerdem den arbeiter nicht geneigt seien, in dieser Frage nachzugeben. Spanner" für gewisse Nachtnepplokale. Es paßt also alles wunder dürfte deshalb wie in Süddeutschland auch in Berlin zum Metall- In der ihr eigenen unwahrhaftigen Weise, die der urteils. Das find so die Leute, die der kämpfenden Arbeiterschaft in den bar zusammen. Schieber, Spanner, Streifbrecher, Bankdefraudant. arbeiterstreit kommen." Soweit die Tatsache und die Kombination. fähige Teil der Arbeiterschaft tennt, behauptet die Rote Fabne", Rüden fallen und deshalb begönnert werden. Als die Streifenden Doch nun fommt der Schwindel: daß der Landarbeiterstreit in Medlenburg- Strelitz auf die benach schon damals auf die Vielseitigkeiten dieses Herrn aufmertfam Rach Informationen der„ Dena" werden auf der Arbeit barten Gebiete übergegriffen hat und die Bureufratie des Deutschen nehmerseite sehr umfassende Streifvorberei tungen getroffen, der Verband der Metallarbeiter hat sich oder gar abzuwürgen versucht. Landarbeiter- Verbandes die Ausdehnung des Streits zu verhindern machten, drohten die Unternehmer mit Beleidigungsklagen. Die bereits in dieser Hinsicht der Sympathie auch der Transportarbeiter medlenburg- streligiche Regierung, an deren Spike der Sozialdemo- 3u beneiden. Sie behauptet weiter, daß die Herren Arbeitgeber find um diese Sorte von Helfershelfern nicht versichert." eingelegt habe. frat Frhr. v. Reibniz stebt, zum Schuße der Streitbrecher die Sipo Maifeier der Buchbinder und Papierverarbeiter. Andere fommunistische Organe gehen noch weiter und behaupten, daß v. Reibniz droht, dann die Sipo einzulegen, Die Kollegenfchaft wird aufgefordert, bollzählig an der wenn der Streit nicht abgebrochen wird. Diefe Behauptungen Vormittags demonstration teilzunehmen. Zentraltreffpunkt ist entsprechen in feiner Weise den Tatiachen. Die Regierung berhält Gendarmenmarkt, Marfgrafen, Marfgrafen, Ede Franzöfifchestraße. sich durchaus korrekt. Es ist selbstverständlich, daß die Streifleitung Von dort Abmarsch um 11 Uhr nach dem Lustgarten. Sammbon der Roten Fahne" über Dinge, von denen sie nichts versteht, lung betriebs- oder bezirksweise auf den bereits mitgeteilten BezirksAuch die Streifenden treffpunkten. feine Direktiven entgegennehmen wird. Die Ortsverwaltung. lehnen es rundweg ab, sich und ihre Sache von den Kommunisten Die Gewerkschaften in Rußland. mißfreditieren zu lassen." Bewegung der Straßenbahner in Rheinland- Westfalen. gesprochen, die Disziplinar strafen bei den unteren Kategorien Der allrussische Zentralrat der Gewerkschaften hat sich dafür aus. In dem Lohnstreit der Straßenbahner von Rheinland- Westfalen der Arbeiter und Arbeiterinnen abzuschaffen und nur bei Ferner beschloß der war am 7. April vom Reichsarbeitsministerium ein Schieds administrativem Bersonal beizubehalten. pruch gefällt, der eine Verlängerung der Arbeitszeit um täglich Pentralrat, daß der Arbeitslohn im allgemeinen nicht unter den Real4 Stunden festlegte. Dieser Shiedsspruch wurde abgelehnt. n vom April finken darf. Es sollen Kollektivverträge, und wo Daraufhin wurde am 19. April erneut im Reichsarbeitsministerium dies nicht möglich ist, für den Monat Mai Tarifabkommen abgeverhandelt und ein neuer Schiedssprud gefällt. Diefer hob schlossen werden. zunächst den zuerst gefällten auf und setzte fest, daß die Anrechnung Das Zentralfomitee der Bergarbeiterschaft hat die der fahrplanmäßigen Baufen an den Endstationen von 10 auf 18 Schaffung eines Streitfonds beschlossen, der aus Abgaben der Minuten herabgefeht würde. Auch dieser Schiedsspruch bedeutet Gewerkschaftsmitglieder in Höhe von 2 bis 6 Broz. ihres Lohnes eine Arbeitszeitverlängerung, die fich ie nach der Diensteinteilung gebildet und nicht ohne vorherige Erlaubnis des Zentralfomitees bei den einzelnen Bahnen auf eine halbe Stunde, teilweise auch der Gewerkschaft verwendet werden soll. noch weiterhinaus ausdehnt. Bei einer vorgenommenen Urab. it immung wurde nun dieser Schiedsspruch mit großer Mehrheit abgelebt. Für Düsseldorf war ein ähnlicher Schiedsspruch gefällt, der ebenfalls abgelehnt wurde. Die Berliner Metallarbeiter, die vollauf mit der Unterstützung ihrer füddeutschen Kollegen zu tun haben, follen Ende April Streifvorbereitungen zum 1. Juli treffen. Sieht man davon ab, daß die Existenz der Gewerkschaften eine ständige Vorbereitung auf 21bwehrtämpfe bedeutet, daß darüber hinaus jede Gewerkschaft ihr Bulver trocken halten muß zur Erringung günstigerer Lohn- und Arbeitsbedingungen, ist diese Information" eine Denunzia tion, um die Berliner Metallindustriellen scharf zu machen. In Wirklichkeit denken die Berliner Metallarbeiter, solange nicht einmal über einen neuen Rahmenvertrag verhandelt ist, an feinen Streit und treffen auch keine Vorbereitungen. Der gegenwärtige Kampf um die Arbeitszeit wird in Süddeutschland ausge= fochten und höchstwahrscheinlich, gleich dem Abwehrkampf der Textilarbeiter in Bayern, für die Metallarbeiter erfolgreich sein, da sich die Hungerpeitsche der Unternehmer in Süddeutschland als verfehltes Mittel erwiesen hat. Ganz harmlos wird im Schlußfah die Mache auf ihren wahren Wert zurückgeführt: " Die Verhandlungen über den Streitpunkt schweben zurzeit, zu entscheidenden Beschlüssen ist es indessen noch nicht gefommen." Soll die Schlichtungsordnung zu einem ehrlichen, nüßlichen Mittel ausgestaltet werden, vermeidlichen Arbeitseinstellungen und Aussperrungen vorzubeugen, dann müßte sie neue Bestimmungen enthalten, die einer derartigen Brunnenvergiftung durch die Nachrichtenfabrifen von Stinnes vorbeugen. Die Berliner Metallarbeiter werden sich jedenfalls dadurch nicht irre machen lassen, so wenig wie durch die Mache der KPD.- Zentrale, fondern in ihren Streifvorbereitungen" fortfahren, indem sie ihre fämpfenden Kollegen in Süddeutschland nach wie vor in höchstem Maße durch Beiträge unterstützen Streitbewegung der Landarbeiter. Zünstlerische Lehrlingsbehandlung. Der W. 3m 13. Verwaltungsbezirk treffen sich die Partei- und Gewert schaftsgenossen sowie die Mitglieder des Sportfartells aller drei Parteien am 1. Mai zum gemeinsamen Demonstrationszug nach Berlin: Mariendorf früh 3/8 Uhr auf dem Marktplag Mariendorf. Tempelhof 8 Uhr Ordensmeister, Ede Berliner Straße, am Kanal. Deutscher Transportarbeiterverband. Sandelsarbeiter und-arbeiterinnen Berband der Gärtner und Gärtnereiarbeiter. Gruppe Zandfchaftsgärtnerei. Deutscher Wertmeisterverband, Bezir! 10. Sonntag vormittag 9 Uhr Ber Berantw. für den redatt. Teil: Franz lühs. Berlin- Lichterfelde; für An. zeigen: Th. Glode, Berlin. Verlag Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin, Drud: Borwärts- Buchdruderei u. Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin, Lindenstr. 3. Hierzu 1 Betlage. Was ist" Poroth Stadtverordnete und Gemeindearbeiter Berlins. Der Etatausschuß der Berliner Stadtverordnetenversammlung Die Gewerkschaftsunterfommission Wilmersdorf hatte zu Montag Der Streit der Landarbeiter in der Grenzmart nimmt bat gestern beschlossen, der Versammlung vorzuschlagen: Die eine Versammlung einberufen. Genosse Vollmerhaus schilderte allmählich Formen an, die auch für den Sachkundigen nicht zu den Geltungsdauer des 4. Manteltarifvertrages und der Verein in einem eineinhalbstündigen Vortrage feine Rußlandreise alltäglichen Erscheinungen gehören. Zunächst sei festgestellt, daß barung über das mitbestimmungsrecht der Arbeiter( Be- in das Hungergebiet. Es müsse uns Pflicht sein, die Hilfsaktion in die in Betracht kommenden Gewerkschaften, der Deutsche Land- triebsräte) ist auf den 31. März 1923 zu begrenzen. Der Grund jeder Weise zu unterstüßen, um die Jugend vor dem Hungertode arbeiterverband und mit ihm der christliche Zentralverband der lohn für die städtischen Handwerter über 24 Jahre wird zu bewahren. Von den anwesenden Kommunisten meldete sich Landarbeiter, jede Verhandlungsmöglichkeit zu benutzen versuchten, für April auf 15,50 M. und Mai auf 16 M. erhöht. Die in feiner zum Wort. Die Anwesenden wurden ersucht, am 1. Mai um den drohenden Streit zu verhindern. Auf dem Wege der Ver- der Deckungsvorlage vorgefchlagenen Tarifänderungen für die zur gemeinsamen Demonstration zu erscheinen. handlungen sollte nach dem Wunsche der Arbeitnehmerorganisationen städtischen Straßenbahnen werden borläufig abgelehnt. eine Einigung erzielt werden. Die Gewerkschaften erflärten Magistrat wird ersucht, die fünftigen Verhandlungen aus allen Betrieben der Damenwäsche, Schürzen- und Unterrod branche. Freitag sich vor dem Streit bereit, sich bedingungslos dem Schieds- über die städtischen Tarife, den Manteltarif und das Mitbestim- 5 Uhr wichtige Gruppenversammlung bei Witte, Boftstr. 29. ipruch des Schlichtungsausschusses zu unterwerfen, wenn ber mungsrecht unter paritätischer Beteiligung der Branchenversammlung am Sonntag vormittag 10 Uhr in Haverlands Festfälen, Landbund das gleiche täte. Die Forderungen der Arbeiter Stadtberordnetenbersammlung zu führen. Die Neue Friedrichstr. 35. Stand der Sohnbewegung. Erscheinen aller in der Land. gingen dahin, einen Tarifvertrag mit den Arbeitgebern abzuschließen, Stadtverordneten erwarten auf ihre wiederholten Anträge baldigft fchaftsgärtnerei beschäftigten Arbeitnehmer dringend notwendig. der Landbund dagegen lehnte jede Verhandlung ab bom Magistrat Vorschläge für die fo dringliche durchgreifende fammlung im Kriegervereinshaus. Bericht vom Abgeordnetentage. und stellte sich auf den Standpunkt, diefer Kampf müsse ausgefochten Sebung der Wirtschaftlich feit der städtischen Be werden. Die Arbeiterschaft und ihre Vertretung wollte verhindern, triebe und die Beschaffung der erforderlichen Erneuerungsmittel daß die Bolksernährung durch einen etwaigen Streit in Mitleiden- für dieselben. schaft gezogen werden konnte, die Unternehmer aber wollten den Kampf. Die Folge war, daß am 18. April im Kreise DeutschKrone 3000 Arbeiter auf 61 Gütern in den Streit traten. Die Notstandsarbeiten wurden überall verrichtet. Ein Teil der Grundbefizer hinderte jedoch die Arbeiter an der Durchführung der Notstandsarbeiten. Der Zweck war offensichtlich. Sie traten an den Landrat heran mit dem Ersuchen, die Tech nische Nothilfe einzusetzen. Nach Klärung des Sachverhaltes verweigerte jedoch der Landrat die Einsetzung derselben, weil er felbst zu der Ueberzeugung fommen mußte, daß die Grund befiber die Schuldigen seien, indem sie die Notstandsarbeiten verhinderten. Die Arbeitgeber versuchten nach Kräften Arbeitsmillige heranzuziehen. Zu dem 3med fetten fie fich mit den berüchtigten Arbeitsgemeinschaften" Roßbach und Müller in Verbindung. Die von diesen Organisationen vermittelten Arbeitswilligen hatten zu allem Neigung, nur nicht zur Arbeit. Es entspricht feineswegs den Tatsachen, daß Arbeitswillige von den Streifenden mit Gewalt von der Arbeit ferngehalten wurden. Da die Arbeitswilligen die ihnen übertragenen Aufgaben nicht erfüllten, wandten die Unternehmer andere Methoden an, um Arbeitswillige zu gewinnen. Nicht meniger wie 113 2andjäger murden im Kreise zusammengezogen, die in die Hütten der Arbeiter gingen, um fie zur Arbeit zu treiben. Auf einem Gute ist es fomeit gefommen, daß der Sohn des Gutsvogtes von drei Landjägern zur Arbeit geführt wurde. Vor dem Gute standen drei Streifende Boften, die den Sohn des Bogtes darauf aufmerjam machten, daß das Gut bestreift würde. Es entspann sich darauf = Die Schneider- 3wangsinnung Berlin Steglitz und Umgegend verschickte Einladungen zu einer Quartalsversammlung am Dienstag, morin fie anschließend mitteilt, daß für die Entschädi gung der Lehrlinge folgende möchentliche Säze beschlossen find: Männliche Lehrlinge im 1. Jahre 25 M., im 2. Jahre 40 m., im 3. Jahre 60 M.; weibliche Lehrlinge 20 bzw. 30 bzm. 40 M. Mit der Festsetzung solcher absolut unzulänglichen Entschädigungsfähe haben die Innungen bewiesen, wie wenig foziales Berständnis in ihren Reihen herrscht. Sie sind nicht gewillt, zu den Bedürfnissen des Lehrlings und einem angemessenen Unterhalt beizutragen. Bas sie als Entschädigung" zahlen, reicht taum für Fahrgeld aus. Wo es aber nichts foftet und sie ihrer reaktionären Tendenz die Zügel fchießen lassen können, da sind sie dabei. Das bringen sie in einem Rundschreiben besonders zum Ausdruc: Jeder Meister wird angehalten, zu ermitteln, ob die bei ihm beschäftigten Lehrlinge Bersammlungen abhalten. Auch empfiehlt es sich, in den Lehrverträgen darauf hinzuweisen und evtl. als Grund zur Entlassung festzulegen. Wenn Innungsvorstände in der gegenwärtigen Zeit solche Aufforderungen an ihre Mitglieder ergehen lassen, beweisen sie damit, daß sie noch in dem alten Zunftgeist der Borkriegszeit befangen sind und es ihnen auch vollständig gleichgültig ist, oder daß sie in Unfenntnis darüber sind, daß die Reichsverfassung allen Staatsbürgern das Vereins- und Bersammlungsrecht gewährleistet. Diesem Borgehen kann nur dann mit Erfolg begegnet werden, wenn Dieser elegante Strassenpumps kostet Weitere Sonder Angebote Damen- Halbschuhe weiß Leinen, mit Spange, kräftige Ledersohlen u. 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A. 5 Richard Porath G.m.b.H. NährmittelwerkBerlin S.W.68. 295 Prima R.- Chevreaux, gediegene, hübsche Ausführung Nr.199 39.Jahrgang Beilage des Vorwärts Um Schiedsspruch und Deckungsvorlage. Beilegung des Krakeels gegen den Magistrat. Freitag, 28. April 1922 Bettelunwesen nach Möglichkeit zu beseitigen. Als Mittel zu diesem Biel fommen vor allem in Frage: für die Erwerbsunfähigen, die nicht in der Lage sind, den Rest ihrer ihnen verbliebenen Arbeitstraft im Wirtschaftsleben zu verwerten, eine Erhöhung der Renten, die ihren Unterhalt sicherstellt; für die willensschwachen oder arbeitsunluftigen Arbeitsfähigen geeignete heilfürsorgerische und erzieherische Maßnahmen, die u. a. auch die Möglichfeit einer nachdrücklichen geschlichen Einwirkung, zum Zwecke ihrer Stadt Berlin ersucht das Reichsarbeitsministerium, Schritte zu unterArbeitsbetätigung vorsehen. Der Beirat der Hauptfürsorgestelle der nehmen, um dieses Ziel zu erreichen. Der Räuber in der Bankfiliale. In der Stadtverordnetenversammlung folgte auf die Zusammen- 13ur Annahme empfohlen. Weiter beantragt der Ausschuß stöße der vorigen Gigung gestern eine Beilegung des Konfliktes, noch zwei Entschießungen, deren eine den Magistrat ersucht, bei den über deren Form zwischen dem durch die Unabhängigen brüstierten fünftigen Tarifverhandlungen, auch bei denen über den Manteltari Magistrat und den Aeltesten der Fraktionen außerhalb des Saales und das Mitbestimmungsrecht, auch die Versammlung paritätisch zu sehr lange verhandelt wurde. Der Magistrat verlangte beteiligen, deren zweite die Erwartung ausspricht, daß der Magistrat eine so vollständige Genugtuung, daß er als Sieger schaftlichkeit der städtischen Betriebe an die Bersammlung bringen nunmehr baldigst Vorschläge für die so dringliche Hebung der Wirtaus dem Streit hervorging. Der Unabhängige Dr. Ro es wird. Namens des Ausschusses berichtete Battloch( Soz.), der lih nahm das gegen den Oberbürgermeister geschleuderte Schimpf: hervorhob, daß die Ablehnung der Tariferhöhung der Straßenbahn der Filiale der Dresdner Bank am Reichstanzlerplatz einen Der mastierte Räuber, der gestern vormittag, wie gemeldet, wort mit Bedauern zurück, und durch den Vorsteher Dr. Caspari einstimmig erfolgt ist, und darlegte, daß sich die Wiederein- Besuch abstattete, ist infolge seiner schweren Verlegung noch nicht erklärten sämtliche Fraktionen, daß sie die vorgekommenen führung der Kohlenklausel für die jeweilige Normierung des vernehmungsfähig und hat die Besinnung bisher nicht Ausschreitungen aufs lebhaftefte bedauern. Gaspreises nicht umgehen lasse. Gegen den Beschluß des wiedererlangt. Die Kugel fizt im Beden und wird wahrscheinlich Aelteftenausschusses, die Rednerliste nach der Fraktionsstärke zu ge- auf operativem Wege entfernt werden müssen. Da der Räuber ftalten, legte Herr Richard Kunze, den heute zahlreiche feinerlei Papierę bei sich hatte, fonnte seine Person noch nicht feftgestellt werden. Die zweite Beratung der aus dem Ausschuß zurückommenden Magistratsvorlage über Schiedsspruch und Dedung verlief dann ungewöhnlich ruhig. Einem im Ausschuß zustande gebrachten Rompromiß wollten die Parteien von den Sozialdemokraten bis zur Deutschen Volkspartei zustimmen, während die Koalition her Unentwegien von ganz links und von ganz rechts widersprachen. Die Erhöhung des Straßenbahntarifs wurde von allen Fraktionen abgelehnt. Der Beginn der heutigen ordentlichen Sitzung war auf 5 Uhr pünktlich angesetzt, aber erst um 8 Uhr nahm der Vorsteher Dr. Caspari feinen Platz ein und eröffnete die Verhandlungen. Es waren nicht die Verhandlungen des Etatsausschusses über den gistrats, die diesen Berlust von 2% fostbaren Stunden verschuldet neuesten Schiedsspruch und die jüngsten Dedungsvorschläge des Mahaben; es war vielmehr die Notwendigkeit, einen Ausweg aus der durch den vorgestrigen Zwischenfall Bößz- koelitz Rufe: Sfinnes! begrüßten, erfolglos Protest ein, indem einstimmig, gegen seine Stimme, der Vorschlag der Senioren gutgeheißen wurde. Den Reigen eröffnete nunmehr Genosse Dr. Lohmann, der die ZuStimmung zum Schiedsspruch und die Durchsehung der Anerkennung des Schiedsspruchs als wirkliche Arbeiterpolitik erklärte und dem Kompromiß mit der Modifikation zustimmte, daß die einschränkende Bestimmung unter 1 in Fortfall komme. Für diesen Abänderungsantrag wird auch, wie Reuter bemerkte, die USP. stimmen, die fich im übrigen nach wie vor ablehnend verhält. Es sprachen weiter Koch( Dnat.), der den Magistrat veranlassen will, die Vorlage betreffs der Straßenbahn so umzugestalten, daß das Privatkapital an ( D. Bp.) und Schumacher( Komm.), der sich u. a. ftrifte gegen der neuen Betriebsform herangezogen werden kann, v. Eynern die Kohlenklausel wandte. Um 10 Uhr dauerte die Beratung noch an. Der neue Hochbahntarif. Ermäßigung für Fahrkartenblocks. geschaffenen unmöglichen Situation zu finden, wodurch der Aeltestenousschuß veranlaßt wurde, mit heißem Bemühen in wieder. holfen Beratungen die verföhnende Formel zu ermitteln, welche den in der Person seines Oberhauptes beleidigten Magistrat zufriedenstellte. Endlich, gegen 48 Uhr, war es soweit, daß der VorVon Sonnabend, den 29. April, ab beträgt der Fahrpreis auf steher die Sitzung mit folgenden Worten eröffnen konnte:„ Ich der Hoch- und Untergrundbahn bis zum 5. Bahnhof in der 3. Klasse habe namens des ganzen Hauses folgende Erklärung 2,50 M. und 3 M. in der 2. Klasse, für die ganze Strede in der abzugeben: Sämtliche Fraktionen bedauern auf das leb 3. Klasse 3 m. und 3,50 M. in der 2. Klasse. Gleichzeitig wird der haftefte die Ausschreitungen, die in der vorigen Sigung Preis für Fahrkartenblocs zu je 10 Stüc um 1 2. ermäßigt; fie vorgekommen find; fie verpflichten sich, mit allen Mitteln dafür zu foften hiernach für die 3. Klasse 24 M. bis zum 5. Bahnhof und forgen, daß ähnliche Vorfälle sich nicht wiederholen." Der Unabhängige Dr. Roelig gab darauf folgende Erflärung ab:„ Nachdem 29 M. für die ganze Strecke; für die 2. Klaffe beträgt ihr Preis der Herr Oberbürgermeister auf das entschiedenste erklärt hat, daß 29 bziv. 34 M. Gine weitere Fahrpreisermäßigung fritt für Kinder die von mir gehörte Aeußerung unverantwortliche Gesellen" nicht bis zu 15 Jahren ein. Die Kinderkarten find für die ganze Strecke von ihm getan worden ist, stehe ich nicht an, die von mir gegen ihn gültig, und kosten in der 3. Klasse 1,50 M., in der 2. Klasse 2 M.; gerichtete Aeußerung mit dem Ausdruck des Bedauerns zurüd fie gelten an Sonn- und Feiertagen als auch an Werktagen. zunehmen." So weit fo gut. Nun trat auch der Wirtschaftsparteiler achsen mit einer Erklärung auf den Plan, die sich mit der vorgestrigen Aeußerung Zubeils und deren Wiedergabe und Kommentierung in der linksparteilichen Breffe befaßte. Dittmann ( 1. Soz.) stellte fest, daß Zubeil in der Achtung des Berliner Proletariats viel zu hoch stehe, um von solchen Anwürfen tangiert zu werden. Eine weitere Aussprache über die Auslaffung des Herrn Bachsen wollte der Borsteher nicht zulassen; 3ubeil, der den Borwurf elender Berleumder" aufrecht erhielt, da Herr Wachsen direft die unwahrheit gesagt habe, mußte einen Ordnungsruf hinnehmen. Hierauf trat die Versammlung gegen 8 Uhr in die Beratung der Magistratsvorlage ein, betreffend den Schiedsspruch vom 14. April, den Manteltarif und Tariferhöhungen. Der Etatsausschuß hatte gestern und heute vormittag die Bor. beratung der Borlage bewältigt; es hat sich eine Mehrheit von der D. B. P. bis zu den Soz. für ein Kompromiß folgenden Inhalts gefunden: 1. Die Geltungsdauer des Manteltarifvertrages und der Bereinbarung über das Mitbestimmungsrecht ist auf den 31. März 1923 zu begrenzen; 2. der Grundlohn für die städtischen Handwerfer über 24 Jahre wird für April auf 15,50 M. und für Mai auf 16 M. erhöht; 3. Die Tarifänderungen für die Straßenbahn werden zurzelt abgelehnt. Mit diesen Maßgaben wird die Magistratsvorlage und damit auch die Tariferhöhungen für Wasser, Gas und Elektrizität 0 Die Macht der Lüge. Roman von Johann Bojer. Eines schönen Tages erzählte er feiner Frau von der Gefchichte, und sie ging gespannt darauf ein, ermunterte ihn fast wild. Und wie sie ihn näher fragte und er wahrscheinliche Gründe vorbringen mußte, da wurde es einer, auf den er sich noch nicht recht besinnen fonnte, es war ja etliche Jahre her. Aber es ward nun für die beiden ein Labsal, von dieser Person zu sprechen. So tam endlich ein Abend, daß sie wieder zusammenfaßen und hiervon sprachen. Und nachdem Wangen eine Weile in seinem Gedächtnis gegraben, sprang er plöglich auf: Jegt hab' ich's!" ,, Henrit!" stieß sie mit einem kleinen Schrei hervor und fuhr gleichfalls auf. Rasmus Brodersen war es." " Oh- Gott sei Dank!" stöhnte sie und mußte sich an die Brust faffen. Aber Rasmus Brodersen war in Amerika. Doch Wangen glaubte, daß er in einem feiner Briefe über die Sache schrieb. Er holte seine Briefpakete hervor und.begann, alle Briefe feines alten Schulfreundes wieder durchzulesen. An diesem Abend fand er ihn nicht. Er konnte ja auch verlegt sein. Doch diese Stunden voller Aufregung und Spannung machten Frau Wangen ganz frant. Sie wollte, daß sie die Nacht durch weitersuchen sollten, aber er wollte bis morgen warten. Und als er am nächsten Morgen sich mit neuen Briefpateten hinfeßte, dachte er: Findest du es heute nicht, dann mird sie von Sinnen." Um die Mittagszeit tam sie hinein zu ihm ins Schlafzimmer, in dem er saß, und fragte zum zwanzigsten Male: „ Nun?" ,, Es muß irgendwo noch ein Back Briefe sein!" sagte er und fragte sich am Kopf. Und dann begann er, alle ihre Schubfächer durchzustöbern ,, um sie zu finden. In diesem letzten Paket- da muß es drin sein!" dachte fie. Und sie beschloß, ihn jetzt in Ruhe zu lassen, bis er selbst mit der frohen Nachricht zu ihr käme. Gegen die Bettelkünstler. leber das Bettelunwesen angeblicher Kriegsbeschädigter hielt Stadtrat Schining als Leiter der Hauptfürsorgestelle mit deren Beirat eine Besprechung ab. Der Beirat, dem Vertreter der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen angehören, erkennt an, daß nach Maßgabe der zur Verfügung stehenden Mittel alles getan wor den ist, un Kriegsbeschädigte der Notwendigkeit zu entheben, betteln zu müssen. Wenn trohdem das Bettelunwesen immer noch nicht verschwinden will, so ist festzustellen, daß die meisten unter der Maste von Kriegsbeschädigten bettelnden Personen nicht Kriegsbeschädigte find, sondern Personen, die sich nur als Kriegsbeschädigte ausgeben, um die Opferfreudigkeit des Publikums für Kriegsbeschädigte für sich auszunuzen. Bei einer kleinen Minderheit wirklich friegsbeschädigter Bettler find alle Versuche fehlgeschlagen, die ihnen verbliebene Arbeitskraft für sie nubar zu verwenden. Entweder ist es ihre geringe Willens Praft oder direkter Widerstand, der oft soweit geht, daß fie auf alle Fürsorgemaßnahmen verzichten, da die Bettelei weit gewinnbringender ist. Das Publifum, das seine Gaben solchen Personen zuwendet, fördert somit die berufsmäßige in * Eine aufregende Szene spielte sich Mittwoch nachts gegen 11 1hr . Levy aus Wilmersdorf hatte auf der Untergrundbahnstation einem Untergrundbahnzuge ab. Der Kaufmann Nürnberger Platz einen Zug bestiegen, der nach dem Fehr. belliner Platz fahren sollte. Er trug in der Hand feinen Koffer, der für etwa 100 000 m. Pelze und Schmucksachen enthielt. Als sich der Zug bereits in Bewegung gesetzt hatte, wurde dem Kaufmann der Koffer von einem jungen Mann mit Gewalt entriffen. Der Räuber zog die Schiebetür blitzschnell zu und sprang aus dem fahrenden Zuge. Als L. die Notleine ziehen wollte, hinderte ihn mit dem Räuber unter einer Decke gesteckt hat, muß dahingestellt eine Frau an diesem Borhaben. Auf der nächsten Station ist auch diese Frau in der allgemeinen Verwirrung verschwunden. Ob sie bleiben. Von dem Täter hat man noch keine Spur. Fortdauer der Fridericus- Rey- Skandale. Der Fridericus- Rer- Film, der trotz der vielen Standal faenen noch immer in einzelnen Berliner Lichtspieltheatern läuft, gibt ständig neuen Anlaß zu Gegendemonftrationen. So wurden wieder im Union- Theater, hajenheide 38/40, die Reklameschilder zertrümmert und die ausgestellten Photos zerrissen. Acht der Haupttäter wurden der der Schupo festgenommen, aber der Film, die Ursache dieser Vorkommnisse, scheint feinen unheilvollen Einfluß noch weiter ausüben zu dürfen. Mögen die Lichtspieltheater die Wiedergabe des Films einstellen; dann wird auch der Schupo feine Gelegenheit zum Einschreiten gegeben sein und die Kinobefizer haben nicht nötig, sich Sorge um ihre Einrichtung zu machen. Das unerschwingliche Straßenpflaster. Vorsicht beim Erwerb von Hausparzellen. Die Stadt Berlin hat im Gemeindeblatt" vom 23. April 1922 neue Richtlinien für die Zulassung von Ausnahmen vom orts statutarischen Bauperbot bei Einrichtung einzelner Wohngebäude sowie Grundsätze für die Genehmigung, von Kleinhaus- und Mittelhaustolonien bekanntgegeben. Nach diesen Richtlinien soll das Bauen mit Rücksicht auf die nahezu unerschwinglich gewordenen Kosten für Anlegung neuer Straßen nur noch an denjenigen un gepflasterten Straßen zugelassen werden, für die ein förmlich feftgesetzter Fluchtlinienpian besteht; äußerstenfalls genügt für Wohnstraßen ein vom Magistrat oder von den früheren Gemeindevertretungen genehmigter Fluchtlinienpfan, wenn Einwendungen nicht zu erwarten sind. Die Entfernung des geplanten Wohngebäudes von der nächsten befestigten Straße darf höchstens 150 Meter betragen. Als besonders wesentlich ist die Bedingung hervorzuheben, wonach die Baulustigen vor Erteilung der Ausnahme vom Bauverbot die schätzungsweise nach den derzeitigen Breisen zu berechnenden Pflastertoften vorbehaltlich späterer Berrechnung in bar bzw. durch Eintragung von Sicherheitshypothefen in voller Höhe sicherzustellen haben. Nach unseren Informationen Angesichts diefer Tatsachen wird es für notwendig gehalten, würden beispielsweise die Kosten für die Regulierung nur daß die zentralen Behörden des Reiches, der Länder und der Kom- fchmaler Wohnstraßen bei allerbescheidenster Ausführung munalverbände gemeinsam generelle Schritte unternehmen, eine mit gewöhnlichem Kopfsteinpflaster( nicht Reihensteinplafter und Fürsorge für Bettler durchzuführen, die das Ziel hat, das ohne Unterbettung) mindestens 4000 m., d. h. für den laufenBettelei. Und während sie nun auf diese Befreiung für sie beide wartete, gewann sie mit einem Male all ihre Sicherheit und ihren Stolz wieder. Sie ging ihren täglichen Gang hinüber zum Hof, hoch aufgerichtet und langsamen Schrittes, barhaupt in der Sonne, das Haar aufgesetzt wie eine Krone über dem blaffen, schönen Geficht. Jezt mußten vielleicht doch noch alle die Feinde ihres Mannes mit langen Nasen abziehen. Dies war der erste Tag, daß sie nicht dachte: Wie mag's dem kleinen Bias jetzt gehen!" Und das mit ihrem Vater, das war ein großes Unglück und Sorge, aber deswegen hatte fie fein schlechtes Gewissen mehr. Als das Effen fertig war, stand sie wieder vor feiner Tür und lauschte. Sie hörte Papier rafcheln. Sie wagte nicht. ihn zu stören und zu melden, daß das Effen bereitstehe, obwohl sie heute eine besonders schönes Stück Fleisch bekommen hatte, das ihm ordentlich schmecken sollte. Endlich kam er, völlig zufrieden und vergnügt. Er hatte es noch nicht gefunden, aber er war so ganz sicher, bis zum Abend würde er es haben. Dies bestimmte Versprechen machte sie ganz wirr ror Freude. Die durchwachten Nächte, die Aufregung hatten sie ganz aus dem Gleichgewicht gebracht, und während des Essens war sie richtig kindisch lustig. Nein, er brauchte ihr nichts zu erzählen, menn er es nur heute abend noch fand. Und fie prostete ihm mit Wasser zu und steckte ihren Finger in sein Glas, um das Wasser für ihn in Wein zu verwandeln, und während sie darüber lachte, standen ihre Augen voller Tränen. Sie saß den Nachmittag über wie auf Nadeln. Aber er hatte gebeten, in Ruhe gelassen zu werden. Und das sollte er. Endlich machte er die Tür auf und lächelte: Hier ist's, Raren!" Und wieder fuhr sie mit einem Schrei in die Höhe: ..Henrit!" Dann lief sie ihm entgegen, riß ihm das Papier aus der Hand und flog es durch. Ja! Vor ein paar Jahren war es geschrieben, sprach von einem guten Mittagessen, und dann weiter... ja, da stand es! da stand es! Sie hängte sich an seinen Hals, sie nahm seinen Kopf zwischen ihre beiden Hände und hielt ihn vor ihr Gesicht, indem sie ftöhnte:„ Warum füßt du mich nicht! Warum springst du nicht.an die Decke! Oh, ich glaube, ich werde ganz schwach!" Sie mußte das Papier wieder zur Hand nehmen und noch einmal lesen. Aber... aber. plöglich etwas in ihr. Diese Schrift dächtig der ihres Mannes. es war, als erstarre die... glich so verSie sah flüchtig auf zu ihm, wagte aber nichts zu sagen. ,, Wenn ich dieses vor Gericht vorlege!" sagte er lächelnd, das glaube ich, soll genügen." Sicher, Henrit!" Sie lachte immer noch vor Freude, mußte sich aber hinsetzen. ,, Was hat er getan?" dachte sie und blieb sitzen und starrte vor sich hin. Gott helfe mir!" Sie fühlte alles zusammenstürzen, und sie starrte auf seine Schuld, überall, überall! Aber das fonnte ja nicht sein. Es durfte, es durfte nicht sein! Sie konnte sich ja doch irren. Sie wollte diesen Brief nicht länger sehen, lächelnd gab sie ihn zurück und sagte, er folle ihn gut aufheben. Vielleicht konnte er ihm etwas nügen. Ein wenig nur. Denn er mußte ja freikommen. Am selben Abend sagte sie, als sie schon zu Bett lagen: ,, Du schreibst ja jetzt gar nicht mehr für die Zeitungen, Henrif! Aber ich finde, die Oeffentlichkeit tönnte ruhig erfahren, wie sich der Pastor und Thora gegen uns benommen haben." Ja," sagte er ,, und es wäre ganz gut, wenn das auch die Geschworenen zu lesen bekämen, ehe sie über mich ihr Urteil fällen." Und sie versuchten, Hand in Hand zu schlafen. 22. Ein Mann kommt vom Norden über das Gebirge her und bleibt vor der Norbyalm stehen, wo Einar vor der Tür sizzt und Besen bindet. Der Fremde legt sich aufs Gras, stüßt sich auf seinen Rudsad und erzählt, daß er westlich vom Storfonn eine Bärin mit zwei Jungen gesehen habe. Und als Neuestes aus dem Kirchspiel erwähnte er, daß heute die Schwurgerichtsverhandlung gegen Wangen sei. ,, So," sagte Einar und bindet weiter an seinem Besen. Er ruderte den Fremden über den Gebirgssee, der Mann wollte westwärts in ein anderes Kirchspiel. Einar erfuhr noch, daß die zwanzigjährige Tochter des Arztes auf die Buvikalm gezogen sei, und das weckte in ihm frohe Erinnerungen an den Weihnachtsball. ( Fortseßung folgt.) treiben. Gegen den Streichholzwucher. Zurzeit herrscht ein empfindlicher Mangel an Streich hölzern, der durch die erfahrungsgemäß damit verbundene Hamsterei noch erheblich gesteigert wird, so daß die wenige greifbare Ware in vielen Fällen zu Wucherpreisen angeboten und gekauft wird. Der Neuköllner Schulstreit. Die unchristlichen Christen. Deutschnationale Unverfrorenheit. Elternbeiräten Dom Reibereien mit den christlichen Kindern. ✓ indirekt den Streit unterstützt ben Meter Straßenfront die Hälfte, mithin mindestens 2000 m. betragen. Hieraus dürften sich weitere Schlüsse über die Höhe der Anliegerbeiträge für breitere Grundstücke, namentlich an breiteren und besser zu befestigenden Straßen, ziehen lassen. Allen Baulustigen kann daher dringend empfohlen werden, sich rechtzeitig vor jedem Baubeginn oder richtiger noch vor Erwerb einer Parzelle erst über die Bedingungen bei der städtischen BauEine Anfrage der SPD.- Fraktion im Bezirk Neukölln über Berverwaltung zu unterrichten, damit ihnen spätere Unan- unreinigung und Beschädigung der Klassenzimmer durch Schüler der haben. Unser Redner fragte das Bezirksamt, was es zu tun genehmlichkeiten erspart bleiben. Wirtschaftlicher ist es natürlich, das 37. Schule anläßlich des Umzuges in ein anderes Schulgebäude gab dente, um einen geregelten Schulbetrieb zu veranlassen. Stadtrat Bauen an bereits früher noch zu niedrigeren Preisen bepflasterten, Veranlassung zu einer stundenlangen Aussprache über den von den Dr. Löwenstein mußte die Ausführungen unseres Redners beaber noch unbebauten Straßen, von denen der Verwaltungsbezirt christlichen Zaune gebrochenen stätigen. Er erklärte, daß zirka 60 Lehrer zur BeaufLichtenberg allein noch über 60 000 laufende Meter aufweist, zu be- Schulstreit. fichtigung beim Umzug zugegen waren. Aber nur ein einziger Lehrer hat einen Knaben aufgeschrieben. Einige andere wollen auch Es war bisher in Neukölln üblich, daß die Schwesternschulen die Verwüstung gesehen haben, aber feiner ter Herren Lehrer hat ſtets zusammenlagen. Der Krieg hat hier, wie unser Genosse daran gedacht, die Namen der Kinder zu notieren. Jetzt haben die Grabe ausführte, Unordnung in das Schulwesen gebracht, weil christlichen Elternbeiräte sogar zwölf Forderungen eingereicht, und vielfach Militär in den Schulen untergebracht war. Als das wenn diese von der Schulverwaltung nicht sofort bewilligt werden, Militär die Schulen verließ, verstanden es die Katholiken, das Schul- dann soll der Generalstreit nicht nur für Neukölln, sondern auch für gebäude für sich zu reklamieren. Gleich nach Bildung der weltlichen Groß- Berlin beschlossen werden. Es wird endlich Zeit, daß die Schulen wurden die 5. und 6. Schule in zwei verschiedenen Schul- Elternschaft einsehen lernt, wozu sie sich hat mißbrauchen lassen. gebäuden untergebracht. Das führte des öfteren zu Die Schulverwaltung wird alles tun, um zunächst Klarheit zu schaffen, mer die Verwüstungen der Klassenzimmer vorgenommen hat. Einige Schüler sind schon festgestellt; inwieweit einzelne Lehrer ihre Pflicht Der deutschnationale Deshalb kam man unter Zustimmung des christlichen Elternbeirats verlegt haben, wird festgestellt werden. überein, die 5. und 6. Schule in einem gemeinsamen Schulhaus Redner Grundmann machte sich die Verteidigung für das Berunterzubringen. 24 Stunden nach dieser Abmachung wurde, jeden halten der Elternbeiräte sehr leicht. Er versuchte die ganze Anfalls auf höhere Weisung, Widerspruch erhoben. Man ging gelegenheit auf ein anderes Geleis zu schieben. Er gab einige bis zum Kultusministerium. Dieses erteilte endlich am 23. Februar 3erstörungen zu, um aber im gleichen Atemzuge zu sagen, den Bescheid, daß der Berlegung der 5. weltlichen Schule nichts im daß auch in den weltlichen Klassen solche Zerstörungen vorgefomWege stehe. Obwohl der Kultusminister den christlichen Eltern men seien. Diese Unverfrorenheit rief eine derartige Ent. näher steht als uns, war die Entscheidung desselben das Signal, rüstung in der Bezirksversammlung hervor, daß er nur mit Mühe nunmehr die Elternschaft auf den Plan zu rufen. Der Umzug wurde und Not seine Ausführungen beenden fonnte. Es versteht sich, daß zwar durchgeführt, aber die Kinder hausten dabei wie die Van alle Parteien außer den Deutschnationalen und Bolksparteilern diese dalen. Birla 50 Tintengläser wurden zerschlagen, Beschmutzungen öffentlicher Einrichtungen gebührend kennzeichneten. Deckel von den Tintenfässern abgerissen, Wände und Vorhänge mit Der demokratische Lehrer Erner rückte von diesen Schulstreiflern Tinte bespritzt, zwei Fensterscheiben und eine Türscheibe zerschlagen. weit ab. Die Rechte hatte diesmal einen schwarzen Lag, Wo die Lehrer bei diesem Tumult waren, weiß niemand. Haben den sie so bald nicht vergessen wird. sie etwa diesen Vandalismus stillschweigend geduldet? Wenn so etwas in den weltlichen Schulen passierte, welches Entrüstungs- Hoffentlich ziehen alle Arbeitereltern in Neukölln die Lehre geschrei erhöben alsdann die„ Christlichen". Run zum Streit felbst. aus diesem frivolen Streik und verlangen, daß ihren Kindern endlich Streitposten waren aufgestellt, die die Kinder, die zur Schule Unterricht erteilt wird. Die Quittung für diesen Streit müssen die tamen, einfach nicht in das Schulgebäude hineinließen oder sie nach Haufe fchickten. Es besteht der dringende Berdacht, daß viele proletarischen Eltern diesen reattionären Unpolitischen" am 28. Mai Lehrer und auch einige Rektoren samt einigen Haus bei der Wahl der Elternbeiräte ausstellen, indem sie nur die Kandidaten der drei sozialistischen Parteien wählen. Diesem Bucher wird, da keine Höchstpreise mehr bestehen, von der Polizei in der Weise zu Leibe gegangen, daß in den zur Anzeige gelangenden Fällen jedesmal die Gestehungskosten an hand der vorzulegenden Einkaufsbelege nach ge prüft werden, um so einer eventuellen Uebergewinn festzustellen. Beim Nichtvorhandensein solcher Belege und der Erklärung, den Lieferanten nicht einmal dem Namen nach zu kennen, wird in der Mehrzahl der Fälle der Verdacht des Preiswuchers die größte Wahrscheinlichkeit für sich haben. Die polizeilichen Dienst stellen sind angewiesen worden, auch ohne das Vorliegen von Anzeigen aus dem Publikum, von sich aus ihr Augenmerk in der angegebenen Weise auf den Streichholzwucher zu richten und die entstandenen Vorgänge nach Bornahme der erforderlichen Fest stellungen und Bernehmungen und unter Beifügung eventueller Belege der Abteilung W einzureichen, von wo sie dann nach Vorlage bei der Preisprüfungsstelle Groß- Berlin den zuständigen Staatsanmaltschaften zugeleitet werden. Deutschnationale, Helden". Mehr Angst als Vaterlandsliebe. meistern # Groß- Berliner Parteinachrichten. 2. Kreis. Tiergarten. Sonnabend, den 29. Avril, 7 Uhr, im Artushof", Perleberger Str. 26. Gigung des Maifestausschusses und fämtlicher Selfer. 5. Kreis. Friebrichshain. Elternbeiräte! Sonnabend, ben 28. April, 7 Uhr, in der Schule Petersburger Str. 4, Zimmer 6, Bollversamm Lung aller sozialistischen Elternbeiräte, Kandidaten, Schrer und Funktionäre der sozialistischen Parteien. Thema: Die tommenden Elternbeiratswahlen". 7. Rreis. Charlottenburg. Sonnabend, ben 29. April, 7% Uhr, Sigung des Maifestausschusses im 8. 1. Die Deutschnationalen hatten dm 7. September vorigen Jahres nach dem Böhmischen Brauhause in der Landsberger Allee eine öffentliche Bersammlung einberufen. Als die Einberufer unter den Besuchern junge Leute in Wandervogeltracht bemerkten, die sie für eine gegnerische Sprengfolonne" hielten, friegten sie es mit der Ein gefährlicher Jugendfreund und Wandervogel mußte sich in Angst zu tun. Sie verloren den Mut zum Abhalten der Person des Bankbeamten Weller vor der 5. Straffammer einer öffentlichen Versammlung und der Versammlungsleiter for des Landgerichts II verantworten. Der Angeklagte, der es mit derte alle diejenigen, die nicht abgestempelte Deutschnationale feien, Gemeindeschulbildung durch Selbststudium und Fleiß vom Bureauauf, den Raum zu verlassen. Selbstverständlich erregte dieses Bor- burschen zum Abteilungsvorsteher einer hiesigen Bant gebracht hatte, war im Kriege längere Zeit in Gefangenschaft gewesen, die gehen bei zahlreichen Besuchern lebhafteften Unwillen. Sie weigerten in ihm gewisse Neigungen entstehen ließ. Als er nach Deutschland sich der aus der Angst geborenen deutschnationalen Aufforderung zurückfam, löfte er sofort das Berlöbnis mit seiner Braut, da er nachzukommen. Schließlich versicherten sich die Bersammlungsleiter fich nicht mehr zu Frauen hingezogen fühlte, und wurde nunmehr der Hilfe der Polizei, um den Saal räumen zu lassen und hierbei zu einem recht gefährlichen Kinderfreund. Er gründete durch Zeileistete ein Bureaugehilfe Hans Steinide energisch en tungsaufrufe und Bekanntmachungen in den Schulen eine an= Widerstand, indem er einen Polizeibeamten an der Brust dervereinigung, an der sich nur junge Burschen im Alter packte, sich mit den Füßen gegen den Boden stemmte und an anderen Don 13 bis 15 Jahren beteiligen durften. Wie die Anflage behauptet, soll sich W. nun in einer großen Anzahl von Fällen an den Personen festklammerte. Dafür hatte er sich nun vor der Straf na ben vergangen haben. Heute, Freitag, den 28. April: Nach dem Gutachten des Sachkammer des Landgerichts III wegen Widerstandes gegen verständigen Sanitätsrat Dr. Leppmann und des Sanitätsrats 5. Abt. 7½ Uhr bei Schrader,„ Bürgerheim", bringende Sigung bes neugedie Staatsgewalt zu verantworten. Der Staatsanwalt Dr. Magnus Hirschfeld, ist der Angeklagte unvollkommen ent- 6. bt. 7½ Uhr Funktionärfonferens bei Dobroblam, Swinemünder Str. 11. beantragte 300 m. Geldstrafe, während R.-A. Dr. Kurt Rosen- wickelt und durch die Gefangenschaft in abnorme Bahnen gelenkt 42. Abt. Die Funktionäre werben ersucht, von 5 bis 7 Uhr die Maizeitungen von Bogler, Mittenwalber Str. 16, abzuholen. feld darauf hinwies, daß der erst 17jährige Angeklagte sich offen worden, so daß er eine gewisse Milde verdiene. Das Gericht erkannte bar ber Strafbarteit feines Tuns gar nicht bewußt gewesen sei, da auf 1 Jahr Gefängnis, bewilligte jedoch dem Angeklagten, dem Morgen, Sonnabend, den 29. April: man ihn erst an der Saalkontrolle ungehindert hatte passieren lassen. Antrage des Berteidigers entsprechend, die bedingte Begnadigung. 28. Abt. 7 Uhr in der Schule Schönhauser Allee 166a, Sigung der gesamten FuntDas Gericht erkannte auf 100 Mart Geldstrafe, da der geleistete Widerstant fein besonders erheblicher gewesen sei. Die deutschnationale Presse benutzt die vom Bismarcbund im Schulgebäude der 288./289. Gemeindeschule veranstaltete religiösen Sosialisten in der alten Bjarrfirche in Bankow, Breite Schöneberg. 79. Abt. Pünktlich 7½ Uhr Hauptmitgliederversammlung im Zeichen. Schießerei, über die wir berichteten, zu einer wüst en eße straße, am Sonntag, den 30., abends 8%, Uhr. Die Festrede hält Genosse gegen die Republik und die proletarische Jugend, Dr. Aner. Eintritt frei. obwohl fie gerade in diesem Falle alle Veranlassung hätte, den Mund nicht so weit aufzureißen. 17 wählten Borstandes. tionäre. triebsvertrauensleute und Elternbeiräte. Deutsche Friedensgesellschaft, Ortsgruppe Berlin. Freitag 7 Uhr im Bürgersaal des Rathauses, Königstraße, Vortrag von Rud. Rafer 47. bt. 7 2hr bei Rorarius, Adalbertstr. 19, Konferenz der Funktionäre, Deüber: Das nationale Einheitsprinzip im Lichte der Kulturentwicklung." Charlottenburg. 54. bt. 8 Uhr Funktionärtonferenz im Lokal Calein, Char Diskussion. Tottenburger Ufer 5.56. Abt. 7% Uhr Funktionärsigung bei Liersch, RantStraße 62. Eine Maifeier mit Orgelvortrag veranstaltet der Bund der Aus der Partei. faal der Gemeindeschule Feurigstr. 57. Tagesordnung: Geschäfts- und Raffen. bericht. Bericht der Revisoren, Neuwahl der Abteilungsleitung. Berschiedenes. 80. Abt. 7½ Uhr bei Gürlich, Ecke Rubens- und Begasstraße, Bannerweihe mit geselligem Beisammensein. 124. Abt. Mahlsdorf. 8 Uhr bei Anders, Bahnhofstraße, Besprechung der Konfumvereinsmitglieder. * Umzug. Treffpunkt am Bahnhof. Nachmittags 5 Uhr Boltsfeier im Iten und Neuen Schüßenhaus. Eintritt 5 m. * Bericht über die Generalversammlung stellen wir feft: Troß genügend Stimmen Jungsozialistische Bereinigung( ED.). Man schreibt uns: Bu dem geftrigen haben sowohl wir wie auch sechs weitere Genossen den Eintritt in den neuen Arbeitsausschuß abgelehnt, um dadurch auf das Entschiedenste gegen das anfert. bare Berhalten ber diesjährigen Mehrheit bei dem Wahlvorgang zu protestieren. Infolge diefer Ablehnung ist der neue Arbeitsausschuß zunächst unvollständig geblieben. Otto Bach. Robert Reller. Jugendveranstaltungen. Berein Arbeiter- Jugend Groß- Berlin, B. 68, Sinbenftr. 3, 2. Sof, 2 Ep. Telephon Morigplag 121 08-121 10. Eine Bogeltunbewanderung findet am Sonntag, den 30. April, nach Wild. part flatt. Sreffpunkt Potsdamer Bahnhof 8 Uhr. Alle Banderleiter und intereffierte Jugendgenoffen können baran teilnehmen. Heute, Freitag, den 28. April: Attentat auf einen Eisenbahnzug. Am Mittwoch abend gegen Der Teutschnationale Reichstagsabgeordnete Schul, der in 11 Uhr ist auf den D- 3ug Düsseldorf- Duisburg, hinter dem der Bersammlung die Jugendlichen in der demagogischsten Weise Duisburger Wald, furz vor der Einfahrt in Duisburg, ein An Königswusterhausen und Umgegend. Montag, den 1. Mai, vormittags 10 Uhr, mit teutfchem Geist erfüllte, versucht jetzt in der Deutschen Tagesschlag verübt worden. Bahnräuber hatten das Signal zeitung( Nr. 192B) und in der Läglichen Rundschau" vom 26. auf" alt" gestellt, um den D- 3ug zum Stehen zu bringen. dieses Monats die Bismarckbündler rein zu waschen. Er will nach Durch die Aufmerksamkeit eines Blockwärters wurde der Anschlag weisen, daß die Bismarcbündler in feiner Weise provoziert hätten. vereitelt. Herbeigeeilte Polizeibeamte wurden von den BahnDemgegenüber muß festgestellt werden, daß gerate er in provo- räubern in ein Feuergefecht verwickelt, nach dem wurde ein zierender Weise vom„ Steuerverrat" unseres Genossen Bern Mann schwer verwundet am Tatort vorgefunden und feststein sprach, und ausgerechnet Ludendorff, Tirpig und genommen. andere als Borbilder deutscher Freiheit und Treue pries. Die tätlichen Auseinandersehungen wurden von den Angehörigen des Bismardbundes vom Zaune gebrochen, indem sie gewaltsam später tomment en Jugendlichen den Zutritt verwehren woll. ten, obwohl diese persönlich und auch durch Handzettel eingeladen Die Parteiorganisation Groß- Frankfurt veröffentlicht soeben maren, in denen es zum Schluß heißt: Kommt zu uns! einen sechs Zeitungsfeiten umfassenden Geschäftsbericht für das abWerbt und kämpft mit uns, oaß es wieder zur gelaufene Jahr 1921/22. Der Bericht zeigt im ganzen ein recht erWahrheit werde: Mit Gott für König und freuliches Bild. Die Mitgliederzahl ist von 13 812 auf 14 892 geVaterland". Aus dem Umstand, daß ein Jugendlicher, der tem stiegen, Davon waren 2164 weibliche Mitglieder. Nach Beendigung Arbeiter- Sameriter- Bund angehört, sein Uebungsmaterial bei sich des Krieges im Jahre 1919 zählte die Organisation 10 766 Mitglieder. hatte, folgert die Rechtspresse, daß die Organisationen die Spren- Diese Tatsache zeigt, daß die Partei in Groß- Frankfurt eine recht gung organisiert hätten. Richtig ist aber, daß die Bismarckbündler erfreuliche Aufwärtsentwicklung durchgemacht hat. Der jetzige Mitfich auf eine Schlägerei vorbereitet hatten, denn ihnen wurden eine gliederstand reicht mit 3500 weit über den Bestand hinaus, den die Anzahl Gummiknüppel( Marke Knüppel- Kunze) und auch geeinte Partei vor dem Kriege aufzuweisen hatte. Obwohl die linksein Revolver abgenommen. gerichteten Arbeiterparteien feine Mitgliederzahlen veröffentlichen, Es ist sehr wahrscheinlich, daß die Jugend in den rechtsstehen kann doch mit Bestimmtheit angenommen werden, daß die SPD. den Bereinen ganz allgemein für diese Art Meinungsaustausch" mindestens doppelt so start ist als alle übrigen Arbeiterparteien zu ausgebildet wird, denn der„ Lankwiger Anzeiger" vom 19. April sammen. Der Bericht bedauert bei der Besprechung der Parteienthält einen Aufruf, in dem darauf hingewiesen wird, daß der finanzen, daß die Kassenverhältnisse leider mit dem organisatorischen Schießverein unter Sr. Exzellenz George es übernommen Erfolge nicht Schritt halten können. Die Entwertung des Geldes, habe, die Mitglieder der deutschnationalen Jugendgruppe im die Arbeitslosigkeit und die wiederholt notwendig gewordene Er Schießen unentgeltlich auszubilden. Auskunft erhöhung der Beiträge tragen die Schuld daran. Trozdem die Einteile ter Borsigende der Jugendgruppe meinte, Vittoriaftr. 46. nahmen von rund 389 000 m. im Jahre 1921 auf 528 000 m. im Finanzielle Unterstügung nähme der Schahmeister Direktor Jahre 1922 ftiegen, ging das Vereinsvermögen faft um 20 000 m. Berschmann, Alsheimer Str. 4, entgegen. Sonderbar mutet zurück. Dabei ist zu berücksichtigen, daß sich die Barteiorganisation es aber an, wenn jetzt die drei sozialistisch en Jugendgruppen Frankfurt verpflichtet hat, 60 statt 50 Proz. der laufenden Einvon der Schuldeputation folgendes Schreiben erhalten: nahmen abzuliefern. Aber trotz dieser nicht gerade sehr erfreulichen Auf die Anzeige vom 25. April 1922. Aus Anlaß der wüsten Finanzverhältnisse hat sich auch im abgelaufenen Geschäftsjahr geSzenen, welche sich am 24. April d. J. abends im Schulgebäude der zeigt, daß das Proletariat die opferwilligsten Kämpfer hat. Diese 288./289. Gemeindeschule abgespielt haben, sperren wir der Ver- Tatsache gibt auch unseren Frankfurter Genossen die Zuversicht, daß einigung der jugentlichen Mitglieder der Mehrheitssozialdemokratie fie allen Widerwärtigkeiten zum Troy die Partei vorwärts bringen der Prenzlauer Vorstadt die Räume der 288./289. Gemeindeschule. werden. gez. Didhoff. Weil sich der Bismarcbund in den von ihn benutzten Schulaulen rüpelhaft benimmt, muß natürlich den sozialistischen Jugendorganisationen die weitere Benußung der Schulräume untersagt werden. Oder will man die Arbeiterjugend fürsorglich vor teutfch nationalen Schießhelben bewahren? Lebensmittelpreise des Tages. Zufuhr: Fleisch ausreichend, Geschäft etwas lebhafter. Fische knapp, Geschäft rege. Obst und Gemüse schwach, Geschäft still. Am Donnerstag galten in der Zentralmarkthalle folgende Kleinhandelspreise: Ein großer Diebstahl an Versicherungsmarken ist jetzt von der Kriminalpostdienststelle aufgeklärt worden. Ein Handel mit solchen Rindfleisch 32-36 M., ohne Knochen 86-45 M. Schweinefleisch Marfen erregte Verdacht. Die Ermittelungen ergaben, daß ein Fri 37-45 M. Kalbfleisch 80-43 M. Hammelfieisch 32-43 M. Rindertalg feur Minde aus der Hufelandstr. 49 der Bertreiber war. Als fein 40-48 M. Sohellfisch 7-10 M. Seelachs 8-10 M. Dorsch 6-7,50 M. Lieferant wurde der 18 Jahre alte Kontorist Franz Kühn aus der In Eis: Schleie 26-29 M. Hechte 21-26 M. Aale 40-45 M. Lebende Hufelandstr. 9 festgestellt, der bei den Deutschen Telephon- Barsche 19-22 M. Karpfen 28-36 M. Blele 16-21 M. Naturbutter werten angestellt war und die Versicherungsmarten dort ge= 54-64 M. Margarine 30-42 M. Schweineschmalz 44-48 M. stohlen hatte. Beide wurden verhaftet. Den Erlös für ihre Beute bis 4,20 M. Erbsen 9-11 M. Weiße Bohnen 10 M. Linsen 15-16 M. hatten sie zum größten Teil durchgebracht. Nur noch für 6000 m. Weizenmehl 11-12,50 M. Roggenmehl 8 M. Gerstengrütze 10 M. Reis 11-18,50 M. Elernudeln 20-21 M. Wirsingkohl 6-8 M. Weißkohl 8 Wertzeichen wurden bei ihnen vorgefunden. Im gangen hatte Kühn, bis 9 M. Blumenkohl 16-25 M. der Kopf Rotkohl 10-14 M. Spinat nach seinem eigenen Geständnis, bei den Werfen, bei denen er im 5-8 M. Zwiebeln 7-9 M. Eßäpfel 9-16 M. Apfelsinen 3-7,50 M. Lohnbureau arbeitete, Marten für 26 000 Mart gestohlen. das Stück. Eier 4 Salenfce. Jugendheim Gemeindeschule Johann Georg- Straße, Bortrag: Nikotin und Alfohol". Moabit. Jugendheim Gemeindeschule Waldenfer Reutöln- Süb. Jugend Straße 21, Bortrag: Die Jungfozialistische Bewegung". heim Nogatstr. 53, Bortrag: Schule und Leben". Norboften. Jugendheim Gemeindeschule Heinersdorfer Str. 18, Vortrag: ,, August Bebel". Betersburger Biertel. Jugendheim Lotal Große Frankfurter Str. 18, Bortvag: Das alte Rom und fein Untergang" Schöneberg I. Jugendheim Rubens, Ede Hauptstraße, Bortrag: ,, Warum bin ich im Berein Arbeiterjugend". Schöneberg II. Jugendheim Comeniusschule, Frankenstr. 10, Bortrag: Jugend und Mai". Bebbing. Jugendheim Gemeindefchule Müller, Ede Triftfit., Bortrag: ,, Was ist Bildung?" Vorträge, Vereine und Versammlungen. Berein der Freibenter für Feuerbestattung E. V. Die Bezirksversammlung des 9. Begiris( Wilmersdorf und Umgegens) findet nicht in der Mula bet Oberrealschule Seepart statt, sondern in der Aula der Viktoria- Luisa- Schule, Gasteiner, Ede Uhlandstraße. Arbeitersport. Rund um den Friedrichshain. Sonntag, den 30. April, 3 Uhr. Start: Elbinger Straße. 8iel: Spielwiese. Zurner und Sportier! Am Sonnabend, den 29. April, Gründungsfest der Sichte" Spielleute( Sambourkorps des Arbeiter Turn- und Sportvereins Fichte") in der Fichteflause", Turnplag am Schäferfee", Reinidendoct- Oft. Mitwirtung des gesamten Mujittorps der Neuköllner. Abmarsch zum Turnplag um 8 Uhr vom Bahnhof Wedding. Freie Turnerschaft Groß- Berlin, Sonntag 9 Uhr vormittags Susammen. turnen der Geilbteren( Bundesfeft) Turnhalle Neukölln, Kopfftr. 54. Gonning 8 Uhr nachmittags Schauturnen der Nordabteilungen Turnhalle Braunstraße. Fußballspiele der Märkischen Spielvereinigung am Sonntag, den 80. April: Sparta- Bader 20( Lichtenberg); Nowawes- Neutolin( Romames, Bart Babelsberg); Frisch- rei- Teutonia 09( Niederschöneweibe, Berliner Straße); NorbietaBoruffia( Christiania., Ede Geestraße); Fichte Südost- Belten( Baumschulenweg, Fichteplat); Britannia- Spandau( Lichtenberg, Wagnerstraße); Rathenow Char. fottenburg( Rathenow, Rennbahn); Arminia- Siemensstadt( Borsigwalde, Miraustraße); Sansa- Hennigsdorf( Hohenneuendorf, Augustastraße): EintrachtNieberlehme( Mogen, außerhalb des Dorfes). Beginn der 1. Mannschaften 5 Uhr, Tegel( Oranienburg, Berliner Straße); Bittoria- Nord( Eberswalde); Mogen ber 2. Mannschaften 8% Uhr. Briefkasten der Redaktion. E.. 1894. In Frage, tommen für Sie die Turnhallen Graunstraße und Schenfließer Straße 8. Turnzeiten für Knaben Dienstag und Freitag 6-8 Uhr. les Nähere daselbst. Wetter bis Sonnabend mittag: Siemlich fühl, geittoeise beiter aber jebr veränderlich mit wiederbolten im Norden starten, im Süden schwächeren Regenfällen bei frischen westlichen bis nordwestlichen Winden. mit der gewerkschaftlichen und genossenschaftlichen Bewegung zeitige Wiedereinführung Tei gefiert. Gleichwohl benutzen jetzt Neuzeitliche Wohlfahrtspflege. Schrittmacher auf dem Wege zur Berwirklichung sozialistischer Ziele die Unternehmer diesen Umstand, um die Wiedereinführung von Dorothea Hirschfeld. In dem Hauptausschuß für Arbeiterwohlfahrt hat sich die fei. Das von Helene Simon aufgestellte Programm der Wohl- Höchstpreisen zu hintertreiben. Sämtliche Arbeitnehmervertreter Sozialdemokratische Partei ein Organ geschaffen, das dem Zwecke fahrtspflege wird die weitere Tätigkeit des Hauptausschusses für haben ausdrücklich erklärt, daß sie ihre Zustimmung zu dem Beschluß dient, die Entwicklung der Wohlfahrtspflege im Sinne sozialistischer Arbeiterwohlfahrt und seiner Bezirks- und Ortsausschüsse, von vom April 1921 nicht gegeben hätten, wenn ihnen damals gefagt Weltanschauung zu beeinflussen und die Mitarbeit der Arbeiter deren wachsender Bedeutung innerhalb der kommunalen Wohl- worden wäre, daß die Wiedereinführung von Höchstpreisen von schaft bei der Gestaltung und Ausübung der Wohlfahrtspflege fahrtsarbeit die Görlitzer Tagung des Hauptausschusses Zeugnis einer teilweisen Zustimmung der Unternehmer abhängig sei. Die sicherzustellen. Aus dieser Zielsetzung ergab es sich von selbst, daß ablegte, entscheidend beeinflussen. Es wäre zu wünschen, daß es Unternehmer aber sind natürlich sehr froh, wenn diese- wir sehen der Hauptausschuß auf der Wohlfahrtstagung in Görlig, mit der der fleinen Schrift gelänge, weiteste Kreise der Arbeiterschaft für voraus, ungewollte- Irreführung der Arbeitnehmer ihnen bis er zum erstenmal an die Deffentlichkeit trat, sich mit den grund- die Mitwirkung an der Gestaltung und Durchführung der Wohl auf weiteres die ungehemmte Ausnugung der Notlage der Verlegenden Fragen der Wohlfahrtspflege beschäftigte und gleichsam ein fahrtspflege zu gewinnen. Programm für die Durchführung der Wohlfahrtspflege aufstellte. In Helene Simon gewann der Hauptausschuß die Persönlichkeit, die in langjähriger, wissenschaftlicher Arbeit das Problem der Armut" und die damit zusammenhängenden Fragen der Gestaltung ter Wohlfahrtspflege studiert und unermüdlich in Wort und Schrift die Forderung nach Umgestaltung der Armenpflege zur Wohl fahrtspflege erhoben hat. Es ist zu begrüßen, daß das Referat, das sie auf der Görliger Wohlfahrtstagung gehalten hat, nun im Drud vorliegt*) und damit weiteren Kreisen Gelegenheit geboten ist, sich mit diesen Fragen zu beschäftigen und aus der Fülle von Anregungen, die hier auf wenigen Seiten gegeben werden, das Rüstzeug für den Kampf um die soziale Gestaltung der Wohlfahrtspflege zu gewinnen. 17 Wirtschaft Höchstpreise für Eisen! braucher gestattet. Wie bereits gemeldet, wollen sich die Arbeitnehmer mit der erneuten Ablehnung ihres Antrages nicht abfinden. Sie werden bei der Reichsregierung vorstellig werden, um sich über ihre Irreführung im April 1921 und über die Weigerung der Unternehmer, den damaligen Irrtum nachträglich wieder gutzumachen, zu beschweren, ferner um Auskunft ersuchen, wie die eigenartige Stellungnahme des Bertreters des Reichsverkehrsministeriums mit der erforderlichen Wahrung der finanziellen Intereffen des Reiches vereinbar gemacht werden könnte. Der Eisenwirtschaftsbund hat in seiner letzten Sigung zunächst von einer formellen Preiserhöhung Abstand genommen, diese aber für den 1. Mai in Aussicht gestellt. Praktisch ist der Berzicht auf die neue Preisfestsetzung ohnehin von geringem Belang, da die vor dem 1. April mit Gleitpreisen auf Grund der Mannesmann- Röhrenwerken ist nunmehr von der GeneralversammDie Verschmelzung der Bergwerks- A.- G. Consolidation mit den Rohlenpreise abgeschlossenen Eisenlieferungsverträge die Gültigkeit lung beschloffen. Die große reine Kohlenzeche geht durch einen Bebehalten. Weil aber die Kohlenklausel seit Monaten in Uebung triebsvertrag zunächst für 30 Jahre so gut wie vollständig in den ist, die Werke jedoch nicht mit langen Lieferfristen arbeiten, dürfte Besitz des Röhrenwertes über, das das Recht erhält, den Betrieb es wenige Werte geben, die zwischen dem 20. März und dem 1. Mai von Consolidation so zu führen, als wäre das Unternehmen in noch mit alten Breisen liefern. Jetzt ist, wie wir bereits kurz mit ihrem eigenen Besitz". teilten, wieder der Kampf um die höchstpreise für Halbzeug und Walzeisen im Gange. Preisschwankungen am Jeffmarkt. Die starten Schwankungen der Devisenkurse der letzten Zeit übten auch im Großhandel mit Zum Berständnis der Vorgänge sei darauf hingewiesen, daß im Fetten starken Einfluß aus. Das gilt nicht so sehr für den Handel April 1921 ein Beschluß unter Zustimmung der Arbeitnehmer gefaßt mit Butter wie für den mit Margarine und Schmalz. Für Marwurde, der mit Rücksicht auf die damalige schlechte Absatzlage garie wurden bei geringen Umsätzen die Preise um 2 m. erDormäßigt. Sie stehen jetzt auf 28 bis 34 M., je nach Qualität. Bei welche die Werke zu Verkäufen unter Selbstkosten zwang ben, baß jedoch gleichzeitig der Eisenwirtschaftsbund sein Recht zur der Handel bei Beginn der Berichtswoche in sehr matter Tendenz übergehend die höchstpreise außer Kraft gefeßt wur- Schmalz sette infolge der Schwankungen auf dem Devisenmarkt Feftfegung von Höchstpreisen auf den Reichswirtschafts- mit ftart rüdgängigen Breifen ein. Mit dem plöblichen Steigen der minister übertrug, der von dieser Ermächtigung Gebrauch machen Devisen trat ein Tendenzumschwung ein, und bei befferer Kaufluft sollte, sobald die Marktpreise die bisherigen Höchstpreise wieder er- gingen die Preise wieder schnell in die Höhe, obwohl die Preise der reicht hätten. Die Arbeitnehmer konnten sich nur entschließen, dem amerikanischen Bader ziemlich unverändert blieben. Die letzten Abschluß zuzustimmen, nachdem die Arbeitgeber erflärten, daß die Notierungen find 39,50 bis 41 m. Bedenken der Arbeitnehmer durch den 2. Teil des Antrages doch aus dem Wege geräumt seien. der Befugnisse des Elfenwirtschaftsbundes auf einen Dritten in Nachträglich hat sich nun herausgestellt, daß eine Uebertragung diesem Falle der Reichswirtschaftsminister schwer durchführbar ist. aus Rechtsgründen Kampf gegen hohe Fleischpreise in Ungarn. Die ungarische Regierung hat unter dem Eindruck der stetig steigenden Fleischpreise Fleisch strengstens verboten. Der Schritt der öftermit sofortiger Wirkung die Ausfuhr von Lebendoteh und reichischen Regierung, mit Rücksicht auf die in Desterreich herrschenden schwierigen Ernährungsverhältnisse eine Ausnahme zu machen, wurde vorläufig abschlägig beschieden. Helene Simon sieht das Ziel der neuzeitlichen Wohlfahrts pflege in der allmählichen Ersehung der Pflege der Armen durch die Verhütung von Klaffenarmut. Ihr ist Inhalt der Wohlfahrtspflege die Summe der vorbeugenden, heilenden und versorgenden gesundheitlichen, mutterrechtlichen, jugendrechtlichen, arbeitsrechtlichen und altersrechtlichen Maßnahmen, die erforderlich sind, um die Gesamtheit des Boltes in gute förperliche, geistige und sittlich- seelische Gesundheit zu bringen und darin zu erhalten". Nicht eine nach polizeilichen Gesichtspunkten geübte Armenpflege, die den Berarmten durch ein farges Eristenzminimum vor dem Berhungern schütt, sondern eine vorbeugende, schadenverhütende Tätigkeit, die den arbeitsfähigen Personen die best mögliche Ausnutung ihrer Arbeitskraft ermöglicht, die noch nicht leistungsfähige Jugend zu tüchtigen Staatsbürgern erzieht, ten vor übergehend leistungsunfähigen Kranten durch fürsorgerische Maßnahmen zur Wiedererlangung ihrer Arbeitsfraft verhilft und die nicht mehr leistungsfähigen Invaliden und alten Leute dauernd an gemessen versorgt. Hieraus ergeben sich als die wesentlichen Auf gabengebiete der Wohlfahrtspflege: Blanmäßiger Ausbau des Gesundheitswesens, Mutterschutz und Jugendhilfe, Arbeitsfürsorge für Die feitdem eingetretene Entwicklung der Eisenpreise ist bekannt, beschränkt Erwerbsfähige und Arbeitsscheue und Altersversorgung. Während der damalige Höchstpreis für Stabeifen 3. 23, 2440 m. Die Fülle von Aufgaben, die im einzelnen auf diesen Gebieten er betragen hatte, stieg der Marktpreis im Oktober auf 3200 m., im Die wirtschaftliche Bedeutung des deutsch- russischen Vertrages. wachsen, wird in knapper, anschaulicher Weise geschildert. Die Dezember auf 5500 m., im März auf 7050 M. und im April auf Der stellvertretende Volkskommissar für Außenhandel, Frumkin, starte Betonung der Notwendigkeit der Schadenverhütung führt 9810 m. Eine Ueberhöhung der Preise liegt zweifellos vor. Auf erklärte der Sowjetpresse, das Schwergewicht der rufftauf dem Gebiete des Gesundheitswesens namentlich zu der Grund der vorliegenden Untersuchungen erscheinen die Preisefelbft fchen Auslandsoperationen verschiebe sich allwenn man einen reichlichen Gewinnzuschlag und eine reichliche Er- mählich von London nach Berlin. Es lägen bereits Forderung: Umbau der Sozialversicherung zu einer allgemeinen neuerungsquote zuläßtum mindestens 1000 M. zu hoch. 160 Vertragsentwürfe in allen Industrie- und HandelsFürsorge und Schaffung von Arbeitsgemeinschaften zwischen den Die Arbeitnehmer haben wiederholt den Antrag gestellt, die Höchst zweigen mit deutschen Firmen vor, wovon einige bereits realisiert seien. Trägern ter verschiedenen Versicherungszweige und den Organen preise wieder einzuführen, fonnten jedoch gegenüber der geschlossenen Wenn von den 160 Entwürfen auch nur 25 Broz. realisiert würden, der Wohlfahrtspflege, wie sie heute schon in verschiedenen Provinzen Front der Unternehmer feine Mehrheit in der Abstimmung erzielen. so wäre damit schon eine breite Grundlage für eine gemeinsame angebahnt sind. Das Ziel der Jugendwohlfahrtspflege Hierbei ist es besonders interessant, daß der Bertreter des Reichs- Wirtschaftstätigkeit geschaffen. Der deutsch- russische Vertrag von fieht die Verfasserin in der Schaffung eines einheitlichen Unmündi pertehrsministerium im einhelligen Zusammengehen mit Rapallo fei ein starter Antrieb zum ferneren deutsch- russischen genrechts, das die Jugend von der Geburt bis zur Mündigkeit er- ben Bertretern der Großeisenindustrie sich gegen die Einführung Warenaustausch. Für die nächste Zeit werde Deutschland eine Berfaßt und das Eingreifen des Staates zugunsten Jugendlicher sowohl von Höchstpreisen ausgesprochen hat, als ob der Eisenbahnetat mittlerrolle zwischen Rußland und dem westeuropäischen Markte auf dem Gebiete der Erziehung und des Unterrichts, als auch auf ohne weiteres zu übernehmen. Wie wir erfahren, hat er an der in der Laage sei, dieses Sondergeschenk an die Großeisenindustrie| spielen. dem der Jugendfürsorge und des Jugendschutzes einschließlich des letzten Sigung nicht teilgenommen und mit feiner Stimmführung Bulardfurniere mit und ohne Wetten bei Ziclka. Kinderarbeitschußes regelt. einen Unternehmervertreter beauftragt, welcher Aufsichtsratsmitglied Dem Hauptausschuß für Arbeiterwohlfahrt ermächst die wichtige eines unserer bedeutendsten Stahlwerfe ist. Wir sehen in diesem Aufgabe, bei dem Ausbau, der Vereinheitlichung und gesetzlichen Fall einen Interessenten der Großeisenindustrie als SachRegelung der Wohlfahrtspflege mitzuwirken. Mit Recht wendet Reichsbahn. Wäre es im allgemeinen Interesse nicht erforderlich walter der Interessen seines Abnehmers, der sich Helene Simon gegen die heute noch hier und da vertretene gewesen, im Behinderungsfalle den Vertreter der Kleinbahnen, also Auffassung, daß diese Aufgaben außerhalb sozialistischer Zielsetzung einen wirklichen Verbrauchervertreter, der feine besonderen Beliegen. Die fozialistische Weltanschauung führt mit Notwendigkeit ziehungen zur Großeisenindustrie unterhält, mit der Vertretung zu zur modernen Wohlfahrtspflege, wie diese wiederum gemeinsam bauftragen? Offensichtlich ist der gegenwärtige Zustand, das Fehlen der Höchstpreise, nur dadurch möglich geworden, daß die Arbeitnehmer, die im April 1921 für vorübergehende Außerkraftsetzung der Höchstpreise eintraten, die irrtümliche Auffassung hatten, die jederHelene Simon, Aufgaben und Ziele der neuzeitlichen Wohlfahrtspflege. 23 Seiten. Stuttgart: 3. H. W. Dietz Nfg.; Berlin: Buchhandlung Vorwärts, 1922. Arzhich empfohlen Millionenfach bewährt. beseitigt schnell, sicher und schmerzlos Hühneraugen Hornhaut. Schwielen. Warzen Ja Apotheken. Drogerien erhältlich. für Herren- u.Damen- Bekleidung beste Fabrikate, große Auswahl, Verkauf meterweise Stoffe G. m. b. H. Koch& Seeland H Gertraudtenstraße 20-21. WEINBRAND Landauer& Macholl LIKÖRE HEILBRONN $> Vertreter: Karl Kast, Potsdam, Bismarckstr. 3, Fernsprecher: Amt Potsdam Nr. 366 Wilhelm Wetzel, Berlin- Wilmersdorf, Mecklenburgische Str. 20, Fernsprecher: Amt Pfalzburg Nr. 3400 Deutscher Metallarbeiterverband, Verw. Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege. der Helfer Moritz Fechner 117/16 Fehmarnstr. 23, om 25 d. geftorben ist. Chre seinem Andenken! Uhr, im Die Einäscherung findet am Mittwoch, ben 3. Mai, bormittags 10 Krematorium Berlin, Gerichtstraße, statt. Rege Beteiligung erwartet Bezirksverb.Berlin SPD. 43. Abteilung 6. Kreis. Unser Genosse Die Ortsverwaltung. Bekanntmachung Auf das Wahlaus fchreiben für die AnOrts gemeine frantentaffe BerlinNorden vom 8. März 1922, betreffend die Karl Dusterhoff Bahlen zum Ausfchuß biefer Staffe, ift verstorben. Die nur je ein WahiUrbanftr. 132, ift Beerdigung bereits erfolgt. ist Ehre seinem Andenken! Die Abt. Leitg. Heidelberger Radium Pastilien hergestellt a. der Heidelberger radioactiven Thamalquelle unter Aufsicht der Stadt. Heilmittel geg. Heiserkeit, Gelenkrheumatismus, Gicht. Zu beApoporschlag seitens der Arbeitgeber und der Bersicherten einge gangen. Die aut Sonntag, 80. April WollenSie einen Anzug oder Schlüpfer kaufen? so besichtigen Sie vor anderweitem Kauf meine Riesenläger! in Allgemeine Deutscher Bauarbeiter- Verband Bezirksverein Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 83/85. Ortskrankenkasse Achtung! Bauarbeiter Achtung Geschäftszeit vorm. 9 Uhr bis nachm. 4tr Berlin- Pankow des Hoch- und Betonbaugewerbes Selephon: Amt Norben 833, 834, 835, 836. 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