Nr.226 39.Jahrgang Ausgabe Anr.113 Bezugspreis: Bierfeljähri. 105.-R., monatl. 35, frei ins Haus, voraus zahlbar. Bostbezug: Monatlich) 35,- M, einschl. Ru stellungsgebuhr. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- u Memel gebiet, sowie Desterreich u. Luxemburg 69 M., für das übrige Ausland 87, M. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark, England, Efth. land, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Lugemburg, Defterreich, Echweden, Schweiz, Tschecho- Slowakei und Ungarn. Der„ Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage„ Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonn tags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Sonntags- Ansgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 2 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillegeile toftet 16, M.- Reklamezeile 80.AleineAnzeigeu" das fettgedrucic Wort 4, W.( zulässig zwei fetigedruckte Worte), jedes weitere Bori 3, M. 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Nach den un- Deutschlands Zukunft in ein besseres Licht rüdt. In immer stärkerem Maße richtet sich das Interesse der endlichen Schwierigkeiten über die russische Frage, deren Reorganisierten Arbeiterschaft auf den Riesenkampf, der in der gelung eigentlich Hauptzweck der Beratungen für die Allier- Lloyd George schlug vor, daß die einzusetzende Kommis- süddeutschen Metallindustrie feit nunmehr zwölf ten mar, herrscht innerhalb der Entente jezt Uebereinstimmung fion verpflichtet werden soll, binnen drei Monaten ihre Wochen im Gange ist. Er zeigt in seinem Verlauf die ganze darüber, daß dieser Konferenz das Grab gefchaufelt Arbeiten zu beenden, da man den Mächten nicht zumuten Erziehungsarbeit der deutschen Gewerkschaftsbewegung. In werden muß. Bei aller Einigkeit über die Notwendigkeit des fönne, länger auf ihr Recht zu warten, Sonderverträge ab- fefter Richtung auf das Biel vollzieht sich dieser Kampf in fo Todes ist man sich aber uneinig über den Grabgefang und die zuschließen. Er teilte auch mit, daß der britisch- russische ruhigen Formen, wie sie allein durch das Bewußtsein Formalitäten des Leichenbegängnisses. Der heutige Tag galt Handelsvertrag vor der Unterzeichnung stehe. moralischer und materieller Kraft geschaffen werden fönnen, deshalb auch dem Zwecke, eine Formel für die Beerdigung zu einer Kraft, die nicht nur die Garantie des endlichen Erfolges finden, die der Welt Befriedigung bietet und die uneinige in sich schließt, sondern die der fämpfenden Gewerkschaft auch Entente einig erscheinen läßt. Auch hierbei spiegelten sich die Genua, 13. Mai.( EE.) Hier soll ein Kongreß der orienta- die Solidarität der übrigen Arbeiterorganisationen sichert. Für horten Kämpfe im Lager der Allierten wieder. Dem Verstän- tischen Nationen abgehalten werden. Der Vertreter Aegyptens jeden, der das deutsche Unternehmertum und besonders das der digungsdrang bei der übergroßen Mehrheit stand ein Frank- wurde gestern bei Facta in diesem Sinne vorstellig. Die Boliche Metallindustrie fennt, ist es klar: der Kampf um die reich gegenüber ohne jedes Gefühl für politische Notwendigkei- wisten würden sich mit einem solchen Kongreß einverstanden 46 stündige Arbeitswoche ist der Kampf um den ten, immer noch geleitet von dem Machtgedanken des Siegers. erklären; man glaubt jedoch nicht, daß Lloyd George zustim- Achtstundentag, um eine der hervorragendsten ErrungenDer Kampf konzentrierte sich weniger auf den Friedens- men wird. Der Kongreß soll befchickt werden von Bertretern Inschaften der Revolution. Es geht um eine Forderung, die, seit paft und die Antwort an die russische Delegation, an deren Ab- diens, Perfiens, Afghanistans, der Türkei, Armeniens, Mesopota. 33 Jahren zum Kampfziel der internationalen Arbeiterbewefaffung sich Frankreich übrigens nicht beteiligen wird, als um miens, Syriens, Palästinas, Arabiens und Aegyptens. Die Dele gung erhoben, am 1. Mai jeden Jahres als Kernstüd ihres die Zulassung Rußlands zu der von Lloyd George vorgeschla- gierten werden die Autonomie ihrer Länder fordern und sich fulturellen Strebens in Erscheinung trat. Gelingt es dem genen Kommiffion. Während er die Bildung der Kommission über ihre fünftigen Beziehungen zu den europäischen Staaten Unternehmertum der Metallindustrie, der stärksten deutschen Arbeitergruppe eine Verlängerung der Arbeitszeit aufzuin Genua unter Beteiligung Rußlands forderte, verlangte äußern. zwingen, dann folgen andere Industrien; wird die 46stündige Barthou zunächst laut seiner Pariser Instruktion die ZusamArbeitswoche beseitigt, dann hat auch die 48stündige den Halt mensehung dieser Kommission durch die Regierungen unter verloren. Ausschluß der Russen, milderte jedoch im Berlaufe der So sind die füddeutschen Metallarbeiter heute Rämpfer Bormittagsdiskussion dieses Berlangen dahin, die Russen Sachfür die Gefamtintereffen der deutschen Arverständige aus ihren Reihen bestimmen zu lassen, die sich in beiterschaft. Damit wird das Unternehmertum zu rechdem noch festzulegenden Tagungsort aufhalten und je nach nen haben, das bis jetzt hochmütig jede Vermittlungsaktion bee Bedarf gehört werden könnten. Barthou begründete seine Reichsarbeitsministeriums ablehnte. Das ist die Rückkehr zu Haltung damit, daß der resultatlofe Verlauf der Besprechun den Zeiten des feligen Kühnemann, die Hervorkehrung des gen über Rußland in Genua gegen die Einsehung einer neuen " Herr- im- Hause- Standpunktes", das charakterisiert die Aktion Expertenfommission spreche, andererseits die Ruffen in Genua Der Temps" teilt mit, daß das internationale Romitee für die des Unternehmertums als einen umfassenden Angriff gegen die foriel Mißtrauen durch ihr Verhalten aufgehäuft hätten, internationale Reparationsanleihe am 23. mai fich fefte Stellung des Deutschen Metallarbeiterverbandes in den bag Beratungen mit ihnen von vornherein ergebnislos er in Baris versammeln werde. Es besteht aus folgenden Personen: Betrieben und gegen die mühselig errungenen Rechte, die der scheinen müßten. In Wirklichkeit fürchtet man Rußlands An- Delacroix( Belgien), 2 melio( Italien), Sergent( Frant- Arbeiterschaft in der Betriebsrätegefeßgebung geworden sind. mesenheit in Anbetracht der Auseinandersetzungen zwischen reich), Kinderley( England), Vissering( Holland), Es darf in der Deffentlichkeit nicht vergessen werden, daß der Mehrheit der Entente und Frankreich, die die neue Kom- Bergmann( Deutschland); seine Arbeiten werden parallel es die Unternehmer waren, die den Angriff eröffneten. mission in Fortsetzung des Meinungsstreits der Alliierten zu mit den Berhandlungen mit Dr. Hermes geführt wer- Der Kampf um die Arbeitszeit entwickelte sich nicht etwa aus bestehen haben wird. Rußlands Haltung war wohl zu rechts den. Zweifellos merden die Vorschläge dieses dieses Komitees anderen nebengeordneten Ursachen, um sich dann auf diese fertigen, wenn es die Basis zu einem neuen Ultimatum, auf die Beschlüsse der Reparationsfommission nicht ohne Spezialfrage zuzufpigen. Die Unternehmer fündigten den mit die gleichzeitig in der Forderung Frankreichs lag, im voraus Einfluß bleiben. Deutschland hat inzwischen offiziell mitgeteilt, daß dem Metallarbeiterverband in Heidelberg geschlossenen Berablehnte. Die Beratungen über Rußland haben ohne jeden es am 15. Mai die im Moratorium vom 21. März vorgesehene 3ah- trag, der die 46stündige Arbeitswoche garantiert. Sie fonnten russischen Bertreter feinen 3wed, was Herrn Barthou auch lung von 50 Millionen Goldmark leisten wird. nicht annehmen, daß sich die Arbeiter, die aus eigener Beobausdrücklich von Lloyd George bescheinigt wurde. achtung die günstige Lage der Betriebe bei der bisherigen Arbeitszeit fannten, die 48- Stunden- Woche einfach würden diktieren lassen. Auch Hermes in Paris. Paris, 13. Mai.( EP.) Der Reichsfinanzminister Dr. Hermes ist heute mittag hier angefommen in Begleitung von Herrn Berg mann und Direktoren Brandt und Dorn, sowie einer Anzahl weiterer Beamten. Er wurde vom deutschen Botschafter, Dr. Mayer, emp fangen, bei dem er wohnt. Dr. Hermes besuchte den Präsidenten der Reparationsfommission, mit der er Montag vormittag zu verhandeln beginnt. Saarbeschwerde in Genf. = Schanzer wandte sich gegen den französischen Prestige- Stockholm, 13. Mai.( WTB.) Dem Reichstag ging eine Bor. Standpunkt. Er erklärte sich mit jeder vernünftigen Abände-| lage zu, in der die schwedische Regierung die Ermächtigung verlangt, rungsformel des Vorschlages von Lloyd George einverstanden, sich mit einem Betrage bis zu neun Millionen Kronen an der inter- den Stuttgarter Schlichtungsausschuß an. Alle SchlichtungsDie Bayern riefen den Münchener, die Württemberger forderte jedoch als Bedingung die 3ulassung Rußlands nationalen Arbeit zum wirtschaftlichen Wiederaufbau Europas zu ausschüsse, auch der in Karlsruhe, der für Baden entschied, zu der Kommission. Bratianu spielte die übliche Vermitt beteiligen. ferrolle, indem er vorschlug, die Regierungen die Kommission fällten mit Mehrheit gegen die Stimmen der Areinfegen zu laffen, den Beschluß über die Hinzuziehung der beitnehmerbeisiger den Schiedsspruch für die Ruffen aber der Kommission bei ihrem Zusammentritt zu über48stündige Arbeitswoche. Genf, 13. Mai.( WTB.) Die hier weilende Abordnung der laffen. Die Verschiedenheit der Auffassungen machte in der All die alten Ladenhüter über die Gefahren" des. AchtBormittagssigung eine Einigung unmöglich. politischen Parteien des Eaargebietes hatte mehrere Besprechungen stundentages, Konkurrenzunfähigkeit der süddeutschen InNachmittags versuchten Lloyd George und Barthou in mit Mitgliedern des Völkerbundrates und Persönlichkeiten des Dustrie wurden als Stüßpunkte für diese Schiedssprüche hereiner zweistündigen Besprechung allein eine beiderseits Generalfefretariats, in denen die bereits der Konferenz von Genua angeholt. Die allgemeine Atmosphäre" sei auf die Verlängezufriedenstellende Formel zu finden. Resultat: angeblich er übermittelte fünfte Denkschrift überreicht wurde. Die Abortnung rung der Arbeitszeit eingestellt und anderes mehr. Es soll hebliche Fortschritte!- Um 6 Uhr trat die Unterkommission erhob vor allem Beschwerde gegen die Rechtlosigkeit des Landesrats"; Anschauungen als Gründe bediente, die von Männern wie auch nicht verschwiegen werden, daß man sich besonders der wieder zusammen. Hauptsächlich wurde den übrigen Mächten, die Arbeiterschaft betrachte diese Beschränkungen als ein Lindemann, Kalisti, Mar Cohen, Schippel in die sich in der Mehrheit der Auffassung Lloyd Georges wesent direkt gegen sie gerichtetes Ausnahmegefeß. Es sei zweifel öffentlichen Zeitungen und Zeitschriften über den Wert des lich näherten, Gelegenheit zur Aussprache gegeben. Auch los, daß ein Landesrat, der ohne die tätige Mitwirkung der Ar- Achtstundentages in der gegenwärtigen Zeit niedergelegt find. öffentlichen Zeitungen und Zeitschriften über den Wert des Lloyd George und Barthou beteiligten sich wieder an der De- beiterschaft zustande käme, von vornherein zu absoluter Bedeu. Man konnte sich da mit behaglichem Schmunzeln auf angeblich batte. Gegen 8 Uhr abends wurden die Auseinandersetzungen tungslosigkeit verurteit wäre. Die Abordnung betonte führende Sozialdemokraten" berufen, obwohl jedes politische auf Montag vertagt. Am Sonntag findet eine Sigung schließlich, daß diese Beschränkungen in feiner Weise durch die Be- Rind in Deutschland weiß, wie weit alle die genannten Schriftder einladenden Mächte statt. Ergebnis der Nachmittags- ftimmungen von Versailles gerechtfertigt seien. Sei ersuchte die fteller und Gelehrten der Führung in der Partei entfernt find. fizung: Weitere Annäherung der Auffassungen. Es Völkerbundratsmitglieder, dahin zu wirken, daß jeder Bewohner Wenn sie mit der Führung der Partei belastet wären, brächte it jedenfalls mit einem Kompromiß zu rechnen, dem die des Gaargebietes, der in den Kreistag oder Gemeinderat wählbar ihre Pflicht sie ja in Verkehr mit der Arbeiterschaft, und. da Bildung einer gemischten Kommission mit Einschluß der ist, auch in den Landesrat gewählt werden darf. Sie sprach auf fönnten sie hören, wie man ohne Unterschied der Richtung in Stuffen zugrunde liegt, deren Beratungen aber noch an feft- das ernſtefte tie Erwartung aus, daß noch vor dem 24. Juni d. 3., der eigenen Bartei über ihren für das Unternehmertum so zujezende Bedingungen geknüpft wird. Die Frage an dem die erste Wahl in den Landesrat stattfinden soll, die erfor zeitgemäßen Forschungs- und Veröffentlichungsdrang urteilt. des Friedenspartes, die außer jeder Debatte stand, wird eine derlichen Aenderungen erfolgen, ohne die ein Mindest. Sie würden dann von ihren Genossen in den Betrieben hören provisorische Lösung nach den bekannten Borschlägen maß verfaffungsmäßiger Rechte für die Saarbevölkerung vollständig fönnen, daß es nach Meinung der Arbeiter nicht die Aufgabe Lloyd Georges finden. Im Zusammenhang hiermit soll auch undenkbar ist. von Sozialdemokraten sein kann, die„ Atmosphäre" mit schaffen die von Lloyd George aufgeworfene Frage der Sicherung der zu helfen, die einer Verlängerung der Arbeitszeit nüglich ist. Grenzen vorgenommen werden. Es handelt sich also um eine Gewerkschaften gegen Rhein- Putsch. Basis, die den Abschluß- Akt der Konferenz ermöglicht, zumal auch die Russen nach den bisherigen Berlautbarungen über Aachen, 13. Mai.( WTB.) Angesichts der hier verbreiteten Ge. Aachen, 13. Mai.( WTB.) Angesichts der hier verbreiteten Gedas Kompromiß keine Widerstände leisten werden. Mit der rüchte über bevorstehende Butschpläne der Sonderbündler lassen die Besprechung des Friedenspattes, voraussichtlich während der Gewerkschaften aller Richtungen in der Aachener Presse an kommenden Woche wird die Konferenz so ihren Schluß finden. bie Arbeiterschaft die Aufforderung ergehen, diese Pläne mit allen Haben damit auch die Beratungen für die Alliierten ihren mitteln zu bekämpfen. eigentlichen Zwed nicht erfüllt, so fann man sie doch nicht " Kein Vorwurf ist ungerechter, als der, daß die deutsche Arbeiterschaft sich der Einsicht in die politischen und wirtschaftlichen Notwendigkeiten der Zeit und des Landes verschließt. Der Hinweis auf das Ueberschichtenabkommen im Bergbau allein sollte genügen, um ihn zu ersticken. Aber gerade die hier betätigte Einsicht zeigt auch die Reife der Arbeiterschaft für das, was sie im Interesse der Erhaltung des perteidigen die Metallarbeiter die Vorwerke der Festung des Achtstundentages zu tun hat. In der 46ftündigen Arbeitswoche Achtstundenteges, die die Unternehmer nach planmäßiger BeSchießung durch Tausende von Zeitungsartikeln glauben sturmreif gemacht zu haben. Sonst wäre die Ablehnung des ministers Dr. Brauns durch die Unternehmer nicht verals ergebnislos bezeichnen. Es wird noch Gelegenheit fozial) iſt auriidaetreten, weil ihm der Finanzausichuk auf fozial Der deutschöflerreichische Finanzminiffer Dr. Gürffer( christlich. geben, den Fortschritt der Genua- Tagung gebührend hervor bemolratischen Antrag mit 14 gegen, 12 Stimmen die Wizbidigung zuheben. Zunächſt ſei nur kurz betont, daß Deutschland feinen wegen der eigenmächtigen Erhöhung des 700- auf den 1000fachen Anlaß hat, feine Teilnahme irgendwie zu bedauern. Deutsch Bapiergeldbetrag der Goldzölle ausgesprochen hat. Die Regierung land ist nach Genua in außerpolitischer Beziehung geft är ft. Sober hat faum noch eine Mehrheit und dürfte bald nach dem Vermittlungsvorschlages des ReichsarbeitsMuß man vorläufig auch auf praktische Erfolge per Genuafchluß abtreten. ständlich. Und dieser Borschlag ist von der Metallarbeiter- 1 zeitung" als eine ernstliche Bemühung" bezeichnet, den süddeutschen Streit auf annehmbare Weise beizulegen". Auch dieser Borschlag zeigt, daß man im Reichsarbeitsministerium Kriegsschuld und Kriegsläge. Deshalb muß der Verfaffung Gehorsam bezeugt werden, ebenso wie den Verordnungen einer Befahungsmacht Gehorsam gezollt Der Sohn über des Baters Syftent. wird, hinter denen in den Augen der Bevölkerung gleichfalls nur Das mit foviel Reflame angekündigte Buch, das der Ro- Macht und nicht das Recht steht. in der Forderung der Unternehmer nach Verlängerung der manschriftsteller Rosner zusammen mit dem früheren Nach diesen Ausführungen muß es doch außerordent Arbeitszeit die Hauptstreitfrage sieht und daß den Arbeitern Kronprinzen angefertigt hat, ist jetzt erschienen. Das lich bedenklich erscheinen, wenn Herr v. Freytag- Boringdie Annahme einer solchen Verschlechterung nicht zugemutet Ganze bestätigt das Urteil, das sich schon bei den ersten Ber- hoven an einer deutschen Universität die heranwachsende Juwerden kann. Er glaubt eine Verständigung dadurch zu er öffentlichungen bildete: es handelt sich um einen Versuch, durch gend über Verfassungsrecht unterrichtet. zielen, daß die wöchentliche Arbeitszeit zunächst auf 47 Stun- rückhaltlose Verurteilung des alten Systems den Weg für den festgesetzt wird und daß darüber hinaus für betriebstech- neue Möglichkeiten freizumachen. Die Art, wie sich nische und wirtschaftliche Notwendigkeiten die Verpflichtung der verantwortliche Mitverfaffer auf Kosten aller anderen Berzur Leistung einer weiteren Ueberstunde anerkannt wird. fonen ins Licht seht, wirft im höchsten Grade ab Der Stimmungsumschwung im Großen Hauptquartier. Diese wäre nach vorheriger Rücksprache mit dem Betriebsrat ft oßend, zumal wenn man bedenkt, daß das harte Urteil Einer der politisierenden Gamaschenfnopfgenerale hatte zu leisten und wie eine tarifliche Ueberstunde zu entlohnen. bes Sohnes schließlich den Bater trifft, und daß diefer jüngst behauptet: wir hätten den Krieg verloren, weil wir Die Regelung der Lohn- und anderen Streitfragen foll be- Bater noch lebt. Wer so naiv ist, der Darstellung gläubig zu unter der Einwirkung des Umsturzes den zirksmeisen Berhandlungen überlassen bleiben. folgen, muß zu dem Schluß kommen, daß Wilhelm II. min- Glauben an den Sieg verloren hätten. Von welcher Stelle die bestens zehn Jahre zu lange lebt, denn wäre er vor zehn Jahren Entmutigung wirklich ausgegangen ist, das fann man gestorben, hätten wir jetzt eine glorreiche Monarchie mit einem leicht ermessen, wenn man in den Erinnerungen des Oberstgroßartigen Kaiser, und zwei Brötchen würden dann jetzt leutnants Niemann folgende Schilderung der Ereignisse immer noch nur einen Sechser fosten. Auf fast derselben Grundlage wurde bereits am 12. und Auf fast derselben Grundlage wurde bereits am 12. und 13. April in Heidelberg verhandelt. Die Arbeiter waren durch aus bereit, trotz der von ihnen verlangten Opfer in Verhandlungen zu treten. Sie scheiterten auch damals an der Ab= lehnung der Industriellen. Es wäre kein Wunder, wenn angesichts dieser Starrköpfigkeit der Gedanke nach einer Berschärfung des Kampfes an Boden gewänne. Und von fommunistischer Seite wird seit Wochen eifrig versucht, das Feuer des allgemeinen Generalftreifs anzublasen. Das frivole Beginnen scheiterte allerdings an der ruhigen Ueberlegung der Arbeiterschaft wie der für die Führung des Kampfes verantwortlichen Faktoren. Nichtsdestoweniger muß die Arbeiter schaft aller Berufe erkennen: dieser Kampf ist unser Kampf, auch ohne Solidaritätsstreit, der lediglich den Unternehmern die Hasen in die Küche treiben würde. Es gibt andere Möglichkeiten zur Stärkung der Ausständigen, die restlos angewandt werden müffen. zu Das Ende des Siegesglaubens. Ich traf gegen 9 Uhr früh auf der Treppe im Hotel Britannique Vieles, was der Erkronprinz jetzt fagt. ift richtig und lieft, die sich Ende September 1918 im Großen Hauptquartier längst bekannt, bloß aus seinem Munde peinlich zu hören. 3u Spa abgespielt haben. Oberstleutnant Niemann schreibt: Immerhin, da er die Dinge von der Nähe fah. und jezt in General v. Bartenwerffer. manchem die Wahrheit sagt, hat die Bestätigung durch ihn einen gewissen Wert. Wir erwähnen also noch zwei Stellen: Ueber den Kriegsausbruch urteilt der Erfronprinz jetzt folgendermaßen: Dant einer unglaublich blinden Führung unserer äußeren Bolitik find wir so in den Weltkrieg hineingetapert. So groß war die Beschränktheit der verantwortlichen Stellen- daß man der ganzen Welt unglaubhaft erschien, daß sie solche Einfältig feit nicht für möglich halten wollte, fie für eine flug gewählte Maste nahm, hinter der sich ein ganz besonders geriffener Plan verbergen mochte! „ Der Würfel ist gefallen, wir werden unseren Feinden Waffenstillstand und Frieden anbieten." Waffenstillstand?" Ich glaubte mich verhört zu haben. " Ja, Waffenstillstand! Unsere Lage verträgt fein längeres Hinhalten. Der Feldmarschall und General Ludendorff sind unabhängig voneinander zur Ueberzeugung gekommen, daß feine Stunde mehr verloren werden darf." Der General eilte hinweg; er war zum Erften Generalquartiermeister beschieden. Das, was ich im Laufe des Tages erfuhr, deutete auf heila gleichfäme. Wenn also die Entmutigung unter dem Einflusse des umsturzes" eingetreten sein soll, so müßte General Ludendorff als das Haupt der Umstürzler angesehen werden! Nur Kapitalisten und Kommunisten können ein Interesse daran haben, den Streit bis zum Weißbluten zu führen, was freilich länger währen würde, als diese beiden unnatürlichen An einer anderen Stelle erzählt der Erkronprinz, im Juli ose Berwirrung. Die militärische Krise hatte auch eine afute Verbündeten zu ahnen scheinen. Die Kapitalisten hoffen auf 1918 habe er mit dem konservativen Führer v. He ŋde- politische erzeugt. Beide sollten gleichzeitig gelöst werden. Als ich zur Abendtafel ins Kaiserliche Quartier fam, fand ich die Entkräftung und Willenlosigkeit der Arbeiter nach er- brand eine Unterredung gehabt und ihm über die Kriegs- tille Refignation, die aber von einer unverkennbaren rungenem Siege, die Kommunisten glauben, die Verzweiflung lage reinen Wein eingeschenkt, indem er fagte, daß wir schon istimmung gegen General Ludendorff begleitet der niedergeworfenen Arbeiter für ihre politischen 3wede aus seit langer Zeit an der Westfront einen Verzweif= mar. Herr v. Lersner erzählte mir, die Heeresleitung habe den nußen zu können. Die Kapitalisten wollen der Welt weis- lungstampf mit ermüdeten, erschöpften Truppen gegen Waffenstillstand in einer Form gefordert, die einer Kapitulation machen, daß sie die Produktionsintereffen der deutschen Bolls- eine riesige leber macht führten". Herr v. Heydebrand wirtschaft durch die Erzwingung der 48- Stunden- Woche ver- schien das kaum faffen zu können, er bekannte, daß er bisher fechten. Ein einfaches Rechenegempel zeigt, wie unwahrhaftig eine völlig falsche Auffassung der Lage gehabt habe; man diese Behauptung der industriellen Scharfmacher ist. Seit habe ihn und seine Partei in Berlin völlig 12 Wochen ist die süddeutsche Metallindustrie zum Stillstand unrichtig orientiert. gebracht. 12 mal 46 Stunden, das find 552 Stunden, ist die So sind sogar die konservativen Thronstügen, wie Herr Produktion unterbrochen worden. Es werden 276 Wochen, v. Heydebrand damals gesagt haben soll, belogen und bealso mehr als 5 Jahre verstreichen, bevor durch die Verlänge- trogen" worden. So wenig ist dem alten System, das mit rung der Arbeitsmoche von 46 auf 48 Stunden dieser Ausfall dem Namen Wilhelm II. perfnüpft ist, zu helfen, daß selbst an füddeutscher Produktionsleistung ausgeglichen sein würde. der Erbe es völlig preisgibt um das Schiffchen seiner Hoffnung Wie aber wird diese Rechnung sich gestalten, wenn der Streif flottzumachen. sich noch über ein Bierteljahr hinzieht? Kennt fein Syndikus Es wird ihm nicht gelingen. Wilhelm auf Wieringen ist der südeutschen Metallindustrie den finanziellen Rüd- fein Kronprinz einer fünftigen Monarchie, er ist nur wider halt, den die deutschen Gewerkschaften den Metallarbeitern Millen ein Kronzeuge für die Republit. bieten fönnen? Hat feiner von ihnen berechnet, wie groß jetzt noch allein die materielle Leistungsfähigkeit des Deutschen Metallarbeiterverbandes ist? Hat sich keiner der wohlweisen Berater der deutschen Metallindustrie die Frage vorgelegt, was in dem harten Wettkampf der deutschen Industrie um den Weltmarkt der Sitlistand der süddeutschen Metallindustrie für unfere Ronkurrenten bedeutet? Diese Fragen aufwerfen, heißt sie beantworten. Die Antwort ist die Feststellung der schweren Schädiung allgemeiner deutscher Wirtschaftsinteressen durch die süddeutschen Metallindustriellen, gegen die die Arbeiterschaft in inniger Geschloffenheit sich zur Wehr fezt. Jeber Arbeiter, jede Arbeiterin muß heute wissen, um was der Kampf in Süddeutschland geht. Diese Erkenntnis muß das proletarische Pflichtbewußtsein auslösen. Nicht nur im Süden, sondern auch im Norden fämpfen wir so für die verfürzte Arbeitszeit und sichern uns gemeinsam die höchste soziale Errungenschaft der Revolution. = Ehrengericht statt ordentlichem Gericht. München, 13. Mai.( Eigener Drahtbericht.) München ist un einen politischen Standal reicher. Der Sanitätsrat Dr. Bittinger, der durch die Angaben des deutschnationalen Redakteurs Abel unter dem schwersten Berdacht des Hoch- und Landesverrats steht, wurde nicht vor ein öffentliches Gericht, sondern vor ein Ehrengericht gestellt, das ihn prompt freisprach. Die Breßberichte ergeben den Beweis, daß dieses Ehrengericht in eine Prüfung des fachlichen Materials gar nicht eingegangen ist, Ein verfassungstrener Universitätslehrer. sondern sich auf untergeordnete Fragen rein persönlicher Natur beschränkt hat. Unser Bruderorgan, die Münchener Post", fragt das Der Professor v. Freytag Loringhoven hat sich Justizministerium, warum tas Material über Bittinger nicht.dem neulich gewaltig über eine sozialdemokratische Anfrage im Staatsanwalt übergeben und was überhaupt in der AngeReichstag entrüstet, in der gesagt wurde, daß Professor legenheit unternommen wird. Nach dem bisherigen Berhalten des v. Loringhoven in seinem Kolleg die ungültigkeit der Justizministeriums ist anzunehmen, daß es gar nichts unterWeimarer Verfassung lehre. Er hat diese Darstellung be- nimmt. ftritten; aber tatsächlich führt er jetzt im roten ,, Tag"( Nr. 111) genau das aus, was ihm in der Anfrage vorgeworfen Botschafter Wiedfelds Empfang. Der deutsche Botschafter wurde. Ein Artikel aus seiner Feder über Die Rechtsgültig Wiebfeldt ist in New York eingetroffen. Bertreter der Stadt und feit der Weimarer Verfassung" kommt zu folgendem Ergebnis: der Regierung fuhren dem Dampfer bis zur Quarantänestation entDie Frage nach der Rechtsgültigkeit der Weimarer Ver- gegen und begleiteten das Schiff in den Hafen. faffung muß von jedem verneint werden, der zwischen Macht und Recht scheidet. Freilich erklärt Herr v. Loringhoven hinterher, daß man fich der Verfassung nicht offen widersehen dürfe, aber er tut dies mit folgender Begründung: Enfeignung der Karlisten. Nach dem Prager Becer"( Der Abend) wird das Parlament sich demnächst mit einem Gesezentwurf zu befassen haben, den slowakischen Großgrundbesitz der Familien Andrassy, Apponyi, Rakovsczty und Windischgraez zu enteignen, weil sie aufs eifrigste die farlistische Sache unterstützt haben. wohl die beiden elektrischen Teile des Herzschen Senders, wie den allen Seiten, ohne die Richtung, in welcher der Empfänger fich be inzwischen von Branly erfundenen Empfänger, den Fritter, mit findet, zu bevorzugen. Gerade diesem recht argen Zustand haben der Erde und einem hoch hinaufgeführten Luftdraht zu verbinden. fich aber die Empfänger ausgezeichnet anzupassen verstanden. Hier Auch die Antenne ist feine eigentliche Erfindung Marconis, denn arbeitet ein Gerät, das zu den herrlichsten Werkzeugen gehört, die fie wurte bereits vor ihm von dem Russen Popom auf der Emp. fangsseite benutzt. Obgleich also Marconi eine Zusammenstellung bereits bekannter Dinge vorgenommen hat, gelang ihm doch ein ungeheuer großer Fortschritt, so daß die Berechtigung seines Welt ruhms nicht bestritten werden kann. Der Geburtstag des Funkspruchs. Ein Bierteljahrhundert drahtlose Telegraphie. jemals von der Technit ersonnen worden sind. Die HochvakuumDer 14. Mai 1897 ist der Tag gewesen, an dem zum ersten röhre ist ein Eligier für Kraft, ein Jungbrunnen der Energie, Male die Fernübermittlung eines Buchstabens von einem Sendeort wie er wirkungsreicher nicht erdacht werden kann. Bei dem Marsch zu einer Gmpfangsstelle güdie, ohne daß zwischen beiben eine über Taufende von Kilometern ist die ausgesendete Aetherschwin förperliche Berbindung vorhanden war. gung müde geworden. Sie berührt nur noch als ein fast schon Die erften Versuche fanden, woran Artur Fürst in einem Bon fünf Kilometern überbrüdter Entfernung ist die Funt- verklungener Hauch den Empfangsdraht und wäre an sich völlig aufschlußreichen Aufsatz in der Umschau" erinnert, zwischen Laver- telegraphie in dem bescheidenen Zeitraum von 25 Jahren zur Er- außerstande, die Schallplatte des Abhörtelephons in Schwingungen nod Boint in der Nähe von Cardiff an dem tief in die Westküste oberung der ganzen Erde gelangt. Schon 1918 wurde die Stimme zu versetzen. Da tritt die Verstärkerröhre dazwischen und die Don England einschneidenden Bristolfanal und der fleinen Insel der mächtigsten Groß- Sendstelle, nämlich der Station Nauen, in Telephonmembrane fängt nicht nur an, sich leise zu bewegen, sie Flatholm statt. Ihnen wohnte Professor Slaby von der Technischen Avanui auf Neuseeland gehört, tas 18 000 Kilometer vom Herzen trompetet mit der Stimme eines Heerrufers. Hochschule in Berlin bei. Deutschlands entfernt ist. Gerade vor wenigen Wochen glückte es, Der Amerikaner Lee de Forest ist es gewesen, der den enta Auf der etwa 20 Meter hohen Klippe von Lavernod Point in einer bei Buenos Aires von der Gesellschaft für drahtlose Tele- cheidenden, ungemein fruchtbaren Gedanken für den Bau der Berwar ein 30 Meter hoher Mast errichtet, durch Drahtseile gehalten. graphie" erbauten Empfangsstation Zeichen der Antipodenstation stärferröhre gehabt hat. Er rückt damit in die Reihe der verdienstBon feiner Spitze führte ein isolierter Kupferdraht bis zum Fuße aufzunehmen. Es ist also heute möglich, von jedem Punkt der Erde vollsten Erfinder. Zur Ausnutzung der Verstärkerwirkung tann man mehrere Hochvakuumröhren hintereinander schalten. Eine des Mastes an den einen Bol des Empfängers. Der andere Bol aus brahtlose Zeichen zu jedem anderen zu senden. war durch ein langes Drahtseil, die Klippe hinunter, mit dem Die Erzielung dieses Maximums der Reichweite hat seine Ur- Rastade von acht Röhren verstärkt um das 160millionenfache. Ein Meere verbunden. Mitten im Kanal, fünf Kilometer entfernt von fache weniger in der Vervollkommnung ter Gender als in dem mit besonderer Sorgfalt gebautes Telephon gibt noch deutliche Töne, Lavernock Point, liegt das kleine Eiland Flatholm. Dort war der großartigen Ausbau der Empfangseinrichtungen, die eine geradezu wenn eine Energie von nur ein Zehnmilliardenstel Watt darauf unbegrenzte Leistungsfähigkeit erlangt haben. Die Sendeseite ist, einwirkt. Welch ein Weg vom Funfen zur Röhre! Im Anfang die Gendeort. ,, Es wird mir eine unvergeßliche Erinnerung bleiben, wie wir, an diesem Maßstab gemessen, arg zurüdgeblieben. An die Stelle Ueberwindung der Breite eines schmalen Meeresarms, heute ter des starten Windes wegen, in einer großen Holztifte zu fünfen des bescheidenen Induktoriums, das Herz und Marconi verwendet Flug der Aetherwellen über die Weltmeere hinweg. Und diesen unübereinander gefauert, Augen und Ohren mit gespanntester Auf- hatten, trat als Erzeuger des Speisestroms für die Sendefunken- geheuren Weg hat die drahtlose Telegraphie in einem Vierteljahr. merksamkeit auf den Empfangsapparat gerichtet, plöglich, nach Auf- ftrede bald die Wechselstrom- Maschine. Professor Braun in hundert zurückgelegt. hiffung des verabredeten Flaggenzeichens. Das erste Tiden, die ersten Straßburg verbesserte die Marconi- Schaltung weiter grundlegend deutlichen Morsezeichen vernahmen, lautlos und unsichtbar hinüber. durch die Einführung des geschlossenen Schwingungsfreifes und der getragen von jener felfigen, nur in undeutlichen Umriffen wahr. Antennenkoppelung, wodurch die Ausstrahlung weit größerer Enernehmbaren Küste, herübergetragen durch jenes unbekannte, geheim- giemengen möglich wurde. Die 1903 gegründete Gesellschaft für nisvolle Mittel, den Aether. ter die einzige Brüde bibet zu den drahtlose Telegraphie in Berlin entwickelte hieraus das System der Planeten des Weltalls. Es waren die Morsezeichen des v, welche tönenden Löschfunken. der Verabredung gemäß herüberkamen." Neues Boltstheater:„ Anna Boleyn" von Emil Bernhard. Es wird gejammert, daß die Dichter den Sinn für das Theater verloren haben und nur noch tas Stauberwelsch der Gedanken dramatisch schreiben. Deswegen ist es aber noch nicht zu loben, daß ein Mann von offenbarer Begabung nur auf Kulissenreißerei ausgeht und die Gedanken bei seinem Theaterstüid vollständig ausschaltet. Die Anna Hierauf begann das Zeitalter ter ungedämpften Boleyn des Herrn Bernhard ist so ein Wert, ausgeflügelt, auf Att. Diese Worte stehen in Adolf Slabys schönem Buch Ent. Schwingungen. Die älteste Anordnung zur Erzeugung unge- schlüsse und Sand in die Augen zurechtgemacht, sonst ein leeres deckungsfahrten in den elektrischen Ozean", und sie werden für dämpfter Wellen ist die Bauart mit Lichtbogen von Poulsen. Stüd, arm an Gestaltungskraft, ein Film, der vor mehreren immer in der Geschichte der Technik unvergessen bleiben. Es han- Es folgte die Hochfrequenzmaschine, ein glänzendes technisches Gerät, Jahren geschrieben worden ist. delt sich in Slabys Bericht um die erste llebermittlung eines draht- um deffen Ausbau fich Alexanderson, Goldschmidt und Graf Arco adt Gattinnen den Kopf abzuschneiten pflegte, wenn sie nicht nach Das Stück beschreibt den Bluthund Heinrich VIII., der seinen lofen Zeichens über größere Entfernungen mittels der von Mar- besondere Verdienste erworben haben. Durch alle diese Fortschritte seinem Willen früh genug das Zeitliche segneten. Anna Boleyn coni geschaffenen Apparate. Der tamals 23jährige Italiener aber hätte die drahtlose Telegraphie die Erte nicht erobern können. mar die unglücklichste dieser hübschen Frauen. Sie mußte trotzdem hatte an der Universität Bologna Vorträge von Profeffor Righi Denn fämtlichen Sendeeinrichtungen haftet immer noch ein grund- sterben, und die Jagdhörner dieses biffigen Rönigs, der Englands über die Herbschen Versuche gehört und war durch sie zu eigenen fäßlicher Charakterfehler an. Sie leiden aufs schwerste an der Kirche vom Papste losgerissen hat, um den weltlichen König auch Experimenten angeregt worden. Dem Professor Heinrich Herz in Verschwendungssucht. Zunächst zwingen sie ihre Besizer zum Auf- zum geistigen Souverän zu machen, schallen in ihren Kerter hinein. Bonn gelang es 1888 mit Hilfe höchst geistvoll ersonnener Anord- bau gewaltiger Luftdrahtanlagen. Sind doch die Nauener Groß- So endet das Stück mit Trara, nachdem es mit Trara begonnen hat. mungen den experimentellen Nachweis für die Richtigkeit von Mag- masten nach dem Eifelturm die hrchsten Bauwerke der Erde. Es Künstlerin ist start in den Augenblicken des Entfeßens und Cr Fräulein Rita Parfen spielte die Anna Boleyn. Die junge wells elektromagnetischer Lichttheorie zu liefern, in der behauptet ist auch notwendig, tie Luftdrähte über ein weites Gebiet zu starrens. Die Anmut, die ihr von der Natur gegeben wurde, bewird, daß die rasche Schwingung im elektrischen Funken eine Fern- spannen; fie reichen z. B. in Nauen über 2½ Kilometer. Ferner wältigt auch das Weichere der Bewegungen. Aber die sichtbare wirkung haben müffe, indem sie sich im Aether fortpflanzt. aber geht diese große Luftdrahtanlage mit der hineingegebenen Schönheit ihres Talents verträgt fich noch nicht vollkommen mit dem Guglielmo Marconi hatten den ausgezeichneten Gedanken, fo- Strahlungsenergie äußerst unwirtschaftlich um. Sie schickt sie nach Worte. Wenn Herr Lobe, der Regiffeur, es für nötig hielt, die 1 Der Zuckerwucher. Die fatastrophale Lage am 3 udermartf- für das Pjund Zucker wird jest fajon 24 m. verlangt statt 12 vor noch acht Tagen läßt sich die„ Lägliche Rundschau" von einer Fachgenossenschaft folgendermaßen schildern: Die Zuckervorräte der Industrie sind nur noch gering, nachdem fast alle Rübenbestände verarbeitet sind, das übrige verkauft wurde. Ins Ausland ist nur anscheinend wenig gegangen: Volksentseid in Sachsen. Das fehlte gerabe noch! Jeht sehen wir, daß Heckert umb| Knüppelfunze auf einer Stufe stehen und daß sie beide Schädlinge des Proletariats sind, von denen sich die Arbeiterschaft nur mit Etel Das Gesamtministerium hat in der geffeigen Sihung befchloffen. abwenden tonn. Denn vergewaltigt wurde im Leipziger Boltshaus Das Bollsbegehren wird auf Grund der§§ 1 und 2 des Gesetzes nicht irgendeine zufällig zufammengekommene Versammlung, sondern über Vollsbegehr und Boltsentscheid vom 8. März 1921 zugelaffen. der zentral zusammengefaßte Mille einer in schwersten Kämpfen Die Frist für die Stimmabgabe für den Boltsbegehr beginnt am gegen das Unternehmertum geschulten Arbeitergruppe, die eine halbe 6. Juni und endet mit Ablauf des 19. Juni. Million Mitglieder umfaßt. Der Rampf der bürgerlichen Parteien Sachsens gegen die foziaAbrücken von dieser Gesellschaft, so schnell und so weit liftische Regierung hatte sich in den legt vergangenen Wochen erwie möglich abrüden! Wieviel Unheil haben diese von gebnislos feftgelaufen. Alle Bemühungen, die Regierung zu stürzen, Dagegen muß festgestellt werden, daß sich ungeheure Mengen Moskau ausgehaltenen Arbeiterfeinde, die sich Kommunisten nennen, find gescheitert. Jekt griffen die Reaktionäre zum höchsten Recht von Inlandzucker zum Teil im Besiz des Großhandels, teils aber schon über das deutsche Proletariat gebracht. Es wird Zeit, daß von der Republik. Sie verlangten, daß durch Boltsabstimmung über die auch in Händen von Personen befinden, die, nicht zum Handel ge- unten herauf gründlich mit ihnen aufgeräumt wird. Regierung entschieden werde. Das Gesamtministerium hat diesen hörig, lediglich aus spekulativen Gründen waggon= Abrücken!" Das ist auch unsere Meinung. Das Sehnen Antrag genehmigt. weise aufgetauft haben und immer noch zurüdhalten. nach Einigkeit ist das innerste Herzensbedürfnis aller, die es Dabei ist gerade jetzt die Beobachtung zu machen, daß sowohl der mit den Arbeitern ehrlich meinen. Ihre Hoffnung wird strupelreelle Broßhandel, wie namentlich die Spekulanten, den 3uder auf los mißbraucht von einer fleinen magehalsigen Gruppe verReisen" schicken. Der Zucker wird, da man in diefen Kreifen antwortungsloser Leute, die mit dem Zukunftsglauben der ein energisches Zufassen der Regierung und eine Beschlagnahme der Ware befürchtet, freuz und quer durch Deutschland geschickt, um ihn stellen. Die Revolutionskommandantur Berlin. Unter diesem Titel hat Genosse Anton Fischer, in den ersten Monaten nach der Revolution erst stellvertretender Kommandant von Berlin unter Wels, dann eine Zeitlang selber Rommandant, feine Erinnerungen aus dieser Zeit herausgegeben und damit einen vor einem Zugriff der Behörden auf diese Art und Weise sicherzu- Väter und Mütter des arbeitenden Volkes! wertvollen Beitrag zur Geschichte ber November- Revolution geliefert. Die Berhältnisse haben sich jetzt derart verschoben, daß us. 2m 28. Mai sollt ihr Elternbeiräte an den Boltsschulen wählen.( Selbstverlag des Verfassers, Berlin N. 40, Alexanderufer 3. landzucker billiger als Inlandzucker ist. So foftet mit großem Aufgebot an Kräften und Mitteln holt die diesmal ficaff Preis 15 Mt.) Was feine Schrift vor allem auszeichnet, ist frische zum Beispiel tschechoslowakischer ungeschlemmter Zucker 32 M. organisierte Schulreaktion zum Schlage aus, um fich fefter denn je Lebendigkeit der Darstellung und rückhaltlofe Offenheit in Latfranko Berlin, während Inlandzucker mit 48 m. je Kilo angeboten in den Sattel zu fehen. Sie rechnet mit der Gleichgültigkeit und und begehrt wird. Es ist weiter festzustellen, daß die zuderver. Unaufgeflärtheit großer Teile der Elternschaft. arbeitenden Industrien, wie Schokoladenfabriken und Likörfabriken, gegenwärtig über Zuckerbestände verfügen, die weit über das ihnen bewilligte Kontingent und für mindestens zwei Jahresproduktionen ausreichen. Abgesehen von den be rechtigten Wünschen der Kleinverbraucher, der Hausfrauen usw. find die Dinge soweit gediehen, daß durch das egoistische Borgehen der beiden genannten Industrien, die jeden Preis anzulegen vermögen, heute weite Kreise des Handels und des Gewerbes sich außerstande sehen, auch nur Bruchteile der von ihr benötigten Buckermengen zu erhalten." Freie Wirtschaft in Reinfuftur! Nicht Sozialisten, rechts stehende Politiker geben diese Schilderung. Man fragt vergebens, ob es Wahnsinn oder ins Krankhafte gesteigerte Profit gier ist, die nach diesen Erfahrungen die Rechtsparteien noch dazu veranlaßt, gegen die 3 wangswirtschaft aufzus treten. Milliarden schluckt der Zwischenhandel, niemand ton trolliert ihn und die Zuckerindustrie, die nur Breise herauffetzen, angeblich aber nicht für eine geregelte Berteilung forgen fann, fommt auch glänzend dabei weg. Das Volk selbst muß erkennen, wo seine Feinde sind, die ihm den Zucker als Liför und Schokolade massenweise anbieten, den Berbrauchszuder aber trotz des Magenmangels der Eisenbahn beliebig auf Reisen" schicken. Daß dieser Volksbetrug auf Beranlaffung und unter Führung der Landbündler erfolgt, eröffnet die herrlichsten Aussichten für die Ernährungswirtschaft, wenn die bürgerlichen Barteien aller befferen Einsicht und Erfahrung zum Trog die Getreideumlage zu Fall bringen sollten! Den Kommunisten ins Stammbuch. Unser Chemnitzer Parteiblatt, dem man wirklich nicht nachsagen kann, daß es der Einigungsbewegung die talte Schulter zeigt, schreibt zu dem kommunistischen Standal auf dem Bauarbeiterfongreß in Leipzig: Es flingt wie ein Sohn, daß diese elenden Wichte es noch wagen, die Internationale zu fingen, von der sie wahrscheinlich vor brei Jahren noch keine Ahnung hatten.... Da aber der gesunde Sinn der Bauarbeiter solche hysterischen Gestalten ablehnt und die schwere Berantwortung für die Organisation zuverlässigeren Leuten überträgt, so greift Heckert nach berühmtem Muster zur Brechstange, sprengt die Türen des Boltshauses, jagt die von den Arbeitern gewählte Generalversammlung auseinander und verkündet triumphierend seinen Sieg über den Willen der deutschen Bauarbeiterschaft. Unter der Firma apolitij- christlich glaubt fie, die Eltern für ihre politisch- unchriftlichen Ziele einfangen zu fönnen. Herunter mit der Maske! Wer verbirgt sich dahinter? Der reaktionäre Bürgerblod im Bunde mit der reattionären Geistlichkeit. Diese glauben jeht mit Hilfe der irregeführten Elternschaft ihren Einfluß auf die Volksschule wiedergewinnen, ja vergrößern zu können. Macht ihnen einen Strich durch die Rechnung! Sie wollen die Schule eurer Kinder auch heute noch derfelben nationalistisch- kapitalistischen Politik dienstbar machen, deren Folgen wir im Weltkriege schaudernd erlebten. Sie führen einen gehässigen, hinterhältigen Kampf gegen den kleinsten Fortschritt und gegen jeden Borkampfer des Proletariats in Erziehung und Schule. Zur Abwendung der unserer Schule drohenden Gefahren gehen die drei Arbeiterparteien gemeinsam in den Kampf gegen die Schulreaffion. Bäter und Mütter des arbeitenden Bolles! Beteiligt euch an den Vorbereitungen zur Wahl! Werbt für die gemeinsame Cifte der drei Arbeiterparteien! Wählt am 28. Mai geschlossen die Bereinigte Lifte der SPD., Uspp. und KPD.! Für weltliche Einheits- und Arbeitsschule! Der Aktionsausschuß der SPD, USPD.- und APD.Elternbeiräte Groß- Berlins. großen Masse spielen wie mit einem Hund. Immer wieder ist's die gleiche Geschichte. Der Ruf, der von links fommt, Plingt so vertraut, den Wünschen der Hörenden so wesensver wandt, daß sie Schritt um Schritt und weiter dem anderen entgegengehen, als ihr Berstand es ihnen als richtig erscheinen läßt. Sind fie beim Bruber Klassengenoffen angelangt, er halten sie eine fchallende Ohrjeige; dann hören sie, daß sie sich unterordnen sollen, daß fie dumme Esel sind, die mitzulaufen haben, wohin der andere will. Wir brauchen die Einigteit, wir müssen zu ihr tom men. Der Weg zu ihr führt aber nicht zu jenen Elementen, die unser Chemniger Parteiblatt so treffend schildert, sondern über sie hinweg. Radek und der Franzosengeneral. Der Staatskommiffar Beismann hatte im Hauptausschuß des Preußischen Landtages behauptet, der französische Kommandierende General in Düsseldorf habe Karl Radet verboten, in einer öffent lichen Arbeiterversammlung zu reden. Die fommunistische Presse bezeichnet, dies als eine Lüge, das Berbot sei von Weismann ausgesprochen worden. Rolle Heinrichs VIII. einem Großschreier des Tingeltangels, Herrn Gerron, anzuvertrauen, so hätte er schon alle Bucht feines Ein- Dazu stellt der Sozialdem. Parlamentsdienst" fest, daß das fluffes zum Dämpfen diefes Temperaments gebrauchen müffen. Herr Redeverbot vom preußischen Minister des Innern ausging und daß Berron ist gewiß nicht unbegabt, aber er hat das Schattieren der auch der französische General in Düsseldorf erflärte, Rabet nicht Töne, das Abwägen der Bewegungen, mit einem Wort: jenes Eben öffentlich reden zu lassen. Er äußerte aber den Bunsch, Radet maß verlernt, das der Schauspieler braucht, wenn er nicht unerträg- gern persönlich fennen zu lernen und ihn reden zu lich werden soll. Durch eine spizig betonte Klugheit gewann der Kardinal Wolsey des Herrn Erich Otto. Maxim Freys Bühnen- hören. Aus diesem Grunde hätte er gern gesehen, wenn Starl bilder waren einfach, doch malerisch belichtet und sehr zweckmäßig. Rabet infognito nach Düsseldorf gekommen und dort unter bilder waren einfach, doch malerisch belichtet und sehr zweckmäßig. falschem Namen geredet, vielleicht auch unter vier Augen M. H. Hauskonzert im Reichsjuftizministerium. Cembalo, Gesang und bem franzöfifchen General einen Besuch abgestattet hätte. Flöte. Nichts braucht's mehr, um die galante Rofofozeit uns aufs strahlend ihren Karl Radek ins französische Hauptquartier nach Die Rommunisten waren natürlich beglückt und hätten freude deutlichste vorzuzaubern. Zwischen Genua, Katastrophenftimmungen und unserer rastlosen Sysiphus- Rettungsarbeit jene holden Spiele- Düsseldorf gefchickt, fonft tönnten sie jetzt nicht so wütend darüber reien wieder aufleben zu laffen- paßt jedenfalls beffer in den Salon fein, daß die preußische Regierung ihnen diesen Spaß verdorben als in den ganz ernsten Konzertsaal. Denn all das bleibt doch immer hat. Eigentlich hätte man Radet ruhig fahren lassen sollen. Arm nur etwas fünstliche Reminiszenz. Hier im Reichsjustizminifterium, in Arm mit dem Vertreter des wütendsten Militarismus würde er wo Frau Lydia Rabbruch zu einem Wohltätigteitskonzert für die ein schönes Gegenstück zu der Gruppe König Bittor Emanuel und Altershilfe des deutschen Boltes" eingeladen hatte, waren die nicht schitscherin an Bord eines italienischen Schlachtschiffes liefern. allzu zahlreichen Zuhörer für die Darbietungen vollauf empfänglich. Sowohl die Cembalo- Vorträge der ausgezeichneten Cembalistin Anna nummern der rühmlichst bekannten Lotte Leonard und Emil Brills fanden ungeteilten Beifall. Das Programm, umrahmt von den beiden Großen, Händel und Bach, und fast alle ihre bebeu tenderen Vorgänger und Zeitgenossen umfassend, war tabellos zu fammengestellt. Solche Hauskonzerte fönnten vielleicht den ver lorenen Salon ersetzen, wenn die Fühlung zwischen Gebenben und Empfangenden noch etwas wärmer wäre. Linde, als auch die Gesangs- und Flöten- Piecen und Ensemble. H. M. Frühling im Wintermantel. Alles ist verwandelt Exzellenzen Steh'n bescheiden heut vor Schiebertüren Soll man da nicht gleichen Wandel spüren In dem wonnejamen grünen Lenzen? Benn bei fünf Grad Réaumur die Finken Schmettern, als ob fie bezahlt in Franken, Heben lenzbeschwingt sich die Gedanken, Lät man auch vor Bicht und Rheuma hinten. Alles steht heut Kopf der Krieg heißt Friede, Völkerharmonie heißt öd Gezeter Darum lob im interpaletöter Ich den Lenz mit einem Bonneftebe. 2ucian. Der Moskauer Prozeßbeginn verschoben. Die Untersuchung im Prozeß der Sozialrevolutionäre wird in den nächsten Tagen beendet. Der Beginn der Berhandlungen ist auf den Juni verschoben worden. Man will die von den Internationalen vorgeschlagenen Verteidiger nur unter beson beren Garantien zulassen, welche das Justizkommissariat für unumgänglich halte, da einige von den Verteidigern, wie Suchomlin, Robialom, Garewitsch sehr aftive Sozialrevolutionäre feien. Doch wird erklärt, daß diese Maßregeln die Verteidigungsfreiheit nicht berühren würden. Welcher Art die Maßregeln find, geht aus der Bramba" hervor, welche die Forderung nach Zulassung offenbarer Entente- Agenten und antisowjetistischer Terroristen" für eine unerhörte ropotation erflärt. Berräter bleiben Berräter, Spione bleiben Spione. Wenn die 2. Internationale beabsichtigt, uns folche Leute herzufchiden, so wird auch der Empfang ein dementsprechender sein. Wir erfüllen die in Berlin von uns übernommenen Berpflichtungen der Sulaffung frei gewählter Berteidiger, aber außerhalb des Gerichtssaales müssen sie sich unter Bedingungen befinden, die uns vor der militärischen Spionage und den gegenrevolutionären Anschlägen dieser Schurfen sichern." 11 fachen und Urteilen. Zum Teil soll die Schrift wohl auch eine persönliche Rechtfertigung sein, biese ist jedoch nicht vonnöten, da Fischers Berhalten und Tun durch den Untersuchungsausschuß, den feinerzeit die Preußische Landesversammlung über die Januarunruhen eingesetzt hat, eine völlige Rechtfertigung erfahren hat. Bei diesem Charakter der Schrift ist um so amerfennenswerter, daß Fischer nicht etwa über die Dinge, die feinen Gegnern Angriffs. puntte bieten fönnten, hinweggleitet, sondern sie fachlich behandelt und aufklärt. Fischers Darstellung beginnt mit der Schilderung des vollstän dem Berliner Sicherheitsdienst geschaffen hatte. Hier fällt er manches digen Chaos, das die Revolution in den Berliner Regimentern und berbe, aber bei ruhiger Ueberprüfung gerechte Urteil teils über die abenteuerlichen Existenzen, die vielfach die Führung an sich gerissen hatten, teils aber auch über die heldenhaften" Stützen des alten Systems, die teine andere Sorge fannten, als ein ständiges Gewinss! um ihre persönliche Sicherheit. " Aus diesem völligen Chaos herauszufommen und die ins Banten gekommene Sicherheit in der Millionenstadt Berlin wiederherzustellen, wäre auch dann noch eine Riesenaufgabe gewesen, wenn nicht vom ersten Tage an die Gegentreibereien der Spartatusleute eingefeßt hätten. Auf alle Weise suchten diese, die neugeschaffene Republikanische Soldatenwehr zu unterminieren. Eichhorn als Chef der Sicherheitspolizei arbeitete immer mehr gegen die Kommandantur. Den aufreibenden Rampf gegen dieje Bühlereien schildert ein großer Teil der Schrift. Fischer legt offen bar, wie er gegen die zahllosen Agenten und Burlere der Spartafiften feinerseits ein Nachrichtenwesen organisieren mußte, worüber natürlich die Leute am meisten Zeter mordio schrien, die mit diesen Methoden angefangen hatten. fleineren Zusammenstößen in November, dann zu den schwereren Die Bühlereien des Spartatusbundes führten erst zu den im Dezember, um schließlich die blutige Spartakuswoche bes Januar zu entfeffeln. Diese Dinge find ja heute ziemlich aufgeklärt, doch bringt Fischer noch einige interessante, bisher unveröffentlichte Dokumente, bie manches Detail beleuchten. Das gilt namentlid, von den Berhandlungen mit der Boltsmarine- Division des Schlosses( auf Hauptveraniaffung des unabhängigen im Schloß, mit der ein vollständiges Abkommen über die Räumung Finanzminifters Simon) erzielt war, die fich dann aber wieder von Dorenbach und seinem fommunistischen Anhang gegen bie Regierung aufheben ließen. Fischers Urteil über die Matrofen ist, obwohl ber Dorenbach zuneigende Teil der Boltsmarine- Division ihm selber übel mitgespielt hat, ein mildes: In seinen Augen waren es wohl grobe Gefellen, aber doch im Grunde große Kinder, die selbst nie recht wußten, was sie wollten. Ram man ihnen mit starten Trümpfen, so ftimmten fie einem zu, um freilich gleich wieder umzufallen, menn ein anderer mit stärkeren Trümpfen tam. Deshalb betrachtet Fischer auch den Angriff des Rommando equis am 24. Dezember auf das Schloß troß alles Borangegangenen als einen taktischen Fehler. Im übrigen aber unterstreicht auch seine Schilderung, wie sehr gerade die sozialdemokratischen Boltsbeauftragten vor Blutvergießen zurüdfcheuten, was freilich die Spartatiften nicht verhindert hat, aus Ebert, Scheidemann, Wels usw. nach ihren agitatorischen Bedürfnissen Bluthunde" zu machen. Die Spartakuswoche begann für Fischer mit seiner Gefangenfehung im Marstall, die durch das Revolutionstemitee Liebknecht, Ledebour, Scholze, erfolgte. In der Gefangenschaft glückte es ihm jedoch, die von Dorenbach irregeleiteten Matrofen auf seine Seite zu maßlosem Staunen bringen und nun seinerseits das Revolutionsfomitee zu dessen aus dem Marstall zu verweisen. Sofort nach seiner Freilaffung beginnt er eine energische Aftion zur Wiedernahme Berlins, die in wenigen Tagen mit den Stämmen treugebliebener Stegimenter. und einigen von Sozialisten gebildeten Freiwilligentruppen, bestehend aus organisierten Arbeitern, gelingt. Fischers einwandfreie Darstellung widerlegt die reaktionäre Legende, daß es die von Offizieren befehligten und meist reaftionär gefinnten Freiforps gewesen seien, die Berlin zurüdgewonnen hätten. Tatsache ist, daß diese ihren gefahrlosen Einzug erst dann hielten, als nichts mehr zu tun war, fich dafür aber um so aufdringlicher als die ,, Retter Berlins" ge bärdeten und preisen ließen. Die legten Rapitel der Fischerschen Schrift sind eine Anklage, daß man zugunsten diefer Freiforps die guten Anfäge einer republikanisch zuverlässigen Truppenmacht, die fich gerade in den Januartagen herausfrystallisiert hatten, hat ver fallen lassen. Diesen Fehler hat auch der„ Borwäris" oft genug warnend beleuchtet. Bei dem offenherzigen Charakter der Schrift ist diese feine Lobrebnerei für die Partei. Auch an ihr und den Handlungen einzelner Führer wird Rritit geübt. Aber im ganzen beweist die Schrift doch, baß die Partei in den großen Grundzügen ihrer Bolitit nicht anders handeln fonnte, wollte sie nicht Deutschland tatenlos dem bolichemi fchen Chaos verfallen lassen. Anspach und die Entente. Halbamtlich warnt I. zur Angelegenheit Anspach vor ungereimten Hebertreibungen, wie sie sich in einzelnen Breffeäußerungen fänden. Nun hat Anspach zwar verschiedene ausländische BeDie Auslandsdelegation der linfen Sozialrevolutionäre teilt hörden und einzelne Persönlich feiten genannt und zu mit, daß alle linten Sozialrevolutionäre, die sich in Mostau in Haft gleich die Art von Material, die jeweils mit Borzug abgenommer befinden, wieder in den Hungerfireit getreten find, der schon vier wurde. Es ist nun die Aufgabe, das vorgefundene Material un Tage bauert. Der legte Streit hat neun Tage, bis zum die einzelnen Befundungen mit den politischen Borgängen der letzten Des fels 10. April 1922, gedauert. Die Gemossen sind sehr schwach und zwölf Monate zu vergleichen und dabei Ursache und Ramfoff, Rachowstaja, Troutowsfi und Maieroff fast fter bend. irfung festzustellen. Schon jetzt werden gewisse B Hulählich des zehnten Tobestages von Strindberg( 14. Mai 1912) Die Auslandsdelegation ber linten Sozialrevolutionäre hat fich fchuldigungen, die in Deutschland als fast unerflärlió) cr hat die Direktion Meinhard und Bernauer für das Feher des Theaters i. b. Söniggräber Straße eine Stolossal- Strindberg- Büste von der Bildhauerin, an alle sozialistischen Parteien mit der Bitte um dringende funden wurden, an der Hand vorliegender Anspachscher Festste Emma Cotta ertoorben. 13ntervention gewendet. " @ pielplanänderung. Die Uraufführung von Schatten im Deutschen Theater ist auf Mittwoch vetagt. gen verständlich. Gewerkschaftsbewegung Weitere Ausdehnung des Metallarbeiterkampfes? Betriebsrätewahlen bei der Reichsbahn. Bon den am 10. und 11. d. M. erfolgten Betriebsrätewahlen bei der Reichseisenbahn liegen einige Teilergebnisse aus den Bezirken vor. Danach erhielten im Bezirk Breslau. Dresden( Altstadt) Elberfeld Stönigsberg. Mainz Münster DEV. AEV. GDE. KPD. 1912 585 523 950 14.798 2000 58 • 5246 913 • 959 10 971 1943 599 10 233 5949 305 1096 281 2204 57 straße 6; Elberfelder Straße 33. Die Wahl ist persönlich auszuüben! Mitgliedsbuch wird abgestempelt! Der Aftionsausschuß( Amsterdam). Die Cohnbewegung der Kupferschmiede endete nach längeren Berhandlungen mit einer Einigung auf der Grundlage einer Lohnerhöhung von 3,50 bis 4 mtt. pro Stunde. Der tarifliche Mindestlohn beträgt jeht 24,50 Mt. Als Delegierte zur Generalversamm lung wurden durch Urabstimmung gewählt die Kollegen Fleischmann, Krause, Paez, Krüger, Sober Heinrich. und Im Reichsarbeitsministerium war am Donnerstag eine Befprechung zwischen Bertretern des Metallarbeiterverbandes und der heffen naffauischen Gruppe des Gesamtverbandes deut= scher Metallindustrieller unter dem Vorsitz eines Bertreters des Reichsarbeitsministeriums. Durch die in Frankfurt a. M. und Offenbach a. M. somie in Darmstadt gefällten Schiedssprüche maren innerhalb des Frankfurter Tarifgebietes in bezug auf die ArLöhne der Maler. Durch Entscheidung des Haupttarifamts vom beitszeit Unstimmigkeiten aufgetreten, die durch die Verhandlungen Auf Grund dieser Ergebnisse fann festgestellt werden, daß die 10. Mai tritt ab 16. Mai für Berlin eine neue Lohnerhöhung um beseitigt werden sollten. Leider führten sie zu feinem Ergebnis. Die Arbeitgeber bestanden darauf, daß die 48 stündige meldungen der kommunistischen Preise von den großen Erfolgen" 4,50 m. pro Stunde ein. Der Mindestſtundenlohn beträgt demnady Arbeitswoche alsbald zur Einführung gelangen sollte. Die der Kommunisten start übertrieben find. Eine Gegenüberstellung in Groß- Berlin: für Malergehilfen über 20 Jahre 24,50 m, für Arbeiter lehnten das ab und verlangten, daß der vom Reichsarbeits- der Teilergebnisse aus den Bezirken Breslau, Dresden- Altstadt, El- Anstreicher über 20 Jahre 24 M. und für Malergehilfen unter 20 Jahre 23,30 M., und zwar bis einschließlich 15. Juni. Neue Verministerium aus Anlaß des Metallarbeiterfonflifts in Süddeutschhandlungen sind in den ersten Junitagen. lanb in bezug auf die Arbeitszeit gemachte Vorschlag die Grundlage der Berhandlungen bilden könne. Die füddeutsche Gruppe des Metallindustriellenverbandes hat beschlossen, am Mittwoch in der Metallindustrie des Frant furter Bezirks und Mittelbadens die Aussperrung in Wirksamkeit treten zu lassen. Um eine weitere Ausdehnung des füddeutschen Rampfes und eine damit verbundene neue Schädigung des Wirtfchaftslebens zu verhindern, empfahl der Bertreter des Reichsarbeits ministers, die Aussperrung nicht in Kraft treten zu laffen, sondern für den Frontfurter Bezirk die Arbeitszeit in Aussicht zu nehmen, die im süddeutschen Kampf unter den Parteien schließlich vereinbart merden wird. Der Achtstundentag und der Vorwärts". " Der„ Roten Fahne" ist es furchtbar unangenehm, daß der Borwärts" fich rückhaltlos für den Achtstundentag einfegt und dem Mostauer Organ in diesem Buntte auch nicht die geringste Angriffsfläche bietet. Ist doch der Borwärts" fchon zu einer Zeit für den Achtstundentag eingetreten, wo der Bolschewismus samt seinen neugebadenen Berfechtern in Deutschland, kaum im Embryonalzustande existierte. Trotzdem sucht das auf illegale Methoden eingeschworene Zentralorgan der KPD. den„ Borwärts" fortgesetzt der Gegnerschaft gegen den Achtstundentag zu zeihen. Weil es den Genoffen Adolf Cohen vom ADGB. mit Mag Cohen- Reuß verwechselte und Adolf Cohen sich im Vorwärts" hagegen verwahrte, als Gegner des Achtstundentags in der„ Roten Fahne" abgestempelt zu werden, verdächtigt das Blatt Cohen auch jezt noch und sucht uns" Schwindelei“ zu unterstellen. In ihrer gestrigen Abendausgabe geht die Rote Fahne" aus Mangel an Agitationsstoff auf eine Abhandlung von Mar Cohen im Firn" Dom 1. April ein und bezeichnet es als„ Aufgabe der fommunistischen Arbeiter", an die SPD- Arbeiter heranzutreten, fie_zu fragen, ob sie sich den Raub des Achtstundentages gefallen laffen mollen und wenn nicht, warum sie sich in ihrem Namen eine so infame Propaganda durch die Cohen, Raliffi, Schippel und die fie indirekt verteidigenden Vorwärts" Leute gefallen lassen". Jeder Vorwärtslefer meiß, mas er von dieser infamen Ber dächtigung zu halten hat. Die zum Lesen der Roten Fahne" verurteilten 2írbeiter jedoch nehmen solche Anmürfe ernst und gehen dann in den Betrieben damit haufieren, weil die Rote Fahne" es ihnen zur Aufgabe" machte. Aufgabe unserer Parteigenossen ist es demgegenüber der Wahrheit zur Ehre zu verhelfen. Korbmacherftreik! 150 im Holzarbeiterverband organisierte Korbmacher steben seit dent 3. Mai in 17 Werkstätten im Streit. In vielen Verhandlungen und Rücksprachen mit den Unternehmern durch Vertreter des Verhandes wurde versucht, den Konflikt zu vermeiden, doch die rückständige Ansicht der Arbeitgeber blieb vorherrschend, so daß zum legten Mittel gegriffen werden mußte. Die Korbmacher find trok der ungemein hohen Preise für Korbwaren die schlechtstbezahlte Gruppe der dem Holzarbeiter verband angeschlossenen Branchen, weshalb auch diese Arbeitergrappe eine menschenwürdige Entlohnung anstrebt. Die Versuche der Unternehmer, durch allerhand Drohungen die Streifenden einzuschüchtern, sind verlorene Liebesmüb und fördern nur ihren zu fammenhalt. Die Stimmung der Streifenden ist gut, da fie der Unterstüßung aller organisierten Holzarbeiter sicher find. Haus- und Straßensammlungen der Altershilfe 14. bis 28. mai berfeld, Königsberg Mainz und Münster ergibt, daß den 50 000 Stimmen des Deutschen Eisenbahnerverbandes nur 1530 Stimmen der Kommunisten gegenüberstehen. Im Bezirk Königsberg, in dem die Kommunisten bisher über einen starken Anhang verfügten, vermochten fie feine einzige Stimme aufzubringen. Im. Bezirk Berlin wurden nach den bisher vorliegenden sicheren Meldungen abgegeben für die 10 800 Stimmen 15 837 3.244 " 57 W Liste des D. E. V. Revolutionäre Liste" Rifte des M. E. V.. Liste der G. D. E. Einzelne größere Dienststellen aus dem Bezirk stehen noch aus. erbandes stehen bis jetzt ganze 7367 Stimmen der KommuDen rund 60 000 Stimmen des Deutschen Eisenbahner nisten gegenüber. Freilich, auch sie sind noch viel zu viel. find für die Transportarbeiter für den Monat Mai neue In den Berliner Briefumschlagfabriken und Luguspapierfabriken Löhne vereinbart worden. Die neuen Tarife fönnen gegen Mitgliedsausweiß beim Transportarbeiterverband, Engelufer 24/25, II, gimmer 31, in Empfang genommen werden. SPD.- Betriebsräte! Gruppenversammlungen sind für die Befleidungsindustrie: Montag, 7 Uhr, Gewerkschaftshaus; Holzindustrie: Dienstag, 7 Uhr, Gewerkschaftshaus; Metallindustrie: Mittwoch, 7 Uhr, Germaniasäle, Chauffeeftr. 110. Neuwahl der Gruppenleitungen des Zentralrates und der Generalversammlungsdelegierten. Jeder einzelne SPD.- Betriebsrat muß erscheinen. SPD.- Betriebssekretariat. SPD.- Gemeinde- und Staatsarbeiter! Montag, 7 Uhr, Mufifer fäle, Kaifer- Wilhelm- Straße 31: Konferenz aller SPD.- Funktionäre. Erscheinen jedes einzelnen notwendig. Mitgliedsbuch der Partei und Gewerkschaft legitimiert. Der Fraktionsvorstand. SPD. Betriebsräte der Metallindustrie! Dienstag, 7 Uhr, Sophienfäle", Sophienstr. 17/18: Fraktionstonferenz aller SPD. Betriebs- und Arbeiterräte. Stellungnahme zu den Wahlen in der Gruppenvollversammlung am Mittwoch. Mitgliedsbuch der Partei und Gewerkschaft legitimiert. Der Fraktionsvorstand. Achtung, Buchdruder und Schriftgießer! In der Woche vom 15. bis 20. Mai werden die Delegiertenmahlen zur Verbandsgeneralversammlung am 3. Juli in Leipzig vollzogen. Auf die Bedeutung diefer Wahlen muß nicht erst besonders hingewiesen werden. Notwendig ist aber, daß wir nur solche Kandidaten als Delegierte zur Generalversammlung wählen, die treue, zuverlässige Anhänger der Amsterdamer Gewerkschaftsinternationale find. Die Betriebsräte und Vertrauensleute bitten wir, das Material zur Agitation am Montag, um 4 Uhr, im Lokal von Steinice, Zimmerstraße, in Empfang zu nehmen. Auch der fleinste Betrieb muß pertreten fein, auch im fleinsten Betrieb muß für unsere Sache agitiert werden, damit der Erfolg auf unserer Seite ist. Der Aktionsausschuß: Hermann. Graphische Hilfsarbeiter und-arbelferinnen Berlins. Kollegen und Kolleginnen! Wählt heute von 9 bis 5 Uhr die Liste I in folgenden Lotalen: Schönhauser Allee 134b; Lindomer Straße 26; Tilsiter Straße 64; Borhagener Straße 54; Köpenicker Straße 165; Urbanftr. 93; Prinz- Handjern- Straße 3; Bülowftr. 55; CharlottenAchtung, Bauarbeiter! Ueber 10 Wochen tobt bereits der Kampf in der Metallindustrie um die 46stündige Arbeitswoche. Die Unternehmer find drauf und dran, die Errungenschaften der Revolution zu beseitigen. Bas heute den Metallarbeitern passiert, fann morgen uns treffen. Darum ist ihr Kampf auch unser Kampf. Sollen fie im Kampfe nicht unterliegen, muß ihnen beizeiten geholfen werden. Der ADGB. und die Ai: haben die Arbeiterschaft bereits aufgerufen, einen wöchentlichen Beitrag von 5 M.( für Männer) zu entrichten. Der Berbandsvorstand hat vom Verbandstag außerdem fordern wir die Baudelegierten auf, schon jegt auf den Baueinen Sonderbeitrag von 5 M. gefordert. Um aber schnell zu helfen, stellen auf Listen zu sammeln und dafür die Solidaritätss morfen zu 5 und 10 M. im Berbandsbureau, Zimmer 53, zu holen. Der Vereinsporstand. Achtung, Bauarbeiter! Die Einsetzer stehen seit dem 2. Mai im Streit. Jeder arbeitende Einsetzer muß sich durch eine Berech tigungsfarte mit dem Stempel der Branchenleitung ausweisen. Streifbrecherarbeiten. Bauarbeiter, übt Solidarität und verhindert die Herstellung von Der Bergarbeiterfireit im Dortmunder Revier ist beendet. Die Die Belegschaften heute wegen Reparaturen des Schachts noch nicht Belegschaften der vom Streif betroffenen Zechen find zur heutigen Frühschicht vollzählig zur Arbeit erschienen. Auf einer Zeche, fonnten anfahren. Der Streit in den Magdeburger Zuderraffinerien ist nach über fünfmöchiger Dauer beigelegt worden. Die Textilarbeiter in den Wollwebereien find gestern früh in Netzschkau, Mylau. Greiz und anderen Orten in den Streik eingetreten. -Der Streif in München Gladbach hat sich, dem Konfektionär" zufolge, im Laufe einer Woche auf mehr als 100 Spinnerei- und Bebereibetriebe ausgedehnt. Die Streifenden fordern hier angeblich 70 Broz. 2ohnerhöhung, die Unternehmer wollen nur 20 Broz. bewilligen.( Siehe auch die geftrige Morgenausgabe Des„ Borwörts".) Berantw. für den redatt. Teil: Franz Klühs. Berlin- Lichterfelde; fite Unzeigen: Sh. Glode, Berlin. Berlag Borwärts.Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei u. Berlaasanstalt Boul Singer u. Co.. Berlin, Lindenstr. 3. Hierzu 3 Beilagen. DUNLOP Gummibereifung Die Weltmarke bürgt für Qualität! A.Wertheim Leipziger Straße( Versand- Abtollung) Königstraße Rosenthaler Straße Moritzplatz Jugendlich. Kleid aus gutem Voll- Volle, mit reicher, farbiger Stickerei 595M Kimono- Bluse aus gemustertem Volle, mit weißer Blende. 195M Wasch- Blusen ( Verkauf am Wäschelager) aus farb.Voile 118M Jumper mit Handstich geblumter Damenmäntel Staubmantel Imprägn. Baumwollrips, hell und dunkel, offen und geschlossen zu tragen Covercoat- Paletot dreiviertellang, weite lose Form Tuchmantel eich bestickt, 490M 795M reich bestickt, 1475M hell und dunkel Damenkleider Jugendl. Kleid gam Baumwoll- Musselin, hell u. dunkel gemust. 390M Frottékleid moderne Machart, 485M viele Farben, mit hübscher Stickerel Vollvoile- Kleid • gestreift aparte Form, mit weißem Volle garniert Weißes Kleid 825M aus Vollvolle 875M Jabot- Bluse Taille u. Rock reich mit Einsäben garniert Nachmittagskleid ans gemust. Vollvolle, Rock m. 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Delius( Dem.) erstattet den Bericht, aus dem zu entnehmen bei Wasserstraßen, Luft- und Kraftfahrwesen, in dem gleichfalls ist, daß infolge der Einführung des Achtstundentages das Personal Stellen gestrichen sind, fort. um 62 000 Köpfe vermehrt wurde und bisher rund 30 000 Beamte mission beschlossen hat, daß auf der badischen Strecke durch die An- flüssig bezeichnet. Etwa 800 bis 900 Beamte werden an die ReichsAbg. Dieh( 3.) weist darauf hin, daß die Rhein- Zentralfom- entlassen wurden. Der Ausschuß hat 6036 Beamtenstellen als überlage von Stauwerfen der Oberrhein abgeleitet und auf die fran= finanzverwaltung abgegeben werden. zösische Kanalftrede übergeleitet werde. Dieser Plan müsse von. Deutschland, das in der Zentralfommission nicht vertreten sei, mit größter Aufmerksamkeit beachtet werden, um eine Schädigung der deutschen Interessen zu vermeiden. Abg. Schumann( Soz.): Die Sozialdemokratie ist schon immer für einen einheitlichen Ausbau des Verkehrswesens, also auch der Wasserstraßen, eingetreten, hat sich aber stets gegen das Privatmonopol ausgesprochen. Sie lehnt alle Bestrebungen auf Privatisierung der Eisenbahnen und der Verkehrshäfen ab und bedauert, daß bei der Uebertragung dieser Berkehrseinrichtungen auf das Reich nur halbe Arbeit geleistet werde. Die Schutz- und Sicherheitshäfen sind zwar in den Besitz des Reiches übergegangen, die Verkehrshäfen aber im Besiz der Länder geblieben. Die Unhaltbarkeit dieses Zustandes zeigt sich besonders in Duisburg- Ruhrort und Emden. Einheitliches Wasserrecht ist die Boraussetzung für rationelle Wasserstraßenwirtschaft. Das not: vendige Zusammenwirten von Eisenbahnen und Wasserstraßen muß unbedingt hergestellt, die Wasserstraßenbeiräte paritätisch zusammengesett, für das gesamte Lotsenwesen einheitliche Richtlinien vereinbart, die Elektrizitätswirtschaft vereinheitlicht werden. Nur wenn die wichtigsten Wasserstraßen schleunigst wieder hergestellt, einheitliches Wasserrecht, einheitliche Waessrstraßenordnung und zweckmäßiger Behördenaufbau geschaffen worden, können die Aufgaben der Reichsverfehrsverwaltung in bezug auf die Wasserstraßen gelöst werden, und erst dann wird eine Entlastung der Eisenbahn möglich sein. Reichsverkehrsminister Groener schließt sich den Wünschen nach einem einheitlichen Wasserstraßenrecht an, weist aber auf die außergewöhnlichen Schroierigkeiten hin. Er bedauert, daß das deutsche Wasserstraßennek nicht von vornherein einheitlich behandelt worden ist. Vor wenigen Tagen ist über die Regulierung der Rheinstrede Straßburg- Basel eine Verständigung zwischen Deutschland, Frankreich und der Schweiz zustande gekommen. Die Tarifpolitik der Eisenbahn ist schwerwiegenden wirtschaftlichen Gründen entsprungen und nicht der Absicht, den Wafferstraßen Konkurrenz zu machen. Geh. Regierungsrat Külz: Die wegfallenden Lotsen werden penflomiert. Der Schleppmonopolbetrieb wird wie schon in diesem Jahre rationeller arbeiten, er ist bereits einer einheitlichen Verwaltung unterstellt. Abg. Thomas( Komm.) kritisiert die Zugehörigkeit von Reichs tagsabgeordneten zum Aufsichtsrat der Rhein- Main- Donau- Kanalbau- 2.- G. und wünscht, daß mindestens der zehime Teil der Aufsichtsratsmitglieder Arbeiter sind. Staatssekretär Kirschstein: Die Sicherung des Schiffsverkehrs nach Ostpreußen und Danzig wird nicht von Rentabilitätsrüdsichten abhängig gemacht. Für den Fall der Unterb.chung des Verkehrs durch den polnischen Korridor sind ständig zmei Dampfer verkehrsbereit. Jede Dampferfahrt kostet dem Reiche hin und zurück 20 000 Mart. In dem erwähnten Aufsichtsrat der Gesellschaft, die vom Reich gestützt wird, siten je fünf Reichstags und Landtagsabgeordnete, darunter vier Arbeiter. Der Gefeßentwurf betr. Aufhebung der Bekanntmachung des Bundesrats über Errichtung von Betriebsverbänden in der Binnenschiffahrt und Errichtung von Kleinschifferverbänden wird ange In dem nun folgenden Abg. Taubadel( Soz.): An den starken Tariferhöhungen in der letzten Zeit ist das Par lament nicht ganz unschuldig. Die Defizitwirtschaft geht bis auf 1914 zurück, und man hätte schon früher Einnahmen und Ausgaben in Einklang bringen müssen. Im Lande verlangt man, daß das durch Bereinfachung der Verwaltung und des Betriebes, durch Ausnuzung aller technischen Neuerungen und durch richtiges Disponieren beim Einkauf der Materialien geschieht. Einig ist man sich darüber, daß eine Berringerung des Personals erfolgen muß. Gegenüber der Behauptung, daß die Personalvermehrung auf die Einführung des AchtStundentages zurückzuführen sei, hält die sozialdemokratische Fraktion unbedingt am 2chtstudnentage fest, den sich das Postpersonal nicht nehmen läßt; er ist ein sozialer und kultureller Fortschritt und trägt zur Steigerung der Leistungsfähigkeit bei, was sich auch bei der Post bemerkbar machen wird, sobald die Kriegswirkungen überwunden find. Wenn aber der notwendige Abbau des Personals in dem von den bürgerlichen Parteien geforderten Tempo erfolgt, dann wird die Verwaltung bald zu Nachforderungen gezwungen sein. Mit der Entlassung aller Hilfskräfte sind wir nicht einverstanden, da die Post ohne sie nicht auskommen kann. Große Erbitterung hat es her. vorgerufen, daß an Stelle verheirateter männlicher Hilfskräfte weibliche eingestellt wurden, die nicht so sehr auf Erwerb angewiesen waren. Die Unrentabilität ist zum Teil darauf zurückzuführen, daß vielzuviel leitende und Aufsichtsbeamte Sonntag, 14. Mai 1922 landwirtschaftliche und Handwerksembleme zu verwenden, stammt von mir, was man mir nicht übel nehmen wolle. Montag 2 Uhr: Weiterberatung; vorher Interpellation der USP., betreffend die Vorgänge vor dem Berliner Rathaus am 2. Mai. Schluß 5% Uhr. Zu der Notiz Die neugierige Post" im Vorwärts" vom Freis phondienst ausgebildet werden, um gegebenenfalls den Dienst an tag früh erklärt das Reichsministerium des Innern, daß die Schypobeamten feineswegs als Streitbrecher, sondern nur darum im Tele Stellen weiterführen zu fönnen, die etwa wegen Lebensgefahr bei Unruhen vom Personal verlassen werden. Die Reichstagsdebatte der Gesinnungsschnüffelei gesprochen hat( f. oben), wird ja auch die über die Post, in der Minister Giesberts bereits über den Vorwurf Klärung dieser Sache ermöglichen. Vorträge, Vereine und Versammlungen. zeughandel: Sonntag vormittag 10 Uhr im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25, Deutscher Transportarbeiterverband. Branche 3a, Eisen, Röhren- und Werk Großer Gaal, Bollversammlung. Bericht der Tariftommission. Branche 12, Reichs- und Staatsbetriebe: Montag 7 Uhr in den Residenz- Festfälen, Lands. Feinleder- und Lederwarenbranche: Dienstag 5 Uhr bei Witte, Poststr. 29, berger Str. 31, Bollversammlung. Handelsarbeiter aus allen Betrieben der Gruppenversammlung. Hut- und Müzenbranche: Dienstag 5 Uhr bei Witte, Dresdener Kafino, Dresdener Gir. 96, Branchenvollversammlung. Bortrag des Poststr. 29, Gruppenversammlung. Branche 2, Chemische: Dienstag 7 Uhr im Kollegen Gehner über Einstellung und Entlassung". Branchenangelegenheiten. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt zu den Versammlungen. Berband der Gemeinde- und Staatsarbeiter. II. Berwaltungsbezirk: Montag 7 Uhr bei Tiedemann, Waldenserstr. 19, Bollversammlung aller im II. Bezirk wohnenden Verbandsmitglieder. Reichsmietengeset. Verbandsangelegenheiten. Bollzählig erscheinen.- Branche V, Stadtfuhrparts Groß- Berlin: Montag 6 Uhr Branchenangelegenheiten, 10. und 11. Sohntarif. Die Branchenleitung eine im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25, Gaal 10, Delegiertenversammlung. Stunde früher. tag 4 Uhr im Englischen Garten, Alexanderstraße.- Maschinenführer: Dienstag Kartell der 8igarettenindustrie. Bersammlungen. Transportarbeiter: Mon4 Uhr in den Wufitersälen, Kleiner Gaal Tabalarbeiter und Buchbinder: Dienstag 4 Uhr in den Musikerfälen, Großer Saal. Bericht über die Tarifverhandlungen. Glaser. Montag 7 Uhr im Gewerkschaftshaus Mitgliederversammlung. Wahl eines Delegierten zum Gewerkschaftstongreß. Sentralverband der Schuhmacher. Branchenversammlung der Stepperinnen der Hausschuhindustrie und Heimstepperinnen Montag 6 Uhr Kövenider Straße 127a.- Ballschuhmacher: Montag 4% Uhr bei Boeker, Weberstr. 17. Dienstag 6 Uhr Branchenversammlung der Schäftemacher, Köpenicker Str. 127a. Deutscher Werkmeisterverband. Versammlung sämtlicher Wertmeister und technischen Angestellten in der Kartonnagenbranche Dienstag 5 Uhr im Alubhaus, Ohmstraße. vorhanden sind. Es kann keine Rede davon sein, diese zu entlassen, aber freiwerdende Stellen dürfen nicht mehr besetzt werden; die Beamten müßten sich eben mit einer Verschlechterung der Beförderungsmöglichkeiten zufrieden geben. Verschiedene Maßnahmen, insbesondere der Erlaß über die Bildung und die Aufgaben der Beamten- AFA- Funktionäre der Metallindustrie. Dienstag 7% Uhr in den Mufferausschüsse haben die Beamten so erregt, daß sie beschlossen, nicht festfälen, Kaiser- Wilhelm- Str. 31, AFA- Funktionärversammlung der Metallan der Wahl teilzunehmen. Erbarmungslos ist es, wenn uneheist Pflicht aller AfA- Funktionäre der Metallindustrie, die Bersammlung zu be industrie. Bericht über die legten Mantel- und Gehaltstarifverhandlungen. Es lichen Müttern bei der Post die Existenz genommen wird und fuchen. Mitgliedsbuch legitimiert. Allgemeiner freier Angestelltenbund. man sie mit ihren Kindern zur Verzweiflung treibt. Wenn Bentralverband der Angestellten. 862.- Funktionäre bez Metallindustrie! sich die Mehrheit im Verbande der Postbeamtinnen auf diesen Stand- versammlung am Dienstag 7 Uhr in den Mufiterfälen, Kaiser- Wilhelm- Str. 31, Ueber die Verhandlungen mit dem V. B. M. J. wird in der AFA- Funktionärpunkt gestellt hat, so tann einem das Schaudern überkommen. Bericht gegeben. Unsere Funktionäre werden ersucht, fich an diefer VersammDer Redner tadelt scharf, daß bei der Poft immer noch Kaiserliche 8 Uhr Mitgliederversammlung in den Sophiensälen, Sophienftr. 17/18. lung vollzählig zu beteiligen. Gastwirtsgewerbe, Nahrung, Tabat: Dienstag Inschriften, Platate und Stempel bestehen und daß das Telegramm- waltungsbezirk Schöneberg- Friedenau: 7½ Uhr Mitgliederversammlung in den Bergeheimnis nicht genügend gewahrt wird. Er schließt mit der Er- Reuen- Rathaus- Sälen, Martin- Luther- Str. 69. Bortrag:„ Aus der Geschichte klärung, daß die Sozialdemokratie bei allen wirklichen Reformen auf der Berliner Angestelltenbewegung". Referent Rolle Rogon. Bentralverband der Maschinisten und seizer. Mittwoch 6 Uhr bei Boeker, der Seite des Postministeriums stehen werde.( Beifall b. d. Soz.) Weberstr. 17, außerordentliche Generalversammlung. Wahl eines Angestellten. fest, lehnt aber seine schematische Anwendung ab. Die Verwendung Abg. Allekotte( 3.) hält an dem Achtstundentag grundsätzlich Streit ber Metallindustrie in Süddeutschland. Jeber dienstfreie Stollege muß zu dieser Bersammlung kommen. von Hausfrauen und Müttern im Postbetriebe habe sich als geradezu unmöglich erwiesen, da sie durchschnittlich 162 Tage im Jahre fehlen. Abg. Körner( Dnat.): Die Briefmarken machen dem deutschen Namen und der deutschen Kunst keine Ehre und sollten durch neue ersetzt werden. Reichspostminister Giesberts: Die Wahlen zu den Beamtenvertretungen sind nötig geworden und habe ich der Reichspostgewerkschaft ausdrücklich zugesagt, irgendtreten zu lassen. Die Neuwahlen sind im Einvernehmen mit der welche Verschlechterungen gegen den bisherigen Zustand nicht einReichspoftgewerkschaft angesetzt worden. Gesinnunasiónüffelei wird nicht getrieben. Wo das doch der Fall ist, werde ich mit aller Entschiedenheit dagegen Front machen. Jede Verwaltung muß sich für den Fall eines Ausstandes einen Stamm von Arbeitern und Behat der Hauptausschuß eine Reihe von Beamtenstellen gestrichen und amten sichern, der die Notstandsarbeiten ausführt. Die Briefmarken verlangt u. a. eine Berminderung der Oberpostdirektionen. sind von„ ersten" Künstlern ausgeführt worden, und die Idee, gewisse nommen. Reichsposthaushalt Band jüdischer Frontsolbaten. Dienstag, den 16. Mat, 7 Uhr, in der Branezet Partei zur Judenfrage". Referent Landtagsabgeordneter Bahlte. Rönigstadt, Schönhauſer Allee 10/11, Versammlung. Thema: Die Stellung der Geschäftliche Mitteilungen. Die Firma Waffervogel empfiehlt in threm heutigen Inserat the Salmiat terpentin- Pulver mit Seifenschnigein. Die Kommandit- Gesellschaft für bürgerliche Wohnungseinrichtungen, Elfaffer Straße 1/2, empfiehlt ihr reichhaltiges Lager an Wohnungseinrichtungen und einzelnen Möbeln allen Brautpaaren. 15. Mai, in der Brunnenstr. 10 eine Filiale. Wir verweisen unsere Beser auf Die Spezial- Bettwäschefabrit, Berlin, Gräfeste. 39, eröffnet om Montag, den die Eröffnungsanzeige in vorliegender Nummer. überwiegend bewölft. Im Often zahlreiche und vielfach starte, im Westen Wetter bis Sonntag mittag. Ziemlich ihr, zeitweise helter, jedoch bereinzelte, geringe Regenfälle, bei frischen nordwestlichen bis westlichen Binden. Rudolph Giertzog BERLIN C2/ BREITESTRASSE/ BRUDERSTRASSE Preiswerte Angebote in Waschstoffen, Baumwollwaren, Strümpfen und Trikotagen Neue Farbenstell. 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Bettkasten 755 263 Truhenbetten mit und ohne Bettenbehälter Deutscher Metallarbeiterverband( Verw. Berlin) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Dreher Wilhelm Freythaler Gartenplag 1, am 9. Mai gestorben ist. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 16. Mai, nachmittags 3 Uhr. von der Leichenhalle des Zentralfriedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Ferner starb am 11. Mai der Schloffer Johann Maß zwalker Straße 14 Die Einäscherung findet am Mittwoch, den 17. Mai, nachm. 61, Uhr, im Krematorium Berlin, Gerichtstraße, statt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet 118/15 Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin H 54, Linienstraße 83/85. Geschäftszeit vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr Selephon: Amt Rorben 833, 834, 835, 836. Dienstag, den 16. Mai, nachm 5 Uhr, bei Boweleit, Jostyftr. 7: Bertrauensmänner- Konferenz ber Baufchloffer und der Betriebe file gelochte Bleche. Tagesordnung: 1. Bericht der Tariftommiffion. 2. Stellungnahme dazu. Dienstag, den 16. mai, abbs. 6 2hr, im Sigungsfaal unseres Berbandshauses, Linienstraße 83/85: Konferenz der weiblichen Bertrauensleute. Zagesordnung: 1. angelegenheiten. 2. Verschiedenes. VerbandsErscheinen aller ist Pflicht. B Dienstag, den 16. mai, abends 7 Uhr, im Lokal von Wagner, Rottbufer Str. 19: Gruppenleitungsfigung der Hauptgruppe IV, Untergruppen 8, 9, 10, 11, 12, 13. Dienstag, den 16. mai, abends 7 Uhr, im Rosenthaler Hof, Rosenthaler Str. 11: Vollversammlung der Automobil Reparatur- Aleinbetriebe Groß- Berlins. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zu unserer jegigen Entlassung. 2. Gruppenangelegenheiten. 3. Berschiebenes. Achtung! Bauschlosser. Achtung! Dienstag, den 18. mai, abends 7 Uhr, in der Bögow- Brauerei, Prenzlauer Allee 242: Branchenversammlung der Bauschlosser und der Kollegen aus den Betrieben für gelochte Bleche Tagesordnung: 1. Bericht der Tariftommission. 2. Stellungnahme dazu. 3. Branchenangelegenheiten. Ohne Mitgliedsbuch tein Zutritt. Dienstag, den 16. mai, abends 7 Uhr, in Graumanns Jefffälen( Jnh. Gener), Naunynftr. 27: Versammlung 118/16 aller in Hütten- und Meffingwerfen ( Abt. Gießerei) beschäftigt. Kollegen und Kolleginnen. Die wichtige Tagesordnung wird in der Versammlung bekanntgegeben! Bolliähliges und pünktliches Erscheinen wird erwartet. Die Ortsverwaltung. Dr.Scotti 1. Haut.Spezial- Arzi Geschlechtsleid. Syphilis-, Salvarsan- Kur ohne Quecksilb. Feralt Harnleid., Schwäche. Glänz.Erfolg. Blutuntersuchung. Im ältest.Löser- Instit. 9-1. 4-8 Dir.: Löser senior Sonnt. 9-1 Rosenthaler Str.69/ 70, nahe Pl. Damenz.separ. Zähne vou 15M.Teilzahl.3jGar.Kronow an 30M., Zahnz.m.Einspr. h. schmerzld. Umarb. schlechts.Geb. Rep.sof. Zabnarzt Dr. Wolf, Potsdamer Str. 55, Hochbahn- St. Sprz. 9-7 Glas Glas Wirtschafts- Artitel Weingarnitur ,, Martha" Rotweingläser............. 2075 Rheinweingläser........ 36⁰⁰ Sektschalen ...... 3675 ... 14.50 Portweingläser............ 1875 Likörgläser........... 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Einäscherung am Dienstag nachm. 1/26 Uhr GerichtStraße. 4.19 Rege Befeiligung erwartet Der Abt.- Borst. 2 Filiale Groß- Berlin Mittwoch, den 17. mai 1922, abends 6 2hr, in den Andreas Festjälen, Andreasstr. 21: Fortsetzung der 6rdentlichen drucker u. Schriftgießer Achtung, Vertrauensleute! Die Stimmzettel und Kuverts für General- eneralperfammlung des Berbandes in zur 11. ordentlichen Versammlung vom ersten Quartal. Tagesordnung: 1. Bericht vom 1. Quartal. a) Geschäftsbericht, b) Raffenbericht, c) Bericht der Revisoren. 2. Die Vorgänge in der legten Generalversammlung. 34/19 Die Ortsverwaltung. Drum prüfe, wer sich ewig bindet! D. R. G. M. 0. Als Selbsthersteller liefere ich in Qualität und Preisen einzig dastehende Trauringe 1 Ring, Dukatengold, von 250,- an 1 Ring, 585 gestempelt, von 200,- an 1 Ring, 333 gestempelt, von 100,- an Garantieschein für gesetzlichen Goldia halt. Ausführlicher Katalog nach auswärts geg. Rückporto. M. 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Wie viele liegen frierend so krumm, daß es frummer schon lange nicht mehr geht aber die allzu knappe Dede will nicht reichen! Ueberall, wo man Lohn- und Gehaltsempfänger fragt:„ Wie kommst du aus?" ist die Antwort ein trübseliges Achselzucken. Wer soll auskommen, wenn die Lebensmittelpreise gegenüber denen der Zeit vor dem Kriege in s Fabelhafte gestiegen find, z. B. bei Brot auf das Dreißigfache, bei Kartoffeln auf das Hundertfache, bei Fleisch auf das Bierzigfache, bei Hering auf das Vierzig bis Fünfzigfache, bei Milch im freien Handel auf das Bierzigfache, bei Butter auf das Fünfzigfache, bei Margarine auf das Sechzigfache! war. Sonntag, 14. Mai 1922 der seit vielen Wochen fein Körnchen Zucker mehr zu sehen gekriegt hat, sich den Kopf zerbrechen. Und was sagt die Aufsichtsbehörde zu der folgenden Anzeige, Die Wirtschaftsführung ein Kunststück. die wir der„ Deutschen Destill.- 3tg." Nr. 56 vom 11. Mai entnehmen: werbsfähigkeit vernichtet werden soll. Die Familie des„ Ungelernten" muß heute mindestens drei Viertel des Gesamteinkommens für die Ernährung aufwenden. Hauptsächlich verbraucht sie pro Woche: ½ Jeniner Kartoffeln für 150 m., 4 Brote für 61,80 M., 3½ Pfund billigste Margarine für 98 M., Zucker( zirka 400 Zentner) auch in Teilquanten ab Lager Berlin im Auftrage abzugeben. Wettstein, Berlin W 30 Luitpoldstraße 2. Lützow 2807. fiebenmal groei Citer Milch für 89,60 m.( teils auf Karten, ihn beschlagnahmen und der armen Bevölkerung zur Verfügung teils im freien Handel), 1 bis 2 Pfund Fleisch für 40 bis 80 M., ½ Pfund Wurst für 20 M., ½ Pfund Kaffee- Ersatz für 5,80 m. --Erwerbsarbeit der Frau. Wo mag Herr Wettstein den Zucker her haben. Man sollte stellen. Bielleicht hofft er aber, von den Likör- Fabriken höhere Preise zu erzielen. Deutschnationaler Unfug. den Spendern beim Abschied plöglich eine Einladung zu einer von den Deutsch nationalen peranstalteten Stagerraf feier in die Hand. Bei dieser Feier soll die„ Weihe" einer„ aíten Reichsmarineflagge" ftattfinden und die antisemitischen Ab. geordneten Laverrenz und Bruhn sollen Keden halten. Man kann sich die Empörung der Genossen vorstellen, die ihren guten Willen für die Alten durch solche deutschnationale Lümmelei belohnt sehen. Man kann nur den Rat geben, daß in jedem Falle, in dem etwa das Spiel sich wiederholen sollte, diese Zettelverteiler angehalten und einmal bei Licht besehen werden. Der Untergang der ,, Storkow". Die Aussage des angeklagten Schifführers. In der weiteren Berhandlung ging der Borjihende näher auf früchte, wofür auch noch je nach Bedarf 50 bis 100 m. pro Woche Dazu kommen Grieß, Graupen, Haferflocken, Nudeln, HülsenGegenwärtig findet in Berlin bekanntlich eine Haussammausgegeben werden müssen. Von Obst, das den Kindern sehr nötig ung für die Zwecke der Altershiffe statt. Auch unsere wäre und als Kompott gegeben werden könnte, darf bei den jetzt Genossen werden für diese Wohltätigkeitsaktion aufgerufen. In ihren unerschwinglichen Preisen gar keine Rede sein. Zucker ist seit drei Wohnungen werden sie besucht und um Spenden gebeten. Nun wird Die ältesten Leute" erinnern sich feiner Zeit, in der bei der Wochen in diesem Haushalt nicht mehr verwendet worden, weil er uns von verschiedenen Seiten eine faum glaubliche antisemitischbreiten Masse der Lohn- und Gehaltsempfänger ganz allgemein das überhaupt nicht zu haben war. Die Wirtschaft erfordert ferner auch deutschnationale Provokation mitgeteilt. Damen, die für die Mißverhältnis zwischen ihren Einnahmen und den Kosten des aller- Feuerung, für die im abgelaufenen Winter etwa 1200 m. drauf- 2ltershilfe um Geld gebeten und dieses erhalten haben, strecken notwendigsten Lebensunterhaltes so arg gewesen wäre wie heute. gingen, und Gas im Betrage von bisher monatlich 40 bis 45 M. HierWenn Lohn- und Gehaltserhöhungen bewilligt nach möge man fich ausrechnen, was noch für Kleidung drüber bleibt. werden, sind sie in der Regel durch die nie stillstehenden Schon seit langer Zeit haben die Leute nichts Neues mehr anschaffen Breissteigerungen längst und weit überholt, so daß fönnen. Für die Familie ist es ein Glück, daß die Frau ihre Sachen immer wieder ein Manto bleibt. Auf Preisstatistiken wird aus Ar- und Wäsche und die der Kinder selbst zu nähen versteht. Aus Altem wird für die Kinder„ Neues" zurechtgemacht, aber auch das hat mal beitgeberkreisen mit Lohnstatistiken geantwortet, die zeigen sollen, ein Ende, weil schließlich nichts mehr halten will. Die Ausgaben für daß der Handarbeiter doch auch sehr ansehnliche Lohnsteigerungen Erholung find ganz gering. Zu Theater, Konzert und Kino langt's erreicht habe. Wir haben aber noch keine Lohnstatistik gesehen, nicht, Ausflüge dürfen nur bis in die nächste Umgebung gehen, Bier die den Beweis erbringen könnte, daß die Preissteigerungen durch wird nur gelegentlich getrunken, ein bißchen Tabat genügt dem die Lohnerhöhungen ausgeglichen werden. Wo Löhne wirt- Mann. Erwähnt seien hier noch das Zeitungsabonnement und die lich bis zum Dreißigfachen gestiegen sind, da handelt es sich meist um Organisationsbeiträge. Wrbeiter, die früher ganz besonders schäbig entlohnt wurden. Das gilt auch von den unteren Stufen der Angestellten und Beamten, denen in privaten Betrieben und in Gemeinden, Staaten und Reich bringt sie es fertig, mit dem weit unter dem Cristenzminimum die Begebenheiten und Kneipereien während der Fahrt So versucht die Familie, sich nach der Decke zu strecken! So gern vorgehalten wird, um wieviel ihr Gehalt gestiegen sei. Selbst bleibenden Lohn des Mannes„ auszufommen"! Bisher ging's bei einer Steigerung des Lohnes oder Gehalts auf das Dreißigfache aber wie! Es ging", weil die Ausgaben auf das allernotwendigste auf dem Dampfer ein. Bekanntlich war der" Kaiser Wilhelm von fönnte heute niemand sich zum Lebensunterhalt eingeschränkt merden. Bie dürftig die Leute leben, zeigt die oben Dem Botsdamer Jachtklub gemietet. Die Fahrt ging nach Parch, noch das leisten, was ihm vor dem Kriege möglich gegebene Aufzählung ihrer Nahrungsmittel. Das sieht wirklich nicht und schon am Vormittag soll eine sehr mobile Stiminung genach Schlemmen und Prassen" aus. Das ist dauernde Unterernäh- herrscht haben. Als die Gesellschaft gegen 11 Uhr von Wannsee Sehen wir näher zu, wie in den verschiedenen sozialen Schichten rung, obwohl der größte Teil des Einkommens für Nahrung auf- tommend an der Safrower Fähre vorbeikam, wurden schon Gläser es fertig gebracht wird, bei den märchenhaft hohen Preisen der gewendet wird. Aber die Anschaffung von etwas Kleidung und und Flaschen geschwungen und daran soll sich auch die Schiffs= Lebensmittel und alles anderen Bedarfes noch auszukommen". In Wäsche kann jetzt, nachdem davon so ziemlich alles aufgebraucht ist, mannschaft beteiligt haben. Der Angeklagte bestreitet, an= den unbemittelten, nur auf die Einnahmen aus Lohn oder Gehalt nicht länger hinausgeschoben werden. In dieser Bedrängnis hat die getrunken gemesen zu sein, er will an dem Unglücksangewiesenen Familien sind es die Frauen, denen die Aufgabe Frau sich entschlossen, zur Mehrung des Einkommens eine Aufwarte- tage nur ein Glas Bier und einen Kognat zu sich genommen haben. zufällt, dieses Kunststück zu versuchen. Von ihrer Umsicht und die Woche, eingebracht hat. Erwerbsarbeit neben der Haushalts- daß er an der Unfallstelle nicht einmal die Ufer oder Häuser ge stelle anzunehmen, die ihr gestern den ersten Wochenlohn, 70 m. für Zu dem eigentlichen Zusammenstoß führte Nichelmann aus, Gorgsamteit in der Führung des Haushalts hängt führung das ist das Los der Frau des unzulänglich entlohnten sehen hätte. es ab, ob die von den Männern heimgebrachten Lohn- und Gehalts- Arbeiters. Die näherkommende Storfow" habe er für ein einnahmen reichen, die notwendigsten Ausgaben für Wohnung, KleiSegelboot gehalten, das er durch ein schwaches Licht ge. dung, Nahrung und vielleicht auch noch für ein bißchen Erholung bas find zwei kurze Pfiffe. Er hat in der Annahme, daß er ein fichtet habe. Es war ein weißes Licht und er gab Signal linis, zu deđen. Segelboot vor sich habe, auf kein Gegenfignal rechnen können. In demselben Moment fchrie Steuermann Goldmann:„ Halt, das wird nichts!" Mit aller Kraft will dann der Angeklagte gestoppt haben. Es war aber zu spät. Sodann wurden die Mitglieder des Potsdamer Jachtklubs darüber vernommen, ob der Man fage nicht, daß es in Berlin feinen Zucker gibt. Gewiß Angeklagte animiert war. Die Zeugen befunden, daß Michelmuß mancher, der stundenlang um ihn Polonäse stand", mit leeren mann durchaus nüchtern gewesen sei, allerdings war der SteuerHänden wieder heimgehen. Doch wenn er einen tüchtigen Batzen Mannsee später im Jachtklub eine Rede geschwungen. Einige Passa, mann Goldmann etwas angeheitert und hatte in Gelb anlegen will, findet er schon noch eine Stelle, wo man ihm giere hätten allerdings manchmal am Tage die Signale in Beden für besondere Runden zurückgestellten Zucker hervorholt. Daß megung gefeht. Während der Verhandlung erscheint Landgerichtsaber einer sogar für die Hälfte des Preises, den ein präsident Wimmer. Der Steuermann Goldmann bestreitet ebenreelles Geschäft im Kleinhandel fordert, eine tüchtige Laft Zucker falls angetrunken gemefen zu sein, auch er will ein weißes Licht faufen fann, flingt fast wie ein Märchen. Angestellte der Reichs- an der Storfom" bemerkt haben. getreidestelle erlebten vor turzem das schier unfaßbare Man gewinnt im Laufe der Berhandlungen den Eindruck, daß Wunder, daß solcher Zuckerſegen sich über sie ergoß. Im Betrieb sich der Angeklagte bei dem Ausweichen und Stoppen überschäzt wurde ihnen Zucker zu 6,50 Mark pro Pfund angeboten, und hat, denn alles geschah in rasender Geschwindigkeit. Der Steuer, wer Luft hatte, der durfte bis 20 Pfund davon nehmen. Sehr schriftsmäßig gebrannt hätten. Auf der„ Storfom" will weder viele ließen sich das nicht zweimal sagen und schleppten ihre mit Michelmann noch der Steuermann farbige Richter gesehen haben. 6,50 Mt. pro Pfund bezahlte zwanzigpfündige Last vergnügt nach Der Steuermann wird unter Aussehung der Berteidigung vernomhause. Wie war es möglich, daß so große Mengen Zucker zu so men. Unter großer Spannung wurde im Laufe des Nachmittags billigem Preise geliefert werden konnten? Darüber wird mancher, I der Rapitän des Storfow", Gottlieb Michelmann, gegangen, und ganz freiwillig und ohne jeden 3wang hab'| der er gesprochen, die der Dichter vorgeschrieben hatte; er traf ich das getan, weil du nicht glauben sollst, daß ich dir ein Anstalten, von seinem Sitz sich zu erheben, und war unter Opfer bringe! Reine Spur! Wenn du wüßtest, welche Mühe Anspannung aller Kräfte bemüht, aufzustehen, ohne das ihm die Herrschaften sich vorhin gegeben haben, um mich zu über reden! Am liebsten hätten sie mich gefesselt und mitgeschleppt, da ich doch freiwillig nicht mitgegangen wäre! Ich aber bin ftandhaft geblieben, ich habe mich nicht aufhalten lassen weil ich diese Art Feste in höchstem Grade langweilig finde. Ich bin viel lieber zu Hause bei meiner sanften Hedwig, fühle mich hier weit wohler und schäme mich gar nicht darüber, daß ich so ein Philister geworden bin!" Ein Arbeiterhaushalt. Die Frau eines Arbeiters, der als„ Ungelernter" beschäftigt ist, gibt uns Aufschluß über Einkommensverhältnisse und Wirtschaftsführung. Der Mann hat wöchentlich 750 M. Cohn, wovon erst noch die Steuern und Versicherungsbeiträge abgehen, so daß ihm etwa 680 27. bleiben. 750 M. ist weniger als der Betrag, der in einer „ Diele" von Berlin- West, wie kürzlich die Polizei bei einem Besuch feststellte, für eine einzige Flasche Seft bezahlt wird. Leben soll von Den 680 m. eine Familie, zu der das Ehepaar und drei Kinder von drei Lis gehn Jahren gehören. Die Miete ist mit rund 31 m. pro onat nach heutigen Begriffen gering". Aber dafür besteht die 3ohnung nur aus Stube und Küche, und die Reparaturscheu des Sauswirtes hat das von vornherein sehr dürftige Quartier verwahr Irft, so daß es wirklich nicht mehr Miete wert ist. Die Ausgaben für Ernährung betrugen längere Zeit vor dem Kriege in Arbeiterfcmilien( wie damals aus Haushaltungen mit Ausgabenbuchung festgestellt wurde) zwei Drittel bis drei Viertel des Gesamteintommens, und zwar war der Anteil der Ernährungskosten um so höher, je geringer has Cinkommen war. Das ist begreiflich, denn den Bersuch, an der Nahrung zu sparen, fann man immer nur bis zu einem gewissen Punkt treiben, wenn nicht die Arbeits- und ErDer Ruf durchs Fenster. 6] Flint, liebes Rind, flint! Was man nicht übertreibt, fann doch nicht schaden!" Seufzend war Frau Hedwig aufgestanden und hatte die Flasche Bein auf den Tisch gestellt. Er entforfte sie vorerst, füllte dann die beiden Gläser, setzte das seine an den Mund, tat einen tiefen Schluck und traf hierauf Anstalten, cine Zigarre anzustecken. Roman von Paul Frant. P Wir werden diesem Bild aus einem Arbeiterhaushalt weitere Schilderungen der Wirtschaftsführung von Lohn- und Gehaltsempfängern folgen lassen. Zuckerfegen. " mann bekundete, daß die Laternen auf dem Kaiser Wilhelm" vordas jedoch gelingen wollte, fühlte, wie feine Stirn feucht geworden war, wie etwas zugleich siedeheiß ihm in die Schläfen stieg, jah in der nächsten Sefunde einen wehenden, purpurnen Schleier vor sich und dahinter den Umriß einer seltsam kostü mierten Person, die eine unbestimmte, sehr entfernte Aehnlich feit mit seiner Frau aufwies, die eine grellrote Mantille trug und eine ebensolche langzipfelige Rapuze aufs Haar geftülpt hatte. Bleigewichte drückten auf seine Schultern, auf seine Knie, hingen ihm an Nacken und Ellenbogen, so daß er vergeblich bemüht war, seine Lage auch nur um Haaresbreite zu verändern. Er wollte sprechen, aber er besaß nicht die Fähigkeit, ein einziges Wort zu formen und laut werden zu laffen. Ihm war, als riesele ihm Sand über Brust und Rücken, Klaus Garbislander? Ein ganz reizender Mensch!" er fühlte feine Stirnadern anschwellen und sah den Blick der Und eine Begabung! Aus dem wird noch was! Wenn Dame mit der raten Kapuze in höchster Angst auf sich gerichtet. man diesen ersten Wurf zusammenkriegt! Hoffentlich ist's fein Da schloß er die Augen und hatte, wie vorhin in der Garde Strohfeuer, da man doch nicht gern annehmen möchte, daß robe, die Empfindung, zu fallen, ins Leere, ins Nichts zu verder junge Kerl fich diesmal ausgegeben hat! Gibt Beispiele finten. Ganz still war es um ihn geworden, totenstill. in Hülle und Fülle dafür, daß die Leute, die einen starken Später stieg er wieder aufwärts. Er hielt den Atem an ersten Erfolg gehabt, nachher nichts Rechtes mehr zufammen- und eine pasende Angst überfiel ihn, der sich bisher ohne gebracht haben! Darum ist es besser, wenn man mit dem Furcht gewußt hatte, daß ihm die Luft ausgehen könnte, che Durchfall anfängt: für den Dichter wie für den Schauspieler... er die Oberfläche erreicht hatte. Er starrte in die Tiefe des Aber deshalb wollen wir uns die Freude an dem Stück doch Waffers; alsbald fröftelte ihn, und der Druck, der auf seinem nicht stören lassen, das Vergnügen an dieser Rolle, an dieser Kopf lastete, ward schier unerträglich. Er hatte das Bedürfprächtigen Rolle! Was hingegen den Abgangsapplaus, erster nis, mit den Beinen nach abwärts zu stoßen, um den Auftrieb Aft, vorletzte Szene, anlangt, von dem du doch so überzeugt feines allzu langsam emportauchenden Körpers zu begewesen bist... schleunigen. ,, hat es am Ende feinen gegeben?" Man tut einem Schauspieler unbedingt unrecht," sagte" Das ist außerordentlich nett von dir, Albert, und ich er, während er die Rauchwolken in die verlöschende Flamme weiß dir Dant dafür..." Sie streichelte sacht und zärtlich des Zündhölzchens blies, wenn man seine Leistung am seine Hand, die er ihr willenlos überließ. Bremierenabend beurteilt. Die natürlich weder gefestigt ist noch" Der fleine Dichter ist besonders hartnäckig gewesen, weil Einheitlichkeit befitzt, Ein Schauspieler ist bestenfalls am er mich mit seinen Leuten bekannt machen wollte britten Abend fertig! Wenn man das der Kritik bloß einreden fönnte! Aber die Herrschaften wollen um jeden Preis am ersten Tag im Theater figen. Dabei haben sie nichts davon! luf keinen Fall einen Eindruck, vielmehr als beste Chance den einer von hundert Nervositäten und ebenso vielen Unsicher heiten zersetzten Borstellung, in der es kaum ein Nacheinander von zehn Minuten einwandfreien Spieles gibt... " Du übertreibst natürlich..." „ Ich rede die nackte Wahrheit und gebe eine in langen Jahren gesammelte Erfahrung preis, wenn ich verrate, daß die Premiere, hastig, Hals über Kopf hinausgeworfen, bestenfalls als die Generalprobe gelten fann... " Die Loge ist mir doch für morgen reserviert?" Selbstverständlich. Mit wem willst du denn gehen?" Mit Käthe Becker, die natürlich auch lieber heute abend im Theater gewesen wäre und nur mir zuliebe bis morgen wartet Aber laß doch, bitte, den Wein, Albert... Du hast doch schon drei Gläser trunken!" Keine Hand hat sich gerührt... Mäuschenstill ist es gewesen..." Dann wohl vor Ergriffenheit. Weil den Leuten eine Gänsehaut über den Rücken gelaufen ist und niemand gewagt hat, die Stimmung zu zerreißen!" " Nicht hofmeistern, Hedwig!" wehrte er fanft, aber energisch ab. " Ich denke, daß es beffer ist, wenn ich vor deinen Augen, ,, Mag sein! Aber dafür im zweiten Aft, dritte Szene, unter deiner Kontrolle fozusagen, trinfe Glaubst du dort, wo ich mich aus dem Stuhl erhebe, allmählich nur und nicht, daß ich den Abend außer Haus hätte zubringen fönnen? ganz langsam, und das Weibsbild, die Alvenbed, anftarre, Wenn ich mich besinne, wie das einmal gewesen ist wenn der übrigens heute abend noch rechtzeitig, in letzter Minute, man mir da zugemutet hätte, nach einem großen Erfolg nach der Knopf aufgegangen und die ganz vorzüglich gewesen ist... Hause zu gehen! Und es war heute ein großer Erfolg, Hedwig Albert Reuß, der vollständig in den Geist der Rolle fich ein riesengroßer Erfolg! Und trotzdem bin ich nach Hause verfekt hatte, war versucht, die Bewegung auszuführen, von Als er die Lider öffnete, stand Hedwig neben ihm. Er fühlte ihre Hand auf seiner Stirn, diese fühle, fanfte Frauen= hand, die er nun in einer plöglichen Anwandlung ergriff und an die Lippen führte. Da er nur mehr wenige, schmale, blaẞrote Schleierfeßen die Lampe umwehen fah, wurde ihm leichter ums Herz, und er hatte das Bedürfnis, Hedwig. der er die Besorgnis von den tränenfeuchten Augen ablas, zu beruhigen. Es ist schon vorüber..." flüsterte er lächelnd und ftreate mechanisch die Finger aus, die merklich zitterten, als sie das Weinglas umfassen wollten. Frau Hedwig tam ihm jedoch zuvor und rückte den Pokal in die Tischmitte, wo er für ihn vorderhand unerreichbar blieb, ( Fortsetzung folgt.) PP 4 P gehört. Er ist im Besiz eines Führerscheins. Der Zeuge befundet, nung. Man solle die Kriegsblinden nicht mit einem Rentenabzug| Reichswehr Unter den Linden. Ein seltsames Schauspiel fonnten baß er in der fraglichen Zeit schon lange die drei Lichter des sozusagen bestrafen, wenn fie möglichst durch Erwerbstätigkeit ihr Baffanten am Sonnabend abend beobachten. Eine Kompagnie ReichsRaiser Wilhelm" auf dem Wannsee gesehen habe. Während der Einkommen zu steigern suchen. Aus der Kriegsbeschädigtenverfor wehr zog unter flingendem Spiel die Straße Unter den Linden Fahrt übernahm er für ein paar Minuten die Eintassierung gung müsse der Begriff Bedürftigkeit" ferngehalten werden, denn entlang, aber nicht auf dem Fahrweg, sondern auf der für Fuß. der Gelder und überließ die Führung dem Steuermann Bu Kriegsbeschädigte sind feine Almofenempfänger. gänger bestimmten Mittelpromenade, diefe in ihrer ganzen bid. Blöglich sah er einen weißen Schiffstörper aus einer Rebel- In der Diskussion wurde unter scharfen Angriffen gegen das Breite einnehmend, so daß das zahlreide Publifum rechts und links wand hervortreten. Sofort gab er den Befehl zum Rüd Reichsversorgungsgesez die bittere not erblindeter Krieger auf den Fabrdamm entweichen mußte. Den Schluß dieses Aufzuges märtstoppen, aber auch hier tam das Kommando zu noch eingehender geschildert. Mehr als tläglich find die Zuschläge, bildete ein Mann, der einen großen Kranz mit schwarz weiß[ pät. Etwas sonderbar berührte es bei der Bernehmung der die ihnen als Teuerungsbeihilfe gewährt werden. Sie erhalten pro roter Schleife trug. Wir nehmen an, daß dieser Aufzug ein Beugen, die früher auf der Safrower Fähre Monat einen Zuschlag von 32(!) M. für ihre Verpflegung, dazu Treuebekenntnis zur Republit vorstellen sollte. beschäftigt waren, als sie befundeten, daß sie feit dem 1. April einen noch geringeren Betrag für den Unterhalt eines Huntes. dieses Jahres in den Dienst der Sterngesellschaft übernommen feien. Diese Beihilfe fei, fagte man, gegenüber der heutigen Die Verhandlung ist bis Dienstag ausgefeßt. Leuerung geradezu ein hohn. Der Mordprozeß Neißer. Berufsverbrecher und Dunkelmanner. In der weiteren Berhandlung des Mordprozesses gegen die Angetlagten Basfarge, Selzer und Frau Spanier, wurde Eine Resolution, die Hilfe im Sinne der Ausführungen des Referenten fordert, wurde einstimmig angenommen. Sie soll der Reichsregierung und dem Reichstag zugehen. Die 49 Anläßtich des 25jährigen Bestehens des Systems Stolze- Schreŋ findet am Sonntag, den 14. Mai, in allen Teilen Deutschlands ein großes stenographisches Wettschreiben statt. Groß- Berliner Vereine verfammein sich um 9 Uhr in der Friedrichs Werderichen Oberrealschule zu Berlin, Niederwallstr. 12. Der Bes zirk Groß- Berlin des Märkischen Stenographenbundes Stolzes Schrey fordert alle Stenographen nach Stolze Schrey, auch solche, die einem Verein nicht ange nach Dittat fünf Minuten, beginnend mit 140 Silben, bei gleich bleibender Geschwindigkeit geschrieben. Die besten Leistungen wer den durch Preise und Urkunden ausgezeichnet. u. a. ein Bantbeamter& rumbelt als Zeuge vernommen, der Bezirkskonferenz der weibl. Funktionäre ören, auf, fich an diesem Wettbewerb zu beteiligen. Es wird befundete, daß er eines Tages in geschäftlichen Sachen die Frau Spanier aufgesucht habe. Er fei dort Zeuge geworden, wie ein junger Mensch, der Frau S. duzte, von ihr eingeschlossen wurde und später, als er dem Zeugen gegenüberstand, erregt gerufen habe: Das ist wohl auch so einer, den willst Du wohl ebenso faltmachen, wie Du den anderen kalt. gemacht ha ft. und der Wohlfahrtsausschüsse: Montaa, den 15., nachmittags 3 Uhr, im„ Jugendheim", Lindenstr. 3, 2. Hof 3 Tr. Tagesordnung: Vortrag der Genoffin Ryned, M. d. R., über: Frauenfragen im Reichstag. Wichtige geschäftliche Angelegenheit( Parteitag, Bezirkstag u. a.). Vortrag der Genoffin Wachenheim über: Sozialpolitik und Wohlfahrtspflege.( Auch für Stadt- und Bezirksverordnete wichtig.) Neuköllner Elternbeiratswahlen. Die Elternversammlung für die zweite Mädchenmittelschule Richardplay der sozialistischen Barteien am Donnerstag, den 16. Mai, abends 7½ Uhr bei hain, Richardstr. 35, wird den Bericht des bisherigen Elternbeirates entgegennehmen und die gemeinsame Kandidatenliste endgültig festsehen. Alle in Betracht kommenden Genossen und Genoffinnen sowie Gäste find freundlichst eingeladen. Die Wählerliste liegt in dieser Bersammlung aus. Raubüberfall auf einen Kunsthändler. Bezirksbildungsausschuß Groß: Berlin. Heute nachmittag 4 116r Gestern abend gegen 7 Uhr wurde das 67. Polizeirevier tele. in der Aula des Friedrich- Realgymnasiums, Mittenwalder Straße 37, Sonferens aller Groß- Berliner Bildungsausschüsse. Im Anschluß phonisch davon benachrichtigt, daß sich im Hause Courbièrestr. 1 daran findet abends 7, Uhr im selben Raum eine Filmvorführung statt. Einbrecher befinden, die in das Gemäldelager des Kunsthänd- 1. Unfallverbütung in gewerblichen Betrieben( Lehrfilm). 2. Herrn Arnes lers Juli Münz eingedrungen seien. Als Beamte dort eintrafen, Schas( einer der besten schwedischen Spielfilme). 8. Kapitän Grog auf der waren die Täter bereits ergriffen und eine vielhundertföpfige Menge halten eine Eintrittsfarte bei Abgabe ihres Mandats. Für andere TeilLöwenjagd( Tridfilm). Am Flügel Schulz- Fiedler. Die Delegierten er. wollte sie Innchen. Der Kunsthändler wurde besinnungslos aufnehmer Eintrittsfarten zum Preise von 4 M. an der Kaffe. gefunden und mußte nach der Rettungswache am 300 gebracht werden. Keine Wohnung& not am Lichensee. " Nach der Mittagspause gab Rechtsanwalt Dr. Fren eine längere Erklärung ab, in welcher er im Interesse des An sehens und der Würde des Anwalt standes gegen die in dem Beschluß des Gerichts enthaltene, in der deutschen Rechtspflege wohl einzig dastehende Zumutung energisch Protest einlegte, baß ein Anwalt Beweisanträge stellt, um eine Sache zu verschleppen und das Urteil hinauszuzögern. Landgerichtsrat Dr. Löffler erklärte hierzu, daß durch die gegebene Begründung des ablehnenden Beschlusses das Gericht dem Rechtsanwalt Dr. Frey in feiner Weise habe nahe treten wollen. Dieser habe selbstverständlich pflichtgemäß das Material zu verwenden, welches ihm mitgeteilt werde. Sehr belastend für den Angeklagten Selzer ist die Aussage eines Kaufmanns Gellig, der den Selzer fennt und mit unter bei sich beschäftigt hat. Dieser weiß, daß Selzer pon Einbrüchen und Diebstählen lebt und ihm eines Tages erzählt hat, daß er einen Einbruch bei Neißer ausführen mollte, der aber nicht glückte. Selzer bestreitet die Behauptungen des Zeugen. Rechtsanwalt Dr. Frey stellt sodann einen neuen Antrag auf Grund einer inzwischen in seinem Bureau eingegangenen Mitteilung. Diese belage, daß in einem Seidengeschäfte in der Steg lizer Straße eine Verkäuferin Helene Knat tätig gewesen sei, die Berkehr mit zwei übelberüchtigten Leuten unterhalten und auffallenderweise gleich nach der Mordnacht sich unbefannt wohin entfernt habe. Der Berteidiger beantragt, schleunigst einen PolizeiDie dreiste Unbekümmertheit, mit der hier mitten in der fürchterbeamten zu beauftragen, weitere Recherchen nach der Person der lichten Wohnungsnot die Zusammenlegung von je amei Anat anzustellen. Staatsanwalt Dr. Ortmann widerspricht, eineren Wohnungen au einer größeren der Deffent da es doch zu weit gehen würde, wollte man nach allen Personenlichkeit funbgegeben wird, scheint denn doch der Beweis dafür zu forfchen, die nach der Ermordung Neißers nicht auffindbar sind. fein, daß noch reichlich ohnräume borbanden find, Dem Antrage soft stattgegeben werden. Etwaslebendig wurde die die Wohnungsämter im Intereffe der notleidenden Bevölkerung es bei der Bernehmung des aus dem Gefängnis vorgeführten Beugen fleunigst beschlagnahmen sollten. ernide, der mit Frau Spanier befannt ist und sich dahin geäußert haben foll, daß er Frau Spanier ein solches Verbrechen nicht zutraue. Er verficht diese Ueberzeugung auch im Termin. Er beflagt sich lebhaft über Kommissar Trettin und erflärte: Trettin hat mir ringebracht, wenn ich meine fünf Monate runter habe, werde id das weitere veranlassen. Eine endlose Debatte entwickelt sich im Anschluß an die Bekundungen des Zeugen Brückner, der einmal in einer Wohnungstauschangelegenheit für den Ermordeten tätig war. Danach wurden die Berhandlungen auf Montag vertagt. Die Fertigstellung der Nordsüdbahn. In der B. 8. am Mittag" vom 11. Mai findet sich folgende Anzeige: Repräsentative, aus zwei Wohnungen bestehende 13- bis 16Zimmer Wohnung am Liezensee wird getauscht gegen zwei miteinander verbundene( event. getrennte) Wohnungen von je 6 bis 7 Zimmern. Schriftliche Angebote an Die nächste Stadtverordnetenfihung wird am Donnerstag bereits um 4 Uhr nachmittag. beginnen und ausschließlich den Saushaltsreden der Fraktionsführer gewidmet fein auf 7 Uhr abends ist die Abstimmung über die zum Proteststreif der städtischen Arbeiter und den bekannten Vorgängen des 2. Mai eingegangenen Anträge festgelegt. In der nächsten Woche wird mit Rüdiicht auf Himmelfahrt die Stadtverordnetensizung am Dienstag stattfinden. Die Straßenfammlungen der Altershilfe. Am heutigen SonnAltershilfe statt. Mittags 12 hr spielt die Kapelle der Fahr tag finden in Groß- Berlin Straßensammlungen zugunsten der abteilung 3 Lantwit auf dem Wittenbergplab, und nach mittags 3 Uhr wird der Bund Berliner Männerchöre auf der Freitreppe des Museums im Luftgarten ein Konzert geben. Der zur Vorbereitung der Finanzierungs- und Betriebsverträge für die Vollendung des Baues der Nordffibbahn eingelegte Stadt verordnetenausschuß nabm in feiner geftrigen Sigung den Bericht des für die näheren Verhandlungen gebildeten Unteraus fchufies entgegen. Nach eingehender Aussprache, an der sich für den Magistrat Stadttämmerer Dr. Sording beteiligte, billigte der Ausschuß die vom Unterausschuß geführten Verhandlungen, die bereits zu einer Reihe von Berbesserungen in den vorgelegten Zufuhr: Fleisch ausreichend, Geschäft rege. Fische zeitweise Bertragsentwürfen geführt haben. Es wurden aber noch weitere knapp, Geschäft ziemlich rege. Obst und Gemüse schwach, Ge28ünsche geltend gemacht und der Unterausschuß beauftragt, im schäft still. Sinne dieser Anregungen den Abschluß des Betriebsvertrages bor behaltlich der Zustimmung des großen Ausschusses vorzunehmen. Lebensmittelpreise der Woche. Zander Die„ Typographia", Gesangverein Berliner Buchdruder, bringt unter Leitung seines Chormeisters Alexander Weinbaum am Sonntag, den 21. Mai, vormittags von 11-12 Ubr, im Schöneberger Stadtpart eine Reihe von Liedern, vornehmlich Volksliedern zum Bortrag. Brotkartenftichwort. In der Woche vom 15. bis 21. Mai darf Brot und Mehl nur auf die Brotlarte abgegeben und entnommen werden, deren Abschnitte das Stichwort, Deutsche Boltserholungsheime" tragen. Weitere Enthüllungen zum Budapester Leichenschmuggel Die Affäre des aufgededten Leichenschmuggels nimmt immer größere Dimensionen an. Gestern wurde festgestellt, das auch aus Berlin, Dresden, München und Paris nicht nur Stelette, sondern auch Leichen aus verschiebenen Spitälern bezogen wurden, die, anstatt beerbigt zu werden, an ver schiedene Leichenagenten ausgeliefert wurden. Bisher wurde ber Bertauf von mehr als 100 Leichen festgestellt. Sm Laufe des gestrigen Tages wurden weitere vier Verhaftungen vor= genommen. Einige der Diener des anatomischen Museums und An gestellte des Leichenbestattungsunternehmens mußten, um feine Störung bei der Beerdigung eintreten zu lassen, vorläufig auf freiem Fuß bleiben. Bürgermeister von Gundelfingen in Bayrisch- Schwaben hat folgende Also sprach der Bürgermeister von Gundelfingen. Der Bekanntmachung erlaffen: ,, Moralisch haltlose versoffene Burschen, darunter verheiratete Leute im gefehten Alter, treiben sich in den Die Familie muß darben und sparen, weil der Mann das zum Wirtshäusern bis 6 Uhr morgens und länger umher. Diese Lotterbuben verfaufen das Geld, das sie ihrer Familie geben müßten.. Leben Notwendige versäuft. Die versoffenen Schweine fönnen danu am nächsten Tage nicht arbeiten, infolgedessen Verdienstentgang, dazu Berufs- und Geschäftsschädigung. Geldstrafen gehen nur auf Kosten der Familie. Die Polizeibeamten haben die Saufiane herauszuwerfen, und die geringste Gegenwehr wird als Widerstand gegen bie Staatsgewalt behandelt. Der Wirt, welcher duldet, daß bei ihm die Polizeistunde maßlos überschritten wird, wird mit Haft bestraft und bei Wiederholung ihm das Lokal gesperrt." Jogal hervorragend bewährt bei: Grippe Herenschuß Nervenschmerzen. Sicht Rheuma Ischias In der Woche vom 8. bis 13. Mai galten in der Zentralmarkthalle folgende Kleinhandelspreise: Rindfleisch 35-40 M., ohne Knochen 40-45 M. Schweinefleisch Die erblindeten Krieger fordern Hilfe. 38-50 M. Kalbfleisch 30-45 M. Hammelfleisch 38-40 M. Geräucherter Die Notlage der erblindeten Krieger wurde auf einer Ron 11 M. Dorsch 6-7,50 M. Flundern 5-12 M. Kabeljau 10-11 M. In Eis: Schinken 66-70 M. u. Speck 52-58 M. Schellfisch 9-12 M. Seelachs ferenz erörtert, zu der die Funktionäre des Bundes er Schleie 25-35 M. Hechte 20 M. Aale 35-44 M. Plätzen 6-12 M. blinbeter Krieger" aus allen Teilen Deutschlands nach Lebende Barsche 20 M. Karpfen 25-35 M. Blele 16-20 M. Berlin zusammenberufen worden waren. Anwesend waren auch 30-38 M. Naturbutter 66-70 M. Margarine 30-40 M. Schweineschmaiz o gal stillt die Schmerzen und scheidet die Harnsäure aus. In allen Eier 3.80-4 M. Wileschwein 40-50 M. Wilde Kaninchen Bertreter des Reichsarbeitsministeriums, mehrerer Reichstagsfrat 48-53 M. Puten 35-40 M. Apotheken erhältlich. Best. 64,3% Acid. acet. salic., 0406% Chinin, Hühner 42-50 M. Gänse 65-70 M tionen und der Gewerkschaften. Enten 50-55 M. Tauben 44-50 M. zwei Stück. Backobst: Aprikosen Ausführl. Broschüre gratis und franko. Fabrik Pharmacia, München 27. 12,6%% Lithium, ad 100 Amylum. Der Referent Bischof, Borfizender der Brandenburger 60 M., Aepfel 48 M., Birnen 8-45 M., Pflaumen 21-22 M., GeGruppe des Bundes, zeigte die Unzulänglichkeit der ben mischtes 18-28 M. Kartoffeln 28-30 M. 10 Pfund. Weißkohl, Wirfür Herren- u.Damen- Bekleidung Kriegsblinden gewährten Versorgung. Er forderte 8-15 M. singkohl, Rotkohl und Blumonkohl fehlen. Kohlrüben 4-5 M. Spinat Mohrrüben 7-8 M. Grüne Gurken 20-85 M. das Stück. beste Fabrikate, große Auswahl, Verkauf meterwaisa für die Kriegsblinden einen Entschädigungssay in Höhe der GeZwiebeln 12-13 M. Morcheln 23-28 M. EBäpfel 12-16 M. Apfelsinen Koch& Seeland hälter von Gruppe I der Reichsbesoldungsord. 4-8 M. das Stück. Zitronen 1-1.50 M. das Stück. Kleid aus kunstseid. 40-44 Stoffe NYsrael GEGR. 1815 BERLIN C KÖNIGSTR. Damenkleidung Bluse bedruckt. Waschstoff aus mit Knopfgarnierung... Kleid aus vorzüglichem bedruckten Voll- Voile........ 82.595.Kleid aus reinwoll. 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Bezirk( Wedding) fürsorgestelle ihres Bezirtes wenden. Voraussetzung ein von der SPD. gestellter Antrag, der die Aufhebung der für das Eintreten der Kleinrentnerfürsorge ist worauf nochmals Klassifizierung der an der Schulspeisung teilnehmenden bes bingewiesen wird daß die Bedürftigen sich vor dem 1. Januar dürftigen Kinder fordert, einstimmig angenommen. Ein anderer 1920 ein Vermögen( auch Rente) mit einem Jahreseinkommen von Antrag beschäftigte sich mit der Nichtbestätigung der vom wenigstens 600 M. sichergestellt hatten. Bezirksamt gewählten Rettoren. Der mit den Stim men der drei Lintsparteien angenommene Antrag fordert das Bes zirksamt auf, alle zur Verfügung stehenden Mittel zu erschöpfen, um die Bestätigung der gewählten Rektoren herbeizuführen. Im 2. Be irk( Kreuzberg) wurde ein Dringlichkeitsantrag einstimmig angenommen, der fordert, daß die Abholzung des Schulhofes der 83. und 93. Gemeindeschule in der Dieffenbachstraße unterbleiben soll. Im 4. Bezirk( Prenzlauer Berg) protestierten alle Parteien entschieden gegen den Magistratsbeschluß, nach dem der noch freie Teil des vom Bezirksamt benutzten neuen Gebäudes in der Danziger Straße für das Sophiengymnasium hergerichtet werden soll, wäh rend Teile der Bezirksverwaltung, u. a. das Wohlfahrts- und Jugendamt, die Kriegsbeschädigtenfürsorge, das Vormundschaftsamt und die Kleinrentnerfürsorge in bereitgestellte Räume in der Naugarder Straße hinter dem Bahnhof Weißensee verlent werden follten. Den Interessen der Schule. müsse in anderer Weise entsprochen werden, da es nicht angängig sei, das Bezirksamt an einer Stelle an der Beripherie unterzubringen, mit der der größte Teil des Bezirks feine direfte Fahrverbindung habe. Im 9. Bezirk( Wilmersforf) wurde die Errichtung einer Waldschule angefolgenden Sätzen beschlossen: regt. Rafenflächen und Sportplätze. Im 4. Bezirk( Prenzlauer Berg) wurde das Bezirksamt aufgefordert, die hier vorhandenen Anlagen und Rafenpläge ordnungsmäßig instandsetzen zu lassen. Hierbei wurde hervor. gehoben, daß der Bezirk im Verhältnis zu den westlichen Teilen Berlins arg zurückgesetzt werde. Für den Eissportbetrieb auf dem Spielplag an der einfamen Pappel in der Schönhauser Allee wurde die Einrichtung einer elet. trischen Beleuchtungsanlage beschloffen. Im 9. Bezirk ( Wilmersdorf), murde auf dem städtischen Grundstück der früheren Gemeinde Grunewald an der Reinerz, Wangheims, Warmbrunner Straße und Hubertus- Allee die Anlage eines 52000 Qua dratmeter großen Sport- und Spielplages be fchloffen. Die SPD- Fraktion fnüpfte daran die Bedingung, daß mit den Laubentolonisten auf diesem Terrain in der schonendsten Beise verfahren und die diesjährige Ernte gesichert werden möge. Die Kosten für die Anlage des Sportplages in Höhe von 2 ½ mil lionen Mart sollen aus der Stiftung Part, Spiel und Sport" gedeckt werden. 1000 Kinder werden so Gelegenheit zum täglichen Spiel erhalten. Ferner soll auf dem städtischen Grundstück Wilhelmsaue und Mannheimer Straße ein Schülerspielplag von 5000 Quadratmeter entstehen. Nach der vollendeten Bu Banttonto: Preußische Staatsbant, Berlin W 56 Postschecktonto: Berlin NW 7, Nr. 656 00 Was kostets auf den Ferienspielplätzen? für den diesjährigen Erholungsaufenthalt der Der Magistrat hat am 3. Mai die Festsetzung der Beiträge Kinder und für die Ferienspiele auf Außenspielplägen nach Das 1. Kind einer Familie für 1 Wochenkarte 15.-M. 1. " 2. 2. 1/2 1/3 7,50 12, 6, Rinder die ihren Spielplag im Fußmarsch erreichen, zahlen: Weitere Kinder einer Familie sind frei. Das 1. Kind einer Familie für 1 Wochenkarte 10,- M. 1. " " 2. 2. W . 1 " 1/8 " 5, 6, 8, Einem Biertel der Gesamtzahl aller die Veranstaltungen be suchenden Kinder kann bei festgestellter Bedürftigkeit im Einzelfalle eine Freitarte gewährt werden. Das 25 jährige Arbeitsjubiläum begeht am Montag, den 15. Mai, unser Parteigenosse Adolf Oggerin( Linotype- Abolf) in der befannten Mergenthaler Sehmaschinenfabrit. Groß- Berliner Parteinachrichten. Uebermorgen, Dienstag, den 16. mai: Die Jungjozialistische Bereinigung Sichtenberg veranstaltet fite die 18-25jährigen Parteimitglieder abends Uhr im Jugendheim, Parkaue 10, einen Vortrags. abend: Der Aufbau des wirtschaftlichen Rätesystems. Ref. Genosse Fr. R. Genossen find Beamte und Angesteilte ber Berliner Benten gleichfalls eingeladen. Reflet, Mittelstr. 29, Bersammlung der sozialdemokratischen Bankangestellten. Tages. ordnung: 1 Vortrag des Genossen Dr. Mar Schütte über Karl Marg". 2. Distuffion. 3. Neuwahl des Aktionsausschusses. 4. Berschiedenes. Frauenveranstaltungen: 20. bt. 7% Uhr bei Jafered, Schwedenstraße. 40. und 41. Abt. 7 Uhr bei Keufner, Sc jelberger Str. 20 Theme: Die feguelle Aufklärung der Jugend". Referentin Frl. Dr. Bieber. Geschäftliche Angelegenheiten. Filmschau. Die Filme der Woche. Der Gouverneur des Todes", das ist ein Titel von plakatbafter Wirksamkeit. Alle Schauer und alles Gruseln des Kintops lauern hinter der Kuliffe dieses Namens. Aber es tommt nicht so schlimm. Der Geschmad des Autors Rudolf Strauß und seine sichere Filmhand bändigen die Geschebnisse, die einander freilich jagen und von Szene zu Szene überbieten, zur Erträglichkeit, ja fogar zu einer zwar äußerlichen, aber doch allgemein milteilsamen Spannung. Emil Justiz hat mit Latt Beibchengirren einer Brinzessin zum Gouverneur emporgefletterten Sträfe nach Motiven von Prosper Merimée das Schredensregiment eines durch und auf gute Bildwirkung bedacht, die Regie zu diesem Film besorgt, der lings zeigt. Erich Kaiser is in der Hauptrolle unterstreicht die brutalen Sonturen der Gestalt ziemlich aufdringlich. Unerhört luftig ift im Programm dieser Woche ein amerikanischer Groteskfilm Joe Martin und der Alkohol". Joe Martin, ein übermenschlich finger Schimpanse, hilft im Berein mit Jumbo, dem vorzüglichsten aller Elefanten, einem gegen den Alkohol wetternden Pastor dessen Kirche füllen. Hier werden Tierdrefsuren gezeigt, die das Verblüffendste find, dessen man sich entfinnen kann, und es werden filmistische Husarenstüde auf die Leinwand projiziert, die ihresgleichen nicht fennen. Die ganze Wildwest Atmosphäre ift mit einem schneidenden Humor durchtränkt, von einem rasenden Feuer angetrieben. Das ist Film! Jm bunten Teil sieht man einen albernen Stetch Der Sumpf". Berlogene Dirnensentimentalität, die Uebelfeiten herausfordert. Jm U. 2. Kurfürstendamm ging das Birkusdrama Die vom 8irtus" unter beträchtlichem Zischen unter. Ein füßes Zeug mit Erbprinzenromantit und Tingeltangelgoldigkeit. Falsch gesehen, falsch gebaut, falich gezeigt. Anita Berber ist die eble Seele vom Birtus. Sie wirkte am glaubhaftesten in stoffersparenden Schleiertänzen. Die Regie- Wilhelm Stahn sucht in den Film hineinzupreffen, was es an Schanobjekten gibt. Es bleibt ein Versuchen des, in diesem Falle untauglichen Subfetts. William hat Besseres, Stärferes geleistet, und sein Mitarbeiter Robert ehmann fann viel viel mehr. Warum also? p- s. fchüttung des Gees follen bort ebenfalls Spielpläge geschaffen Erscheinen der Genossen zu den Veranstaltungen stets erforderlich! führung das Spiel zu durchfreuzen, bie Eugend seiner Geliebten zu retten werden. Boranzeige. . Das Munitionslager am Kolberger Plah. Parteifunktionäre, Betriebsvertrauensleute. Im 9. Bezirk( Wilmersdorf) reichte die SBD. folgenbe Anfrage Freitag, den 19. Mai, findet eine allgemeine Funktionärverfammein, die in der nächsten Sihung zur Berhandlung tommen wird: lung mit wichtiger Tagesordnung statt. Es wird sich empfehlen, st dem Bezirksamt bekannt, daß im Hause Kolberger daß die Genoffen an diesem Abend feine anderen Verpflichtungen Biag 4 ein großes Munitionstager aufgefunden wurde, übernehmen. Bezirkssekretariat SPD. das eine schmere Gefahr für die Bewohner der umliegenden Häuser darstellt? Ist dem Bezirksamt befannt geworden, wer für das verbrecherische und leichtfertige Verstecken von Waffen und Munitionsmengen an der genannten Stelle verantwortlich ist? Ist das Bezirksamt bereit, durch Nachfrage bei der zuständigen Polizeibehörde und Staatsanwaltschaft festzustellen, zu welchem Ergebnis die Nachforschungen in dieser Angelegenheit geführt haben?" Im 6. Bezir?( Kreuzberg) gelanate ein Antrag der SPD.Frattion, eine Auskunft und Beschmerbestelle einzurichten, gegen die Stimmen der bürgerlichen Bereinigung an den Petitionsausschuß. In der Bezirksversammlung wurden BeIhwerden über die Berteilung des städtischen Fleisches vorgebracht. Sie wurden als berechtigt anerkannt und follen abgestellt werden. Im 4. Bezirk( Prenzlauer Berg) wurde einem Entwurf, der die Bergrößerung des Straßen. bahnhofes an der Rniprobestraße zum Gegenstand hat, zugestimmt. Im 14. Bezirk( Neukölln) gelangte ein Antrag zur Annahme, der das Bezirksamt ersucht, dafür zu sorgen, daß der Magistrat von Berlin bei der Reichsregierung wegen der Wieder einführung der Zwangswirtschaft für 3uder und artoffeln vorstellig merde. Die Deutschnationalen stimmten selbstverständlich dagegen. Wahrscheinlich erhalten sie die bekannten Deuna- Kartoffeln mefentlich wohlfeiler, als dieses Boltsnahrungs. mittel fonft zu kaufen ist. Die Kleinrentnerhilfe. 5. Abt. Dienstag, ben 16. Mai, 7 Uhr, öffentliche Elternversammlung der 63. Gemeindeschule in der Gipsstr. 23a. Thema: ,, Die Bedeutung ber Elternbeiratswahlen für Schule und Haus Ref. Lehrer Schröter. Sichterfelbe. Mittwoch, ben 17. Mai, 8 Uhr, öffentliche Bersammlung in ber Aula der Oberrealschule, Ringste. 2/3. Thema: Deutsche Kultur politik". Ref. Konrad Saenisch,. b. 2. Die Geliebte des Königs", die als galante Komödie im Marmor. baus präsentiert wird, gehört zu den Harmlosigkeiten, die unter falscher Flagge segeln. Das verarmte Adelsfräulein wird im 5. Alt nicht die Beute des eroberungssüchtigen Königs, worauf vier Akte die Spannung erregt wurde. Ihr aufrichtiger Verehrer weiß auf dem Höhepunkte der Ber und so ihre Hand zu gewinnen. Das alles ist Geschichtsschreibung für Herrn Brunner. In den Hirschparts der Ludwige gings anders zu. Aber das anmutige Spiel ya Maras läßt die zurechtgemachte Geschichte bergeffen. Bortrefflich daneben( abgesehen von Erich Matter- Tis als König), fehr geschickt in Maske gelegte Figuren, als welche sich Frieda Nichard, bert Patry, Hermann Picha und starl Huszar hervortaten. Arbeitersport. d. Märkische Spielvereinigung Groß- Berlin. Auf dem Fortuna- Sportplay am Herzbergplag, nahe Bahnhof Raiser- Friedrich- Straße, treffen heute, Sonntag, Sparta 11, Lichtenberg, 1 M., und N. S. C. Rüftig- Vorwärts 13, 1. M., zusammen. Beide Mannschaften treten in einer neuen Aufstellung an, daher ist guter Sport zu erwarten. Borher 3.20 Uhr die beiden zweiten Mannschaften, 1.45 Uhr bie beiden ersten Jugendmannschaften beider Bereine. 14. Kreis Neukölln- Brit. Montag, den 15. Mai, 7 Uhr, Kreisvertreterversammlung in der Aula des Realgymnasiums, Raiser- Friedrich- Str. 210. Tages. ordnung: 1. Bericht des Kreisvorstandes. 2. Bericht der Kommission und ber Etablissement Café Zielka Friedrichstr. 59/60, Ecke Leipziger Straße. 16. 20. 7. Fraktion. 3. Wahl des Kreisvorstandes. Die Kontrolle stellt die 90. Abt. Kreis Köpenid. Montag, den 15. Mai, 7 Uhr, in der Dorotheen- Schule, Freiheit, Sigung des Wahlausschusses und der örtlichen Ausschüsse sowie aller Funktionäre, die mit Arbeiten für die Elternbeiratswahlen betraut find. Tagesordnung: Elternbeiratswahlen und Ausgabe von Material. Streis Reinickendorf. Montag, den 15. Mai, 7 Uhr, im Rathaus Wittenau, erweitere Kreisvorstandssitung. Jede Abteilung muß vertreten sein. Streis Charlottenburg. Dienstag, den 16. Mai, 7% Uhr, Kreisvertreterverfammlung im Schiller- Realgymnafium, Schillerstr. 27. Eintritt nur mit besonderer Legitimation. Morgen, Montag, den 15. mai: 31. Abt. 7½ Uhr bei Goldschmidt, Stolpische Str. 36, Sigung der Funktionäre, Betriebsvertrauensleute, Elternbeiräte sowie der Obmänner der Schulen. Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer und Lehrerinnen Groß- Berlins. 4 Uhr im Sigungsfaal des Bezirksverbandes, Lindenstr. 3, 2. Hof lines, 2 Tr, Gigung. Thema: Elternbeiratsbewegung und Elternbeiratswahlen". Ref. Genoffe Schröter. Elternbeiräte und Obleute als Gäste willkommen. Aenderung des Lotals beachten! Frauenveranstaltungen: Es hat sich die Meinung gebildet, daß Kleinrentner, die 22. abt. 7% Uhr bei Radzay, Brüffeler Str. 43. Thema: Die Zukunftsschule". von der Kleinrentnerfürsorge unterstützt werden, die Ref. Erwin Marquardt. Verfügung über ihr Vermögen berlieren. Das ist nach 40. unb 41. Abt. Der Frauenabend findet umständehalber erst Dienstag, den den bisherigen Bestimmungen feineswegs der Fall. Insbesondere 48. abi. 7 Uhr im Graphischen Vereinshaus, Alexandrinenstr. 44. Thema: 16., ftatt Siehe Dienstagveranstaltungen. würden bei den borläufigen Fürsorgemaßnahmen, wie sie durch den Erlaß des Ministers für Voltewohlfahrt vom 21. Januar 1922 angeordnet find, und die in einer einmaligen Beihilfel Die Bekämpfung des homofeguellen Unwesens". Ref. Genosse Rachow. 104. b. Niederschöneweibe. 7½ lihr im Reichensaal der Gemeindefcule, Berliner Str. 31. Shema: ,, Moderne Arbeiterdichter"( mit Rezitationen). Ref. Genossin Scheibenhuber. Gr. Mai- Programm. 4 u. 7 Uhr. M. SCHULMEISTER MSchulmeister KOTTBUSER TOR Herens Knaben Kleidung buser Tor Herrenanzüge v. 1575-3500 M. 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Und laute Flüche jagen fich ohne Bosheit--spielerisch! gen um der Kirche willen. Genau so wie der alte Luther sich| nedisch! von dem Heldengeist von Worms, dem heiligen Gewissenstrot:" Ruhe!" schreit der Rißler- Karle. Und dann liest er mit rauher „ Ich kann nicht anders" trennte, als er, dem Bolte mißtrauend, Stimme aus seiner zerfnüllten Brotzeitung vor. Ein Gedicht von die Kirche schuf mit den Fürsten zusammen, genau so trennen Freiligrath. Ein revolutionäres Gedicht. Barrikadenkämpfer mit sich die Freunde der freien Volkskirche" von dem Geist des durchschossener Stirn. Ein feiger Rönig. Und viel Mut- viel freien Protestantismus, wenn sie mit den Positiven die neue proletarisches Würdebewußtsein und dann bricht das Gedicht Bischofskirche, die durch Siebsystem. Beschränkung der Ge- plößlich ab es hinten noch einige unzusammenhängende Worte meinderechte, Ausschluß der Freigerichteten sich charakterisiert, hinterher und dann ist ganz Schluß die Brotzeitung war bauen. halbzerrissen es reichte nicht weiter! Was steht denn da oben drüber?" fragt der Greiner- Mag. Rißler- Karle: Bum 18. März steht drüber." " Auf der Eisen- Hardt. Bon Mar Dortu. Heute kommt der Stein hier von der Eisen- Hardt wieder zu Ehren. Die rheinischen Hochöfen verbrennen ihn als„ Mischgut". Wir sind etwa zwanzig Mann. Wir hausen in einer schmutzigen Barade. " Seite. -" -,, bein ,, das is ganz was Was denn?" fragte der runde Bogelei- Franz. Häusler- Peter:„ Ei nun Kunst Kunst die Stadt!" das is was von Christian Fauftschlag sagt: Kunst is Scheißdred!" ,, Halt du dein Maul du Totschläger!" Wer rief das? Der Friedler- Anton. Der Vorarbeiter sagt fleine bescheidene Worte:„ Kunst ist Goethe!" " Tschesto- Habsburg aber brüllt:„ Kunst ist Schnaps!" " Wieso denn?" fragt der Kahlbaum- Emil. Tschesto- Habsburg:„ Wenn ich Grillen im Kopfe habe, dann faufe ich Schnaps und wenn ich Schnaps saufe, bann fliegen meine Grillen fort " Stimmt!" ruft Heinz Teer dazwischen: Kunst ist Schnaps!" Ruhe. Stimmen. Leises Lachen. Pfeifen werden neu angesteckt. Das Feuer fnistert im Ofen. Und auf den Tisch kommt der höllenschwarze Kaffeekessel. Bon firchlichen Kreisen wird immer wieder hervor gehoben, daß Sozialisten zur Mitarbeit in der Kirche will fommen sind, wenn sie nur mitarbeiten wollen. Die Kirche sehe nicht auf die Zugehörigkeit zu einer politischen Partei, sondern nur darauf, daß alle, die der Kirche angehören, mitarbeiten wollten. An Bereitwilligkeit sozialistischer Kreise, die Die Kirchlich- Liberalen, die durch ihre ganze Politik nicht neu werdende Kirche so auszubauen, daß auch Sozialisten mit eine Boltskirche bauen, sondern eine Kirche der beiden„ Volksinnerer Freude in der Kirche arbeiten fönnen, hat es nicht ge- parteien", zeigen das auch durch ihr Eintreten für die kon= Und der Hasen- Jodel sagt:„ Das war fein! Das is woll ein fehlt. Beweis dafür ist die Gründung des Bundes religiöser fessionelle Schule, durch ihr Eintreten für die„ un- Gedicht?" Sozialisten. Nach der ganzen Bergangenheit der Kirche, ihrer politische", christliche" Liste bei den Elternbeirats=„ Nä" ruft Ernst Helbig – das is Kunst!" Abhängigkeit von den staatserhaltenden" Parteien, wie sie wahlen. Wir wissen, daß es sich bei den Schulkämpfen Schweigen. Langes Schweigen. Sinnen. Und dann strecken sich ausdrückte in der monarchischen Spize des Kirchenregi- nicht um die Religion handelt, sondern um die Freiheit und reden wir uns. Und laute Gähner huschen aus breiten Mäulern ments, nach der fapitalistenfreundlichen, sozialistenfeindlichen der Schule von der Herrschaft der Kirche. Wir in die schwarzgrauen Ecken hinein. Zusammenſegung der firchlichen Organe mußten weite fozia- fämpfen für die weltliche Schule, weil wir eine neue Ich pill's wagen! Sä" rufe ich- Kameraden, was ist liftische Kreise der Möglichkeit der Durchsehung dieser Be- Erziehung wollen im Geiste der Völkerversöhnung, der Kunst?" strebungen mit großem Mißtrauen gegenüberstehen. Die Tat- fittlichen Freiheit, der Selbstverantwortlichkeit, der klassenlosen ,, Halt dein Gefabbel sagt mir der Friedler- Anton fachen haben dieses Mißtrauen leider bestätigt. Zunächst Gesellschaft und damit der wahren Religion, die an fein ewiges Gefrage! das ist ja ganz so mie Ausspionieren." Und er waren es wenigstens einige Kirchen in Groß- Berlin, die Ent- Dogma, feinen Katechismus gebunden ist. Tun wir darum spudt über den Tisch hinüber zwischen Hans Morgenstern und gegenkommen zeigten für Reformen, die für sozialistische unsere Pflicht für die Jugend. Denn das höchste Gut des Klumpfuß- Otto hindurch. Beide neigen fich lachend ein wenig zu: Feierstunden ihre Räume zur Verfügung stellten, ja jogar für Mannes ist sein Bolt, sein Bolt als Glied der Menschheit. religiöse Feierstunden. In diesem Jahre sind zum ersten Male Runft?" meint der Häusler- Peter alle Kirchen für solche Zwecke verschlossen geblieben. Die firchFeines!" lichen Kreise, eingeschlossen die Liberalen", glauben wohl ein folches Entgegenkommen nicht mehr nötig zu haben; sie glauben jezt Farbe bekennen zu können:„ Christentum und Sozialismus vertragen sich ebensowenig wie Feuer und Wasser". An dieser Tatsache ändert auch die Tatsache nichts, daß in Wir arbeiten auf der Eisen- Hardt. Die Eisen- Hardt ist ein Bantom eine Kirche zur Verfügung gestellt wurde. Denn in roter Gebirgsbudel. In Hessen- Nassau. den Borverhandlungen wurde von kirchlicher Seite erklärt, Wir verladen Eisenstein. Brauneisenstein. Achtundvierzigdaß wohl die Kirche nicht zur Verfügung gestellt wurde, wenn prozentigen! Offen liegt er hier zu Tage. Gebrochen und ladeBfarrer Francke oder ich sprächen, also organisierte Sozialisten. fertig. Unsere Vorfahren haben diesen Stein vor hundert Jahren Das Proletariat darf somit in der Kirche feine Feierstunde aus dem Berginnern heraufgeholt. Und ihn hier zur Berladung erleben, die seinen Geist atmet, den Geist der Sehnsucht nach gehäuft. Warum ward er damals nicht abgefahren? 3u wenig Befreiung von dem Joch des Kapitalismus, von dem Terror Eisengehalt. Andere Gruben lieferten befferes Gestein. Mehr des Militarismus. Demgegenüber stehen Kirchen offen zu be- eisenhaltiges. sonderen Feiern für Offiziersbünde, deutschnationale Jugendbünde, Frauenausschüsse der Deutschen Volkspartei. Glaubt die Kirche wirklich im Ernst, von einem einzigen Sozialisten erwarten zu können, unter diesen Umständen tatkräftig mitarbeiten zu können? Erst fürzlich baten meine Freunde in Steglitz, die sich zu einer besonderen Gruppe der Freunde von Religion und Völkerfrieden" zusammengeschlossen haben, ihnen eine Kirche zur Verfügung zu stellen, damit dort von mir eine religiöse Feierstunde abgehalten werden könnte. Auch dies wurde abgelehnt. So stößt man die religiös Suchenden aus der Kirche hinaus. Was würde Jesus von Nazareth dazu fagen, daß gerade diejenigen, die glauben, in hervorragender Weise seinen Geist gepachtet zu haben, so die Menschen, die guten Willens sind, diejenigen, die Friede auf Erden" verfündigen, die das Reich Gottes auf die Erde herabziehen möchten, ausschließen und sie so dahin treiben, außerhalb der Kirche ihrem heißen Sehnen Befriedigung zu verschaffen. Es ist nicht zufällig, daß gerade in diesem Augenblick die Kirche fich fo betätigt ganz im Geist der fatholischen Kirche, der ,, alleinseligmachenden", der Kirche, die alle die verkezert, die eigene Wege suchen, die Gott erleben in Geift, Denken und Fühlen der Gegenwart. Ich sage in diesem Augenblid, wo das Apoftolifum, diefer Stein des Anstoßes für alle Freigerichteten, die maßgebende Grundlage der Kirche werden soll für Glauben und Leben, nicht nur nach dem Willen der Orthohoren, sondern auch nach dem Willen der Führer der freien Bolfskirche". Denn ebenso wie Traub längst die Ideale aufgab, für die er einst so mannhaft fämpfte, wie er feinen politifchen Frieden machte mit der äußersten Rechten, so hat er auch firchenpolitisch seinen Frieden gemacht mit denen, die Bekennt niszwang proflamieren, weil für ihn und alle seine Freunde die Einheit der Kirche, die firchliche Gesamthaltung, höher steht els Gewissensfreiheit, als der heilige Eros religiösen Erlebens 3war wahren sie noch das freiheitliche Gesicht und erklären, wir sind gegen den Bekenntniszwang. Sie sammeln sogar Unterschriften. Wer glaubt, daß dieser Kampf ein ernsthafter Kampf wird? Theaterdonner ist er, meiter nichts. Sie werden schon eine Formel finden in ihrer großen diplomatischen Kunst, um zur Einigung zu kommen. Der Wille dazu ist da. Und wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Wir stehen am Grabe des freien firchlichen Protestantismus. Die herrliche Jatho- Bemegung, die einst die Hoffnung der Freigerichteten war, aus der ein Kulturbund aller Freigerichteten sich auslösen sollte, fie wird zu Grabe getragen in demselben Augenblick, in dem die Die uralte Hochstraße" sieht wieder Eisensteinfarawanen. Mit Pferdeachse geht der Stein über die Berge. Und dann zu Tal. An die schwarze Dill. Dort übernimmt ihn die Staatsbahn. Kalter Südwest treibt Schnee über die Gebirge. Es ist fausttalt. Schnee ist scharfpridelig. Wie Eisnadeln beißt er die Hand und die Gesichtshaut. Zuweilen heulen Wölfe. Das ist der Sturm in den Eichwäldern. Zuweilen treiben flügelbreite Segelflotten stolzwolkig über uns hin. Wer sind wir? Mein Gott mer sollten wir wohl sein?! Der Unternehmer nannte uns neulich hergelaufenes Gesindel"! Von überallher find wir. Seßhafte und Nichtseßhafte. Wir sind Kunden, Landproleten und Kleinbauern. Das Leben ist schön! Nur darf man nicht feftrosten. Heute hier und morgen dort: das ist das richtige! Im Mai sind wir hier oben fertig. Dann gehts nach der Mart Brandenburg. Da wird zum Sommer allerhand Schiffsvolt gefucht. Für die Kanalschiffahrt. Oder es geht nach Geestemünde. Da gibts Schanz für die Islandfischerei. Im Winter war's gut warm im Kohlenschacht. Das Leben ist schön! Das Leben ist prächtig! Nur darf man nicht feftrosten. Heute hier und morgen dort: das ist das richtige! Hier oben auf der Eisen- Hardt ist es wie in einem Naturschutzpart. Es ist wie im Yellowstone- Bart, wie im nordamerikanischen Wyoming. Der Wald durchwächst sich. Sei hundert Jahren ward hier nicht mehr geforstet. Alte Kiefern stehen an schwarzgrünen Bruchtümpeln. Bilde Kirschbäume mit Bernsteinperlen. Lodererpappeln. 3wölf verschiedene Weidengewächse. Darunter die ernste Rotweide und die schlanke Weißweide. Und der schöne Silberregen, auch Ahltirsche oder Traubenkirsche geheißen. Einige Sonnentage im April und hier oben wird es blütenduftig und farbenlieblich. Mittag! Mittag! Mit einem befreienden Jauchzer rief es der Berarbeiter in den Wald hinein. Und nun sizen wir alle in der schmuzigen Barade. Es gibt angebrannten Erbsenbrei. Und Quellkartoffeln. Wir haben aber auch Speck und Brot, Kaffee und Schnaps. Schweigend wird gegessen. Brenzliger Tannenrauch medt Tränen in den Augenzwickeln. Es stinkt nach feuchten Kleidern. und faulendes Laub gibt Modergerüche. Ab und zu schwirrt ein helles Gelächter durch den halbdunklen Beispiele 16 e unserer Kinder Halbschuhe grau Segeltuch, mit Spange und festen Ledersohlen und Absatzfleck, nur soweit Vorrat. Grösse 31-35 48,00, Grösse 25-30 Kinder- Schnürstiefel schwarz echt rationelle Form. billig.... Chevreau, sehr bequeme Aussergewöhnlich ......... Grösse 18-22 Kinder- Spangenschuhe prima Rindbox and Chrom- Chevreau, vorzügliche Passform und Ausführung. Sebr preiswert. 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Und in den Kalkstein hinein wollen wir eine strahlende Sonne meißeln. Und diese strahlende Sonne soll auf dem Grabe des MatreiAdolf rot aufgehen. Es find nun sechs Wochen her, daß er beim Steinschießen verunglückte. Er soll aber fein richtiges Grabmal haben. Helft mir!" Und Friz Frantenbach sagt: Ja, der Matrei- Adolf, der sprach immer von der jungen sozialistischen Sonne." „ Auf! Auf!" ruft der Vorarbeiter ,, Mittag ist um!" 4. Verbandstag der Bauarbeiter. Leipzig, 12. Mai. Der Berbendstag des Bauarbeiterverbandes trat Freitag früh um 8 Uhr wieder im Volkshaus in Leipzig durchzutagen. zusammen. Es wurde beschlossen ,. ohne Mittagspause bis 4 Uhr Der Vorsitzende des Leipziger Gewerkschaftsfartells sprach dem. Verbandstag namens der organisierten Leipziger Arbeiterschaft das Bedauern für den schändlichen Ueberfall aus und dankte den Delegierten für das Vertrauen, das sie mit ihrer Rückkehr auf die Leip3iger Arbeiterschaft gesetzt haben. Es wurde dann mit übergroßer Mehrheit beschlossen, daß die Delegierten, die sich an der Vorbereitung des fommunistischen Ueberfalls beteiligt haben, als ausgeschloffen gelten und das Cofal fofort zu verlassen haben. Einige mit Namen genannte Delegierte Billigkeit: Damen Lelnenschuhe weiss, mit Spange, starke Strassen besoll., 7200 Lederabs., kurze mod. Form. Aeusserst billig Damen Halbschuhe 113 Lasting, Zug- n Schnürschuhe, mit Leder- 16800 vorderkappe, starken Ledersohlen u. Absatz Damen- Leinenschuhe zum Schnüren und mit Spange, in den elegantesten modernen Formen und Absätzen. Aussergewöhnlich billig Damen- Tennisschuhe prima weiss Leinen, mit Ia Chromledersohle, sehr bequeme Form, ganz besonders billig. Grösse 43-46 195,00, 35-42 169⁰⁰ 165⁰⁰ 00 Damen Halbschuhe braun echt Boxk., Pumps, kurze mod. Form 39000 m. klein.Lederschleife, eleg. Abs. Bow.Vorrat Damen Halbschuhe braun echt Chevr., mit Lasche u. 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Mit weiterem Theoretisieren fommen wir gesellschaften und Gesellschaften mit beschränkter Haftung dem Staate nicht vorwärts. Wir brauchen praktisch erprobte Wirtschaftsführer, oder anderen öffentlichen Körperschaften eine Beteiligung am GeDer§ 2 über den Zweck des Bundes wurde ohne Debatte ange- die wir nur in sozialisierten Betrieben heranbilden fönnen. Trüber sellschaftskapital bis zur Hälfte zu Bedingungen einge tommen. 3wed des Bundes ist nun: die Lebenshaltung der Pessimismus ist hier nicht am Blaze. Arbeiten wir mit dem Ge- räumt werde, die nicht ungünstiger sind als die sonst geltenden baugewerblichen Arbeiter auf eine möglichst hohe Stufe zu bringen meinsinn und der Opferfreude wie bisher weiter, dann kann der günstigsten Bedingungen. Bei Kapitalserhöhungen kann dieses Recht und ihnen dauernd einen menschenwürdigen Anteil an den Errun Erfolg nicht ausbleiben.( Stürmischer Beifall.) genschaften der Kultur zu sichern. Erreicht werden soll dies durch auch im vollen Umfange der Erhöhung so lange beansprucht werden, Der Berbandstag nahm von einer Diskussion über den Vortrag bis die Beteiligung der öffentlichen Körperschaften die Hälfte des Die Berbesserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen und durch die Abstand. Gegen wenige Stimmen wurde beschlossen, 5 Broz. der gesamten Gesellschaftstapitals erreicht hat. Diese Bestimmung wurde Vergesellschaftung des gesamten Bau- und Wohin die Bundeshauptkasse fließenden Beiträge zur Förderung der So feinerzeit zu dem Zwecke geschaffen, um dem Staat und anderen nungswesens. Auch der§ 3 über die Gliederung des zialisierung des Baugewerbes zu verwenden. Ein weiterer Beschluß öffentlichen Körperschaften Einfluß auf die großen Ge Bundes wurde mit einer unwesentlichen Aenderung angenommen. ruft die Berbandsmitglieder zur Bereitstellung persönlicher Mittelfellschaften zu verschaffen. Es wurde aber wenig Gebrauch Bei den§§ 4 bis 13 über die Verwaltung des Bundes gab es eine durch die Entnahme von Schuldscheinen des Verbandes sozialer Bau- davon gemacht. Die Staatsverwaltung hat auf Grund dieser Belängere Aussprache. Die Abstimmung ergab eine große Mehrheit betriebe auf. Die Mitglieder derjenigen Vereine oder Bezirke, die ftimmung seinerzeit eine größere Menge Aftien der Alpinen Monfür Annahme der Bestimmungen nach den Vorschlägen der Rom- für ihr Gebiet besondere Sozialisierungsbeiträge beschließen, werden die Höhe eines Stundenlohnes haben und immer auf polle Mark mission. Nach dem Vorschlage des Vorstandes sollte der Beitrag verpflichtet, die beschlossenen Beiträge ebenfalls zu zahlen. Ein tangesellschaft angefordert, um zu verhindern, daß unsere Erzgewinnach oben oder unten abgerundet werden. Die Kommission schlug stimmig wurde gefordert, daß sich der Gemertschaftsfongreß nung unter den Einfluß des Auslandes komme, hat aber bald darSteiermark hat einmal Aftien einer Eisenbahn angefordert, fie aber vor, die Beiträge mit 2 M. zu staffeln in der Weise, daß der Bei- mit der Sozialisierung beschäftige. Der Verbandstag legt auf einen Teil der Attien wieder verkauft. Auch das Bundesland trag bei einem Lohn bis zu 7 M. 6 m., bei über 7 bis dem Kongreß mehrere auf die Sozialisierung bezügliche Anträge ebenfalls wieder verkauft. Die sozialistische Wiener Gemeinde9 m. 8 m., bei über 9 bis 11 m. 10 m. betragen solle usw. vor. Nach Annahme einiger weiterer Anträge zur Sozialisierung verwaltung allein hat systematisch diese Aktienfäufe fortgesezt, nicht M. Bon den Beiträgen follen 25 Proz. den Lokaltassen verbleiben. In hielt Genosse Gustav Heinte sein Referat der Aussprache murde verlangt, den Lokalfassen größere Mittel zu belaffen. Die Vorschläge der kommission wurden mit großer Mehrheit, zum Teil fast einstimmig angenommen. Abgelehnt wurde nur der Antrag, auch von den unterstüßungsberechtigten Erwerbs lofen wieder Beiträge zu erheben. Zum Kapitel" Unterstützungen" lagen zahlreiche Anträge vor, die besonders auf die über den Bauarbeiterschuh, Wirtschaft Erhöhung der Streifunterstüßung hinausliefen. Vorstand und Beirat selbst beantragten eine Erhöhung der ursprünglich vorgesehenen Sätze. Vor allem sollten die neuen Unterstügungen nicht mehr nach dem Durchschnittsbeitrag des Borjahres, sondern nach denen des vorlegten Kalendervierteljahres berechnet werden. Die Kommission schlug vor, daß die tägliche Streifunterstütung nach sechsmonatiger Mitgliedschaft das Die Aktienkäufe der Wiener Gemeinde, Zweifache, nach zweijähriger Mitgliedschaft das Zweieinhalbfache, nach sechsjähriger Mitgliedschaft das Dreifache und nach zehnjähriger Unfer Wiener Korrespondent berichtet: Mitgliedschaft das Dreieinhalbfache des vollen Beitrages betrage. Das österreichische Großkapital, Banken und Industrielle, und Die Erwerbslosenunterstützung soll betragen: nach an ihrer Spize die Christlichsozialen, reiten eine heftige Attacke Leistung von 78 bis 312 Beiträgen das Halbfache, nach Leistung von gegen die sozialdemokratische Mehrheit des Wiener Gemeinderats, 312 bis 520 Beiträgen das Einfache und nach Leistung von mehr der sie vorwerfen, sie ruiniere durch eine unüberlegte Sozialisieals 520 Beiträgen das Gineinhalbfache des vollen Beitrages. Die vorgeschlagene Neuregelung der Unterstützungsfäße, die sich auch rungstätigkeit die Industrie. auf die Sterbefallunterstützung erstreckt, bedeutet eine Bereinfachung des ganzen Unterstützungswesens und eine erhebliche Erleichterung für die Verwaltung. Die Vorschläge der Kommission wurden mit großer Mehrheit angenommen. Vor der Gesamtabstimmung erflärte Paeplow, daß der Baugewerksbund jedes unzulässige Mittel zur Gewinnung von Angehörigen anderer Berufe ablehne und mit einigen ihm nahestehenden Verbänden( Fabritarbeiter) ein Kartellverhältnis anstreben werde. Der Verbandstag beauftragte den Borstand mit den nötigen Verhandlungen. Unter großem Beifall wurde dann gegen eine Stimme die Gründung des Baugewerksbundes beschlossen. Der Bund tritt am 1. Januar 1923 ins Leben; die Bestimmungen über die Beiträge und Unterfügungen gelten ab 1. Juli d. J. Die vom Jugendtag in Leipzig beschlossenen Richtlinien für den Aufbau der Jugendabteilungen des Bundes wurden vom Verbandstag einstimmig beschlossen. In der Nachmittagsfihung hielt Dr. Ing. Martin agner unter spannender Aufmerksamkeit des Verbandstages fein Referat über die Sozialisierung. Er bezeichnete die Beschlüsse des Weimarer und des Karlsruher Verbandstages als herporragende Marksteine auf dem Wege zur Befreiung des Proletariats. Bichtiger als jahrzehntelange Resolutionsmacherei sei die wirt fchaftliche Tat der Arbeiterschaft. Das, nicht aber radikale Schönrederei fei wahrer Klaffenfampf. Dr. Wagner gab bonn einen Rückblick über die Entwicklung der jungen Sozialisierungsbewegung der baugewerblichen Kopf- und Handarbeiter, gegen die fich das ganze organisierte Unternehmertum erhoben hat. Er ffizzierte die Aufgaben des Verbandes sozialer Baube triebe und seiner Unterverbände. Die Unterverbände des Berbandes arbeiten heute mit einem Stammkapital von 8 Millionen Mart, movon 3½ Millionen vom BSB. gegeben find. Große Summen hat der Verband auch unmittelbar als Stammkapital oder als Darlehen an einzelne Betriebe gegeben. Am BIB. sind heute alle baugewerblichen Verbände, mit Ausnahme des Verbandes der Angestellten, beteiligt. In unseren Betrieben waren am 1. April über 20 000 2rbe i ter und Angestellte beschäftigt, die im letzten Jahr über 200 Millionen Martan Lohn und Gehalt bezogen. In den sozialen Betrieben wird die Arbeiterschaft zur Mitteilung der Betriebe und zur Mitverantwortung herangezogen; es bedarf deshalb in diesen Betrieben nicht so vieler Aufsichtspersonen wie in den Privatbetrieben. In den Betrieben arbeitet um durch den Berkauf ein Geschäft zu machen, sondern um der Gemeinde Einfluß auf diese großen Unternehmungen zu verschaffen. in dem er mit reichhaltigem Zahlenmaterial unter lebhaftem Beifall Anfangs hat sie sich zunächst auf die Unternehmungen beschränkt, die Notwendigkeit der Berbesserung des Schutzes für Leben und Ge- die wie Baugesellschaften, Elektrizitätsgesellschaften, Mühlen und fundheit des Bauarbeiters begründete und insbesondere auch die An- dergleichen im öffentlichen Interesse unter der Kontrolle der Geftellung weiterer Baufontrolleure und eine beffere Bezahlung dieser meinde stehen sollen oder mit denen die Gemeinde in GeschäftsverKontrolleure forderte. Eine entsprechende Entschließung wurde bindung steht. Da aber das Eingreifen der Gemeinde auf die Fälle einstimmig angenommen. beschränkt ist, wo Kapitals vermehrungen erfolgen, mußte die Gemeindeverwaltung, zumal ja ihre Mittel beschränkt sind, sich begnügen, sich dem Zufall anzupassen und von jeder emittierenden Aktiengesellschaft so viel Aktien anzufaufen, als mit den vorhandenen Mitteln angekauft werden konnten. Eine finanzielle Gefahr bestand dabei nicht, weil die Aktien, die ja tief unter dem Marktwert gekauft werden, sofort belehnt werden können wenn das bisher auch noch nicht geschehen ist. Der Zweck dieser Aktienkäufe ist durchaus nicht eine Sozialisierung, wozu ja weit höhere Geldmittel notwendig werden, wohl aber die Gewinnung von Einfluß auf alle tapitalistischen Unternehmungen, die in Wien ihren Siz haben, durch die Erwerbung des Mitbesizes an diesen Unternehmungen. Gewiß handelt es sich zunächst nur um einen fleinen Anteil an dem Eigentum. Aber wenn bei dem zitierten Fall der Hofherr- Aktien die Gemeinde mit ihren Aftienfäufen auch nur zu einem BierWas ist nun der Kern dieser Anklagen? So oft eine Attiengesell zehntel Mitbefizerin des Unternehmens geworden ist, so wird der schaft, die in Wien ihren Siz hat, ihr Kapital vermehrt, kauft die Anteil bei der nächsten Kapitalvermehrung wieder größer werden Gemeinde Wien, je nach den ihr zur Verfügung stehenden und durch die Vertreter der Betriebsräte wächst der Einfluß der Barmitteln, einen Teil der neu ausgegebenen Aktien. Gemeinde auch im Verwaltungsrat der Gesellschaft. Außerdem ist Dagegen hätten natürlich die Kapitalisten nichts einzuwenden, da es vorteilhafter, wenn die Gemeinde an einer möglichst großen Anja dadurch der Kurs der Aktien nur hinaufgetrieben würde, was zahl von Betrieben, wenn auch mit fleinen Quoten, beteiligt ist, als den Gründergewinn nur zu erhöhen vermag. Aber die Gemeinde an nur wenigen zur Hälfte. Da die Kapitalien zu diesen Aktientauft nicht auf dem freien Markt, nicht zu den Preisen, die an der fäufen aus den Kassenbeständen der Gemeinde genommen werden, Börse für die neuen Aktien gezahlt werden, sondern sie fauft zu wird auch ein immer größerer Teil des Vermögens der Ge. den Preisen, zu denen die neuen Attien an die Bemeinde durch die Umwandlung in Sachwerte vor der Entsizer der alten Aktien abgegeben werden, d. i. zu einem wertung, ein immer größerer Teil der Sachwerte der Privatwirts wesentlich niedrigeren Preise. Ein Beispiel dafür: Da hat vor schaft auch vor der Gefahr der Ueberfremdung geschützt. einigen Monaten die Landwirtschaftliche Maschinenfabrit A.-G. Man sieht, welche großen Vorteile diese Aktienkäufe der GeHofherr, Schranz, Clayton u. Shuttleworth ihr Kapital vermehrt meinde für die Allgemeinheit, ja für die Industrie selbst hat. Aber und zu diesem Zweck neue Aktien, die einen Nominalwert von 200 die Kapitalisten und ihre Lataien sehen nur die Gefahr für ihren Kronen haben, ausgegeben, die den Aktienbefizern zum Kurs von 2300 Kronen angeboten wurden. Die Attienbefizer haben mit diesem Geldbeutel, sehen nur die sozialistische Gemeindeverwaltung und Kurs, der den Nominalwert um das Zehnfache überstieg, natürlich darum setzen sie sich so heftig zur Wehr. noch ein gutes Geschäft gemacht, denn der Nennwert von 200 Kronen Der Devisenmarkt unterlag in der vergangenen Woche nur un wurde im Frieden festgesetzt und die Aktien find in Wirklichkeit nicht nur ein Vielfaches dieser 200 Kronen, sondern ein Vielfaches der wesentlichen Schwankungen. Gestern wurde der Dollar 288,38 2300 Kronen wert. Die Aftien dieser größten landwirtschaftlichen amtlich notiert, am vergangenen Sonnabend mit 290,13, zwischenMaschinenfabrik in Desterreich wurden auf der Börse gleich nach durch gab es die üblichen, aber nicht erheblichen Bendelschläge. Für ihrer Ausgabe mit mehr als 10 300 Kronen bewertet, so daß also die Beurteilung der Wirtschaftslage, soweit sie von der Bajeder Besizer alter Aftien an jeder neuen Aftie, die er zu 2300 luta her bestimmt wird, sind also neue Gesichtspunkte nicht einges Kronen erhielt, sofort das Dreifache verdienen konnte, wenn er fie treten. Die Inlandspreise nähern sich mehr und mehr den Weltverkaufte. An diesem Geschäft hat nun die Gemeinde teilgenommen, marktpreisen; damit vergrößert sich die Gefahr von Rückschlägen in indem fie 37 500 Stüd Aftien zu 200 Kronen nominell taufte und der Warenausfuhr, die auf dem Inlandsmarkt nicht ohne Folgen zwar zum Emissionsturs von 2300 Kronen. Die Gemeinde hat bleiben kann. ( Schluß des redaktionellen Teils.) Alle Welt raucht LANDE also die Hofherr- Aktien, die auf der Börse mit 400 Millionen be- Ein Brot 27 Mart. Der Brotpreis im Saargebiet ist neuer wertet wurden, um 86 Millionen gekauft. Dagegen richtete sich nun dings abermals erhöht worden. die But der ganzen tapitalistischen Meute und die Christlichsozialen marten Brot 27 m. Der Brotmehlpreis stellt sich auf 8,70 m. Es foftet jetzt ein 4- Pfund= haben auch wirklich gegen dieses Geschäft im Gemeinderat und außerhalb die heftigste Opposition gemacht. Natürlich haben sie pro Pfund. nicht den wahren Grund ihrer Opposition angeführt, daß die Gemeinde die Profite der Kapitalisten beschneidet, was ein antifapitalistischer Chriftlichsozialer eben nicht verträgt, sondern sie haben zunächst im Gemeinderat eingewendet, daß die Gemeinde fein geschäftliches Interesse an einer solchen Gesellschaft habe, die landwirtschaftliche Maschinen erzeugt, daß sie ihr Geld für bessere Zwecke verwenden, daß fie teine Effektenspekulation betreiben, daß fie, wenn sie schon Einfluß auf Attiengesellschaften erwerben wolle, nicht so fyftemlos vorgehen, daß sie nicht durch solche systemlose Sozialisierungen die Industrie, die ohndies unter der Krise so schwer ein kapital von über 34 millionen Mart. zu leiden habe, zugrunde richten solle.(!) Natürlich wurde das rusDer Auftragsbestand im vorigen Jahre belief sich auf 470 Millio- fische Beispiel mit den erschreckendsten Farben als Warnung hin= nen Mart, wovon der weitaus größte Teil auf öffentliche und ge- gestellt. Außerhalb des Gemeinderates haben die Christlichsozialen meinnügige Körperschaften entfiel. Unsere Betriebe üben ihre Tä- wieder andere Argumente vorgebracht und sie haben die Gemeindetigkeit als Treuhänder der Allgemeinheit aus. Der BB. wurde verwaltung beschuldigt, daß sie die Attien im Interesse der Kapitaausdrücklich als gemeinnüßig anerkannt. Unsere Be- liften faufe, weil infolge der Käufe der Gemeinde der Kurs triebe erstreben den technisch- wirtschaftlichen Fortschritt; fie sollen der Papiere auf der Börse sofort steige. Zwei Argumente also, unter weitgehendster Schonung menschlicher Arbeitskraft größere von denen eines das andere erschlägt. Macht nichts! Im Kampf wirtschaftliche Erträge liefern als die kapitalistischen Privatbetriebe. gegen die Sozialdemokratie ist eben jedes Argument erlaubt. Die großen Sozialisierungspläne, die im Jahre 1918 und 1919 Wie es in Wirklichkeit damit bestellt ist, wurde schon angeführt. cuftauchten, find zum Stillstand gekommen; in den Amtsstuben der Nun sei aber auch noch über die rechtliche Grundlage dieser Regierungen herrscht Sozialisierungsmüdigkeit; die Arbeiterschaft Aktienfäufe und über ihren Zweck Aufschluß gegeben. Diese AttienNeue Beweise unserer Billigkeit: Leiser HAC ZIGARETTEN ähne 15 u. 20 M. mit Friedenskautschuk 3 Jahre schriftl. Garantie. Zahnziehen mit Betäubung bel Bestellung von Gebissen gratis. Kronen v. 30 Mk. an. Spez.: Zähne ohne Gaumen. Keine Luxuspreise ahn- Praxis Matvani, Danziger Straße 1.. Braune Sandalen beste Kernledersohlen, flexible Verarbeitung, alle Grössen. 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