Nr. 207 39.Jahrgang Ausgabe B Nr. 102 Bezugspreis: Bierteljährl.105.- M., monatl.35, frei ins Haus, voraus zahlbar. Postbezug: Monatlich) 35,-M., einschl. Su stellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- u. Memelgebiet, fowie Desterreich u. Luxemburg 69,- M., für das übrige Ausland 87, M. Bostbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Efth land, Finnland, Frankreich. Holland, Lettland, Luremburg, Defterreich. Schweden, Schweiz, Tschecho- Glowatei und Ungarn. Der Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und 8eit", der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Gonn tags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Abend- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblaff Groß- Berlin 50 Pf. auswärts 60 Pfennig Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillegeile toftet 16,- 2.- Reklamezeile 80.-R. kleinenzeigen" bas fettgedruckte Wort 4, M.( zulässig zwei fettgebruckte Borte), jedes weitere Wort 3, M. 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Gegen Mitternacht wurden gestern im Rathaus von einer Mehrheit, die aus Sozialdemokraten und Bürgerlichen bestand, gegen Kommunisten, Unabhängige und Deutschnationale der Schiedsspruch und die Dedungsvorlage angenommen. Leider waren zuvor ein paar leicht und schwer worden. So nötigt der Borgang noch einmal zu rückschauenVerletzte vom Schauplatz vor dem Rathaus davongebracht der Betrachtung. Bon amtlicher französischer Seite wird bestätigt, daß das Die georgische Frage in Genua. Verhalten des französischen Botschafters Barrère in der gestriGenua, 2. Mai.( WIB.- Spezialbericht.) Die russische Delegen Sigung der politischen Unterfommission auf eine direkte Beifung Poincarés zurückzuführen ist. Poincaré war gation veröffentlicht einen Brief Tschitscherins mit der Haltung Barthous in der Frage des ehemaligen 30. April an den Präsidenten der ersten Kommiffion, Minister Die begreifliche Erregung der städtischen Arbeiterschaft, Privateigentums in Rußland nicht einverstanden. Die Isolie- Schanzer. Darin bestätigt Tschitscherin den Empfang eines die berechtigte Demonstration und ihre planlose Durchführung. rung Belgiens sei nicht im französischen Interesse gewesen. Er Briefes Schanzers vom 27. April, durch den er von dem Meinungs das unentschuldbare Vorgehen der Polizei all das hätte behalte sich vor, in dieser Angelegenheit als letzte Instanz zu austausch Kenntnis erhalten habe, der auf Veranlassung der Dele- permieden werden können, wenn die Stadtverordnetenentscheiden. Der amtliche Bericht spricht die Vermutung aus, gierten Schwedens und der Schweiz in einer offiziösen Berfamm- versammlung am vorigen Donnerstag rechtzeitig die Poincaré werde sich bei dieser Gelegenheit vollkommen lung der Delegierten Belgiens, Frankreichs, Japans, Groß- dringend notwendigen Lohnerhöhungen des Schiedsspruchs auf die Seite Belgiens stellen. Wie Petit Parifien" britanniens, Italiens, Polens und Rumäniens stattgefunden habe, bewilligt hätte. All das fonnte aber auch noch gestern wissen will, hat Barthous Stellungnahme in Kammer im Zusammenhang mit dem Telegramm von Jordania, der sich vermieden werden, wenn sich alle Parteien nach dem Vorfreifen eine große Erregung hervorgerufen. Boin- als Präsident der nationalen Regierung von Georgien fchlage der sozialdemokratischen Fraktion dahin verständigt caré habe daraufhin mitgeteilt, er werde die französische Dele- bezeichnet und über angebliche militärische Operationen der Sowjet- fchlage der sozialdemokratischen Fraktion dahin verständigt hätten, nicht mehr zu reben, sondern zu handeln. Dann gation in kategorischer Weise darauf hinweisen, daß sie die regierung berichtete. Tschitscherin fährt fort, die Frage der Kom wäre die Vorlage um 7 Uhr spätestens, eine halbe Stunde vor belgische Delegation zu unterstützen habe. petenz der erwähnten Bersammlung zur Prüfung einer solchen An- dem Zusammenstoß, verabschiedet gewesen, man hätte das Die englische Preise nimmt den 3wischenfall sehr gelegenheit folle beiseite gelassen werden. Als Information wolle Ergebnis den vorm Rathause Wartenden bekanntgeben ernst. So spricht„ Daily Chronicle" von einem endgültigen er Herrn Schanzer zur Kenntnis bringen, daß kein Aufstand(?) können, und alles wäre friedlich auseinandergegangen. Versuch Boincarés, die Ronferenz zum Scheitern zu bringen. in dem genannten Gebiet stattgefunden habe und daß es somit aud) Auffallend ist, daß die englische Bresse in diesem Zusammen nicht zu militärischen Operationen gekommen fei. Erstaunlich sei hang von einem neuen Reparationsvorschlag es, daß die einladenden Mächte einen Vorschlag, der von einer Lloyd Georges spricht, den Barthou Poincaré vorlegen Privatperson stamme und auf die Republik von Georgien Bezug werde. Der Plan lehne sich an den Plan Bafil Blackets vom habe, auf einer Konferenz geprüft hätten, auf der die recht März dieses Jahres an, nach dem die Gesamtschuld von 132 mäßige Regierung dieser Republit, nämlich die Sowjet auf 110 Milliarden herabgefeht wird, von der zunächst nur regierung, vertreten sei. Die russische Delegation stelle indeffen 45 Milliarden( anstelle der bisherigen 70 milliarden) zu er- mit Befriedigung fest, welches Interesse die genannten Regierungen Am Donnerstag vergangener Woche stimmten Deutschstatten wären. Die Verminderung der tatsächlichen Schulden daran nehmen, Mittel ausfindig zu machen, um jedes Blutvergießen nationale, Wirtschaftspartei unabhängige und Kommunisten würde genügen, um für die nächsten Jahre Deutschland den in Europa und anderswo zu verhindern. Sie halten es deshalb für internationalen Anleihemarkt zu eröffnen. Auf diese Weife nötig, diefen Delegierten zu empfehlen, ihre ernsteste Aufmerksamkeit gegen die Erhöhung der Waffertarife und der Kohlenklausel werde Deutschland die nötige Erholungspause und Frantauf die Tatsache zu richten, daß in verschiedenen Gegenden von 0,5 beim Gas. Jeder wußte, daß dann die Bürgerlichen reich die notwendige Ergänzung feines Budgets erhalten. der Welt tatsächlich Blut vergossen werde, und auf die Gründe, geschlossen gegen den Schiedsspruch stimmen würden und Bie Frankreich auf diesen Borschlag reagieren wird, ist nicht auf die diese Umstände zurückzuführen seien. Zuerst wolle die daß diefer dann abgelehnt werde mußte. Und so ge schah es. vorauszusehen. Dem oben erwähnten amtlichen franzöfifchen ruffifche Delegation auf die militärischen Operationen der Japaner Für das weitere Berhalten der Kommunisten und UnabBericht zufolge ist Boinearé nach wie vor der Ansicht, daß eine in der Republit des Fernen Oftens hinweisen. Ferner wünsche die Zusammenkunft des Obersten Rats unangebracht sei und daß russische Delegation daran zu erinnern, daß in Europa selbst die hängigen ist aber entscheidend die Tatsache, daß sie am Dondas Reparationsproblem nicht Dor dem militärische Besetzung ausländischer Gebiete und nerstag in der Schlußabstimmung mit den Sozialdemokraten 31. Mai, dem Verfalltag, angeschnitten werden dürfe. die Bernichtung der Reste der nationalen Minderheiten Aufstände zusammen für die so gestaltete Borlage gestimmt haben, in und blutige Feindschaften mit sich bringen oder in der Zukunft unverder die Erhöhung des Elettrizitätspreises einmeidlich machen könnten. Man brauche nur an die Folgen der Be- begriffen war. Und gestern? Dem sozialdemokratischen Vorschlag, in Ein Wiedergutmachungsplan Lloyd Georges. Es muß daher noch einmal in vollster Objektivität festgestellt werden, welche Parteien diesen vernünftigen Ausgang, den wir im Interesse der Arbeiterschaft wie der Stadt mit allen Mitteln herbeizuführen bestrebt waren, verhindert haben, und welche Parteien auch gestern noch die Bewilligung des Schiedsspruchs und der Deckungsvorlage verzögert und abgelehnt haben. London, 3. Mai.( WTB.) Der diplomalliche Vertreter sehung des Gebiets von Wilna durch den polnischen General Zeli- der zugespizten Situation auf jedes Reden zu verzichten, der„ Daily News" berichtet aus Genua, daß Barthon einen nea en gowffi zu denken, der die Bevölkerung dieses Gebiets terrorisiere. Plan Lloyd Georges zur umfassenden Regelung der Dasselbe fei in Ostgalizien der Fall. In Süd- und Osteuropa hätten glaubten sie nicht zustimmen zu können, weil sie sich gegen interallierten Kriegsschulden und der Repara- die Rumänen gewaltfam Beßarabien besetzt und führen fort, die Angriffe" zu verteidigen hätten. An der Frage des Waffertionen nach Paris bringe. Diefer Plan sei in der Hauptfache Bevölkerung des Landes zu bedrücken. Dieselbe Erscheinung sei tarifes, wollten sie nach ihrer Erklärung die Sache nicht schei von Sir Basil Bladett entworfen und sehe vor, daß der Repara- in Jugoslawien in bezug auf die Montenegriner, Kroaten tern laffen, weil sie inzwischen eingesehen hätten, daß der fionsbetrag zunächst auf 110 milliarden festgesetzt werde( wobei die und Mazedonier zu finden, in gleicher Weise würden die Rechte Wasserpreis zurzeit nicht auf den Mieter abwälzbar jei. Dem bisher geleisteten Reparationszahlungen die Herabfehung von 132 der Bevölkerung Thra ziens und in Mitteleuropa die der Ein- einzigen Antrag, den die Unabhängigen in der ersten Lesung gestellt hatten und der übrigens der Anregung unserer auf 110 Milliarden erklärten) und dann in zwei kategorien wohner des Saar bedens mit Füßen getreten. Das Schreiben schließt, die russische Delegation halte es um fo Fraktion im Etatsausschuß seinen Ursprung verdankt, fam gezahlt werde, die eine von 65 Milliarden und die andere von 45 Milliarden. Die erste Zahl bilde die Gesamtfumme der mehr für angebracht, an die erwähnten Tatsachen zu erinnern, als die neue Magistratsvorlage in vollem Umfange entgegen interalierten Schulden und werde vorläufig vollkommen beiseite es gänzlich von den Regierungen, deren Delegierte den oben.( Kohlenklausel von 0,4 ftait 0,5). Die Gesamtvorlage gestellt werden, und von Deutschland würde nicht verlangt werden, erwähnten Brief veranlaßt hätten, abhänge, dem Blutvergießen ein mar also in der Einzelabstimmung folgendermaßen gestaltet: daß es irgendwelche Zahlungen zur Begleichung dieser Ferderung Ende zu machen und weiteres zu verhindern. Die russische Schiedsspruch( dem die Unabhängigen zustimmen wollmache. Die übrigen 45 milliarden würden den unmittel- Delegation ihrerseits sei bereit, auf der Konferenz von ten) Elettrizitätspreis( dem fie schon einmal zubaren Reparationsbetrag bilden. Nach einer folchen Genua an einer Prüfung der Frage teilzunehmen, in welcher Weise gestimmt hatten) asfertarif( an dem sie die Sache Herablegung der Reparationsfumme fönne Deutschland eine inter- allen unterdrüdten Nationalitäten die Möglichkeit nicht scheitern laffen wollten)- Kohlenflausel beim nationale Anleihe aufnehmen, die etwa die Zahlungen für gegeben werden könnte, frei über ihr Schicksal zu entscheiden und Gas( die auf Grund ihres eigenen und einzigen Antrags in der die nächsten fünf Jahre dede. Die Annahme dieses Planes melches geeignete Mittel zum Schuße der Interessen der nationalen ersten Lesung festgesetzt war). würde das gesamte Reparationsproblem auf eine vollkommen neue Minderheiten in Ländern mit gemischter Bevölkerung seien. In jedem Falle bitte er, die obigen Ausführungen den intereffierten Grundlage stellen. Regierungen zur Kenntnis zu bringen. Der Berichterstatter der Daily News" fragt, ob Frankreich eine so vernünftige Entscheidung annehmen werde, und stellt folgende Erwägungen an: Sowjetrußland und der Vatikan. 1. Unmittelbar vor Genua erklärte Großbritannien, daß die Paris, 3. Mai.( WTB.) Nach der Meldung einer Nachrichten Bereinbarung bezüglich des Erlaffes der Zinsen für den von agentur aus Rom wird in vatikanischen Kreisen das Gerücht beFrankreich Großbritannien geschulteten Betrag stätigt, daß Tschitscherin demnächst im Batikan von Papst jederzeit zu Ende gehen könne. Nach Ansicht des Berichterstatters Pius XI. und von Generalstaatssekretär Gasparri empfangen werder„ Daily News" fönne das Moratorium jedoch, wenn Frankreich den würde. Mit Gasparri werde er über die Zulassung den neuen Plan Lloyd Georges annehme, fortgesetzt werden. fatholischer Missionare in Rußland verhandeln. 2. Frankreich brauche dringend Bargeld. Wenn die unmittelbare Berpflichtung Deutschlands auf 45 Milliarden herabgesetzt würde, so würde es möglich sein, eine internationale Anleihe aufzunehmen, von ter der größte Teil an Frankreich gehen würde, in der Gestalt von Vorzugszahlungen auf Reparationen für vier oder fünf Jahre. 3. Wenn der neue Plan gebilligt werde, werde Großbritannien, das eine Stabilisierung Europas für einträglicher halte als Repara tionen, einer Bergrößerung des französischen An. teils auf Rosten Großbritanniens zustimmen. Der Dollar über 300. Und dann haben gestern die Unabhängigen zu fammen mit den Deutschnationalen und Kom munisten in der Schlußabstimmung gegen die Borlage, also auch gegen Schiedsspruch und Lohnerhöhung gestimmt, die durch ihre Schuld schon so lange Der Schiedsspruch ist angenommen verzögert worden war. mit der knappen Mehrheit von 101 Stimmen unserer Fraktion, der Demokraten, des Zentrums, der Wirtschaftspartei und der Volkspartei. Die Gegner des Schiedsspruchs brachten es auf 93 Stimmen, wobei von der unabhängigen Fraktion 7 Mitglieder während der Abstimmung nicht im Saale waren. Das sind die Tatsachen, an denen teine agitatorische Ber drehung rütteln kann. Jeder Einsichtige muß erkennen, wieviel Erregung und wieviel Unheil bei einer vernünftigen und arbeiterfreundlicheren Politik gerade der Unabhängigen hätte Jeder Einsichtige sieht, daß es permieden werden können. jedenfalls nicht das Verdienst der Unabhängigen und Kommunisten ist, wenn durch die gestrige verspätete Annahme der Vorlage noch weiteres und vielleicht noch viel größeres Unheil verhütet worden ist. Die Ermattung der deutschen Mark an der gestrigen Nem Yorker Börse und die Nachrichten über die' Abreise Barthous aus Genua riefen am Berliner Devisenmarkte eine sehr pessimistische Stimmung hervor. Die Kurse bewegten sich in fcharfem Tempo nach oben. Die Nachfrage wurde verstärkt durch Devisenfäufe der Industrie und des Großhandels, die sich in legter Zeit sehr zurückgehalten hatten, um den Ausgang der Konferenz in Genua abzuwarten. Die Eindedung mit Roh- Diese Tatsachen zeigen, daß sich jeder Versuch der Unabstoffen usw. duldet jedoch keinen Aufschub mehr. Um die hängigen und der Kommunisten, die gestrigen Borgänge gegen Die Petroleumfrage. Mittagsstunde wurde der Dollar mit 306 gehandelt. die Sozialdemokratische Partei auszuschlachten, gegen seine Paris, 3. Mai.( WTB.) Die französische Regie. Am Effektenmarkt bleibt das Geschäft nach wie vor sehr still. Urheber tehren muß. rung hat gestern zwei Sachverständige für Petroleum. Die Dollarhausse blieb. ohne Eindruck. Starkes Anfragen ernannt, die der franzöfifchen Delegation in Genua zu- gebot machte sich in einigen oberschlesischen Papieren bemertgeteilt werden sollen. Eie find gestern dorthin abgereift. bar. Die Folgen des unentschuldbaren polizeilichen Vorgehens find glücklicherweise nicht so schlimm, wie es schien. Von den Berletzten mußten nur zwei in Krantenhäusern eingeliefert werden, auch tfjr Zustand läszt auf Saldige Wieder- Herstellung hoffen. Die„Rote Fahne" spricht in durchsichtiger Absicht von 2 Toten und 25 Verletzten, ihr kann ja nie genug Blut fließen, und Tote— unter einem sozialdemokratischen Polizeipräsidenten— sind unbezahlbar für die Agitation. Man kann den Schmerz dieser edlen Seelen darüber nachfühlen, daß ihre„Toten" noch leben. Lm übrigen gebt aus der Darstellung der„Roten Fahne" sowie der„Freiheit" hervor, daß die Schuld an der gar nicht zu rechtfertigenden Attacke untergeordnete Organe trifft. Ge- nannt werden die chauptleute v. B e r m u t h und Wecke. Gegen sie sei der Polizeipräsident ohnmächtig. Wir erwarten zuversichtlich, daß sich diese Annahme als irrig erweisen wird. Es ist die Aufgabe der vorgesetzten Behörden, dafür zu sorgen, daß die Schutz Polizei ihrem Namen Ehre macht und wirklich zum Schutz der Bevölkerung da ist, nicht aber, wie es gestern der Fall war, zu ihrer Ge- fährdung. Die Situation war gestern eine ganz andere als bei dem bekannten tragischen Borfall vor dem Reichstag im Januar 1320, wo die Schutzpolizei durch das wüste Treiben des Mobs, Entwaffnung und Verprügelung von Beamten und einen versuchten Sturm auf den Reichstag, zum Vorgehen gezwungen wurde. Gestern lag nichts dergleichen vor. Der Verkehr war gehemmt, aber Straßenbahnwagen, die nicht weiterfahren können, bahnt man nicht den Weg mit ge- fällten Bajonetten. Nach Berichten bürgerlicher Blätter soll ein Mann versucht haben, einem Polizeioffizier seinen?our 3« mörite abzureißen, auch das rechtfertigt noch nicht Säbel- hiebe auf unschuldige Demonstranten. Nebenbei gesagt, ist es ein grober Taktfehler, Kriegsschmuck anzulegen, wo die Möglichkeit von Zusanrmenstößen mit dem Publikum auch nur entfernt gegeben ist. Viele Leute sehen darin einen Ausdruck von Standesdünkel und von kriegerischen Ab- sichten, und dadurch wird ein Moment der Erregung ge- schaffen, das vermieden werden kann, wenn die betreffenden cherren dem Interesse der Ruhe und Ordnung ihre Eitelkeit zum Opfer bringen wollen. Der bedauerliche Vorfall mutz den vorgesetzten Behörden ein Anlaß sein, den Zuständen in der Schutzpolizie ihre schärfste Aufmerksamkeit zuzuwenden. Es gibt bei der Schutzpolizei, wir nehmen an weit überwiegend, ausgezeichnete Beamte, die ihren schweren Beruf mit Takt und echtem Pflichtgefühl ver- sehen. Es gibt bei ihr aber auch ungeeignete Ele- m e n t e, die sich von vornherein in einem feindlichen Gegen- satz zur Bevölkerung fühlen, und von ihnen gilt das Wort, daß ein schlechtes Ei den ganzen Kuchen verdirbt. Die Ver- meidung von Vorgängen, gleich dem gestrigen, liegt nicht nur im Interesse der Bevölkerung, sondern auch der Schutzpolizei selbst. Abschließend kaim man sagen: Uebertriebene Gerüchte haben sich als unwahr herausgestellt, der Schiedsspruch ist genehmigt, der Hauptkonfliktstoff ist damit beseitigt. Die Taktik des„Weitertreibens" findet daher keinen Boden. Die Erledi- gung des Restes bleibt einer Untersuchung vorbehalten, auf der wir bestehen müssen, und deren Ziel sein muß. unver- kennbare Mißstände zu beseitigen und den Schutz der Bevölke- nmg vor untauglichen Polizeiorganen zu sichern. Die Hetze gegen Loewy. J&a Rechtsfoziallfi für scharfes vorgehen gegen die vemonssranken." Mit dieser Ueberschrist erzählt die„Freiheit", im Rathaus habe unser Genosse Stadtverordneter Loewy zu dem dort weilen- den PolizeiprösBenten gesagt,„pb denn nicht die Straße geräumt werden könne, beim die Straßenbahn müsse doch verkehren". Im Anschluß daran bemerkt das Blatt:»Dieser saubere Arbeitervertreter forderte also, mit anderen Worten ausgedrückt, ein Verjagen der Demonstranten und ein schärferes Vorgehen gegen diese. Dem Wunsche des Herrn Loewy wurde rasch, sehr rasch in furchtbarer Weise Rechnung getragen." Gegenüber dieser demagogisch zurechtgemachten Wiedergabe einer gänzlich anders ge. meinten und teilweise auch anders lautenden Aeußerung stellen wir fest, daß Genosse Loewy nicht„Räumung" der Straße ge- fordert, sondern gefragt hat, ob denn nicht dafür habe gesorgt werden können, daß die Straßenbahn fahren konnte. Die Fr e i- Rujsisihes Theater: �Zarewitstb /Mexef'. Drama von Mereschkvwskij. Diel« der russischen Dichter müssen heute außerhalb ihres Vater- landes arbeiten. Dimitri Merefchkowfkij und feine Gattin Sinaida Hippius fühlen sich vollkommen als Opfer des Bolschewismus. Man darf das nicht vergessen, wenn der Bewunderer alles Westlichen „Zar Peter", den die verschwenderischen Historiker den Großen tauften, vor dem Heiligenbild niederkniet und die Verzweiflungs- worte hervorstammelt:„Strafe mich, Herr, begnadige, begnadige, begnadige Rußland!" Mit dieser bittenden Explosion endet das Drama vom Zarewitsch Mexej. Dieser schwache, ober überschwanglich empfindsame Jung- ling ist Träger des oltrussischen Gedankens, der nicht einmal Freude an den Admiralsfpielereien, den tapferen deutschen Aerzten und all den westlichen Reformen aufbringen konnte» die der große Peter gern in das Buch seines Ruhmes einschrieb. Das ist der soziale und geschichtliche Hintergrund dieser Russen- tragödie. Daneben läuft ein Anekdoten- und Intrigenstück. Zar Peter hat die Angewohnheit, im Gedanken zwar jeder Aufklärung zu huldigen, aber als Privatmann knutet, foltert, köpft oder hängt er die Menschen, die ihm nicht gefallen. Schwer ringt er um den Gehorsam des Sohnes Alexej, der ein beträchtliches Weichtier ist und nicht aus dem Schoß seiner hübschen Kebse loskommen kann. Dieses Spiel zwischen Vater und Sohn verläuft nun ziemlich opernhaft. Auf Skandal, Folter, Schrecken, Mcssalinenschliche und ähnliche Kol- portagewirkungen läuft alles hinaus. Die Begebnisse, mögen sie auch wahr sein, werden aneinandergereiht, nicht gedichtet. Die Dinge des Genies wiederholen sich nicht, und so tun wir unrecht, verzagt zu sein, weil nicht jeder russische Schauspieler seinen Atem von Stanislawski empfing. Immerhin ist der Zar Peter des Herrn M u r a t o w eine stark auffallende Leistung. Herr T e r e ch o w hing sehr an der Rolle des Alexej, aber die Rolle mar mehr sein Be- hang als sein Leben. Im Physischen des Auftretens und Blickcns und im Heranholen der Zärtlichkeit und im Ergreifen der weichen Momente wird dieser Schauspieler trotzdem von einer angenehmen Lieblichkeit unterstützt. Alle übrigen Künstler waren Theater, zusammengeschossen von hie und da, wie es heute das Schicksal der russischen Komödianten ist. Die Bühne, ausgemalt von Alexander B e n o i s und Sergei A n t o n o f f, sah malerisch genug aus, war jedoch ohne jene be- sondere Atmosphäre, in die Stanislawski hineinreißt. Max Hochdorf. Tschitschorins Frack. Die Russen haben der Welt manche Mög- llchkeit der Cinwandserhebung gegen ihre Prinzipien geliefert. Sie haben Rußland wirtschaftlich ruiniert. Selbst vom Standpunkt ihrer Gedankengänge aus betrachtet, ist die Inkonsequenz zu be- Haltung der Siraßen bahngleise vor dem Rathaus be- deutet noch lange nicht„Räumung" der Straße— und frecher Schwindel ist die Behauptung daß ein„Verjagen" der De- monstranten oder überhaupt ein„scharfes Vorgehen" gegen sie der „Wunsch" unseres Genossen Loewy gewesen sei. Die„Rote Fahne" erzählt euch über unseren Genossen Pattloch das Märchen, er habe den Polizeipräsidenten aufgefor- dert, doch„derartige Demonstrationen unmöglich zu machen". Hierzu erklärt uns Genosse Patrloch, das sei eine glatte Lüge; er habe m t t dem Polizeipräsidenten überhaupt nicht ge» sprachen. Versammlung der städtischen Funktionäre. Die Funktionäre der städtischen Arbeiter versammelten sich heute vormittag, um das Referat der Vertreter des Lohnkartells über die Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung entgegen- zunehmen. Die Versammlung war von Anfang an infolge der gestrigen Vorgänge außerordentlich unruhig und verzögerte sich in ihrem Beginn, da die Gewerkschaftsleiter heute morgen den Polizeipräsidenten, Genossen Richter, aufgesucht hatten, um mit ihm über die Vorfälle des gestrigen Tages Rücksprache zu nehmen. Die Besprechung bei dem Polizeipräsidenten, an der auch die beiden Vorsitzenden des Gemeinde, und Staatsarbeiteroerbandes teil- nahmen, dauerte bis nach 11 Uhr. Unter den Funktionären machte sich eine starte Erregung über die gestrigen Vorgänge am Rathaus bemerkbar, und schon vor Beginn der Bersammlung gab es heftige Auseinandersetzungen zwischen den Delegierten der drei sozialistischen Parteien. Die Kommunisten und auch ein Teil der Unabhängigen l)atten die Absicht, einen Antrag einzubringen, der darauf hinaus- läuft, vom Polizeipräsidenten Richter die sofortige Amtsentsetzung und Bestrafung der beiden Polizeioffiziere zu fordern, die den Befehl zur Räumung der Straße gegeben hatten. Falls dieses Der- langen nicht erfüllt werde, sollte die gesamte städtische Arbeiterschaft in einen Proteststreik treten. Die Erregung wurde noch gesteigert, als ein Funktionär der Gaswerke in Lichtenberg in einer Aussprache erklärte, daß die Arbeiterschaft dort zwar im Betriebe sei, aber so lange nicht arbeiten werde, bis ausreichende Genugtuung für das Vorgehen der Schutzpolizei gegeben sei. * Eine zweite Deputation wurde zur Berliner Gewertschastsbom- Mission gesandt, deren Vertreter sich mit dieser Abordnung ebenfalls zum Polizeipräsidenten begaben. Die Dersammlunq der Vertreter des Gemeindearbeiierverlxmdes wird erst nach der Berichterstattung ibrer Albordnung beschließen, lieber das wahrscheinliche Ergebnis läßt sich augenblicklich noch nichts sagen. Die Verletzte«. Wie mitgeteilt, soll sich die Zahl der bei den gestrigen Vor- gangen Verletzten auf zehn Personen belaufen. Auch heute führ- ten die Ermittelungen der Polizei zu keinem anderen Ergebnis. Rur zwei von ihnen haben, soviel bis jetzt feststeht, Aufnahme in Krankenhäusern gefunden. Wie uns die Pressestelle des Polizei- Präsidiums mitteilt, hat im Krankenhaus Am Urban ein Ernst H e n s ch mit einer Stichverletzung am Gesäß Aufnahme gefunden, im Krankenhaus Moabit ein Bernhard R o ck st r o h, der aber be- rcits wieder entlassen werden konnte. Die Meldung der „Roten Fahne" über zwei Tote und LS Schwerverletzte ist eine grobe Uebertreibung. Die Untersuchung. Im Berliner Polizeipräsidium wird gegenwärtig eine Unter- suchung darüber geführt, ob die leitenden Polizeioffiziere eine Schuld an den Zusammenstößen in der Königstraße trifft. Vertreter der Gewerkschaften haben den Polizeipräsidenten am Vormittag auf- gesucht, um von ihm die Einleitung einer Untersuchung zu verlan- gen. Die Cinberufer der gestrigen Demonstration, die Leiter des Gemeinde- und Staatsarbetterverbandes haben dem Polizeiprnsiden- te» heute nochmals eine ausführliche Darstellung der Vorgänge, denen sie von Anfang bis Ende beiwohnten, gegeben. Im Anschluß daran* hat Polizeipräsident Genosse Richter die polizeilichen Leiter der gestrigen Absperrung—- wie die Korrespondenz Socha- ezewsk meldet— Major Barseko« und Hauptmann Bernurh, vernommen, die ebenfalls eine Darstellung des blutigen Zusammen- stohes gaben.__ Oer Gruudsteuer Ausschoß de« Preußischen Landtages hielt am 2. Mai eine kurze Sitzung ab. Finanzminister Dr. v. Richter be- richtete über die Zusammenkunft des Reichsfinanzministers mit den Finanzministern der Länder. Mit Rücksicht aus diese Besprechungen vertagte sich der Ausschuß auf unbestimmte Zeit, um die Berab- schiebung der Novelle zum Landessteuergesetz abzuwarten. Mängeln, die in der Erteilung von Konzessionen an ausländische und inländische Kapitalisten beruht. Indessen: Hungersnot, Wirtschaftsruin und Konzessionen kommen nicht an die neueste Waffe heran, die sie einem Teil ihrer Widersacher in die Hand gespielt haben. Ischitscherin ist auf der Genueser Konferenz im Frack erschienen. Das sei bezeichnend. Da sähe man es ja! So, so! Also im Frack, der Herr Tschitscherin! Ja, diese scheinheiligen Bolschewistenl Ra, die Sozialisten überhaupt!» Tschitscherins Frack wird zum Beweis der llnhaltbarkeit der marxistischen Lehre. Mehrwerttheorie, historische Geschichtsauf- fossung: schon gut! Was kann damit sein, wenn Tschitscherin im Frack erscheint! Klassenkampf, Internationalismus: alles die Aus- rede, alles der Vorwand für Tschitscherins Frack. Tschitscherin wollte einmal im Frack erscheinen, deshalb mußte der Zar vom Thron. Aber die vom Kegelklub und die vom Stammtisch haben Sie durchschaut, Herr Tschitscherin! Da dachten Sie, das mit der Hungersnot und den anderen Miseren Ihres Regimes vertuschen zu können. Ja, aber nun hat Herr Käsebier bei irns den Braten gerochen. Nun hat dieser Mann aus der scheinbaren Belanglosigkeit der Tatsache Ihres Frackes Ihr Wesen begrisfen. Nicht ungestraft schändet ein Bolschewik unserer Käsebiere Heiligstes: die Gesellschaftstoilette. Tschitscherin und seine Hintermänner, dazu Marx und Engels und darüber hinaus die Proletarier aller Länder sind schonungslos entlarvt, seit Herr Tschitscherin den Frack gettagen hat. Die Genueser Konferenz hat damit ihren Hauptzweck erfüllt. h. b. Trianon-Theaker. Moral". Ludwig Thoma hat hiebsicherere Satteren hinterlassen als diese Posse„Moral', die gern als Komödie gelten möchte. Da, wo im Strich des Karikaturenzeichners das menschliche Urbild nicht mehr sichtbar ist, verliert die Satire ihren Sinn. Dies ist vielleicht die schwerste Kunst des Komödiendichters, immer wieder die Vorgänge als menschlich möglich erscheinen zu lassen. Thoma hat sie in der„Lokalbahn" viel besser bewährt als in dieser„Moral", die durch die Figur des Rentiers Beermann zur Posse wird. Immerhin sei dem Trianon-Theater gedankt, daß es in den großen Reigen der franzsischen Schwanke diese deutsche Posse wirft. Es sind noch genug Ergötzlichkeiten darinnen, die über das Possenniveau hinausragen, und mancher Hieb des Bajuoaren sitzt prächtig genug. Das Ensemble, das Georg A l t m a n n s Regie folgte, die manchen hühjchen szenischen Einfall hatte, hieb kräftig drauflos. Man hatte anscheinend nicht die Absicht, das Possenhaste zu dämpfen. Iunkermann jedenfalls, der Rentier, Reichstags- abgeordnete in spe und Präsident des Sittlichkeitsvcreins, spielte von vornherein auf die derbste Schwankwcise los. Ebenso Falken- stein, der das Unglückswurm von Assessor zu einer seiner bekannten lustigen Typen sonnte. Alle anderen Rollen hängen in der Luft und sind nur leicht in die Vorgänge Hineinverwebt. Trotz der Langatmigkeit der meisten Szenen amüsierte.sich das Publikum mit jener Freude, die man hat, wenn man über, einen Satz nachher lachen zu können glaubt, und gab reichlichen Beifall. O. E. H. Strafrecht imö Verfassung. Die Notreform des Strafgesetzbuchs. Der Entwurf eines„Gesetzes zur Anpassung des Strafgesetz. buche? an das Verfassungsrecht" ist dem Reichstag soeben zuge- gangen. Der Entwurf schlägt die Aenderung einer Anzahl von Paragraphen des geltenden Strafgesetzbuches vor. Zum großen Teile sind die Aendcrungen selbstverständliche Konsequenzen des Ucbsrganges von der Monarchie zur Republik. Soweit sie nicht überhaupt rein formaler Natur sind, nennen wir als die wichtigsten in dieser Gruppe: die Streichung der Abschnitte 2 und S im zweiten Teil(Beleidigung des Landesherr» und Beleidigung der Bundes- fürsten), ferner die Streichung des§ 80(Mord und Mordversuch gegen den Kaiser, Landesherrn oder einen Bundesfürsten). Im Hochverratsparagraphen(§ 81) wird der erste Absatz dahin geändert, daß an die Stelle des Unternehmens, einen Bundesfürsten zu tö- ten, gefangen zu nehmn, in Feindesgewalt zu liefern oder zur Re- gierung unfähig zu machen, das Unternehmen tritt, „den Reichspräsidenten seiner verfassungsmäßigen Gewalt zu be- rauben oder durch Gewalt oder Drohung mit einer strafbaren Handlung an einer Regierungshandlung zu hindern oder zu einer Regierungshandlung zu nötigen". Der strafrechlliche Schutz der Parlamente gegen Sprengung usw.(Z 105) wird durch den Entwurf auch ausgedehnt auf den Reichsrat, den Reichswirtschaftsrat und die Staats- röte der Länder. Die strafrechtliche Sicherung des Wahlrechts und die Bestrafung des Sttmmentaufes(§8 107 bis 10g) werden auch auf Abstimmungen ausgedehnt, die zur Feststellung des Willens der Bevölkerung auf Grund der Verfassung stattfinden. Neues Recht dagegen will der neu einzufügende 8 111* schaffen, der nach der Vorlage der Reichsregierung folgenden Wort- laut haben soll: Wer die verfassungsmäßige Staatsform oder die Reichs- oder Landesfarben öffentlich beschimpft, wird mit Gefängnis bestraft. Daneben kqnn auf Geldsttase bis zu 50 000 M. sowie auf Verlust der bekleideten öffenllichen Aemter erkannt werden. Ebenso wird bestraft, wer öffentlich oder durch Berbreitung von Schriften, Abbildungen oder Darstellungen zu Gewalt- tätigkeiten gegen die Person dos Staatsoberhauptes oder eines Mitgliedes der Reichsregierung oder einer Landesregierung auffordert oder anreizt. Die Vorlage des Reichsrats will den ersten Satz des 8 111a— unter Fortlassung der Reichs- und Landesfarben— folgendermaßen redigieren: Wer die verfassungsmäßige Staatsform des Deutschen Reiches oder eines deutschen Landes öffentlich beschimpft, wird usw. usw. Dafür schlägt der Reichsrat für§ 135 folgende Fassung vor: Wer an einem öffentlichen Orte eine Fahne in den Farbe« des Reiches oder eines deutschen Lande», oder wer ein öffentliches Hoheitszeichen eines Reiches oder eines deutschen Landes böswillig wegnimmt, zerstört oder beschädigt oder be- schimpfenden Unfug daran verübt, wird mit Geldsttase bis zu 600 M. oder mit Gefängnis bis zu zwei Iahren bestraft. Uns erscheint die ursprüngliche Fassung der Reichsregierung in- sofern glücklicher, als sie die Reichsfarben nicht vor tätlicher, sondern auch vor wörtlicher Beschimpfung schützt. Schließlich ist noch zu erwähnen, daß der 8 112(Verleitung eines Soldaten zum Ungehorsam) auch auf die Berleitung von Polizei- beamten zum Ungehorsam ausgedehnt wird. Neuregelung der Seamtengehäiter. Die von der Reichsregierung am Montag begonnenen Ver» Handlungen mit den Spitzenorganisottonen über die Neurege. lung der Beamtengehälter wurden gestern abend beendet. In den beiderseittgen Ausfassuugen wurde eine völlige Uebereinstimmung nicht erreicht. Im Laufe der Verhandlungen näherten sich die Vor- schlüge so weit, daß zwischen dem Angebot der Regierung und den Forderungen der Organisattonen nur noch«in Unterschied von 1000 M. für das Jahr und jeden Beamten aller Besoldungsstufen vorhanden war. Das letzte Angebot der Regierung ging dahin, den allgemeinen Teuerungszuschlag von 30 Prvz. auf 65 Proz. und den bestehenden Sonderteuerungszuschlag von 3000 auf 5500 M. zu erhöhen, während die Organisationen den letzten Bettag auf 6500 M. erhöht wissen wollten. Die Zugeständnisse der Regierung hätten einen jährlichen Mehraufwand von 46 Milliarden Mark be- Was ist Diplomatie? Im Angesicht der zu Genua verfammel- ten Größen der internationalen Diplomatte sind einem dort weilen- ken italienifchen Journalisten allerlei Erkenntnisse ausgegangen, die er seinem Blatte mitteilt. Diplomatie, so lauten seine Definittonen, ist die Kunst, einige Dinge zu wissen und niemals etwas davon zu sagen, damit der ändere glaube, man wisse noch mehr. Sie ist die Fähigkeit, so lange um die Sache herumzureden, bis der andere darauf heracinsällt und von der Sache selbst zu sprechen anfängt. Die Gabe, schweigen zu können, auch wenn man nichts weiß(«ine sehr seltene Gabe). Es ist die Kunst. Vorteile zu erzielen(nämlich, wenn die Sache gut geht) und den Eindruck zu erwecken, man habe Zugeständnisse gemacht. Oder(wenn die Sache schief geht) das eigene Land glauben zu machen, daß man Vorteile erzielt habe, während man Zugeständnisse gemacht hat. Diplomatie ist eine sehr schwere Kunst: deshalb ist es so außerordentlich leicht, die Diplo- malen anzugreifen. Sie erfordert Leute mit viel Verstand, und es muß hinzugefügt werden, daß solche Leute tatsächlich bisweilen auch unter den Diplomaten vorkommen. Rcnnkicrfarmen. Der Plan des Polarforschers Vilhjalmur Stefansson, den Polarkreis mit Renntieren durch die Errichtung zahlreicher Farmen zu bevölkern, hat jetzt den ersten Schritt zu seiner Verwirklichung gemacht. Die erste Renntterherde aus Nor- wegen wurde glücklich auf der Bnfsininsel gelandet. Die Boffin- insel ist ein breites Gebiet der Arktts, die nördlich von der Hudson- sttahe liegt. Stefansson hatte bei seinen Fahrten beobachtet, daß die baumlosen Ebenen dieses Landes dicht mit Moosen und Flechten bedeckt sind. Da diese Pflanzen nun die natürliche Nah- rung des europäischen Renntiers sind, so meinte er, daß man diese günstigen Bedingungen von Baffinsland für die Renntierzucht aus- nutzen könne. Es wurde eine Hudsonbai-Renntiergefellschaft ge- gründet, die die Organisierung in Angriff nahm. Die ersten 550 Tiere, die in der Amadjuakbai der Vasfinsinsel ausgeschifft wurden, sind von mehreren Lappländerfamilien begleitet, die in der Pflege und Zucht der Renntiere erfahren sind. Gelingt es, die Renntiere in großen Mengen im Polarkreis anzusiedeln, so würde dadurch ein wichttgcr neuer Handelszweig geschaffen werden, denn die Tiere liefern ein vortreffliches Fleisch: ihre Felle sind sehr begehrt und sie liefern auch reiche Milchvorräte. Die Kriegsgeschichte beS Reichsarchivs. Da? ReichSarchw itt Potsdam schicibt eine Geschichte deS großen Krieges. Der erste, die Vor- geschichte bchandelndc Band wird in diesem Jabre erscheinen, die nächsten Bände über den Vormarsch bis zur Marne und die Schlachten in Ostpreußen werden bald solgcn. „Das medizinische Vcrlin� nennt sich ein soeben im Verlage von S. Karger, Berlin, erschienene-, Büchlein, das von Dr. G. M a m l o ck lierauSgegeben Ist. Ein übersichtliches Adreßbuch über alle medizinischen Einrichtungen in Berlin, über die Kranlcnanstalten. Fürsorgestellen und sonstigen dygicnischen Einrichtungen ist nicht nur sür den Ärzt, sondern auch sür die Krankenkassen, Arbeiterorganisationen, WohIfahrtSvereinigungen «sw, notwendig. Der Führer zeigt auch, waS aus medizinischem und sozial- hygienischem Gebiete In Berlin geleistet wird. Di« ttriisfniülg der grossen Kunstanssttllnng am Lehrter Bahnhof crsolgt am W.Mai 1922. 11 Uhr vormittags. Der VergnügimgS-Park wird erst 2 Wochen später eröjjnct. tragen, nachdem erst am 1. April für den gleichen Zweck SV Mil- liarden Mark bewilligt worden sind. Die Regierung glaubte da- mit den gegenwärtigen TeuerungsverhSltniffen in erforderlichem Umfang Rechnung getragen zu haben. Weiter glaubte die Regierung bei der schwierigen Finanzlage und den sonst zu übenden Rück- sichten nicht gehen zu können. Welche Wirkungen das Angebot der Regierung auf dos Gehalt des einzelnen Beamten gehabt hätte, ist daraus zu sehen, daß sich beispielsweise die Gehaltsbezüge eines Postschaffners in der Z. Gehaltsstufe etwa im Alter von 32 Jahren in Berlin um folgende Beträge erhöht hätten: Als Lediger von 53 SZ3 auf 43 163 M., also um 9640 M., als Verheirateter mit zwei Kindern(durchschnittliche Kinderzahl) von 43820 auf 55 560 M., also um 11 740 M. Gemessen an diesem Gesamteinkommen bedeutet der von den Organisationen geforderte Mehrbetrag von jährlich 1000 M. für den einzelnen Beamten eine verhältnismäßig geringe Summe, während die finanzielle Auswirkung mit über vier Milliarden Mark angesichts der gegenwärtigen Lage des Reiches unerträgliche Folge- erscheinungen auslösen könnte. Die Regierung, die die Notlage der Beamten in vollem Maße anerkannt l>at, wird mit größter Be- schleunigung die erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um die Cnt- scheidung der zuständigen gesetzgebenden Faktoren herbeizuführen. Das Reichskabinett wird sich zu diesem Zwecke schon heute mit der Angelegenheit befassen. Am Dienstag wurden die in der Nacht zuvor abgebrochenen Besprechungen fortgesetzt. Ministerialdirektor v. Schlieben erklärte, daß er dem Reichssinanzministcr Vortrag gehalten habe und dgß auch der Minister der Ansicht sei, daß die Vorschläge der Gewerk- schaften sich nicht in die Wirklichkeit umsetzen ließen. Die Regierung wünsche jedoch ebenfalls eine Einigung mit den Organisationen und sei daher bereit, ihr Angebot dahin zu erweitern, daß für den Beamten in der Besoldungsgruppe I!I, der bei allen Gehalts- berechnungen als Richtmann für die Einkommenssätze nach oben und unten gilt, eine Zulage in 5)öhe von 10 000 M. bewilligt werden, wenn er verheiratet sei und ein Kind habe. Die Regierung sei bereit, den allgemeinen prozentualen Teuerungszuschlag auf 35 Proz. und den Kopfzuschlag auf 20 Proz. zu erhöhen. Sie knüpfe an diese Zugeständnisse jedoch die Bedingung, daß sie ohne Ausnahme von allen Gewerkschaften angenommen wird. In langwierigen Verhandlungen erklärte der Vertreter der Regierung schließlich, daß der Kopfzuschlag für die Beamten auf 25 Proz. erhöht werden solle. Damit sei jedoch die Grenze dessen erreicht, was der Reichssinanzminifter vertreten zu können glaube, da allein die Erhöhung des Kopfzuschtages von 20 auf 25 Proz. S'ch Milliarden Mark erfordere. Ueber diese Sätze könne die Regierung nicht hinausgehen. An diese Verhandlungen, die in der kleinen Verhandlungskomniission geführt worden waren, schlössen sich dann Beratungen in der großen Kommission, an der auch die Vertreter des Dreiundzwanziger-Ausschusses usw. beteiligt waren. Um 8 Uhr abends wurde die Sitzung wieder eröffnet, und nun- mehr erklärte als Vertreter des Allgemeinen Deutschen Gewerk- schaftsbundes S ch ef f e(. daß der ADGB. die Zugeständnisse der Regierung, obwohl sie größer seien als je zuvor, nicht an- nehmen könne, sondern auf seinen Forderungen beharren müsse. Eine gleiche Erklärung gab der Delegierte des A f a- Bundes ab. Beide sprachen die Hoffnung aus, daß die Regie- rung nicht ihr letztes Wort gesprochen habe, sondern noch einmal mit den Gewerkschaften verhandeln werde. Die Regierungsvertreter sprachen ihr Bedauern darüber aus, daß nunmehr die'Verhandlungen als gescheitert betrachtet werden müßten. Die Regierung werde eine Vorlage ausarbeiten, die dem Reichstag in kürzester Zeit zugehen soll. Immerhin trete jetzt eine Verzögerung in der Erledigung der Teuerungsaktion ein, da es zu- nächst nicht möglich sei, Vorschüsse zu leisten. Die Regierung sei bei ihren Vorschlägen bis-an die Grenze des Möglichen gegangen, da das von ihr gernachte Angebot in seiner Auswirkung 46 Milliarden Mark erfordere. Die Gewerkschaften sollten nicht vergessen, daß er st vier Wochen vorher das Parlament 56 Milliarden für die Beomtengehälter. für die Angestellten und Arbeiter bewilligt habe� daß aiso in einem Zeitraum von fünf Wochen über 100 Milliarden Mark zugestanden worden feien. Hieraus wurde die Sitzung geschlossen. Der Iinanzausgleich. Halbamtlich verlautbart WTB.: Die auf Einladung und unter dem Vorsitz des Reichsministers der Finanzen am 28. und 29. April in Würzburg stattgehabte Konferenz der Finanz».> und Innenminister aller deutschen Länder hat einen allseitig be- friedigenden Verlauf genommen und zu Ergebnissen geführt, die den berechtigten Wünschen der Länder und Gemeinden insoweit Rechnung tragen, alz die Finanzlage des Reichs es irgend gestattet. Ohne die Notwendigkeit sparsamster Wirtschaftsführung zu verkennen, ist die Versammlung bemüht gewesen, den Finanz. a u s g l e i ch mit oem Neich in einer Weile auszugestalten, die der Selbständigkeit und Selbstverantwortung der Länder und Gemein- den in höherem Maße Rechnung trägt, als das nach den gellen- den Vorschriften des Lcndessteuergesetzes der Fall ist. Dabei ist auch der, dringende Wunsch zum Ausdruck gebracht worden, daß in Zukunft reichsgesetzliche Maßnahmen oermieden werden, die den Aufgabenkreis der Länder und Gemeinden er- weitern, ohne gleichzeitig für die Bereitstellung der erforderlichen Mittel Sorge zu tragen. Die außerordentlichen Vor- und Zu- fchüsse des Reichs aus Anlaß der Erhöhung der Beamtenge- h ä l t e r sollen in feste Zuschüsse umgewandelt werden, deren Bemessung den Mehreinnahmen der Länder und Gemeinden aus dem Ertrage der Einkommensteuer infolge der Besoldungserhöhung Rechnung tragen und gleichzeitig einen Anreiz Zu Ersparnissen auf dem Gebiet der Beamienbesoldung geben soll. Zu den Be. schlüssen der Konferenz werden nunmehr noch die verfassungsmäßig berufenen Stellen des Reichs und der Länder Stellung zu nehmen haben. Der Stanö üer Reichsfinanzverwaltung. Im Hauptausschuß des Reichstages gab heute bei der Be- ratung des Etats des Reichsfinanzministeriums Dr. Hermes eine ausführliche Darstellung des Standes der Reichsfinanzverwalwng. Er wies darauf hin, daß die Reichsfinanzverwaltung auf Grund der Beschlüsse der Nationalversammlung in Weimar seit dem 1. Oktober 1919, also seit 2� Jahren, bestehe. Bei der Neuorganisation waren große Schwierigkeiten zu bewältigen, da in einem großen Teile Deutschlands selbständige Finanzbehörden überhaupt fehlten. Es galt, diese neu einzurichten und ihnen trotz der großen Wohnungs- und Raumnot die nötigeiz Räume zu beschaffen. Ein« Bermeh- rung des Beamtenstandes mußte außerdem vorgenommen werden. Diese neu aufgebauten Behörden mußten'ohne wesentlich« Aus- bildungezeit und noch mit gelockerten Verbänden unmittelbar in das Feuer der ununterbrochen aufeinanderfolgenden Steuergesetze geführt werden. Sie müßten sich in kürzester Frist die Kenntnisse der neuen Steuergesetze aneignen und die nötige Aufnahmefähigkeit und Umstellungsfähigkeit zeigen, um die gewonnenen Kenntnisse über ein Steuergesetz oft in ollerkürzester Frist zu revidieren und sich in Novellen und Abänderungsgesetze einzuarbeiten. Die Kriste der Uebergangszcit scheint überwunden zu sein und wir sind auf dem Wege, die einzige große Hoheitsverwaltung des Reiches in einen Zustand zu fetzen, der das Reichsansehen stärken wird. Was die Außcnbehörden der Finanzverwaltung anbetrifft, so kann der Ausbau der Landesfinanzäinter im wesentlichen als vollendet bezeichnet werden. Deutschland und die Schweiz. In Bern sind die Rastfitations- Urkunden zu dem deutfch-schweizerischen Schiedsgerichts- und Ber- gleichsoertrag ausgetauscht worden, ?llöenfrage unö Militarismus. „Schämen Sie sich nicht, schämen Sie sich nicht, Sie wollen ein Deutscher sein?", so klang es einem am Dienstag abend vorm Herrenhaus entgegen, und wütend schreiende Burschen packten einen am Arm. Zuerst dachte man, diese fragwürdigen Gestalten hätten es auf die Garderobe abgesehen, sie wollten Mäntel oder Akten- taschen rauben, schließlich kam man aber dahinter, daß diese Maul- gewalligen Antisemiten waren. Im Herrenhaus wurde nämlich„wissenschaftlich" die Juden- frage erörtert, was die völkischen Jünglinge derart in Harnisch gebracht hatte, daß sie sich zur Anrempelung der Eintretenden geradezu verpflichtet fühlten. Die Versammlung, die vom Reichs- bund jüdischer Frontsoldaten und dessen Ortsgruppe Daterländifcher Bund jüdischer Frontsoldaten Berlin einberufen war, wies einen sehr guten Besuch auf. Der Vorsitzende Dr. Löwen- stein wies darauf hin, daß man durch eifrige Arbeit, gegenseitiges Verstehen, Milderung der schweren Gegensätze und den so dringend nötigen inneren Frieden unseres Vaterlandes erreichen wolle. Als Referent sprach sodann Oberstleutnant v. Albert-Gotha, der, einer alten Offiziersfamilie entstammend, zuerst ein Lob- lied auf den Hohenzollernstaat sang, der aufgebaut war auf den Schwächen und Tugenden der Deutschen. Den Hohenzollern rühmte er nach: einen„klaren politischen Verstand", kriegerische Tüchtigkeit, Sparsamkell, Gerechtigkell und Menschenkenntnis. Die ver- paßten Reformen waren für den Redner natürlich nur Kleinigkeiten. Im Heere war, nach seiner Ansicht, kein Raum für Judenhaß und Antisemitismus. Dann kam Neupreußen unter Wilhelm IL, der die „edelsten Motive" hatte, aber„Mangel an Menschenkenntnis". Da der Redner das Handbuch für Heer und Flotte bearbeitete, weiß er natürlich auf Grund jahrelangen Studiums, daß in vielen Stammbäumen jüdisches Blut ist. Unter den deutschen Heerführern war mancher jüdischer Abkunft. Einer der Größten ist der Nach- komme eines Fürsten und einer Jüdin. Die Mutter eines Generals ist jüdischer Abkommenschaft, was natürlich nicht ausschließt, daß diese Leute mit jüdischem Blut in den Adern oft selbst Antisemiten sind. Der frühere Führer der Konservativen war ein Jude, und das Grundstück, auf dem das Herrenhaus steht, ist das Geschenk von Ernst Mendelssohn-Bartholdy, eines Mannes jüdischer Wtunft. Das Korreferat hielt Dr. Siegfried U r i a s- Hamburg,. der nament- lich als deutscher Frontsoldat vom jüdischen Stamm sprach. Er wandte sich gegen die Hetze, die nicht so sehr den Juden, als den Deutschen in dem Juden träfe. Der Redner sprach von den vielen Fällen, die den deutschen Juden mit dem deutschen Volkstum ver- knüpften. Mehr als 12 000 Juden(Deutschland hatte bei 65 Millio- nen Einwohnern 600 000 Juden) starben den Tod fürs Vaterland. Durch den Antisemitismus wird das Deutschtum geschädigt und be- schimpft. Der Redner forderte sodann zu gemeinsamer Arbell auf. Man kann nicht recht verstehen, warum dieser Kreis der deut- sehen Juden nach den schlechten Erfahrungen, die er mit den christlich- militaristischen Gesinnungsbrüdern gemacht hat, einen solchen Ehr- geiz darin setzt, als Auchanhänger des Misitarismus zu gelten. Lürsorge für GemeknöefchulkknSer. Erholung auf deu Außenspielplätzen. Bei der verhällnismäßig geringen Zahl von Pflegestellen in den ländlichen Bezirken und den überaus hohen Beförderungskosten ist es, wie bereits im vorigen Jahre, den städtischen Behörden leider nicht möglich, allen bedürftigen Kindern den ihnen so dringend uot- wendigen Landaufenthall zu gewähren. Den Zurückbleibenden soll deshalb auch in diesem Jahr ein Erholungsaufenthall auf den städtischen Außenspielplätzen ermöglicht werden. Es kommen dafür die Plätze Grunewald, Buch, Wuhlheide, Tegel, Wartenberg. Königsheide, Blankenfelde I. Blankenfelde II, H o h e n sch ö n h a u- sen, Pferdebucht, Plänterwald in Frage. Die Einrich- tung wird in der Weise getroffen werden, daß eine Gruppe von 20 000 Kindern vier Wochen vor den Eommerferien unter zuverlässiger Aufsicht werktäglich von morgens bis abends auf den Spiel- Plötzen untergebracht und verpflegt wird. Es kommt demnach die Zeit vom 12. Juni bis 8. Juli in Betracht. Den Kindern werden aus den Spielplätzen täglich zwei Kurz-Unterrichts stunden erteilt. Der Unterricht ist für alle Besucher des Erholung-aufi'nt- Haltes planmäßig und verbindlich. Für die Ernährung sind genü- gende Vorräte bereitgestellt. Die Kinder erhalten in der üblichen Weise Morgenkaffee mit Milch, Mittagessen und nachmittags Kaffee mit Milch und Gebäck. Die Eltern unterernährter und schwächlicher Gemeindeschulkinder werden auf- gefordert, diese bald bei den Rettoren ihrer Schule anzumelden, da- mit die Untersuchung durch den Schularzt veranlaßt werden kann. Auf Grund des ärztlichen Befundes entscheidet dann über die Zulassung des Kindes zum Erholungsaufenthalt die Schule. Die Teilnehmer am Erholungsaufenthalt haben am Montag jeder Woche einen Wochenbeitrag von 15 M., die zweiten Kinder der gleichen Familie 12 M.: wenn die Spielplätze von den Teil- nehmern im Fußmarsch erreicht werden können, haben die ersten Kinder 10,50 Mk. und die zweiten Kinder einer Familie 6 M. zu entrichten. Die dritten und weiteren Kinder derselben Familie sind frei. Die Beträge werden durch die Leiter und Leiterinnen der ein- zelnen Abteilungen vor dem Abmarsch auf den Sammelstellen ein- gezogen. Die Sammelstellen, auf denen sich die Kinder morgens einzufinden haben, werden später durch die Zeitungen, die Schule und auf den Teilnehmerkarten, die den Kindern ausgehändigt wer- den, bekanntgemacht. Die ärztliche Untersuchung der Kinder für den Erholungsaufenthalt soll bis zum 20. Mai beendet sein. Srlefe deutscher Gemeinheit! Unter dieser Ueberschrist war vor einigen Tagen im„Vor- wärts" des Verhalten der„Deutschen Zeitung" gekennzeichnet, die u. a. die Entente darauf aufmerksam gemacht hat, daß das Bezirks- amt Mitte auf Kosten der Erwerbslofenfürsorge 450 000 M. für Autofahrten verbraucht habe. Das letztere ist auch von anderen bürgerlichen Zeitungen behauptet worden. Wie steht es. nun aber mit den 450 000 M. in Wirklichkeit? Eine solche Summ« lull nie und nimmer für einen derartigen Zweck dem Bezirksamt Mitte für 1921 zur Verfügung gestanden. Wohl aber waren im Kapitel„Erwerbslosenfürsorge" für 1921, gemeinsam ür die Bezirke 1— 6 und für die Zentralverwaltung, 400 000 M. ür Fahrgelder der Beamten und Hilfskräfte der Evwevbslosenfllr- sorge vorgesehen und 50 000 M. an Kosten für die Automobilge- stellung an den Magistratskommissar, die höheren Beamten, Bureau- Vorsteher und für Geldtransporte. Als das Bezirksamt Mitte am 1. November des Vorjahres die Geschäfte der Erwerbslosenfürsorge übernahm, wurden ihm im ganzen 5000 M. für Fahrgelder der Be- amten und Angestellten mit überwiesen. Von diesen 5000 M. hatte die Zentrale bis zur endgültigen Abwicklung der ziemlich verzwickten Abrechnung weitere 3147,60 M. bis Ende Dezenuber verbraucht, so daß dem Bezirksamt vom 1. Januar 1922 ab bis Ende Mörz 185 2,40 M. für den genannten Zweck zur Verfügung standen. Da diese Summe nicht ausreichte, um ca. 26 Prüfern die Auslagen für die Benutzung der Straßenbahn zurückzuerstatten, machte das Dezirksamt der Versammlung eine Vorlage um Nachbewilligung von 4000 M. Wie man von diesen 1852,40 aus 450 000 M. für Auto- spesen des Bezirksamtes kommen konnte, bleibt für den gewöhn- lichen Sterblichen unerfindlich. Seit dem 21. Marz 1921— dem Tage der Einführung der Bezirksamtsmitgsteder— bis zum heutigen Tage, ist kein roter Heller jür Autofahrten weder für Bezkrksamtsmktgttester noch für Be� amte und Angestellte verausgabt worden. Ein Ver- such des bürgerlichen Bezirksverordneten Bergmann, eine größere Summe für Autofahrten zu liquidieren, ist mit oller Deutlichkeit seitens des Bezirksamtes und der linken Seite der Bezirksversamm-/ lung zurückgewiesen worden. Die Erwerbslosenfürsorge ist der bürge r.lichen Mehrheit der Bezirksversammlung überhaupt ein D«rn im Auge, und diese Abneigung richtet sich auch gegen die Beamten und Angestellten, so daß der Dezernent, Genosse Stadtrat Kühne vom Bezirksamt, diese wiederholt gegen Angriste von bürgerlicher Seite in Schutz nehmen mußte, wobei er von der Linken, nament- lich dem Genossen Riese energisch unterstützt wirrte. Aus der Gcnossenschaftsbewegung. Am 24. April fand eine Versammlung des Geirossenschaftsraies der Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend statt, in der der Gcschästesührer Schreiber über die erste Hälfte des 23. Geschäftsjahres berichtete. Hervorzuheben aus seinen Dar? legungen ist, daß die Monate Juli— Dezember 1921 einen Umsatz von 178562000 Mark ergaben; dies bedeutet gegenüber dem gleichen Zeitraum des Borjahres ein Mehr von 57 684 000 Mark. Die Brotproduktion steigerte sich von 23 704 000 Mark auf 32 425 000 Mark. Aehnlich günstig ist das Bild der Mitgliederbewegung. Besonders die Mo- nate Januar bis März 1922 brachten allmonatlich Taufende von Neuaufnahmen. Als ein Mangel ist die ungenügende Höhe des Eigenkapitals der Genossenschaft zu bezeichnen; die nächste General- Versammlung wird sich deshalb mit der Erhöhung des Geschäfts- anteiles auf mindestens 500 Mark beschäftigen müssen(zurzeit be-< trägt es 150 Mark).— Die Delegationswahlen zu den Verbands- tagungen zeigten wieder einmal trautes Zusammengehen der Unabhängigen mit den Kommunisten. Bei voll- zähliger Teilnahme der der SPD angehörenden Genossenschaftsrats- Mitglieder wäre wohl dieser Koalition eine Niederlage beschieden gewesen, denn die Mehrheit der Berbrüderten war nicht erheblich. Unter Punkt„Anträge" wurde beschlossen, das Eintrittsgeld von 2 Mark auf 5 Mark zu erhöhen. Ein kommunistischer Antrag, der „Roten Hilfe" 20 000 Mark zu überweisen, verfiel der Ablelpumg, ebenso ein wetterer kommunistischer Vorstoß, der bezweckte, den Mitgliedern vorzuschreiben, daß sie in den Gcnossenschaftsrat nur „politisch" Organisierte wählen dürften. Tagung des Verbandes der Preußischen Landkreise. Der Verband der Preußischem Landkreise hielt am 27. und 28. April d. I. seine diesjährige Mitgliederversammlung unter dem Borsitz des stellvertretenden Vorsitzenden, Landrat v. Achenbach, im Eharlottenburger Rathaus ob. Die Sitzung am 27. April be- fchästigte sich mit geschäftlichen Angelegenheiten, wie Annahme des neuen Satzungsentwurfs, Entlastung der Jahresrechnung für 1921, Fesssetzung des Haushalts für 1922 sowie mit den auf Grund der neuen Satzung vorzunehmenden Wahlen. Zum Derbandsvorsitzen- den wurde der bisherige Vorsitzende, der frühere Landwirtschaftsminister Freiherr v. C ch o r l e m e r(L i e s« r) und zu seinem Stellvertreter der Landrat des Kreises Teltow, v. Achenbach, wiedergewählt Der letztere hielt nach Schluß der geschäftlichen An- gelegenheiten einen Vortrag über„Die wirtschaftlichen Anlagen des Kreises Teltow, gleichzeitig als Vorbereitung für die am nächsten Tage geplante Besichtigung des Teltower Lagerhauses, Gaswerks und Teltowkanals. Die Sitzung am 23. April wurde ebenfalls durch Landrat o. Achenbach in Vertretung des erkrankten Freiherrn v. Schorlcmer geleitet. Er begrüßte die er- schienenen Vertreter der preußischen Staatsbehörden, der außer- preußischen Landkreisverbände, des preußischen Städtetages, des Reichsstädtebundes, der Landgemeindeverbände, der Provinzen, so- wie unter besonderem Beifall die Vertreter der Kreise des Freistaats Danzig. Der sich nnnmehr anschließende Bor- trag betraf den neuen Entwurf der Landgemeindeordnung unter Mitberücksichtigung des Städteordnungsentwurfs; Berichterstatter war Landrat Geh. Reg.-Rat Wiedenfeld(Achim). Der zweite Vortrag von Lcmdrat Dr. Schoene(Essen) behandelte die Neu- regelung des Eingemeindungsrechts. Am Nach- mittag des 20. April besichtigten etwa 100 Teilnehmer im Kreise Teltow das Lagerhaus Tempelhof, das Gaswerk(frühere englische Gasanstalt) sowie den Teltowkanal. Eine Dampferfahrt aus dem Teltowkanal führte die Teilnehmer bis Warmse?. Die Stodwerordnelenbefchlüfle über Schiedsspruch und Deckung»- vorlagen ergaben, wie wir in der heutigen Morgenausgabe mel- deten, die Annahme. Für die Deckungsvorlage war ein« Mehr- heit dadurch ermöglicht worden, daß der Magistrat sein Verlangen einer neuen Erhöhung des Straßenbahntarifs einstwellen aufgeben und auch die Kohlenklausel des Gastarifs etwas geändert hatte. Beschlossen wurde, die Geltungsdauer der Kohlenklausel auf ein Jahr zu begrenzen. Ein Anttag auf Gas- preisvergünstigung für Unbemittelte wurde dem Magistrat zur Er- wögung überwiesen: übe? ein auf die Reorganisation der Werke bezügliches Ersuchen an den Magistrat wird der zuständige Ausschuß beraten. Zugestimmt wurde, wie schon in der vorhergehenden Sitzung, dem Verlangen paritätischer Beteiligung der Stadtverordnetenversammlung bei VerHand- lungen des Magistrats über Tariferhöhung� Manteltarif und Mitbestimmungsrecht. Die Einäscherung unseres verunglückten Milarbeilers Mlli Wach erfolgt am Freitag um 6 Uhr im Krematorium Bäumschulenweg, Kiefholzstraße. Der kommenlar zum Relchsmielengesetz. Nach einer uns von der Buchhandlung Vorwärts zugegangenen Berichtigung be- trügt der Preis des in der heutigen Morgenausgabe besprochenen Kommentars zum Reichsmietengesetz von Hans Krüger nicht 10 M., sondern 20 M. für das broschierte Exemplar. Siedlung Heerstraße. Zu unserer Notiz in der heutigen Morgen- ausgäbe bemerken wir noch, daß auch folgende Straßen von uns durch Botenstau bedient werten können: Lötzen-Allee, Neidenburg- Allee, Soldau-Platz, Tannenberg-Allee, Lyck-Allee, Heerstraße und Kaiserdamm von Nummer 57 ab. Das Akademische Wohnungsamt bittet, ihm geeignete preiswerte Zimmer baldmöglichst anzubieten. Meldungen mit näheren Angaben erbeten an das Akademische Wohnungsamt, Universität, Zimmer 26; Sprechzeit von 9 bis 1 Uhr; Fernsprecher� Zentrum, 10 980. Besonders empfindlicher Mangel besteht an Zimmern für bedürftige Studenten zu günstigen Be- bingungen(besonders ermäßigter Preis, oder gegen Beaussichtigung der Schularbeiten).'_ Wetter für morgen. Berlin«nd Ilmgegend. Zunächst ziemlich heiler und mild bei mögigen südwestlichen Winden. Nachher zunehmende Bewölkung und etwa» Regen. Groß-Serlmer parteinachrichten. Heule, Zttillrvoch. den 3. 2Nai: Z. ftti!» Weddinz. Ii Uhr Bezirksvrrordnrlen■ B-rseinmIimg im Ledigenheim, Schönstedtstr. 1. Morgen. Donnerstag, den 4. Mai: 21. Abt. 7 Uhr Sitzung der Bezirkssllhrer mit de» ElternbeirSten bei Marzahn. Utrechtrr Straße 20. Die Bezirkgführer müssen sämtliche Listen abgehen. 22. Abt. 7-/? Uhr bei Radzay, Brüsseler Straße 43, Sitzung der Bezirk» sllhrrr und Elternbeiräte. 12. Abi. V/, Uhr, Lokal Vorbrich. Bärwalb-. Ecke Bergmannssraße, Sitzung slimt» licher Elternbeiräte und äandidaien. Alle sozialistischc» Eltern find einacladen. 3S. Abt. 7'/; Uhr Funktionärsitzung betr. Etternbciralswahlen bei Behrendt, Ltebigstraße 24. i Gewerkschaftsbewegung Die Neugestaltung des Polizeiwefens. Ueber dieses Thema, unter besonderer Berücksichtigung des Aufbaues und der Arbeit der Einheitsreviere, sprach Polizeioberinspektor Kleinow Dortmund am Donnerstag in einer öffentlichen Versammlung, die vom Bezirksverband Berlin des Berbandes der Polizeibeamten Breußens nach dem Kriegervereinshaus einberufen war. Der Vortragende begründete die Notwendig feit eines Neuaufbaues des gesamten preußischen Polizeiapparats und trat insbesondere für Schaffung eines den neuzeitlichen Verhältnissen anzupassenden Einheitsrepiers ein. Der Niedergang unserer Kultur infolge des Krieges, die steigende Unsicherheit und das erforderliche Eingreifen gegen bewaffnete Banden verlangten gebieterisch eine Neuregelung. Das Hauptmoment erblickt Redner in einer vorbeugenden Betätigung der Polizei. Für diese sei eine ganz besondere Echulung der Beamten nötig. Die alte Polizei habe ihren Ersay aus der Armee genommen; die neue werde hierfür Pflanzstätten schaffen müssen. Der Beruf muffe erlernt werden, die Polizeimissenfchaft fei eine Wissenschaft für sich. Das Erziehungswerk des Polizeileiters dürfe nicht bloß darauf gerichtet sein, die militärische Erziehung fortzusetzen. Einjähriger Besuch einer staatlichen Polizeischule, lleberführung der geprüften Diätare in den Bereitschaftsdienst sei erforderlich. Das Einheitsrevier foll folgende Beamte erhalten: Das Einheitsrevier soll folgende Beamte erhalten: Revierschuhleute, Burcaubeamte, Revierkriminalbeamte, uniformierte Beamte für den Boften. und Batrouillendienst, Polizeisekretäre für den Innendienst und dem unifomierten Polizeileiter mit Kommandogewalt. Der Reviervorsteher dürfe aber nicht Bureaubeamter sein. Mas dem im bisherigen Aufbau entgegenstehe, habe sich als großer Nachteil erwiesen. Kein starres System, sondern ein lebendiger Organismus müsse vorhanden sein. Mehrere Reviere würden zusammen eine Hauptmannschaft bil. ten, unter Aufsicht eines Borstehers. Die ganze Arbeit müsse dar auf eingestellt werden, mit fefter Hand Ordnung zu halten. Eine zweckmäßige straffe Organisation sei Boraussetzung eines geregelten Dienstbetriebes. Die Polizei müsse danach streben, das Vertrauen der Einwohnerschaft durch ihre Leistungen und durch ihr Eingreifen zu gewinnen. Dem fragenden Publikum müsse eine zwedmäßige Auskunft in höflicher Form gegeben werden. stellten mit ihrem Aprilgehalt noch vielleicht 14 Tage marten, falls nicht inzwischen erst Tinte oder ein Federhalter auf amtlichem Wege angefordert werden muß. Die auf demselben Grundstück befindlichen Versorgungsämter I- VI und das Hauptversorgungsamt Berlin haben am 24. April schon die neuen Bezüge gezahlt. Graveure und Ziselcure. Eine Versammlung am Mittwochabend im„ Alegandriner" hatte tarifliche und sonstige Brancher angelegenheiten zu erledigen. Nach dem Reichstarif für Graveure und Bifeleure vom 4. April find die Tarifmindestlöhne nach Einwohnerzahl der Städte gestaffelt und betragen in Städten mit über 500 000 Einwohnern für über 24 Jahre alte Facharbeiter ab 10. April 16 M., ab 1. Mai 17 M. pro Stunde. leber 24 Jahre alte Hilfsarbeiter erhalten 15,10 m. bzw. 16,10 mFür Hilfsarbeiterinnen gelten die Abmachungen vom 18. Oktober 1921. Jm befeßten Gebiet ist ein Aufschlag von 10 Proz. für alle Hierzu gelten folgende Erläuterungen vom Löhne vorgesehen. 28. Juni 1920:" Die im Tarif festgelegten Lohnfäße sind nicht als über das normale Maß hinaus Leistungen vollbringen, sollen durch Magimalsäge zu betrachten. Gehilfen, welche durch ihre Befähigung gegenseitige Vereinbarung mit Betriebsrat, Obmann oder Verfrauensmann höhere Eäße erhalten." Branchenvertreter Lohse regte an, von einer weiteren Berichterstattung und Diskussion über die gedruckt vorliegenden Abmachungen abzusehen, und die Versammlung war hiermit einverstanden. Der Redner wandte sich dann in längeren Ausführungen dem Kampf der süddeutschen Metallarbeiter zu und hob hervor, daß der Kampfesmut der süddeutschen Kollegenschaft noch völlig ungebrochen sei. Es sei die vornehmste Pflicht, den Kämpfenden weitgehendste Solidarität durch ausreichende petuniäre Unterstützung zu beweisen. Auch der süddeutschen Metallarbeiter ein. Bogel und andere Redner traten entschieden für die Unterstützung Hierzu wurde beschlossen, feinen zentralen Abmachungen zuzuAm 3. Mai soll über eine neue Lohnregelung verhandelt werden. ftimmen, sondern für örtliche Lohnverhandlungen einzutreten. Von den Leipziger Kollegen lag die Anregung zur Abhaltung einer Berufskonferenz vor. Diese Anregung wurde von mehreren Rednern befürwortet. Schließlich fand der Antrag, den Borstand des Verbandes zur sofortigen Einberufung einer beruflichen Reichskonferenz aufzufordern, einstimmig Annahme. Einigung im Tapezierergewerbe. Die Tapezierer nahmen am Dienstag abend in einer gut besuchten Versammlung Stellung zu dem Ergebnis der Lohnverhandtungen mit den Arbeitgebern. Müller berichtete, daß nach lanwurde: Für Junggesellen bis zwei Jahre nach beendeter Lehrzeit eine Stundenzulage von 50 Pf., für ältere Gehilfen 2 M., für angelernte Näherinnen 1 M. und für ungeübte 50 P Auch der Auwärter für die oberen Stellen müsse durch den praktischen Dienst der unteren Grade gehen. Wünchenswert würte es sein, wenn wir wieder zu dem alten Titel„ Schußmann" zurüd- gen Verhandlungen folgendes Angebot den Arbeitgebern gemacht fehren könnten, wie man überhaupt mit unpassenden Titeln etwas sparsamer sein möge. Nicht der Titel, sondern der innere Wert mache den Menschen. Die Polizeibeamten hätten zum Wohl der Gesamtheit zu arbeiten und ihre Arbeit fei nötig zur Gefundung unferer Berhältniffe.( Lebhafter Beifall.) In der folgenden Aussprache stimmten alle Redner dem Bortragenden zu. Entschieden wurde das Bestreben einzelner Führerstellen verurteilt, den ganzen Polizeiapparat mili. tärisch aufzuziehen. Ein Redner führte an, daß in einer Kaserne durch die vorgefehte Stelle eine Nummer des Blattes Bolk und Wehr"( 3. Jahrgang Nr. 20) verbreitet worden sei, in der in schwülstigen Borten vom Schwingen der schwarzweißroten Fahnen und von Gebeten am Grabe der Kaiserin geschrieben wird. Eine dem Sinne des Vortragenden entsprechende Resolution wurde einstimmig angenommen. Demonstration der Bankangestellten. 3u einer eindrucksvollen Kundgebung gestaltete sich die Demonstration der Banfangestellten Groß- Berlins, die am Dienstag im Lustgarten stattfand. Die Beteiligung übertraf alle bisher von den Banfangestellten veranlaßten Demonstrationen. Es waren an sechs Stellen im Luftgarten je zwei Redner bestellt. An der Freitreppe des Museums sprach Marr, der unter Hinweis auf die nach vielen Taufenden zählenden Teilnehmer hervorhob, daß die Kollegenschaft feft entschloffen sei, für ihr Arbeitsrecht einzutreten und zu kämpfen. Was der Schiedsspruch vom 9. April gebracht habe, sei unannehm bar, und mit feltener Einmütigkeit habe die Kollegenschaft bei der 216stimmung bekundet, daß sie damit nicht zufrieden sein tönne. Selbft die qualifiziertesten Bankangestellten sollen sich sozusagen mit ungefähr der Hälfte des Lohnes begnügen, der in anderen Berufen längst bezahlt wird. Sie sollen sich mit etwas über 17 Mart zu friedengeben, während die Bauhilfsarbeiter 25 Mart erhalten. Was am Sonnabend noch erreicht ist, reiche bei weitem nicht aus, um ein anderes Urteil über den Schiedsspruch zu fällen. In dem Spruch habe man fogar unser heiligstes Recht, das Koalifionsrecht, angegriffen und den Achtstundentag angetastet. Man habe verlangt, daß die gefeßlich zu leistenden Ueberstunden nicht Leistungen darstellen sollen. Wir werden den Tarif nicht abschließen, sondern begraben, wenn er unsere Bedingungen nicht erfüllt. Sorgen wir dafür, daß wir nicht Ambos bleiben, sondern Hammer werden. ( Stürmischer Beifall.) Die anderen Redner sprachen sich in gleichem Sinne aus. Mit Hochrufen auf die Solidarität der ganzen Banfangestelltenschaft schloß die imposante Demonstration. Hiernach würden die Löhne sich in vorstehender Reihenfolge auf 13,50 m., 21 m., 15 M. und 11,50 m. stellen. Gefordert war von der Lohnfommission eine Zulage von 35 Proz. auf alle Stundenlöhne. Die dem Bericht folgende Aussprache, an der sich auch Kielmeyer mit längeren Ausführungen beteiligte, ließ erkennen, daß die Versammelten sich in der Schägung dieses viel zu niedrigen Angebots vollständig einig waren; trotzdem erklärten die meisten Redner sich für die Annahme, unter der Bedingung, daß die Kommission alsbald über neue Forderungen mit den Arbeitgebern in Berhand( ung zu treten habe. Unter dieser Voraussetzung stimmte die Verfammlung mit überwiegender Mehrheit der Annahme zu Lohnerhöhung in den Berliner Mühlen. Die Lohnbewegung der Mühlenarbeiter Groß- Berlins ist durch Bergleich vor dem Schlichtungsausschuß mit dem Arbeitgeberverband der Mühlenindustrie zum Abschluß gebracht. An Löhnen werden rückwirkend ab 16. April bezahlt: an die Gelernten wöchentlich 875 m., an die Ungelernten 865 M. und an die Frauen 585 M. Die Zulage beträgt für alle männlichen Arbeitnehmer wöchentlich 150 M. und für die Frauen 110 M. Außerdem erhält jeder Arbeitnehmer ein Deputat von 4 Pfund Mehl. Dieses neue Lohnabkommen gilt bis zum 15. Mai. Bauarbeiter. Das fezte Lohnabkommen im Hoch- und Betonbaugewerbe ist von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite angenommen worden. Somit tritt der erhöhte Stundenlohn für das Lohngebiet Groß- Berlin am 1. Mai in Kraft. Der Bereinsvorstand. Für die Arbeiter des Chemischen und Mineralölgroßhandels ist das zwischen dem Deutschen Transportarbeiterverband und dem GroßBerliner Arbeitgeberverband des Großhandels am 4. Februar getroffene Lohnabkommen am 14. April 1922 für rechtsverbindlich erflärt. Alle Arbeiter, welche bei Nichtmitgliedsfirmen des GroßBerliner Arbeitgeberverbandes des Großhandels beschäftigt sind und die in dem Lohnabkommen festgelegten Lohnfäße nicht erhalten, werden aufgefordert, sich beim Transportarbeiterverband, Berlin SD., Engelufer 24/25, Zimmer 31, mit dem Mitgliedsausweis zu melden. Der mit dem Arbeitgeberverband Berliner Fabrikanten fonfeffionierter Weißwaren, Rüschen, Kinderhüte und verwandter Artikel und dem Zentralverband der Angestellten am 25. Februar 1922 abgeschlossene Tarifvertrag( Geschäftszeichen IV D. 1666/35) ist für allgemeinverbindlich erklärt worden. Ebenso der am 1. Februar im Samt- und Seidenwarengroßhandel für das Gebiet der Stadt1922 abgeschloffene Nachtrag zum Tarifvertrag für die Angestellten gemeinde Berlin mit Wirkung vom 1. Januar 1922( Aktenzeichen IV D. 637/42). Es ist somit jede Firma der genannten Branche verpflichtet, die Bestimmungen des vorstehenden Abkommens innezuhalten. Das Hauptversorgungsamt läßt sich Zeit. Uns wird geschrieben: Auf Grund der Revision des Besoldungsgesetzes vom 11. März 1922 find die Bezüge der Reichs- und Staatsbeamten, Angestellten usw. mit Wirkung vom 1. April 1922 ab er höht worden, die Erhöhung beträgt bei den Angestellten durch schnittlich 600 bis 1000 m. Auf Antrag der beteiligten Gewerkschaften sollten in Anbetracht der wahnsinnigen Teuerung die neuen Gehälter am 24. April und am 27. Mai 1922 bezahlt werden. Heute, am 26. April, stehen die Verhältnisse bei dem Hauptversorgungsamt der Provinz Branden- Bund der technischen Angestellten und Beamten. Mitgliederversammlungen: burg, Berlin- Schöneberg, so, daß am 24. April ein Vorschuß in Höhe des alten Märzgehaltes gemacht wurde und der Reft in Höhe von 700 bis 1000 m. vorläufig nicht gezahlt werden kann, meil jetzt für jeden Angestellten ein Konto eingerichtet wird. Diese Einrichtung bedarf ungefähr 14 Tage Zeit, deshalb müssen die AngeMöbel GelegenheitsPosten in SchlafSpeiseHerrenZimmern Küchen Auf Wunsch Zahlungsziel Möbel- Frese BERLIN H 54 Weinbergsweg 1 erhaffen ugeben ArbeitskraftaLebensfreude Godesberger ADOCO Blutreinigungs- Brush- HustenLungen- Leber- Nieren- Blasen Aerztlich empfohlen Gicht- Rheuma- NervenJedes Paket 8- MK Kräuter Jn Apotheken. Aufldärungsschrift gratis for Berlin: Elefanten- Apotheke, SW, Leipziger Str. 74 Seifenpulver Salmiak- Terpentin, ca. 10%. M. 3,60 Schnitzelpulv., ca. 5%+ 10% Schnitz. 4,80 per Pfund- Packung für Wäschereien in 100- Pfd.- Säcken M. 25. weniger per Zentner Ludwig Behrend Anhaltstr. a Nollendorf 4079 Tarifverträge sind beim Zentralverband der Angestellten, Rommandantenstraße 63/64 und Belle- Alliance- Straße 7/10, erhältlich. heute 7/2 Uhr: Cöpenick, Ratskeller, Rathaus; Charlottenburg II, Atademische Bierhallen, Schillerstr. 24; Nordoft, am Königstor, Neue Königstr. 1. Donners. tag 7%, Uhr: Charlottenburg 1, Aug. Rafino, Rais.- Aug.- Allee 36; Charlottenburg III, Deutsches Haus, Windscheidste, 39; Friedenau, Hohenzollern, Handjernstr. Surmstr. 78; Spandau, Reuer Ratskeller, Rathaus; Stegliz, Althoff, Althoff- Ede ( 8 Uhr); Norden IV, Hubertus, Bornholmer Str. 89; Nordwest I, Reft. Mattle, Rörnerstraße. Silber, PlatinGold- Bruch- n. Münzen Alte Metalle Extrast. Waltherius Hienfong- Essenz u. Quecksilber kauft zum höchsten Tageskurs( Destillat) 12 Fl. M 60, bei 24 Fl. M.110 frk.u. Gehlhaar, Waldemarstraße 61. Laboratorium E. Walther, Halle a.S.- Trotha 143 inkl. Zu haben in Apoth. u. Droger. Herst. Drum prüfe, wer sich ewig bindet! D. R. G. M. Als Selbsthersteller liefere ich in Qualität und Preisen einzig dastehende Trauringe 1 Ring, Dukatengold, von 250,- an 1 Ring, 585 gestempelt, von 200,- an 1 Ring, 333 gestempelt, von 100,- an Garantieschein für gesetzlichen Goldlahalt. Ausführlicher Katalog nach auswärts geg. Rückperto. H. 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Daraus ergibt sich, daß die große Schwächung der Kauffraft weiter Bevölkerungsfreise, wie sie insbesondere in den letzten Monaten infolge der rapide_zunehmenden Teuerung zu verzeichnen war, die Umsätze des Genossenschaftsinstitutes nicht berührt hat. Ungarn eine geradezu katastrophale Steigerung aller Lebensmittel Wachsende Teuerung auch in Ungarn. Seit vierzehn Tagen ist in Ungarn eine geradezu katastrophale Steigerung aller Lebensmittel preise eingetreten. Die Steigerungen betragen durchschnittlich 95 Bro3., erhöhen sich aber bei einzelnen Waren bis auf 120 Proz Ein Kilogramm Rindfleisch kostet 400 Kronen, womit unter Berüdgrund für die enorme Teuerung liegt in dem ununterbrochenen Banksichtigung der Baluta sogar der Preis des Fleisches in Wien, der 4000 österreichische Kronen beträgt, übertroffen wird. Der Haupt notenbrud. Die Vorschüsse des Noteninstituts an die Staatstaffe haben vier Milliarden Kronen überschritten. Die Regierung stellt in den letzten Wochen immer steigende Ansprüche an das Noteninftitut. Es scheint, daß die Wahlkampagne die ungeheuren Summen vers schlingt, die die reaktionäre Gewaltregierung jetzt benötigt. Berantw. für den redatt. Teil: Franz Klühs, Berlin- Lichterfelde; für An zeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3. Gewinn- Auszug ber 19. Preuß- Südd.( 245. Preuß.) Klassen- Lotterie 5. Raffe. 17. Siehungstag. 2. at 1922, Auf jede gezogene Nummer find gloei gleich hohe Gewinne gefallen, uno stvar je einer auf die Cofe gleicher Nummer in ben beiben 2btellungen I und II Ohne Gewähr. Nachbruck verboten. In der Vormittagsziehung wurden Gewinne bez 490 art gages 4 zn 40000 M 5493 204153 2 zu 30000 M 186906 4 za 10000 M 183437 260793 18 zu 5000 M 87693 124312 157512 190909 217193 181987 292085 296691 297751 122 zu 3000 M 5034 9878 14201 17054 20536 23339 29109 50577 68070 71702 74814 80872 90660 91676 94667 96405 97006 100770 101106 101952 103900 104880 105759 111228 116917 126802 129882 130822 132768 136690 143532 143805 149826 149868 151379 158918 167740 168812 170536 171998 174861 177449 181734 186654 190688 195 68 196482 208721 216451 217671 224428 232592 254811 268743 272886 274235 277731 279322 285617 293230 295190 の 428 zu 1000 M 1744 3223 8393 5698 7182 7300 9005 10084 10682 12526 18161 20205 22183 22281 23176 23608 24551 25959 28634 28890 29813 30327 30706 30913 31319 85144 35643 35971 37421 38727 40388 48019 49148 50044 50851 52586 52868 53109 54512 66167 58197 56924 59501 59697 60163 60169 90380 60983 62169 63153 64463 65897 68279 88565 68776 72412 74512 74636 76357 78681 80525 82521 82682 83286 85238 85570 85917 86435 86783 87047 90226 91728 93803 93888 96902. 102066 106068 106438 107309 108084 108499 109384 112878 113929 117260 120014 121333 124204 125680 135868 127886 130566 131366 133705 135663 138778 139128 139614 140025 140233 145632 148538 148811 152033 155030 158806 155350 155051 156083 156880 157562 158173 160724 161209 161258 163491 163562 163574 165556 106049 166272 166892 167399 168153 168324 168392 168618 170048 172300 172821 173248 173537 173558 176802 177233 177817 178728 179410 181598 187183 188311 189674 190195 195757 196004 196180 197509 200344 200782 202972 208365 204071 205116 206190 206989 207836 207670 209333 210048 210426 211179 211846 218261 213285 215382 215408 216937 218453 224087 224742 226683 226678 226783 227387 229501 293510 236433 237619 237979 237995 239165 241125 245251 245934 248225 254095 258511 258778 259584 269821 259945 262293 262644 266886 268888 271888 273215 273698 274170 275278 275841 275894 276902 281281 281476 281942 286085 286481 286477 287318 290962 292268 297064 299976 In der Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 490 Mart gezogena 2 z 30000 M 238952 2 zu 15000 M 45889 22 zu 5000 M 13806 21644 48692 60910 109918 150193 179212 198178 199900 261407 280297 114 zu 3000 M 2584 3920 29157 87438 40866 42811 45427 47489 63759 73033 88121 94228 102949 105605 105903 106827 122566 125439 127837 131059 135844 137623 156187 156557 162770 167455 187775 175268 175781 179640 179705 184657 194200 198887 201774 201946 218004 216344 226085 227309 234734 240105 240495 243603 248287 240355 258375 262041 268408 270761 273763 277467 287009 287302 287400 291611 298444 356 z 1000 M 248 295 1864 3915 7514 7665 9995 14753 18530 18909 21049 22503 22663 23036 26285 28048 28958 28980 29047 29178 80429 80565 81142 33488 34438 34521 37638 37825 38297 39415 42956 45065 45210 46256 49671 50374 62315 66476 57429 59413 59719 62065 62790 62812 63235 64286 65058 65635 67610 67892 88075 68570 69081 71307 71794 80708 80724 82610 84470 88305 94215 98505 99924 100017 102830 104567 105494 112842 115183 116228 118209 119467 119953 119974 122688 127418 128250 128303 128754 129571 130648 131379 131860 134510 284848 136314 135400 136105 137662 138158 139839 142440 142714 143208 143219 150829 153610 154674 155528 157501 158063 158372 158606 163226 165027 166920 170187 170368 171240 171508 178679 178779 175973 176220 178186 179079 181137 186210 186272 187016 188T26 189545 193340 194296 196092 197406 204310 212196 213362 217252 219158 219611 222347 222680 226122 226958 229494 230963 234207 236753 238041 289506 241673 246087 246774 247042 251523 253420 255616 255798 256914 257996 280431 260629 261082 261216 262928 264999 267658 287737 268047 269109 269172 273708 278209 278263 278391 279226 281577 282364 282521 283874 284079 285988 286070 296073 297132 298282 Die in dem borstehenden Gewinn- Auszug nicht enthaltenen niedrigeren Gewinne find aus den Liften zu erfeben, die bel Den Haatlichen Batterie- Einnebmern anz unentgeltlichen Eins Fibt ausliegen. Das deutsche Volk in Sitte und Branch Von Dr. Georg Buschan. Geburt Liebe/ Hochzeit/ Familienleben/ Tod/ Tracht Wohnweise/ Volkskunst/ Lied/ Tanz/-Spiel/ Handwerk und Zünfte/ Aberglaube usw. Mit 353 Abbildungen im Text, 15 Kunstblättern, 480 Seiten Quartformat, gutes Papier, guter Druck, guter Einband, Mark 385, monatlich 40 Mark Eine Bibliothek ohne dieses Werk ist lückenhaft! Bestellzettel. Bei der Buchhandlung Georg Arnold, Berlin SW 48. bestelle 1 Buschan, Das deutsche Volk, geb. M. 385,-, zahle monatlich M. 40,-. Erfüllungsort: Berlin- Tempelhof, Name, Stand: Adresse: Buchhandlung GEORG ARNOLD, Berlin SW 48, Friedrichstraße 226, V. liefert alle Bücher gegen bequeme monatliche Ratenzahlungen.