Nr.240 39.Jahrgang Ausgabe A nr. 120 Bezugspreis: Bierteljährl. 105.-M., monatl. 35,-902. frei ins Haus, voraus zahlbar. Postbezug: Monatlich 35,- M., einschl. Bustellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- u Memelgebiet, sowie Defterreich u. Lugemburg 69,-., für das übrige Ausland 87, M. Bostbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark, England, Esthland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luxemburg, Desterreich, Schweden, Schweiz, Tschecho- Slowakei und Ungarn. Der Vorwärts" mit der Sonntagsbeilage Bolt und Zeit", der Unterbaltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage Giedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Morgen- Ausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 1,50 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile toftet 16,- M.- Reflamezeile 80.-M. „ Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 4, M.( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 3, M. 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Lind gegen die Reichsgetreideftelle durch den Staatssekretär Heinrici und einer Erwiderung des Abg. Lind darauf wird die Aussprache beendet. Der Etat ist erledigt. Die Abstimmungen werden bis zur dritten Wer erwartet hatte, daß die Ernährungsdebatte am zwei-[ Schmidt nicht mehr als allgemeine Ankündigungen über die bemittelten, sicherstellen wolle, dann hätte sie schon im Ausschuß ten Tage noch Ueberraschungen bringen könnte, sah sich ent- Stügungsaktion der deutschen Presse geben konnte, nachdem Gelegenheit gehabt, Vorschläge zu machen. In den Anträgen der Rechtsparteien sei jedoch nichts enthalten, was auch nur andeuien täuscht. Minister Fehr, der ein wenig sorgenvoller als seiner- Monate über die Vorberatung vergangen sind. zeit Herr Hermes das Amt eines Ernährungsministers führt, Daß Genosse Schmidt seit langem bemüht ist, die Auftragsfündigte einen Regierungsentwurf über ein neues Umlage- vergebung der öffentlichen Hand so zu leiten, daß man bei verfahren für Getreide an. Er hat also offenbar den guten einem etwaigen Eintritt der Krise der Industrie und dem Willen, die begonnene Lockerung der Getreidezwangswirtschaft Arbeitsmarkt zu Hilfe fommt, ist schon aus seinen früheren nun nicht mit der restlosen Bucherfreiheit zu frönen. Er wird Reden bekannt. Leider liegt die Ausführung dieser Anregunjedoch viel Energie aufbieten müssen, um der planmäßigen gen nicht allein bei seinem Ministerium. Und es wird notwen- Lesung zurückgestellt. Mühlarbeit der Landbündler Herr zu werden. Die Anträge dig sein, bei der Beratung anderer Etats, insbesondere des der Sozialdemokratie zur Ernährungswirtschaft gehen, ergänzt Eisenbahnetats, darauf zurückzukommen. Erforderlich ist es durch eine Zusagforderung, wonach die sicherzustellende Kar- jedenfalls, daß das Reich nicht nur mit seinen Gesetzen, sontoffelmenge fünf Millionen Tonnen betragen foll, an den Aus- dern auch mit seiner ökonomischen Macht als Großfoniuschuß, nachdem die Genossen Kräßig und hoch eine Lanze ment eine Wirtschaftspolitik treibt, die den Interessen des für den Schutz der Arbeiter und Kleinrentner gegen den Wu- Gesamtvolkes dient, und das hat der Reichswirtschaftsminister cher gebrochen haben. Hier, in den Beratungen des Aus- auch gestern wieder betont. schusses, wird die Entscheidung über die künftige Gestaltung unserer Ernährungswirtschaft fallen. Es wird weiter der Haushalt des Reichswirtschaftsministeriums beraten. Der Ausschuß schlägt dazu eine ganze Reihe von Entschließungen vor, in denen u. a. die Regierung ersucht wird, auf eine erhebliche Steigerung der Kohlenproduktion, einen beschleunigten Abtransport der Lagerbestände und auf eine Berbefferung der Qualität der Kohlen hinzuwirken. Die Einrichtung des Dem Genossen Hoch fiel die Aufgabe zu, dem Reichs- Reichsbeauftragten für die leberwachung der Ein- und wirtschaftsminister gegen die unfachlichen Einwendungen der Ausfuhr hat der Ausschuß gestrichen. Ferner liegt eine Darauf beginnt der Etat des Reichswirtschafts- Rechten an der Politik seines Amtes zu sekundieren. Daß er Interpellation der beiden Rechtsparteien, der Demokraten, der Baye ministerium s. Seine Besprechung wird eröffnet durch dafür lärmenden Zurufen und sogar einer Unterbrechung rischen Volkspartei und der Deutsch- Hannoveraner vor, die von der eine eindrucksvolle Rede des eben von Genua zurückgekehrten seiner Rede durch die tobenden Reaktionäre ausgesetzt war, Regierung die Darlegung ihrer Stellungnahme zur Frage der Reichswirtschaftsministers Genossen Robert Schmidt. Die fonnte den Eindruck seiner sachlichen Kritik an den gegenwär- handwerkerlehre verlangt. Den Bericht des Ausschusses erstattet Abg. Dr. Rieker( D. Vp.), Anarchie der kapitalistischen Wirtschaft kann durch Geseze be- tigen Zuständen am Warenmarkt, an dem Wucher und an der der u. a. eine Auskunft darüber verlangt, welche Maßnahmen geeinflußt, niemals aber ihres wahren Charakters entfleidet wer- Profitfucht der Industrie und des Handels nicht abschwächen. troffen find, um angesichts der neuen Papierpreiserhöhung den. Treffend wandte er sich gegen die rücksichtslose Preisdie Gefahr, die der deutschen Preffe droht, abzuwenden. politik der Kartelle und legte die großen Gefahren dar, die ( Schluß des Reichstagsberichts aus der Abendausgabe.) Reichswirtschaftsminister Schmidt: aus einer überstürzten Angleichung der Inlands- an die WeltEin sozialdemokratischer Antrag, der gemeinsam marktpreise drohen. Die Entspannung in den internationalen mit den Unabhängigen eingebracht wurde, will die Regierung erWirtschaftsbeziehungen, wie sie sich in Genua angebahnt hat, mächtigen, die Ausfuhr von Spargel forferden nur in ist zwar noch nicht zu greifbaren Erfolgen gediehen, macht sich dem Maße zuzulassen, daß die Ernährung der einheimischen Bevöljedoch bereits deutlich bemerkbar, und als besonders erfreulich ferung nicht wesentlich beeinträchtigt wird. ist die Ankündigung zu verbuchen, daß wir bald mit den Ver einigten Staaten von Amerika zu einem Wirtschaftsabkommen gelangen werden. Abg. Kräßig( Soz.): Unsere Wirtschaftsentwicklung stand und steht unter dem schweren Druck der Entwertung der Mark, die sich seit dem Herbst unangenehm fühlbar gemacht hat. Die Folge war eine Preisbewegung, wie wir sie bisher noch nicht gekannt haben. Das hat wieder außerordentlich unangenehme politische Rückwirkungen zur Der Bertreter Braunschweigs im Reichsrat erklärt, Folge, nämlich eine starke Unzufriedenheit in der Bevölkerung über daß die Leitung des Ernährungsministeriums in Braunschweig Ge- die fortgesette plöglich unvermittelt eintretende starke Preiserhö währ dafür biete, daß die Frage der Ausfuhr von Gemüsekonferven hung und eine Bedrängnis weiter Kreise der Bevölkerung in ihrer Das Grundübel unserer inneren Wirtschaft ist zweifellos objektiv beurteilt werde. Es handle sich nur um die Ausfuhr von gesamten Lebenshaltung und Lebenslage, die der Regierung zum Viele dieser Vorwürfe werden als po die Kohlennot. Hier fand der Minister einige Präftige 600 000 Dofen, die für die Gesamternährung nicht in Betracht tämen. Borwurf gemacht wird. Abg. Schicle( Drat.) geht nochmals auf die umstrittene Aeuße- litisches Material gegen die Regierung benutzt. Es ist eine durchWorte gegen die Hehe gegen die Bergarbeiter, deren harte Ar- rung ein, die Dr. Hermes als Ernährungsminister angeblich über aus irrige Auffaffung, zu glauben, daß die Grundtendenz unserer beit ihnen ein Recht auf eine Sonderstellung gibt. Gleichwohl das Umlageverfahren gemacht haben soll. Wirtschaftsentwicklung durch irgendwelche gefehgeberischen Maßbrängt der jetzige Kohlenmangel erneut zu der Forderung nach nahmen start beeinflußt werden kann. Mit der tapitalistischen Ueberschichten. Zuerst müssen freilich die immer noch unWirtschaftsordnung ist es unvereinbar, ihr die Entwicklungstendenz Auf dem Lebensmittelmarkt ist eine vollkommene durch irgendwelche gesetzliche Maßnahmen vorzuschreiben. Hem gewöhnlichen Haldenbestände abtransportiert werden. Sehr zu begrüßen ist es, daß das Reichswirtschaftsministerium auf Anarchie eingetreten. Im Verhältnis zu 1914 haben wir in der mungen und Auswüchse können dadurch beseitigt werden, aber das Ernährung eine Inderziffer von 2800 bis 3000. In den anderen System bleibt unberührt. Wir haben heute immer noch Die Erschließung neuer Kohlenfelder mit er- Staaten beläuft sich diese Inderziffer nur auf einige Hundert. An- einen Mangel an Waren auf gewiffen Gebieten und einen Mangel höhtem Nachdruck hinarbeitet. gefichts dieser Tatsache ist es endlich an der Zeit, daß die Regierung an gewissen Rohstoffen; wir leiden auch an einem Mangel an geWeniger erbaulich ist das, was der Minister über die ge- energisch eingreift. Das Buderfartell beherrscht den Zucker wissen Fertigfabrikaten. Unter solchen Umständen steht die Preisplante Stützungsaftion für die deutsche Presse markt vollständig. Das Bolt ist sein Opfer, das rücksichtslos aus bildung nicht mehr unter dem Drud, wie unter normalen Berhält mitzuteilen wußte. Bekanntlich haben die Zeitungsverleger- gebeutet wird. Die Reichszuderstelle hat überhaupt nichts mehr zu nissen. Bleibt die Konkurrenz aus, dann fann auch die Preisverbände umfassende Maßnahmen verlangt, um die Presse bestimmen. Im Oktober 1921 foftete der Zucker 627 Mart, heute entwicklung weit über das normale Maß hinausvor dem gänzlichen Verfall durch die maßlose Teuerung ihrer müssen dafür 2000 Mart gezahlt werden. Die Buderraffinerien be- gehen.( Sehr richtig! b. d. Soz.) Das sind ungesunde Verhält Rohmaterialien zu stützen. Daraufhin hat die Regierung die gründen diesen Preis mit der Steigerung der Unkosten, die aber niffe, die Nachwirkungen eines zerrütteten Wirtschaftsorganismus, Eisenbahntarife ermäßigt, was den Papierpreis, der heute 16 m. lange nicht in diesem Maße gestiegen sind. So wie bisher der nach dem Kriege noch immer feine volle Heilung erfahren hat. geht diese Zuckerwirtschaft nicht mehr weiter. Es ist ein Standal, Dazu kommt, daß je Kilo beträgt, um wenige Groschen senkt. Aber die große baß die Regierung nicht den Mut aufbringt, gegen das Schiebertum die Kartell- und Syndikatsorganisationen in einem Maße Hilfe läßt auf sich warten. Die Druckpapierfabrikanten sind einzuschreiten. Die Zuckereinfuhr genügt allein nicht. Man müßte nicht gesonnen, ihre Exportgewinne zu opfern und pro- den Zucker beschlagnahmen. Um geregelte Verhältnisse auf testieren gegen ihre Heranziehung zur Verbilligung des Pa- dem Zuckermarkt herbeizuführen und den breiten Massen des Volkes piers. Gegen eine Heranziehung der im Holzhandel gemachten dieses wichtige Nahrungsmittel zu sichern, fordern wir eine neue Gewinne scheinen sich ebenfalls Widerstände bemerkbar zu Bewirtschaftung des Zuckers durch das Reich. machen, die jedenfalls nicht im Reichswirtschaftsministerium gewachsen find, wie wir es bisher nicht gekannt haben. Diese Organisationen machen die Preisbildung nicht vom Markte, sondern von ihrer Macht als wirtschaftliche Organisationen abhängig.( Sehr richtig bei den Soz.) Trotzdem haben wir alles getan, die Rauffraft im Inland Abg. Dr. Herh( U. Soz.) verlangt fräftiges Vorgehen der Re- nicht in derselben Weise sinten zu lassen wie das auf dem Auslandszu suchen sind. So scheint es, daß man wieder einmal auf gierung gegen eine Obstruktion der Getreidewirtschaft durch die markt in Erscheinung getreten ist. Es ist gefordert worden, wir follten darauf hinwirken, daß wir mit unseren Preisen an den halbem Wege steden geblieben ist. 3war stellte Genosse Ein Bertreter des Ministeriums sagt, es würde nichts Auslandsmarkt herankommen. Leider sind in dieser Richtung, nicht Schmidt in Aussicht, daß man noch auf anderem Wege etwas helfen, wenn man die Zuckerfabriken zwingen würde, alle Vorräte zum Nutzen unseres Landes und unserer Bevölkerung, große Forterreichen werde. Wer aber den unglaublich langsamen Gang herauszugeben. Am Ende des Zuckerjahres würde nichts mehr zu schritte gemacht worden, aus denen kapitalistische Kreise Nußen geder Gesetzgebungsmaschine fennt, wird sich darüber keinen haben fein. Die einzige Möglichkeit, eine Aenderung herbeizuführen, zogen haben.( Sehr richtig! links.) Meiner Meinung nach ist nichts Täuschungen hingeben, daß die Stockung in den Vorbereitungs- sei die Freigabe der Einfuhr. förichter als die Auffassung, wir müßten an die Weltmarktpreise arbeiten eine ganz erhebliche Verzögerung der Regelung, also Abg. Hemeter( Dnat.) begründet die Stellung seiner Fraktion heran. In dem Augenblick, in dem dieser Ausgleich vorhanden ist, eine ganz enorme Verschlimmerung der Notlage für Beibehaltung des Ministeriums und wünscht, daß besonders bei ist unsere Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmarkte zuder Zeitungen bedeutet. Man braucht sich dann nicht der Abteilung, die mit der Produktionsförderung betraut ist, das nichte gemacht.( Sehr wahr! links.) Die Chance der Industrie und des Handels ist es, daß im Inland die Produktionskosten ge= zu wundern, wenn aus den Reihen der Zeitungsverleger jetzt fachmännische Element in stärkerem Maße herangezogen wird. ringer sind und die Waren erfolgreich dem Ausland angeboten schon ein Vorschlag der Selbsthilfe auftaucht, der zu den größwerden können. Was geschieht denn in einer solchen Zeit, wenn es ten Bedenken Anlaß geben muß. Denn was ist es anders als uns wirklich gelingen würde, durch eine Verständigung mit Propaganda zum Streit gegen die politische InformationsFrankreich die Reparationslasten zu erleichtern und eine Statätigkeit, wenn ernsthaft der Plan zur Debatte gestellt wird, bilisierung unserer Währung auf einer besseren Grundlage als an einem Wochentage sämtliche Zeitungen aus= gegenwärtig herbeizuführen? In demselben Augenblick würden fallen zu lassen! Im Interesse der Republik, die auf natürlich erhebliche Werte vermindert werden, die eine weitgehende Berbreitung der öffentlichen Nachrichtenverheute von der Industrie angehäuft sind. Ich sehe natürlich aus mittlung den größten Wert legen muß, möchten wir hoffen, wendet sich diesen Warenbeständen große Verluste entstehen und deshalb auch eine bestimmte Tendenz in gewissen Kreisen, diese Befferung der daß derartige Bläne sich nicht zu Taten entwickeln. Aber es Mart als für den einzelnen nicht gerade vorteilhaft anzusehen. ( Sehr richtig! bei den Soz.) Für die Gesamtheit ist es aber entscheidend, ob es notwendig ist, daß wir aus diesem unglücklichen Stande der Mark im Interesse unseres Volkes und unserer WirtMinister Fehr erwidert darauf, daß dieser Forderung im großen und ganzen Rechnung getragen worden ist. Unter 56 höheren Beamten und Angestellten befinden sich insgesamt bereits 20 fachtechnisch Ausgebildete. Der Streichungsantrag aller Parteien mit Ausnahme der Kommunisten wird angenommen. Bei der Beratung des außerordentlichen Etats Abg. Lind( Dnat.) gegen den kostspieligen Apparat der Reichsheißt doch alle Zeichen der für die Breffe so außerordentlich getreidestelle und fragt, wo die 14% Milliarden geblieben find, die schweren Zeit verkennen, wenn man die Hilfe weiter hinaus- die Landwirtschaft für zu billig geliefertes Getreide verloren hat. schiebt. So oder so, mit oder ohne festen Plan werden dann Abg. Hoch( Soz.) betont, daß die Linke nur von dem Bestreben alle selbständigen, vom Interessententapital unabhängigen Be- geleitet ei, den Minderbemittelten die Möglichkeit zu fchaft herausfommen.( Sehr richtig! links.) triebe gezwungen sein, ihr Erscheinen einzuschränken, wenn geben, auch im nächsten Jahre Brot faufen zu können. Wenn die Die Beschwerden über Auswüchse des Kartell- und Syndicatsnicht einzustellen. Und deshalb bedauern wir, daß Genosse Rechte die Versorgung der Bevölkerung, insbesondere der minder- I wesens sollen einer Kartelleinigungsftelle unterbreitet werden, die Die ich bisher bewährt hat. Weiter ist eine Schlichtungskommiffion| betrieben sind technisch nicht auf der Höhe, und es ist dringend not-| brechungen der Rechten zwingen den Redner, sich mit lauter Stimme eingefest, die die Beschwerden der Genossenschaften über zurück- wendig, nachzuholen, was hier versäumt wurde. Im rheinisch- west- Gehör zu verschaffen, was den Vizepräsidenten veranlaßt, ihn aufsetzung in der Belieferung prüfen foll. Wenn wir auf diesem Wege fälischen Bezirk ist die Belegschaft in der letzten Zeit um 5000 zufordern, in anderem Lone zu sprechen. Nachdem wieder Ruhe nicht zu einer Mann zurüdgegangen, die in andere Industrien gewandert eingetreten ist, fährt Hoch fort: Die Profite des Kapitals find ständig sind. Um eine weitere Abwanderung zu verhüten, muß ein gewisser gewachsen, und trotzdem wird von der rechten Seite verlangt, daß regelrechten Beachfung der Wünsche der Abnehmertreise Anreiz für diese gefahrvolle Arbeit gegeben werden, und darum habe man die Arbeitszeit verlängert. Die Deutschnationale kommen, dann müssen wir natürlich erwägen, ob nicht gefet- ich mich nie gegen höhere Löhne und eine gewisse Beschränkung der Partei, deren Anhänger die Breise für die notwendigsten Lebensgeberische Maßnahmen notwendig find. Jede Beengung Arbeitszeit in diesen Betrieben gesträubt. Mit großer Freude und mittel unerhört gefteigert haben, trägt am meisten dazu bei, daß des Auslandsverkehrs halte ich für wenig erwünscht, und grund- innerer Ueberzeugung fordere ich deshalb auch nicht von den rheinis die Arbeiter nicht mehr leisten können. Die Industrie zieht zun fäßlich stehe ich auf dem Standpunkt, daß es volkswirtschaftlich not- fchen Bergarbeitern Ueberschichten. Ihre harte Arbeit gibt ihnen großen Teil aus der Valutadifferenz ungeheure Gewinne, wendig ist, den Warenverkehr auch nach dem Auslande ein Recht auf eine Ausnahmestellung unter allen anderen Berufen. Die es allen Teilen des Volkes zur Pflicht machen, hin möglichst frei zu gestalten. Aber wir leben unter anordieser Ausbeutungspolitik entgegenzuarbeiten. malen Berhältniffen und würden die verarbeitende Industrie in Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) er mit den höherem Maße schädigen, wenn wir den Verkehr frei und ungehin- Bergarbeitern unzufrieden ist, der sollte erst einmal selber in die Die Preisgestaltung muß unbedingt fontrolliert werden. dert hinausgehen lassen. Weiter müssen wir verhüten, daß die Aus- Grube fahren.( Lebhafter Beifall links.) fuhr zu einem allzu billigen Preise erfolgt; denn wir haben ein Interesse daran, daß die Differenz zwischen Inlands- und Auslandspreis nicht dem faufenden Staat, sondern unserer Volkswirtschaft erhalten bleibt. Wo es nur möglich ist, haben wir die Förderung des Außenhandeis betrieben, wodurch wir zum Teil erhebliche Devisen hereinbekommen haben, die uns sonst nicht zur Verfügung gestanden hätten. Ist so eine gewiffe Beschränkung der Ausfuhr noch notwendig, so dürften wir hoffentlich recht bald in der Einfuhr zu einer größeren, freieren Bewegung fommen. Die Luxuswaren hoffen wir dadurch zurückhalten zu können, daß wir die 30llfäße sehr erheblich erhöhen. Bei den wirtschaftspolitischen Fragen in Genua zeigte sich die große Differenz in der wirtschaftlichen Gestaltung der einzelnen Staaten, aber dennoch ergaben sich gemiffe einheit liche Auffassungen, die darauf hinausgingen, möglichst alle Beschränkungen, soweit sie nicht ein unbedingt dringendes Erfordernis find, aufzuheben und zu beseitigen. Durch ein möglichst einheit liches Zolltarifschema sollen vor allen Dingen für die bedeutsamsten Industrie- und Handelsstaaten Erleichterungen im 3ollverkehr eintreten. Nach dieser Richtung hin haben wir bereits große Borarbeiten geleistet. Weiter wurde ausdrücklich festgelegt, daß wir bezüglich der Regelung der Meist begünstigung Ich hoffe, daß wir für eine Beitlang die Bergarbeiter menigen Papierfabriken, die wir im Lande haben, müssen unter die vielleicht zu einem leberschichten wesen bekommen. Aber Kontrolle der Regierung gestellt werden. Auch die Zuckerwirtschaft wir fönnen solange feine längere Arbeitszeit von ihnen verlangen, sollte sich der Minister einmal sehr genau ansehen. In rücksichtsloser folange die großen Haldenbestände daliegen. Es liegen noch viele Weise muß die Ausfuhr überwacht werden. Wenn wir wieder au nicht erschlossene Felder tot da, die unbedingt ausgebeutet werden einer Besserung der Berhältnisse kommen wollen, dann muß Liefe müssen. Ich hoffe, daß es möglich sein wird, mit dem preußischen gewissenlose Profitwirtschaft ein Ende nehmen.( Beifall links.) Handelsminister zu einer Verständigung zu kommen und mit Hilfe Abg. Kniest( Dem.) verlangt Hilfe für den gewerblichen Mitteldes Reiches, Preußens und der privaten Unternehmungen ein Unter- ftand. nehmen aufzurichten, das die Felder erschließt und Nach 6 Uhr wird die Weiterberatung auf Dienstag 11 Uhr vertagt. unsere Kohlenproduktion erhöht. schon ein Biertel des Weltbedarfs deckt, sehr unangenehm bemerkbar. Bestechungsgelder für den Kapp- Putsch. Im Kalibergbau macht sich die elsässische Konkurrenz, die heute Troßdem haben wir eine erhebliche Steigerung im Preise für Kali, Unter der Anflage ter Bestechung hatte sich ber was sehr unangenehme Folgen für die Landwirtschaft hat. In der Eisenindustrie sind wir zu einer Aufwärtsbewegung der Preise Major a. D. Erich Jansen vor der Strafkammer des Landgekommen, leider mehr, als nach meiner Ansicht gut und zu verant- gerichts I zu verantworten. Der Angeklagte hatte die Einworten ist. Auch auf dem Schrottmartt haben wir eine Preis- wohnerwehren in Preußen ins Leben gerufen, während unsteigerung bis zum Hundertfachen. Enorme Gewinne werden ein abhängig davon der Reichswehrminister eine Reichsstelle für den geheimſt. Die Verteilung des Benzols war mit so viel Schwierigkeiten verbunden, daß wir uns leider entschließen mußten, selben Zweck eingerichtet hatte. Herr Jansen trat ins preußische die vollständige Freigabe des Benzols herbeizuführen. Damit ist Ministerium des Innern ein und hatte die Angelegenheiten der Einwohnerwehr zu bearbeiten. Diese sollte eine politisch neutrale Drnatürlich auch eine bedauerliche Preiserhöhung eingetreten. Um der Not der Presse zu steuern, ganisation darstellen. Jansen vermittelte die Versicherung der Mitzu einer Grundlage kommen müssen, die gewiffe gleiche Rechte der find zunächst die Tarife für Zeitungspapier herabgefekt worden. glieber ter Einwohnerwehr bei zwei Versicherungsgeſellſchaften. einzelnen Rationen anerkennt. Ich glaube, daß dies auf wirtschaft- Unsere Absicht, die Gewinne bei der Ausfuhr von Papier zu erfassen, Dem Angeklagten wurden lichem Gebiet ein Erfolg ist, den wir in Genua errungen haben, ist auf ungeheure Schwierigkeiten gestoßen. Die Außenhandelsstelle für die Vermittlung Provisionen zugebilligt, wenn er auch nicht unmittelbar in die Tat umgesetzt werden kann. für Druckpapier hat einstimmig, auch mit den Stimmen der Arbeit deren Beträge er nicht für sich verwandte, sondern einem fogenann Nach mühevollen Arbeiten ist es gelungen, eine ganze Reihe nehmer, abgelehnt, 60 Pro3. des Mehrgewinns bei der Ausvon Verträgen zum Abschluß zu bringen. Mit einigen fuhr von Zeitungspapier zur Genfung des Papierpreises zur Ber- ten schwarzen Fonds" überwies. Dieser sollte nach der Staaten stehen wir noch in Verhandlungen, und es ist zu hoffen, fügung zu stellen. Das soll technisch nicht möglich sein. Es stellt sich eigenen Angabe des Angeklagten dazu dienen, daz wir auch mit ihnen, insbesondere mit den Bereinigten Staaten, nämlich immer zur rechten Zeit eine technische Unmöglichkeit heraus. die Einwohnerwehr nach rechts umzustellen zu Wirtschaftsabkommen gelangen. Wir wollen versuchen, auf einem anderen Wege etwas zu erreichen. und dazu mitwirten, seine politischen Ideale zu verwirklichen, Der Stand unferes Außenhandels Der Papierpreis ist vom Holzpreis abhängig. Ob es notwendig b. h. den Kapp Putsch vorzubereiten. In den„ schwarzen ist, daß wir zu Papierholzpreisen von 600 bis 900 Mr. pro Raummeter fommen, dafür erscheint mir der Beweis noch nicht erbracht zu Fonds" sind im ganzen etwa 60 000 m. gelangt. Der Staatsanwalt hielt diese Hingabe von Geldern an ihn für sein. Von der Regierung aus fönnen unmöglich aus allgemeinen Mitteln noch mehr Summen zur Senfung der Papier den Tatbestand der Beste chung. Das Gericht erkannte auf preise zur Verfügung gestellt werden. Die Baustoffindustrie für Sied- Freisprechung! Kräften, vor allen Dingen durch bessere Kohlenbelieferung, gefördert. Vermittlungsgebühr für die von einzelnen Mitgliedern abgeDas Gericht hat festgestellt, daß der Angeklagte das Geld als Die aus der Kapitalknappheit erwachsenen Schwierigkeiten des geschlossenen Bersicherungen erhalten hat, die nicht zum Bereich seiner werblichen Mittelstandes werden Gegenstand eingehender Beratunamtlichen Tätigkeit gehörten. Das Gericht hat ferner festgestellt, Es wird meine Sorge sein, einen daß von einer Bestechung, turch welche der Angeklagte einen Vorteil hatte, nicht die Rede sein könne. Die Beträge sind in einen fteilen Abstieg der Wirtschaftskurve abzumindern. Als eine der Maßnahmen, die hierzu geeignet sein können, habe ich schwarzen Fonds geflossen; wenn der Angeklagte mit diesen Eindie Stügung der deutschen Industrie durch weitere Auftragsvergebung 3ahlungen auch bestimmte politische Ziele rerfolgt hat, so sei dech feitens staatlicher Stellen schon jetzt start betont. Die Aufträge sollen nach feiner Richtung hin erwiesen, daß er persönlich irgendeinen vergeben werden, wenn ein wirklicher Mangel an Beschäftigung vor- Vermögensvorteil hatte. Da eine strafbare handlung nicht vor. liegt, und im Zeichen der guten Geschäftsfonjunttur, soweit das mög- liege, erübrige sich die Erörterung dieser Frage, ob die Beiträge lich ist, zurückgehalten werden. Bor allen Dingen aber müssen zur Vorbereitung für den Rapp Butsch verwendet werden unfere industriellen, Einrichtungen den ausländi sollten und aus diesem Grunde die Amnestie Anwendung zu finden schen Wettbewerbern ebenbürtig werden. Den schweren Krisen in unserem Wirtschaftsleben werden wir nicht entgehen hätte. fönnen, aber wir müssen nach Möglichkeit versuchen, zu ihrer Milderung beizutragen, und dazu ist notwendig, die Kräfte zu ent wickeln, die die Entstehung solcher Krisen verhindern können.( Lebhafter Beifall.) war im vorigen Jahre gerade nicht günstig. Wir haben eine sehr starfe passive Handelsbilanz. Die Einfuhr ist in diesen Monaten um 1,5 Milliarden im Monat stärker gewesen als die Ausfuhr. In den Monaten Dezember, Januar und Februar gestaltete fich die Handelsbilanz auf einmal zu einer aktiven. Der Ueberschuß betrug im Dezember 0,77 Milliarden, im Januar 1,7 Milliarden, im Februar 2,5 Milliarden und im März erschien bereits wieder ein Einfuhrüberschuß von 1,6 Milliarden. Die letzte Summe wird wahrschein lich noch höher werden. Ganz unhaltbare Zustände haben fich bis in die jüngste Zeit auf dem Devisenmarkt herausgestellt. Die Bestimmungen des Devisenhandelsgesehes haben der Spefulation einen Riegel vorgeschoben. Seit geraumer Zeit find ernste Erwägungen im Gange, wie den Balutafchuldnern in Deutschland, die sich in einer schwierigen Lage befinden, durch Reichshilfe entgegengetommen werden kann. Die Reichsregierung hat sich entschlossen, wirksam zu helfen. Leider fönnen wir den Bedarf an Kohle aus der eigenen Produktion nicht mehr deden. gen sein. Zu der niedrigeren Förderung von Steinfohlen kommt die Lieferung an die Entente, so daß wir mit einer dauernden Störung der Kohlenversorgung im Inlande zu rechnen haben. In absehbarer Zeit werden unsere Verkehrsmittel leider nicht in der Lage sein, die Beförderung der Rohle zu regeln, daß der Bedarf befriedigt werden kann. Die Folge davon ist, daß eine ganze Reihe von Industrien nicht in der Lage ist, ihre Exportmöglichkeiten wirklich auszunuzen. Durch die oberfchlesische Auseinandersezung wird die Kohlenproduktion außerordentlich beeinflußt, und es ist damit zu rechnen, daß die an Bolen abgetretene Industrie sich nach dem Osten orientieren, dort ein Absatzgebiet finden wird und für Dem schamlosen Bucher muß energisch entgegengetreten werden, Deutschland verloren geht. Wollen wir aus dem Inlande die Kohlen zumal die Arbeiterschaft außerordentlich leidet, weil ihre Löhne für unsere Industrie haben, dann müssen im Ruhrgebiet neue zum Teil noch nicht auf das 20fache gestiegen sind.( Buruf rechts: Felder erschlossen werden. Eine Reihe von Bergbau- Sie haben in der Regierung gesessen, nicht wir!) Lärmende UnterWie man es machen muß. Von Frizz Müller, Chemnitz. Erich Huhn ist Beamter. Seine Arbeiten erledigt er schnell und fisher, ohne sich bei Kleinigkeiten aufzuhalten. Er versteht auch eine Menge von dem, was nicht in sein Fach einschlägt. Nach unten hin ift er sehr gemütlich und bildet sich nichts, aber auch gar nichts ein. Seinen Borgefeßten gegenüber aber hat er einen steifen Nacken, läßt sich nicht das Geringste gefallen und sagt ihnen gründlichst seine Meinung. Er ist deshalb oben" nicht gut angeschrieben. In seinen Bersonalaften steht:„ Tüchtige und selbständige Kraft; aber u. U." ( b. h. ,, umbequemer Untergebener"!). Abg. Hammer( Dnat.) trägt Klagen und Forderungen des Handwerks vor. Abg. Hoch( S03.): zeigte dort, daß es ihm unmöglich sei, auf dem neuen Poften auch nur einen Monat auszuharren. Die Räume feien ungesund, das Publifum falle ihm auf die Nerven, die Arbeit liege ihm nicht usw. Dann bat er, ihn ,, tunlichst bald" wo anders unterzubringen. Wir wollen sehen, was sich machen läßt!" sagte man ihm zum Abschied. Erich Huhn hatte richtig spekuliert. Er wurde nicht wieder verfebt; und er wird erst dann versetzt werden, bis er einmal darum nachsucht, an der jetzigen Wirkungsstelle bleiben zu dürfen! Der Wiener Männergefangverein in Berlin. Der berühmte Wiener Männerchor ließ sich gestern, nachdem alle politischen Empfänge und Segenssprüche vorüber find, endlich für seine mufi talischen Leistungen ehren. Gewiß: Die Desterreicher, die Wiener Den übergeordneten Stellen", die ihm nicht wohlwollen, ist es Leid, wenn sich die Hände zum Bruderbund finden. Aber mäch zumal, stehen unserem Herzen nahe, und geteiltes Leid wird halbes nicht leicht, ihm ,, eins auszuwischen". Bu disziplinellem Einschreiten tiger schlagen in aller Welt die Herzen sich entgegen, wenn sich in wegen schlechter Amtsführung gibt er keinen Anlaß. Macht man ihm der Mufit die gleichen Schwingen der Begeisterung heben. Wien ,, wegen zu großer Selbständigkeit und wegen mangelnder Ehr hat mehr musikalische Genien in feinen Mauern als Schaffende erbietung gegen seine Vorgesetzten" Vorhalte, so beschwert er sich auch geborgen, die Erde Wiens deckt mehr Fürsten der tönenden Stunft über die harmloseste Rüge und ruht nicht eher, bis die Rüge mit als die ganze übrige Welt. Das färbt auf den Stil und auf die dem Ausdruck des Bedauerns über diesen Mißgriff" zurückgenommen Haltung all der Männer von heute, die teilhaben am Kunstschaffen. Die größten Komponisten haben seit achtzig Jahren dem Wiener wie er, die sich schnell in jede Lage finden, äußerst felien find. Wird haben seine Sänger deutsches Lied, deutsche Kultur fingend getragen. ist. Beim Aufrücken kann man ihn nicht gut übergehen, weil Leute Männergesangverein Chorwerke gewidmet, und in die ganze Welt er aber einmal zurückgesetzt, so macht er sich nichts daraus; denn er unter ihrem praktischen Einfluß hat sich das Niveau des gesamten ist weber ehrgeizig noch über das ihm etwa entgehende Mehr an Ge- Männergesangvereins gehoben, aus der alten Liedertafelei ist ein halt ärgerlich. wirklicher Kunstchor geworden. Nur ein Mittel gibt es, das man gegen ihn mit Erfolg und ohne Diesen Eindruck hatte man auch gestern, als sehr schwere und Gefahr anwenden kann, die Versehung. Von diesem Mittel hat man ausgiebigen Gebrauch gemacht. Während des Krieges wurde er neunmal versezt, und zwar nie aus disziplinellen Gründen, sondern ftets im Interesse des Dienstes". Nach der Umwälzung ging die Bersetzerei weiter. Fürchtete man doch, er würde seinen Kollegen zeigen, welche Rechte ihnen die Revolution gebracht hat, und sie gegen die Vorgesetzten aufheben! mann, als die komplizierten Gebilde Brucknerscher Arbeit Soweit das Gericht. # Wichtiger als die originelle Begründung der Freisprechung ist, daß wieder einmal auf die politisch- neutrale" Leitung der Einwohnerwehr schlagartig Licht fällt. Man sieht dabei, mit welchen Mitteln und nach welcher Richtung gearbeitet wurde. Neue Ciquidationen in Polen! Die Liquidationsfommission in Bosen, die auf Grund des Versailler Friedensvertrages ihre Tätig feit ausübt, hat zehn deutschen Eigentümern mitgeteilt, daß sie bis zum 10. Juli d. 3. auf dem Liquidationswege ihre Güter zu verkaufen haben. ,, Wir rufen das deutsche Volt auf" fährt der Aufruf fort mit dem Dichter zurückzublicken auf sein Wert. Die Gabe, bie ihm geboten werden soll, ist nur fein eigenes Werk an die Kulturwelt. Seine hervorragenden Werte sollen in der Hauptstadt feiner engeren Heimat, in Breslau, von den besten Künstlern Deutschlands unter der Führung der ersten Spielleiter dargestellt werden. Die Gerhart- Hauptmann- Festspiele, die vom 8. bis 21. August d. J. im Stadt- und Lobe- Theater, sowie in der für diesen Zwed eingerichteten Jahrhunderthalle Breslaus stattfinden, sollen die Deutschen aller Stände vereinen. Sie sollen, über die Feier des Dichters hinausgehend, nicht nur auf deutsches Kulturgut hinmeisen, sondern auch zeigen, daß eine Nation selbst unter den größten materiellen Kümmernissen, selbst unter Not und Bedrückung ihre fulturellen Werte zu schäzen weiß. Das deutsche Bolt ehrt nur sich selbst, wenn es dem Dichter. Schidjale mit weher Liebe aufdedt, indem er seinen Florian Gener huldigt, der die Quelle aller seiner glüdlichen und schmerzlichen den Dolch„ Der deutschen Zwietracht mitten ins Herz" zielen läßt. Möge dieses brennende Wort zuschanden werden vor dem ein mütigen Willen der Deutschen, ihren Dichter festlich zu grüßen." maiengrün prangte der Schöneberger Stadtpart am Sonntags- Freikonzerte. Die Sonne lachte vom Himmelszelt, im Sonntag, und inmitten einer riesigen Zuhörermenge gab unter hender Beifall lohnte die Gaben der Sänger, die damit in unAlexander Weinbaums Leitung der Gesangverein" Lypographia" ein Konzert, das hohen fünstlerischen Genuß bot. Raueigennütiger Weise Bielen eine würdige Sonntagsfeier bereitet haben. Gesangvereine ein Gratiskonzert veranstaltete, aber diese öffentliche Es war nicht das erstemal, daß einer der vielen Groß- Berliner Birksamkeit wurde in letzter Zeit nur von wenigen gepflegt. Und doch wäre es gerade zur jetzigen Zeit notwendig, durch derartige der Bevölkerung zu bringen. Wenigen ist es noch vergönnt, ein gutes Veranstaltungen Musik, Freude und Sonnenschein in das Leben Konzert zu besuchen, und felbft die zu billigen Preisen veranstalteten Konzerte sind für viele unerschwinglich dem Arbeiter Sängerbund und dem Bund Berliner Daher ist es dantbar zu begrüßen, daß der Berliner Magistrat Männerchöre je 10 000 M. zur Verfügung gestellt hat, mit der Wochentags und Sonntags während der Monate Juni bis Auguſt Verpflichtung, dafür 46 Konzerte in den öffentlichen Bartanlagen zu veranstalten. Diese dafür ausgeworfene Summe, die nicht einDie innere Befriedigung, einem guten Wert zu dienen, ist der Lehn, mal das Fahrgeld für die Gänger deckt, wird reichlich Zinsen tragen. mit dem sich die Mitwirkenden begnügen müssen. mit dem sich die Mitwirkenden begnügen müffen. musikalisch bedeutsame Werke von Reiter, Schubert, Schu. durch die Philharmonie flangen. Wie das alles technisch gemacht, wie es dynamisch gestuft und sauber gefellt war, erregt Bewunde rung. Das Stimmaterial entbehrt der entscheidenden Schönheit unserer rheinischen Chöre; so gleichen sich die Farbcharaktere der tiefen und hohen Lagen aus, glätten sich zu einem einzigen großartigen Klang, in dem nichts hervorsticht, nichts unterdrückt ist. Diese Daß er bald hier, bald dort beschäftigt wurde, störte Erich Huhn vollendete Einheit in der Vielheit ist der größte Borzug neben der durchaus nicht. Im Gegenteil! Er freute sich, wie fein anderer, in heit und an Nuancen der Temperamentstala blieben die Herren künstlerischen Auswahl des Programms. An rhythmischer Straff furzer Zeit die Bielseitigkeit des Dienstes fennen zu lernen. Schließ gestern etwas zurüd. Karl Luce, der Chormeister und Nachlich aber sehnte er sich nach mehr Ruhe und Stetigkeit. Da war er folger Heubergers, sorgt für Gediegenheit, Sorgfalt, Solidität des auf einen Bosten gestellt worden, der bei seinen Kollegen sehr un- Singens, dem nur ab und zu ein Schuß Raserei gut täte. Der beliebt war. Ihm aber gefiel er. Das Amt lag nicht weit von seiner Bracht und der Kultur des Riesenensembles erlagen die Zuhörer Wohnung entfernt. Sein Arbeitszimmer war zwar alt, jedoch äußerst bankbar, und trotz der higigen Atmosphäre wurden Bugaben gern Wie wäre es, wenn sich auch unsere guten Musikvereine an gemütlich eingerichtet. Die Art der Arbeit behagte ihm. Und der gespendet. diesem edlen Wettbewerb beteiligten? Wie dankbar würde es Borsteher, der allgemein gefürchtet war, behandelte Erich Huhn Die Hauptmann- Festspiele in Breslau. Der Ehrenausschuß für empfunden werden, wenn 3. B. an einem schönen Sonntag äußerst vorsichtig und war froh, wenn ihn der ,, u. I." in Ruhe ließ. Die Gerhart- hauptmann- Festspiele, dem u. a. Reichspräsident Ebert, nachmittage mehrere Kapellen auf den Spielwiefen des Treptower ,, Hier ist gut sein. Hier laßt uns Hütten bauen!" dachte Erich Reichstagsabg. Löbe und zahlreiche andere Bertreter der Regierung, Parks ihre Weifen ertönen ließen? Es soll ja damit nicht den BeHuhn. Aber wie sollte er es anfangen, um auf diesem Posten zu der Presse, der Literatur und Kunst angehören, erläßt einen Aufruf rufsmufitern eine Konkurrenz bereitet werden, sondern den Mitbleiben? Sjätte er in einer Eingabe dargelegt, daß es ihm hier ge= an das deutsche Volk. gliedern selbst würde es eine Genugtuung sein, öffentlich sich einmal falle, und gebeten, ihn nicht wieder zu versehen, so wäre er bald für die Kulturwelt hervorgehoben, feine Wirkung aus dem Bolt Friedrich- Wilhelm- Hospitals in der Fröbelstraße, in den Anlagen In markanten Worten wird seine Bedeutung für Deutschland hören zu lassen. Singt und mufiziert einmal vor den Infassen des weiter versett morden. Selbstverständlich im Interesse des Dienstes". und ins Bolt festgestellt und seine innige Verbindung mit dem der Ansialt Wuhlgarten bei Biesdorf, vor unseren alten Leuten in Erich Huhn fing es anders an. Er begab sich aufs Personalamt und Mutterboden betont. Buch usw., ihr werdet faum wieder solch dankbares Publikum haben. K. S. Die Wiener beim Reichspräsidenten. Freigabe der Zuckereinfuhr. Jund den Genossen Auer besonders nicht angegriffen, fondern sie im Gegenteil vertetdigt und zwar gegen den Vorwurf Der Wiener Männergesangverein wurde am Montag Angesichts der Zuckerfnappheit hat der Reichsernährungsminister des Abg. Unterleitner, daß unsere Partei schuld an dem Ver nachmittag vom Reichspräsidenten empfangen. Anwesend nunmehr die Einfuhr von Auslands3uder bis auf weiteres bot der Grumbach Versammlung sei. Strille betonte, waren außer den Wienern der Präsident des Reichs- völlig freigegeben. Produzenten und Händler haben erreicht, gerade weil er manchmal taltisch im Gegensatz zu dem Genossen tages öbe als Vorsitzender des Desterreichisch- Deutschen mas sie mit der freien Wirtschaft erreichen wollten, nämlich, daß der Auer stehe, hätte er das Recht und die Pflicht, ihn in seiner Boltsbundes, der österreichische Gesandte, die Reichs- und Verbrauchszucker zum Weltmarktpreis an den Verbraucher gelangt. persönlichen Integrität zu verteidigen. Die USP.- Versamm Staatsminister und Bertreter der Literatur, Künste, Musik Denn die Freigabe der Zuckereinfuhr, so erwünscht sie im Interesse lung hat daraufhin in der üblichen Weise reagiert, daß sie den und Presse. Reichspräsident Ebert begrüßte die Sänger der Versorgung der Bevölkerung ist, wird bewirken, daß nicht nur Genoffen Strille niederzubrüllen versuchte. Hinterher muß mit herzlichen Worten, in denen er feiner Freude Ausdruck der aus dem Ausland hereinkommende, sondern auch der früher von Krille dann der Freiheit" als Kronzeuge dienen. gab, die Wiener Gäste bei sich begrüßen zu dürfen. Deutsch- Händlern und Schiebern aufgekaufte und auf Reisen" befindliche Ein besonderes Kapitel bildet der Bremer Fall Bußmann. land und Desterreich verbinde die Gewißheit untrenn= 3nlandszuder jegt zum Ausland spreis am Markt erscheint Diesen führt die Freiheit" als„ langjährigen Fraktionsvors barer Zusammengehörigkeit. Der Vorsitzende derselbe Zucker, für den sie noch den Preis von 5-10 m. pro Pfund sitzenden der SPD." Bremens" ein. Tatsächlich war er niedes Wiener Gesangvereins, Dr. Krüd I, dankte dem Reichs- bezahlt haben, wird so um etwa 20 Mt. an den Verbraucher ge- m a 18 Vorsitzender, sondern nur dessen Stellvertreter. Erst als er präsidenten und gelobte aufs neue die Treue der Deutsch- langen. Der Wucher war bereits so toll, daß schon dieser Preis bei der Neuwahl nicht zum ersten Vorsitzenden gewählt wurde, bes österreicher zum Deutschen Reich. Der Wunsch aller Deutsch- einen Druck auf die noch höher stehenden Preise für den im freien trachtete er das als Mißtrauensvotum und schwenkte nun in eine österreicher sei, daß recht bald der Tag fommen möge, an dem Berkehr befindlichen Zucker ausübt. ganz andere Richtung. Ihn führt die Freiheit" als Kronzeugen die Vereinigung aller Deutschen in einem Staate zur TatWie gesagt, besteht die Gefahr, daß jetzt aller Suder zum gegen die Koalitionspolitik der Sozialdemokratie an. Da sie Bußfache werde. Auslandszucker gestempelt wird, abgesehen von den verhältnismäßig mann als einen„ Wissenden" bezeichnet, wird es sie und ihre Leser geringen, für die Versorgung jedenfalls unzureichenden Mengen, sicher erfreuen, wenn sie einiges aus der jüngsten politischen Ver die auch in der Zeit wildester Preistreiberei durch den ehrlichen gangenheit Bußmanns erfährt. Dieser Wissende" schrieb Handel zu einem den Fabrikpreisen entsprechenden Kleinhandelspreis noch am 17. September 1921 im Bremer Boltsblatt" in einent auf den Markt kamen. Es ist daher dringend zu fordern, daß die Artikel Mitregieren oder nicht?" folgendes: Bucherverfolgung mit aller Energie denjenigen Fällen nachgeht, wo Inlands- als Auslandszuder verkauft wird. Auf die Dauer wird freilich auch die rücksichtsloseste Wucherverfolgung den Unterschied der beiden Preise nicht aufrechterhalten können. Aber es ist notwendig, daß denjenigen Leuten, die den Zustand der Aushungerung des Zuckermarktes durch ihre Auffäufer zum Zweck wucherischer Geschäfte herbeigeführt haben, einmal eine Leftion erteilt wird Die Auseinandersehung mit den Hohenzollern Der amtliche preußische Pressedienst berichtigt die von uns gebrachte Meldung des Sozialdemokratischen Pressedienstes, daß im Zusammenhang mit einer Frontänderung des preußischen Finanzministers in der Auseinandersehung mit ben Hohenzollern auch Personalveränderungen vor sich gegangen seien. Die amtliche Er flärung ist für den Kenner der Verhältnisse so nais, daß wohl bei ter Abfassung des Dementis schon damit gerechnet worden ist, es werde nicht allzu ernst genommen werden. Wichtiger ist der zweite Teil der amtlichen Mitteilung. Sie und daß ihnen ihre Wuchergewinne abgenommen werden. lautet: Propaganda für Schutzölle auf Zucker. Obwohl die jeßige Lage der Zuckerversorgung hauptsächlich der Arbeit der 3ucerindustrie zu verdanken ist, die zwar ihre Geminne in Sicherheit zu bringen wußte, sich aber trotz ihres straffen Busammenschlusses um eine ordnungsgemäße Verteilung nicht im geringsten fümmerte, bekommen es jetzt die Zuckerindustriellen fertig, Einfuhrzölte zu verlangen, um die Preise noch höher treiben zu können Niemals ist die leberweisung von 200 millionen Mart nach Doorn an den früheren Raiser beabsichtigt gewesen. oder jetzt in Aussicht genommen. Es hat auch niemals die Absicht bestanden, die Eigentumsansprüche der Hohenzollern unter Um gehung des Parlaments zu regeln und dieses vor vollendete Tatsachen zu stellen. Es gibt auch fein allgemeines Schüdingsches oder ein anderes allgemeines Gutachten über die Ansprüche der Hohenzollern, vielmehr bestehen eine Reihe von Gutachten sowohl von Schücking als auch von anderer Seite über Die Zuckerfabrikanten haben bei den letzten Besprechungen im einzelne Ansprüche. Der Finanzminister hat niemals das Schüdingsche Gutachten über die Ansprüche der Hohenzollern" Reichsernährungsministerium erflärt, daß die Freigabe der Einfuhr beiseite gelegt und sich auf den Boden eines anderen allgemeinen für Auslandszucker eine so schwere Gefährdung für die deutsche Gutachtens gestellt. Er hat vielmehr die Angelegenheit sowohl Buckerfabrikation bedeute, daß sie alle Folgen ablehnen müßten. Die mit Bertretern des vormaligen Königshauses wie mit dem deutsche Industrie fönne bei freier Einfuhr des Zuckers nicht mehr preußischen Justizminister erörtert und wird nunmehr auf Grund fonfurrenzfähig bleiben und die Folge müßte ein Erliegen vieler Be dieser Erörterungen seine Anträge an das Staatsministe triebe sein. Deshalb hat die Zuckerindustrie die Forderung erhoben, rium richten. Die einzelnen Minister werden hierzu Stellung die Regierung solle, wenn schon die Zuckereinfuhr unbedingt nötig sei, nehmen, und Sache des Staatsministeriums wird es dann sein, einen Einfuhrzoll von 1400 M. auf den Doppelzentner Imsich über die weitere Behandlung der Angelegenheit und über eine Borlage an den Landtag, über die der Staatsrat vorher zu hören portzuckers legen. ist, schlüssig zu machen. Aus diesen Mitteilungen ist zu entnehmen, daß das preußische Finanzministerum tatsächlich einen neuen Auseinandersetzungsentwurf fertiggestellt hat. Sein Tert wird abzuwarten fein, zudem hat er noch verschiedene kritische Stellen zu passieren. Aber schon fetzt fet grundfählich betont, daß wir nicht daran denken, auf dem Ummeg über„ objektive und neutrale" Schiedsgerichte und ähnliche juristische Brücken den Hohenzollern Werte zuzubilligen, die dem Staate aus geschichtlichen, tatsächlichen und fachlichen Gründen gehören. In diesem Zusammenhang eine Frage. Bis zu diesem Tage hat Wilhelm von Doorn noch keinen Pfennig Steuern gezahlt. Wann gedenkt der Herr Finanzminister als 3wangsverwalter des Hohenzollernvermögens dafür zu sorgen, daß die zuwalter des Hohenzollernvermögens dafür zu sorgen, daß die zu ſtändigen Finanzbehörden, einstweilen wenigstens Teilsteuerzahlungen leiften? Kommunalwahlen in Eupen und Malmedy. Agence Belge meldet: Bei den in den Kreisen Eupen und Malmedy abgehaltenen Kommunalwahlen haben die Listen, die von den von der belgischen Regierung ernannten Bürgermeistern unterstützt werden, im allgemeinen die Stimmenmehrheit. Als im vorigen Jahr der Gesangverein Typographia" bei einem Ausflug vor den Patienten der Heilstätte Grabowfee ein Konzert veranstaltete, wie schlugen da die Herzen höher, wie röteten sich die blaffen Wangen, und Hoffnung und Lebensmut zog in die Brust der Kranken! Selten fuhren wohl Sänger zufriedener von einem 2fusflug heimwärts als an diesem Tage." H. G. = " " ,, Wollen wir durch die Abstinenzpolitik der US. uns dauernd bestimmen lassen, in Bremen tros sozialistischer Mehrheit eine rein bürgerliche Regierung frei schalten und ivalten zu lassen?. „ Die US. haben im Reich wie in Bremen eine ungeheure Schuld auf sich geladen dadurch, daß sie die Regierungen den bürgerlichen Parteien ausgeliefert haben. Unsere Aufgabe muß es jegt sein, durch unfere Beteiligung an der Regierung die Demotrafle zu schüten, und wenn wir durch die Schuld der US. nicht dem sozialistischen Prinzip im Senat das Uebergewicht geben können, dann muß es jetzt unsere Pflicht sein, wenigstens der Demokratie zum Uebergewicht zu verhelfen. So viel über die politische Zeugniskraft des Herrn Bußmann, der in wenigen Tagen so gründlich umgelernt hat. Unsere bremischen Genossen empfehlen der Freiheit", sich bei ihrem Freunde. Hente des näheren über Bußmann zu erfundigen. sie daraufhin ihr Urteil um einiges einschränken. aus guten Gründen das nicht verraten wird. Bielleicht wird Wenn sie auch Renaudel über den Umschwung in Frankreich Seit zweineinhalb Jahren lastet das Ergebnis der französischen allgemeinen Wahlen, die einen Triumph für den Nationalen Bloc Clemenceaus darstellten, verhängnisvoll über ganz Europa. Das hat wieder einmal der Berlauf der Konferenz von Genua gezeigt. Deshalb verdient jede politische Meinungsäußerung des französischen Boltes ganz besondere BeDer Reichsernährungsminister hat auf diese Borstellungen der achtung. Die General- und Kantonalratswahlen, Industrien alle Interessenten zu einer erneuten Besprechung geladen, die in ganz Frankreich mit Ausnahme von Paris am vorigen die voraussichtlich am Mittwoch stattfinden wird. In dieser Ber- Sonntag stattgefunden haben, waren die erste einheitliche handlung wollen die Vertreter der Konsumenten und der Zucker ver- Willenskundgebung des französischen Volkes feit dem 16. Noarbeitenden Industrie gegen den von den Zuckerfabrikanten ge- vember 1919. Ihre Beurteilung durch berufene Männer des wünschten Einfuhrzoll energisch Berwahrung einlegen. Ein Zoll von politischen Lebens Frankreichs ist auch für die deutsche Ar1400 M. auf den ohnehin teuren Auslandszucker würde einen Im beiterschaft von Interesse. Der auf der Brüsseler Konferenz port nahezu unmöglich machen. Da amerikanischer Zucker der englischen, franzöfifchen und belgischen Sozialisten angegenwärtig 18,25 m. foftet, würde der Zoll nicht weniger als 7 m. wefende Genoffe Renaudel äußerte sich in einem Interview pro Pfund betragen. Hierzu fämen noch die Transporttosten, die mit dem Brüffeler Peuple" hierüber wie folgt: Verdienstspanne für den Groß- und Kleinhandel sowie die übrigen Diese Wahlen haben die französische Sozialistenpartei Spesen, so daß ein Pfund Auslandszucker dann fast 30 M. er- erfreut, denn sie haben den Vorsprung der Sozialisten über die reichen würde. Die Vertreter des Handels betonen nachdrücklichft, Kommunisten, die sich im vollen Niedergange befinden, flar bea daß ein solcher Preis für eines der wichtigsten Nahrungsmittel für wiesen. Die veröffentlichten offiziellen Zahlen beweisen dies und die den weitaus größten Teil der Bevölkerung unerschwinglich Wirklichkeit ist noch viel günstiger. sein würde. Der Reichsernährungsminister soll nochmals in einer Aber das Charakteristische dieser Wahlen ist vor allem die von sämtlichen Interessenten unterzeichneten Eingabe ersucht werden, Niederlage des Nationalen Blods, deffen Niedergang jetzt zugegeben die Zuckereinfuhr wenigstens bis zum Beginn der neuen Ernte ohne wird. Fast überall hat man" links" gestimmt und an vielen Orten irgendwelchen Aufschlag freizugeben, da die deutsche Zuderindustrie war es die sozialistische Partei, die den Feldzug gegen den Block befich unfähig erwiesen habe, den ihr obliegenden Verpflichtungen nach- feelte, auch dort, wo sie nicht unmittelbar den Nutzen daraus zog. zukommen. Daß die angebliche Gefährdung der Zuckerindustrie nichts als eine Redensart ist, ersieht man schon daraus, daß das Zuckersyndikat heute einen Preis von 2000 m. je Doppelzentner 3uder verlangt, so daß der Auslandspreis von 3650 M. entfernt feine Konkurrenz für den Inlandszucker darstellt. Aber auch dieser Inlandspreis baut sich nicht auf die gegenwärtigen Produktionskosten auf, sondern auf die erhöhten Rübenpreise, die die Zuckerwirtschaftsstelle den Landwirten nach der nächsten Ernte zahlen will. Von einer Gefährdung der Industrie" jezt schon zu reden, ist daher eine unwahrhaftigteit, es sei denn, daß die Fabrikanten die Absicht haben, auch ihre jezigen, bereits überhöhten Preise weit über den Weltmarktpreis hinauszutreiben. Dem aber müßte erst recht entgegengetreten werden. Das Urteil der„ Wissenden". Seitdem die Freiheit" ihre neue radikalapprobierte Redaktion hat, ist ihr geistiger Kampf gegen die alte Sozialdemokratie zu einer erstaunlichen Höhe emporgewachsen. Auf derselben Höhe steht ihr Nachrichtendienst. Unter der geheimnisvollen Ueberschrift: Das Urteil eines Wissenden" berichtete sie ihren Lesern, daß in Fulda die gesamte rechtssozialistische Ortsgruppe fich mit ihrem wegen politiicher Differenzen ausgeschlossenen Vorsitzenden solidarisiert und der SBD. den Rüden gefehrt habe; daß ferner in München der " Die Stich wahlen am Sonntag( also vorgestern. Red.) mer den das Zurückfluten des Nationalen Blocks noch verstärken. Tardieu gibt in seinem„ Echo National" zu, daß man bei den 163 Stichwahlen mit 50 sicheren Riederlagen des Blocks rechnen müsse. Selbst die Kommunisten werden wahrscheinlich zu diefer Niederlage beitragen. Der beste Beweis für den Niedergang des Nationalen Blocks liegt in der Tatsache, daß zahlreiche Kandidaten, die ihm angehören, sich wohl gehütet haben, sich zu ihm zu bekennen." ,, Das bedeutet also die Möglichkeit eines baldigen Kursa wechsels in Frankreich?" „ Sicherlich, und diese Kantonalwahlen, die sonst nur einen geringen politischen Charakter tragen, sind besonders era freulich für uns gewesen durch all das, was sie für die Zukunft verkünden. Diese Bewegung wird mit der Zeit zunehmen und die allgemeinen Wahlen werden lints" gemacht werden, gegen den Nationalen Block. Es ist dies nur die Wieder. holung dessen, was sich seit mehr als einem Jahrhundert in Franks reich so oft ereignet hat: nach reattionären und natio nalistischen Krisen stellt die Demofratie stets eine vernünftige Lage wieder her." William Bassin.( Bu seinem 300. Todestage, dem 23. Mai.) Der Name des englischen Seefahres William Baffin lebt in der Baffinsbai fort, die von ihm festgestellt wurde.. Baffin, ber 1584 geboren wurde, war einer der gebildetften und hervorragendsten Seefahrer feiner Zeit. Der erste, der auf der See Längenbestimmungen durch Monddurchgänge machte. Als Steuermann verschiedener fühner Seefahrer nahm er an großen Reisen teil und begleitete die 1612 und 1616 ausgerüsteten Expeditionen, die eine Durchfahrt durch die Davisftraße an der Nordfüste Ameritas vorbei in den Stillen Ozean fuchten. Die letzte Erpedition gelangte nun 1916 bis zum Smith- Sund unter dem 78. Grad nördlicher Breite und beobachtete hier die größte bekannte Abweichung der Magnetnadel, 56 Grad von Norden nach Westen. Auf seine Autorität hin nahm man nördlich von der Davisstraße eine große Bai an, die feinen Namen erhielt. Seine Erklärung, daß eine nordwestliche Durchfahrt nicht vorhanden sei, war die Ursache, daß die zuletzt von ihm durchforschten Seeftriche zwei volle Jahrhunderte, bis 1818, nicht Die spätere Lebenszeit des Entdeders war durch tragische Redakteur Serille von der Münchener Bost" in einer öffentlichen ein Unglück nicht nur für die deutsche Republit, sondern auch Schicksale verdüstert. Er hatte sich dadurch, daß er jede Hoffnung auf SPD.- Versammlung sich gegen das Verhalten der Parteileitung für Frankreich selbst und für die Demokratie der ganzen Weit. cine Durchfahrt abschnitt, den Haß aller Seefahrer zugezogen, die und namentlich unseres Genossen Erhard Auer ausgesprochen habe. weitere Nordwestfahrten unternehmen wollten; er trat daher in den Schließlich brachte sie Ausführungen eines in Bremen von der Dienst der ostindischen Kompagnie und ging nach Indien, wo er Sozialdemokratie zur USPD. übergetretenen Mannes, namens Paris, 22. Mai.( WTB.) Zum Ergebnis der gestrigen Generaldie südlichen Küsten des Roten Meeres und Persischen Golfs ver- Bußmann, der sich sehr radikal gegen die Koalitionsratswahlen stellt ,, Ere Nouvelle" eine Betrachtung an, aus der man maß. Bei der Belagerung von Ormus durch die Engländer und politif ausgesprochen und erklärt hat, daß er so lange der SPD. auf die Stimmung innerhalb der radikalen Partei schließen Berser wurde er am 23. Mai 1622 von einer Kanonenkugel getötet. nicht angehören könne, als diese dauernd den Bürgerlichen Kon- tann. Als das Charakteristische der gestrigen Wahlen stellt das Das von ihm zuerst festgestellte Bolarwasser ist für immer mit seiner geffionen mache". Blatt neben dem Ruck nach links den Umstand hin, daß das Persönlichkeit verknüpft, aber fein Ruhm und seine Verdienste fanden erst in viel späterer Zeit die verdiente Anerkennung. wieder besucht wurden. und richten die wahren Freunde Frankreichs mit Freude erfüllen Der Brüsseler„ Peuple" fügt hinzu, daß diese guten Nach richten die wahren Freunde Frankreichs mit Freude erfüllen Genugtuung. Denn die Herrschaft des Nationalen Blocks ist werden. Auch uns erfüllen diese Vorausfagen Renaudels mit Was zunächst den Fall Fulda anlangt, so ist es richtig, Land sich zugunsten einer flaren Haltung und mutigen Fordaß eine von dem früheren Vorsigenden der Ortsgruppe ein- mulierung ausgesprochen habe. In zahlreichen Bezirken seien berufene Versammlung den Austritt aus der SPD. erklärt hat. in der Tat Kandidaten von fräftiger Farbe gegen weniger Das Akademische Justitut für Kirchenmusik in Charlottenburg, Diese Versammlung war jedoch feine Mitgliederver- nüanzierte Radikale durchgedrungen. So erkläre sich der Mißerfolg die älteste Musikhochschule Breukens, sieht in den Pfingsttagen auf ihr waren Unabhängige einer Reihe von alten Republikanern, die im fritischen Augenblic hundertjähriges Bestehen zurüd. Sit sie auch nach außen hin wenig bervor fammlung, sondern es getreten, jo bat fie durch ihre intensive Arbeit für unsere Mufiffultur Kommunisten dazu in größerer Zahl erschienen. Der Vor- mehr aufs Lavieren als auf den Kampf bedacht gewesen seien. unseres Landes eine umio nachbrüdlichere Wirksamkeit entfaltet. Bersorgte figende, ein wegen der Haltung der Partei zum Eisenbahner- Möge diese Lektion, sagt das Blatt, vor allem diejenigen belehren, sie doch die Schulen und Seminare mit Mufiflebrern, stellte sie doch den großen Chorvereinigungen die Reiter, den Stirchen die Organisten und Thor fireit verärgerter Beamter, ist tatsächlich ausgetreten und etwa die versucht sein könnten, ihr persönliches Heil in der 3 weidirigenten. Reben einem Festaktus findet am Mittwoch, den 7. Juni, 20 Mitglieder sind ihm gefolgt. Die sozialdemokratischen Mitglieder deutigkeit und der Konfusion zu suchen. Die Zeit dieser abends, ein Festkonzert im großen Saale der Hochschule für Musik statt, aber haben sich einen neuen Vorsitzenden gewählt, und die kleinen Geschicklichkeiten ist vorbei und niemand wird das bedauern. musik unter der Leitung seines Meisters Prof. Karl Thiel bestreiten wird. Drtsgruppe unserer Partei zählt gegenwärtig 80 zahlende MitBühnenchronit. Die Direktion des Deutschen Theaters glieder. Die Unabhängigen würden froh sein, wenn sie ebensoviel hat den Darmstädter Künstler T. C. Pillars als fünstlerischen Beirat hätten. deffen Programm der Madrigalchor des akademischen Instituts für Stirchen" Leste Nachrichten. Großfener in Spandan. und Leiter des Deforationswesens durch mehnjährigen Vertrag verpflichtet. Genosse Otto Krille aus München bezeichnet in einer Buschrift Bernardo de Murs, der führende Tenor Italiens, fomint Anfang an uns die Behauptung der Freiheit" über ihn als so viel Juni nach Berlin, um an einigen Abenden an der Staatsoper in Worte so viel unwahrheiten!" Zunächst ist er und war Die Gummi warenfabrik in der Lazarusstraße in feinen Glanzpartien zu gaftieren. Zum Leiter des Petersburger Konservatoriums ist der be- er nicht Redakteur der Münchener Post". Aber das ist unwesentlich Spandau steht in Flammen. Die gesamte Feuerwehr wurde rühmte Komponist Glasunow, der vor turzer Zeit auch in Berlin ein gegenüber der Verdrehung seiner Ausführungen, die er in zum Löschen und zur Sicherung der Nachbargebäude aufgeboten, Konzert veranstaltete, ernannt worden. jener USP. Versammlung gemacht hat. Er hat die Parteileitung Die Ursache des Brandes ist noch unbekannt. Gewerkschaftsbewegung Zur Einigung in der bayerischen Metallindustrie. Bon gutunterrichteter Seite wird uns hierzu noch geschrieben: " Der Kampf in der füddeutschen Metallindustrie wird wahrschein lich noch in dieser Woche beendet werden, vorausgesetzt, daß es auch in den außerbayerischen Kampfgebieten Süddeutschlands gelingt, eine Basis der Verständigung zu finden. Entscheidend waren die Ende voriger Woche in München beendeten Berhandlungen für die bayerische Metallindustrie. Allein die Tatsache, daß volle acht Tage- unter Zuhilfenahme mehrerer Nachtfizungen, von denen die eine bis morgens um 4½ Uhr dauerte verhandelt werden mußte, beweist die großen Schwierigkeiten, die einer Verständigung in den vielen Streiffragen gegenüberstanden. Drei große Streitpunkte standen im Vordergrunde: Arbeits= zeit, Rolleftioabfommen( Manteltarif, der die einzelnen Fragen des Arbeits- und Lohnverhältnisses regelt) und 2ohn. Die strittige Frage der Arbeitszeit nahm zunächst zwei Tage in Anspruch, ohne daß eine Einigung erzielt werden konnte. Dann folgten die Beratungen des Kollektivabkommens, die volle dreieinhalb Tage und zwei Nachtsizungen erforderten. Der von Unternehmerseite vorgelegte Entwurf eines Rollettivabkommens wies an die 50 einzelne strittige Punkte auf, die sich u. a. verteilten auf Arbeitszeit und Heberarbeit, Lohnbestimmungen und Eingruppierung der einzelnen Arbeiterkategorien in die verschiedenen Lohntlassen, Affordreglung, Ferien, Lehrlingsfragen, Schlichtungswesen, Arbeitervertretung( Betriebsräte), Arbeiterentlassungen und allgemeine Bestimmungen. In mühevollen Verhandlungen gelang es, de m Manteltarif eine Fassung zu geben, der die Arbeitnehmervertreter zu stimmen fonnten. Dann kam die Lohnfrage an die Reihe, die wiederum zwei sehr ernste Verhandlungstage beanspruchte. Die Unternehmer legten ein neues Lohnangebot vor, das sie als weitgehendst bezeichneten. Schließlich wurden noch weitere 2,80 m. pro Stunde für die Facharbeiter erreicht, deren Stundenlohn sich nunmehr auf 21 M. plus 2 M.( sogenannter Buschlag B), mithin auf 23 m. stellt, gegen 10,10 m. im Januar d. J. Besondere Spezialzulagen find darin nicht einbegriffen, sie werden extra verrechnet. Dem Spizenlohn der Facharbeiter schließen sich die Löhne für Angelernte und Ungelernte sowie der Arbeiterinnen und schließlich der Lehrlinge in bestimmten Abständen an. War so bis Donnerstag nacht eine Einigung über das Kollektivabkommen und die Löhne erzielt worden, so stand doch noch die Arbeitszeitfrage als strittig offen. Eine Berständigung zwischen den Parteien war nicht zu erzielen. Die Verhandlungen drohten wiederum zu scheitern. Dann griff am Freitag früh das bayerische Ministerium erneut vermittelnd ein, um schließlich den Parteien folgenden letzten Vermittlungsvorschlag zu unterbreiten: " Sämtliche vom Streit oder der Aussperrung erfaßten Betriebe werden unverzüglich unter Berücksichtigung der technischen Möglichfeiten wiedereröffnet. In allen unter den Vertrag fallenden Betrieben bleibt die bisherige Arbeitszeit bestehen. Wenn die Betriebsleitung die Notwendigkeit für gegeben erachtet, ist nach vorheriger Verständigung des Arbeiterrates die Arbeitszeit soweit zu verlängern, daß auch die 48. Wochenstunde gearbeitet wird, wobei für letztere ein Zuschlag für eine Stunde in der Höhe zu bezahlen ist, wie er für Ueberstunden tariflich verein bart ist. Die dadurch sich ergebende Gesamtarbeitszeit kann auf Verlangen der Betriebsleitung in der Arbeitsordnung in die reine wöchentliche Arbeitszeit aufgenommen werden." Dieser Vorschlag zur Arbeitszeit wird gemeinsam mit dem Rollettivabkommen und den Lohnzugeständnissen den bayerischen Metallarbeitern in diesen Tagen zur Ur abstimmung unterbreitet. Entscheiden sich die Kämpfenden für Annahme des Berhandlungsergebnisses damit dürfte zu rechnen sein, so steht nach den Erklärungen der bayerischen Metallindustriellen einer Wiederaufnahme der Arbeit nichts im Wege. Vereinbart wurde, daß in diesem Falle teinerlei MaßregeIungen stattfinden. In den übrigen Kampfgebieten( Württemberg, Baden und Frankfurt a. M.) werden die nächsten Tage zeigen, ob es in gegenseitigen Verhandlungen gelingt, ein Ergebnis zu erzielen, das zu einer Annahme durch die beiden Parteien führt. Bis diese Verhandlungen abgeschlossen sind und eine Entscheidung der am Kampf beteiligten Arbeiter vorliegt, wollen wir eine eingehende Betrachtung und Würdigung dieses großen Kampfes der füddeutschen Metall arbeiter zurückstellen. Einigung nicht erfolgt, ben sofortigen Ausftand der gesamten Hand- 1 werfer vorzubereiten. Streit der Kinovprführer. Wirtschaft Gestern nachmittag nahm eine Versammlung der in der deutschen Die Angriffe gegen die Außenhandelskontrolle. Filmgewertschaft organisierten Kinovorführer den Bericht über die Bekanntlich hat die Handelskammer Hamburg in mit den Kinobefizern gepflogenen Verhandlungen entgegen. Da ihrem letzten Jahresbericht gegen die Tätigkeit der Außenhan mit dem Verein der Lichtspieltheaterbefizer feine Einigung er- delsfontrolle scharfe Angriffe gerichtet. Der Reichswirtschaftsreicht wurde, ist der bereits am Sonnabend gefaßte Streitbeschluß minister hat das in dieser Angelegenheit vorgelegte Material dem erneuert worden. Von dem Streit der Vorfüherer werden in Groß- Reichswirtschaftsamt mit dem Ersuchen um Nachprüfung übergeben. Berlin etwa 200 Lichtspieltheater, vornehmlich mittlere und kleinere In der jüngst abgehaltenen Sigung des vom Reichswirtschaftsamt Betriebe betroffen. Zwischen der Filmgewerkschaft und den großen zu diesem Zwecke eingesetzten Ausschusses hat der Vertreter des Stonzernen, wie der Ufa, Decla und Biophon, find inzwischen Ver- Reichswirtschaftsministeriums, wie uns von zustän einbarungen getroffen worden, die in den nächsten Tagen zum Ab- diger Seite mitgeteilt wird, folgende Erklärung abgegeben: schluß kommen. In den Theatern der genannten drei Gesellschaften geht daher der Betrieb weiter. Reichsgewerkschaft und Beamtenbund. ,, Neben den im Jahresbericht der Handelskammer Hamburg gegen das System der Außenhandelskontrolle vorgebrachten Beschwerden, für die nunmehr das Material vorgelegt worden ist, sind auch in der Presse, insbesondere einem Teil der hamburgischen Presse, größtenteils in start verschärfter Tonart, Vorwürfe gegen Die BS.- Korrespondenz verbreitete in letzter Zeit sozusagen all- die Regierung und die Außenhandelsstellen erhoben. Daraus, daß täglich Berichte über das Verhältnis zwischen Eisenbahner- Reichs die Regierung auf diese Presseangriffe bisher nicht eingegangen ist, gewerkschaft und Beamtenbund einerseits und dem Deutschen scheint ein Teil ihrer Urheber die Schlußfolgerung für berechtigt zu Eisenbahnerverband andrerseits, die die Reichsgewerkschaft nicht im halten, daß die Regierung feinen Wert auf Aufklärung lege oder sie besten Lichte erscheinen lassen. Als Probe brachten wir am Sonn- fogar zu scheuen habe. Eine derartige Folgerung ist selbstverständ tag eine Mitteilung dieser Korrespondenz, wonach die Reichsgewert lich unrichtig. Der Regierung ist im Gegenteil an völligster schaft gewissermaßen das Sammelbeden aller gewerkschaftsfeind- Aufklärung der erhobenen Vorwürfe unbedingt gelegen. Sie hat lichen Elemente bilde. In der gestrigen Abendausgabe fonnte der daher von vornherein die Absicht gehabt, den Reichswirtschaftsrat " Borwärts"( auf der 1. Seite) eine Erklärung der Vorstände des als die zentrale Bertretung der deutschen Wirtschaft um Nachprü Deutschen Eisenbahnerverbandes und der Reichsgewerkschaft ver- fung zu ersuchen und hat diese Absicht ausgeführt, sobald die Hanöffentlichen, die den ganzen Verdächtigungen der letzteren den Boden delskammer Hamburg das Material für ihre Beschwerden vorgelegt entzieht durch die Mitteilung der vollzogenen Einheitsfront. Nun hatte. mehr macht die genannte Korrespondenz ein Langes und Breites Da sich sowohl die Beschwerden der Handelskammer Hamburg, über eine Klärung im Beamtenbund, die in dem Ausschluß der wie auch die in der Presse erhobenen Angriffe soweit sie überReichsgewerkschaft bestehen soll. Zum Schluffe macht fie fich Sor- haupt fachlicher Natur find im wesentlichen auf eine Anzahl von gen über eine" Zersplitterung" der Reichsgewerkschaft. Klar ist, Mißständen zurückführen lassen, die man dem System der Außendaß ein Zusammengehen zwischen Reichsgewerkschaft und dem handelskontrolle und ihrer Organisation zuschreibt, so wird nach Deutschen Eisenbahnerverband eine Annäherung an den ADGB., Ansicht der Regierung die untersuchende Tätigkeit des Reichswirtund damit eine Abwendung vom Beamtenbunde mit sich bringt. schaftsrats sich neben der Prüfung von Einzelfällen darauf zu er= Eine Scheidung würde schiedlich- friedlich erfolgen und der Deutsche streden haben, ob und inwieweit sich in der Organisation der AußenBeamten nach wie vor weiter bestehen. Jede Einmischung Unbe- handelskontrolle grundsäßliche Mängel zeigen, die einer Abrufener in die Dinge wirft nur störend und verwirrend und ist in fung bedürfen. Die Regierung wird selbstverständlich mit allen jeder Beziehung unnüz. itteln bestrebt sein, ihrerseits das erforderliche Material vollstän dig und rückhaltslos zur Verfügung zu stellen. Ein Reinfall der Kommunisten. Die Regierung zieht es vor, diesen Weg der fachlichen NachMan schreibt uns:„ Die Zimmerer der Provinz Branden prüfung zu wählen, und von anderen Maßnahmen, insbesondere burg, Gau 5 des Zentralverbandes, hielten am 2. April ihre von Strafverfolgungen( d. h. Strafverfolgungen gegenüber den erGaufonferenz im Berliner Gewerkschaftshause ab. Die Konferenz hobenen Angriffen, soweit sie zur Anstrengung von Beleidigungshatte die Aufgabe, einen Delegierten zum Gewerkschaftskongreß für prozessen Anlaß geben könnten) Abstand zu nehmen, da sie nicht der Gau 5 vorzuschlagen. Die Kommunisten versuchten hier eine Belle Auffassung ist, daß in einem gerichtlichen Verfahren derartige, mit zu bauen und brachten Repschläger- Berlin in Vorschlag. Die Gau- wirtschaftlichen Vorgängen in so engem Zusammenhang stehende konferenz ftellte jedoch Knüpfer- Berlin als Kandidaten auf. Fragen fachgemäße Klärung finden können, und da nur auf dem Diese Entscheidung gefiel auf der linken Seite offenbar nicht. Kurz von ihr gewählten Wege Anregungen für eine etwaige zweckvor der Wahl erschien in der„ Roten Fahne" eine Notiz, worin die mäßigere Gestaltung der Außenhandelskontrolle zu erwarten sind. Der oben erwähnte Unterausschuß des Reichswirtschaftsrats Kommunisten erfärten, die„ demagogische Verbandsdemokratie" habe verhindert, den Vorschlag der Opposition zuzulaffen. Gleich- wird die Angelegenheit weiter verfolgen." zeitig hätten Repschläger, Schid und Genossen, die in der letzten Zeit das Wort Demokratie" nicht oft genug in den Mund nehmen konnten, in ihrer Fraktionssizung zu der Urwahl die Parole erteilt, alle drei Kandidaten auf dem Stimmzettel zu streichen. Das ist echte Demokratie" und zeigt das wahre Gesicht dieser Helden. Das Resultat diefer Urwahl brachte den zweiten Reinfall der Quer treiber. Gine faum nennenswerte Zahl der wählenden Mitglieder ist dieser demagogischen Parole gefolgt, trotzdem die kommunistischen Schreihälse noch während der Urwahl in den Bezirken gebrüllt haben:„ Kameraden, streicht alle drei Kandidaten auf dem Stimm-zettel. Lehrlingswesen und Familienföhne in Frankreich. Das Steigen der Reichsmart in mostan. Das Steigen der Reichsmart in Moskau hält an, fie wird im freten Berfehr bereits mit 23 000 bis 25 000 Rubel bezahlt. Auch die übrigen Baluten steigen start: 1 lettländischer Rubel 16 000-20.000 Sowjetrubel, 10 Goldrubel= 25-26 Millionen Sowjetrubel, 1 Solotnik( gleich 4,266 Gramm) Feingold 9 Millionen Rubel. Die offiziellen Kurse der Staatsbank bleiben wie immer hinter den Freiverkehrskursen weit zurüd: 1 Reichsmart 6800 Sowjetrubel, 1 Pfund Sterling = 8 600 000, 1 Dollar 1930 000, 1 franzöfifcher Frank 180 000 1 schwedische Krone 500 000, 1 polnische Mark= 600, 1 eft ländische Mark 3500, 1 lettländischer Rubel= 4500, 10 Goldrubel 10 Millionen, 1 Solotnit Feingold= 420 000 Somjetrubel. An der schwarzen Börse" werden russische Obligationen und Aktien lebhaft gehandelt. Besonders gesucht sind Naphtha- und Eisenbahnaftien. Die russische Staatsrente( zu 1000 Rubel) koftet jetzt 90 Millionen. Eine von 125 Handelskammern beschickte Präsidentenkonferenz beschäftigte sich fürzlich mit der Lehrlingsfrage. Es wurde dazu die Forderung aufgestellt, daß die Organisation des Lehrlingswesens völlig den Handelskammern überlassen bleibe. In diesem Sinne soll ein besonderer Bericht den zuständigen Stellen vorgelegt wer= den. Auch wandte sich die Konferenz gegen einen Gesegentwurf, der zurzeit dem Abgeordnetenhause vorliegt und der die obligaforische Einführung des Familienlohnes vorsieht, weil die Erfahrungen auf diesem Gebiete noch zu jungen Datums seien. Dagegen 2. wurden die Arbeitgeber aufgefordert, den schon bestehenden freiwilligen Ausgleichkassen zur Zahlung des Familienlohnes beizutreten. Doch eins fann heute schon gesagt werden: wenn die Organisaal des Bezirksvorstandes, Lindenstr.3, 2. Hof, 2 Tr., Funktionärsizung. SPD.- Gemeinde- und Staatsarbeiter. Heute 7 Uhr im Sigungssation den süddeutschen Metallarbeitern ihre reichen Mittel zur Berfügung stellte, so haben sich die Kämpfenden dieser Unter- Zum Streit in der fächsisch- thüringischen Textilindustrie ist, wie stügung würdig erwiesen. Unter erschwerenden Umständen der Konfektionär" drahtlich erfährt, bisher ein Ende nicht abzunahmen sie den Kampf auf, unerschütterlich haben sie in monate- fehen, wenigstens dürfte in dieser Woche faum ein Abbruch erfolgen. langem Ringen( München 13 Wochen!) große Opfer ge. Der Blauener Schlichtungsausschuß hat vergeblich gearbeitet. bracht. Diese aufrechte Haltung verschaffte ihnen beim Unter- Auch in G era stattgefundene Verhandlungen, unter Vermitte dankbare Anerkennung." Briefkasten der Redaktion. D.$. 46. 1. Nach unserer Ansicht hat Ihr Bruder Anspruch auf Rente. Versorgungsamt bzw. Fürsorgestelle.- D. 2. 22. Nicht bekannt.$. F. 2 Nein. 2. Die 120 Broz. müssen Sie zahlen. Ellen, Bremen. Abgelehnt, weil die von Ihnen vertretene Anschauung fich mit der unseren bedt, Trittel 104. Gie meinen vermutlich die Erholungsheim Betriebsgesellschaft( nur für Beamte der Stadt) oder die Deutsche Erholungs. heim- Gesellschaft( für Erholungsbedürftige überhaupt). Beide Gesellschaften leitet Direktor Kleinau( Bureau: Berlin, Boftstr. 10). eigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. 5., Berlin. Drud: Berantw. für den redakt. Teil: Franz Klühs, Berlin- Lichterfelbe; für An. Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3. Hierzu 1 Beilage. nehmertum Refpeft und Zugeſtändnisse, bei den Klaſſengenoffen lung ber thüringischen Regierung, waren fruchtlos Sofortige Linderung bei Asthma Eine Einigung kommt besonders deshalb nicht zustande, weil die Arbeiter darauf bestehen, daß die Differenzierung zwischen Webereiund Färbereiarbeitern beseitigt wird. Berlin. Betriebsräte, Betriebsobleute und Bertrauensmänner! Dienstag, 7 Uhr, Verband der Steinfeger, Pflasterer und Berufsgenossen, Tarifbezirk Großim Gaal 9 des Gewerkschaftshauses: Wichtige Zusammenkunft liche Versammlung in den Prachtsälen Alt- Berlin, Blumenstr. 10. Zentralverband der Angestellten. Rolonialwaren. Mittwoch 8 Uhr öffent Zentralverband der Bäder und Konditoren. Konfitürenbranche. Mit aliederversammlung Mittwoch 7½ Uhr im Böhmischen Brauhaus, Landsberger Allee 11-13. Die Metallarbeiteraussperrung im Frankfurter Gebiet mit Offenbach, Hanau, Darmstadt usw. wird heute beginnen und zieht über 40 000 Arbeiter in Mitleidenschaft. Die Vorschläge des Verbandes der Metallindustriellen für Hessen- Nassau und die angrenzenden Gebiete im Laufe der gestrigen Verhandlungen wurden von den Arbeitervertretern abgelehnt. Das Reichsarbeitsministerium hatte von diefer ziemlich überflüssigen Aussperrung unter Hinweis auf die Verhandlungen in Bayern dringend abgeraten. Auf der Grundlage der Deutscher Banarbeiterverband. Stud- und Gipsbaubranche. Mittwoch Ginigung in Bayern war eine solche zweifellos auch für das Frank- 7 Uhr in der Neuen Philharmonic, Köpenider Str. 96-97, Baudelegierten furter Gebiet möglich, bei einigem guten Willen der Unternehmer, versammlung, wozu alle in der Stud- und Gipsbaubranche' tätigen Baubeleder hier offenbar fehlt. Die mit dieser Aussperrung verbundene gierten, Betriebsobleute und Betriebsräte bestimmt erscheinen müssen. Reine Spekulation wird nun nach der Einigung in Bayern erst recht haben 8utritt. Die Mitglieder der Geftionsleitung müssen vollzählig erBaustelle darf fehlen. Nur Mitglieder des Deutschen Bauarbeiterverbandes zuschanden werden. scheinen. Die Gektionsleitung. ist vielen Leidenden in Berlin gewährt worden. Wenn irgendein Asthmaleidender in dieser Stadt noch daran erhoben werden, der Wahrheit entsprechen, so schwinden diese gezweifelt hat, ob die Ansprüche, die für„ Dr. Schiffmanns Asthmador" Zweifel, wenn er unter denjenigen war, welche in voriger Woche eine Gratisprobe von der Victoria- Apotheke erhielten. Eine große Anzahl von Personen, die das Pulver ausprobierten, haben gefunden, daß es sofortige Linderung gewährte; daß die bösen Anfälle gehemmt wurden; daß freier Auswurf stattfand; daß eine liegende Stellung schnell eingenommen werden konnte; daß der Schlaf, der dann folgte, ruhig und ununterbrochen war, und daß der Morgen einen flaren Kopf und ein Gefühl freudiger Dankbarfeit brachte. Bahlreiche freiwillige Zeugnisse beweisen, daß, Dr. Schiffmanns Dentscher Transportarbeiterverband. Delegierte zur örtlichen Generalver- Asthmador" nicht nur sofortige Linderung auch in schlimmen Fällen Bewegung der Handwerker in den Brauereien. fammlung. Fortsetzung der vertagten Generalversammlung Mittwoch 7 Uhr Die in ihren Berufsverbänden organisterten Handwerker der im Saal 4 des Gewerkschaftshauses. Ohne Buch und Delegiertenkarte feinen bewirkt, sondern auch viele geheilt hat. Das Heilmittel wird jetzt Zutritt. Die Bezirksverwaltung. Sandelshilfsarbeiter und arbeiterinnen von fast allen Apotheken verkauft, so daß es für jedermann erreichbar Berliner Brauereien haben das Angebot der Arbeitgeber ab aus den Engros- und Detailbetrieben der Buzbranche. Mittwoch bei Witte, ist. Sollte irgendein Leser es jedoch bei seinem Apotheker nicht er11. Mai 1050 M. Wochenlohn- als ungenügend abgelehnt.( Alle ent- Boffitt. 20, Gruppenversammlung. Berichterstattung von der Lohnverhandlung. halten können, fo wende er sich an Dr. Schiffmanns Niederlage, Glas- und Teppichreinigungsbranche. Mittwoch nachmittag 4 Uhr Bersammgegenstehenden Berichte sind irrig.) Zur Vermittlung wurde der Tung im Englischen Sof"( Großer Gaal), Aleganderstr. 27b, Bericht der Sohn- Victoria- Apotheke, Berlin, Friedrichstraße 19, von wo es gegen Schlichtungsausschuß angerufen. Die Vertreter der Verbände der kommission. Stellungnahme zum Verbandstag. Nachnahme zugesandt werden wird. Bestandteile 34,90 Prozent Metallarbeiter, Maschinisten und Heizer, Maler, Kupferschmiede, Holz- 10 Uhr früh, Bersammlung Ziegelfir. 2. Thema:„ Die Aufgaben des Bölfer: Kaliumnitrat, 51,10 Prozent Fol. Datura Arborea, 14 Prozent Verband der Gastwirts- und Sotelangestellten. Mittwoch, den 24. Mai, arbeiter und der Böttcher wurde beauftragt, für den Fall, daß eine bundes". Ref. Gen. Kurt Wegener. Symplocarpus Foetidus. SUNLICHT An alle Hausfrauen, die sich um die Pflege ihres Wäscheschatzes selbst kümmern. Sunlicht Seife in ihrer anerkannten Güte ist in allen Geschäften erhältlich. Jedem Stück ist der Name SUNLICHT aufgeprägt. ssssss Die Packung ist die altbekannte. 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Während die theoretisch un- genügend vorbereiteten Versuche eines Schneiders von Ulm und die wissenschaftlich hervorragend durchdachten und auch mit gutem Er- folge praktisch durchgeführten Gleitflugversuche Lilienthals, des Alt- meisters der modernen Fliegerei, bei vielen Neunmalweisen nur ein leichtes Lächeln des Mitleids erweckten, da sie diese Art der Fliegerei als längst überholt betrachteten, haben sich in aller Stille Segelflug- vereine gebildet, deren Mitglieder mit großer Hingabe an der Aus- bildung des motorlosen Segelfluges arbeiten. Sie sehen in den mit mehreren Hunderten von Pferdestärken die Luft durchellenden Flug- zeugen fliegende Motoren, sie sind für sie keine ideale Lösung des Flugproblems. Die Segelflugwettbewerbe, die nun alljährlich in der Rhön ausgetragen werden, haben nicht nur das Interesse der Fachkreise, sondern in hohem Maße auch das des Publikums erweckt; wurden doch im vorigen Jahr« Flüge mit motorlosen Fahrzeugen von fast halbstündiger Dauer erreicht, gelang es doch auch, sie zum Ausgangspunkt zurückzusteuern. Wie armselig erscheinen dagegen die ersten Versuche mit motorischen Flugzeugen. Die Berliner mögen sich nur der.Luftsprünge" Armand Zipfels auf dem Tempel- hofer Felde erinnern. Man darf auch auf den ersten„Flugrekord" verweisen, den Santo? Dumont am 12. November ISÜS in Bugatellc mit einer Flugstrecke von 220 Metern ausstellt«. MoSellflugzeuge. In vielen Orten Deutschlands ist man eifrig am Werke, den Cegelflug zu fördern Auch in Berlin besteht eine Arbeitsgemein- fchaft. die unter der Firma„Berliner Modell- und Segelflugverein" in jedem Jahre Zsiodellwettflüge auf dem Tempelhofer Felde ver- anstaltet, die aber auch in ihrer Werkstatt in der Annenstraße 1b große Segelflugzeuge lsrstellt, die ihren Mann tragen können und mit denen sie sich am Rhönwettbewerb erfolgreich beteiligt hat. Es werden aber auch Alokorflug�eugmodelle heraestellt, bei denen der „Motor" aus kräftigen aufgedrebten Gummischnüren besteht. Da gibt es Rumpfmodelle mir vornliegender Schraube und die so- cenanntc Enlcukonstruklion. bei der die Schraube hinten und die tiiaoilisationsflächen vorn liegen, io daß es beim Flug« den An- schein hat. als bewege sich das Modell rückwärts. Während mm die Rumpfmodelle sowohl in konstruktiver als auch in praktischer Bouarbeit eine wesentlich größere Geschicklichkeit erfordern, werden dennoch mit der wesentlich einfacheren Entenkonstruktion die besten Erfolge erzielt. Bei diesen Modellen dient ein Stab, an dem die Flügel und Stabiiifationsflächen befcstiat sind, als Motorträqer. Mit diesen Modellen ist es auch der Berliner Arbeitsgemeinschaft gelungen, den den Skreckenrckorb mit 110 ZNctern und den Dauer- retard mit KS Sekunden für Deutschland zu halten. Als Bau- material für Modelle wird gespaltenes Bambusrohr benutzt. Zur Bespannung der Flächen dicMe früher Seide, die aber heute zu teuer ist. so daß man sich mit Gazcnpapier als Ersatz begnügen muß. Die Modelle hatten bisher eine Flügelspannweite von 60 Zenti- meter bis 2 Meter. Jetzt aber fallen diese überschritten werden. So ist ein mit zwei Schrauben ausgerüstetes Modell von mehr als zwei Meter Flüaellpannwsite im Bau. Am letzten Sonntag fand an der einsamen Pappel auf dem Tempelhofer Felde ein Modellsegelfluqwoltbewerb statt. Die Flug- zeuge wurden von einem Drachen 200 Meter emporgehoben und dann durch eine Auslösungsvorrichtunq freigelassen. T°.e Prüfung erstreckte sich auf Flugdauer und Entfernung. Die Bewertung der Flugdauer ergibt sich, wenn man Flugzeit durch Abslughöhe divi- diert. Bei der Wertung des Gesamtergebnisses muß natürlich auch die Flächenbelastung berücksichtigt werden. Sie muß bei den zur Konkurrenz zugelassenen Modellen mindestens 30 Gramm auf den Ouadratdezimeter betragen. Diese Bor'chrift erscheint notwendig, weil leichtere Modelle ohne weiteres eine längere Flugdauer er- Zeichen, die aber für die Nutzbarmachung in der Praxis völlig wert- los sind. Uebungsflugzeuge. Für Schul- und Uebuugszwrckc steht ein Uebungsglcitflugzeug, ein hZngedoppcldecker einfachster Bauart zur Verfügung In diese Maschine hängt sich der Flieger hinein, wobei er sich, ganz wie es Lilienthal machte, mit den Armen festhält. Die Arbeitsgemeinschaft hatte einen Uebungsplah an der Müllerstraße gepachtet. Es stellte sich heraus, daß die zum Abflug geeigneten Anhöhen im Osten lagen. Da aber Ostwind in Berlin selten weht, konnte die Zahl der Gleit- flüge nur eine sehr beschränkte sein, so daß die Uebungsmöglichteiten außerordentlich vermindert wurden. Jetzt ist besser geeignetes Uebungsgelände in der Nähe von Königswusterhausen oder bei Ställen in der Nahe von Rathenow in Aussicht genommen. Für den diesjährigen Nhönfegelflugwettbewerb, der vom g. bis 20. Au- gust auf der'Wasserkuppe stattfindet, sind zwei Fahrzeuge im Bau, und zwar ein Segelcindscker mit Steuerung und srciragendem Flächenprofil und ein Hängegleiler ahne Sleüeerung. Der Zweck dieser Wettbewerbe ist, ein möglichst ökonomisches Fliegen zu er- reichen, so daß auch die Motorflugzeuge mit wesentlich geringeren Masäsinenkräften die gleichen Leistungen wie bisher erzielen können. �ugenö und /llkohs!. Den in Berlin stattfindenden 2. Deutschen Kongreß für alkoholfreie Jugenderziehung(vgl.„Vorwärts" 238) begrüßten gestern Vertreter von Behörden des Reiches, des Staates und der Stadt. Für die U n i v e r f i t ä t, deren Aula für die Tagung überlasten worden ist, nahm ihr Rektor Prof. R e r n st das Wort. Er stellte mit Befriedigung fest, daß auch in der Studenten- s ch a f t die Ansichten über das Trinken sich doch schon sehr erfreulich geändert haben. Im Namen der Reichsregierung sprach Reichsjustizministcr Prof. R a d b r u ch. Die Regierung nehme starken Anteil an der Alkoholbekämpfung. Dem Kabinett werde in wenigen Monaten der Entwurf eines Strafgesetzes zugehen, das auch die Alkoholgefahr berücksichtigt. Der straffällige Trinker habe ein Wirtshausverböt zu gewärtigen. Sinnlose Trunkenheit werde, wenn verschuldet, selber zur Straftat. In dem Entwurf eines Schankstättengesetzes sei die Notwendigkeit des Schutzes der Jugend leitender Gesichtspunkt. Radbruch grüßte die neue Jugend, die ohne Rauschgift aus sich heraus ihre Schwungkraft finde. Sie solle für die neue Organisation, in der wir leben, die neue Seele schaffen. Der preußische Wohlfahrtsminister Hirtsiefer, der zu- gleich im Namen des preußischen Minsterprüsidenten sprach, hob hervor, daß die Forderung, die Alkoholbekämpfung bei der Jugend zu beginnen, schon in weiten Kreisen der Jugend selber auf- genommen worden ist. Schulrat Prof. Helmke, der den Will- kommensgruh des Berliner Magistrats überbrachte, wies darauf hin, daß auch in der Alkoholfrage ein gutes Vorbild der Er- w a ch s e n e n für die Jugend' das beste Erziehungsmittel ist.(Leb- hafte Zustimmung.) Vertreten sind noch viele andere Reichs-, Staats-, Provinzial-, Kreis- und Gemeindebehörden, ferner Schul- und Kirchenbchörden, Dereine von Lehrern, Frauen, Mtoholgegnern und Jugendlichen. In drei Referaten wurde die Bedeutung der Alkohol- frage für Gegenwart und Zukunft des deutschen Volkes behandelt. Vom gesundheitlichen Standpunkt aus sprach Universitätsprofessor T u c z e k- Marburg. Die Hoffnung auf Wiedercrltartung des deutschen Volkes werde dadurch beeinträchtigt, daß der Alknholverbrauch so stark zugenommen habe und die Jugend sehr daran beteiligt sei. Er erörterte die Schädigung der Nach- kommenschaft durch den Alkoholgenuß der Eltern und die unmittel- bare Schädigung der Kinder und Jugendlichen durch Alkoholdar- reichung. Nicht auf die Zahl unseres Nachwuchses kommt es an, sondern auf seine Tüchtigkeit. Das amerikanische Radikalmittel eines Alkoholverbots sei, wie schon jetzt sich zeige, nicht ohne Erfolg geblieben. Tuczek forderte für Deutsch- land die Einschränkung der Herstellung geistiger Getränke, die Ein- schränkung der Schankkonzessionen, Steuererleichterung für alkohol- freie Getränke. Aber solche Ge s e tz e müßten allerdings aus der Volksstimmung hervorgehen: vorher müsse mit den Trink- sitten aufgeräumt werden. Für Jugendliche bis zu 21 Jahren hält Tuczek vollständige Meidung des Alkohols für unbedingt nötig. Universitätsprofessor Fuchs- Breslau beleuchtete die wirtschaftliche Seite der Alkohol- und Wiederaufbaufrage. Durch die bedeutenden Ausgaben für Alkohol werde nicht nur der Einzelhaushalt, sondern auch der Haushall des ganzen Volkes geschädigt. Verringert werde durch die Gesundheit?- schwächung auch die Arbeitsleistung, schließlich die Arbeitsfähigkeit überhaupt. Die Alkoholindustrie entziehe der Bevölkerung große Mengen Nahrungsmittel(Getreide, Kartosfcln, Zucker). Was sie dem Staat an Steuern bringt, werde durch Schädigung des Volksganzen mehr als aufgewogen. Bei Verzicht auf den Alkohol könne die Industrie sich leicht auf andere Erzeugnisse um- stellen. Umversitütsprofessor Barth- Leipzig sprach über die Störung des sittlichen Wiederaufbaus durch den Alkohol. Die arbeitende Jugend habe sich schon seit längerer Zeit an dem Kampf gegen den Alkohol beteiligt, die st u d i e r e n d e Jugend aber sei dem Trinken eigentlich doch noch keineswegs abhold. Redner forderte Rückkehr zur Einfachheit des Lebens, das durch g e i st i g e Freuden zu verschönen sei. Die Nachmittagssitzung brachte ein Referat von Dr. meck. Agnes B l u h m- Berlin über den schädlichen Einfluß geistiger Ge- tränke aus die hofsende und die stillende Mutter. Die alkoholsreie Jugenderziehung habe, schloß die Referentin ihre be- gründenden Darlegungen, schon im Mutterleib zu be- ginnen. Eine hoffende Mutter, die noch trinkt, begehe«in Vcr- brechen gegen ihr Mnd, ihre Familie, ihr Volk. Stadtschulrat H e n z e- Frankfurt a. M. schilderte die Gefahren des Alkohols für Kinder und Jugendliche und forderte volle Alkoholcnthalt- samkeit auch der Jugendlichen. Oer„LiebesSokto?*. Ganz wie im Mittelalter. In das Reich des blöde st en Aberglaubens leuchtete wieder einmal eine Verhandlung hinein, die die Straf. kammer des Landgerichts I beschäftigte. Wegen Betruges in zahlreichen Fällen war der Wahrsager und-Kartenleger August K o n k a aus Lichtenberg angeklagt. Der Angeklagte betreibt seit einer Reihe van Jahren das nahr- hastere Gewerbe eines Wahrsagers. Seine Tätigkeit war in drei Spezialgebiete eingeteilt: Fernsuggestion, Horoskop- stellen und Verjüngungskuren. Bezüglich der Fern. suggestion gestaltete sich der Betrieb folgendermaßen: Zumeist hau- delte es sich um Ehepaare, die auseinandergekommen waren und um Liebesleute, die gern zusammenkommen wollten. Der Ana» klagte nahm den weiblichen Besucherinnen, die derartige Wüissche hatten, die Photographien des weiblichen und des männlichen Teiis ab und sandte sie an die„Indische Loge zur Wahrheit", deren Leiter ein angeblicher Professor Siemens in Leipzig war. Dieser„behandelte" dann den nichtwilligen Teil durch Fern- suggestion, natürlich ohne Erfolg. In engem Zusammenbange hiermit stand die„Behandlung der alternden Ehe- män n er" einer Reihe von Frauen, denen durch die Fernsuggestion das jugendliche Liebesfeuer nicht beizubringen gewesen war. In diesen Fällen händigte der Angeklagte den liebebedürftigen Frauen eine Aphroditisiocum aus, welches den Namen„T e st o» gan trug. Diese Pillen, die Konka für 12 M. kauft«, mußten die Liebe heischenden Frauen mit S00 M. bezahlen. Dafür erhielten sie selbst ein ähnliches Mittel mll dem Namen„T h e l y g a n das sie selbst schlucken mußten. Die Wirkung war eine ebenso über- raschende wie unbeabsichttgle. Während sich der Liebeshunger der ältlichen Ehegattinnen erheblich steigerte, trat bei ihren Ehe- Männern, denen sie die„Kraftpillen" heimlich unter das Esten mischten, die Wirkung dergestalt ein, daß sie noch öfter wie bisher die halbe Nacht„Skat spielten bzw.„geschäftlich unter. w e g s" waren.— Schließlich stellte der geschüftsgewandet« Liebes- doktor auch das Horoskop, indem er aus den käuflichen Büchern einfach das„aus den Sternen zu lesende Schicksal" abschrieb.— Das Gericht hielt den Angeklagten des Betruges in mehreren Fällen für schuldig und erkannte mit Rücksicht auf die Gemeingefährlichkcit seines Treibens, durch das schon viel Unheil angerichtet worden sei, auf 9 Monate Gefängnis. Um öke Verpachtung stäötischer Güter. Seit Wochen beschäftigt sich die städtische Deputation für Güter und Forsten mll der Frage, ob nach der vom Magistrat und der Stadtverordnetenversammlung beschlossenen Verpachtung des bisher unrentabel gewesenen Gutes Tasdorf auch noch bei mehreren anderen Gütern der Stadt oder gar bei der Gesamtheit ihrer Güter zu diesem Mittel gegriffen werden soll. Unangenehm ist aufgefallen, daß sogar Administratoren sich um Pachtung derselben Güter bewerben, die unter ihrer bisherigen Leitung noch Zuschuß erforderten und daß sie jetzt trotz der von ihnen angebotenen hohen Pachtbeträge ans Ueberschuß rechnen. Eine große Gesellschaft ist an die Stadt Der Ruf durchs Fenster. Roman von Paul Frank. „Nicht so väterlich.. widersprach sie. In der nächsten Sekunde bog sie seinen Kopf energisch zu sich herab und küßte hin stürmisch auf den Mund. Er wich leise aus. Endlich gab sie ihn frei. Er sah in ihre schönen großen, grauen Augen, trennte sich ungerührt von ihrem Blick und ging. 5. Im Direktionsbureau des Deutschen Theaters in Riga herrschte reges Treiben. Ein älterer Mann mit weißem Wuschelkopf, der in einer Logenschließerlioree steckte und hier Faktotum zu sein schien, war ohne Rücksicht auf die um ihn sie? fließenden Gesprächs bemüht, ohne vor allem auf die Unterredung acht zu haben, die der Direktor hes Unternehmens, Herr Adrian Weißmasser, mit einem jüngeren Mann führte, die sehr erregt verlief, da es sich anscheinend um eine ent- scheidend wichtige Frage handelte, eine telephonische Berbin- dung herzustellen, die jedocb trotz unausgesetzten Klingelns und Bimmelns nicht zustande kommen wollte. Während das Faktotum inmitten des Höllenlärms, den es entfesselte, stumpf zu bleiben vermochte, schien dem Direktor, der ohnehin nicht in rosigster Laune sich bekand, das Geläute zu arg zu werden, so daß er eine Grimasse schnitt, die Ohren sich zu- hielt, in der nächsten Sekunde mit der flachen, rechten Hand auf den Tisch klatschte, worauf die Papiere nach allen Rich- trmqen hin aufflatterten und durcheinanderwirbelten, und schrie: „Werden Sie endlich mit dem verdammten Telephonieren zu Ende kommen, Fritz?" „Wenn ich aber doch keine Verbindung erhalte." er- widerte sanft das Faktotum, erneut die Kurbel drehend. „Ich habe aber hier dringende Angelegenheiten zu be- sprechen I" „Mit der Druckerei wollen der Herr Direktor aber auch reden!" „Seit einer Hasben Stunde schon!" „Wenn ich nun aber ebensolange schon keine Verbindung kriege... und am Abend sollen doch die richtigen Plakate kleben!" „Das müssen siel Sonst verklage ich den Schurken aus Schadenersatz! Man muß doch auf die Empfindlichkeit der Künstler Rücksicht nehmen! Ich habe da schon die tollsten Dinge erlebt und könnte Ihnen gleich ein Stückchen von der Bernhardt erzählen, wie sie im Jahre Vier hier war..." „Fünf, Herr Direktor," ließ eine Stimme sich vernehmen. „Meinetwegen Fünf! Sie können recht haben, Diest!" rief der Theaterdirektor.„Ich bin auf alle Fälle gewitzigt. Wer weiß, was dieser Reuß für Geschichten macht, wenn er herkommt und sein Name auf allen Litfaßsäulen fehlerhaft ge- druckt ist! Möglich, daß er sich weigert, aufzutreten! Eitel sind die Herrschaften ja alle über die Maßen, und einen Sparren besitzen sie ja auch!" Hier geschab es, daß dem Faktotum heftig ins Ohr ge- klingelt wurde, so daß er für einen Augenblick die Ruhe ver- lcren zu haben schien: gleich darauf fragte er jedoch höflich, um was es sich eigentlich handle.„Jemand wünscht eine Loge für morgen abend, Herr Direktor.. „Ausverkauft! Soll ins Kartenbureau gehen. Hier im Hause gibts für die nächsten drei Tage keinen Sitz mehr! Und wenn Sie mir jetzt nicht bald den Drucker an den Apparat schleifen, setze ich Sie auf die Straße, und Sie können sich auf Ihre alten Tage um einen anderen Posten umsehen!" Fritz klingelte weiter, ohne daß eine solche Drohung auf ihn einen besonderen. Eindruck zu machen schien. Unterdessen setzte der Theaterdirektor die vorhin abgebrochene Unterredung fort:„Das ist natürlich ganz und gar ausgeschlossen, lieber Freund, daß ich für ein« einfache Zimmerdekoration diesen horrenden Preis bezahle. Wenn Sie mir hundertmal erklären: plastische Türen und Fenster! Wissen Sie, daß ich vor zehn Iahren noch ein ganzes Märchen mit diesem Betrag ausge- stattet habe? Ich weiß— natürlich— das waren damals andere Zeiten! Aber alles hat schließlich seine Grenzen, und ich kann meine Sitzpreise nicht weiter erhöhen! Die Einnahmen bleiben die gleichen, aber die Ausgaben steigen ins Unge- messene! Wer soll da eriltieren können? Haben Sie eine Ahnung von meinem Etat?" „Der Drucker ist am Avvarat!" meldete Fritz. Herr Adrian Weißwasser riß das Hörrohr mit raschem Griff an sich und eröffnete das Gespräch, das er mit auf- geregten, weit ausfahrenden Armbewegnngen begleitete. Während er gestikulierte und schrie, hatte sich die Tür geöffnet und ein iunger Mann war eingetreten, der zwei Schriftstücke auf den Schreibtisch des Direktors legte. Dieser überflog, was vor ihm lag, kritzelte seine Unterschrift auf die Papiere, worauf der junge Mann mit den beiden Dokumenten wieder das Zimmer verließ, während Herr Adrian Weißwasser, den der Drucker endlich verstanden zu haben schien, durck) ein Glocken- signal das Gespräch beendet». Herr Karl Schlott, der Kassier, trat, eine schwarze Mapps unter den Arm g-klemmt, ins Zimmer.„Was fällt Ihnen ein?..." schrie der Direktor ihn an.„Unglücksmensch! Sie lassen die Kasse allein? Und wenn die Leute Karten kaufen wollen?" „Dann kriegen sie keine mehr." „Was fall das heißen?" „Zweitens sitzt meine Tochter unten." „Wollen Sie sich gefälligst deutlicher erklären?" „Wir sind bis Sonntag ausverkauft, Herr Direktor. Ein paar Kalerieplätze sind übrig: das ist alles.". „Schlott— lassen Sie sich umarmen!" „Wie käme ich dazu? Ich bin doch ganz unschuldig an dem Geschäft. Dem Reuß müssen Sie einen Kuß geben. Die Leute sind rein verrückt mit den, Gastspiel." „Daß der Mensch so eine Zugkraft ist, hätte ich nicht für möglich gehalten!" „Sie irren, Herr Direktor," ließ sick die Stimme Heinrich Heltens vernehmen, der in Riga das Fach der jugendlichen Helden besetzt und bisher schweigend sich verhalten hatte. „Albert Reuß ist ein ganz großer Künstler." „Ich danke für die Belehrung," rief der Direktor;„daß er talentierter ist als Sie, weiß ich ebenfalls!" „Der Rummel kommt einfach daher," setzte der Kassier erklärend hinzu,„weil das Gastspiel zweimal abgesagt worden ist. Bor allem aber darum, weil er noch nie dagewesen ist... Das nächste Mal wird das schon ganz anders fein!" Ein Diener öffnete die Tür und meldete:„Herr Albert Reuß." Der Direktor warf die Zigarre in die bereitstehende Schale, knöpfte eilig seinen Rock auf und dann wieder zu, während sämtliche im Zimmer anwesenden Herren von ihren Stühlen sich erhoben und den Blick erwartungsvoll zur Tür gerichtet hatten. Albert Reuß trat ein. Sein Pelzmantel war geöffnet. den Zylinder hielt er in der Hand. Er schien müde und sah blaß und übernächtig aus. Man merkte ihm die vielstündigs Eisenbahnfahrt an. Der Schauspieler ließ den Blick die Runde machen und zwang sich sodann zu einem Lächeln. (Fortsetzung folgt.) mit dem Angebot herangetreten, alle Güter der Stadt in Pachtzunehmen. Ueber dieses Angebot wurde in der gestrigen Deputationssizung verhandelt. Auf Grund des Berichts des Unterausschusses wurde nach eingehender Aussprache zunächst mit Stimmengleichheit die Gesamtperpachtung abgelehnt, Groß- Berliner Parteinachrichten. Den Abteilungstaffierern hierdurch zur Nachricht, daß foeben ein Posten Parteiabzeichen im Bureau eingetroffen ist. Durch mehrfache Erhöhung der Arbeitslöhne und Verfeuerung des Materials fönnen diese Abzeichen leider nur noch zum Preise von 15 Mart verkauft werden. Der Bezirtsvorstand. 3. A.: Alex Pagels. Geffentliche Elternversammlungen. baro Die angeklagte Justiz. Die Fortsetzung der zweiten Beratung des Haushalts der daß die Führer für alles verantwortlich sind, was während der Des doch wurde das Ergebnis der Abstimmung im weiteren Verlauf Justizverwaltung in der geftrigen Gigung des Landtags monstration geschieht. Den Grund zu den, wie es in den Urteilen der Beretung angezweifelt und nochmals abgestimmt. Das Stimmenverhältnis war 10:10, aber die Stimme des Vorsitzenden, der für brachte nach einer Erklärung des Justizministers in Sachen heißt, Zusammenrottungen" bildete der Erzberger- Mord, der eine die Berpachtung stimmte, gab den Ausschlag. Damit wäre der Ge- die von dem sozialdemokratischen Krititer am Sonnabend vorge- die sich bei Regimentsfeiern und in der Rechtspreffe kundtat. Die die Verpachtung stimmte, gab den Ausschlag. Damit wäre der Ge- Köbisch eine Rede des Abg. Dr. Berndt( Dem.), der offen zugab, daß Folge der maßlojen hebe der Rechtsparteien bildete, famtverpachtung ber städtischen Güter durch die Deputation augetragenen Fälle nicht vereinzelt dastünden, sondern daß es sich um ein Demonstranten handelten in dem guten Glauben, die bedrohte timmt. Nunmehr wird der Magistrat au dieser Entscheidung Stellung nehmen. In der Deputation haben die Linksparteien sämt- System handele, das der neue demokratische Staat nicht dulden republikanische Staatsordnung zu schüßen. War doch die schwarzdürfe. lich dagegen gestimmt. Dem Minister stellte er die Frage, warum nicht gegen die meiẞrote Fahne Rechtsbeuger im Richtertalar disziplinarisch vorgegangen die Fahne der Erzberger- Mörder. würde. Leils mag dies an der Person des Ministers selbst liegen, Auch forderte die Reichsregierung in einem Aufruf direkt zu Des teils liegt es daran, daß von den Disziplinarbehörden feine Attivität monftrationen für die Republik auf, in dem gegen die Rechtsim Interesse der demokratischen Republik zu erwarten ist, solange propofateure eine sehr scharfe Sprache geführt wurde. Zu diesen nicht hier, ebenso wie an anderen Stellen der Justizverwaltung eine" Provokateuren" gehörten auch die Gutsbesizer in der Umgegend von gründliche Personalreform vorgenommen worden ist. Sind doch zur- Hundisburg. Wochenlang wehten dort die schwarz. zeit alle höheren Stellen fast durchweg mit Anhängern der Rechts weißrofen Fahnen, Abg. Stendel[ D. Bp.] ruft: Gott parteien besetzt! Die Staatsanwaltschaften find Domänen der Re- sei Dank!") was die Arbeiter taten, war nicht Landfriedensbruch, aftion. Und in feinem der unglaublichen Fälle hat der Minister fondern ein Att der Notwehr.( Sehr wahr! links.) Borherbisher ein Erempel statuiert. Mit großer Wärme verteidigte der demokratische Redner den Republikanischen Richterbund gegangen war eine schamlose Hehe gegen die eben gewählten sozialdemokratischen Landräte. Die Dörfer in der Umgegend von Neugegen die Anwürfe von rechts. Ebenso wie die Linksparteien for haldensleben starrten von 23affen, bie die Gutsbefizer ver dert er, daß das Laienelement zur Rechtspflege mehr als bisher steckt hielten.( 3uruf des Abg. Stendel[ D. Bp.]: Lüge! Ordherangezogen wird, nungsruf, den Bizepräsident v. Rries erst auf Aufforderung aus Abg. Lichtenstein( U. Soz.): Solange wir einen Klaffenstaat dem Hause erteilt.) Die Deutschnationalen und die Deutsche Boltshaben, werden wir eine Klassenjustiz haben. Im kapitalistischen 2. Kreis. Tiergarten. 7 Uhr Schulaula Stephanstr. 3. Neumahl der Eltern Staat fann es sich nur darum handeln, ihre Auswüchse zu be. partei taten alles, um die linksstehende Bevölkerung zu provozieren. schneiden.( Redner bringt dann eine große Anzahl von Fällen aus feiner Anwaltspragis vor den Gerichten in Gleiwiß und Beuthen der Arbeitermörder der Kapp- 3eit, hielt in der Provinz Borträge. vor zum Beweise dafür, daß nicht nur in politisch gefärbten Pro- Ueberall flebten Plakate mit schwarzweißroter Umrandung. In die zessen eine Ausnahmejustiz gegen die Arbeiterschaft Blag greift.) Beit dieser Erregung fiel der Erzberger- Mord. Kein Wunder, daß Wenn ein Teil Oberschlefiens verlorengegangen ist, dann ist dafür die Arbeiterschaft maßlos erregt war, besonders darüber, daß ner. auch die Justiz in Oberschlesien mitschuldig. Staatsfefretär Dr. fassungsbrüchige Offiziere Borträge hielten, die der ReMügel tritt dem Borredner entgegen: Die Interalliierte publit wohl den Eid brachen, aber ihr Geld sehr gerne annahmen. Kommission in Oberschlesien hat durch Verordnung angeordnet, Bunächst wollte in einem Falle der Staatsanwalt überhaupt nicht daß die Urteile im Namen des Gesetzes" verkündet werden, und Anklage erheben. Nach Monaten geschah dies erft, und die Angeverboten, daß dies im Namen des Boltes" geschieht. Es werden flagten wurden zu Gefängnisstrafen von 2 Monaten durchaus nicht nur deutschnationale Richter befördert. bis zu einem Jahr verurteilt.( Buruf links: Unerhört!) Dabei war die Demonstration ordnungsmäßig angesagt. Morgen, Mittwoch, den 24. mai: 1. Kreis. Mitte. 7 Uhr Schulaula der 75. Gemeindeschule, Augustste. 67. Thema: Die Elternbeiratswahlen". In Betracht kommen folgende Schulen: 1, 8, 45, 26, 63, 146, 179, 180. beiräte. Schulforderung". 5. Kreis. Friedrichshain. 7 Uhr Prachtfäle des Ostens, Frankfurter Allee 48. Thema:„ Der Kampf um die Schule". Ref.: Kultusminister a. D. Konrad Saenisch, Dr. Löwenstein, Dr. Ausländer. 6. Kreis. Kreuzberg. 7 Uhr Schulaula Görlitzer Ufer 2. Thema:„ Unsere 14. Recis. Neukölln. Elternverfammlung der Albrecht Dürer- Oberrealschule unt 8 Uhr im Restaurant Bum Körnerpart, Nogaiste. 56. Alle Eltern, deren Kinder obige Schule besuchen und auf freiheitlichem Boden stehen, find eingeladen. 17. strcis. Lichtenberg. Alle Genoffen müssen bestimmt zur Flugblattverbrei. Schulhof; 115. Abt. Scharumeberstraße, Schulhof; 116. Abt. Marliftr. 10/11, Schulhof; 117. Abt. Leopoldstraße, Schulhof: 118. Abt. Friedrichstraße, Schul hof; 119. Abt. Pfarrstraße, Echulhof. 23. 6. Schulaula Müllerfte, 48. Röllnisches Gymnasium. In der Aula um 7% Uhr. Thema: Die Wichtig teit der Elternbeiratswahlen und der Ausbau der Förderschulen. Ref. Dr. S. Kawerau. tung um 6 Uhr in folgenden Lofalen erscheinen: 114. Abt. Solteischule, 3. Kreis. Wedding. Mittwoch, den 24. Mai, 5 Uhr, Besprechung der Stadt. und Bezirksverordneten sowie der Bürgerdeputierten bei Schade, Rösliner Straße 9. 12. Arcis. Steglitz. Mittwoch, den 24. Mai, 8 Uhr Sigung des Wohlfahrts. ausschusses bei Stowaffer, Stephanstr. 1. Heute, Dienstag, den 23. mai: Schiller- Eyzeum, Elternbeiratswahlen! Mitglieder der brei sozialistischen Bar teien, von denen Kinder das städtische Lyzcum Bankstraße besuchen, wers ben gebeten, thre Adreffe zwecks Aufstellung einer Randidatenliste zur Elternbeiratswahl umgehend an Kurt Gabewasser, Berlin N., Sprengel ftraße 8, zu fenden. Abg. Frau Wolfftein( Romm.) verlangt mit Nachdruck den Er laß einer Amnestie und bezeichnete die tropfenweise Begnadigung als eine Berhöhnung der revolutionären Arbeiterschaft. Ministerialdirektor Dr. Frige teilt mit, daß gegenwärtig im Reichsministerium des Innern darüber Erwägungen schweben, wie das Auslieferungsverfahren und die Auslieferungsverträge revidiert werden können, und verteidigt die Justizverwaltung gegen die Angriffe der Kommunisten. Die Nachprüfung der Sondergerichtsurteile und die weitherzigen Begnadigungen find einer allgemeinen Amnestie vielfach vorzuziehen, in die gewisse Delikte doch von vorn herein nicht hineinbezogen werden würden.( Widerspruch und Lärm bei den Komm) Abg. Brandenburg( Soz.) Steglig. Bon 5-6 Uhr Flugblattverbreitung zu den Elternbeiratswahlen. geht auf die Bandfriedensbruchprozesse und die darauf bezügliche Die Wahlhelfer, Kandidaten und Jugendgenoffen nehmen ble Flugblätter große Anfrage der sozialdemokratischen Fraktion ein, ebenso auf die und Weisungen in Empfang in folgenden Lotalen: Thiel, Ring, Ede Albrechtstraße, Schellhase, Ahornstraße, Klement, Düppelstr. 7, Stowaffer, Stephanstr. 1. Die Bezirksführer der zugehörigen Bezirke müffen anwesend Königswusterhausen. 7½ Uhr im Bahnhofshotet öffentliche Bersammlung. Ref. fein. Handelsminister Genosse Wilhelm Siering. Morgen, Mittwoch, den 24. mai: 6. Abt. Der Bahlabend fällt aus. beitseinteilung zur Elternbeiratswahl. 8. t. 7½ Uhr gemeinsamer Bahlabend in der Baugewerkschule, Kurfürsten ſtraße 141( Raninenraum). Die Bezirksführer müſſen erscheinen, da Ar. 10. t. 7% Uhr Distuffionsabend bei Stümper, Flensburger Str. 8. Thema: Des neue Mietsved". Ref. Dr. Bischoffswerder. 14. 7 Uhr Sahlabend in ben bekannten Lokalen. 15. b. 7 Uhr gemeinsamer Bahiabend fämtlicher Beairke in der Schulaufa Vornauer Six. 89-50. Thema:„ Das neue Arbeitszeitgefeg". Ref. Genoffe Felgeniren. 16. 3. 7½ Uhr gemeinsamer Bablabend bei Krüger, Suffitenste. 34. 17. st. 7 Uhr Sahlabende bei Dose, Wörpel und Utnehmer. 18. Abt. 7 Uhr gemeinsamer gablabend bei Sochheim, Baniftr. 82. denstraße 11a. 20. Abt. 7% 1hr Sahlabend bei Bose, Koloniestr. 15, und bei Saferid, Schwe. 21. Abt. 72 Uhr Zahlabend in den bekannten Lokalen. 2. Abt. 7 Uhr Zahl- und Diskutierabend bei Radzan, Brüffeler Str. 43. Schloß, Werneuchener Straße 1. 25. Abt. 7% Uhr Bablabend in folgenden Lokalen: Seniprodes, Ede Barbe: lebenstraße bei Gott, Elbinger Klaufe, Elbinger Str. 49, Werneuchener 92, ht. 7% Uhr Bahlabende in folgenden Lofalen: 287./38., 239. Bea. bei Altmann, Rutefic. 2; 240., 241., 242a Bezirk bei Barthels, Wörther Straße 19; 248a und b bet Bartsch, Schönbaufer fee 154/153; 244. und 245. Bez. bei Mener, Marburger Str. 39. Cettow- Borbed, bestraft. Auch die der Demonstration voranziehenden Musiker wurden Der Kapellmeister wurde gefragt, ob er nicht wisse, daß die Musit anregen fönne, begonnene Verbrechen fortzusehen.( Schallende Heiterfeit.) Die Uebergriffe billigen wir nicht, aber es ist doch merkwürdig, daß die Justiz stets nur dann zugreift, wenn Binksstehende bei der Abwehr der Provokationen von rechts über die Stränge schlagen. Nur bei Demonstrationen der Linksparteien werden solche llebergriffe festgestellt. Wenn es Gewohnheit werden sollte, die Führer von Demonstrationen für alles, was vortommt, verantwortlich zu machen, dann werden sie überhaupt unmöglich gemacht.( Abg. Stendel JD. Bp.] ruft: Demonstration ist Unfug!) Herr Stendel, die Angeklagten, über die Sie in einem der Unabhängigen, die den Landfriedensbruchprozeß Jund und Ge- folchen Falle zu urteilen haben. tun mir aufrichtig leid. Als es naffen aus Hundisburg bei Neuhaldensleben betrifft. Die in diesen galt, gegen die Freie- Pfalz- Intrigen" zu demonstrieren, ba war Prozessen gefällten Urteile mit ihren erschreckend hohen Strafen Ihnen( nach rechts) der Aufmarsch der Arbeiter recht. Da wurde müssen den schärften Widerspruch hervorrufen.( Sehr wahr! nicht von Landfriedensbruch gesprochen.( Buruf rechts: Da war die bei den Soz.) Aus Anlaß des Erzberger Mordes fanden Demonstration auch notwendig! Heiterfeit linfs.) Was die vielfach Demonstrationen statt. Bielfach waren provokatorisch Sundisburger Arbeiter getan haben, war auch notwendig.( Schr schwarzweißrote Fahnen gehist worden. Es tam nun mahr! bei den Sozialdemokraten.) Das Urteil des Magdeburger vor, daß von den Hausbefizern verlangt wurde, diese einzuziehen. Landgerichts gegen fie mar ebenso mie die pielen anderen Urteile Wo dies nicht geschah, wurden sie heruntergeholt, hie und da wohl in ähnlichen Prozessen in den Provinzen Sachsen und Hannover auch verbrannt ufm.( Buruf rechts: Planmäßige Räubereien sind ein Fehlurteil. porgekommen!) Das behaupten nur die Lügennachrichten ber Magdeburger 3eitung" und andere rechtsstehende( Sehr wahr!( ints.) Es vertieft die Kluft zwischen Bolk und Justiz. Beitungen. Bon verschiedenen Staatsanwälten wurden sogar wegen Wir warnen die Richter und die Justizverwaltung und fordern, daß Fluchtverdacht sofortige Berhaftungen von Arbeitern, diese Fehlurtelle fchleunigit und gründlich nachgeprüft werden. Ebenso verlangen wir, daß die Bestimmungen über den Landdie an solchen Demonstrationen teilgenommen hatten, norgenommen, obgleich es sich um ortsansässige Leute handelte.( Hört, hört! links.) friedensbruch im Strafgefehbuch in einer Weise revidiert werden, Die Fahnen wurden nur solchen Leuten abverlangt, die als rabi ate die verhindert, daß sie das Bereins- und Versammlungsrecht, wozu Bertreter der Reaktion hervorgetreten waren, bei denen auch das Recht zu Demonftrationen gehört, aufheben.( Bebhafter gewehre ufm. festgestellt worden waren, oder die sich als Schieber, Justiz vor aller Welt in den Schmuh gezogen wird. während des Kapp. Butsches Waffen, Handgranaten, Maschinen- Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Deerberg( Dnat.) protestiert dagegen, daß die deutsche Bucherer und Kriegsgewinnler besonders bemerkbar gemacht hatten. Nur in einem Falle ist es zu Gewalttätigkeiten, nämlich Ohr. feigen, gekommen, die ein Gutsinspektor erhielt, der den Demonstranten mit der Pistole entgegentrat. 30. gibt. Der Bezirkszablabend von Röber Stargarber Straße 10, findet in der Schule Pappelallee 40/41 ftatt. Die übrigen Sablabende fallen aus. Der Anlaß zu den vereinzelten Ausschreitungen, nämlich die Er31. st. 7½ Ube Bablabende: Bezirk 1, 2, 5, 7 bet Meißner, Scibelbeiner mordung Erzbergers, wird bei der Urteilsfaffung völlig außer acht Straße 34: Bezirk 3, 4, 6, 9, 15 bei Sürft Nachf., Seelower Str. 18: gelassen, ebenso, daß die Berfaffung friedliche Demonstra Die Bablabende fallen wegen der öffentlichen Elternversammlung tionen gestattet. Schon die Teilnahme an ihnen wird als Strafin den Brachtfälen des Oftens aus, 37. 261. grund angesehen. Ferner heißt es völlig abwegig in den Urteilen, Begirl 8, 10, 11, 12, 13 und 14 bei Goldschmidt, Stolpische Straße 36. 32. 26t. 7% Uhr Bahlabende: Bezirk Moris und Friebrich: bei Krüste, Ebertbite. 6; Bezirk Stutter bei Wrubel, Heidenfeldstr. 20; Bestek HänbYer bei Been, baerfir. 32. 43, 2001. 7 Uhr Bablabende in den, bekannten Lokalen. 45. t. 7% Uhr Bablabende: Minnig, Laufiger Str. 46; Sebestreit, Reichenberger Straße 123; Wolff, Forfter Straße 44; Schudenberg, Glogauer Straße 18. 47. 2004, Die Bahlabende fallen aus, beffe pünktlich 6 Ube bollaäbliges Erscheinen der Genoffen zur Flugblattverbreitung bei Krause, Mariannen. play 22. 48. Abt. 7 1hr bei liesing, Wafferthorstr. 68, gemeinsamer Bahlabend für sämtliche Bezirke. Charlottenburg. 56, Abt. 7 1hr Bablabend bei Schneider, Soltendorf ftraße 14, 57. Abt. 2. Gruppe: 7 1hr Gruppenabenb bei Brill, Senefebedftr. 2. 1. Gruppe: 7% Uhr bei Arndt, Kantstr. 51, Bortrag: ..Dle materialistische Geschichtsauffassung." Referent: Albert Horlib. 68. Abt. Halensee. 7 Uhr Mitgliederversammlung bei Sandmann, Weft fälische Straße 42. Thema: Das Reichsmietengesetz." Referent: Ge noffe Winter. 69. Abt. Wilmersdorf: 7% Uhr außerordentlich wichtige Sigung bei Umlang, Giefeler, Ede Begenerstraße. 85, Abt. Tempelhof: 7% Uhr Sahlahende: 1. Bezirk Sanfen. Boruffia, Ede Rene Straße; 2. Bezirk Suckshold, atferin- Augufta- Straße 15; 3. Bezirk Buse, Saifer- Wilhelm, Ece Berberstraße; 4. Bezirk Radzuweit, Werder Straße 14; 5. Bezirk Schmehle, Friedrich- Wilhelm-, Ede Moltkestraße; 6. Bezirk Beder. Singbahnfir, 4: 7. Bezirk Wanalid, Oberlandftr. 1. Lichtenberg. 114. 20t, Die Bahlabende fallen aus. 117, Abt. Schulhof, Leopoldstr. 18, Flugblattverbreitung. 6 Uhr 131. 6. Niederschönhausen: 8 Uhr außerordentlicher Zablabend für die Bezirke 1 und 8 bei Klindt, Friedensplay; Bezirk 2 bei Benfert, Nachf. 11bland, Ede Tresdomstraße: Bezirke 3, 4, 5, 7 Bartrestaurant, Siegfriedstraße 19; Bezirk 6 bei Dowe. Schönbols 3. Thema: Elternbeirats wahl und Benennung ber Wahlbelfer." Frauenveranstaltungen: 58. Abt. Charlottenburg. 8 Uhr bei Stein, Bassauer Str. 85. Thema: Moberne Stunft." Referent: Karl Kruse. 77. Abt. Schöneberg. 7 Uhr bei Will, Martin- Buther- Straße 69. Thema: ,, Etellung der Frau im öffentlichen Leben. Referent: Genoffe Joachim. Nach dem Bortrag gemütliches Beisammensein. Gäste willfommen. 99. Sibt. Brig. 7 Uhr Schule Hannemannstraße. Thema: Die soziale Stellung der Frau im Orient." Referentin: Erna Büsing. 114. 2bt. Lichtenberg. 7% Uhr bei Schwarzer, Gabriel- Ma- Straße 17. Thema: Das Reichsjugendwohlfahrtsgefet." Referentin: Minna Zobenhagen. Jugendveranstaltungen. Heute, Dienstag, den 23. mai: Reinickendorf- Oft. Jugendheim Seebad Rinberhort, Distuffionsabend: Jugendschuß und Jugendrecht". Rosenthaler Bosstabt. Jugendheim Gemeindefdule Gipsstraße, Glasbrenner- Abend. Schöneberg I. Jugendheim Rubens, Ede Sauptstraße, Distuffionsabend: Barum fämpfen wir gegen Schöneberg II. Jugendheim Comeniusschule, Fran. Alfohol und Nikotin?". Südwesten. Jugendheim Lin tenstraße 10, Vortrag: Arbeiterbewegung". Webbing. benstraße 3, Bortrag: Der Friedensvertrag von Versailles". Jugendheim Gemeindeschule Muller-, Ede Triftstraße, Diskussionsabend: Unfere Pfingstfahrt". " Sport. Rennen in Karlshorst am Montag, ben 22. Mai. 1. Rennen. 1. Geheimtip( Borowski), 2. Pionier( Schneider), 8. Top Twig( Bubl). Tot.: 58:10, Blab: 19, 28, 98: 10. Ferner liefen: Erich(., Nigunta( gef.), Galion d'Or( gej.), Patella, Reichsgräfin, Schwarz blau, Teterinchen. 2. Rennen. 1. Ortus( v. Westernbagen), 2. Herzog( v. Pelzer), 8. Talfahrt( v. Lewinsfh). Tot: 46: 10, plag: 15, 12:10. Ferner liefen: Sanft Martin, Elfchen, Boigt. 3. Rennen. 1. Caffian( Bismart), 2. Noriela( Lüder), 3. Waffen. bund( Kukulies). Tot.: 17:10, plat: 12, 31, 13: 10. Ferner liefen: Almanach, Hagewald, Rappeltopf, Major( gef.), Faftor, Snob. 4. Rennen. 1. Radiola( Bismark), 2. Colberg( Sardel), 3. Lucifer ( B. Lewidi). Tot.: 38: 10. I. 19, 17, 17:10. Ferner liefen: Tambour, Orfan, Mörser, Rosmarie, Merkur, Don Biniou, Anarchiit II. 5. Sennen. 1. Bierette( Rittm. Braune), 2. Seni( b. Belzer), 3. Feldherr( v. Berchem). Tot.: 60: 10, Blag: 19, 17, 25: 10. Ferner liefen: Duhr Spize, Malachit, Steinberger, Coriolan II, Wind. 6. Rennen. 1. Exzelfior( Teichmann), 2. Monitor( Dyr), 3. Gallie polt III( Wrobel). Tot.: 17:10, Blaz: 11, 11, 15:10. Ferner liefen: Flugschrift, Teufelsrose, Scepter, Malm. 57. bt. Charlottenburg. Am 25. Mai( Simmelfahrtstag): Besichtigung des Märkischen Muſeums. Führung: Dr. Schütte. Treffpunkt 9½ Uhr am masos( Rastenberger). Tot.: 59: 10, Blaz: 15, 13, 16:10. Ferner liefen: 7. Stennen. 1. Bascha( Preisler), 2. Fasching( H. Schmidt), 3. Na ,, Roland", Märkischer Blab. Gäste willtommen. Jungfoziatiften. Sonnabend abend 7 Uhr Gruppentonferens im Vor- Jodler, Talisman, Brise, Belsazar, Fova, Derwisch, Merseburg, Tempelritter, Csardas- Fürstin, Offensive. märts"-Gebäude. " Nach der Vertagung gab es noch eine Reihe von persönlichen Bemerkungen. Abg. Huttner( Soz.) wandte sich gegen die Ministererklärung zum Falle Dr. Köbisch. Abg. Stendel( D. Bp.) suchte dem Abg. Brandenburg( Soz.) gegenüber seine Rolle in den Kapp- Tagen klarzustellen, holte sich aber von diesem eine kräftige Zurückweisung, Dienstag 11 Uhr: Großfraftwerk Hannover, Justizhaushalt, Schluß 8 Uhr. Haushalt des Ministeriums für Volkswohlfahrt. Vorträge. Vereine und Versammlungen. Vereinigung der Freunde von Religon and Völkerfrieden, Ortsgruppe Steglig. Achtung, Elternbeiratswahlen! Genosse Pfarrer Bleier spricht am Dienstag, den 23. Mai, abends 7 Uhr, im Lyzeum Steglig, Rothenburgftraße( unweit Sändelplch), über: ft die weltliche Schule religionslos?". Sozialisten, Freibenter, Diütter, erscheint zahlreich und pünktlich. Geschäftliche Mitteilungen. Die Cunard Line hat im Anschluß an ihren Expreßbienst Cherbourg- Nem Dorf, der 3. 8t. die fanellste überfecifche Verbindung der Welt ist, gemeinschaftlich mit der Aerienne Française einen Flugzeugdienst zwischen Paris und Cherbourg eingerichtet. Die Strede Paris- Cherbourg wird in höchstens fünf Stunden zurüdgelegt, so daß beispielsweise ein Passagier 5 Stunden nach feiner Ankunft in Cherbourg in Paris eintreffen kann. Umgekehrt bietet diese Flugzeugverbindung für die nach Amerika Reisenden die Möglichkeit, bis wenige Stunden vor Abgang des Dampfers in Cherbourg sich in Paris aufzuhalten. Die Mitnahme von Gepäck ist in gewiffem Umfange geftattet. Wetter bis Mittwoch mittag. Anfangs noch troden und heiter bei schwachen, füdlichen Winden. Später, besonders im Westen, veränderlich mit Bewittern und auffrischenden, nach West drehenden Winden. Ueberall sehr warm. anflavinBastillen ( gef. geschütt) sut Desinfektion der Mund- und Rachenhöhle besonders bel Grippe, satsentzündung, Berschleimung Erhältlich in den Apotheken u. Drogerien Alte Reserve Winkelhausen die deutsche Weinbrandmarke 22. Verbandstag der Zimmerer. Fünfter Verhandlungstag. In der Diskussion über den Baugewerkschaftsbund ergreift als erster Pae plow vom Bauarbeiterverband das Wort. Die Zimmerer haben als Berufsgruppe einen günstigen Stand: das wird nicht so bleiben, die Veränderung der Bauweise, der Holzmangel, mire manches ändern. Nicht der Beruf fesselt die Arbeiter, sondern die Einsicht in die Notwendigkeit der Organisation! Wenn die Zima merer so tüchtig sind, so können sie ja die Führung im neuen Bund übernehmen.( Heiterfeit.) Bieht uns doch auch mit hinauf." Die Einheitsform will auch Schönfelder, das bedingt aber, daß die fleinen Splitter wegfallen. Die Sozialisierung soll nicht die Hauptfache fein, dies wird nach wie vor der Lohnkampf bleiben. Aber wir wollen doch mit der Sozialisierung zeigen, wie es gemacht wer den kann. Wir sind Träger der Produktion mit, der Sah in den gewerkschaftlichen Richtlinien läßt sich nicht aufrechterhalten. PaepLetzter Verhandlungstag. Ueber den Nürnberger Gewerkschaftsfongreß berichtete Rrone berger Leipzig, über den bevorstehenden Leipziger Kongreß Wolgast Hamburg. Eine sehr lebhafte Aussprache, die noch einmal die Leidenschaftlichkeit der verschiedenen Weltanschauungen aufwallen ließ, folgte den Berichten. Von verschiedenen Seiten wird eine Zusammenfassung der Lohnkämpfe gefordert. Bon besonderem Interesse für den Verbandstag war die Mitteilung des Zentralvorstandes, daß er von der Generalversammlung die Vollmacht verlange, in Zukunft die Akademie der Arbeit, die Wirtschaftsschule usw. zu beschicken. Im Verlauf der Diskussion flacerte auch die Frage wieder auf, ob die Arbeiterschaft Interesse daran hat, große Massenstreits zu inszenieren. Ein Antrag, den Weltarbeiterfongreß" zu berufen, wurde lebhaft umstritten, dann aber abgelehnt. Kube vom ADEB. nahm Veranlassung, dabei den Standpunkt der Bundesleitung zu erläutern. " Die Wahlen ergaben einstimmig folgendes Resultat: Schön lom hofft, daß es nicht das lehtemal ist, daß die Zimmerer überfelder Hamburg erster Vorsitzender, Wolgast Redakteur. Alle anderen Aemter bleiben in alter Besetzung. Der nächste Verbandstag ist 1924. diese Frage reden, wenn sie auch heute noch ablehnen. Ege( Frankfurt a. M.) beantragt, von jeder Marke 50 Pf. für die sozialisierten Betriebe abzuführen, das würde über zwei Milfionen jährlich ausmachen. Lassen wir uns nicht durch Auswüchse täuschen, wie sie hier und da vorkommen. Wir baugewertschaftlichen Hand- und Kopfarbeiter haben diese Unternehmen zu leiten, zu finanzieren und aufrechtzuerhalten. Redner legt eine Entschließung vor, die seinen Standpunkt präzifiert. Zu diesem Thema, das den Höhepunkt der Berhandlungen darstellt, sprachen noch 11 Redner, bis die Annahme eines Schlußantrages ein Ende machte. Die Aussprache bewegte sich durchweg im Sinne der 14. Verbandstag der Buchbinder. Fünfter Verhandlungstag. graphischen Gewerbe und in der papierverarbeitenden Industrie abgelöst werden. Dem Berbandstag liegt ein Einheitsstatut für den Graphischen Industrieverband" zur Beschlußfassung vor. 11 An die Referate schloß sich eine Aussprache, die von Gäbel. Berlin als Fraktionsrebner der KP D. eingeleitet wurde. Er ist für schleunigste Schaffung des Industrieverbandes. Der ADGB. sei nicht attiv genug und falsch eingestellt. Der ADGB. müsse die oberste Heeresleitung sein, der die Proletariermassen zum Kampf führe, wenn die ökonomischen Bedingungen dafür gegeben seien. Er müsse selbständige flare Politik treiben und nicht wie bisher als Anhängsel der Regierungspolitik. Das vorliegende Einheitsstatut für den Graphischen Industrieverband" lehnte er ab. Kasper. Berlin, Fraktionsredner der US P., feste fich ebenfalls energisch für den Graphischen Industrieverband" ein. Er polemisierte gegen den ADGB. in der Frage der Technischen Nothilfe, der Oberschles siensammlung und gegen die Redigierung der Betriebsrätezeitung durch Dr. Striemer. Die Fraktion der gewerkschaftlichen Einigkeit, der die Delegierten der SPD. angehören, verzichtete auf die Fraktionsrede, um die Arbeiten des Verbandstages zu fördern. " Haß Berlin, Vorsitzender der Lithographen. und Steindrucker, und Hornte- Berlin vom Berband der graphischen Hilfsarbeiter erklärten die grundsätzliche Bereitwilligteit ihrer Organisationen bei der Schaffung des„ Graphischen Industrieververbandes" ei glaubt, daß man mit der Zeit organisch in den„ Graphischen Industrieverband" hineinwachse. Der Vorsitzende des Buchdruckerverbandes Geiz- Berlin erklärte, daß sein Verband dieser Gründung zurzeit noch etwas Die Debatte über Tarif- und Lohnbewegungen füllte den gangen ffeptisch gegenüberstehe, daß sie aber auch grundsägliche Bormittag aus. Die Mehrzahl der Sprecher setzte sich für die reich s Befürworter dieser Organisationsform feien, wenn die Zeitverhält tarifliche Regelung der Lohn- und Arbeitsbedingungen niffe es erforderten. Borläufig glaubten die Buchdrucker ihre beste ein, einige menige verlangten Orts und Bezirkstarife. Die Interessenvertretung in der Berufsorganisation zu finden. Aufrechterhaltung der Selbständigkeit des Verbandes. Gleichstellung der Entlohnung bei Männer. und Einige Bauhütten wurden fritisiert, weil sie Affordarbeit bulbeten. Grauenarbeit und die tarifliche Regelung des LehrlingsIm Schlußwort geht Schönfelder auf die Einwände gegen seine wünschten eine andere Zusammenfezung der Tariffommiffion, es wesens wurde ebenfalls gefordert. Einige Zahlstellen Ausführungen ein und polemisierte besonders gegen Baeplow. wurde besonderer Wert auf hinzuziehung der noch im Berufe Die Entschließung, die die Haltung des Zentralpor- tätigen Kollegen gelegt. In feinem Schlußwort ging der Referent standes billigt, wird dann gegen 37 Stimmen angenommen, wienede- Berlin auf die Kritiken ein und wies besonders darebenso die Entschließung zur Sozialisierungsfrage gegen 24 Stimmen. Der Antrag, den sozialen Baubetrieben fofort 500 000 M. zur Verfügung zu stellen, wird abgelehnt; ebenso der Antrag Ege. Heinke von der Sozialpolitischen Abteilung des ADGB. Bauarbeiterschutz referierte über den Stand der Reichsgeseh gebung auf diesem Gebiete. Die von ihm vorgelegte Entschließung wird nach eingehender Aussprache einstimmig angenommen. Sie enthält entsprechende Forderungen an alle Reichs, Staats- und Gemeindevertretungen. Römer( Hamburg) unterbreitet namens der Statutenbera tungsfommiffion folgende Borschläge: Die Beiträge betragen mindestens 10 m. und steigen nach den Die Lehrlinge sollen von 2 bis 5 m. Beiträge zahlen. Das Die Lehrlinge follen von 2 bis 5 M. Beiträge zahlen. Das Eintrittsgelb beträgt 5 M., für Lehrlinge 2 M. Streifunterstützung erhält, mer ein Jahr Mitglied ist, den doppelten, darüber bis fünf Jahre den dreifachen, bis zehn Jahre den dreieinhalbfachen, dann den vierfachen Sah des Beitrages. Dazu eine Kinderzulage von 3 M. täglich für jedes Kind. Wer z. B. zehn Jahre Mitglied ist und zwei Kinder hat, einen Beitrag von 20 M. zahlt, erhält wöchent lich 116 M. Streifunterstützung. Die Erwerbslofenunterstüßung wird mit der Krantenunterstüßung vereinigt; fie regelt sich in gleichem Sinne und steigt von 7,50 bis 24 M. täglich. Die Sterbeunterſtügung beträgt 225-720 R. heutigen Löhnen bis auf 32 m. wöchentlich. Reiseunterstützung wird gewährt für die Zeit vom 1. Oftober bis 31. März: Entschädigungen für verbranntes Werkzeug im Höchst betrage bis zu 300 m. Die neue Beitragsleistung beginnt mit der 27. Beitragswoche 1922( 2. bis 8. Juli). Die Streifunterstüßung wird in der neuen Fassung ab 31. Juli 1922 bezahlt. Alle übrigen Unterstützungen treten entsprechend am 4. Dezember( 49. Beitragswoche) in Kraft. figung fortgefeßt. Die Genera debatte wird in einer verlängerten Nachmittags ADGB, und der Schaffung eines Industrieverbandes nahm auch der Zur Frage des Zusammenarbeitens des Berbandes mit dem Bertreter des ADGB. Graßmann bas Bort. Er mies die Anauf hin, daß in der Praxis schon immer Kollegen aus den einzelnen griffe des fommunistischen und des USB.- Redners zurüd. Zur Branchen bei Lohn- und Tarifabschlüssen hinzugezogen würden. Schaffung von Industrieverbänden übergehend schilderte er die Der Verbandstag nahm sodann die im Sinne der Ausführungen großen Schwierigkeiten, die sich bei der monatelangen Beratung in des Referenten gehaltene Entschließung an, die zum Schluß einer Kommission des ADGB. ergeben haben. Es sei anzunehmen, Ferner wurde beschlossen, daß in den Tarifausschuß jeder erneut bestätigen werde, daß zwar die Entwicklung der Gewerkschaf die Beachtung der Verbandssagungen bei Lohnbewegungen betonte. daß der diesjährige Gewerkschaftskongreß den Nürnberger Beschluß Gau ein stimmberechtigtes Mitglied zu entfenden hat, die großen ten in der Richtung der Konzentration zu großen Industrieverbänden Bahlstellen Berlin, Leipzig, Dresden, Stuttgart sollen je einen be- mit ihrer größeren Stoßkraft und Berbilligung der Berwaltung liege, daß aber fein Berufsverband gezwungen werden In der Nachmittagsfißung referierte Berbandsvorsitzender foll, sich einem Industrieverband anzuschließen. In bezug auf die haueisen Berlin über das Zusammenwirken mit dem ADGB Beschwerden wegen der Redigierung der Betriebsräteund über die Aufgaben und die Bedeutung des Gewerkschafts- zeitung durch Dr. Striemer wies Graßmann auf die Tatsache tongresses. Haueifen führte aus, daß der ADGB. immer hin, daß der Betriebsrätebeirat, dem Genossen der verschie mehr zu einem Machtfaktor des politischen und wirtschaftlichen densten politischen Richtungen angehören, feinen Anlaß geLebens werde. Im Interesse der Arbeiterklasse müsse diese Post- sehen habe, gegen Dr. Striemer vorzugehen. tion von der Arbeiterschaft selbst immer mehr ausgebaut und geftärkt werten. Der zweite Verbandsvorsitzende Harder. Berlin sprach über sonderen Bertreter stellen. " den„ Graphischen Bund" und über die Internationale Buchbinderföderation. Der Bufam menschluß der vier Verbände des graphischen Gewerbes zu einem Graphischen Bund" habe selbst in der losen Form, in der er erfolgte, bereits gezeigt, daß der Weg, der damit beschritten wurde, gangbar ist und letzten Endes zum„ Graphischen Industrieverband führe. Alle das graphische Gewerbe und seine Arbeiter schaft berührenden Fragen feien nach großen und einheitlichen Gefichtspunkten behandelt worden. Harder begründete eine diesbe zügliche Entschließung, wonach die wieder größer werdende Macht des Unternehmertums nur eingedämmt und überwunden werden fann, wenn möglichst umfassende und starte Arbeiterorganisationen ihr entgegengestellt werden. Zu diesem 3med soll der Graphische Diese Borschläge werden gegen 4 Stimmen angenommen. Bund" möglichst bald durch einen einheitlichen Verband aller im Deutscher Metallarbeiterverband( Verw. Berlin) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unfer Kollege, der Dreher Richard Neumann Kiefholzitr, 256, am 20. Mai gestorben ist. Martha Zickerick Verband der Gemeinde- u. Staatsarbeiter Innungskrankenkasse der Dach, Schiefer- und Ziegeldecker- Innung in Berlin Filiale Groß- Berlin:: Berlin 24, Johannisftr. 14/15 Die Wahlen der Delegierten zum 11. Gewerf- Die IV. bänderung der Gazung Die Einäscherung findet am Mittschaftskongreß finden am Mittwoch, den 24. Mai, betr. die§§ 2 Abs. 1, woch, den 24. Mai, nachm. 12 Uhr, im bis Sonnabend, den 27. Mai einschließlich, statt. 3 Abs. 1, 3 Abf. VIII Krematorium Baumschulenweg statt. Biff. 2 u. 3, 10 Abs. 1, Ferner starb am 19.Mai die Arbeiterin Die Wahlhandlung wird in den einzelnen Be- u. VI, 11 Ab. I trieben vorgenommen. Zu diesem Zwed wählt jeder Biff. 1 Sat 2, 16 Abf. 11, 20 Abs. 1. Betrieb einen, aus mindestens 3 wahlberechtigten 24a, 38 Abs. I u. III, Mitgliedern bestehenden Wahlvorstand. 39 Abf. III ist vom OberversicherungsWahlberechtigt ist jedes Mitglied, das seine amt Berlin genehVerbandspflichten erfüllt hat und mit seinen Bei- migt. trägen nicht länger als höchstens 8 Wochen im Rüd- Der Borstand stand ist. Abstimmungszettel liegen in den Betrieben Weißenfee, Heinersdorfer Str. 33a. Die Einäfcherung findet am Freitag, den 26. Wai. nachm. 1 Uhr, im Krematorium Berlin, Gerichtstraße, statt. Ehre ihrem Anbenten! Rage Beteiligung erwartet 119.5 Die Ortsverwaltung 165/13 Berlin, den 17. 5. 22 zur Deutscher Metallarbeiter- Verband aus. Abstimmungsmaterial ift von den Branchen- Selbſtverwerning Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 83/85 23. 211ai, im Ortsbureau, Berlin, Johannisfir. 1Gdelsteine leitern bezw. Bezirksleitern sofort bis Dienstag, Geschäftszeit vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr in Empfang zu nehmen. Telephon: Amt Norden 883, 834, 835, 836.. Heute Dienstag, den 23. mai, nachDie Wahlrefultate find spätestens bis Sonntag, mittags 5 he, im Mebelisnachweis den 28. Mai, miffags, im Drtsbureau abzuliefern. Es ist Ehrenpflicht jedes Mitgliedes, sich an der Wahl zu beteiligen. Die Ortsverwaltung. der Holzarbeiter, Rungestr. 30: Funktionärsihung der Betriebsräte und Vertrauensden leute aller Berufe von agen- und Karosseriefabriten Groß- Berlins. Die Tagesordnung wird in der Bersammlung bekanntgegeben! Es wird ersucht, bestimmt und pünktlich zu erscheinen. Mittwoch, den 24. Midi, nachm. 4 Uhr, Badstr. 40/41: Versammlung der Vertrauensmänner u. Betriebsräte der Geldschrankindustrie. insterbergen u. Edelmetalle zu höchst. Preisen G.Schllephacke Juwelier Friedrichstraße 210 Cde Rochstr. Thüringer Waid( 500-600 m.) Großes, leeres Sehr beliebter, landschaftlich schön gelen Zimmer und Küche Hebenkurort nahe Inselsburg- Rennsteig- Elsenach, Zu rahig. nervensiärk. Aufenth. bes. geeign. Kurarzt. baldmöglichftf.linderNachkurort. Regelm. Omnib.- u. Autoverb. m. Bahnhofes älteres Ehepaar Friedrichroda.( 34 Std.), Ansk.: Fremdenverkehr- Ver. 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Der vorliegende Entwurf eines Einheitsstatuts für die graphischen Verbände wurde abgelehnt. Ein Antrag, der sich gegen den Inhalt der Betriebsrätezeitung wendet und die sofortige Entlassung Dr. Striemers verlangt, wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. Stoffe für Herren- u.Damen- Bekleidung beste Fabrikate, große Auswahl, Verkauf meterweise Koch& Seeland. Gertraudtenstraße 20-21. Eine Angelegenheit des Geschmacks, des guten Geschmacks. Maffary Delft, edel wie der Name. m. Theater, Lichtspiele usw. Opernhaus Fledermaus 00000000000 Volksbühne Theater a. Bülowpl. 6 Uhr 7: Die Ratten Schauspielhaus Lessing- Th. Peer Gynt 72 Uhr Heute bis Donn. 71/2 Madame Sans- Gêne Deutsch. Theat. Freitag 7: Faust 71/2: Des Esels Schatten Mittwoch 72: Des Sonnab. b. Mtg. 72: Mad. Sans- Gêne Esels Schatten Deut. Künstler- Th. Allabendl. 71/ 2* Kammerspiele Man kann nie 8: Einen Jux will er sich machen wissen Mittw. 8: Einen Jux Residenz- Th. will er sich machen Gr.Schauspielh. 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