Nr. 236 39.Jahrgang Ausgabe A nr. 118 Bezugspreis: Bierteljährl. 105.-M., monatl. 35,-. frei ins Haus, voraus zahlbar. Bost bezug: Monatlich 35,- M., einschl. Zuftellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- u Memelgebiet, sowie Desterreich u. Luxemburg 69,-, für das übrige Ausland 87,- M. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark, England, Esth land, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luxemburg, Desterreich, Schweden, Schweiz, Tschecho- Slowakei und Ungarn. Der„ Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erfcheint wochentäglich zweimal, Sonn tags und Montags einmal Telegramm- Adreffe: Sozialbemotrat Berlin" Morgen- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 1,50 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile toftet 16,- M.- Reklamezeile 80,- M. „ AleineAnzeigen" das fettgedruckte Wort 4, M.( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 3, M. 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Und draußen, von der Mitwelt wie Raubtiere durch Gitter und Zäune getrennt, die deutsche Delegation. Alphabetische Reihenfolge, Deutsche zwischen Belgiern und 19. Mai 1922. Palazzo San Giorgio in Genua. Finnen, friedliche, versöhnliche Reden und Rathenaus ge= fchicktes wirtschaftliches Feuilleton mit jubelndem Händeflatschen begrüßt. Und draußen die Autos der deutschen Delegation mit luftig im Winde flatternden schwarzrotgoldenen Wimpeln, die dem sympathisch aufmerkenden Genueser Gastgeber frei und stolz verkünden: Das ist Deutschland, das ist die deutsche Republik! das ist der Gewinn einer geduldigen, mit schweren Opfern und Das ist der Gewinn von Genua oder, besser gesagt, Schmähungen durch eigene verhette Bolfsgenossen verbundenen Bolitik eines einzigen Jahres, für die die Sozialdemo fratie gern die Verantwortung tragen will, auch wenn Gemua nicht manche hochgeschraubten Erwartungen erfüllt hat. Brüssel, 19. Mai.( WTB.) Die Vertreter der englischen ArNach vierzigtägiger Dauer ist am gestrigen Nachmittage beiterpartei, der franzöfifchen Sozialistenpartei und der belgischen Ardie Konferenz von Genua beendet worden. Mit einem beiterpartei nahmen eine Entschließung an, die bejagt, die Ereignisse Seufzer der Erleichterung werden nicht allein die etlichen zwei- der internationalen Politik zeigten wieder einmal die Europa und tausend Delegierten und Presseberichterstatter, sondern auch die der Welt drohenden Gefahren. Die Verhandlungen zwischen DeutschVölker Europas diese Kunde vernehmen. Sechs Wochen land und der Reparationskommiffion führten zu keinem Ziele. fast ununterbrochener aufregender Zwischenfälle und bligartig Die Rede Poincarés in Bar- le- Duc stellte die Völker unter die wechselnder Situationen find zu viel, selbst für unsere an Drohung neuer militärischer Operationen, deren furchtbare Rüdpolitische Spannungen und Wandlungen nachgerade ge- fchläge niemand vorhersehen könne. Die Genueser Konferenz fei wöhnte Welt. Die letzten drei Wochen glichen einer endlosen auseinandergegangen, ohne daß sie die großen Hoffnungen, die fie Agonie. Doch darf der Konferenz das Zeugnis nicht versagt erwedte, habe erfüllen tönnen. An vielen Zeichen im europäischen werden, daß sie wenigstens in Schönheit zu sterben verstand. und im mittleren Orient erkenne man schon die unmittelbare Die Schlußreden am gestrigen Tage werden das bereits start& riegsgefahr. Auch im Abendlande bestehe dieselbe Gefahr gesunkene Interesse der Deffentlichkeit für dieses Ereignis, das fünftiger Kriege. Die Bertreter der drei Parteien bestätigen den man in feinen Anfängen vielfach als weltgeschichtlich gepriesen festen Willen des Proletariats, das fie vertreten, an der Aufrechthatte, noch für eine Weile neu beleben. erhaltung und Befestigung der engen Zusammenarbeit mitzuwirken, In allen Ländern wird man sich heute und in den nächsten um den Frieden sicherzustellen, der durch die Ränke und TorTagen mit der Frage befassen:" Was hat uns Genua ge- heiten der Regierungen auf das Spiel gefeht ist. Sie wiffen, daß fie bracht?", und man wird diese Frage zumeist und vorwiegend diefes Ziel nur erreichen fönnen, wenn sie eine enge 3 usammennach eng nationalen und parteipolitischen Ge- arbeit zwischen ihren Organisationen herstellen. fichtspunkten beantworten. Um die Beantwortung dieser Bezüglich der Möglichkeit einer militärischen Befehung des Frage werden und wollen auch wir nicht herumfommen. Es Ruhrgebietes erinnern sie an die Entschließungen von Amfterentspricht aber weit mehr dem Gedanken, der die Einberufung dam und Frankfurt. Die wirtschaftliche und moralische Notwendigder Genua- Konferenz inspirierte, wenn man die Frage viel feit von Reparationen bestätigend, erklären sie, daß Artikel 18, AnDoch Reparationsbesprechungen! allgemeiner aufwirft:" Was hat Genua überhaupt ge- bang 11, Teil 8 von Versailles nicht so ausgelegt werden kann, daß Genua, 19. Mai, 10 Uhr abends.( Soz. Parlamentsdienst.) bracht?" Die Konferenz war als.„ internationale wirtschaft- er einer Macht das Recht gibt, Deutschland, selbst, wenn es in Ver- Abschied von Genua, alles rüftet zum Aufbruch. Die Lastkraftfiche Konferenz" gedacht alle amtlichen Drucksachen trugen zug gerät, irgendwelche Santtionen aufzuerlegen. Fest entschlossen, wagen fahren mit dem Gepäck zum Bahnhof. Genua hat zu die Ueberschrift: Conferenza internazionale economica eine Wiederkehr des Krieges zu vermeiden, tönnen fie eine militä- Ehren der abreifenden Delegationen wieder Flaggenschmuck und damit sollte zum Ausdruck gebracht werden, daß es sich rische Sanktion nicht zulassen und verurteilen fie namentlich angelegt. Lloyd George ist mit einem Teil der englischen nicht darum handelte, politische Streitfragen zum Aus- die Methode des gesonderten Borgehens. Sie erklären, daß Delegation bereits nachmittags 4 Uhr abgereist. Der Rest der trag zu bringen, sondern rein wirtschaftliche Probleme der die aus der Ausführung von Verträgen fich ergebenden Schwierig- englischen Delegation wird noch vorbereitende Verhandlungen Gegenwart in internationalem Geiste zu untersuchen und einer feiten gemäß dem heutigen Recht durch ein unparteiisches Schieds- für die Haager Konferenz in Genua führen. von den Grundsägen der Völkersolidarität getragenen Lösung gericht geschlichtet werden müssen. entgegenzuführen. Allein durch Die Abwesenheit Die drei Parteien werden unverzüglich einen Werbefeldzug Ameritas verlor die Konferenz von vornherein den ihr für diese ihre Ideen einleiten und werden, da sie es für unumgängzugedachten wirklichen internationalen Charakter und lich nötig halten, daß das organisierte Proletariat eine strenge Konschrumpfte zu einer rein europäischen Tagung zusammen. trolle über die Arbeiten der Haager Konferenz ausübt, eine ArbeiAndererseits aber sind Politik und Wirtschaft heute weniger terkonferenz im Haag zusammenberufen. denn je voneinander zu trennen und deshalb waren die Be- Eine neue Sigung wird vor dem 26. Juni stattfinden. schlüsse von Cannes, die auf Drängen Poincarés auf dessen Boulogner Zuſammenkunft mit Lloyd George feierlich beReparation oder Nichtstunsentlohnung? auf dem richtigen Wege. Es war eben nur eine Etappe- aber es war eine Etappe ubereiten. Man weiß im Reich, daß über die ReparationsDie deutsche Delegation verläßt Genua Sonnabend vormittag. Sie reist ab mit der Gewißheit äußerster Pflicht erfüllung und in dem Bewußtsein, daß ihr Aufenthalt nicht vergebens gewesen ist. Nach Cannes und dem Auftreten Poincarés fonnte kein Zweifel darüber bestehen, daß die Reparationsfrage in Genua öffentlich nicht besprochen werden würde. Deutschlands Ziel fonnte mur sein, kommenden Reparationsbesprechungen den Boden vorstätigt und sogar verschärft wurden, ein Unding, durch das die frage in Genua mehrfach unter vier Augen ge= Ergebnisse von Genua im voraus zu hoffnungsloser Dürftigkeit haben vom 1. April 1921 bis zum 31. März 1922 auf Grund des daß die Reparationsfrage im ausgiebigsten Maße beCondon, 19. Mai.( Reuter amtlich.) Die Zollbehörden sprochen wurde. Wir glauben vorläufig mitteilen zu dürfen, verurteilt wurden. Aus dem einen wie aus dem anderen Grunde war es also sicher, daß man in Genau nur Stückwerk Gesetzes betreffend Erhebung der deutschen Reparationen 3 680 000 handelt worden ist und daß diese Besprechungen zu einem Erwürde leisten können. Von dem Augenblick an, in dem jede Pfund eingenommen. Davon wurden 11000 Pfund an das Schat- folg führen werden. Es ist sicher: Ohne Genua kein ReichsErörterung der Verträge von Versailles, St. Germain usw., amt bezahlt zur Beftreitung der kosten der britischen Ortu- finanzminister in Paris; ohne Genua noch nicht einmal die ja sogar des Londoner Reparationsultimatums im Namen pationsarmee. Es bleibt danach am 31. März ein Bar- Aussicht auf eine Anleihe. Das und was noch in Aussicht des französischen Nationalen Blocs verboten wurde, da guthaben von 576 000 Pfund Sterling. war es flar, daß die Zusammenkunft der regierenden Staats# steht, ist neben der Initiative des Kanzlers und Dr. Rathenaus der deutschen Erfüllungspolitik zu verdanken, die der männer Europas teine positive Heilung der gegen- in dem Sichkennenlernen oder Sichwiedersehen, in den AusWelt neues Vertrauen eingeflößt hat. wärtigen trostlosen Zustände, feinen wahren wieder sprachen- mehr noch in den privaten, als in den öffentlichen. schweigen, äußerste Zurückhaltung. Nur die können von Die Gegenwart gebietet zurzeit im Reichsinteresse Stillaufbau würde bringen können. Und das gilt für Genua ebenso wie für die Konferenzen der Mißerfolgen der deutschen Delegation reden, die bar jeder VerAber gerade angesichts dieser unglückseligen Voraus- Internationale. Solche Ergebnisse sind weder mit dem Auge, antwortung sind. Reichskanzler Dr. Wirth äußerte mir setzungen, die einen wirklichen Erfolg der Konferenz noch mit der Lupe zu betrachten, sie sind überhaupt unficht- gegenüber heute:„ Gibt es Leute in Deutschland, die innermit mathematischer Sicherheit verhinderten, wäre es völlig bar und zugleich im ursprünglichen ebenso wie im ge- politische Krisen wünschen, dann bitte, mögen sie das verfehlt, von einem totalen Mißerfolg zu sprechen. Wir läufigen Sinne des Wortes: unermeßlich. Und sie wirken sich entzwei schlagen, was mit Mühe aufgebaut wurde." möchten nicht in den Fehler der optimistisch- offiziösen Schön- mit der 3eit um fo machtvoller und segensreicher aus, färberei verfallen, die die meisten gestern gehaltenen Schluß- vorausgefeßt, daß auf allen Seiten ein Mindestmaß von reden auszeichnet, und die Beschlüsse der einzelnen Kommiffio- gutem Willen, gutem Glauben und politischer Klugheit vorReichskanzler Dr. Wirth empfing heute die italienischen nen, die sodann im Plenum mit oder ohne Vorbehalt ein- handen ist. Ohne uns einem unberechtigten Optimismus hin- Pressevertreter in Gegenwart ihrer deutschen Kollegen. In stimmig angenommen wurden, als greifbare Resultate preisen. zugeben, möchten wir aus den Reden des gestrigen Tages die feiner Ansprache streifte der Kanzler u. a. die wichtige VerEinmal sind dies nur wohlgemeinte, vielfach ideale Emp Ueberzeugung schöpfen, daß dieses Mindestmaß bei allen mittlungsaufgabe der italienischen Deffentlichkeit in der Berfehlungen und Richtlinien für die beteiligten Beteiligten von Genua vorhanden ist. Gewiß, es läßt sich gangenheit und wies auf die Vermittlung in der Zukunft hin. Staaten, jedoch ohne daß diese Staaten eine bindende Ber- zwischen den Zeilen des Herrn Barthou manches heraus- In Genua habe sich ein Kampf zwischen zwei Welpflichtung eingehen mußten, diese Beschlüsse durchzuführen. lesen, das ganz anders klingt, als das gesprochene und gedruckte ten abgespielt. Auf der einen Seite die osteuropäische, komOft wäre übrigens eine solche Verpflichtung gerade infolge Wort. Aber wir wissen, daß in den großen Massen des fran- munistisch orientierte Auffassung, auf der anderen die westder Fesseln der bestehenden Friedensdiftate illusorisch. Hierin zöfifchen Volkes- die jüngsten Wahlen bestätigen dies in er- liche, individualistisch orientierte. Wenn eine Brücke zwischen erinnern die Genueser Beschlüsse durch ihre Weltfremdheit freulicher Weise ein Wille zum Frieden und zur Bernunft beiden Auffassungen zustande gekommen sei, so habe das im vielfach an die Resolutionen der Brüsseler Finanzkonferenz fich fiegreich durchsetzt, vor dem selbst ein Poincaré, der große Deutschland habe dazu beigetragen, den Weg des Ausgleichs wesentlichen an der italienischen Deffentlichkeit gelegen. Auch vom Dezember 1920, in denen den Staaten solche schönen Saboteur von Genua, wird zurückweichen müssen. Dinge empfohlen wurden, wie die Einschränkung der Aus- Damit fommen wir aber auch zu der egoistisch formu- 3u ebnen. Die Zukunft gebiete gemeinsame Arbeit Italiens gaben, die Einstellung des Papiergelddruckes und dergleichen lierten Frage nach dem, was uns Genua gebracht hat. Wir und Deutschlands, nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht, sondern lassen von einer Erwähnung und Erörterung des Rapallo auch um den steinigen Weg zum Wiederaufbau gemeinsam zu Unsere Erfahrung auf dem Gebiete der internationalen Vertrages hier einstweilen ab. Eigentlich werden erst ebnen. Im übrigen betonte Wirt, daß ökonomische Fragen fozialistischen Kongresse- und die Konferenz von die kommenden Monate ein abschließendes Urteil darüber ge- nicht mit dem Schwert geregelt werden können, sondern nur Genua erinnerte in mancher Hinsicht durch Aufbau, Auf- statten, igwieweit dieses Ergebnis Genuas für uns einen durch Beratungen verständiger Männer. machung, Arbeitsmethoden und teilung an unsere inter- Gewinn und inwieweit es einen Schaden bedeutet. Erst der nationalen Tagungen!-lehrt uns jedoch, den Wert solcher Verlauf und das Resultat der Haager Konferenz, an der Lloyd George hielt heute nachmittag eine Abschieds. Tagungen nicht nach ihren gedruckten Beschlüssen zu messen. Deutschland bekanntlich nicht teilnehmen soll, wird eine Be- rede auf einem Bankett der italienischen Journalisten zu seinen Die Resolutionen stellen zwar das unmittelbar Greifbare einer antwortung dieser speziellen, allerdings sehr wichtigen Frage Ehren. Erschienen waren auch Facta und Schanzer. Die internationalen Zusammenkunft dar, aber der mirfliche ermöglichen. Für heute wollen wir den Gewinn, den Deutsch- Rede hat faum politische Bedeutung. Desgleichen hielt BarGewinn ist meist und in weit höherem Maße anderswo land aus Genua gezogen hat, an einem einfachen Bergleich thou vor den Bressevertretern eine Rede, in der er scharfe zu suchen: nämlich in der Tatsache der Zusammenkunft, messen: Angriffe gegen die deutsche Delegation richtete, mehr. = die Schlußreden!n Genua. Nach der bereits im Abendblatt wiedergegebenen Rede Dr. Ratheiiaus zum Bericht der Wirtschaftskommission ergriff da» Wort Tschitscherin. (5r beklagte zunächst, daß durch persönliche Entscheidung des Präsidenten der Kommission die lussischen Delegierten von den Be- rr.lungen iiber die Arbeiterfragen ausgeschlossen worden seien, was um ja bedauerlicher und auffälliger sei, als Rußlands ganzes Staats- softem auf der Arbeiterschaft aufgebaut sei. Er bemängelte ferner, daß in dem Beschluß der Kommission nichts gesagt sei über Streik- und B c r e i n s r e ch t.(Streikrecht gibts in Rußland nicht und Vereinsrecht nur für die Kommunisten. Red.) Auch das Konsum- wesen sei aus dem Vertrage ausgeschaltet. Der Achtstundentag müsse das Grundprinzip für die Arbeiterschaft der ganzen Welt sein. Weiter vermißt er jede Berücksichtigung des wichtigen Memoran- dums der Amsterdamer Gewerkschaftsinternatio- n a l e. Der allgemein« Eindruck der russischen Delegation sei, daß es dem Bericht an der nötigen durchgreifenden Kühnheit und Energie fehle, die für den Wiederaufbau der Weltwirtschaft besonders in der Richtung der Arbeiterschaft der Welt unerläßlich seien. Mit diesen Einschränkungen nahm die russische Delegation den Bericht an. Da Tschitscherin in seiner Rede einige persönliche Bemer- kungen über den Präsidenten der Wirtschaftskommission, Colrat, und über die Haltung der Schweizer zum Achtstundentag gemacht hatte, erwiderten Colrat und M o t t a kurz. Hiernach wurden die Beschlüsse der Wirtschaftskommission angenommen. Der Präsident der e r st e n Kommission S ch a n z e r berichtete über die Beschlüsse dieser Kommission bezüglich der Verweisung der Verhandlungen mit den Russen nach dem Haag. Hierzu erklärte der Vertreter Hollands, daß seine Regie- ning sich glücklich schätze, ihre Dienste für die Arbeiten im Haag zur Verfügung stellen zu können. Die Holländer seien seit altersher gewohnt, allen internationalen Arbeiten, die dem Weltfrieden dienten, eine gastliche Stätte zu bereiten. Auf die Frage, ob sie die Vertagung der Beratungen mit Rußland annähmen, antwortete zunächst Tschitscherin, daß die Russen unter Aufrechterhaltung ihrer Vorbehalte die Resolution annähmen. Es folgten Annahmeerklürungen sämtlicher in Betracht kommender Länder. Frankreich und Belgien enthielten sich der Annahme, wollen aber Befolgung empfehlen unter Bezugnahme auf die Canner Reso- lntion. Wie wir bereits in einem Teil unserer Abendausgabe melden konnten, ist bei dieser Abstimmung Deutschland nicht befragt worden.— Es folgte LlopS Georges Schlußreöe: Wir sind jetzt zu dem Ende der bedeutungsvoll st en Ännferenz der Weltgeschichte gelangt. Wir hoben hier nicht nur gutes Wetter gehabt, wir hatten auch Unwetter und Stürme. Aber heute endet alles unter wolkenlosem Himmel. Das ist die Geschichte der Konferenz. Alle Arten von Wetter sind nötig für eine gute Ernte, und die Genueser Ernte ist gut. Wir haben den großen Friedens- pakt, die Berichte und Anempfehlungen der Kommissionen, die wert- volle Ratschläge enthalten, und die, wenn sie befolgt werden, dem erschöpften Europa wieder Kraft und Gesundheit geben werden. Schon allein die Arbeit der dritten Kommission bietet eine aus- reichende Rechtfertigung für die Konferenz. Asterdings ist diese Arbeit durch verschiedene Streitfragen überschattet worden. Es liegt eine wirkliche Gefahr darin, daß man sich mehr auf das Debattiere m einläßt und den vitalen Teil der Arbeit übersieht. Dadurch, daß die Anempfehlungen der Kommission beschlossen wer- den, ist ihre Aufgabe nocki nicht beendet. Als bloße Drucksachen würden sie nur die Papierflut vermehren, in der wir alle e r st i ck e n. Sie müssen durch die Tat in Gold verwandelt werden. Jeder von uns muß bei seiner Heimkehr denen, die die Geschäfte ihres Landes leiten, davon Kenntnis geben und hierdurch die wirtschaftlichen Be- dingunqen in Europa herstellen. Das wirkliche— ich will nicht sagen Interesse—, aber das wirkliche aufregende Moment der Konfe- renz war eine andere Frage, nämlich die Bezfiihungen R u h la n d s zu der übrigen Weit und auch die Lösung, zu der die Welt bereit ist, um dieses verwüstete Land wiederherzustellen und das große Elend seiner Bevölkerung zu heilen. Dieses gefährliche und schwierige Problem ilt umgeben von einem Wall von Vorurteilen und voll von Leidenschaften: aber schon daß diskutiert worden ist, hat den Wert internationaler Konferenzen erwiesen. Hier wird eine Frage, die viele volitische Krisen In verschiedenen Ländern hervorrief, Kriege und Revolutionen in zwei Kontinenten verursacht hat, von der Konferenz in einer Atmosphäre der Ruhe und Höflichkeit Warum! Warum ich nur immer die Fabrik so gehaßt habe? Dieses Ricsenwundcrwerk, durch das die Hirnkre.ft des Menschen sich die gewaltigen Kräfte der Natur unterwirst. Wo die Flammensäulen de» Feuers Frondienste leisten— für den Menschen. Wo der gewaltige Druck des Wassers dienstbar gemacht wurde — für den Menschen. Wo die glutvollen Ströme flüssigen Eisens sich im Formsand in oorgezeichneter Bahn beruhigen— für den Menschen. Wo Maschine neben Maschine steht, Wunderwert neben Wunderwerk, glitzernd und gleißend, klingend und singend, schaffend — für den Menschen. Wo ich selbst an lärmenden Hebeln stand, an sprühenden Wassern, an zischenden Dämpfen— für den Menschen. Für den Menschen? Ja, da war die Quelle meines Höstes. Für den Menschen, für irgendeinen Menschen, aber nicht für mich. Nicht für mich, der ich selber Mensch bin. schassender Mensch bin. Denn ich war ja nicht Mensch, als ich noch schuf in der Fabrik. Als ich noch eins war mit diesem Riesenwerk, auf das ich so stolz bin, weil ich daran bauen durste. Aber ich habe dich gehaßt, du Riesen- Wunderwerk, weil ich nicht Mensch war in deinem Dienst. Weil du nicht für mich schafftest,, obwohl ich meine ganze Kraft dir gab. Nicht für dich schaffte ich, nicht, um dich noch größer zu machen,— o, ich wäre noch stolzer auf dich. Du wärst noch mehr mein Wert, als du es bist. Aber wir schafften beide für einen Menschen, der viel- leicht weniger Mensch ist als ich, der ein Dämon war, ein Tier viel- leicht oder ein Schatten, den nie jemand sah. Nur seine Befehle sah ich, angeschlagen am schwarzen Brett, an den großen Toren. Nie seßr Name darunter, nur eine Drohung: Wer nicht handelt wie befohlen, verliert sein Stecht, hier zu schassen. O, was all die Tausende gaben für dieses Recht! Diese Namen- losen, die keine Menschen mehr waren, nur Hebel unter Hebeln, nur Wasser unter Wassern. Einst fliehendes Walser, das sich der Grenze des Dammes fügt, die der Mensch setzte, weil es die Kraft nicht hat und die Warme, sich zu verflüchtigen und davonzueilen durch die Luft, in den Himmel, in den blauen, glänzenden Himmel hinein. Diese vielen tausend Menschen gaben ihre Freiheit, ihr Glück, ihr Menschscin dafür, sein zu können was sie waren. Nickt Menschen mehr mit warmem, quellendem Blut, sondern kalte, tote Maschinen ohne eigenen Willen. Den Teufel auch, das wollte ich nicht! Mensch wollte ich sein! Herr über dies blitzende, wogende, donnernde Riesenwerk, an das ich mein Herzblut oerschwendete. Meine schäumende Iugendkraft und mein ganzes Freiheitsstreben. Los von der Erde! war mein Ruf. Los von der dampfenden Erde, die sich schwer und klatschend unter dem Pfluge bricht, der langsam seine Furche zieht. Mit dem Dampspflug wollte ich die Erde aufbrechen und mit Maschinen säen, daß der Bauer ruhe und Mensch werde. Und die Arme, die unav- lässig Korn zur Mühle schlepplen, und die, die Brot buken, sollten ruhen. Maschinen gebaut, die ihre Arbeit tun! Alles lallen Maschinen machen. So hieß mein Wille und er war eins mit dem.Willen des Herrn, dessen Name ich niemalt hörte. imtersucht. Welche bessere Rechtfertigung könnte es für Konferenzen feben? Zum erstenmal hat Europa dieser Schwierigkeit ins G e- icht gesehen und ist nicht zurückgewichen..Wir haben beschlossen, damit fortzufahren und das ist die ermutigendste Entscheidung dieser Konferenz. Wir sind nicht soweit gekommen, wie die größten Optimisten erwartet haben, aber weiter, als die Zweifler es hofften oder wünschten. Wir haben einen Monat Zeit, über die hervorgetretenen Schwierigkeiten nachzudenken, bevor wir die Diskussion wieder aufnehmen. Ich hoffe aufrichtig, daß dieser Monat nützlich angewendet wird. Ich will nicht die Streitigkeiten verlängern, aber ich möchte ein warnen- des Wort sagen. Ich weiß nicht, welche Wirkung das russische Memorandum vom 11. Mai in Rußland gehabt hat, ober ich weiß, daß seine Wirkung außerhalb Rußlands verhängnisvoll war. Es hat keine Reaktion gegen den Wunsch nach einer Regelung hervorgerufen, und wenn es das letzte Wort der russischen Regierung sein sollte, so würde ich wirklich an den Aussichten der Haager Be- ratung verzweifeln. Rußland braucht heute Europa und die Welt braucht die Produkte, die Rußland liefern kann. Ohne die Hilfe der Welt kann Rußland sich während einer Generation nicht erholen. Rußland kann Hilfe bekommen, aber freundschaftlich sage i ch: Wenn Rußland Hilfe erhallen will, darf es die Gefühle, oder wollen wir es meintwegen anders nennen— Vorurteile der Welt nicht oerletzen: das erste Borurteil ist, daß wir in West- curopa für gelieferte Waren Bezahlung erwarten; das zweite, daß wir erwarten, daß geliehenes Geld zurückgezahlt wird: das dritte, daß wir jemandem, dem wir bereits Geld geliehen haben und der um weiteres Geld bittet, fragen: Wollen Sie Ihre Schulden bezahlen? Wenn er erwidert:„Nein, es ist mein Grund- satz, nicht zurückzubezahlen", so verbietet es sich für die westliche Denkungsart, diesem Jemand neues Geld zu leihen. Diese Vorurteile sind ein altes Erbteil der Menschheit, das sich nicht ausrotten läßt. Es ist nicht zweckmäßig zu sagen, daß man keine Schulden anerkennt, wenn man Kredit haben will. Es mag ganz einwandfrei sein, ist aber nicht diplomatisch. Europa will und kann helfen, aber Rußland muh den Ehrenkodex anerkennen, der ein jahrhundertealtes Erbteil arbeitsamer und ehrenhafter Menschen ist und das selbst der russische Wirbelsturm nicht ent- wurzeln kann. Ich glaube, die russische Delegation will Frieden und Zusammenarbeit mit Rußland, damit dieses große, mutige und tapfere Volk gerettet wird. Ich sehe die russische Delegation dafür an, daß, wenn sie nach dem Haag kommt, sie nicht in provo- zierender Weise diese Gefühle und Prinzipien, die im Leben Europas fest ihre Wurzeln haben, mit Füßen tritt. In Cannes haben wir das Rettung» feil herabgelassen; wir haben es noch nicht, wie ich gehofft, hochgezogen. Es ist weder gerissen, noch haben wir es losgelassen. Es steht noch da, und wir werden gern alle Elenden und Hungernden, alle Leidenden im Osten Curovas mit all der gesunden Kraft, die die aufgespeicherte Energie uno Leistungsfähig- reit anderer Länder für sie aufbringen kann, dem Leben zurückgeben. Wir haben. einen Friedenspakt unterzeichnet, er ist zwar provi- forisch; wird er nur für Monate Geltung haben? Nein, er ist mehr als das! Wir haben uns zu einem Friedenszustand unter sich be- kriegenden Nationen entschlossen. Wenn das einmal feststeht, so werden die Völker es nicht widerrufen. Wir haben dem Frieden versuchsweise eine Gaststätte an unseren heimischen Herden bereitet, und wenn der Friede sieben Monate an unserem Herdfeuer oerweilt hat, so werden wir ihn nicht wieder aus dem Hause jagen. Die psychologische Wirkung dieses Paktes wird wie ein elek- irischer Strom durch die Völker der Welt laufen. Die Vibrationen des Friedens sind durch die Adern Europas gegangen, und es wird nicht wieder dahin kommen, daß ein Volk gegen das andere die Hand erhebt. Auf dieser Konferenz haben wir nun so Großes erlebt wie das tiefe leidenschaftliche Sehnen, es nicht zu einem Bruche kommen zulassen, keinen Streit heraufbeschwören, sondern alle in Frieden und Freundschaft miteinander leben zu lassen. Der Frieden hat seine sanfte Gewalt über die Menschenherzen wieder errichtet. Wir haben durch den Pakt uns dem Szepter des Friedens in Ehrfurcht gebeugt und dem Frieden gehuldigt.(Stürmischer Beifall.) Sarthous Neüe. Barthou dankte zunächst der italienischen Regierung und fuhr fort: Es war eine Art vertrauensvollen Wagemutes, in die Tages- ordnung der letzten Sitzung das Wort„Schlußreden" zu schreiben, denn man konnte sich fragen, ob es unter diesen Reden nicht solche geben würde, die einen Abbruch bedeuteten. Solche Reden haben Sie nicht gehört, und Sie werden keine einzige hören. Lloyd Georg hat mit Rcch� den Burgfriedenspakt gepriesen, und vielleicht war es das Bewußtsein, daß er auf unserem Wege zu diesem Nur wollt« ich, all« Menschen sollten ruhen, urtd er wollte allein ruhen und die anderen sollten schassen, schassen und schassen für immer flrnngmn Lohn, denn auf der Straße kiesen genug, die chr Menjchsein immer billiger anboten, nur um Brot zu bekommen. Und nach einer Weile machten sie wieder anderen Platz, die um noch geringeren Lohn bereit waren, dem Willen des Herrn zu ge- horchen. Aber das wollte ich nicht länger. Herr wollte ich fem wie er. Ich tat nicht mbhr nach seinem Willen und lacht« fein« Büttel aus, die dem Herr,? sogar ihr« See!« verlausten, um über Taufende von Männern, hungrig und elend wie sie selbst, ungestraft die Peitsche schwingen zu dürfen, wie der Herr sie über ihnen schwang. Da verlor ich das Recht, zu schaffen auf dem Riesenwerk, und litt Hunger. Das war ein Werkust, aber er galt mir nichts, denn ich wurde wieder Mensch. Ein hungriger Mensch zwar, aber ein Mensch. Ein ganzer Mensch. Und mit einem Male wurde mir klar, daß es Vicht das Rissen- werk war. das ich so gehaßt, sondern ein Herr, von dem ich nie den Namen hörte und von dem ich nicht' weiß, ist er«in Mensch, ein Dämon oder«in Tier oder gar«in Schatten, vor dein sich alle fürchten, den aber ein winziger Lichtstrahl auslöscht, daß alle er- kennen: Es war ein Nichts, vor dem wir uns beugten. Und dieser Schotten wird um so mehr ein Nichts sein, als die Menschen die Furcht vor ihm verlieren und dem Lichtschein glauben, der ihn verlöschen macht. Denn Mensch sein ist schöner als satt sein. Noch schöner aber ist Mensch sein und satt sein. Dahin gilt's zu winken. Erich Grisar. Bergung der Schätze der„Lusiiania". Die Bergung der Schätze der untergegangenen„Lusitania" für die ein besonderes Bergungs- schiff ausgerüstet worden ist, wird von den maßgebenden Kreisen be- stimmt erhofft. Das Schiff, das seit 7 Iahren 200 Fuß tief unter Wasser liegt, soll noch große Mengen Metallgeld und Juwelen ent- halten. Wie der Direktor des Schiffsbergungssyndikats, das das Unternehmen in die Wege geleitet hat, erklärte, hofft man Werte von 1 Million Pfund oder noch mehr zu retten. Es werden bei dieser Arbeit ganz neue Apparate verwendet werden, durch die man dos Schiff heben will. Di« Taucharbeiten werben vielleicht länger« Zeit dauern, und die Bergung des Schiffes wird erst in zwei oder drei Sommern gelingen. Die Arbeiten werden mit einer Unterwasser- kamera gefilmt werden. Der Sarg aus Gips. Aus Kassel wirb uns geschrieben: Stadt- rat Berlit hat dem Kasseler Beerdigungsamt einen Borschlag unter- breitet, zum Zwecke der Ersparnis des teuren Holzes, das jetzt für � die Särge bestimmt ist, zur Minderung der ins unermeßlich« steigen- den Beerdigungskosten, di- im Durchschnitt 1000 M. betragen, die Leiche mit einer Eipshülle zu versehen. Zu einer derartigen Hülle ist etwa«in Zentner Gips erforderlich, der heute 70 M. tostet. Das angeregte Perfahren wird von dem Stadtrat als ästhetisch und ethisch einwandfrei bezeichnet. Das Kasseler Be- erdigungsinstitut ist freilich noch nicht schlüssig darüber geworden, was es mit diesem Vorschlag ansangen soll, Pakt kommen würde, was uns verhindert hat, Worte oder Gesten ZA gebrauchen, die als aggressiv hätten erscheinen können. Wir haben unsere Aufgabe erfüllt, aber die gefaßten Beschlüsse würden nicht als Worte sein, wenn die Regierungen nicht die Absicht und den Willen haben, sie zu verwirklichen. Lloyd George hat von der schwierigen und delikaten Frage der Beziehungen Europas zu Ruß- land gesprochen. Ich bin in noch schwierigerer Lage als er. Ich habe mich zu offiziösen und langwierigen Besprechungen mit der russischen Delegation bereitgefunden, um so durch einen Willensakt die Loyolitäl der französischen Regierung festzulegen. Später sind diese Besprechungen unterbrochen worden. Die Stunde ist noch nicht gekomemn, die Verantwortlichkeiten sestzu- stellen.— Barthou erwähnte die schwere Notloge des russischen Volkes und sagte, man dürfe, wenn die Menschen im Elend seien, nicht fragen, von welcher Regierung sie vertreten würden. In einem solchen Falle sei es M e n s ch e n p f l i ch t, zu Hilfe zu eilen. Frankreich habe die großen Dienste nicht vergessen, die die russssche Nation während dreier Jahre der Zivilisation und dem Forlsehritt geleistet habe. Wenn ein Borredner gesagt habe, die Genueser Konferenz bedeute eine Etappe, so sei damit gleichzeitig gesagt, daß man für einige Augen bl icke Halt gemacht habe. � Es komme nur darauf an, daß alle von dem Willen zum Vorwärtsgehen beseelt seien. Barthou fuhr fort: Am Beginn der Sitzung habe ich eine Rede Herrn Rathenaus gehört. Ich bestreite nicht ihre Auf- richtigkeit. Ich habe sogar ihre Feinheit und Klugheit goutiert. Er hat davon gesprochen, daß die öffentliche Meinung demobilisiert wer- den müsse. Er hat damit zweifellos sagen wollen, man müsse aus der öffentlichen Meinung den kriegerischen Geist ausrotten. O, der Außenminister der deutschen Republik mag sich beruhigen. Ich überbringe ihm noch einmal das Wort Frankreichs und erklär« vor den 33 hier vereinigten Staaten, daß Frankreich, welches den Krieg nicht gewollt hat, glühend und leidenschaftlich den F r i e- den will. Europa ist geschädigt worden, aber sein Gleichgewicht und seine Gesundheit werden wieder hergestellt werden, wenn wir alle mithelfen im gleichen Gefühle menschlicher Solidarität, und wenn wir die gleiche Loyalität haben und, um alles zu sagen, wenn wir uns in gleicher Weise die Ordnung, die Achtung vor den Verträgen, das gegebene Wort und die Ehre ange- legen sein lassen, und wenn wir den Frieden wollen. Es folgten dann Schlußworte verschiedener Delegationen, in denen einerseits den in Genua vertretenen Nationen, andererseits der italienischen Regierung und dem italienischen Volte und insbesondere der Stadt Genua der Dank für die in Genua geleistete wichtige Arbeit und die bewiesene Gastfreundschaft ausgesprochen wurden. Es sprachen u. a. für Bulgarien Stambolinsti, für Japan Hayashii. Auch Tschitscherin schloß sich dem Dank an Italien an, bemerkte aber, daß man sich nicht verhehlen könne, daß der Verlauf der Konferenz nicht in allen Punkten dem großen Grundsatz:„Keine Sieger und keine Besiegten", der in der Eröffnungssitzung verkündet worden sei, ent- sprachen hätte. Auch ließe sich nicht ableugnen, daß die p r a t t i- scheu Erfolge der Konferenz nicht ganz den großen Hostnungen entsprochen hätten, welche die große Masse aller Bölker, dt« sich nach dem Frieden sehnen, gehegt habe. Mit Bezug auf die Ausführungen Lloyd Georges über die Kluft zwischen der westlichen und der russi- sehen Auffassung des Eigentumsbegriffs erklärte Tschitscherin, daß diese Ausführungen das russische Volt ebenso wenig be- kehren würden, wie es die weißen Truppen vermocht hätten, die in Rußland verschiedentlich eingefallen seien. Trotzdem aber hielte die russische Delegation an ihrem aufrichtigen Versah- nungswillen fest. Genua sei besonder«, dank der überaus freund- lichen Haltung des italienischen Volkes auch gegenüber den russischen Bertretern trotz alledem eine Etappe auf dem Wege zum wahren Frieden. Nachdem noch B ratio n u für Rumänien ge- sprachen hatte, hielt präfiöent Jacta eine große zusammenfassende Schlußrede, die in den Worten aus- klang: Die geistigen und politischen Nachwirkungen der Konsercnz von Genua auf den Gang der Entwicklung des Lebens der Völker werden sich mehr und mehr bemerkbar machen. Der Geist der Universalität und der europäischen Befriedigung wird die europäische Politik von morgen beherrschen müssen. Mit dem Burgfriedens- pakt, selbst wenn er nur provisorisch und zeitweilig ist, ist aus Genua eine Friedenslosung ergangen, die das Symbol der glühend- sten Regungen unserer Herzen ist und nicht untergehen kann, ehe sie nicht von den europäischen Völkern gehört worden ist. Um 1 Uhr war die Schlußsitzung beendet. Ein deutsch-polnlsches Theater. Durch einen Teil der Press« ging die Meldung, daß das Kattowitzer Stadttheater in polnische Hand übergegangen sei. In dieser Fassung ist die Mel» dung, wie die PPN. hören, unrichtig. Das Kattowitzer Theater ist im städtischen Besitz und wird durch einen Theaterausschuß oer- waltet, in dem Deutsche und Polen vertreten sind. Nunmehr ist be- schlössen worden, daß in Zukunft möglichst im gleichen Umfange sowohl deutsche wie polnische Vorstellungen im Stadttheater in Katto» wig stattsinden sollen. Der Mitarbeiter de» älteren Dumas. Bor der 3. Kammer des Pariser Zailgerichts ist augenblicklich ein Rechtsstreit angängig, der ein großes literarisches Interesse bietet. Eine Frau Rotste, die Nichte des Schriftstellers A u g u st M a q u e t, hat einen Prozeß gegen die Erben Alexanders Dumas des Aelteren angestrengt. Im Jahre 1848 war zwischen Alexander Dumas und dem da» maliaen Geschichtsprofessor Maguet ein Vertrag abgeschlossen worden. auf Grund dessen Maquct, Mitarbeiter, vielleicht sogar Ver- fasser Dumasscher Romane, seine Urheberrechte an Dumas gegen die Verpflichtung zur Zahung einer Summe von 14S OOO Franksabtrat, die aber niemals gezahlt wurde. Zwischen Dumas und Magnet kam es schon 1858 zu einem ersten Prozeß vor dem Seine-Tribunal. Es erging damals bereits eine richterliche Entscheidung,, in der ausdrücklich festgestellt wurde, daß August Maguet der Hauptmitarbeiter Dumas gewesen sei. Die Erben Maguet« fordern jetzt von den Dumasschen Erben die Auszahlung der strittigen Summe. Doch ist die Rechtsfrage insofern schwierig, als zur Zeit des Vcrtragsab- schlusses ein französisches Urheberrecht nur auf zehn Jahr« an- erkannt war. Heuschreckenplage In Spanien. Die Spanier erleben w diesem Frühjahr eine der sieben biblischen Plagen in erschreckender Wirk- lichkeit. Große Teil« Spaniens, besonders Andalusien, La Mancha und Aragon sind von ungeheuren Heuschreckenheeren überflutet, die sich auf die Felder niederlassen und diese vollkommen leer fressen, lo daß nach wenigen Stunden nur noch ein« Wüste übrig bleibt. Die Regierung hat einen oerzweifelten Feldzug gegen diese Plage orgoni. siert, und besonders avird dafür Paraffin oerwendet, für da» der Einfuhrzoll um 50 l�oz. ermäßigt worden ist. Wie furchtbar die Plage ist, bewies kürzlich ein Vorfall in der Provinz Iaen, bei dem ein Eisenbahnzug von den Heuschrecken aufgelmlten wurde. Die Schwärme bedeckten die Schienen in dichten Massen, und infolge der zerquetschten Mengen von Insekten konnten die Räder der Loko- motive sich nicht mehr vorwärts bewegen. Krankheiten, die sich ändern. Beachtenswerte Angaben auf Grund alter Quellen macht Prof. Dr. Kißkalt in der„Zeitschrift für Hygiene und Infektionskrankheiten" über die Sterblichkeitsverhält- nisse in der zweiten Hälft« des 18. Jahrhunderts. Damals vertiefen die Masern bedeutend heftiger als heute, von Diphtherie wird während 31 Jahren überhaupt nicht berichtet. Die Pocken traten viel schwerer auf: rund 17 bis 23 Proz. waren Todcssälle. Die ge- wallsamen Todesfälle sind geringer als heut«, ebenso die Säug- lingesterblichkeit. Wesentlich höher dagegen waren die Todesjäll« M Wochenbett, Der Kampf um die Umlage. Agrarische Schwindelmanöver. Der Kampf um die Sicherstellung der Brotversorgung nimmt Formen an, die sich selbst in cinem brasilianischen Ur wald sehen lassen tönnten. An der Spitze der Agitation gegen eine Getreideumlage steht wie immer die Deutsche Tageszeitung", die ihrem gepreßten Herzen angesichts des Antrages unserer Genossen auf Anfrechterhaltung der Getreideumlage, Sicherstellung der Kartoffellieferungen und Wiedereinführung der Zuckerzwangswirtschaft mit übelsten Schimpfereien und Beleidigungen Luft verschafft. Sachlich ist nur ein Einwand von Wichtigkeit. Die Tageszeitung" behauptet, daß wir furzerhand lügen und verleumden, wenn wir sagen, die Landwirtschaft verlange die Weltmarktpreise. Die unwahrhaftigkeit liegt hier durchaus auf ihrer Seite. Bekanntlich bestimmt bei andauernd überwiegender Nachfrage der höchste Preis den Marktpreis. Da der höchste Preis bei sintender Mart aber immer der Auslondspreis ist, muß er, also der Weltmarktpreis, den deutschen Marktpreis bestimmen. Das weiß jeder Student der Nationalökonomie des ersten Semesters, sogar die Herren von Landbunds Gnaden wissen es. Aber wir fönnen ihnen aus ihrer eigenen Interessenvertretung, nämlich aus den Angaben der Breisberichtsstelle des Deutschen Landwirtschaftsrates, Beweise liefern. Nachstehend sind gegenübergestellt die Weizen- und Roggenpreise in Chicago vom 25. April, 2. und 10. Mai, und in Berlin vom 27. April, 4. und 11. Mai, in Mart pro Tonne, und zwar find für Chicago die jeweils höheren, für Lieferungen auf furze Frist notierten Preise eingesetzt. Weizen Chicago Berlin Regte Aprilivoche 14.501 14 000-14 800 1. Maiwoche. 15 843 14 800-14 900 2. Maiwoche. 14 334 14 300-14400 B 9 Roggen Chicago Berlin 12 016 10 400 12 402 10 760-10 800 11 572 10 500-10 600 Die Differenz zwischen dem Preise von Chicago, in dem Dollarlöhne enthalten sind, und dem in Berlin war bei eizen also immer lächerlich gering, sie verschwand in der zweiten Maiwoche sogar vollkommen. Bei dem als Volksnahrungsmittel wichtigen Roggen war der Preisunterschied in der letzten Woche noch nicht 10 Proz. er erreicht niemals auch nur 20 roz. des amerikanischen Preises. Und das zu einer Zeit, mo infolge der Genueser Berhandlungen tein Mensch der Preisentwicklung des Dol= Iars traute! Die Marktberichte betonen überdies immer ieder den Zusammenhang von Valuta und Getreidepreis. Es bleibt also dabei, daß die Agrarier die Weltmarktpreise wollen. Das ist ja auch der ganze 3wed und Sinn ihres famosen Hilfswerks, nachdem man die Reformpläne des Gen, Braun, der der Landwirtschaft durch Minderung ihrer Produktionskosten helfen wollte, mit Hohn und Spott abgelehnt hat. Daß die Agrarier nach Beseitigung der Umlage mit Weltmarktpreisen rechnen, geht auch daraus hervor, daß ihre Führer unumwunden zugeben, sie würden Schutzölle fordern, wenn durch eine Besserung der Mark die inländischen über die Weltmarktpreise hinausgetrieben würden. halten, fich wegen einer Sonderffeuer zu beflagen, wenn fie nicht Valuta preise für ihre sämtlichen Bodenfrüchte betommen, obwohl sie einen Teil davon jetzt schon zum 80- bis 100fachen Vortriegspreis verkaufen. Es ist also nur maßlose Eigen sucht, die die Agrarier zum Kampf gegen die Umlage veranlaßt. Unsere Genossen in Parlament und Regierung werden ihr entgegen zutreten wissen.. Der Staat im Staate. 300 000 Mart an Beihilfen für soziale und charitative Reichsorgani fationen zum Ersatz der ihnen durch den Verkehr mit den Behörden entstehenden Unkosten zu bewilligen. Der Reichstag fordert weiter unverzügliche Aus. zahlung der Beihilfen für Kleinkapitalrentner sowie Schaffung eine größere Blanmäßigkeit bei der vorbeugenden Heilbehandlung und Förderung von Zweckverbänden der Versicherungsträger, u durchzuführen. Es folgt eine voltsparteiliche Interpellation über die große Not der Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen." Abg. Meier- Zwickau( Soz.): Wie weit das Machtbewußtsein der Agrarier und ihr Wille, sich über alle Boltsinteressen hinwegzusetzen, bereits gediehen ist, Bedauerlich ist die Unflarheit der gesetzlichen Bestimmungen. zeigt folgender Vorfail. Das Statistische Reichsamt hat Manche Kriegsbeschädigten wissen heute noch nicht, welche Rente an die Amts- und Gemeindevorsteher einen Fragebogen zur Auf- ihnen gefehlich zusteht. Wir werden eine Abgabe von den stellung einer Anbau- und Erntestatistik versandt. Ehe diese ant- großen Bermögen fordern, um zur Linderung der Not der worten, befaßt sich der Reichslandbund damit in einer Kriegsbeschädigten die Mittel in die Hand zu bekommen. Bei den Gigung des engeren Borstands. In dem neuesten Heft seiner Mit- Kriegsopfern besteht der Eindruck, als ob das Reichsarbeitsministe teilungen veröffentlicht der Reichslandbund die Aufforderung, die Zuschüsse Unterschiede mache. Wir fordern, daß die Auszahlungen rium in ihrer Behandlung bei der Auszahlung der gefehmäßigen Beantwortung des Fragebogens zurüd zustellen, bis eine beschleunigt werden. Klärung über das Umlageverfahren eingeführt ist! Nach weiteren Rebnern weist Reichsarbeitsminister Dr. Brauns tionäre der gemeindlichen Selbstverwaltung zum Ungehorsam gegen halb bis Bierfache erhöht werden. Hier fordert also der Reichslandbund Staatsbeamte und Funt. darauf hin, daß im Herbst die Teuerungszuschüsse um das DreieinDie Neuregelung der Verdie Reichsbehörde auf. Wir haben also schon einen Landbundstaat forgung sowie der Fürsorge erfordere insgesamt 12½ Millarden. im Staat. Was gedenft der Innenminister gegen die Untergrabung das Dreifache erhöht. Da das Gesetz schematisiert, müssen natürlich Gegen 1920 hat das Reich die Aufwendung für die Kriegsopser um der Staatsgewalt, die hier öffentlich betrieben wird, zu tun? * Ein sinnentstellender Druckfehler hat sich in die Wiedergabe des Antrages der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion über die Maß nahmen zur Sicherung der Boltsernährung eingeschlichen. Es ist dort von flein bürgerlichen" Landwirtschaftsbetrieben die bebe, Rede, während es selbstverständlich klein bäuerlichen" heißen muß. Unsere Leser werden das zwar schon selbst forrigiert haben, aber wir stellen es trotzdem noch richtig, um böswilligen gegnerischen Auslegungen die Spitze abzubrechen. Post- Abonnenten Damit die regelmäßige Zustellung des „ Vorwärts" im nächsten Monat teine unliebfame Unterbrechung erleidet, bitten wir unsere Post- Abonnenten, das Abonnement für Juni bei dem zuständigen Postamt sofort zu bestellen. Vorwärts- Verlag G. m. b. H. Nationalistisches Stinkgas. einzelne Fürsorgemaßnahmen hinzutreten, um die Härben zu befeitigen. Bis Ende März waren nach dem Reichsversorgungsgeseh die Ansprüche von 748 000 Ariegsbeschädigten und 1471 000 Hinterbliebenen festgestellt. Bei gleicher Weiterarbeit werden wir bis mitte Mat für 65 Pro3. der Kriegsbeschädigten und für 70 Broz. der Kriegstyinterbliebenen die Ansprüche festgestellt haben. Die Regierung hat mit lieberlegung fich hauptsächlich auf die Hilfe für die Schwer beschädigten und für die bliebenen beschränkt. erwerbslosen HinterAbg. Meier Zwidau( S03.) ftellt gegenüber der Abg. Frau Ziegler( U. Soz.) feft: Schon in der Nationalversammlung fonnte die Sozialdemofratie nicht alle ihre Wünsche zur Linderung der Not der Kriegsopfer erfüllen, sondern mußte mit der bürgerlichen Mehrheit rechnen. Auch im Reichstag ist die Sozialdemokratia immer auf dem Damm gewesen, um so viel wie nur möglich für die Kriegsopfer herauszuschlagen, vor allem, um schnelle Hilfe zu bringen. Die Abstimmungen werden wegen der schwachen Besetzung des Hauses vertagt. Abg. Bender( S03.) beantragt, für Bildungszwecke der Betriebsräte 3 Millionen Mart auszuwerfen und führt Beschwerde über zu enge Auslegung des Betriebsrätegesehes durch die Reichsbehörden und-betriebe, die den Privatunternehmern mit schlechtem Beispiele vorangingen. Er fordert Revision und größere Klarheit des Betriebsräbegefehes. Die Großbanten wollen die Betriebsräte aus ihren Aufsichtsräten heraus haben. Hier muß der Minister eingreifen. Viele Aktiengesellschaften ändern ihre Sakungen und übertragen die Funktionen des Aufsichtsrates auf den Aufsichtsrats. Dorstand ufm., um die Kontrolle der Betriebsräte fos zu werden. Wenn das so weiter geht, wenn die Betriebsräte um ihre Rechts gebracht werden, kommt es durch die Schuld der Unternehmer zu einer Katastrophe.( Lebh. Beifall b. d. Soz.) Minister Brauns erkennt an, daß das Betriebsrätegesetz verbesserungsbedürftig ift, hofft, daß der Geist bes Gefehes sich allmählich auf beiden Seiten durchsehen werde und teilt mit, daß über die Aufsichtsrats. rechte der Betriebsräte gegebenenfalls eine Novelle fommen Der Antrag Bender wird angenommen. Sonnabend 10 Uhr: Autonomie der Reichsbant werde. Unsinnig ist das Gerede, daß eine Umlage eine Sondersteuer für die Landwirtschaft ist. Die Landwirte fand in München eine große, vom republikanischen Reichsbund einMünchen, 19. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Gestern abend follen ja ihre Selbstfosten und einen angemessenen Gewinn fand in München eine große, vom republikanischen Reichsbund einerhalten. Für sie fann der amerikanische Preis um so tanischen Flagge und die monarchistische Propaganda statt. und Mieteinigungsämter, Ernährungsministerium. berufene Protestversammlung gegen die Schändung der republiweniger maßgebend sein, als den Preisforderungen der deut Genosse Dr. Schüzinger referierte über das Thema„ Wittelsfchen Agrarier feine gleichen Leistungen an das Volksganze bacherlegende und Boltstönigtum". Zum Schluß des Vortrages, gegenüberstehen. Weder zahlen sie Goldlöhne, noch Export der von zahlreichen Gegnern besucht war, entstand der übliche Tumult. preise für Maschinen und Düngemittel, noch Goldsteuern. Das Es brangen Hakenkreuzlergruppen in den Saal ein, warfen Rebelganze Bolt leidet unter der Minderung der Lebenshaltung, und Gasbomben und arbeiteten mit ihren Schlagringen. ohne sich über ,, Sondersteuern" zu beklagen. Hunderttausende Die Versammlung fonnte trotzdem zu Ende geführt werden, nachvon Kleinrentnern, Alterspensionären und Invalidenrentnern find, nicht zuleht durch die Preistreiberei der Agrarier, buch stäblich erpropriiert. Der Arbeiterschaft ist es nie eingefallen, Goldlöhne zu fordern. Den Agrariern aber blieb es vorbeOberammergau 1922. Welch Lärm? Welch Getriebe? Was tut sich begeben? Man zeigt eines Armen Erdenleben. Auf Straßen und Plägen gepußte Frauen. Sie werden ihn heut am Kreuze schauen. Die Autos funkeln, es blizen Karossen Er wandelt barfüßig mit seinen Genossen. ,, Das Essen war gut: Heh, Kellner, die Note!" Er labt die Seinen mit trockenem Brote. Brillanten strahlen im Sonnenglanze. Ein Kriegsknecht sticht ihn mit seiner Lanze. ,, Nicht wahr, man ermüdet bei solchem Spiele? Gehn wir zur nächsten Schlemmerdiele!" " Ein Gruß nach Haus: ,, Er ist prächtig gestorben. Ich habe mir leider den Magen verdorben." Lucian. Neues Voltstheater. Infolge der Erkrankung einer Darstellerin ist für heute eine Spielplanänderung erforderlich. Zur Aufführung gelangt„ Schuster Aiolos". dem die Ruheftörer an die Luft gefeßt waren. Sie zogen darauf zur Redaktion der Münchener Bost" und beschmierten bas Gebäude mit mannhohen Hakenkreuzen. * Großkraftwerk Hannover. Mieberschutz Schluß 9 Uhr. Kommunisten als Helfer der Kapitalisten. tid Schlußstück in dem staatlichen Berforgungsnetz vom Main Der Entwurf für ein Großfraftmert Hannover, das bis Bremen, hat den heftigsten Widerstand kapitalistischer Kreise gegen die staatliche Elektrizitätswirtschaft ausgelöst. Alle tapifalistischen Interessentenfreise liefen Sturm gegen den Entwurf München, 19. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die durch den und fanden dabei die lebhaftefte unterstübung der Kom Eisner- Prozeß neuangefachte nationalistische Heze beginnt ihre munist en unter Führung von Kab. Was sich Kaß im Ausschuß Früchte zu tragen. Alltäglich finden in den Münchener Bierlokalen lebhaftes Kopfschütteln hervor und veranlaßte einen Volksparteiler des preußischen Landtags leistete, rief auch bei den Unabhängigen nationale Demonstrationen unter Abfingen des Deutschlandliedes statt. zu dem Ausspruch:" Der bekämpft die Vorlage ja beffer als wir." Einer Schweizer Musikkapelle bot man vergebens einen Tausendmark- Am Freitag frönten die Kommunisten im preußischen schein und verhöhnte sie, als sie bei ihrer Weigerung blieb. Gestern Landtag diese Tätigkeit. Die Deutschnationalen, die Volkswurde in einer deutschnationalen Versammlung Einspruch erhoben parteiler, die Demokraten und die Kommunisten waren die Gegner gegen die Hiffung der neuen deutschen Fahne in München, die das Symbol des Klassentampfes und des Umfturzes sei und das Gefühl aller echten Deutschen aufs tiefste verlege". Ein„ bayerisches Bolts. blatt" leiftet sich unter Bezug auf den Eisner- Prozeß folgende nied lichen Forderungen: Der Witwe Eisners sei die Pension zu ent ziehen und ihr von Staats wegen ein anderer Name zuzuerkennen. Weiter wird die sofortige Freilassung des Mörders Eisners, des Grafen Arco, verlangt, und allen denen, die sich diesen fam mit Preußen zu errichten, fonnte nicht so ohne weiteres von Forderungen entgegenstellen, gedroht, sie an Laternenpfählen aufzufnüpfen. P Reichstag und Kriegsopfer. ( Schluß aus dem Abendblatt.) Nachdem in der geftrigen Reichstagssigung Abg. OberDie Eröffnung der Großen Kunstausstellung am Lehrter Bahnhof mayer( Soz.) nachdrücklich Unterstüßung der sozialen Baubetriebe findet heute um 11 1hr vormittags statt. Ab 1 Uhr nachmittags ist gefordert hatte, verlangte Abg. Merkel Auskunft von der Regiedie Ausstellung für jedermann zugänglich. Der Besuch des Wiener Männergesangvereins. Die Eintritts.rung über die Verwendung der Ausgleichskonten des Wohnungsabgabengesetzes. farten für das am 22. Mai in der Philharmonie stattfindende Konzert find jaft ausverkauft. Für das Konzert im 300( 24. Mai), das durch seinen vollstümlichen Eintrittspreis( 20 M.) besonders anziehen wird, haben die Wiener u. a. die berühmten Straußschen Walzer An der schönen blauen Donan" und„ Wein, Weib und Gesang" gewählt. Die Große Volksoper Berlin, die ab 1. September täglich im Theater des Westens Oper spielt, bat ihre Stammfißbedingungen heraus gegeben. Sie stehen Monbijouplatz 7 sowie an den Theaterkassen von Wertheim und Invalidendant zur Verfügung. der Vorlage, die die Errichtung eines staatlichen Kraftwertes bei Hannover vorsah. Auch im Zentrum gab es noch einige, die nicht mit der Fraktionsmehrheit für die Vorlage waren. burch die Möglichkeit eröffnet schien, das Wert statt bei Hannover In den legten Tagen erfolgten Angebote an die Regierung, mod bei Helmstedt zu errichten, und zwar auf einer Grube, die in die Hände von Stinnes tam. Dieses Angebot hatte teine Aussicht auf Erfolg. Ein Borschlag der Reichs- Elektrowerke, das Werk gemein der Hand gewiesen werden. Es mußte aber dafür Sorge getragen werden, daß die Regierung das beschlossene Gesetz in der Hand hatte, um wirksam verhandeln zu können. Einer Vereinbarung zwifchen Sozialdemokraten, Zentrum und Boltspartei schlossen sich die Demokraten als absolute Gegner der Errichtung des staatlichen Kraftwerkes nicht an. Die Bereinbarung mill zur Versorgung des Gebietes an der mittleren und unteren Weser mit elektrischem Strom das Staatsministerium ermächtigen, 400 Millionen Mark zu verausgaben zur Gründung einer Aktiengesellschaft ameds Errichtung eines an einem möglichst wirtschaftlich gewählten Orte gelegenen Kraftwerkes, zur Beteiligung an einem solchen oder zum Ausbau bestehender sonstiger Kraftquellen. Bei Errichtung eines Kraftwerkes fönnen das Reich, die in Frage kommenden Länder, Kommunalverbände und andere Unternehmungen beteiligt des Staates und des Reiches durch Aktienbesiz sichergestellt fein." Da außer Staat und Reich die Beteiligung von Kommunal perbänden selbstverständlich erscheint, schien jede genügende Sicher heit für den Staat garantiert. Abg. Hoch( Soz.) fordert, daß das ländliche Siedlungswesen nicht von dem städtischen Siedlungswesen abgetrennt und etwa der Landesverwaltung, fortgenommen wird, um der Reichsverwaltung werden. In jedem Falle muß der überwiegende Einfluß überwiesen zu werden. Minister Dr. Brauns verweist auf die Denkschritf über das Wohnungswesen. An einzelne Interessenten gegen feine Gelder der Ausgleichskonten. Ueber die Verwendung entscheiden die Länder. Angenommen wird ein Antrag Beder- Arnsberg( 3.), der das ländliche Pacht- und Siedlungswesen dem Ministerium für Landwirtschaft überweisen will. 200. Sturmabend. Am Mittwoch, den 24., 73, 16r, findet in der In der Debatte am Freitag vertraten noch einmal alle FratKunstausstellung Der Sturm, Potsdamer Str. 134a, der 200. Sturmabend tionen ihren Standpunkt. Der Kommunist Kat flegelte in der unstatt. Rudolf BIümner wird aus seinem Programm die erfolg reichsten Dichtungen der Expressionisten vortragen, u. a. Auguft Stramm: anständigsten Weise den Genossen Leinert an, wie er überhaupt „ Die Menschheit". Herwarth Walden spielt eigene Kompositionen. Genehmigt wird die Erhöhung des Fonds zur Unterstützung der immer toll wird, wenn er Leinert sieht oder von ihm hört. Die biblische Oper„ Esther" von Albert Mattausch, Tert von E. H. Rentner aus der Invaliden- und Angestelltenversicherung auf Genosse Leinert gab eine vorzügliche Darstellung der Enta Bethge, bat nach der Uraufführung in Kiel, die bekanntlich zu anti- 3,8 Milliarden. Angenommen wird eine Entschließung der Sozial- wicklungsgeschichte der Vorlage und rechnete unter stürmischem Beis femifischen undgebungen geführt hat, am Magdeburger demokraten, wonach bei der Auslegung des Gesezes über Notstands- fall des Hauses mit dem Berleumder Kah ab, der ihm nur einmal Stadt Theater unter musikalischer Leitung von Siegfried Blumau maßnahmen zur Unterstügung dieser Rentner Leistungen, die nur die Hand gedrückt habe, als er nämlich fälschlich annahm, daß Leinert eine überaus erfolgreiche Erstaufführung erfahren. den Zweck haben, die gesetzlichen Renten zu erhöhen, nicht ange- für die Wahl von Raz als befoldeter Senator eingetreten sei! Egon Schieles Gefängniserinnerungen. Egon Schiele, der ver- rechnet werden und wonach wenigstens bei der Herbsttagung ein Bei der Spezialberatung beantragten die Kommunisten namentstorbene Biener Maler, durch dessen frühen Tod die öfterreichische Stunit Gesezentwurf zur Abänderung dieses Gefeßes vorzulegen ist. An liche Abstimmung. Die Unabhängigen, die im Ausschuß für das eine ihrer hoffnungsvollsten Sträfte verlor, hat einmal infolge eines bös Buschüssen zu Notstandsmaßnahmen zur Unterstüßung notleidender Gesez gestimmt hatten, zankten sich über die Art ihrer Abstimmung. artigen Mißgriffs übereifriger Sittlichkeitsapostel 24 Tage in Saft gefeffen. Sleintapitalrentner sah der Etat 200 Millionen vor, die Ein Teil folgte der Kommunistenparole, einige stimmten mit den Die Aufzeichnungen, die Schiele damals in sein Tagebuch schrieb, wird sein der Ausschuß auf 500 Millionen erhöhte. Die Deutschnationalen Sozialdemokraten für den§ 1. Da aber auch bei den anderen Freund Artur Rößler zugleich mit Erinnerungen an den Künstler jegt in beantragten eine Milliarde und lassen ihren Antrag durch eine Gegnern die Reihen abfichtlich gelichtet wurden, ergab Buchform veröffentlichen. Die Gefängnisse von Berdig als Konzertfaal. Die Gefängnisse batte, an der sich die Genoffinnen Frau Schröder und Fischer der Vorlage noch ein paar Tage Zeit haben, ihre Fäden weiter zu Agitationsrede des Abg. Dr. Oberfohren begründen. Nach lebhafter Des fich die Beschlußunfähigkeit des Hauses, so daß die Gegner von Benedig haben nach 300 jährigem Besteben jetzt ihre Bestimmung gemechselt. Man hat eine lünstlerische Bestimmung des Baues vorgeschlagen, Hannover beteiligen, wird dieser Antrag gegen die Stimmen der fpinnen. ein großer Saal für volkstümliche musikalische Aufführungen soll hier ge- Rechtsparteien abgelehnt und die Erhöhung auf 500 Millionen Mark Am Sonnabend wird das Haus den Juftizetat in Arbeit schaffen werden. einstimmig angenommen; desgleichen ein Antrag des Zentrums, Inehmen. Gewerkschaftsbewegung Verschärfung des Metallarbeiterkampfes. Die Berliner Filiale der Turkestaner nimmt sich in ihrer befannten Unverfrorenheit das Recht der Einmischung in jeden größeren Lohnkampf heraus, um den Gewerkschaften ihre schiffbrüchige Tattil aufzudrängen und die bolfchemistische Agitation zu beleben. In der kommunistischen Presse wird jetzt jeden Morgen und Abend ihren Lesern vorgeredet, der Metallarbeiterkampf in Süddeutschland werde verkehrt geführt, die Kampfbafis müsse erweitert werden. Die Kommunisten find infolge ihrer Minderheit in der angenehmen Lage, die Geldfragen großzügig als Bagatellen zu behandeln, das Zahlen und das Kopfzerbrechen darum„ den anderen" zu überlassen und dafür den Mund um so voller zu nehmen. Der Leitung des Metallarbeiterverbandes und damit der Leitung des Kampfes wird fortgesezt vorgeworfen, daß ihre Taktik total verkehrt sei, daß sie von den Dingen nichts verstehe, zu feige sei, die Kampfbafis zu erweitern, furzum alles aufgeboten, was geeignet erscheint, 3wietracht zwischen die Streifenden und Ausgesperrten und ihre Streifleitung zu tragen, diese in jeder Weise zu verdächtigen und ihre Tätigkeit zu erschweren. In der Abwehr dieses Treibens erflärte der 2. Verbandsvorsitzende des Metallarbeiterverbandes, Genosse Eggert, in einer Versammlung in Dresden: Groß- Berliner Parteinachrichten. Bezirksvorstand. As Grundlage für einen Tarifvertrag verbleibt es bet ben Vereinbarungen, die in einer Verhandlung ber Streitparteien am 22. April 1922 als Tarifvorschlag vereinbart waren. Hinzu tommt eine besondere Zulage für Handwerker und Hofmeister." Die Vertreter des Landarbeiterverbandes ftimmten Lindenstr. 3. Bollzähliges Erscheinen ist erforderlich. dem Schiedsspruch zu und beantragten dessen Berbindlichkeit, Ferner gaben die Vertreter des Deutschen Bandarbeiterverbandes olgende zwei Erklärungen zu Protokoll: Heute abend 6 Uhr Sigung des Bezirksvorstandes im Sekretariat, 1. Wir legen den§ 1 so aus, daß an Menge and Art der Deputate nichts geändert wird. Soweit Aenderungen in der Wirtschaft des Arbeitgebers eine Veränderung der Deputatabgabe notwendig machen, muß eine Verhandlung mit der Betriebsvertretung vorher stattfinden und darf die Veränderung keine Verschlechterung des Arbeitsvertrages darstellen. 2. Der Verlängerung der Arbeitszeit für die Monate, Mai und Juni wird lediglich mit Rücksicht auf die anormale Witterung dieses Jahres zugestimmt. Aus diesem Schiedsspruch ist zu erkennen, daß die Meldung der Tel.- Union von einer Niederlage des Deutschen Landarbeiterverbandes( ,, Borwärts" Nr. 233) eine Tendenzmeldung schlimmster Art war. Heute, Sonnabend, den 20. Mai: Charlottenburg- Spandan. Bon 5-6 Uhr im Jugendheim Rosinenstr. 4, furi stische Sprechstunde. 41. und 42. Abt. Elternbeiräte, ab 6 Uhr Handzettel abholen für die Schulen 28, 217, 60, 236, 133 und 149 von Vorbrich, Bergmann, Ede Bärwaldstraße. 102. Abt. Baumschulenweg. 6 Uhr Flugblattverbreitung für die Elternbeiratswahl im Lotal Ebert, Baumschulen-, Ece Ernststraße. Sungsozialisten. Nachmittags 2 Uhr im Vorwärtsgebäude, Lindenstr. 3, Ar beitsausschußigung. Gruppe Brig: 7 Uhr im Jugendheim Chauffee. straße 48, Sprechchorübung zur Eröffnungsfeier der Ausstellung Werk freude". Alte und junge Gäfte zum Mitwirken willkommen. Morgen, Sonntag, den 21. mai: 42. Abt. Treffpunkt zum Ausflug vormittags 8% Uhr im Bärwaldpark. 82. abt. Steglig. Bormittags 10 Uhr bei Thiel, Albrecht, Ede Ringstraße, 45. Abt. Vormittags 9 Uhr Gigung bei Wolff, Forster Str. 44. Sigung aller Vertrauensleute der Schulen sowie sämtlicher aufgestellten Wichtige sozialistischen und kommunistischen Elternbeiratskandidaten. Tagesordnung. Mitgliedsbuch legitimiert. Jungsozialisten. Gruppe Briz: Fahrt nach Tegel, Saveljeen. Treffpunkt 7 Uhr vor dem Rathaus. Gruppe Schöneberg- Friedenau: Fahrt nach Rüders dorf. Treffpunkt pünktlich 6 Uhr Bahnhof Schöneberg. * Beamte u. Ungestellte der Reichs-, Staats- u. Gemeindebehörden 17. Kreis Lichtenberg. Montag, den 22. Mai, 7 Uhr, Kreisgeneralversammlung Man soll aufhören, von dem Unsinn der erweiterten Kampfbafis zu fafeln. Der von vielen Seiten verlangte General- Dienstag, den 23. Mai, abends 7 Uhr, in den„ Sophien- Sälen", streik fann den süddeutschen Metallarbeitern nichts nügen, Sophienstraße 17/18( großer Saal): sondern nur die gesamte Arbeiterbewegung schwächen und aftionsunfähig zu machen.... Dieser Kampf ist ein rein gewerkschaftlicher und darf nur mit rein gewerkschaft= lichen Mitteln ausgefämpft werden.." " Dieser Kampf ist ein rein Große öffentliche Versammlung " Daß der Kampf ein gewerkschaftlicher ist, das wird niemand bestreiten"- schreibt die Rote Fahne". Aber weshalb darf er ,, nur mit gemertschaftlichen Mitteln" ausgefämpft werden?" Politische Abenteurer und Va- Banque- Spieler fönnen diese Fragen allerdings stellen. Nach ihrem Rezept fann der Anschlag der Unternehmer nur zurückgewiesen werden, wenn der Kampf solchen Umfang annimmt, daß er nicht nur die beteiligten Metallindustriellen, sondern den ganzen fapitalistischen Staat in Mitleidenschaft zieht, daß aus dem gewertschaftlichen Kampf ein politischer Kampf wird." Nicht nur einen Generalstreit der Metallarbeiter für ganz Süddeutschland fordert das kommunistische Blatt, sondern einen Solidaritätsstreit der gesamten süddeutschen Arbeiterschaft. Tagesordnung: 1. Die Ursachen der Teuerung und die Beamten. Ref.: Landtagsabg. 2. Freie Anssprache. Ernst Heilmann und Legationsrat Dr. Zechlin. Kommunistische Schwäter. Nach einem Bericht der„ Noten Fahne" vom 16. Mai 1922 sagte der Kommunist He dert über die Mitgliederzahl des Deutschen Landarbeiter- Verbandes: Der Landarbeiter erband ist durch verbrecherische Maßnahmen der Bureaukratie von 750 000 auf 200 000 Mitglieder gefunten. Die Kommunisten müssen dafür sorgen, daß die Hundert tausende, die von der Bureaukratie aus dem Verband getrieben worden sind, nicht der Reaktion zum Opfer fallen." Diese Brandstifterstrategie lehnen die Gemertschaften ab. Sie Die Aeußerung beweist, daß Heckert von dem Mitgliederbestand lassen sich nicht für Zwecke mißbrauchen, die mit ihren gewerkschaft- des Deutschen Landarbeiter- Verbandes ungefähr soviel Ahnung hat, lichen wie mit ihren politischen Interessen nichts gemein haben, wie der Eiel vom Lautenschlagen. Troy der kommunisti fondern den politischen Bedürfnissen der Mosfowiter dienen. schen Wühlereien gegen den Deutschen Landarbeiter- Verband von der beträgt nach der letzten Busammenstellung seine Mitglieder Die erweiterte Kampfbasis" tommt jetzt ohnehin anderen Seite. Die Extreme der Rechts- und der Linksreaktion be- aab1 682000. Wenn auch auf die fommunistischen Schwäßereien fein ernst zu nehmender Mensch mehr Wert legt, fann auch bei rühren sich. WTB. verbreitet folgende Meldung: dieser Gelegenheit erneut die Wertlosigkeit aller kommunistischen Behauptungen erwiesen werden. Berlin, 19. Mai. Nach Anhörung des Berichtes über die jchige Lage in der süddeutschen Metallindustrie hat der Er meiterte Vorstand des Gesamtverbandes deut. scher Metallindustrieller in seiner Sigung vom 19. Mai einstimmig beschlossen, die süddeutschen Verbände mit allen zur Berfügung stehenden Mitteln tatkräftig zu unterstützen. Er hat dem engeren Borstand Vollmacht gegeben, je nach Lage der Sache selbständig vorzugehen." Tarifftreit der Kinovorführer. in der Aula der Schule Marktstr. 11. Die Mitglieder des Kreisvorstandes 1 Stunde vorher. Parteigenossen, sendet Eure Kinder im Alter von 7-14 Jahren zu den Veranstaltungen unserer Kindergruppen jeden Sonntag von 4-6 Uhr auf dem Spielplag Normannenstraße. Treffpunkt 4 Uhr. am Stadtpart, Parkaue Lichtenberg. Jugendveranstaltungen. Heute, Sonnabend, den 20. Mai: Eine Konferenz der Wanderleiter findet heute abend um 7 Uhr im Jugendheim Bindenstr. 3 ftatt. Tagesordnung: Neuwahl des 8entralwanderausschusses. Alle Abteilungen müssen durch die Wanderleiter auf der Konferenz vertreten[ ein. Am Sonntag findet auf dem Spielplah der Metallarbeiterjugend ein Uebungsspielen aller Spiel und Sportleiter statt. Anfang vormittags 8 Uhr. Fahrtgelegenheit bis Baumschulenweg. Uebersehen zum Spreeschloß, halbrechts 500 Meter nahe Ruberklub Vorwärts. Bir bitten die Spiel- und Sportleiter, bestimmit pünktlich zu erscheinen. Friedrichshagen: Wanderung nach Strausberg. Treffpunkt Sonnabend 6 Uhr Bhf. Gesundbrunnen: Treffahrt nach Lehnik. Treffpunkt Sonntag 7 Uhr Bhf. Gesundbrunnen. Hermsdorf: Wanderung nach dem Mechefee. Treffpunkt Sonntag 6 Uhr Jugendheim. Köpenick- Adlershof: Wanderung nach dem Störizsee. Treffpunkt 6 Uhr Bhf. Landsberger Biertel: Wanderung nach den Rüdersdorfer Ralkbergen. Treffpunkt Sonntag 7 Uhr Rüftriner Bl Lantwig: Wanderung nach dem Zeuthener See. Treffpunit ( Normaluhr). Neukölln- Süd: Wanderung nach Königswuster. Norden: Gonntag 6 Uhr Bhf. Lankwiz. hausen Bernsdorfer See. Treffpunkt Sonntag 26 Uhr Reuterplay. Nordosten: Wanderung. Treffpunkt 27 Uhr Alleganderplay. Rosenthal: Wanderung nach dem Mühlenbecker See. TreffRosenthaler Vorstadt: Wanderung nach Fürstenwalde. puntt 7 Uhr Kirchplaz. Treffpunkt Sonnabend 7 Uhr Rosenthaler Plaz. Schöneberg I: Wanderung nach Rüdersdorfer Ralfberge. Treffpunkt 6 Uhr Bhf. Steglig II: Wanderung nach Bernau- Langerönner Mühle. Treffpunkt Sonntag 7 Uhr Bhf. Steglig. Süden: Wanderung Birkenwerder- Lehnigfee. Treffpunkt 6 Uhr Morig play. Südost( Reichenberger Viertel): Rachtwanderung Strausberg- JhlandSüdwesten: fee. Treffpunkt Sonnabend 7 Uhr Schles. Bhf.( Haupteingang). Wanderung durch die Dubrow. Treffpunkt Sonnabend 6 Uhr Blücherplay. Tempelhof: Wanderung Oranienburg. Treffpunkt Sonntag 26 Uhr Bhf. Tempelhof Westen: Wanderung nach dem Krämer Treffpunkt 6 Uhr Bhf. Siehe Abteilung Gesundbrunnen. Bülowstraße. Arbeitersport. Die Freie Zurnerschaft Neukölln- Brig veranstaltet am Sonntag, ben Der Tarifstreit zwischen den Lichtspieltheaterbefizern und den Kinovorführern ist gestern in ein fchärferes Stadium getreten. Beide Parteien hatten die paritätische Tariftommission an gerufen, da die Forderung der Vorführer, die Löhne vom 1. April dieses Jahres ab um 30 Broz. zu erhöhen, abgelehnt worden war. 21. Mai, auf dem Herzbergplag mit ihren 2000 Kindern und JugendAuch in der gestrigen Sizung erklärten die Arbeitgeber, daß die nichen ein Turn, Spiel- und Sportfest. Ein erfreuliches Bild für April erhöhte Inderziffer eine Lohnforderung von 30 Broz. von findlicher Freude am Sport und Spiel wird fich dem Beschauer zeigen. nicht rechtfertige. Die Verhandlungen wurden deshalb ergebnislos Den Abschluß bilden wiederum Massenpyramiden sämtlicher Kinder abgebrochen. Die Kinovorführer wollen nun heute über entsprechende Maßnahmen beraten und es ist damit zu rechnen, daß nächste Woche wird die im Abwehrkampf stehenden Metallarbeiter mit allen zur in vielen Lichtspieltheatern, besonders in den großen Kinos, die Vorführer in den Streit treten. Berfügung stehenden Mitteln tatkräftig unterstützen. Ohne lange Beratungen abzuwarten und ohne damit den zu ständigen Stellen irgendwie vorzugreifen, kann auf diesen Beschluß hier die Antwort gegeben werden, weil es die einzig mögliche und denkbare Antwort zunächst sein karn: die gesamte deutsche Arbeitnehmerschaft * Aus München meldet Ill., daß die Verhandlungen in der bayerischen Metallindustrie im Sozialministerium einen zwar langsamen, aber doch günstigen Verlauf nehmen. leber die Lohnfrage wurde eine Vereinbarung erzielt. Es gelang, die Löhne für alle Arbeitergruppen und Ortsflaffen festzusetzen. Auch über die Qualitätsarbeiterzulagen, die Affordbasis, die Lehrlingsvergütung und die Löhne für jugendliche Arbeiter und Arbeiterinnen wurde eine Vereinbarung erzielt. Damit ist einer der Hauptstreitpunkte beseitigt. Es wird nunmehr über die zweite Hauptfrage, die Arbeitszeit, verhandelt. Man hofft, daß im Laufe de heutigen Tages auch über diesen Punkt eine Einigung zustande tommt." Lohnbewegung der Brauereiarbeiter. Die Brauereiarbeiter haben das durch Schiedsspruch vom 15. April getroffene Lohnabkommen am 22. April mit 14tägiger Frist aufgekündigt. Nach mehrmaligen Verhandlungen mit den Arbeitgebern machten diese folgendes Angebot: 1050 M. für Gelernte, 1045 M. für das gesamte Fahrpersonal und 1040 M. für Ungelernte je Woche; die Löhne für Frauen und Jugendliche sollen entsprechend erhöht und rückwirkend ab 11. Mai gezahlt werden. Eine Funktionärversammlung am 17. Mai nahm dieses Angebot nahezu einstimmig an. SPD.- Gemeinde- und Staatsarbeiter. Obwohl auch wir wünschen, daß es bald zu einer Einigung Montag abend 7 Uhr sind Versammlungen für alle auf tommt, können wir diese Hoffnung noch nicht teilen. Die Einigung dem Boden der SPD. stehenden Gemeinde- und Staatsarbeiter in Bayern würde leicht die Grundlage bilden zu einer allgemeinen mit der Tagesordnung: 1. Warum hat SPD.- Stadtver Einigung, die schließlich auch in diesem Kampfe erfolgen muß. Nicht ordnetenfrattion dem Schiedsspruch zugestimmt? aber um den Preis des Achtstundentages. Der Landarbeiterstreik in Pommern beendet. Der Deutsche Landarbeiterverband hatte beim Reichsarbeitsministerium die Einsetzung eines Sonderschlichtungs. ausschusses zur Regelung der Tarifftreitigkeiten im Kreise Lauenburg beantragt. Das Reichsarbeitsministerium entsprach dem Antrage und beauftragte mit der Durchführung des Schlich tungsverfahrens ben Regierungspräsidenten in Röslin. Dieser berief für den 16. Mai einen Sonderschlichtungsausschus und betraute mit seiner Leitung den Regierungsrat v. Hoffmann. Der Geschäftsführer des Pommerschen Landbundes v. b. Gol lehnte den Schlichtungsausschuß ab aus den Gründen: 1. Die Arbeitgeberbeifizer sind nur Bauern und feine Großgrundbefizer; 2. ber unparteische Vorsitzende hat vor seinem Eintritt in den Verhandlungsraum mit Vertretern des Landarbeiterverbandes gesprochen und ist darum befangen. Der Schlichtungsausschuß wies den Einspruch des Herrn v. d. Golh ab und erklärte sich für zuständig. Nach den Verhandlungen wurde folgender Schiebsspruch verkündet: 2. er zerstört die Einheitsfront der Gemeindearbeiter? In diesen Versammlungen werden SPD.- Stadt. verordnete über die Vorgänge der letzten Wochen in den Stadtverordnetenfigungen sprechen. Es muß dann weiter über die skandalösen Borgänge in unseren letzten Generalvers ammlungen ein deutliches Wort gesprochen werden. Die vereinigte KPD. und USPD., die nur über eine knappe Mehrheit in der Generalversammlung verfügen, haben die SPD. von der Wahl muß pariert werden. Alle auf dem Boden der SPD. stehenden zum Gewerkschaftstongreß ausgeschlossen. Dieser schamlose Streich Kollegen müssen deshalb erscheinen! Der Fraktionsvorstand. Die Bersammlungen sind in folgenden Lokalen: Berlin Norden und Nordwesten: Sachse, Lindower Str. 26( Bahnhof Wedding); Berlin Often: Peters Nachf., Große Frankfurter Str. 41/42; Berlin Süben: Rabe, Fichteftr. 29; Charlottenburg: Holtmann, Sophie- Charlotte- Str. 78; Spandau: Germaniaäle, Am Stresowplay; Schöneberg: Fichte- Realschule, Kolonnenstr. 22; Lichterfelde: Schnabel, Hindenburgdamm 104; Mariendorf: Soch, Chausseestr. 44; Reu tölln: Gohlte, Hermannstr. 199; Treptom: Dettinger, Elfenstr. 100; topenid: Müller, Alter Markt; Lichtenberg: Stöber, Jungstr. 29; Weißenfee: Gampe, Lichtenberger Str. 8; Bantow: Türkisches Belt, Breite Str. 14; ReinickendorfWest: Wittenau, Oranienburger Str.88/ 89. vormittag 9 Uhr im Deutschen Theater, Eingang Schumannstr. 16, BranchenDeutscher Transportarbeiterverband. Technisches Bühnenpersonal: Sonntag versammlung. Bericht von der Lohnverhandlung. und Jugendlichen. Kartell für Sport und Körperpflege, Wilmersdorf- Schmargendorf. Sum Rartellsportfest finden sich die Genossen am Sonntag um 1 Uhr auf dem Raiserpla ein. Die Mitglieder der Typographia" werden gebeten, den Wilmersdorfer Männerchor daselbst bei den öffentlichen Gesangsvorträgen zu unterstügen. Der Festzug marschiert 1½ Uhr ab. Das Programm beginnt um 2½ Uhr auf dem Vereinsturnplah der Freien Turnerschaft" in der Württembergischen Straße mit der Festrede des Genossen Lüdemann. Abends im Bittoria- Garten gemütliches Beisammensein. Verantw. für den redatt. Teil: Franz Klühs. Berlin- Lichterfelde; für Aneigen: h. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. 5., Berlin. Druck: Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Singer u: Co., Berlin, Lindenstr. 3. Hierzu 1 Beilage. DUNLOP Gummibereifung Die Weltmarke bürgt für Qualität! M. SCHULMEISTER MSchulmeister KOTTBUSER TOR Merven Knabe Kledd byber Toy Herrenanzüge v.1575-3500 M. Herrenschlüpfer v.1450-3000 M. 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Durch das Königstor, das frühere Steintor, betreten wir die Stadt. Bernau hat eine reiche Geschichte. Schon 1232 erhielt es Stadtrechte und wurde von Wall und Mauer umgeben. Bekannt ist die glückliche Abwehr der Hussiten von Bernau 1432. Zur Erinnerung hieran wird jährlich am Montag vor Himmelfahrt das Hussitenfest gefeiert. Wir folgen der Wandlizer Chausse, die uns zum Wirtshaus Waldfater am Waldrand bringt. 12 Minuten weiter zweigt rechts der Weg nach Lante ab, auf dem wir in etwa 45 Minuten zu einem Kreuzweg gelangen. Hier wenden wir uns links auf den Weg nach Uehdorf. Der Wald, der bisher vorwiegend aus Kiefern bestand, geht in einen schönen Mischwald über, in dem die Buche vorherrscht. Da die Jahreszeit noch nicht so weit vorgeschritten ist, fönnen wir manchen Vertreter der Pflanzengemeinschaft des Laubwaldbodens noch blühend antreffen. Wir kommen nach le tzdorf, einer kleinen traumverlorenen Siedlung am Ostende des Liepnik fees. Auf dem Südufer der Niederung, die sich an den See anschließt, führt die Chaussee nach Lanke. Bei Kilometerstein 23,3 geht ein schwer erkennbarer Pfad über die Höhe zum„ Komödiengarten", in einem buchenbestandenen Taltessel. Hier ließ der damalige Be= fizer von Lanke, der im Jahre 1828 zum Generalintendanten ernannte Graf Redern, Schauspiele aufführen. Den östlichen Teil der Niederung füllt der Obersee aus, an dessen Ufer die Chaussee entlangführt. Bald haben wir Lante erreicht. Die Herrschaft Lante, Rittergut, Schloß, Parf und die prächtigen Waldungen in der Umgebung, find seit 1913 im Besiz der Stadt Berlin, die sie für über 19% Millionen Mart von dem früheren Besizer, Grafen von Redern erwarb. Durch den Schloßpart geht es zum Hellsee, der in einem schönen, von buchenbestandenen Höhen umgebenen Talgrunde liegt. Wir erreichen die Hellmühle und wandern auf dem Weg nach Ladeburg und Bernau um das Ostende des Hellsees. Nach etwa einer Viertelstunde führt links ein Weg ab, der uns über eine Niederung und an einem kleinen See vorüber zur Langerönnemühle bringt, eine alte Wassermühle, die schon im Karolinischen Landbuch von 1375 erwähnt wird. Wir wenden uns rechts und tommen nach 12 Minuten an einen Kreuzmeg. Hier gehen wir links ab und erreichen bald die von Bodelschwinghsche Arbeiterkolonie Hoffnungstal, die große Gemüse- und Obstpflanzungen besitzt. Gie schließt sich unmittelbar an Rüdnig an. Wir durchwandern das Dorf und haben bald den Bahnhof erreicht. Mit dem Fernzug fahren wir bis Bernau und von hier aus, um Fahrgeld zu sparen, mit dem Vorortzug nach Berlin weiter.( Zeitdauer etwa 6 Stunden.) Der Püttberg. Der Büttberg ist eine von der Natur gefertigte Urkunde über die Geschichte des Aufbaues unserer Heimat, wie wir sie in der Mark Brandenburg nicht wieder finden. Mit den über die Stadtbahn führenden Zügen nach Ertner fahren wir bis Wilhelmshagen. Bom Bahnhof wandern wir rechts, in der Nähe der Bahn, bis zum Waldbeginn, wo ein Bergrücken aufragt, es ist der Püttberg. Auf seinem Kamm wird die Wanderung fortgesetzt. Der Püttberg ist eine Düne; er erhebt sich 29 Meter über die Talfläche, in der er liegt, und bildet damit die höchste Düne der Mark. Bei der Kammwanderung sehen mir, daß der rechte, nach Nordwest gerichtete Abhang viel sanfter abfällt als der linte füdöft liche. Messungen haben ergeben, daß der Flachhang eine Neigung von 5-7 Grad und nach dem Kamm zu von 8-10 Grad hat, der Steilhang dagegen eine solche bis zu 22 Grad. Da der Flachhang einer Düne immer auf der Luvseite des Windes( die ihm zugefehrte Seite) liegt, der Steilhang jedoch auf der Leefeite( die vom Winde abgefehrte Seite), fo erzählt uns die Düne des Büttbergs, daß sie von Winden aus westlicher Richtung aufgeweht wurde. Westlich von ihr find im Walde Mulden gefunden worden, von denen man annimmt, daß sie die ausgeblafenen Stellen bilden, aus denen der Wind den Sand für die Düne herausgeweht hat. Dünen entstehen nur, wenn der Wind mit losem Sande sein Spiel treiben kann. Also müssen 11] Der Ruf durchs Fenster. Roman von Paul Frant. Sonnabend, den 26. Mai 1922 Der„ Bekannte" vom Wohnungsamt. Wie man zu einer Wohnung kommt. unsere Binnendünen, zu denen der Püttberg ebenfalls gehört, in Mit einer wenig erbaulichen Geschichte aus einem Wohnangsfeinen Pflanzenwuchs trug, am Ende der Eiszeit. Jezt sind diese schäftigen. Wegen Beste chung hatten sich der Leiter der einer Zeit entstanden sein, als die Erdoberfläche dieser Gegend noch amt hatte sich gestern die 7. Straffammer des Landgerichts I zu beDünen als solche tot, denn die Pflanzendecke verhindert ein Weiter- Tauschabteilung der 2. Wohnungsinspektion, Johannes Matthäs, wandern des Sandes. Auch der Büttberg ist bewaldet; Kiefern und und der Inhaber eines Pensionats, Wilhelm Wiese, zu verantBirken, diese Kinder des Sandbodens, bededen den Kamm und die worten. Zwei Fälle standen zur Verhandlung: Hänge, dazwischen stehen Wacholderbüsche. Von manchen Stellen des Rammes haben wir prächtige Ausblicke auf Wilhelmshagen, Erfner, Rahnsdorf und viele andere Siedlungen. Dieses hervorragende Naturdenkmal, dieses einzigschöne Gebiet für erholungsbedürftige Großstädter wird vielleicht in furzer Zeit nicht mehr sein. Schnöder Gewinnfucht soll es geopfert werden. Man will den Wald niederschlagen und das Gelände parzellieren. Hoffentlich gelingt es noch in letter Stunde, diesen Raub am Gut der Allgemeinheit zu verhindern. Der Büttberg wird durch eine Sente vom Schonungsberg getrennt, der ebenfalls dem von Woltersdorf bis Rahnsdorf sich erstreckenden Dünenzug angehört, jedoch nicht so hoch ist wie der Bütt berg. Auf dem die Senke durchziehenden Weg tommen wir nach links an die Chaussee, der wir rechts nach Rahnsdorfer Mühle folgen. Am Ufer des lieblichen Mühlenfließes wandern mir zum Bahnhof Rahnsdorf und treten von hier die Heimfahrt an. ( Beitbauer etwa 3 Stunden.) * Wie wird das Sonntagswetter? .N. NW NO SW S LAMMA GU SO مسسسة Regen und Veränderlich Schön Wind Gewitter 302020 320 1010 100- 0 10 wollte gern eine größere Wohnung zum Betriebe eines Pensionats Wiese, der im Sommer 1920 eine fleine Wohnung innehatte, erhalten und wandte sich deshalb an den ihm bekannten Matthäs. Diefer half ihm auch sehr schnell zur Erfüllung seines Wunsches. Die Sache flappte aber nicht ganz und ein Zeuge führte bei dieser Gelegenheit seinem Geschäftsfreund gegenüber an: 2 ch, ich habe einen Bekannten Matthäs, der im Wohnungsamt eine einflußreiche Stelle innehat. Dieser hat f. 3. Don mir 2000 m. erhalten, und ich habe dann sehr bald die gewünschte Wohnung erhalten." In einem zweiten Falle handelt es sich um folgenden Tatbestand: Ein Generalagent Golle hatte eine Kundin, die schon lange eine Wohnung suchte, aber keine fand, obgleich sie schon jahrelang eingetragen war. Der Beuge Golle nahm sich der Sache der Frau an und ging für sie fast jeden Tag auf das Wohnungsamt. Eines Tages traf Matthäs im Wohnungsamt auf den Zeugen, dem er zuflüsterte:„ Kommen Sie doch zu mir in meine Wohnung, ich fann Ihnen Fingerzeige geben, wie Sie zu einer Wohnung tommen fönnen." Der Beuge achtete aber nicht weiter darauf. Als aber bei einem weiteren Besuch der Zeuge auf dem Wohnungsamt wieder eine solche Anregung Don Matthäs erhielt, suchte er ihn wirklich in dessen Wohnung auf. Hier legte ihm Matthäs nahe, daß er durch ihn hinten herum" eine Wohnung erhalten könne, daß dies aber 10 000 m. tosten würde und 4000 M. Anzahlung zu treuen Händen" gezahlt werden müßten. Der Zeuge hat eine solche Schiebung entrüftet abgelehnt. Beide Angeklagte bestritten entschieden die Angaben der Belastungszeugen. Staatsanwalt Berlin hielt beide Fälle für erwiesen und das Bergehen des Matthäs für besonders strafbar, da er das in ihn gesetzte Vertrauen in schamloser Weise gemißbraucht habe. Wenn in dieser Weise Wohnungen hinten herum verschoben werden, während Tausende anständiger Bürger, Flüchtlinge usw. jahraus jahrein vergebens auf eine Wohnung warten und ganze Familien oft in einem Zimmer hausen müssen, so sei das in weiten Kreisen Derbreitete Mißtrauen gegen die Wohnungsämter erklärlich. Der Staatsanwalt beantragte gegen Matthäs 1 Jahr Gefängnis und 20 000 m. Geldstrafe, gegen Wiese 1000 M. Geldstrafe. Das Gericht hielt den Wieseschen Fall noch der weiteren Aufflärung bedürftig und die Ladung weiterer Zeugen für notwendig. Matthäs wurde in dem zweiten Falle der Anklage zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt. Die Mörderin ihres Mannes. In den letzten Tagen wurde Deutschland von mehreren kleinen In seiner Wohnung Wagnerstr. 61 in Lichtenberg verstarb am Teilen eines umfangreichen Tiefdruckgebietes durchzogen, dessen 1. April d. I. der 30 Jahre alte Möbelpolierer Wilhelm Klein unter Mitte zwischen Schottland, Island und dem europäischen Nordmeer Bergiftungserscheinungen. Man glaubte zunächst an eine Methyllag. Bei ihrem Vorübergange fanden in allen Gegenden wieder- vergiftung, bis sich umlaufende Gerüchte immer mehr zu der beholte Regenfälle statt, die besonders östlich der Elbe und in stimmten Annahme verdichteten, daß die eigene Frau des K., die Bayern ziemlich ergiebig und an vielen Orten von Gewittern be- 23 Jahre alte Ella Klein, ihren Mann mit Arsenik beseitigt habe. gleitet waren Darauf erhoben sich frische westliche Winde und riefen nachdem die Temperaturen am Dienstag und Mittwoch nunmehr wurden Teile aus Darm, Leber und Gehirn nachmittag in einem großen Teile des Binnenlandes 25 Grad Celsius des Toten entnommen und in allen Zeilen durch eine genaue überschritten hatten, wieder eine merkliche Abkühlung hervor. chemische Untersuchung das Vorhandensein von Arsenik Zwischen Donnerstag und Freitag früh ist von Süden her ein tatsächlich festgestellt. Auf Veranlassung der Staatsdeutschland vorgedrungen und hat beinahe das ganze westeuro- die Berhaftung der jungen Frau. Sie wurde nach dem 117. Polizei Hochdruckgebiet nach Frankreich, der Schweiz und Südwest- anwaltschaft erfolgte gestern unter diesen erdrückenden Umständen päische Festland in seinen Bereich mit aufgenommen. Hier sind daher die Niederschläge seltener geworden und für Sonnabend revier in Lichtenberg gebracht und hier einem eingehenden Verhör und Sonntag dürfen wir mit großer Wahrscheinlich- durch den Kriminalinspektor Baumann unterzogen. Zunächst leugkeit trockenes, überwiegend heiteres Wetter er- nete sie hartnädig jede Schuld. Schließlich verwickelte sie sich aber warten. Dabel wird sich der Wind, voraussichtlich derart in Widersprüche, daß sie zusammenbrach. Als ihr nun noch unter Abnahme, nach Südwest oder Süden zurück- die sehr belastende Korrespondenz mit ihrer drehen und die Temperatur neuerdings etwas höher Freundin, die man bei dieser gefunden hatte, vorgehalten steigen. Da sich jedoch das nördliche Tiefdruckgebiet noch ziemlich weit nach Südwesten hin zu er- wurde, bequemte sie sich zu einem umfassenden Geständnis. Sie gab strecken scheint, so können wir immer noch mit der an, sich das Gift unter der Hand beschafft und es ihrem Manne in Ausbildung neuer Teiltiefe an seiner Südseite Quetschkartoffeln verabreicht zu haben. Ein Liebesverhält. rechnen, die uns wieder vorübergehend Trübung und nis mit ihrer Freundin hatte sie ihres Mannes überbrüssig etwas Regen bringen würden. gemacht. Warum find Sie denn nachher nicht in meine Garderobe| leisten. Denn ich kann leider, so gern ich auch wollte, nicht mit gekommen?" Ihnen fahren. Ich hoffe, daß Sie mich nicht undankbar nennen " Ich wollte nicht stören! Aus feinem anderen Grund. werden!" Den alten Ludwig habe ich abgewartet und ihn nach Ihrem Wohlfein gefragt. Der aber erteilte mir eine zufriedenstellende Auskunft. „ Ich will Ihnen darauf vor allem erwidern, daß die Schulweisheit diesbezüglich im allgemeinen gern unterschätzt " Der Wahrheit entsprechend; ich darf wohl sagen, daß es wird. Diese weiß vielmehr öfter und genauer Bescheid über mir ausgezeichnet geht. Da hat sich der gute Doftor Jordan jene Dinge, von denen allerdings nur die nichtwissenschaftliche wieder einmal ausgiebig blamiert. Er scheint das auch zu Literatur eine unvollkommene oder traumhafte Borstellung ahnen, da er sich nicht blicken läßt. Was der alles von mir besitzt. Nehmen wir doch gleich Ihr Schauspiel" Der Ber- veríangt hat! Am liebsten hätte er mich in ein Sanatorium wolf" als taugliches und naheliegendes Beispiel, wobei ich gesteckt, und daß ich mein Rigaer Gastspiel absage, hat er Gewicht darauf lege, Ihnen, unabhängig von der Schluß ebenfalls fategorisch gefordert, so daß ich wirklich ein menig folgerung, die ich im Verlauf ziehen möchte, zu versichern, daß ängstlich geworden bin. Dazu das Gejammer meiner Frau! ich mich dabei ganz ausgezeichnet unterhalten habe. Ich be- Statt dessen habe ich eine ausgezeichnete Nacht verbracht wundere die Phantasie des Autors, den Scharfsinn, der gleich- und auch die läftigen Kopfschmerzen sind verschwunden, wie zeitig am Werf gewesen ist, muß aber als Mann der vielver- weggeblasen. Dabei hätte ich dem guten Doktor so gern die lästerten eraften Wissenschaft den Einbruch einer die Tatsachen Freude bereitet und eine von den Billen verschluckt, von denen und ihre Zusammenhänge und Voraussetzungen verfälschen- er mir gleich zwei Dutzend verschrieben hat." den Romantik auf das energischeste zurückweisen." ,, Das heißt mit anderen Worten...?" Daß ich es auf das entschiedenste leugne, daß der Fall, den Sie in Ihrem Stück als gegeben voraussetzen, im wirklichen Leben und auf dieser Welt sich ereignen fönnte...! Aber nun muß ich mich leider, so sehr ich es bedauere, von Ihnen verabschieden, verehrter Herr Garbislander, obwohl ich alter Stepfiter mich weit lieber mit Ihnen über dieses interessante Thema ausgesprochen hätte, als im ersten Stockwerk dieses Hauses die Inzision eines Furunfels vorzunehmen. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben- und wir setzen den Dialog hoffentlich recht bald fort. 44 -www Die beiden Herren schüttelten einander die Hände, Doktor Jordan verschwand im Haustor, und Klaus Garbislander zog hinter ihm grüßend den Hut. 4. Als Albert Reuß am anderen Tag aus dem Hause trat, sah er auf der gegenüberliegenden Straßenecke Klaus Garbislander, der eben im Begriff schien, die Fahrbahn zu übersetzen. Auf halbem Wege trafen sich die beiden, der Schauspieler schüttelte die Hand des jungen Freundes und schob dessen Arm unter den seinen. Sie waren wohl auf dem Weg zu mir?" fragte er. 11 " Ganz recht. Um mich nach Ihrem Befinden zu erfundigen, teurer Meister. Ich war gestern natürlich im Theater und muß Ihnen sagen, daß die Figur womöglich noch träftiger, elementarer umrissen schien als am ersten Abend!" " Ich freue mich aufrichtig, zu hören, daß es Ihnen so portrefflich geht, teurer Meister. Aber wollen Sie mir nicht gestatten, an Ihrer linken Seite zu gehen?" „ Unsinn..." wehrte der Schauspieler ab, hielt Garbislanders Arm festgeklemmt und ließ ihn nicht los, so daß der junge Schriftsteller, wohl oder übel, bleiben mußte, wo er war. Wenn es Ihnen paßt, gehen wir ein paar Schritte zu fammen; ursprünglich wollte ich fahren, da ich aber so nette Begleitung gefunden habe und Doktor Jordan mir Bewegung im Freien ausdrücklich verordnet hat, mache ich gern einen fleinen Spaziergang." „ Nun reisen Sie also doch nach Riga, Herr Reuß. Wie sehr ich das bedaure... Keineswegs, weil die Vorstellungen hier unterbrochen werden müssen." " Das hat gar nichts zu bedeuten; wenn ich nach Ablauf einer Woche wieder hier bin, laufen die Leute erst recht in das Stüd hinein." " Bloß, weil ich so gern mit Ihnen gefahren wäre!" " Kommen Sie doch mit! Was hindert Sie?" ,, Eine dringende Arbeit!" Ach waspapperlappapp! Schnüren Sie Ihr Koffer chen, vergessen Sie nicht Ihren Frack einzupacken, weil Sie sich doch da oben verneigen müssen, wenn man Sie vor den Vorhang ruft! lind man wird Sie rufen! Verlassen Sie sich darauf! Sagen wir besser: man wird uns beide rufen!" ,, Nein, verehrter Herr Reuß: Sie allein werden Folge • " Hören Sie mir, bitte, endlich mit der Dankbarkeit auf. Ich muß mich der schönen Aufgabe freuen, die Sie mir gegeben haben. Da sind wir eben einer dem anderen zu Dant verpflichtet. Und darum reden wir gar nicht mehr davon. Jeder von uns ist überzeugt, daß der andere sein Bestes getan hat und damit basta. Wenn Sie mir jedoch eine kleine Gefälligkeit erweisen wollen..." " Jede erdenkliche, mit dem allergrößten Vergnügen.. Wenn ich abgereift binnehmen Sie sich ein wenig meiner Frau an. Machen Sie ihr ab und zu eine kleine Visite ,, Von Herzen gern..." " " Sie ist noch immer nervös, und ich glaube auch nicht, daß sie während meiner Abwesenheit ruhiger wird; Ihr Einfluß wird ihr bestimmt gut tun. Sie will mich ja noch immer bewegen, die Reise aufzugeben, was natürlich ganz und gar ausgeschlossen ist. Andererseits fann ich die Besorgnis der Frau wieder verstehen, da ich schon seit einer ganzen Reihe von Jahren kein Gastspiel absolviert habe. Aber gerade die Rigaer Woche bedeutet für mich eine Art Ehrenpflicht. Weil die Leute mich dort weiß Gott wie lange schon vergeblich erwarten und ich schon zweimal in letzter Stunde abtelegraphiert habe. Immer hat mich etwas Dringlicheres Abstand nehmen lassen. Diesmal sage ich unter feinen Umständen ab. Etwas anderes wäre es, wenn ich mir gesundheitlich irgendwelche Schonung auferlegen müßte... Aber davon kann doch, Gott fei Dant, feine Rede sein, da ich mich, wie gesagt, frisch und munter fühle und mir von der Reise noch eine erhebliche Besserung meines Zustandes erhoffe." ,, Wir wollen in jedem Fall das Beste wünschen, Herr Reuß." Und jetzt, lieber Freund, dante ich Ihnen ergebenst für treues Geleit, da ich bereits am Ziel angelangt bin. Heute abend lassen Sie sich aber durch kein wie immer geartetes Hindernis abhalten, in meine Garderobe zu kommen. Ich erwarte Sie ganz bestimmt!" Albert Reuß lüftete den Zylinder und trat dann in das Haustor, über dem die Zahl Elf schwarz auf weißer Tafel stand. Bedächtig stieg er die Treppe zum ersten Stockmert empor und drückte, oben angelangt, auf den Klingelknopf. „ Das gnädige Fräulein ist gerade im Bade," sagte das Stubenmädchen, das ihm die Tür öffnete. ( Fortsetzung folgt.) Ein verzweifelter Schritt. Der Magistrat hat beschlossen, für städtische Lyzeen Dom Staat 3uschüsse bis zu 50 Proz. des Fehlbetrages der einzelnen Anstalten zu beanspruchen, und er ersucht die Stadtverordnetenversammlung um ihr Einverständnis. Zur Begründung führt Gegen die Demagogie im Rathhaus. Funktionärversammlung der SPD. Die geftrige, fehr stark besuchte Versammlung unserer Funk- schweren, unsere Betriebe zu entkommunalisieren usw. Um die er aus, daß der Ernst der finanziellen Lage Berlins tionäre aus Groß- Berlin beschäftigte sich mit den Zuständen Stadtverordnetenversammlung arbeitsfähig zu machen, haben wir zu tief einschneidenden Maßnahmen auf allen Verwaltungsgebieten in der Stadtverordnetenversammlung. Der Stadt Aenderungen der Geschäftsordnung zugestimmt. Das wird als Verzwingt. Besonders hart werden davon die Schulen betroffen, denen verordnete Genosse Heimann führte in seinem Referat über gewaltigung hingestellt. Aber was tut z. B. die Sowjetregierung kaum die notwendigsten Mittel zur Verfügung gestellt Politik im Berliner Rathaus" etwa folgendes aus: werden können, um den ordentlichen Schulbetrieb aufgegen eine Opposition, wie wir sie im Stadtparlament haben? Bei den Berliner Stadtverordneten Neuwahlen( Heiterkeit.) Leider hat in unserer Abwehr der Unabhängigen und rechtzu erhalten. Geld für die dringendsten baulichen Maß von 1921 erhielten die Bürgerlichen eine knappe Mehrheit. Die un Kommunisten der Vorwärts" uns nicht so unterstüßt, nahmen an den Schulen ist nicht vorhanden, und neue Schulhäuser felige Parteispaltung und die von Unabhängigen und Kommunisten wie es zu wünschen wäre.( Sehr wahr!) Der Einigung der fehlen. Lehrer- und Schülerbüchereien, Sammlungen und Unterricht eingeführte vergiftende Kampfesweise haben weiten Kreisen der Arbeiterklasse ist gerade das nicht förderlich, denn drüben wird das mittel für den wissenschaftlichen und technischen Unterricht fönnen Arbeiterschaft die Teilnahme am öffentlichen Leben verleidet. Ber- doch nur als Schwäche und Mangel an guten Gründen ausgelegt. weder unterhalten noch ergänzt werden. Obwohl durch die Inan hältnismäßig gut schnitten wir Sozialdemokraten ab, wie Gegen einen so rücksichtslosen Gegner, wie die Unabhängigen es spruchnahme der Staatszuschüsse wichtige Selbstverwal- bei allen Wahlen der letzten beiden Jahre, aber die Gesamtheit sind, wären andere Mittel angebracht( 3uftimmung). Je getungsrechte der Stadt preisgegeben werden, vor allem ber drei Linksparteien wurde leider Minderheit. schlossener und selbstsicherer unsere eigene Bardas uneingeschränkte Recht der Lehrerstellen- Besehung, glaubt doch Auf einer bald nachher von der SPD. abgehaltenen Konferenz tei dasteht, desto schneller und sicherer wird die der Magistrat, in dieser Zeit der Not die Staatszuschüsse auf der an der Verwaltung Groß- Berlins beteiligten Genossen nahm Einigung kommen.( Lebhafte Zustimmung.) Grund der ministeriellen Erlasse vom 10. Oftober 1920 annehmen ich an, daß gerade nach dem ungünstigen Wahlausfall die sozia zu müssen. Sie sollen, soweit es die städtischen Finanzen zulassen, liftischen Parteien trop aller fonftigen Differenzen noch für Zwecke der Schulen verwandt werden, um ihren äußeren und fester inneren Verfall aufzuhalten. Wir sind der Ansicht, daß die er= marteten Vorteile mit den Rechten, die hier preis= gegeben werden sollen, zu teuer bezahlt find. Keine Erweiterung des Freibades Müggelsee. Das Polizeipräsidium war, dem Wunsche weitester Bevölkerungsfreise entsprechend, dem Plane nabegetreten, das Freibad Müggelfee in westlicher Nichtung hin zu erweitern. Bei der Prüfung wurden jedoch von der Direktion der städtischen Wasserwerke derartig schwer wiegende Bedenken geäußert, daß von einer Erweiterung Abstand genommen werden mußte. In einem Gutachten werden besonders eingehend die hygienischen Nachteile begründet, die sich für die Zubereitung des Trinkwassers dadurch ergeben, daß schon jest in unmittelbarster Nähe des Freibades das Oberflächenwasser verarbeitet werden muß, das naturgemäß durch die starke Inanspruchnahme des Freibades sehr verunreinigt wird. Wir haben, schloß Genosse Heimann, Ihnen einmal darlegen wollen, unter welchen Borauslegungen und Bedingungen wir im Rathaus arbeiten müssen. Die Schwierigkeiten werden durch gegen die Bürgerlichen zusammenstehen die finanzielle Not noch gesteigert. Die Politik der Unabhängigen würden, um gemeinsam für den Sozialismus und gegen die wird im Rathaus geführt nach dem Grundsaß, daß ihnen jeder KomMassenverelendung herauszuholen, was möglich ist. Leider sind munist lieber ist als ein Mehrheitssozialist. Das Auftreten der wir diesem Ziel nicht näher gekommen. Ursache des beflagens. Unabhängigen und Kommunisten im Rathaus hat zu werten Mißerfolges sind die durch den Versailler Frieden geschaffene jener Rada upolitik geführt, die Not und das Berhalten zweier sich Arbeiterparteien nennenden Fraktionen des Rathauses. dem Sozialismus unberechenbaren Schaden Die Schwere der Friebensbedingungen hat sich zugefügt hat.( Zustimmung.) In Zukunft werden wir diesem ( Lebhaftes Bravo!) erst allmählich wie für jeden Einzelhaushalt sowie die Haushalte Treiben energif entgegentreten. öffentlicher Körperschaften bemerkbar gemacht. Da wir unter dem Wir werden das um so besser und erfolgreicher tun fönnen, je mehr 3wang des Friedensvertrages andauernd ausländisches Gold oder wir Verständnis bei den Berliner Parteigenoffen finden. Wir werden Goldwerte faufen müssen, so wird unser Geld immer mehr ent- in der Abwehr der Radaupolitik nicht weiter gehen, als unbedingt wertet, und immer mehr steigen für uns die Preise alles Bedarfs. nötig ist. Keinen Augenblid werden wir vergessen, daß wir ArDaher sind alle Etats nur für ganz turze Zeit im beitervertreter sind und bleiben. Aber je höher man Gleichgewicht zu halten. Von den Gesamtausgaben des die Stellung und Ehre eines Arbeitervertreters einschätzt, um so sichtReichs für 1922 entfallen auf direkte Lasten des Friedensvertrages barer muß auch der Trennungsstrich sein, der zwischen uns 70,7 Proz, auf Lasten aus Kriegsteilnehmerfürsorge, Kriegsanleihe- und jenen Radaupolitikern gezogen wird.( Zustimmung. Endlich!") verzinsung usw. 18,9 Proz., auf alle anderen Ausgaben 10,4 Proz. Helfen Sie uns, diesen Trennungsstrich ziehen Sie werden damit wäre Steuerscheu und Steuerflucht der Besigen gute Arbeit tun für die Stadt Berlin und für die den geringer, so ließen die gewaltigen Lasten sich leichter auf- Sache des Sozialismus!( Stürmischer Beifall.) bringen. Um sie aufbringen zu können, hat das Reich alle In der Diskussion führte Bürgermeister Genosse Ritter aus, ergiebigen Steuerquellen an fich gezogen, so daß man solle nicht glauben, daß durch das Treiben in der Stadtverorddie Gemeinden zu Kostgängern des Reiches wurden und ihnen nur netenversammlung die Verwaltungsarbeit im Magistrat leidet. In ein paar nicht bedeutende Steuerquellen blieben. Aeußerste Spar- der praktischen Arbeit sind alle mit Einschluß der Unabhänsamkeit auf der einen Seite, größte Anspannung aller gigen und Kommunisten einer Meinung, nur in der Stadtverord Einnahmequellen auf der anderen Seite ist jetzt für die netenversammlung fommt dann Opposition von diesen Parteien. Daß Gemeinden eine bittere Notwendigkeit. Diese finanzielle Mot wir heute nicht alle Fragen jo lösen tönnen, wie mir erflärt es, warum im Berliner Rathaus die sozialdemokratische möchten, muß jedem einfichtigen Parteigenossen flar sein. Das Fraktion die Verschlechterung der Lebenslage von Hand- und Kopf- ist so im Reich, im Land und auch in der Stadt. Redakteur Genosse arbeitern nicht aufhalten fonnte. Heinig wies darauf hin, daß faum eine Nummer des Bor= wärts" ohne Material zum Kampf gegen die Unabhängigen und Rommunisten sei.( Aber nicht genug!) Wenn es mehr wäre, tönnten die Genossen es bald als zuviel empfinden und sich mit Ueberdruß von den„ ewigen Streitereien" abwenden. Wir in der Redaktion wünschen, daß Sie nicht nur Wert darauf legen, daß wir in Ihrem Sinne schreiben. Wir möchten, daß wir von Ihnen auch aufmerksam gelesen werden. Oberpostsekretär Genosse Meyer bemängelte Heimanns Urteil über die Sowjetregierung. Er will die Hand so weit Ein anderer wie möglich nach links ausstrecken.( Widerspruch Der Tod im fiedenden Waffer. Wegen fahrlässiger Tötung hatte sich der Obermeister Emil Brile vor der 4. Straffammer des Landgerichts II zu verantworten. Der Angeklagte war Abteilungsleiter in dem Kabelwert Oberfpree und hatte als solcher für Beachtung der Sicherheitsmaßnahmen gegen Unglücksfälle zu sorgen. Am 10. Januar d. J. waren mehrere Arbeiter, u. a. der Arbeiter Oswald Engelhardt, damit beschäftigt, von einem Wagen schwere Kupferstangen abzuladen und in ein danebenliegendes Bassin mit siedendem Wasser zwecks Entfernung der Schmutz- und Drydschicht zu tauchen. Als ein Wagen über ein tiefes Loch im Erdboden, dessen Vorhandensein dem Angeklagten bekannt war, hinmegfuhr, schlug die Deichsel nach links aus und traf Engelhardt so unglücklich, daß er topfüber in das Beden mit sieden= dem Wasser geschleudert wurde und an den Folgen der er- gungen der Werbetraft des sozialistischen Gelittenen Verbrennungen verstarb.- Der Staatsanwalt beantragte 2 Monate Gefängnis. Dem Berteidiger jedoch gelang es nachzuweisen, daß der ganze bedauerliche Unfall mehr auf eine BerPettung unglückseliger Umstände zurückzuführen sei und das Gericht erkannte deshalb auf Freisprechung des Angeklagten. Fahrpreisfuriofum. Ein Leser unseres Blattes schreibt uns: Ich benutze häufig die Stadtbahn. Zuweilen führt mich mein Bea auch nach Grünau. Alsdann zahle ich auf der Stadtbahn 2 M. Zuschlag zu meiner Zeitkarte bis dorthin, in Grünau aber tut es die Eisenbahn nicht unter 2,50 M. Alle meine Borstellungen find bisher vergeblich gewesen. Es ist wirklich nicht einzusehen, warum die gleiche Leistung der einheitlich verwalteten Bahn auf der Stadtbahn anders bewertet wird als auf dem Vorortbahnhof Grünau. Schleunige Abstellung dieser Unstimmigkeit scheint durch aus erforderlich zu sein. Der Preis für Kartenmilch beträgt von Montag, den 22. Mai d. 3. ab 6 M. je Liter, für freie Bollmilch 9 M. je Liter. Die Preise sind für Kleinhandelsgeschäfte und Abmeltwirtschaften( Molkereien) die gleichen. Der Dagegen hätten die im letzten Halbjahr erfolgten Schädi bankens vermieden werden fönnen und müssen. Nach den Neuwahlen hoffte ich auf eine Arbeitsgemeinschaft mit den Unabhängigen, bei der wir mehr hätten durchsehen können. Wir sind von einer solchen Arbeitsgemeinschaft, deren Teilnehmer natürlich gleiche Rechte und Pflichten haben müssen, weiter als je entfernt.( Burufe: Leider!) Die Not der Zeit ist ein günstiger Nährboden für die Agitation gewiffenloser Demagogen ( fehr wahr!), die unsere mühselige Aufbauarbeit stören( Bustimmung). Diskussionsredner warnte vor zuviel Zeitungsstreitereien. von den Demagogen ganz rechts haben wir anderes nicht er. Borsigende, Genoffe Franz Krüger, forderte in einem Schlußwartet( 3uftimmung) und wir sehen daher von ihnen ab. Aber die wort, daß den Arbeitern offen gesagt wird, was die Stadt Demagogen auf der linten Seite treiben es ebenso( Zustimmung). Ieift en tann und was nicht. Wer mehr verspricht, ist unehe Die Kommunisten in Deutschland haben, seit ihr Gözen lich! Bei fommenden Wahlen wollen wir mit positiven Leistungen bild des kommunistischen Staates in Rußland zusammengebrochn ist, und praktischen Erfolgen in den Kampf gehen. Der gefunde feine Grundsäge mehr. Sie wollen die Not des Volkes ausnügen, Sinn der Arbeiterschaft wird über alle Demago= durch strupellose Agitation die Arbeitermassen gie fiegen. in Erregung zu halten, um vielleicht mal einen Fischzug Einstimmig angenommen wurde die folgende Resolution: au machen. Wie wenig fie an die Durchführung ihrer Anträge glauben, haben sie gelegentlich selber zugegeben, z. B. Stadtver ordneter Dörr auf einer Konferenz in Gotha. Es ist traurig, daß deutschen Arbeitern, die doch an den Lehren ihrer großen Vorfämpfer geschult sein sollten, das von Kautsfy als ,, tatarischer Sozialismus" Die Typographia". Gefangverein Berliner Buchdruder, bringt unter Leitung seines Chormeisters Aleyander Weinbaum morgen Sonntag, den 21. Mai, vormittags von 11-12 Uhr, im Schöneberger Stadtpart eine verspottete most auer Vorbild näher gebracht werden konnte. Reihe von Liedern, vornehmlich Volksliedern zum Vortrag. Ein Polizeiwachtmeister als Raubmörder. In der Nacht vom Donnerstag zum Freitag ist in Erfurt ein fürchterlicher Raubmord verübt worden, dessen Täter alsbald in der Berson eines Schutzpolizeiunterwachtmeisters festgenommen werden fonnte. Die Konferenz der Parteis, Betriebs- und Gewerkschaftsfunktio näre der SPD. Groß- Berlins stellt mit lebhaftem Bedauern fest, daß die Vertretung der Arbeiterinteressen und der sozialistischen Ideen und der Kampf gegen fommunalpolitische Reaktion in der Berliner Stadtverordnetenversammlung durch die unsachlich e und rein auf bemagogische Agitation eingestellte Wo sind wir hingekommen seit jener Zeit, da Wilhelm Liebknecht Tätigkeit der kommunistischen und unabhängigen immer wieder den deutschen Arbeitern einprägte, daß Wissen Macht Frattionen immer mehr erschwert wird und allein den Berift! Selbstverständlich gibt es in der kommunistischen Partei hoch. tretern der Sozialdemokratischen Partei überlassen bleibt. Der sozia achtbare Personen, aber bei manchen Leuten, die in der Stadtverordnetenversammlung„ agieren", fann einen die Erregung über- listischen Politik in der Gemeinde sind durch die wirtschaftlichen und mannen.( Burufe: Jawohl! Idioten!) An positiver Arbeit finanziellen Schwierigkeiten, die eine Folge des verlorenen Krieges liegt benen nichts, fie verzetteln fostbare Beit mit endlosem Ge- find, leider enge Grenzen gezogen. Innerhalb dieser Grenzen dafür zu sorgen, daß die Tätigkeit der Gemeinde von foziarede, um die Arbeit zu fabotieren und ihre Eitelkeit zu befriedigen. Iem Geiste getragen und unter möglichster Schonung ( Sehr gut!) Lenin sagte auf einem Kongreß in Moskau im März, der minderbemittelten Bevölkerung durchgeführt der gefährlichste Feind sei heute der kommunistische Redner, der an wird, ist Aufgabe der sozialdemokratischen Vertreter. Die Konferenz wichtiger und verantwortungsvoller Stelle steht, der Agitator, der stellt mit Befriedigung fest, daß die Bertreter der SPD. in alles zerschlagen will, der unfähig ist, Neues zu schaffen. Stadtverordnetenversammlung und Magistrat Zustimmung. Wie im Berliner Rathaus!") noch unehrlicher als die der Kommunisten, Der Inhaber eines Bigarrengeschäftes im Hause Magdeburger Straße 22/23 namens Rauch wurde morgens früh 3 Uhr mit fürchterlichen Wunden in einer Blutfache liegend tot in feinem Laden von seiner Frau aufgefunden. Auf Nachfrage wurde von Frau Rauch und anderen bekundet, daß der Unterwachtmeister der Wie haben sich gegenüber diesem Treiben der Kommunisten die dieser Aufgabe gerecht zu werden mit allen Kräften Schutzpolizei in Erfurt, Otto Willi Toennies, fich gegen 8 Uhr Unabhängigen gezeigt? Im Rathaus leisten sie sich faum noch bemüht find. Diese von wahrem Berantwortungsgefühl gegenüber der Arbeiterschaft getragene positive Arbeit abends von Frau Rauch und vermutlich auch von Herrn Rauch eine selbständige Bolitik, sondern find in pielen wichtigen Dingen wird schließlich trotz aller linksraditalen Demagogie alle denkenden felbft verabschiedet hatte. Da Toennies zu der Familie Rauch in nur Gefolgschaft der Kommunisten. Ihre Politik ist Arbeiter unserer Partei zuführen. Die Konferenz spricht den komeinem gemissen Freundschaftsverhältnis stand, munalen Bertretern der Partei ihr volles Vertrauen aus und erfonnte ihm anfangs eine derartige Tat nicht zugemutet werden. Denn sie ist aufgebaut auf der Erwartung, daß die SPD., um die wartet, daß sie ihren bisherigen Kampf für die Arbeiterintereffen Toennies wurde jedoch auf dem Erfurter Hauptbahnhof angehalten, Dinge im Gleichgewicht zu halten, schon tun wird, was sie vermag. und gegen die Auslieferung der städtischen Betriebe an das Privatals er in Begleitung seiner Braut morgens mit dem Zuge 4.02 Uhr Gegen die neuen Deckungsvorlagen, die für Materialkosten der fapital mit größter Energie weiterführen werden. Die Konferenz nach Breslau fahren wollte. Die Geldscheine, mit denen Werke sowie für Gehälter und Löhne die Mittel schaffen sollten, brandmarkt es, daß Kommunisten und Unabhängige Toennies die Fahrt bezahlt hatte, wiesen offenbar frische Blut- dornerte Dr. Beyl in feiner demagogischen Manier.( Redner per die stärksten Stügen der Deutschnationalen im Spuren auf. Die Durchsuchung seiner Person ergab, daß er am lieft aus der Freiheit einen Bericht über Weyls Rede, deren Kampf gegen die sozialistische Mehrheit des Kinn und hinter den Ohren frische Krasspuren auf- geschwollene Phrasen mit schallender Heiterkeit aufgenom: Magistrats find. Die Funktionäre werden alles tun, um die wies. Aus der Hose waren offensichtlich Flecke entfernt, men werden.) Innerlich froh waren die Unabhängigen, wenn bei Arbeiterschaft darüber aufzuklären, wie in Wahrheit arbeiter. die jedoch noch schwach sichtbar waren. Bei der darauffolgenden einer Abstimmung die Bernünftigen und Besonnenen feindlich die Politik dieser beiden sogenannten sozialistischen Barkurzen Bernehmung stellte Toennies die Tat zunächst in Abrede und unter ihnen den Saal verließen und jo dafür sorgten, daß die von teien ist. gab an, sich mit Zivilisten geschlagen zu haben. Die Staatsanwalt dem unabhängigen Phrasenmacher verbonnerte schaft war sofort zur Stelle. Es fand unmittelbar darauf ein Lotal fluch würdige Politit" doch ausgeführt werden termin statt, wobei Toennies am Tatort der gräßlich verstümmelten fonnte. Dieses Schauspiel haben wir ja auch im Reichstag erlebt, Leiche gegenübergestellt wurde. Bei einem weiteren Berhör unter wo Unabhängige mit Deutschnationalen und Kommunisten gegen vier Augen gestand er nach kurzem Leugnen die Tat ein. Mittäter die Regierung Wirth stimmten, aber Stimmenthaltung einer Gruppe oder Mitwisser der Tat kommen nach Aussagen des Toennies an- der Uabhängigen den Regierungssturz verhinderte. Es ist das scheinend nicht in Frage. Seine Braut hatte teine Kenntnis von Unglück der deutschen Arbeitertlasse und Deutsch dem Vorhaben. Als Motiv gab er an, er habe nach Breslau auf lands, daß eine Arbeiterpartei, wie die Unabhängigen, sich Urlaub fahren wollen und fein Geld gehabt. Er wollte sich daher noch immer nicht freimachen fann von auf diese Weise in den Besiz des Geldes setzen. leerer Demonstrationspolitik, Aus der Partei. Gedenktafel an Laffalles Geburtshaus. Nachdem vor furzem durch Vermittlung des Reichstagspräfidenten Genossen Löbe und des Genossen Professor Dr. Gustav Mayer die Stadt Breslau von den Erben der Gräfin Hahfeld, Fürsten Hazzfeld- Wildenburg, die nachgelassene Bibliothek Ferdinand Lassalles und eine Reihe von persönlichen Erinnerungsstüden an den Gründer des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins und ersten erfolgreichen Organisator der deutschen Arbeiterbewegung, zum Geschenk erhalten hat, will jetzt die Breslauer Arbeiterschaft ihrerseits eine Ehrung Lassalles vornehmen, zu der sich ein aftueller Anlaß bietet. Der Vorstand des Sozialdemokratischen Vereins Breslau hat beschlossen, am fürzlich festgestellten Geburtshause Lassalles eine Gedenktafel anzubringen, um den Namen Lassalles zu verewigen. Der Name des größten Sohnes der Stadt Breslau", so heißt es in dem Aufruf bes Breslauer Parteinereins,„ des mutigsten des Sozialismus, steht wohl auf tausenden von roten Fahnen und ist in Millionen von Herzen eingegraben. In feiner Heimatstadt Bres lau aber erinnert außer seiner Grabstätte nichts an ihn!" An alle Sozialisten und Republikaner wird der dringende Appell gerichtet, zu den für dieses Gedenkzeichen erforderlichen erheblichen Mitteln Rathaus, Königstraße, Vortrag des Herrn P. Rogal: Wir und die Kirche". Ein beschämendes Schauspiel ist es, zwei Arbeiterpar durch freiwillige Spenden beizutragen. Das Gedenkzeichen soll am Harmonium: Miserere aus Troubadour"( Verdi). Bappelallee 15, vormittags teien bei vielen Abstimmungen in der Gesell Todestage Laffalles, am 31. Auguft, enthüllt werden, und darum 11 Uhr Bortrag des Herrn Dr. M. Brie:„ Biörnsons Stellung auffchaft Deutschnationaler zu sehen, die darauf ausgehen, gibt doppelt, wer schnell gibt. Freiwillige Spenden nimmt die lichen Wunderglauben. Gäste willkommen. Abends 6 Uhr Mitgliederverdem in seiner Mehrheit sozialistischen Magistrat die Arbeit zu er- Expedition der Boltswacht", Breslau, Flurftr. 4/6, entgegen. die den Massen nichts als Worte und Phrasen gibt und jeder Verantwortung in weitem Bogen aus dem Wege geht. Wir haben Vorträge, Vereine und Versammlungen. den Mut zur Unpopularität gehabt und fönnen jezt mit Genugtuung feststellen, daß nach dem unvermeidlichen Rückschlag der ersten Zeit Bund helmattrener Ostpreußen, Bezirk Norben. Generalversammlung am die deutschen Arbeiter, wie die Wahlen zeigen, immer Sonnabend, den 20. Mat, abends 7 Uhr, im Reſtaurant Steinbeck, Gaudyst. 10. 3ahlreicher uns als die besten und zuverlässig Allgemeine Kranken- und Sterbelasse der Metallarbeiter( B. a. G., Sam. burg), Filiale Berlin 5. Mitgliederversammlung am Sonnabend, ben 20. Wai, it en Vertreter ertennen.( Zustimmung.) Doch die Freude 6 Uhr, bei Thiel, Rückerstr. 7, und bei Päkold, Dunderstr. 82. Tagesordnung an diesem Aufstieg wird dadurch getrübt, daß mehr noch als wir Wahl der Abgeordneten zur Generalversammlung. Mitgliedsbuch legitimiert. Bereinigung der Freunde von Religion und Böllerfrieden. Sonntag, den gewannen, die anderen sozialistischen Parteien ver. 21. Mai, Ausflug nach Buch( Nordbahn). Abfahrt 9.40 Uhr vom Stettiner loren.( Leider!) Im Berliner Rathaus trifft die Schuld an Vorfämpfers für Freiheit und Recht, des gewaltigen Verkünders Bahnhof. Genoffe Bleier hält mittags 12 Uhr eine Ansprache unweit der Bau- diesem Berlust in erster Linie die Unabhängigen, bie sich der FühBerein der Freibenker für Feuerbestattung, C. B. Besichtigung des Kre. rung Dr. Weyls unterordnen. Mit befonderem Haß geht er gegen matoriums Baumschulenweg am Sonntag vormittag 10 Uhr für Mitglieder des Oberbürgermeister Böß vor. Die Verhinderung der Wahl Dr. Wenls 14. Bezirks. Treffpunkt 9½ Uhr bei Berndt, Baumschulenstr. 32, oder 10 Uhr zum Oberbürgermeister fönnen wir als ein Glück ansehen.( LebFreireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 21. Mai, vormittags 11 1hr, im hafte Zustimmung.) tantine in Buch. am Krematorium. fammlung. " 21 Theater, Lichtspiele usw. Komische Oper Reforbombmusтвоивте tompott fomed! vorzüglich, wenn mu Cübfoff gefüßt. Der feine Eigengefchmad wird geboben. die überfüffige Sáure gebunden Gübftoff if gut. billig und bekömmlich Erhältlich in Kolonialwaren, Drogen bandlungen und Apotheten. 73/4 Dir.: James Klein 7% 4 Der Sensationserfolg Berlins! Achtung, Pfeifenraucher! Die Reparationszahlungen können nicht erfolgen, das Defizit im Staatshaushalt wird von Tag zu Tag größer, und doch verzichtet der Staat auf eine jährliche Einnahme von Mark 1080 000 000 in Worten( eine Milliarde achtzig Millionen Mark). Der deutsche Tabakpflanzer erhält nämlich für jeden Doppelzentner Rohtabak, ob gut oder schlecht, infolge des Schutzzolles eine Staatsprämie von Mark 3600.-, der Verbraucher soll aber ab 1. Juli eine erhöhte Tabaksteuer bezahlen. Diese erhöhte Tabaksteuer ist nicht nötig, der Verbraucher braucht nicht mehr belastet zu werden, wenn der Finanzminister unserer Eingabe an den 35er Steuerauschuß stattgibt, in der wir eine Abschaffung des gänzlich ungerechtfertigten Schutzzolles beantragt haben. Henrics Oldenkott senior& Comp., Rees, Fabrikanten der rein überseeischen Qualitätsmarken Kiepenkerl und Madastra. Sozial- Revolutionäre 6pernhaus Volksbühne Hänsel und Gretel Theater a. Bülowpl. Zum 1. Male: 7 Uhr: Silhouetten Der Traum ein Leben Der Traum ein Leben ( Neue Folge) 7 Uhr Schauspielhaus Lessing- Th. Heute bis Mtg. 7: Napoleon Madame Sans- Gene 7½ Uhr Deutsch. Theat. Deut. 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