Nr. 212 39.Jahrgang Ausgabe A nr. 106 Bezugspreis: Bierteljährl.105.- M., monatl35,-. frei ins Haus, voraus zahlbar. Postbezug: Monatlich 35.-M., einschl. Zu ftellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- u. Memel gebiet, sowie Oesterreich u. Luremburg 69.-M., für das übrige Ausland 87, M. Voftbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Efthland, Finnland, Frankreich Holland, Lettland. Luxemburg, Defterreich. Schweden, Schweiz, Tschecho. Slowakei und Ungarn. Der„ Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Zeit", der Unter haltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonn tags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Morgen- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 1 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillegeile toftet 16,- M.- Reflamezeile 80,- M. Bleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 4. M.( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 3, M. 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Barthou hat heute Lloyd George drahtlich ersucht, sofort nach seiner Ankunft in Genua eine Besprechung zu veranstalten. Anfang nächster Woche soll die Bollkonferenz die nun fertiggestellten Beschlüsse der Wirtschaftskommiffion bestätigen. Hinter den Kulissen sucht Herr Benesch zwischen Frankreich und Belgien einerseits und England andererseits zu ver mitteln, aber noch ohne Aussicht auf Erfolg, weil England auf dem jezigen Memorandum an Rußland beharrt. England mill Einigung mit den Russen und soll ihnen inoffiziell bei Annahme des Memorandums die rechtliche Anerkennung in Aussicht gestellt haben. Uns scheint, daß das noch nicht alles ist, was man versprochenhat. Zur allgemeinen Ver wunderung reist nämlich heute abend ein Teil der russischen Delegation vorübergehend nach Berlin, um sich dort mit Vertretern der Sowjetregierung, die mit neuen Instruktionen von Moskau versehen sind, das Memorandum zu besprechen. Diese Reise erscheint um so auffälliger, als man von russischer Seite das Memorandum inoffiziell ablehnt. 7 Macht Lloyd George Ernst? Paris, 5. Mai.( WIB.) Der Sonderberichterstatter des Intransigeant" in Genua will von einem englischen Beamten namens Noblehall, der die Beziehungen zur Presse aufrecht erhält, wörtlich gehört haben: Lloyd George ift entschloffen, Frankreich wählen zu laffen zwischen der Freundschaft Belgiens und der Freundschaft Großbritanniens. Wenn Frankreich an der Seite Belgiens bleibe, und wenn Belgien durch seine Halsstarrigkeit die ruffifchen Verhandlungen zum Scheitern bringe, werde von dem Plane Bladetts nicht mehr gesprochen werden, und jeder werde jeine Kriegsschulden zahlen. Der Berichterstatter fügt hinzu, er habe Nobelhall mitgeteilt, daß er diese Erklärung verbreiten werde. Noblehall ist nicht Lloyd George, und wenn Frankreich wirklich zur Zahlung seiner Schulden gezwungen werden sollte, dann wird es bei seinem gegenwärtigen Geisteszustande aus uns noch mehr herauspressen wollen; will es wirklich Frieden, dann freilich müßte die Möglichkeit, zur Zahlung gezwungen zu werden, ihm eine verständige Politit nahelegen. Borläufig aber wird aus Paris gemeldet: Der Vorsitzende des Kammerausschusses für auswärtige Angelegenheiten, Lengues, hatte eine Unterredung mit Ministerpräsident Poincaré und vertrat nach dem„ Temps" den Stand punkt, daß eine feste Politik für Frankreich notwendig sei. Das gleiche Blatt will wiffen, daß die Unterredung ein volles Einverständnis mit der Regierung ergeben habe, und daß der Kammerausschuß die Aktion des Ministeriums unterstützen wolle. Valutafrage minderwichtig! Vorwärts- Verlag 6.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Berlag. Expedition und Inieraten. Abteilung Morisplay 11753-54 Der Ursprung des Konflikts. Bon Stadtrat Schüning. Der Berfaffer dieses Auffages war befanntlich Mitglied der USP. und als solches zum Stadfrat gewählt worden. Er hat sich aber später mit seinem Rollegen Brühl unter schärfstem Protest gegen die Demagogie der unababhängigen Stadtverordnetenfraktion von der USP. getrennt und seinen Eintritt in die Sozialdemokratische Bartei angemeldet. Red. d. Vorwärts". Genua, 5. Mai.( WTB.) Dem Unterausschuß der Wirtschaftsfommission lagen die Vorschläge des Ausschusses für die Fragen der Arbeit, insbesondere die deutschen Anregungen zur Be. stellte sich die Kommission auf den Boden der Borschläge des Ausfämpfung der Arbeitslosigkeit vor. Im allgemeinen schuffes, schwächte sie aber in einigen Bunften nicht unwesentlich ab. Die jüngsten Ereignisse zwingen zu der Frage, warum So hatte der Ausschuß empfohlen, daß die einzelnen Staaten an der internationalen Untersuchung über die Arbeitslosigkeit mitwirten und die Regelung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse der städtiBaluta entwidlung auf den Arbeitsmarkt der einzelnen gen zeitigt, wie wir sie in der letzten Zeit wieder erleben dabei entsprechend den deutschen Vorschlägen den Rückwirkungen der fchen Arbeiter und Angestellten Begleiterscheinun Länder besondere Aufmerksamkeit widmen sollen. mußten. Nun beantragte der Borsigende Colrat Frankreich, den letzt- Was die Lohnverhältnisse anbelangt, so find diese durchgenannten Bunft zu streichen, da in bem Hinweis auf die weg ungünstiger als in Privatbetrieben. Die Berechtigung, Balutarüdwirkungen eine Beschränkung( 1) der Untersuchung höhere Löhne zu erhalten, muß unter allen Umständen anerliege. Dr. Weigert. Deutschland beantragte, es bei der Fassung fannt werden. Wenn die städtischen Körperschaften trotzdem der Borschläge zu belassen. Eine Beschränkung der Untersuchung nicht in der Lage find, die gestellten Forderungen restlos zu nicht in der Lage sind, die gestellten Forderungen restlos zu liege nicht vor, denn es werde ja nicht die ausschließliche, sondern bewilligen, so hat das seine Ursache in der finanziellen nur die besondere Aufmerksamkeit auf die Rückwirkung der Leistungsfähigkeit der Kommune. Baluten empfohlen. Dies sei berechtigt, denn, wie sich aus der Das Privattapital wälzt höhere Produktionskosten ref deutschen Denkschrift zur Erwerbslosigkeit ergäbe, sei die Balutafrage und rücksichtslos auf die Konsumenten ab. Die Gemeinde fann auch das Zentralproblem für die Heilung der Weltarbeits- das nicht fun. Ihre Einnahmen sind durch das Reich eng losigkeit. Gerade diese Zusammenhänge seien bei den bisherigen begrenzt. Höhere Ausgaben bedingen höhere Einnahmen. Das untersuchungen noch verhältnismäßig wenig berücksichtigt worden und es sei, wenn die Lage der arbeitenden Klassen gebessert werden solle, unvermeidlich, das jetzt nachzuholen. Die Mehrheit der Kommiffion stellte sich jedoch auf den Standpunkt, es genüge eine allgemeine Untersuchung über die Arbeitslosigkeit der Belt an Buempfehlen, da eine solche auch das Balutaproblem in gebührender Weise berücksichtigen werde. Es wurde demgemäß beschlossen, den besonderen Hinweis auf die Rüdwirtung der Balutafrage auf den Arbeitsmarkt zu streichen. eine läßt sich von dem anderen nicht trennen. Deshalb ist der Magistrat gezwungen, wenn er die Stadtverordnetenverfammlung um die Zustimmung ersucht, höhere Löhne zu zahlen und es handelt sich doch immer um Hunderte von Millionen von ihr zu verlangen, ihm die Mittel zu bewilligen, um eben diese höheren Löhne zahlen zu können. Würde der Magistrat der Forderung gewisser politider Demagogen Rechnung tragen und höhere Bahlungen leisten als er nach seiner Finanzkraft verantworten Ebenfalls gestrichen wurde der von dem Arbeitsausfchuß auf fann, so würde er nicht nur die Interessen der Allgemeinheit, Vorschlag Italiens eingefügte Artikel 66, der den Staaten die Förde- fondern auch die Interessen der städtischen Arbeiter und Ange= rung der genossenschaftlichen Bestrebungen anempfiehlt. ftellten in verantwortungslosester Weise schädigen.. Der finan zielle Zusammenbruch wäre die sichere Folge einer solchen Handlungsweise. Die Folgen eines solchen Zusammenbruches würden für die städtischen Arbeiter und Angestellten am ver hängnisvollsten sein. Der lachende Dritte wäre unter den gegebenen Verhältnissen das Privatkapital, das sich nicht dagegebenen Verhältnissen das Privatkapital, das sich nicht damit begnügen würde, Betriebe zu finanzieren, um Einnahmen und Ausgaben in Einklang zu bringen, sondern auch auf Profitmöglich wäre. Paris, 5. Mai.( WIB.) Staatssekretär Dr. Fischer, der Borfizende der Kriegslaftenfommission, ist heute nach Berlin abgereift. Staatssekretär Bergmann verläßt heute abend Baris und begibt sich nach dem Haag. Sowjetrußlands Wirtschaftslage. Die Russen, die das Memorandum erst in einigen Tagen beant. worten werden, haben der Finanzkommission eine Denkschrift über reicht, die die Unzulänglichkeit aller eigenen Kraftquellen für den Wiederaufbau, ja felbft für die Rettung der Berhungernden und für die Bodenbebauung betont und mindestens einen Kredit von 2 797 000 Goldrubel für die Landwirtschaft und 2,5 Goldmillionen als Hälfte der Kosten für die Wiederherstellung der Eisenbahnen fordert. Sehr bezeichnend ist es, daß unter den die Kreditwürdigkeit Sowjetruß lands empfehlenden Maßnahmen auch die Beschränkung der Gewerkschaften auf den Arbeiterschuß und ihre Entthronung von der Betriebsherrschaft aufgezählt wird.... Als Garantien werden angeboten: Staatseinnahmen, Zölle, das Erträgnis der Ausfuhr( Ausfuhr ist in Rußland Monopol), schließlich sei eine ganze Anzahl von Garantien enthalten in den verschiedenen Ronzessionen für die Landwirtschaft, Industrie usw., die die ruffische Regierung aus ländischen Kapitalisten gewähren würde. Tschitscherin hat bekanntlich in seiner Protestnote gegen eine 3ulassung der demokratischen Regierung Georgiens den tommunisti. schen Agitationsschachzug getan, die Freiheit aller von Ententeftaaten unterdrüdter Völker, auch der Saarländer, au fordern. Nun meldet sich zunächst Südslamien mit einem Brotest, der übrigens auch jede Förderung des Wrangelunternehmens bestreitet. Sanktionsfrage und Preßschwindel. Paris, 5. Mai.( WTB.) Der Senator d'Estournelles de Constant hat an den Vorsitzenden des Senatsausschusses für auswärtige Angelegenheiten, Senator Doumergue, einen Brief ge= richtet, der sich auf die vorgestrigen Besprechungen des Ausschusses bezieht. Die Zeitungen, sagt d'Estournelles, hätten über diese zu fammenkunft eine Mitteilung veröffentlicht, die zwar richtig sei, soweit sie die Sympathien des Ausschusses für Belgien zum Ausdrud bringe, die er aber als tendenziös bezeichnen müsse, weil sie den Gedanken aufkommen lasse, daß der Senatsausschuß fast ein stimmig" die schriftlichen und mündlichen ndgebungen Poin. carés zu der Frage der nach dem 31. Mai gegen Deutschland zu Wieder ein Belgier angeschoffen. ergreifenden Santtionen gebilligt hätte. Er, d'Estournelles, habe, was die Möglichkeit demnächstiger militärischer Operationen Brüssel, 5. Mai.( Agence Belge.) Der belgische Jägerbetreffe, die Frankreich allein unternehmen würde, nicht den leutnant Pronne wurde gestern in Homberg von zwei bewaffneten Eindruck einer fast einmütigen Zustimmung des Senatsausschusses deutschen Zivilisten angegriffen und durch einen Pistolenschuß am gehabt. Auf alle Fälle habe er selbst ein ganz entgegengesetztes Beine verwundet. Empfinden dadurch zum Ausdruck gebracht, daß er sich auf den Angesichts jenes Verlangens nach Besetzung weiterer deutscher Standpunft gestellt habe, Frankreich fönne vernünftigerweise, um Lande in der wir übrigens eine Feindseligkeit nicht erbliden Deutschland zur Erfüllung seiner serpflichtungen zu veranlassen, dürften! find solche Taten nicht mehr nur Roheit und Gewalt. nur mit seinen Alliierten zusammen vorgehen und, wenn er ge- tätigkeit sie sind blanker Landesverrat. glaubt hätte, daß ein Protokoll der Besprechung veröffentlicht Wie die Frff. 3tg." aus Königstein im Taunus erfährt, werden würde, hätte er an die volle Unparteilidh feit des hat der Bürgermeister die Vertreter der umliegenden Gemeinden Borsitzenden appelliert, damit seine Meinung darin aufgenommen zusammenberufen und sie angewiesen, sich zur Einquartierung würde. T Vorbehalte gegen den Völkerbund. Genua, 5. Mai.( BTB.) Die dritte Kommission für Wirtschaftsund Handelsfragen hat alle von der ersten Unterkommission vorge legten Beschlüsse angenommen. Einige Staaten haben ihre Vorbehalte aus der Unterfommission wiederholt, so den Borbehalt Deutschlands und Rußlands dagegen, daß der Völkerbund mit gewissen Untersuchungen beauftragt werde. weiterer französischer Truppen bereitzuhalten. Eine franzöfifche Kommission von 10 Mann besetzte die Wohnung des Herausgebers der Niersteiner Warte", Lattreuter. So eine geregelte Fortführung des Betriebes unmöglich war. wohl das Wohnhaus wie die Druckerei wurden durchsucht, so daß Auf diese Folgen hinzuweisen, unterlassen die Rata ftrophenpolititer. Aber noch ein anderer Umstand verdient Beachtung. Treten die Arbeiter dem Privatkapital zwecks Regelung der Lohn- und Arbeitsverhältniffe gegenüber, so geschieht dies durch ihre gemertschaftlichen Organisationen. Kurze und fachliche Verhandlungen führen in der Regel zu einer Einigung. In anderen Fällen entscheidet der Kampf, der nach gewerkschaftlichen Grundsägen, ohne jede politische Beeinfluffung geführt wird. Anders ist es in der Kommune und speziell in Berlin. Die Lohnbewegungen der städtischen Arbeiter und Angestellten werden politisch von verschie denen Parteien in verantwortungslosester Weise ausgenugt. Ist die Entscheidung, sei es durch Einigung oder durch Schiedsspruch, für Arbeitnehmer und Magistrat gefallen, so treten die politischen Parteien der Stadtverordnetenversammlung in Aktion. Die wirtschaft= lichen Interessen der städtischen Arbeiter und Angestellten werden zurüdgedrängt und die politischen Intereffen der betreffenden Parteien in den Bordergrund gerückt. Diese Tatsache ist so offenfundig, daß man fich wundern muß, daß die Gewerkschaften in der Gesamtheit diefem traurigen Schauspiel noch feinen Einhalt geboten haben, zumal die politischen Folgen die Gesamtarbeiterschaft zu tragen hat, denn daß die bürgerlichen Barteien bei diesem Kampfe die Gewinnenden sind, ist doch durch die letzte Wahl zur Genüge bewiesen. Es wäre dringend zu wünschen, daß die städtischen Arbeiter und Angestellten sich diese verantwortungslose politische Bevormundung verbitten würden. Statt dessen fönnte man sich damit beschäftigen, das Lohnsystem mehr zu spezialisieren, damit die qualifizierten Arbeitsfräfte, gemäß ihrer höheren Leistungsfähigkeit, den Betrieben erhalten bleiben. bereit, die Lohnverhältnisse günstiger zu gestalten; er fann Der Magistrat ist durchaus nach jeder Richtung hin dies aber nur, wenn ihm die genügenden Mittel, und zwar rechtzeitig, zur Verfügung gestellt werden. Die Sozialdemokratische Partei ist sich ihrer Berantwortung gegenüber den städtischen Arbeitnehmern, als auch gegenüber der Gesamtarbeiterschaft vollauf bewußt. Sie lehnt es ab, eine Politit der Popularitätshofcherei Ein Kommuniffengesel ist nun auch tem japanischen und der Verantwortungslosigkeit zu treiben. Sie Parlament vorgelegt worden. ist fest davon überzeugt, daß die Arbeiterschaft die von ihr be tricbenc Polttik der Seroittoorhing zu würdigen oersteht und mird alles daran setzen, die schädlichen Begleiterscheinungen und Folgen, welche sich bei der Regelung der �ohn- und Ar- bcitsverhältnisse der städtischen Arbeiter und Angestellten zeigen, zu beseitigen. der Reichsverrat ües Extronprinzen. Thronverzicht mit Vorbehalten. Den Erinnerungen des ehemaligen Kronprinzen an den 9. November widmet der Sozialdemokratische Parlaments» dienst längere Ausführungen, denen wir folgendes entnehmen: Was wollten denn Schulenburg und der ehemalige Kronprinz? Wenn es ging, wallten sie mit monarchistisch ge- bliebenen Truppen nach Deutschland marschieren und die Revolution niederschlagen. Ging da» aber nicht, und sie sahen wohl selber ein, daß es nicht ging, dann hatten sie noch einen anderen letzten ReUungsplan, für den sie auch Wichelm II. gewonnen hatten. Die deutsche Kaiserkrone sollte äußerstenfalls aufgegeben werden, um die preußische Königskrone zu retten. Was bedeutete es, wenn der Plan gelang, wenn Wilhelm II. aufhörte, Kaiser zu sein, ober König von Preußen blieb? Dos be> deutet« nicht» andere», als daß die Reichseinheit dem dynastischen Familienlnteresse der chohen- zoklern zum Opfer gebracht worden wäre. Der Ge- danke ist echt altpreußisch, echt schulenburgisch, echt hohenzollernsä). thatte nicht Friedrich Wilhelm IV. die deutsche Kaiserkrone ndgelehnt. weil sie mit dem„Ludergrruch der Revolution" behaftet war? chatte nicht Wilhelm I., als ihm der Kaiserplan Bismarcks vorgetrogen wurde, geknurrt:.Was soll mir der Tharoktermajor?" chatte nicht einer der Paladine, der preußische Kriegsminister o. R o o n, noch der Koiserproklomation im Spiegelsaal von Ber- jaille» die höhnenden Wort« geschrieben:.Ist nun dos Kaiser- Hühnchen endlich aus dem Ei gekrochen?" Ja, märe jener groteske Plan, sich mit dem Schicksal mit Ski Prvz. auszugleichen, gelungen, dann gäbe es heute wohl noch eine Königlich Preußische chohen- zollcrn-Dynastie, aber kein Deutsche» Reich mehr. Ber- stchtete Wilhelm II. auf die Koiserwürde und blieb er König von Preußen, dann war der Fürstenvertrag, auf dem das olle Deutsche Reich beruhte, zerrissen, die Reichsverfassung gesprengt, e» gab kein Deutsches Reich mehr, sondern nur noch ein Preußen, Bayern. Württemberg, Hessen, Sachsen, Oldenburg, Mccklenburg-Schwerin, Mecklenburg-Strelitz usw. Damit wäre im dynastischen Interesse der Hohenzollern genau dasjenige vollbracht worden, was Elemenceau gewollt hotte und was ihm die deutsche Republik verdarb: der Zerfall de» Reiches. Der Zerfall des Reiches, dos wäre der vollkommene Triumph de, französischen Imperialismus ge- Wesen. Dann gab es bei den Friedensverhandlungen kein« Reichs- regterung mehr, mit der man zu unterhandeln hatte, sondern nur nach Regierungen von Preußen, Bayern, Sachsen usw. Welche herrliche Gelegenheit wäre d'as gewesen, den Spalt bis zur völligen Zersplitterung weiterzutreiben, einen gegen den anderen auszu- spielen und einen Teil des Reiches zur französischen Interessensphäre zu mache», wie es zu Zeiten Napoleon» und des Rheinbundes ge- wefen war? Zum Schluß wird gesagt, das Reich fei im Kampf« gegen partikularistifch« Fürsteninteressen erstanden, nur als Republik könne es sich erhalten und entfalten. » Aus den Erinnerungen des Ex-Kronprinzen, die demnächst m Rosners Verschönerung herausgegeben werden sollen, ver» dient noch oermerkt zu werden, was dort über den kronprinz- lichen Thronverzicht zu lesen steht. Der Verfasser schreibt erläuternd, entschuldigend und auslegend: .Und gibt jemand, der in großer Rot zum Wohl des Ganzen den Verzicht auf ein verbrieftes Recht erklärt, etwa» von dem höheren freien Rechte preis, dem Ruf zu folgen, wenn er jemals aus dem Willen der Mehrheit an ihn ergehen sollte? Mein au» Lieb« zu dem Vaterlande ausgesprochener Verzicht kann auch für mich kein Makel sein.. Kanüinskp. Wenn«in Komponist in einem Musikstück die Stimmung eine» Sonnenuntergangs am Meer« zum Ausdruck bringt, so erwartet man van«hin nicht, daß er dabei das Rauschen der Wellen, das Sausen de» Winde», das Schreien der Möwen und das Rascheln des Strand- Hafers hören läßt. Rhythmisch bewegte Tön« genügen, um in der Seele des musikalisch empfänglichen Hörer» die beabsichtigt« Stim- mung zu erzeugen. Wenn aber«in Maler dasselb« Motiv behandelt, io gilt e» als selbstverständlich, daß auf dem Stimmungsbilde das Walser und die Lust, das Licht, der Sand und die Möwen sichtbar werden. Weshalb? Kann nicht ollein durch rhythmisch bewegte Linien und Farben, die nichts Gegenständliches, keine äußere Wirk- lichkeit vorzutäuschen suchen, derselbe Stimmungsessekt erzielt werden wie durch öen Rhythmus cir e« Musikstücks? Ganz gewiß. Und wenn die Wirkung dieser sogenannten.absoluten Malerei", die nur mit den reinen Kunstmitteln der Lim« und der Farbe arbeitet, sich heute noch auf eine verhältnismäßig kleine Zahl van Kunstfreunden besv>änki, während die ebenso.absolute" Kunst der Musik Millionen von verstäuduisvollen Genießern findet, so liegt dos einfach daran, daß die ästhetische Kultur de» Auges heute lange nicht so auegebildet ist wie die des Ohre». Man sieht im Kunstwerk wie in der Natur immer nur das Gegenständliche, und die ästhetischen Eindrücke, die die Farben, Linien und Former, in der Natur und im Kunstwerk den meisten Beschauern geben, sind rein sinnlicher Ratur: man empHndet sie allenfalls als.schön" oder„häßlich", aber tiefere. scclischs Erregungen lösen sie nicht aus. Indessen scheint e» doch, daß wir uns jetzt auf dem Wege zu einer ästhetischen Kultur des Auge« befinden, und als der wichtigste und sicherste Führer zu diesem Ziel bietet sich gerade die absolute Malerei dar. Ihr Begründer und zugleich theoretischer Wortführer ist der Maler K a n d i n s k y, neben Chagall die stärkste und eigen- artigste Persönlichkeit in der gegenwärtigen russischen Kunst. Kän» dinsky lebte vor dem Kriege in München, stand seit der russischen Revolution init an der Spitz« der Kunstverwaltung der Sowjet- republik und hat seinen Wohnsitz jetzt in Berlin aufgeschlagen. Die K uusthar.dlimg G o l d s ch in i d t u. Waller st ein(Schöneberger Ufer 36a) eröffnete in diesen Tagen eine Ausstellung der Gemälde, die er während der letzten Jahr« geschaffen hat. Den L«s«rn de«„Borwärt«' ist der Name und die Eigenart dieses Künstlers nicht fremd; ich hob« bei Besprechung namentlich der Sturm-Ausstellungen oft und ausführlich über ihn berichtet. Ein großer Teck des Berliner Publikums und auch der Berliner Kritik scheint ihn erst jetzt zu entdecken. Man preist und umjubelt ihn und tut, ol, ob diese Ausstellung etwas ganz Reue« brächt«. In Wirk- lichkeit ist Kandinsty derselbe geblieben, der er seit zwölf Iahren mar, seine Persönlichkeit ist nur reifer, sein« Maierei reiner und Aarer geworden. In der Kunst, au» vielgestaltigen Linien und Färb- formen rhythmische Organismen von tiefstem Stiminungsgeholt. von pathetischer Wucht, von zartestem Märchendust, von düsterer Me- lanchsli.' und ivr�ig glänzendem Frohsinn lebendig werden zu lassen — in dieser Kunst ist er der große, von keinem anderen erreichte Meister. Ev ist unsinuia, Kanksinsky einen Farbenkünstler zu nennen: Linie, Farbe und Form sind bei ihm unzertrennlich und gerade in Danach müßte man annehmen. Wilhelm habe bei der Leistung der Unterschrift sich so ungefähr gedacht, daß der Ver- zicht eine Art Fegen Papier sei. Es komme ja doch fürs erste nur darauf an,„sich auf den Boden der Tatsachen" zu stellen. Dabei möchten wir mit allem Nachdruck vor dem Irrtum war- nen, als ob wir ihn für einen gefährlichen Feind der Republik ansähen. Im Grunde genommen soll ja die ganze Schreiberei nur die eigene Kleinheit entschuldigen. Auch er hat nicht zu sterben gewußt, sondern sich nach cholland aus dem Staube gemacht. Und er hat noch Wochen später, als der erste Schreck längst überwunden sein mußte, eine feierliche Verzichterklärung auf alle seine Ansprüche unterzeichnet, nicht aus den schein- gründen, die er jetzt dafür zusammenklaubt, sondern aus änderen Gründen, die mit der finanziellen Ausein- andersetzung seiner Familie mit dem Freistaat Preußen eng zusammenhängen. Der Treppenwitz bei dieser Geschichte ist nur, daß er sich auch in dieser Annahme verrechnet hat. Deswegen war er ja später für eine Art Erbteilung noch bei Lebzeiten Wilhelms II., um materiell ordentlich auf die Beine zu kommen. was ist nun wahr! Teutschnationale und kommunistische Urteile über Severing und Richter. Seit drei Tagen schreit sich die„Rote Fahne" die Kehle heiser über die Genossen Severing und Richter.„Rechtssozia- listische Stinnes-Minister",„Lakaien des Bürgertums" usw. sind nach die mildesten Ausdrücke. Am Freitagabend tobt sich die„Rote Fahne" wiederum in folgenden Sätzen aus: Die gesamte Arbeiterschaft, die ohne Unterschied der Partei den Bajonettangriff auf die Demonstranten als einen Angriff auf das Proletariat als Klasse empfand, sieht nun an der Spitze der b ü r g er l i ch« n Front, die-sich ihr entgegengestellt hat, den sozialdemokratischen Innenminister Severing und mit ihr die Führer der SPD. Das würde nun vielleicht diesen oder jenen bedenklich stimmen, wenn man nicht am gleichen Freitagabend in der konservativen ,.K r e u z- Z t g." folgende Sätze läse: Die große Koalition in Preußen, die uns den Kultusminister Boelitz gebracht hat, ist der warnende und zur Aorficht mahnende Beginn. Aach wie vor beherrschen die Lage Braun und Severing. Die Deuts che Bolkspartei dient nur dazu, in der Regierung als Mitträger der Verantwortung für eine im Hinblick auf das Volksganz« unverantwortliche Politik die Opposilwu zu binden und die Gegenkräsle lahmzulegen. Don einer irgendwie nationaleren und mehr bürgerlich orientierten Politik, die uns von dem Einfluß der Deutschen Bolkspartei auf die Regierungsgcschäfte versprochen worden war, ist nlchke zu spüren. Also auch das„kleinere Uebel" hat sich nicht besser erwiesen. Der sozialdemokratische Terror, der systematisch mit den Mitteln der ge- geschaffenen Demokrakie ausgebaut wird, besieht noch wie vor. In den kommunistischen Versammlungen, die am Donnerstagabend stattfanden, haben sich Hetzredner bemüht, Severing und Richter als„Mordbestien" hinzustellen. Der Kommunist Schumacher, bei dem das Schwelgen in schmutzigen Ausdrücken Ausfluß seines Charakters zu sein scheint, hat sich folgende Sätze gegen Richter geleistet: Als am Dienstag die hungernden Arbeiter ihren ruhigen Umzug um das Rathaus veranstalteten, begab sich der Chef der Polizei, seines Zeichens Sozialdemokrat, früher Metallarbeiter, dann kasien- klauer von den Eisenbahnorganiiationen, dann Streikführerverhafter, Polizeipräsident Richter, zu Fuß zum Rathaus und leitete von einem Fenster aus die Schlacht. Während die Schupo- Mannschaften nur sehr widerstrebend gegen die Arbeiter vorgingen, trieben die Offiziere sie von hinten her gegen die Demonstrierenden. Wenn es unter den Arbeitern keine Tote gab, so ist das wahrlich nicht das Verdienst Richters und seiner Offiziere, die daraus brannten, Arbetterblut zu vergießen.(Im Original fett gesetzt und in die Mitte gerückt. Red. d. V.".) Was dos Wort„Kasienklauer" gegen den in jeder Be- ziehung unantastbaren Polizeipräsidenten anbetrifft, so- dem sicheren, aufs feinste abgewogenen organischen Besamtausbou aller malerischen Elemente liegt seine Stärke. Man sehe, wie auf dem Gemälde„Roter Fleck" durch die nach rechts gerückte dominierend« rate Farbform die weiße unr-gelmäßig« Fläche rhythmisch gegliedert und das ganze Bild ins Gleichgewicht gebracht wird: wie auf dem ..Schwarzen Fleck" das gesamte Gerüst der Komposition durch die schwarze Scheibe(rechts oben) und die beiden kleineren roten und blauen(links unten) zusammengehalten ist. Das sind Beispiele einer restlosen Flächenpliederung und eines vollkommenen Bildaufbaus, wie sie die gegenständliche Malerei nie zuwege bringen kann, weil diese durch die Linien und Farbfarmen der Wirklichkeit in der klaren Auswirkung der rhythmischen Vision stet» mehr oder weniger be- hindert ist. Kandiusky? Arbeiten der letzten beiden Jahre(19Z0 und 1921) unterscheiden sich von den früheren vor ollem dadurch, daß an die Stell« der oft etwa» rauchigen Farben«in ganz reines und klares Kolorit getreten ist und daß die früher bevorzugten organischen Formen durch mehr oder weniger abstrakte abgelöst erscheinen. Die bei Werten der absoluten Malerei immer etwas störende Erinnerung an Naturformen(das Bild„Im Grau"" von ISIS wirkt stellenweise wie ein Blick in ein Aquarium) ist vollkommen überwunden. Die Farbenharmonivn sind von einer sinnlichen Schönheit und einem Wohlklang, der nicht mehr zu überbieten ist. Dabei nirgends eine Spur von äußerlicher, dekorativer Gefälligkeit, sondern jedes Bild Zeugnis und Offenbarung tiefsten«eelischen Erlebens. Ein Ge- mälde wie„Kreise aui Schwarz" gehört zu dem Größten, was die Kunst unserer Zeit hervorgebracht Hot. Im übrigen zeigt diese Kadinsky-Ausstellung wieder einmal, wie nahe unserem Empfinden die moderne russische, im Gegensatz zur allernevesten französischen Kunst steht. John Schikowski. Srabbe»„Napoleon" im Slaatskheata. Ein ungeheures Wert der Phantasie, der Gestaltung, des Willens, aber auch de« Irrtums, der Knabenhastigkeit und Uebertreibung. Kurz, ein totes Werk, das Gott ses Dank bei den Klassikern begraben ist. Um die Wieder- belebung hoch verdient Leopold Ießncr, der Intendant, Regisseur und Marschmeister der Massen, der Bühnenmaler Cäsar Klein und Ludwig Hartau, der Napoleon. Hundert Pro- blem« sind zu erörtern. Sie sind schwierig. Wir werden zu keinem reinen Genie geführt. Wir müssen uns doch damit herumchlagen. Heut« abend soll es geschehen. dl. H. Neuere Lileralur im Schulunterlcht. Ein« bemerkenswerte Der- fügung des Prooinzialschulkollegiums in Hannover, die überall Beachtung finden sollte, erklärt tß für einen Mangel, daß nur ver- hältnismäßig wenige Schulen auch neuere deutsch« Prosa dichterischer und wissenschaftlicher Art in den Kreis der zu lesenden Schriftwerke aufgenommen haben. Daß unsere Schulen die Lite- ratur einseitig nur in ihren poetischen Erzeugnissen darbieten, ist, wie die Verfügung betont, eine alte Klage. Außerhalb der Schul« aber treten vor allem die Novelle und der Roman oder das wissen- schaftliche Buch an sie heran. Die Schule versäumt eine wichtige Aufgabe, wenn sie die Schüler nicht anleitet, auch solche Werke mit Verständnis und Urteil zu lesen. wie die Behauptung, er habe darauf gebrannt. Arbeiterblut zu vergießen, so ist kein Ausdruck der Berachtung für diese niedrigen Verleumdermethodcn kräftig genug. Aber was die sachlichen Behauptungen anbetrifft, so stellen wir ihnen ein- ach folgenden Ausfall der deutschvölkifchen„Deut- chen Zeitung" gegen Genossen Richter gegenüber: Was ist das für ein Polizeichef, der seine unter schmierigsten Umständen ihre Pflicht erfüllenden Beamten derart im 1 Stich läßt. Sie in dieser hahnebüchenen Form disqualisiziert und in Angst von Maßnahmen abrückt, die sich folgerichtig aus der durch die verhetzten Arbeiter geschaffenen Lage ergeben und die vom Oberbürgermeister und Stadtverordnetenvorsteher selbst erbeten� worden war. Was ist das für ein Polizeichef, der, anstatt auf seinem Posten zu stehen, selbst Demonstrotionskellnchmer ist. (Im Original fett gesetzt und in die Mitte gerückt. Red. d.„D.".) und mit seinen„Befürchtungen" weiser ist als der liebe Gott! So wird von der äußersten Rechten wie von der äußeisiten Linken in der gleich demagogischen und unverantwortlichen Weise gehetzt und geschrieben. Es ist nur gut. daß die Hetzer aus beiden Lagern sich wechselseitig als Lügner entlarven. Der geschwungene USp.-Säbel. Auch Lipinskis Polizei haut und sticht! Bei der agitatorischen Ausschlachtung der bedauerlichen Zusammenstöße vor dem Rathaus haben die Unabhän- g i g e n, insbesondere die„Freiheit" und die unabhängige Landtagsfraktion, mit den.Kommunisten gewetteifert. Run hat schon am Donnerstag Genosse Severing im Landtag darauf hingewiesen, daß es ja auch in Leipzig am 1. Mai zn Zusammenstößen mit der Schutzpolizei gekommen ist, die unter dem Kommando des unabhängigen sächsischen Innenministers L i p i n s k i steht. Darauf wurde ihm aus der USP.-Fraktion cntgegengerufen, daß bei dem Zusammenstoß an der Leipziger Universität von der Waffe keinGebrauch gemacht worden und kein Blut geflossen sei.— Run aber haben merkwürdigerweise die K o m m u n i st e n des sächsischen Landtags ein: Anfrage an die sächsische Regierung gerichtet, in der es heißt: Nach Zurückkehren dieser Gruppe in den Universitätshof, in welchen sich infolge des Gerüchts, die Besteiger des Daches feien von der Polizei geschlagen und verhaftet worden, mittlerweil« weitere Demonstranten Zutritt zu verschaffen versucht hatten, ist es zwischen den letzteren und der Polizei zu einem blutigen Zusammenstoß ge- kommen. Dieser wurde dadurch hervorgerufen, daß auf Befehl des Schupo- hauplmauos Schleyer ein Teil der Polizeibeamten mit gezogenen Säbeln ganz sinnlos auf die Demonstranten einschlug, während der größte Teil der Beamten Zurückhaltung übte. Der unverantwortliche Waffengebrauch gegen die unbewaffneten Demonstranten hatte zur Folge, daß ungefähr IS Arbeiter und Arbeiterinnen teilweise sehr schwer verletzt wurdeu. Wir können von hier aus nicht beurteilen, ob die Schi!» derung der Kommunisten zutrifft. Jedenfalls aber ist festzu- stellen, daß die Vorgänge in der L e i p z i g e r U n i v e r s i t ä t von den Kommunisten fastaufsHaarso dargestellt wer- den wie die Vorgänge vor dem ÄerlinerRathaus. Da entsteht nun allerdings die Frage: wie haben i n Leipzig U S P und KPD., die dort die herrschend: Stellung in der Arbeiterschaft haben, gegen das von ihnen be- hauptete Blutbad protestiert? Hat es auch in L e i p- zig einen Proteststreik gegeben?! Wird die„Frei- heit" nun auch gegen Lipinski ebensolche schamlos-blöde Reimereien veröffentlichen wie gegen Richter? Und schließlich: Gedenkt bei der Besprechung der kommu- nistischen Anfrage im sächsischen Landtag die unabhän- gigo Landtagsfraktion Sachsens gegen den Minister Lipinski dieselbe Haltung einzunehmen, wie die unabhängige Landtagsfraktion in Preußen gegen Minister Severing?! „Mitspielendes" und„zuschaueades" Theaterpubllkum. Der Theaterbesucher legt sich wohl nur selten Rechenschaft darüber ob, weshalb die durch da» Spiel gewonnenen Eindrücke ihm einen Genuß gewähren. Die Psnchologen aber haben die Erscheinung des Kunstgenusses in einem Theater durch die verschiedensten Theo- neu zu erklären versucht. In seiner vor kurzem bei B. G. Tcubner in Leipzig erschienenen„Psychologie der Kunst" unterscheidet Richard Müller-Freienfels zwischen zwei Typen, die er„Mitspieler" und„Zu schauer nennt Und er bringt dafür eine Reihe inter- essanter Zeugnisse bei.„Ich vergesse vollständig, daß ich im Theater bin," sagte ihm z. B.«ine Dome.„Meine eigene bürgerliche Existenz ist mir vollkommen entschwunden. Ich spüre nur noch die Gefühi- der handelnden Personen in mir. Bald rase ich mit Othelio, bald zittere ich mit Desdemona. Bald auch möchte ich rettend eingreifen. Dabei werde ich aus einer Stimmung so schnell in die andere ge- rissen, daß ich gar nicht zur Besinnung komme. Im allgemeinen ist das am stärksten in modernen Stücken, doch erinnere ich mich, daß ist im„König Lear" an einem Aktschluß bemerkte, daß ich mich ganz fest an eine Freundin angeklammert hatte vor lauter Entsetzen." Diese Art, Kunst zu genießen, ist die allerprimitivste, wie sie die Kinder haben oder auch das romanische Publikum bisweilen zeigt, das den Darsteller des Bösewichts mit Wurfgeschossen bombardiert. Aber auch bei höherer ästhetischer Kultur gibt es solche„Mitspieler", deren Miterleben der Vorgänge auf der Bühne rein geistig ist. Ganz entgegengesetzt ist der Genuß des„Zuschauers", für den die folgende Schilderung bezeichnend ist:„Ich sitze vor der Bühne wie vor einem Bilde. Jeden Augenblick weiß ich, daß die Vorgänge da vor mir nicht Wirklichkeit sind: keinen Augenblick vergesse ich ganz, daß ich im Parkett sitz«. Gewiß empfinde ich zuweilen die Gefühle oder Leidenschaften der dargestellten Personen, aber das ist nur Material für rein eigentliches ästhetisches Gefühl. Das ist nie mit den dargestellten Leidenschaften, sondern immer über die dar- gestellten Leidenschaften gefühlt. Dabei ist mein Urteil beständig wach und klar. Mein Gefühl bleibt immer bewußt. Nie reißt es mich mit, und geschieht das doch einmal, so ist mir das unsym- pathisch." Müller-Freienfels meint, daß solche gegensätzlichen Typen des Kunstgenusses in vollkommener Reinheit selten sind, daß viel- mehr beide Empfindungen, das„Mitspielen" und das„Zuschauen", im Kunstgenuß zusammenwirken. Der Film al, Suustgeschichlslehrer. In Frankreich ist man seit einiger Zelt an der Arbeit, den Film nickt nur für das Studium der Naturwissenschaften, der Geographie usw., sondern auch für die Kunstgeschichte zu oerwerten. Es werden von toi bedeutendsten Kunstwerken der Pariser Museen und von den hervorragendsten Leistungen der französischen Kunst Standfilme aufgekommen, die einen vortrefflichen Eindruck des Kunstwerkes vermitteln. Mit Hilfe dieser Film« will man auch den tunstgesckichtlichen Unterricht in der Schule beleben. Dieser Plan wurde auf dem letzten pädagogischen Kongreß in Paris ausführlich erörtert, und der Generalsekretär der Seine-Präfektur Aubanel erklärte darüber:„Die Verwendung de»> Kinos im kunstgeschichtlichen Unterricht ist nur ein« logische Fort- setzung der Bestrebungen, den Film überhaupt für die Pädagogik zu verwerten. Seit langem weiß man, daß die Erziehung durch das Auge am leichtesten und raschesten vor sich geht Der Geist wird viel mehr durch den Blick als durch das Gehör gefesselt, und auch Hochverräter dr. �eim. ZN ü n ch e n, 5. Mai.(Eig-ner Drahtberlck)t.) Die.Müuchcner Vost" veröffentlicht heute zwei Dokumente, welche geeigl»et sind, die hochverräterischen Umtriebe der bayerischen Monarchisten in ihrer ganzen Gefährlichkeit erkennen lassen. Das erste Dokument ist ein Bericht des Vorsitzenden des bayerischen„Otbnungs- blocks", Dr. Tafel, in dem er feststellt, datz es in Bayern wie in Oesterreich Leute genug gibt, die aus Erbitterung über die.Der- liner Mitzwirlschast- die Loslösung Bayerns vom Reich betreiben. Bayern muffe das Schwergewicht über das ganze Deutsche Reich erhalten. Dazu verlange man in matzgebenden Kreisen einen unabhängigen Staatspräsidenten und eine berufsständize Sammer. hier setzt nun die.Münchener Post' mit einem zweiten Do- kumenk ein, das die Führerschaft des Dr. heim und seiner Bauern- kammer grell beleuchtet. Es handelt sich um einen Brief des wegen Landesverrats an Irankreid) aus der bayerischen Kön'.gsparlei aus- gefchlostenca Grafen Bothmer an Dr. heim vom 21. April 1920. Die Hauptrolle in diesem Schreiben spielt ein deutsch-öster- reichischer Agent, der im Austrage dieser beiden„Patrioten' herum- reist, und zwar zu den Franzosen über Mainz, zu Dr. D orten nach Miesbaden und zu dem von Dr. heim schon damals als fran- zosischen Gesandten in München ausersehenen D ard. Der Brief ent- hielt weiterhin die im Stil der königlich bayerischen Diplomatie gehaltene Anweisung an v r. heim, seine Reise nach Italien vor seinen stonzösischen Vertrauensmännern abzuleugnen. ferner das Ersuchen, Herrn Dard über den beabsichtigten Landes- verrat nicht zu eingehend zu informieren und damit er auch weiter in den Händen Dr. Heims bleiben könne.(Was Dards Kompromit- tierung verhindert hätte! Red.) Professor F ö r st e r sei als Mittelsmann mit den Franzosen so zu verwenden. dah den Franzosen die Angst vor der Revanche bewcgung in Bayern durch die Persönlichkeit dieses pazisisten zerstreut werden würde.— Schlietzlich teilt Gras Bothmer Dr. heim mit, datz den Franzosen durch ein M i tz v e.r st ä n d n i s(!) die Meinung beigebracht worden sei. datz Dr. heim schon in kürzester Zeit. d. h. innerhalb der nächsten 14 Tage, die Regierung in Bayern übernehme und Bayern vom Reich abtrennen werde. Dieses Dokument, das den offenkundigen Landes- verrat Dr. Heims zweifelsfrei erweist, wird hoffentlich der poli- tischen Tätigkeit dieses Manne» ein rasches Ende sehen. Der ßunflbefUt der tzohenzollern. Die Auseinandersetzung zwischen dem preußischen Staat und dem normaligen Königshaus hat noch keine endgültige Lösung gefunden. Wie verlautet, will man jetzt die Abgrenzung des Eigentums einem Schiedsgericht überlasten. Dieses Schiedegericht wird seine Entscheidungen natürlich nur nach juristischen und finanziellen Ge- sichtspunkten treffen, und es besteht daher die Gefahr, daß bei der Trennung des Eigentums organisch Zusammenhängendes auscin- andergeristen wird und Werte von künstlerischer oder historischer. Bedeutung dem preußischen Volte verloren gehen. Zur Wahrung dieser geschichtlichen und tüirst- lerischen Wert« ergreift nun«ine Anzahl prominenter Vertreter der Kunst und Wistenschaft das Wort in einer Kundgebung, deren Be. dcutung schon aus den Namen der Unterzeichner erhellt. Es sind dies: W. v. Bode, Generaldirektor der Staatlichen Museen a. D., O. o. Falte, Generaldirektor der Staatlichen Museen, A. v. h a r- n a ck, Generaldirektor der Staatsbibliothek a. D., L. I u st i, Direktor der.Rationalgalerie, L. Jeßner. Intendant des staatlichen Schau- spielhaufes, v. Schilling s> Intendant der Staatsoper, F. M tl- kau, Generaldirektor der Staatsbibliothek, P. F. Kehr. Generaldirektor der Staatsarchive, und R. h i e ck e, Konservator der Kunst- denkmale. Sie weisen auf die Pflicht jeder Regierung und jedes Volkes hin, das geistige Besitztum der Nation als Denkmal ihres Bildungs- und Kunstfleißcs unversehrt der Allgemeinheit zu erhalten, und sie zitieren folgende Stelle aus dem Testament des alten Fritz:„Ich Hobe die Einkünfte des Staates als einen Teil des Lebenssaftes meiner Völker betrachtet, worüber ich ihnen Rechen- schaft schuldig bin, und niemals habe ich daher auch nur den kleinsten wenn Worte unbedingt notwendig sind, so haften sie dock, bester im Gedächtnis, wenn sie durch Bilder ergänzt werden. Di« Kunst- geschicht« hat in erster Linie die Verpflichtung, sich diesen Fortschritt zunutze zu machen.' Nansen will nichts von Politik wissen. Nach einem Bericht der ..Leta-Agentur' hat das Internationale Hilfskomitee für Rußland in Moskau mitteilen lasten, daß Professor Nansen den ihm ange- tragenen Titel eines Ehrenmitgliedes des Moskauer Rates ablehnen mäste, da ihm seine wichtigen internationalen Aufgaben humanitären Charakters daran hindern, sich in irgendeiner Weise mit Politik zu befassen. Die Frana. Die Stadt San Fratello, in 700 Meter Meereshöhe am Rande einer kleinen Hochfläche nahe der Rnrdküste von Sizilien gelegen, wurde kürzlich durch eine..Frana' großen- teils zerftört. Damit ist von neuem die Aufmerksamkeit auf diese Landplage Italiens gelenkt. Was ist eine Frana? Italien ist be- kanntlich größtenteils Gebirgslandz die unteren Teile der Apenninen- berge sind nun meist von einem Mantel weicher Tone und Mergel umhüllt, die bei starker Röste aufquellen, breiig werden, ihren inne- ren Zusammenhalt und ihre Verbindung mit der felsigen Unterlage verlieren und daher an den Hängen ins Rutschen und Gleiten kommen. Alle?, was der Mensch auf solchem Boden etwa errichtet hat, seien es Grenzsteine, Straßen, Bahnkörper oder Gebäude, kommt natürlich mit ins Gleiten und geht zugrunde: Grenzsteine verschieben sich, Bahndämme fließen auseinander, Bahneinschnitte füllen sich mit dem von den Hängen abfließenden Brei, an Berg- wänden kommt der Bahnkörper ins Rutschen, und Gebäude stürzen zusammen. Dieses Gleiten der Erdoberfläche, das fast ausschließlich in der nassen Jahreszeit, im Winter, auftritt und erst infolge der weitgehenden Ausrodung des Waldes, zu der man sich in dem kohlen- armen Italien verführen ließ, zu der heutigen Landplage werden konnte,, nennen die Italiener„Frana'. Hauptsächlich wegen dieser Beweglichkeit der Berghänge, allerdings auch aus Gründen der Ge- fundheit und Sicherheit, liegen so viele Ortschaften Italiens nicht in den Tälern, sondern oben auf den Berghöhen, die aus festem Kalkgestein bestehen. Und doch kommt es gelegentlich vor, daß die am Rande eines Bergplateaus liegenden Häuser in den Bereich des Gleithanges geroten und mit abstürzen: so war es 1881 in Castel- frentano, so jetzt in San Fratello, wo zahlreiche Häuser und auch Kirchen der Frana zum Opfer sielen und ein großer Teil der Be- völkerung gerade in der ungünstigsten Jahreszeit obdachlos wurde. Galerie Möller. Ter Vortrag vyn Vau! West heim über»Neue Kunst in Frankreich' ist auf Mittwoch, den 10., verlegt woiden. Schließung des Tüsseldorser TchaulvielhauseS. Die ordentliche Geiellschattöversomnilunq der SchaujPielbauSgcsellschait m. b..H. in Düssel- dors hat beschlossen, das HauS vom l. Juli ab zu lchliehen. Angebot- von Unternehmern, die da-5 Hau» lür Variete- und Kiiiovorstellunqcn pachten wollten, wurden abgelehnt. DaS Hau« soll vorläusig von Fall zu Fall auswärtigen Wastlpieluiiternehmungen überlasten weiden. Spaltungsbetvegung tu der rnsflscheu Kirche. In Rußland ist inner- halb der gricchislb-orihodoren Kirche«ine Spaltnngsbewegung im Gange. Tie aus der Kirche ausgeschiedenen Elemente haben eine„Allgemeine Christliche Brüderschaft" unter der Führung der niederen Geist- lichtest gebildet und sich an die verschiedenen evangelischen Sekten mit einem Avfrnf zum Anschlüsse gewandt, Teil zu meinem Privatgebrauch verwendet. Deshalb sterbe ich arm, doch reinen Gewissens.' Die Kundgebung bezeichnet es als uner« läßlich,„daß die Entscheidung über diese Fragen, die vorwiegend eine kulturelle und allgemein ethische Bedeutung haben und nicht nur privatrechtlichen Normen unterworfen werden dürfen, durch vor- herige Vereinbarung zwischen Staat und Königs. Haus ohne Schiedsgericht geregelt wird'. Im einzelnen wird verlangt, daß Bauteu und Gartenanlagen, wie Sanssouci, das Marmorpalais, Charlottenhof, Teile des Potsdamer Stadtschlosses, das Schloß Chor- l o t t e n b u r g und das Reue Palais als Ganzes erholten, andere als Museum eingerichtet werden sollen. Die beweglichen Kunstgegenstände in den Schlössern sind, wenn sie zum künstlerischen Gesamtbild gehören, an ihren Stellen zu belassen, andernfalls den /ta öie arbeitende Jugend aller Länder! Namenloses Elend haben die vereinigten Nationalisten. Mili- tarlsten und Imperialisten aller Länder durch den Weltkrieg der ar- beitenden Menschheit bereitet, vermehrt und grenzenlos gesteigert werde» die Leiden der arbeitenden Klasse durch eine schamlose Aus- beukung dieser Notlage durch die kapitalistischen Machthaber. Unter diesen Zuständen leidet die arbeitende Zugeud am schwer- slen. Ihre schwachen Kräfte sind schutzlos der Ausbeutung preis- gegeben. Zum Protest gegen dlefe Ausbeutung rufen wir die gesamte arbeitende Iugend aller Länder auf. den Internationalen Fugendtag am 24, und 25. Zuni zu machtvollen Kundgebungen auszugestalten. Gerade zur Zeit der Sommersonnenwende, die die Nallonalisien in manchen Ländern zum Anlatz nehmen, für ihre verhängnisvollen, völkerverhetzendcn Ziele zu demonstrieren, mutz des weitere« der Ruf des völkeroersöhncnde» Sozialismus weithin erschallen. Damit wird die Kundgebung auch zu einem flammenden Protest gegen den v älter verderbenden Militarismus. In der Erkenntnis, datz unter der kapitalistischen Wirtschaft, die auf der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen beruht, ihre Forderungen nicht erfüllt werden können, bekennt sich die prole- tarische Zugend an diesem Tage erneut zum internationalen Klassen- Hampf gegen die Ausbeutung und erhebt ihre Forderungen: Mehr Recht! Ausreichenden Schutz für die arbeitende Zugend! Völkerfrieden! Ingendgenossen und Genossinnen! Zeigt durch Massenbeteiligung Euren entschlossenen willen, mlt uns für diese Forderungen zu kämpfen. hoch die inlernalionale SolidaritSk der arbeitenden Zugend! Arbeiter-Zugend-Znkernalionase. Inlernalionale Arbeilsgemeinschast sozialistischer Zugendorganisationen. staatlichen Sammlungen einzuverleiben. Dasselbe- gilt von den Sammlungen geschichtlicher und literarischer Natur. Die Hausbibliotheken sind als geschlossenes Ganzes zusammen- zufassen, da» Hausarchiv ist nach Aussonderung der rein fami- licngeschichtlichen Bestände der Generaldirektion der Staatsarchive zu unterstellen. Die ehemals königlichen Theater müssen unge- schmälert dem Staate verbleiben. Unserer Meinung nach wäre es freilich wesentlich einfacher und richtiger, wenn von vornherein an dem Grundsatz festgehalten würde: Fürstenbesitz ist kein Privatbesitz, und sobald die Fürsten- Herrlichkeit ein Ende hat, fällt auch der Besitz an den Staat und an das Volk zurück, denen einzig und ollein er seine Entstehung verdankt. Ein �nfans. Die Breslauer Strafkammer aufgelöst. Vor einiger Zeit berichteten wir über ein besonders Hahne- buchenes Urteil der dritten Strafkammer des Land- gerichts Breslau: Diese sprach den Redakteur G o i tz s ch der deutschnationalen„Tchlesischen Tagespost' frei, der dem Minister Severing Leichtfertigkeit und Gewissenlosigkeit vorgeworfen hatte. Die Strafkammer begründete den Froispruch damit, daß der Ange« klagte„nur'ein in politischen Kreisen bereits feststehendes Urteil über Seoering' wiederholt und die Wahrheit gesagt habe. Die Kammer, die dieses Musterbeispiel eines politischen Tendenzurteils gefällt hat, ist, nach Meldung unseres Breslauer Bruderblattes, der „Volksmacht', durch Acrsügung des Landgerichtsprösidenten Wittke ausgelöst worden. Der bisherige Vorsitzende der Straftommcr wurde zu einer Zivilkammer oersehi. Damit ist endlich einmal ein Anfang gegen die Richter ge- machi, die in ihren Urteilen ihrer politischen Leidenschast die Zügel schießen lassen. Aber freilich nur ein Anfang. Im Haupt- ousschuß des Preußischen Landtags sind von den Rednern der Linken solche Fälle zu Dutzenden vorgetragen worden. Es sei nur er- innert an die Urteile der Strafkammern in Oels, Gleiwitz, Beuthen, Bochum usw. Hier täte ähnliches not. » In einem Bericht des„Amtlichen Preußischen Pressedienstes" über die Ergebnisse der großen Iustizprüfung, einem Berichte also, der offenbar vom Preußischen Justizministerium herrührt, sind folgende Sätze beachtenewert: In vielen Fällen findet sich der Referendar mit dem ihm vor- gelegten Rechtssall in mißverständlicher Anwendung der ihm ge- lehrten Methode in der Weise ab, daß er die Partsibehauptungen schematisch nacheinander in das Streckbett der verschiedenen rechts- geschäftlichen Typen bringt und schließlich einer dieser Typen ein- ordnet, ohne daß er überhaupt den versuch macht, den Wirtschaft- liiben wurzeln, denen der Rechtsstreit entsprungen ist. oder den wirlschafllichen vedürsnissen. denen das Urteil zu dienen bestimmt ist, nachzugehen: es kommen Entwürfe zu Urteilen vor, die oer- mutlich zur Ueberroschung der Parteien deren wirtschaftlichen Streit beiseile schieben und dafür wissenschaftliche kontroversen entscheiden. In diesen Feststellungen des amtlichen Organs liegt ein oer- .lichtendes Urteil über die heutige formal-scholaftische Aus- bildung der Juristen. Bedauerlich nur, daß gerade das Preußisch« Justizministerium wirklich großzügigen Reformplaneo des juristischen Studiums noch immer unverständlichen Wider- stand entgegensetzt. « Magdeburg. P. Mai.(Eigener Drahtbericht.) Bei einer Demon- stration, die au» Anlaß der Ermordung Erzbergers auf Veranlassung der sozialdemokratischen. Parteileitung in Hundisburg, Kreis Reu- Haldensleben, am 3. August ISZl stattfand, kam es vor dem Gute des Großagrariers o. Natusius, eines Erzreaktionärs, zu Auftritten, die vom Gericht als Landfriedensbruch angesehen wurden, obwohl es der Staatsanwalt abgelehnt hatte, Anklage gegen die Demon- strantsn zu erheben. Die Arbeiterschafl war durch andauernde Provokationen der Deutsch-Monarchistcn stark gereizt worden, so daß sie von den Agrariern die Herausgabe der schwarzweißroten Fahne verlangten. IS Angeklagte wurden vom Landgericht Magdeburg wegen Landfriedensbruch zu 2 Monaten bis zu einem Jahre Ge- fängnis verurteilt. Das harte, unverständliche Urteil gegen imbe- scholtene, geachtete Parteigenossen hat in der Bevölkerung der Pro- vinz Sachsen starke Erregung ausgelöst. Zum Potsdamer ��rtillerie-Hroßtag�. Heute, Sonnabend, nachmittags 4 Uhr, findet auf dem Bosstnplatz in Potsdam eine Dcmonstrationsveriammlung des Gewerkschafts- kartells und der AfA-Ortsgruppe statt, die gegen den mon» archistischen Rummel, zu dem Potsdam immer wieder be- nutzt wird, energisch protestieren wird. Nach den Abmachungen der örtlichen Leitungen der Arbeitervarteien schließt sich au die Bcr- sammlung kein Umzug an. Wir ersuchen unsere Anhänger, sich ebenfalls streng an diese Abmachungen zu halten, damit wieder bewiesen wird, daß politisch geschulte Arbeiter Disziplin zu halten oerstehen. Die Leipziger Klaggenaffäre. Zu den Boraängen an der Universität Leipzig am I.Mai teilt das sächsische Kultusministerium mit: Der Rektor habe es dem Ministe» rium gegenüber bedauert, daß er es nicht bei der versehentlich auf- gezogenen Reichsstagge habe bewenden lassen, kr habe versichert, nicht im entferntesten die Absicht gehobt zu haben, irgendwie poli- tisch demonstrieren zu wollen. Nach seiner Ansicht hat auch den Studenten, die aus Ersuchen beim Hissen der flagge behilflich waren, jede böse Absicht gefehlt. Das Kultusministerium wird dafür sorgen. daß sich derartige Vorkommnisse ans keine» Fall mehr wiederholen. Im übrigen jst die Untersuchung noch nicht abgeschlossen. Niedrigere Verzinsung der Awangsanleihe. Das Reichskabinett beschäftigte sich am Freitag mit dem vorliegenden Referentenentwurf des Gesetzes über die Zwangs- a n l e i h e. Der Entwurf soll demnächst dem Reichsrat zugehen. Als Stichtag ist der 31. Dezember d. I. vorgesehen, aber die Ein- schätzung dürste schon während des Sommers erfolgen. Bei der Festsetzung der Höhe des steuerfreien Vermögens wurde in dem Entwurf ein Unterschied gemacht zwischen den Kapitalrcntner» und den Besitzern von Sachwerten. Die ersteren dürften in bezug auf das steuerfreie Vermögen einige Erleichterungen erfahren. Die nach de» steuerfreien Iahren im Refercntenentwnrf vorgesehenen Zinssätze wurden auf Beschluß des Reichskabinetts herab- g- l- tz t.._ Maffenentlaffungen im Saargebiet. Im Saarbergbau ist eine schwere Krise ausgebrochen. Eni» gegen den noch vor kurzem gegebenen französischen Versprechungen, daß die Belegschaften auf den Saar gruben so vermehrt würden, daß die Förderung auf dos Doppelt« der Vorkriegszeit gebracht werden könne, sollen nunmehr, angeblicki wegen Absatzmangels, mehrere tausend Berglaute entlassen werden. Bei den VerHand- lungen mit den Gewerkschastsführern wurde von der Bergbauver- waltung der Vorschlag gemacht, di« außerhalb des Saargebiets woh� nenden Bergleute abzuschieben. Die Bergarbcitersührer pro- testierten gegen diese Maßnahme und machten eine Reihe von Vor- schlügen, um die Entlassungen zu vermeiden. Die Verhandlungen werden noch fortgesetzt. Außerdem hat die Regierungskommission am 21. April d. I. beschlossen, 1102 Elsenbahnarbeiter zu entlassen und 78 Beamtenstellen aufzugeben. Mit den Arbeiterentiossungen bei der Eisenbahn soll sofort begonnen werden. Sie sollen noch vor dem 1. Oktober d. I. zu Ende geführt sein. Die Zurücküberweisung überzähliger Beamter an die deutsche Ber- waltung soll bis 1; Juli 1922 erfolgen.' Lloyd George gegen die Annexion wilnas. fionmo, 5. Mai.(MTB.)„Echo' meldet: Die polnische Forde- rung nach internationaler Anerkennung des R i g a e r Vertrages der polnischen Einverleibungen Wilnas und O st g a l i< ziens wurde in der Sitzung der russischen Unterkommission am 1. Mai behandelt. Während der Verhandlungen äußerte sich Lloyd George zweimal kategorisch dahin, daß er die Grenz« Polens mit Rußland und Litauen als nicht festgelegt ansehe»n» daß diese Frage in bezog auf Litauen noch seiner Meinung ofsc.i bleibe, bis der Völkerbund rechtmäßig entschieden habe. Die polnische Cisendahnverwaltung gibt im D a n z i g e r Haupt- bahnhof Empfangsbescheinigungen für Handgepäck in ausschließlich polnischer Sprache aus. Roch polnischen Zeitungen existiert eine polnische Polizeiüberwachung im Danziger Freistaat. Anfragen im Senat betreffen beide Dinge. Die sehler.den Zahlungsbeleg«. Don unterrichteter Seite wird den PPR. geschrieben: In den bisherigen Sitzungen des Parlamcn- tarischen Untersuchungsausschusses, die sich mit der Weinasfäre des Minister Hermes b-fchäftigten, wurde wiederhol: der Antrag ge- stellt, die bei den Aften nicht befindlichen Zahlungsbeleae über die vier Weinsendungen des Ministers Hermes vorzulegen, da nur für die erste Sendung aus dem April 1929 ein solcher vorlag. Trotz der Zusage des Minister«, di« in seinem Privatbesitz und im Besitz des Ministeriums befindlichen Aktenstücke einzureichen, und trotz der Beschlagnahme aller einschlägigen Akten bei dem Winzerverband für Mosel, Saar und Ruwer, gelang es bis heute noch nicht, weiters Belege über ersolgte Zahlungen seitens des Ministers Hermes auf- zufinden. Herr Hermes hat dazu seinerseits behauptet— so zuletzt im Schreiben des Ernährungsministeriums vom 27. April 1922—, daß diese Zahlungsbelege sich bei den Aktien der Staats- anwaltschaft in dem Prozeß gegen die„Freiheit" befinden würden. Diese Akten sind inzwischen dem Untersuchungsausschuß vorgelegt worden und es wurde festgestellt, daßsich in ihnen außer dem oben- erwähnten Zahlungsbeleg über»99 M. für die erste Sendung kein einziger ZaUungsbeleg des Ministers Hermes an den Winzerver- band für Mosel, Saar und Ruwer befindet. Man wird danach wohl verstehen können, daß Herr Hermes es vor dem Untersuchung?- ausschuß sorgsam unterlassen hat, sich zu dieser Frage zu äußern. Die Düsseldorfer Konferenz der Neunerkammission der drei Internationalen ist von Friedrich Adler abgesagt worden. Adler be- gründet diesen Schritt in einem ausführlichen Schreiben, indem er die Unmöglichkeit der Zusammenkunft auf organisatorische Schwierig- ketten der 2. Internationale zurückführt und darauf hinweist, daß die verschärfte Verfolgung der Menschewiki und linken Sozialreoolu- tionäre in Rußtand und die Versuche zur Sprengung dex skandinavi- schen Arbeiterbewegung nicht geeignet seien, die psychologischen Bor- bedingungen für einen internationalen Arbeiterkongreß zu ver- bessern. Gerade darum aber hält Adler einen raschen Zusammentritt der Neuncrkommisston für notwendig.— Die ganze Angelegenheit soll bekanntlich auf deutschen Antrag in einer Sitzung des Exekutiv- komitees der 2. International« besprochen werden. Der Internationale 2'/> beigetreten ist die Socialist Party Nord. amerikas. Die deutsche Denkschrift über Arbeitslaflgteit. Die von der deutschen Delegation in Genua überreichte, vom ReichSarbeitS- Ministerium verfaßte Denkschrift über„Die Erwerbslosigkeit der Welt, ihre Wirkungen und ibre Bekämpfung' wird in der in den nächsten Tagen erscheinenden Nummer des Reichsarbeitsblatts zum Abdruck gebracht. Sonderabdrucke können durch das Bureau des Reichsamis für Arbeitsvermittlung, Berlin W.S, Luisenstr. 33-24, bezogen werde». Gewerkschaftsbewegung Generalversammlung der Holzarbeiter. Am 27. April fand die Jahres- Generalversammlung der Holz arbeiter statt. Der 1. Bevollmächtigte Freigang gab den Bericht über das verflossene Geschäftsjahr 1921. Er schilderte die Lage der Berliner Solzarbeiter zu Anfang 1921, die die denkbar schlechteste war. Die vollständige Produktionsstockung auf allen Gebieten wurde von den Arbeitgebern weidlich ausgenügt, um die Löhne auf das denkbar niedrigste Niveau herabzudrücken. Eine geringe Berbesserung der Geschäftslage machte sich erst zu Mitte des Jahres bemerkbar. Gleichzeitig damit setzten auch die Cohnkämpfe in allen Branchen ein, die ihren Höhepunkt in dem großen Kampf der Tischlereibetriebe erreichten. Wenn auch mit altgewohnter Entschloffenheit die Branchenfämpfe geführt wurden, so zeigte jedoch dieser zehnwöchentliche Kampf mit 10 000 Mitgliedern, daß die Hungerpeitsche der Holzindustriellen die Kampffraft der Berliner Kollegen nicht zu brechen vermag. Alle Träume der Arbeitgeber von einer Niederringung des Holzarbeiterverbandes zerstoben in nichts und alle Forderungen der Holzarbeiter wurden anerkannt. Ein Teil der Mitglieder glaubte, der politischen und ökonomischen Entwicklung besonders dienen zu können, wenn er der von Moskau aus: gehenden Parole 3erschlagung der Gewerkschafts= internationale Amsterdam" das Wort rede und sich darin praktisch betätiae. Der unglückselige Bruderzwist, der die politischen Barteien zur Ohnn.ccht verdammte, sollte auch an uns nicht vor übergehen. Heiß und leidenschaftlich wurde gekämpft und geftritten. I ..Hie Amsterdam Hie Moskau" war der Schlachtruf. Eine Funktionärversammlung beschloß, an die Gesamtmitgliedschaft zu appellieren, und so wurde durch Urabstimmung mit erdrückender Mehrheit der Streit entschieden. im Sinne Amfterdams In der dem Bericht folgenden Disfuffion erklärten sämtliche Redner, daß an der Tätigkeit der engeren Verwaltung nichts auszusetzen ist. Die bisherige Verwaltung wurde en bloc wiederge wählt. Ein Antrag, die engere Verwaltung durch Verhältniswahl je nach Barteiſtärke zu bestimmen, verfiel der Ablehnung. Nach Abgabe einer Erklärung, fich nur im Sinne der freigewerf schaftlichen Richtung zu betätigen, jeder Arbeiterzersplitterung energisch entgegenzutreten, gegen die Arbeitsgemeinschaften zu fämpfen und für die Industrieorganisationen einzutreten, wurden alle Angestellten wiedergewählt. 0 Zum Gewerkschaftstongreß wurde der 1. Bevollmächtigte Rollege Freiaang gewählt. Ein Antrag, Erhöhung der Beiträge auf 24 m., 20 m., 14 m., 9 m., 5 m. und 0,50 m., je nach dem Stundenlohn, wurde angenommen. Ebenfalls die Anträge auf Reorganisation, Anstellung eines Kollegen zur Vertretung bei Klagen vor den Arbeitergerichten, sowie der Antrag zum Gewerkschaftskongreß, Schaffung von Industrieorganisationen. Abgelehnt wurde der Antrag, Mittel für die Fortführung der gewerkschaftlichen Warenverfeifungsstelle zur Verfügung zu stellen, trotzdem darauf hingewiesen murde, daß den Holzarbeitern bei Verweigerung eines Darlehns zu hiefem 3med auch fein Recht zusteht, von den Bergünstigungen der Warenverteilungsstelle Gebrauch zu machen.( Diese Stellungnahme ift wohl mit auf den leidigen Umstand zurückzuführen, daß das Warenlager selten vollständig ist und viele Käufer wiederholt vergeblich fommen, wodurch unnüzer Zeitverlust entsteht und unnüze Fahrgeldausgaben.) Mai- Löhne in der Berliner Metallindustrie. In der Versammlung der Funktionäre aus den dem Verbande Berliner Metallindustrieller angeschlossenen Betrieben am Donnerstag im Kriegervereinebaus berichtete Ulrich über das Ergebnis der legten Lohnverhandlungen, das folgende Tarifftundenlöhne vom 1. Mai bis 4. Juni vorfieht: A. Für Arbeiter: Klaffe 1 1. Ueber 21 Jahre: Stundenlohn 17,45 bis 18,95 M. 2 17,15 18,35 Affordbasis 18.50. 17,90 " 3 16,85 16,65 AP 17,75 17,30 17,25 . 16,80 " P 16,45 16,90 16,45 245 126 5 2. on 18 bis 21 Jahre: 16,15 bis 17,65 M. 15,85 17,05 2 15,55 15,35 16,45 " 15,95 S 15,15 15,60 " 18,50 m. 17,90 17,30 16,80 16.45. 3. Für Jugendliche unter 18 Jahre: Jm Alter von 14 bis 15 Jahre 15 16 M 16 " 17 17 18 AP " Einstellungslohn 10 Pfennig weniger. B. Für Arbeiterinnen: 8,60 m. 9,10 10, 11, " 1. Für solche mit abgeschlossener Lehrzeit, bei gleichen Leistungen mie die Arbeiter die gleichen Stundenlöhne und Akkordbasen, sonst 75 Broz. derselben. 2. Für solche, die nicht unter Biffer 1, 3 und 4 fallen, bei gleicher Leistung wie die Arbeiter 70 Broz. der Arbeiterlöhne. 3. Solche an Maschinen und Handarbeiterinnen, deren Leistungen nicht mit denen der Arbeiter vergleichbar sind: leber 21 Jahre 11,50 bis 11,95 M., Alfordbasis 11,75 M. bon 18 bis 21 Jahre: 11,20 bis 11,65 M., Affordbasis 11.75 M. In der Glüblampenindustrie, in der Altersklasse über 21 Jahre 11,50 bis 11,95 M., Affordbasis in Gruppe I 11,95 M., in Gruppe II 11,75 M., von 18 bis 21 Jahren: 11,20 bis 11,65 M., Affordbasis wie bei über 21 Jahre: für jugendliche Arbeiterinnen unter 18 Jahren betragen die Stundenlöbne 8,30, 8,70, 9,30 und 9,80 in den vier Altersstufen, der Einstellungslohn ist 10 Pf. weniger. Generalversammlung der Maler. Die Sprlfreinigungsarbetter haben etne Lohnerhöhung von wöchentlich 100 M., für Frauen 75 M. erzielt. Die Löbne betragen ab 1. Mai für Gelernte 920 m. wöchentlich, für Ungelernte 910 Brauerei- und Mühlenarbeiter getroffen hat, gilt bis 15. Mai. und für Frauen 675 M. Das Abkommen, das der Verband der Die Generalversammlung der Filiale Berlin am Sonntag im Gewerkschaftshaus" beschäftigte sich mit dem Jahresbericht und mit den Wahlen zum Vorstand. Der Vorsitzende Bö zer erläuterte den in dem letzten Jahre notwendigen Lohnfämpfe außerordentlich ergedruckt vorliegenden Jahresbericht. Er hob u. a. hervor, daß die Der Streit der Straßenbahner in Breslau wurde nach dreischwert wurden durch die schon seit Kriegsende anhaltende Arbeitswöchiger Dauer gestern nachmittag gegen zwei Stimmen als beendet losigkeit. Trotzdem war es möglich, im vergangenen Jahr eine erklärt. Die Arbeit wird heute wieder aufgenommen. fünfmalige Lohnerhöhung zu erzielen, wodurch sich der Lohn nach dem Reichstarifvertrag von 5,90 auf 10,75 m. bis zum Ende 1921 „ Die höchstbezahlte Arbeiterkategorie in Deutschland," die fteigerte. Augenblicklich wird ein Lohn von 20 m. gezahlt. Es war Arbeiter der Leipziger Rauchwertfärbereien und fomit möglich, ohne Streit die Löhne denen im Baugewerbe zurichtereien, etwa 3000 an 3ahl, wovon 1200 Arbeiter der anzupassen. Auch in den übrigen Branchen war es fast immer Rauchwarenzurichterei in Markranstädt, steht, wie" B. T." und möglich, durch Verhandlungen entsprechende Lohnerhöhungen" Konfektionär" berichten, seit zwei Tagen im Streif. Der Höchst. zu erzielen. Nur in einigen Fällen mußte zum Streit gegriffen 2600 m. betragen. Es wird allerdings zugegeben, daß dieser wochenverdienst der Akkordarbeiter habe in voriger Woche mit 506 Beteiligten, die eine Unterstügung von 225 402,60 m. er: der Durchschnitt erheblich über den Löhnen der übrigen Arbeiter. werden. Es wurden 38 Streitbewegungen geführt in 108 Betrieben Wochenlohn nicht von allen Arbeitern erreicht wird, doch stehe auch forderten. Eine Fülle von Kleinarbeit war zu erledigen; fie dürfe aber nicht dazu führen, die großen Gesichtspunkte aus dem Daß diese Arbeiter großen gesundheitlichen Schädi Auge zu verlieren. gungen ausgesetzt sind und nur in Affordarbeit bei außerordentlich günstiger Konjunktur, der eine Periode der Flaue folgt, ganz ausnahmsweise zu solchen Löhnen kommen, wird nicht gesagt. Die Durchführung des Betriebsräte gefeges fowie die ueberwachung der Verordnung vom 12. Februar 1920 und anderer Geseze zum Schuße der Arbeiter war, wie auch in den Vorjahren, Die Bauarbeiter im rheinisch- westfälischen Industriegebiet haben immer noch mit Schwierigkeiten verknüpft, so daß in zirka 140 Fällen mußte. Lohn- und Arbeitsstreitigkeiten, die durch persönliche Bernommen. Erklären sich auch die Unternehmer damit einverstanden, der Schlichtungsausschuß in Anspruch genommen werden den vom Reichsarbeitsministerium gefällten Schiedsspruch angehandlungen nicht beigelegt werden konnten, wurden in 65 Fällen dann dürfte damit die Aussperrung, von der etwa ein Drittel aller por ordentlichen Gerichten ausgetragen, wovon einige Fälle Bauarbeiter im Industriegebiet betroffen war, beendet sein. Dazu noch beim Landgericht schweben. Die Arbeiterschutzbestimmungen. wäre es höchste Zeit, wenn die Unternehmer verhüten wollen, daß insbesondere die Bundesratsverordnung zum Schuhe gegen Blei noch mehr Bauarbeiter zur Industrie abwandern. pergiftung, werden von den Arbeitgebern immer wieder übertreten, so daß öfter die Gewerbeinspektionen angerufen werden mußten. Der Lehrlingsfrage wurde größere Beachtung gewidmet und ist auch hierin ein erfreulicher Aufstieg zu verzeichnen. Die Mitgliederzahl stieg von 4708 im Vorjahre auf 5192. Die Fluktuation hat etwas nachgelassen, wodurch die Kassenverhält nisse nicht unwesentlich verbessert wurden. Leider hat die auf die Gewerkschaftszentrale in Indien. Die indischen Gewerkschaften praktische Arbeit eingestellte Tätigkeit des Vorstandes nicht haben eine gemeinsame Organisation( Central Labour Board) ge immer die genügende Unterstützung der Gesamtmitgliedschaft geschaffen, die den Zweck verfolgt, die Tätigkeit der Gewerkschaften funden, was sich darin äußerte, daß der größte Teil der vielen Ber- unter Beibehaltung ihrer Autonomie von einer zentralen Stelle aus fammlungen im letzten Jahre die ihnen übertragenen Aufgaben nicht zu beeinflussen.. Das Programm dieses Zentralrates umfaßt außerbewältigen fonnten, weil die Kommunisten in diesen Versamm- dem Förderung des Bildungswesens und strebt verschiedene soziale lungen ihr Parteisüppchen kochen wollten. Reformen an, die sich im Rahmen der heutigen Ordnung bewegen. Berband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Montag 4½ Uhr im Ge. werkschaftshaus( Großer Saal), Engelufer 25, Branchenversammlung aller in Buchbindereien und Geschäftsbuchfabriken beschäftigten Mitglieder. Bericht von den Tarifverhandlungen. Die Branchenleitung. In der darauffolgenden. Disfuffion über den Jahresbericht fam dies auch wieder sehr scharf zum Ausdruck. Die Kommunisten, die alles aufgeboten hatten, in dieser Versammlung die Geschäftsleitung der Filiale an sich zu reißen, betonten ausdrücklich, daß sie an der fachlichen Tätigkeit des Bgrstandes nichts auszusehen hätten. Die fachlichen Tätigkeit des Vorstandes nichts auszusehen hätten. Die einsichtigen Mitglieder gaben ihnen die richtige Antwort, indem sie mit großer Majorität den bisherigen Vorsitzenden özer und fämtliche übrigen Borstandsmitglieder wiederwählten. Das durch den Ausschluß des Kommunisten Sellheim erledigte Mandat für den Verbandsbeirat wurde dem Kollegen Haberland übertragen. Durch die Sabotage der Kommunisten nahmen die Wahlen mehrere Stunden in Anspruch, so daß einige sehr wichtige Punkte vertagt werden mußten. Mai- Löhne für Kellerarbeiter. Eine Urabffimmung im englischen Bergarbeiterverband über die Vorschläge der Unternehmer ist im Gange. Das erste Ergebnis liegt aus dem Bezirk Clydes vor, wo diese Vorschläge mit zweidrittelmehrheit abgelehnt wurden. Zwei Bezirke iprachen sich mit geringer Mehrheit dafür aus. Im Bezirk Liverpool wurde ebens falls dagegen gestimmt, im Verhältnis 20 zu 1. Aus der Betriebsräte- Praxis. Der Sekretär der Betriebsrätezentrale des ADG B. und des Af 2.Bundes, Genosse Clemens Rörpel, hat sich der dankens werten Aufgabe unterzogen, die mit der Anwendung und der Durch führung des Betriebsrätegeseges bisher gemachten praktischen Erfahrungen zu veröffentlichen und sie so den Belegschaften zugänglich zu machen und den Betriebsvertretungen für die tägliche Kleinarbeit Material in die Hand zu geben. Die im Verlage der Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. 68, erscheinende Arbeit zerfällt in drei Teile. Der erste Teil ist als Leitfaden durch das Betriebsrätegesetz fürzlich erschienen und zum Preise von Die Kellerarbeiter, Arbeiterinnen, Kutscher, Kraftwagenführer 15 M. zu beziehen. In seinen vier Abschnitten werden auf 102 Seiten und Jugendlichen waren am Donnerstag in den Zentralfestsälen Wahlverfahren und Aufbau der Betriebsvertretungen beversammelt. Liebenov vom Transportarbeiterverband be- handelt, Geschäftsführung, gemerffchaftliche und richtete. Für April war ein Ausgleich von 1000 M. und ein Zufoziale Aufgaben und schließlich die wirtschaftlichen falag von 50 Prog. auf die April- Löhne gefordert. Die erste Ver- Aufgaben. handlung mit dem Arbeitgeberbund der Getränkeindustrien verlief Der demnächst erscheinende, ebenfalls für sich abgeschlossene ergebnislos. In der zweiten Verhandlung am 4. Mai wurden meite Teil des Werkes wird in geordneter Darstellung eine nach längeren gegenseitigen Auseinanderlegungen zugestanden: Sammlung von Urteilen, Bescheiden, Entscheidungen und Schieds200 m. pro Woche für Arbeiter und 150 m. für Arbeiterinnen, fprüchen enthalten, wie sie die Rechtsprechung und Auslegung des während für die Jugendlichen ebenfalle Zulagen gemacht wurden. Betriebsrätegesetzes zeitiate. Mit Hilfe diefes Materials ist es mög In der Diskussion verurteilten fast alle Redner die Ablehnung lich, sich bei allen Streitigkeiten auf den Inhalt und Sinn bereits des Aprilausgleichs. Die meisten Rebner waren für Ablehnung entschiedener Streitfragen zu stüßen und zur Vereinheitlichung der der Borschläge der Arbeitgeber. Die Lohnfommission dagegen ver- Rechtsprechung beitragen zu können. trat den Standpunkt, da weitere Lohnerhöhungen nicht zu erreichen Die Schrift soll weder einen Kommentar zum Betriebsrätegeseh waren, seien die Vorschläge anzunehmen. In der Abstimmung oder die Ausführungsbestimmungen hierzu ersetzen, sondern die biswurden die neuen Lohnfäße für den Monat Mai mit geringer her erschienenen Schriften ergänzen. Neben Flatoms KomMajorität anerkannt. Gebrudte Eremplare sind im Verbandsbureau, mentar zum Betriebsrätegesez wird daher jeder Betriebsrat des vorliegenden Buches bedürfen, das in Sinn und Wesen des Gesetzes Engelufer 24/25, Zimmer 38, v. II, zu haben. einführt und auch dem erfahrenen Betriebsrat wertvolle Aufschlüsse gibt. Es zeigt die Systematik des Gesezes sowie seine Gliederung und bringt in dieser Form alles, was jeder vorwärtsstræbende Arbeits nehmer über die ihm aus dem Gesez zustehenden Rechte, Pflichten und Möglichkeiten wiffen muß. Die genauere Kenntnis der Gesezespraris gibt den Belegschaften die Möglichkeit, alle Vorteile, die ihnen das Gesetz bietet, zu erfaffen und verhütet jede Kraftvergeudung durch überflüssige Streitigkeiten. Deshalb wünschen wir der Arbeit von Nörpel recht viele aufmerksamen Lefer. Die SPD.- Metallarbeiter nahmen gestern in den Sophienfälen Stellung zu der Situation, die sich für die Wahl zum Gewerkschaftsfongreß ergeben hat. Genosse Thiele berichtete über die Verhandlungen mit der USP.- Fraftion. Unsere Frattion war der Auffassung, daß bei diesen Verhandlungen nur die Anhänger der Amsterdamer Internationale in Frage fämen. Als unsere Vertreter aber zu den Beratungen famen, fanden sie auch die Vertreter der Moskauer Richtung vor. Dem Vorschlag der USB., von jeder der drei Parteien 10 Kandidaten auf die Liste zu sehen, fonn ten unsere Vertreter ihre Zustimmung nicht geben. Der Beschluß der Funktionäre der SPD.- Metallarbeiter sollte entscheiden. Die Konferenz der Funktionäre lehnte die Drei- Parteienliste einstimmig ab. Denn die Vertreter der Moskauer Richtung wollen nicht zum Leipziger Kongreß, um dort ehrlich und aufrichtig mitzucrbeiten, sondern lediglich zu dem Zweck, um die Moskauer Pläne zu for tern, Radau zu machen und die Arbeiten des Kongresses zu sabotieren. Auf unseren Beschluß hin hat die Delegiertenversammlung der Berliner Verwaltungsstelle bekanntlich den Pakt zwischen UEB. und KPD. besiegelt und es uns unmöglich gemacht, eine eigene Liste aufzustellen. Jetzt haben wir das Schauspiel, daß Amsterdamer und Moskauer zusammen gegen Amsterdamer stehen. In der Diskussion wurde das Verhalten der USPD.Frattion scharf gegeißelt stimmige Annahme:" Die Versammlung ist der Auffassung, daß Folgende Entschließung fand einfie nach dem Verhalter der unabhängigen Verwaltung der Berliner Ortsverwaltung ihren Mitgliedern nur empfehlen kann, sich bei der Wahl zum Gewertschaftstongreß der Stimme Berheiratete Arbeiter erhalten außerdem eine Ehefrauengulage zu enthalten." bon 1 M. und eine Kinderzulage für jedes Kind bis zum 14. Lebensjahr bon 1,50 M., beides für jede tatsächlich geleistete Arbeitsstunde. Die Bäder, Konditoren und verwandten Berufe Berlins Der Rahmenvertrag sieht ferner eine Ausgleichszulage wählen am Sonntag ibre Delegierten zum Gewerkschaftsfongreß. vor, die in der Alaffe I bis zu 2 M., in der Klasse II bis zu Die Bedeutung der Wahlen nochmals hier zu betonen, erübrigt sich 1,50 M. je Stunde beträgt. Die Attorblöhne sind besonders für unsere Genossen. Losung ist aber: Auf zur Wahl! Wer geregelt. ist zu wählen? Männer, welche auf dem Boden der In eingehender Aussprache machten fich Stimmen gegen die Amsterdamer Internationale stehen. Wer ist dies nicht? Die borgesehenen Vereinbarungen geltend, da die Spanne zwischen den Kommunisten, die Bellenbauer" sind und die Gewerkschaften Löhnen der gelernten und der ungelernten Arbeiter zu weit gebe. zersplittern wollen. Die Kommunisten vertreten nicht die Sache Demgegenüber wurde nachgewiesen, daß die Spanne von 17 auf der Gewerkschaften, sondern folgen den Parolen des russischen 11 Broj. vermindert sei. Regierungsorgans in Berlin, der Roten Fahne". Darum wählt eine Kommunisten! Streicht auf den Stimmzettel als erste: Leps- Rudolstadt, Mettin Halle, Riegel Berlin, da diese nur Diener von Moskau find. Namens des Metalllartells empfahl rich, die Vereinbarungen anzunehmen, was denn auch mit übergroßer Mehr heit beschlossen wurde. BRAND " Dne noundmwoolle Berantw. für den redalt. Teil: Franz Klübs. Berlin- Lichterfelbe; für An. Borwärts- Buchdruderei u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3. zeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Sierzu 1 Beilage. DUNLOP Gummibereifung Die Weltmarke bürgt für Qualität! M. SCHULMEISTER M.Schulmeister KOTTBUSER TOR Merven Kraben Kleidung ser Tur Herrenanzüge v.1375-3500 M. Herrenschlüpfer v.1450-3000 M. // Regenmäntel // Dujourdin Weinbround Deutsche Dujardin u. Lo., J. m. b. H. vorm. Gebr. Melcher. Gegr. 1810 Uerdingen a. Rhein Nr.212ZH. Jahrgang HeilagZ des Vorwärts Sonnabenö, Ken S. Mai 1922 Sonntägliche wanöerziele. Zum Sxerenberger Gipsberg. Vom Potsdamer Ringbahnhof fahren wir mit dem Vorortzug bis Zossen. Das Städlchen liegt links vom Bahnhof, am Rotte- kanal. der vom Mellensee im Süden nach Königswusterhausen geht. Ursprünglich gehörte die Herrschaft Zossen zur Niederlausitz, erst 140Ö kam sie an Brandenburg. Von dem alten Schloß sind noch einige Ueberreste vorhanden: sie liegen am rechten Ufer des Rotte- kanals. Auf per Chaussee wandern wir durch Felder und Riede- rungen, zuletzt durch Nadelwald zum Dorf Mellen, am Nordende des Mellensees. Durch das Dorf hindurch geht es über den Rotte- konai, der hier den See verläßt, und zur ehemaligen Militäreisen- bahn. Diesseits der Dahn wenden wir uns links und hoben bald die Chaussee erreicht, die uns in der Nähe des Mellensees und der Äiausdorfer Ziegeleien vorüber nach K l a u s d o r f bringt. Von hier kommen wir rechts an den K5 Meter hohen(28 Meter über dem Spiegel des Mellensees) Spitzbergen vorbei und durch die � Sperenberger Heide nach S p e r e n b er g, das durch das Gips- vorkommen in der Nähe seit langer Zeit bedeutungsvoll ist. Wir befinden uns hier an einem der wenigen Punkte des nord- deutschen Tieflands, wo ein erdgeschichtlich altes Gestein als sester Fels die lockere Decke der jüngeren Ablagerungen durchdringt. Um den Gips zu gewinnen, wird der Felsen angebohrt und gesprengt. Alsdann werden die Blöcke mit der Spitzhacke zerkleinert und kommen in die Wasch- und Sortiertrommeln. Hier wird das Gipsgestein von den fremden Beimengungen, Erde, Lehm usw. befreit und nach Größe sortiert. Darauf wird der nicht sogleich gebrauchte Gips durch eine Seilbahn auf die Halde befördert, von wo er später nach Be- darf abgefahren wird. Der übrige Gips kommt durch eine andere Seilbahn in die am Bahnhof Spcrcnberg gelegene Fabrik, um hier verarbeitet zu werden. In der Gipsfabrit wird der Gips zunächst zu Pulver zerkleinert und wandert dann in die Kocher, wo bei 180 Grad Wärme der größte Teil des Wassers entweicht. Aus dem Kocher kommt der Gips in den Kühlraum und dann in Feinmühlen, die ihn zu ganz feinem Pulver zermahlsn. Alsdann wird er in Säcke verpackt und ist nun zum Versand fertig. Die Gipsbrüche liegen am Norduser des Krummen Sees. In den See mündet die 300 Meter lange Röhrenleitung, die das schmutzige Abflußwasser aus der Gipswäsche fortschafft. An der Mündungsstelle hat sich der feine Schutt zw einem mächtigen Delta abgelagert, das sich weit in den See vorschiebt. Die aus einem Bohrloch im Gipsbruch ent- springende Salzquelle fließt ebenfalls in den Krummen See, besten Master dadurch stark salzhaltig geworden ist. Durch das Dorf Sperenberg wandern wir zum Bahnhof. Der- schiedene Häuser des Dorfs sind aus Gipssteinen erbaut. Der Gips wird in den Gegenden, wo er„ansteht", häufig als Baustein ver- wandt: er ist ober gegen die Witterungseinflüste nicht sehr be- ständig. Von Sperenberg fahren wir nach Zossen und von hier mit der Vorortbahn nach Berlin zurück. Zeitdauer(ohne Besichtigung) 4 Stunden. Durch die Spanöauer§orst. Wir beginnen unsere Wanderung in Spandau. Vom Haupt- bahnhof kommen wir über den Stresowplatz zur Charlottenbrücke. Stromaufwärts sehen wir den Zusammenfluß von Spree und Havel. Durch die Charlotten- und Breitestraße gelangen wir zum Markt mit dem alten Rathaus. Das neue Rathaus, von 1910 bis 1913 erbaut, liegt links, am Ende der Potsdamer Straße. Wir gehen rechts durch die Potsdamer Straße zur Nikolaikirche, die wohl das älteste Bauwerk Spandaus ist und aus dem 14. Jahrhundert stammt. Durch die Havelstraße und den Behnitz wird die Schleuse erreicht. Jenseits liegt die Zitadelle mit dem Iuliusturm. Die Reuendorfer und Schönwalder Straße bringt uns zum Fehrbclliner Tor. Weiter zum Stadtpark und zur Kleinbahn nach Bötzow. 5)ier liegt das Johannes-Stift, ein Erziehungsheim, das sich bis 1910 in Plötzsnsee befand. Wir folgen jetzt der Schönwalder Chaustse durch die schöne Spandauer Stadtforst. Am Ende der Forst führt die Steinerne Brücke über den Niederneuendorfer Kanal, der sich durch das Ihavelluch hinzieht. Jenseits des Kanals kommen wir so- gleich wieder in den Wald und haben in kurzer Zeit den Schwanen- k r u g erreicht. Nachdem uns die Chaustee über eine schmale Niederung geführt hat, verlassen wir sie am Waldrand nach rechts und sind nach kurzer Wanderung in Schönwalde. Vor der Kirche wenden wir uns rechts auf der Straße nach Bötzow zum Dorf hinaus. Durch Wiese und Wald führt der Weg, bis wir nach etwa SO Minuten den Rand einer weiten Niederung erreichen, auf deren jenseitigem User Bötzow liegt. Hier oerlasten wir die Chaustee nach.rechts auf dem Jungfern- Damm, der uns über die Spandau-Bötzower Kleinbahn zur Block- brücke bringt, die über den Muhrgraben führt. Rechts liegt Forst- Haus B l o ck b r ü ck. Der Weg führt weiter durch die Forst Falken- Hagen. Bald haben wir Hennigsdorf erreicht, von wo aus wir die Rückfahrt über Tegel nach Berlin antreten. Zeitdauer(ohne Auf- enthalt in Spandau) etwa S Stunden. Wie wind das Sonntagswetter? Nach außerordentlich starten Repgng&ssen, mit denen am Anfang dieser Woche ein großes Tiefdruckgebiet das Deutsohe Reich von Süden nach Norden durchzog, klärte sich das Wetter uwischen Dienstag und Mittwoch früh in vielen Gegenden auf, aber schon im Laufe des Mittwochs drang ein noch umfangreicheres Tief vom Atlantischen Ozean nach der schottischen Westküste, dann langsam weiter nordostwärts vor. Bei seiner Annäherung traten in ganz Deutschland etwas mildere Südwestwinde und westlich der Elbe in der Nacht zum Donnerstag neue Regenfälle ein, die sich am Tage weiter ostwärts fortpflanzten. Am Freitag morgen lag das atlantische Tiefdruckgebiet, in dessen Mitte das Barometer bis auf 740 mm gesunken war, zwischen den Öhettlands und Faröern. An seiner Südseite bildete sich ein kleines Teiltief aus, das mittags durch Deutschland hindurcheilte. In seiner Bogleitung fanden in Berlin und vielen anderen Orten Gewitter und heftige Regen— oder Hagelschauer statt. Jetzt scheint ein in Südwest und Mitteleuropa befindliches Hochdruckgebiet etwas weiter nach Norden vorzudringen. Vermutlich werden sich aber in England und auf der Nordsee weitere Teiltiefe entwickeln und rasch hinter einander nordostwärts oder ostnordostwärts weiterziehen. Bei ziemlich frischen ztviischen Kildtvest und Vordivost Nchtvunkcnden Winden hnhen tvir daher für Sonnabend und Monntas:' noch mehrmaligen Wccfaael zwiMchen Kegeneichaaern und j�onnenischein zn erwarten, wobei die Temperatur zunüclist etwas•inlcen, später wieder iung-sam steigen dürfte. Serliner Haushaltplan für 1�20. Das erste Rechnungsjahr der neuen Stadtgemeinde. Das Ergebnis des ersten Rechnungsjahres des einheitlichen Berlin ist nach gründlicher Durcharbeitung nunmehr fest- gestellt worden. Es weift, wie aus der vom Magistrat zugegangenen Mitteilung ersichtlich ist, erhebliche Fehlbeträge auf. Der Gefamtbaushaliplan für 1920 konnte erst am Schlüsse dieses Rechnungsjahres auf Grund der Voranschläge, die die Einzel- gemeinden nach ihren bisherigen Grundsätzen aufgestellt hatten, und nach denen die bisherigen Gemeindevorstände die Verwaltung noch während des größten Teils des Jahres(über den 1. Oktober 1920 hinaus) geführt hatten, festgestellt werden. Dementsprechend zeigen die Rechnungsabschlüsse der früheren Gemeindekassen zahlreiche Ver- schiedenheiten nicht nur in bezug auf die äußere Form, sondern auch grundsätzlicher Art. Sie mußten daher, um ein möglichst gleich- mäßiges Abschlußergebnis zu erzielen, nachträglich nach ein- heitlichen Gesichtspunkten umgestaltet werden. Der vorläufige Abschluß entspricht im Endergebnis dem damals er- mittelten, der einen ungedeckten Fehlbetrag von rund 4 0 0 Millionen ergab. Die zentralistcrten Werke werden im ganzen um 13,02 Millionen ungünstiger abschließen(günsti- g e r. Gas 41,50, Wasser 0,49, Elektrizität 16,56, Forsten 1,95; ungünstiger: Kanalisation und Güter 10,86, Vieh- und Schiacht- Höfe 6,24, Höfen 2,12, Straßenbahnen 51,38, Schnellhahnen 2,78, Anschaffungsamt 0,14). Bei den Steuern sind 36,57 Millionen mehr zu erwarten. Der Rest entfällt auf die Kämmereiverwal- tungen und die nichtzentralisierten Werke. Man lacht auf dem Soulevarö... Bestrafung eines anlifemikischen Verleumders. Die Beleidigung eines Vertreters des Aus- wärtigen Amtes in Paris führte den Redakteur Jobs Zimmermann gestern vor die Strafkammer des Landgerichts l. Die Anklage bezog sich auf einen Artikel des„Deutschen Abend- blattes" unter der Ueberschrift:„He rr Seliger reist, man lachtaufdemBoulevard." Der beleidigte Leiter einer Unterabteilung des Auswärtigen Amtes ist mit dem Titel„Gesandter mtd bevollmächtigter Minister" damit betraut, bei Verhandlungen über die Aussübrunq bestimmter Festsetzungen des Dersailler Friedensvertrages das Auswärtige Amt zu vertreten und hat daher wiederholt Reisen nach Paris zu unternehmen. Er nimmt dazu Sekretärinnen und eine Dol- metscherin mit. In dem Artikel wurde sein Auftreten in� Paris kritisiert: es wurde erzählt, daß er einen Stab von 4 Sekretärinnen mitnehme, die dafür sorgen, daß der Frohsinn in seinen Räumen nicht aussterbe. Es wird glossiert, daß ein Vertreter des Deutschen Reiche? ausgerechnet im„Hotel Jena" Quartier nehme: dort werde stets ein Salon für ihn bereitgestellt mit einem Schtofzimmer rechts und einem solchen links. In dem einen schlafe Herr Seliger und in dem anderen seine Sekretärin. Es fei bedauerlich, daß auf solche Weise Deutsch- land im Auslande der Lächerlichkeit ausgesetzt werde.— Der Beleidigte war gestern früh einsge Stunden vor dem Termin aus Paris hier angekommen, um unter seinem Eide Zeugnis für d'e Unrichtigkeit der beleidigenden Behauptungen abzulegen. �Er meinte, der Verfasser fei wohl durch den Namen„Seliger" irrtüm- lichsrweife zu der Meinung gekommen, daß er jüdischer Her- kunft sei: der Artikel sei nach seiner Meinung aus antisemi« tischer Tendenz geschrieben. Das Quartier im„Hotel Jena" wurde nicht von ihm gemietet, sondern von seiner vorgesetzten Be- Hörde. Es sei ein sehr großes Hotel, aus mehreren Gebäuden bet stehend und sehr voll. Ein anderes Arrangement, um die Sekretärw in der Nähe zu haben, sei nicht möglich gewesen. Er versichere unter seinem Eide, daß er mit seinen Sekretärinnen niemals in einen unerlaubten Verkehr mit unreinem oder schmutzigem Beigeschmack getreten sei. Er weise es entschieden zurück', daß er sich bei seinem Zlustreten in der Reparotions- kommission oder sonst lächerlich gemacht und dadurch Deutschland geschädigt habe. Staatsanwaltschaftsrat Dr. V u r ch a r d t ging davon aus. daß der Artikel aus der antisemitischen Tendenz des Blattes zu erklären sei. Es handle sich um eine schwere B c- leidigung eines Vertreters des Deutschen Reiches 46) Die Macht der Lüge. Roman von Johann Dojer. Allmählich war es dunkel geworden, daß die großen Hängelampen über dem Tisch angezündet werden mußten. Und obwohl es nur Fruchtwein gab, war die Stimmung doch hoch gestiegen, und die meisten Köpfe leuchteten rot im Lampen- schein, das Gespräch wurde lebhaft, Gelächter erdröhnte. Die beiden Geschworenen saßen ganz unten am Tisch, und jetzt sagte der eine vorsichtig zum anderen:„Ist es wohl nicht mehr Brauch, daß man den Ehrengast durch den Saal trägt?" „Wir wollen abwarten," meinte der andere vorsichtig. „Wie nannten wir dach den Norby damals auf der land- wirtschaftlichen Schule?" „Dicker!" sagte der andere, und nahm heimlich einen Knochen in die Hand. Der erste sing an zu kichern. Es war so lustig, daß sie ein- mal mit Norby gute Kameraden gewesen waren und ihn den Dicken genannt hatten. Als jetzt Norby an sein Glas schlug, wurde alles still. Er erhob sich mit etwas rotem Kopf und blickte erst auf Marit und dann über die Versammlung. Seine Stimme klang be» legt, als er sagte:„Ich möchte für mich und meine Frau Dank sagen. Und dann möchte ich euch bitten, ein Glas auf die zu trinken, an die ich heute abend besonders denken muß, unsere Geschworenen!" Und beim Anstoßen rief Frau Thora be- geistert:„Es leben die Geschworenen, es lebe unsere Gerichts- barkeitl" Das fand großen Beifall, und der Sägemüller leitete auch jetzt die Begeisterung mit seinem hipp, hipp, Hurra. Und gleich darauf stand der eine der Geschworenen auf und sagte: „Komm', jetzt nehmen wir ihn!" „Ach, laß uns noch warten," schlug der andere vor.„Nein," sagte der erste—„wir wollen den Leuten zeigen, daß wir uns um Wangens Beschuldigung, wegen der Parteilichkest, nicht kümmern." Da stand auch der andere auf, und sie schlichen sich beide hin zu Norby, um ihn auf ihre Anne zu nehmen. Erst leistete der Alte energisch Widerstand. Aber als der eine der Ge- fchworenen sagte:„Komm, Dicker!" da kamen ihm die alten Erinnerungen, und er lachte und gab nach. Die Versammlung jubelte, als er herumgetragen wurde. Nachdem er wohlbe- aalten wieder an seinem Platz angekommen war, erhob sich Frau Thora und sagte zu einer jungen Bauersfrau:„Jetzt kommt Frau Norby dran!" Und sie eilten hin und trugen Marit auf den Armen, und die Stimmung stieg immer höher. Aber dem Sägcmüller ging es schließlich kläglich. Wäh- rend die Stimmung der anderen beim Essen und Frucht- champagner stieg, fühlte er sich immer flauer, und er flüsterte dem Amtsrichter zu:„Glauben Sie nicht, daß wir wenigstens zum Kaffee etwas Ordentliches bekommen?" Der Amtsrichter schüttelte den Kopf, und der Sägemüller stieß einen tiefen Seufzer aus und trocknete sich den Schweiß von der Stirn. „Du," sagte Norby zu seiner Frau—„ist es nicht merk- würdig, daß Herluffen nicht hier ist?" „Schlingel," flüsterte Marit und mußte lachen. Auch Norby gluckste vor Lachen. Neue Redner traten auf, am besten sptach ein junger Schullehrer aufs Vaterland. Danach sangen sie stehend mehr- stimmig die Volkshymne. Und endlich erhob sich auch Pastor Borring. Er wußte, daß alle eine Rede von ihm erwarteteen. Obgleich er sein Erscheinen wohl erwogen hatte, fühlte er sich seltsam beklommen— Nachdem Wangen dem Gericht einen gefälschten Brief vorgelegt hatte, war er freilich überzeugt, daß seine erste Annahme die richtige gewesen war, und Lars Klevens Beichte nur die fixe Idee ienes Sterbenden. Und doch konnte er nicht anders, er mußte immerfort an Wangen denken, und zu aller Verwunderung begann er jetzt von ihm zu sprechen. Er bat die Versammlung, auch dem unglücklichen Schul- digen einen mitleidigen Gedanken zu senden. Heute abend war hier mit Recht gesagt worden, nian müsse um jeden Un- schuldigen einen Ring bilden. Schön! Aber laßt uns gleich- zeitig— wenn auch nur im Geiste— auch um den einen Ring bilden, der schuldig ist. Er vor allem bedarf der Aufrichtung und Hilfe. Und seine Frau... Aber hier konnte der Pastor nicht weiter. Er setzte sich. Vielen standen die Tränen in den Augen. Und von neuem gab es eine Ueberraschung, als Norby an sein Glas schlug und aufstand:„Ich schlage vor," sagte er— „daß wir eine Sammelliste für Frau Wangen auslegen. Ich werde nach schwachen Kräften das meine beitragen! Wir müssen bedenken, daß sie völlig mittellos und mit drei Kindern zurückgeblieben ist!" Als er sich gesetzt hatte, entstand eine Pause. Mehrere. blickten sich an, als wollten sie sagen:„Es ist und bleibt doch etwas Besonderes!" 26. Man war mit dem Nachtisch fertig, der Kasiee kam, und bald plauderte man unter Rauchwolken. „Wissen Sie Herr Amtsrichter," sagte Frau Thora zu ihrem Tischherrn—'„wem Norby ähnlich sieht?" Der Richter blickte auf ihn, die Zigarette im Mund und antwortete:„Nein— doch, das heißt.. „Sehen Sie denn nicht die Aehnlichkeit mit Garibaldi?" „Doch, wirklich, Sie haben recht," sagte der Amtsrichter. Und an der ganzen Tafel drehte, sich das lebhafte Gespräch ausschließlich um Norby. Das kam ganz von selbst. Zwei Landwirte erzählten von dem letzten Aufenthalt des Königs in dieser Gegend. Da sei Norby ganz ruhig auf ihn zuge- gangen, habe ihm die Hand gereicht und ihn hier in der Ge- meinde willkommen geweißen. Einar mußte der Frau des Amtmannes von seiner Großmutter erzählen. Jngeborg wurde über ihre Mutter ausgefragt, der Amtsrichter pries Norby als vorzüglichen Bostonspieler. Der Vorsteher einer Landgesell- schaft erzählte von einer Landaufteilungssache, bei der Norby Obmann gewesen, und berichtete, wie gut er den Leuten zu- zureden verstand. Der Arzt sprach über Norbys Kopfform und namentlich über die rassige Stirn.— Sein Lob war in aller Munde, jeder grub aus der Erinnerung kleine sympathische Züge hervor und erzählte sie.— Es war, als würde der Alte dort immer höher und höher gehoben, getragen von all dem, was heute abend hier geweint, gesungen, gesprochen und ge- fühlt worden: er schwebte sozusagen in einer goldenen Wolke von Sympathie und Bewunderung. Nur Einar war durch die Rede des Pfarrers ganz er- nüchtert worden, und viele Fragen durcheinander stiegen in ihm auf. Durch all diese verklärenden Wolken um diesen Tisch warf er den Blick auf— etwas anderes. Die besten Empfindungen und Ideale all dieser Menschen waren heute hier, um seinem Vater zu huldigen. Er wagte nicht mehr, darüber nachzudenken, ob der Vater schuldig sei oder nicht. Aber, gesetzt den Fall... Sind denn die heilig- sten Gefühle und Ideale der Menschen vollständig blind, können sie ebensogut zur Verherrlichung eines Verbreckens, einer groben Lüge herhalten...! Ist es wirklich so? Nein, das darf es nicht... Gab es keine Sicherheit mehr, wenn erst des Herzens volle Wärme die Reden der Menschen durchglühte, daß die Augen feucht wurden und die Stimmen vor Bewegung zitterten— war das so? Das durfte nicht sein. Aber wenn doch... konnten sich die Menschen nicht da- mit entschuldigen, daß sie in gutem Glauben wären? Denn Tatsache blieb doch Tatsache— wenn sie den Verbrecher be- kränzten und den Unschuldigen ins Gefängnis warfen, dann wurde ja der gute Glauben zum fürchterlichsten von allem. Denn der beging seine Untaten mit göttlich gutem Gewissen, und alle streckten die Waffen, wenn er kam.— War es nicht so...? ..(Schluß folgt.) im Auslande, und da die Behauptungen gänzlich unzutreffend| feien, erscheine eine Geldstrafe nicht am Blaze. Der Staatsanwalt beantragte 6 Monate Gefängnis. Der Verteidiger Rechtsanmalt Rampfhentel bestritt das Vorliegen einer Beleidigung. Der Artikel enthalte nur eine berechtigte Kritit, die auf Tatsachen beruhe, die dem Angeklagten von glaubwürdiger Seite berichtet seien. Er berufe sich evtl. auf den Kapitänleutnant Adriano zum Beweise dafür, daß in Paris folche Gerüchte im Gange waren. - Das Gericht lehnte den Antrag auf Zeugenvernehmung des Adriano ab und verurteilte den Angeflagten zu 1000 Mart Geldstrafe. Dem Beleidigten wurde die Befugnis zur Urteilsveröffentlichung zugesprochen. Ein Landfriedensbruchprozeß. richtete und den Tanzmeister mißhandelte. Abrechnung mit den Kommunisten. Im Landtag wurden gestern die Borgänge am Berliner erreichen. Wir erwarten, daß Minister Severing schuldige Polizei. Rathaus weiter besprochen. Abg. Krüger- Potsdam( Soz.): 17 3 aftion zu stärken.( Beifall.) Unter tofendem Lärm auf der äußersten Linken wird ein Schlußantrag angenommen. Ostpreußen und Katz gegen die Bergewaltigung". Raz nennt bas Zur Geschäftsordnung protestieren die Kommunisten Meyerälteste Mitglied des Hauses, den Abg. Herold( 3tr.) einen 3u. hälter und sagt, er würde ihm ein paar Ohrfeigen geben, wenn er nicht ein so alter Herr wäre. wenn er nicht ein fo alter Herr wäre. 27 hängigen Antrag auf Aufhebung des Schießerlaffes Kommunali Abg. Wenl( U. Soz.) verlangt im Schlußwort zu dem unab. fierung der Polizei. beamten zur Rechenschaft ziehen und Maßnahmen treffen wird, die in Zukunft ähnliche Vorkommnisse verhindern. Wir werden unseren Einfluß auf die Arbeiterschaft in gleichem Sinne aufbieten, und Troy allem, was von amtlicher Seite bisher vorgebracht wurde, sie wird sich, wenn sie die Dinge ruhig und nüchtern betrachtet, steht für die Kommunisten fest, daß die Polizei die Vorkommnisse auf unseren Standpunkt stellen.( Lebh. Beifall b. d. Soz.) absichtlich provoziert hat. Jezt werden die Polizeibeamten in Abg. Dr. Faßbender( Str.) beschränkt sich auf die Wiedergabe ber gemeinsten Weise verunglimpft, ein andermal spricht die Rote einer furzen Erflärung feiner Partei, die bejagt, daß, wer Massen Fahne" von den Proletarierbrüdern im grünen Rod". Auch die auf die Straße bringt, um die Entscheidung öffentlicher KörperTätigkeit der Polizei zum Schuße der russischen Kommunisten wird schaften zu beeinflussen, auch mit Zusammenstößen mit der Polizei Die Verhandlung gegen 9 Angeklagte wegen Landfrieden mit Dant anerkannt. Wenn man bedenkt, daß die Polizei nirgends rechnen muß. bruchs, die am Donnerstag vor dem Schwurgericht des Land so scharf angewendet wird als da, wo die Kommunisten die Herrgerichts I begann, ist gestern zu Ende gegangen. Es handelt sich fchaft haben, dann braucht man diese fommunistische PolizeifeindAbg. Hartmann( Dem.) schließt sich dem an. Die Kommunisten um eine grobe Ausschreitung, bei der am 12. August 1919 eine schaft nicht sehr ernst zu nehmen. Unsere Aufgabe wird es sein, den und unabhängigen haben kein Recht, im Namen der Gesamtheit ganze Horde unter Anführung des Schlächters Wilhelm Sulze Arbeitern zu zeigen, wie un aufrichtig, wie zwiespältig die der Arbeiterschaft zu sprechen, da die große Maffe viel vernünfwährend eines Tanzbergnügens in den Saal des Meinungen der Kommunisten über die Polizei find. Die Polizei tiger denkt und nicht hinter ihnen steht. Die Polizei hat ihre Pflicht Böhmischen Brauhauses eindrang, dort arge Verwüstungen an- ist ein notwendiges Machtinstrument des Staates. Wir haben den getan, denn sie wurde angegriffen. In der Maffe haben fich erlannten 6 Angeflagte für nictiduldig, so daß diefe trauen herricht. Der Redner schildert sehr eingehend, wie die Richter( U. Soz.) wird wegen eines Schimpfrufs zur Ordnung ge freigesprochen wurden, drei andere für schuldig, darunter unabhängigen und Kommunisten im Berliner Rathaus zwar un- rufen.). Auch am 13. Januar 1920 ift der Sturm auf den Reichsden Schlächter Schulze als Rädelsführer. Schulze ist zurzeit ausgefeht für Erhöhung der Löhne stiramen, aber die Deckungs- tag von der äußersten Linken ausgegangen.( Stürm. Entrüstung der Unruhen wegen begangener Gewaltatte in einer Fabrit vom vorlagen für die Mehrausgaben regelmäßig ablehnen. Die Kom äußerst links. Zurufe: Reden Sie doch kein Blech!"" Schamlofer außerordentlichen Kriegsgericht des Landgerichts Ill zu 10 Jabren munisten haben allen Ernstes beantragt, der Magistrat möge fich Berleumder!" Andauernde große Unruhe. Abg. Meyer( U. Soz.) Zuchthaus verurteilt worden. Tas Gericht erkannte gegen ihn auf durch die Reichs gesetzgebung das Recht geben lassen, die Sach wird zur Ordnung gerufen.) Die Demonstration hat nur dazu ge Jabr Gefängnis, welche Strafe in 8 Monate Butwerte zu erfaffen, um die erhöhten Ausgaben bestreiten zu fönnen. dient, die Arbeiterschaft noch mehr zu zersplittern und die Re. haus umzuwandeln war, und da eine Gefamtitrafe gebildet werden( Heiterfeit.) Die Demonstration vor dem Rathaus hätte sich nicht mußte, wurde eine 3ufasstrafe von 6 Monaten 8ucht gegen den Magistrat, sondern gegen die Unabhängigen und baue festgesetzt. Der Arbeiter Friß Wahrenburg wurde au Rommunisten wenden müssen, die die Annahme des Schieds6 Monaten, der Arbeiter Bruno Georg zu 10 Monaten spruchs so lange verzögert haben. Den Kommunisten wäre es zwar Gefängnis verurteilt. sehr recht gewesen, daß die SPD.- Mitglieder des Gemeindearbeiter verbandes, die sie kurz vorher von der Teilnahme am Gewerkschafts50 Jahre im politischen Kampf. fongreß ausschloffen, ihnen bei der Demonstration behilflich gewesen Sein 50jähriges Parteijubiläum begeht heute Genosse Ludwig wären.( Bütendes Gefchrei äußerst links.) Es gibt ein Recht auf Krasemann zugleich mit seinem fiebzigsten Geburtstag. Demonstrationen, aber die übrige Bevölkerung hat ein Recht, zu Krasemanns Kindheit fällt in die Zeit der schwärzesten Reaktion; perlangen, daß ihre Vertreter im Stadtparlament arbeiten die Königsmacht hatte über das Bürgertum triumphiert und be. fönnen und daß die Straße dem Berkehr nicht stundenlang entbezogen wird.( Burufe b. b. Komm.: Die Straße gehört dem Berfestigte ihre Herrschaft. In seiner Baterstadt Wittstock hatte Krafe fehr!") Die Straße gehört aber auch nicht nur den Kommunisten! mann das Schneiderhandwerk erlernt, und auf der Wanderschaft( Lärm links.) Ein fommunistischer Stadtverordneter hat in einer kam der Zwanzigjährige nach Hamburg, wo er zuerst mit Sozialisten Unterredung erklärt, die Polizei habe sich im allgemeinen durchaus in Berührung fam. Nach zehnjähriger Wirksamkeit an verschiedenen tattooll benommen, aber es fönne jeden Augenblid etwas Orten Westdeutschlands ließ er sich in Neu- Ruppin nieder. Im paffieren. Das spricht doch für die Annahme, daß die Jahre 1884 wurden bei der Reichstagswahl in Neu- Ruppin zum Kommunisten die Absicht verfolgten, die Polizei zu provozieren. erstenmal sozialdemokratische Wahlzettel verteilt. Vierundzwanzig Kurz nach dieser Unterredung fam es dann auch zu dem EinEtimmen wurden für August Bebel abgegeben zum großen Enticken fchreiten der Polizei, und man kann doch kaum annehmen, daß die Der Ortsgewaltigen. Hatte doch der Bürgermeister vor der Wahl Beamten, die sich vorher durchaus taftvoll benommen hatten, ausschuß und der unabhängige Antrag dem Rechtsausschuß über. Der Antrag der Deutschen Volkspartei wird dem Berfassungsftolz erklärt: In den Mauern meiner Stadt gibt es feine Sozial nun plöglich ohne eigentlichen Grund zur Waffe griffen. Die Not- wiesen. Demofraten. Bei der Reichstagswahl im Jahre 1887 verbreiteten wendigkeit der Schaffung einer Bannmeile für die Rathäuser Es folgt die Weiterberatung über die Bestätigung des Kirchendie Genossen ein verbotenes sozialdemokratisches Flugblatt. Krase- erscheint uns zunächst noch zweifelhaft, wenn sich aber die Freunde gesekes vom 25. Januar 1922, vom 19. Januar 1922 und vom mann wurde dabei ertappt, und nun packte die Justiz zu. In der des Herrn Kaz weiter so wahnsinnig benehmen, dann wird man 16. März 1922, die nach furzer Debatte, in der Abg. Frau Wegersten Gerichtsverhandlung wurde er als„ gemeingefährlich" erklärt pielleicht noch zu ganz anderen Mitteln greifen müssen. Wenn scheider( Soz.) die Vorlage wegen der Agitation der Kirche für die die Kommunisten glauben, daß sie mit dem gemeinen Feldzug, den Konfeffionsschule befämpft; sie wird jedoch angenommen. und zu einem halben Jahr Gefängnis verurteilt. Bor der Be= rufungsinstanz fonnte eine Verminderung der Strafe erreicht werden. ie aus Anlaß dieser Borgänge gegen die Sozialdemokratie unter der Gesetzentwurf zur Ueberleitung des Rechtszustandes im ober. nehmen, sich bei der Arbeiterschaft beliebt machen, dann täuschen schlesischen Abstimmungsgebiet. Das Sozialistengefeß fiel, in Berlin wurde eine sozialdemokratische fie fich. Das hat sich schon bei dem gestrigen Demonstrationsstreit Agitationstommiffion gebildet, im Wahlkreis Ruppin- Templin ent- gezeigt, den die städtische Arbeiterschaft feineswegs ge. stand ein sozialdemokratischer Wahlverein, mit Ludwig Krasemann schlossen durchgeführt hat. Auch die Heze gegen den sozialdemo. an der Spize. Jegt ging es schnell aufwärts, zählte doch der Ortsverein fratischen Polizeipräsidenten Richter, feit dessen Amtstätigkeit wahr Neu- Ruppin am Ende von Krasemanns Tätigkeit allein 250 Mit heftig genug Demonstrationen ftattfanden, wird ihren 3wed nicht glieder. 1913 siedelte der Einundsechzigjährige nach Berlin über, und auch hier ruhte er nicht. Bei der Parteispaltung trat er wieder auf trug einen bellgrauen Euchmantel mit Gürtel, zu dem der geden Plan und übernahm die Leitung der 33.( jezt 14.) Abteilung, fundene Hut vaßt, einen Mantel ohne Taschen, im Rüden braun bis jüngere Kräfte ihn nach der Revolution ablösten. Krasemann abgefüttert. Die Wäsche ift L. R. oder D. R. gezeichnet. Thr ift alt geworden, aber seine Schaffensfreudigkeit ist jung geblieben. filberner Fingerring stellt einen Teufeletopf mit zwei Hörnern dar. Sein Leben ist ein Beweis dafür, daß Begeisterung, Willenskraft dringend erfucht, fich unverzüglich bei den Kriminalfommiffaren Wer über diese Frau irgendwelche Auskunft geben fann, wird und zähe Ausdauer jedes Werk vollbringen und daß Bersönlichkeiten Galzow und Bünger im Zimmer 88 des Berliner Polizeipräsidiums feiner Art aus gutem Holz sich durchzusehen wissen. Der Kreis Wedding veranstaltet heute zu Ehren des Jubilars einen Festabend. Der Heimgang Willi Wachs. In dem Krematorium in Baumschulenweng fanden sich geftern nachmittag die Verwandten und zahlreiche Freunde unseres Genossen Willi Wach ein, um ihm den legten Gruß zu entbieten und seinen Leib den Flammen zu übergeben. Nachdem der Gejangverein „ Eintracht" das Lied:„ Ein Sohn des Boltes will ich sein" stimmungsvoll vorgetragen hatte, widmete Bauí Kampffmener dem verstorbenen Parteigenossen, Mitkämpfer und Freund die letzten Worte: Frisches Maiengrün grüßt den Toten, der Gatte und Vater, Freund und Genosse war. Lange ruhte er in der dunklen Winterstiefe des Sees. Als aber der Frühling rief, da verstand unser toter Freund den Ruf des jungen blühenden Tages und seine Gebeine tauchten aus dem eisigen Wasser auf. Der Frühling brachte seinen Bewunderer wieder an das goldene Tageslicht. Bon jeher war Willi Wach ein Bewunderer der Natur, und was diese seiner suchenden Seele verriet, hat er oft im Lichtbild festgehalten. Indem wir von Wach, dem Naturschwärmer reden, schließen wir die charakte ristische Seele seines Wesens auf. Wach tam von dem Suchen nach Schönheit zum Sozialismus. Aus der niederen Wohnung der Mietfaserne trieb es ihn mit Allgewalt zu der Sozialdemokratischen Partei, die als hohes Ziel auf ihre Fahnen geschrieben hatte, den bedrüdten Menschen Friede und Freude, Schönheit und echtes wahres Leben zu bringen. Als Neunzehn jähriger hielt er einen wohlburchdachten Vortrag über Karl Marx, der selbst bei Akademikern Aufsehen erregte. Und dann geriet er hinein mitten in jene Zeit, die man die Heroenzeit des Sozialismus nennen möchte, und in ihre fulturellen, fünstlerischen und literarischen Strömungen. In Neukölln wählte man ihn zum Stadtverordneten. Dann aber ging er hinaus nach Friedrichshagen. Ueber ein Menschenalter hat Willi Wach der Partei, mehr als drei Jahrzehnte als Berichterstatter des„ Borwärts" der Sache der Arbeiterschaft gedient. Politisches Strebertum lag ihm fern. Der Sozialismus war ihm die gewaltigste Kulturbewegung. Seine Seele ist unverweslich und ihre großen Gedanken wirken in uns weiter. Der Sprecher schloß mit einem Dichterwort Clara Müller- Jahntes. Noch einmal fang die Eintracht":" Wenn sich zwei Herzen scheiden". Unter leisen Orgelflängen sant dann der Sarg in die Tiefe und die Flammen nahmen, was irdisch an diefem Mann war, hinweg. Willi Bach ist nicht mehr. Aber seine Lieben und seine Freunde und Berufskollegen werden ihn nicht vergessen. Aus der Spree gelandet. zu melden. Groß- Berliner Parteinachrichten. Der Verein Arbeiter- Jugend veranstaltet morgen, Sonntag, in Bots. bam einen Maijugendtag. Wir forbern die Parteigenossen auf, fich rege baran zu beteiligen. Treffpunkte find unter Jugendveranstaltungen zu erfehen. Die Abteilungsleiter werden gebeten, an die erwachsenen Mitarbeiter der Abteilung die schwarzrotgoldenen Fahnen zum Maijugendtag zur Berfügung zu stellen. Das Jugendfekretariat, Bezirksvorstand. Heute abend pünktlich 6 Uhr Sitzung des Bezirksvorstandes im Sekretariat, Lindenstr. 3. Die Anwesenheit der Kreisvorsihenden oder deren Stellvertreter ist unbedingt erforderlich. 29. 5. Areis Friedrichshain. Die Bildungsausschussigung findet nicht heute, sondern Montag, den 8. Mai, 71 h, bei Schudert, Rübersdorfer Straße 3, ftatt. Jungsozialisten. Gefamiveranstaltung für sämtliche Ortsgruppen Sonn abend, den 13. Mai, 7 Uhr, in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3. Bortrag über Die Erneuerung des fittlichen Ge. bankens bes Sozialismus in der Gegenwart". Referent Gustav Sase- Hamburg. Sämtliche Ortsgruppen werben aufgefordert, vollzählig zu erscheinen. Rosinenstr. 4. beiräte. Heute, Sonnabend, den 6. Mai: Charlottenburg- Spanbau. Bon 5-6 Uhr juristische Sprechstunde im Jugendheim bt. 7½ Uhr bei W. Burg, Prenzlauer Allee 189, Sigung sämtlicher Elternbt. Ezeptem. 74 Uhr Sigung fämtt. Funktionäre bei Aliche, Elfenstraße. Abt. Rieberschönhausen. Die heutige Funktionärtonferenz fällt aus. Die Funktionäre werten ersucht, aur Mitgliederversammlung am 10. Mai bei Alindt einzuladen. 101. 131. Morgen, Sonntag, den 7. Mai: Gruppe Rozbbahn. Nachmittags 3 Uhr in Birkenwerder, Gesellschaftshaus Gruppentonferens. Stellungnahme zum Unterbezirtstag. Bortrag über den Jungfosialisten. Gruppe Peniow: Treffpunkt zum Maijugendtag 17 Uhr im Entwurf der Landgemeindeordnung. Referent Genoffe B. Drügemüller. Jugendheim Breite Str. 32( Eingang Finanzamt). Gruppe Brig beteiligt fich am Maijugendtag in Potsdam. Treffpunkt früh 64 Uhr vor dem Briker Rathaus. Gruppe Friedrichshain: Sämtliche Mitglieder treffen sich 6% Uhr am Baltenplan zur Beteiligung am Maijugendtag. Gruppe Giden: Be teiligung am Maijugendtag in Potsdam im gefchloffenen Suge. Treffpunkt 7 Uhr Bannfeebahnhof, Botsdamer Blag. treger. Der geheimnisvolle Mord an der Waisenbrüde ist jetzt seiner Lebensmittelpreise des Tages. Aufklärung wesentlich nähergekommen. Seit dem 20. vorigen Monats forschten Kriminalpolizei und Reichswasserschutz vergeblich knapp, Geschäft ruhig. Obst und Gemüse schwach, Geschäft Zufuhr: Fleisch ausreichend, Geschäft etwas lebhafter. Fische nach der Reiche einer Frau, die nach übereinstimmender Befundung mehrerer einwandfreier Zeugen in jener Nacht von der Waisen brüde in die Spree geworfen wurde und ertrunken ist. 35r Sut wurde auf der Brüde gefunden, die Zote selbst aber blieb verschwunden. Präsident Leinert: Abg. Kah hat die Ordnung des Hauses fo schwer verlegt, daß das den Anlaß geben fönnte, zu den schärfsten Maßnahmen zu greifen, die die Geschäftsordnung zuläßt. Ich will aber in diesem Falle noch einmal davon absehen.( Unruhe b. d. bürgerl. Parteien und Rufe:„ Warum?") Abg. Kah bestreitet, den Abg. Herold mit Ohrfeigen bedroht zu haben; den Kommunisten seien schon öfter Prügel angedroht ( Kirchengefeße) abzusehen, wird abgelehnt. worden. Sein Antrag, den nächsten Bunft der Tagesordnung Ebenso preußen- Wert- A.- G. wird mit einem Antrag der Deutschnationalen, Der Gesezentwurf betr. Beteiligung des Staates an der Ost. den Strombeziehern höhere Abschreibungen steuerfrei zu lassen, angenommen. Sonnabend 11 Uhr: Meine Borlagen. Schluß 6 Uhr. Jugendveranstaltungen. Bereix Urbelter- Jugend Groß- Berlin, S. 68, Sinbenfe. 3, 2. Sot, 2 r. Telephon Morisplas 121 08-121 10. Morgen, Sonntag, den 7. Mai: 1 Die Abteilungen treffen sich zum Maijugendtag in Potsdam an folgenden Sammelpunkten: Baumschulenweg: 7 Uhr Bahnhof. Blankenburg: 147 Uhr Bahnhof. Bohnsdorf: 5 Uhr Grilnou. Brig: 7 Uhr Rathaus Brig.Bachholz: 7 Ut Gemeindefchule. Charlottenburg: 28 Uhr Jugendheim Rosinenstr. 4. Fallen. berg: 7 Uhr Jugendheim Gartenstadtstraße( Baubude). Friedrichsfelde: 7 Uhr Bahnhof Stralau Rummelsburg. Friedrichshagen: 28 Uhr auf den Martt plag. Gesundbrunnen: 7 Uhr Bahnhof Gesundbrunnen. Groß- Lichterfelde: 167 Uhr Friedenau, Raiserallee. Sermsborf: 6 Uhr Bahnhof. Rarlshorst: 7 Uhr Bahnhof Stralau Rummelsburg. Saulsborf: 7 Uhr Bahnhof StralauRummelsburg. Karlsborf- Sib: 7 Uhr Bahnhof Stralau- Rummelsburg. Rapenid- Adlershof: 5 Uhr Bahnhof. Landsberger Biertel: 7 Uhr Landsberger, Ede Petersburger Giraße. Sentwis: 7 Uhr Bahnhof. Lichtenberg: 7 Uhr Bahnhof Stralau- Rummelsburg. Lichtenrabe: 6 Uhr Bahnhof. Mahlsdorf: 7 Uhr Bahnhof Stralau Rummelsburg. Mariendorf: 47 Uhr Chauffee, Ede Eisenacher Straße. Moabit: 7 Uhr Strom-, Ede Turmstraße. Rieberschöne. meide: 7 Uhr Jugendheim Gemeindeschule Berliner Straße. Neukölln- Nord: 147 Uhr Hermannplag. Neukölln- Süb: 27 Uhr Rathaus. Rorben: 7 Uhr Gustav- Mener- Allee. Nordosten: 7 Uhr Alexanderplag. Petersburger Biertel: 7 Uhr Petersburger Blag. Stralanez Biertel 8 Uhr Briezener borf- Weft: 17 Uhr Bahnhof Schönholz. Bahnhof.. Brenzlaner Vorstadt: 7 Uhr Bahnhof Brenzlauer Allee. Reiniden Reinidenbarf- Oft: 46 Uhr Bahnhof Eichbornstraße. Rosenthal: 7 Uhr Bahnhof Reinidendorf- Rofenthal. Spandau: 7 Uhr BestbahnRofenthaler Borstadt: 7 Uhr Rosenthaler Blag. hof.-Schöneberg I: 7 Uhr Jugendheim Rubens-, Ede Hauptstraße. Schöne. berg II: Ebenda. Schönhauser Vorstabt 1: 7 Uhr Bahnhof Schönhaufer Dee.. Schönhauser Berstabt II: 7 Uhr Bahnhof Prenzlauer Allee. Steglig: 7 Uhe Bahnhof Steglik. Stegliz- Friedenau: 7 Uhr Lauterplag. Süben: 6 Uhr Morigplay. Röpenider Biertel: 7 Uhr Jugendheim Wrangelftr. 128. Reichen. berger Biertel: 7 Uhr Görliger Bahnhof( Unfallstation). Südwesten: 6 Uhr Blücherplag. Tempelhof: 17 Uhr Dorfftraße. Tegel: 6 Uhr BahnhofsTreptow: 47 Uhr Ringbahn. Webbing: 47 Uhr Nettelbedplag. Weißenfee: 7 Uhr Antonplag. Westen: 8 Uhr Bahnhof Großgörschenstraße. Wilmersdorf: 7 Uhr Rathaus. Salensee: 18 Uhr Bahnhof Charlottenburg. Schmargendorf: 18 Uhr Bahnhof Charlottenburg. plan. Nachzügler treffen sich um 9 Uhr Bahnhof Nowawes. Sport. Kaffische Radrennen in diefer Saison, das„ Goldene Rab", zum Aushag fommen. Das Rennen geht über eine Stunde. Appelhans, Lewanow, Golbenes Rad über 50 Kilometer zum Austrag fommen. Hierzu haben Weiß und Stellbrint stellen sich dem Starter. Außerdem wird ein fleines althour, Ruschtow, Bawle und Ebert sich gemeldet. Zwei Fliegerrennen vervollständigen das Programm. Das Goldene Rab in Treptow. Am Sonntag wird das erste Rennen zu Ruhleben am Freitag, den 5. Mai 1922. Tros Beim ersten Rennen, zu dem mehr als 30 Nennungen vorlagen, liefen nur des unbeständigen Wetters war sehr guter Besuch zu verzeichnen. 7 Pferde. Die nächsten Rennen waren beffer besetzt. 1. Renne It. 1. Muhamed I( Stnöpnabel), 2. Ballan I( Lichtenfeld), 3. Marita( Lautenberger). Tot.: 36: 10, Blag: 10, 10, 16:10. Ferner liefen: Lenz I, Balefiro, Sogenluft, Mariechen H. als 3. bisqu., 80 Proz. der Platwetten zurüd. 2. Rennen. 1. Carl Rufer( Weidmüller), 2. Dr. Attinger( Ringius), 3. Jmperator( Dreher). Tot: 19: 10, Blaz: 14, 17, 38: 10. Ferner liesen: Bingen jr., Berdun, Flagge, Mitrowica, Handstreich, Erich I, Doppel gänger, Humor I, Diomedes, Yong Condilet, Colonel Dilion, Duedfilber I. 3. Rennen. 1. Amorette( Elias), 2. Teddy Meg( Lobed), 8. HandGlabium, Flieger, Handschlag, Gradisca, Direktor, Harder, Jadi, Liliomphi I, feit( Rüdert). Zot.: 26: 10, Blaz: 16, 65, 29: 10. Ferner liefen: Meininger, Edinbard. 4. enne tt. 1. Brofade( B. Doelemann), 2. Wraber( B. Dedert). Kleinhandelspreise: Am Freitag galten in der Zentralmarkthalle folgende 3. Monargist( Knöpnadel). Tot.: 18: 10, Blaz 14, 38, 34: 10. Ferner liefen: Brachtmädel, Libanon angb., Fafner Woodlino, Gartenfels, Manteuffel. Rindfleisch 29-35 M., ohne Knochen 35-43 M. Schweinefleisch 5. Rennen. 1. Gbonit( S. Feiser), 2. Fridolin III( B. Doelemann), 35-46 M. Hammelfleisch 28-42 M. Kalbfleisch 25-43 M. Rückenfett 8. gi( m. Schleusen). Sot.: 33:10, Plas: 13, 13, 14: 10. Ferner Am Freitag wurde nun endlich auch die Leiche der Er Seelachs 10 M. Dorsch 7-8 M. Grüne Heringe 9-12 M. Flundern 8-9 M. 47-50 M. Liesen 49-50 M. Rindertalg 38-42 M. Schellfisch 9-14 M. liefen: Julian illes, Lindra, Ludmill I, Franco I, Frübauf. trunlenen von Schleusenarbeitern am Wehr der Mühlendammichleufe In Eis: Schiele 24-28 M. 6. ennen. 1. Erdmann( M. Ringius), 2. Durchbruch( G. Lauten Hechte 18-22 M. Aale 40-45 M. Plötzen berg), 8. Angriff( Steinnagel). Tot.: 84: 10. Plat: 16, 14, 14: 10. gelandet und nach dem Echauhause gebracht. Kriminalbeamte 5-12 M. Lebende Barsche 20-22 M. Karpfen 30-33 M. Blele 18-23 M. Gerner liefen: Sola River, Webdigen, Sigurd, Ottomar der Mordkommission begaben sich sofort dorthin, um die Feststellung Plötzen 16-18,50 M. Naturbutter 54-64 M. Margarine 30-41 M. 7. Rennen. 1. Ballspieler( G.Lautenberg), 2. Altionär( W. Freundt), der Persönlichkeit zu versuchen. Man fand aber bei der Leiche Schweineschmalz 45-48 M. Eier 3,30-4 M. Weizenmehl 11-12,50 M. 3. Gudrun II( Snopnate!). Zot.: 106: 10, Play: 21, 26, 21: 10. Ferner feinerlei Papiere. Die Tote wird deshalb im Schaubauie Roggenmehl 8 M. Malegrie8 10 M. Hafergrütze 9 M. Reis 11-13.50 M. liefen: Ebler, Finale I, falter, Zufall. ausgestellt. Sie ist etwa 20 bis 25 Jahre alt, 1,71 Meter groß Kopf. Mohrrüben 7-8 M: Kohlrüben 4 M. Spinat 7-8 M. Kartoffeln 3. Schlips( 2. Rüdert). Wirsingkehl 8.50-9,50 M. Weißkohl 8-9,50 M. Blumenkohl 16-25 M. der 8. Rennen. 1. Teufelsbart( m. Schleusen), 2. Lagune( Großmann), und wohlgenährt und hat dunkelblondes Saar, eine breite Nase und 32 M. 10 Pfund. Wilde Kaninchen 25-27 M. Hühner 48-55| M. Gänse liefen: Fiscus, Guinas, M. V., Duäder, Netti, Nelly VIII, True Fox, Tot.: 33: 10. Blat: 14, 13, 41: 10. Ferner vollständige Zähne. Die Dhrläppchen sind nicht durchlocht. Sie 72-76 M. Schmetterling, Stronpring I, Lieje E. Das Mastschwein und wir. Bon Ernst Pitsch. Wir stellen diese intereffanten Anregungen eines Fachmannes zur Diskussion. Red. d. ,, Vorwärts". Jemand hat vor längerer Zeit einmal gesagt: wir dürfen uns vom Schwein nicht auffreffen lassen. Bei den jeweilig noch drängenderen Sorgen hat man feine Zeit gefunden, über die Berechtigung dieser Mahnung Betrachtungen anzustellen. Das Durchschnittslebendgewicht sämtlicher im Verlauf eines Jahres jetzt in Deutschland zur Schlachtung tommenden Schweine beträgt etwa 200 Pfund, das Schlachtgewicht 150 Pfund. Bon diesen 150 Pfund find etwa 100 Pfund Fleisch und 50 Pfund Fett. Bir schlachten im Jahr jetzt etwa 20 Millionen Schweine, produzieren also 1000 Millionen Pfund oder eine halbe Million Tonnen Fett. Das Fett gewinnen wir im wesentlichen durch Mästung. Die Produktion eines 2 Zentner schweren Schweines erfordert etwa 6 Zentner Körner und 20 Zentner Kartoffeln. Die Gewinnung von Fett kostet an Nährwerten min destens dreimal soviel als die von Fleisch. So fosten an Nährwerten die 100 Pfund Fleisch plus 10 Bfund Fett eines ausgeschlachteten 2-3entner- Schweines etwa ebensoviel als die restlichen 40 Pfund Fett. Diese er fordern also den Verbrauch von 3 Bentnern Körner und 10 Zentnern Kartoffeln. Heute morgen ist es schon wieder anders- haben die halbe Million Tonnen Fett, die Tonne zu 80 000 m., einen Bert von 40 Milliarden Mark, die zu ihrer Erzeugung erforderlichen 3,75 Millionen Tonnen Körner, die Tonne zu 11 000 M., einen Wert von 41 Milliarden Mart und die erforderlichen 121 Millionen Tonnen Kartoffeln, die Tonne zu 2500 M., einen Wert von 31 Milliarden Mart. Danach würde die Landwirtschaft im Jahre etwa 32 Milliarden Mark bei jezigen Preisen als Jahres durchschnitt zuseßen, was sie natürlich nicht tut. Einmal ist der Preis von 80 000 m. für die Tonne Fett unter Berüc sichtigung der billigeren Margarine und des Auslandfettes für Fleisch wieder ein, was sie am Fett unter dem Einfluß der angefeßt; ferner fordert die Landwirtschaft vom Konsumenten Ronkurrenz von Auslandsfett und Margarine nachläßt; denn das Verhältnis zwischen Fett und Fleischpreis ist nicht wie 3 zu 1, sondern wie 2 zu 1 und enger; das im Inlande produ: sierte Tierfett ist im Berhältnis zum Fleisch billig, das Fleisch viel zu teuer. Drittens haben die jetzt Fleisch und Fett rungspreisen als den jezigen verbracht. Und schließlich: wie gebenden Schweine ihre Hauptlebenszeit bei billigeren Nahmanche Fabrik jahrelang Unfummen für Feuerung zufekt, ehe fie die bessere, Kohlen sparende Maschine anschafft, wie die große Masse der Bauern sich vor dem Kriege nicht durch Kunstdüngerverwendung die lohnenden hohen Ernten der intensiv wirtschaftenden mittleren und großen Betriebe holte, so stellen sich die Landwirte auch nicht ohne weiteres auf die neuen Verhältnisse um, die die Abschaffung der Schweine ma st wirtschaft und die Einrichtung auf Schweinefleischproduktion erfordern. Willen vom Ausland zur Entlastung unserer Getreide- und Kartoffel-[ absichtigt, auch aus ausländischen Kohlen hergestellten Zement für ernten einzuführen. Ich bin überzeugt, daß es für die nächsten die Inlandsproduktion zu verwerten. Gerade die Industrien und langen Jahre nur ein Mittel gibt, um zu erreichen, daß die Wasserkraftwerke, die bisher an den 3ementmarkt besondere AnBoltsnahrungsmittel den Markt wieder braucht, allgemeine Belieferung mit diesem Zement dürfte nicht möglich Kartoffel, das mehr noch als in Borkriegszeiten allgemeine sprüche gestellt haben, sollen auf Grund von Einzelverträgen mit dem mit Auslandskohle hergestellten Zement beliefert werden. Eine sich ihm willig hergeben muß. Das sind Maßnah werden, damit nicht der im Inlandsverkehr gehandelte 3ement ver men, die erzwingen, daß sie nicht verfüttert werden tann; schwindet, um als Auslandskohlen- 3ement teurer verkauft zu wozu die Abdrosselung der Mastung erfor werden. berlich ist, an deren Stelle Ersatzbeschaffung für das hei- Diese für die Produktionssteigerung beabsichtigte Maßnahme ist mische Tierfett durch verstärkte Margarineproduktion und ver- erft möglich geworden durch die bis zum Herbst befristete Gewährung mehrte Auslandsfetteinfuhr Voraussetzung ist. Wir dürfen der steuer freien Einfuhr ausländischer- insbesondere von unserer Landwirtschaft für unsere Ernährung nur Brot, englischer Kohle. Kartoffeln, Milch, Eier, Gemüse und Fleisch fordern, Die Abgabe zur Förderung des Wohnungsbaus. Durch Reichsmüssen Fett ablehnen. Berzichten wir auf letzteres, gefez vom 6. März 1922 find bekanntlich die Säße für die Abgabe zur erreichen wir, daß die Landbevölkerung selbst Förderung des Wohnungsbaus von 5 auf 25 Broz. erhöht worden, darauf verzichtet, so bekommen wir von allem ande- mozu die Gemeinden ihrerseits Zuschläge bis zu 25 Proz. erheben ren vollauf, so gelangen wir zu einer gefunden Ernährungs- Erlaß von Ausführungsbestimmungen zu dieser Reichsgefehnovelle müssen. In den beteiligten Kreisen wire da und dort noch mit dem wirtschaft. gerechnet. Solche sind nicht zu erwarten und nicht nötig; vielmehr Bon selbst stellt sich die Landwirtschaft mit ihrer aus den fönnen die Gemeinden auf Grund der reichsgesehlichen Bestimmun Borfriegsjahren gewohnten Art der Schweinehaltung freilich gen ihrerseits unmittelbar die erforderlichen Beschlüsse wegen Ernicht um; sie behält sie- deshalb viel zu flein auf Mast hebung der erforderlichen Abgabe fassen. wirtschaft zugschnitten bei; sie schränkt sie bei steigenden Adererzeugnispreisen bis zu einer Knappheit an Fleisch ein, wie wir sie in furzem, zunächst für Uns wird geschrieben: In der am 2. Mai 1922 in Frankfurt länger als ein Jahr, erleben werden; und dehnt schen Creditbank lag ein Antrag der Berwaltung vor, der für am Main abgehaltenen Generalversammlung der Mitteldeutsie erst wieder aus, wenn die Preise für Kartoffeln und Ge- die Folge die Gesamtheit des Aufsichtsrates auch der Bestellung der Gehen Credit bant lag ein Antrag der Berwaltung vor, der für treide zu finten anfangen, ohne uns aber etwa zur Hoffnung Borstandsmitglieder und der Zustimmung zur Broturenerteilung auf billiges Fleisch zu berechtigen. enthebt und dieses Recht einem fogenannten Bersonalausschuß überWir brauchen gewiß die Vergrößerung der Schweinehal- trägt. Solche Anträge sind auch in den Generalversammlungen tung zur Fleisch gewinnung. Die ist aber in halbwegs ge- einer ganzen Reihe von größeren und Heineren Industriegesellschaf nügendem Ausmaß nur zu erreichen bei Beseitigung der Fett- ten gestellt und genehmigt worden. Der Generalversammlung der produktion, der Mastung. Die fleinen Landwirte, die die Mitteldeutschen Creditbank, die als erfte der Großbanken ihre Genestarte Viehwirtschaft gewohnt sind und sie beibehalten bzw. wiedergewinnen wollen, werden, menn sie den Nachteil der Mastwirtschaft deutlich am Geldbeufel spüren, sich sehr schnell auf das Produzieren des billig und ohne schädigende Ronkurrenz für den Menschen im Berzehr von Getreide und Kartoffeln zu ziehenden Fleisch schweines einrichten. Entrechtung von Betriebsräten. Gegen den Beschluß der 67. ordentlichen Generalversammlung ralversammlung abhielt, wohnte aber als Aktionär das Zentralvorstandsmitglied des Deutschen Bankbeamtenvereins, Herr Deder, der Rechte jeder Minderheitsvertretung im AufFrankfurt a. M., an, der diese Anträge als eine Ausschaltung fichtsrat und sie auch als gegen das Gefes verstoßend bezeichnete. Die Anträge der Berwaltung der Mitteldeutschen Creditbank wurden indes doch gegen die Stimmen einiger Opponenten angenommen, worauf von Herrn Decker folgender Widerspruch zu Protokoll ermeiner werden. Wie das zu erreichen ist? Ich sehe in der der Mitteldeutschen Creditbank am 2. Mai 1922 in Frankfurt a. M., Der Verzicht auf einheimisches Tierfett muß ein allge- flärt wurde: hohe Besteuerung der heimischen Tierfett Buftimmung des Aufsichtsrates gebunden war, zu streichen, freien oder fast freien Wirtschaft als alleiniges Mittel die der Mitteldeutschen Creditbank am 2. Mai 1922 in Frankfurt a. M., § 13 Abs. 4 des Statuts, wodurch die Prokurenerteilung an die produktion. Man erhebe die Steuer vom geschlachteten ferner§ 16 bahin zu ändern, daß die Anstellungsverträge Schwein. Jedes Pfund, um das ein ausgeschlachtetes Tier mit den Borstandsmitgliedern und den stellvertretenden Borstands mehr als 120 Pfund miegt, foste Steuer; bei geringem lleber- mitgliedern nicht mehr der Aufsichtsrat, sondern ein gleichberechtigter gewicht wenig, bei hohem viel. Ais Prämie auf die not- Personalausschuß abschließt und daß auch nur dieser zur Broturenwendige Vermehrung der Fleischschweine belaste man die ge- erteilung seine Zustimmung zu geben hat, ferner infolge Alenderung aufgezogen haben, geringer und laffe die mehrmaligen Mütter träre ich als Attionär hiermit gemäß§ 271 HGB. schlachteten Muttersäue, die einmal gesunde Achtwochenfertel des§ 16 auch§ 24 b. 23iffer a zu ändern und die Ein. ichaltung eines§ 23a( Berfonalausschuß) vorzunehmen, erschließlich ganz frei. Widerspruch zu Protokoll. War der Aufsichtsrat bisher schon berechtigt, gemäß§ 25 des Statuts gleichberechtigte Ausschüsse zu bilden, wodurch sowieso schon eine Ausschaltung von Minder beitsvertretungen im Aufsichtsrate möglich war, so stellen die nunmehrigen Beschlüffe eine völlige Rechtlosmachung jeder MinderUnmöglich? Unmöglich ist die Fortdauer der Riefenverschwendung, die wir in unserer flaglichen Armut mit unseren Adererzeugnissen treiben. Unmögfich die Fortdauer der Bereicherung des einen Boltsteils zum Schaden des anderen, zum Schaden schließlich aller. Wirtschaft Der bedrohte kleinwohnungsbau. Die Reparationstohle. Die von Deutschland an Frankreich geheitsvertretung im Aufsichtsrat dar. Diese wird jeglichen Einflusses beraubt, während auf der anderen Seite gefeßlich die gleiche Haftung für sämtliche Mitglieder des Aufsichtsrats besteht. Die Beschlüsse müssen aber auch als gegen das Gesez verstoßend betrachEs handelt sich hier aber nicht um die Interessen der tet werden; denn sie verfolgen offensichtlich den 3wed, den BeLandwirtschaft; es ist die ganze Boltswirtschaft, triebsratsmitgliedern, die in aller Kürze auf Grund des die die Verschwendung von 30 Milliarden an Nährwerten nicht Gefeßzes über die Entsendung von Betriebsratsmitgliedern in den erträgt; der Ernährung, der Geldlaften und des Einflusses Aufsichtsrat vom 15. Februar 1922( Reichsgefegblatt Nr. 17 vom auf den Wert unseres Geldes wegen nicht! Die hochgetriebenen Breise haben start auf den Baumarkt mitbestimmungsrecht zu nehmen, obwohl auch diese 28. Februar 1922) in den Aufsichtsrat entfendet werden, jegliches Ferner um der übrigen noch größeren Schäden willen gemirft und gerade die allernotwendigste und allerdringlichste Bau- Aufsichtsratsmitglieder nach dem erwähnten Gefeß(§ 3) die gleichen nicht, die aus der Knapphaltung von Getreide, Kartoffeln und tätigkeit, den Kleinwohnungsbau, hart betroffen. Fleisch für die Menschen durch die Schweinemästung reful eine gewiffe Steigerung der Bautätigkeit-joweit man es nach Auf dem freien Baumarkte ist gegenüber dem Vorjahre Diese Beschlüsse sind daher rechtlich unhaltbar. Rechte und Pflichten haben wie die übrigen Aufsichtsratsmitglieder. tieren. Sie können hier nur furz angedeutet werden. Es bleibt abzuwarten, welchen Verlauf die Klage nehmen Die andauernde übermäßige Steigerung der Preise für den ersten Wochen der diesjährigen Bauperiode überblicken kann zu wird, die nunmehr beim Landgericht Frankfurt a. M. gegen den erwarten. Bei Industrie und Har.del sind es Neubauten von Ge alle Acererzeugnisse und die Produkte daraus ist nicht etwa schäftshäusern, Aufstockungen, in der Landwirtschaft Reparaturen Beschluß der Generalversammlung der Mitteldeutschen Creditbank begründet in den Produktionskosten plus angemessenem und Neubauten von Wirtschaftsgebäuden, auf dem Wohnungsmarkte angestrengt werden muß. schönem Gewinn, sondern lediglich darin, daß die Nachfrage Kleine Villen und Landhäuser. Dagegen wird der bezuschußte Klein- Für 8,2 milliarden neues Papiet geld. In der letzten Aprilnicht befriedigt wird. Und sie wird nicht befriedigt, weil das wohnungsbau in diesem Jahre voraussichtlich eine Abrahme woche mußten zur Befriedigung der Ansprüche des Verkehrs an Angebot mittels der Schweine ma st haltung furz gehalten erfahren. Wohl find für Bauzuschüsse größere Mittel als früher papiernen Zahlungsmitteln 8,2 milliarden Mark Bantwerden fann und furz gehalten wird. bewilligt, doch bleiben diese hinter der Steigerung der Baumaterialien- noten und Da.lehnstassenfcheine new ausgegeben wer. Wir wissen alle von der Kartoffelnot, von der Brot und preiſe weit zurüd. Die einzelnen Baukostenzuschüsse sollen wie den. Es sind jetzt für 140,4 milliarden Mart Banknoten und für Fleischteuerung. Die Belastung aber, die die Umwandlung wir hören- jezt wieder eine Erhöhung finden. In der Baufreisen 9,1 Milliarden Mark Darlehnskaffenscheine im Berkehr. Der von Getreide und Kartoffeln in Fett mit sich bringt, trifft nur fahrens geflagt und dargelegt, daß man bei der rapid anwachsen zur Erleichterung der Devisenzahlungen der Reichsbank angelegte wird immer noch über schlechten Gang des Zuschußver Reichsbantbericht verzeichnet auch das bei der Bant von England den einen Boltsteil, die laufenden Konsumenten, ben Steigerung bald beffer wegfomme, ohne Zuschüffe vorwärts zu Gofodepot, das jetzt 47,2 Millionen Goldmark beträgt. mit der ganzen Bucht; der Produzent und gleichzeitig bauen, da bei zu spät eingehenden Zuschüssen diese durch die PreisKonsument hält fich ich behaupte gar nicht, mit bösem fteigerung bereits aufgezehrt find. Gleichfalls verteuernd wirte die lieferte Reparations tohle bewirkte in erster Linie die Einschränkung an den Preisen für die verknappten Adererzeugnisse zu tnappe Baumaterialien belieferung, Von den kapi- lieferte Reparationskohle bewirkte in erster Linie die Einschränkung vollauf schadlos und läßt den unsoliden Zwischenhandel talkräftigen Kreiser in Industrie und Handel finde eine Biegel- der deutschen Industrieproduktion, da die Betriebe nicht mehr noch daran teilnehmen. Diese Belastung des einen Teiles hamsterei" felbft zu Spekulationszweden statt, worunter gerade über die nötigen Kohlenmengen verfügen. Da Frankreich aber inder Bevölkerung hat zur Folge, daß ihm in Form von höheren der Kleinbau fehr zu leiden habe. Dem Wohnungselend der Arfolge seiner ausreichenden Kohlenproduktion diese Produkte nicht Löhnen und Gehältern größere Mittel zur Befriedigung der beiterschaft wird also, wenn nicht eine umfassendere weitsichtige benötigte, verkaufte es fie zu billigen Preisen an Italien usw. und verursachte dadurch die schwere Strije der englischen ungefunden Ansprüche des anderen zur Verfügung gestellte einsetzt, in diesem Jahre noch weniger als zuvor gesteuert Roblenindustrie. Diese wußte ihre Produktionskosten und dadurch werden müssen, die dann lustig die Verteuerung aller Lebensbedürfnisse in Fluß halten helfen: teure Nahrung- teure bemerkenswerten Berschiebungen in dem Breisverhältnis zueimeije Die Preisbewegungen haben auch bei den Baumaterialien zu ihre Preise durch die trastischen Lohnherabsehungen in einer herunterzudrücken, daß fie ihre Märkte zurüdLöhne; teure Löhne- teure Industrieerzeugnisse; teure In ander geführt. Man geht 3. Bjezt dazu über, statt des Ziegel- reich gemeldet wird, froh den auch in Franfreid er crobern fonnte. Die Folge davon ist, daß, wie aus Frantdustrieerzeugnisse teure landwirtschaftliche Produktion; unterbaues wie bisher den nunmehr billigeren Sement au verteure landwirtschaftliche Produktion- feure Nahrung; teure wenden. Daß die Zementpreise aber auf der heutigen an sich folgten Lohnherabfegungen im Bergbau und der Herabsetzung der Nahrung usw. Teure Nahrung aber an der Spize! ficher nicht niedrigen Höhe doch noch gehalten wurden, war nur Kohlenpreise, der französische Kohlenbergbau fich in der schlimmsten Ganz vorn die Kartoffel! durch die gebundene Wirtschaft möglich. Hauptsächlich der Preise Lage befindet. Im Pas de Calais und in den nördlichen DeparteDem Landwirt geht es gut. Die Kartoffel, dem Pro- wegen ist man auch noch nicht an die beabsichtigte Aufhebung der ments wie auch in den füdöstlichen Kohlengruben Frankreichs herrscht duzenten eine Art Saisonartikel, an sich reichlich vorhanden, pielgenannten Bundesratsverordnung von 1916 über die Be- Rurzarbeit, ja es murten viele Gruben außer Betrieb gefeßt. wird zurückgehalten, weil sie als Maftfutter Berwendung fin. fchränkung des Abfakes und die Erzeugung von Zement" herange- Die Borräte häufen sich in den Lagern der Bergwerte auf. Keiner den kann, und weil sie, da sie als Futter Berwendung fin- treten. Gegen eine Aufhebung dieser Verordnung sprechen folgende gewinnt jeder verliert; das ist die Bilanz des Diktats von Ber den kann, im Herbst stürmisch angefordert, im Preise steigt. Sie wird einmal eine unmittelbare Preissteigerung Englische Schwierigteifen infolge amerikanischer Arbeitslosigkeit. Der Winterbedarf im Westen wird nicht gedeckt; im Frühjahr zur Folge haben; sodann ermäßigt sich auch das Produttivergebnis Der ameritanische Markt hat von jeher die Produkte ter englischen setzen die Preise der Nachfrage wegen und weil niemand weiß, bedurch, daß sich die schon an fich tnappe Kohlenbelieferung auf be- Beinenindustrie aufgenommen. Ein großer englischer Leinenwas vorhanden ist und angeboten werden wird, hoch ein; liebige audi weniger wirtschaftlich arbeitende Werte erstrecken fabrikant erklärt dazu im, Manchester Guardian", daß in der letzten vielleicht laffen sie später etwas nach. Biel wird es nicht. muß. Solange die Kohlenzwangswirtschaft besteht, ist es notwendig, Beit die englische Leinwandindustrie, die sich bereits auf dem Wege Dem Landwirt geht es gut; er ist nicht traurig, wenn etwas die zugeteilte Kohle möglichst produttiv zu verwenden. So ist es der Befferung befand, infolge der steigenden Arbeitslosigkeit und mehr zu Futter übrig bleibt, als durchaus nötig wäre. gelungen, die Produktion gegen Frühjahr 1921 von 200 000 Tonnen ter großen Arbeitskonflikte in den Bereinigten Staaten eine Optimisten mögen glauben, daß von selbst in absehbarer nonatlich auf 400 000 Tonnen in diesem Frühjahr zu. fteigern, und ich were Krise durchzumachen hat. Eine Bestätigung dafür, wie man hofft bei der nunmehr um 50 v. 5. erhöhten Kohlenbelieferung die Wirtschaften der einzelnen Länder aufeinander angewiesen sind, Zeit Henderung zum Besseren eintritt, daß wir schon in weni- die Produktion auf 500 000 Tonnen zu bringen. Um die Baustoff- und des weiteren, wie die durch Arbeitslosigkeit verminderte gen Jahren große Ernten bekommen oder in der Lage find, produktion weiterhin zu heben, ist für aus inländischen Kohlen her- Rauftraft der Arbeiterschaft Produktion und Berkehr unterwieder wie vor dem Kriege unbegrenzte Mengen Futtermittel gestellten Zement ein Ausfuhrverbot erlassen und weiter be- bindet. Der Kleine Jan . von Seinrich Schulz Für Eltern und Kinderfreunde ein föftliches Buch. Künstlerischer Einband, mit vielen Tegtzeichnungen von 2. Salcher Preis gebunden 10 Mart Buchhandlung Vorwärts Lindenstraße 2 werden. Gründe: Rharbonebme= tompott famed Dorzüglich, wenn mit Gübftoff gefüßt. Der feinz digengefdomad wird geboben. bie überfüffige Säure gebunden Cüpftoff if gut billig und befönnnfid Crbäiffich in Rolonialiparen, Droge bandlungen und Abofheten failles. - Photo Kaufhaus A. Grünberg Berlin SO 33, Mariannen- Ufer 7 MpL. 4579. A. d. Köpenicker Br. 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Ge3% 2hr, im Dresdener Garten, Dresdener Straße 45: Die Bilanz fowie die Gewinn- und VerWeichselstr. 8 am 26. April geftorben ist. Die Einäjcherung findet am Sonnabend, den 6. Mai, nachm. 3/2 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg, Riefholzstraße, statt. Am 3. Mai starb der Feilenhauer Richard Arlt Grüner Beg 80 Die Beerdigung findet am Montag, den 8. d. M., nachm. 334 Uhr, von der Leichenhalle des Zentralfriedhofes in riebrichsfelde aus statt. Ferner starb am 4. d. Mts. unfer Kollege, der Schloffer Max Kramel Tegeler Str. 27. Die Beerdigung findet am Montag. den 8. d. M., nachin. 2 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Friedhofes in Ahrensfelde aus statt. Ehre threm Andenken! Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Bezirksverb.Berlin SPD. 106. Abteilung Copenick. Unfer treuer Genosse Wormann Nachf., Rottbuser Str. 9( Baden). Branchenversammlung bas Sabr 1921 find in Aug. Schirmacher Jahr 105/4 aller in den Silberwarenfabrifen der Geschäftsstelle, beschäft. Kollegen und Kolleginnen. Sidingenstr. 8, einzuTagesordnung: 1. Bericht der sehen. Berhandlungskommission. 2. Distuffion. Der Vorstand 3. Verschiebenes. L. Schmidt Ernst Roscher Es wird ersucht, plinktlich und Ortskrankenkasse der Dollzählich zu erscheinen. 118/6 Die Ortsverwaltung. Bekanntmachung Mechaniker, Optiker und verw. Gewerbe za Berlin. Zu der am Montag, den 15. Mai, abends der Allgemeinen Ortskrankenkaffe 6 Uhr, im Raffenlotal, für Berlin- Mariendorf und Umg. Münzftr. 24 11, ftattfindenden AusschußWarum Nachdem auf die Aufforderung des figung werden die Borstandes vom 31. März 1922 zur Ein- Bertreter der Herren reichung von Wahlvorschlägen für die Arbeitgeber u. ArbeitBorstandswahl nur je eine gültige Bor- nehmer eingeladen. fchlagsliste sowohl von den Arbeitgebern Tagesordnung: bat die Rub als auch von den Versicherten eingereicht 1. Abnahme der ift die Ziege worden ist, gelten die darauf vorgeschlagenen Jahresrechnung für fräht der Hahn? bellt der Hund? ein Flogmaul? giftfest? fcheut das Pferd? trist die Sau ihre Ferfel? usto.? Alter Martt ist am 3. Mai verstorben. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung erfolgt am Sonn abend, den 6.Mai. nachm. 3 Uhr vom hiefigen Friedhof aus. Die Genoffen versammeln fich um 22 Uhr bei Schlag, Rieger Straße 6. Der Vorstand. 165/2 Ofenbaugeschäft 2. Sagungsände- preisw vert.w.Todesf Bewerber und Ersagmänner gemäß§§ 25 1921. und 9 der Wahlordnung als gewählt. Der Wahlvorschlag der Arbeitgeber, rungen. 3. Beschlußfaffung Bermögens Mariendorf, Schöneberger Straße 98, ent über und affe anderen über die Lehält 3 Bertreter und 6 Ersagmänner, be- anlage. bensgewohnheiten und Eigen- ginend mit Willi Stolle, Abteilungsvor 4. Beschlußfaffung fchaften, fowie über die zwed teher, Berlin- Mariendorf, Chauffeefte. 288. über Buschüsse zum mäßigste Saltung unserer Haustiere beantwortet der Diefe Fragen eingereicht von Herrn Karl Baechler, BerlinSpandau, Birkenst. 25 Heidelberger Der Wahlvorschlag ber Bersicherten, Krankenhaus ganRadium eingereicht von Herrn Hermann Becker, wig und zu JugendBerlin- Tempelhof, Oberlandstr. 6, enthält spielplägen. Berlin, 6. Mai 1922. Der Vorstand: Saustier- Brehm 6 Bertreter und 12 Erfagmänner, beginnend 5. Berſchiedenes, mit Franz Schulze, Berlin- Mariendorf, das neue, iffuſtrierte Buch von Kaiferite. 140. Th. Zell: Unsere Haustiere", Nugen bringt. Preis 45, Mart Pelz Hans Haus Die Gültigkeit der Wahl tann gemäß Max Gutsche, Borsigender das die Tiere versteben und lieben$ 20 a. a. D. innerhalb zwei Wochen nach lehrt und dem Tierbalter ber Bekanntmachung des Wahlergebnisfes beim Vorstand oder Versicherungsamt der Stadt Berlin angefochten werden. Gleichzeitig meisen wir darauf festgesette Wahl nicht stattfindet. Berlin- Mariendorf, ben 3. Mai 1922. Leipziger Str. 58 Der Borstand. 165/4 Zahlungserleichterung Buchhandig. Borwärts daß die auf Montag, den 29. mai 1922 abuco Berlin GB. 68, Lindenffr. 2 Garderobe auf bequemste Teilzahlung bei billigster Preisberechnung HERREN- DAMENAnzüge, Cutaways Paletots, Kostüme Schlüpfer, Ulster Röcke, Kleider Regenmäntel BURSCHEN- ANZUGE Gute Ware! Große Auswahl! M. Beiser, Lothringer Straße 67 Schulze, Borf. Stolle, Schriftf. Kautabak- Niederlage G. A. Hanewacker, Nordhausen Grimm& Triepel, Nordhausen Fischer& Herwig. Hann. Münden M. Hansen jr., Hadersleben Joseph Doms. Ratibor Max Ziegenhals, 2 Poststraße 12 Zentrum 2917 Verkauf nur an Händler L Reichel's Hustentropfen helfen überraschend schnell und sicher. In voller Stärte nach Friedensrezept Fl. 11.50, Doppelfl. 17.50, in den Drogerien erhältlich, aber echt nur mit der Firma Otto Reichel, Berlin 43, Eisenbahnstr. 4. 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