Nr.232 39.Jahrgang Ausgabe A nr.116 Bezugspreis: Vierteljährl. 105.-M., monatl. 35,-. frei ins Haus, voraus zahlbar. Postbezug: Monatlich 35,- M., einschl. Zu stellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- u. Memel gebiet, sowie Defterreich u. Luxemburg 69,-, für das übrige Ausland 87,- M. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark, England, Esth land, Finnland, Frankreich, Solland, Lettland, Luxemburg, Desterreich, Schweden, Schweiz. Tschecho- Glowatei und Ungarn. Der„ Borwärts" mit der Sonntagsbeilage Bolt und Seit", der Unter haltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage„ Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Gonn tags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Morgen- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 1,50 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareilleze toftet 16,- M.- Reklamezeile 80,- M. Aleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 4- M.( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 3, M. 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Um zu ermöglichen, daß die Arbeit der Kommiffionen in aller den Abschluß eines Tarifvertrages mit den im bes Sozialdemokratischen Parlamentsdienstes aus Genua Ruhe vonstatten geht und um das gegenseitige Vertrauen Mecklenburger Landbund organisierten Arbeitgebern zu ermeldet, der Schlußaft der Konferenz von Genua geplant. wieder herzustellen, werden Abkommen geschlossen werden zwi- reichen. Die Arbeitgeber, die bis zum 1. November 1921 mit Heute findet die Volligung der politischen Kommission statt, schen der ruffischen Sowjetregierung und den gegenwärtig mit ihnen dem Deutschen Landarbeiterverband einen Tarif abgeschlossen an der sich auch Frankreich und Belgien beteiligen. Falls verbundenen Regierungen einerseits und den anderen teilnehmenden hatten, haben den Tarifgedanken verworfen. Die Gefahren für Lloyd George nicht bereits bei dieser Gelegenheit seine Regierungen andererseits, wonach sie sich aller aggressiven die Boltsernährung sind nicht von den Arbeitnehmern heraufgroße Rede hält, kommt dieser Sigung nur formale Be- Handlungen gegen die gegenseitigen Gebiete und jeder um- beschworen worden, sondern von den Unternehmern, deutung zu. stürzenden Propaganda zu enthalten haben. Die Ver- die die Landarbeiter in den Streit getrieben haben. Der gestrige Tag war mit zwei Sigungen ausgefüllt, in pflichtung, von allen aggressiven Handlungen abzusehen, wird be- Als der Streik einsetzte, haben die Arbeitgeber durch den beren Verlauf schitscherin Schwierigkeiten bezüglich der gründet sein auf der Beobachtung des gegenwärtigen status quo Borstand des Mecklenburger Landbundes das ReichsernähAnnahme des Haager Programms machte. Lloyd George ant- und wird etwa bleiben während einer Periode von vier Monaten rungsministerium und die Landesregierung in Mecklenburgwortete ausführlich und ließ bei dieser Gelegenheit wieder ein- nach Abschluß der Arbeiten der Kommission. Die Verpflichtung be- Strelitz mit Depeschen und Anträgen überschwemmt, die mal die Minen seines Sarkasmus fpringen. Die Japaner züglich der Propaganda wird die Regierung dazu verpflichten, sich Sa a tbestellung als Notstandsarbeit zu nahmen den russischen Vorschlag, den provisorischen Friedens- in feiner Form in die inneren Angelegenheiten der anderen Staaten flären. Die übrigen Notstandsarbeiten( das Füttern und part auch auf Russisch- Asien auszudehnen, mit Mißtrauen ent- einzumischen, die politischen Organisatioen der anderen Länder mit Pflegen der Pferde und Kühe und melten der letzteren) wurgegen. Die Rumänen fühlten sich beleidigt, weil Tschitscherin finanziellen Mitteln zu unterstützen und in ihrem eigenen Gebiet die den von den Streifenden verrichtet. Infolge der ungünstigen behauptete, Wrangel sammelte auf ihrem Boden eine neue Bersuche zu unterdrücken, die darauf gerichtet sind, gewalttätige Witterungsverhältnisse lag bei Einsetzen des Streits keinesInterventionsarmee. Der Schweizer Bundesrat Motta griff Handlungen in den anderen Staaten, oder solche Handlungen, die wegs die Notwendigkeit vor, die Saatbestellung als Notstandsvermittelnd ein. Schanzer unterstützte seine Bemühungen. den territorialen und politischen status quo stören könnten, zu unter- arbeit zu erklären. Die Landesregierung ist nach dem Urteil Das Haager Programm wurde von den Russen brücken. einer Sachverständigenkommission etwa am 10. Streiftage denzu guter Leht mit geringfügigen Aenderungen angenom= noch zu dem Entschluß gekommen, die Saatbestellung als men. Der provisorische Friedenspatt wird auf vier Monate Notstandsarbeit zu erklären. Die Arbeitgeber haben durch den nach Abschluß der Genueser Konferenz ausgedehnt. Er hat Die Abgeordneten der beiden rheinischen Wahlkreise Düffel Reichslandbund und mit Hilfe der Arbeitsauch für die acht verbündeten Sowjetrepu- borf- Oft und West protestieren in einem Telegramm an den Leiter gemeinschaften der Soldaten vom ersten Streiftage bliten Geltung. Auch für sie gilt also der Gottesfriede. Die der Konferenz von Genua gegen die widerrechtliche Fortdauer der an Streifbrecher herangezogen, um mit diesen die SaatRussen haben in der ihnen eigenen weitschweifigen Art die An- Besetzung von Düsseldorf, Duisburg und Ruhr bestellung durchzuführen. Beim Einsetzen der Technischen nahme des Haager Protokolls schriftlich formuliert und über- ort. Nothilfe wurden von 16 Betrieben nur 225 Nothelfer verreicht. Bemerkenswert ist, daß Lloyd George gestern nur langt; diese Zahl war bis zum Freitag, den 12. Mai, auf 88 noch von der Sachverständigenfommission sprach, zusammengeschrumpft. Festgestellt werden muß, die nach dem Haag einberufen werde. Rücksicht auf amerikadaß sich unter den Streifbrechern eine Paris, 17. mai.( WEB.) Die Botschaftertonferenz ganze Anzahl eingeschriebener Mitglieder nische Wünsche? Die unerwartete Ablehnung der amerikanischen Regie- hat heute vormittag befchloffen, eine Mitteilung an die deutsche der Technischen Nothilfe befand, die die rung scheint sich jetzt dahin aufzuklären, daß Präsident Har- Regierung zu richten, in der die Einstellung der Ar- Anweisung ihrer Führer zum Einfaz nich t ding ursprünglich für die Beteiligung Ameritas war, aber beiten an gewiffen Schienenwegen von strategischer Be- abwarten konnten. Darin liegt die Gefahr, daß von seinem Staatssekretär Hughes, der sich bereits auf der deutung im Rheinlande und die Beseitigung oder Ab- die Organisierung der Technischen Nothilfe zur Organisation Konferenz von Washington als der eigentliche Leiter der aus- änderung gewiffer strategischer Eisenbahnlinien vor des Streifbruchs führt! wärtigen Bolitik der Vereinigten Staaten erwies, umgestimmt Ablauf der Bejahungsperiode verlangt werden soll. wurde. Wie Reuter aus Washington meldet, wird Amerika demnächst zum zweiten Mal einen Erperten nach Ruß I and senden, um eine Untersuchung über die Bedingungen für eine Unterstügung zu veranstalten. Der amerikanische Handelsminister Hoover, der in Amerika eine gewisse Autorität in europäischen Angelegenheiten besitzt, hielt auf der Jahresversammlung der amerikanischen Handelskammer eine recht beachtenswerte Rede, die über die Haltung der Vereinig ten Staaten Aufschluß gibt. Rußland sterbe an der 3 er st örung der Produktivität. Als Ausfuhrland käme es für Amerika überhaupt nicht in Frage, da die ameritanische Ausfuhr nach Rußland schon vor dem Kriege nur 1 Proz. betragen habe. Wenn Amerika Rußland eine finanzielle Unterstützung gewähre, so nur auf Grund fester Garantien des Privateigentums, der Unverleglichkeit der Kontrakte und des Rechts der freien Arbeit. Rußland habe zwar einen fleinen und namhafte Kredite fämen erst in Frage, wenn die fraglichen Sicherheiten geboten werden. Ententefurcht vor deutschen Bahnen. Deutsche Sachlieferungen für Frankreich. " 1 Den Landarbeitern ist der Kampf durch das In- denRückenfallen von Streitbrechern ungeheuer erschwert. Die Arbeitgeber ließen die Bestellungsarbeiten mit Hilfe der Streif brecher fertigstellen; ob gut oder schlecht, wird sich erst später Paris, 17. Mai.( WTB.) Das Ministerium für die befreiten zeigen. Die öffentliche Meinung ist durch das Schlagwort Gebiete teilt mit, daß, obwohl das Wiesbadener und das ergänzende Bolfsernährung" von vornherein gegen jeden Berliner Abkommen noch nicht vom Parlament ratifiziert worden Landarbeiterstreit eingenommen, und es wird selten untersind, die französischen Geschädigten schon jetzt sucht, ob die Schuld am Streit auf feiten der Arbeitdeutsche Sachlieferungen beziehen könnten. Die Internehmer oder auf seiten der Arbeitgeber liegt. Im Lande Stareffenten müssen, um die Eröffnung eines Kredits für Wiederher- gard liegt die Schuld am Streit unbedingt bei den Arftellungslieferungen nachsuchen und sich verpflichten, die bezogenen beitgebern. Wenn sie in der Zeit vom 1. November 1921 Waren zur Mobiliar wiederherstellung zu benutzen. Den bis zum 19. April 1922 einigermaßen den Willen zur Berständeutschen Lieferanten wählen sie selbst und verhandeln mit ihm über die Abschlußbedingungen. Hierbei wird insbesondere der Preis der Waren frei Grenzbahnhof in Franken ausgemacht. Die Bestellung muß mindesten 4000 Frank betragen. Weit schlimmer als der Schaden, der für die digung gezeigt hätten, fonnte der Streif leicht vermieden werden. Allein die Arbeitgeber wollten den Streit, um einmal die gewerkschaftliche Organisation der Landarbeiter au zertrümmern, die Handarbeiter unter ihren Herrenwillen zu zwingen, andererseits weil sie die Absicht hatten, durch den Ruf„ Die Saatbestellung Fortschritt gemacht, aber er genüge bei weitem nicht. Reelle Die Niederlage der englischen Regierung. it Notstandsarbeit", die sozialdemokratische Re London, 17. Mai( Reuter.) Im Unterhause teilte Chamberlain gierung im Lande Stargard zu stürzen. Diese Hiernach scheint es, daß Amerita der Konferenz von mit, daß die Regierung die gestrige Abstimmung sorgfältig erwäge beiden Grundursachen müssen vor allen Dingen von der breiten Haag mit nicht allzu großem Vertrauen entgegensieht. Das und die Weigerung des Hauses, sie bei den notwendigen Maßnahmen Deffentlichkeit beachtet werden, dann wird sie den Landarbeiist auch die Meinung der italienischen Presse. So ist zur Herbeiführung einer Berringerung der Ausgaben zu unterstügen, tern in ihrem Kampfe die Sympathie nicht versagen können. die der Regierung nicht fernstehende Stamp a" der Ansicht, als eine ernste Angelegenheit betrachte. Die Abstimmung Wolfs ernährung durch die Handlungsweise der Arbeitdaß Einzelabkommen viel eher zu einer Verständigung habe aber über einen Antrag auf Bertagung stattgefunden, de geber heraufbeschworen wird, wirkt sich ihr Vorgehen für die mit Rußland führen würden. feine ausschlaggebende Bedeutung beigemessen werden könne. Die Regierung beschloß darum, dem Wunsche des Hauses betrachtet den Streif nicht als eine Unterbrechung des streifenden Landarbeiter aus. Der Mecklenburger Landbund stattzugeben, daß eine Kommission ernannt werde, die zu untersuchen Arbeitsverhältnisses, sondern als seine Lösung. Nach Genua, 17. Mai.( Sonderbericht des Sozialdemokratischen Bar- habe, ob die vorliegenden Regierungsvorschläge einen Bruch des seiner Meinung erlischt, der Dienstvertrag, und da für Genua, 17. Mai.( Sonderbericht des Sozialdemokratischen Bar Bertrauens den Lehrern gegenüber bedeuteten. Die Entscheidung alle verheirateten Deputatarbeiter mit dem Dienstver= Iamentsdienstes.) Die endgültige Faffung des bekannten Anhanges des Hauses müsse notwendigerweise die Annahme der Bill zu den Vorschlägen der Alliierten, die in der heutigen Sitzung der wesentlich verzögern, welche eine Ersparung von zwei Mil- verbunden sind und der übergroße Teil der Entlohnung aus trag auch die Wohnung und das Deputatland Unterkommission beschlossen wurde, lautet folgendermaßen: lionen Pfund Sterling jährlich bewirkt haben würde. Und selbst Naturalien besteht, die nur der Arbeitgeber liefern fann, 1. Italien, England, Japan, Polen, Rumänien, Rußland, wenn das Haus die Bill später annehme, würde die Fortdauer des unterbindet man durch die Nichtlieferung der Na Schweden und die Schweiz beschließen, daß eine Kommiffion gegenwärtigen Systems 200 000 Pfund Sterling monat- turalien, durch die Kündigung des Dienstvertrages und ernannt wird, um nochmals die Differenzen zu prüfen, die fich fosten. Die Regierung müsse daher eine weitere Damit der Wohnung und des Deputatlandes dem Landarbeiter zwischen der russischen Sowjetregierung und den anderen Regie Budgetforderung von 600 000 Pfund Sterling ein- die Existenzmöglichkeit, ja, man zwingt ihn durch rungen bestehen, und um mit einer russischen Kommission, die das bringen, um die vermehrten Ausgaben des ersten Quartals des gegen Räumungsflagen, die Wohnung zu räumen, ohne darselbe Mandat hat, zusammenzutreffen. wärtigen Finanzjahres auszugleichen. auf Rücksicht zu nehmen, daß ihm im Augenblick unmöglich ist, ein anderes Unterkommen zu finden. Die sechs Punkte. 2. 21m 20. Juni werden die Namen der an der nichtrussischen Kommission vertretenen Mächte und die Namen der Mitglieder dieser Kommission der Sowjetregierung und umgekehrt die Namen der Mitglieder der russischen Kommission den anderen Regierungen mitgeteilt werden. Die Bauernfrage in Rußland. = Ein großer Teil der Landarbeiter im Lande Stargard ist im Besitz von Kühen, für die der Arbeitgeber Mostau, 16. Mai.( DE.) Die landwirtschaftliche Kommiffion Stallung; Futter und Weide zu liefern hat, als des Bentralegefutivlomitees hat in zwei Sigungen den ausführ einen Teil der Entlohnung. Die Arbeitgeber ent3. Die von dieser Kommission zu behandelnden Fragen wer- lich gemeldeten Gefeßentwurf über das Recht der Boden- ziehen den Streifenden Futter und Weide; trotzdem die den umfassen alle vorhandenen Fragen bezüglich der Schulben, benug ung beraten, wobei verschiedene Aenderungen vorgenommen Organisation zur finanziellen Entschädigung dieser Leistungen wurden. Entgegen anderweitigen Meldungen ist indessen die Frage des Arbeiters bereit ist, weisen sie die Kühe aus dem Gutseines Eigentumsrechts auf den landwirtschaft- stall und da, wo die Arbeitnehmer die Rühe im eigenen Stall lichen Grund und Boden bon feiner Seite auf haben und durch Räumungsflagen zum Berlaffen ihrer Woh5. Die beiden Kommissionen werden sich bemühen, gemeinsame geworfen worden. Es handelt sich nur um die Form und nung gezwungen werden, verlieren sie auch die Stallung für Anempfehlungen bezüglich der in Klaufel 3 genannten Fragen zu Sicherheit der Bodenbenutzung, während Verkauf, Verpfändung usw. ihre Kuh. Für den Deputatarbeiter bedeutet die Kuh ein Inach wie vor untersagt bleiben. Vermögen, aber auch für die Bolkswirtschaft find des Privateigentums und der Kredite. 4. Die Mitglieder der beiden Kommissionen sollen am 26. Juni 1922 im Haag zugelassen sein.. erreichen. !:Kt groß? Werte enthalten. Die Arbeitgeber setzen sich rück- s i ch t s l o s darüber hinweg, um die Arbeiter zu unterjochen. Wenn die Organisation auch alle Hebel in Bewegung setzt, um die Ernährung der Landarbeiter und ihres Viehjtandes sicherzustellen, so ist gerade im Augenblick besonders das Her- anschafsen von Futter für die Kühe schwierig, da der Weide- gang beginnt. Da außer den im Besitz der Arbeitgeber de- sindlichen Weiden andere nicht vorhanden find, sind die Landarbeiter gezwungen, entweder die Arbeit auf» zunehme:, oder i h r'e n Biehstand zu verkaufen. Diese rigorosen Mahnahmen der Arbeitgeber unter- binden dem Landarbeiter das Koalitions- recht und es wäre Pflicht der Regierungsstellen, nicht nur zu untersuchen, ob durch einen Landarbeiterstreik die Bolksernährung geschädigt wird, sondern auch, ob nicht Maßnahmen ergriffen werden müssen, die auch den Landar- beiter bei einem gerechten Kampf vor deli, lieber» griffen der Arbeitgeber schützen. Die Organe der Staats gemalt haben es sich bei dem Kampf der Land- arbeiter im Lande Stargard in der Hauptsache zur Aufgabe gemacht, das Eigen tu m der Arbeitgeber und ihre Arbeitswilligen zu schützen. Die Landarbeiter aber sind der Willkür der Arbeitgeber schutzlos ausgeliefert. Wird durch diese Schutzlosigkeit und durch das rigorose Borgehen der Ar- beitgeber der Kampf gebrochen, dann wird ein tiefer.<öaß bei den Landarbeitern übrigbleiben. Es ist Sache des Reiches, dafür zu sorgen, daß nicht das Gemeinwohl durch die Herrsch- sucht der Agrarier Schaden leide. Wühlereien gegen Sie Zwangsanleihe. Noch ist der Gesetzentwurf über die Zwangsanleihe nicht dem Reichstag zugegangen, da setzt bereits das Kessel- treiben gegen den Regierungsentwurf ein, der ohnehin den Forderungen der bürgerlichen Parteien in recht bedenk- licher Weise Rechnung trägt. Wie schon bei anderen Ber- mögenssteuerentwürfen wendet man sich auch diesmal nicht gegen das Prinzip— denn diesem haben ja die Bürgerlichen einschließlich der Deutschen Bolkspartei durch die Annahme des Steuerkompromisses bereits zugestimmt. Man wendet sich vielmehr gegen die einzelnen Forderun- gen und versucht der Vorlage derart„die Giftzähne auszu- ziehen", daß sie praktisch zu möglichst geringer Wirkung, d. h. zu weitgehender Schonung des Besitzes gelangt. So trögt jetzt der Reichstagsabgeordnete der Deutschen Volkspartei Dr. C u r t i u s in der„Tägl. Rundschau" feine Bedenken gegen die Zwangsanleihe vor. Er behauptet, daß das Bolksvermögen vom Reichsfinanzministerium zu niedrig, angenommen worden sei, so daß also die vorgeschlagenen Sätze mehr als eine Milliarde Goldmark einbringen würden. Diese Behauptung ist natürlich irrig. Das Reichs- finanzministerium selbst nimmt das steuerbare Volksvermögen auf 1200 Milliarden Papiermark an. Aeußerlich scheint es in der Tat so, als ob dieser Betrag verhältnismäßig niedrig wäre. Vergleicht man jedoch damit die Eingänge aus den bisherigen Besitzsteuern, so ergibt sich, daß von der Steuer in der Tat kaum mehr als dieser Betrag erfaßt werden dürfte. Die Finanzämter, die bei Arbeitern und kleinen Gewerbe- treibenden hinter winzigen Markbeträgen berjagen, wissen zwar nicht, welche Werte vom Besitz der Besteuerung entzogen sind, sie sehen aber, daß die zur Versteuerung gelangenden Vermögen in der Tat geringer sind als das von Theoretikern ermittelte wirkliche Bolksvermögen. Das ist ja kein Wunder, da sich das Kapital mit allen Mitteln seiner Steuerpflicht zu entziehen sucht. Wenn schon das als überaus kapitalfreundlich bekannte Finanzministerium, das bei jeder neuen Etatsberatung innner wieder mit dem Rezept der Verbrauchssteuen, ankam, bei seiner Berechnung so vorsichtig vorgeht, so ist anzunehmen, daß die Zwangsanleihe eher weniger als mehr erbringen Schickt ein liriegsfthiff nach öapern! Aon K o l e Kokk. Aus der Zeit, da wir noch die patriotischen Iugendschmöker des Flottenvevsins laien, ist mir eine Erzählung unvergeßlich im Ge- dächwis geblieben, weil sie sich mit kleinen Veränderungen immer wiederholte. Irgendwo im finstersten Afrika wehte an einem Mastbaum die ichwarzweißrote Flagge. Irgendein unbekleideter Negerstamm reißt sie herunter und zerstückelt sie.(Waruif, wurde nicht gesagt, nehmen mir an, die Schwarzen wollten sich Badehosen daraus machen, um ihre von den Missisnaren heftig gescholtene Blöße zu bedecken.) Um diesen Frevel zu rächen, dampft der nächste Auslandskreuzer an die betreffende Küste, fegt ein Landungstommando aus, der Fähnrich zur See Christian o. Fürchtejarnischt stürmt an der Spitze seiner ichwerbewafsneten Matrosen einen Kassernkraal, setzt die Schilf- Palozzos in Brand, nimmt Frauen ümd Kinder als Geiseln mit(die Männer sind längst in das Innere des schwarzen Erdteils verduftet) und kehrt zu dem geschändeten Mostbaum zurück. Dort hat die Be- satzung Aufstellung genommen, eine neue, frischgewaschene Fahne wird aufgezogen, die Schießprügel werden präsentiert, die Musik spielt den„Sicgerkranz" und die Geschütze verpuffen die Gelder beut- scher Steuerzahler in die Luft. Da nun einmal die stark reduzierte deutsche Kriegsmarine die Tradition der alten Flott« in eine besser« Zukunft hinüberretten soll, könnte sie da nicht anläßlich des Fahnenskandal» in München ein Landungskorpz in den schwärzesten Erdteil Bayern senden, um dort das Hoheitszeichen der deutschen Republik wieder zu Ehren zu bringen? Könnt« nicht ein Kreuzer oder. weiiiastcn» ein Kanonen- bötchen nach der Isar dampfen, unterhalb des Marimilianeums anlegen, zehn Matrosen und«inen Leutnant landen, die zum Bahnhof marschieren, dort eine neue Schwarzrotgoldene aufziehen und vor ihr präsentieren? Und könnte nicht dann, nach altem Muster, in den deutschen Zeitungen stehen: „Der Fahnenfrevel im schwarzen Erdteil hat jetzt seine harte, aber gerechte Sühne gefunden. Die Marineverwaltung hatte das Kanonenboot„Republik" dorthin entsandt, das bei dem Kaffsrndorf München ein Kommando an Land setzte. Dieses eroberte im Sturm den stark befestigten Kraal, züchtigte den aufsässigen Stamm und hißte unter militärischen Ehren die neue Flagge, ein Akt, dem sämt- liche Kasfernhäuptlinge mit ihren Lieblingssrauen entblößten Hauptes beiwohnen mußten, nachdem man sie gezwungen hatte, den Flaggen- mast zu küssen. Das deutsche Ansehen in der Uebcrsee ist wieder- hergestellt." Wir werden dieses Ereignis nicht erleben. Denn wir sind so weit gekommen, daß die in Berlin ansässigen Kaffern es als eine„Heraus- forderung" betrachten, wenn man wagt, ihren Stammesgenossen in Bayern die Reichsfohne zu zeigen. Auch dürften die Fähnriche zur See. die seiche Erpeditiouen führen könnten, kaum zu finden sein, da sie sich in diesem Fall mit d«n Kaffern solidarisch erklären werden. wird. Wenn schon Sicherungen dagegen notwendig sind, daß nur eine Goldmilliarde eingeht, so gibt es dagegen andere Mittel. Das eine ist das, daß man den Ertrag der Zwangs- anleihe dem gleitenden Geldwert anpaßt, indem man die endgültig zu zahlenden Beträge nach dem Dollar- kurse ermittelt. Das andere aber mindestens ebenso gangbare Mittel ist das, daß man etwaige Mehreinnahmen als eine normal verzinsliche Anleihe des Reiches ansieht und behandelt und die Bcttäge auf die einzelnen Steuerklassen nach ihrer Leistungsfähigkeit umlegt. Jeden- falls werden unsere Genossen im Parlament sehr darauf achten müssen, daß nicht wieder unter dem Vorwande, dem Besitz würde Unerträgliches zugemutet, der ganze Zweck der Zwangsanleihe durch Quertreibereien der Kapitalfreunde u m- gestoßen wird._ wirths Rückkehr. Reichskanzler Dr. W i r t h hatte ursprünglich die Absicht, auf der Reise von Genua nach Verlin in München Aufenthalt und Gelegenheit zu nehmen, dort eine Rede zu halten. Einem dringenden Wunsche der in Verlin weilenden Kabinettsmit- glieder und Parteiführer entsprechend hat der Kanzler diese Absichten aufgegeben. Er wird sich direkt nach Berlin begeben. Am. Dienstag wird der Reichskanzler im Kabinett und in einer Versammlung der Parteiführer über den Per- lauf und das Ergebnis der Genuefer Konferenz Bericht er- statten. Ob am Mittwoch der Auswärtige Ausschuß zusam- mentritt oder ob der Reichskanzler sofort im Plenum des Reichstages Bericht erstatten wird, steht noch nicht fest. Das Reichskabinett beschäftigte sich am Mittwoch in einer Kabinettssitzung mit den laufenden Geschäften und verabschiedete eine Reihe von Gesetzen. Das kommende �uslieferungsgefeh. Im Reichsjustizministerium wird ein Auslieferungsgesetz vorbereitet, das den ganzen Komplex der Auslieferungsstagen klären soll. In der Hauptsache wird die Z u st ä n d i g k e i t festzustellen sein, um die bei jeder Auslieferung immer wieder auftauchende Frage, ob das Reich oder die Länder zuständig seien, ein für allemal zu regeln. Die Entscheidung darüber, ob eine Auslieferung zulässig ist oder nicht, wird den G e- richten übertragen. Das Auswärtige Amt hat dann zu entscheiden, ob die Auslieferung erfolgen soll. Hat aber das Gericht entschieden, daß die Auslieferung nicht zulässig ist, so kann das Auswärtige Amt die Auslieferung nicht be- treiben. Ferner wird das Gesetz zu bestimmen haben, was als politisches Verbrechen zu betrachten ist. Außerdem werden noch eine ganze Reihe Bestimmungen untergeord- neter Art, wie z. B. die Verteidigung während des Ausliefe- rungsverfahrens usw., im Gesetz enthalten sein. Die Amnestiefrage. In der kommunistischen Presse macht feit einiger Zeit ein Ge- rücht die Runde, wonach der Neichsjustizminister eine„Pfingst- Amnestie" beabsichtige. Zu welchem Zwecke die Kommunisten diese falsche Meldung in die Welt setzen, Ist ziemlich klar. Man will den Eindruck erwecken, als habe die Regierung etwas versprochen, um nachher um so besser über ihren„Wortbruch" und den„Justiz- Roste" schimpfen zu können. Der Reichsjustizminister hat erst kürz- lich auf eine kommunistische Anfrage über die Amnestie festgestellt, daß dem Reichskabinctt zwar ein Amnestiegesctz vorgelegen hat, daß aber vorläufig der Minister selbst noch einmal jeden Einzelfall durchprüfen und eine eventuelle Begnadigung empfehlen soll. Nach Beendigung dieser Arbeit wird dann zu entscheiden sein, ob das vorgesehene Amnestiegesetz noch notwendig ist oder nicht. Für den deutschen Unterricht in Südjütland haben die Schulen in A l t d a m m 200 000 M. aufgebracht; viele Schüler verpflichteten sich zu dauernden Beiträgen. Diese Schulsammlungen sollen in ganz Schleswig-Holstein skattfinden. Schlecht belohnte Großmut. Ein bezeichnendes Beispiel dafür, daß die gute Absicht nicht immer genügt, um eine gute Tat auszu- führen, ist das Schicksal der Werke Tolstois in England. In einem offenen Brief haben sich nämlich verschiedene hervorragende Männer darüber beschwert, daß es keine einzige anständige Ausgabe der Werke des großen russischen Dichters im Englischen gebe. Die Gründe dafür werden im„Manchester Guardian" darauf zurück- geführt, daß Tolstoi, der seine Schriften möglichst vielen zugänglich machen wollte, feierlich auf seine Urheberrechte ver- z i ch t e t e. Cr gestattete einem jeden, seine Arbeiten nachzudrucken, zu übersetzen und zu verkaufen, in welcher Form und zu welchem Preis ihm beliebe. Das Ergebnis dieser großmütigen Handlung ist nun für England, daß kein Verleger es wagte, eine wirklich gute Uebersetzung in vornehmer Ausstattung herauszubringen. Hätte ein vornehmer britischer Verleger eine' Gesamtausgabe begonnen, dann würde er damit wahrscheinlich einige Werke beliebt gemacht haben, und dann hätten andere Verleger diese Dichtungen in schlechteren, billigeren, vielleicht auch gekürzten Ausgaben auf den Markt geworfen und den Schöpfer der Gesamtausgabe geschädigt. Die neue Bundeshauptstadt Brasiliens. Der Plan, die Bundes- Hauptstadt Brasiliens von Rio de Janeiro nach dem Hochlande des Staates Goyaz zu verlegen, ist schon vor einer Reihe von Jahren gefaßt und dazu ein in herrlicher Umgebung, gesund im Bergland und Urwald des Hochplateaus, an den Quellen mehrerer Flüsse ge- legenes Gebiet von 14 400 Quadratkilometern als Eigentum der' Union Brasiliens vorbehalten worden. In dem Amtsblatt der Bun- desregierung der Vereinigten Staaten Brasiliens wurde jetzt ver- ordnet, daß der Grundstein der neuen Bundeshauptstadt am 7. September 1922 gelegt werde. Ohne Zweifel wird sich hier für den Städtebauer eine Gelegenheit zur Bearbeitung einer einzigartigen und großartigen Aufgabe bieten, wie sie seit Beginn des modernen Städtebaues kaum je in Frage kam, da es sich nicht um eine Stadterweitcrung oder um eine Umarbeitung bestehender Anlagen handelt, sondern um den Plan der großzügigen Neuan- läge einer ganzen neuen Stadt, unbehindert von störenden Ein- flüssen bestehender Anlagen in bisher fast ganz unbewohnter� mit Naturschönhsiten verschwenderisch ausgestatteter Hochlandgegend. Das Wandern des Goldes. Beim Abräumen alter Bergwerks- Halden in Australien und Kalifornien hat man mehrfach nußgroße und eigroße Goldklumpen aufgefunden, die man sicher nicht Liber- sehen hatte, als die Goldwäschereien selbst noch im Bettiebe waren. Man ist geradezu zu der Annahme gezwungen, daß es sich um Neu- bildungen handelt, d. h. daß eine Menge kleiner staubförmiger Gold- körnchen oder Goldsplitter, die in dem Gestein noch vorhanden waren, sich nachträglich zu größeren Aggregaten vereinigt haben. Man spricht geradezu von einem„Wandern" des Goldes. Die Neubil- düngen mögen durch die Mitwirkung organischer Reduktionsmittel, etwa faulendes Grubenholz, zustandegekommen sein. Dergleichen kommt wohl in der Natur häufiger vor als wir denken. Das im Seewasser aufgelöste Gold und Silber mag in vielen Fällen durch große Tangmassen. die aus dem Meeresgrund gesunken sind und dorr sich allmählich auslösen, herousgefüllt werden. Wenn sich dann später der Meeresboden hebt, kommt ein obbaufähiges Lager von Gleiches Recht üen Beamtinnen. Der Reichsverkehrsminister macht bekannt: Räch Artikel 128, 2, der Reichsverfassung werden alle Ausnahmebestim mun- gen gegen weibliche Beamte beseitigt. Rack) einer Entscheidung de» Reichsgerichts gelten damit auch olle beim 3n- krafttreten der Reichsverfassung bereits bestandenen gesetzlichen Ausnahmebestimmungen oder Berwaltungsaoordnungen. die mit dem genannten Artikel in Widerspruch stehen, al» ausgehoben. — Ich ersuche demnach, solche Bestimmungen in Zukunft nicht mehr anzuwenden. Verdoppelung der Nachtdienstzulage. Das ReichSverkehrSministerium hat entsprechend einem Antrags der Eiewerkichaften die Stachtdienstzulagen für Eisenbahner nni 100 Proz. erhöht. Am 19. und 20. Mai werden weitere Lohn- Verhandlungen stattfinden. Sozialpolitische Gesetzvorlagen. Dem Reichstag liegen zurzeit auch folgende Gesetzentwurfs vor: Aendcrung der Reichsoerficherungsordnung und des Versiche- rungsgesetzes für Angestellte, Arbeitsnachweisgesetz, Schlichrungs- ordnung, Gesetz über Mieterschutz und Mieteiniqungsämter. Dem Reichs wirtschaftsrat liegt das Hausgehilfen- und ein Heim- arbeiterlohngesetz vor, dem R e i ch s r a t das Reichsknappschafts» gefetz und die Washingtoner Uebereinkommen auf dem Gebiete der Arbeiterfürsarge, sowie das Genueser Uebereinkommen über die Regelung von Arbeiterfragen bei der See- und Binnenschisfahrt, ferner Gesetzentwürfe zur Regelung der Arbeitszeit gewerblicher Arbeiter und Angestellten. Zahlreiche Gesetze find in Vorbereitung, so zur Regelung der Beziehungen zwischen Krankenkassen und Aerzten, betreffend Einführung obligatorischer Arzthilfe für die Familienmitglieder der Ver- sicherten,«in« Verordnung über Holzarbeiterschutz, Gesetz für die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe, Regelung der Arbeitszeit der Krankenpflegepersonen, sowie zahlreiche Entwürfe infolge der Genfer Vorschläge über die Arbeit in den landwirtschaftlichen Betrieben und über die Tätigkeit in besonders schweren gewerblichen Betrieben; weiter Gesetze zur vorläufigen Regelung des Wettbewerbsverbots, über Arbeitsgerichte, über das Recht der Bühuenangehörigen, all- gemeines Arbeiterschutzrecht, Angestelltengesetz, Beroarbeitergesetz, Arbeitstarifgesctz, Gesetz über Bczirksarbeiterräte, Berufsnereins- gsetz, Gesetz über die Zuständigkeit und die Organisation von Arbeits- behörden,"Gesetz über die Verhütung der Bodenspekulation, Entwurf einer ländlichen Bodenordnung und schließlich ein Gesetz zum Schutz der freien Wohlfahrtspflege._ Das pensionskurzungsgefetz. Staatssekretär für— Ministerialdirektor gegen! Im Haushaltsousschuß des Reichstages sprachen sich gegen das Pensianskürzungsgesetz die Abgg. v. Schach und Mo- rath(D. Vp.) aus. Staatssekretär Schroeder mochte darauf auf- mcrksam, daß nach dem Gesetzentwurf die Pension gar nicht dauernd fortfallen solle, sondern daß sie wieder auslebe, sobald die höheren Bezüge aus anderen Quellen fortfallen.— Abg. Delius(Dem. teilte mit, oaß sich feine Fraktion noch nicht endgültig entschieden habe. — Abg. Hoch(Soz.) wies darauf hin, daß eine sittliche Enttüstunz gar nicht am Platze wäre. Den Kriegsverletzten, die der Not des Vaterlandes ihre Arbeitstraft und ihre gesunden Gliedmaßen hätten opfern müssen, werde die Entschädigung gekürzt, wenn sis schon 5000 bis 6000 M. im Jahre daneben verdienen. Leuten, die sich nicht scheuen, trotz unserer finanziellen Zerrüttung neben einem viel höheren Prioateinkommen ihre Pensionsbezüge weiter zu for- dern, gebühre keine Hochachtung, sie seien Schädlinge der All- gemeinheit.— Abg. Dr. Höfle(Z.) bestritt, daß Beamtentreise über den Gesetzentwurs entrüstet seien. Di« Mehrzahl der Beamten halte die Grundgedanken des Gesetzes für durchaus berechtigt. — Auch die Abgg. Breunig(11. Soz.) und Erstng(Z.) verteidigten den Gesetzentwurf. Ministerialdirektor Sachs betonte, daß, an dem Goldwert gemessen, die unteren Beamten ungefähr ihr Friedens- geholt bezögen, die mittleren Beamten die Hälfte, die höheren Be- amten aber ein Drittel ihres Friedensgehaltes. Es sei bedenk- lich. durch Peiisionskürzung diesen Beamten noch eine weitere Last aufzuerlegen und deshalb gar ein verfassungänderndes Gesetz zu machen. Er fürchte auch, daß der Kontrollapporat zu kostspielig sei. — Abg. v. Gallwitz(Dnat.) schloß sich diesen Darlegungen an. Es wurde beschlossen, zur Prüfung der Frage einen Unterausschuh ein-, zusetzen. Edelmetallen zum Vorschein. Man ist schon früher aus das eigen- artige Vorkommen der Mansfelder Kupfeisthieser aufmerksam ge- worden, die erstens, wie der Name sagt, Kupfer, dann aber auch Silber enthalten. In diesen Schiefern siegen massenhaft versteinerte Fischreste mit metallischem Ueberzug, so daß man an der Mitwirkung der verwesenden organischen Substanz bei der Metallausscheidunz und Metallsammlung kaum zweifeln kann. Auch an der Westküste Südamerikas findet man in den Silbergegenden gelegentlich Ammo- niten, die ganz mit reinem Silber überzogen sind. Die organische Substanz des abgestorbenen Weichtieres hat als Reduktionsmittel gedient: das Metall sammelt« sich auf der Kalkfchale an. Der Ursprung des Wortes„Ieilunzsenle". Man schreibt uns: In Th. Zells Buch„Unsere Haustiere(Buchhandlung Vorwärts. Berlin) las ich kürzlich folgende Erklärung des Wortes„Zeitungs- ente":„Die Bcrstellungskünste der Mutterente waren ihnen etwas ganz Bekanntes. Sie wußten, daß die Ente durch ihr Benehmen anderen etwas mitteilt, was nicht wahr. ist. So lag es nahe, eine Zeitungsmeldung, die etwas mitteilte, was nicht wahr ist, als Zeitungsente zu bezeichnen." Den ersten Satz möchte ich unterschreiben. Weil aber diese Ver- stellungskünste den Menschen etwas Bekanntes waren, achteten sie nicht weiter darauf, sondern hielten es für etwas ganz Natürliches. Aus diesem Grunde wäre die Erklärung Zells zurückzuweisen.— Ein anderes Wort der deutschen Sprache führt uns vielleicht auf den richtigen Weg, das Wort„Legend e". Die Legende, die irgendein Schicksal eines Heiligen in Gedichtform erzählt, stammt von dem Worte legernia— Das zu Lesende. Während der Reformationszeit sank die Legende zu endlosen, sinnlosen Reimereien herab. Sie wurde deshalb von den Reformatoren als L u g- E n t e bezeichnet. Im Volke sagte man kurz„Ente" und bezeichnete damit jede im- wahrscheinlich klingende Nachricht. Der Weg zur„Zeitungsente" war jetzt ja nicht mehr weit._ Die Nodembergnivve veranstalte! am 22., abends 8'/, Ubr, Im Saal deS Schiller-TheaterS, lltiarlottcnburg, ihren zweiten Abend. Das Kar- man-Quartett spielt„Berönh- alS Uraussührung. Frau E.»r. Ielelius-Libmann singt Lieder von Eduard Erdmann, und M h n o n a liest auS seinen neuesten Arotesten. Erhaltung des Hölderlin-Turms. In Tübingen hat sich eine Vereinigung zur Erhaltung des Hölderlin-TulMs gebildet mit dem Zweck, die Stalte, die der Dichter sechs Jahre lang bewohnt hat, l!ir die Allge- mcinhcit zu erhalten. Wie die.Dena- hört, hat der Reichsmlnister des Innern für dielen Zweck eine Beihilfe von öOOV M. zur Verfügung gestellr. Ein amerikanischer Urmcnschenfund. Die„New Aorl Times' be« stricht in einem Ausiatz des amerikanischen PrähistoriterS Pros. V. H. F. OS« dorne die aufiehencriegendc Entdeckung von ftosiilien, die das Vorhanden- sein des Menschen in Amerika während der Tertiärzeit beweisen sollen. Der Fund wurde in Nebraska gemacht und zum erstenmal in der letzten Sitzung der Akademie der Wissenschaften von Waihtngton erörtert. Osborn« veilrilt die Ansicht, datz mit dem Fund dieser fossilen Knochen ein neuer, bisher unbetaiintcr Typus entdeckt worden ist, der von einem Affenmenschen oder Menschenaffen herstammt. Er glaubt, dab durch diese Entdeckung die Hypothese unterstützt iviid, nach der der Schimpanse amerikanischen Ursprungs ist und über den verschwundenen Kontinent Atlantis nach Afrika gelangte. Professor Leube. der bekannte Kliniker, ist, 73 Jahre alt, in Stutt» gart gestorbeu. Sozialpolitische Forderungen. (Schluß aus der Abendausgabe.) In der gestrigen Reichstagssitzung sprach weiter Abg. Frau Schröder(Soz.): Die Ausführungen des Ministers lassen erkennen, wie sehr das Verständnis für die Bedeutung der Sozialrefarm wenigstens da und dort im Wachsen ist. Das kostbare Gut der Arbeitskraft, das werb vollste Gut des deutschen Volkes, muß viel mehr geschützt werden, als bisher. Wenn der Name dieses Ministeriums in„Reichswohk fahrtsmimstenum" verwandelt werden soll, so haben wir nichts da gegen; denn schließlich dient doch seine Llrbeit der Hebung der Wohl fahrt der arbeitenden Menschen. Noch fehlt so manches, was uner- fiißlich ist, wenn der Arbeiter endlich den Platz im Volksganzen erhalten soll, der ihm von Rechts wegen zusteht! Der Minister hat hervorgehoben, daß der Novemberumsturz nicht nur einen politischen, sondern einen sozialen Charakter hatte. In der Tat: der Sinn der November-Revolution ist, daß alle Arbeiter, Männer und Frauen zu freien, mitbestimmenden Gliedern im Wirtschaftsprozeß werden sollen. Das ist bisher noch nicht in dem Maße geschehen, wie wir das wünschen und fordern müssen. Das Betriebsrätegesctz muß aus- gebaut werden. Wir erwarten gewiß nicht von der Gesetzgebung allein das Heil. Wir Sozialdemokraten sind uns darüber ganz klar, daß das Ziel ist: die Reifs und Befähigung der Arbeiterschaft zu den höchsten Aufgaben in Staat und Wirtschaft. Jeder soll an seinem Platz seinen Mann stellen zum Wohl der Allgemeinheit. Aber gerade deshalb darf die begonnene Entwicklung nicht aufgehalten werden. Wir warnen im Interesse des ganzen deutschen Volkes die- jenigen, die dem Red in die Speichen greifen wollen. Erschütte- rangen des Arbeitsprozesses sind heute viel schädlicher als vor dem Krieg; aber sie werden nicht vermieden durch das einsichtslose Verhalten weiter Unternehmerkreise. Ein Blick auf den großen Kampf in der Metallindustrie Süddeutschlands zeigt, daß es um die elementarsten Grund- r e ch te der Arbeiterschaft geht. Trotz Teuerung und Not kämpft die Arbeiterschaft Süddeutschlands mit Opfermut den Kampf durch. Unsere Arbeitsbrüder im Süden sind sich darüber klar, daß sie nicht bloß für sich selbst, sondern für alle Arbeiter ins Feuer gehen. Dieser Kampf sollte eine Warnung sein, besonders beim Streit um den Achtstundentag. Von dieser Stelle aus betonen wir laut und deutlich: der Achtsiundeniag ist eine Notwendigkeit nicht nur für den Arbeiter, sondern auch für die Familie, für die Kinder des Arbeiters. Ohne Achtstuchdentag kein Familienleben. Das mögen doch diejenigen bedenken, die immer die Familie als Urzells der Gesellschaft loben und preisen. Der Achtstundentag schädigt nicht die Wirtschaft, er nützt ihr; sie kann nur gedeihen, wenn die Arbeits f r e u d e nicht zerstört wird, wenn die, die heute die Lasten für den Krieg schleppen müssen, in ihrer Gesundheit und in ihrem Lebensmut nicht gedrückt werden. Der Entwurf des Arbeits g e r i ch t s gefetzes bedeutet einen Rückschritt gegenüber den Gewerbe- und Äaufmannsgcrichten und erregt unsere Bedenken. Der Minister möge für einen Entwurf sorgen, der nicht nur die Mehrheit dieses Hauses befriedigt, sondern der auch die Zustimmung der Arbeiter finden kann. Gewiß ist die Vereinheitlichung des Arbeitsrechtes schwierig, aber das große Werk muß geschaffen werden, wie die Verfassung es will; Nie wieder wird die Arbeiterschaft sich in die alte Entrechtung hinunter- drücken lassen. Versuche dazu sind ein Spiel mit dem Feuer. Auch das Arbeits Nachweis gefetz muß schwere Bedenken wachrufen. Die Berufsberatung hätte hierbei besser beachtet werden müssen. Die Kräfte, Energien und Anlagen müssen frei gemacht werden. Der Beruf ist nicht, wie bisher so oft, lediglich eine Sache der Geburt und des Geldbeutels. Wir bedauern, daß unser Antrag, die Reichs- Zuschüsse für Berufsberatung zu verdoppeln, abgelehnt worden ist.— Beim Hausangestellten recht liegen die Dings eben- falls schwer im argen; noch ist eine fest begrenzte Arbeitszeit nicht durchgeführt. Auch ch r i st l i ch e Arbeitervertreter finden an einer dreizehnstündigen Arbeitszeit Geschmack und Gefallen. Das Recht der Hausangestellten muß ausgestaltet werden und ebenso das der Heimarbeiter. Man lese nur die Berichts der Gewerbe- inspektoren durch und wird finden, daß unter den Heimarbeitern vielfach eine Rotlage herrscht, die geradezu unerträglich ist. Das Kapitel der Kinderarbeit ist grauenerregend; z. B. verdient ein IZjähriges Mädchen als flotte Maschinennäherin wöchentlich 2 Mark. Für zwei Mark muß dieses Mädchen feine Jugend verkaufen.— Viel mehr Arbeiterschutz und Arbeiterrecht, besonders für die Frauen, ist notwendig. Man muß den Frauen die Möglichkeit zum Broterwerb erst schaffen. Die meisten Notgesetze sind im Nu durch die Geldentwertung überholt. Deshalb kein Zögern im Aus- bau des Versicherungswesens. Es braucht Zusammenfassung und Einheitlichkeit. Die Hinterbliebenen der auf dem Felde der Arbeit Gefallenen sind in gleicher Weise zu behandeln und zu unter- stützen wie die Kriegerhinterbliebenen. Schutz vor der äußersten Not genügt nicht, sondern Vorbeugung und Hilfe beizeiten sind nötig. — Wir haben heute einen Frauenüberschuß. Es hat deshalb wenig Zweck, die Fernhaltung der Frauen vom Ärbeitsmarkt zu versuchen. Wichtiger ist, den Arbeiterinnenschutz auszubauen, und dies vor allem unter Hinzuziehung von Frauen. Die Zusammenkünfte der Gewerbeaufsichtsbeamten zum Austausch der Erfahrungen sollten neu belebt werden. Reichsarbeitsministerium und Wohlfahrts- Ministerien der Länder müssen dafür sorgen, daß die Jugendlichen nicht nur ihre Erholung bekommen, sondern auch den Verlust an moralischer Stärkung und geistiger und seelischer Ausbildung ein- bolen, der durch- den Krieg und die Nachkriegszeit verursacht wurde. Wenn es sich um soziale Forderungen handelt, verweist man uns immer recht gerne auf den Druck der Entente und die Hemmungen von dorther. Wir kennen diese Hemmungen, aber man soll doch auck nicht vergessen, daß, um nur ein Beispiel zu nennen, die Washingtoner Konferenz der Internationalen Arbeitsorganisation in bezug auf den Schutz von Frauen und Jugendlichen weit über das b i n a u s ging, was Deutschland bisher in diesem Punkte kannte. Es wäre für Deutschland kein Schaden, wenn es in der Sozial- Politik soweit wäre, daß es sagen könnte: Deutschland in der Welt voran! Die Sozialreform liegt im Interesse des ganzen Volkes. Stand am Kriegsende, wie der Reichsarbeitsminister betonte, nicht nur ein politischer Umsturz, sondern auch eine soziale Erschütte- rung, so müssen daraus die Konsequenzen gezogen werden.(Leb- hafter Beifall links.) Abg. Behrends(Dnat.): Die Revolution Hot die soziale Ge- sinnung nicht gestärkt. Es ist für den Richterstand von Vorteil, wenn er mit dem Arbeitsrecht zu tun hat. Die Arbeitsgerichte werden am zweckmäßigsten den ordentlichen Gerichten angegliedert. Das Wesentliche ist, daß in den acht Stunden wirklich gearbeitet wird. Von einer Herabsetzung der Arbeitszeit in den Berg- werken und ähnlichen mit Gefasiren verbundenen Berufen sehe ich ab. Abg. Karsten(U. Soz.): Das Reichsarbeitsministerium ist ein Arbeitgebenninisterium, kein soziales Ministerium. Bei Leistungs- crhöhungen erklärt es stets, die deutsche Wirtschaft sei nicht trag. fähig. Wenn aber Hermes mit der Umsatzsteuer Milliarden aus der deutschen Wirtschaft herausholt, so fragt man nicht nach der Trag- sähigkeit. Auf dem Görlitzcr Parteitag rief der Reichsjustizministcr noch: Hände weg von den Gewerbe- und Kaufmannsgerichten! Abg. Andre(Z.): Die Angestelltenoersicherung muß ihre Selbständigkeit behalten und ausgebaut werden. Die Unsallrenlner mit weniger als 50 Proz. Rente haben seither keine Erhöhung ihrer Renten empfangen. Der Achtstundentag ist nicht für alle Betriebe in gleicher Weise durchführbar. Abg. Dr. Moldenhaner(D. Vp.): Geldentwertung und über- stürzte Gesetzgebung infolge der Novemberumwälzung machen es nötig, daß der Gesetzgeber nun manchen Schutt auf dem Ge- biete der Sozialgesetzgebung wieder wegräumen muß. An der Not der Kleinrentner ist nicht zum wenigsten die E r s ü l l» n g s- Politik schuld, die die Befriedigung unserer Gegner der Fürsorge für unsere eigenen Voltsgenossen voranstellt. Unker den Ar- beitslosen sind in den Großstädten viele unruhige Elemente. Die Betriebskrankenkassen dürfen nicht Parteidoktrinen geopfert werden. Der Wettbewerb zwischen öffentlichen und privaten Nachweisen ist gut. Der schematische Achtstundentag ist ein wirtschaftliches U n- glück. Die Sozialpolitik soll die Klassengegensätze überbrücken und die Menschen zur Volksgemeinschaft erziehen. An die Stelle der Koalitionsfreiheit darf kein 5ioalilions zwang treten.(Unruhe und Zurufs links.) In lebenswichtigen Betrieben müssen die Entschei- düngen der Schlichtungsaugschüsse gelten. Abg. Erkelenz(Dem.): Wir danken dem Minister für seine sozial- politische Tätigkeit. Von Koalitionszwang kann keine Rede sein. Man darf das Problem der Koalitionsfreiheit nicht bloß vom Stand- punkte der Arbeitgeber betrachten. Die Sozialpolitik der Zu- kunft Ist eine andere als die der Vergangenheit, die mehr Für- sorge tätigkeit war und in der Regel gemächt gegen die Arbeiter. Wir wollen keine Treibhauskultur des Sozialbsamtentums, sondern Entstaatlichung der sozialen Fürsorge, Ergänzung durch die soziale Selbstverwaltung der Gewerbe und Berufe. Das vorliegende Ar- beitsnachweisgesetz wie die Arbeiter- und Angestelltenoersicherung fußen noch immer auf dem alten Standpunkt, ebenso die Schlich- tungsordnung. Sie kann und darf nicht vorübergehen an den großen Tarif- und Schlichtungseinrichtungcn der Gewerkschaften und der Arbeitgeber. Ich bin gegen die rein schematische Durchführung des Achtstundentages, aber für feine grundsätzliche Aufrecht� crhaltung. Abg. Schwarzer(Bayer. Vp.) bedauert das geringe sozial. politische Interesse und die Ueberfülle der Gesetze in Deutfchland. Abg. Ca ich(Komm.) wirst dem Arbeitsminister vor, er habe seine Pflicht nicht erfüllt. Donnerstag 11 Uhr: Einzelberatung. Interpellation Tbiel (D. Vp.) über die Erhöhung der Renten der Kriegsbeschädigten. Er. nahrungsministerium.— Schluß 7 Uhr. !"»> = 3 .jimtMiiMMiimmiiiiiitiiiiMmiimiMinmiiiiiiiniiuiHitiiiiiitttti || während der Sommerreise 1 1 Unsere Abonnenten, welche Werk auf regelmäßige Lieferung 1 1 des»vorwärts- während ihrer Sommer» rcfp. Urlaubsreife legen, bitten wir, nachstehende Zeilen zu beherzigen: kDPostbezieher müssen die Umleitung an die neue Adresse iDmlndestens ö Tage vor Reisebegian bei ihrem 1 1 Postamt beantragen und ebenso vor der Rückreise bei der Post D l I g rechtzeitig die Nückübcrweisung veranlassen. Für diese Um» Z f i 1 leitung verlangt die Post eine einmalige Gebühr von 2 Mark. J i ! g Abonnenten, die ihre Zeitung durch die Botenfrau in f i beziehen, können sich den»vorwärts- unter Streifband nach» g| Ig schicken lassen, wobei für Porto und Versand bis zum ZO.Zuui g| ;| d.Z. täglich M. 1.10, noch dem Austand täglich M. 1.70 be- g i I g rechnet werden, vom 1. Zuli d. Z. ab kommen die neuen Porto» g i | g gebühren zur Berechnung. Die Lieferung kann innerhalb g| I g Deutschlands auch durch Postüberweisung erfolgen, aber nur J| [ g bei längerem Aufenthalt(über acht Tage innerhalb eine» g| 1 1 Salendermonats an einem Ori). Aufträge für solche Postüber» U 1 i i Weisungen müssen uns spätestens S Tage vor Reise» DZ f D antritt gegeben werden, da sonst nicht mit einem pünktlichen g; f 1 Einsetzen der Postlieferung zu rechnen ist. Wir bitten unsere D i i j Leser, diese Aufträge direkt in ihrer zuständigen Filiale unter g| =.=. gleichzeitiger Zahlung der Gebühren zu erteilen. K/ '�IlUIlIMUIllNllWIIIIlllllllllllllllillllllWlllllllllllllllllllllllNllllllllllliiNlMIIlMMIlllllllllllllliilll!!!!!!!!� Das Zeitungsfterben. Infolge der maßlosen Verteuerung der Druckpapierpreise und der übrigen Materialien, die im Zeitungsgewerbe weit über das Maß der normalen Preiserhöhung hinausgeht, hat bereits eine große Reihe non Zeitungen ihr Erscheinen einstellen müssen oder sich vor die Frage gestellt gesehen, wie lange unter den schwierigen Verhältnissen die Aufrechter- Haltung eines selbständigen Unternehmens noch möglich ist. Folgende Tabelle beleuchtet die rapide Preissteigerung für Zeitimgsdruckpapier besonders in den letzten zwei Jahren. Es kostete je Kilogramm: 1014... 1919... 1920... 1921... 1922... 1922... 1922... 1922... 1922... 1. Januar 1914.... 20% Pf. 1.. 1919.... 54"«. 1.. 1920.... 195%, 1.» 1921.... 8001/«, 1.. 1922.... 7001/«, 1. Februar 1922.... 730'/«. 1. Mörz 1922.... 825'/«, 1. April 1922.... 1280'/«. 1. Mai 1922.... 1590'/«„ Die Papierpreise sind also bereits auf dem 8 0 f a ch e n Stand von 1914 angelangt und haben sich allein feit An- fang 1920 auf das Achtfache erhöht. Aehnlich verhält es sich mit den Materialkosten für die Drucklegung der Zeitung. Da aber eine Erhöhung der Bezugspreise trotz aller Versuche, sie der allgemeinen Teuerung anzupassen, nur in begrenztem Um- fange möglich ist, ist das Zeitungs st erben in vollem Gange. Die maßgebenden Regierungsstellen scheinen die Situa- tion noch immer falsch einzuschätzen, denn sonst wäre es un- erklärlich, daß die feit langem geforderten H i l f s m a ß- nahmen immer noch auf sich warten lassen. Man über- sieht offenbar, daß das Aussterben der Zeitungen sich nicht mit einem Male vollzieht, sondern daß die Presse mit zähem Widerstand ihren Existenzkampf führt. Erst wird der Raum auf das äußerste beschränkt und alle anderen Ersparnismög- lichkeiten angewandt, und erst wenn es wirklich nicht mehr geht, entschließt man sich zum Einstellen des Betriebes. Auf diese Weise sind schon Blätter, die mehrere Menschenalter hin- durch den Nachrichtendienst und die politische Information des Volkes versehen haben, nach langem Ringen von der Bild- fläche verschwunden. Die meisten übrigen aber, soweit sie nicht vom Großkapital oder van einzelnen Interessengruppen un- mittelbar unterstützt werden, stehen am Rande ihrer Kraft. Das müßte die Regierung nach den Kundgebungen der Verlcgerverbände wissen. Wir fragen erneut, was und wann sie endlich etwas gegen die Zeitungsnot tun wird. In dam Petcrsbarfer Prozeß beantragte der Staatsanwalt gegen drei Angeklagte Todesstrafe, gegen drei weitere je 15 Jahren Zuchthaus. Die Urieilsverl-ündung erfolgt heute nachmittag um 4 Uhr. Vllfleln in Prag. Das„Leipz. Tagebl.". das der unter Führung des Ullstein- Verlages gegründeten Leipziger Verlagsdruckerei G. m b. H. gehört, gibt bekannt, daß in die Reihe der Gesellschafter die Firma Heinrich M e r c y Sohn in Prag getreten ist, die das „Prager Tagblatt- und andere deutsche demokratische Zei- tungen in der Tschechoilowakci herausgibt. Den maßgebenden Ein- fluß in der Gesellschaft behält Ullstein. Die Zusammenarbeit sei dazu bestimmt, die geistige Bande iwiichen dem demokratischen Deutschtum diesseits und jenseits der Reichsgrenzen noch enger zu knüpfen. Die willkürlicke Kn'egsjustiZ. Freisprechung im Wiederaufnahmeverfahte«. Der Direktor der Albatros-Werke in Berlin, Ingenieur Otto Wiener, war im Dezember 1915 zu einem Jahr sechs Monaten Festung verurteilt, weil er angeblich zum Schaden der deutschen Marine Mitteilungen über Flugboote an die italienische Marinebehörde hatte gelangen lassen. Auf seinen Antrag hat der erste Strafsenat des Reichsgerichts die Wiederaufnahme des Verfahrens angeordnet und die Sache an den zweiten Strafsenat oerwiesen. In der jetzigen zweitägigen Verhandlung beantragte der Reichsanwalt zum Schluß Freisprechung. Das Urteil lautete demgemäß. Die Kosten werden der Staatskasse auferlegt. Der Prozeß dürfte insofern noch ein Nachspiel haben, als Ingenieur Wiener Ansprüche für den Schaden geltend machen wird, der ihm durch die vom Oberkommando in den Marken angeordnete Schließung der Albatros-Werke im Jahre 1917 entstanden ist. � Die Freisprechung erfolgte in der Hauptsache, weil ein damaliger Sachverständiger bekundete, er habe sich geirrt, als er vis betreffende Einrichtung als eine geheimzuhaltende begul- achtete. In der jetzigen Verhandlung wies Wiener darauf hin, daß die fragliche Einrichtung durch Veröffentlichung des Reichs- marineamts mit Abbildungen damals bereits allgemein bekannt gewesen sei und gelegentlich der Kieler Woche im Frühjahr 1914 allen Angehörigen fremder M i l i tä m i ss i o n« n die Mög- lichtest offengestanden habe, Kenntnis von den neuen Wasser- flugzeugen mit ihren Einrichtungen zu nehmen. Auch in Warne- münde seien die Flugzeuge ausgestellt gewesen. Dieser Prozeß legt die Frage nahe, ob nicht auch viel schwerer Verurteilte unschuldig sitzen.___ Etappen-Kunze als Crfinüer. Das Pogromorgan„Deutsches Wochenblatt" hatte vor einigen Monaten einen Artikel über das Weihenseer Arbeitsamt gebracht, in dem behauptet wurde, daß in dem Arbeitsamt jüdische Ar- bester, besonders ein gewisser Grünbaum, besondere Vorteile ge. nösscn, daß Grünbaum Kommunist sei und seine Gesinnungsgenossen im Arbeitsamt bevorzuge. In der Verhandlung vor dem Schöffengericht Berlin-Tempelhof erklärte nun der beklagte Redakteur D ux? daß er als verantwortlicher Schriftleiter des„Deutschen Wochenblattes" dem Herausgeber Kunze gegenüber die Aufnahme des Artikels verweigert habe, da ihm bekannt gewesen sei, daß der Artikel frei erfunden war und jeder Unterlage entbehrte. Nachdem Dux kurz vor der Drucklegung der in Frage kommenden Nummer die Redaktion verlassen hatte, sei Kunze in die Setzerei gegangen und habe gegen den Willen seines verantwortlichen Redak- teurs den Artikel, noch dazu mit Anmerkungen versehen, setzen lassen. Das Gericht versuchte Kunze telephonisch zu laden, um ihn als Zeugen zu hören, doch erklärte Kunze, der tclephonischen Auf- forderung nicht Folge leisten zu können. Au? Antrag de? Verteidigers Dr. Proh beschloß das Gericht, die Verhandlung zu vertagen und Kunze sowie mehrere andere Zeugen darüber zu hören, ob der beleidigende Artikel gegen den Willen dos Beklagten von Kunze selbst veröffentlicht worden sei. preußische Sergwerksüebatte. Der Landtag erledigte gestern in allen drei Lesungen den Gesetzentwurf über die A u s g l e i ch s z u s ch l ä g e. Da es sich hierbei auch um Aufwandsentschädigungen für politische Beamte handelt, hatten die Kommunisten entschiedenen Kampf dagegen an- ekündigt. Bei der Beratung war aber keiner von ihnen im -aal, so daß nicht einmal ein Widerspruch gegen die dritte Lesung erfolgte. Beim Berg etat behandelte Sobottka(Komm.) Be- triebsrätefragen, Lohn- und Preisfragen. Genosse Franz-Katto- mitz wies darauf hin, daß heute die Leistung der Bergleute an die Friedensleistung herankomme. Die Förderung wäre aber noch viel höher, wenn die Betriebsräte anerkannt, anständig behandelt und ihre Ratschläge befolgt würden. Die Konflikte wegen der Maifeier wurden von den Unternehmern mutwillig und unvcrant- wortlich provoziert. Genosse Franz besprach dann die Frage der Unfallverhütung und brachte zahlreiche Klagen aus seiner oberschlesffchen Heimat vor. Handelsministcr Genosse Siering will das untersuchen: er berichtigte einige Ausführungen Sobottkas. Eine besondere Note bekam die Debatte nach einer bedeutungslosen Rede des Deutschnationalen Martin durch eine Rede des Volks» parteilers P i n k.e r n e i l, die an Scharfmacherei alles übertraf, was sich bisher ein Angehöriger einer Koalitionspartei gegen die freigewerkschaftliche und sozialistische Arbeiterschaft erlaubt hat. Was die Wulle-Blätter einmal über einen saufenden oder geschöfte- machenden Betriebsrat schrieben, verallgemeinerte Pinkerneil, was er an Entstellungen über den Ruhrstrcik zugetragen erhielt gab er als Wahrheit aus und krönte das alles durch die Verhöhnung der Maifeier. Auf diese Scharfmacherrede wird Genosse H u s e- mann am Dannerstag sehr gründlich antworten. Siege öer Schweizer Arbeiterschaft. In der Baseler Volksabstimmung wurde das bürgerliche Volksbegehren auf Unvereinbarkeit gewisser Wahlmandate mit Beamten st ellungen verwarfen und gegen die bürgerlichen Parteien das Pcnsions- und Krankentassengesetz angenommen. Die Züricher Stadtrats- und die Genfer Gemeindewahlen brachten den Arbeiterparteien Erfolge. Der Lohnabbau, der Anschlag auf die 48-Stunden-Wache und die Arbeitslosigkeit des Valutalandes schließen die schweizerische Arbeiterschaft zusammen. Ollwig von Hirschseld wieder in S t r a f h a s t. befindet sich nach amtlicher Meldung Aufwandsgelder für den Staatsrat. Der VerfasiungSaussckiuß de« Landtages hol nach längerer Beratung beschlosien, ben Mil- gliedern des Staatsrats die Fahrkosten in Höhe der Entschädigung für Dienstieisen der Oberpräsidenten zu erstatten, ein Tagegeld in Höhe von ein Zwölftel des MonatsbetrageS der LandtagSdiälen zu bewilligen, dem Borsitzenden des Staatsrates die Bezeichnung „Präsident" beizulegen und ihm jährlich 20 000 M. Auf» w a n d S e n t s ch ü d i g u n g zu gewähren. letzte Nachrichten. Mord aus Eifersucht. Gestern nachmittag gegen 6 Uhr hat der 28 Jahre alte Uhrmacher Paul Schubert, der bei seinen Eltern im Hause Zvssener Straße 1 wohnte, auf dem Hose des Grundstücks Eylauer Straße 20 die 24 Jahre alte Stenotypistin Dorothea Babft erschossen. Wir erfahren dazu folgendes: Schubert unterhielt feit einiger Zeit mit der Babft ein Liebesverhältnis, das letztere aber aufgelöst hatte. Seit einigen Tagen verfolgte nun Schubert seine ehemalige Geliebte und lauerte ihr verschiedentlich auf. Gestern nachmittag, als sie eben das elterliche Wohnhaus Eylauer Straße betreten wollte, sah sie Schubert auf sich zukommen. Nichts Gutes ahnend, lief sie über den Flur nach dem Hofe, ver- folgt von Schubert, der sie hier erreichte und durch einen R e v o l- verschuß in den Hinterkopf zu Boden streckte. Dann gab er noch zwei Schüsse ab. Ein in demselben Haus« wohnender Straßenbahner, der vom Fenster aus die Szene beobachtet hatte, eilt« herunter und nahm mit anderen Hausbewohnern die Verfolgung des Täters auf. Er wurde auf der Straße ergriffen und der Polizei übergeben. Vorher hatte er versucht, sich selbst zu erschießen, doch hatte" die Waffe versogt. Er hat die Tat aus Eiserfucht begangen, Gewerkschaftsbewegung Zur Maßregelung der Eisenbahnbeamten. mit, baß am gleichen Tage abends 6 Uhr Unterstützung ausgezahlt werde. Trotzdem versuchte das Betriebsratsmitglied Rummel, dem Borstand Sabotage durch Nichtauszahlung der Streifgelder vorzuwerfen. Er behauptete, gehört zu haben, daß ich während der gestrigen Verhandlungen erklärt haben soll, der Vorstand wolle feine Unterstützung an die Streifenden zahlen. Am Tage vorher Wirtschaft Reichseinnahmen und Geldentwertung. Die Statistik der Reichseinnahmen im Rechnungsjahr 1921/22, Eine Denkschrift der Reichsgewerkschaft. Die Reichsgewerkschaft deutscher Eisenbahnbeamten und-an- fand ebenfalls eine Versammlung statt, und ihr habe ich ausein- das am 31. März zu Ende ging, zeigt die bereits angekündigte& r= Die Reichsgewerkschaft deutscher Eisenbahnbeamten und an- andergesetzt, daß ich alles Erdenkliche tun werde und auch alles höhung der Einfünfte, der allerdings die fortgesetzte Entwärter hat in einer 20 Seiten starten Denkschrift das gesamte getan habe, damit die Gelder so schnell als möglich der Verwaltung wertung des Geldes und damit eine Steigerung der Ausgaben gegen Material zu den Maßregelungen der am Februarstreit beteiligten Stettin überwiesen werden. Nachdem in der letzten Versammlung übersteht. Nicht nur die Einnahmen des Vorjahres sind erheblich Beamten zusammengefaßt. Zunächst wird auf eine Verhand- Rummel seine unbegründeten Vorwürfe gegen den Vorstand übertroffen, auch über die Voranschläge, die der Geldentwertung Iung am 2. Februar mit dem Reichskanzler verwiesen, wo abermals erhob, habe ich dann, nachdem eine Reihe von Kollegen nach der Reichstanzler versicherte, die Maßregelungen lönnten zwar gesprochen hatten, diese falsche Behauptung richtiggestellt. Kein bereits Rechnung zu tragen suchten, gehen die Zuflüsse zu den nicht ganz wegfallen, doch fönne er die Zusicherung geben, daß nur Wort ist von meiner Seite während der Bersammlung gefallen, Reichskaffen weit hinaus. In den einzelnen Steuergruppen ganz wenige Einzelfälle übrig bleiben würden. Denten Sie bei daß der Vorstand die Streifunterstützung nicht zahlen fönne oder gestaltete fich das Bild der Reichseinnahmen folgendermaßen: Sen Maßregelungen nicht gleich an Entlassungen, sondern wolle. Weder Rummel noch andere Redner, die nach mir sprachen, 1. April 21 auch an Verweise und Warnungen." b. Ende März 22 Am folgenden Tage wurde festgestellt, daß Einstimmigkeit dar- find auf diese Angelegenheit nochmals zurüdgekommen. über bestehe, daß 1. die bereits verfügten Entlassungen auch unter die Vereinbarung fallen und 2. die fündbaren Beamten genau fo behandelt werden wie die unfündbaren. " Auch nicht eine dieser Bereinbarungen über Maßregelungen sei gehalten worden. Schon die Richtlinien des Reichskabinetts ständen mit den Vereinbarungen in Widerspruch. Sehr viele Entlassungen seien erst nach dem Bekanntwerden der Richtlinien in die Wege geleitet worden. Die Erläuterungen zu den Richtlinien befagen, daß die unter la und 1b fallenden fünd baren Beamten zur Beschäftigung wieder zugelassen würden, auch wenn sie schon entlassen worden sind. Biele Direktionen, wie Halle a. d. S., Dresden, Stettin, Breslau usw., hätten diese Bestimmung bahin ausgelegt, daß den fündbaren Beamten meist erst nach Her ausgabe der Richtlinien das Dienstverhältnis fristlos gefündigt wurde. Nach Ablauf von einem Lage seien die gekündigten Beamten unter Verlust ihrer erworbenen Rechte auf Anstellung und höhere Besoldung sowie unter erheblicher Verlegung der erworbenen Rechte aus der Arbeiterpensionstaffe B und den Krankenfaffen wieder eingestellt worden. Im Bereich der Eisenbahndirektion Halle wurden 407, in dem der Direktion in Breslau 500 Beamte und Anwärter davon betroffen. Eine namentliche Liste dieser Beamten ist angefügt. Diese Massenentlassungn auf 24 Stunden ständen in völligem Gegensatz zu den Bereinbarungen. Der Erlaß des Reichsverkehrsministers vom 2. Februar stehe in direktem Gegensatz zur Reichsverfassung. Der Begriff Urheber des Streits in den Richtlinien verstoße gegen Punkt 4 der Bereinbarungen mit dem Reichskanzler. Der Auslegung in den Richt linien folgend sei gegen alle unfündbaren Beamten, soweit fie fich als Gewerkschaftsfunktionäre betätigten, in den Versammlungen die Lage erläutert und die Streifparole des Vorstandes bekanntgaben, das Disziplinarverfahren eingeleitet und fündbare Beamte entlassen morden. In vielen Fällen seien die Entlassungen bereits von den Spruchkollegien der General- und Eisenbahndirektionen bestätigt worden. unter Einkommensteuer und Umsatzsteuer) Sölle und Verbrauchssteuern Ausfuhrabgabe waltung VorVorjahr in Millionen Mart anschlag 64 844 19 495 33 176 10 688 40 953 14 989 3 035 2 234 824 1035 3 720 8077 9 42 118 17 145 37 500 Das Vorgehen der Roten Fahne" sowie ihres Gewährsmannes ist zu durchsichtig, und es müßte auch den Lesern der„ Roten Fahne" Befiz- u. Verkehrssteuern( dar selbst auffallen, daß nach dem Bericht die kommunistischen Genossen von einer Fortführung des Kampfes abgeraten haben. Die fommunistischen Verhandlungsteilnehmer haben am Tage vorher erklärt, daß nach dem Fortfall der neun Punkte, welche die Direktion der Bulkanwerke nicht mehr zur Bedingung Reichspost und Telegraphenverder Arbeitsaufnahme machte, kein anderer Weg als die Arbeitsaufnahme den Kollegen empfohlen werden könne. Nachdem es durch das Eingreifen der Gewerkschaften gelungen ist, ein Unter- Aus den wichtigsten Einnahmequellen sind folgende schreiben dieser neun Punkte durch die Arbeiterschaft zu verhindern, hervorzuheben: der wesentlichste Streitpunkt also beseitigt war, wird nunmehr ver- Ginkommensteuer sucht, die Verantwortung für den Abschluß dieser Bewegung durch Körperschaftssteuer. Berleumdungen abzuwälzen. Vielleicht ist es der„ Roten Fahne" Kapitalertragsteuer möglich, ihren Gewährsmann zum öffentlichen Eintreten für seine Reichsnotopfer Behauptungen zu veranlassen. Reichsbahn Besitzsteuer Erbschaftssteuer. Umsatzsteuer Striegsabgabe vom Vermögenszuwachs und ältere einmalige Besizabgabe Bölle einschl. Aufgeld Neue Forderungen der städtischen Arbeiter. Das Lohnfartell der städtischen Arbeiter Berlins hat am Dienstag dem Tarifamt des Magistrats neue Forderungen überreicht. Für Juni wird eine allgemeine Erhöhung der Löhne um 7 Ma pro Arbeitsstunde verlangt, so daß sich der Lohn für den ungelernten Arbeiter auf 20 bis 21 M., für den Handwerker auf etwa 23 M. proohlensteuer. Stunde stellen würde. Die Lohnerhöhung im Mai von 50 Pf. habe in bat und Zigarettensteuer feiner Weise die Teuerung ausgleichen können, weshalb für alle Biersteuer. städtischen Arbeiter für den Monat Mai eine Entschuldungs- Buckersteuer beihilfe von 1000 m. verlangt wird. 28 146 1549 9 593 4500 20 000 2000 1487 908 1400 8649 9 336 2 200 100 10 25 617 256 620 11 195 4204 9 000 5320 5 191 2000 5936 2149 4 400 6749 4670 5.800 4117 1 909 3 000 343 155 149 118 165 160 Trotz der starken Entwertung der Valuta haben die Ausfuhra Die Verhandlungen über die neuen Lohnforderungen werden abgaben verhältnismäßig viel meniger zugenommen als die Einzwischen dem Tarifamt und dem Lohnkartell in nächster Woche erfuhrzölle. folgen. Das Reichsarbeitsministerium hat den Schiedsspruch über den Manteltarif vom 14. April für verbindlich erklärt bis zum Jahre 1924. Bei einem Vergleich der eingegangenen Steuern mit dem Soll ist zu berücksichtigen, daß die unter Einkommens- und Besitzsteuern genannten Zahlen des Voranschlags nicht die Restbeträge enthalten, die aus früheren Jahren zu erwarten waren. Im ganzen Haushalt sind das 15 079 Millionen Mart, die sich in der Hauptsache auf das Reichsnotopfer und die Kriegsabgabe vom Vermögenszuwachs be ziehen. Geht man diese Beträge mit in das Soll ein, so ergibt sich ganz eindeutig, daß die Verbrauchssteuern bedeutend stärker im Verhältnis zum Boranschlag gestiegen sind als die Besitzsteuern. Zieht man die Restbeträge früherer Jahre von den Einnahmen des letzten Jahres ab, so ergibt sich immer noch ein AufFür verbindlich erklärt ist die tarifliche Vereinbarung zwischen tommen von 72 294,5 millionen Mart gegenüber einem Voranschlag dem Verband der elettrotechnischen Installation 3 von 56 766 Millionen Mart. Von dem Ueberschuß gehen 5845 Milfirmen und dem Deutschen Metallarbeiterverband, lionen Mart an Länder, Gemeinden usw. abgeschlossen am 26. Oftober 1921( Vergleich auf Grundlage des Berücksichtigt man die Geldentwertung bei der Bes Tarifvertrages vom 4. Mai 1921 mit Nachträgen für die gewerb- urteilung der Reichseinnahmen, so bleiben diese hinter dem Geldlichen Arbeiter der Berliner Metallindustrie) mit beruflichem Geltungsbedarf des Reiches noch weit zurück. Die knappe Beamtenbesoldung, Die mit reichem Material belegte Dentschrift sucht den Nachbereich für die im Elektro Installationsgewerbe beschäftigten die ähnlich wie die übrigen Löhne und Gehälter immer hinter dem meis zu erbringen für die Behauptung, daß auch nicht eine Elektromonteure, Helfer und Werkstattarbeiter, und räumlichem der am 7. und 8. Februar zwischen dem Reichs- Geltungsbereich der allgemeinen Verbindlichkeit für die Stadt- tatsächlichen Stand der Teuerung zurückbleibt und deren Erhöhung fanzler und den Vertretern der Reichsgewert- gemeinde Berlin. Die allgemeine Verbindlichkeit beginnt mit jedesmal wieder ein Loch in den Reichshaushalt reißt, ist eine der schaft getroffenen Bereinbarungen über die M a B- Wirkung vom 1. Januar 1922. Geschäftszeichen: IV D 3082/13. vielen Beweise für die Minderung der finanziellen Leistungsfähigregelungen gehalten wurde. Die Branchenkonferenz der Monteure nimmt heute zu dieser feit des Reiches. Dazu kommen als schwerste Laft noch die in GoldVerbindlichkeitserklärung Stellung. Die Kommissionsmitglieder mark zu zahlenden Reparationen. So ist es kein Wunder, daß an werden gebeten, eine Stunde früher anwesend zu sein. ein Anhalten der Notenpreffe vorläufig nicht gedacht werden fann. Saarfohle für Deutschland. Die kommenden arbeitsrechtlichen Geseze behandelt Genosse Clemens Nörpel im Rahmen der Betriebsräteschule in einem Kursus von vier Unterrichtsabenden. Die Schlichtungsordnung, das Arbeitszeitgefeß, das Arbeitsnachweisgefeß. das Tarifgesez und das Gesetz über Arbeitsgerichte gelangen zur Besprechung. Der Kurius beginnt heute um 8 Uhr im Sophien- Lyzeum, Weinmeisterstr. 16/17. Anmeldungen im Kursus und in der Freigewerkschaftlichen BetriebsDann wird eine Eingabe vom 24. Februar an den Reichsperkehrsminister zitiert und die Antwort vom 2. März darauf, wonach gegen Beamte, die nur den Streifbeschluß weitergeleitet oder ihn an ihrem Dienstort in Versammlungen oder sonst wie bekanntgegeben und zu seiner Befolgung durch Wort oder Beirätezentrale Engelufer 24/25, 2. Hof, I. spiel aufforderten, weder im Wege des förmlichen Disziplinarverfahrens noch im Wege der Kündigung eingeschritten werde. Verschiedene Direktionen haben sich an diese Zusage nicht gefehrt. Die Denkschrift geht dann auf die Anwendung des Begriffs der her vorragenden Mitwirkung und auf die Frage: Was ist Sabotage? ein und schließlich auf die Frage: Wer ist Vorgesetter? Cine gründliche Nachprüfung der in der Denkschrift gemachten Angaben erscheint auch uns durchaus notwendig, da hier nicht nur die Existenz vieler Eisenbahnbeamten auf dem Spiele steht, sondern auch das ganze Verhältnis der Eisenbahnbeamten zum Deutschen Reiche durch offenbare ungerechtigteiten schwer gefährdet würde. Manche Direktionen erwiesen sich weit päpstlicher als der Papst und gingen über die unbedingt notwendigen Maßnahmen weit hinaus. Die Hochhaltung der Disziplin darf nicht in Racheatte ausarten. Werden Uebergriffe rüdgängig gemacht, wird Unrecht gut gemacht, bann wird auch das nötige Bertrauen wiederhergestellt. Der Landjäger Freund in Bebra, der im Namen von S. M. S. Seiner Majestät Sattlermeister Beamten mit Berhaftung drohte, darf gleich ähnlichen waderen Stüßen der Republik hier keine Rolle spielen. entgegen. industrie ist ein Streit mit 5000 Beschäftigten ausgebrochen wegen In der Hamburger Schokoladen-, Zuderwaren- und KefsLohndifferenzen. Der Arbeitgeberverband hat die Streifenden für vertragsbrüchig erklärt und die Schließung der Betriebe wie die betreffs des Verkaufs der Saarkohle in Deutschland ſehen sich die Entlassung der Streifenden beschlossen. Infolge der vielen Falschmeldungen über die Verhandlungen Bertreter der Arbeiterorganisationen veranlaßt, folgendes zu erklären: Die Aussperrungen in der Frankfurter Metallindustrie wurden Um die Entlassung von Saarbergleuten zu vermeiden, war, wie in allen Betrieben des Bezirks Frankfurt, Offenbach, Darmstadt, Ha- bereits gemeldet, eine Delegation der Arbeiterorganisationen zwecks nau, Oberursel und Bad Homberg durchgeführt. In Höchft a. M., das Verhandlungen in Berlin. Sowohl der Reichstohlenfommiffar wie in der besetzten Zone liegt, dürfen feine Aussperrungen erfolgen. Da der Reichsverkehrsminister zeigten für die Lage, in der sich augendie meisten Betriebe der Metallindustrie sechstägige Kündigung haben, blicklich die Saarbergleute befinden, volles Verständnis. Der Reichswürden die Aussperrungen von nächsten Montag ab in fohlenfommiffar versicherte bestimmt, daß der Einführung von SaarKraft treten. Die Möglichkeit, daß es vorher noch zu tohle nach Deutschland teinerlei Hindernisse und SchwieGegen das Urteil der Disziplinarfammer in Erfurt, auf Dienst- einer Einigung tommt, ist nach der Frankfurter Zeitung" rigkeiten in den Weg gelegt würden. Im Gegenteil, es sei ihm sehr entlassung gegen Menne u. Gen., ist Berufung eingelegt, mit der nicht ausgeschlossen. Seit voriger Woche schweben zwischen den süd- daran gelegen, daß die Saartohle ihr altes Abjazgebiet wieder fich der Reichs- Disziplinarhof in Leipzig befaffen wird. Da mehrere deutschen Metallindustriellen und den füddeutschen Gewerkschaften zurückerhalte. Da die füddeutsche Industrie bereits größere Mengen hundert Disziplinarverfahren bei den verschiedenen Disziplinar in München Berhandlungen. Auch der Frankfurter Metallarbeiter abnimmt, zeigte sich der Reichsverkehrsminister bereit, für seinen gerichtshöfen schweben, fieht man in den Kreisen der Beamten- verband ist dabei vertreten. Die Metallarbeiter haben fich angeblich Betrieb sofort Rohle zu entnehmen. 180 000 Tonnen, lieferbar schaft der prinzipiellen Entscheidung in Leipzig mit großem Interesse 47 Stunden und eine Zwischenüberstunde zu übernehmen. Die Me- fort abgenommen. Der Minister stellte die Abnahme von weiteren bereit erklärt, nach dem Vorschlag des Reichsarbeitsministers in sechs Monaten, wurden vom Eisenbahnzentralamt fo= tallindustriellen befthen aber auf 48 Stunden. Sollte es in Mün- Mengen, und zwar in Höhe von 300 000 Tonnen in Aussicht. Ueber Der Werftarbeiterkampf in Stettin- abgewürgt". chen zu einer Einigung kommen, so hätte dies auch für den Frant- die Dauer, Art und Weise der Abnahme schweben zurzeit noch Verfurter Bezirk Geltung. Die Kündigungen dürften dann zurückge- handlungen, mit deren baldigem Abschluß zu rechnen ist. In einer Bom Metallarbeiterverband schreibt uns das Hauptvorstands- nommen werden und die Aussperrungen unterbleiben. Besprechung mit der Bergwerksdirektion teilten die Arbeitervertreter mitglied Genosse Tost: Die Rote Fahne" veröffentlicht in Nr. 227 einen ihr aus Die Angestellten der Steffiner Versicherungsgesellschaften traten das Ergebnis der Verhandlungen mit. Stettin zugegangenen Bericht über die Beendigung der Aussperrung gestern früh in den Streit ein. Sie fordern die Anerkennung auf der Bulkanwerft, in dem wörtlich folgende Behauptung des Schiedsspruches, der ihnen höhere Gehälter gewährt. Dieser enthalten ist: Am Dienstagmorgen fand eine Betriebsverfamm- Schiedsspruch ist bisher von den Versicherungsgesellschaften abgelung statt. Der Kampfgeist war noch immer ein guter, die Ar= lehnt worden. beiter protestierten gegen die Entlassung der überzähligen" Arbeiter und waren für Fortführung des Kampfes. Das Hauptvorstandsmitglied To st vom Deutschen Metallarbeiterverband erklärte aber, daß dann teine Streit gelder vom Hauptvorstand gezahlt werden." Folgende Feststellungen mögen zunächst genügen, um diese Behauptung als eine Lüge zu fennzeichnen. Bei Beginn der Berfammlung der Bultanarbeiter teilte der Bevollmächtigte Reuter Teutscher Transportarbeiterverband. Gektion I, Gruppe A, Buchhandel, Graphisches Gewerbe: Freitag 7 Uhr in der Schulaula, Stallschreiberstr. 54a, wichtige Gruppenversammlung. Mitteilungen und Bericht über die Berhand Tungen. Branche 3b, Gruppe Glas und Keramit: Freitag 5½ Uhr bei Fen fara, Melchiorstr. 15, Gruppenversammlung. Bericht der Lohntommission. Banarbeiterverband. Tiefbauarbeiterversammlung Freitag 7 Uhr in Boekers Festfälen, Weberstraße 17. Bericht von den Lohnverhandlungen. Freitag 4% Uhr wichtige Gigung bei Baum, Stallschreiberstr. 47. Buchbinder. Betriebsräte und Bertrauensleute der Geschäftsbuchbranche: Branchenleitung. Die Es ist wohl mit Bestimmtheit anzunehmen, daß, falls die Abschlüsse zustande kommen, die Kündigungen unterbleiben und sodann wieder eine Beruhigung im Saarbergbau eintritt. Einstellung der Buffernofierungen auf den Auffionen. Die Butter notterungstommission beschloß einstimmig, die amtlichen Berliner Butter notierungen, welche paritätisch von Handel und Landwirtschaft vorgenommen werden, von heute an solange einzustellen, bis behördliche Maßnahmen getroffen find, um weitere Preistreibereien auf den Auktionen zu verhindern. Berantw. für den redakt. Teil: Franz Klühs, Berlin- Lichterfelde; für An zeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Verlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruckerei u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin. Lindenstr. 3. Hierzu eine Beilage und Unterhaltungsbeilage Heimwelt". Tietz BILLIGE Lebensmittel 69 Kartoffeln grosse Plund grosse Plund 240 Landleberwurst... Plund 3400 Lefpider Str. Frisches Fleisch Alexanderplats T.- Margarine Pl. 325° Tafelsalz 65PL Rhabarber............. Pfund 1.20 Gr. Bauernmettwurst pld. 39.50 Frischer Spargel Plund von 8.00an Mettwurst n.Braunschw.Art, Pid. 49.50 Schnittbohnen ca. 2 Pid- Dose 21.75 Leberwurst LDos., ausgew., Pid. 14.00 Gefr. Kaninchen. Gehacktes. Kalbskeulen. Pfund 1150 Schw.- Schinken Pland 300⁰ Kalbsrücken.............. Plund 2500 .......... Pfund 2700 Plund 3800 Prima Suppenfleisch P360° Kabliau ohne Kopf, im ganzen........ Pfund 60 Weinbrand- Verschnitt** Flasche 3750 Flasche 6750 und Blatt Schweinenieren gefroren Pland 1100 Hammelrücken gefrore Pfund 2300 geRinderlalg ausgelassen Pfund 35.00 Schweineschmalz amerik. Pid.44.50 Zure 11.00 Gem.Marmelade süsst, Pid. 11.00 gePlund Schnittnudeln mit Frischel her- 18.50 gestellt... Plund Gebrannte Gerste..Pfund 10.50 Kaffee- Ers.- Misch.Pfund 15.00 Reis mit Tomaten............ ca. 2- Pfund- Dose 1475 Corned beef. Rindfleische Knochen, und 3600 Deutscher Weinbrand*** Pfund 2950 Flasche 4250 Flasche 7850 1920er Oberh. Maikammerer Flasche 2000 1920 Partenh. Geiersberg Flasche 2250 Montagna- Naturrotwein....... Flasche 2500 Ohne Flasche. 20% Steuerzuschlag Nr. 232+ 39. Jahrgang Beilage des Vorwärts Für die alkoholfreie Jugenderziehung. Der zweite Berliner Kongrek. In den Tagen vom 21.. bis 25. Mai d. J. wird in der neuen Aula der Berliner Universität, Kaiser- Franz- Josefplatz 2, der 2. deutsche Kongreß für alkoholfreie Jugenderziehung stattfinden und nach den vorliegenden über 2000 Anmeldungen von Delegierten aller Arten von politischen, Jugend- und anderen Vereinen sowie Behörden des Reichs und des Auslandes eine beachtliche Etappe in der Entwicklung dicfer ganzen Frage bilden. Unter dem Ehrenvorsitz des Reichsministers des Innern Köfter soll das Thema„ Jugend und Alkohol" von allen Seiten erörtert werden. Was wurde geleistet? Gewöhnung, Aufklärung und Beispiel dürften die ersten drei Aufgaben einer alkoholfreien Jugenderziehung sein. Damit find Eltern und Schule die berufensten Elemente für ihre Durchführung Denn beide Kreise wissen oder müßten es wenigstens wissen, daß Alkohol jeder Art, auch in geringerer Menge, nicht nur die förper liche und geistige Entwicklung der Kinder hemmt, Schlaflosigkeit und frühe Nervosität weckt und sie in der Schule am Vorwärtskommen hindert, sondern auch neben ter fittlichen Gefährdung die Widerstandsfähigkeit des Körpers schwächt und damit die Entstehung und Dauer vieler Krankheiten begünstigt. Der Einführung eines planmäßigen Anfialkoholunterrichts in den Schulen dürften sich technische und Zeitschwierigkeiten in den Weg stellen. Das Beispiel Ameritas, Echwedens und Rumäniens, die dies durchgeführt haben, oter Japans. mo die an allen Orten von über 5000 Einwohnern angestellten Schulärzte die Auftlärungsarbeit besorgen, ist nicht nur ous obigen Gründen, sondern auch bei der noch ziemlich allgemeinen Berständnislosigkeit des deutschen Volkes für diese Frage faum nachahmbar. So versucht man es mit einer Wanderausstellung, wie sie auch in diesem Monat wieder in Berlin stattfindet und die im Zunommen. Donnerstag, den 18. Mai 1922 Industrie im Film. Wenn uns auch der große, das Thema erschöpfend behandelnde Industriefilm noch fehlt, so hat sich doch die Industrie in immer stärkerem Maße des Films für Propagandazwede angeEs gibt jetzt eine ganze Reihe Filme, die lediglich dazu dienen, bestimmte Werkstüde, Fabrikationszweige und Konstruktionsso stehe ich nicht an zu erklären, daß wir jeder Abstinenz und der methoden dem Interessenten vor Augen zu führen. Will sich also dazu gehörigen Agitation abhoid find. Gleich wie der Jung- Wan iemand zum Beispiel in einem außerdeutschen Lande eine große tervogel, dem wir entstammen, sprechen wir bei Gelegenheit dem Maschine anschaffen und scheut er die Kosten der Reise, so fendet Humpen wacker zu und lassen andere, die einen guten Tropfen ver- ihm die Firma einen Film, der die gewünschte Maschine in voller Arbeitstätigkeit, ruhend, und in ihren einzelnen Konschmähen, nach ihrer Fasson felig werden. denen wir an anderer Stelle allen Erfolg von Herzen gönnen, bei fich eine eigene Gesellschaft gegründet, die Industrie- Film- A.- G., die Eie sehen also, doß Ihre alkoholgegnerischen Bestrebungen, ftruftionen vergrößert, vorzeigt. Zur Herstellung solcher Filme hot uns auf keine sonderliche Gegenliebe stoßen. Wir sehen Deutschlands fürzlich vor Bertretern der Presse eine Reihe derartiger Filme zur Rettung von wo anders herkommen als von der Abstinenz. Ge- Borführung brachte. Obgleich in erster Linie für die Propaganda nehmigen Sie den Ausdruck vorzüglicher Hochachtung, indem ich geschaffen, so ist doch jeder einzelne dieser Filme von hohem Anhoffe, zu anderen Zeiten zu unseres Landes Aufstieg mit Ihnen schauungswert, ganz gleich, ob es sich um Entladeanlagen in Häfen, gemeinsam Schulter an Schulter in der Front stehen zu können, um Bekohlungsanlagen großer Werte oder um eine äußerst flinke denn Sie sind doch hoffentlich nicht auch Pazifist. Mit ergebenstem Schachtelmaschine handelt, die Schachteln für alle möglichen Dinge gez. Freih. v. Biedermann. nicht nur selbst herstellt, sondern sie auch mit dem zuaedachten InGruße verbleibe ich großen Lokomotive spielen sich so vor den Augen ab und erscheinen halt füllt. Der Werdegang des Bleistiftes, die Entstehung einer zusammengefaßter, als es dem Laien- Beschauer möglich wäre, den Betrieb bei einem Rundgang durch das Werk in sich aufzunehmen. hinweggehen wie sie schon manches andere hinter sich gelassen hat. Nun, die Entwicklung wird über diese friegerischen Becher ebenso Deren Isolierung dürfte in kurzer Zeit eine vollständige sein, denn die alkoholfreie Jugenderziehung ist die Borbedingung für jede Zufunft der Jugend überhaupt. SPD. Allgemeine Funktionärversammlung am Freitag, den 19. Mai, abends 6 Uhr in den Germania- Sälen, Chauffeesit. 110 Tagesordnung: ſammenhang mit dem hygieniſchen Geſamtkompler, der Wohnungs: Politik im Berliner Rathause frage, Säuglingsfürsorge usw. steht. Was die Mitarbeit der Lehrer anlangt, so mangelt es da meist an der Vorbildung. Die ent fprechenden Pflichtseminare der Vereinigten Staaten und Frankreichs für ihre Lehramtskandidaten sind hier unbekannt, und die nach Friedensausbruch voll einsetzende Wiederaufnahme der Trintsitten Durch große Teile der Akademiferschaft. der doch die höhere Lehrerschaft entstammt, dürfte allen solchen. Absichten nicht gerade förder= lich sein. Und doch sagt Walter Rathenau mit vollem Recht: ,, Die Tendenz der Enthaltsamkeit umkreist die Erde. Wir sollten uns von ihr nicht ausschließen, denn es gibt fein Kräftegebiet, auf dem wir hinter anderen zurückbleiben dürfen." Die fauf luftigen Nibelungen. Referent Genosse Hugo Heimann Die Vorgänge in der Berliner Stadtverordnetenversammlung nöfigen zu einer entschiedenen Stellungnahme. Es werden deshalb alle Funktionäre zur Teilnahme an der Versammlung aufgefordert. DieStadt- u.Bezittsverordneten find hiermit eingeladen. Mitgliedsbuch und Funktionärausweis legitimiert. Der Bezirksvorstand. Der Prokurist als Detektiv. Auf eine höchst bedenkliche Weise ist das Strafverfahren gegen Auf dem Kongreß nun werden alle Parteien und alle Bünde den Mechaniker Paul 3 ander zustande gekommen, gegen den vertreten sein. Theoretisch sind sich alle einig, es fann aber nicht geleugnet merden, daß Zentrum und Linksparteien weitaus be: gestern die 2. Strafkammer des Landgerichts I unter Borsiz des stimmter und bewußter sich der Sache widmen. Für einen großen Landgerichtsrats Dr. Wezel eine Anflage wegen schwerer UrTeil der den Rechtsparteien nahestehenden Gruppen dürfte es auch kundenfälschung und versuchten Betruges zu verhandeln hatte. für die Beteiligung ausschlagebend gewesen sein, daß zu erwarten Der Angeklagte, der ohne seine Schuld durch Fa ist. daß die Regierung, die iegt im Haushaltausschuß die Ermilienverhältnisse in Rot geraten war, trat eines Tages höhung des dort bestehenden Jugendpflegefonds( gegenwärtig fünf an einen bei der Firma Orenstein u. Koppel beschäftigten Lehrling Millionen im Jahre) fordert, taum Unterstützungen an Verbände heron und machte ihm den Vorschlag, mit Hilfe gefälschter Bestellzu geben gewillt ist, die das Geld vertrinken. Denn leider find, scheine der Firma fich Waren zu erschwindeln und dann zu Geld zumal bei den politisch reaktionär orientierten Studenten und zu machen. Der Lehrling teilte den Fall seinem vorgesetzten BroJugendvereinen, die alten Trinksitten und der Trinfzwang noch furisten mit, der ihm ausdrücklich riet, darauf einzugehen, und ihm immer nicht abgeschafft. fogar, da es der Angeklagte haben wollte, eine Kopie mit seinem, des Prokuristen, Namenszug zwecks Nachahmung und Fälschung aushändigen ließ, die der Lehrling wieder an den Angeklagten gab. Bander fälschte mit Hilfe dieser Vorlage die Bestellzettel und wurde, als er damit bei einer vorher verständigten Firma Rosen erschien, verhaftet. Vor Gericht wies Landgerichtsrat Dr. Wegel auf das höchft Bedenkliche des Tuns des Prokuristen Sand hin, ebenso erflärte Staatsanwaltschaftsrat Dr. Wasmund, daß die Staatsanwaltschaft gegen S. möglicherweise Anflage wegen Anstiftung zur schweren Urfundenfälschung erheben werde. Der telephonisch herbeizitierte Zeuge begründete sein eigen artiges Berhalten damit, daß der Angeklagte dem Lehrling erzählt habe, er habe dieselben Sachen schon bei der Firma Siemens und bei Borsig gemacht, so daß er, Zeuge, also glauben mußte, es handle fich um einen gewerbsmäßigen Schwindler. Deshalb habe er es für feine Pflicht gehalten, dem Beträger das Handwerf zu legen und ihn in dieser Weise zu überführen. Das Gericht erkannte auf 3 Monate Gefängnis unter Anrechnung von 6 Wochen der Untersuchungshaft und gemährte dem Angeflagien auch die be= dingte Begnadigung, da er in Not gehandelt hatte. Man hält dies immer noch für einen Beweis männlicher Tüchtigkeit", und nichts ist bezeichnender für dies Gemisch von Hochmut und Unreise als der folgende Brief, der an einer amtlicher seits mit der Kongreßporarbeit betrauten Stelle als Antwort auf eine Enquête einlief: Die Nibelungen. Jung- Wandervogelbund. Die Bundesführerschaft: J. A.: Dr. Lothar Freih. v. Biedermann. Berlin- Stegliz, Albrechtstr. 33, den 21. April 22. Sehr geehrte Herren! Die Zuschriften in Sachen des Kongresses für alkoholfreie Jugenderziehung haben wir erhalten und haben bisher absichtlich darüber mit unserer Meinung zurückgehalten, weil wir der Ansicht sind, daß unser völliger gegensäglicher Standpunkt zu der Alkoholfrage bei einer Erörterung nur mißverstanden würde.... Da nun aber einmal um unsere Stellung zur Alkoholfrage angefragt wird, 9] Der Ruf durchs Fenster. Roman von Paul Frant. Ihre neunundvierzig Jahre im Zusammenhang mit Ihrem gegenwärtigen Zustand! Benn man weiter in Betracht zieht, wieviel Sie bereits hinter sich haben!" " Ich besige einen breiten Rücken, Doktor! Der hält Tüchtiges aus!" " Der Mensch ist bloß eine Maschine; eine Weile läuft fie - dann gibt es eines Tages einen Knacks Sehr einleuchtend aber ich kann Ihnen darum doch nicht den Gefallen tun... Aber was treiben Sie denn da, lieber Doftor?" Ich schreibe ein Rezept und hoffe, daß Sie fich wenig stens an diese Borschrift halten.. „ Was friege ich denn zu schlucken oder zu gurgeln?" fragte Albert Reuß. Was ist's eigentlich mit meinem Mann?" erkundigte sich Frau Hedwig. Er gibt nicht nach," antwortete der Arzt. Dabei habe ich wirklich nicht zu viel von ihm verlangt. Bloß, daß er sein Gastspiel in Riga absagt!" Das ist doch selbstverständlich," rief Frau Hedwig.„ Ich will sofort zu ihm gehen und Sie unterstügen, Doktor!" Sie verschwand aus dem Zimmer. " Ich fürchte, daß auch diesmal der Erfolg ausbleiben wird." sagte der Arzt. " Frau Reuß hat mich heute morgen von dem bedauerlichen Unwohlsein des Künstlers unterrichtet. Ich eilte natürlich sofort hierher und bin nun glücklich, von Ihnen, Herr Doftor, Genaueres über den Patienten erfahren zu fönnen, an dessen Erkrankung ich mich als der Verfasser des Stückes, bei dessen Proben er sich, wie es scheint, überanstrengt und zu viel zugemutet hat, in hohem Maße schuldig fühle..." sagte der junge Schriftsteller. In dieser Beziehung fönnen Sie sich es ersparen, sich auch nur den leisesten Vorwurf zu machen. Ich weißt nicht, Ich bitte Sie dringend, wenigstens diese Weisungen zu ob Sie irgendwelchen Einfluß auf ihn befizen..." erwiderte erfüllen. Wenn der dumpfe Druck auf den Kopf wiederkehren der Arzt. Ich hoffe es im Interesse unseres Freundes. Bielfollte, was ich für sehr wahrscheinlich halte, nehmen Sie leicht gelingt es dann dem gemeinsamen Bemühen dreier VerChloral. Die Dosierung habe ich angegeben. Zur Verhinde- bündeler, ihn zur Vernunft zu bringen. Albert Reuß hat rung eines Anfalles oder nachdem ein solcher vorüber ist, ver- nämlich keine Ahnung, wie es eigentlich um ihn steht, und ich suchen Sie es mit einem Trional. Ich schärfe Ihnen nochmals habe es ihm natürlich auch nicht gesagt. ausdrücklich ein, daß Sie Ruhe nötig haben, am besten Bettruhe; ich empfehle Ihnen außerdem, wenigstens in nächster Zeit, nicht ohne Begleitung einsame Spaziergänge zu unternehmen." Dr. Jordan erhob sich.„ Und nun will ich mich ins Nebenzimmer begeben und Sie dort erwarten," sagte er. Ich bitte mir nur aus, daß Sie meine Frau nicht beunruhigen!" rief der Schauspieler. Frau Hedwig trat auf Doktor Jordan zu.„ Nun?" fragte fie mit besorgtem Augenaufschlag.„ Wie finden Sie ihn?" „ Alles zureden umsonst, gnädige Frau. Der Starrtopf will nicht gehorchen!" " ,, Es handelt sich, wie mir Frau Hedwig mitgeteilt hat, um eine Art Ohnmacht, die er gestern abend erlitten..." Ungefähr. Aber die gnädige Frau ahnt nicht, daß es schon der zweite Anfall gewesen ist. Der erste hat ihn wenige Stunden vorher in der Garderobe überrumpelf..." Und was hat das plögliche, unerklärliche Auftreten dieser Anfälle zu bedeuten?" Gemeingefährlicher Größenwahn. Gegen den Fabrikanten Franz Pautsch in Grünheide, der, wie seinerzeit berichtet, seinen Pförtner Adam anläßlich eines Streites niedergeschossen hatte, schwebt bekanntlich ein Vers fahren wegen Totschlages. Pautsch, der während der ersten NevoTutionszeit viel Geld verdient hatte, ist Besißer einer schloßartigen Villa mit 20 auf das foftbarfte ausmöblierten Zimmern in Grünheide und befindet sich seit der Eat in Untersuchungshaft. Er hat bei dem Vorfall selbst eine Schußberlegung am Arm bavongetragen, die er aber, wie die auf Totschlag lautende Anflage behauptet, fich felbst beigebracht haben soll, um den Einwand der Notwehr erheben zu können. Der Angeklagte, der seit 1907 in ärztlicher Behandlung steht, leidet nach dem Gutachten der Mediainalräte Dr. Stoermer und Dr. Grünbaum an Größen to a hit. Mit Rücksicht auf diefe Gutachten und die Tatsache, daß sich B. schon vor der Tat sehr eigentümlich benommen babe, ist iegt von Rechtsanwalt, Dr. Puvve der Antrag gestellt worden, den Angeklagten vor dem Termin erst auf seinen Geistes zustand untersuchen zu lassen. Diesem Antrage ist jetzt stattgegeben worden. Brandenburger Unterbezirkstag. H 14 Die Ortsvereine der Unterbezirke Jüterbog 2uden walde, Teltow Beeskow und Nieder- und Ober barnim des Bezirksverbandes Brandenburg hielten am Sonntag im Abgeordnetenhause einen gemeinsamen Unterbezirkstag ab, der außerordentlich stark besucht war. Der Minister für Handel und Gemerbe, Genosse Siering, referierte über: Deutschland und Genua. Sodann unterzog er das zufünftige Steuerprogramm einer eingehenden Kritik und stellte fest, daß die Partei na d wie vor an der Erfassung der Gold- und Sachwerte festhält. Den Haushalt, fo meinte der Redner, werden wir nicht nur in Einnahmen und Ausgaben in Einklang bringen. sondern wir werden sogar noch Ueberschüsse herausholen müssen. Icht stehen wir wieder vor entscheidenden Tagen. Der 31. Mai tann uns neue Schwierigkeiten bringen. Die Sozialdemokratie wird alles tun, was in ihren Kräften steht, um eine Gefahr für die Arbeiterschaft abzuwenden. Pflicht eines jeden Partcigenoffen ist es, angesichts des drohenden llnheils flaren Blick und ruhig Blut zu bewahren. Genosse Siering fchloß mit den Worten: Ihr habt die Pflicht, wenn ihr wieder in die Werkstatt geht, euren Klaffengenossen zu sagen, daß sie nicht abseits stehen dürfen, sondern mit uns für eine beffere Zukunft tämpfen müssen." Stürmischer Beifall lohnte die trefflichen Ausführungen. Von einer Diskussion wurde Abstand genommen. Dem Geschäftsbericht ist zu entnehmen, daß die Partei. organisation, obwohl hier und dort die Kommunisten unsere Organisation berennen, im Aufblühen ist. Einzelne Bezirke arbeiten außerordentlich gut. Die Jugendbewegung macht sehr gute Fortschritte. Am erfreulichsten ist die Frauenbewegung. Die Frauen beginnen einzusehen, daß ihre eigenen und die In. teressen der Kinder wie überhaupt der Familie am ehrlichsten, ein Albert Reuß, den Kopf auf das Rollenheft gesenkt, unwillfürlich einen Schritt zur Seite, so daß nur das äußerste Ende der Stange ihn seitswärts streifte, die ihn sonst unfehlbar voll ge troffen und ihn schwer verletzt hätte. Bir atmeten erleichtert auf. " Dennoch sind die beiden Ohnmachten auf diesen Vorfall zurückzuführen," sagte Dr. Jordan. Albert Reuß leidet näm lich nicht an gewöhnlichen Nerven- oder Schwächezuständen, sondern an einer sogenannten Bewußtseinsstörung, die mon auch als Dämmerzustand zu bezeichnen pflegt... Wahrhaftig!" " Darüber herrscht nicht mehr der geringste 3weifel!" Bären Sie nicht so gütig, mir die Art dieses Leidens näher zu charakterisieren?" " " Gern. Die anfallsweisen Bewußtseinsstörungen pflegen sehr häufig als sogenannte torische Dämmerzustände oder Delirien bei Alkoholikern vorzukommen; davon fann in unserem Fall natürlich nicht die Rede sein, ebenso wenig haben mir es mit einem epileptischen oder hysterischen Dämmerzustand zu tun. Die Kopfverlegung, die Albert Reuß erlitten, das Trauma also, spielt in der Aetiologie der Erkrankung die Rolle der Gelegenheitsurfache." Bimmer. Frau Hedwig betrat, von ihrem Gatten gefolgt, das ,, Ah... Garbislander!" rief der Schauspieler und schüttelte dem jungen Schriftsteller die Hand. sie " Albert..." ließ Frau Hedwig in flehendem Tone sich vernehmen. „ Er läßt sich die Reise nach Riga nicht ausreden," setzte bekümmert hinzu. Nun verlegte Klaus Garbislander sich ebenfalls aufs ,, Nein, nein und dreimal nein!" rief Albert Reuß eigenfinnig. Wenn ihr auch das schönste Komplott geschmiedet Bitten. „ Das Erscheinen der Krankheit darf weder plöglich noch unertlärlich genannt werden. Sie ist die natürliche Folge habt. eines Ereignisses, von dem weder Sie noch Frau Hedwig" Dann fahre ich wenigstens mit dir!" rief Frau Hedwig. Kenntnis befizen, eines Unfalles, der unseren Freund vor" Das wäre noch schöner! Was für ein plöglicher Einfall? einigen Tagen während der Probe zu Ihrem Stück betroffen Bist du schon jemals mit mir gefahren? Du bleibst auch diesIst das nicht schrecklich?" flagte Frau Hedwig. Erlauben hat mal hübsch zu Hause und wartest, bis ich zurückkomme. Am Sie übrigens, Herr Doftor, daß ich Sie mit Herrn Klaus ,, Natürlich weiß ich davon... Sie spielen wahrschein- Ende eifersüchtig?" Garbislander bekannt mache, dem Verfasser des Werwolf"!" lich auf die stürzende Eisenstange an, die ihn am Scheitel ge-" Jawohl, auf Ihre Gesundheit!" sagte Dr. Jordan und Sehr erfreut!" sagte Doktor Jordan und schüttelte die ftreift... Ich befand mich damals gerade im dunklen 3u erhob sich. Er zuckte die Achseln und faßte, wie das seine GeHand des jungen Schriftstellers. Ich muß Sie aufrichtig zu schauerraum... In einer der rückwärtigen Parkettreihen... wohnheit war, mit den Fingerspitzen das schmal verlaufende Ihrem großen Erfolg beglückwünschen. Ich habe nämlich der Da sah ich den Brofpeft und das ihn beschwerende Metall äußerste Ende seines Bollbartes." Ich geb's auf," feufzte er. gestrigen Premiere beigewohnt!" ( Fortseßung folgt.) herabsausen! Das Blut erstarb mir in den Adern. Da tat " 14. Verbandstag der Buchbinder. bringlichsten und erfolgreichsten von der SPD. vertreten werden und rahmt seine Eröffnungsrede ein, so werden die Delegierten mitten schließen sich deshalb in immer steigender Zahl der Partei an. In in die Arbeit geführt. Schönfelder spricht über die Kriegsfolgen, vielen Gemeinden und Städten sind unsere Genossen in der Ver= Kassel, den 16. Mai 1922. über die reaktionären Absichten der Unternehmer und die Sozialiwaltung tätig. Die Organisation hat trotz der letzten Bei- Bei Beginn der heutigen Verhandlungen nahm der Verbandstag sierung des Baugewerbes. Die deutschen Gewerkschaften sind die tragserhöhung um einige Hundert zugenommen. einstimmig eine Entschließung an, die den um die Erhaltung Hoffnung aller Arbeiter. Sie einig und geschlossen zu halten, ist Die Berichterstatter Genossen Drugemüller und Miethke wandten und Verbesserungen ihrer Arbeitsbedingungen in Süddeutsch- die Hauptaufgabe. Daran wollen auch die Zimmerer mitarbeiten. sich mit Entschiedenheit gegen den Einigungsland kämpfenden Metallarbeitern die vollste Sympa-( Lebhafter Beifall.) rummel, der von den Kommunisten zu bestimmten Zweden thie ausspricht und gelobt, für weitestgehende materielle und mora- Als Gäste sind erschienen: Jenssen Kopenhagen, Paepinszeniert und leider von einigen fleinen Orten mitgemacht wird. lische Unterstügung Sorge zu tragen. Der ganze weitere Berhand- low- Hamburg Dom Bauarbeiterverband, ferner ThomasUnsere Organisation hat es nicht nötig, mit diesen Schreihäisen an lungstag wurde ausgefüllt mit der ferneren Aussprache über Frankfurt a. M. vom Dachdeckerverband sowie Gustav Heinke einem Strang zu ziehen. Nach längerer Aussprache über den Ge- den Tätigkeitsbericht des Vorstandes, des Kassierers und von der Sozialpolitischen Abteilung des ADGB. unt Kube vom schäftsbericht wurde nach einem Referat des Genossen Wilhelm der Redaktion. Wesentlich neue Momente wurden nicht vorgebracht. Bundesvorstand des ADGB Krüger der Zusammenschluß der Bezirke zu einem Die meisten Diskussionsredner plädierten für weitgehendste UnterBezirk beschlossen. Dem Bezirksparteitag wurden als Kandidaten stüßung der Bildungsbestrebungen, für tarifliche Regelung des Lehrzum deutschen Barteitag die Genossen Weidezahl und Breuer vor- lingswesens und für energische Bekämpfung der Schäden der Heim- in geschlagen. Die Konferenz verlangte zum Schluß Maßnahmen gegen arbeit. Bemerkenswert war die Diskussionsrede des Delegierten die Auswüchse der Technischen Nothilfe und wandte sich Stephan- Berlin( USP.), der ausführte, daß gegen die Aeußerungen von Kalisti, Cohen, Lindemann u. a. über den Achtstundentag. Echließlich protestierte sie gegen die leberIaffung von staatlichem Gelände in Jüterbog zur Vorbereitung des 3. und 4. Teils des Radaufilms Fridericus Reg". Um 5 Uhr wurde die Tagung mit einem Hoch auf die internationale Sozialdemokratie geschlossen. der Am 31. mai, nachmittags 1 Uhr, findet übrigens eine Sigung besoldeten Magistrats- und Landräte und anderer an der Kommunalpolitif intereffierter Genossen vom Bezirksverband Brandenburg im Abgeordnetenhaus statt. Zur Berhandlung fommt der Entwurf der neuen Stadt- und Landgemeinde ordnung. Die Affäre des Grafen und der Gräfen Schlieffen wegen Anstiftung zum Morde, die feinerzeit so großes Aufiehen erregte, hat noch eine Anklage wegen Beleidigung der Görliger Richter zur Folge gehabt, die in Berlin aur Berhandlung tommen wird. Das auffallend milde Urteil des Görliger Gerichts ist, wie erinnerlich, damals in der Preise lebhaft kritisiert worden. Auch die Zeitschrift Freier Volkswille" hatte den Spruch des Gerichts einer mißbilligenden Besprechung unterzogen, die gegen den verantwortlichen Redakteur der Zeitung die Anflage wegen Richterbeleidigung gezeitigt hat. R- A. Dr. Bönheim, der die Verteidigung übernommen hat, bereitet umfangreiche Beweisanträge vor, die, wenn ihnen stattgegeben wird, eine Wiederaufrollung der ganzen Straffache Schlieffen zur Folge haben würde. Elternbeiratswah!. Auf Antrag des Stuttgarter Delegierten wird eine Süddeutschland beschlossen. Schönfelder teilt mit, daß 200 000 m. Sympathiekundgebung für die Metallarbeiter bereits nach Süddeutschland unterwegs sind. Ein Antrag, die Delegationen, die bei dem Leipziger Verbandstag der Bauarbeiter wird gegen 12 bis 14 Stimmen abgelehnt. waren, besonders die Delegation von Rußland einzuladen, die kommunistische Agitation verwerflich und im höchsten Maße schädlich für die Arbeiterbewegung fei. In äußerst wirkungsvoller Rede sprach Genosse Graß= mann, zweiter Vorsitzender des ADGB., über die Angriffe der Er würdigt den russischen Vertrag von Rapallo als ein glückliches Schönfelder- Hamburg ergänzt ten gebrudt vorliegenden Bericht. Opposition gegen das angebliche Versagen des ADEB., besonders bei Ergebnis von Genua. Was wirtschaftlich tommen wird, läßt sich der Durchführung der 10 Punkte. Er führte im wesentlichen aus: Kritik müsse immer getragen sein von Sachfenntnis und noch gar nicht sagen, sicher ist nur eine Arbeitslosigkeit, wenn auch nur vorübergehend. Alle Reformbestrebungen scheitern an dem non dem guten ehrlichen Willen zu beffern. Politische langsamen Gang der Regierungsmaßnahmen, was sich auch in der Agitationsreden gehörten auf feinen Berbandstag, der nur dazu Facharbeiterfrage zeigt. Die Zimmerer verlangen bei der ll m berufen sei, fruchtbare gewertschaftliche Arbeit im Inter- chulung mindestens eine zweijährige Lehrzeit( Bravo). effe der Arbeiterschaft zu leisten. Subjektiv und objektiv jei es Schönfelder polemisiert dann gegen den Polierbund, der keine Gri unrichtig, daß führende Gewerkschaftler für Verlängerung der Ar- stenzberechtigung habe. Dabei erkenne man durchaus an, daß beitszeit eingetreten seien. Der Vorwurf der Harmonie= duselei mit dem Unternehmertum sei gerade im Hin erstandene" Baugewerksbund" fei lediglich ein umgetaufter Bautie jezige Politik des Bundes freigewerkschaftlich ist. Der in Leipzig blick auf die gegenwärtigen Kämpfe der Arbeiterschaft arbeiterverband. Bom eigentlichen Bund ist nichts übriggeblieben, gegen das Kapital sehr de plaziert. Bei Aufstellung der be- denn die Fabritarbeiter, die Schornsteinfeger, Steinmetzen, Steinfannten 10 Punkte nach dem Kapp- Putsch habe leider die Arbeiter- arbeiter, Holzarbeiter, zum Teil die Maler, lehnen ihn grundschaft selbst versagt. Die Durchsehung der Reichswehr mit politisch fäßlich ab. zuverlässigen republikanischen Personen scheiterte daran, daß fast jeder Gewerkschaftler mit Ausschluß aus seiner Organisation bedroht wurde, der es gewagt habe oder wagen wollte, Mitglied der Reichswehr zu werden. Dann wundere man sich, daß daraus das heutige reaktionäre Gebilde geworden sei. Die 10 Punkte stellten ein feffumriffenes Programm Unsere Entscheidung ist also von großer Bedeutung! Einen weiteren großen Abschnitt seiner Rede widmet Schönfelder der Sozialisierung des Baugewerbes, ebenso der Mitgliederbewegung. Es gibt nur noch etwa 5000 unorgani sierte Zimmerer in Deutschland und weitere 5000, die in der deutschen freigewerkschaftlichen Arbeiterschaft dar, das heute mehr anderen Berbänden sind. Eindringlich ruft Redner die Delegierten dann je von dem ADGB. hochgehalten würde. Man solle auf, sich der Jugend, der Lehrlinge, anzunehmen. Die Gine große öffentliche Wählerver- aber doch auch an die früheren programmatischen Forderungen für Erziehung des Nachwuchses ist Sache der Gewerkschaften.( Lebh. Jammlung findet am Freitag, den 19. Mai, abends 7 Uhr, im die Sozialgesetzgebung benfen. Auch die feien leider nicht mit Beifall.) Dann kommen die Kämpfe zur Erörterung und die LohnPaulsen- Realgymnasium zu Berlin- Stegliz, Arndtstraße, statt. Ge- einem Schlag zu verwirklichen gewesen. Bei der Durchführung bewegungen. Allein das Jahr 1922 hat wieder 296 Streits mit noffe Professor Oestreich spricht über die Bedeutung der der 10 Punkte müsse man doch besonders die Machtverhält 1½ Millionen Mark Unterstützungssumme getoftet. Bir müffen Elternbeiratswahlen. Gegner haben volle Redefreiheit. Einberufer nisse in dem Parlament berücksichtigen. Auf dem Standpunkte wegen der kurzen Spannen, für die heute Löhne festgesetzt werden, Wir ist der Wahlausschuß der SPD., USPD. und KPD. des 12. Bezirks. der Sachwerterfassung stehe auch heute noch der sehr überlegen, ob Streiks noch den früheren Wert haben. Die deutsche Friedensgesellschaft, Ortsgruppe Berlin, veranstaltet ADGB., die Allgemeinheit müffe partizipieren am Eigentum und an fommen ohne sie nicht aus, wir müssen unsere Kräfte messen, sonst gemeinsam mit der Internationalen Frauenliga sür Frieden und Freiheit am den Gewinnen. Den schwierigen außenpolitischen Zuständen hätte verfallen wir. Leichtsinnig wollen wir keine Streits beschließen Freitag, 7 Uhr, im Bürgersaal des Rathauses, Königstraße, einen Bortrags- der Bundesvorstand im Interesse der deutschen Arbeiterschaft öfters wir werden uns von Fall zu Fall vergewissern, wem der Streif abend. Dr. St. k. Bharghara aus Indien spricht über:„ Die Ghandi Rechnung tragen müssen. Er erinnert an das Diftat der Entente nüßt, bis jetzt sind wir damit recht gut gefahren. in bezug auf den Abbau der Zuschüsse zur Verbilligung von Lebens- gestaltung des Arbeitsrechtes, so die Schlichtungsordnung, wobei sich mittel und Rohstoffen. Bewegung". Groß- Berliner Parteinachrichten. Bezirksvorstand. Nächste Sigung des Bezirksvorstandes Sonnabend, Tagesordnung. Deshalb Anwesenheit notwendig. den 20. Mai, abends 6 Uhr, im Sekretariat, Lindenstr. 3. Wichtige Geffentliche Elternverfammlungen: G. Kreis Kreuzberg. Donnerstag, den 18. Mai, 8 Uhr, in ber Schulanla Wrangelfir. 128. Thema: Unsere Schulforderung". Referent Ge noffe Rettor Bose. Freitag, den 19. Mai: 5. Arcis Friedrichshain. 7 Uhr in der 104. Gemeindeschule Olivaer Straße( für folgende Schulen): 85., 104., 159., 284., 265., 272., 243., 267. Thema: Die kommenden Elternbeiratswahlen". 11. Kreis Schöneberg- Friedenau. 7½ Uhr in der Aula des Homuth. Gymnasiums, Samuthstraße. Thema: Die Schule, wie sie ist und wie sie sein soll". Referent Dr. Kerfen. 28. Abt. 7 Uhr in der Schulaula Schönhauser Allee 166a. Thema: ,, Die weltliche Schule". Referent Pfarrer France. Mariendorf. 7½ Uhr in der Aula des Realgymnasiums Kaiserstraße. Thema: Die Bedeutung der Elternbeiratswahlen für die neue Er. ziehung". Referent Genoffe Bose. Grünau. 8 Uhr in der Schule Köpenider Straße. Thema: ,, Die Schule, wie sie ist und wie sie sein soll". Referent Erwin Marquardt. Heute, Donnerstag, den 18. Mai: Graßmann meist im weiteren Verlauf seiner Rede besonders darauf hin, daß von der Opposition immer und immer nur kritit geübt würde, aber niemals die Erfolge des ADGB. den Massen bekannt gemacht würden. Die Arbeitslosigkeit sei mit großem Erfolg bekämpft worden, die Erhaltung der Deutschen Werte jei ebenfalls ein Verdienst des ADGB. Beim Arbeitszeitgefez, Arbeitsgerichtsgesetz und bei der Schlichtungsordnung gelte jeder geplanten Berschlechterung der schärfste Kampf. Beim süddeutschen Metallarbeiterstreit habe Den Schluß des Berichts bilden Ausführungen über die NeuSchönfelder gegen die allzu kompromißlich gesinnten Mitglieder im Reichswirtschaftsrat wendet. Er erhebt Proteft gegen eine Schlich tungsordnung mit einem solchen§ 55. Wir verlassen uns auf gewerkschaftliche Kampfmittel. Der Berichterstatter kommt dann auf das Arbeitszeitgesetz zu sprechen, seine Worte sind ein feierliches Bekenntnis zum Achtstundentag. Die Arbeitsgemeinschaften seien mindestens nicht schlechter, wie die Tarifgemeinschaften. Im Baugewerbe gibt es aber feine Arbeitsgemeinschaften mehr, sie sind tot; man hat sie nur vergessen zu beerdigen.( Heiterfeit.) Deshalb haben die vielen Anträge dagegen feinen 3wed. der ADGB. die deutsche Arbeiterschaft aufgerufen, weil es hier um die Erhaltung der 46stündigen Arbeitszeit gehe. Römer Hamburg erstattet hierauf den Kaffenbericht. Zum Schlusse richtete Graßmann einen dringenden Appell an die ir leben in einer sehr finanzkritischen Zeit. Zusagen, wie das auch Delegierten, alles zu tun, um die Einheitsfront der deutschen nur annähernd werden fann, wäre sehr verwegen. Es gibt keinen Arbeiterschaft herzustellen. Wenn man nicht bald zur Einsicht Maßstab mehr zwischen Einkommen, Baustoffpreisen, Beiträgen tomme, dann könne es wahr werden, daß man nicht mehr eine Ge- usw. Das Vermögen des Verbandes muß man pro Kopf umrechnen. schichte der deutschen Revolution schreibe, sondern einen Nefrolog. Es beträgt dann 103,82 m., früher 91 M. Das ist an sich mehr Unter stürmischem Beifall schloß Graßmann: Genossen, in Wirklichkeit aber viel, viel weniger als früher. Unser Trost ist nehmt Bernunft an, es geht um den Bestand der deutschen nur, daß wir im Bedarfsfalle Extrabeiträge erheben können, wie Arbeiterschaft, es geht um die Errungenschaften der Revolution." wir es zweimal getan haben. Römer begründet einen Antrag, nach Der Verbandstag beschloß gegen die Stimmen der Opposition die dem der Zentralvorstand den Charakter einer Rede Graßmanns in Broschürenform zur Aufklärung juristischen Person erhält. Zum Schluß ersucht er dringend, herauszugeben. alle Beschlüsse daraufhin zu prüfen, wie sie finanziell wirfen. Den Bericht der Redaktion gibt Wollgast Hamburg. Das Blatt soll weiter ausgestaltet werden. Ein Teil des Stoffes foll aus dem„ Zimmerer" herausgenommen und dafür ein Jahrbuch herausgegeben werden. Es besteht die Absicht, eine Jugendbeilage zu schaffen, die monatlich erscheinen soll.( Bravo.) Politische Neutralität haben wir immer geübt, noch mehr, wie es die Anträge wollen, geht wirklich nicht. Zum Schluß fordert Wollgast rege Mitarbeit. 4. Abt. 7% Uhr Vorstandssigung mit fämtlichen Funktionären sowie Eltern- fortab achtfeitig erscheint und mindestens einmal im Monat Begasstraße. beiräten bei Große, Blumenftr. 88. 80. Abt. Schöneberg. Die Genoffinnen treffen sich zur Besichtigung des Er ziehungsheims ,, Lindenhof" mittags 12 Uhr bei Gürlich, Rubens, Ede Jungsozialisten. Gruppe Friedrichshain: 7 Uhr in der Gemeindeschule Straßmannstr. 6, Vortragsabend über Entwicklung des Sozialismus"( von Gruppe Süben: 7 Uhr in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, Bortrag:„ Materialistische Geschichtsauffassung". Referentin Eva Everlin. Gruppe Reukölln: 28 Uhr im Jugendheim Nogatstr. 53, am Bhf. Hermannstraße, Vortrag des Genossen Dr. Rudolf Berger- Berlin: ,, Erinnerungen aus der Vergangenheit als Lehre für die Zukunft". Engels). Frauenveranstaltung: Nach Schlußworten der Berichterstatter und einer Menge perfönlicher Bemerkungen wurde dem Borstand und der Schriffleitung Es sind fast feine Beschwerden gegen den Bimmerer" vorgekommen. gegen wenige Stimmen ein Bertrauensvotum ausgestellt. Beschlossen wurde, daß die Buchbinder 3eitung" je eine Seite der Fachtechnik, der Jugend, der Arbeiterinnenbewegung und der Sozialpolitik widmet. Weiter wurde einstimmig beschlossen, jugendlichen Mitgliedern den Besuch der Bolts hochschule Tinz und den weiblichen Mitgliedern den Besuch der Arbeiterafademie, der Wirtschaftsschulen und sonstigen Ausbildungskursen zum Zwecke der sozialistischen und gewerfschaftlichen Schulung zu ermöglichen. Einstimmig beschloß der Verbandstag: Verbandsmitglieder Ebenso eine scharfe Entschließung gegen den Wucher dürfen weder aktiv noch passiv in der Technischen Nothilfe tätig sein. 109. Abt. Friedrichshagen. 7½ Uhr bei Scholz, Friedrichstr. 81, gemütliches und eine Entschließung gegen die beabsichtigten Verschlechterungen Beisammensein. Morgen, Freitag, den 19. Mai: 7. Kreis Charlottenburg. Die Sigung des Ortsausschusses für Arbeiterwohl. 79. Abt. Schöneberg. Die erweiterte Vorstandssitung muß wegen der alles meinen Funktionärtonferenz ausfallen und findet bestimmt am Montag, 7 Uhr, bei Groß, Gedanstr. 17, statt. B2. Abt. Reutölln. 7½ Uhr Sigung bei Wolff, Raiser- Friedrich-, Ede Rofeggerstraße. Abrechnung. Alle Funktionäre müssen erscheinen. fahrt fällt wegen der Funktionärtonferenz aus. Jugendveranstaltungen. Heute, Donnerstag, den 18. mai: Röpenider Viertel und Reichenberger Biertel: Seute abend Spielen im Treptomer Part, Spielwiese 6. Treffpunkt 7 Uhr Görliger Bhf.( Unfallstation). Neukölln- Nord: Jugendheim Münchener Str. 52, Vortrag: Geschichte der proletarischen Jugendbewegung".. Norben: Jugendheim Gemeindeschule But bufer Str. 3/5, Bortrag: ,, Sozialismus und Christentum". Stralauer Biertel: Jugendheim Gemeindeschule Naglerstr. 8, Bortrag: Gemeinschaftsgeist". Reinidendorf- West: Jugendheim Boltshaus, Scharnweberstraße, Bortrag: Jugendschuß und Jugendrecht". Süden: Jugendheim Gemeindeschule Stallfchreiberstraße, Vortrag: ,, Schönheiten der Mart". H * Am Sonntag findet von 8-12 Uhr für die Spielleiter auf dem Spielplag ber Metallarbeiterjugend ein Uebungsspiel statt. Fahrtgelegenheit bis Baum schulenweg, Uebersetzstelle nach Spreeschloß. Wir bitten die Abteilungsvorsigenden, ihre Spielleiter darauf aufmerksam zu machen. in den Entwürfen eines Arbeitszeitgefezes, Schlichtungsordnung und Arbeitsgerichtsgesetzes. Die Gewerkschaften vereint mit den fozialistischen Parteien werden alle geeigneten Maßnahmen ergreifen, um den Anschlag der Reaktion auf die freie Entfaltung des Proletariats abzuwehren. 3wei Anträge, die den Austritt aus der Arbeitsgemeinschaft perlangten, wurden dem Leipziger Gewerkschaftstongreß zur Beschlußfassung überwiesen, da diese Frage vor allem in Verbindung mit den verwandten Organisationen des graphischen Gewerbes gelöst werden müßte. 22. Verbandstag der Zimmerer. kr. Wernigerode, 15. Mai 1922. Im Hotel Monopol", dem Heim der Wernigeroder Arbeiterschaft, das im festlichen Schmucke prangt, versammelten sich die Vertreter des Verbandes. Ein schöner Harzfrühlingsmorgen grüßt durch die Fenster. Die erste halbe Stunde des Verbandstages gilt der Ehrung der beiden verstorbenen Baumeister des Verbandes, dem Redakteur August Bringmann und dem langjährigen Zentralvorsitzenden Friz Schrader. # Schönfelder Hamburg richtet dann herzliche Begrüßungsmorte an den Verbandstag. Er gibt einen Ueberblick, was geleistet Wetter bis Freitag mittag. Ziemlich warm, bielfach heiter, aber werden muß, eine ungeheure Arbeit erwartet hier tie Abgeordneten veränderlich. An vielen Örten leichte Gewitterregen. 8 AUGAAGANDA BERLIN des Verbandes". Ein wirtschaftliches Bild über die nächste Zukunft Für den Ausschuß erstattet Kube Berlin einen längeren Bericht, der interne Angelegenheiten und Beschwerden berührte. Die Diskussion über die Berichte werden wir noch nachholen. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Berband Volksgesundheit. Donnerstag, den 18. Mai, 28 Uhr, in der Ober. realschule, Niederwallstr. 12, Bortrag des Gen. Hermann Hauptmann über Philosophie der Liebe". Gäfte willkommen. Eintritt frei. Bolfsfürsorge. Allgemeine Funktionärversammlung der Abteilung Süden am Freitag, den 19. Mai 1922, abends 7 Uhr, bei Wollschläger, Abalbertstr. 21. Freitag, den 19. Mai, 7 Uhr, Niederwallstr. 12. Vortrag des Gen. Dr. Alauber Arbeiter- Abstinenten- Band, Ortsgruppe Berlin. Mitgliederversammlung über Sozialisierung des Heilwesens", außerdem wichtige Organisationsangelegenheiten. Gegen rauhe aufgesprungene Haut CREME MOUSON vollkommenstes Hautpflegemittel Arztlich empfohlen Millionenfach bewährt. Putz die Schuh mit Glyzoran ukirol beseitigt schnell, sicher und schmerzlos Hühneraugen Hornhaut. Schwielenu Warzen Jn Apotheken u Drogerien erhältlich. 2112 Billige Preise für hochwertige Kleidung aus Homespun, FischSchlüpfer und Raglans grät und Diagonal- 100000 stoffen. .M. 1600, 1400, 1200 aus prima Stoffen in Schlüpfer und Raglans bester Verarbeitung 180000 ..M. 3000, 2600, 2400, 2220, 2000, 1900 1800, 1050, 1400 ans Cutaway u. Westen wz. Stoff. 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Königgrätzer Str. tägl. 8 Uhr Trianon- Th. Täglich 8 Uhr: Moral von Ludwig Thoma Komödienhaus Burg, Limburg Junkermann, Albers su: ,, Gretchen" Falkenst, Mamelok Gläßner, Roberts. Berliner Th. Folies Caprice 3/48 u. pers. Regie v. 7 30: Madame Flirt Dir. Ant. Herrnfeld U.: Central- Theater Nachtdienst Mädels v. Davos v. A. u. D. Herrnfeld Deutsch Opernhaus ,, Mandelbaums Hochzeitsreise" 6 Uhr: Die Walküre v. A. u. D. Herrnfeld Friedrich- Wilhelmst. Th. & Uhr: Minna von Barghelm Casino- Theater Lothringer Str. 37. Tgl. 7 Intimes Theater Der neue Schlager! 8: Die Peitsche und? Laut doch nicht Der Neffe aus Afrika immer nackt herum Vorher vollständig neuer Teil Klein. Schauspielh. u. a. Singspiel Letzt.Rose 7 Uhr: Der keu- Volkstüml. Preise! sche Lebemann Stg. 3: Tante Bella Lustspielhaus 8 Uhr: Der Werwolf Metropol- Theater 7% Uhr: Bajadere Neuss Operett.- Th. Zelt I. Direktion: 8 Uhr: Lady Chic Richard Welse. 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Schöneberg, Hauptstraße 11 Uhr Mont.22. 5. Sternwarte Treptow 8 U. Di. 23. 5. Urania, Taubenstr. 8 U. Vorverkauf bei A. Wertheim und an der Theaterkasse Busch igi. 74. Sunnt. auch 3 U. Nur noch kurze Zeit! Wunderaffen Kletterhund Die lustige Manegeschan Ueber'n großen Teich Wild- West Rennen zu Grunewald WEN Donnerstag, d. 18. Mai nachm. 3 Uhr Varieté- Spielplan Rauchen gestattet! Kreuzfüchse 500 M. 86,87. MET! Behrenstr. 54 8 Uhr: Internationales VarietéProgramm Theater a. Kotib.Tor Moritzpl. 16 077 Allabdl.712 EliteSänger U. a. ,, Fantasia i. Ratsweinkeller" Der Schipper" Es liegt auf der Hand daß das Köstritzer Schwarzbier aus der Fürstlichen Brauerei Köstritz ein wundertätiger Trank für Gesunde, Kranke und Rekonvaleszenten, für Wöchnerinnen und stillende Mütter sein muss, wenn man berücksichtigt, daß obige Menge besten Gerstenmalzes, rund 3000 Gerstenkörner, dazu gehört, um ein halbes Liter dieses altberühmten Bieres herzustellen. 4000 ärztliche Gutachten und Verordnungen innerhalb Jahresfrist weisen auch auf die ausgezeichnete Wirkung dieses Bieres hin. Köstritzer Schwarzbier soilte deshalb auf keinem Familientisch als tägliches Getränk fehlen. Generalvertreter: Köstritzer Schwarzbier- Bier- Vertriebsgesellschaft m b. H., Berlin N 37, Schönhauser Allee 10/11. Telephon: Norden 987. Hauptniederlage: Otto Starick& Ernst Krüger G. m. b. H., Biergroßhandlung, Berlin NO 18, Landsberger Allee 6/7. Telephon: Königstadt 1666. Spezialausschank: Rager, W9, Linkstraße 38. Telephon: Kurfürst 6154. Reichshallen-Th. 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