Nr. 210 39.Jahrgang Ausgabe A nr. 105 Bezugspreis: Bierteljährl.105.- M., monatl.35, frei ins Haus, voraus zahlbar. Poft bezug: Monatlich 35.-M., einschl. Su ftellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- u. Memel gebiet, fowie Defterreich u. Luxemburg 69.-M., für das übrige Ausland 87,- M. Vostbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Esth land, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luxemburg, Defterreich, Schweden, Schweiz, Tschecho- Slowakei und Ungarn. Der„ Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Zeit", der Unter haltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonn tags und Montags einmal, Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Morgen- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 1 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezetle toftet 16,- M.- Reklamezeile 80.-. Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 4, M.( zulässig zwei fettgebrudte Worte), jedes weitere Wort 3, M. 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Wenn diese Zeilen im Druck erscheinen, wird der Proteststreit der städtischen Arbeiter Berlins sicher be. die Frage des Pattes und die Beteiligung Deutschlands zu erörtern. endet sein, falls nicht im letzten Augenblick noch die komDa alles noch in der Schwebe ist, tut man vorläufig gut, nur die munistischen Quertreiber alle gewerkschaftlichen Beschlüsse über Paris, 4. Mai.( WTB.) Ueber die heute vormittag stattgehabte ernsthaften Friedensabsichten Lloyt Georges hervorzuheben. Neben den Haufen gerannt haben werden. Sind die städtischen ArKabinettsfihung verbreitet Havas eine halbamtliche Note, in den sonstigen allgemeinen politischen Fragen und Angelegenheiten, beiter erst wieder in den Betrieben zusammen, so werden sie. der gesagt wird, der kabinettsrat habe einstimmig den Abschluß die die Konferenz betreffen, wurde auch die Reparations- fich die Frage vorlegen müssen, welche Wirkung ihr Protesteines pattes, der den gegenseitigen nichtangriff der frage erörtert ,, und der englische Ministerpräsident äußerte, zu streit beabsichtigte und welche er tatsächlich ausStaaten sicherstellt, angenommen, unter der Bedingung, daß dieser Frage erst dann endgültig Stellung nehmen zu fönnen, wenn gelöst hat. Die geschlossene Arbeitsverweigerung vieler Rußland ihm zuftimme. Das ganze Intereffe des neuen diplo- Barthou von Paris zurückgekehrt ist. So hängt vieles von der Tausender von Arbeitskräften ist in normalen Zeiten eine matischen Paftes bestehe tatsächlich darin, daß Rußland sich ver- Rückkehr Barthous ab. Kundgebung, die niemals ohne Eindruck bleiben kann. In pflichten werde, feine Nachbarn nicht anzugreifen, und das dasjenige diesen normalen Zeiten leben wir aber nicht. Deshalb wirken derartige Kundgebungen heute anders, als das früher verantwortlicher Seite so oft zum Streit aufgerufen worden, der Fall hätte sein können. Seit der Revolution ist von undaß sich das Bürgertum an solche Kundgebungen beinahe schon gewöhnt hat. Seder ernsthaft über die politischen und wirtschaftlichen Zusammenhänge nachdenkende Arbeiter wird deshalb schon wiederholt die Frage gestellt haben, ob in jedem Augenblick der Streit eine absolute Notwendigkeit ist. riales Regime durch den Friedensvertrag von Versailles festfür zehn Jahre als endgültig angefehen werde, was als territo- Reparationsausschuß und Rapallo- Vertrag. gefeßt sei, an dem Rußland nicht teilgenommen habe. Deutsch die deutsche Regierung folgende Note gerichtet: Die Reparations Paris, 4. Mai. Die Reparationsfommission hat an land fei demgegenüber schon dadurch, daß es diesen Vertrag unter- fommission beehrt sich, den Empfang des Schreibens der deutschen zeichnet habe, verpflichtet, die festgesetzten Grenzen zu respektieren. Regierung vom 29. April 1922 zu bestätigen, in welchem ihr der Der Patt dürfe dem Recht auf Sanktionen, das die Alliierten aus offizielle Text des Vertrages von Rapallo entsprechend dem dem Friedensvertrag von Versailles herleiten, im Falle Deutsch- Wunsche der Kommission vom 20. April mitgeteilt wurde. Nach land sich einer Nichterfüllung feiner Berpflichtungen schuldig mache, einer ersten Prüfung und unter Vorbehalt aller weiteren Benicht Abbruch fun. Es müßten ferner die großen internatio- merkungen, welche später vorgebracht werden könnten, wünscht die nalen Berpflichtungen erfüllt werden, durch die die Habsburger Rommission schon jetzt das nachstehende auszuführen: und hohenzollern vom Thron entfernt worden feien, sowie 1. Im Artikel 2 des Vertrags von Rapallo verzichtet die deutsche auch die Abkommen von Macht zu Macht, beispielsweise das Regierung auf alle Ansprüche bezüglich der Anwendung der Geseze französisch- belgische Abkommen oder das Abkommen, und Maßnahmen der Sowjetrepublik, welche die deutschen Reichsdas die kleine Entente binde. Endlich dürften keine anderen angehörigen, ihre privaten Rechte, die Rechte des Reiches oder die Entwaffnungsmaßnahmen aufgezwungen werden als der deutschen Länder betroffen haben. Dieser in allgemeinen Wenbie, die Artikel 8 des Völkerbundstatuts vorsieht. In bejon- dungen ausgedrückte Berzicht enthält weder eine Einschränkung noch bie, die Artikel 8 des Völkerbund statuts vorsicht. In bejon- einen Borbehalt. Die Reparationskommission bemerkt dabei, daß derer Weise müffe übrigens der neue Vertrag die Verpflichtung er- die deutsche Regierung nicht auf Rechte verzichten tann, fehen, die Artikel 10 des Böiterbundstatuts vorfehe, indem er welche von dieser Regierung auf die Reparationstommiffion gemäß gegebenenfalls die Mächte, die wie Deutschland und Rußland noch Art. 260 des Vertrages von Versailles übertragen worden sind oder aicht dem Völkerbund angehören, verpflichte. übertragen werden müssen. Die Kommiffion nimmt an, daß dies nicht die Absicht der deutschen Regierung oder der Sowjetrepublik gewesen ist. Um aber jeden Zweifel in dieser Beziehung auszuschließen, bittet die Reparationskommission die deutsche Regierung, ihr dies zu bestätigen. Burgfrieden aber Frankreich darf marschieren. Burgfrieden aber Frankreich braucht nicht abzurüften, das ist das Programm Poincarés. Frankreich behält alle Rechte, seine Militärherrschaft in Europa zu befestigen, Deutschland und Rußland sollen neue Verpflichtungen aus der Bölkerbundsatte übernehmen, ohne dem Bölkerbund an zugehören. Das ist das Programm Poincarés. Deutschland erhält feinerlei Sicherung der bisher nicht besetzten Gebiete gegen neue militärische Einmärsche, soll aber dennoch noch einmal, gewissermaßen freiwillig, die Grenzen anerkennen, die ihm in Versailles diftiert worden sind. Das ist das Programm Poincarés, wie man sieht, ein vortreffliches Programm für eine Konferenz von Gleichberechtigten". Würde die Konferenz von Genua mit dem Abschluß eines solchen ,, Burgfriedens" beendet werden, so würde sie damit im Hohngelächter der Welt untergehen. " England besteht auf der Signatarmächte- Konferenz. Genua, 4. Mai.( WIB.- Sonderbericht.) Die englische Delegation teilt mit: Bezüglich des Planes einer Bersammlung der Signatarmächte des Bersailler Vertrages bleibt der englische Standpunkt nach wie vor der gleiche, d. h. man hält es für nüßlich und notwendig, daß diese Versammlung vor dem 31. Mai stattfindet und zwar in Genua oder in dessen unmittelbarer Umgebung. Bon französischer Seite liegt bei der britischen Delegation feinerlei neue Mitteilung vor; man erwartet die Rüd. tehr Barthous, der neue Instruktionen mitbringen wird. 2. Der Verzicht in Art. 2, so wie er dort ausgedrückt ist, scheint ebensowohl auf die Rechte des Reiches und der deutschen Länder, Unter Bezugnahme auf Art. 248 des Vertrages von Bersailles wünscht wie auf die der deutschen Reichsangehörigen Anwendung zu finden. die Reparationsfommission eine vollständige Angabe aller Rechte des Reiches und der deutschen Länder zu erhalten, die den Gegenstand eines Verzichts bilden fönnten, sowie der Gründe, aus denen die Zustimmung der Kommission nicht vorher eingeholt worden ist. " Nachdem die Funktionäre des Gemeindearbeiterverbandes den Proteststreit beschlossen hatten und er von der Berliner Gewerkschaftskommission gebilligt war, haben wir aus Gründen der Disziplin geschwiegen und die Tatsache einfach registriert. Aber schon die Kundgebungen der Kommunisten vor und während des Streits ließen darauf schließen, daß die Absicht auf dieser Seite nach ganz anderen Dingen zielte. Wie früher, so waren die Kommunisten auch jetzt wieder mit der Parole Generalstreif" bei der Hand. Dieselben Leute, die im Vorjahre die mitteldeutschen Arbeiter gewissenlos in aussichtslose Putsche trieben, möchten auch aus den Lohnforderungen der Berliner Gemeindearbeiter ihre besonderen parteipolitischen Vorteile ziehen. Deshalb das Geschrei nach dem Generalstreit aller Berliner Arbeiter", dess halb die Stillegung einiger Industriebetriebe, die zumeist durch falsche Darstellungen erschlichen wurde. Gewerkschaftssich jetzt, wie an anderer Stelle nachzulesen, diesen fommutommiffion und Lohnkartell der städtischen Arbeiter bemühen nistischen Treibereien die Spitze abzubrechen und die Ausdehnung des Streits zu verhindern. Wir hoffen, daß sie damit Erfolg haben. Nichtsdestoweniger wird es notwendig sein, über die Gefahren sinn lofen Streitens ein sehr ernstes Wort zu sagen. " 3. Angesichts der Tatsache, daß der Vertrag abgeschlossen wurde, ohne daß die Ansicht der Kommissision vorher eingeholt worden Es gab einmal eine Zeit, in der die Frage des poli wäre und mit Rücksicht auf die Bestimmungen des Schreibens tischen Massenstreits Gegenstand lebhafter Erörte der Reparationskommission vom 21. März 1922 glaubt sich die rungen in Partei- und Gewerkschaftskreisen war. Damals Kommission zu der Annahme berechtigt, daß für das Budget des herrschte in Preußen unumschränkt, gestützt auf das HerrenReichsteine neue Belastung infolge des Vertrags haus und das Dreiflaffenparlament, die preußische Juntergeplant iſt, ſei es beispielsweise durch Entschädigungen an fast e. Alle Forderungen der Arbeiter nach einer demokradeutsche Reichsangehörige wegen ihrer Rechte und Interessen in Rußland, auf welche sich der Berzicht erstrect, sei estischen Ausgestaltung des preußischen Wahlrechtes wurden durch Garantien oder Subventionen im Zusammenhang mit den hohnlachend abgewiesen. In jener 3eit hätte die allwirtschaftlichen Erleichterungen, deren Gewährung zum 3wed der gemeine Arbeitsniederlegung nicht nur der industriellen, sonBeteiligung am Wiederaufbau Rußlands in Aussicht genommen ist. Die Kommission wäre für ausdrückliche Versicherungen über diesen Punkt dankbar. " Dern auch der staatlichen Angestellten und Arbeiter möglicherweise Wunder wirken fönnen. Aber zur Erringung des gleichen Wahlrechtes im Staate und zu den gleichfalls drei4. Bei voller Anerkennung der Anstrengungen, flassig verwalteten Rathäusern hat man damals nicht die die die deutsche Regierung zur Mitwirkung am wirtschaftlichen Wie- Kraft gefunden. Jetzt aber, da nach vier Kriegs- und Hunger teraufbau Rußlands und zur Wiederherstellung normaler Handels- jahren die Umgestaltung des Landes zur demokratischen Rebeziehungen zwischen Rußland und Deutschland zu machen beabsich- publit erfolgt ist, nachdem durch ein freies Wahlrecht für beide tigt, hält es die Kommiffion doch für ihre Pflicht. darüber zu wachen. Geschlechter der Arbeiterklasse eine ungeheure Macht in die Die deutsch- englische Besprechung. daß alle möglichen Garantien geschaffen werden, damit nicht die Hand gegeben worden ist, jetzt haben wir schon viel zu Genua, 4. Mai.( Sonderbericht des Sozialdemokratischen Bar. von Deutschland in dieser Hinsicht übernommenen Berpflichtungen oft das Schauspiel politischer Streits erlebt, die heute fast tamentsdienstes.) Mit der Abreise Barthous von Genua ist die tie ordnungsmäßige Ausführung der Verpflich Konferenzmaschine zurzeit in Stillstand geraten. Die großen Fragen, tungen beeinträchtigen, die der Vertrag von Versailles ihm einer Gefährdung der politischen Rechte gleichkommen. Früher eine unheildrohende Waffe, steht der politische die ihrer Entscheidung harren, werden zwar unter der Hand be- gegenüber den alliierten Mächten auferlegt hat. Die Kommission behält sich demnach das Recht vor, von Zeit Streit heute in Gefahr, in den Augen der Kapitalisten sich zu sprochen, jedoch erst entschieden, wenn Barthou wieder eingetroffen zu 3eit die Wirkungen zu überprüfen, die sich aus der Durchführung einem stumpfen Holzmesser zu verwandeln. Das ist eine Er ist. Es ist bestimmt anzunehmen, daß Lloyd George nach der Rück des Vertrags von Rapallo ergeben und alle Maßnahmen zu treffen, scheinung, die jedem Sozialdemokraten in tiefster Seele tehr des französischen Delegationsführers Gelegenheit nehmen wird, welche die Verhältnisse wünschenswert erscheinen lassen sollten, um Schmerz bereiten muß. Es kommt nicht nur darauf an, ob ein den Barthou vor der Abreise mit dem Barthou nach der Rückkehr ihre Vorrechte und die Interessen der genannten Mächte zu schüßen. folcher Streit im Augenblid ohne besondere„ Zwischenin Bergleich zu stellen. Man muß jedenfalls auf neue Zwischenfälle Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die Kommission in fälle" glatt verläuft, sondern man muß seine Fernwir gefaßt sein, da die englische Delegation nicht beabsichtigt, dem gegenwärtigen Schreiben sich auf die Behandlung der Fragen ung im Auge behalten. Die politischen Lehren der Taktik praktischer Art beschränkt hat, welche unmittelbar zu ihrer Zuständigtas mit großer Mehrheit angenommene Memorandum zu feit gehören. Ueber diese Zuständigkeit würde es offenbar hinaus der Generalstreitpropagandisten sind bisher aber nichts rüdzuziehen, um Aenderungen nach Boincarés Auffassung vorgehen, sich mit besonderen Fragen zu beschäftigen, welche die außer weniger als erfreulich. In Berlin, dessen sozialistische zunehmen. Man ist sich klar darüber, daß ein derartiges Verhalten halb der Kompetenz der Kommission liegenden Bestimmungen des Mehrheit jahrzehntelang als unerschüttert galt, und das vor ein günstiger Vorwand für die russische Delegation sein könnte, Bertrages von Versailles berühren, sowie mit allgemeinen Fragen, der Revolution nur durch das Dreiklassenwahlsystem vor einer unter Zustimmung der breiten Oeffentlichkeit Europas das Memo. welche aus dem Wortlaut des Bertrages von Rapallo oder qus den roten Rathausmehrheit bewahrt wurde, ist jetzt schon bei dem randum abzulehnen und zieht deshalb lieber einen Sonderver Umständen sich ergeben, unter denen er abgeschlossen worden ist. unvergleichlich besseren Wahlsystem die sozialistische Mehrheit trag var. Andererseits aber spricht auch das eine Moment bei in eine Minderheit verwandelt. Im Freistaat Sachsen, der englischen Haltung mit, daß den Russen von allen Seiten BerDer langen Rede furzer Sinn ist: Wir haben den Rapallo das schon 1903 unter 23 Abgeordneten nur einen Bürgerlichen träge angeboten werten. Vertrag nach allen Richtungen hin geprüft und nichts darin in den Reichstag sandte, ist die Regierung jezt auf eine Linksentdecken fönnen, was die Rechte, die die Reparationstom- mehrheit angewiesen, die sich nur auf zwei oder vier kommumission, d. h. die Siegermächte, aus dem Versailler Diktat nistische Augen stüßen kann. In Braunschweig, das herleitet, beeinträchtigen fönnte. Daher auch die relative Ver- unmittelbar nach der Revolution eine unbezweifelbare foziaföhnlichkeit des Tones dieser Note und ihre sehr zahmen Schluß- listische Mehrheit hatte, ist bei den letzten Wahlen diese Mehr Bon dem Ausgang des Konflikts wird auch der Gang der Kon- folgerungen. Nur Einzelheiten, wie der Hinweis auf die an heit soweit zusammengeschrumpft, daß sie bestenfalls zwei ferenz, insbesondere die Batt- Angelegenheit abhängen. Kommt gebliche Unzulässigkeit einer Belastung des deutschen Budgets Stimmen betrug. Und gestern konnte die sozialdemokratischman über das Memorandum nicht zu einer Verständigung, tann durch etwaige Entschädigungen deutscher Reichsangehöriger, unabhängige Regierung gestürzt werden, weil der eine wird auch diese Frage vorläufig hinfällig sein. Lloyd George be- deren Eigentum expropriiert worden ist, dürften noch zu Kommunist nicht im Hause war, Sepp Oerter aber, der mhte die heutige Besprechung zwischen ihm, Wirth und Rathenau, weiteren Erörterungen Anlaß geben. trog feiner Berurteilung wegen Bestechlichkeit mieder als Die russische. Delegation ist sich ihre eigenen Stärte bewußt und wartet zunächst erst den Verlauf des Konflikts zwischen Barthou und Lloyd George ab, bevor sie eine Antwort auf das Memorandum ausarbeitet. dem Block der Bürgerlichen gegen die Regierung stimmte. Völlige Umarbeitung des Etats. 226 Milliarden Papiermark zur Vertragsandführung! Der Soz. Parlamentsdienst teilt mit: unabhängiger Kandidat gewählt war, mit Der Ex- Kronprinz über den 9. November. Eine zerstörte Hindenburg- Legende. Es ist kein Zweifel, daß die Stimmung in den breiten Der ehemalige Kronprinz verspricht ein fruchtbarer SchriftWählerschichten nicht nur der kapitalistischendurch die steller zu werden. Nachdem er soeben ein Buch über die Die Note der Reparationskommission vom 21. März d. J. und putschistische Taktik der Kommunisten und die willenlose Ge- Kriegsschuld angekündigt hat, erscheint bereits ein anderes, die fortgesetzte Geldentwertung hat die Reichsregierung veranlaßt, folgschaft, die ihnen die Unabhängigen leisten, für die Sache das„ Erinnerungen" enthält.„ Tief schürfend" ist es allerdings den bereits einmal vorgelegten Haushaltplan für die Ausder Arbeiter immer ungünstiger wird. Man muß nicht, soweit das Kapitel über den 9. November, das uns der führung des Friedensvertrages im Rechnungsjahr 1922 sich darüber klar sein, daß, wenn der kommunistischen Ber- Verlag J. G. Cotta zur Verfügung stellt, erkennen läßt. Eher völlig umzuarbeiten, ftörungsarbeit nicht gesteuert wird, die große Gefahr besteht, zeigt sich eine geringe Gabe zu leidlichen feuilletonistischen daß in wenigen Jahren die Vertretung der Berliner Schilderungen. wobei jeßt für die Veranschlagung der in ausländischen Devisen Arbeiterschaft im Rathause wieder bis auf ein Drittel Als historisches Dokument betrachtet, sind die Schilderun- abzulösenden Berpflichtungen an Stelle des bisherigen Umrechnungsder Stadtverordnetenversammlung herabgefunfen ist, gen des ehemaligen Kronprinzen über den 9. November im verhältnisses von 45 Bapiermart für eine Goldmart 70 Papiermark ganz so, als ob nicht das Dreitlassenwahlsystem durch das Großen Hauptquartier wenig bedeutsam. Sie bringen fast zugrunde gelegt worden sind. Die Zahlen des neu vorgelegten Hausgegenwärtige abgelöst worden wäre. nichts, was nicht schon aus Darstellungen anderer Teilnehmer haltplanes zeigen mit eindringlicher Deutlichkeit, wie gewaltige Den Kommunisten ist nach ihrer Theorie und Pragis eine an den Ereignissen bekannt wäre. Erwähnung verdient, daß Summen das deutsche Volk aufbringen muß zur Ableistung der solche Erscheinung nicht nur gleichgültig, sondern vielleicht in der Herr aus Wieringen, der es neuerdings liebt, sich der in Versailles übernommenen Verpflichtungen, sie zeigen aber auch hohem Maße erwünscht. Sie können ihr Daseinsrecht nur Welt als aufgeklärten liberalen Zeitgenossen zu präsentieren, gleichzeitig in den Positionen über die Besagungslaften, wie herleiten aus der in Rußland befolgten Theorie, daß alle An- in diesem Buche sich selber ganz anders gibt: als typi- rücksichtslos mit dem deutschen Volksgute von der Besagung umfäße zur demokratischen Gestaltung erst vernichtet wer- fchen Bertreter der vertnöcherten reattio: gegangen wird. den müssen, bevor sie selbst an die Macht fommen fönnen. när en Weltanschauung. Für den General Nach dem Zahlungsplan des Londoner Ultimatums in. BerDeswegen ist ihnen jedes Mittel recht, um die demo- Groener, in dem er den Repräsentanten der neuen Welt- bindung mit der bereits erwähnten Note der Reparationsfommission fratische Republik in ihren Einrichtungen zu fabotieren. Sie anschauung wittert, hat der Er- Kronprinz verächtliche Wen- hat Deutschland im Kalenderjahre 1922 befanntlich 720 Millionen betragen sich nicht nur im Rathaus und im Landtag wie per- bungen: Goldmark in bar und 1450 Mill. Goldmark in Sachwerten zu leisten. fönliche Rüpe I, fie möchten auch in den Betrieben und auf Ein neuer Ton, der sich brüst und demonstrativ von allem Neben diesen Verpflichtungen bleiben die anderen Belastungen der Straße dauernd Krawalle haben, um so endlich das Chaos herkommen losfagte, der sich an dieser Mißachtung aller Ver- aus dem Friedensvertrage, abgesehen von einem Teile der B zu schaffen, aus dem sie für ihre Sefte einen politischen Vorteil gangenheit innerlich start zu machen fuchte für den Herbst- faßungstoften, bestehen. Für das Jahr 1922 werden die Geerhoffen können. Es verschlägt nichts, daß ihre russischen stoß, der jetzt kommen sollte. famtleistungen aus dem Friedensvertrag auf insgesamt Gesinnungsgenossen, worüber Severing im Landtag erbauliche Und noch charakteristischer für den Mann, der jetzt schon 226 496 739 410 Papiermart veranschlagt, das find Mitteilungen machte, sich in Berlin unter den Schuß derselben immer" vor der starren Berknöcherung des alten Systems gerund 3775 Mart pro Kopf preußischen Polizei stellen, die sie in Berlin beschimpfen. Es warnt haben will, ist die Stelle, an der er seinen einzigen der deutschen Bevölkerung! Bon der genannten Summe entfallen auf: verschlägt auch nichts, daß diese gleichen russischen Gesinnungs- Versuch des aktiven Eingreifens schildert: genossen in Genua im Frack herumlaufen und sich mit dem Rönig unterhalten. In Deutschland arbeiten die Kommunisten mit allen Mitteln, um den Arbeitern die De mofratie zu verefeln und sie in eine Stimmung hineinzutreiben, die sie zum Subjekt oder Objekt pon Gewalttätigkeiten werden läßt. Es ist notwendig, daß man diese Gefahr rechtzeitig und flar erkennt. Es ist ferner notwendig, daß man ihr rechtgeitig begegnet. Gerade die sozialdemokratischen Arbeiter, die schon zu einer Zeit im Kampfe für politische Rechte standen, als die Mehrzahl der Kommunisten sich noch im Lager der Gelben aufhielt, müssen sich entschließen, den kommunistischen Treibern und ihren unabhängigen Nachläufern mit aller Entschlossenheit gegenüberzutreten. Es geht nicht nur um eine gelegentliche Demonstration, nicht nur um das Gelingen oder Mißlingen eines Proteststreiks Es geht letzten Endes um die Errungenschaften der Revolution, um die Gleichberechtigung der Arbeiterklasse in der demokratischen Republik. Läßt man aus falsch verstandener Solidarität den verantwortungslosen Rommunisten freie Hand, dann seht man damit alles aufs Spiel, was das Ziel jahrzehntelanger politischer Arbeit in Deutschland war. Die Riefenaussperrung in Süddeutschland zeigt, wie notwendig die Zusammenfassung aller Kräfte des Proletariats ist, um Berschlechterungen der Lebensbedingungen zu verhindern. Das Berhalten der Kommunisten und Unabhängigen im Berliner Rathaus aber und die sich daran schließende Generalftreitpropaganda zeigen lediglich, wie man es machen muß, um die Rechte der Arbeiter zu gefährden. Eine Denkschrift über die Teuerung. Die Teuerungswelle hat tas sächsische Gesamtministerium veranlaßt, das Wirtschaftsministe rium zu beauftragen, über diese Frage eine Dentschrift auszuarbeiten. Diese soll an die Reichsregierung und an den Reichstag weitergeleitet werden, um dort die Forderungen der fächsischen Regierung zur Geltung zu bringen. Die interallierte Kommission hat den am 19. April aus Anlaß ber Ermordung des polnischen Arztes Dr. Styczinsfti über Glei wig und Hindenburg verhängten Belagerungszustand mit Wirkung von heute an aufgehoben. Die Kastenmacherin. Unsere Ristenfabrik hat auch eine Kastenabteilung. Schmud fäften, Schatullen, Etuis, Verierfästen, Spieldosengehäuse und In strumentenfästen das alles geht bis zur letzten Vollendung durch die Hände von uns Frauen und Mädchen. Wir sehen die uns von der Schreinerei und von der Dreherei gelieferten Einzelteile zusammen, wir liefern das Fertigstüd. Seit zwanzig Jahren mache ich täglich die gleichen Handgriffe ich, die unverehelichte Anna Klamm. Und seit drei Jahren arbeitet neben mir auch meine Tochter Frieda, mein jetzt achtzehnjähriges uneheliches Kind. Ich habe viel gehofft, und ich habe immer Hohn für mein Hoffen eingetauscht. Jetzt ist alles aus, für mich erhoffe ich nichts mehr. Mes jedoch erhoffe ich für mein Kind, für meine Frieda. Aber neben all meinem Hoffen steht immer ein grinsendes Gefchöpf, das flüstert mir mit Totenschädelmanier ins Ohr: Was ist da zu hoffen, deine Tochter ist viel zu schön. Ja, Frieda ist schön sehr schön ist fiefie ist schöner als ich Jemals war. Das hat sie vom Bater. Aber diese ihre Schönheit ist ihre Gefahr. Wird die Großstadt sie nicht eines Tages verschlingen? Die Großstadt dieser teuflische Magnet, der die schönen Mädchen leiber lustgierig an sich reißt. P Graf v. Schulenburgs und mein( des Er- Kronprinzen!) weiterer Borschlag, uns mit der Niederwerfung der reationären Elemente in der Heimat zu befrauen, und unser Anerbieten, zunächst in Köln geordnete Zustände wiederherzustellen, lehnte der Kaiser ab. Das war also der Wunsch des modern denkenden" Kronprinzen am 9. November der von ihm persönlich zu leitende Bürgerkrieg! Außer dieser Selbstcharakteristik hat die Darstellung des Er- Kronprinzen noch in einem anderen Punkt Interesse: Sie zerstört bis zum Rest die monarchistische Legende neuen Datums, daß es nicht Hindenburg gewesen sei, der den Kaiser habe fallen lassen, sondern ausschließ lich Groener. Hören wir dagegen das Zeugnis des ehemaligen Kronprinzen. Von der Besprechung am Morgen des 9. November sagt er: Der Generalfeldmarschall( Hindenburg) hatte als erfter gleich einleitend ein paar Worte gesprochen, die tlar erkennen ließen, daß er so weit war, das Ganze aufzugeben. Nach dem Zusammenstoß zwischen Groener und dem Grafen Schulenburg wegen der Frage, ob man mit den Truppen gegen die Heimat ziehen solle und könne: a) allgemeine Reparationsausgaben. b) Beiazungskosten. c) Ausgaben für interalliierte Kommissionen d) Leistungen aus dem Friedensvertrag außer halb der Reparation e) Aufwendungen für das Ausgleichsverfahren f) innere Ausgaben aus Anlaß des Friedensbertrages 151 900 000 000 M. 5 219 555 000 1 342 665 000 25 005 000 000 32 000 000 000 11 002 519 410 10 zusammen 226 469 739 410 M. Besonderes Interesse beanspruchen einige Pofitionen der Be faßungskosten und der Ausgaben für interalliterte Rommissionen. So sollen auch im Jahre 1922 wieder nahezu 3 Milliarden für Neubauten Don Offizierswohnungen, Schulen, Bureauhäusern, Rafernen, Flugpläßen, Reitbahnen, Egerzierplägen und Sportplägen aufgewendet werden. Die Unterbringung der interalliierten leberwachungsausschüsse und der sonstigen interalliierten Kommissionen in Deutschland verschlingt 72 Millionen Mart. Dabei hat sich der Personenstand der Kommission Dermindert, ihre Ansprüche haben sich jedoch vermehrt! Bemerkenswert ist dabei noch, daß in den Etat eine besondere Position eingesetzt werden mußte für Entschädigung aus Anlaß von Automobilunfällen, die durch Mitglieder der interalliierten Rommission verursacht worden sind, d. h. also, daß Deutschland die Kosten zu fragen hat, wenn durch die Autoraferei von Ententeoffizieren deutsche Staatsbürger zu Schaden tommen! Auf den nochmaligen Einspruch meines Chefs hin hatte sich dann endlich auch der Generalfeldmarschall entschlossen, aus seiner bisherigen Zurückhaltung herauszutreten. Bei aller zu ftimmung zu dem Geiste soldatischer Treue, von dem die Schulen burgischen Gedanken getragen feien, fam er praktisch zu der Auffaffung des Generals Groener, daß auf Grund der Nachrichten, die der DHL. aus der Heimat und vom Heere vorliegen, die Revo lution nicht mehr niedergeschlagen werben fönne. Eine Dedung für den ungeheuren Mehrbedarf im Etat für Schließlich, als aus Berlin die Nachricht eintrifft, daß die Ausführung des Friedensvertrages ist noch nicht vor. Mar von Baden die sofortige Abdantung des Kaisers ver- handen, wird aber auch kaum durch neue Steuern zu schaffen langt: fein. Es gibt nur eine Lösung, durch die Der Kaiser nahm die Nachricht mit tiefem schweigenden Ernst Verminderung der Beschungstruppen entgegen... Als Hinge zu Ende war, nichte er furz, suchte dann die völlig unproduktiven Ausgaben für den Ententemilitarismus mit seinen Augen den Blick des Generalfeldmarschalls, in den besetzten deutschen Gebietsteilen auf ein Minimum herabals müßte er bei ihm Kraft und Hilfe finden in seiner Qual. Aber zusetzen. da war nichts. Still, tief erschüttert, in ausweglosem Schweigen, stand der große alte Mann und ließ das Schidsal seines Königs und Herrn, dem er so lange treu und tapfer als Soldat gedient hatte, fich erfüllen. Allein war der Kaiser. Nicht einer mehr von all den Männern der OHL. trat jeht zu ihm und sprang ihm bei. " Nicht einer mehr" das heißt: auch Hindenburg nicht. befize, von dem man draußen nichts wisse, antwortete der russische Kollege:„ Ich werde Sie mit Leopold Herwen befannt machen, der meines Dafürhaltens der größte Mufifer des roten Rußlands ist." Zwischen Delamare und dem bolschewistischen Beethoven entwickelte sich dann das folgende Zwiegespräch: Arbeiten Sie an einer Oper?" Ich arbeite an einer Ethopöie, einer Art musikalischen Freskogemäldes, das, wie das Jüngste Gericht" Michel angelos oder Holbeins Totentanz" ohne Anfang und Ende ist. Ich bemühe mich, in diesem Gemälde alle Erbärmlichkeiten und alle Hoffnungen der Welt zusammenzufaffen."" Und wie heißt dieses großzügige Werk?" Es hat feinen Namen. Weshalb sollte ich ,, Berzeihen Sie, aber ihm auch einen besonderen Titel geben?" Saales, furz irgendeines Raumes für die Zuhörerschaft, die doch für die Darstellung des Werkes bedarf es doch einer Szene, eines für die Darstellung des Werkes bedarf es doch einer Szene, eines irgendwie untergebracht werden muß." Hermen zuckte die Schultern Herwen zuckte die Schultern und bemerkte ärgerlich: Immer und immer wieder das Althergebrachte, von dem man sich nicht trennen kann! Ich denke nicht im entferntesten an einen durch Ränge eingeengten Saal oder an eine mit Dekorationen beladene Bühne. Ich will überhaupt nichts Plan mäßiges. Bedarf denn die sozialistische Menge eines anderen Drts, um ihrer Freude und ihrem Haß Luft zu machen, als der Straße und des öffentlichen Blazes?" Herwen verachtet aus tieffter Seele scheut alles, was an Lext oder Handlung gemahnt. Keine Dichtun die„ mondänen Kinterlichen im Sinne Wagners", und er perabgen, feine logisch geführte Handlung, nichts weiter als„ rauschender Lärm", der sich zum bonnernden Getöse, zum" Appell der ganzen Menschheit" steigert. Nach einem Jahr. Frieda ift fort, ich weiß nicht wohin. Mit Wie lange dauern Träume? Wohl jeder hat schon einmal die thr schwand mein letzter Sonnenstrahl. Ich arbeite an einer Scha Erfahrung gemacht, daß er während einer ganz furzen Zeitspanne tulle. In einer Stunde ist sie fertig. In irgendeiner anderen Fabrit Schlafes eine ganze Fülle von Abenteuern durchlebte. Der eng wird diese Schatulle mit rotem Samt ausgeschlagen. Dann fauft fische Psychologe Artur Lynch hat sich nun in eingehenden Versuchen fie ein Kavalier. Der schenkt sie einer Geliebten und diese wird mit der Zeitdauer von Träumen befmäftigt. Bei einer Gelegen meine Tochter sein. Ich arbeite an einem Instrumententaften. In heit," schreibt er, erwachte ich mit dem Glockenschlag 9; ich hörte einer Stunde ist er fertig. Ich sehe, wie ein Arzt dem hellgelb nur den ersten Schlag der Uhr und erwachte dann wieder bei dem polierten Kasten ein funkelnd scharfes Instrument entnimmt ich letzten Schlage. In diesem furzen Zeitraum hatte ich einen langen jehe, wie der Arzt an einem fleckigen Frauenleib herumschneidet- Traum gehabt. Aehnliche Beobachtungen finden sich öfters in der und dieser Frauenleib ist der geschändete Körper meiner tranten Tochter Frieda. Wozu lebe ich noch? Warum gehe ich nicht fort? Der Weg zum Grab ist furz. Ruffische Zukunftsmusit. Um sich vom derzeitigen Stand der bolfchemistischen Mufit zu unterrichten, hat der französische Mufitschriftsteller Delamare eine Reise nach Mostau gemacht, wo er Gelegenheit fand, den mit der Leitung des bolfchemistischen Pressemesens beauftragten Journalisten zu sprechen. Der Russe gab zunächst seinem Bedauern über die Abtrennung Rußlands von der übrigen Welt Ausdruck, die es mit sich bringe, daß man im Ausland über Rußlands Entwicklung in fünstlerischer Beziehung völlig im unflaren geblieben sei.„ Wenn Deutschland," erklärte er, im Jahre 1810 so isoliert gewesen wäre mie Rußland 1922, so würde die Welt vom Genie Beethovens nichts erfahren haben." Auf die Frage des Franzolen, ob denn das bolichemistische Rußland ein folches Genie Claparède tadurch eine ziemlich genaue Schätzung der Länge eines einschlägigen Literatur. So hat z. B. der Schweizer Psychologe Traumes erreicht, daß er in bestimmten furzen Zeiträumen Tropfen aus einer Flasche auf seinen Kopf fallen ließ und dadurch auf wachte. In einem Traum, der wenige Sekunden dauerte, erlebte er nun die folgenden abenteuerlichen Dinge: er beging einen Mord in Paris, floh nach London, nahm ein Schiff, erreichte New Yort, floh vor der Polizei, gelangte nach Chikago, fand sich auch dort verfolgt, flüchtete weiter nach San Franzisko, vermietete sich auf einem Schiff nach Japan als Heizer, tam dort an, wurde in Dotohama zum Tode verurteilt und erwachte. Die Frage nach der Zeitdauer von Träumen hat die Phantasie der Völker vielfach beschäftigt. Ein Beispiel bietet eine berühmte Erzählung des Islam: ein ungläubiger Sultan hatte über eine Stelle des Koran gelacht, in der erzählt wird, wie der Erzengel Gabriel eines Morgens Mohammed aus seinem Bett nimmt, ihm die Hölle zeigt, ihn durch die sieben Himmel des Paradiefes führt, ihm gestattet, 90 000 Unterredungen mit Gott zu führen und ihn in sein Bett aurüdbringt, bevor der Mafferfrug, ber umstürzte, als der Die deutfche Industrieausstellung in Mostau, die nach sowjet russischen Ankündigungen Anfang Juni eröffnet werden sollte, ist verschoben worden, da die zur Verfügung stehende Zeit nicht mehr zur gründlichen Vorbereitung genügt. Die Ausstellung soll nunmehr im Frühsommer 1923 stattfinden. Engel den Propheten entführte, geleert war. Der Sultan nun schlief einen Augenblic ein und hatte einen langen Traum mit vielen Abenteuern; als er aber erwachte, fand er, daß faum eine Sekunde verflossen war. Die Geschichte von dem blizschnellen Borüberhuschen der Träume beweisen nun aber feineswegs die Relativität der Zeit. Im Traum erleben wir ja die Dinge nicht wirklich, sondern sie jagen nur mit Gedankenschnelle durch den Kopf. Ein Professor z. B., der anschaulich darstellt, fann uns in einer Stunde durch ein Jahrtausend der Bergangenheit führen; aber die Gesamtheit der Zeitelemente, in der wir alle diefe getantlichen Ein. drücke erhalten, ist nur eine Stunde. So ist es auch mit Träumen." Waffen für die Elternbeiratsschlacht. Die Wahlkämpfe um die archistische Gegenseite ist wohlgerüstet und im Befiz des alten Elternbeiräte haben begonnen. Die firchlich- nationalistisch- monarchistische Gegenseite ist wohlgerüstet und Schulapparats. Die Bibliotheken, die Schulbücher, die Lehrpläne find ihres Geistes voll, manche Lehrer feiern noch automatisch, heimtüdisch- verschlafen den 18. und 27. Januar, ten 2. September und in den Klaffen tittieren sie harmlos" verfassungswidrige, ftaats feindliche" Terte. Der Inhalt der Lesebücher war immer eine Kulturschmach, jezt ist er ein politischer Standal. Wie schlimm es auf diesem Gebiet steht, stellt nun dokumentarisch eine handliche jetzt für den Kampf eben recht, zumal sie auch die Kämpfe um das Broschüre von Ostar Hübner Das Lesebuch der Republip"( Frantes Verlag, Berlin G. 61) zufammen. Sie fommt Lanttag zwischen Reaktionären und Sozialisten' bringt. Das Heft Lesebuch zwischen Ministerium und Reformern, die Debatten im macht die fleißige Arbeit eines gewissenhaften Fachmanpes allen Laienpädagogen zugänglich, rüftet fie alfo zur Schlagfertigteit gegen. iber gegnerischem Ableugnen aus. Es gehört in die hand jedes fozialistischen Lehrers, Elternbeirats, Erziehungsfämpfers. Nur der Boltszorn, den das Bekanntwerden dieser Tatsachen entfesseln muß, fann dieser gefährlichen Idiotie ein Ende machen. p. oe. Spielplanänderung. Im Deutschen Künstler- Theater findet die Erst. aufführung von Shaws Komödie man tann nie misfen erit am Sonnabend statt. Gelöste Eintrittskarten behalten ihre Gültigkeit. Seminars der Universität, Dorotheenftr. 6, spricht Freitag, 6, Uhr, ber In der englisch amerikanischen Vortragsreihe des Englischen amerikanische Architekt Francis Bacon über„ Observation on American housing". Eintritt frei. Der Reichspräsident und die Deutsche Gewerbefchan". Die bayerische Regierung hat den Steichspräsidenten Ebert zum Besuche der Deutschen Gewerbeschau eingeladen. Der Reichspräsident hat die Einladung angenommen. Eine Bibliographie der Gewerbehygiene wird von der Hygiene Abteilung des Internationalen Arbeitsamtes in regelmäßigen Zeitabständen veröffentlicht werden. Lehrgänge für den naturwissenschaftlichen Unterricht. In diesem Sommer beginnen die Lehrgänge, die für Lehrer und Lehrerinnen von der faatlichen Hauptstelle eingerichtet sind, am 16. Mai. Verzeichnis und Anmildung Potsdamer Str. 120. die Berbindung Sagnik- Treücborg ihr fünfundzwanzigjähriges Jubiläum Fünfundzwanzig Jahre Sanit- Trelleborg. Am 1. Mai fonnte feiern. Während zu Anfang die Reise Berlin- Stodholm 33 Stunden in Anspruch nahm, hatte sich diese Zeit 1914 auf 22 Stunden vertürat. Diese Beschleunigung minhle hofft man- bald micber erreicht fein Die braunstbVeigische Regierung gestürzt. Mit den Stimmen der Bürgerlichen und Sepp OcrterS. Vraunschwcig, 4. Mai.(E!g. Drahkmelt-ung Zn der Landtagssihunz vom Mittwoch stand die mit große: Spannung er- wartete Besprechung des Berichts des Untersuchungsausschusses, den der braunschweigische Landtag aus Antrag der Siaatsregierur.g zwecks Klärung der Oerterschen Angriffe gegen einzelne Minister eingesetzt hatte, aus der Tagesordnung. Der Führer des rechts- bürgerlichen Blocks, K a e f e r, halte ein Bertrauenssotum für die Regierung beantragt, natürlich mit der Absicht, dagegen zu stimmen. Demi er verfolgte die llare Absicht, das Kabinett zu stürzen. Da seit den, Hinauswurs Oerters aus der ll SPD. Stimmengleichheit zwischen den sozialistischen Parteien einerseits und den bürgerlichen Parteien plus Oerler andererseits vorhanden ist und Oerter mit als der Urheber der Regierungskrise anzusehen ist. konnte das Kabinett nur durch dir Ablehnung eines Vertrauensvotums gestürzt werden. Die Abstimmung über dieses Vertrauensvotum wurde heute nach- mittag gegen 2 Uhr vollzogen. Das Vertrauensvotum wurde m i t ZV gegen 23 Stimmen abgelehnt. Oerter stimmte zusammen mit den Bürgerlichen. Der kommunistische Abgeordnete Krasse war in der Sitzung nicht anwesend. Räch dem Ergebnis erklärte der Vorsitzende des Kabinetts, Minister Antrick, daß das Kabinett zurücktrete und bis zur Bildung des neuen Kabinetts die Geschäfte versassungsgemäß weiterführen werde. Daran s wurde der Landtag vertagt. Zn den nächsten Tagen werden die Besprechungen der Parteien zwecks Bildung der neuen Regie- rung stattfinden. Der Dokumentenprozeß. Tie Kämpfer für das„Reich Gottes". München, 4. Mai. sEig. Drahtbericht.) Die Verhandlung über die Eisnerschen Dokumente sand heute abend 3 Uhr sein Ende. Die Verkündung des Urteils wird am 11. Mai erfolgen. Der Aerircter des Privatklägers stellte heute abend in seinem Plaidcyer fest, daß die Weigerung des Slnswürtigen Amtes, den Fürsten L i ch n o w s? y und den Frhrn. v. Eckardtstein vom Amt-gelzeimnis zu entbinden, das Bild wesentlich zuungunsten der tlägerischen Partei verschoben habe. Die Lerchenseldsche Anstiftung zur diplo- matischen Lüge habe den Beklagten das Recht genommen, sich je- rnals über einen politischen Gegner ein Urteil anzumaßen. Der Prozeh habe die drei Kernpunkte des Problems mit aller Klarheit zutage gefördert: Eine objektive Entstellung der durch Eisncr veröffentlichten Dokumente liegt zweifellos vor. Subjektiv fehlte bei Eisner der Wille und das Bewußtsein der Fälschung. Fechcnbachs Mittäterschaft und Mitverantwortlichkeit muß klipp und klar verneint werden. Am letzten Berhanblungsnachmittag mischte sich ein versöhn- Ncher Unterton in die Debatte. Die Anwälte waren im Begriff. sich auf einer mittleren Linie zu einigen:„Abgesehen von der Der- antwortlichkeit der Einzelpersonen stellen wir fest: Die Urkunde des Legationsrats Scbön war eine Unterlage des Bersailler Frie- densvertrages. Der Beweis der objektiven Fälschung hat in diese Grundmauer eine Bresche gelegt. Wir haben diesen Beweis ge- meinsam geführt aus ehrlichem Herzen. Reichen wir uns also die Hände." Da zerschlug der Beklagt«, der geistige Vater der baye- tischen nationalistischen Hetze, Professor C o ß m a n n, die sich an- bahnende Verständigung. Er schloß seine an die klerikal-antisemi- tisch« Hörerschaft des Gerichtssaales gerichtete Hetzrede mit den Worten:„Wir kämpfen letzten Endes für das Reich Gottes. Eisncr und Fechenbach aber waren aus dem Reich de» Teu- fels. Es ist unser« Pflicht, sie moralisch zu vernichten." Damit schloß die Verhandlung. Regierung unü Seamtenbesolöuna. Im Beomtenausschuh des Reichstags wurde am Donners- tag von den bürgerlichen Parteien«in Antrag S t e i n k o p f(Soz.) auf Einführung von Beamtenversammlungen entsprechend dem Bc- triebsrötegesetz abgelehnt. Hierauf nahm der Ausschuß eine Er- klärung des Ministerialdirektors v. S ch l i e b e n über den Stand der Besoldungsfrage entgegen: Di« Preissteigerungen zwingen zu schneller Erhöhung der Beamtenbezüge. Die Forderungen der Spitzenorganisationen müssen wegen ihrer Wirkung abgelehnt werden. Trotzdem eine Annäherung auf mittlerer Linie fast erfolgt war, kam bedauerlicherweise eine Einigung mit den Spitzenorganisationen nicht zustande. Die Regierungen des Reiches und der Länder sind nach wie vor bereit, zu den bisherigen Bezügen einen allgemeinen Zuschlag von 35 Proz. und einen Zuschlag auf die ersten 10 000 M. von 25 Proz. zu geben. In der Aussprach« rügte Abg. S t e l n t o p f sSoz.), daß die Regierung bei der Gegenüberstellung der einzelnen Gehaltsgruppen mit den Nettoeinkünften der Beamten operier«! nur dos Bruttoeinkommen, ohne Abzug der Einkommensteuern, zeige die Begünstigung der höheren Gruppen. Auf«ine Frage des Abg. Breun ig(Soz.), was die Entente zu den hohen Ge- hältern der obersten Beamten sage, wurde regierungsseitig erwidert, daß der deutsche Reichswehrminister z. B. etwa-R des Einkommens eines einfachen englischen Sol» baten in Berlin habe. Ernste Sprache üer englischen presse. London,>4. Mai.(MTB.) Di« Meldung, daß Frankreich beschlossen habe, in der Forderung gegenüber den Russen sich in Genua auf die Seite Belgiens zu stellen, findet große Be- achtung.„Poll Mall and Globe" schreibt, wenn Poincare das ge- famte Werk der Genuefer Konferenz zu zerstören wünsche, so sei die, eine dramatische Gelegenheit, um den Dolch zu zücken. Die Welt aber lverde weiterschreitcn, auch uienn Frankreich die Können- tion verletze. „Star" berichtet, der Bruch zwischen den Alliierten e r- weitere sich. Die Gcnueser Konferenz stehe von neuem der Ge- fahr des Abbruches gegenüber. Frankreich habe durch seinen Be. schluß, den belgischen Einwand gegen die an Rußland gerichtete Rot« zu unterstützen, die Alliierten in zwei Lager geteilt, und«ine gemeinsame Aktion in dieser Frage scheine jetzt unmöglich. Papst und Bolschewiki. Genua. 4. Mai.(EP.) Der Wimsch Tschitscherins, noch Rom zu reisen, um den Pap st zu besuchen, wird bestätigt. Dieser Reiseplan steht im Zusammenhang mit dem jüngsten Frie- densbriefe des Papstes. In italienischen Konferenzkreisen wird ver» mutet, daß eine Perschmelzung der rusflsch-orthodoxen mit der römisch-kalholischen Kirch« angestrebt werden soll. Papst Pius XI. habe in seinem jüngsten Briefe den ersten Schritt zur Versöhnung getan, indem er olle Regierungen zur Verständigung mit der Eowfttregicrung aufgefordert Hab«. Wenn der Plan des Papstes gelingen sollte, käme es zu einer der größten Kirchenverschmelzungcn der Geschichte. Aus andere,, Kreisen wird bemerkt, der Plan des Papstes stehe im Gegensatz zu den Absichten der anglikanischen Jftiche für. eizie Versöhnung mtt � J Severmgs Antwort Nachdem in der gestrigen Sitzung des Landtags nach Wieder- erössmmg der Sitzung Abg. Geschke(Komm.) diegroßeAnsrage der Kommunisten mit den Forderungen aus Bestrafung der schuldigen Bcamren und Ossiziere,.Entschädigung der Opfer und Amtsentsetzung des Polizeivrüsidenten verknüpft hatte, begründclc Abg. Rabold(U. Soz.) den unabhängigen Antrag über die Neugestaltung der Bestimmungen über den Waffengebrauch. In einer vorher abgehaltenen Jnstruktionsstunde sei der Polizei von vornherein schärfstes Vorgehen anempfohlen worden.(Hört, hört! links.) Wir verlangen die Entpolitisierung der Schutzpolizei und Entfernung der reaktionären Elemente aus ihr. Darauf wird die Besprechung zwecks Vornahme der Abstim- mungen zu den Haushalten der Gestüts- und Domänenverwaltungen unterbrochen. Sie wurden entsprechend den Ausschußanträgen ange- nommen. Hierauf wird die Aussprache über die Vorgänge vor dem Ber- liner Rathaus fortgesetzt. Abg. koch(Dnat.) begründet die Große Anfrage der Deutsch- nationalen. Die Schupo ist vor dem Rathause angegriffen und beschimpft worden.(Während seiner Ausführungen stellt Abg. Katz(Komm.) dem Redner eine Schnapsflasche neben das Rednerpult. — Die Kommunisten klatschen dazu Beifall.— Ein Diener trägt die Flasche wieder fort.) Wir bedauern, daß die zwei beteiligten Ossi- ziere zur Disposition gestellt worden sind. So darf den Forderungen der Straße doch nichd nachgegeben werden.(Sehr richtig! reck'ts.) Die Stadtparlamente müssen geschützt werden. Die Blutschuld fällt auf Sie(zu den Komm.— Lärm bei den Kamm.— Beifall rechts). Minister ües Innern Severins: Die Anweisungen für den Wasfengebrauch der Schutzpolizei stammen aus dem Jahre 1S0S. Ich bin bereit, eine Einschränkung dieser Bestimmungen vorzunehmen. Ich bestreite ganz entschieden, daß mir zweierlei Maß gegenüber Unterbeamten und Offizieren gemessen wird. Der Abg. Rabold hat auf den Arl-llerielag in Potsdam verwiesen und die Behörden darauf auf- merfsam gemacht, daß hinter dem Kappisten Bauer ein Steckbrief erlassen sei. Der Offizier Bauer, der an dem Tag teilnehmen will, ist gar nicht der aus den Kapp-Tagen bekannte Oberst Bauer.(Heiter- keit.) Er hat allerdings auch von sich reden gemacht, weil er es als seine besondere Aufgabe betrachtet, Angehörige des ehemaligen Königshauses zu schützen. Ich habe aber dafür gesorgt, daß er kein Unheil anrichtet. Die Polizei muh Werkzeug und Freund der gesamten Bevölkerung sein. Bei den großen Wider- sprüchen und der großen Erregung war es nicht möglich, in zwei Tagen eine eindeutige Aufklärung der Vorgänge herbeizuführen. Wir mußten jedoch die Manöver der Kommunisten, die sich daran knüpften, durchkreuzen.(Rufe links: Manöver haben Sie gemacht!) Wollen Sie bestreiten, daß die Kreise, die hinter der„Roten Fahne" stehen, unehrlich handeln, wenn sie von 2 Toten, 25 Schwerver- letzten sprechen? Ich bedauere jeden Tropfen B>ut, der geflossen ist. Tote hat es aber gar nicht gegeben. Schwerverletzt« sind nur zwei festgestellt, außerdem sind 10 bis 12 Personen von Arbeitersamaritern im Rathaus behandelt worden, darunter einige ohnmächtig ge- wordene Frauen. Bestimmte politische Gruppen wollen also an diesen traurigen Vorfällen ihr politisches Partsisüppchen kochen.(Rufe links: Die Deutsche Voltspartei will ja die Bannmeile erweitern.) Ueber die Forderungen läßt sich ruhig diskutieren, aber wie haben kein Recht zur Aufregung, denn ihr Redner hat erklärt, die Bannmeile werde doch nur ein Zwirnsfaden scin:� Ist das keine Provokation? Bor dem 3. Roocmber wies die Arbeiterschaft noch Disziplin auf, sie hatte noch Ordner, die bei der Masse Autorität belaßen. Durch Ihre(nach links) 2lrbeit ist es dahin gekommen, daß die Führer keine Autorität mehr haben. Während am 1. Mai sich die Massen in den Straßen bewegten, standen sie am 2. Mai vor dem Rathaus und belagerten es. Den Polizeipräsidenten war vorher von Vertretern der Gewcrk- s ch a f t e n über die Art und Weis« der Demonstration Mitteilung gemacht, wonach aus vier Richtungen die Züge zum Rathaus kommen sollten. Der Polizeipräsident hatte dagegen starke Bedenken und hatte gleich darauf aufmerksam gemacht, daß unter solchen Umständen eine Stauung vor dem Rathause und Zusammenstöße unver- meidlich seien. Er schlug den Führern als Treffpunkt den Lustgarten vor, von dort aus sollte der Marsch am Rathause vorbei- führen. Da dieser Vorschlag des Polizeipräsidenten Ablehnung fand, wurde der Magistrat Berlin gebeten, die Zugänge zum Rot- hause freihalten zu lassen. Das„große" Ausgebot der Schuhpolizei bestand in einem Hauptmann und kg Plann, einem Leninanl und 12 Berittenen.(Zurufe der Kommunisten: Das ist ja unwahr!) Das sind amtliche Angaben.(Zuruf: linksnmtliche Lüpenl) Das Ver- sprechen, die Demonstranten würden sich nur eine Viertelstunde vor dem Rathaus aufhalten, wurde nicht gehalten. Der Kampf um das Großkraftwerk Hannover. Im Haupt- a u s l ch u ß des Landtags wurde am Donnerstag abend die Regierungsvorlage über das Großkraftwerk Han- n v v e r mit den Stimmen des Zentrums, der Sozialdemo. traten und der Unabhängigen Sozialdemokraten angenommen. Als das Ergebnis der Abstimmung nicht mehr zweifelhaft war, stimmten auch zwei Volbsparteilcr für die Vorlag« in der Er- Wartung, daß die Regierung die von der Nolltsportei gewünschten Verhandlungen mit privaten Werten führe. Als wütendster Gegner der Vorlag« betätigte sich wie bisher immer der Kommunist Katz. Verschiedene Anträge des Zentrums und der Sozialdemokraten wur- den angenommen, welche verhindern sollen, daß Aktien der zu gründenden Aktiengesellschaft in Privathände übergehen. Sie sollen nur an kommunale Körperschaften abgegeben werde». ver deutsch-schweizerische Schicdsgerichlsvertrag ist durch Austausch der Rallfikalioncairkunden in Krafl getreten. Im Flugzeug entflohen. Wir berichteten vor kurzem über die Flucht des Schriftstellers Heinrich Wandt im Flugzeug nach Belgien. Im Anschluß an diese Notiz wünscht die„Freie Presse" berichtigt zu sehen, daß Heinrich Wandt nicht Herausgeber der„Freien Presse", sondern früher einmal Chefredakteur der Zeitung gewesen ist. Er ist auch nicht wegen Verleumdung des Reichspräsidenten mit Ge- sängnis bestrast worden, sonder» er war zu der Zeit, als der Artikel gegen den Reichspräsidenten erschien, in keiner Weise an dem Blatte tätig._: WirtslHaft Die Preiskreiberei am Trzmarft. Die letzte Woche brachte der hochgetriebenen Mark einen natür- licherweise sich vollziehenden und durch die politische Lage— Poincare, Sanktionoandrohungen usw.— beschleunigten Rücklauf von 234,60 M. für den Dollar auf einen sich dann bebauptcnden Stand von 280—230 M. Schon bei diesem etwa» stabileren Kurs gab es Schwierigkeiten für den Auslandsabsatz. Das zeigte stch z. B. deutlich bei der neuen Höchstpreisfestsetzung für Roh- eisen. Diese ist nicht in dem zuletzt gewohnten Ausmaße der Selbstkostenoerteuerung vorgenommen worden. Mit Rücksicht auf die konkurrierenden lothringischen gind Saareisenpreise, welche jederzeit eingeführt werden können wäre sicherlich eine Preiserhöhung für Roheisen in dem Monat Mai auch unterblieben, wenn nicht die Siegerländer Eisenerze hierbei Schwierigkeiten gemocht hätten. Man muß allerdinas die Frage auswerfen, ob nicht die Siegerländer Erzoreise im Verhältnis zu ihrem Wert zu sehr ge- stiegen sind. Die letzten Preiserhöhungen dieser Erz« sind 2',� s a ch über dieLohn erhöhunger. hinausgeschnellt zu einer $ an die Kommunisten. Schuld daran waren eine Anzahl Funktionäre, die von vornherein den Ralhausrorplch nicht eher räumen wollten, als bis alle Forderungen erfüllt sind. �Zurufe Katz: Er lügt amtlich weiter!— Das sind Spitzelberichte!) Das sind keine Spitzelberichte, das haben mir heute früh noch einige Deputationen städtischer Arbeiter bestätigt. Durch die Ansammlung mehrerer Tausende von Neugierigen auf dem Rathausvorplatz und vielleicht auch einiger städtischer Arbeiter vor dem Eintreffen der Demonstranten war schon einige Unruhe entstanden. Hätten die politischen Parteien des Rathauses aus den früheren Demon- strationen etwas gelernt, dann hätte man den Demonstranten schon um 7 Uhr eine Auskunft geben können. Der einzige Vorwurf, den man der Polizei machen kann, ist der, daß sie nicht eine c i n h e i t- l i ch e Linie bei ihren Absperrungen innegehalten hat. Die Posten- kette hätte nach erfolgter Räumung des Rathausoorplatzes nicht zurückgenommen werden dürfen, was auf Borschlag des Stadtrats Wege von dem betreffenden Polizeioffizier veranlaßt wurde.(Zu- rufe der Kommunisten: Sie hätten einbauen sollen!) Das S y st e m der Gewalt verurteile ich durchaus. Der Komman- d-ur hat aber wahrscheinlich auch ein(siesühl dafür bekommen, daß ein derartiges Zickzack nicht zur Stärkung der Autorität der Schutz- polizei angetan ist. Aus diesem Grunde hat er wohl auch später auf das Verlangen des Polizeipräsidenten einer nochmaligen Aenderung der Aufstellung daraus hingewiesen, daß eine nochmalige Abänderung nicht angebracht sei. Nicht richtig ist es aber, daß die Polizeioffizicre stch renitent gezeigt hätten. Das wären keine pflichtmäßig handeln- den Beamten, die in solchen Situationen nicht auf bedenkliche Folgen hinweisen würden, das wären Mameluken, Kreaturen, das wären Achtgroschenjungs, wie Sie(nach links) sie nennen. Auf seiten der Polizei bestand die Absicht, sich mit den Führern der Gewerkschaften ins Einvernehmen zu setze», als einer der bedrohten Unterbeamten, der an der Kehle gepackt wurde, sich in der Ausübung seines Amtes behindert fühlte.(Erregte Zurufe links: Das ist ja nicht wahr! Das ist ja wieder gelogen!— Präsident Le inert: Herr Abg. Katz, haben Sie damit den Minister gemeint, dann rufe ich Sie zur Ordnung!— Abg. S ch o l e m: Natürlich hat er gelogen!— Ordnungsruf.) Da hat er das Seitengewehr gezogen und darin erblickten dann seine Kollegen das Signal zu energischem Vorgehen. Daß nicht mehr Verwundungen bei diesem großen Trupp von De- mcnstranten vorgekommen sind, ist ein klarer Beweis für das milde Vorgehen der Polizei. Ich will die Versammlung«- und Demonstrationsfreiheit nicht beschneiden, sie darf aber nicht gehen auf Kosten anderer, die zur parlomentarischen Vertretung der Bürgerschaft berufen sind. Bei der Maifeier sind nur aus Jena und Leipzig blutige Zusammenstöße gemeldet worden. In Sachsen wie in Preußen ist die Polizei eingesetzt worden gegen Unruhestiftungen, in Sachsen unter der Acgive eines unabhängigen Ministers, in Berlin unter der eines sozialdemokratischen Mi- nisters. Gerode Abg. Rabold als Mitglied der alten„Freiheit"- Redoktion sollte stch nicht gegen die Polizei aussprechen, denn die „F r e i h e i t"- R c d a k l i o n hat ja selbst einmal polizeilichen Schuh angefordert, als die Kommunisten sie zn stürmen drohten. Am 1. April richtete die„Rote Fahne" eine„Anfrage an Seoering", in der angefragt wurde, welche S ch u h v o r- kehrungen für die durchreisenden S o w j et o e r l r e- t e r getrosten worden seien. Räch Besprechungen zwischen den ver- schicdenen Behörden, lange vor dem Eintrcsscn der Sowjetdelegation in Deutschland, hatte Vollzeipräsident Richter diesen Schuh einem besonderen Kommando der von ihnen so angegriffenen Abteilung I, übertragen.(Schallende Heiterkeit.> 23 Kriminalbeamte begtcitelen die Delegation, beim Eintreffen auf dem Schlesischen Bahnhof befand sich ein starker Schutz dort vor.(Rufe links: War euch notwendig!— Heiterkeit.) Tschitschcrin und Lilwl- n o s f wurden im Hotel durch vier bis vor den Zimmer- türen postierte Beamte bewacht. Daraufhin hat die Delegation dem Minister für die„umfassenden glücklichen Maß- nahmen" ihren Dank ausgesprochen.(Heiterkeit.) Der 2. Mai sollte den Varieien und Gewerkschaften Anlaß geben, bei künftigen Demonstrationen Stauungen zu oermeiden. Der Bolizeipräsidenl wird sich bemühen, im Einvernehmen mit den Gewerkschaften dafür zu sorgen: aber auf deutschem Boden muß seder politischen Schuh genießen, ob er nun Russe oder Preuße ist.(Lebhafter Beifall bei den Soz. und den bürgerlichen Parteien.) Slbg. von Eyr.ern(D. Vp.) begründet den Antrag auf B e- sriedung der Stadtparlamente. Der Polizeipräsident ist unserer Meinung nach viel zu weit entgegengekommen. Es darf nicht in erster Linie auf die Demonstranten Rücksicht genommen werden und dann erst auf die übrigen Bürger.(Zustimmung rechts.) Die Massen dürfen nicht alle Augenblicke auf die Straßen getrieben werden. Das Haus vertagt sich. Freitag 12 Uhr: Weiterberatnng. Kursstände rentabler ist, Eisen aus hochwertigen Schwedenerzen zu erzeugen. Geschieht dies aber, so sind die Stillegunger. im Siegerländer Eisenerzbergbau mit Bestimmtheit zu erwarten. Schon die Vor- aänge bei der letzten, ähnlichen Krise haben gezeigt, daß man bei diesen Unternehmungen aus Berücksichtigung der Interessen der Allgemeinheit nicht rechnen darf. Es märe dringend erforderlich, die Preisbildung am Cisenerzmarkt besonders zu überwachen, damit nicht die Zlrbeiter die Folgen dieser ungesunden Preisbewegung zn tragen haben. Man sieht deutlich, wie das privatwirtschaftlich kapitalistische Interesse, das die vorzeitige Angleichung dcr Inlandpreise an die Weltmarktpreise, also an eine vom Kurs der Mark abhängig« Höhe, gefordert und durchgesetzt hat. schon bei verhältnismäßig geringen Kursschwantungen den eigenen kapitalistischen Betrieb gefährdet, Absatzstockung und-trisen unbedenklich hervorruft und damit die Gefahr dcr Arbeitslosigkeit erhöht. Die Schwierigkeit, mit den ge- steigerten Inlandpreisen auf dem Weltmarkt zu konkurrieren, hat auch den Inlandsmarkt beunruhigt. Kaufunlust— zumal die Konsumkraft aller Teile durch die Preiserhöhung geschwächt ist—, Geldknappheit und unsichere Börsenstimmung sind bereits sehr ernst zu nehmende Anzeichen Unter einer durch die sinnlose und übcrhetzte Preistreiberei selbst hervorgerufenen Absatzstockung bat aber in erster Linie die Arbeiterschaft zu leiden. Hotte die Preissteigerung ihre Lebens- Haltung beträchtlich hcrabgxmindcrt, so bringt Konjunkturrückgang dazu noch die Gefahr der Arbeitslosigkeit. In dieser andauernden Zermürbung unserer Volkstraft haben wir den schlimmsten Eingriff in die Vermögenssubstanz unseres Volkes. Die Arbeitstraft, der wertvollste Teil des Nationalvermögens, wird brachgelegt, ohne Plan und Ziel, ganz nach Willkür der Entwicklung des Warenmarktes. Auf die Dauer wird ein solcher Eingriff in die Vermögenssubstanz auch für dos Kapital empfindlicher sein als olle die Steuern, die ma» unter Berufung auf die angeblichen Nor- wendigkeiten der Vroduklion rücksichtslos bekämpft hat und die— ebenso wie die gebundene Wirtschast— die Entwicklung de» lln- Heils wenigstens lzätteii verzögern könne», bis dcr zerrüttete Welt- markt sich von den Krisenerscheinungen der?iachkriegszeit erholt hat. x___ Erfreuliche Minderung der haldenbeständ«. Die Haldenbestände de» Rudrgebiets an Kohlen. Koks und Briketts zeigten in den letzten Monaten infolge von Verkehrsschwicrigteiten und infolge des Mangels an ungelernten Arbeitern für das Verladen eine un- gewöhnliche Höhe. Sie bewegten sich um l'A Millionen Tonnen. Nachdem jetzt die Wagengestellung der Eisenbahnen und die Schisiahrtsoerhältnisse sich gebessert haben, hat sich allein in der letzten Woche der Kohlenvorrat des Ruhrgebiete» um 178588 auf i) 237_3S9,.K0WW..SistSÄpiSt- lia. Gewerkschaftsbewegung Der Proteststreik. Berfehlte Generalstreifhehe der Kommunisten. Termin erschienen war. Auf Antrag, die Strafe bon 800 m. au] erlassen, da das Nichterscheinen einem Versehen zuzuschreiben war, wurde dann die Strafe für den Zeugen auf 250 M. ermäßigt. Also: 10 M. Geldstrafe für Nichtachtung einer Verordnung zum Schuze der Gesellen und 250 M. für ein Versehen eines Arbeiters. Es lebe die Gerechtigkeit! Ein, musterhafter" Privatbetrieb. Die zum Lohnkartell gehörigen Gewerkschaften haben sich im Laufe des gestrigen Donnerstag zusammen mit Vertretern der Ber Den Gemeinden, die mit ihren durch den Krieg meist herunterliner Gewerkschaftskommission mit der Situation beschäftigt, die burch die planmäßige Generalstreitheße der Kommunisten ent- gewirtschafteten Betrieben in dieser Zeit der Geldentwertung ihre standen ist. Es wurde beschlossen, durch die Funktionäre mit schlimme Not haben, werden gewöhnlich die Betriebe privater UnterJa, das ist wahr: private allen Mitteln dahin zu wirken, daß keineswegs eine nehmer als" Muster" vorgehalten. Unternehmer verstehen es manchmal, troß allen SchwierigBerlängerung des Proteststreifs stattfinde und daß feiten noch einen ganz annehmbaren Profit herauszudrücken, auch in der Privatindustrie im Laufe des heutigen Freitags unbe- wo die Stadt nur mit Zuschüssen arbeiten kann. Wie es ge bingt die Arbeit wieder aufgenommen werde. macht wird, das sehen wir unter anderem auf einem etwas übel duftenden Erwerbsgebiet, bei den privaten Bedürfnisan= Stadt- und Bezirksverordnete Magistrats- u. Bezirksamtsmitglieder SPD. SPD. Groß- Berliner Parteinachrichten. Erscheinen der Genossen zu den Veranstaltungen stets erforderlicht 6. Kreis Kreuzberg. Elternbeiratswahlen. Alle Eltern, die gewillt find, fich als Elternbeirat an unserer gifte zu beteiligen, werden gebeten, ihre Adresse einzusenden an D. Müller, S. 29, Mittenwalder Straße 16. 3. Kreis Wedding. Sonnabend, den 6. Mai, 7 Uhr, Arafemann- Feier in der Schulaula, Grünthaler Str. 5. 12. Areis. Wohlfahrtsausschus: Sonnabend, den 6. Mai, 7 Uhr, im Lichterfelder Jugendheim, Albrechtstr. 13, Bortrag des Genofen Felgentren über Die Jugend im Recht". Heute, Freitag, den 5. mai: elternbeiräte nnd deren Stellvertreter, SPD., Berlin- Mitte. 7 Uhr Berfammlung im Bürgerheim, Alte Schönhauser Str. 23/24. Tagesordnung: 1. Die tommenden Elternbeiratswahlen. 2. Diskussion. Erscheinen sämtlicher Elternbeiräte ist unbedingt erforderlich. 34. bt. 318., 319., 320., 324., 325. und 327. Bezirk: 8 Uhr 8ufammenkunft bei Seese, Memeler Str. 63. Morgen, Sonnabend, den 6. Mai: 25. Abt. 7½ Uhr Gigung der Bezirksführer, Betriebsvertrauenstente und Elternbeiräte bei Lüneburg, Werneuchener Str. 1. 34. Abt. 7 Uhr in der Gemeindeschule Litauer Straße, Gigung fämtlicher Funktionäre und Elternbeiräte. Heute, den 5. Mai 1922, abends 6 Uhr, im Berliner Rathaus, 52. Abt. Charlottenburg. 8 Uhr Funktionärsizung im Lokal Bade, Raiserin Augusta- Allee 52. Breite Str. 3. Wichtige Tagesordnung. 119. Abt. Lichtenberg. 7½ Uhr bei Siece, Möllendorfstr. 43, Funktionärversammlung. Thema: Die Entwicklung Deutschlands zum Lapitalistischen Staat". Referent Dr. Sturm. Nur in wenigen Betrieben war es den Kommunisten gelungen, burch eine wüste Heze und Umgehung der geheimen Abstimmung Sympathiestreitbeschlüsse zu erzielen. So bei der NAG., Oberschöneweide, der Frister A.-G., bei der AEG., Oberspree, den AgaWerken in Lichtenberg und auch bei Schwarzkopff, Scheringstraße. In der Betriebsversammíung der NAG. soll, wie uns berichtet wird, der kommunistische Redner behauptet haben, daß die Arbeiterschaft absichtlich darüber getäuscht worden sei, daß bei dem Zufammenstoß vor dem Rathause mehrere Proletarier getötet und Stadtverordnetenfißungsfaal: Versammlung fämtlicher Stadtverordmehr als zwanzig schwer verwundet in die Krankenhäuser einge- neten, Bezirksverordneten, der Magistrats- und Bezirksamtsmit- 73. Abt. Schmargendorf. Pünktlich 7½ Uhr Funktionärsizung bei Bringmann, liefert worden seien. Die„ Rote Fahne" hat es bis heute noch glieder. Tagesordnung:„ Siedlungs- und Wohnungsfragen". unterlassen, die Namen der angeblich Getöteten mitzuteilen. Wäre Referent: Stadtrat Wuhty. fie ehrlich genug zu berichten, daß es keinen einzigen Toten bei der unglücklichen Demonstration vor dem Rathause gegeben hat, würde ber von ihr gewünschten Aktion von vornherein viel von ihrer Triebkraft genommen. Die Arbeiterschaft hat gar kein Interesse daran, daß die tatsächlichen Vorkommnisse irgendwie in ihrer Bedeutung verkleinert werden. Sie hat aber zu verlangen, daß wahrheitsgemäß berichtet und nicht mit Lügen nach richten gearbeitet wird, die nur dazu dienen sollen, den Boden für die doch wirklich hinlänglich bekannten kommunistischen Aktionen zu schaffen, deren Opfer noch stets die Arbeiter gewesen sind, die töricht genug waren, sich an ihnen zu beteiligen. Trotzdem bereits gestern vormittag bekannt war, daß die Technische Nothilfe nicht eingesetzt war, weil die Notstandsarbeiten in ben städtischen Betrieben in ausreichender Weise durch die Arbeiterschaft selbst ausgeführt wurden, denkt die„ Rote Fahne" aus dem felben Grunde durchaus nicht daran, auch hier der Wahrheit die Ehre zu geben. = Die Mitglieder des Bezirksvorstandes nehmen an der Verfammlung teil und sind hiermit eingeladen. Bezirkssetretariat. stalten, die es in Berlin noch gibt. Die meisten der auf Straßen und Pläzen errichteten Klosetthäuschen sind längst in eigenem Betrieb der Stadt Berlin, die sie dem früheren Unternehmer Broß abgenommen hat, manche aber werden noch jetzt von seinem Sohn betrieben, hauptsächlich die im Tiergarten gelegenen. Die von der Tiergartenverwaltung an Broz jun. verpachteten An= stalten haben zum Teil noch das hygienisch mangelhafte Tonnensystem ohne Wasserspülung, und es herrschen in ihnen bezüglich der Arbeitszeit und Entlohnung der Angestellten die schlimmsten Zustände, die man taum noch für möglich halten sollte. Obwohl in den meisten dieser Anstalten der Achtstundentag sehr erheblich, in den helleren Sommermonaten um Infolge des Proteststreits der Gemeindearbeiter waren die mehrere Stunden, überschritten wird, erhalten die dort meisten Berliner Betriebe stromlos. Das führte auch zur Ver- beschäftigten Frauen noch jetzt einen handlung zwischen Betriebsrat und Direktion der Deutschen Tagelohn von nur 7 Mart, Nieles- Werke" und" Riebe- Werke, Berlin- Weißen- wohlgemerft: fieben Mart Tage lohn, nicht etwa Stundenlohn! fee". Trotzdem diese Firmen eine eigene Kraftzentrale Der Unternehmer, der in guten Vermögensverhältnissen leben soll, besigen und viele Handarbeiter auch ohne Strom arbeiten fonnten, bietet den Frauen diese jammervolle Entlohnung, weil verfügte die Direktion die Aussperrung aller Arbeiter er glaubt, sie auf die Nebeneinnahmen aus Trinkgeldern für diesen Tag. Der Betriebsrat protestierte dagegen und forderte, verweisen zu können. Diese Einnahmequelle fließt aber nur spärlich, daß die Kraftzentrale instand gesetzt werde und sämtliche Arbeiter, so daß der Gesamtbetrag von Arbeitslohn und Trinkgeldern, wenn für die die Möglichkeit zur Arbeit gegeben war, arbeiten sollen. er auch zum Sterben zu viel sein mag, doch zum Leben Der verhandlungführende Generaldirektor empfing den Bezu wenig ist. * riebsrat auf der Treppe des Verwaltungs= Mit einem so geschäftstüchtigen Mann fann die Gemeinde nicht gebäudes und erklärte kategorisch, daß ihm niemand etwas Schritt haften, die bei ihren Anstalten für einen hygienisch einwandzu sagen hätte, er werde den Betriebsrat raus freien Zustand sorgt, den Frauen bei achtstündiger Arbeitszeit einen schmeißen und verweigere ihm das Recht, den Maschinenraum Lohn in der jetzt üblichen Höhe zahlt und dann natürlich troz wieder zweds Nachprüfung der angeblichen Defekte zu betreten. Die Be- holter Gebührenordnung andauernd große 3uschüsse leiften muß. triebsräte seien doch nur Arbeiter" und nehmen sich allerlei Daß sie das tut, statt daß sie solche und ähnliche Geschäfte" dem Frechheiten heraus. Trotz der energischen Verwahrung des Be- privaten Unternehmertum zur Ausbeutung überließe, wird ihr von triebsrats gegen diese Verhandlungsweise erklärte Generaldirektor den bürgerlichen Parteien als" Mißwirtschaft" angetreidet. Bruns:„ Das ginge dem Betriebsrat einen Dred an." Da das Kraftwerk nicht in Gang gesetzt wurde, mußte die Arbeiterschaft nach Hause gehen. Dem Herrn Generaldirektor, der so ausgezeichnet die Generalstreikparole der Kommunisten befolgte und der auch die diktatorischen Methoden so liebt, wird sehr deutlich flargemacht werden müssen, wie er sich den rechtlichen Vertretern der Arbeiterschaft gegenüber zu benehmen hat. Arbeitsaufnahme in den Berliner Elektrizitätswerken. Die Belegschaften des Berliner Elektrizitätswertes und der ihm angefchloffenen Zweigstellen sind gestern abend um 6 Uhr fast vollzählig erschienen und haben die Arbeit wieder auf genommen. Die Lichtversorgung der Stadt ist wieder im Gange. Die Straßenbahner werden den Betrieb aller Boraussicht nach heute früh wieder aufnehmen. Gerechtigkeit muß sein! " Verbotener Plakataushang. Die Reichsgewerkschaft der Postbeamten bat au heute abend eine Versammlung nach der„ Neuen Welt" einberufen und hierzu durch Plakate eingeladen, das in allen Bostämtern Berlins ausgebängt werden sollte. Die Versammlung befaßt sich mit den Neuwahlen zu den Beamtenausschüssen. Durch Verfügung der Oberpoft direttion bom 4. Mai ist der Aushang des Plakats verboten worden. Ob der roten Farbe des Papiers oder wegen des Tertes, entzieht sich unserer Kenntnis. Die Oberpostdirektion sollte aber wissen, daß solche Ver bote lediglich dazu führen, erst recht auf die Versammlung aufmerksam zu machen. SPD.- Metallarbeiter. Freitag, 5 Uhr, in den Sophien- Sälen, Sophienstraße, Versammlung. Die Wahlen zum Gewerkschaftstongreß. Der Fraktionsvorstand. Deutscher Wertmeisterverband. 8 Uhr Mitgliederversammlung im Dresdener Garten, Dresdener Str. 45. Thema: Genua und Deutschland". Referent Dr. Walter Zechlin. Jugendveranstaltungen. Heute, Freitag, den 5. Mai: Eine Besprechung aller Ordner zum Maijugendtag findet heute abend um 18 Uhr im Jugendheim Lindenstr. 3, 2. Hof, 3 r., statt. Alle Abteilungen müssen die Dedner darauf aufmerksam machen. Keine Abteilung barf fehlen. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Die Spiele im Freien beginnen heute abend Uhr auf dem Egerzierplaz( Eisbahn). Die Spiele finden jeden Montag und Mitgliederversammlungen: 7 Blankenburg: Jugendheim Gemeindeschule Triftstraße. Brig: JugendCharlottenburg: Jugendheim Rosinenstr. 4. Moabit: heim Chauffeeftr. 48. Neukölln- Süd: Jugendheim Jugendheim Gemeindeschule Waldenserstr. 21. Nogatstr. 53. Nordosten: Jugendheim Gemeindeschule Heinersdorfer Str. 18. Weißensee: Schöneberg II: Jugendheim Comenius- Schule, Frankenstr. 10. Jugendheim Ledigenheim Woeldpromenade. 5. Kreis. Die Einführung aur Oper findet erst am Sonnabend, dea 13. Mai, statt. Vorträge, Vereine und Versammlungen. am Der Republikanische Jugendbund Schwarz- Rot- Gold" veranstaltet Freitag, den 5. Mai, 8 Uhr abends, eine öffentliche Versammlung in der Aula des Dorotheen städtischen Realgmnasiums( Dorotheenstr. 12). Redner: Abg. Nuschte:„ Die Republit als Trägerin der nationalen Ideen von heute"; Frau Abg. Dr. Wegscheider: Staatsbürgerliche Erziehung zur Republik". Jeder Republikaner ist herzlichst eingeladen! Bund religiöser Sozialisten Deutschlands, Ortsgruppe Berlin. Freitag, den 5. Mai, 6% Uhr, in der Aula des Realgymnasiums in Neukölln, Kaiser- Friedrich- Straße 208, Generalversammlung. Berein der Freidenter für Feuerbestattung. Bezirk Charlottenburg: Sonn abend, 7 Uhr Sindenburg- Realschule, Goethestr. 32, Mitgliederversammlung. Allgemeine Kranten- und Sterbelaffe der Metallarbeiter, V. a. G., Sam. burg. Mitgliederversammlung Sonnabend 8 Uhr im Restaurant Schneekoppe, Arndt, Ecke Noftizstraße. Arbeiter- Abstinenten- Bund, Ortsgruppe Berlin. Sonntag, den 7. Mai, Ausflug nach dem„ Großen Fenster". Treffpuntt 8 Uhr Bahnhof Grunewald. Sport. Mennen zu Karlshorst am Donnerstag, den 4. Mai. Verkehrs. streit und Kühle konnten die Turffreunde nicht an dem Besuch behindern, der sehr gut war. Weniger gut besetzt waren die Felder, zumal in den ersten Rennen. 1. Rennen 1. Erich G.( Ulbrich). 2. Teterinchen( Pezelf), 3. Ge heimtip( Borowski). Sot.: 18: 10, Blag: 12, 18, 15:10. Serner liefen: Infa, Gletscher, Fanal, Patella. 2. Rennen. 1. Glatteis( Graf Borke), 2. Biedermann II( Rutulies), 3. Rotbart( P. Lewidi). Toto: 16:10, Blag: 12, 16:10. Ferner lies: Bennewar. 3. Rennen. 1. Hagewald( Kutulies), 2. Birol( H. Lewidi), 3. Hoppy ( Mihan), Tot.: 25:10,.ab: 12, 15, 15 10. Ferner lief en: Adolar. Motan( gef.), Stazenjammer, Danae. 4. Rennen. 1. Heribert( Bismart), 2. Galant( Seutulies), 3. Sieg ( Sardel). Tot.: 32: 10, Blag: 19, 19: 10. Ferner lief: Györöt. 5. Rennen. 1. Menita( P. Lewicki), 2. Monitor( Lommazsch), 3. Teifi( Thalede). Tot.: 79: 10, Bla3: 22, 32, 15: 10. Ferner liefen: Poet, Rotgold, Briese, Erid, Narr, Landvogt( gef.), Faftor. 6. Rennen. 1. Algebra( Bismart), 2. Perseus( Kukulies), 3. Co riolan II( Sths). Tot.: 109: 10, Blat: 25, 26, 14: 10. Ferner liefen: Arkansas, Domidicus, Mardonius, St. Martin, Sirene, Fliegerheld. 7. Nennen. 1. Latl( Staudinger), 2. Chicaneur( Danet), 3. Esau ( Altmann). Tot.: 33: 10, Blag: 15, 20, 24: 10. Ferner liefen: Turmwart, Nosperga, Jessy, Charlatan, Esprit, Willana, Lametta, Mahardja, Mercedes. Arbeitersport. Während des Krieges ist für die Bäcker die Nachtarbeit, die Große Arbeiterentlaffungen in den Saargruben? Bei den Berg ben Bäckergesellen zum Baria machte, beseitigt worden. Dieses arbeitern der Saargruben hält sich hartnädig das Gerücht aufrecht, Nachtbackverbot wird jest, wenn auch nicht öffentlich, aufs daß die französische Bergverwaltung infolge des ständig fchärfite betämpft und nicht gehalten. Während des wachsenden Abjatmangels sich mit der Abficht trage, Krieges, als die Nachtarbeit verboten wurde, atmete die ganze mehrere tausend Bergarbeiter bereits in nächster Zeit Tuen und Sportverein Fichte", Berlin. Die Maifeier zugunsten ber Bäckerwelt auf und erklang die Losung: Die Nachtarbeit au entlaffen. Begreiflicherweise hat dieses Gerücht große barf nicht wieder kommen!" Eine Abstimmung der Erregung unter den Bergarbeitern des Saargebietes hervor- Hungernden in Sowjetrußland findet am Sonntag, den 7. Mai, nachmittags Gesellen und auch der Bäckermeister ergab fast die einstimmige felben von seiten der franzöfifchen Bergverwaltung nicht erfolgt Berantw. für den redatt. Teil: Franz Klühs. Berlin- Lichterfelbe; für An gerufen, das um so mehr, als bisher eine Berichtigung des 2hr, auf dem Turnplay in Treptow statt. Forderung:„ Die Nachtarbeit muß auch nach dem Kriege verboten ist. In den Verhandlungen über ein neues Lohnabkommen werden zeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Vorwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Dr. Borwärts- Buchdruckerei u. Berlaasanstalt Baul Singer u. Co. Berlin. Lindenstr. 3. die Organisationsvertreter Veranlassung nehmen, die Direktion der Hierzu 1 Beilage und Jugend- Vorwärts". Saargruben um Auskunft zu ersuchen, was an diesem Gerücht Wahres iſt. bleiben!" Aus Profitsucht wird nun hauptsächlich von den kleinen Bäckereiinhabern gegen das Nachtbadverbot berstoßen. Für die Großbetriebe verbietet sich dies von selbst, da die Gesellen in ihrer großen Mehrheit trop großer Arbeitslosigkeit es ablehnen, Die Aussperrung in der englischen Metallindustrie ist am wieder die Nachtarbeit zur Einführung zu bringen. Sie bringen Mittwoch in Kraft getreten, da der Nationalverband der Arbeitdeshalb derartige Verstöße gegen die Verordnung zur geber seinen Beschluß nicht rückgängig machte. Die Aussverrung Anzeige, da dieie unlauterer Konkurrenz entspringen und für sie umfaßt 47 Unionen mit 600000 Arbeitern. Die Versuche eine Bedrohung sind. Die Staatsanwaltschaft verfolgt dann die der Arbeitgeber, Arbeitswillige zu finden, haben bisher nur geringen Missetäter mit aller Wucht, wie nachfolgender Fall zeigt. Erfolg gehabt. Das von der Regierung eingesezte Schiedsgericht wird zufammentreten. Der Bäckermeister Hub, Koppenftr. 70, wird bei der Nachtarbeit in Gemeinschaft mit zwei Gefellen betroffen. Dieser Bäckermeister ist ein frommer Mann, der da beachtet den Grundsatz: Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat", und beschäftigt auch nur solche von diesem Geist durchdrungene Gesellen. Der Termin vor dem Amtsgericht bringt, fchließlich auch aus dieser Eigenschaft, eine Bestrafung von je 10 Mart wegen Verstoßes gegen das Nachtbadverbot und eine Bestrafung von 300 Mark für den Gefellen, der Verband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Heute, Freitag, 4% Uhr, allgemeine öffentliche Mitgliederversammlung. Das Arbeitsrecht in Gefahr. bie Anzeige erstattet hat, da er nicht rechtzeitig zum Referent Genosse Schröder. Starke Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Deutscher Transportarbeiterverband. Gettion V, Industriearbeiter: Gonn tag vormittag 9½ Uhr im großen Saale der Brauerei Friedrichshain, Sektionsmitgliederversammlung. Aufstellung der Delegierten zum Gewerkschaftstongreß. Stellungnahme zum neuen Lohnabkommen sowie zur Ründigung des Rahmenvertrages in der Metallindustrie. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Gruppe Chemikalien: Gruppenversammlung Sonnabend 5 Uhr in Wilkes Feſtsälen, Gebastianstr. 39. Bericht über die Tarifverhandlung vor dem Demo. Sehen Sie sich das große Mai- Programm bei„ Jieita" an! Sie staunen und lachen! M. SCHULMEISTER M.Schulmeister Merven Knaben Kleidung ser Tor KOTTBUSER TOR Herrenanzüge v. 1375-3500 M Herrenschlüpfer v.1450-3000 M. // Regenmäntel // für Herren- u.Damen- Bekleidung beste Fabrikate, große Auswahl, Verkauf meterweise Koch& Seeland. Stoffe TRAG SALAMANDER 1907 Die berühmte WELT MARKE für Kenner, in Ausführung. Passform, Preiswürdigkeit unerreicht Gertraudtenstraße 20-21. MARKE SALP AAAAAAA AR AMANDER m. H. Nr. 210 30. Jahrgang Heilage öes VorWarts 5reitag, Sen S. Ma! 1022 ?m öunklen Rathaus. Verhinderung einer Streikdebatte in der Stadtverordnetenversammlung. Rechts unö links»fingst vor der eigenen«tourage". Weiß einer ein Parlament, in dem es noch konfuser zu- geht als in der Berliner Stadtverordnetenversammlung? Die Radikalen von rechts wie die von links geben sich alle Mühe, das Rathaus immer mehr zu einem Komödienhaus werden Zu lassen. Gestern wurde, um die notwendige Ein- bringung des neuen Stadthaushaltplanes und auch die Er- lcdigung anderer dringender Beratungsgsgenstände zu er- möglichen, der Versuch gemacht, trotz Streik und Lichtmangel zu einer Sitzung zusammenzutreten. Aber vorerst verlangten die K o m m u n i st e n eine Abrechnung mit der Polizei wegen der Vorgänge am Dienstag, während die Deutschnationalen eine schleunige Kundgebung gegen den Proteststreik für nötig hielten. Den Kam- munisten wurde von rechts die Dringlichkeit ihres Wunsches bestritten, dagegen legten Unabhängige und Kommunisten sich eifrig ins Zeug für eine sofortige Beratung des Antrages der Deutschnationalen. Als dann aber Ernst gemacht werden soüte, fiel den Deutschnationalen das Herz in die Hosen, und sie selber bemühten sich um Hinauszöge- rung der vorher von ihnen als dringlich bezeichneten Sache. Diesem erheiternden Schauspiel folgte ein zweites, das noch amüsanter war. Unabhängige und Kommunisten blieben da- bei, daß man den Antrag der Deutschnationalen vorwegnehmen müsse. Ob das geschehen solle, darüber wurde auf Antrag der Unabhängigen namentlich abgestimmt. Und nun waren es die Unabhängigen u n d K o m m u n i st e n, die sich als Komödianten zeigten. Beide Fraktionen verließen den Saal, um Vefchlußunfähigkeit herbeizuführen. So wurde die sofortige Beratung von denen verhindert, die am lautesten nach ihr gerufen hatten. Wer will solche Leute noch ernst nehmen? « Der Proteststreik der städtischen Arbeiter und Angestellten hat seinen schwarzen Schatten auch ach die Donnerstagssitzung ge- warfen: Das Rathaus war ohne Licht! Beim Scheine von etwa 30 Kerzen wollte man gleichwohl, wie der Borstcher erklärte, den Versuch machen, von den 88 Punkten der Tagesordnung wenigstens diejenigen zu erledigen, die die dringendsten waren und am wenigsten Anlaß zu heftigen Auseinandersetzungen zu treten schienen. Von der Einbringung des Etats für 1922 durch den Kam- mcrcr war also schon jetzt nicht mehr die Rede. Wie üblich, begann es mit Dringlichkeitsanträgen. Von den Kommunisten wurde in einem solchen Antrag die Forderung erhoben, den für das Anrufen der Polizei verantwort- lichen städtischen Beamten zur Verantwortung zu ziehen. Der Widerspruch von rechts erzwang die Zurückstellung. Dann lies der folgende Dringlichteitsantrag der Deutschnationalen ein: .Städtische Arbeiter und Angestellte haben heute wieder einmal, trotzdem ihre Forderungen von der Mehrheit der Stadwerordneten- Versammlung durch Beschluß vom 2. Mai bewilligt worden sind, den Verkehr in Berlin lahmgelegt und dein wirtschasi- lichen Leben Berlins schwere Nachteile zugefügt. Aus mehreren Arbeitsstätten sind Arbeitswillige init Gewalt von der Arbeit weg- geholt worden. Es wird daher beantragt, den Magistrat zu er- suchen: I. sofort geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um durch eine geordnete Tätigkeit der städtischen Werke das Wirtschaftsleben Berlins vor einer Wiederholung derartiger Schädigungen ficherzu- stellen: 2. diejenigen städtischen Arbeiter und Angestellten, die den Streik inszeniert hoben, nicht wieder einzustellen bzw. fristlos zu entlassen und gegen die Teilnehmer des Streiks nicht bloß die Lohn- entziehung für die versäumte Arbeitszeit, sondern auch eine geeignete Maßregelung eintreten zu lassen." Gegen die Dringlichkeit dieses Antrages wurde auf keiner Seite Widerspruch erhoben. D i t t- mann(U. Soz.) beantragte, ihn sofort an erster Stelle zu be- raten. Dagegen wandte fich der Vor st eher mit der Androhung, die Sitzung sofort zu schließen, wenn sich lange Geschäftsordnunqs- dcbatten anknüpfen sollten, dann aber auch deswegen, weil der Antrag zu heftigen Auseinandersetzungen und unliebsamen Weite- rangen führen könnte. Zunächst müßten die dringendsten IRückstände aufgearbeitet werden, dann könnte zum Schluß I dieser Antrag herankommen. Die Deutsche Volkspartci trat dem Vorsteher durch Dr. N e u m a n n bei, ebenso unter dem Hohnge- lächter der Kommunisten der Antragsteller L ü d i ck e, desgleichen D o v e(Dem.), der aber nicht unterließ, auf diese Inkonsequenz der Urheber des Dringlichkcitsantkages hinzuweisen. Dittmonn be- harrte bei seinem Antrage und hielt den Deutschnationalen vor, daß sie nunmehr Komödie spielen zu wollen scheinen. Es könne vor Erledigung dieses Dringlichkeits- antrages überhaupt nichts verhandelt werden. Gegen die These des Vorstehers, daß die Versammlung als Verwaltungskörperschait Vcrwaltungsarbeit zu leisten habe, legte der Kommunist Dr. R o s e n- b e r g als gegen ein„Diktaturgelüst" des Vorstehers Protest ein. Dem Umstand, daß sofort von feiten der Demokraten der VerHand- lung des Antrages widersprochen sei, daß der Vorsteher diesen Widerspruch aber überhört habe, wurde kein Gewicht beigelegt. � Schließlich fand über den Antrag Dittmann namentliche Abstimmung statt, wobei die Kommunisten und die Unabhängigen den Saal verließen. Es wurden nur!l)ö Stimmen abgegeben— und schon gegen 6 Uhr mußte, wieder einmal wegen Beschluß- Unfähigkeit, die Sitzung abgebrochen werden. Die nächste Sitzung findet am Dienstag um 6 Uhr statt. Den Etat für 1922 wird der Kämmerer am nächsten Donnerstag einbringen. »Die Sünde wiöer das 6lut'. Beleidigungsklage Dr. Dinkers gegen das„Berliner Tageblatt". Vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte wurde am gestrigen Donnerstag die Beleidigungsklage des Verfassers der antisemitischen Schrift„Die Sünde wider das Blut", Artur Dinier, gegen den ver- antwortlichen Redakteur der Wochenausgobe des„Berliner Tage- batts", Dr. Leonhard Birnbaum, verhandelt.?n Nr. i5 dieses Blattes vom 5. November 1919 war unter der Spitzmarke:„Anti- semitismus als Geschäftsobjekt" eine Kritik des Dinterschen Buches erschienen, in der dem Verfasser vorgeworfen wurde, daß er in seinem Roman, der in Wirklichkeit eine Hetzschrift gegen das Judentum darstelle, das Kol Nidre-Gebct sowie Zitate aus dem Talmud und Schulchan Aruch in tendenziöser Weise gefälscht habe, daß er einen versteckten Kampf mit vergifteten Waffen führe und mit seinen antisemitischen Schriften sein Geschäft- chen machen wolle. Auf Grund dieser Behauptungen hatte Dr. Dinier die Beleidigungsklage erhoben. In der Verhandlung erklärte Dr. Birnbaum, Dinters Buch sei geeignet, den Rassenkampf in Deutsch- land im schlimmsten Maße anzufachen. Es beleidige die Ange- hörigen des jüdischen Stammes auf das schwerste, kränke sie in ihrer Ehre als deutsche Staatsbürger und ziehe sie durch den Schmutz. Der Kläger Dr. Dinter erwiderte hierauf, daß von einer jüdischen Zentrale aus, die aufzudecken ihm kürzlich gelungen sei, ein planmäßiges Kesseltreiben gegen ihn und die Führer der deutschvölkischen Bewegung eingesetzt habe. Die in seinem Buch aufgestellten Behauptungen über das Kol Nidre-Gebet und den Talmud feien keine Fälschungen, sondern objektiv erwiesene Wahr- heiten. Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Klee betonte demgegenüber, daß es keine jüdische Zentrale oder eine ähnliche Ein- richtung gebe, die Dr. Dinter verfolge, sondern daß dieser vielmehr in mittelalterlicher Roheit gegen 690 990 deutsche Staatsbürger kämpfe, die im Kriege ihr Deutschtum mehr als hinreichend be- wiesen hätten. Was die Frage der von Dinter verübten Fälschungen beträfe, so sei„Die Sünde wider das Blut" im großen und ganzen als eine einzige Fälschung zu bezeichnen. Ge- heimrat Strack, in ollen TalmudiFragen eine unbestrittene Auto- rität, habe in einem Gutachten über das Buch wörtlich gesagt:„Ich als evangelischer Christ würde mich nicht wundern, wenn jemand, der solche Angriffe gegen die christtiche Religion richten würde, als böswilliger Verleumder bezeichnet würde." Nach weiteren Ausfüh- rungen des Verteidigers Rechtsanwalt Cohn sowie des Rechts- beistands Dinters, Rechtsanwalt Dr. Bartelt, beschloß das Gericht, die Verhandlung zu vertagen und zum nächsten Termin Gutachten von Geheimrat König sowie von dem durch den Kläger als Sach- verständigen benannten Chefredakteur Dr. Bischoff-Leipzig einzu- fordern. karten, Kokain unö Morphium. Aus dem Leben eines Spielers. Durch unbesiegbare Spielleidenschast, durch Kokain- und M o r p h i u m g e n u ß hat sich der Kaufmann und Automobilhändlcr Hermann Lücke materiell und körperlich vollständig ruiniert. Cr stand wegen Verschiebung ihm nicht ge» hörender Automobile im Werte von vielen hunderttausend Mark unter der Anklage des Betrugs und der Unterschlagung. Lücke betrieb im Westen ein großes Automobilgeschäst, hatte einen umfangreichen Laden mit großen Schaufenstern, in welchem immer eine größere Zahl von Automobilen zur Schau gestellt wurde, die bei ihm von den Besitzern zur Verkaufsoermittlung eingestellt waren. Der Angeklagte nahm viel Geld ein, brachte aber die m ei st en Nächte am Spieltisch zu und verspielte alle seine nicht unbedeutenden Verdienste aus seiner Geschäftstätigkeit. Er hatte schon vom 14. Lebensiahre an dem Glücksspiel gefrönt und ist dann dem Spielteufel vollständig zum Opfer gefallen, so daß er schließlich nur noch an den Spieltisch dachte und Frau und Kinder immer mehr vernachlässigte, so daß die Fa- milie darben mußte. Obgleich er fortgesetzt Pech beim Spiele hatte, konnte er diese krankhaste Leidenschaft nicht mehr überwinden und es gingen viele, viele Tausende in den Wind. Er wurde dann auch Morphinist und Kokainschlucker und sein Nervensystem wurde so ruiniert, daß ihm ein Pfleger gestellt werden mußte. Vorher hat er noch den„großen Schlag" gemacht, der ihn nun auf die Anklagebank geführt hat. Er verkaufte sein Geschäft mitsamt den ihm nicht gehörigen prachtvollen Automobilen für 399 999 M. an zwei Kausleute,"entfloh mit dem Gclde nach Hamburg und hat dort die ganze Summe am Spieltisch verloren. Er ist zurzeit völlig apathisch. Während das eine Gutachten ihn zwar für stark minderwertig hält, aber nicht für geisteskrank im Sinne des Z öl StGB., gab Sanitätsrat Dr. Lahnsen der festen Ueber- zeugung Ausdruck, daß der Angeklagte nicht für sein« Tat verant- wortlich zu machen sei. Er wurde denn auch vom Schöffen- gericht freigesprochen. Daraus ergab sich auch die Frei. jprechung der beiden wegen Hehlerei angeklagten Kaufleute, denen die Rechtsanwälte Dr. Puppe und Dr. Klee zur SAte standen. Vie Jugenö für ö!e Republik. Die Arbeiterjugend ruft auf, für die Republik zu demonstrieren. Am 7. Mai wird die Arbeiterjugend Groß-Berlins in Potsdam ihren Jugend tag veranstalten. Am Sonntag wollen die Massen der arbeitenden Jugend durch Potsdams Straßen ziehen und über ihren Zügen werden rote und schwarzrotgoldene Fahnen wehen: sie will zum Ausdruck bringen, daß auch Jugend zur Republik steht, daß aus den Tiefen Kräfte wachsen, stark und freudig genug, dem neuen Staat zu dienen. Sie will als arbeitende Jugend ihren Willen zur hingebenden Mitarbeit am Wohl des Ganzen bekunden und beweisen, daß in den Herzen der jungen Generation unseres Volkes die Republik der Weimarer Ver- fassung lebt. In Potsdam, der Stadt des alten kaiserlichen Deutsch- lands, wird die Arbeiterjugend Berlins dieses Treubekenntnis zur Republik ablegen. Alle, die sich mit der Jugend, der Republik und der Arbeiterklasse verbunden fühlen, wüssen am Sonntag ihre Stimme mit erheben. Die Linicnumbenennungen bei der Straßenbahn. Die vielfachen Aenderungen in der Linienbezeichyung der Straßenbahnlinien durch Umlegung, Zusammenlegung oder auch Neueinrichtung sind vielfach von den Benutzern der Straßenbahn als eine Verkehrserschwerung kritisiert worden. Tatsächlich bezweckt die Direktion der Straßenbahn mit dieser Aenderung der Bezeichnung der Linien eine Vereinfachung und Erleichterung im Zurechtfinden. Sämtliche Straßenbahnlinien werden durch die Untnummerierung in bestimmte Gruppen zusammengefaßt, die sich nach der Wegstrecke und dem Ziele der Linien richten. Solche Linien, die sich nur durch Abweichungen in der Linienführung auf den End- strecken von einander unterscheiden, erhalten ähnliche Nummern, z. B. ist die Linie 79 in die Linie 178 verwandelt worden, weil sie mit der Linie 76 größtenteils gleichläuft. Ebenso sind andere Num- mern nach den Richtungen gewählt, wohin sie verkehren. Die Num- mern unter 19 sind Ringlinien, die Linien 11, 12 usw. bis 19 ver- kehren nach Moabit, die Linien mit Nummernbezcichnung in den Zwanzigern fahren nach dem Norden usw., so daß bei der Durch- führung der Umnunsmerierung schließlich die Möglichkeit einer leichten Orientierung geschaffen wird. 45] Die Macht der Lüge. Roman von Johann Böser. Am einen Tischende war für den Ehrengast eine Art Hoch- sitz gebildet, ihm zur Seite saß seine Frau, auf der anderen die Frau des Amtsrichters. Und wie Rorby über diese Tafel blickte,— all diesen hübschen Damen in den hellen Seiden- kleidern— diese hervorragenden Männer mit den steifen Hemdbrüsten— da muhte er sich zu seiner Frau wenden und flüstern:„Es ist ja hier genau wie auf unserer silbernen Hochzeit!" Während der Suppe geriet Einar in eine politische Dis- kussion mit einem Reichstagsabgeordneten ihm gegenüber. Mehrere mischten sich hinein, und Einar wurde hitzig. Aber plötzlich war es, als ob ein Unsichtbarer ihm einen Nasenstüber versetzte, und eine inere Stimme rief ihm zu:„Ja, Einar, urteile du nur streng über andere, du bist selbst ja solch ein Held!" Und mit einemmal senkte er den Kopf und schwieg, und fühlte, daß er rot wurde. Laura hatte wirklich den Forstkandidaten zum Tischherrn bekommen, und wenn er auch ihr neues Kleid noch nicht be- wundert hate, erschien ihr doch alles wie in einem wunder- baren goldenen Nebel, und sie träumte sich fast auf chrer eigenen Hochzeit. „Wenn das Essen zu Ende ist, müssen Sie mir etwas be- hilflich fein," sagte er zu ihr. „Wobei? fragte sie gespannt und bemühte sich, eine widerspenstige Locke aus der Stirn zu streichen. „Das erfahren Sie jetzt noch nicht, warten Sie nur ab." Als der Braten endlich kam, stand der Direktor der Bolls- Hochschule auf und schlug an sein Glas. Jetzt kam für Frau Thora der große Moment, und si> fühlte ihr Herz vor Freude und Stolz klopfen. Denn zwischen dem Direktor Heggen und Knut Norby waren so viele Streitig- leiten gewesen. Aber jetzt stand Heggen dort und sollte die Festrede auf seinen Widerpart halten. Und das war ihr Werk. Auch zwischen dem Direktor und dem alten Amts- klchter hate es viele Mißverständnisse gegeben. Aber jetzt hatte sie Heggen neben die Tochter des Amtsrichters gesetzt,— denn heute abend sollten sich alle gegenseitig finden und verstehen. „Ist es nicht ein stattlicher Mann?" flüsterte sie ihrem Tischherrn zu und blickte auf den Redner. Die Sonne war schon fast untergegangen, ihre letzten Strahlen spielten in den schönen Gläsern auf den Tischen und ließen die Tulpen in den großen Blumensträußen erglühen. Die Gabeln und Messer hörten cuf zu klappern und die Gesichter richteten sich auf den stattlichen Direktor. Seine Stime klang bewegt. Frau Thora hatte ibn nie so schön reden hören, wie jetzt, da er für seinen alten Gegner sprach. Er nannte dieses Fest ein Ereignis für die Gemeinde. In der einen Hand hielt er sein Glas, mit der anderen fuhr er sich durch seinen Bart und schaute durch seine Brille ins Weite. Die Sonne beleuchtete seine schöne Stirne. Dies sei ein Ereignis, denn noch nie habe er so völlig ver- schiedene Menschen zu einem gemeinsamen Zweck vereinigt ge- sehen, im gemeinsamen Drange, etwas Gutes zu tun. In unserem schönen Lande sei es immer noch so, daß die Menschen sich durch jeden Quark und Nichtsnutz entzweien ließen. Aber das Fest heute sei wie das Zeichen einer neuen Zeit. Wie Olaf von Stiklestad, glaubte er über das ganze Land zu sehen, mit seinen blauen Bergen und tiefen Fjorden, über Dorf, Stadt, in tausend Herzen,— und er sehe den Tag kommen, daß alle Menschen sonntäglich zusammenkämen, sich brüderlich vereinigten zum Kampf gegen alles Schlechte und sich vereinten, dem zu helfen, der Unrecht leide. Welcher Religion, welcher Partei wir auch angehören— in einem werden wir hinfort einig sein, daß das rein Menschliche über allem Zwist steht. Und wenn der Mensch Norby verfolgt wird und mit Schmutz beworfen, wie neulich, dann eilen wir herbei und schließen den Brudering um ihn und sagen:„Hier sind wir, deine Brüder und Schwestern, Knut Norby. Wir wollen dich reinwaschen. Hier sind wir!" Während dieser ergreifenden Rede war kaum ein Atemzug zu hören. Nur oben am Tische erklang ein leises Weinen. Es war Frau Heggen, sie weinte immer, wenn ihr Mann sprach. Immer mehr Gesichter wandten sich nach und nach von dem Redner auf die Ehrengäste. Frau Norby lächelte, die Augen voller Tränen. Aber Norby sah zu Boden und schüttelte bescheiden den Kopf, als wolle er sagen:»Nun aber Schluß, Hcggen!" Als endlich die Rede zu Ende war und man ausstand, um den Ehrengästen zuzutrinken, brüllte der Sägemüller:„Hoch soll'n sie leben, Norby und Fraul Hipp, hipp hurra!" Des Sägemüllers ausgelassene Stimmung riß alle mit und sie sangen und schrien hurra. Ingeborg hatte Tränen in den Augen. In ihr war eitel Freude, sie dachte daran zurück, wie geduldig der Vater jede Verfolgung ertragen hatte, sie dachte an ihre Gebete, und sah unwillkürlich nach oben:„Danke, mein Gott," dachte sie— „daß du mich erhörtest."— Und ihr war, als schwebten um die Häupter der Eltern eine Schar guter Geister. Jetzt blicktS sie die Mutter an. Beide hatten sie Tränen in den Augen und lächelten. Sie erinnerten sich der Nacht, als sie nach den Arbeiterumzügen auf Norby nicht wagten, sich zu Bett zu legen. Marit Norby war es, als spülten ihre Tränen allen schlimmen Argwohn ab, und das war eine so schöne Empfin- dung, daß sie immerfort lächeln mußte. Aber es wurde noch schlimmer, als nun Frau Thora von Lidarende sich erhob— nachdem die Gabeln und Messer eine Zeitlang wieder geklappert hatten— und die Rede auf sie hielt. Hier schlug ihr das Herz einer Frau und Mutter ent- gegen. Sie sprach von Martis Kampf, um ihren Mann in seinem Unglück aufrechtzuerhalten, während sie gleichzeitig bei dem todkranken Sohn wachen mußte. Das war eine Tat, eine weibliche Heldentat, wie sie selten bei Festen erwähnt wird, aber die so oft, so oft im stillen geschieht. Niemals hafte eine Frau so gut gesprochen. Da stand sie. so schlank und jung, trotz ihrer fünfundvierzig, so voller Feuer und Herzensgüte. Man mußte sich darüber wundern, daß diese Wärme sie nicht überwältigte und sie nicht in Weinen ausbrach. Sie lächelte die ganze Zeit, obwohl ihre Augen voller Tränen waren. Alle mußten zugeben, daß sie schön aussah,— in ihrem einfachen schwarzen Kleide mit dem kleinen weißen Spitzenkragen um den Hals. Kein Wunder, daß ihre Worte so von Herzen kamen, denn sie dachte die ganze Zeit an ihren eigenen Sohn, den kleinen Gunar von Lidarende, der jetzt mit Keuchhusten zu Bett lag. Das Prosten und Hurrarufen für Frau Norby war obren» betäubend, und Marit brach in lautes Schluchzen aus. Denn das war wahr, es war eine schlimme Zeit für sie gewesen.— Bei der Rede über seine Mutter und seine Krankheit wurde Einar mitgerissen, und bewegt erhob er sich, um mit seine» Eltern anzustoßen. Fortsetzung folgL) Hochofendurchbruch bei Duisburg. In dem bei Duisburg ge Wenn man seiner Fran untren wird...! ferdigung des treuen Genoffen findet am Freitag, den 5. Mai, nach| Sorgenfrei, Friedrichsruh, Karlsruh, Karlshöhe, Bellevue, Weiße Ein böses Abenteuer hat der Kassenbote S. erlebt, als er sich mittags 2% Uhr, in Stahnsdorf statt. nelfe, Pflanzerverein Dammed, Pflanzerverein Pappelweg, Rote eines Abends auf einer Bummelfahrt befand. Während zu Hause Ein Geistestranter im Adamskostüm erregte vorgestern abend Kreuz II, Heinrichslust, Alte Linde, Taborshöh, Transvaal, Wind seine Frau auf ihn wartete, saß der unternehmende Gatte gegen 10% Uhr in der Köthener Straße am Königin- Augusta- Ufer rose, Blumenfreunde, Treptowsruh I, Palmen- Weide. noch in einer Restauration in Lichtenberg, wo sich der Glasmacher großes Aufsehen. Er wurde zur Möckernwache gebracht und, nachErnst Rielges und dessen frühere Verlobte Marie Sirof zu ihm dem ein Arzt ihn für geistesfrank erklärt hatte, der Charité über- gibt in dem Anzeigenteil der heutigen Nummer den neuen GasGaspreis 4,30 m. Die Verwaltung der städtischen Gaswerke gefeilten. S. fand Gefallen an dem jungen hübschen Mädchen, das wiesen. Seine Persönlichkeit konnte bisher nicht festgestellt werden, preis und seinen Geltungsbereich bekannt. ihm von Rielges als deffen Schwester vorgestellt wurde. Schließ- da er jegliche Auskunft verweigert. lich ging das Mädchen mit dem lebenslustigen Manne in den nahegelegenen Part. Als sich tas Pärchen dort auf eine Bank niederLaubenkolonisten in Treptow. Wir sind in der Lage, unsere gelassen hatte, schlich sich Kielges plöglich von hinten heran und ver- Seitung nach folgenden Baubenfolonien in Treptow durch Botenfrau legenen Hochfelder Hüttenwerk erfolgte gestern ein Hochofendurchbruch, fette S. mit einem stumpfen Gegenstand einen Schlag vor den Kopf, zustellen zu lassen und bitten, evtl. Bestellungen telephonisch unter der von sieben Explosionen begleitet war. Die Arbeiter fonnten so daß er bewußtlos zu Boden fiel. Als er zur Besinnung fam, Anruf Morigplatz 11753/54 und 15195/97 oder schriftlich an unsere sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. stellte er fest, daß ihm seine Attentasche mit 2600 m. In Adresse gelangen zu lassen. Sternwarte, Kairo, Treptows Ruh III, halt fehlte. Kielges hatte sie an sich genommen und war mit dem Brandenburg Ruh, Kirkened, Gemütlichkeit, Alte Eiche, Junge Eiche, aber sehr unbeständig mit wiederbolten, im Süstengebiet vielfach starten, Mariechens Ruh, Waldidyll, Riesenfernrohr, Eintracht, Jägerheim, Better bis Sonnabend mittag: 8iemlich mild und zeitweise heiter, Mädchen entflohen. Beide standen nun wegen gemeinschaftlichen Straßenraubes vor dem Schwurgericht des Landgerichts III. Unter Morgenthau, Pfl.-B. Dammweg, Moorede, Immergrün, Solidarität. im Binnenlande schwächeren Regenfällen. Bersagung mildernder Umstände wurte Rielges zu g 5 Jahren Zuchthaus, die Sirot wegen einfacher Begünstigung zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt. Das unfehlbare System". " # Theater, Lichtspiele usw. Opernhaus Volkshiane Bor der zweiten Straffammer des Landgerichts III hatte sich der Kaufmann Heinrich Klebanski wegen Konkursvergehens, Schatzgräber Theater a. Bülowpl. fortgesetzten Betruges, unlauteren Wettbewerbes und gewerbs= mäßigen Glückspiels zu verantworten. Der Angeklagte 6 Uhr Zum 1. Male: 7 Uhr 72 Uhr: U.: Central- Th. 7% Mädels v. Davos Theater des Ostens Deutsch Opernhaus( Rose- Theater) 71/2 D.flieg.Holländ.: Brot und Arbeit Friedrich- Wilhelmst. Th. 8 U. Casanovas Sohn Intimes Theater Der Traum ein Leben: Die Peitsche und? DE Lauf doch nicht Lessing Th. immer nackt herum Klein. Schauspielh. Uhr: Faust, Uhr: Der keuSonnab. b Mtg. 7: Mad. Sans- Gêne sche Lebemann Lustspielhaus 3 Uhr: Werwolf fam aus Lyd als Flüchtling nach Berlin und besuchte hier Schauspielkaus häufig die Rennbahn. Er ist einer von denen, die ein un- Außer Abonnement fehlbares„ System" erfunden zu haben glauben, wie bei Rennwetten viel Geld zu verdienen sei. Deshalb mietete er ein Napoleon Lokal in der Frankfurter Straße, rührte die Reklametrommel und der Konzern war gebildet. Die Einzahlungen flossen gleich in so erheblichem Umfange, daß nach furzer Zeit ein luxuriöses Lotal Deutsch. Theat. Deut. Künstler- Th. Metropol- Theater in der Mohstraße gemietet werden fonnte. Troß der reichen Erfahrungen" erwies sich das" System" aber doch als Humbug und fo mußte nach drei Monaten schon Konkurs angemeldet werden. Das Gericht sprach den Angeklagten von der Anklage des Konfursvergehens frei und verurteilte ihn im übrigen zu 9 Monaten Gefängnis unter Anrechnung der Untersuchungshaft und 10 000 eldstrafe. 7: Cyrano von Heute: Geschlossen von Bergerac wissen... Bergerac 5bd 7: Zum 1. Male 7%, Uhr: Bajadere Sbd.: Cyrano Mas an kann nie Neues Operett.- Th. Kammerspiele st. bis Mont. 7: Neues Th. am Zoo Kom. y Bern. Shaw 8 Uhr: Lady Chie 8: Das Paketboot Man kann nie wissen Tenacity Meister Sonnab. 7: Der Gr.Schauspielh. ( Karlstraße) 72: Sbd 7½ Judith des 8 Uhr: Tanzabend Residenz- Th. Zahrah Alexiewa Tägl. 7 Uhr: Neues Volkstheater TU. Reuchler Schiller- Th. Charl. Eine Frau ohne Bedeutung. Ber Hochtourist Uhr: Irene Triesch, Korff, Thalia- Theater von und zu.. Die wunderlich. Bertens, Sandrock 7: Die Herren Trianon- Th. Th. a. Nollendorfpl. 吾 Spielplan vom 5. 5. 11. 5. 22 Näheres Anschlagsäulen UFA- PALAST AM ZOO Dr. Mabuse, TAUENTZIEN- P. der Spieler. 1. Das Welb des Pharao KURFÜRSTEND. NOLLEND- PL.4 FRIEDRICHSTR. Komische Oper 73/4 Dir.: James Klein 734 Der Sensationserfely Berlins! Der Meister v.Montmartre! In den Hauptrollen: Dr. Waldemar Staegemann, Margit Sucky Balzer Lichtenstein, Else Müller, Herbert Kiper, Fritz Steidl. Vorverkauf ununterbrochen!!! Etablissement Felis Caprice Café 348 u pers. Regie v. Zielka Dir. Ant Herrntelo Nachtdienst Friedrichstr. 59-60 v. A. u. D Herrnteid Ecke Leipziger Str. Mandelbaums Großes SCHONEBERG Mai- Programm HAUPTSTR. 49 Kaiserin Elizabeth von Oesterreich MOZARTSAAL Ueberfälle und nächtliche Unsicherheit. In der vorvergangenen Nacht gegen 1½ Uhr wurde der 31 Jahre alte Werkzeugmeister Franz Fahren= länder, seine Ehefrau Gertrud, der 32 Jahre alte Judith Wertmeister Walter Steffen und dessen 28jährige Ehefrau Hedwig an der Ecke der Beussel- und 3winglistraße in Moabit von 6 ihnen unbekannten Männern überfallen und mißhandelt. Der 21 Jahre alte Expedient Ernst Richter wurde in der letzten Nacht gegen 14 Uhr an der Kreuzung der Schönwalder und Reinickendorfer Kreislertzer Straße von mehreren Männern überfallen und seiner Brief= tasche, die 400 m. enthielt, beraubt. Um Mitternacht wurde ber 28 Jahre alte Dr. Ludwig Lahn auf dem Weg zu seiner Woh nung in der Friedrich Karl Straße in Wannsee und Komödienhans Junkermann, Albers Uhr: Gelbstern ALEXANDERPL der Großen Seestraße von 3 Männern überfallen und unter BeGeschichten Kapellmeisters 1. d. Königgrätzer Str. tügl.& Uhr drohungen seiner Brieftasche, 450 m. enthaltend, beraubt. Boli. BU.:,,Greteken" zeiliche Hilfe war in allen drei Fällen nicht zur Stelle und auch nicht zu erreichen. Gläßner, Roberts. 73/4 Anni Kliemchen Henry Lorenzen Rema Jung Kurt Roda Hedda Herrnfeld Martin Löwe Täglich 7 Uhr: Verliebte Lente KAMMER- LICHT Irene Schachmeister Moral U.: Theater d. Westens 7%, U. Zarewitsch Alexej von Ludwig Thoma Theater in d.Kommandant. Str. Burg, Limburg 8 Falkenst, Mamelok. Der Tod eines alten Parteigenoffen und Gewerkschaftlers wird SCALA Russ.- Deutsch- Th uns aus Charlottenburg gemeldet, moselbst unser Genosse Maler Albert Lange im 68. Lebensjahre verstorben ist. In den früheren, besonders in den 90er Jahren war Albert Lange ein tatkräftiges Mitglied der Partei. Auch der Malerbewegung hat er hochgeholfen. Noch bei ter letzten Stadtverordnetenwahl schleppte er sich zum Wahllokal, um für unsere Partei seine Stimme in die Wagschale zu werfen. Ehre seinem Andenken! Die Be. Tägi 8 Uhr Internationales D.blaue Vogel, Varieté Nollendorf 1613 Sonnt.3.30 zu halb. Anfang 8 Preis.d.voileProVorstellung allabendl. Wallner- Theater 7% U.: Die beiden Nachtigallen Walhalla- Theater 72 U.: Gasthaus zur Liebe BRIEN Varieté- Spielplan Uhr Rauchen gestattet! Fridericus Rex I. u. II. Teil Jugendliche haben Zutritt. Fettino Alice Basener Fatima Ballett EgonMolkow mit Erna Gageike Hochzeitsreise" v. A. u. D. Herrnteld MetropolVarieté Behrenstr. 54 8 Uhr: Internat. Varieté Lothringer Str. 37. Tgl. 73/4 Circus Casino- Theater Busch Der neue Schlageri Circus- tell: 744 Uer Neffe aus Afrika Man.- Schaust.: 8 Sonnt. auch 3 Uhr Heute Freitag! Szeny wird ans Martergerüst geschmiedet durch Schlossermeister Färber.Neukölln, Rosenstr. 12. Dress. Wunderaffen Manege- Schlager Ueber'n großen Teich Potsdamer Str.3% Der Halunkengeiger mit Hans Mierendorfi Turmstr. 12 Der Strom mit Grete Freund Friedenau, Rheinsir. 14 Fridericus Rex 1. Teil Alexand- Pl.- Pass. Fridericus Rex II. Teil nferate im Borwärts Programm fichern Erfolg! Vorher vollständig neuer Teil u. a. Singspiel Letzt.Rose Volkstüml. Preise! Stg. 31: Tante Bella Reichshallen.Th. Allabendl. 72 Uhr: Stettiner Sänger „ Piepers Diele" DonhoffBretti Anf. 71V. Theater a.Kottb. Tor Altabdl.71 Sonntags nachm.3U. Elite- Säng. U. a. ,, Fantasie L Ratsweinkeller" Der Schipper" 1- Ankauf Königstor Neue Königst.87 etall zahlt Tagespreise f. Messing, Kupfer, Blei, Zink ete. Suche zur Selbstverwertung Edelſteine u. Edelmetalle zu höchst. Preisen Die Flacht vor Nachmittags- rabrennen Rukleben G.Schliephacke dem Leben WEINBERGSW. Der Salunkengelger HASENHEIDE 28 Der Strom Vorstellungen heute nachm. 22 Uhr 8 Rennen:: Preise 215 000 Mark Juwelier Friedrichstraße 210 Ecke Rochstr. eltower Kreisschiffahrt Zinn Gold-, Silber- Bruch ZurBaumblüteach Werder Quecksilber usw. [* täglich ab Berlin, Schiffbauerdamm( hinter dem Blei, Kupfer, Platin Reichstagseebäude) 8.00 vorm., ab Charlottenburg, an der Schloßbrücke 8.45, ab Spandau, tauft z. Engrospreise Lindenufer 9.45, sowie aus dem Teltowkanall sämtlichen Zwischenstationen. ab Neukölln, Kaiser- Friedrich- Straße 8.30 und Scharnow, Lange, Str.35 am Schlesischen Bahnhof Die Baumblüte in Werder a. H. in voller Pracht Sonderzüge und fahrplanmäßige Züge ab Potsdamer Bahnhof Dampfer- Verbindung ab Jannowitz- Brücke. Was geschieht zur systematischen Bekämpfung der Rachitis? Stirn unbeachtet bleibt:„ Die Schutzbestrahlung gegen Rachitis sollte so allgemein eingeführt werden wie die Schutzimpfung gegen die Pocken. Jedes Kind, gleich ob bereits Zeichen von Rachitis an ihm wahrnehmbar sind oder nicht, sollte in seinem ersten Lebensjahr wenigstens einen Monat lang einer Bestrahlungskur unterworfen werden. Geschieht das, so haben wir jetzt Aussicht, die Rachitis als Volksseuche überhaupt verschwinden zu sehen. Rachitis darf jetzt in einem geordneten Gemeinwesen überhaupt nicht mehr vorkommen. Eine neue Errungenschaft deutscher medizinischer Forschung: Rachitis| Eine Unterlassungssünde würde vorliegen, wenn Dr. Huldschinskys Forderung ( englische Krankheit) ist jetzt sicher heilbar! Rachitis ist eine derart verbreitete Krankheit daß was häufig unbekannt fast jedes Kind in Mitteleuropa im ersten Lebensjahre eine rachitische Erkrankung durchmacht. Rachitis bedroht 11e Kinder vom 1. bis 6. Lebensjahre, gleichviel ob arm, aob reich, gut oder schlecht ernährt, auf dem Lande wie in der Stadt. Die Wirkung der bisherigen Behandlungsmethoden war meist langwierig und konnte daher oft eine Verkrüppelung nicht mehr verhüten. Im Grunde hatte die Forschung des Jahrzehnts keinen praktischen Fortschritt gebracht Erst 1919 gelang es in Professor Biesalskis Oskar- Helene- Heim für Heilung gebrechlicher Kinder zu Berlin- Dahlem dem Assistenten der Anstalt, Dr. K. Huldschinsky, den Nachweis zu erbringen, daß die rationelle Anwendung der neuen, sogenannten UltraviolettTherapie, d. h. Bestrahlung mit Künstlicher Höhensonne Original Hanau-", als ein neues sicheres Heilmittel gegen die Rachitis anzusehen ist, das in jedem Falle die Krankheit in kürzester Zeit zum Stillstand und zur Abheilung bringt. Die aufsehenerregenden, vielen Aerzten noch unbekannten medizinischen Untersuchungen von Dr. Huldschinsky sollten von allen Angehörigen bezogen und dem behandelnden Arzt vorgelegt werden.( Preis M. 2,50, siehe unten.) Ausblicke der neuen Entdeckung: Da es möglich ist, im Monat 192 Kinder und im Jahre weit über 1000 Rachitiker mit einem einzigen Apparat zu heilen und jeder nur einen Monat hindurch vorbeugend bestrahlte Säugling vor späterer rachitischer Erkrankung geschützt ist, so sollten alle Eltern, Stadtverordnete, Volksfreunde, Betriebsräte darauf dringen, daß alle Kinder im ersten Lebensjahre systematisch einer Bestrahlungskur zugeführt werden. Jede Fabrik, jede Gemeinde, jede Krankenkasse kann die relativ geringen Kosten für Einrichtung eines ärztlich geleiteten Bestrahlungsinstituts ohne Schwierigkeit aufbringen. Verlangen Sie zur Begründung von Anträgen das Rachitis- Merkblatt für Mütter und Pflegerinnen" kostenlos! Hinterhaupt Grosse Schädelläcke Kleine Schädellücke Die normalen( also nicht rachitischen) Schädellücken des Säuglings von oben geschen. Die große, viereckige llegt über der Stirn, die kleine, dreieckige am Hinterkopt. Bei beginnender Rachitls kann man nun zu beiden Seiten und hinter der dreieckigen Schädellücke eine ungewöhnliche Weichheit des Schädelknochens finden. Jede Mutter und Pfiegerin so I von Zeit zu Zeit danach suchen. Die Stellen fühlen sich an wie ein Zelluloidball oder ein Gummiball, je nach der Schwere der Erkrankung. Künstliche Höhensonne Original Hanau" sind für Aerzte oder Kliniken bestimmte Apparate zur Erzeugung unsichtbarer ultravioletter Strahlen, des Hauptheilfaktors der Hochgebirgskuren. Ein Verkauf an Private findet nicht statt. Selbstbehandlung ohne ärztliche Vorschrift ist gefährlich und ausgeschlossen. Ueber 18000 Aerzte, Universitätskliniken und-institute behandeln seit Jahren mit Künstlicher Höhensonne- Original Hanau. Die Bestrahlung beschleunigt und verstärkt die Wirkung vieler Medikamente und anderer Behandlungsmethoden; sie bringt Heilung auf überaus zahlreichen Krankheitsgebieten fragen Sie Ihren Arzt namentlich auch bei Skrofulose, Knochentuberkulose und Tuberkuloseverdacht. Eine gemeinverständliche Darstellung der Wirkung und Anwendungsgebiete liefern nachstehende Buchwerke: Die UltraviolettTherapie der Rachitis. Von Dr. med. Huldschinsky, geb. M. 2,50. " Sonne als Heilmittel." Von Dr. med. F. Thedering, geb. M. 6,60. Skrofulose, ihre Ursachen, Bedeutung und Heilung." Von Dr. med. F. Thedering, geb. M.2,10-„ Die Bedeutung der verschiedenartigen Strahlen für die Diagnose und Behandlung der Tuberkulose." Von Dr. R. Gassul vom Berliner Universitätsinstitut für Krebsforschung.( Mit dem Robert- Koch- Preis für TuberkuloseForschung gekrönte Monographie) geh. M. 18,00.- ,, Licht heilt! Licht schützt vor Krankheit." Von San.- Rat Dr. Breiger, geh. M.3,00. Wie heilt Tuberkulose?" Von San.- Rat Dr. Breiger, geh. M. 1,50.- ,, Gebi den Kindern Sonne", ein Mahnwort an Mütter von Oberarzt Dr. Klare, geh. M. 1,50. ,, Die Lichtbehandlung des Haarausfalles." Von Dr. F. Nagelschmidt, kart. M. 24, Der Feind nach dem Kriege! Unsere größte Gefahr, die Tuberkulose." Von Hippolyt Meles. geh. M. 2,00. Versand nur gegen Nachnahme. Sollux Verlag, Hanau, Postfach 577. 95 Vorführung der Apparate in den Niederlassungen der Allgemeinen Elektricitäts- Gesellschaft( AEG). m