Nr. 224 39.Jahrgang Ausgabe A fr. 112 Bezugspreis: Blertéljährl. 105.-, monatl. 35,-. frei ins Haus, voraus zahlbar. Postbezug: Monatlich 35,-, einschl. Zu stellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- u Memel gebiet, sowie Oesterreich u. Luxemburg 69,-., für das übrige Ausland 87,-. Boftbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark, England, Efthland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luxemburg, Defterreich, Schweden, Schweiz. Tschecho- Slowatet und Ungarn. Der„ Borwärts" mit der Gonntags beilage Bolt und Zeit", ber Unter haltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Gonn tags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Morgen- Ausgabe. Vorwärts Berliner Volksblatt 1 Mark Anzeigenprets: Die einspaltige Nonpareillezetfe Loftet 16,-.- Reklamezeile 80.-t. Kleinenzeigen" das fettgedruckte Wort 4, W.( zuläffig awei fettge druckte Worte), jedes weitere Wort 3, M. 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Schanzer nahm Gelegenheit, vor den Pressevertretern nochmals den Friedenswillen Italiens zu betonen und die russische Antwort froh aller Borbehalte als Basis weiterer Verhandlungen zu kennzeichnen. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Berlag, Expedition und Inferaten. Abteilung Morisplay 11753-54 Schuld- und Unschuldlegenden. Eine Antwort an Prof. Hans Delbrück. Bon Friedrich Stampfer. So war er Mit einem warmen Appell an die Breffe, das große Wert von Genua zum Erfolge zu führen, schloß Schanzer unter anhaltendem Das erste Wort der Erwiderung an Professor Delbrüd Beifall. muß der Berteidigung eines Mannes gelten, der, von der Genua, 12. Mat.( avas.) Da die französische Delegation Rugel eines Mörders hingestreckt, im Grabe ruht. Aber auch das Memorandum vom 2. Mai nicht unterzeichnet habe, behält sie diese Verteidigung foll ohne Parteilichkeit, nur im Interesse volle Freiheit in den Beratungen der russischen Frage, an denen der geschichtlichen Wahrheit geführt werden. Das summarische sie wie Belgien zweifellos auch weiterhin nur offiziös teil- lirteil, das Delbrück über Eisner fällt, indem er ihn einfach nehmen wird. Wahrscheinlich wird sich Barthou auf eine einfache einen Phantasten nennt, wird der Sache nicht gerecht. Lloyd George will nach den Eindrücken, die er im Laufe Ertlärung im Sinne der Bertagung der Konferenz be- Eisner, ein ungewöhnlicher Mann, mit großer philosophischer der Beratungen hatte, dem morgen zusammentretenden Unteraus- schränken und sich nicht gegen die Bildung von Sachverständigen und historischer Bildung ausgestattet und von einem hinschuß des politischen Ausschusses den Vorschlag machen, die ruffifche Kommiffionen aussprechen, in denen die Alliierten und die Neu- gebungsvollen Idealismus für seine Sache beseelt, vereinigte Antwort zum Anlaß weiterer Berhandlungen über Kredite an tralen vertreten find. Wenn sie ihre Arbeiten ausreichend gefördert in seinem Wesen Klarsichtigkeit und Schwärmerei in höchst Rußland, über Fragen der Schuldenfrage und des Privateigentums haben, werden dann die Sowjetvertreter von neuem zugezogen wer eigenartiger Weise. Man tann fagen, daß er die Linie, auf zu nehmen und zu diesem Zweck eine gemischte Kommiffion zu den. Frankreich wird wahrscheinlich darauf. bestehen, daß Montag der sich die Weltgeschichte bewegte, stets richtig sah, aber den bilden, die wieder in drei Unterkommiffionen gegliedert werden soll. oder Dienstag die letzte Bollfigung der Konferenz stattfinde. Punkt, auf dem sie sich befand, oft verkannte. Als Garantie wird von Rußland die Einstellung jeder politi- Genua, 12. Mai.( WTB.) Der Pressekonferenz teilte Sir Ed zum Schriftsteller glänzend befähigt, zum handelnden Staatsfchen Propaganda in anderen Ländern und die Anerkennung der ward Grigg mit: Wir werden das Dokument, das die Ruffen mann aber ungeeignet, er scheiterte an einer Aufgabe, die seine bestehenden Grenzen verlangt werden. Die übrigen Länder müssen vorgelegt haben, prüfen. Wir halten es vom Standpunkt des rus. Kräfte überſtieg. fich zu dem Gleichen verpflichten. Solange die, Grenzen in Ost- fifchen Boltes für ein ziemlich törichtes Machwert, das Was auch Delbrüd als innere Schulb des alten europa nicht festgefeht find, soll der Pati nicht endgültig abge- anstelle praktischer Vorschläge zur Verhandlung und einer prat. Systems betrachtet, das hatte Eisner lange vor dem Krieg schlossen werden. Dagegen beabsichtigt Cloyd George, das Weiter- tischen Behandlung der Probleme eine Fülle von Propagandaflar erkannt und als Sozialdemokrat mit größtem Mut be bestehen der tatsächlich bestehenden Grenzen vorzuschlagen, bis die momenten enthält. Wir wollen aber trotzdem nicht dem ruffifchen fämpft. Biel hätte dem deutschen Bolt eripart bleiben fommissionsarbeiten beendet find und ein endgültiges Abkommen Volte und Europa den Frieden vorenthalten. Wir werden mit fönnen, wenn diejenigen, denen die Erfenntnis erst später abgeschlossen ist. den Diskussionen über den Frieden fortfahren. Wir find be fam, ihm damals einfichtig und entschloffen zur Seite gestanden Vorläufig stehen diesem Vorschlage Clond Georges noch reit, auf die russische Anregung, daß die ökonomischen Angelegen hätten! große Schwierigteiten entgegen. Frankreich verlangt tro heiten einer Sachverständigentommission unterbreitet werden sollen, des Ausschlusses der Ruffen aus der zu bildenden Kommiffion einzugehen. In der Zwischenzeit wollen wir die gegenwärtig beder für Kreditbewilligung und nationale BerteidiAls der Krieg begann, war er der erste Sozialdemokrat, fonderbarerweise von Rußland auch die Verpflichtung, vorläufig stehenden Grenzen während einer provisorischen Periode der Nicht gung eintrat. Wie piele andere wurde er durch die Siegesfein Sonderabkommen abzuschließen. Rußland fann und wird sich Aggreffion als tatsächlich bestehend anerkennen. Diese Behandlung fümmelei, die sich in den Tagen der Erfolge breitmachte, burch damit keinesfalls. einverstanden erklären. der Grenzfragen foll provisorisch so lange Geltung haben, bis die das plumpe Beutegeſchrei der Alldeutschen, deren staatsgefähr Falls man zu einer Einigung fommt, werden die Kommiffions- Kommiffionen ihre Arbeiten beendet haben. Mit dem Grundfah, liche Dummheit seinen scharf kritischen Verstand zur heftigsten beratungen wahrscheinlich nicht in Genua abgehalten, sondern nach daß die Propagandatätigkeit in allen fremden Ländern eingestellt Abwehr reizte, zurückgestoßen und aus der Bahn geworfen. onferenzschluß in einem neutralen Ort. Es ist anzunehmen, daß wird, sind wir einverstanden, nur muß hierbei durchaus das Prin- Dieser Wandel kommt auf das Konto der Westarp und der Vorschlag Lloyd Georges, vorläufig einen provisorischen Burg- zip der Gegenseitigkeit gelten. Im übrigen bebauern wir es Genossen, die jeßt, nachdem Eisner der Mörderkugel frieden abzuschließen, auf teine Schwierigkeiten stoßen wird und so im Interesse des ruffsichen Volkes sehr, daß durch die russische eines der Thrigen zum Opfer gefallen ist, den Mut aufbringen, für die kommende Woche mit dem vorläufigen Abschluß der euro- Antwort eine neue Berzögerung der endgültigen Lösung den Ermordeten einen Schurken zu schimpfen.( Es gab eine päischen Wirtschaftskonferenz zu rechnen ist. verursacht wurde. Zeit, wo sie weniger mutig waren!) A Erklärungen zur Russennote. Die neutralen Bertretungen, besonders die Schweiz, find mit dieser Lösung der russischen Frage durchaus nicht ein verstanden, weil sie gern gesehen hätten, daß diefe Angelegenheit in Genua erledigt worden wäre. Motta hat diesem Gedanken auch in iner Unterredung Ausdrud verliehen, die er gestern abend mit Barthou hatte. Auch der Führer der holländischen Delegation Karnebeet hat sich in ähnlicher Weise geäußert. Genua, 12. Mai.( TU.) Außenminister Schanzer erklärte heute nachmittag vor den Pressevertretern u. a. folgendes: Ich muß auf richtig sagen, daß wir von den Russen eine andere Antwort erwartet haben. Die Mächte wollten die Russen überzeugen, daß die von ihnen angebotene finanzielle Hilfe besser war, als die Russen glaubten, aber Rußland wollte um jeden Preis Staatsfrebite Hilferding über die russische Antwort. erhalten. Daraufhin wurde ihnen aufrichtig geantwortet, daß man Genua, 12. Mai( EE.) Der deutsche Finanzfachverständige ihnen solche Kredite nicht geben könne, weil einmal die Mächte gegenwärtig dazu noch nicht in der Lage sind und dann auch, weil Dr. Hilferding erklärte Pressevertretern, der russische Borschlag einer das Vertrauen noch nicht hergestellt ist. Bielleicht hätte man Sachverständigenfommission erscheine durchaus vernünftig. Die später von solchen Krediten sprechen können. In der russischen Ant- Russen sähen ein, daß eine sofortige Lösung des Finanzproblems wort muß man einen politischen und einen polemischen Teil unter Schwierigkeiten begegne. Auf eine solche Löfung sei man in teiner fcheiden. Durch sein polemisches Temperament hat sich eise vorbereitet, und eine Reihe von Einzelheiten in der KreditTschitscherin hinreißen lassen. Diesen Teil der russischen Antwort und Garantiefrage feien nicht geflärt worden. müssen die Mächte energisch ablehnen und ganz entschieden dagegen protestieren, weil, was in diesem Falle gesagt wird, Bopa. Frankreichs Haltung beunruhigt England. Nach der Katastrophe hatte sich Eisner in die Idee verrannt, Deutschland fönne dadurch vor einem schlechten rieben gerettet werden, daß es seine ehemaligen Ne gierer als die Hauptschuldigen an der Entfesselung des Krieges rücksichtslos enthüllte. Und da er selber von dieser Schuld überzeugt war, schleuderte er seine Beweisstüde in die Deffentlichkeit. Dabei beging er den Fehler eines übereifrigen Anflägers, er hielt eben nur das für wesentlich, was geeignet war, feine Auffaffungen zu stüßen, anderes, dessen sich später die Verteidigung bemächtigte, schien ihm bedeutungslos. Subjektiv war er vollkommen davon überzeugt, durch sein Borgehen nicht nur dem deutschen Volk zu nügen, sondern auch der Wahrheit ans Licht zu helfen. Daß er in der Absicht, Schaden anzurichten und die Wahrheit zu verdunkeln, ihm selber wichtig scheinende Stellen unterdrückt hat, ist eine Annahme, der jeder widersprechen muß, der ihn gekannt hat. Wer indes glaubt, daß Eisners Handlungsweise einen Irgendwie entscheidenden Einfluß auf die Weltmeinung ber London, 12. Mai.( WTB.) Chamberlain führte gestern in damaligen Zeit gehabt hat, der irrt. Außerhalb Deutschlands einer Rede in Birmingham aus, daß er fief beunruhigt sei über war damals alles, von einer ganz fleinen Minderheit abgeden Widerstand, den Frankreich einer Beratung der Alti- fehen, von der deutschen Schuld felfenfest überzeugt. ierten über eine gemeinsame Maßnahme für den Fall, daß Deutschland die Reparationsschuld nicht bezahle, entgegenjehe. Bucharins Rapallo- Phantasie. ganda ist. Es ist nicht wahr, daß die Mächte alle Lasten und Opfer von Rußland gefordert, selbst aber nichts angeboten hätten. Italien allein, das materiell ziemlich schlecht steht, hat trotzdem 400 Millionen Lire angeboten und auch die anderen Länder haben AnDaß dem so sein fonnte, gehört auch zu den umgekehrten gebote gemacht, die ihre Kräfte fast übersteigen. Dann erflärte Kunststüden, deren sich das alte Syftem am deutschen Bolt Schanzer, daß man aber trotz allem den Kampf gegen Rußland fchuldig gemacht hatte, denn der böse Schein, den es zurückstellen solle. Die russische Antwortnote behaupte, daß durch sein unsinniges und fopfloses Berhalten auf sich geladen Rußland nicht verpflichtet sei, die alten Schulden zu bezahlen. Diese Mostan, 12. Mai.( WTB.) Bucha rin, der aus Berfin zuhatte, war so start, daß taum noch viel feindliche KriegsAnsicht sei überhaupt un annehmbar. Andere Teile der Antwort, besonders der Schlußteil, feien allerdings viel besser als berrückgekehrt ist, erklärt in der„ Jsweftija", daß als Ergebnis des Ab- Propaganda notwendig war, ihn zu einem lückenlosen Schuldschlusses des Vertrages von Rapallo nicht nur das deutsche Prolebeweis zu verwandeln. politische Teil, Es seien darin einzelne Säge, die man mit Freu tariot, sondern auch das Klein- und Großbürgertum Deutschlands fcheinbare Schuldbeweis freilich nichts anderes als Für die Bäter des Friedens von Bersailles bar dieser den aufnehmen könne. Vor allem den Punkt, daß Rußland die mit Rußland sympathisiere. Rußland werde in fünf Jahren ein Mittel, das öffentliche Bewußtsein mit den harten Berhandlungen weiterführen will. Mit größter Genugtuung, fuhr Schanzer fort, möchte Jahren würden die Ideen der russischen Revolution die Leitfäße Ansprüche Frankreichs und Bolens, der englische Appetit auf eine der stärtften Großmächte ſein; spätestens in zehn Vertragsbedingungen in Einklang zu bringen. Die territorialeir er feststellen, daß die Schlußsätze der russischen Antwort ganz be aller europäischen Regierungen sein. fonders erfreulich und beruhigend wirften. Sie feien eine deutliche Antwort auf die Befürchtungen derjenigen, welche die taftisch die Prophezeiung! So wahr die Schilderung der deutschen Stimmung, so phan legenen aus dem ausweglofen Dickicht der internationalen Kolonien und Flotte, die Neigung, sich auf Rosten des UnterRuffenantwort als ein Signal zum 3usammenbruch der RonVerschuldung zu befreien sie alle wären nicht geringer geferenz proflamiert hätten. Gerade der Schlußpassus gäbe die Die Leiche Kingisepps. worden, wenn die deutschen Machthaber von 1914 besser verfreudige Gewähr, daß die Konferenz von Genua schon jetzt als ein Riga, 11. Mai.( MTB.) Giner Meldung der Rigaischen ftanden hätten, bei ihrem Hineinfchlittern" in die Ratastrophe Erfolg bezeichnet werden könnte, denn die darin zum Ausdruck Rundschau aus Moskau zufolge ift der Sowjetvertreter in Reval den Verdacht, den Krieg geradezu gewollt zu haben, von sich tommende Annäherung Rußlands an die anderen Mächte sei ein beauftragt, von der eftländischen Regierung die Herausgabe der abzuhalten. großer Erfolg. Er freut sich, aus diesen Worten entnehmen zu Zeiche des erschossenen Kingisepp, des ehemaligen Mitgliedes fönnen, daß die russische Delegation an ihrem Teile an der Konsolides allrussischen Bollzugsfomitees und verdienten Sowjetfunttiodierung des wahren Friedens teilzunehmen bereit sei.. närs", zu fordern, damit sie in Moskau bestattet werde. Die Transbaikal- Republik. Seit die Kriegsleidenschaften abgeflaut sind und der Vertrag von Versailles auch Siegern und Neutralen seine stadylige Seite zugewandt hat, wächst auch in der Welt die Emp fänglichkeit für eine objeftive Würdigung der Kriegsursa chen. Man beginnt über mancherlei nachzu fen. Er ist der deutschen Vertretung in Mostau zu fritischen Reiten ins Bett legt und weint, wohl ein Mann Als Privatmann ist in Moskau Geheimrat Asmis eingetrof denken, z. B. auch über die Frage, ob ein Kaiser, der sich in geteilt, hat ausschließlich wirtschaftliche Aufgaben, wird sich über die von der Art sei, die Kriege entfesseln, um durch sie ihre wirtschaftlichen Entwidlungsmöglichkeiten Sibiriens Weltherrschaft zu begründen. In Deutschland tut man im zu unterrichten haben, ist zu diesem Zweck mit Tschitscherins Ver allgemeinen gut, diese wohltätige Entwicklung im Stillen und die Parole der No- Agressions von den Völkern an die Welt er treter Rarachan in Verbindung getreten und will auch nach sich auswirken zu laffen und fic) der Leute draußen zu freuen gehen! Tschita, der Hauptstadt der Republik des fernen Ostens, reisen. Die tapfer genug sind, sie zu fördern. Mit erhobener Stimme fuhr Schanzer fort: Die Konferenz ist noch nicht zu Ende! Sie muß weiter arbeiten, um Konflikte zwischen den Bölkern hinwegzuräumen. Die italienische Politik nach dem Kriege ist eine Politik der Pazifikation Europas gewesen; bevor die Konferenz zu Ende sein wird, muß aus Genua das Wort des Friedens r Aber ein Irrtum, nicht weniger schlimm und nicht weniger p h a n t a st i s ch als jener Eisners, wäre es, anzu- nehmen, die Welt würde durch eine Münchener schösfengericht- liche Entscheidung über Deutschlands Schuld am Kriege auf den rechten Weg gebracht werden und nun gelte es nur noch, mit einer kräftigen Propaganda nachzustoßen, um das Ziel der Friedensrevision zu erreichen. An gutgemeinter, aber unge- schickter, das Gegenteil der beabsichtigten Wirkung erreichender Propaganda haben wir schon soviel erlebt, daß d»e Spuren schrecken sollten. W Die Meinung, daß die Entstehung von Kriegen auf das Vorhandensein einiger schlechter Menschen zurückzuführen sei, widerspricht so sehr der sozialdemokratischen Welt- anschauung, daß gerade die Verbreitung dieser Welt- anschauung allein schon am besten geeignet ist, eine schief moralistifche Meinung über den Ursprung des Weltkrieges, wie sie Eisner nur in der Erregung des Krieges und der Revolution vertreten konnte, zu widerlegen. Spitzbuben haben überall hinter dem Busch gelegen, aber die eigentlichen Ursachen liegen viel tiefer. Der kindischen Legende, im Jahre 1914 sei der deutsche Wolf über die pazifistischen Ententeschafe hergefallen, ist die deutsche Sozialdemokratie stets entgegen- getreten und das wird sie auch weiter tun. Die beharrliche Arbeit, die sie leistet, um Aufklärung und besseres Verständnis in der Welt zu verbreiten, könnte durch eine deutsch« Un- schuldpropaganda, wie sie sich manche wohlmeinende Herren als nützlich vorstellen, nur gestört werden. Wir können uns bei dieser Arbeit— Herr Professor Delbrück gestatte diese Aufrichtigkeit— auch nicht in einer Reihe mit Männern stellen, die die deutsche Revolu- tion für nicht berechtigt halten. Es scheint wohl überhaupt nicht die Aufgabe des Historikers zu sein, g c s ch i ch t- liche Ereignisse in„berechtigte" und„unberechtigte" einzuteilen, sondern näher würde es ihm liegen, die Ursachen zu untersuchen, die mit Naturnotwendigkeit zu diesen Ereignissen geführt haben. Da bieten sich dem, der nur den Willen hat, zu suchen, die Erkenntnisse von selbst an. Ganz von un- gefähr kann es doch nicht gekommen sein, daß sich das deutsche Volk mit einem Ruck politischer Einrichtungen entledigte, die es mit größerer Geduld als jeder andere lange, zu lange ge- tragen hatte!> Noch weniger aber können wir uns in Reih und Glied stellen mit Leuten, die etwas ganz anderes wollen als wir, denen es nicht darauf ankommt, Gerechtigkeit für das deutsche Volk zu erwirken, sondern vielmehr darauf, das alte Regime zu verteidigen, dessen Stützen sie waren und dessen Wiederkehr sie vorbereiten möchten. Dieses aste Regime ist von der Geschichte verurteilt, nicht weil es „den Krieg gewallt", sondern weil es sich der großen Schick- salsprobe der Jahre 1914 bis 1918 in keiner Weise gewachsen zeigte. Die Stützen dieses Regimes werden von der Welt�als Kronzeugen für Deutschlands Unschuld abgelehnt werden, denn man wird in ihnen nicht die Vertreter des deutschen Volks er- . blicken, sondern die Verteidiger ihrer eigenen Sache, die für immer verloren ist. Mit diesen Leuten werden wir Sozial- demokraten nicht zu einer gemeinsamen Auffassung und noch weniger zu einem gemeinsamen Handeln gelangen. Herr Professor Delbrück ist ein Fall für sich, eine Nummer für sich, eine Persönlichkeit, die auf gewisse Kreise im Ausland, und nicht die schlechtesten, wirken kann. Aber wenn nun die Professoren in Herden gelaufen kämen und die Generale a. D. und die kaiserlichen Minister a. D. und die nationalliberalen Thronstützen a. D. und lange Manifeste erließen— ein Schrecken, der nicht auszudenken wäre! Es ist ein Unglück, daß die Menschen klug werden nur durch den Schaden, den sie selber erleiden, nicht aber durch den, den sie anrichten; wie klug müßten sonst jene Herren geworden sein! Da sie es leider nicht sind, bleibt uns nur übrig, beschwörend die Hände zu erheben und zu warnen. Die ExekaNve der 2, linternationale ist, dem Antrag der beut- schen Sektion entsprechend, zum 20. Mai einberufen worden. Hebels Lehrjahre in Wetzlar. August Debil bat seine Jugend- und Lehrsabr«<18411 bl» I8Z8) in den iDoelhrstatt Wetzlar zugebracht, wohin seine Mutter nach dem Tode des»weiten Mannes Uberstedelt«. Unsere Wetzlarer Ge- Nossen haben In Erinnerung daran ein- Gedenktafel mitten in der verkehrsreichsten Strosse der Stadt errichtet. Der Platz soll iUnstlg Augnst-Bebel-Platz heißen. Ein schöner Brun» nen— Acbel» Brunnen— soll den Platz außer der Dedcnitajcl schmücken. Nicht vielen Parteigenossen dürste bekannt sotn, bah Bebel selbst am allerwenigsten daran dachte, das Drechsierhand- werk zu erlernen. Es muß schon so gewesen fein, daß er seiner Schulentlassung nicht freudig entgegensah, vielmehr lieber in der Schul« geblieben wäre. Bebels Gedanke war, das Bergfach zu stu- dieren. Mit der Frage feines Dormunds, ob er denn Geld zum Studieren habe, schwand diese Illusion dahin. Der Gedanke, das Bergfach zu studieren, zeugt von der weitousschauendcn Erkenntnis des jungen Bebel. Nach dem Scheitern dieses Vorhabens bot man ihm an, Klempner zu werden. Das Unsympathische des Meisters, man khm an, Klepner zu werden. Das Unsympathische des Meisters, der zudem ein Trinker war, ließ ihn hiervon Abstand nehmen. Mit sehr wenig Liebe zum Beruf, doch mit um so größerer Zu- neigung zu dem Drechslermeister, der der Gatte einer Freundin von Bebels verstorbener Mutter war und den Ruf eines zwar strengen, doch tüchtigen Meisters genoß, folgte er dem Rat, das Drechslerhand- werk zu erlernen. Die Frau Meisterin war es, die ihren Gatten davon unterrichtete, daß Bebel fein„religiöses Examen" mit„sehr gut" bestanden habe. Das war Grund genug für den Meister, zu erkennen, daß sein Anwärter auf die Lehrstell««in„brauchbarer Kerl" sei. Es folgten den trüben Kindsrjahren die strengen Lehr- jähre. Das Wohlwollen der Meisterin lieh den elternlosen Lehrling diese Zeit nicht allzu bitter empfinden. Di« Lehrzeit Bebels fiel in jene Zeit der Zünfte, in der die Ar- bciterschutzgesetzgebung ein fast noch unbekannter Begriff war, die Ausbeutung— vor allem der Lehrlinge— jedoch in höchster Blüte stand. So berichtet uns Bebel selbst, daß die Arbeit von morgens Z Uhr big abends 7 Uhr ohne Pause währte und neben der eigent- lichcn Arbeit noch häuslich« Arbeiten verrichtet werden mußten, wofür pro Woche ganze 4 Kreuzer(14 Pf-nnige) vergütet wurden. Außer dem Kirchgang und einigen Abendstunden wurde auch der Sonntag mit Arbeiten für die Landbevölkerung, di« allsonntäglich ihre Einkäufe machte und kleinere, sofort zu erledigende Repara- luven in Arbeit gab, ausgefüllt. Kein Wunder, daß der so Ge- fesselte sich seinem natürlichen Drang nach größerer Freiheit hingab und dem streng auf regelmäßigen Kirchgang Bedacht nehmenden Meister durch Schwänzen der Kirch« ein Schnippchen zu schlagen versuchte. Allein der Meister kain dank der Unvorsichtigkeit seines Lehrlings sehr bald hinter dessen Schliche und schnitt ihm auch di« mit dem Kirchgang verbundene Freiheit mit der Weisung ab, künftig zu Hause zu dleibcn. Ein gar zu großes Unglück war dies für den d!e wilhelminische Diplomatie. „So dumm, daß es das Ausland nicht für möglich hält." Im Anschluß an den Münchener Dokumentenprozeß fällt die monarchistisch-volksparteiliche„Zeit" fol- gendes Vernichtungsurteil über die Diplomatie des kaiserlichen Deutschlands. Die Deutsche Volkspartei hat wieder und immer wieder allem Geschrei der„Borwärts"-Leute zum Trotz auf die Schuldfrage hingewiesen und ihre Klärung verlangt; denn wir können bei jeder öffentlichen Erörterung dieser Frage nur gewinnen. Es sind aus deutscher Seite im Juni 1914 außerordentlich schwere Fehler gemacht worden, so schwere Fehler, daß man es dem Auslande nicht oerdenken kann, wenn es sie nicht einsach als Fehler gelten lassen will, sondern nach oersleckken Absichten sucht. Ein italienischer Diplomat sagte jüngst:„Ihr Unglück ist es, daß Zhre Leute im Zunl 1914 so dumm waren, daß man es im Anstände nicht für möglich hält." Wir find in den Krieg nach Bülows und Tirpitz' Worten„hineingetorkelt" und haben dann, als die Annahme Bethmanns, daß der Krieg sich lokalisieren lasse, und daß England den Frieden halten werde, als irrig erwies, Fehler aus Fehler begangen, wie ein schlechter Schwimmer, der plötzlich keinen Boden mehr unter den Füßen fühlt, verzweifelnd mit den Armen um sich schlägt und das Verkehrteste tut. Aber wir haben den Krieg nicht nur nicht gewollt, sondern im letzten Augenblicke, als es freilich schon zu spät war, alles getan, um ihn zu verhindern. Es ist uns nicht recht klar, was in diesem Zusammenhang der Ausfall gegen den„Vorwärts" soll. Denn was hier steht, ist aufs 5) a a r genau der Standpunkt, den der„Vor- wärts" feit jeher in der Kriegsschuldfrage eingenommen hat. Weit eher kann man umgekehrt an die„Zeit" die Frage richten, wie denn zu diesem Vernichwngsurteil über die kaifer- liche Diplomatie ihre ständigen Lobpreisungen des alten Systems und ihre Schimpfereien über die Revolution vom 9. November passen? Wenn jetzt selbst die Deutsche Volkspartei anerkennt, daß die alte kaifer- liche Regierung mit einer Leichtfertigkeit und Borniertheit, die die Grenzen akles Glaubhaften ü'er steigt, das deutsche Volk in seine größte Katastrophe hat hineintorkeln lassen, dann muß sie auch dem deutschen Volk das moralische Recht zuerkennen, daß es ein derart unfähiges System davonjagte. Oder war nach der Ansicht der „Zeit" das deutsche Volk verpflichtet, ein kaiserliches Regiment mit Eselsgeduld weiter zu tragen, dessen Fehler nach dem«ige- nen Urteil der„Zeit" so riesengroß waren, daß man es dem Ausland nicht einmal verübeln kann, wenn es die Dummhest für Bosheit ansieht?! Aektungsnot und Reichsregierung. Daß die Zeitungsnot sich nicht schon heute in einem ganz- lichen Versagen des öffentlichen Nachrichtendienstes geäußert hat, ist wirklich nicht Schuld der Reichsrcgicrung, die immer noch nicht ein Mittel der Abhilfe gefunden hat, obwohl die Notlage schon seit Jahr und Tag andauert. Immer noch steht man bei den gesetzgeberischen Vorarbeiten, während die Teue- rungswelle ungebrochen fortschreitet. Es verlautet, daß erst in der nächsten Woche das Kabinett zu den Vor- schlagen Stellung nehmen wird, spät ge.nug, um auch noch dem Reichstag Gelegenheit zur gesetzgeberischen Regelung zu geben. Die Organisation der Zeitimgsverleger, unter denen sich auch die sozialdemokratische Presse Deutschlands befindet, hat vom Reichstag Schritte gefordert zur S i ch e r st e l l u n g einer Mindest menge von Zeitungsdruck- papier, ferner den Schutz vor Monopolpreisen für Holzstoff, Zellstoff und Druckpapier, die von Erzeugerver- bänden diktiert werden, und schließlich Maßnahmen zur V e r- b i l l i g u n g des Druckpapiers durch Tarifbegünstigung, Er- Mäßigung der Preise für Papierholz und für die zur Erzen- gung des Papiers notwendigen Kohlen, schließlich durch Er- junsen Lehrling nicht. Denn der persönlich Gebundene suchte von jenem Tage an mehr denn j« seine gcrsttge Vertiefung. Von den Juyenderzähiungen„Robinson Cnusoe" und„Onkel Toms Hütte", di« er von gleichalterigen Knaben für geleistete Dienste während dir Schulzeit erhielt, wandt« er sich ernsteren Schriststellern zu. Wir finden, daß Bebel sich als Lieblinsschriststeller Hackländer erkor. Dessen Schilderungen des Soldatenlebens dämpften die Begeisterung Bebels für das Militär. Befriedigung feiner weitergehenden geistigen Bedürfnisse spendeten ihm Geschichtsbücher, historisch« Romane und dergleichen, di« er mit den wenigen Pfennigen, die er fein eigen nennen durfte, ans der Bibliothek entlieh. Man darf getrost sagen, daß gerade die strenge Lehrzeit eine für die wettere Ent- Wicklung Bebels nicht unwesentliche Entwicklung sep och« war. In immer stärkerem Maße drgngt sich das Vergangen nach Freiheit auf, er möchte die ganze Welt durchstürmen. Die zu jener Zeit in Wetzlar grassierende Schwindsucht raffte auch den Meister hin und legte den Sehnfuchtsgedanken Bebels erneut« Fesseln an. Am Tag« der beendeten Lehrzeit starb der Meister. In Ermangelung eines älteren Gefchästsleiters entschloß sich. Bebel, der Meisterin so lange die Geschüste zu führen, bis deren Entschluß, das Geschäft aufzugeben, durchgeführt werden konnte. Während dieser Zeit bezeugt« Bebel der Meisterin seine besondere Dankbarkeit durch seine unermüdliche Schaffenskraft. Bon Sonnen- aufgang bis abends 9 Uhr und länger währte während jener Zeit feine angestrengte Tätigkeit. Wahrlich, ein edler Charakterzug! Im Jahre 18SS konnte die Liquidation des Geschäfts durchgeführt werden. Bebel stand am Ziel seines Jugendtroums, die Welt zu durch. stürmen. Der Abschied von der ihm lieb gewordenen Stätte scheint kein schmerzloser gewesen zu sein. Am 1. Februar des Jahres 1858 trat er, von seinem Bruder begleitet, bei heftigem Schneogestöber zu Fuß über Langgöns feine Reil« nach Frankfurt an. Die Welt nahm ihn auf. Aber so sehr Tatendrang und die polttischen Vorgänge ihn fesselten, nie vergaß er die ihm lieb gewordene zweite Heimat, di« Stadt Wetzlar. Die Ereignisse in der Stadt Wetzlar machte er zu den seinigen. Die Jugendgenossen sahen ihn bis kurz vor seinem Tode alljährlich in ihrem Kreis. Durch seine testamen- tarisch« Schenkung gedachte er auch jener, die wie er durch das finstere Tal der bitteren Armut zu wandeln haben. An dem Tage, an dem die Wetzlarer Parteigenossen das An- denken unseres großen Vorkämpfers durch die Enthüllung«incr Gedenktafel ehren, mag uns der Rückblick auf Bebels Leben erneut zeigen, daß nur dem unermüdlichen Kämpfer für eine ideale Sache sich der Sinn des Lebens erschließt. Gberammergau. ' Oberammcrgau, 12. Mai 1922. Oberammergau ist eine„Volksbühne" von Weltruf geworden. So hat das Spieljahr 1922 beveils fest Monaten seine Schatten vor» ausgeworfen, die Lebensmittelpreij« in Erwartung des Massen- fassung der Ausfuhrgewinne. Welchen Niederschlag diese Forderungen in den geplanten Gesetzesmaßnahmen gefunden haben, ist nicht bekannt. Daß sie berechtigt sind, daran besteht kein Zweifel, da schon jetzt das Papier rund den 80fachen Friedenspreis kostet, was auf die Abonnementspreise auf die Dauer nicht ohne Einfluß bleiben kann. Der 80sache Bezugs- preis bedeutet aber den Tod der selbständigen P r-e s s e, den Sieg des politischen Anal' abeteutums oder den Triumph der mit politischen Zielen von Unternehmerver- Händen bezahlten, ihnen willenlos dienstfertigen Blätter. Höchste Eile und durchgreifende Maßnahmen sind von- nöten, wenn nicht die freie Meinung in der Republik zur Phrase werden soll._ Neuöeutsche Justiz. Aus Münster wird uns berichtet: Unser Parteiblatt in Münster, der„Volkswille", war auf Veranlassung des Polizeihauptmanns S a s o w s k! aus dem Lesesaal der Schupokaserne in Münster ent- fernt worden, da es einige Tage vorher die Teilnahme von Schupo- Offizieren an einer Kaiser-Geburtstagsfeier und die Entfernung einer Reichsfahne von der Schupokaserne gerügt hatte. Der„Volkswille" brachte nun eine neue Notiz, in der der Polizeihauptmann wegen des Verbots angegriffen wurde. Die Folge war ein Strafantrag gegen den verantwortlichen Redakteur, der sich dieser Tage vor dem Schöffengericht zu verantworten hatte. Das Urteil lautete wegen Beleidigung des Polizeihauptmann aus 10 000 M. Geldstrafe oder 200 Tage Gefängnis. Die Wahrnehmung berechtigter Interessen wurde verneint. Der Ämtsgerichlsrat erklärte sogar noch, daß die „Vorstrafen", die der Angeklagte wegen Pressevergchens als verant- wortlicher Redakteur erhalten hat und deren letzte fast ein Jahrzehnt zurückliegt, strafverschärfend wirkten. Bon besonderem In- teresse ist, daß der als Zeuge vernommene Polizeihauptmann unter seinem Eide bekundete, er habe die Entfernung des„Volkswillen" angeordnet, weil es sich um ein Blatt politischer Richtung handle, das laut Verfügung des Ministers des Innern für die Beamten- Lesesälen in den Schupokasernen verboten sei! Wenn der Poli- zeihauptmann unter seinem E i d diese Aussage gemacht hat, dann wird die Frage zu prüfen sein, ob hier nicht eine zum mindesten fahrlässige Verletzung der Eidespflicht vorliegt. Es sei daran erinnert, daß Genosse Severing vor einiger Zeit einen Polizei- Hauptmann vom Dienst suspendierte, weil er den„Vorwärts" in seiner Kaserne verbot. Daraus geht schon allein hervor, daß es in der preußischen Schutzpolizei keine Verfügung gibt, die besagt, politische Zeitungen dürsten nicht in den Kasernen der Schupo verbreitet werden. Genosse Severing hat sofort, was in seiner Macht steht, ver- anlaßt, um diese unerhörte Geschichte zu sühnen. Der Polizeihaupt- mann Sasowski wurde durch eine am Freitag erlassene Verfügung' von Münster versetzt, und die republikanischen Schupo- beamien, die dieser Hüter der Monarchie wegen ihr�r Gesinnung aus Münster versetzt hat, wurden auf Anordnung des Genossen Severing wieder an ihren Dien ft ort zurückgebracht. Das Urteil des Schöffengerichts in Münster bleibt aber charakte- risttsch für den Geist der Justiz. Wegen Beleidigung eines reaktiv- nören Offiziers, der die Verfassung mißachtet, die Reichsflogge her- abholen läßt, gegen die Verfügungen seines höchsten Vorgesetzten verstößt, wird ein. Redakteur zu 10 000 M. Geldstrafe verurteilt. Wenn aber irgendein xbeliebiger Monarchist den preußischen Minister des Innern oder andere republikanische Staatsmänner in der nieder- trächtigsten Weise beleidigt, dann wird er zu 200 M. Geldstrafe ver- urteilt oder gar freigesprochen. Das Ganze nennt man neudeutsche Justiz! Ein neuer Krtegsbeschuldtglenprozeß. Wie das„Leipziger Tage- blott" an zuständiger Stelle erfahrt, wird am 28. Juni und den folgenden Tagen auf Grund der französischen Krlegsbeschuldigten- liste vor dem Reichsgericht ein neuer Kriegsbeschuldigtenprozeß statt- finden. Zu verantworten hat sich der Arzt Dr. M i ch e l s o h n aus Berlin wegen Gefangenenmißhandlung. Michelsohn war in den Iahren 1917/13 Leiter des Lazaretts in Essry und Trclon. Zu den Verhandlungen sind 14 französische und 80 deutsche Zeugen geladen. besuchs in ganz Bayern auf eine noch nicht erreicht« Höhe getrieben und dadurch scharfe Kämpf« um das täglich« Brot hervorgerufen. Die Forderung nach Absage des Spiels wurde vor allem von den gewertschaftlichen Organisationen bei der Zusammensetzung des baye- rischen Landtags— natürlich vergebens— erhoben. Nun ist das Spieljohr mit der Vorführung am 9. d. M. vor den Vertretern des Reichsverbandes der deutschen Presse, dem bayerischen Landtag und der Staatsregierung eingeleitet worden. Fast die ge- samte Presse Bayerns ist in einen Ruf des Entzückens über di« wohlgelungen« Ausführung ausgebrochen. Da dürste«ine Vetrach- tung über den kulturellen Wert des Stückes wohl am Platze fein. Das Oberammergauer Dassionsspiel ist mit gewissen Einschrän- kungen ein„Volksspicl" zu nennen. Es besteht seit dem Iah?« 1633, in dem die 12 Aoltesten von Oberammergau mit ihrer Gemeinde das feierliche Gelöbnis ablegten, alle.zehn Jahr« die Leidensgeschichte des Wctthetlands darzustellen. Ursprung und Charakter des Spiels stempelt es also.zu einein„Volksspiel". Nur die Dorsbewohn,:? dürfen in ihm austreten; keine Schminke oder Perücke darf in ihm verwendet werden; jedes Bauernhaus hat sozusagen„ererbte" Recht« auf diesen oder jenen Darstellerposten. Die Sozialdsmokratie hat kein« Veranlassung, seit langem über- kommen« Voiksbräuche mit visernem Besen wegzukehren. Das Ober. ammergauer Passionsspiel schließt aber soviel mmfchiiches Beiwerk in dem großen Gebäude der„Paffion" mit«in. daß berechtigt« Zweifel über die kulturelle Bedeutung des Spiels angebracht er- scheinen. Vor allem ist zu bedenken, daß die hohen Protettoren des Spiels gerade Herr v. Kohr und der[charsmacherifche München er Erzbischof sind. Zunächst di« Technik der Ausführung: Zweifellas sind die Masscndarstellungen von großer Wirkung, auch di« Chöre der unge- schulten Bauernstimmen klingen nicht schlecht. Wenn man nur wenige ergreifende, aus der Christuslegende genommen« Worte dazwischenschüb«, könnte man dadurch eine ganz gute Wirkung er- zielen. So aber wird in einer achtstündigen Vorfübruna ein Dilettanten-Sologesang an den anderen gereiht und ein Manuskript durchgespielt, das weder originell noch packend wirkt. Verzückte Eng- länder und Zlmerikaner mögen sich daran berauschen, dem einiger- maßen geschulten Großstadtpublikum des 20. Jahrhunderts, das gerade m dm letzten Iahren durch die„Volksbühnen"-B«megung einen verfeinerten Geschmack erhielt, werden diese 8 Stunden eine schlimme„Passion" bedniten. Wenn man nun aber abends beim„Dämmerschoppen" in den Oberammergauer Bierstuben mit den Leutchen zwang'os plaudert und dadurch einen Blick hinter die Kulissen der„Passion" tut, dann erschrickt man über soviel Neid, Haß. chochmut und Intrigen, die dieses Schauspielerdörlchen schon viele Monate vor dem„großen Jahr" zerreißen. Wieviel ausgekratzte Augen, zerschlagene Stuhlbeine und zersprungene Maßkrüa« sind Zeugen dieses stillen, aber er- biiterten Kampfes um die Rollen des' Festspiels. Ein Abgrund von religiösem Wahn und persönlichem Dünkel umgibt dieses„Gott g«. weihte Dorf" gegen die profanen Nachbardörfer und ihre Alltags- banausen. Das Ueberniaß des inneren Streites wird nur gebändigt durch die bigotte Unterwerkuna des einzelnen wie der Gesamtheit unter den Machspruch der Geistlichkeit. Rein, trotz aller Achtung vor den Volksbräuchen: Der Weg über das Bühnendorf im Ammergau mit der dumpfen Atmosphäre bi- Die Bürgerkriegspläne des Exkronprinzen.[ sen( affo für etwa 600 hochwertige Leistungen) nur rund 6 Gold- die Stimmen der Unabhängigen angenommen. Die Weil Hindenburg nicht mitmachte... marf Gebühren. noch eingebrachten Anträge der Unabhängigen, die eine Anzahl neuer Das Postschedwesen ist sicherlich eine nügliche Einrichtung, und Paragraphen einfügen wollten, wurden nach Abgabe einer Erfiärung Aus dem Buche des ehemaligen Kronprinzen wurden hier es ließ sich auch rechtfertigen, die Gebühren besonders niedrig zu der SPD. sämtlich abgelehnt. Damit ist die erste Lesung des schon mehrere Stellen zitiert, in denen der temperamentvolle bemessen, um diesen Verkehrszweig einzubürgern. Nachdem inzwis Beamtenrätegesetzes im Ausschuß beendet. Die zweite Lesung Herr zum Ausdruck bringt, daß er am 9. November Feuer fchen aber beinahe eine Million Kunden, also fast alle in Betracht soll sobald wie möglich vorgenommen werden, nachdem eine Klarheit und Flamme dafür gewesen ist, an der Spitze der Truppen kommenden Personen und Geschäfte, sich dem Schedverkehr ange- der Lage zwischen Roalitionsparteien und Regierung geschaffen ist gegen die Revolution zu Felde zu ziehen. Hier noch ein Bitat, fchloffen haben, ist es an der Zeit, daß diejenigen, die aus dieser das den angeblich letzten Grund zeigt, warum er von diesem Einrichtung den Nutzen ziehen, auch für die entsprechenden Kosten Plane abgekommen ist. Bom 10. November berichtet der Hohenzollernsproß: In mir drängt alles nach wie vor zum Widerstande. Also Kampf gegen die Revolution? Aber nur der eine Mann, in dessen Hände der Kaiser den Oberbefehl über die Front- und Heimattruppen legte und dem ich selber als Soldat und Führer meiner Heeresgruppe unterstehe, besitzt das Recht, zu diesem Kampf aufzurufen: Hindenburg. Und während wir noch über ihn und die Entschlüsse sprechen, die er jetzt etwa faffen mag, tommt der Bericht aus Spa, daß der Generalfeldmarschall sich der neuen Regierung zur Verfügung gestellt habe. Damit ist jeder Gedanke an Kampf in seiner Wurzel getroffen jedes Unternehmen gegen die neuen Machthaber zur Aussichtslosigkeit verdammt. Mit Hindenburg und für eine auf Ordnung und Frieden gerichtete Parole war vielleicht noch viel zu retten gegen ihn war nur noch mehr zu verlieren. -Y Den Monarchisten muß dieses Geständnis sehr unbequem fein, denn es läßt Hindenburg als den Mann erscheinen, der den Hohenzollernschen Restaurationsplänen das Genid gebrochen hat. Uebrigens befißt der Zollernfproß, der so erpicht auf Bürgerblut war, die Unverfrorenheit, zehn Beilen später zu notieren: So will ich den Oberbefehl weiter in Händen festhalten und die mir anvertraute Truppe in Ordnung und Disziplin ficher in die Heimat zurückführen. Eine erstaunliche Leistung für einen Mann, der eben noch. an der Spitze der gleichen Truppen gegen die Revolution zu Felde ziehen wollte! Und er ist natürlich sittlich empört, daß ihm der Oberbefehl trotz dieser loyalen Gesinnung nicht gelassen wurde.... Zur Erhöhung der Postgebühren. Fürsorge für Kriegerhinterbliebene. aufkommen. Es können mehrere Milliarden Mart Gebühren jährlich aus dem Postscheckverkehr herausgewirtschaftet werden, nament Der Minister des Innern hat neuerdings folgende Berfügung lich, wenn man die hohen Schecks bei Post und Banten entsprechend erlesen: Obwohl Kriegerhinterbliebene( Witwen und belastet. Waisen) weder einen besonderen gesetzlichen Kündigungsschuh, noch Es ist nicht zu befürchten, daß das Guthaben der Kunden in ein Vorzugsrecht auf Einstellung, wie z. B. Schwerbeschädigte, nach Höhe von mehr als 12 Milliarden Mark bei einer Erhöhung der dem Gesetz vom 6. April 1920 genießen, gebietet trotzdem die vaterGebühren in fatastrophaler Weise zurückgeht; denn im Jahre 1921 ländische Dantespflicht, Kriegerhinterbliebene, insbesondere Kriegerfind bei den Postscheckämtern an 310 Arbeitstagen täglich rund witwen, soweit irgend angängig, in staatlichen Betrieben, 4 Milliarden Mart umgesetzt worden. Alle drei Lage ist also das 3. B. Polizeischulen, zu beschäftigen. Bei der Einstellung weibganze Guthaben in andere Hände übergegangen. Hieraus folgt, licher Arbeitsfräfte( Reinmachefrauen, Küchenpersonal, Wäscherindaß im allgemeinen niemand der Post zuliebe unnötig ein hohes nen usw.) sollten, wenn mehrere Bewerberinnen gleicher Eignung Guthaben unterhält. Eine Borsichtsmaßnahme muß allerdings ges vorhanden sind, Kriegermitwen den Vorzug bei der Zutroffen werden, um eine Schmälerung der Einnahmen fernzuhal- teilung von Arbeit oder Einstellung erhalten. ten. Es bietet sich nämlich die Möglichkeit, hohe Geldsummen Ebenfalls werden auch bei vorkommenden Fällen Ent. unter niedriger Bertangabe durch die Post zu versenden lassungen von Arbeitskräften die Kriegerhinterbliebenen gegen und die überschießenden Wertsummen zu billigeren Sägen bei über folchen Personen, die infolge ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse privaten Versicherungsgesellschaften zu versichern, die weiter nichts eine Erwerbsmöglichkeit leichter finden, zurückzustellen sein. zu tun haben, als die Bersicherungsgebühren einzustreichen und in Ausnahmefällen zusammen mit der Post Ersatz zu leisten. Dieses Verfahren, der Post die Versicherungsgebühren zu entziehen, übt sogar die Reichsbant. Es bleibt daher nichts anderes übrig, als der Post für Postsendungen ein Versicherungsmonopol zu übertragen und damit eine kleine, aber durchaus berechtigte und notwendige Sozialisierung vorzunehmen. Vor der Bahntariferhöhung. In einem Schreiben an die Handelskammern, den Industrieund Handelstag fowie den Reichsverband der Deutschen Industrie hat sich der Reichsverkehrsminister zur Frage der Tarifpolitit im Personen- und Güterverkehr, deren Abhängigkeit von der Wirtschaftslage und Rückwirkung auf Volkswirtschaft und Verkehr u. a. wie folgt geäußert: Nach Ueberführung der Staatsbahnen in das Eigentum des Reiches wurde zunächst davon ausgegangen, daß es nicht angezeigt wirtschaft mit so hohen Tarifen zu belasten, wie es zur Wiederinsei, die unter den unmittelbaren Kriegsfolgen leidende deutsche Volksstandsetzung des technischen Apparates und zur Deckung der ständig steigenden Ausgaben an sich nötig gewesen wäre. Diese Politit hat zwar der Bollswirtschaft sehr großen Nutzen gebracht, jedoch das starke Sinten der Mar? nicht aufzuhalten vermocht. Das Hebammengeseh. Der bevölkerungspolitische Ausschuß des Preu Bischen Landtages hat in feiner letzten Sigung das Hebammengesetz in dritter Lesung mit allen Stimmen gegen die der Kommunisten angenommen. Bolle Befriedigung löste es bei feiner Partei aus; die einzelnen Erklärungen fießen das deutlich erfennen. Für die Sozialdemokratie erflärte Genossin Ege, daß sie in der gesetzlichen Regelung des Hebammenwesens einen Anfang zur Besserung des Mutterschutzes sähe. Solange die Mehrheit rechts noch die Minderheit links überstimmt, sei es aber nicht möglich, grundlegende Aenderungen durchzuführen. Die Angst vor der Sozialisierung auch im Gesundheitswesen brachte fast alle sozialiftischen Anträge zum Scheitern. Angenommen wurde eine sozialdie Reichsregierung einzuwirken, daß recht bald die gefeßlichen BeDemokratische Resolution, die die Staatsregierung auffordert, auf stimmungen der Reichswochenhilfe so zu regein sind, daß wenigstens alle unter dieses Gesek Fallenden unentgeltliche Hebammenhilfe erhalten. Dagegen wurde ein sozialdemoobgleich die Verficherungsbehörden bereit waren, den größten Teil fratischer Antrag auf Ablösung der Gebühren durch die Behörden, der Kosten zu übernehmen, von allen rechtsstehenden Parteien einschließlich Zentrum abgelehnt. Die vielgerühmte freie Wahl" muß bestehen bleiben, die heute dazu führt, daß eine arme Frau oft bis zur vierten Hebamme geht, ehe sich eine bereitfindet, ihr zu helfen. Eine Verbesserung sehen wir darin, dak menig bevölkerie Kreise, die heute ohne jegliche Hebammenhilfe sind, angehalten werden, durch Dienstvertrag die Bezirkshebamme zu verpflichten. Ist fie nicht ausreichend beschäftigt, so soll sie die Säuglingsfürsorge mit übernehmen. Ein Antrag der SPD. wollte, um den Städten. das Selbstverwaltungsrecht zu sichern, den§ 22 des Gesetzes so ändern, daß auch Stadtkreise im Bedarfsfalle Hebammen einstellen fönnen. Das Zentrum änderte den§ 22, beſchnitt aber noch mehr die Rechte der städtischen Selbstverwaltung. Schließlich stimmte der Ausschuß einer Entschließung zu, wo nach die Regierung alten Hebammen nach dem Grade der Bedürftigkeit eine Abfindung zahlen soll. Bon fachmännischer Seite wird uns geschrieben: Das Rückgrat der Boftfinanzen war von jeher der gewöhnliche Brief. Er hat früher nicht nur die Fehlbeträge der übrigen Post verkehrszweige des Drucksachen, Boftfarten, Zeitungs-, Patet, Telegramm und Geldverkehrs- gedeckt, sondern auch darüber hinaus noch erhebliche Ueberschüsse geliefert, die in den letzten Jahren vor Kriegsausbruch durchschnittlich 60 Millionen Goldmart Die Finanzwirtschaft des Reiches wie zwingende außenpolitische betrugen. Auch jetzt wird der gewöhnliche Brief, der Brief des Erwägungen erwiesen es Ende 1921 als unumgänglich notwendig, armen Mannes, der Post die Haupteinnahmen liefern müssen. Es den Eisenbahnhaushalt ins Gleichgewicht zu bringen. Auf allen fragt sich aber, ob man den Brief auch fernerhin die Kosten des Gebieten der Verwaltung werden unablässig die äußersten Anstrenüber alle Massen privilegierten Geldverkehrs will tragen lassen. gungen gemacht, die Ausgaben zu vermindern. Dies gilt sowohl für Nach einer Veröffentlichung aus letzter Beit hat die Post 1921 fächliche, wie insbesondere für persönliche Ausgaben. Die Verminderung des Personals bildet den Gegenstand besonderer Sorge. Soin ihrem Scheckverkehr 1½ Billionen(= 1200 Milliarden) Mart wohl durch Nachprüfung des Stellenstandes der Dienststellen wie umgesetzt. Bei den Scheckämtern fanden 428 Millionen Buchungen insbesondere durch Anpassung der Bestimmungen über die Ar stott, und die Gesamteinnahme aus dem Postscheckverkehr betrug beitszeit an die Verhältnisse des Eisenbahnbetriebes sind hier 477 Millionen Papiermark oder 7 Millionen Goldmart. Etwa ein weitere Erfolge zu erwarten. Diese Möglichkeiten werden aber in Drittel dieser Summe hat die Bost aber nur dadurch gewonnen, der Regel überschäzt. Wenn es gelänge, den Bersonalstand um deß sie einen Teil des Guthabens der Postschecktunden dem Reiche, 100 000 Röpfe zu verringern, so würde das eine Ersparnis von also gewissermaßen sich selbst, gegen Zinsen geliehen hat. Bon den 4 Milliarden Mart bedeuten. Demgegenüber hat allein bie Kohlen4 Millionen Schedlunden felbst und den Auflieferern von Zahl preissteigerung seit 1. Oftober v. J. einen Jahresmehraufwand Breslau, 12. Mai.( TU) Aus Laurahütte wird mitgeteilt: farten find also nur 6,4 Millionen Godmark vereinnahmt worden. von 10 Milliarden verursacht. Auf den einzelnen Boftschedtunden entfallen mithin für die Fühes angesichts der zunehmenden Geldentwertung daher unmöglich, die schächte untergebrachte deutsche Belegschaft wird von Polen beunTrog der erzielten und noch zu erwartenden Fortschritte erfcheint Die in den Schlafhäusern der Laurahüttegrube und der Richterrung des Kontos, die Abwicklung der Barzahlungen durch Post: Angleichung der Einnahmen an die Ausgaben ohne Tariferhöhung ruhigt. In einem der Schlafhäuser erschienen fürzlich ein Mann der anstalten und Geldbriefträger, die Ueberweisung von Beträgen auf zu erreichen. Hierbei habe ich zunächst die Säge nur langsam der Laurahütter Gemeindewache und vier Zivilisten, welche von andere Konten, tie Beförderung der Briefe in Schedangelegen Geldentwertung angenähert beim Personenverkehr noch den Schlafhausinfassen die Ausweise forderten. Nach Durchsicht heiten, die Benachrichtigungen über die Höhe des Guthabens und lange nicht. Auch beim Güterverkehr ist die Tariferhöhung stets hin- wurde etwa 50 Personen nahegelegt, binnen 24 Stunden den Ort zu die Zusendung der Zahlkartenabschnitte mit schriftlichen Mitteilun- ter der allgemeinen Teuerung zurückgeblieben.( Tabellarisch wird verlassen. Bald nach diesem Borfall find in neun Schlafhäuser nachgewiesen, daß die Berteuerung 1922 gegen 1913 betragen hat: je 20 bis 30 Bolen mit Gummitnüppeln, Sol stöden und gotten Wahnes, persönlichen Neides und Dünkels führt nicht zum rungskosten das 43,56fache, in den Lebenshaltungs die Legitimationstarten und die Papiere über die Zugehörigkeit zu im Personenverkehr das 14,93fache, in den Ernäh- Schuhwaffen eingedrungen und ließen sich von den Insassen auf der Erbe faum feinen Weg in das Passionstheater nehmen; erroßhandel das 63,58fache und für die Stoffbeschaffung gebürtigen Oberschlesier bzw. diejenigen, welche einer polnischen Jesus, der Bergprebiger, würde bei seinem Wiedererscheinen/ often das 31,75fache, im Güterverkehr das 55,83fache, im einer Organisation verlegen. Alsdann forderten sie die nicht fulturellen Aufstieg. fönnte im Reich des Herrn v. Kahr und des Erzbischofs Faulhaber nicht Luft schöpfen. Er würde mit einem Blick auf die herrlichen Alpenberge die Worte Karl Brögers diesen Schriftgelehrten und Pharifäern" ins Gesicht schleudern: Gebt Raum!. Daß wir wieder Straßen zum Himmel jeh'n! Und unserm Traum, Der Sonne verbrüdert entgegengeh'n!" 91,92fache.) Neuer Polenterror. weg. der Eisenbahntarife beeinflußt die Geldentwertung nicht maßschlesien zu verlassen, da ihnen sonst die Knochen gebrochen Die Tariferhöhungen wirten preissteigernd, aber die Erhöhung Organisation nicht angehörten, auf, innerhalb 24 Stunden Obergebend. Das Einten der Mark ist durch andere Einflüsse, insbe- werden würden. Eine größere Anzahl Leute wurde start mißhan. sondere durch die ungeheuren Reparationsleistung n( von delt. Ein Arbeiter wurde aus einem Schlafhaus benen ein gewaltiger Teil nußlos für Befagung und Ententekom geschleppt und ist bisher nicht zurückgekehrt. Infolgedessen haben missionen draufgeht. Red.) herbeigeführt. Abkehr bereits genommen, andere ihre Papiere erbeten. von der Laurahüttegrube und den Richterschächten viele Arbeiter ihre Frechheiten aus Herrn Groeners Reich. Im Bahnhofsgebäude weißroter Umrahmung ein Plakat folgenden Inhalts: Goldene Worte zu Flöha( Sachsen) hängt dem Gepäckschalter gegenüber in schwarzzum Nachdenken! Wenn Gott ein Volf strafen will, stellt er einen Haufen Schwätzer an seine Spike. Heinrich Schäff. Was wäre unter dem alten Regime einem Bahnhofsvorsteher passiert, der ähn liches geduldet hätte?? 11. A. w. g. Die Anpassung an die sprunghafte Geldentwertung mußte in den letzten Monaten unverzüglich stattfinden, wenn nicht Riesenper300 Jahre Handschriftendeutung. Wenn auch tie Graphologie lufte entstehen sollten. Wegen der Notwendigkeit, schnelle Entschei erst in unserer Zeit ausgebildet worden ist, so kann sie doch schon Reubearbeitung der Tarife vorzunehmen. Eine solche ist für fährt, beabsichtigen der„ Miesbacher Anzeiger", der Pfälzer Kurier", dungen zu treffen, war es nicht möglich, jebesmal eine organische Miesbach fonfolidiert sich. Wie der„ Rosenheimer Anzeiger er auf eine 300jährige Vergangenheit zurückblicken. Die erste literarische Erscheinung, die die Möglichkeit einer feelischen Ergründung den 1. Juli in Aussicht genommen; die Beiräte follen rechtzeitig ein- der Oberbayerische Gebirgsbote" in Holzkirchen und der„ Seegeist" der Handschrift bespricht, ist nämlich eine 1622 erschienene Abhand- berufen werden. Die öffentliche Ankündigung in Aussicht in Tegernsee fich zu einem Konzern zusammenzuschließen, so daß lung des Bologneser Arztes Prof. Camillo Baldo:„ Traktat, wie stehender Tariferhöhungen geschieht jedesmal, sobald nur immer die technische Herstellung der Zeitungen gemeinsam an einem Orte man aus einem Brief die Natur und Qualität des Schreibers er- möglich, auf alle Fälle aber viel früher vor ihrem Infrafttreten, erfolgt. fennt." Später hat Lavater fich auch damit beschäftigt, und feither als dies für Preissteigerungen nach den privatwirtschaftlichen Ge ist die Sache nicht mehr zur Ruhe gekommen. Aber auch vom bräuchen üblich ist. Ende des 18. Jahrhundert bis zu dem neuesten methodischen LehrDer Bertehr hat die Tariferhöhungen voll getragen. Die buch über die Handschriftendeutung ist noch ein sehr weiter Weg, veranschlagte Jahreseinnahme für 1921 wird durch die wirklich erund man fann wohl sagen, daß die Graphologie jetzt erst anfängt, zielten Einnahmen wesentlich überschritten und das Gesamtjahres ein wichtiges Hilfsmitel für die Menschenkenntnis zu werden. ergebnis wird sich demgemäß um mehrere Milliarden günstiger Beitritt der Vereinigten Staaten zur Berner Konvention. Im stellen, als bisher vorgesehen. Die Zahlen des Güterverkehrs beRepräsentantenhaus in Washington ist ein Gesetzentwurf einge- weisen, daß von einem Rückgang des Verkehrs infolge der Tarifbracht worden, der den Beitritt der Vereinigten Staaten zur Berner erhöhung feine Rede sein kann, ebenso die Statistik der WagengeKonvention, die tas Urheberrecht schützt, bezweckt. Er wird Anstellung, die auch lehrt, daß nunmehr die Schwierigkeiten im Benahme finden, da er von den wissenschaftlichen Kreisen start unter- triebe und in der Güterwagengestellung beseitigt sind. stüßt wird. Wie das Buchhändler- Börsenblatt" schreibt, bezweckt Zum Schluß sagt Minister Groener: Die neue Steigerung der der Entwurf, für die Bergangenheit den bisherigen Zustand zu be- Rohlenpreise und aller Industrieerzeugnisse sowie die Erhöhung der lassen, so daß die Anmeldung des Copyrights notwendig bliebe. Gehälter und Löhne ab 1. Mai 1922 tonnte bei der Festsetzung der Nach den in Deutschland vorliegenden Nachrichten soll auch in jetzt geltenden Tarife noch nicht berücksichtigt werden. Es wird daher Amerifa der lebhofteste Wunsch bestehen, den Schutz für Werte der hierfür demnächst Dedung geschaffen werden müssen. Literatur ufm. wiederherzustellen. Man will anscheinend nur nicht den Anstoß geben. Brett machen müssen. Es ist ja erfreulich, daß den der Weisheit Universitätsbauchwellen. Man legt uns ein Leistungsbuch" vor, das an der Berliner Universität jedem neu zu immatrikulieren. den Studenten gegen Bezahlung einer Mart in die Hand gebrückt wird. Wir lesen da unter den allgemeinen Prüfungsbestimmungen, daß den Verpflichtungen des Leistungsbuches vom Wintersemester liegen. Vielleicht sagt man uns einmal, was denn mit Philosophie 1921/22 ab alle erstmalig immatrikulierten Studierenden unteroder Nationalökonomie die Pflicht zu tun hot, hundert Meter in 14,4 Gefunden zu laufen und warum diese Studenten den Pferdsprung( Grätsche) über das 1,10 Meter hohe langgesteübe Pferd mit Beamtenrätegesetz in erster Lesung beendet. Bolfsbühne. In der am 20. abends 8 Uhr in der Garnisonkirche befliffenen Jünglingen, die diese Leistungen vollbringen, eine feierstattfindenden Aufführung der„ Matthäuspassion" unter Leitung Wir hatten in Nr. 218 des Vorm." berichtet, daß die Beratungen liche Beurkundung darüber gewährt wird, daß sie dann sogar ein von Dr. Ernst Zander mit dem Blüthner- Orchester wirken solistisch mit über das Beamtenrätegesetz auf einen toten Punkt angelangt bestimmtes Abzeichen tragen dürfen. Aber wer hat das Recht, den Martha Thanner Offer, Baula Werner- Jensen, Paul Bauer, Stammersänger waren, und sämtliche Anträge von rechts und links sowie auch die an sich sicher nühlichen Leibessport jedem Studenten zum Zwang wichtigsten Paragraphen der Regierung abgelehnt wurden. Bei zu machen, warum muß 3. 2. jeder Theologe daraufhin geprüft werden, ob er einen Gepäamarsch über 25 Kilometer mit 25 Kilo16. Sept. ihre erste Evielreihe eröffnen, in der neben vier Uraufführungen dieser Sachlage war ein weiteres ersprießliches Verhandeln im Aus- gramm Belastung in 6 Stunden leistet? Die Theologen haben so Goethes, Schillers, Kleists, Hebbels, Hauptmann u. a. aufgeführt werden schuß über die Vorlage nicht mehr zu erwarten. Deshalb schlug der was doch nicht einmal im Weltkriege nötig gehabt. follen. Die Goethe- Bühne" ist das Drgan der Bühnengemeinde Berlin Abgeordnete Bender( Soz.) zur Geschäftsordnung vor, alle Ander Deutschen Bühne. erste Lesung formell zu beenden, und um Zeit zu gewinnen, mit hören und der Monarch König von Aegypten und des Sudans" Aegypten fordert den Sudan. In ihrem Bericht fordert die träge zurückzuziehen und den Rest der§§ 36/42 zu streichen, um die ägyptische Verfassungskommiffion, daß der Sudan zu Aegypten ge den Beratungen zwischen den Koalitionsparteien und der Regierung beißen soll. England wünscht aber den Sudan zu behalten. beginnen zu können. Sämtliche anderen Parteien waren damit einverstanden, nur der Abg. Bräunig( USB.) erklärte, gegen diesen Vor- befreiten Gebiete enthält eine lange Liste von Klavieren, die im eheZum Kapitel Kriegsgreuel. Das französische Bulletin für die fchlag in die schärfste Obstruktion zu treten. In den sachlichen Be- maligen Kriegsgebiet un zerstört und unversehrt aufge ratungen stellte der Berichterstatter, Abg. Steintopf( Goz.) den funden wurden und für die sich bisher ein Eigentümer nicht geAntrag, die§§ 36/42 3 u streichen. Der Antrag wurde gegen meldet hat. Werner Engel, Alfred Göbel. Die Goethe- Bühne wird unter der Leitung von Otto Peterson am Die Literarischen Gesellschaften Deutschlands halten in Gotha am 6. und 7. Juni ihre erste gemeinsame Tagung ab. Jiadora in Berlin. Jiadora Duncan und ihr Batte, der junge aus dem Bauernstande stammende russische Dichter Jessenin, find, aus Moskau tommend, in Berlin im Flugzeuge eingetroffen. Frau Duncan wird hier mehrere Abende zugunsten der russischen Hungerbilse veranstalten.( Dies zu wiffen ist zweifellos sehr wichtig; noch mehr interessiert indes die Frage: wird SJE auch die Indianertänze vorführen, mit denen sie die Athener zum Strieg begeisterte?) Gewerkschaftsbewegung ber Anfang gemacht, dann kommt die Fortsetzung. Deshalb fomohl als auch für die Lohnempfänger verschiedentlich 51% Stum wehren die Metallarbeiter dem Anfang. Und wenn Kl. den Streit den wöchentliche Dienstzeit festzulegen. Trotzdem die tariflichen schon jetzt als verloren erklärt, so darf diese Prophezeiung als Vereinbarungen eine Aenderung des Dienststundenplanes nur unter Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands. Zeichen dafür gelten, daß er gewonnen wird. Mitwirkung der gefehlichen Beamten- und Arbeitervertretung zu Unverschämt wird unser Prophet jedoch, wenn er behauptet, die lassen, wird auf dem einen Postamt durchschnittlich 51% Stunden Neuregelung der Beiträge und Unterstühungen. Streifenden würden mit handgreiflichen Schwindelnachrichten über wöchentlich Dienst festgelegt ohne jede Mitwirkung dieser Bertre. Am 9. Mai tagte der Verbandsbeirat im Gewerkschaftshaus zu die Aussichtslosigkeit ihres Kampfes hinwegzutäuschen" versucht. tungen, auf dem anderen Entlassungen von Poft helfern Hannover. Der Verbandsvorsitzende Bren erstattete den Vor Zum Beweise dafür werde die der Metallarbeiter 3ei ausgesprochen. Zudem wird versucht, den Erholungsurlaub standsbericht, der den Zeitraum feit der letzten Beiraatssitzung Ende tung" vom„ Borwärts" entnommene Stelle( in Nr. 215 vom für die unteren Beamtengruppen in die Spätherbst- und Februar umfaßt. Der Verband hat eine Treuhandverwal- 8. Mai) zitiert, daß auch die am Streit beteiligten christlichen und intermonate zu verlegen. Zunächst soll wohl aus Sparfung, G. m. b. 5., gegründet. die durch die gerichtliche Eintragung Hirsch- Dunderschen Metallarbeiter entschlossen ausharren. Wenn famkeitsrüdsichten mit dem vorhandenen Personal der Erin das Handelsregister dem Berbande den Charakter einer holungsurlaub bei der OPD. durchgeführt werden. Daraus ergibt juristischen Person gibt Durch den Kampf der Metallfich bei Beendigung desselben von selbst, daß dann, anscheinend ganz arbeiter in Süddeutschland sind auch Mitglieder des Fabrißarbeiter= verbandes in ziemlicher Anzahl in Mitleidenschaft gezogen. Der vom unabsichtlich, Personal überzählig ist. Dadurch erst wird möglich, langjährig beschäftigte Bostarbeiter mit einem Schein ADOB. zur Ausschreibung gelangte Extrabeitrag für die des Rechts brotlos zu machen. Metallarbeiter wird in der Form erhoben werden, indem der wird. Haus- und Straßensammlungen der Altershilfe 14. bis 28. mai erste erhöhte Wochenbeitrag im Juni zu diesem Zweck bereitgestellt das nicht der Fall wäre, dann müßten es die Streifenden als Durch die Hartnäckigkeit und den Widerstand des Unternehmer- Leser der Metallarbeiter- Zeitung" sofort herausfinden. Was der tums ist der Verband gezwungen worden, eine Anzahl größerer und weit vom Schusse erscheinende„ Deutsche“ über den Streit schreibt, fleinerer Streifs zu führen, an denen rund 26000 Mitglieder ist kein Gegenbeweis. Mit der Mahnung:„ Besinnt Euch!" fommt beteiligt sind. Die Hälfte der streifenden Mitglieder entfällt unser verflossener Arbeiterfreund Kl. zu spät. Nur weil sich die Arauf die 3ementindustrie, die in den in Frage kommenden beiterschaft besonnen hat, fann sie ihren Kampf durchführen. Gebieten vollständig lahmgelegt iſt Aile Anzeichen deuten darauf Die Gesamtarbeiter- und Angestelltenschaft aber gibt auf all hin, daß der Kampf in der Rementindustrie zu einem guten Ausgang die" finnigen" Schmähungen von rechts und links die einzig rich führt. Bren streifte dann die Verhandlungen der Organisations- tige Antwort, die Kämpfenden in Süddeutschland nach besten Kräften fommission und führte den Beiratsmitgliedern die eventuellen Zu- 3u unterstützen. fammenlegungen der Verbände vor Augen, die nach einem Borschlag der Metallarbeiter nur noch 16 übrig laffen würden. Es seien nicht, mie oft behauptet wird, die Borstände gegen Verschmelzungen, sondern die Mitglieder stimmten in ihrer Mehrheit dagegen. Die vom Borstande herausgegebene Betriebsrätezeitung„ Der Betriebsrat" mird in der Folge nur an die Betriebsrats- und Arbeiterratsmitglieder sowie an die Funktionäre geliefert. Durch die fortschreitende Geldentwertung machte sich abermals eine Neuregelung der Beitrags- und Unterstügungsfäße notwendig. Es wurde beschlossen, zu den bereits vorhandenen sechs Beitragsflaffen vier weitere hinzuzufügen, so daß. jeht zehn Beitragsklassen Große Lohnkämpfe der Textilarbeiter. Jm Bezirk Sachsen und Thüringen werden am Sonnabend die Tegtilarbeiter und Arbeiterinnen in den Streit treten. Der Grund hierzu liegt in ungenügenden Lobnaugeständnissen. Die Unternehmer boten einen Spitzenlohn( Zeitlohn) für die Weber von 16,50 M. an, für die Färber einen solchen von 17,50 M. Dabei ist zu beachten, daß die Weber bisher immer einen höheren Spigen lohn als die Färber erhielten. Die Gretz Geraer Weberei ist außerordentlich kompliziert und erfordert gute Fachkenntnisse. Aus diesem Grunde standen die Weber in ihrem Lohn immer be deutend höher als die Färbereiarbetter. Die Arbeiter der Färberei fowie der Weberei verlangen einen Spizenlohn von 20 M. Arbeiter und Arbeiterinnen aus ständig werden. Jm München Gladbacher Bezirk streifen seit einigen Tagen ebenfalls gegen 20000 Tertilarbeiter. vorhanden sind. Diesen ist der jeweilige tarifliche Stundenlohn zu pro Stunde. Es werden in den dortigen Bezirlen gegen 35000 grunde gelegt, wie folgende Aufstellung zeigt: unter über 4-6 Tarifl. Stundenlohn - Beitragsflasse Beitrags Бобе 4 M. I. 3 M. 6-8 2 8-10 10-12 12-14 W 14-16 BAY 16-18 18-20 20 " " 345678021 IX. X. 14 16 Unberechtigter Vorwurf. " Der Allgemeine Verband der Versicherungsangestellten wendet fich in seinem„ Nachrichtenblatt" für Mai gegen die Redaktion des Vorwärts", die die Pressenotiz dieses Verbandes nicht aufgenommen habe, dagegen aber erstaunlicherweise die Berichte des Arbeitgeberberbandes". Eine am 27. April in der Bockbrauerei abgehaltene Mitgliederversamm lung babe gegen das Verhalten der Redaktion des Vorwärts" in einer Resolution Stellung genommen. " Die Unterstützungsfäße betragen bei der Erwerbsloseminter- Richtig ist, daß wir die Pressenotizen dieses Verbandes nicht ftüßung pro Tag 3 M. bis 18,50 M., beim Sterbegeld 67,50 m. bis aufgenommen haben. Wir werden sie auch fernerhin nicht auf1440 M.. beim Umzugsgeld 45 m. bis 540 M.. bei der Streit- und nehmen, da wir grundsäglich nur die uns von den frei Gemaßregeltenunterstügung 54 m. bis 480 M. pro Woche. Die gewoertschaftlichen, dem ADGB. oder der Afa angeschlossenen neuen Beitragsfaffen treten am 4. Juni( 22. Beitragswoche), die Organisationen zugehenden Berichte veröffentlichen, für deren Son furrenz Drganisationen also feine Propaganda machen tönnen. Unterstützungsfähe am 17. Juli in Kraft. Für den am 9. Juli in Frankfurt a. M. zusammentretenden Das schließt jedoch nicht aus, daß wir über Lohn- und TarifBerbandstag foll eine Statutenberatungstom- streitigkeiten berichten, an denen außer den uns nabestehenden mission gebildet werden, zu der jeder Gau einen Verbandstags. Organisationen auch die Konkurrenz- Organisationen beteiligt sind, belegierten entfenden soll. Der Verbandsbeiratsfigung folgte eine wobei wir gelegentlich auch auf die durch Telegraphenbureaus verSigung der Gauleiter, die sich mit internen Verbandsfragen breiteten Nachrichten der Arbeitgeber hinweisen. Die befaßte. von dem genannten Verbande beliebte Gegenüberstellung ist jedoch durchaus unangebracht. ,, Der unfinnige Metallarbeiterstreif". Wie steht es denn mit unseren Berichten vom Arbeit In der„ Nationalliberalen Korrespondenz" vom 10. Mai wird geberberband? In Nr. 186 brachten wir einen Bericht Zum ben Unternehmern und den sonstigen Lesern ihrer Bresse einzureden Tarifftreit im Versicherungsgewerbe" mit dem einleitenden Sage versucht, daß es sich bei dem Kampfe der Metallarbeiter in Süd- Der Arbeitgeberverband... teilt mit" ust. Der Schlußfaz aber deutschland nicht um einen Kampf um den Achatstundentag handle, lautete: Für die Angestellteu find natürlich nur die Be deutschland, nicht um einen Kampf um den Achtstundentag handle, fanntmachungen ibrer Organisationsleitung die Arbeiter fämpfen um den Achtſtundentag, die Unternehmer maßgebend. In Nr. 191 des„ Vorwärts" wurde wieder„ Der gegen den Achtstundentag. Diese Tatsache sucht der Kl. zeichnende Streit im Versicherungsgewerbe" erwähnt mit folgender Einleitung: Berfasser, in dem wir es wahrscheinlich mit dem ehemals radikalen Der Unternehmerverband verbreitet über den Verlauf der Bewegung Herrn Kloth zu tun yaben, durch Wortlauberei zu bestreiten, da fortgejezt Mitteilungen an die Preffe, die teilweise zur Frreführung die Arbeiter ja gegen die Verlängerung der 46stündigen Arbeitszeit der Angestellten und der öffentlichen Meinung geeignet sind". Dann auf 48 Stunden fämpfen. Nein, so unsinnig", wie ein gewiffer folgt eine Erklärung der vier beteiligten Angestelltenverbände hierzu. Das war am 23. April. Wenn vier Tage später eine derartige Rampf, den Herr Kloth in Berlin geführt hat, ist der Metallarbeiterkampf nicht. Er ist ein Abwehrkampf gegen eine Ber- Entschließung gefaßt werden kann, so nur, indem die Versammschlechterung der Arbeitsbedingungen, die sich entweder in den Weg- lung falsch informiert wurde. fall des früheren Feierabends an den Vorabenden vor Sonn- und Festtagen, oder aber in einer Verlängerung der achtstündigen ArAchtstundentag und Oberpoftdirektion Berlin. beitszeit um nahezu eine halbe Stunde an den ersten fünf Werktagen Aus den Kreisen der Postbeamten wird uns geschrieben: durchsetzen würde. Den Streit hat das Unternehmertum vom Die Oberpostdirektion Berlin geht anscheinend dazu über, den Zaun gebrochen, um zunächst einmal die 48- Stunden Woche durch Achtstundentag, oder richtiger: die Achtundvierzigftundenwoche lang Berlängerung des achtstündigen Arbeitstages zu erreichen. Ist erft fam aber sicher abzubauen. Es wird versucht, für die Beamten Welche Ursachen führen nun zu diesem Gebahren? Da besteht das Amtsblatt Nr. 33 vom 20. September 1921, an dessen Zustandekommen der Beamtenbeirat beim Reichspoſtminiſterium nicht ganz unbeteiligt sein dürfte. Befagte's Amtsblatt sieht eine Dienstbereitschaft vor bis zu 24 Stunden des Wochenleistungsmaßes. Bird Dienstbereitschaft als vorliegend erachtet, dann wird sie nur zur Hälfte angerechnet. Sinngemäß würden dann 48+ 12 Stunden, also bis zu 60 Stunden wöchentlich Dienst zu verrichten sein. Auf der einen Seite Brotlosmachen der Pofthelfer, auf der anderen Seite Verlängerung der Dienstzeit für die Beamten bis zu 60 Stunden die Woche. So sieht das soziale Verständnis des Reichspoftministers und des Beamtenbeirats beim Reichspoſtminifterium aus. Nur so läßt sich auch begreifen, wie ein solches Monstrum der Mitbestimmung, wie sie das Amtsblatt Nr. 15 corfieht, entstehen konnte. Ausschaltung der Lohnempfänger aus dem Bostbetrieb, um damit das verhaßte Betriebsrätegesetz auszuschalten, ist das Riel. Den unteren Beamten und Distaren fann es dann nach Versicherung des Wohlwollens der Vorgesetzten nur noch rosig gehen, da dann die Möglichkeit nahegerückt ist, das Verhältnis wie zur wilhelminischen Zeit wieder einzuführen." Zur Beruhigung. Wozu Geld da ist bei der Arbeiterschaft, will die Deutsche Bergwerts 3eitung" vom 12. Mai ihren Lesern zeigen. Der dumme deutsche Arbeiter fomme nicht nur nicht von feinem Glauben an den Wert der Internationale" los, er bringe vielmehr für seine internationale Schwärmerei auch noch materielle Opfer. So wird bekannt, daß die Ge= mertschaften 5 M. pro Kopf für die ausgesperrten Arbeiter in Dänemart geschickt haben. Dieser Vors gang stellt eigentlich alle Begriffe auf den Kopf; denn man muß fich fagen: Sind wir das valutastarke Land oder Dänemart? Und andererseits die Frage stellen: Konnte dieser Betrag nicht für 3wecke der deutschen Arbeiterbewegung angewandt werden?" Zur Beruhigung dieses um die deutsche Arbeiterbewegung so sehr besorgten aktuellen Blattes können wir ihm verraten, daß die Gewerkschaften die 5 Mart pro Kopf nicht nach Dänemart den Achtstundentag geschickt haben, sondern sie für die um streifenden Metallarbeiter nach Süddeutschland schicken. Sie dürfen damit wohl auf die Zustimmung der Deut fchen Bergwerts- Zeitung" rechnen. Oder machen sie es ihr auch so nicht recht? Sie werden sich jedenfalls nichts daraus machen Die Leitergerüstbauer hatten am Dienstag eine Branchen versammlung. den Arbeitgebern. Sydow berichtete über die Verhandlungen mit Urlaub wurde bis zu drei Tagen gewährt, außerdem Lohnzulagen von 186 bis 240 m. vom 1. Mai ab, die inzwischen zur Auszahlung gelangt feien. liche Disfuffion ergab, daß das Angebot bezüglich der UrlaubEine erregte aber fachregelung nicht befriedige. Beit einige Branchen gegen die Versuche ihrer Arbeitgeber, die Doch in Rücksicht darauf, daß in letter sozialen Bestimmungen in den Verträgen abzubauen, schwere Abwehrtämpfe geführt haben, während in diesem Falle außer dem materiellen Ausgleich noch Zugeständnisse erreicht wurden, stimmte man auch dieser Urlaubsregelung zu. betriebe wird im Anschluß an den Verbandstag des Deutschen BauEine internationale Tagung von Vertretern der sozialen Bauarbeiterverbandes am Sonntag in Leipzig abgehalten. Berantw. für den rebatt. Teil: Franz Klühs. Berlin- Lichterfelbe; für An zeigen: h. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin. Lindenstr. 8. Gierzu 1 Beilage. Formamint Tabletten vernichten die Bakterien in Mund und Rachen und gewähren Schutz vor Ansteckung In allen Apotheken, und Drogerien erhältlich. W. Bernhard Nachi.„ Berlin bietet Belle- Ulliance- Str. 105 u. 101 dicht am Halleschen Tor 4 Serien Mäntel in nur guter Ware. 000 QQQQ Donegal- CovercoatTuchImprägnierte Mäntel Mäntel Mäntel Mäntel 375.575.675.375.475.675.790.395.675.750.995.595.875.975.1375.875.1275.1275.1675.1175.Wundervoller Euch mantel a. best. Stoff 1375. m.schön.Rüdengarnie.ung Mantel aus gemuft. Stoff 405.- manter a gut. 790.coat u. reich. Etepperci Nr. 224+39. Jahrgang Beilage des Vorwärts Sonntägliche Wanderziele. Krankheit Sonnabend den 13. Mai 1922 ein Luxus! Was die Aerzte künftig nehmen wollen. Zwischen Lehrter und Hamburger Bahn. Auf der Chaussee wandern wir rechts hinab zum Reffelsee. Der Borstand der Aerztekammer für die Proving Brandenburg Bom Lehrter Hauptbahnhof oder vom Bahnhof Putligstraße schluß im Buntsandstein( Röt), einer Ablagerung, die älter ist als gibt jetzt die Gäge befannt, nach denen die Berliner Aerzte bis auf Hinter den Häusern Friedrichstraße 34 und 35 liegt ein großer Auf- und den Stad kreis Berlin sowie des Groß- Berliner Aerztebundes fahren wir mit dem Borortzug über Spandau nach Wustermart. der Muschelfalf. Wir wenden uns wieder zurück und steigen auf den weiteres in der Privatpraris ihre Gebühren zu liquidieren haben. Der Weg führt neben der Bahn etwas zurück, rechts liegt das Dorf Schulzenberg. Von dem Aussichtsturm haben wir einen schönen zu den Sätzen der neuen preußischen Gebührenordnung, Wustermart, dann über die Bahn in nördlicher Richtung nach Ausblick auf die Landschaft die an die deutschen Mittelgebirge er- die vom 1. Januar d. 3. ab zum Ausgang genommen werden, Zeeftow. An der Kirche wenden wir uns rechts zum Drt hinaus. innert. Nachdem wir vom Berg herabgestiegen sind, wandern wir treten dem Steigen des Reichsteuerungsindex ent Beeston liegt am Rande der Hochfläche, die das Havelluch im Süden wieder zur Chauffeebrücke. Jenseits der Brücke wenden wir uns sprechende zuschläge. Bis auf weiteres gelten, entsprechend begrenzt. In den Luchbergen, die sich bis Bredow hinziehen, erhebt nach rechts( Wegweiser Krantenhaus") und kommen zum neuen der seit dem 1. Januar 1922 eingetretenen Steigerung der Teuerung, fich die Hochfläche bis 45 Meter über den Meeresspiegel oder 14 Meter Tiefbau. Hier wird jetzt der Bedarf an Kalf gedeckt, der als Baus folgende Säge: über das Luch. Wir sehen das Luch mit seinen Wiesen und Wälstein Verwendung findet oder in den nahebei gelegenen Fabriken bern vor uns. Es bildet einen Teil des großen Berliner Urstromtals, zur Zementbereitung benutzt wird. das sich nach der Berengung in Berlin hier in filometerweiter Breite ausdehnt. Wir wandern durch das Luch, das von Entwässerungsgräben durchzogen wird. Die Wiesen tragen ihren Frühlingsblumenschmuck, bei dem das Gelb vorherrscht. Häufig fommt hier die Sumpfdotter oder Ruhblume vor, die besonders auf feuchten Wiesen und an Ufern gedeiht. Der Weg bringt uns zur Bredower Forst; er mündet in den von Bredow fommenden Weg. Etwas links an diesem Wege, außerhalb des Waldes, stehen mehrere Schwarzpappeln, die mit Misteln bedeckt sind. Wir wenden uns auf dem Bredower Wege nach rechts, an Forsthaus Bredow vorbei. Der Bredower Forst ist ein gemischter Wald, der sehr viel Laubholzbestände enthält und deshalb zur Frühlingszeit besonders besuchenswert ist. Jetzt ist die Pflanzenwelt des Bodens hier voll entfaltet, die unbelaubten Bäume hindern die Sonnenstrahlen nicht, bis auf den Boden zu gelangen. Und diese Lichtfülle, die im Sommer durch die Belaubung start herabgemindert ist, gift es zu nutzen. Wir treffen hier die Frühlingsboten des Laubwaldes: Anemone, Sauerklee und Waldmeister, das Maiglöckchen mit seinen Verwandten, der Schattenblume, dem Salomonsspiegel und der vierblättrigen Einbeere und noch manche andere. Etwas weiter wird der Weg fandig und rechts ziehen sich fleine sandige Erhöhungen hin. Es find Dünen, die der Wind aus dem Sand des Urstromtals, in dem wir uns ja noch befinden, zusammengeweht hat, ehe der Boden von Pflanzenwuchs bedeckt war. An diesen Stellen treten zahlreiche Kiefern auf, die auf sandigem Boden beffer fortkommen als die anderen Bäume. Wir überschreiten die Hamburger Bahn und wenden uns rechts ab auf dem schmaleren Wege. Der Wald ist hier start mit Kiefern durchsetzt, er zeigt Unterholz, besonders Faulbaum, Hasel und Weiß- oder Hainbuche.. Nach kurzer Wanderung haben wir das Ende der Wanderung, den Bahnhof Finkenkrug, erreicht.( Beitdauer etwa 3 Stunden.) Die Rüdersdorfer Kalkfelfen. Ein Gebiet, das entstanden ist, als die Mark Brandenburg vom Meer bedeckt war, zeigen uns die Rüderdorfer Kalkfelfen. Sie gehören zu den Ablagerungen des Muschelfalts. Um sie aufzusuchen, fahren wir von den Fernbahnhöfen der Stadtbahn oder vom Schlesischen Bahnhof( Wriezener Bahnsteig) mit dem Strausberger Bor ortzug über Fredersdorf( hier umsteigen) nach Rüdersdorf. Bom Bahnhof wenden wir uns rechts und kommen durch den Ortsteil Bergbrück und über den Kriengraben zum Ortsteil Hinterberge. Diese Ortsteile sind mit noch anderen zu der Gemeinde Kaltberge- Rüdersdorf vereinigt. Durch einen fleinen Tunnel gelangen wir in den ehemaligen Tiefbau. Am Eingang liegen die Ruinen alter Kalköfen und der Glockenturm, von dem früher bei nahender Gefahr geläutet wurde. Der Kaltbruch ist während des Krieges aufgelassen worden. Das eindringende Bergwasser wurde nicht mehr ausgepumpt und füllte den Bruch aus. An der Stelle des Abbaues erstreckt sich jetzt ein gewaltiger See, der bis über 30 Meter tief ist. Am jenseitigen Ufer fallen die Kalfsteinschichten steil zum Wasser ab; sie zaubern uns das ungewohnte Bild eines Gebirgssees vor. Am Fuß der Kalkwände mandern wir zum Ende des Sees und steigen hier zur Chauffee hinauf. Von der Brücke überschauen wir den See in feiner gefamten Ausdehnung. Die hellen Fluten und die grünen Büsche und Bäume spiegeln sich in den blauen Fluten. Besonders schön ist der Anblid, wenn die Landschaft im Sonnenschein liegt. Der Ruf durchs Fenster. Roman von Paul Frant. 5] Aus einer Häusernische löste sich, drei Schritte vor ihm, eine weibliche Gestalt. Er war im Begriff, vorüberzuschreiten, aber es schien, als wäre es ihre Absicht, gerade das zu verhindern. " 1 Ich gebe keine Autogramme," fagte er automatisch zwar, aber doch auch ein wenig unwillig. Gegen zwei Kronen zugunsten der Pensionskasse beim Portier des Theaters zu beheben.. setzte er, freundlicher im Ton, hinzu. Der Schein einer Straßenlaterne fiel auf ihr Gesicht. Da erkannte er sie. Meta!" rief er überrascht. " Du hast mich nicht erkannt..." flagte sie. Es ist finster hier..." Bist du böse?" Böse...? Mein Gott.. " Ich war im Theater." Hoffentlich hat du dich gut unterhalten." " Albert!" " Nicht so laut. Man könnte uns hören." " Ich habe dich gesehen, Albert. Nur dich allein. Du bist wundervoll gewesen, wie es fein anderer sein kann neben dir." " Das bildest du dir wohl nur ein, Kind." Für mich gibt es feinen anderen. Nur dich." Willst du noch immer nicht vernünftig sein? Jetzt hab' ich wirklich geglaubt, daß du ruhiger geworden bist!" ,, Albert! Das kann nicht geschehen, solange nicht alles so wird wie früher." Wie oft habe ich dir gesagt, daß das unmöglich ist. Gib dich zufrieden. Und gute Nacht!" " Bleibe bei mir, Albert!" " Ich habe einen anstrengenden Abend hinter mir. bedarf dringend der Ruhe! Das mußt du verstehen!" Ich " Ich will mit dir gehen, Albert, bis vor dein Haus!" Unmöglich, Kind, weil meine Frau mich am Fenster erwarten fönnte. Ich kann doa; nicht so taftlos fein..." ,, Dann füffe mich noch einmal. „ Auf der Straße! Das kann nicht dein Ernst sein! Wenn man uns beobachtete Wie der Soldat seine Marie. Gute Nacht, Meta..." “ Wir wandern weiter und fommen an eine Chaussee, der wir das Mühlenfieß, das den Stienissee und die nördlich von ihm gelinks nach Tasdorf folgen. Kurz vor dem Dorf überschreiten wir legenen Strausberger Geen zu den Rüdersdorfer Gewässern und damit zur Spree entwässert. Lasdorf war früher eine wichtige Postumschlagstation an der alten Poststraße von Berlin über Münche berg nach dem Osten. Gegenüber dem Gut Tasdorf wenden wir uns links und sind nach furzer Zeit wieder am Bahnhof Rüdersderf, dem Ausgangspunkt der Wanderung, angelangt.( Beitdauer etwa 5 Stunden.) Wie wird das Sonntagswetter? N. NW NO SWS SO GL ամ Sturm Regen und Veränderlich Schon Wind Gewitter 20 3030 2020 0. 10- 10 0 10 10 Minderbemittelte für Beratung 30-40 m., für Besuch 50 bis 75 M.; Patienten in mittlerer wirtschaftlicher Lage für Beratung 40-60 m., für Besuch 75-100 M.; Patienten in gehobener wirt100 M. Die Gebühren für alle übrigen Leistungen betragen ein Beratung nicht weniger als 70 M., für Befuch nicht weniger als schaftlicher Lage je nach den besonderen Verhältnissen, jedoch für entsprechend Vielfaches der Säße der Gebührenordnung. In der Spechstunde ist sofortige Bezahlung zu verlangen. Bei Hausbehandlung ist spätestens nach deren Abschluß zu liquidieren. den der Arzt in ihrer Wohnung macht, bereits 50 bis Also selbst Minderbemittelte sollen für einen Besuch, 75 m. zahlen! Hiermit wird Krankheit für alle Minderbemittelten, die nicht einer Krankenkasse angehören, zu einem Luxus. Die Aerzte flagen, daß die Einbeziehung der Familienangehöri gen in die Krankenversicherung ihnen den völligen Ruin bringen werde. Aber bei Honorarsägen, wie sie jetzt beschlossen worden sind, ist die Krankenversicherung der Familienangehörigen mehr als je eine Notwendigkeit. Man darf bezweifeln, ob die Aerzte wirklich gezwungen sind, so hohe Honorare zu nehmen. Bei den oben mitgeteilten Sägen fann ein einigermaßen beschäftigter Arzt an einem Vormittag aus Sprechstunde und Befuchstour zusammen seine 1000 Mart herausholen. Das scheint uns denn doch ein bißchen reichlich entlohnt. Der Mordprozeß Neißer. Die erregte Kartenlegerin. Die Zeugenausfagen füllten gestern den Rest der Verhandlung aus. Zu großen aufgeregten Szenen fam es bei der Vernehmung der Aufwärterin Frau Mudo. Es ist dies die Rartenlegerin, die feinerzeit bei der Kriminalpolizei An. zeige gegen Frau Spanier erstattet hat. Sie ist außer ordentlich aufgeregt und ist empört darüber, daß von ihr behauptet worden sei, daß fie als Schwägerin schließlich von dem Polizeibeamten herausgeschmissen worden sei. Das sei, wie sie in immer steigender Erregung fortgesetzt wiederholt, nicht wahr. vor. Eie erzählt eine lange Geschichte von einer Teestube in der Friedrichstraße, wo eines Abends Frau Spanier mit einem Mann im Gespräch gesessen habe. Der Mann habe u. a. gesagt: er habe reiches, kräftiges Tiefdruckgebiet vom Nördlichen Eismeer nach nicht. Auf eine Bemerkung der Frau Spanier über seine UngeZwischen Montag und Dienstag Morgen drang ein umfang- noch eine Gefängnisstrafe abzumachen, aber ihn friege die Polizei Nordskandinavien vor, wo es mit mäßiger Geschwindigkeit südost- fchidlichkeit, habe der Mann gesagt, er habe noch eine andere Sache wärts nach Finnland weiterzog, während ein in Mitteleuropa gelegenes Hoch sich nach den britischen Inseln entfernte. In DeutschEr wolle einem Kaufmann, der in seiner Aftentasche 40 000 land erhoben sich demgemäß sehr heftige nordwestliche Winde und Mart bei sich führe, das Geld wegnehmen. Frau Spanier habe riefen, nachdem am Montag nachmittag die Temperatur an ver- dem Manne Vorwürfe gemacht, weil er nicht ihre Hilfe in Anspruch schiedenen Stellen des westlichen Binnenlandes 25 Grad erreicht genommen habe. Die Zeugin will, nachdem sie diese Unterhaltung, hatte, abermals eine empfindliche Abkühlung hervor. In der Nacht Sie nach dem Morde des Neißer stattgefunden, gehört, es für Pflicht nacht in Pyritz bis auf den Gefrierpunkt. Es war das gerade auch der Kaufmann aus dem Leben befördert würde. Infolge zahl= zu Donnerstag sank das Thermometer in Kassel, Freitag gehalten haben, der Polizei Mitteilung zu machen, damit nicht etwa die Zeit der gefürchteten ,, Eisheiligen" Mammertus, Pankratius und Servatius, unter deren Herrschaft die junge Vegetation durch reicher Streuz- und Querfragen des R.-A. Dr. Pindar tommt es Jahren um diese Zeit klares Wetter bei weitem vorzuherrschen ger oft freischend entgegentritt, namentlich als auch ihre Kunst Nachtfröste oft großen Schaden erleidet. Während aber in anderen zu heftigen 3ornergüssen der Zeugin, die dem Verteidi. pflegte, nahm diesmal die Bewölkung in Deutschland allgemein zu als Kartenlegerin und Hellseherin zur Sprache' ge. und es fanden ziemlich zahlreiche, wenn auch nur an wenigen bracht wurde. Noch größere Aufregung entsteht, als R.-. Orten ergiebige Regenfälle statt. In Hinterpommern kamen am Dr. Eisenstädt noch eine ganze Reihe von Fragen an die Mittwoch und Donnerstag auch leichte Schnee- und Graupelschauer vor. An der Südwestseite des in Finnland vorherrschenden Tief- 3eugin richten will. Die Zeugin dreht dem Verteidiger druckgebietes hat sich jetzt ein kleines Teiltief ausgebildet, das höhnisch den Rücken zu und antwortet ihm auf seine Aufnach der südlichen Ostsee zu ziehen scheint, während gleichzeitig forderung, fich herumzudrehen: Ich will Ihnen gar nicht ein etwas größeres Tief von Frankreich gegen Mitteleuropa vor- fehen, Gie regen mir bloß auf. Die Zeugin hatte in rückt. Zwischen beiden Tiefdruckgebieten gefegen, dem Borverfahren mit Bestimmtheit ten Selzer als Teilnehmer. an haben wir für Sonnabend und Sonntag zwar zeitweise dem Gespräch mit Frau Spanier in der Teeftube bezeichnet, kann heiteres, aber ziemlich veränderliches Wetter mit das aber nicht aufrechterhalten. Der Hausdiener Felix Wileyki wiederholten leichten Regentällen wobei jedoch die kühlen Nordwestwinde mehr und weiß, daß Paffarge am Morgen nach dem Morde schon um 48 Uhr mehr nachlassen und daher die Temperaturen etwas morgens gefragt habe: ist Ihr schon das Neueste? steigen dürften. Neißer ist ermordet! Die Mordkommission sei aber erst Albert!" zu erwarten. Er hatte sie fanft zurückgedrängt und schritt mun eilig dommage, que tu n'as pas été au théâtre..." Er tat, da geradeaus, ohne sich umzusehen. 2. Als Albert Reuß eben im Begriff war, mit dem Aluminiumschlüssel die Wohnungstür aufzuschließen, fand er diese bereits geöffnet und seine Frau, die hier offenbar auf das ihr wohlbekannte Geräusch seiner Schritte gelauert hatte, im Rahmen stehend, ihn erwartend, mit dem schwarzen Seidenkleid angetan, auf dem der weiße Spizenfragen hell erglänzte. Wie ist es gewesen?" fragte sie. " Dante schön, recht gut," antwortete er. Erst jetzt schlang Frau Hedwig ihre Arme um seinen Hals ,, bog feinen Kopf zu sich nieder, was er willig geschehen ließ, und füßte ihn auf den Mund. " Du bist in froher Laune- da muß es sogar sehr gut ausgefallen sein!" Erraten!" lächelte Reuß. " Bloß ein wenig müde siehst du aus... Kein Wunder übrigens... Aber wir wollen mit dem Essen nicht länger warten, da es ohnehin spät genug geworden ist! Damit du vor allem rasch zur Ruhe kommst!" " Ich denke gar nicht daran!" " Anna!" rief Frau Hedwig. Und als ein blaffes, von einer schwarzen, breitflügeligen Schmetterlingsmasche gekrön tes Mädchengesicht zwischen den grünen Samtvorhängen sich zeigte, setzte sie hinzu:" Das Abendbrot, bitte..." Gie öffnete die Tür, die ins Speisezimmer führte, und ließ ihn, der die Handflächen gegeneinander rieb, vorangehen. Schön warm ist es hier..." sagte er. Aber du hast mit dem Essen hoffentlich nicht auf mich gewartet?" „ Doch.. " 44 Troydem es so spät geworden ist...?" Er wollte eine böse Miene auffeßen, ohne daß es ihm gelungen wäre; er nahm in seinem Armstuhl Blaz. Und nun berichte," fagte sie. Du kannst dir gar nicht denken, wie schön es heute abend gewesen ist," antwortete er. " Doch," widersprach sie, ich war deines Sieges diesmal sicher!" Das Mädchen trug auf einem Tablett zwei dampfende Schüsseln, die sie auf den Tisch stellte. Je t'assure, que c'était ravissant. C'est grand das Mädchen inzwischen verschwunden war, einen aufmertfamen Blick in die eine der Schüsseln und sagte, hörbar erfreut: ,, Ein richtiger Hase! Das ist nun die beste Krönung des Festes. Habe Dank für den trefflichen Einfall, mein Kind." Und er tüßte sie gönnerhaft auf die Wange, die sie ihm bereit willig zwar, aber doch ohne heftige Bewegung, näherhielt. du 4 44 Morgen mußt du in die Loge fommen," fagte er kauend. Wie gern wäre ich heute dort gewesen..." " Hedwig Kind Natürlich. ... ich sage ja nichts mehr. Ich weiß, daß es nicht willst, daß ich am Bremierenabend im Hause bin." " Nein. Ich will es nicht." " „ Obwohl die Leute das nicht begreifen wollen." Er legte Messer und Gabel mit hörbarem, energischem Rud auf den Tellerrand. Sie sah, wie eine jähe Nöte ihm Stirn und Wangen überflog. faßte zugleich nach seiner Hand, deren Finger bereits zur Faust Ich bin ja auch folgsam...," beeilte sie sich zu bemerken, fich geballt hatten. Er sah sie eine Weile schweigend an; sie hielt seinen Blic ruhig aus. Ein Schauspieler ist am ersten Abend erklärlicherweise nicht gut. Niemals. Am zweiten möglicheraber nicht für meine Frau, vor der ich soviel Respekt befize... weise.. Die Premiere ist für das Bublifum gut genug Aber möchtest du nicht Anna flingeln? Sie hat den Wein vergeffen!" " Reineswegs. Ich habe mit Absicht nur das Mineralwasser auftragen laffen." ,, Brr... ein Festabend mit Mineralwasser! Welche Zufammenstellung! Wie nennt sich denn das Zeug? Fachinger? Du meine Güte! Und das soll ich trinken? Wo wir doch ein so föstliches Fläschchen Rheinwein im Schrank stehen haben.... sogar eine ganze, Anzahl dieser köstlichen Fläschchen..." Doktor Jordan hat aber doch ausdrücklich gefagt..." „ Doktor Jordan hat an einem solchen Abend gar nichts zu sagen! Berlaß dich darauf, daß er es auch nicht täte selbst wenn er hier figen würde. Er bekäme ebenfalls sein Glas, und wir würden zu dritt anstoßen!" „ Sei doch vernünftig, Albert..." ( Fortsetzung folgt.) gegen 8% Uhr erschienen. Es werden dann zahlreiche 3eur gen und 3euginnen vernommen, die zum Teil erst nach langer Zeit sich bei der Polizei mit Angabe von allerlei Wahrneh mungen über den Mort und die etwaige Täterschaft des einen oder des andern Angeflagien gemeldet haben. Es handelt sich bei diesen Zeugen im wesentlichen immer wieder um die Tatsache, daß Basfarge schon lange bevor der Mord entdeckt worden war, von der Ermordung des Neißer erzählt haben soll. Fernidentifizierung. Lebensmittelpreise des Tages. Zufuhr: Fleisch ausreichend, Geschäft rege. Fische etwas reichlicher, Geschäft flott. Obst und Gemüse schwach, Geschäft etwas lebhafter. handelspreise: 40-44 M. Kalbfleisch 27-39 M. Hammelfleisch 29-42 M. Rückenfett · Wirtschaft Wuchergesetze und Wucherbekämpfung. Am Freitag galten in der Zentralmarkthalle folgende Klein- Die letzten scharfen Preiserhöhungen im April haben bei der Arbeiter- und Berbraucherschaft die dringende Forderung Rindfleisch 30-36 M., ohne Knochen 86-45 M. Schweinefleisch nach Abhilfsmaßnahmen ausgelöst. Besonders in den Industrie48-49 M. Schellfisch 10-12 M. Seelachs 9-9,50 M. Dorsch 6-8 M. bezirken haben die hohen Kartoffelpreise, die unerhörten Zuckerpreise 18-22 M. Aale 30-38 M. Karpfen 26 M. Lebende Barsche 21-23 M. rufen. Wenn die Arbeiterschaft auch nicht verkennt, daß die fort. Flundein 8 M. Grüne Heringe 10-14 M. In Eis: Schlele 25 M. Hechte bei allgemeiner Zuckerknappheit die größte Erbitterung hervorgeKarpfen 35-36 M. Bleie 20 M. Naturbutter 56-66 M. Margarine 30 bis 41 M. Schweineschmalz 45-47 M. Eier 3,50-4 M. Kartoffeln 28 schreitende Geldentwertung im legten Grunde mit den Reparationsbis 31 M. 10 Pfund. Kohlrüben 4-4,50 M. Zwiebeln 12-15 M. Blumen- und Anleihefragen im Zusammenhang steht, wird doch immer entkohl 15-25 M. der Kopf. Mohrrüben 4,50-5,75 M. Salat 4-10 M. schiedener nach zwei Richtungen hin ein Eingreifen der Regierung Verbandspolitit, dann auch in Hinsicht auf die Wucherbetämpfung. Bom 1. bis 5. Mai fand auf Einladung des dänischen Polizei inspettors a ton Jörgensen( Kopenhagen) in Berlin eine Ronferenz von daftyloskopischen Sachverstän bigen statt, die nach viertägigem Studium des sogenannten Fernidentifizierungsverfahrens dieses neue von Jörgensen ausge arbeitete System der polizeilichen Personenfe ft. stellung zu begutachten hatte. Das Verfahren besteht in der Hauptsache in der so genauen Beschreibung der Fingerabbrüde eines Mensajen, daß er mit Hilfe bestimmter Zahlenformeln jederzeit fest- Straßen- und Hausfammlungen der Altershilfe. In der Zeit gestellt werden kann. Das System weicht von dem bisherigen Dom 14.- 28. mai finden in Groß- Berlin mit Genehmigung des Mit besonderem Interesse sind deshalb die Verhandlungen über barnloftopischen Registrierverfahren infofern ab, als es neben der Polizeipräsidenten Straßen- und Hausfammlungen der Aftershilfe die öffentliche Bekanntmachung von Verurteilungen megen altbefannten Klaffenbildung eine so genaue Befchreibung( Signale- ftatt. Die Sammlungen sehen am nächsten Sonntag mit einem Preistreiberei, Schleichhandel, verbotener Ausfuhr lebensment) eines einzelnen Fingerabdrucks bietet, daß die ganze Formel Opfertag ein. Mittags 12 Uhr ist ein Konzert auf dem wichtiger Gegenstände und unzulässigen Handels im Reichstag verjeweils nur auf eine einzige Person zutreffen tann. Die Haupt- Wittenbergplay von der Kapelle der Kraftfahrabteilung folgt worden. In den Beratungen des mit dem Entwurf befaßten idee des Verfahrens liegt darin, daß diese Formeln tele- Lontwik, und am Nachmittag um 3 Uhr wird der Bund Berliner Bolkswirtschaftlichen Ausschusses ist darauf hingewiesen worden, daß graphisch oder telephonisch den Polizeizentralen übermittelt Männerchöre auf der Freitreppe des Museums im ustgarten es neuer ftrafverschärfender Geseze nicht bedürfe, sondern werden können, um auf gleichem Wege eine sofortige Auskunft über zugunsten der Altershilfe singen. es lediglich darauf ankäme, fie durchgreifend zur Anwen= die angefragte Person zu erhalten. Die Anwendungsmöglichkeiten millionenerben gesucht. Die Erben des Maschinisten Ludwig dung zu bringen. Nach der Verordnung gegen Preistreiberei vom find in der Praxis zahlreich, so daß dieser neuen Idee eine große Ehrhard Theodor Müller und seiner Ehefrau Karoline 8. Mai 1918 sowie nach der Verordnung über den Schleichhandel Zukunft vorausgefagt wird, um so mehr, als die daktyloskopischen Charlotte Emilie geb. Sabath, im Jahre 1913 in Berlin, vom 7. März 1918 wird Preiswucher, Höchstpreisüberschreitung und Sachverständigen sich bei der Konferenz einmütig für die Brauch Alte Jakob str. 64, wohnhaft gewesen, werden ersucht, sich bei Schleichhandel mit Gefängnis bis zu 5 Jahren oder Geldstrafe bis barkeit des neuen Verfahrens ausgesprochen haben. Die Sachver Rechtsanwalt und Notar Dr. Hugo Walded, Berlin, Potsdamer zu 500 000 Mart bedroht. Der rüdfällige Täter setzt sich einer Zuchtständigen werden sich über die weiteren Schritte zur Einführung Straße 125, zu melden. Der Sohn der genannten Eheleute George hausstrafe bis zu 5 Jahren aus. Diese Strefen find durch das Gedes Fernidentifizierungsverfahrens in der Praxis zunächst im inter- Ferdinand Albert Müller ist ohne Testament am 17. November 1921 fez über Verschärfung der Strafen gegen Schleichhandel, Preistreibenationalen Polizeiaustunftverkehr beraten. unter Hinterlassung eines Vermögens von 4200 Dollar, die rei und verbotene Ausfuhr lebenswichtiger Beegnstände für besoneinem Betrag von zirka 1260 000 m. entsprechen, verstorben. ders schwere Fälle erheblich erhöht worden. Es sind zugelassen Zuchthaus bis zu 15 Jahren und Geldstrafen in unbeschräntKinder- Schaufurnen. Die Freie Turnerfchaft Großter Höhe, demnach bis zur vollen Vermögenstonfistation. Daneben Berlin ladet zu dem Schauturnen ihrer 20 Kinderabteilungen. ist der Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte und die Untersagung des nach der Zentralturnballe in Berlin, Prinzenstraße 70, Sonntag Handels mit Gegenständen des täglichen Bedarfs für mindestens nachmittag von 2-5 Uhr. alle Eltern und Freunde der Leibes- zwei Jahre zwingend vorgeschrieben. Ferner find diejenigen Gegenübungen ein. Die Turnhalle wird um 122 Uhr geöffnet. stände, auf die sich die strafbare Handlung bezieht sowie die zur Tat verwendeten Verpackungs- und Befördernugsmittel einzuziehen. Ueberdies verbleibt es bei der Einziehung der durch die Straftat erlangten übermäßigen Gewinne sowie der über den Höchstpreis erzielten Entgelte. Grüne Gurken 30-36 M. das Stück. Rharbarber 8-10 M. das Bund. gefordert: einmal zu Maßnahmen hinsichtlich der Kartell, und Spargel 20 bis 35 M. Menschenleben in Gefahr. Großfeuer in der Büschingstraße. Dieser Ruf alarmierte am Freitag nachmittag die Berliner Feuerwehr nach der Büschingstraße 7. Da die Wehr von 9 verschiedenen Seiten benachrichtigt worden war, rüdten unter persönlicher Leitung des Oberbranddirektors Reichel Bolkshochschularbeitsstätten Schöneberg Friedenau. Anläßlich etwa 48 Fahrzeuge aus. der drohenden Zuschußkürzung durch die Stadtbehörden versammelt sich die Die ziemlich lange Büschingstraße war Don einer großen Hörerschaft am Sonnabend, den 13. Mai, abends 8 Uhr, im Gesangiaal Menschenmenge fast vollständig belagert. Sicherheitspolizei verder Hohenzollernschule, Belziger Straße 48/52, zur Berichtsembfangnahme Maffenerscheinen fuchte Ordnung zu schaffen. Beim Eintreffen der Wehr standen imum. Interessenten aus Parteitreisen sehr willkommen. nötig! zweiten Stock des Vorderhauses in einer Wohnung ein WarenIager, bestehend aus Wolle, Baumwolle usw., in solcher AusdehVom Seelenleben und feinen Giften*. Ueber diefes Thema nung in Flammen, daß man ernste Befürchtungen für die Nach Breite Str. 8/9( Arbeiterbildungs'chule), in einer Bersammlung des Verbandes spricht Genosse Dr. Juliusburger am Montag, den 15. Mai, 8 Uhr, bargrundstücke hegte. Dicker Qualm erschwerte die Uebersicht abstinenter Sozialisten, Ortsgruppe Berlin. ungemein. Die Hausbewohner waren fehr gefährdet, besonders Jugendliche, Jugendfunktionäre und in der Jugendbewegung joZu dieser Bersammlung sind fowohl durch die Flammen wie durch den Rauch, der nicht abzog. wie Jugendfüiforge titige Batteigenossinnen und Genossen eingeladen. Aus den Fenstern ertönten Hilferufe. Einige Frauen wollten schon aus den Fenstern auf die Straße springen. Sofort Spezialitäten verfammelt. Im Wintergarten hat sich wieder eine Gesellschaft ausgezeichneter Die Tinner Scamp 3 bieten am dreifachen wurden Sprungtücher herbeigeholt und es gelang, zwei Red ganz Ungewöhnliches in glänzender Technit. Auch die Martanas verantwortlich gemacht werden kann. Gerade bei ihm darf aber nicht Frauen und ein Kind in Sicherheit zu bringen. Ein bolen mit zwei freistehenden Leitern aus diesem befannten Aft noch allerlei Kaufmann, J. Rehbein, der Inhaber des Warenlagers, Neues heraus. Die diei Itons find Barterrealrobaten, die es verstehen, hatte Brandwunden im Gesicht und an den händen ibre äußerst schwierigen Leistungen mit dem Mantel grotesten Humors zu und Armen erlitten. Er wurde von Samaritern verbunden und umfleiden. Grob benugt eine ganze Zimmereinrichtung zu seinen dann nach dem Krankenhaus am Friedrichshain geschafft. Ueber die prächtigen Handstandfünsten, während sein kleiner Terrier- stompagnon höchst Entstehung gehen die Angaben auseinander. Rehbein, der oppe bält mit seinem Humor die rechte Mitte. Die dressierten Saladus originell einen befracten und beichwipsten Elegant mimt. Fischer in der Gegend als Händler und Sammler bekannt ist, soll bei Aus- des Fräulein Nomano erregen wieder und mit Recht Entzüden. Auch bruch des Feuers im Bett gelegen haben. Unter Lebensge. Glifabeth Grube, die Tänzerin der Staatsoper, ist mit einem Tanz fahr brachte man ihn ins Freie. Die Bewohner des dritten und ensemble eingelebrt. Die Damen bieten zwar nichts aufregend Neues, aber vierten Stockwerkes waren infolge der Stichflammen und der was sie geben, umfleiden fie mit dem Schimmer des Schönen und des Berqualmung der Treppe abgeschnitten und fonnten das Freie jugendlichen Liebreizes. Man kann sich ihrer restlos freuen. Nur gut, daß nicht mehr ungefährdet gewinnen. Die Feuerwehr griff gleich mit fie unmittelbar nach einer unerträglich wirkenden amerikanischen Operetten fängerin auftreten. mehreren Schlauchleitungen sehr energisch an, und es gelang verhältnismäßig schnell des Feuers Herr zu werden. Wie hoch der Schaden ist, läßt sich noch nicht sagen. Wenn dessen ungeachtet die Klagen über den Wucher und Schleichhandel nicht verstummen wollen, so liegt das daran, dung finden. Der behördliche Apparat arbeitet zu langsam und daß diese Bestimmungen in wenigen Fällen ihre Anwenvertraut. Das ganze Gewicht der behördlichen Untersuchungen der unvollkommen und ist mit den Schlichen des Schiebertums zu wenig Wucherbehörden und Preisprüfungsstellen richtet sich in den meisten Fällen nur gegen den Klein händler, der für die Preistreiberei und die ungünstige Preisentwicklung nur in geringerem Umfange übersehen werden, daß er seine Preise durch die stark kartellierte Industrie und dem mit ihr. verbündeten Großhandel vorgeschrieben erhält und daß die landwirtschaftlichen Erzeugnisse in Anbetracht der übergroßen Schwierigkeiten einer Nachprüfung der GestehungsErzeugerpreise selbst fann auf die Dauer zu einem Ergebnis tosten jeder Ueberwachung spotten. Nur eine Einflußnahme auf die führen. Es muß daher verlangt werden, daß jeder in dieser Hinsicht gemachte Vorschlag ernsthaft geprüft wird, der die Industrie, insbefondere die Kartelle und Konventionen einem Einfluß zu unterwerfen beabsichtigt. Es ist in letter. Zeit eine Anregung gegeben worden, eine Anmeldung der bereits bestehenden sowie der neu zu errichtenden Kartelle und Konventionen einzuführen, wobei eine Mitteilungspflicht von jeder Breisänderung unter eingehender Darlegung der fie bedingenden Ursachen sowie Gewährung der Untersagungsbefugnis feitens der Reichsregierung oder der von ihr bestimmten Stellen für den Fall ungerechtfertigter Preisgestal tung gegeben fein muß. Schwerer Unfall des D- Zuges Berlin- Warschau. Der aus Berlin fommende internationale Schnellzug, der sich auf dem Wege nach Warschau befand, erlitt heute morgen zwischen den Stationen Dtoz und Depie wo einen schweren Unfall. Die otomotive wurde vollständig zertrümmert und Im allgemeinen ist also hauptsächlich zu fordern daß die Konaußerdem drei Wagen beschädigt. Der Lokomotivführer war trollen der vorhandenen Warenmengen daraufhin, ob unberech auf der Stelle tot, der Heizer erlag nach zwei Stunden Jeinen tigte preistreibende Zurückhaltung vorliegt, mit gehöriger schweren Verlegungen. Außerdem wurde ein Schaffner Schärfe durchgeführt werden. schwer und einer leicht verlegt. Von den Reisenden wurde feiner verlegt. Die Ursache der Statastrophe ist in einer abficht Festnahme des Lichterfelder Muttermörders. Die grauenvolle Bluttat, die vor vier Wochen in Groß- Bichter felbe größte Aufregung hervorrief, wird jezt ihre Sühne finden. Bekanntlich hatte der 26 Jahre alte arbeitsscheue Roman Millner, der in der Albrechtstraße 16 zu Lichterfelde im dritten Stock bei seiner 58 Jahre alten Mutter wohnte, seine Mutter und seine Schwester mit dem Beil niedergeschlagen, so daß beide Frauen an den Folgen der Verlegungen starben. Als die Kriminalpolizei er- lichen oderung der Schienen zu suchen. schien, war der Täter bereits spurlos verschwunden. Die Polizei fetzte sofort auch alle auswärtigen Polizeibehörden des Reiches und der Länder in Kenntnis. Gestern wurde nun in Hettstedt im Südharz ein junger Mensch aufgegriffen, der sich dort bettelnd umhertrieb und ganz heruntergekommen war. Die Bolizei erkannte nach dem Ausschreiben der Kriminalpolizei in ihm den Mörder und nahm ihn fest. Er wird nach Berlin zurückgebracht Zahlung der Umsatzsteuer. werden. Prozeß Zeppelin- Schütte- Lanz. " Großhandels für die A e nderung der Wucherverordnungen Stim. Run versucht man in letzter Zeit besonders auf Betreiben des mung zu machen. Die Wiederbeschaffungsfosten" sollen. Danach nicht unter den Begriff ,, Wucher" fallen. Zwar ist das Streben nach einem objektiven Merkmal des Wuchers unbedingt zu fördern unter Mitwirkung bedeutender Finanz- und Industriekreise die Vor einiger Zeit gründete Geheimrat Schütte in Amerika hätten wir dieses, so wäre die Durchführung der Wucherbestimmun eß von Luftschifflinien in den Bereinigten Staaten ausbauen und beschaffungskosten ist diesem Bestreben geradezu entgegengesetzt. Geht General Air U.S.- Service Corporation", die ein gen wesentlich erleichtert, aber die Forderung nach den Wiederden Luftfahrtbetrieb mit Starrluftschiffen nach dem System Schütte- sie durch, so erhält die Teuerungswelle dadurch einen neuen Antrieb, Lanz betreiben will. Auch die Zeppelin Gesellschaft hat daß der Handel jedes Interesse verliert, sich Breiserhöhungen zu mit Hilfe spanisch- amerikanischer Streife eine Transozean widersetzen. Mit einer solchen Bestimmung wären alle Dämme Der Magiftrat gibt öffentlich bekannt: Soweit die nach dem gesellschaft gegründet, die ihren Betrieb im nächsten Jahr gegen die Preistreiberei eingeriffen. Umsatzsteuergesetz in der Fassung der Novelle vom 8. April 1922 Schüttes erheblichen Widerstand entgegen. In einer Erklärung aufnehmen soll. Die Zeppelin- Gesellschaft sett nun dem Projekt angeordneten Vorausbezahlungen für das Kalendervierteljahr spricht sie davon, daß viele von Schütte nach Amerika verkauften Januar/ März 1922 noch nicht erfolgt sind, werden die Steuer- Batente Zeppelinsches geistiges Eigentum feien. Der Krieg mit pflichtigen aufgefordert, nunmehr dieje Borausbezahlungen bei der feiner Mißachtung geistigen Eigentums und feiner schwierigen der neuen Steuerpolitif eine Reihe von Einzelheiten: So Die Efonomitfcheftaja Schifnj" brachte vor furzem zur Frage zuständigen Umsatzsteuertaffe zu leisten. Es wird dringend empfohlen, patentrechtlichen Lage zeitige eben in seinen langwirkenden Folgen find von dem Rat der Boltsfommisfare folgende neuen staatlichen bie Zahlungen möglichst im Postiched wege vorzunehmen. noch fonderbare Blüten. Herr Schütte hat gegen die Seppelin- und lokalen Abgaben und Steuern, die in Sowjetgeld erhoben werDie zuständigen Zahlstellen sind für das Bezirksamt Mitte Steuer Gesellschaft daraufhin die Beleidigungstlage angeftrengt. den und am 1. April in Kraft treten, bestätigt worden. Die halbfaffe IF, Alexanderstr. 41, Bostichedfonto 80018; Tiergarten Steuer- Im Laufe des Prozesses dürften die amerikanischen Projekte der jährlichen sogenannten Patente für Handelsunter taffe II D. Jüdenstr. 54, Bostschecktonto 86826; Wedding Steuer- beiden großen Luftschiffbauftrmen noch ausführlich erörtert werden. nehmen werden, im Verhältnis zu der Größe des Unter faffe III D, Bischofstr. 6/8, Postschecktonto 80193; Brenzlauer Berg Steuertaffe IV D, Bischofftr. 68, Bostichedtonto 83539; Friedrichshain Steuertaffe VE, Bischofstr. 68, Postichedtonto 80397; Kreuz berg Steuerfaffe VIF, Stadthaus, Bimmer 105, Bostiched Tonto 80225. In den Zahlstellen der Verwaltungsbezirke 7-20 find Veränderungen nicht eingetreten. Flieger, Tryggve Gran, will den Versuch unternehmen, im 3m Flugzeug nach dem Nordpol. Norwegens bekanntester Flugzeug ben Nordpol zu erreichen. Zur Bafis feines Unter nehmens will er Spitbergen machen, von wo er die Flugftrede in ein oder zwei Etappen zu bewältigen hofft. Arbeitersport. Die neue russische Steuerpolitit. den, für Lurushandelshäuser, Kaffeehäuser und Restaurationen in Industrieunternehmen in Höhe von 2 Millionen bis zu 2 Milliar nehmens, in Höhe von 2 Millionen bis zu 500 Millionen Rubel, für Höhe von 20 bis zu 250 Millionen Rubel erhoben. Industrieunternehmen, die mit der Produktion von Luruswaren befaßt find, haben Der Leichenfund an der Waifenbrücke ist jetzt aufgeflärt. ein Zusatzpatent zu lösen; dasselbe muß die Höhe von 50 Proz. der Batentsteuer, die nach der Arbeiter- und Maschinenzahl festgesetzt Es liegt tein erbrechen vor. Die Perion der Toten, die nach den ersten Meldungen von unbekannten Männern ins Wasser ift, betragen. Die Höhe der Stempelgebühr wird von 50,000 bis geworfen worden sein sollte, ist von ihrer Schwester feftam Gonntag ergeben folgende Zusammenstellung: Für die Hauptstaffel, biz in Höhe von 10 000 bis zu 15 Millionen Rubel einzuziehen. Ferner Rund um den Friedrichshain". Die zahlreichen Melbungen für den Saufu 1,5 Millionen Rubel festgefeßt. Die fommunalen Abgaben sind gestellt als eine Betty Dohmte. Die Schwefter konnte sich rings um den Friedrichshain geht, find 16 Mannschaften mit je 12 Läufern hat das Präsidium des Moskauer Sowjets beschlossen, den Zuschlag erft nicht erflären, daß die Ertruntene Kleider trug, die fie früher zu der staatlichen Industrieabgabe, für Rechnung der Kommunal nicht besessen hatte. Auch das ist jetzt aufgeklärt. Das Mädchen finanzen, von allen Industrie- und Handelsunternehmen der Stadt war auf Aбwege geraten. Am Abend vor ihrer Todesnacht war Moskau und des Gouvernements bis zu 100 Proz. der Patentsäke fie mit Freunden und Freundinnen in einem Café am Alexander vom 1. April ab zu erhöhen. platz gewesen. Dort hatte sie einer Freundin einen hundert martichein gestolen. In einem Hotel, das die ganze Gefellichaft aufgesucht hatte, wurde dieser Diebstahl entdeckt und das Gelb bei ihr gefunden. Später begleitete sie einen Herrn nach feiner Wohnung. Von dort verschwand sie, nachdem sie sich heimlich aus den Beständen der Wohnung vom Stopf bis zum Fuß umgefleibet hatte. Sie hatte vorher schon wiederhott geäußert, daß fie das Leben fatt hätte, und in einem solchen Anfalle des Ueberdrusses ist sie ohne Zweifel ins Wasser gegangen. Rennhochbahnzüge. Zu den Rennen, die am Sonntag, den gemeldet. Für die 5 mal 100- meter- Frauenstaffel auf der Spielwiese sind 12 Meldungen eingegangen. Die 3 mal 1000- Meter- Staffel für Jugendliche er reicht 26 Mannschaftsmeldungen. Beim 5000- Meter- Einzellauf geben sich bie beften Sportler der Mart Brandenburg ein Stelldichein. Auch hier liegen 25 Melbungen vor. Um 3 Uhr werden die Mädchen- und Knabenabteilungen Alang" bie Veranstaltung eröffnen. Auf der Spielwiese um 3 Uhr werden des Oftens durch einen Marsch um den Friedrichshain ,, mit Gesang und fich die Kleinften unserer Arbeiter- Turn- und Sportbewegung in einer 20 mar 10. matum 1 Uhr bei Schola, Strausberger Str. 3. Umkleidelokal der Teil100- Meter- Staffel aufammenfinden. Alle Ordner treffen fich am Sonntag, dev nehmer Schule Friedenstraße 31( Landsberger Blag). Freie Schwimmer Neukölln. Das für Sonntag, den 14. Mai, in Aussicht geonmmene Anschwimmen im neuen Sommerbad wird auf Sonntag, ben 28. Mai, nachmittags 3 Uhr, verlegt. Geschäftliche Mitteilungen. 14. Mai, auf der Rennbahn Grunewald abgehalten werden, wird Fabrikate zur Herstellung von Rhabarber- und Stachelbeerenkompott. Die Deutsche Süßstoff- Gesellschaft empfiehlt in ihrem heutigen Inferat ihre die Hochbahngesellschaft wieder einen Berkehr direkter Züge nach dem Bahnhof Stadion einrichten, der in Anbetracht des gleichzeitig im Stadion stattfindenden Fußball- Wettspiels Briefkasten der Redaktion. Berlin Budapest über das übliche Maß ausgedehnt wird. Der Briefliche Auskunft wird nicht erteilt. erfte Bug fährt von Nordring um 12.31 Uhr mittags ab, weitere taften bestimmten Anfrage füge man einen Buchstaben und eine Nummer Jeder für den BriefZüge folgen in Abständen von 5 bis 10 Minuten bis um 3.31 Uhr bei. Cilige Anfragen trage man in ber Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3. nachmittags. Für den Rüdverkehr ist in ähnlicher Weise Borsorge 1. Sof part. links, vor. Schriftstücke und Berträge sind mitzubringen. getroffen. Der legte Zug verläßt Stadion um 7.55 Uhr abends. B. D. B. Uns nicht bekannt. Fragen Sie bei der Annoncen- Expedition Rudolf Moffe an. Besteuerung und eine Patenteinschätzung für den Bertauf von Schließlich ist vom Rate der Boltskommissare eine besondere ein und Bier bestätigt worden. Die Verbrauchsabgabe ist in 2 Millionen Rubel für den Eimer Bier und 400 000 bis zu 750 000 Höhe von 6 400 000 Rubel für den Eimer Wein( in Sowjetgelb); Rubel für ein Grod Spiritus, der für den technischen oder einen besonderen Bedarf verfauft werden darf, festgestellt worden. Die Steuer auf abafwaren ist in Höhe von 400 000 Rubel für ein Pfund Rauchtabat bis zu 5 Millionen festgefeht; für jede Schachtel Bündhölzer find 3000 Rubel Steuer au entrichten. Die Tarife der Eisenbahn sollen vom 1. April ab für Perfonen und Gepäck auf das Doppelte erhöht werden, während die Gütertarife unverändert bleiben. wieder für 2 Milliarden Mark Banknoten ausgegeben wurden, hat Ueber 150 milliarden Mark Papiergeld. Nachdem neuerdings sich der Betrag des umlaufenden Papiergelds auf über 150 Milliarden erhöht. Es sind im Verkehr für 142,5 Milliarden Banknoten, für 9,1 Milliarden Darlehnskassenfcheine. Schluß der Reichsbahndebatte. Reichsverkehrsminister Croener: die Berschlechterungen, die zum Teil nur scheinbarer Natur feicn. Die Eisenbahn hat nicht, wie der Abg. Dr. Ducazz behauptete, agner( Altötting) sprach fich für Ablehnung, Rapier( Regens Im Reichstag wurde gestern auf eine Anfrage geantwortet, im letzten Jahre 21 Milliarden Defizit gehabt. Der Haushalt far burg) für Annahme des Vertrages aus, jedoch wurden auch von daß der Entwurf eines Amnestie gesezes dem Reichskabinett 1922 wird wesentlich günstiger ausfallen. Die Bahnen beschäftigten Kupfer eine Reihe neuer Bertragsbestimmungen scharf kritisiert. Brill( Danzig) vorgelegen hat. Dem Reichstag sei er noch nicht vorgelegt worden, por dem Uebergang auf das Reich im ungünstigsten Jahre 1919 nur Das gleiche geschah von Heller( Mainz). da keine Aussicht auf Annahme vorhanden gewesen sei 1121 000 Köpfe, nicht 1 300 000 Köpfe. In Zukunft werden die geißelte scharf das reaktionäre und scharfmacherische Berhalten ber Bisher find 242 Gnadenerweise an Berurteilte aus dem März- Auf- Streifabwehrmaßnahmen bei der Eisenbahn verschärft werden.( Un. Danziger Unternehmer, daß es den Danziger Bauarstand vorigen Jahren vorgeschlagen, 200 Bersonen befinden sich noch ruhe links.) Wir werden das Gutachten der Industrie einer objet- beitern trotz aller Hilfe durch den Verbandsvorstand unmöglich in den Gefängnissen. Die übrigen 240 sind zum Teil bedingt, zum tiven Prüfung unterziehen. Entlassungen technischer Beamten er machte, ihre Lohn- und Arbeitsbedingungen zu verbessern und ben Teil unbedingt beanadigt. Am 1. Juni wird die Nachprüfung jämt folgen nicht; die Stellen werden nur nicht neubesetzt, wenn Beamte fortschreitenden Polonisierungsbestrebungen erfolgreich zu begegnen. licher Urteile der Sondergerichte beendet sein. Von ihrem Ergebnis ausscheiden. Neue Kleinbahnbauten läßt die Finanzlage des Reiches Schlifio( End) erklärte, daß die eftpreußischen Abgeordneten mit Zur nicht zu. Ich habe heute verfügt, daß eine Untersuchungen wegen den Wunsch hätten, daß noch einmal verhandelt werde, um für die Ausnahme der Königsberger für Annahme des Vertrages feien, aber hängt es ab, ob noch ein Anneftiegesetz eingebracht wird. Ermordung des Bauunternehmers Küster aus Lahn durch einen Streitbeteiligung erfolgen sollen. Dieser Teil der sozialdemokratischen französischen Besatzungssoldaten berichtet ein Regierungsvertreter, Entschließung ist also bereits erledigt. Auch bezüglich der Ber- mit dem Lohn zurückgebliebenen Gebiete eine zentrale Lohnregelung daß der Ermordete dem Soldaten als Dolmetscher flarmachen fegungen, Eintragungen in die Berfonalatten, Brüfungs- und Be- und damit einen Lohnausgleich zu erreichen. Airdyner( Berlin) wollte, daß der Wirt feinen Wein( dessen Abgabe an die Be- förderungsfperren usw. stehe ich auf dem Boden der sozialdemokrati- und Krug( Mannheim) sprachen gegen den Bertrag: Röttgen ( Hamm) und Dörries( Eisenach) tritifierten den neuen Werktag fagung verboten ist!) mehr im Hause habe. Es wurden diplo- fchen Entschließung. lebhaft und wünschten, Abg. Geisler( D. Bp): Der Beamte hat tein Streifrecht. Die motische Schritte unternommen, um die Bestrafung des Täters und Gewerkschaften dürfen nicht Selbstzweck sein; ihre Interessen müssen Schabloshaltung der Hinterbliebenen zu erlangen. daß versucht werde, Berbefferungen durchzusehen. Bur Tötung eines 13jährigen Mädchens in Duisburg durch eine hinter denen des Staates zurückstehen. Auch Abg. Aufhäuser maß- Nonn( Trier) mandte sich unter anderm genen den Wunsch, die belgische Kugel stellt ein Regierungsvertreter fest, daß ein belgi- regelt diejenigen Beamten seiner Gewerkschaft, die nicht nach seiner Affordarbeit für den ganzen Berband zu verbieten und Zuwiderscher 3 en dar m, der unter Bedrohung mit dem Revolver in einer Pfeife tanzen. Auf der anderen Seite war die Regierung nicht ganz handelnde auszuschließen. Die Afterdarbeit fei leider in einzelnen Wirtschaft Schnaps verlangte, ihn aber nicht bekam, die Tochter schuldlos. Das lange Hinzichen der Verhandlungen ebnete den Gebieten zu einer Tatsache geworden, mit der zu rechnen fei. Für des Wirtes erschossen hat.( Große Unruhe. Rufe: Mörder!) Der Heßern den Boden. Bedauerlicherweise lehnt die Regierung Ver- die pommerichen Abgeordneten erklärte Bahr( Röslin) die Zustim Mörder soll eine mehrjährige Freiheitsstrafe erhalten haben. Eine handlungen mit den wirtschaftsfriedlichen Berbänden mung zum Vertrag, da sie eine tarifiofe Zeit für die ländlichen Gew amtliche Nachricht liegt jedoch noch nicht vor. ab.( 3uruf links: Gelbe!) Es muß ein flares Streifverbot für Be biete nicht verantworten fönnten. Nachdem noch Wilhelm für amte erlassen werben. das Saargebiet gefprechen hatte, wurde ein Schlußantrag angeDie Abag. Breunig( U. Soz.) und Bart( Komm.) polemisieren nommen. - Es gegen Dr. Queffel und gegen den Reichsverkehrsminister. Es lag ein Antrag vor, den neuen Bertrag als nicht zufriedenfolgen die Einzelberatung und Abstimmungen. Angenommen werden stellend abzulehnen, durch neue Verhandlungen eine günstigere Fasdie Ausschußanträge auf Ausdehnung des Vorortverkehrs und auf fung einzelner Bestimmungen anzuitreben und über das Ergebnis lebernahme der Schlafmagen durch die Reichsbahn. der neuen Beratungen eine Rommission, bestehend cvs je zwei BerEin Antrag Crifpien( U. Soz.) auf Sozialisierung der Reichs- tretern entscheiden zu lassen. Baeplow wandte sich gegen diesen bahn wird gegen die drei sozialistischen Gruppen abgelehnt; an- Antrag. Er halte den neuen Bertrag, alles in allem genommen, genommen wird ein Antrag, für erhöhte Betriebssicher für den günstigsten, der vom Bauarbeiterverband jemals abgeschloss heit zu forgen. Der Antrag Criſpien( 11. Goz.) auf ftrenge Durchfen worden sei. Bolle man den Vertrag trotzdem nicht annehmen, führung des Achtstundentages wird abgelehnt, ebenso sozia fo sollte man den Unternehmern nicht nachlaufen, sondern zunächst liftische Anträge auf Einstellung der Disziplinarverfahren und Kün- ohne Vertrag arbeiten und es den Unternehmern überlassen, ob sie digungen aus Anlaß des Eisenbahnerstreiks. neue Verhandlungen münschen oder nicht. I öpfer ging in seinem Schlußwort ausführlich auf die gegen den neuen Bertrog erhobenen Einwendungen ein und empfahl neuerdings die Annahme des Ber trags. M Abg. Graef Thüringen( Dnat.) behauptet, daß bei der Zusammenstellung der deutschen Delegation für Genua die Juden ungeheuerlich bevorzugt worden seien.( Lachen links.) Gesandter v. Mutius erwidert, daß die Delegierten nur nach ihrer ja ch lichen Eignung ausgesucht worden seien. Nach der Konfession ist nicht gefragt worden, da das im Widerspruch zur Reis verfassung stände. Abg. Graef ruft ihm zu, daß diese Antwort ein Armutszeugnis für die deutsche Bevölkerung darIn der Fortsetzung der zweiten Lesung des Eisenbahnhaushalts spricht zunächst Abg. Queffel( Soz.): ftelle! --M Abg. Ged( Soz.) tritt für Staffeltarife im Güterverkehr und Ausbau der Wasserstraßen für Berkehrszmecke ein. Sonnabend 12 Uhr: Reichsverkehrshaushalt( Reichswasserstraßen, Kraftfahrzeugwesen usw.). Pofthaushalt. Schluß gegen 18 Uhr. 4. Verbandstag der Bauarbeiter. Altenburg, den 11. Mai. Selbst wenn uns die Unternehmer den Realmert der Reichsbahn bezahlen würden, könnten wir der Beräußerung nicht zu stimmen. Man schätzt jetzt den Realwert auf 1000 Papiermilliarden. Der Reichsverband der Industrie will aber die Eisenbahn ge fchenkt haben. Wir sind der festen Zuversicht, daß die Zeit nicht mehr so arg entfernt ist, wo eine, wenn zunächst auch nur bescheidene Rente aus dem Berkehr wieder erzielt wird. Wir sind überzeugt, daß bei der Reichseisenbahn technisch, finanziell und organisatorisch viel gebessert werden kann und muß. Das 3entralübel liegt im großen Materialverbrauch und in der Personalvermehrung. Auf hundert Lokomotivfilometer famen 1913 14,4 Tonnen Rohlenver- Der Verbandstag des Deutschen, Bauarbeiterverbandes nahm brauch und 1920 19,3 Tonnen. Wir sind durchaus für die Bereit- heute vormittag im Gewerkschaftshause zu Aftenburg feine Arbeiten stellung technischer Verbesserungen zur Minderung des Kohlenver wieder auf. Der Borsigende Pä plom erklärte bei Eröffnung der brauchs. Der kommunistische Redner hat gestern behauptet, wir Sigung, es werde heute im Laufe des Tages von den Leipziger feien schuld an dem Elend der Eisenbahnftiavenschaft. Wie liegen Gewerkschaften geprüft, ob die Beendigung der Tagung im die Dinge? Am 30. März wurden hier im Reichstag 50 Milliarden Leipziger Boltshause ohne weitere Störung möglich sei. Werde Mark für die Aufbesserung der Gehälter bewilligt. Pfingsten ist das festgestellt, so fönne morgen in Leipzig weiter genoch nicht da, trotzdem tommt aber eine neue Besoldungserhöhung tagt werden, andernfalls werde man den Verbandstag in von 46 Milliarden. Bon Ostern bis Pfingsten also 100 milliarden. Altenburg zu Ende führen. Er erklärte unter lebhaftem Beifall 50 Milliarden Papiermart sind heute 700 Millionen Goldmart. Diese Summe toftete in der Kaiserzeit das Heer. Wenn der alte Reichstag der Regierung eine solche Vorlage hätte bewilligen sollen, wäre es sicherlich zur Auflösung gekommen. Und nun kommt noch mal eine solche Summe hinzu. Von Ostern bis Pfingsten 1400 Millionen Goldmark zur Linderung der Not der Beamten. Die namentliche Abstimmung ercab: für Annahme des Bertrages 157, dagegen 178 Stimmen. Damit ist der Vertrag abgelehnt. Ein Antrag auf Abschluß autonomer Wirtschaftsbezirkstarife" wurde gegen wenige Stimmen abgelehnt. Mit dem Gefang einiger Lieder durch den Altenburger Ara beitergesangverein murde die Sigung um 9 Uhr abends geschlossen. Die Altenburger Arbeiterjugend begleitete die Abgeerdneten des Berbandstages unter dem Gesang proletarischer Lieder nach dem Bahnhof. An diesem Abend befamen die Abgeordneten einen guten Begriff von dem Unterschied zwischen tommunistischer und fozialistischer Kultur. Groß- Berliner Parteinachrichten. weiter, die Beschwerdekommission werde zu prüfen haben, melche 6. Kreis. Azenzberg. Achtung, Elternbeiräte! Connabend, den 13. Mai, nagDelegierten als Mitorganisatoren des Ueberfalls vom Verbandstage selbst aus dem Berbande auszuschließen seien. Eine Entschließung, die sich gegen die Diktaturgelüfte der Kommunistischen Partei und die Sprengung des Verbandstages wendet, sei in Borbereitung. Der Verbandstag fegte dann die Beratung des Satzungsent. wurfs bis nach Erstattung des Berichts der eingesetzten Statutenberatungsfommission aus und wandte sich dem nächsten Bunft der Tagesordnung, Lohnbewegung und Reichstarifvertrag mittags 4 Uhr, wichtige Sigung der Gemeindeschulen 28, 60, 133, 149, 217 und 236 im Lotal Borbrich, Bärwald-, Ede Bergmannstraße. Gämt liche Elternbeiräte und Ranbibaten müffen anwesens sein. Wähler- und Randidatenlisten mitbringen. Areis. Spaudan. Sonntag, ben 14. Mai, 10 Uhr vorm., in Siemensstadt, Restaurant Heidekrug( Inhaber Marsandt), Rreisvertretertag. Thema: Rreis. Wilmersdorf. Sonntag, den 14. Mai, vorm. 10 Uhr, erweiterte Kreisa Das Görliger Programm Ref. Gen. Friedrich Stampfer. Dorstandssigung bei Shlenfeld, Uhland, Ede Günselstraße. Jede Abtei Iung muß vertreten fein. Die Randidatenliften mitbringen! Heute, Sonnabend, den 13. Mal: Charlottenburg- Spandau. Bon 5 bis 6 Uhr im Jugendheim, Refinenftr. 4. Juristische Sprechstunde. in der Juristischen Sprechstunde, Bindenstr. 3, Bortrag über: Die Er. neuerung des Sittlichen Gedentens des Sosialismus in der Gegenwart". Blef. Gustav Saase, Hamburg. Anschließend Aussprache. Alle Ortsgruppen fo mie alle Freunde der Bewegung find eingeladen. im Sigungsfaale des Bezirksvorstandes, Lindenstr. 3, 2. Sef, links 2 St. 2., wichtige Tagesordnung. Jede Ortsgruppe hat die Berechtigung, einen Delegierten zu entsenden. Thema: Gteuerpolitik in den Meinen Gemeinden". Ref. Gen. Bros batius. Stellungnahme zum Unterbezirtstag. tag, den 14. b. M., statt. Treffpunkt vorm. 10 Uhc am Botsdamer Bahnhof. Wenn wir vor den Beamten Rechenschaft ablegen müssen, dann Pönnen wir das mit jehr ruhigem Gewissen und mit großer Buverficht tun. Der Abg. Quaaz( D. Bp.) stellt in einem Artifel der Unternehmerpresse es so hin, als sei die Personalvermehrung bei der Eisenbahn nur eine Bermehrung des Arbeiter personals. Das stimmt nicht. Der Arbeiterapparat ist abgebaut worden. Den du. Das einleitende Referat erstattete Töpfer. Er würdigte ein- Jungfozialisten. Gesamtveranstaltung für ene Ortsgruppen pünktlich 7% Uhs aehend die Berbesserungen und die Verschlechterungen, die der neue Anfang damit machte schon Minister Deser. Unsere Bartei hatte Bertrag den Bauarbeitern bringt. Als Verschlechterung kommt damals Bedenten und fürchtete eine Vermehrung der Arbeitslosen. insbesondere der Wegfall der Bezahlung von Regen Allein die Entlassenen fanden Unterkommen in der Industrie und stunden und die Zulassung des Nachholens dieser Stunden in Jungsozialistische Bereinigung. Nachmittags 5½ Uhr Gruppenausschußigung in der Landwirtschaft. Taufende und Abertausende Arbeitskräfte Frage, als Verbesserung dagegen die Gewährung von famen von wenig produktiven Arbeitsposten zu produttiver Beschäferien und die Regelung der Lehrlingslöhne durch den tigung. Die Bolkswirtschaft hatte davon großen Gewinn. Wir hatten 1919: 744 000 Arbeiter, 1920: 693 000, 1921: 551 000, 1922: Tarifvertrag. Die Bestimmungen über die Affordarbeit sind Gruppe Bernau. Gruppenversammlung abends 7 Uhr im Elysium, Bernau. 541 000 Arbeiter. Die Eisenbahn sucht heute bereits technisch ge- nahme des neuen Vertrages. aus dem Bertrag herausgekommen. Der Redner empfahl die Anschulte Arbeiter. Was aber nicht abgebaut wurde, das ist der Morgen, Sonntag, den 14. Mai: Während der Mittagspause traf eine Abordnung des Beamtenapparat 1919: 370 000, 1922: 450 000. In der Leipziger Gewerkschaftstartells auf dem Verbands- 23. Abt. Der geplante Ausflug der Frauen nach Botsdam findet am SonnKaiferzeit: 281 000, in der Republik also 60 Proz. mehr. Wenn man tage ein. Sie teilte mit, daß sich der Leipziger Gewerkschaftsausalle Schwierigkeiten im Abbau des Beamtenapparates berücksichtigt, schuß für die Sicherheit der ungestörten Fortführung der Berhand- 2. Abt. Vorm. 10 Uhr bei Kromphardt, Grilner Weg 48, wichtige Besprechung dann bleiben noch immer mindestens 100 000 zuviel übrig. Die fungen des Verbandstages im Leipziger Volkshause verbürge und Todesfälle und Pensionierungen allein müßten zu einer Berminde- den Berbandstag bitten laffe, nach Leipzig zurückzukehren. rung um 30 000 führen. Wir wünschen jedenfalls, daß unter Wahrung der Rechte der Beamtenschaft mindestens ein Abbau erfolgt, soweit das die Todesfälle und Pensionierungen mit sich bringen. Leider ist bisher kein ehrlicher Versuch dazu gemacht worden. Der Ausschuß ist in der Streichung von Beamtenstellen noch weiter gegangen als das Verkehrsministerium. Dadurch werden 9000 Stellen gestrichten. Nur wenn der Abbau organisch von innen heraus erfolgt, wird er finanziellen Erfolg haben. Es muß rationeller ge= arbeitet werden unter Einsetzung aller Energie. Dabei wollen wir am Achtstundentag festhalten. Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß in Rußland die Fabriken vor dem Kriege für die deutsche Industrie zuschließen", und wonach dieser Beschluß die Beranlaffung zu dem Die fonfurrenzfähigsten waren, die die fürzeste Arbeitszeit einge- kommunistischen Ueberfall gewesen sei. Unter stürmischer Zuftim Vorträge. Vereine und Derfommlungen. führt hatten. In gutgeleiteten Betrieben tann eben bei achtstündiger mung des Verbandstages stellte er den tatsächlichen Sachverhalt fest, Arbeitszeit dasselbe geleistet werden, als in schlecht geleiteten mit wie wir ihn in unserem gestrigen Bericht geschildert haben. zehnstündiger Arbeitszeit. Wir haben auch in dieser Hinsicht nicht Die weitere Nachmittagsfitzung wurde fast ganz von der Aus umzulernen. Die Gehaltserhöhungen für die Zukunft werden unsprache über den neuen Reichstarif ausgefüllt. Es zeigte sich zu weiteren Streichungen zwingen. Dabei habe ich teine Sorge um die Arbeitslosigkeit. Der geftrige Ueberfall sei erleichtert worden durch eine fommunistische Demonstration gegen den Leipziger Polizeidirektor, die für gestern nachmittag angesetzt war und an der sich auch viele dunkle Elemente der Bezirksführer und Obleute der Schulen betr. Elternbeiratswahlen. 12. Berwaltungsbezirt. Die Vertrauensleute der Schulen nehmen nm 12 Uhr bie Randidatenliste zur Unterschriftsammlung beim Genoffen Söhne, StegTig, Sebanftr. 5, Gartenhaus II, in Empfang. Jugendveranstaltungen. Heute, Sonnabend, den 13. Mai: beteiligt hätten. Der Verbandstag beschloß auf Grund dieser Erflärung, am Freitag wieder. in Leipzig weiterzutagen. Die Jugendvertreterverfamminng der Beiger Jugendorganisation findet Der Vorsitzende des Verbandstages nahm dann Steilung gegen| nicht am 20., fondern schon am 13. tai statt. eine telegraphische Pressemeldung, wonach der Verbandstag gestern 5. Kreis. Friebrichshain. Die Operneinführung findet heute abend im Andreas- Gymnafium, Andreasstraße, statt. den Beschluß gefaßt habe, die Kommunisten von der Tagung ausbald, daß die Meinungen darüber, ob der Bertrag angenommen oder abgelehnt werden soll, sehr weit auseinandergehen. Die ersten beiden Redner, Brodthuhn( Kiel) und Röber( Blauen), sprachen sich namens ihrer Bezirke für Ablehnung des Vertrages bzw. für die Anknüpfung neuer Berhandlungen aus. Sie nahmen insbesondere Anstoß daran, daß keine Regenstunden mehr bezahlt werden sollen und daß die Möglichkeit des Nacharbeitens der Regenffunden Wir haben viele Kulturarbeiten auszuführen, für die wir nicht einmal die passenden und hinreichenden Arbeitskräfte aufbringen fönnen. Die Zuschüsse im Beamtenheere wurden bisher nur gedeckt durch Bermehrung der Reichsschuld. Da aber der Reichsbarfpräfident mit geteilt hat, daß die deutschen Banken nicht mehr aufnahmefähig sind für deutsche Reichsschahanweisungen, so müssen wir unser Beamten- bis zu einer wöchentlichen Gesamtarbeitszeit von 48 Stunden verheer mit einer Flut von Papiergeld ernähren, wodurch die Inflation traglich festgelegt werden soll. Beide Redner befürchten, daß dains Unermeßliche steigt. Dr. Hermes hat in Würzburg unsere durch der Achtstundentag gefährdet werde. In ähnlichem Sinne finanzielle Lage zu optimistisch beurteilt. Mir scheint der bayerische sprachen sich Schramm( Dresden), Scholz( Waldenburg) und Ministerpräsident Lerchenfeld recht zu haben, als er in einer Etats- meister( Wilhelmshaven) namens ihrer Bezirke aus. Dagegen rede sagte, daß wir österreichischen Verhältnissen zusteuern. Bir tun fetten fich of( Ulm), namens der württembergischen, und Bogt gut, wenn wir möglichst bald den Reichshaushalt auf das äußerste( Hannover), namens der hannoverschen Bauarbeiter, für die Annahme beschränken.( Lebh. Beifall bei den Soz.) des Bertrages ein. Sie halten die Berbesserungen für wichtiger als Seifenpulver Schneekönig Metmer Kinderwagen- Welthaus 30% Fettgehalt. Generalvertretung und Lager: Berfin S 42, Luisen- Ufer 40. Andreasstr.23 am Platz Brunnenst.95 Beusselstr. 67 Leipzigerstr54 Neukölln, Bergstr.133 Spandau, Charlottenstr.24* Zum Süfanu ober Bereffen bon Speifen affer Zirt verwendet die Hausfrau verteilhaft ftatt 3uder ben alta bewährten Güpfloff. Er ist rein ohne Beigefchmad füst augenbildlich, if billig und befömmlich. Da fiart tonzentriert, fparfam verwenden. Nach Gefchmad zufchen. Crhältlich in Solonialwaren, Drogen bandiungen und Apothelen. Bereinigung der Freunde son Religion und Berfvieben. Genoffe Pfarrer Bleier hält am tommenben Sonntag, den 14. Mai, pormittags 10 Uhr, in der Trinitatistiche, Charlottenburg, Karl- Augufi- Plaz, eine religöfe Feierstunde ab. Er wirb sprechen über: Die Religion Ser Armen". Mieterverein Berliner Beffen, E. B. Gonntag, den 14. Mai in der Schloßbrauerei Schöneberg, Hauptstr. 122-128, Frühlingsfest. Eintritt 3. S. intl. Steuer. Anfang 3 Uhr. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag vormittag 11 Uhr im Rathaus, Königfabe, Bortrag bes Herrn Dr. M. Brie: Björnsons Stellung zum chriftlichen Wunderglauben". Sarmonium: Wiegenlieb( Gobarb). Pappel- Allee 15, Bortrag des Herrn. Himmel: Car! Maria von Weber und die romantische Gäste willkommen. Oper. M. SCHULMEISTER MSchulmeister Herrend Knaben Kedun KOTTBUSER TOR Herrenanzüge v.1575-3500 M. Herrenschlüpfer v.1450-3000 M. // Sport- Anzüge // noch Möbel billig! solange Vorrat Speise-, Herren-, Schlafzimmer, Küchen, grosse Auswahl Bar- od. Tellzahlung Möbel- Gress Grosse Frankfurter Str. 141 Invalidenstr.5 Eing.Ackerst. Liefere auch auswärts! 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April 1922 für Recht ectannt: Der Angeklagte wird wegen Bergehens gegen§§ 185, 186, 200 Strafgesetzbuchs mit eineiner Geldstrafe von 1000 M. Radium ab art, im Unvermögens falle fir Pastillen hergestellt a. der Heidelberger radioactiven Thermalquelle unter Aufsicht der Stadt. Heilmittel geg. Heiserkeit, Gelenkrheumafismus, Gicht. Za bezichen in allen Apotheken und Drogerien. Alleinvertrieb Klinghoff& Korte Fabrik pharmazeutischer je 50 M. einen Tag Gefängnis, unter Roftenlaft bestraft. 8ugleich wird dem Privatkläger die Befugnis zugesprochen, die Verurteilung auf Kosten des Ange zwei flagten binnen 2 Wochen nach Rechtstrait des Urteils durch einmalige Einrückung der Urteilsformel in der Wernigeroder Zeitung und im Vorwärts bekanntzumachen. Vorstehendes Urteil ist rechtskräftig. Wernigerode, 5. Mai 1922. gez. Krüger. Justizoberfekretär des Amtsgerichts. ( L. S.) Spezialitäten, Heidelberg Kautabak- Niederlage Or. R. Friedeberg ( früher Berlin) G. A. 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