Nr. 215 39.Jahrgang Ausgabe B Nr. 106 Bezugspreis: Bierteljährl.105.-, monati.35, frei ms Saus, voraus zahlbar. Poft bezug: Monatlich 35.- M. einich Zu ftellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- u. Memel gebiet, sowie Defterreich u. Lugemburg 69.-M., für das übrige Ausland 87,- M. Boftbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England. Esth land, Finnland, Frankreich Holland, Lettland. Luxemburg, Defterreich. Schweden, Schweiz. Tichecho Glowatei und Ungarn. Der Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Zeit" der Unter haltungsbeilage Seimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonn tags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialbemotrat Berlin Abend- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt Groß- Berlin 50 Ph auswärts 60 Pfennig Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezetle toftet 16, M.- Reklamezeile 80.-. „ Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 4, M.( zulässig zwei fettgebruckte Worte), jedes weitere Wort 3, M. 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Wie einst viele, die Drohung bezüglich der neuen Mächtegruppierung würde in Paris mit Hurra in den Krieg gestürmt waren, später jammernd nicht ganz ernst genommen, denn man glaube, daß Lloyd nach Frieden riefen, so rufen heute viele nach der EinheitsGeorge in seinem innersten Herzen lieber Frankreich mit Hilfe von front, denen bisher Spaltung und wieder Spaltung bis Bugeständnissen in der Form für seine eigene Dentart ge- zur völligen 3ersplitterung eine wahre Wollust gewesen ist. winnen wolle, als fich in gefährliche Tiefen zu stürzen. Gewisse Aber, was einst der fluge Amerikaner Morgan sagte, als man Dinge feien in der Entwidung begriffen, man fönne sie augenblic. ihn fragte, wie er sich die Wiederherstellung des Friedens lich unmöglich offenbaren, da ihre Enthüllung mehr Schaden als denke ich habe schon gesehen, wie man aus Eiern Rührei Nußen anrichten würde. Angesichts dieser Entwicklung sei es jedoch macht, aber wie man aus Rührei wieder Eier macht, das habe ich noch nicht gesehen"- gilt auch für die Wiederherstellung ratsam, daß in beiden Lagern Ruhe bewahrt werde. der Arbeitereinigteit. Zerstören geht schneller als Wiederaufbauen. London, 8. Mai.( WTB.) In einer Rede in Derby erklärte Ansicht, daß, wenn Lloyd George sich zu einer Abänderung der Arbeiterführer Thomas, feit 1914 fei man einem Kriege in dem von den Belgiern gewünschten Sinne bereit erfläre, Frant. nidyt jo nahe gewefen wie augenblidlich. Es heiße, die Genueser reich nach besten Kräften ein Kompromiß finden werte. Die Konferenz stehe vor dem Abbruch. Frankreich vernichte durch seine militaristische Politik den Frieden. Die überwältigende Masse des englischen Bolles sei des Krieges überdrüssig und werde zu Frankreich fagen, wenn es entschloffen fei, diese Polifit weiter zu verfolgen, dann müsse es allein die Verantwortung dafür übernehmen. Das englische Bolt werde jedoch nicht daran teilnehmen. Es sei beffer, daß Frankreich flar verstehe, daß das britische Bolf Frieden haben wolle und sich fünftigen Kriegen widersetze. Deutschland müffe für den Krieg Bergütungen leisten und müffe beisteuern, was es beisteuern fönne. Es fei jedoch Pflicht der Alliierten, Deutschland zu helfen, jein eigenes Land wieder aufzubauen. Durchkreuzung des Poincaréplans. Genua, 8. Mal, mittags 1½ Uhr.( Sozialdem. Parlamentsdienst.) Die gestrige Rede Barthous vor den franzöfifchen Pressevertretern( vgl. weiter unten) wird nicht ganz ernst genommen und man geht über sie leichten Herzens hinweg, da das neueste franzöfifche Manöver, eine Einigung mit Rußland unmöglich zu machen, nicht gelingen wird. Es ist als ein starkes Stück zu betrachten, daß jetzt eine flare Antwort der Russen mit ja oder nein verlangt. Herr Barthou hat gestern großartig darauf hingewiesen, daß die Entscheidung über Fortfehung oder Abbruch der Konferenz bei den Sowjets liege; vielleicht wird die Sache gerade umgekehrt, denn die Befchlüffe, die gewiffe französische Kreise von den Russen ersehnen, werten nicht erfolgen. Tschiffcherin beabsichtigt, morgen, Dienstag, das Memorandum zu beantworten, und zwar fo, daß zumindest die EngLänder und Italiener darin eine Grundlage zu weiteren Berhandlungen sehen und die Franzosen vor die Frage gestellt werden, ob fie mitarbeiten wollen. Diese verständige Haltung der Ruffen ist zunächst auf die Einwirkung der deutschen Delegation zurückzuführen. Auch die geftrige Besprechung Lloyd Georges und Wirths galt in der Hauptfache diefer Ungelegenheit und heute morgen empfing Wirth Tschiffcherin und Litwinoff, um ihnen nochmals die Notwendigkeit einer Antwort flarzulegen, die den Weg zu weiteren Verhandlungen öffnet. Darauf waren Tschitscherin und Litwinoff bei Lloyd George, der sie über die Situation unterrichtete und sie bat, ihre Antwort entsprechend einzustellen. Die endgültige Entscheidung ist erst morgen( Dienstag) zu erBarthous Eindruck. warten. Belgiens Gründe. " Paris, 8. Mai.( WTB.) Ministerpräsident Theunis er Einigkeit tann nur herrschen, wo gegenseitiges Vertrauen tärte einem Redakteur des Matin" in Brüssel:„ Ich habe nicht ge- und innere Ordnung herrscht. Ordnung fann aber nur sein, glaubt, daß die Konferenz von Genua alles regelt und alles in wo gewisse Formen des Verfahrens eingehalten werden, nach Ordnung bringen fönnte, aber ich habe gehofft, daß sie etwas Kost- denen sich die Minderheit der Mehrheit unterordnet. bares wiederbringen könnte, das Bertrauen. Ich befürchte Zwischen selbständigen Parteien, die untereinander um die sehr, daß dieses Vertrauen heute noch fern ist. Welches Vertrauen Gunst der Massen konkurrieren, fönnen unter Umständen sollen Sie haben, wenn Sie sehen, daß in einer Angelegenheit Bündnisse auf Zeit geschlossen werden, das setzt aber voraus, Leute zu Ihnen kommen, um von Ihnen Geld zu leihen, sich aber daß der Konkurrenzfampf in maßvollen und anständigen weigern, Ihnen das zurückzugeben, was sie von Ihnen besigen? Formen geführt wird. Das Bertrauen faßt man nicht in Formen, das Bertrauen liegt in den Absichten und Taten." Im Laufe der Unterredung äußerte der Minifterpräsident weiter, er habe auch Zustimmungen aus der Schweiz und aus Holland bekommen und er sei sicher, daß Staatssekretär Hughes genau so gehandelt hätte wie er, es scheine, fo meint der Korrespondent, daß Theunis er ft aunt darüber sei, daß die Welt sich über die Stellungnahme Belgiens wundere. Der Dollar wieder 300. In einer Frühstücsrede fagte Barthou u. a.: Zwischen Frant.| schäft noch immer sehr gering. reich, Belgien und England konnte es auseinandergehende Ansichten geben, aber wenn Frankreich auch die Pflt cht gehabt hat, zwischen zwei Grundsägen oder zwei Thesen zu wählen, ist es nicht in der peinlichen Lage gewesen, zwischen Freunden und Allierten zu wählen. Es hat dem heroischen Belgien die ihm gebührende Huldi gung dargebracht, aber die französische Delegation und Regierung haben keinen Augenblick die ungeheuren Dienste vergessen, die Großbritannien der gemeinsamen Sache geleistet hat. Ich habe den Eindrud, daß Daraus fann jedermann ermessen, wie es mit den Aussichten der Einheitsfront bestellt ist. Bei allen Wahlen hat sich gezeigt, daß die überwiegende Mehrheit der deutfchen Arbeiter den Anschauungen der Sozialdemokratischen Bartei am nächsten steht. Welche Neigung haben die losgetragen? Und wie soll auch nur ein Bündnis auf Zeit möglich löften Linksgruppen gezeigt, dieser Tatsache Rechnung zu sein, wenn die Vertreter der Mehrheitspartei einmal über das anderemal von der Minderheit als, a pitalsfnechte, Arbeiter mörder und Bluthunde" beschimpft und damit genötigt werden, sich zur Wehr zu sehen, was je nach Temperament und Geschmad in mehr oder weniger deutlichen Formen geschehen mag? In dem Maße, wie die Aussichten für eine gedeihliche Weiterführung der Konferenz von Genua sich verringern, hat sich auch die Bewertung der deutschen Mart an den interMan kann es uns nicht übel nehmen, wenn uns das nationalen Börsen wieder verschlechtert. So wurde von der New Yorker Sonnabendbörse bereits ein merklicher Rückgang Schreien gewiffer Leute nach der„ Einheitsfront" wie das der deutschen Mart gemeldet. Dementsprechend zeigte sich Betragen von Geistestranten oder von Betrunkenen erscheint. heute in Berlin eine sehr starke Nachfrage nach ausländischen Entweder wir sind das, was man uns nennt, wie fann man 3ahlungsmitteln. Der Dollar wurde um die Mittagsstunde dann die Einheitsfront" mit uns wollen, oder aber man will mit 302 gehandelt. Am Effektenmarkte machte sich eine etwas diese Einheitsfront mit uns ehrlich- wie fann man uns dann freundlichere Beurteilung der Lage geltend, doch blieb das Ge- so nennen? Die Anhänger der Linksgruppen müssen doch selbst diesen schreienden Widerspruch merken, und ihre Führer müssen in ihren Augen dadurch kompromittiert Morgan will Deutschland sanieren. erscheinen, daß sie zugleich mit heißer Inbrunst nach ,, EinParis, 7. mai.( WTB) Chicago Tribune" berichtet heitsfront" schreien und diejenigen, mit denen sie angeblich aus Washington, die Regierung der Vereinigten Staaten werde die Einheitsfront bilden wollen, fo maßlos beschimpfen. teine Einwendung erheben gegen eine Anleihe amerikanischer Konsequent ist nur die fleine Gruppe der KAD., die aus Banken an deutsche Unternehmungen, die über den Betrag der Re- dem Schrei der KPD. nach der Einheitsfront" folgert: parationsverpflichtungen hinaus ginge. Die Regierung stehe auf" Die Sozialdemokraten find Kapitalsknechte und Arbeiterverdem Standpunkt, daß Anleihen, wie sie die Morgan- Gruppe vorge- räter, da die Kommunisten sich nun mit aller Gewalt den Soschlagen haben solle, der geeignete Weg sei, den die amerita- zialdemokraten an den Hals zu werfen versuchen, beweisen die Konferenz fich gegenwärtig ihrem Ende zuneigt, nische Unterstützung Europa gegenüber einschlagen müsse, und sie fie, daß sie selbst auch nichts Besseres sind. Die Interaber ihr Ende hängt von denen ab, an die wir das Memorandum würde jeden durchführbaren Plan einer Sanierung der Finanzen nationalen 2, 21 und 3 gehören zusammen, sie sind allegerichtet haben. Es ist Sache der Sowjetdelegation, ja Deutschlands begrüßen. Morgan sehe vollkommen ein, daß famt tonterrevolutionär und wollen das Proletariat an das oder nein zu sagen, dazwischen fann es ein Mittelding nicht geben. eine Anleihe, die lediglich die Reparationsverpflichtungen dede, nur Kapital verkaufen. Darum: es lebe die Internationale Nr. 41" An dieser Betrachtungsweise ist soviel richtig, daß sich die Die französische Delegation ist mit der Regierung und der öffent- dazu führen würde, daß die Vereinigten Staaten die franzöfifchen, lichen Meinung darin einig, daß die Antwort nicht dilatorisch( ner- belgischen und englischen Ansprüche bezahlten; er sei fest tavon über- Linksgruppen tatsächlich in einem Mauserungsprozeß zögernd) sein darf. Was man will, ist eine flare Lage. Es ist also zeugt, daß jede Anleihe an Deutschland, wenn eine Sicherheit befinden. Wer das faum entwirrbare Durcheinander der nicht die franzöfifche Delegation, die hier den Abreisetermin feft für den 3infendienst gegeben sein solle, so hoch sein müsse, daß Spaltungs- und Verschmelzungsprozesse dieser Gruppen in den fie auch die Organisation von Handel und Industrie ermögliche. legten drei Jahren aufmerksam verfolgt hat, der erkennt, daß fehen wird, sondern die Sowjetbelegation sich hinter all dem ohrenbetäubenden Klamauf dennoch ein starter 3ug nach rechts verbirgt. Unter entsetzlichem Geschimpfe auf die Sozialdemokratische Partei entfernt man fich immer mehr von den ursprünglich eingenommenen Standpuntten. Wo ist, um nur von einem zu sprechen, der Ruf Alle Macht den Räten!" geblieben? Bordem war jeder ein Verräter, der sich über die sagenhafte politische Räteherrschaft feine eigenen Gedanken machte und die demokratische Staatsform für den gegebenen Boden erklärte, auf dem die Arbeiterklasse ihre politischen Machtkämpfe auszufechten hat. Heute hört man von Räteherrschaft nichts mehr, selbst die Kommunisten führen ihre Kämpfe, wenn auch in toller Konfusion und in den unanständigsten Formen, auf dem Boden der Demokratie". Auf die Frage, was geschehen würde, wenn die Russen eine Berschleppungstaftit befolgten, erwiderte Berthou: Dann muß die Antwort lauten: So geht es nicht weiter! Ueber den Burg friedenspart sagte er: Lautet die Antwort„ Nein" oder lautet fie ausweichend, so kann von dem Balt teine Rede mehr sein. Es handelt sich ja nur um Rußland, alle anderen Mächte sind durch den Böllerbundpakt gebunden, auch Deutschland! Es ist zwar nicht Mitglied des Bundes, hat aber in Versailles mit dem Friedensvertrag auch die Bölkerbundsatzungen unterzeichnet. Frankreich. zögert noch. Die Reparationsanleihe. Paris, 8. Mai.( EP.) Das Journal des Débats" teilt mit, daß die Beratungen über eine internationale Reparationsanleihe für Deutschland am 28. Mai eröffnet werden. Man hofft, daß die VorWenn nicht, so schläge Dr. Hermes' annehmbar sein werden. würde die Reparationskommission alle Verhandlungen abbrechen und den 31. Mai abwarten, um dann die Reparationsfrage den alliierten Regierungen zu überweisen. Auseinandersetzung mit Dänemark. Condon, 8. Moi.( WTB.) Der Pariser Berichterstatter ber Hamburg, 8. Mai.( Frff. 3tg.") Im schleswig- Holsteinischen Londoner Sunday Times" schreibt, trotz der wenig zuversichtlichen Provinziallandtag wurde über den bisherigen Verlauf der Anzeichen fönne er, gestüßt auf Mitteilungen aus bester Quelle, ver. Kommissionsverhandlungen mit Dänemark in der Nordschleswigfichern, daß Frankreich sein äußerstes tun werde, um den Abbruch Frage berichtet. Danach beansprucht Dänemark nach dem Verhält der Genueser Konferenz zu verhindern. Poincaré habe nicht nis der Steuerkraft oder der Einwohnerzahl der abgetretenen Geden Wunsch, als der Mann gebrandmarkt zu werden, der die biete eine Beteiligung am Gesamtvermögen der Provinz und Entente verführt habe. Er werde alles tun, um die gegen zwar auch an dem Grundvermögen südlich der neuen Grenze. Die fäßlichen Ansichten über die Versailler Probleme auszu- deutschen Mitglieder der Kommission sowie der schleswig- Holsteinische gleichen und um die britische Unterstützung zu erhalten für Provinzialausschuß stehen dagegen auf dem Standpunkt, daß Däne eine Politit, die Deutschland verhindern werde, vorfäßlich seinen marf einen entsprechenden Teil der Schulde n der Provinz überVerpflichtungen zu entgehen. Die Aussichten in der Reparations- nehmen und der Provinz eine Entschädigung für den Ausfall frage befferten sich. Es sei jedoch noch nicht an der Zeit, die zu zahlen habe, an dem füdlich der neuen Grenze liegenden ProEinzelheiten zu enthüllen Auch in der Frage des russischen Memo- vinzialvermögen aber feinerlei Anteilnahme beanspruchen könne. randums würde die französische Delegation alles tun, um eine Form Diesen Standpunkt hat der Provinziallandtag gegen die Stimmen zu finden, die sowohl Brüsse als auch London zusage. Man sei der der Kommunisten gutgeheißen. Es ist klar, daß dieser Wandel, der sich innerhalb der Linksgruppen vollzieht, seinen Ursprung in Rußland hat. Rußland hat das System der Schnell- und Gewaltsozialisierun gen vollkommen aufgegeben, es revidiert sich nach rüdwärts und sucht eine Interessengemeinschaft mit dem internationalen Kapital durch den Abschluß von Verträgen, in deren Reihe der von Rapallo der erste war. Aber da die gegenwärtige russische Regierung durch Gewalt ans Ruder gelangt ist und einstweilen noch glaubt, sich nur mit Gewalt erhalten zu fönnen, ergibt sich der tolle Zustand, daß sie zwar Frieden macht mit Stinnes und Banderlip, aber weiter Krieg führt gegen Martoff und Tschernoff, daß fie dem Kapital Konzessionen macht, aber nicht andersdenkenden Sozialisten, daß sie zwar die kapitalistische Ausbeutung zu- läßt, aber sich sperrt gegen den politischen Fort- schritt, den das kapitalistische Zeitalter gebracht hat, gegen die Demokratie! Indem sich der Kommunismus weigert, sich über, seinen eigenen Wandel Rechnung zu geben, verstößt er gegen das erste Gebot des Marxismus, gegen das der„S e l b st v c r- , st a n d i g u n g". Statt sich über seine eigenen Funktionen klar zu werden, versucht er diese vor sich selber und feinem Anhang durch einen desto dichteren Vorhang von radikalen Redensarten zu verhüllen. Damit niemand auf den Gedanken komme, die Kommunisten näherten sich mit Riesenschritten dem„Reformismus", muß über die„Reformisten" desto toller geschimpft werden. In Moskau bedroht man sie mit dem Erschießen, in Bersin zum Unterschied erfindet man Tote, um die immer und an allem Schuldigen als.Arbeitermörder" beschimpfen zu können. Zwischen solchen Erschießdrohungen und Totschlaglügen kreischt dann in seltsamer Disharmonie der Schrei nach der „Einheitsfront" und wieder sind die Führer der 2. Internationale„Arbeiterverräter", diesmal, weil sie angeb- lich„die Einheitsfront sabotieren". Vergebens sucht man in solchem Treiben Sinn und Verstand, man kann nur ver- suchen, es sozial-psychologisch zu erklären, wie es hier ge- schehen ist. Vordem gab es einmal Koimnunisten, die glaubten, für ein nahes großes Ziel zu kämpfen, und die uns, weil wir ihnen mit unseren ruhigeren Auffassungen im. Wege standen, erbittert haßten. Das war ehrliche politische Gegnerschaft, und jene Kommunisten hätten sich lieber die Zunge abgebissen, als daß sie nach der„Einheitsfront" geheult und geschmachtet hätten. Aber solche Kommunisten gibt es heute nicht mehr, die Illusionen sind verflogen und geblieben ist nichts als ein ekler Bodensatz von Unwahrhaftigkeit und Rüpeltum. Ziellosigkeit und Radautaktik sind zwei Dinge, die eng miteinander zusammenhängen. Weil der Antisemitismus nur ' schimpfen, aber keine konkreten Ziele entwickeln konnte, wurde er Radauantisemittsmus. Der Radaukommunismus unserer Tage beruht auf derselben Grundlage. . Wer hat schon eine„Einheitsfront" gesehen ohne gemein- ame Ziele und gemeinsame Taktik, ohne Klarheit, Kamerad- chaftlichkeit und Disziplin? Jeder beantworte sich diese Frage selber, dann wird er auch wissen, wer die Einheitsfront will, ohne nach ihr zu brüllen, und wer nach ihr brüllt, ohne sie zu wollen. Avheiter, geht über die Spalt- und Radau- brüder zur Tagesordnung über, dann habt ihr die Ein- heitsfrontl « i '' Die Delegation der 3. Internationale von der Berliner Konferenz veröffentlicht einen langen Aufruf, der die alten bekannten Redens- arten, aber keine Antwort auf unsere präzise Frage enthält, wie es mit der, Zusicherungen steht, die sie hinsichtlich des Pro- zessesder�? Sozialreoolutioäre gemacht hat. Zu diesem Thema schreibt jetzt sogar die.Freiheit" gegen die KPD. das Folgende: Es handelt sich um eine polllische Brunnenvergiflung schlimmster Art. Wenn der Artikel der„Roten Fahne" von Moskau unwidersprochen bleibt, dann steht für die Arbeiterschaft der ganzen Welt fest, daß die auf der Berliner Konferenz von den Kommu- . nistrn geäußerte Entrüstung eitel Heuchelei war, daß tat- sächlich beabsichtigt ist, den Prozeß als Tendenzprozeß zu führen, daß die Verteidigung eine Farce sein soll und daß das Urteil von vornherein feststeht. Es erübrigt sich, auf den phrasengeschwollenen Aufruf der Delegation einzugchen, solange eine Klärung dieser Angelegenheit nicht erfolgt ist. Zum Kapitel„Eitel Heuchelei" liefert auch der Pariser K o m m u n i st e n t a g, der am Sonntag begonnen hat, einen be- zeichnenden Veitrag. Die EP.-Agentur berichtet darüber: Es wurde eine Resolution angenommen, worin die Einbe- rufung der Parteileitung auf den 11. Mai gefordert wird, um Maßnahmen gegen die Kriegsgefahr zu beraten. Di>e Gegen- resolution, die eine sofortige gemeinsame Beratung über diesen Gegenstand durch alle sozialistischen, kommunistischen und gewerkschaftlichen Organisationen Frankreichs forderte, Ernst ToUer an öie?ugenö. In einer Schouspielwoche, die sich„Woche der Lebenden" nennt, bringt das Nürnberger Stadttheater Ernst Tollers„Wandlung" heraus. Der Dichter, der sich immer noch im Gefängnis befindet, hat dem Intendanten Stuhlfeld folgende Ansprach» an das Publikum übermittelt, die vor der Aufführung verlesen werden soll: Meine werten Zuhörerl Als der Ruf des Mittlers dieses Abends mich trof, lag ein Zeltungsblatt vor mir. Darin stand, inmitten greller Sensationsberichte, inmitten Ankündigungen von Biersesten (in schlechtem Zeitungsdeutsch und in schüchternen(leinen Lettern) dies« amtliche Notiz: „Die Gesamtvcrluste der deutschen Wehrmacht im Weltkrieg betragen 1 808 852 Todesfälle. An jedem der 1623 Tag« waren 1114 Tote, in jeder einzelnen Stunde 46 Tot« zu beklagen. Nach den Berechnungen de» Generals von Altrock hat Deutschland durch den Weltkrieg und seine Folgen einen Menschenverlust von 12 Millionen erlitten." Und ich erinnerte mich an Notizen, die ein paar Tag« vorher inmitten greller Sensationsbericht«, inmitten der Ankündigungen von Bierfesten(in schlechtem Zeitungsdeutsch und in marktschreierischen Lettern) die gleiche Zeitung gebracht hatte: „Ein neues Giftgas gefunden, besten Wirkung alle bisher im Krieg verwandten Giftgase bei weitem übertrifft. „Neue Bomben erfunden, die, von Flugzeugen geworfen, ganze Stadtteile in Schutt und Asche legen." So soll alles vergessen sein? Dergesten der prometheische Schrei, den aus wunden Herzen die Menschheit aller Völker, gepeitscht vom namenlosen Grauen eines namenlosen Furcht- Haren schrie: „O Licht, das allen scheint, seht an, Bezeugt, was ungerecht ich hier erleide!" Vergessen der verzweifelte Ruf kriegszerbrochener Krüppel: „0 käme Tod, uns zu erlösen!" Alles vergessen? Auch von Ihnen vergessen, meine werten Hörer? O ich höre die Stimmen der„Realpolitiker", die mit dem Lächeln vielwissendcr Unweisheit zu beweisen suchen, daß alles kommen mußte, wie es kam, daß der Krieg eine historisch« Rot- wendigkeit, daß die Menschheit noch nicht reif sei, daß im Stahlbad des Krieges sich der Mann bewähre— und wie die Phrasen all« heißen, die die Bequemen, die Kutscher- in ausgefahrenen Geleisen, die Spieler mit Menschengeschicken zu sprechen pflegen. Mit Ver- blendeten will ich nicht rechten. Sie meinte Hölderlin, als er schrieb: „Und es ehret der Knecht nur den Gewaltsamen." Den Jungen gilt mein WortI In ihnen Ist der Wille zum Unbedingten, in ihnen ist der Wille, den Zwiespalt zu über- winden, der heute unser Leben zersetzt und entseelt, jenen Zwiespalt, den die„Realpolitiker" verteidigen, es könnten die Forde- rungen des Gewissens, die Forderungen der Ge- rechtigteit, di« Forderung«, menschheitliche.r wurde abgewiesen, da fle der Elnheitspolltik der komnumlsti- fchen Partei zuwiderläuft. Während man sich in Berlin nach der„Einheitsfront" die Kehle wundschreit, wird sie in Paris munter„sabotiert". Die ganze Bcr- liner Begeisterung und Entrüstung wird dadurch als ein schlechtes Komödienspicl enthüllt. Schweigen im walöe. Wir berichteten am Sonnabend über eine kommunistische Anfrage im Sächsischen Landtag, welche die Vorgänge in der Leipziger Universität am 1. Mai behandelte. Die Anfrage sprach von einem sinnlosen Einhaucn der Leipziger Schutz- Polizei auf die Arbeitermassen, von 16 Schwerverwundeten usw. Im Anschluß daran stellten wir an die Unabhängige Partei die Frage, ob sie diese Vorgänge ebenso behandelt habe, wie die Vorgänge vor dem Berliner Rathaus. Insbesondere fragten wir an, ob bei der Behandlung der An- frage die sachsischen Unabhängigen gegen den sächsischen Innen- minister L i p i n s t i(USP.) dieselbe Haltung einzunehmen gedächten, wie die preußischen Unabhängigen gegen den preußischen Innenminister S e v e r i n g(SPD.) Nach 24ftündigem Schweigen sieht sich die„Freiheit" ver- anlaßt, zwar wiederum einen langen Artikel gegen die preu- ßische Schutzpolizei zu bringen, aber die Leipziger Vorgänge mit keiner Silbe zu berühren. Offenbar ist es schwerer, auf unsere Anfrage eine Antwort zu erteilen, als alberne Schmähgedichts auf Genossen Richter zu schreiben. Stadtrat Schöning Sozialdemokrat. Abschiedsgrüste der„Freiheit". Aus der redaktionellen Vorbemerkung zum Artikel des Genossen Stadtrat Schöning, dieser habe seinerzeit seinen Eintritt in die SPD.„angemeldet", schließt die„Freiheit", daß über die Aufnahme noch nicht entschieden sei. Diese Schlußfolgerung ist irrig. Stadtrat Schöning ist bereits, ebenso wie sein Kollege Stadtrat Brühl. Mitglied unserer Partei. Handelt es sich insoweit um einen entschuldbaren Irrtum, so ist die Art, wie die„Freiheit" ihrem ehemaligen Partei- genossen haltlose Verdächtigungen nachschleudert, ganz unentschuldbar. Hierzu sendet uns Genosse Schöning folgende Erklärung: Mein Artikel über den„Ursprung des Konflikts" in der Sonn- abendrnorgenausgabe des„Vorwärts" veranlaßt die„Freiheit" zu der Behauptung, daß durch meine Tätigkeit im O st Hafen und speziell im Falle Fischer die Stadt Berlin um VA Millionen Mark geschädigt sei. Für diese Behauptung kann die „Freiheit" auch nicht das Atom eines Beweises er- bringen. Um aber einer Legendenbildung vorzubeugen, sei hier festgestellt, daß die seinerzeit von mir ergriffenen Maßnahmen auf dem Osthasen von allen Parteien der Siadtverordnetenversammlnng. einschließlich der USpD. mit Ausnahme der KPD. gebilligt worden sind; daß durch den von mir herbeigeführten Systemwechsel die Stadt keinen Schaden, sondern nur Vorteil hatte. Die Redaktion der„Freiheit" kann sich im übrigen über die damaligen Vorgänge auf dem Osthafen aus der. Freiheit" selbst orientieren. Wären die Behauptungen der„Freiheit" ebenso richtig, wie sie falsch sind, so würden sie die eigene Partei treffe� Ihr Verfahren ist also ebensowenig geschickt, wie es zweifDos wenig nobel ist._ Em Unabhängiger zur Einigung. In der„Leipziger Volkszeitting" veröffentstcht der Unab- hängige Genosse Schöning- Zittau«inen beachtenswerten Artikel zur Einigung zwischen SPD. und USP. Er kommt zu dem Ergebnis, daß unüberwindliche Schwierigkeiten nicht vorhanden sind. Was, fragt Schöning, sind denn die hauptsächlichsten Trennungsgründe? Die persönlichen Gründe können seit der Wiederverelni- gimg mit den Genossen der KAG. mehr maßgebend sein. Die Sünden der Heine, Noske usw. sind sicher nicht größer als die der Leoi, Geyer und Genossen. Brüderlichkeit nur in Bezirken der Kunst, der PhilosophieErfüllungfinden, während im„wirk- l i ch e n, im„pr aktischen" Leben mit Krämerpostu» loten gewirtfchastet werden müßte. Die Jungen wissen, daß nicht lebt, wer nicht«in ganzes Leben lebt. Dürfte ich zu Euch Jungen sprechen, wie ich möchte! Das Werk wird zu Euch sprechen, Ihr werdet Eure eigene Stimme darin vernehmen. Ihr werdet er- kennen, daß nicht Heil ist, wo Ungerechtigkeit ist. Auch Ihr werdet den Weg zu Euren Arbeitsbrüdern finden. Doch vergesset nie, daß, wer zu den Menschen gehen Hill', erst in sich den Menschen finden muß. Schreitet mutig den Weg, Ihr Jungen, den das Gesetz Eures Lebens Euch zu schreiten heißt! „Nur die Ringenden sind die Lebenden". Drahtlose Tllmlelegraphie? Der Vorsitzende der Bereinigung amerikanischer Kinoingenieure, L. C. Porter, hat bei der Eröffnung der diesjährigen Tagung der Vereinigung eine Rede gehalten, bei der er darauf hinwies, daß die Ueberttagung von Filmen auf droht- losem Wege nur noch eine Frage der Zeit sein könne. Porter be- tonte, daß man ja gewöhnliche Bilder bereits drahtlos übermittele. Von da zur Uebertragung einer Reihe von Bildern, die in Verbin- dung ständen und zusammen ein Laufbild darstellten, sei nur ein kleiner Schritt. Es sei daher durchaus wahrscheinlich, daß Amerika bald seine Filme auf drahtlosem Wege in die Welt schicken werde. TaNins„Denkmal für die 3. ünkernalionale". Ueber diesen seltsamen architektonischen Entwurf ist in Deutschland viel erzählt worden, aber einen klaren Begriff von ihm hat man bis jetzt nicht gehabt. Nun ckeröffentlicht in Bruno Tauts Zeitschrift„Frühlicht" Elias Ehrenburg eine Zeichnung nach Tatlins Originalmodell und gibt eine anschauliche Schilderung des Riesenbauwerks.„Das Manu- ment," sagt er,„hat dieselbe praktische Schönheit wie ein Kran oder eine industrielle Brücke. Tatlin meint, daß das Dreieck die vor- herrschende Form war, um die Statik der Renaissp-nce auszudrücken: das Dynamische unserer Zeit drückt er in einer wundervollen Spirale aus. Zum Material hat er neben dem Elfen, das in der modernen Konstruktion schon gebräuchlich ist, das Glas genommen. Das Modell seines Denkmals Hot 20 Meter Höhe: der Bau selbst würde über 400 Meter messen (Eiffelturm 300 Meter). Er besteht aus zwei Zylindern und einer Pyramide aus Glas: die sich in verschiedenen Geschwin» digkeiten drehen. Im Innern dieser gläsernen Körper be- finden sich die großen Säle der Sammlung, Wiedervereinigung, Uebereinstimmung usw. Sodann große Anlagen zum Wärmeaus- gleich— Wärmeversorgung im Winter, Kühlung der Bersammlungs- räume im Sommer. Diese Baukörper sind von einer Spiral« aus Eisen umgeben, die sich in die Höhe schwingt."— Mit der Ausführung dieses gigantischen Projekts dürste es— schon allein mit Rücksicht aus die heutigen Glaspreise— noch gute Weile haben. Schreckensszenen in einer Nervenheilanstalt. Das Londoner Gastspiel des französischen Apostels der Autosuggestion C o u e. dessen Wunderkuren 14 Tage lang das Stadtgespräch bildeten und zu dessen Vorlesungen und Konsultationen sich eine unabsehbare Ebenso, hält Schöning die Frage der Diktator ife, Proletariats für keinen Hinderungsgrund: Auch hier sind die Gegensätze nicht so groß als allge- mein angenommen wird. Der Paretitag brachte klar zum Ausdruck, daß wir eine Diktatur, wie ihn der Bolschewismus einführt«, von uns weisen. Wenn Worte also Sinn haben sollen, so können wir unter Diktatur oder Herrschaft des Proletariats nichts anderes ver- stehen, als die physischen und geistigen Kräfte der Hand- und Kopf- arbeitcr zu mobilisieren, um so dem gesamten Proletariat den Reise- grcch zur Beherrschung des politischen und wirtschaftlichen Lebens zu geben. Solange dieser aber nicht erlangt ist, wird die Herrschaft des Proletariats nicht möglich sein. Er ist die Vorbedingung zur sozialistischen Wirsschaftssorm, und dieses wollen beide sozialistischen Parteien. Sind wir uns im Ziel einig, so werden wir den Weg gemeinsam besser finden als getrennt. Lluch in der Koalitionspolitik sieht Schöning kein grundsätzliches Hindernis der Einigung: Kein USP.-Genosse würde heute bereit sein, einer Regierung?» koalition anzugehören, in der die Sozialdemokraten nur das Anhängsel der Bürgerlichen bilden und als Minderheit die Verantwor» tung für bürgerliche Regierungskunststücke mit übernehmen müssen. In dieser Sache sind wir einig. Aber auch die Frage der Koalitton würde nach einer Vereinigung der beiden sozialistischen Parteien ein ganz anderes Gesicht be- kommen. Eine Partei, die im Reichstage mit 192 Mandaten ver» treten wäre, könnte sich auch in der Regierung den Einfluß ver- schaffen, den wir im Interesse der Hand- und Kopfarbeiter zu haben wünschten. So gelangt Schöning zu folgendem Urtell: Alle Schwierigkeiten, die einer Vereinigung entgegenstanden, sind heute fa st überwunden. Die politische und wirtschaftliche Lage ist heute soweit geklärt, daß ein grundsätzliches, sozialistisches Programm, das für beide Teile akzeptabel wäre, aufgestellt werden kann. Ein Wille der Partelen zu solcher Tat wäre fruchtbringender als Spintisierereien über die Ergebnisse kommender Kämpfe In bezug auf die Einigkeit. Neues Leben und neuer Mut würde die deutsche Arbeiterschaft beseelen, und mit der B e r g e u d u n g der ungeheuren materiellen und ideellen Kräfte wäre es vorbei. Schließlich stellt Schöning noch eine Frage: Ob nämlich „die Rechtssozialisten sich vom Opportunismus freimachen können und nicht wieder kompromisseln werden?" Hierauf antwortet er mit beachtenswerter Offenheit: Ja, sie werden wieder kompromisseln und wir auch, weil eine Well nicht mit einem Schlage zu erobern ist und wir zu Zeder Zeil nicht mehr erreichen können, als In unsrer Macht liegt.(Im Original fettgedruckt.) Doch solche Gedanken brauchen uns nicht zu schrecken, denn ein« Vereinigung der beiden Parteien würde der Gesamtpartei ein ganz anderes Aussehen geben, es würde wieder die alte wetterfeste Sozial- demokratische Partei werden, wie zu Bebels Zeiten. Wir haben hierzu nur zu bemerken, daß die Einigung?- frage überhaupt nicht diskutiert zu werden brauchte, wenn von jeher in der USP. diese Einsicht obgewaltet hätte. Denn dann wäre es nie zur Parteispaltung gekommen. „Hcldenehrung." Ein« charatteristtsche Geschichte teilt die „W. a. M." aus dem Dorfe Z i p�p o w, Kreis Deutsch-Kron«, mit: Ein Fremder besichtigte die dort aufgestellte Tafel mit den Namen der im Weltkrieg gefallenen Einwohner des Dorfes. Auf fein« er- staunt« Frage nach der großen Zahl wurde ihm gesagt, daß es eigentlich sogar noch mehr wären: nämlich außer den Verzeichneten sei noch ein Jude gefallen. Den habe man aber n i ch t a u f d i e Gedenktafel gesetzt, weil man mit den Juden nichts ge- mein haben wollte.— Uns wundert das nicht. Hier ist nur im kleinen geschehen, was die berüchtigte.Iudcnstatistik" des Kriegs- Ministeriums im großen gemacht hat. Das preußische hebammengesetz. Da den Kreisen und Ge» meinden di« Aufbringung der Mehraufwendungen nicht zuzumuten ist, ist eine Staatsbeihilfe im Betrage von 25 Millionen Mark für das Jahr vorgesehen. Als Termin des Inkrafttretens des Gesetzes ist der 1. Oktober 1922 in Aussicht genommen unter der Voraus- fetzung, daß die Vorarbeiten bis dahin erledigt werden können. Menge drängte, hat einen Abschluß gefunden, der den Erwartungen der Verehrer Eoues nicht entsprach. Der Wunderdoktor hatte als letzte seiner Unternehmungen eine Sitzung im Neurologischen Hospital von Tooting angekündigt, einer Anstalt, in der zahlreiche Kriegsteilnehmer, die an schweren Nervenstörungen litten, untergebracht sind. Diese Sitzung sollte der Glanzpunkt der Vor- führungen werden, gestaltete sich aber zu einer ausregenden Tra- gödie. Es gelang Eoue anfangs wirklich, bei einem Soldaten, der von schwerem Kopfschmerz gepeinigt wurde, und den er ununter- brocken die supgeüive fioiinel:„(-a passe"(Das gebt vorüber) nacki« sprechen ließ, günstige Wirkung zu erzielen. Als Couö sich aber dem nächsten Patienten zuwandte, der an heftigen Zuckungen des ganzen Körpers litt, geschah das Unglück. Eoue führte mit blitzschnellen Bewegungen die Hände über die Glieder des Soldaten, indem er ihm dabei vorhielt, daß diese Zuckungen lästig für ihn selbst seien und seiner Umgebung nicht einmal recht glaubhaft erschienen, als der Patient plötzlich einen durchdringenden Schrei ausstieß und sich unter Konvulsionen zur Erde warf. Die Wirkung auf die nerven- kranke Zuhörerschaft war fürchterlich. Die Patienten begannen zu heulen, zu toben und sich auf der Erde zu wälzen. Sie wurden sofort von herbeieilenden Krankenwärtern hinausgetragen, aber auch auf die anwesenden Gesunden machten diese Szenen einen so grauenhaften Eindruck, daß die meisten den Saal oerlassen mußten. Eoue war der einzige, der die Geistesgegenwart behielt und die Vor- lesung noch eine Weile fortsetzte. Später erklärte er, daß die ganze Sache nichts aus sich habe: hysterische Menschen seien unberechenbar. Der Vorgang hat jedoch in London großes Aufsehen erregt und scheint das Ansehen Eoues wesentlich beeinträchtigt zu haben. Ein„loses" hohenzollern-Auiogramm. Die„K r e u z z e i t u n g" veröffentlicht in ihrer gestrigen literarischen Sonntagsbeilage„lose Blätter" aus der Handschriftensammlung eines Prof Wölbe. Meisten- teils hohe, höchste und allerhöchste Offenbarungen dieser Art:„Frisch und fröhlich z» seiner Zeit, fromm und treu in Ewigkeit"(Herzog Ernst II. von Koburg-Gotbo):„Treu zu Wasser und zu Lande" (General v. Blumenthal):„Viel Feind', viel Ehr'I"(o. Puttkamcr) usw. Darunter finden sich aber auch ein paar Zeilen des Prinzen Louis Ferdinand, die in französischer Sprache an eine von der Revolution aus Frankreich vcrttiebene, in Poschnos(?) an der Elbe wohnende Prinzessin von Vaudemont gerichtet sind. Sie lauten auf deutsch:„Man sagt, daß Poschnos der Inbegriff alles Lieblichen auf der Welt ist und daß man von Ihrem Bett die schön st e AussichtderWelthat. Ich bitte um die Erlaubnis, die Elb- gegend einmal von diesem Gesichtspunkt aus prüfen zu dürfen."— Pfuit Aber„Kreuzzcitung"! Kon,ert zngunften der AlterSftilfe. Zu d�m Konzert de« Erl- lchen MännergcsaiigvereinZ, ldn» am 10., abend» 8 Ubr, in der Hochschule jür lvlusik zugunsten der AiterSbilse stattfindet, hat auber Barbara Kcmd auch der Intendant der Slaalsover Pros: Dr. Max von Schilling» seine Mitwirkung zugesagt. Karten bei Bote& Bock und Ä. Wertheim. Acrztekongrest in Moskau. Der allrussische Konaretz der Bakterlo» logen und Evedemieologen ist in Moskau eröfsnet worden und zäblt 800 Acrzte als Teitnebmer. Al» Vertreter der deutschen Wissenschaft ist Prof. Mühlen, der Leiter der HungerhiljSaktion de» deutschen Noten Kreuze» in Rutzland, anwesend. Für Sicherstellung der Volksernährung! Zum Haushalt des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft hat die sozialdemokratische Reichstags frattion folgenden Antrag eingebracht: Ein Maiensonntag. " Teurer Grass- Kognak. Raffinierte Taschendiebstähle zweier Studenten. Wegen fortgesetzten Taschendiebstahls wurden ein stud. ing Sonntag, der sich endlich nach langem Zögern seinen blouseidenen Die Berliner fonnten ihn wirklich brauchen, diesen einzig schönen Mantel umgetan und sein goldenes Diadem aufgesetzt hatte. Einen Walter Habermann und sein Bruder stud. chem. Hugo verhaftet a) Für das Wirtschaftsjahr 1922/23 wird das Umlageverfahren ganzen Maientag, vom frühesten Morgen bis zum letzten Sonnen- In der letzten Zeit wurden der Kriminalpolizei wiederholt Taschen. für Breigetreide beibehalten, wobei der Gesamtbedarf an Brotge- funken am Abend trübte nichts die milde Pracht dieser Stunden. gelegentlich in der Friedrichstraße oder sonst auf einer belebten Straße diebstähle eigener Art gemeldet. In späten Abendstunden sah man treite für die Ernährung der versorgungsberechtigten Bevölkerung er der hieß die Hauptparole des Tages. Die Bahnverwaltung zwei luftige junge Männer, die eine Kognafflasche schwangen und aus der Inlandsernte in der Höhe von 4½ millionen Tonnen hatte Ertrazüge eingesetzt und die waderen Eisenbahner schafften vorübergehenden einen Trunk daraus anboten. Sie wandten sich ficherzustellen ist. unermüdlich die Massen hinaus. Aber nicht nur Werder, auch jedesmal an Leute, die schon mindestens ebensoviel getrunken hatten, b) Die Sicherstellung des Kartoffe3bedarfs der ver. Caputh, Baumgartenbrüd, 2lt- und Neu- Gestow, Glindom, Pegow wie sie selbst getrunten zu haben schienen. Diese gingen leicht auf fergungsberechtigten Bevölkerung erfolgt durch privatrechtliche Liefe- und Ferch waren ein Blütenziel. Taufende von Radfahrern waren den vermeintlichen Studentenult ein, nahmen mohl auch einen rungsverträge mit Erfüllungszwang. Die Regierung hat den Ab- unterwegs, und die flotten Fahrer und Fahrerinnen unserer Arbeiter Schlud aus der Bulle" und gingen dann vergnügt weiter. schluß solcher Verträge zwischen Erzeuger- und Verbrauchergenossen- radfahrervereine waren überall bemerkbar. In Wannsee fonnte man nachher entdeckten sie, daß einer von ihnen die Zeche mit feiner schaften sowie landwirtschaftlichen Berbänden und Bertretungen der die Parade der Berliner Lupusautomobile abnehmen, die in un die beide durch Schmisse als solche fenntlich waren, in Liförstuben goldenen Uhr und Kette bezahlt hatte. Andere fielen den Studenten, Städte und großen industriellen Betrieben zu fördern und hat in unterbrochener Reihe über den Engpaß der Wannseebrücke gen in die Hände. Eine kleine Zecherei in der Geroldstube lieferte jett allen solchen Fällen eine bevorzugte Belieferung zu Potsdam und Werder raften. Auch die Dampf- und Motorschiffahrt endlich zunächst Walter Habermann der Kriminalpolizei in die Hände. garantieren. Dem schrankenlosen Aufkaufen der Kartoffeln hatte überall ihren guten Tag. Ein lebhaftes reiches Treiben ent- Er hatte es auf einen Herrn abgesehen, dem er sich als Student von ist durch geeignete Maßnahmen entgegenzutreten. Es sind gleich- faltete sich wieder am Tegeler und nicht minder an Müggel- und Hauffen vorstellte. Nach der Zecherei bestiegen beide einen Straßenzeitig Richipreise einheitlich für das gesamte Reich auf der Grund- am Langen See. Auf den Seen selber beherrschten die Ruderer bahnwagen. Während der Fahrt versuchte der angebliche von Tage der durchschnittlichen Gestehungsfoften festzusetzen. Das Reichs- und die Segler das Bild. Die letzteren hatten eine angenehme Hauffen feinem neuen Bekannten in einem geeigneten Augenblick ministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat bei dem Reichs- Brise, die die Boote malerisch über die ganze Wasserfläche zerstreute. Uhr und Rette abzufnöpfen. Sein Beginnen wurde aber diesmal beverkehrsministerium frühzeitig auf eine ausreichende Wagengestel. Die Ruderer aber, angefeuert von ihren lungenstarken Steuer- Dabei stellte sich heraus, daß der Taschenbieb, gegen den schon Steuer- obachtet. Man nahm ihn feft und übergab ihn der Kriminalpolizei. lung für die Zeit der Kartoffelernte zu bringen. leuten, legten sich mit einer Forsche" in die Riemen, die die Freude meherere Anzeigen vorlagen, wirklich ein Student mar, daß aller Zuschauer und Zuschauerinnen hervorrief. Bis weit in die er sich aber einen falschen Namen beigelegt hatte. Sein Bruder Hugo Nacht dauerte dann der Rückstrom der Ausflügler. Wer aber das wurde später ebenfalls ermittelt und festgenommen. Bei der Berzurzeit noch verhältnismäßig geringe Fahrgeld der Vorortbahnen haftung Walters war es ihm gelungen, zu entschlüpfen. Die Ber.. dennoch scheuen mußte, der fand auch in der Stadt und ihrer nächsten hafteten haben bis jetzt sechs Diebstähle dieser Art gestanden, ohne Umgebung sein Genüge. Treptower Park und Plänterwald hatten 3weifel aber noch mehr auf dem Kerbholz. riesigen Besuch, und der 300, der seinen billigen Sonntag hatte, mußte einen gewaltigen Buftrom aufnehmen. So dürften gestern die meisten Berliner endlich einmal einen wirklich schönen Maiensonntag genossen haben, und der war ihnen auch wirklich zu gönnen. c) Nach Aufhebung der Zuckerzwangswirtschaft ist 3uder mangel und eine erhebliche Berteuerung des zur Verfügung stehenden Berbrauchszuckers eingetreten. Daher ist die Zwangsbewirtschaftung des Zuders wieder einzuführen. Der Becölferung ist pro Kopf und Woche ein halbes Pfund Zucker zur Ver. fügung zu stellen, außerdem für Säuglinge pro Kopf und Woche ein Pfund. Die Preisfestsetzung für den Verbrauchszuder erfolgt unter Berücksichtigung ter tatsächlichen Entstehungskosten mit Zustimmung des Ministers für Ernährung und Landwirtschaft. Die Reichsregierung wird ersucht, die unter a, b und c vorge fchlagenen Maßnahmen beschleunigt vorzubereiten und baldigst dem Reichstag zur Beschlußfassung zu unterbreiten. 17. Tagung des Ausschusses des ADGB. Zu Beginn der Sigung des Bundesausschusses ehrte ter Bundesvorsitzende Leipart zunächst das Andenken des verstorbenen Genossen Otto Hue. wenten. Die Jugend in Potsdam. Ein Teilnehmer des gestrigen Maijugendsonntags in Potsdam schildert uns die Kundgebung in folgenden Zeilen: Der Aftenraub bei dem russischen Oberst v. Freyberg, der schon einmal das Schrourgericht des Landgerichts III beschäftigt hat, ist heute abermals den Geschworenen zur Entscheidung vorgelegt wor den. Die Anklage richtet sich gegen den Privatlehrer Otto Braun und vier andere Personen, die er zur Ausführung der Tat gedungen haben soll. Es wurde auf Antrag des Angell. Braun und der Ber. teidiger beschlossen, zum neuen Termin den General Biskupsty. das Mitglied des ruffischen Staatsrats Bimsty korsatoff, ben Dezernenten im Staatsministerium des Innern, Geh. Rat arbeitenden Jugend standen hier, um auf einzelne Abteilungen zu Gromann verteidigt, die übrigen Angeklagten von den RechtsAm Bahnhof Nowawes war Treffpunkt. Taufende der Schüß zu laden. Die neue Verhandlung leitet Landgerichtsdirektor Ernst, der Angeklagte Braun wird wieder von Rechtsar.walt Dr. warten. Neben der roten Fahne wehte munter die Fahne der Repu- anwälten Dr. Siegfried Weinberg, Dr. Liebknecht und Dr. blit, als sich langfam der gewaltige Zug in Bewegung fegte. Boran Sodann beschäftigte der Ausschuß sich mit dem Rampfe der die Musittapelle der Jugend. Mandoline, Klampfe, Gitarre, die Oskar Cohn. In seiner ersten Bernehmung hatte der Angeklagte Sodann beschäftigte der Ausschuß sich mit dem Rampfe der alle ihr bestes hergaben. Unser holländischer Genosse Molendyk Braun, der viel in fommunistischen Kreisen verkehrte, behauptet, daß Metallarbeiter in Süddeutschland. Einmütig gaben fämtliche Redner ihre Meinung dahin fund, daß es sich um einen aus Rotterdam trug als erster die rote Fahne ins reaftionäre Potser von Persönlichkeiten, die den Rechtsparteien angehören, die er Kampf handle, der nicht nur die Metallarbeiter, sondern die ge- dam hinein. Hier überall bestürzte Gefichter. Was ist los? Das aber nicht nennen wolle, den Auftrag erhalten habe, festzustellen, ob famte Arbeiterschaft angehe. Der Ausschuß faßte hierzu den be- rote Berlin im. schwarzen Botsdam? Wer hat denn das zuge der Verdacht, daß Oberst v. Frenberg französisch- polnischer für die Dänenhilfe beschlossenen Beiträge von 5 und 3 m. ihren Hut vor der Fahne zogen! Dann bewegte sich der Zug um ten, die feinerzeit der BKPD. angehört hatten, veranlaßt, sich an der reits in Nr. 206 des Borwärts" veröffentlichten Beschluß, die lassen?" Aber wir fahen auch anderes. Männer der Arbeit, die gent sei, zu Recht bestehe oder nicht. Unter den Angaben, daß v. F. ein gefährlicher Weißgardist sei, habe er die vier Mitangeflagfür den Kampf um den Achtstundentag in Süddeutschland zu ver- eröffnet. Der Vorsitzende des Botsdamer Wahlvereins begrüßte die Ausführung des Raubes zu beteiligen. Auf Fragen des Vorsitzenden den Bassinplag. Mit einem Kampflied wurde die Kundgebung In seiner vorigen Tagung( 28. und 29. März) hatte der Aus- jungen Genossen und zunächst trug Walter Schenf wirkungsvoll erklärte der Angeklagte Braun, daß er weder der Orgesch noch sonst schuß den damals vorgelegten Entwurf über gemeinsame Bahlte das Wort. Ausgehend vom Sieger Mai, der endlich den trage beſtimmter Persönlichkeiten in kommunistischen Kreisen verein Gedicht vor. Darauf ergriff der Landtagsabgeordnete Genosse einer politischen Organisation angehöre. Er habe lediglich im Auf Regeln für die Führung und unterstüßung von harten Winter vertrieben habe, kam der Redner auf den Zweck dieser ten erklärten, daß sie damals der VKPD. angehört hätten und die fehrt, um Nachrichten zu erhalten. Streits an die zu deren Ausarbeitung eingesetzte Kommission Die vier Mitangeflagzurückverwiesen. Die Kommission legte nunmehr einen neuen, in noch hat er alles in seinen Bann geschlagen. Jahrzehnte kämpfen Tat aus politischen Gründen begangen hätten. Wir werden über zurücverwiesen. Die Kommission legte nunmehr einen neuen, in gewaltigen Rundgebung zu sprechen. Noch herrscht der Kapitalismus, ten erklärten, daß sie damals der VKPD. angehört hätten und die verschiedenen Punkten abgeänderten Entwurf vor. Auch dieser hatte eine längere Auseinandersetzung zur Folge. Er wurde schon die Massen, aber fein wirklicher Friede wird eintreten, bevor den weiteren Verlauf des Prozesses berichten. jedoch mit einigen Aenderungen angenommen und soll nun hat das Kapital Hunderttausende in die Schüßengräben geschickt und nicht der internationale Rapitalismus besiegt am Boden liegt. Kalt mehr dem Gewerkschaftstongreß vorgelegt werden. Sein Wortlaut ebenso falt sieht es zu, daß zwölf Millionen ohne Arbeit ihr Leben wird mit den Anträgen zum Gewerkschaftskongres veröffentlicht. fristen. Solange der Kapitalismus herrscht, werden unsere Forde Berlin und Umgegend. Trocken und überwiegend better, etwas Ueber den vom Reichsarbeitsministerium herausgegebenen Entwurf zu einem Arbeitsgerichtsgelet sprach Genoffe Herungen niedergehalten werden. Der Redner erläuterte dann die übler bei sie mlich frischen westlichen bis nordwestlichen Winden. mann Müller und wies nach, daß die Regierung von allen guten Berein Arbeiterjugend" zusammenzuschließen. Jetzt wollen wir Jugendschuhforderungen und rief die jungen Genossen auf, sich im Geistern verfassen gewesen sein muß, als sie in folcher Weise noch Botsdam zeigen, daß es auch noch andere Leute gibt als antifemimehr Zündstoff anhäufte. Der Redner wandte sich besonders gegen die Herabsetzung der bisherigen Tätigkeit der Gewerbe- und Rauf mannsgerichte, die darin liege, daß der Reichsjuftizminster Rabbruch auf dem Parteitage zu Görlig sich noch gegen die Angliederung dieser Gerichte an die ordentlichen Gerichte ausgesprochen und später eine gegenteilige Meinung fundgegeben habe. Die Gewerkschaften müß. ten es ablehnen, dem Reichsjustizminister auf diesem Wege zu folgen. Folgende vom Genossen Müller vorgelegte Entschließung wurde einstimmig angenommen: „ Der vom Arbeitsministerium vorgelegte Referentenentwurf eines Arbeitsgerichtsgefezes findet nicht die Zustimmung des Aus. schusses des ADGB. Der Entwurf will die Gewerbe, und Raufmanns. gerichte als Sondergerichte beseitigen und Arbeitsgerichte bilden, die den Amtsgerichten angegliedert find. Zur Begründung dieser Umstellung wird angeführt, daß damit eine nicht nur von politischen Einflüffen freie, sondern auch eine fach tundige Geschäfts- und Prozeßleitung gefichert merde, daß auch die Eingliederung der neuen Arbeitsgerichte auf die ordentlichen Gerichte und ihre Rechtsprechung in sozialer Hinsicht einen überaus segens. reichen und belebenden Einfluß ausüben und sie mit Verständnis für foziale Fragen erfüllen werde. Auch finanzielle Gründe werden geltend gemacht. Der Ausschuß stellt demgegenüber fest, daß die Gewerbeund Kaufmannsgerichte sich im allgemeinen das volle Bertrauen aller beteiligten Kreise erworben haben. Er stellt weiter fest, daß eine Reform der ordentlichen Gerichte allerdings bringend geboten ist, legt aber entschieden Berwahrung da gegen ein, daß diese Reform mit der Auslieferung der Gewerbe- und Kaufmannsgerichte an die orbent. lichen Gerichte begonnen werden soll. e Auch den Grund, daß durch die notwendige Berallgemeinerung der Gewerbe- und Kaufmannsgerichte unerschwingliche Kosten entstehen, fann der Gewerkschaftsausschuß nicht gelten lassen. Schlichtungsordnung, Tarifgesetz und Arbeitsnachweisgesetz fehen ein dichtes Reg von Sozialbehörden vor. Mit diesen lassen fich die Gewerbe und Kaufmannsgerichte ohne er Für un annehmbar erflärt der Ausschuß auch die geplante Zulassung der Rechtsanwälte zu den Arbeitsgerichten." Die aus den Gewerkschaften eingegangenen Anträge zum Gewerkschaftstongreß lagen dem Ausschuß im Abzug vor. Da es wegen der Menge der Anträge nicht möglich war, fie schon in diefer Sigung mit der erforderlichen Gründlichkeit zu besprechen, vertagte der Ausschuß die Aussprache darüber bis zur nächsten Sizung. Genosse Leipart berichtete kurz über den Internationa len Gewerkschaftstongreß. Der Bericht wurde von Genoffin Hanna hinsichtlich der Verhandlungen über die Beziehungen zum Internationalen Arbeiterinnenbund und vom Genossen Haueifen( Buchbinder und Papierverarbeiter) über die Beratungen der internationalen Berufsfetretäre ergänzt. Tagung des Hansabundes. # Wetter für morgen. Groß- Berliner Parteinachrichten. Thema: Die Tezten politischen Ereignisse". Referent Rurt Riegmann. tische Radaujünglinge. Rotterdam das Wort. Troßdem er holländisch sprach, wurde fast Darauf ergriff Genosse Molenbnt. alles verstanden. Morgen, Dienstag, den 9. Mai: Kameradschaft richtete er an die Jugend. Besonders in diesem Jahre Worte der internationalen Brüderschaft und 1. Strels Mitte. 7 Uhr Gigung des Rreisvorstandes mit den Abteilungsleitungen feien die Maifeiern überall sehr eindrucksvoll verlaufen. In vielen 7. bt. 7 Uhr Mitgliederversammlung in Röhlers Festfälen, Tiedſtr. 24. im Restaurant Bürgerheim, Alte Schönhauser Str. 23/24. Ländern trete die Reaktion in unverschämter Weise hervor, um 21. abt. 7½ Uhr Funktionäversammlung bei Lehmann, Schulstr. 36. zurückzuholen, was sie gezwungen abgegeben hatte. Dem Geist von 35. bt. 7% bei Schulze, Samariterfte. 38, Mitgliederversammlung. Thema: Potsdam, der noch in vielen Ländern sein übles Wesen treibt, müsse 114. Abt. Lichtenberg., 7% Uhr Mitgliederversammlung bei Rienecker, Rroffener Schulfragen". Referent Lehrer Schröter. im erbitterten Kampf gegenübergetreten werden. Wir in unserem fleinen Lande am Meere werden euch nicht im Stich lassen. Kommt, wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse sich gebessert haben, in Massen über die Grenze und bildet so die wirkliche Internationale. Es lebe die Arbeiterjugend- Internationale! Im Anschluß an die Demonftration ging der Zug durch das Billenviertel Potsdams. Am fleinen Erzerzierplaz wurde gelagert. Später begannen die Spiele, und beim Rückzug zeigten fich noch einmal die Massen. Vom Bahnhof Nowawes ging es dann wieder dem großen Berlin zu. Im Garten des Cafés Sanssouci in Potsdam tam es am Sonntag während eines Gartenkonzerts, das der Berliner Berein der Schuh und Trugbündler Deutscher Herold" veranstaltet hatte, zu häßlichen Szenen. Gerade als Tausende von Ausflüglern die Allee nach Sanssouci paffierten, entrollte der Verein eine Fahne mit einem Hatentreuz. Die Kapelle spielte Deutschland, Deutschland über alles". Einige Gäste, die fißen blieben, wurden von den Schutz- und Truzbündlern aus dem Garten geworfen. Als Ausflügler, empört über diesen Vorgang, in den Garten drangen, erhob sich der Vorsitzende des Vereins und rief mit lauter Stimme:" Seine Majestät, der Kaiser und König lebe hoch!" Der Tumult wurde immer größer. Schließlich mußten die Schuß- und Truzbündler ihre Fahne einrollen. bt. 140a Wittenau. 7½ Uhr Elternpersammlung in der 1. Gemeindeschule, Straße 14. Thema: Das Reichsmietengefez". Referent Genoffe Winter. Rosenthaler Straße. Thema: Die Bedeutung der Elternbeiratswahlen". Referent Dr. Karsen. Sport. Die Rennen zu Grunewald am geftrigen Sonntag brachten als Folge des außerordentlich günstigen Wetters den erwarteten Massenbesuch und sportlich insofern eine Ueberraschung, als der Favorit Drdensjäger im Rennen gewann: Chamant- Rennen letter wurde und der ziemliche Außenseiter Perikles das 1. Renne it. 1. Barde( Ebert), 2. Elfehard( Stofina), 2. Merkur ( Thiel). Toto: 12:10. I. 11, 13:10. Ferner: Oberon. 2. Nennen. 1. Cagnot( Heidt), 2. Rosmunda( H. Braun), 3. Pension ( Huguenin). Zoto: 27:10. I. 16, 37, 27:10. Ferner: Jarus( 4.), Schneerose, Rosenfels, Erbschleicher, Clala. 3. Rennen. 1. Joachim Grnit( Danel). 2. Memling( D. Schmidt), 3. Magbare( Staudinger). Toto: 102: 10. 1. 23, 13:10. Ferner: Bont facius, Gießbach( 4.), Hammerfeit. 4. Rennen. 1. Lentulus( D. Schmidt), 2. Hampelmann( Tarras), 3. Sommerflor( Simmermann). Toto: 13:10. 31. 11, 15: 10. Ferner: Gardenia. 5. Rennen. 1. Perilles( Jentsch). 2. Lorenzo( Sanel), 3. Pallenberg ( D. Müller). Zoto: 146: 10. L. 44, 60: 10. Ferner: Anatreon( 4.), Träumer, Ordensjäger. 6. Rennen. 1. Mißgunst( Huguenin), 2. Willana( Rastenberger), Zoto: 116: 10. PI. 22, 17, 18:10. Ferner: 3: Damascena( Jentsch). Penholder( 4.), Staffeeschwester, Walpurgis( gef.), Bestalin. 7. Stennen. 1. Rabenlode( Zarras), 2. Deutschritter( D. Müller). Puschkin, Ceres, Sarras, Harmonie, Minestra. 3. Scala( Suguenin). Toto: 74:10. Pl. 25, 27, 35:10. Ferner: Cassian, Jean Weiß gewinnt das Goldene Nad. Die Rabrennbahn repto to batte am Sonntag ihren ersten großen Tag in diesem Jabre. Das flassiche Danerrennen„ Das Goldene Rade tam zum Austrag. Das Führung ab. Troß scharfen Drängens von Weiß änderte sich bis zum endlich schöne Maiwetter garantierte den erwarteten Maffenbesuch. Lewanow ging im Rennen dicht gefolgt von Weiß, Stellbrint und Appelhans mit der 40. Kilometer an der Reihenfolge nichts. Jetzt aber hatte der brillant fahrende Lewanow Reifenschaden zu beklagen, wodurch er bis auf den dritten Play hinter Stellbrint zurüdfiel. Von nun ab beherrschte Weiß die Situation und auch Stellbrint hielt den zweiten Platz mit 40 Weeter Vorsprung ber Das Gerücht von einem Morde war gestern im Süden Berlins verbreitet. Im Teltowtanal, in der Nähe der Dresdener Brüde fand ein Beamter des mit Gewalt ins Wasser geworfen worden war. Alle seine KleiderReichswasserschußes die Leiche eines Mannes, der anscheinend taschen waren mit Gand gefüllt und zugeknöpft. Die Hände waren über der Brust gefesselt. Eine Buderschnur war dreimal Bolizei. Kriminalfommissar Hasenjäger vom Bolizeiamt Stegliz um jedes Handgelenk gebunden. Der Beamte benachrichtigte die stellte bald fest, daß fein Verbrechen vorliegt, sondern Selbstmord. Die Zuckerschnur war nicht zusammengebunden, die Enden waren vielmehr nur zwischen Daumen und Zeigefinger eingeklemmt. Der Mann hat sie augenscheinlich nur um die Handgelenke gebunden, und die Hände dann zusammengeschnürt, um sich selbst am Schwimmen zu hindern. Ebenso hat er sich selbst die Taschen mit nichts zu tun. In den Fliegetrennen stellten der alte Schwab und PadeGand gefüllt, um sicher unterzugehen. Die Leiche wurde nach der busch die Steger. Ergebnisse: Groses Goldenes Rad, 1 Stunde: Friedhofshalle in Lantwit gebracht. Die Persönlichkeit fonnte noch 1. eiß 65,730 Stilometer, 2. Etellbrint 64,500 Kilometer, 3. Lewanow nicht festgestellt werden. Der Mann ist etwa 25-30 Jahre alt, 64,460 Stilometer; Appelhans infolge Rad- und Motorschadens weit zurüd. 1,75 Meter groß, hat blondes Haar, bartloses Gesicht und trug eine Eröffnungsfabren, 1000 Weter: 1. Schwab, 2. Häusler, 3. Diepel, feldgraue Uniform, schwarze Schnürschuhe, wollene graue Strümpfe. tom 46 Win. 58, Sel., 2. Pawie 880, 3. Ebert 5890, 4. althour 7620 Meter 4. Dtto Zick.leines Goldenes Ntad, 50 Kilometer: 1. tuschPrämienfahren, 15 Stunden: 1. Packebusch 6 Min. 39 Set., Verfolgungsrennen: Lewanow sicher. Das Kleine Goldene Rad wurde eine leichte Beute Stufdfors bor Pawle. Ebert sowie Walthour halten mit dem Ausgang des Rennens zurüd.2. Dscar Tiet, 3. Otto Tiez, 4. Hensch. 1. Padebusch vor Magnussen( Reifenschaden). Die Olympiabahn hat zu den beiden Dauerrennen am fommenden Nürnberg, 8. Mai( TU.) Im Rechenschaftsbericht wird den Borschlägen der Sozialisierungstommiffion scharfer Kampf Zur Aufklärung des geheimnisvollen Vorganges an der angesagt und versprochen, daß bei Abänderung des Landes- Waisenbrücke hat sich ein junger Mann gemeldet, der die Tote fteuergefeßes für eine Abbürdung der Gewerbesteuer eingetreten und tennen will. Sie soll eine Betty Dohmte sein, die er vor Gemeindezuschläge zur Einkommensteuer gefordert werden. Ferner einiger Zeit fennen gelernt haben will. Sie habe ihm gegenüber Sonntag verpflichtet: Bauer, Lewanow, Saldow, Thomas und Wittig. wird bedauert, daß noch kein Zufammenschluß der Unternehmerver geäußert, daß sie mit ihrem bisherigen Leben aufräumen wolle. Der bände erreicht werden konnte. In der Aussprache wurde für die junge Mann schließt daraus, daß fie Selbstmord begangen habe. Zukunft mehr Aktivität gefordert. Die fagungsgemäß ausscheiden Betty Dohmte soll in Mariendorf eine Schwester haben. Die Nach den Präsidialmitglieder wurden wiedergewählt. Neu hinzugewählt forschungen noch dieser Richtung sind jedoch erfolglos geblieben. wurde Handelskammerpräsident Dr. Grund- Breslau und Reichs. Ein Mädchen namens Dohmte war bisher in Mariendorf nicht zu tagsabgeordneter Dr. Otto Hugo( D. Bp.). ermitteln, Geschäftliche Mitteilungen. der Besuch des Bades Galabrunn( Schlesien) durch die dortige Badedirektion Im Inferatenteil unserer heutigen Ausgabe wird den Vorwärts".Beseen empfohlen. Gewerkschaftsbewegung sich aus dem Wust unzähliger Paragraphen auf diesem Gebiete faum Zum Metallarbeiterkampf in Süddeutschland. Ein volles Hunderttausend Metallarbeiter in Bayern und Württemberg steht nun seit sechs Wochen im Streik um die Erhaltung der 46stündigen Arbeitswoche. So ziemlich jede mechanische Werkstatt in Bayern und Württemberg hat ihre Leute auf der Straße. Trotz alledem schreibt die Metallarbeiter- Zeitung". hat weder Säbel noch Flinte noch Feuersprize etwas zu tun befommen." " So mustergültig wie die Ruhe ist die Geschlossen heit der Streifenden. Man sucht hierfür umsonst nach einem geziemenden Ausdruck des Lobes. In den langen Wochen des Kampfes, des schmalen Einkommens, der Bedürftigkeit hat es auf der breiten Front tein Nachlassen der Kampfestust, fein Abbröckeln, keinen Deserteur gegeben. Die Entschlossenheit, aus. zuharren, ist wie am ersten Tage. Das gilt auch... für die betel ligten christlichen und Hirsch Dunderschen Arbeiter. Unerschütterlicher Kampfeswille durchglüht alle proletarischen Parteilager. Und tausend Zeichen bestätigen, daß es so sein und bleiben wird, bis der Feind rückwärts zieht." 3 " Auf die Beurteilung der Frankfurter Zeitung" eingehend, daß es nur die Angst sei, auch den Achtstundentag zu der lieren, was die Streifenden hindere, die Verlängerung der Arbeitsmodje in Kauf zu nehmen, erklärt die Metallarbeiter- Zeitung", daß es nicht die Angst, sondern die Gewißheit ist, daß die Unters nehmer es auf die Beseitigung des Achtstundentages abgesehen haben, was die Streifenden unnachgiebig macht. " Felsenfeste Gewißheit darüber, daß, wenn die 46stündige Woche dahin ist, auch die 48 stündige am längsten bestanden hat. In dieser Meinung werden sich die süddeutschen Metallarbeiter von niemandem irremachen lassen..." „ Ist erst die Widerstandskraft des Metallarbeiterverbandes, der stärksten Gewerkschaft, gebrochen, wird alle Aufopferung der schwächeren Verbände die Verlängerung der Arbeitszeit und gleichmertige Verschlechterungen nicht hintanzuhalten vermögen.. Den füddeutschen Metallarbeitern werden die norddeutschen folgen, diesen die Zegtilarbeiter, Holzarbeiter usw. Das gesamte deutsche Unternehmertum wartet nur auf das Signal aus dem Süden." Die Gesamtheit der deutschen Arbeiterschaft muß sich dar über klar sein, daß es sich bei dem Metallarbeiterfampf in Süddeutschland um ihre eigene Sache, um ihre eigene Arbeitszeit handelt. Deshalb müssen sofort die ursprünglich für die Unterfügung der Dänen bestimmten Egirabeiträge von 5 m. für männliche und 3 M. für weibliche Gewerkschaftsmitglieder geleistet werden. Sollte es sich aber weiterhin notwendig machen, bei noch längerer Dauer des Kampfes den Verteidigern des Achtstundentages in Süddeutschland Munition zuzuführen, dann werden wir ihnen unfere Solidarität erst recht erweisen und alles zu ihrer Unterstüßung aufbieten müssen. Hat das Unternehmer tum den Kampf zu einer Geld frage gemacht, müssen wir ihn von diesem Standpunkt aus mit führen, indem wir für gehörige Unterstützung sorgen. Betriebsräteschule. An folgenden morgen, Dienstag, beginnenden Kursen tönnen sich noch neue hörer beteiligen. Die Anmeldung fann im Kursus erfolgen oder bei der Betriebsrätezentrale, Berlin, Engel. üfer 24/25, 2. of I. Für Arbeitslose ist die Teilnahme un entgeltlich. Der 3entrum. Sophien- Lyzeum, Beinmeisterstr. 16/17: Betriebsrat im industriellen Großbetrieb( abends 6 Uhr). Die Stel. lung des Betriebsobmanns im Kleinbetriebe( abends 8 Uhr). Südosten. Leibniz- Gymnasium, Mariannenplag: Stüdlohn und Zeitlohn( abends 6 Uhr, Zimmer 20). Die bevorstehenden arbeitsrechtlichen Aufgaben des Reichstages( abends 8 Uhr, Beichen faal). Der Betriebsrat und die Krankenversicherung und Wohlfahrts. pflege( abends 8 Uhr, Phyfifzimmer). Rolle bei den Beratungen des Rongreffes spielen. Heute fönne man noch herausfinden. Nach einer längeren Diskussion machte Fromfe von der Kündigung des Rahmenvertrages und dem neuen Lohnab. kommen in der Metallindustrie Mitteilung. Aus welchen Gründen der Rahmenvertrag von den Arbeitgebern gekündigt ist, fonnte noch nicht ganz flargestellt werden. Vermutlich will man an der Arbeitszeit rütteln. Es scheint auch so, als ob andere wichtige Positionen in Gefahr stehen. Das Lohnabkommen wurde in der folgenden Aussprache ron mehreren Rednern abfällig kritisiert. Als Kandidaten für den Gewerkschaftstongreß sind von den Funktionären Karl From fe und August Müller vorgeschlagen worden. Die Versammlung beschloß, außerdem noch Marohn und Seidel auf die Kandidatenliste zu setzen. Bei der Abstimmung erhielten Fromfe 371, Müller 495, Marohn 411 und Seidel 51 Stimmen. Die erdgültige Wahl erfolgt durch die Generalversammlung. Lohnverhandlungen der Silberschmiede. Sonnabend im Dresdner Garten wurde über das Ergebnis der VerIn einer gut besuchten Versammlung der Silberschmiede am handlungen mit den Arbeitgebern berichtet. Das bisherige Abfommen war von den Arbeitnehmern zum 1. Mai gekündigt worden. rüger erklärte, daß die Arbeitgeber sich beharrlich weigerten, die Berechtigung einer Lohnerhöhung anzuerkennen. Cher müßte ein Abbau eintreten, denn es sei doch eine Ver. billigung der Lebensmittel erfolgt, so bei Fett, Butter und Wurst. Burst fönne man schon ein Viertelpfund für 4 M. faufen.( Große Heiterfeit. Wir möchten den Arbeitgeber fehen, der folch billige Burst fauft, dann aber auch den, der sie ißt. D. B.) Zentralverband ber Hotel, Restaurant- und Cafe- Angestellten. Sotelotenez, straße 2. Wäschereipersonal: Dienstag, nachm. 5 Uhr, Klubhaus, Biegelstr. 2. Cafetellner und Köche: Dienstag, nachts 1 Uhr, Harmoniesäle, Invaliden Straße la. Männliches Hilfspersonal: Donnerstag abend 7 Uhr, Klubhaus, Wirtschafterinnen und Rasiererinnen, Mamsells: Freitag abend Ziegelte. 2. 7 Uhr ebendaselbst. Weibliches Hilfspersonal: Freitag abend 6% Uhr eben. bafelbft. Bimmermädchen und Reservemädchen: Heute abend 7 Uhr, Klubhaus, Biegel Bezband der Gemeinde- und Staatsarbeiter. Dienstag 7 Uhr in der Schulaula, Berlin, Genefelderstr. 6, Mitgliederversammlung des 4. Berwaltungs. bezirks. Tarif- und Deckungsfragen. Deutscher Solzarbeiterverband. Musikinstrumentenarbeiter: Dienstag 7 Uhe Branchenkommissionssitung bei Bieberstein. Die Statistikfommission fritt da. felbst um 6 Uhr zusammen. Die Branchenleitung. versammlung der chemischen Industrie im großen Gaale der Germania- Säle, Angestellte der Gemischen Inbuftric. Dienstag 7 Uhr AFA- Mitglieder. Chauffeestr. 110. Bericht über die Tarifverhandlungen. Da wichtige Befolüffe gefaßt werden müssen, ist zahlreiches Erscheinen notwendig. Mitgliedsbuch eines AfA- Verbandes legitimiert. Berantw. für den rebatt. Teil: Franz Klühs. Berlin- Lichterfelde; für An. zeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Verlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Bormärts- Buchdruckerei u. Berlagsanftalt Vaul Singer u. Co.. Berlin. Lindenstr. 3. CALMON -REIFEN QUALITÄT KEINE REKLAME! Gewinn- Auszug Eine erneut eingeleitete Verhandlung habe auch nicht zum Ziel geführt, obgleich den Arbeitgebern bewiesen wurde, daß zwar von einer fortgefekten Steigerung, aber nicht von einer Verbilligung der Lebensbedürfnisse die Rede sein fann. 3ulegt bot man für 16. bis Ende Mai eine weitere Zulage von 50 Pf.; für Fraven Arbeiter vom 1. bis 15. Mai 1,50 M. Stundenzulage. Dazu vom 70 Proz. dieser Söze, Junggesellen 1 m. Alle Redner waren für Ablehnung diefes geringfügigen Gebetes; es müffe mindestens 19. Preuß- Süds.( 245. Preuß.) laffen- Pokterle ein Buschlag von 3,50 m. auf die Stundenfühne gefordert werden. Beschlossen wurde, die Arbeitgeber schriftlich aufzufordern, sich bis Mittwoch mittag zu erflären, ob sie die Forderung bewilligen wollen. Verband der Steinfeger und Berufsgenossen, Tarifbezirt GroßBerlin. Nach Bereinbarung mit dem Arbeitgeberverband beträgt der Stuntentchn ab 1. Mai bis 2. Juni für Steinfeger 26 M., für Steinhauer 26.. für Rammer 25.60 M., für Hilfsarbeiter 20 m. Die Beträge zur sozialen Wohlfahrtseinrichtung, welche die Arbeitgeber nach dem Tarifvertrag an die Wohlfahrtstaffe abzuführen haben, betragen für Steinfeger und Steinhauer 1.04 m., für Rammer 1,02 Mart und für Hilfsarbeiter 0,80 M. pro Arbeitsstunde. Hotel-, Restaurant- und Café- Augeftell'e SPD. Donnerstag nachmittas 4 Uhr, Klubhaus, Ziegelstr. 2, Bersammlung der Delegierten zur Generalversammlung und SPD.- Abteilung. Stellungnahme zur Wahl eines Borfigenden des Zweigvereins Berlin. Die Herrenmaßschneider der Firma Stawropulos u. Mol bauer stehen seit Mittwoch im Streif und ersuchen darum, feine Streifarbeit zu machen. Warum so spröde? Mit unserem Bericht über die Einigung im Bankgewerbe" in Nr. 208 des„ Borwärts" war die Mit teilung verknüpft, daß zwischen der Af- Organisation der Bank. beamten, dem Allgemeinen Berband der Banfangestellten und dem Reichsverband der Banfangestellten, dessen Mitglieder früher zum Algemeinen Berband gehörten, sich jedoch wegen häuslicher Differenzen von ihm absonderten, Verhandlungen schweben, führen dürften. Der Reichsverband der Bankangestell. die voraussichtlich zu einer Wiedervereinigung ten hält es nun für notwendig zu betonen, daß lediglich Be Sprechungen zwischen den Bertretern der beiden Organisationen statt gefunden haben, die die Herstellung einer Interessen. und Arbeitsgemeinschaft zum Gegenstand hatten. Jedoch haben diese Besprechungen noch zu feinem festen Ergebnis geführt. Die Wiedervereinigung der beiden Organisationen ist lediglich als Wunsch für die spätere Zukunft zum Ausdruck gebracht worden. Während hier also die spätere Zukunft als Termin für eine Wiedervereinigung angegeben wird, hatte der Allgemeine Berband als Terinin tie Feier seines 10jährigen Bestehens ins Auge gefaßt. Diese Unterscheidung bzw. die Bertröftung auf den St. Rimmerleinstag zeigt nur, daß man im Reichsverband noch schmollt, daß dort noch Kräfte am Werte sind, die von der 3 med mäßigkeit und Notwendigkeit der wieder. Die Transportarbeiter in der Metallindustrie. Die im Transportarbeiterverband organisierten Industriearbeiter, Seftion V, nahmen am Sonntag im großen Gaal der Brauerei Friedrichshain" Stellung zum neuen Lohnabkommen in der Metallindustrie und zu den Wahlen für den Gewerffchaftsfongreß. pereinigung noch nicht voll überzeugt sind. Ohne uns etwa in From te gab in großen Zügen ein Bild von den Aufgaben, die ihrer Erledigung durch den Gewerkschaftstongreß harren. Eine brennende Frage sei die berufliche Zusammenfassung der Organisationen geworden, insbesondere dürfte auch der Gedante, alle Berufe zu einer einheitlichen Organisation zu ver. einen, um dann auch alle Lohnbewegungen einheitlich zu führen, gleich viel, ob es sich um Metallarbeiter, Schneider, Bauarbeiter oder andere Berufe handeln würde, zur Sprache kommen. Während zurzeit für etwa 52 Gewerkschaften 52 Organe bestehen, würde eine große Zeitung genügen, die täglich erscheinen und viel mehr bieten könnte, als durch die Zersplitterung gebeten werden kann. Ferner wird die Frage eines einheitlichen Arbeitsrechts eine bedeutende Russ.- Deutsch.- Th. „ D.blaue Vogel* Goltzstraße 9 Nollendori 1613 Anfang 8 Uhr Vorstellung allahendi. Pelz Haus abuco Leipziger Str. 58 Zahlungserleichterung Komische Oper 78/4 Dir.: James Klein 73/4 Der Sensationserfolg Berlins! Der Meister v.Montmartre! In den Hauptrollen: Dr. Waldemar Staegemann, Margit Suchy, Balzer- Lichtenstein, Else Müller, Herbert Riper, Fritz Steidl. Vorverkauf ununterbrochen!!! an 30M., Zahnz.m.Einspr. Zähne von 15 M.Teilzahl.3jGar. Kronen h. schmerzid. Umarb. Schechts.Geb. Rep.sof Buchhdl. Vorwärts Zahnarzt Dr. Wolf, Potsdamer Str. 55, Hochbahn- St. Sprz. 9-7 Berlin SW, Lindenstr.2 Sonntage eines Großstädters in der Natur Von Kurt Grottewitz Mit einern Vorwort von Wilhelm Bölsche br 10M.. eb 18 M. Wo Neue wichtige Bücher über Magic herausgegeben v. Gust. Meyrink 1. Der groß.Kabbalist Eliphas Levi die internen Organisationsverhältnisse einmischen zu wollen, müssen wir schon sagen, daß die Einheitsorganisation die beste Interessen, und Arbeitsgemeinschaft ist und sie wenn auch nicht überſtürzt, so doch nicht bald genug herbeigeführt werden sollte, Die Ausführung vernünftiger Absichten soll man nie auf die spätere Bukunft" verschieben. Im Interesse beider Teile wie der Gesamtheit der freigewerkschaftlichen Bewegung wollen wir hoffen, daß die weiteren Besprechungen zum Ziel führen. Bund der technischen Angestellten und Beamten. Seute 7 Uhr Mitgliederversammlungen. Weften: Bierhaus Bettermann, Potsdamer Str. 54; NordDiens weit II: Jugendhaus, Nathenower Str. 8; Bildau: Kasino, Wildau. tag 7½ Uhr. Bantow: Reft. Linder, Breite Str. 34; Lichterfelde- Behlendorf: Hohenzollern, Hindenburgdamm 98a. Bad Salzbrunn 1. Schlesien 15. Mai Matarrhe Oktbr. Asthma, Grippe Nieren- Blasc Bote 14-16: jährig der radfahren taun verlangt 5. Rlaffe. bez 21. 8iehungstag. 6. Mai 1922. Auf jebe gezogene Nummer find gel gleich hohe Gewinne gefallen, und soar je einer auf bie Cole gielcher Summer in den beiden Abteilungen I und II Chne Gewähr. Nachdrud berboten. In der Vormittagsziehung wurden Gewinne Eber 490 Mart gezogens 2 zu 15 00 M 195807 4 zu 10000 M 59874 202418 18 zu 5000 M 9324 23664 187891 141204 179157 184232 254696 266703 269804 84 zu 3000 M 11153 13396 44260 44518 60019 62775 66229 77012 85824 86 06 91178 9326 98692 98914 99799 100321 102853 1.5613 14423 117857 174099 130645 133 77 16 438 14 08 16 949 170512 173759 179 50 184375 184558 187212 189647 190309 197149 202291 204528 231984 237147 250616 263757 287252 74 zu 1000 M 221 1329 1832 2503 3338 8540 8943 9 53 9 48 10924 11202 11284 19136 19607 20448 2: 661 23 46 24293 24940 28657 28663 300 4 35440 410 3 42996 43:61 4 3 9 44889 46291 50 87 5 768 61933 55502 55985 66689 56822 57065 59671 59398 60337 6.811 62559 63809 67535 63073 68908 68952 70.93 72018 72164 73204 74602 76784 79410 F0523 80878 81334 81589 83141# 3227 84272 85060 88159 88414 90940 95069 95802 96827 100568 104686 105291 108624 109-58 1107.9 111229 118597 11495 115( 36 115775 1 7161 117 98 117914 118195 1.0811 120847 12 312 1248 5 125405 125843 130977 134663 13759 138899 139434 139608 1418 6 1421 9 14:00 141024 1-3100 143 70 143733 144731 148354 150208 162.57 153547 155806 159224 161: 03 18 9 4 169055 1715 5 171831 173775 174925 174380 175966 176084 176927 18: 301 186004 186858 1* 7675 18 635 188973 1 0:55 191444 1978 2.197888 199251 199314 200146 206302 206747 107016 208420 213007 213638 214299 216379 241221 221691 22.600 223279 2.39 9 224787 225950 226214 228693 231 70 233778 2343.3 236230 237842 238867 29906 242194 246005 2466 0 260551 253506 256464 263735 2649 6 260769 268998 258.64 268581 269 58 271561 271992 272 41 273924 276636 278028 278264 278771 281982 284668 283820 284755 287909 200894 292007 296743 297627 In der Nachmittagsziehung wurden Gewinns über 490 Marf gezogen 2 zu 40000 M 4034 2 zu 15000 M 142934 6 zu 10000 M 46170 113322 288622 18 za 5000 M 6482 105678 173540 189021 193759 223930 224208 293383. 295690 91 zu 3000 M 8318 15017 29791 33179 35767 47762 48657 48995 52320 74277 75542 79571 89181 83338 89708 113650 119651 135497 139135 141168 148868 149 34 155817 162030 164411 1645 5 16 391 166 93 180151 185597 193069 188968 206080 220079 222293 223073 227383 337531 28 969 241030 243706 2449 5 156012 260904 284759 269523 271683 282782 3.8 zu 1000 M 1025 6022 6139 9813 10767 11632 2825 13330 13960 13994 15996 19857 28383 30076 30995 34189 38424 384 0 3 8.0 39 18 40571 41618 42473 42055 45650 45765 4 111 50185 51089 53166 54725 54781 63006 71329 733 4 74352 75025 76345 17945 78031 79807 83540 83 97 5733* 9277 90830 90636 91626 9 660 97. 41 00889 101263 102885. 30 902 106 53 109067 109927 1110: 4 113995 115436 117768 1: 0156 1:02 7 122826 126697 12:06 128196 138207 130964 1 1323 132680 132795 133589 1401 2 141219 141559 143 91 14: 455 142518 142654 143034 143895 148523 348671 148063 154682 159054 159914 160527 1641 5 163609 16 968 172404 172654 17290 174450 175 63 176123 177400 17 870 17 477 181972 18 618 184200 184953 185107 185725 192 31 19 042 198131 193222 194620 197.52 197 05 199644 200800 201119 20214 203151 204674 206778 206816 207058 209285 209 54 210734 211007 211751 212963 216494 217942 218120 218271 218331 219680 220095 2209 5 221 53 222430 234817 23 406 236457 239008 239853 239591 2402.4 241149 244503 241570 250 185 253291 264504 264 98 266572 267337 267918 268568 270549 273659 273134 277277 278073 278008 283617 283848 284236 284432 289325 289811 29.221 292387 292898 294544 295604 Die in dem vorfebenden Gewinn- Auszug nicht enthaltenen niedrigeren Gewinne sind aus den Listen su crichen, die bei Den staatlichen Lotterie- inucbmcrn sur unentgeltlichen Ein ficht ausliegen. Verkäufe Möbel Metallbetten 250.-, Chaiselongues Patentmatraßen, Bolsterauf Meide. Auguft Anzüge, Gommerpaletots, Sommer- 275.fchlüpfer, Covercoats, Cutamans, Gchlagen, Rinderdrahtbett. rodanzüge, Gummimäntel, Sosen, jegt ftraße 32a, Quergebäude. fünfzig Prozent billiger. Friedens Chaiselongues, Chaifelongdeden 475.Redallion des„ Borwärts" off. Seine Lombardware. Leihhaus Umbaufofas, Auflagematraßen, Batent Rosenthalertor, Linienstr. 203/4, Ede matragen 450.-. Walter, Stargarder Rofenthalerstraße. straße achtzehn. Lindenstr. 3 Sibirischer Kreuzfachs, felten fon, 575, prachtvoller Silberfuchs 750, außerfür modernen Zahnersatz bem Gilberwolf, Blaufuchs, Sobelfuchs verkäuflich. Goldmann, Aleganbrinenstr. 44 II, Ede Rommandantenstr. Kaufgesuche 2. Sri Ramakrischna Glchi, Zucker, Steine Zahn- Atelier Knapp vorm. Feuker bilis verfauti. Obmann nicht. Gaberabantauf, Vinienfit, 10. der letzte indische Prophet 3. Dhoula Bel ein Rosenkreuzer- Roman Ausschl. 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