Nr. 242 39.Jahrgang Ausgabe A nr. 121 Bezugspreis: Bierteljährl. 105.-M., monatl. 35,-2. frei ins Haus, voraus zahlbar. Postbezug: Monatlich 35,- M., einschl. 8uftellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- u Memel gebiet, sowie Defterreich u. Lugemburg 69.-M., für das übrige Ausland 87, M. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Efthland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luxemburg, Desterreich, Schweden, Schweiz, Tschecho- Glowakei und Ungarn. Der„ Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Zeit", der Unter haltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonn tags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Morgen- Ausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 1,50 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile toftet 16,-.- Reklamezeile 80,-. ,, Aleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 4, M.( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 3, M. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort 2,50 M., jedes weitere Wort 2, M. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten geile 8,- M. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 42 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Expedition: SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Redaktion Morisplas 15195-97 Expedition Morisplay 11753-54 Mittwoch, den 24. Mai 1922 Frankreich und die Reparationen. Paris, 23. Mai.( WTB.) Eine Persönlichkeit aus der Um-| freich werde nicht nach dem Haag gehen, wenn die Ram gebung des Borsigenden des von der Reparationsfommission einge- mer fich dagegen aussprechen sollte. setzten Anleiheausschusses, des belgischen Delegierten Delacroig, erklärte einem Redakteur der„ Ere Nouvelle": Tardieu widerlegt dann die Behauptung der Engländer, daß die französische Politik an der wirtschaftlichen Unruhe, unter der die Welt zu leiden habe, schuld sei, und bedauert es, daß man diese angelsächsische Auffassung nicht vor der Deffentlichkeit energisch widerlegt habe. Benn Frankreich ins Ruhrgebiet einmarschiert, ist die ganze Arbeit der Finanzkonferenz umsonst. Wir fönnen dann die neutralen Vertreter nach Hause schicken und das Romitee auflösen. Wir müssen uns darüber klar sein, daß die amerikanischen Poincaré bemerkt hierzu, daß in diesem Sinne zu Beginn und neutralen Geldgeber Deutschland nur dann leihen werden, der Konferenz von Genua eine Broschüre in vielen Taufenwenn sie das Gefühl haben, daß ihr Geld nicht in Gefahr schwebt. den von Eremplaren verteilt worden sei, die die englische Beschuldi. Die ausländischen Geldgeber werden feine Freigebigkeit üben, fon- gung widerlegt habe. Es ist dies die Broschüre von Celtus. dern eine Finanzoperation betreiben. Sie werden ihre Bedingungen Tardieu schließt: Frankreich müsse verlangen, daß der Friedensstellen und Pfänder verlangen. Franzosen und Belgier vertrag geachtet werde; denn nur auf diese Weise sei der Wiederaufmüssen sich endlich endgültig entscheiden für eine der bau Europas möglich zu machen. Seit 2% Jahren gleite Frankbeiden Methoden, entweder die Mitwirkung der Welt bei der reich auf der abschüssigen Bahn des Verzichts auf die BestimmunBiederaufrichtung unserer Ruinen zu erreichen oder allein Expe- gen des Friedensvertrages abwärts. Es sei soweit gekommen, daß ditionen zu unternehmen. Troß des begreiflichen und berechtigten es heute eigentlich nur noch die Ruinen des Friedens. Wunsches, den Belgier und Franzosen empfinden mögen, uns der vertrages verteidige. Alles müsse geschehen, um dem Vergroßen Zentren Deutschlands zu bemächtigen, ist es heute an der trag wieder zu seinem vollen Recht zu verhelfen. Auch müsse festgeZeit, die Vorteile dieser Operationen genauer zu besehen; denn es stellt werden, welche Verantwortung den Alliierten an der gegenist berechnet worden, daß wärtig bestehenden Spannung zufalle.„ Seien wir, die wir den Krieg zu gewinnen wußten, auch im Frieden das wiederaufbauende Frankreich." Die Aussprache wird auf morgen nachmittag vertagt. die Befehung des Ruhrgebietes nur einen belanglofen Nugen bringen würde. Eine Besetzung kann sogar zum Unheil aus. fchlagen, wenn England es will. England hat den Kohlenmarkt in der Hand. Es kann die Preise herabsetzen und die Ruhrfohle wird unverkäuflich. Aber noch mehr. Die Mart wird finten; wenn sie auf eine Centime fällt, wird das Problem nicht noch unlösbarer, sondern unsere Länder werden auch unmittelbar in Mitleidenschaft gezogen. Die Privatpersonen und die Staaten, insbesondere der belgische Staat, befizen ungeheure Mengen von Mart, die dann nichts mehr wert sein würden. Der Gewährsmann des Blattes kommt dann auf die Garan tiefrage zu sprechen und sagt: Die Alliierten müssen auf die General hypothet des Versailler Vertrages zugunsten der ausländischen Geldgeber verzichten. Werden sie das wollen? Die ausländischen Geldgeber werden aber noch mehr verlangen, als daß Frankreich auf die Besetzung des Ruhrgebietes verzichtet. Sie merden ohne Zweifel verlangen, daß die Alliierten sich verpflichten, Ministerrat in England. London, 23. Mai.( WTB.) Wie die Blätter melden, ist Lloyd George heute aus Chequers, wo er sich feit Sonntag aufhielt, zurückgekehrt und hat vormittags seine erste Rabinettsfigung feit der Rückkehr von Genua abgehalten. Wie verlautet, wurde die irische Frage, die Genueser Ronferenz und die am nächsten Donnerstag stattfindende Unterhausdebatte erörtert. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Berlag, Expedition und Inseraten Abteilung Morisplay 11753-54 Kritik der Kritik. Bon Hermann Müller. ersten Auflage von Ströbels Buch„ Die deutsche RevoluDer Firnverlag hat der im Mai 1920 abgeschlossenen tion" jezt die zweite folgen lassen. In dem neuen Vorwort lagt Ströbel, daß er an dem Tert der ersten Auflage nichts ge= ändert, sondern ihn mur um ein neues Kapitel 3wei Jahre später" vermehrt habe. Dieses neue Kapitel hat der Redaktion der Freiheit" so gefallen, daß sie aus ihm zwei Leitartikel zusammenklebte. Sie ging dabei allerdings sehr vorsichtig vor; fie benutzte nur den zweiten Abschnitt dieses Kapitels 3wei Jahre Kompromiffe" zu dem Zwed, der Sozialdemokratischen Bartei eins auszuwischen. Den ersten Abschnitt, der von der Berspaltung der Linkssozialisten handelt, unterschlug sie ihren Lesern gänzlich. Das ist begreiflich, denn in ihm spricht Ströbel von der Verworrenheit, dem Fanatismus, dem nicht genügend vorhandenem sozialen Tatsachenfinn und der mangelhaften politischen Ehrlichkeit der Unabhängigen und Kommunisten. Ströbel kritisiert insbesondere die hochmütige Absage, die Crifpien gab, als die USPD. nach den Wahlen von 1920 von der SPD. zum Eintritt in eine Koalitionsregierung aufgefordert wurde. Er schreibt in diesem Abschnitt über die USP. wörtlich: Sie hatte( im Juni 1920) seit Jahresfrist ihre Stimmenzahl mehr als verdoppelt. Aber mit ihrem raschen Wachstum hatte leider die politische Einsicht nicht gleichen Schritt gehalten. Das offenbarte fich alsbald, als die Sozialdemokratische Partei sie einlud, sich an der Bildung der neuen Regierung zu be teiligen. Statt dieses Angebot, das ihr die Möglichkeit gegeben hätte, den Sozialismus zur ausschlaggebenden Macht in der Regierungsfoalifion zu machen, zu akzeptieren, antwortete das Zentral fonmitee der Unabhängigen mit einer hoch mütigen Absage: Man könne nicht in eine Regierung eintreten, die sich die WiederPall Mall and Globe meldet, daß die Genueser Debatte am aufrichtung der kapitalistischen Ordnung zum Ziele gesetzt habe. Für Donnerstag im Unterhaus eine der allerbedeutendsten seit Ende des die USB. fönne nur eine sozialistische Regierung in Frage kommen, Weltkrieges sein werde. Lloyd George werde in seiner Rede die in der sie die Mehrheit bilde und den bestimmenden Einfluß ausübe. Möglichkeiten behandeln, die in den Drohungen der franzöfifchen Also statt des Verfuchs, zunächst einmal eine überwiegend sozialistische Regierung, das Ruhrgebiet zu besetzen, enthalten sind und werde die Regierung zu bilden und sich innerhalb dieser Regierung durch eine Politit Großbritanniens in dieser Frage darlegen. Großbritannien fluge und energische Politik durchzusetzen, die sich ja nunmehr auf widersete sich der geplanten französischen Aktion im Interesse eine ganz andere proletarische Macht stüßen fonnte als bei der ersten Frankreichs felbft und Europas als Ganzes. Die Debatte wird am verunglückten Koalition vom November 1918, eine schroffe Ab= Montag fortgesetzt, und in der Zwischenzeit werde Poincaré Ge- lehnung jeder positiven Betätigungsmöglich niemals mehr gegen Deutschland militärische Santfionen legenheit gehabt haben, die Rede Lloyd Georges zu lesen und dazu feit und das Berharren in einer unfruchtbaren zu ergreifen. Ohne Zweifel könnten wir in diesen Verzicht für drei Stellung zu nehmen. Das britische Rabinett befinde fich bezüglich Oppositionspolitit. oder vier Jahre einwilligen, d. h. auf so lange Zeit als wir ficher der Politik des britischen Reiches in völliger Uebereinstimmung, und... Eine um so ärgere Bersündigung an den prolewären, daß Deutschland dank diefer auswärtigen Anleihe uns in gut unterrichteten Kreisen halte man die Unterstüßung des Bar- tarischen Interessen war die fühle Ablehnung des rechtsZahlungen leistete. Nach dieser Zeit aber müssen wir angesichts laments für voll gesichert. Wenn Frankreich in das Ruhrgebiet sozialistischen Entgegenkommens, die der törichten Einbildung ents eines von neuem zahlungsfähig werdenden Deutschlands Handlungs- einmarschiere, würde dies Frankreich wahrscheinlich mehr kosten als sprang, durch politische Intransigenz die Sozialdemokratische Partei freiheit haben, und gerade das werden die ausländischen Geldgeber es einzubringen in der Lage sei, und zu gleicher Zeit würde dies Deutschlands vollends überflügeln zu können. nicht zugeben wollen, weil sie noch auf lange Jahre hinaus die zu einer Spaltung in der Entente führen, die vor der Zinsen ihrer Anleihe zu bekommen haben. Welt nicht verheimlicht werden könnte. in Zukunft Paris, 23. Mai.( EP.) Pierpont Morgan ist heute nachmittag 4,30 Uhr in Paris angekommen. Beginn der Kammerdebatte. Paris, 23. Mai.( EE.) Die Rammer sowie auch der Senat traten heute zur ersten Sizung nach der Ferienpause zusammen. In beiden Häusern wurde die Gedenkrede auf den verstorbenen früheren Ministerpräsidenten und Präsidenten der Republik Paul Deschanel durch die Präsidenten Beret und Bourgeois gehalten und darauf die Sigungen unterbrochen. Um 4,15 Uhr trat die Rammer wiederum zusammen. Der Prä sident verlas zunächst die über die auswärtige Politik eingebrachten Interpellationen. Poincaré erklärte im Namen der Regierung, daß diese der gemeinsamen Beratung aller Interpellationen zustimme und sich mit der sofortigen Besprechung einverstanden erkläre. Der Abgeordnete Alecotte machte längere Ausführungen über die Petroleumfrage. Darauf bestieg André Tardieu Benesch über die Krise der Entente. Nie jedoch hat eine Partei rascheren Aufstieg und rapideren Zusammenbruch erlebt als die Unabhängige Sozialdemokratie. Der Leser begreift, warum die Freiheit" das verschweigt. In dem Abschnitt 3wei Jahre Kompromisse" betrachtet Prag, 23. Mai.( Tschechoslowakisches Pressebureau.) In der Ströbel das seiner Meinung nach sehr magere Ergebnis der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses erstattete Ministerpräfi- legten zwei Jahre sozialdemokratischer Politik dent Dr. Benesch einen Bericht über die Ergebnisse der Konferenz fritisch. Er behauptet, daß die politische und soziale Macht der von Genua. In Besprechung der russischen Frage betonte der Mi- Partei nicht vorwiegend für eine sozialistische Politik eingesetzt nisterpräsident: Bis zu einer wirklichen Einigung gibt es unter den wurde, sondern sich in Kompromissen mit bürgerlichen Parteien heutigen Umständen nur einen Weg, ein Kompromiß in allen in zugunsten einer möglichst ungestörten demokratischen EntwickGenua gestellten Fragen, ein offenes Bekenntnis der lung erschöpfte. Es ist selbstverständlich das Recht eines SoziaSowjets, daß Sowjetrußland auf seinem konsequenten Stand- listen, sich darüber zu beschweren, daß das deutsche Staatspunft nicht mehr beharrt und daß es sich der übrigen nicht- und Gesellschaftsleben in den letzten Jahren nicht mehr sozia= tommunistischen Welt afkomodiert. Infolge der zwet liftisch durchdrängt war. Wer der Praris näher steht als der politischen Richtungen hat sich auf der Konferenz ein Zustand heraus- Theorie, sagt sich dabei: War das möglich, solange in diesem gebildet, welchen man„ Krise der Allianz" zu nennen pflegt. Punkt die bürgerlichen Parteien, getragen von ihrem KlassenInfolge der Meinungsverschiedenheiten zwischen England und interesse, einig sind, während das Proletariat in drei Parteien Frankreich erörtert man die Frage, ob die früheren Allianzbande gespalten, sich selbst in der Entfaltung sozialistischer Tatkraft zwischen England und Frankreich noch andauern oder nicht. Es han- hemmt? Nebenbei gesagt: wie wurde allein durch die skandadelt sich hier aber nicht um eine Auflösung der bisherigen Bünd- löse unabhängig- fommunistische Berliner Kommunaldie Rednertribüne. Er erklärt, er wolle die Richtigkeit der von nisse und der engen Zusammenarbeit zwischen England und Frank- politik der Gedanke der Sozialisierung in weiten Kreisen einem deutschen Blatt gebrachten Behauptung untersuchen, daß der reich, ebensowenig sollen an Stelle der Entente neue Blocks der kompromittiert! Alliierten mit Hinzuziehung der gewesenen feindlichen Mächte oder Ein Hindernis der Einigung sieht Ströbel in dem Gör Bertrag von Rapallo die Bedeutung habe, daß die durch den Sieg Rußlands gebildet werden. Die sogenannte Krise der Allianz läßt liter Beschluß über die Koalitionsbildung. Dieser Be der Alliierten in Europa geschaffene Lage durch diesen Vertrag zu sich nach der Konferenz dahin definieren, daß man für den Augen- schluß hat sich aber bisher im Reich praktisch nicht ausgewirkt, bestehen aufgehört habe. Tardieu wendet sich scharf gegen blid mit einer gründlicheren und eingehenderen weil die Bedingungen, die wir stellen mußten, nicht erfüllt die zugeständnisse, die Frankreich seit dem Jahre 1919 an Deutschland gemacht habe. Er führt Klage über die Haltung der Durcharbeitung der Prinzipien der bisherigen Entente- wurden. Daß diese Bedingungen nicht nur„ dekoratives Blendfranzösischen Abordnung auf der Konferenz von Genua, die sich mit allianzen nicht rechnen kann. Dies wäre auch nicht von Vorteil werk" waren, darüber wissen die bürgerlichen Parteien aus den bolschewistischen und deutschen Vertretern an einen Tisch gefeßt für Europa. Auch in allen ernsten deutschen politischen Kreisen fühlt den Berhandlungen heraus, die auf ihre Anregung über die habe. Er bedauert, daß Frankreich nicht die Initiative ergriffen man dies. Diese Kreise sind sich bewußt, daß eine feste französisch sogenannte große Koalition" geführt wurden, besser Bescheid. habe, um sich dem Memorandum der Ruffen zu widersetzen, daß es englische Politit Deutschland eine größere Möglichkeit in den Einzelstaaten liegen die Verhältnisse wesentlich anders. vielmehr diese Initiative überlassen habe. Auch habe die franzö- 3ur wirtschaftlichen Rekonstruktion, zu einer maß- Durch dauerndes Verharren in einer noch so scharfen Opposition sische Abordnung sich nach der Veröffentlichung des Ravolleren Lösung der Reparationsfragen und einer ruhigeren politi- werden wir niemals die so notwendige Demokratisierung der pallo Bertrages nicht zurückgezogen, obgleich Frankreich da- fchen Entwicklung in den fünftigen Jahren gewährt. Auf Diffe- Berwaltung fördern. Oder sollte es dem Proletariat nützen, mals volle Handlungsfreiheit hatte. Schließlich fritisiert Tardieu renzen, wie sie auf der Konferenz in Erscheinung getreten find, wenn wir etwa neben Bayern im Reiche jahrelang ein ähnlich müssen wir stets vorbereitet sein, aber große Spaltungen und Front- regiertes Preußen hätten? Das Steuerfompromiß im den Entschluß Frankreichs, nach dem Haag zu gehen. veränderungen sind nicht zu befürchten. Reiche mußte die Sozialdemokratie aber auch ohne große Der Ministerpräsident bemerkte am Schlusse seiner Ausführun Koalitionsregierung" mit der Deutschen Volkspartei abschliegen: Tatsache ist, daß die der Konferenz gestellten Ziele nicht voll Ben, weil sich die USPD. durch ihren Leipziger Parteitagserreicht werden konnten. Die Stepsis der französischen Fefchluk für eine pofitive Mitarbeit gänzlich ausgeschaltet Politik über die Richtigkeit der Vorgangsweise hat sich als hatte. Ströbel sieht die Ursache der Kompromißpolitik unter nicht unbegründet erwiesen. anderem in der Angst, durch ein Verzicht auf das Mitregies Poincaré bemerkt zu seinen Ausführugen, die Regierung set in ihren Handlungen vollständig unbehindert und wolle nichts tun, was nicht zuvor dem Parlament zur Beschlußfassung vorgelegen habe. Er felbft nehme alle seine Berantwortung in diefer Sache wahr. Frant rcn ausgeschaltet zu werden". In Wirklichkeit hat die Entente- Politik durch das Londoner Ultimatum und die Drohung mit Besetzung des Ruhrgebietes die Sozialdemokratie im Mai 1921 wieder in die Reichsregierung gezwungen. Die Sozialdemokratie mußte damals in die Regierung gehen, da- mit die Politik der versuchten Vertragserfüllung getrieben werden konnte, von der die USPD. fälschlich behauptet, daß sie deren Erfinderin und einzig wahre Vertreterin sei. Wir smd aber mit Ströbel der Meinung, daß unser Ziel bleiben muß, an Stelle der jetzigen Koalitionsbildung eine zu setzen, in der wir gesteigerten Einfluß haben, solange eine rein sozialistische Regierung auf demokratischer Basis im Reiche nicht möglich ist. Aber dazu gehört eben, daß die USPD. ihre unfruchtbare Politik aufgibt und uns Hilst, den sozialistischen Einfluß in der Regierung zu stärken. So sehr wir also im ein- zelnen die Ströbelsche Kritik für einseitig halten, so ist sein Buch doch die fleißige Arbeit eines Ringenden, der sich mit ganzer Seele nach der Durchsetzung von mehr Sozialismus sehnt. Wir brauchen solche Männer in allen sozialistischen Parteien. Die Unabhängigen aber können aus dem Buch Ströbels ersehen, daß in unserer Partei Platz ist für solche Kritiker. Sie sollten daraus eine Lehre ziehen: sie sollten Ströbel nachfolgen und wieder wie er in unsere Reihen zurückkehren, um in der alten geschlossenen Partei mit ihm für den Sozialismus nicht nur kritisch, sondern auch positiv zu wirken. Eine solche Einigung würde über die zahlenmäßige Vermehrung hinaus die Kraft des Proletariats innerhalb und außerhalb der Re- gierung außerordentlich stärken. Reichstag unü auswärtige Lage. Der Aeltestenausschuß des Reichstags beschloß in seiner Dienstagsitzung, die G e n u a- D e b a t t e, die oberschlesische Angelegenheit und nach Möglichkeit auch die Debatte über die Reparationsverhandlungen in Paris noch vor Pfingsten zu erledigen. Der Auswärtige Ausschuß soll am Freitag und Sonnabend tagen. Auf der Tagesord- nung steht als erster Punkt die Reparationsverhandlungen in Paris. Da die Vorbereitungen zur Besprechung des deutsch- polnischen Vertrages infolge der noch nicht abgeschlossenen Uebersetzung bisher nicht erledigt sind, ist geplant, auch am Sonntag eine Sitzung des Auswärtigen Ausschusses zur Er- örterung der oberschlesischen Angelegenheit abzuhalten. Am Montag und Dienstag soll die große politische Debatte im Plenum des Reichstages erfolgen. Als Frak- tionsredner ist Genosse Hermann Müller in Aussicht ge- nommen. In allen Parteien besteht die Absicht, spätestens bis zum Mittwoch, den 31. Mai, die dritte Lesung der Etats zu be- endigen, so daß der Reichstag sofort in Pfingstferien gehen kann. Sollten sich Schwierigkeiten ergeben, dann ist eine Weiterberatung über den Mittwoch hinaus nicht ausgeschlossen. Der Wiederzusammentritt nach den Pfingstferien ist für den 13. Juni geplant. Am 23. Juni sollen die großen Sommer- ferien beginnen._ Koalitionsministerium in öraunfchweig. Braunschweig, 83. Mai.(Eig. Drahtbericht.) In Braun- schweig ist die große Koalition Tatsache geworden? Am Dienstag nachmittag wählte der Landtag die Genossen Dr. Jpsper und Steinbrecher, den Demokraten Rönneburg und den Fuhrer der Deutschen Volkspartei Käfer zu Ministern. Diese neue Regierungskoalition wurde erzwungen durch das Ver- bleiben Oerters im Landtag, der die schwache sozialistische Stimmenmehrheit jederzeit in Stimmengleichheit umwandeln kann, wie er das beim Sturz der letzten Regierung bereits ge- tan hat. Der Antrag der Unabhängigen, den Landtag aufzu- lösen und Neuwahlen anzuberaumen, wurde abgelehnt. Inter- essant ist, daß sich die USP. in dieser Frage zusammenfand mit den Deutfchnationalen und der monarchistischen Nieder- sachsen-Partei. „Nicht einsteigen!" Eine Bahnhofsvision von Max Prel». Dumpf und schwer lastet die Bahnhofshalle über den Köpfen von Hunderten. Ein Riesenkerker, der die Stattgebundenen, Arbeit. verketteten, umspannt. Wagen an Wagen— und an der Spitze dampft ungeduldig, kraftbewuht, zum Sprung ins Weit« bereit, der Entfesselungskünstler— die Maschine. Ein schönes Zittern ist schon in ihrem Leib, der so blank glänzt und so straff wie die Haut edler Tiere ist. In wenigen Minuten wird sich dieser Lokomotiven- leib recken, wird mit einem beglückten Stöhnen in den Rhythmus einfallen, den die Musik feiner Kraft singt. Und mit den ersten Stößen der Zylinder werden die Ketten fallen, die hundert Men- schen der Zylinder werden die Ketten fallen, die hundert Men. der Befreiung, über der festlich die braune Fahne des Rauches schwebt. Die Wagen hängen an der Lokomotive, so wie sich Blinde an die Rockschöße des sehenden Führers klammern. Und in die Wagen klettern, hoffend, geborgen die Menschen. In weiße Schlafwagen- betten und aus harte Bänke dritter Klasse ergießt sich gleiche Freude, gleiche Spannung. Die Maschine dort vorne wird die Müdigkeit zerarbeiteter Menschen und die kühl beherrschte Gier satter Bummler in di« Freiheit einer Nacht hinausreißen, in das ver- dunkelte Panorama oorbeiflatternder Landschaften. Immer neue Menschenpünktchen sickern durch das Sieb der Bahnhofsperre. Wie Schatten umtanzr sie ihr Gepäck. Ob es seidene Pyjamas oder graue Röcke birgt— eines ist in die Koffer und Taschen immer ver- packt: der gleiche, sammtene Mantel des Glücks, der köstlichen Un- ruhe, ein unsichtbarer Reisemantel, bestickt mit den blauen Orna- menten des Abenteuers. Am Ende der Wagenreihe steht ein Waggon. Er klammert sich nicht mit den Puffern an seinen Vordermann. Aus seinen Fenstern tropft nicht das Licht der Erwartung. Dunkel und traurig, ver- gessen und lahm.steht dieser Wagen, tot, hoffnungslos, auf dem Gleis. Und damit ihn ja niemand mit den anderen Wagen ver- wechsele, trägt er, quer über den Zugang gespannt,«ine Tafel mit der Aufschrist: „Nicht e i n st c i g e n! Wagen bleibt hier." Wie ein Aussätziger steht der Wagen da, dem man zu Beispiel und Warnung seine Krankheit auf den Leib gemalt bat. Summen und Surren, nervöse Siqnale, hohle Rufe, gellend« Laute, anpreisende Stimmen. Wellenspiel flutender Menschen und Ichwirrender Geschäftigkeit. Fast sanft legt sich all diese Fülle auf Ohr und Sinne. Und entführt in einen willenlos ermattenden W a ch t r a u m. Durch das enge Maschennetz der Dahnhofsperre schlüpfen wie Schatten seltsame Gestalten. Schwere Ballen und Koffer lasten «uf ihren Schultern. Und auf den Koffern steht mit blasser Kreide hingeschrieben: Not— Elend— Krankheit— Wandersehnsucht— Echönheitswille— all die schleppenden, schleichenden Gestalten huschen in den letzten Wagen, der mit dem Warnungsruf„Nicht einsteigen! Wagen bleibt hier!" ohnmächtig gegen ihren Ansturm sich wehrt. Ich frage den einen der seltsamen Passagiere:„Wer sind Sie, Die SPD. hat mit ihren zwölf Mandaten, die 21 bürger- lichen Sitzen gegenüberstehen, ebensoviel Minister im neuen Kabinett wie die Bürgerlichen. Außerdem ist durch die Schaffung dieser Koalition der Bürgerblock, genannt Landes- wahlverband, in zwei Teile gespalten worden. Die Schlagkraft des Bürgertums wird dadurch keineswegs gestärkt. vraunschweig. 23. Mai.(MTB.) Zu Beginn der heutigen Landtagssitzung gab der Präsident bekannt, daß sich die Fraktion des Landcswahloerbandes in eine Fraktion der Deutschnationalen Bolkspartei mit 8 Abgeordneten und ejne Fraktion der Deutschen Volkspartei mit 15 Abgeordneten gespalten habe. Nach der Ab- lehnung des Antrages der Unabhängigen auf Auflösung des Land- tages und Neuwahlen, der nur die Unterstützung der K o m m u- n i st e n und der Deutschnationalen Volksportei ge- funden hatte, verlas der Abg. Junker eine Erklärung der U n a b- h ä n gi g e n, worin das Verhalten der SPD. bedauert und jede Koalition mit den Bürgerlichen abgelehnt wird. Nur keine Geschichtsfälschung. Aus Braunschweig schreibt man uns: Kaum daß die neue Regierung in Braunschweig gebildet ist, gehen die Geschichtsfälscher an die Arbeit. Die Sache wird jetzt schon so dargestellt, als habe die SPD. böslich die proletarische Einheitsfront oerlassen, um sich„mit Stinnes zu ver- bünden". Es wird so getan, als fei noch die Möglichkeit vorhanden gewesen, wieder eine rein sozialistische Regierung zu bilden. Diese Möglichkeit besteht zurzeit in Braunschweig nicht! Die Bildung eines rein sozialistischen Kabinefts wäre zur- zeit nur möglich mit Oerters Hilfe. Und das so zustande gekommene Kabinett bliebe auch ständig von Oerters Wohl- wollen abhängig. Daß unter diesen Umständen jeder Ge- danke an ein rein sozialistisches Ministerium fallen mußte, haben die Unabhängigen ursprünglich selbst gefühlt und in ihrer übereilten Entschließung-vom 6. Mai(die den einzigen Ausweg in der Auf- lösung des Landtags erblickte) auch deutlich ausgesprochen. Es hieß darin" u. a., durch den Uebertrift Oerters auf die Seite der Bürger- lichen sei„der sozialistischen Regierung die Basis entzog en". Das habe sich am 4. Mai„klar gezeigt" und werde sich„fortgesetzt aufs neue herausstellen". Es bleibe daher nur die Auflösung des Landtags. Dieser Beschluß, der, nebenbei bemerkt, von der USP. ohne Fühlungnahme mit ihrem bisherigen Verbündeten, der SPD., gefaßt wurde(!), war natürlich ein arger Fehler. Die USP. hat durch ihr unbesonnenes Handeln sich selbst um allen Einfluß gebracht und ihren Bundesgenosien in schwierigster Lage allein gelassen. Ein plumper agitatorischer Trick ist es nun, wenn sie der SPD. Verrat vorwirft, weil diese nicht vor Eingehen der großen Koalition erst noch den Versuch gemacht habe, trotz Oerter eine rein sozialistische Regierung zu Hilden. Die USP. selbst hat ja diesen Weg als ungangbar bezeichnet.� Sie hat es nur leider versäumt, aus dieser Erkenntnis die rich- tige Folgerung zu ziehen. Politik ist die Kunst des Möglichen. Und ein guter Ausweg stand noch offen. Warum hat die USP. versagt, als die Fraktion der SPD. ihr die Bildung eines Links- b l o ck s(Unabhängige bis Demokraten) vorschlug, der eine sichere Mehrheit von 34 Sitzen(gegen 26) gehabt hätte? Ein Ministerium aus einem Demokraten und vier Sozialisten wäre doch am Ende eine annehmbare Lösung gewesen. Diesen Vorschlag haben die Unabhängigen mit Spott und Hohn abgelehnt. Die USP. also ist es, welche die SPD. Im Stich gelassen hat, und nicht umgekehrt. Der Kampf um Drot unü ffcbeit. Auch im Mittelpunkt der gestrigen Reichstagssitzung stand derKampfzwischenArbeitundKapital. Es war ein interessanter Moment, als der Vertreter des Zentrums Abg. K o r-t h a u s sich als Ankläger des Kapitals auf die Tribüne begab. Sehr richtig bemerkte er:„Bei den Kartellen des Großhandels scheint man den Boden der Wirklichkeit völlig verlassen zu hoben. Die Syndikate haben vielfach die Zwangs- Wirtschaft abgelöst." Sehr richtig folgerte er:„Der Terroris- mein Herr?" Und höre aus unwirklichem Munde die hohle Ant- wort:„Ich bin krank und kann nur in reiner Luft Genesung fin- den." Und frage weiter:„Wohin reisen Sie, Nebe Frau?" Und höre:„Zu meinem Sohn, er ist krank und braucht meine Hilfe." Ein Dritter sagt:„Weit fahre ich, ich will noch einmal meine Mutter sehen." Ein Vierter:„In die Welt fahre ich, pflücke mir von der Weite und dem Duft der Ferne die Anregung für ein neues Werk. Schaffen will ich! Schaffen! Nicht im einerlei verkommen!" Ganz blasse Kinder lächeln weihnachtsfroh einem Märchen entgegen. Unendlich schwillt der Strom, spült die Bahnhofsperre fort, ergießt sich in den letzten Wagen. „Meine Herrschaften", warnt die Untertanenstimme in mir, „Ihre Billette sind ja gar nicht geknipst." Da ruft der Chorus der Passagiere des letzten Wagens:„Wir haben keine Billette, wir haben den Freifahrtschein der Not, des Müssens, des Triebes!" Und plötzlich ist mir in dem Dämmer meines Halbtraumes, als führe der Zug nicht der Hunderte wegen, die in den erleuchteten Wagen sitzen, in die Nacht hinaus, als wäre feine dampfende und stampfende Lokomotive nur wegen dieses einen mit Taufenden und Tausenden gefüllten letzten Wagens da. Ich schmiege mich an den letzten Waqen, als könnte ich ihn: die Schwungkraft geben, den anderen, die gleich entrollen werden, zu folgen. Und fühle nur: Kein Wagen kann so schwer sein wie dieser. Plötzlich löst sich Rotes von meinen Augen. Höhnisch rotes Licht gleitet äffisch lachend von mir fort. Der Zug wälzt sich in die Nacht. Mein Traum fällt klirrend zu Boten wie eine Blumen- vase, und im Ruß verenden seine Blüten. Ich knete erwachend die Stirne. Sehe befangen in den letzten Wagen. Der steht tot und hoffnungslos auf dem Gleis. Und eine Tafel erzählt:„Nicht einsteigen! Wagen bleibt hier." Hinter dunk- len Fenstern' ist alles leer. Eine Stimme sagt:„Die Bahnsteigkarte...!" Ach so, die Bahnsteigkarte,... und es gibt plötzlich wieder eine Bahnsperre, und ich gehe durch sie, und um mich ist dos Scharren von tausend müden, unsichtbaren Füßen, und hinter mir steht sinnlos und zwecklos ein leerer, finsterer Wagen mit der Auf- schrift:„Nicht einsteigen!" Die Höfe als Vflcgesläften des Aberglaubens. Man schreibt uns: Bon Wunderdoktoren und Wunderkuren weiß Dr. Hans Rohden in Nr. 235 zu berichten. Ich möchte daran die Be- mcrkung knüpfen, daß solche Erscheinungen auch an Fürstenhöfen nichts Seltenes sind. Für Preußen kommt dabei besonders der Hof Friedrich Wilhelms II. in Betracht. Als dieser von Günst- lingen und Mätressen beherrschte, dem Wunder- und Geisterglauben zugetane Mann 1737 infolge seines ausschweifenden Lebenswandels auf dem Sterbebette lag, strömten aus allen Gegenden Wunder- doktoren herbei, um an ihm ihre Künste zu versuchen. Unter ihnen befand sich der vielberufene Magnetiseur de Beaunnoir aus Paris, dessen Rezepte noch erhalten sind. Er verordnete dem König beständiges Anhören von Musik von Blechinstrumenten(Streich- instrumente wurden streng verbannt), Schlafen zwischen zwei ge- sunden und heiteren Kindern im Alter von acht bis zehn Jahren, mus der Kartelle muß mit harten Maßnahmen gebrochen werden, wenn es im Guten nicht geht." Daß es im Gutenl nicht g e h t, hat die Praxis zur Genüge erwiesen. Warum zieht also das Zentrum nicht die Konsequenzen aus seiner Er- kenntnis? Warum entschließt es sich nicht ernstlich zu einer klaren, geraden Konsumentenpolitik? Hier stehen Erkenntnis und Wille im Gegensatz zueinander. Wenn man dem Terrorismus der Kartelle wirklich zu Leibe gehen will, darf man die Hände nicht in die Hosentaschen stecken. Wie sich so ein rechter Vollblutvertreter des Kapitalismus die Wirtschaftspolitik vorstellt, zeigte der Volksparteilex G i l d e m e i st e r, der aus Erfüllungspolitik, Betriebsrats- Wirtschaft, Achtstundentag und— unter dem Vergrößerungsglas der Weltwirtschaft betrachtet!— zu geringe Verdienste schimpfte. Ja freilich, wenn sie könnten, wie sie wollten! Es ist gut, daß sie nicht allein Herren im Hause sind und daß Bremser auf oem Sperrbock sitzen. Was die Abgg. Simon- Franken(USP.) und H ö l- lein(Komm.) im Verlauf der Sitzung in die Debatte warfen, war zum Teil Material, das unter durchaus richtigen Gesichts- punkten gesehen war, aber was nützt das, wenn man sich zeit- weilig in die Rolle des rasenden Roland vertieft und im übrigen den Nörgler spielt, der zwar elegant in die Suppe zu spucken versteht, aber sie in keiner Weise schmackhafter machen kann. An die Auseinandersetzung über die Wirtschaftspolitik schloß sich eine Debatte über das L e h r l i n g s w e s e n, im Verlauf deren Genosse Krüger noch einmal energisch gegen die Lehrlingszüchterei auftrat und den nützlichen Vor- schlag machte, die Lehrlinge unter den Schutz der Ge- werkschaften zu stellen. Staatssekretär Hirsch sagte im Namen der Regierung zu, im Rahmen der allgemeinen Wirtschaftsförderung der Ausbildungsfrage der Lehrlinge näherzutreten. Er verbreitete sich dann des näheren über den Gesetzentwurf über das Lehrlingswesen.(Vgl. weiter unten.) Genosse Hoch ersuchte, bei der Einzelberawng die S t a- t i st i k über die G e w i n n e der A k t i e n g e s e l l s ch a f t e n wieder einzuführen. Der Präsident des Statistischen Reichs- omtss erwiderte, die Statistik müsse auf andere Grundlagen ge- stellt werden, da man nicht mehr mit dem Goldwert rechnen könne. Die Erwägungen über den neuen Modus schweben noch. Darauf vertagte sich das Haus auf Mittwoch, 11 Uhr: Weiterberatung, Reichswirtschaftsrat, Finanzministerium und weitere Etats. Schluß gegen 7 Uhr. Ein Gesetz über üas Lehrlingswesen. Das Gesetz über das Lehrlingswesen ist, wie Staatssekretär Hirsch im Reichstag ausführte, ein Rahmengesetz und versucht, das gesamte Lehrlingswesen in Handwerk, Industrie und Landwirtschaft. wenn möglich auch in der Hauswirtschaft zu regeln. Der Entwurf will den Jugendlichen in weitem Umfange berufliche Ausbildung zuteil werden lassen und gibt die Grundsätze für ihre Beschäftigung. Die Regelung des Lehrverhältnisses bleibt den beteiligten Berufs- ständen, den Handwerks-, Handels- und Landwirtschaftskammern vorbehallen. Bei Erfüllung dieser Aufgaben sollen Arbeit- geber und Arbeitnehmer völlig gleichberechtigt nebeneinander stehen. Die Lehrlingszüchterei soll sich nicht weiter ausbilden können, und nur solche Betriebe sollen Lehrlinge anleiten dürfen,'die zur Ausbildung wirklich geeignet sind. Die Entscheidung sollen die berufs ständischen Vertretungen fällen. Auch das Lehrlingsprüfungswefen soll ausgebildet und die Landwirtschaft ermächttgt werden, für gewisse Berufszweige die Lehrlingsprüsung einzuführen. Schließlich enthält das Gesetz Vor- schriften über die Beschäftigung von Lehrlingen und Jugendlichen in solchen Bureaus, die der Gewerbeordnung nicht unterstehen. Weil das Lehrverhältnis kein reines Arbeitsverhältnis sein kann, soll die Ausbildung auch die Erziehung umfassen, die aller- dings den heutigen Anschauungen entsprechen muß. Diesen An- schauungen entspricht nicht das Recht zur Züchtigung, das beseitigt werden muß. Zur Qualitätsarbeit, die wir gebrauchen und erstreben müssen, gehört eine gründliche gewerbliche Durch- bildung des Nachwuchses. deren Ausdünstung besonders heilsam sein sollte, und den Anblick junger Katzen, die mit jungen Hunden spielten. Andere ließen den König dauernd auf Kissen und Polstern aus Haut neugeborener Kälber ruhen. Freilich geschah dies noch im achtzehnten Jahrhundert, wo neben der seichtesten Aufklärung Wunderglaube und Mystizismus auf der Höhe standen und Alchymisten, Rosenkreuzer und Illumi- naten ihr Spiel trieben. Doch haben auch später Wunderdoktoren sich viel an Höfen betätigt. Besonders von sich reden machte der S ch u h- macher Lampe in Hannover. Dieser schlichte Mann aus dem Volke hatte auf der Wanderschaft im Gebirge die Heilkraft ge- wisser Kräuter, namentlich bei Magenverstimmungen kennen gelernt, braute aus ihnen Elixiere, trat als Wohltäter der Menschheit auf, der alle möglichen Leiden beseitigen wollte, und fand auch bald großen Zuspruch. Auch der blinde König Georg V., Hannovers letzter Beherrscher, wurde auf ihn aufmerksam, berief ihn an seinen Hof und schenkte ihm sein Vertrauen. Lampe nützte dies gründlich aus und tyrannisierte mit seinen Wunderkuren den König, seine Familie und seine sonstige Umgebung. Beim Zusammenbruch des Welfen-Thrones im Jahre 1866 war es auch mit seiner Herrlichkeit vorbei. Doch hatte seine Praxis ihm genug eingebracht, um ihm ein sorgenfreies Dasein zu sichern. Wir besitzen zahlreiche zeitgenössische Karikaturen von ihm, die ihn zuweilen mit Anspielung auf seinen Namen in Hasengestalt darstellen. Zu den neuesten Erscheinungen auf diesem Gebiete gehört das Wirken des Wundermannes Rasputin in Rußland, der auf den letzten Zaren gewaltigen Einfluß besaß, aber am Ende des Jahres 1316 von einer Gegen- partei aus der Petersburger Aristokratie ermordet wurde, m. sab. Geistige Hygiene. Zwischen dem 1. und dem 4. Juni wird in Paris ein Kongreß tagen, der die Fragen der seelischen Hygiene erörtern soll. Der Gedanke ist von einem Dx. Toulouse ausgcgan- gen. Die französische Regierung hatte schon vorher eine Kommission mit ähnlichen Zwecken eingesetzt. Da aber Toulouse den Eindruck gewann, daß diese die in sie gesetzten Hofsnungen nicht erfülle, rief er eine Privatgesellschaft ins Lebens, die größere Bewegungsfteiheit besitzt. Sie vereinigt nicht nur Psychiater und andere Aerztc, son- dern auch interessierte Laien aller Art, besonders Pädagogen und Schriftsteller, und arbeitet in nicht weniger als 9 Abteilungen. Unter anderem will man Kliniken für psychisch Kranke ins Leben rufen, wie sie bereits anderwärts geschaffen worden sind. Eine andere Abteilung hat es sich zum Ziel gesetzt, Personen mit kriminellem Einschlag beizustehen. Der Psychotechnik schenkt man ebenfalls besondere Aufmerksamkeit.— Toulouse weist darauf hin, wie viele körperlich Kranke oder Gebrechliche dennoch ihre bürger- lichen Verpflichtungen zufriedenstellend erfüllten, während die Arbeit eines Menschen, der an psychischer Depression leide, fast immer dadurch stark beeinträchtigt werde. Die Anforderungen der körper- lichen Hygiene seien eben bekannter und fänden mehr Berücksichti- gung als die der seelischen. Für eine körperliche Krankheit Heilung zu finden, sei auch in vielen Fällen leichter. Es niüsse Pflicht jedes Landes fein, der seelischen Hygiene ebensoviel Fürsorge angedeihen zu lassen wie der körperlichen, um so mehr, als die Verhältnisse in allen Ländern größtmögliche Arbeitsergebnisse und geistige Gesund- heit der Völker dringend forderten. Von dem Kongreß verspricht man sich erfolgreiche Zusammenarbeit mit Ländern, in denen ähnliche Bestrebungen bereits im Gange sind, so besonders mit Amerika. Die Justiz auf der Anklagebank. Die Neunerkommission gesprengt. か Im Breußischen Landtag ging am Dienstag die allgemeine Aussprache über den Justizetat zu Ende. Bordem wurde noch die zweite Lesung des Gesetzes über das Großfraftmert hau, nover erledigt. In namentlicher Abstimmung nahm das Haus Am gestrigen Tage hat die Tätigkeit der sogenannten| Erfolg haben fönnte. Wir wollten eine Einheitsfront gegen den Ka den§ 1 mit 246 gegen 5 Stimmen an. Ueber§ 2 entspann sich Neunerfommission ein Ende gefunden. Die Vertreter der pitalismus, aber wir wollten uns erst überzeugen, ob es den kom noch einmal eine längere Debatte, in der Gense Leinert die 3. Internationale wollten die fofortige Einberufung des munisien Ernst damit ist. Von unseren Bedingungen ist die bea neu aufgewärmte Behauptung des Kommunisten Kah zurückwies, Weltarbeiter tongresses" erzwingen, und da die 2. Internatio- treffend den Prozeß der Sozialrevolutionäre teilweise angenommen daß die Sozialdemokraten ein„ Stinnes- Wert" schaffen wollen. Der nale selbstverständlich auf die Bedingungen, an die fie worden. Aber Ceuin verlangt für die Angeklagten die Todesstrafe, Rompromißantrag schreibt ausdrücklich vor, daß in jedem Falle der ihre Zustimmung geknüpft hatte, nicht verzichteie, melbeten die und die Prawda" bejchimpit ihre Berleidiger als Sozialverräter und überwiegende Einfluß des Staates und des Reiches durch Aktien Kommunisten ihren Austritt aus der Neunertommiffion on, Cataien der Bourgeoisie, die Angeklagten als Brandstifter und besitz sichergestellt sein muß. Schließlich wird§ 2 in der Kom die damit tatsächlich gesprengt ist. promißfafson der Koalitionsparteien unter Ablehnung aller übrigen Mörder. Georgien ist schlimmer als je unterdrückt und in Genua Die Bedingungen der 2. Internationale sind bekannt. Sie von Sowjetrußland rein fapitalistisch verhandelt worden, genau wie Anträge angenommen. Hierauf wird die zweite Lesung des Haushalts der Justizver Gesinnungstnetung in Rußland und einen Ber- war: Guter Wille und guter Glaube für die Einheitsfront. Das Hierauf wird die zweite Lesung des Haushalts der Justizver- forderten in der Hauptsache ein Ende der zaristischen eine beliebige Petroleumquelle. Unsere allgemeine Bedingung ader maltung fortgesetzt. Während der volksparteiliche Abgeordnete Meyer Herford die Magdeburger Urteile verteidigt, fennzeichnet zicht der Kommunisten auf die 3erstörung der Ge Gegenteil mußten wir feststellen. Die fie der Unabhängige Bod als Ausfluß schlimmster Klassenjuftig wertschaften. Da die Kommunisten feine Lust hatten, Auch der Staatssekretär Dr. Mügel greift in die Debatte ein und auf diese Bedingungen einzugehen, flogen sie gestern wieder persucht noch einmal eine Rechtfertigung der Richter im Falle Kö mit großem Getöse zum Schornstein hinaus. bisch, die von der Linken durch den Zuruf Mohrenwäsche" treffend gekennzeichnet wird. Der Kommunist Menzel hält eine heftige Anklagerede gegen den Strafvollzug, wobei er eine Anzahl Gefangenenbriefe mit erschütternden Einzelheiten vorliest. zmeiter sozialdemokratischer Redner zum Haushalt der Justizverwaltung ergreift das Wort " Abg. Dr. Rosenfeld( Soz.): Als Nach Anweisung Sinowjews wird jeht der Kampf gegen die SPD.- und USP.- Führer mit verzehnsachter Kraft" aufgenommen werden. Wir erwarten das Ergebnis dieser Kraftanstrengung mit unerschütterter Gemütsruhe. Zersplifferungsarbeit in den Gewerkschaften wird nach ausdrücklicher Anweisung Moskaus fortgesetzt, besonders in Frankreich und Norwegen. Selbst in Horthyungarn machen die Kommunisten die unentbehrliche Einheit der Arbeiterbewegung unmöglich. Ein offizieller Beschluß der APD. erklärt die Einheitsfront lediglich für die Borstufe des Angriffstampfes für die Diffatur der Arbeiterklasse, für die Rätegewalt und die Ziele des Kommunis mus". Die Zweite Internationale fann sich an feinem Unternehmen Die auf der Berliner Konferenz beschlossenen gemeinsamen De Macht auch das Theater der KPD. es einigermaßen monstrationen vom 20. April find in Georgien mit Waffengewait schwer, ernsthaft über diese Dinge zu reden, so muß doch gesagt auseinandergetrieben worden. In Deutschland sprengen die komwerden, daß die gemeinsame Aktion der drei Internationalen munisten unzählige Arbeiterversammlungen, jogar den BauarbeiterDer deutschnationale Abg. Dr. Deerberg hat in natura den letzten Endes an der grundsäglichen Gegnerschaft fongees in Leipzig, mit brutaler Gewalt. Die Beschimpfung der Beweis geführt, welch rückschrittlicher Geist unsern Richterstand be- der Anschauungen gescheitert ist. Soweit die Kommunisten Sozialdemokraten ist wüsler als je: Weis und Scheidemann werden feelt. Er sieht z. B. immer noch Sozialdemokraten und politisch nicht Leute sind, die das Gegenteil von dem sagen, was sie als Inspiratoren der Ermordung Karl Liebknechts beschimpft, und linksstehende Arbeiter als moralisch minderwertige und als„ pater- glauben, halten sie uns für Arbeiterverräter" und Diener am 1. Mai hat man in Moskau demonstriert mit Fahnen, auf denen landslose Gefellen" an. Es läßt sich nicht bestreiten, daß viele Ge- des Kapitals". Wir unsererseits fönnen in dem russischen stand:„ Tod der Bourgeoisie und den Sozialdemokraten!" richte Urteile fällen, die politisch beeinflußt sind. Ich erinnere nur Bolschewismus feine Spur von dem erblicken, was wir für an die Urteile der Sondergerichte. Negativ betätigt sich die politische Sozialismus halten und betrachten die Kommunisten als Einstellung der Richter nach rechts dadurch, daß z. B. rechtsbolsche- böswillige oder durch blinden Fanatismus irregeführte Ber mistische Bergehen fast nie zum Anlaß von Anflageerhebungen gebrecher an der Arbeiterbewegung. nommen werden. Wo die Wahl zwischen Geld- und Freiheitsstrafe Die 3. Internationale hat eine Weile mit der Einigung vom Gesez freigestellt wird, verhängt man gegen Arbeiter stets die gespielt wie mit einem bunten Ball. Sie glaubte damit Erfolge beteiligen, welches das Proletariat mit einem bloßen Schein der Gefängnisstrafe. Man begründet das zum Teil damit, daß die Geldstrafe ja doch nicht vom Angeklagten, sondern von seiner Bar- für die russische Regierung und ihte bankerotte deutsche Bar- Einigkeit betrügen würde, während in Wahrheit die Einheit nur tei refp. Gewerkschaft getragen würde. Wahrnehmung berechtigter teifiliale erzielen zu können. Jetzt möchte sie durch ein ver- Schwindel und ein hinterliftiges taktisches Manöver ist, um die Interessen gibt es nur für Redakteure der Rechtspresse. Die Klassen zehnfachtes Geschrei über die Arbeiterverräter" agitatorische Zellenbildung und Zersplitterung mit besserem Erfolg fortzusetzen. einseitigkeit zeigt sich auch in den Urteilen in Prozessen zwischen Geschäfte machen. Aber die kommunistischen Posaunen Solange im Verhalten der Kommunisten feine Aenderung eintritt, ländlichen Arbeitgebern und nehmern. Hier handelt es sich nicht werden die Mauern der 2. Internationale nicht zum Einsturz müßte eine allgemeine Konferenz geradezu schaden. um Einzelfälle, sondern um ein System. Fristlose Entlassungen bringen. werden vom Gericht zum Beispiel gebilligt, weil Grußverweigerung Die Wiener Arbeitsgemeinschaft, die zwischen ausdrücklichster Weise, auf die Die gegenwärtige Lage zwingt die Zweife Infernationale in feitens des Landarbeiters eine„ Achtungsverletzung" darstelle. den unvereinbaren Gegensägen zwischen 2. und 3. Internatio Notwehr eines Landarbeiters gegen Gewalttätigkeiten feines nale zu balanzieren versuchte, steht jetzt vor ernsten Entscheirein imperialistische und kapitalistische Haltung der Brotgebers als Grund zur frifflofen Entlaffung seitens des Arbeit Dungen. Die 2. Internationale ist bereit, mit den franSowjetregierung in Genua gebers wird anerkannt, weil die Tätlichkeit allein genüge, ganzösischen Sozialisten und mit den anderen, der Wiener und die grundfählichen Unterschiede hinzuweisen, die zwischen zweiter gleich, ob Notwehr vorliege oder nicht. Einem Gewerkschaftssekretär Arbeitsgemeinschaft angeschlossenen Parteien zusammen praf- und Drifter Internationale in der Auffaffung darüber befiehen, was wird bereits die Bezeichnung eines Gutsbefizers als tische Arbeit zu leisten, sie ist von der Ueberzeugung durch- Freiheit und was Sozialismus ist. drungen, daß diese Arbeit dringend notwendig ist. Jetzt erst, da das Luftschloß der sozialdemokratisch- kommunistischen Einheitsfront zusammengestürzt ist, jetzt erst liegt der Weg zu wirklich praktischer Arbeit frei. Wir hoffen zuversichtlich, daß er betreten wird. „ der Hauptmann a. D., jehige Gutsbesitzer X," als formale Beleidigung Der Verlauf der Sitzung. des Gutsbefizers angerechnet. Die Klassenjuftig ist eine soziologische Erscheinung, die erst beseitigt wird, wenn in das Berufsrichtertum auch Angehörige der minderbemittelten Klassen hineintommen, die allein die Lebensumstände ihrer Klassengenossen gebührend würdigen fönnen. Der neue Staat braucht neue Richter. Die religiöse Eidesformel kann nicht mehr tommandiert werden; aber die durch die Verfassung gewährte Gesinnungsfreiheit ist vielen Die Sigung des Neunerkomitees der beiden sozialistischen und Richtern ein Dorn im Auge. Der neue Rammergerichtspräder kommunistischen Internationale fand im Frattionszimmer der sident muß ein Mann des Fortschritts und der Erneuerung der Unabhängigen im Reichstag unter dem Vorsitz von Friedrich Rechtspflege sein. Mit dem Republikanischen Richterbund muß die Adler statt. Justizverwaltung Fühlung nehmen. Eine einseitige Begünstigung dieser übrigens unpolitischen Organisation fordern wir natürlich nicht. Aber die Justizverwaltung sollte seine Gründung begrüßen, denn er ist geeignet, das Vertrauen des Volkes zur Rechtspflege zu erhöhen.( Sehr wahr! bei den Soz.) Zum Schluß fordert Redner eine durchgreifende Reform des Strafvollzuges. Nach weiteren Ausführungen der Abgg. Dr. Meyer- Magdeburg( Dnat.) und Lichtenstein( U. Soz.) schließt die allgemeine Aussprache. In persönlicher Bemerkung tritt Abg. Kuttner ( Soz.) den Regierungserklärungen zum Falle Röbisch nochmals entMittwoch, 11 Uhr: Haushalt des Ministeriums für Volksgegen. wohlfahrt, fleine Vorlagen. Schluß: 7 Uhr. Vor Eintritt in die Tagesordnung führte Radet lange Beschwerde darüber, daß ihm auf Grund gefälschter Spielberichte feine Tätigkeit als Mitglied der Neunerfommission erschwert würde. Man verwehre ihm fogar, seinen Parteigenossen über die Verhandlungen Bericht zu erstatten. Die deutsche Sozialdemokratie müsse die kommunistischen Mitglieder der Neunerkommission vor diesem Bustand dauernder Bespißelung schützen.. Zu Beginn der Nachmittagssigung legt Radek den Briefwechsel zwischen dem Borstand der KPD. und Severing, sowie den Briefwechsel zwischen dem Auswärtigen Amt und dem diplo matischen Vertreter der Sowjetrepublik Krestinsky über das Maß feiner Redefreiheit vor. Es ergibt sich, daß das Auswärtige Amt Einspruch erhoben hat, weil Radet entgegen seinen Berpflichtungen am 28. April vor 600 Funktionären der KPD. gesprochen hat. Nach langer Debatte, in der Radet immer wieder darauf zurückkommt, daß dies sein gutes Recht gewesen sei, daß das Auswärtige Amt gar nichts dagegen hätte und nur Severing aus fleinsten parteifaktischem Egoismus Schwierigkeiten mache, wird beschlossen, das Material der deutschen Sozialdemokratie zu übergeben, damit sie es prüfen und nötigenfalls intervenieren fann. Hierauf gibt Radet im Namen der Dritten. Internationale eine außerordentlich lange Deklaration ab. Der Weltkongreß sei bisher lediglich deshalb nicht zustandes gefommen, weil die Sozialdemokraten die Arbeit der kapitalistischen sid Diplomaten in Genua nicht hätten stören wollen. Wels erwidert, er wiffe nicht, ob Marlow in Rußland über Sozialdemokraten und Unabhängige hätten die Kommunisten in ihrem weltgeschichtlichen Kampf in Genua im Stich gelassen. die Berliner Konferenz frei Bericht erstatten fönne. Von den MaßSie wollten auch jetzt keine Einheitsfront, teils aus Wahlgründen, nahmen, über die Radek spreche, sei ihm nichts befannt. ausschusses in Rußland stattfände, die Delegierten größte Bewe- auch in einem Briefe des Menschewisten Abramowitsch deutlich ausRadet versichert, daß, wenn die Sitzung des Neuner- teils wegen ihrer Zusammenarbeit mit der Bourgeoisie. Das stehe gungsfreiheit haben würden, auch Wels.( Wels: Weil ich nicht gesprochen.( Adler: Wo ist der Brief gedruckt?) Nirgends! Wir russisch kann.) Sie können ein Jahr da bleiben, bis Sie russisch haben ihn auf dieselbe Weise bekommen wie die Freiheit" meine lernen und werden fogar ins Butyrti- Gefängnis hereingelassen. Briefe an Paul Levi( Heiterkeit). ( Wels: Aber nicht wieder heraus.) Deutschland sei ja eine Republit Die Sowjetregierung habe die Bedingungen der Berliner Koner ferenz nicht nur erfüllt, sondern freiwillig für die Verteidigung der ohne Republikaner und eine Demokratie ohne Demokraten sei kein Demokrat, aber solch fleinlich lächerliche Gehäffigkeit dürfe Sozialrevolutionäre noch mehr bewilligt. Die russische kommudie deutsche Partei nicht dulden. Was solle Macdonald davon nistische Partei verzichte sogar darauf, daß der Weltfongreß zur Unterstügung Sowjetrußlands aufrufe, nur um ihn zustandezubringen. Die Schuld an der Zersplitterung der Arbeiterklasse trügen die brutalen Gewerkschaftsbureaukraten und sonstige Sozialpatrioten. feßen, da nur sie die Arbeiterklasse befreien könnten. Selbstverständlich müßten die Kommunisten ihre Propaganda fortdenken? Das Wachsen der Schweizer Gletscher. Die Gletscher des Hoch gebirges find befanntlich feine unveränderliche Maffe, fie bewegen fich vielmehr in bestimmten Richtungen von ihrer Stelle und verändern sich auch hinsichtlich ihrer Form und Dice. Durch Messungen werden alljährlich die in Form von Schnee auf die Firnfelder fallenden Niederschlagsmengen gemessen und wird der von Sommer zu Sommer hinzukommende Firnzuwachs an besonders hierfür geeigMacdonald: Als Engländer würde ich hier zwei Fragen neten Bunften bestimmt. Die 1913 gegründete Gletscherfom- unterscheiden: Hat man Radet den Paß verweigert, um an den mission der Physikalischen Gesellschaft in Zürich hat als Haupt- wir aufs heftigste protestieren, wenn es in London geschähe. Etwas Sizungen der Neunerfommission teilzunehmen? Dagegen würden untersuchungsgebiete den Clariden- und den Silvrettagletscher gewählt. Alljährlich gegen den Herbst wird um eine Markierungs- ganz anderes wäre es, wenn der diplomatische Vertreter einer ausboje herum auf der Oberfläche des Firns eine unverwaschbare Farb- ländischen Regierung seine diplomatische Reserve überschritte, feine Das schicht gestreut, auf die sich dann der Winterschnee ablagert. Ueber diplomatischen Vorrechte mißbrauchte und Agitation triebe. die Höhe des Winterschnees sowie über die Abschmelzung im Sommer wäre ein Fall zwischen Regierung und Regierung, in den wir uns nicht einmischen würden. orientieren gelegentliche Ablesungen an den Bojen, was auch von Auf Vorschlag Friedrich Adlers wird beschlossen, die Frage Touristen mit Hilfe eines Meldefartensystems besorgt werden kann. Am Ende des Sommers wird dann mit einem Schneebohrer bis auf 34 vertagen, bis Radek die einschlägigen Dokumente vorlegt. Inzwischen erscheint ein Diener und meldet:. Es find die vorjährige Farbfchicht gebohrt und so die Höhe des noch übrig draußen mehrere Personen, die hierher bestellt nebliebenen Jahreszuwachses festgestellt Dem Bericht der Züricher Gletscherfommission über die Beobachtungsperiode 1920/1921 entnehmen wir, daß nicht nur dieser Winter der schnee ärm ste feit vielen Jahren gewesen ist, sondern daß ihm auch ein ungewöhn lich warmer Sommer gefolgt ist, der sehr rasch mit dem bißchen Winterschnee fertig geworden ist und den Firnfeldern und Gletschern in aanz außerordentlichem Maße zugesezt hat. Damit ist der seit ungefähr einem Jahrzehnt andauernde Gletschervorstoß zum mindesten unterbrochen worden. Ob er von einer Periode des Rüdzuges abgelöst werde, läßt sich nicht voraussagen. worden sind. Es stellt sich heraus, daß es sich um eine Deputation von Arbeitern angeblich aller Parteien aus einer Treptower Fabrit der Metallindustrie handelt, welche im Hinblick auf die Berelendung der Arbeiter die Notwendigkeit des Weltfongresses betonen möchte. Vorsitzender Adler: Es sind auch Armenier und andere da; aber ich bitte, die Deputation abzulehnen, sonst kommen wir überhaupt nicht zur Arbeit. " Die Deflaration gipfelt in dem Ultimatum, daß die Neunerfommission nach Ansicht der Kommunisten ihr Eriftenzrecht verwirkt habe, wenn sie nicht heute das Datum des Weltarbeiterfongresses beschlösse. Die Kommunisten würden dann austreten und die Idee der Einheitsfront auf ihre eigene Weise propagieren. Die Zugeständnisse an die Sozialrevolutionäre blieben trotzdem aufrechterhalten. Hierauf erklärt Adler im Namen der Wiener Arbeitsgemeinschaft, daß diese von Anfang an einig und entschloffen für die internationale Einheit der Aktion und den Weltarbeiterfongreß eingetreten sei. Aber in der Zweiten und Dritten Internationale hätten sich innere Widerstände geltend gemacht. Die Haltung des Borwärts" zeige, daß die deutschen Sozialdemokraten den Weltfongreß nicht wollten, und ebenso habe die französische tommunistische Partei jeden einheitliche Aktion abgelehnt. Im heu tigen Leitartifel der„ Roten Fahne" schreibe Sinomjew bereits unter dem Datum des 17. Mai, daß der Zerfall der Neunertommission den Kampf für die Einheitsfront nur fördern könne. Wiener Arbeitsgemeinschaft sei ganz anderer Meinung. Sie möchte in behutsamer Arbeit alle Hindernisse der Einigkeit aus dem Wege räumen, und ihrer Anschauung nach habe die Neunerkommission noch ein großes Arbeitsfeld. Aber nach diesen Ultimaten von beiden Die Bettin: Wir müssen den Ausdruck der Forderungen der Massen hören. Wettbewerbe im Cangsamfliegen. Neuerdings hat man in Crispien: Wir sind ja überhaupt nur dazu da, um uns Luftfahrerkreisen die Notwendigkeit erkannt, hier und da Wettbewerbe um das Zustandekommen des Weltkongresses zu bemühen. Was im Langfamfliegen abzuhalten. Viele Flieger sind nämlich, wie man will man uns also sagen? meiß, sehr geschichte Schnellflieger, find aber weniger gewandt beim Radek: Es ist doch prinzipiell unmöglich, die Deputation Langfamfliegen, wie es sich z. B. bei Landungen oft als nötig er- fach abzuweisen. Wir sollten eine bestimmte Empfangsstunde feft- Seiten habe es leider keinen Wert, die Verhandlungen fortzuführen. weift. Das Langfamfliegen ist denn auch nicht ganz leicht, doch sollte schon der Sicherheit halber jedes Flugzeug ebenso zum Langfamflug geeignet sein wie zum Rennflug. Ein Ideal in dieser Hinsicht stellt ein neues Flugzeug dar, das als Höchstleistung 150 Meilen in der Stunde zurückzulegen vermag, wenn es aber nötig ist, seine Geschwindigkeit auch auf 20 Meilen herabsetzt. " Der Parthenon" eröffnete am Kurfürstendamm 231 einen neuen Sunstfalon und stellt eine Rollettion von Gemälden und Grabbit von Erich Thum aus, fowie olabilbwerte der Vereinigung zur Förderung der Solzbildtun ft". Die Ausstellung ist geöffnet von 10-6 Uhr. Eintritt frei. fetzen. Adler: Ich spreche nicht gern von Sabotage unserer Arbeit; aber bisher läßt man uns nicht zur Sache kommen. Macdonald: Wir können feine lokalen Deputationen empfangen. Wir sind nur zufällig in Berlin, und die Arbeiter von London und Köln hätten nicht weniger das Recht, gehört zu werden.( Radet: Ich will gern eine Deputation aus den Massen der Londoner Arbeiter empfangen.) Genosse Radet, Sie sind wie immer ein praktischer Mensch. Bettin: Wir brauchen die Fühlung mit der Masse. Crispien: Wir haben die vollkommenste Fühlung mit der Masse und wissen, daß wir in ihrem Sinne wirken. Ein neues Syphilismittel? Dr. Rour hielt bor ber Pariser Auf Antrag von Adler wird gegen die Stimmen der Akademie der Wissenschaften einen Bortrag über die Behandlung der Kommunisten beschloffen, teine Deputation zu empfangen, sonEypbilis mit einem von ihm als 190 bezeichneten Meditamente. Der dern nur schriftliche Erklärungen entgegenzunehmen. Syphiliserreger wurde gleichzeitig einem Manne und einem Affen ein- Hierauf tritt die Konferenz endlich in ihre Tagesordnung ein, geimpft. Der Mann nahm das Medikament 190 ein. Die 28 Tage später und Macdonald gibt auf Grund der Kölner Verhandlungen des borgenommene Reaktion ergab, daß der Mann immun war und der Affe Exekutivkomitees der Zweiten Internationale eine Erklärung für alle Anzeichen der Krankheit hatte. diefe ab: " Parsifal in Argentinien. Die Eröffnung des deutschen Gaftspiels im Colontheater in Buenos Aires brachte. Parsifal unter der Leitung Weingartners. Die Aufführung erzielte einen außerordent ichen Erfolg. An diese Erklärung spinnen sich lange Erörterungen zwischen Radek und der Zetkin einerseits, Adler und Brake andererseits. Adler versucht wiederholt, die kommunistische Delegation zu be megen, dem Neunerkomitee Zeit zu lassen, damit es allmählich die Meinungsverschiedenheiten überwinden kann. Ein Weltfongreß fei nicht möglich ohne die Gewerkschaften. Also müsse man versuchen, zwischen der Amsterdamer und der Mos tauer Gewerkschaftsinternationale zu vermitteln. Das braucht Zeit. Nach einer weiteren Auseinandersetzung mit Abler erklärt Radek: Ich erfläre im Namen unserer Delegation, daß wir uns nicht mehr als Mitglieder der Neunerkommission betrachten. Adler: Aber das ist doch Sache der Erefutive, den Austritt 3u Radet: Nein, wir haben den Auftrag erhalten auszutreten, beschließen; das können Sie doch nicht erklären. wenn nicht heute der Weltarbeiterfongreß. beschlossen wird, und Adler: Dann ist die Sigung geschlossen. wir treten hiermit aus der Neunerkommission aus. Sowjetdelegierte in Berlin. Das Mitglied der ruffischen GenuaDie Zweife Internationale hat den Beschlüssen der Berliner Delegation Litwinow ist in Berlin eingetroffen. Auch Sr aiiin Konferenz vom 2. bis 5. April zugestimmt und zugleich die Bedin- wird noch in dieser Woche in Berlin erwartet, während Tschitscherins gungen festgelegt, unter denen allein eine internationale Konferenz Abreise aus Genua sich verzögert hat. Gewerkschaftsbewegung Achtstundentag und SPD. habt, weil das Entstehen der Induftrieverbände, wie sich mehr und wohner, die 3. Orte zwischen 5000 und 50 000, und die 4. alle übrimehr herausgestellt hat, eine Frage der Entwicklung sei. Diese Ent- gen Gebiete. wicklung zu fördern müsse Aufgabe des kommenden Gewerkschafts- Arbeiterinnen von mindestens 18 Jahren werden als Ertongresses sein. Uebergehend zu den Kämpfen, die der Verband zur- wachsene angesehen. Besondere Lohnsätze sind vorgesehen für zeit zu führen gezwungen sei, verweist Redner auf den Kampf von Ungelernte über 18, wie auch für Jugendliche unter 18 Jahren. Wer jedoch vor Erreichung des 18. Lebensjahres mindestens ein Jahr in dem betreffenden Gewerbe tätig war, gilt als gelernte" Arbeiterin, sobald sie 18 Jahre alt wird, sonst entsprechend später. In keinem Falle dürfen 18jährige Arbeiterinnen weniger als die für ungelernte Erwachsene festgesezten Säße erhalten. Es ist vorgeschrieben, daß die Zahl der Ungelernten" und Jugendlichen ein Drittel aller beschäftigten Frauen nicht übersteigen darf, abgesehen von solchen, die zeitweise aber für fürzer als einen Monat eingestellt sind oder von Betrieben, die weniger als vier Arbeiterinnen zählen. Die einfach selbstverständliche Stellung unserer Partei zum Acht- 23 000 3ementarbeitern Deutschlands um den Reichsrahmentarif, fotundentag wurde infolge merkwürdiger Bemerkungen in den„ Sozia- wie auf die Mitbeteiligung am füddeutschen Metallarbeiterstreit. liftischen Monatsheften" verschiedentlich angezweifelt, um die SPD. Auch die Zahlstelle Berlin werde großen Kämpfen nicht aus dem auch in dieser Beziehung zu verdächtigen. Die Haltlosigkeit dieser Wege gehen können. Um etwa kommenden Kämpfen gerüftet entAngriffe von links ergibt sich zweifelsfrei aus folgender Erklärung, gegenzusehen schlägt die Ortsverwaltung der Funktionäverfammdie uns aus dem Bureau des Bezirksvorstandes zur Veröffentlichung übermittelt wurde: R eichssammlung ,, Brüder in Not" für die hungernden Rußlanddeutschen und für deutsche Auslandflüchtlinge Bankkonto: Preußische Staatsbank, Berlin W 56 Postscheckkonto: Berlin NW 7, Nr. 656 00 „ Der Bezirksvorstand der SPD. Berlin nahm in seiner letzten Sigung zu den Bressenachrichten Stellung, wonach Mitglieder unferer Partei, und zwar die Genossen Cohen- Reuß und Kalisti, fich im Sozialpolitischen Ausschuß des Reichswirtschaftsrates gegen den Achtstundentag ausgesprochen haben follen. Die Forderung des Achtstundentages war und ist eine der ersten Parteiforderungen. Sie ist auch fein Schlagwort und feine Agitationsphrase, sondern durch die Ergebnisse der wirtschafts-, arbeits- und gesundheitswissenschaftlichen Forschung fest begründet. Die Argumente der Gegner des Achtstundentages find entweder diktiert vom reinen Interessenstandpunkt der Unternehmer, die unter dem Deckmantel wirtschaftlicher Weitsichtigkeit un- lung vor, die erhöhten Beiträge nicht erst ab 22. Woche, beschränkte Ausbeutungsmöglichkeit wünschen, oder es find für uns sondern bereits von der 20. Woche ab zugunsten der Lokalbedeutungslose Aeußerungen sogenannter Wirtschaftspolitiker, die in faffe zu erheben. Nach eingehender Debatte, in der die Arbeit und die Beschlüsse des Beirats, mit Ausnahme von einem Redner, zuder Partei feinerlei Einfluß besitzen. Der Bezirksvorstand würde es auf das allerschärffte verstimmend gewürdigt wurden, beschließt die Funktionärversammlung urteilen, wenn die obengenannten Genossen durch ihre Stellung gegen wenige Stimmen: nahme die Aktion des Unternehmertums gegen den Achtstundentag unterstützt haben sollten. Er behält sich seine Stellungnahme in diefer Angelegenheit vor, bis das stenographische Protokoll des Reichswirt fchaftsrates erschienen ist und den in Betracht kommenden Genossen auch Gelegenheit zur Aeußerung gegeben werden kann." Damit werden sich Freiheit" und" Rote Fahne" einstweilen begnügen müssen. Tagung der Techniker. Unter lebhaftem Unwillen der Versammelten übte Rühl Berlin eine abfällige Kritik an der Politik der Gewerkschaften. Da er die festgesette Redezeit erheblich überschritten hatte, beschloß die Bersammlung, ihm das Wort zu entziehen. Bothe Berlin und Schuffert Duisburg wandten sich schroff gegen den Borrebner. Aufhäuser legte die bekannten Gründe für das Verhalten des AFA- Bundes und der Gewerkschaften bei dem Eisenbahnerstreik dar. Es fonnte unmöglich im Interesse der Gewerkschaften liegen, ein völliges Chaos herbeizuführen. Trotzdem ist der Eisenbahner streif nicht umsonst gewesen, er hat vielen gute Lehren gegeben und auch die Reichsgewerkschaft der Eisenbahner weiß heute, wo sie ihre wahren Freunde findet. Mit einem Schlußwort des Referenten Schweiger Berlin wurde die Debatte über den britten Bunkt der Tagesordnung beendet. " 13 Für Männer, 10. Klasse: 18 M.; Frauen und jugendliche männliche, Für Berlin gelten ab 20. Woche 1922 folgende Wochenbeiträge: Klaffe 7: 12 M.; jugendliche weibliche, Klaffe 3: 6 M.; Lehrlinge, Klaffe 1: 3 m. Beitrag. Bei Stüdlohn dürfen die Lohnfäße nach dem Durchschnitt der Zeitlöhne während eines Zeitraums von drei Monaten, oder, wenn die Beschäftigung noch nicht solange währte, während dieser Zeit feſtgesetzt werden, doch sollen mindestens 80 Pro3. aller Stücklohnarbeiter eines jeden Betriebes nicht weniger als die vorgeschriebenen Lohnfähe tatsächlich verdienen. Der vorgeschriebene Mindestlohn beträgt wöchentlich in Dollar: Ortstlaffe Erwachsene, Gelernte" die angelernt werden Erwachsene 1. bis 6. 7 bis 12. Monat Monat Jugendliche 1. bis 6. 7. bis 12. Monat Monat 13. bis 18. Monat 12,50 10, 11, 8, 9, 10, 11,50 9,50 10,50 8, 9, 10, 11, 9, 10, 7, 8,50 10, 10, 8, 9, 6, 7,50 9, Die Lohnbewegung in der Kolonialwaren- und Feinkostbranche. Die Arbeitgeber in der Feinkostbranche, bei denen Verdienstspannen ähnlich wie bei den Apothekern vorhanden sind, haben die gerechten Hierauf berichtete Reimann über die Lohnverhandlungen in der Forderungen der Angestellten abgelehnt. Chemischen Industrie. Die Verhandlungen am 19. Mai find ergeb- Arbeitgeber der Kolonial warenbranche, die über 10 Annislos verlaufen, weil die Unternehmer wohl den Handwerkern, nicht gestellte beschäftigen, haben sich in ihrer gestrigen Versammlung dem aber den Betriebsarbeitern Zugeständnisse machten. Der Bezirks- Beschluß der Feinkosttaufleute angeschlossen, und haben die Angestellten fchlichtungsausschuß ist zu feinem Spruch gekommen, weshalb am das legte Wort heute Mittwoch, den 24. Mai, abends 26. Mai der Zentralschlichtungsausschuß zusammentreten wird. Der 8 hr, in den Prachtsälen„ Alt- Berlin", Blumenstr. 10. Bericht über die endgültigen Verhandlungen wird am nächsten Dienstag gegeben. SPD.- Gemeinde- und Staatsarbeiter. Deutscher Holzarbeiter- Berband. Die über den Betrieb NovoFournier( Uhrengehäuse), Schönhauser Allee 53, verhängte Sperre ist hiermit aufgehoben, da die Differenzen beis gelegt find. Die Drtsverwaltung. Die vereinigten Organisationszerstörer Usp. und Berliner Einzelhandel. Der neue Gehaltstarif für Mai für PD. arbeiten mit allen Mitteln, um ihrer schrankenlosen willkür die kaufmännischen Angestellten des Berliner Einzelhandels ist zum Siege zu verhelfen. Stimmzettel, mit den Namen aller drei gebrudt erschienen und im Vureau des Zentralverbandes der Arbeiterparteien, werden von ihnen den Mitgliedern vor- Angestellten, Belle- Alliance- Str. 7/10, erhältlich. enthalten. Es sollen neue Stimmzetfel mit den Namen der USP und PD.- Kandidaten herausgegeben werden. Genoffen, Melchiorſtraße 15, Funktionärtonferens ber im Fabritarbeiterverband organi Kollegen und Kolleginnen, gebt diejen Feinden des gleichen Rechtes fierten Funktionäre der technischen Gummiarbeiter Groß- Berlins. Stellungfür alle die gebührende Antwort. Streicht auf den Euch ausge- nahme zu dem Sonderangebot in der Gummiindustrie. Rein Funktionär barf händigten Stimmzetteln alle Namen und seht dafür: Carl Polenste, Willi Mai, Hermann Kiel Der SPD.- Fraktionsvorstand. Gewerkschaftsbewegung in China. Berband der Fabritarbeiter Deutschlands. 5% Fenfara, fehlen! Deutscher Holzarbeiterverband. Musikinstrumentenarbeiter. Die für Mitt. woch angefegte Branchenversammlung fällt aus. An deren Stelle findet heute nachmittag 5 Uhr im Reichenberger Hof, Reichenberger Str. 147, eine Ver triebe vertreten sein müssen. Die Branchenversammlung ist dafür Sonnabend nachmittag 3 Uhr bei Kliem, Hafenheide 13, zur Beschlußfaffung über das Er gebnis der Lohnverhandlungen. Die Branchenleitung. Verband der Gärtner und Gärtnereiarbeiter. Freitag 7 Uhr Branchenversammlung der Gruppe Gemeindearbeiter im Restaurant Schulz, Berlin, Elisabethstr. 30. Berantw. für den redakt. Teil: Franz Klühs. Berlin- Lichterfelbe; Für An. zeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. 5., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3. Hierzu 1 Beilage. Es wurde beschlossen, den im Kampfe stehenden Bautechnikern in der vorstehenden Reihenfolge. Es ist Verhältniswahl angeordnet, fammlung der Betriebsräte und Bertrauensleute statt, in der sämtliche Be Sachsens und auch ten füddeutschen Metallarbeitern die Sympathien darum zählt jede Stimme. des Bundestages auszusprechen. Eine Entschließung, die zur Wahrung der Einheit des Bundes fordert, daß jede Betätigung zur Bildung von Bellen oder Fraktionen zur Beeinflussung der Bundesarbeit unterbleiben und daß für die gewerkschaftliche Tätigkeit im Bunde lediglich die Beschlüsse und Das englische Blatt Manchester Guardian" berichtet von einem jagungsgemäßen Anweisungen der Bundesorgane maßgebend sein überraschenden Aufschwung der Gewerkschaftsbewegung in China. sollen, wurde mit der Maßgabe angenommen, daß der Bundestag Das Blatt schreibt u. a.: Gewerkschaften sind im Laufe des vers den Borstand beauftragt, streng auf die Durchführung dieses Be- gangenen Jahres überall für alle Branchen in verblüffender Anzahl schlusses zu achten. In einer weiteren Resolution wurde erklärt, emporgewachsen. Viele von ihnen haben die Ideologie des Bolschebaß der Bundestag mit Befremden davon Kenntnis nehme, daß wismus, und auch sonst ist die antikapitalistische Tendenz bei den ber Butab" dem Beamtenbund nach dessen Richtlinien meisten und auch in ihrer durch Druckschriften betriebenen Propaganda nicht mehr angehören fönne. Mit diesem Beschluß vorhanden. Es ist schwer, vorherzusagen, welche Bedeutung dieser habe sich die im Deutschen Beamtenbund herrschende reaktio. Bewegung beizumeffen ist. Die Gewerkschaften sind erst im letzten näre Gruppe entgegen dem Mehrheitswillen der Beamten Jahr mächtig geworden, und man müßte die Chinesen viel besser schaft über die Beschlüsse des Bundestages und den klaren Wortlaut fennen, um zu beurteilen, ob es sich hier um eine oberflächliche Entder Sazungen des Deutschen Beamtenbundes hinweggesetzt. Der wicklung handelt oder um einen Zusammenschluß der Kräfte zur BeRampf gegen die freigemertschaftlichen Arbeit. feitigung des Kapitalismus." Der Bericht schreibt ausführlich über allein in Shanghai nehmer ist, wie aus der Rundschau für Kommunalbeamte" Die großen Streits der letzten Zeit in China hervorgeht, jet offen erklärt worden, nachdem er anderthalb Jahre 36, welche in der Hauptsache durch zwei Tatsachen hervorgerufen lang im stillen geführt wurde. Damit seien die Verhandlungen, die wurden: durch das Entstehen neuer Bedürfnisse des bisher völlig der ADGB. und der AfA- Bund mit dem Deutschen Beamtenbund anspruchslosen chinesischen Arbeiters und des weiteren durch den Umgeführt hatten, um ein Bündnis der drei Spitzen- stand, daß die Löhne den Preissteigerungen erst spät und nicht ausorganisationen zu erreichen, endgültig gescheitert. reichend folgten. Die mitgeteilten Lohntabellen zeigten, daß die Alle, die es ernst meinen mit fortschrittlicher Beamtenpolitik, werden chinesische Kuliarbeit immer noch außerordentlich schlecht entlohnt in der Resolution aufgefordert, sich zu einem neuen felbst än. wird( durchschnittlich ein Schilling pro Tag, also ungefähr sechsmal bigen Gewerkschaftsbund der deutschen Beam weniger als der englische Arbeitslohn), was um so schwerer in die Wagschale fällt, weil die chinesische Arbeit bekanntlich sehr gut und tenschaft zusammenzufinden. zuverlässig ist. Durch die zu erwartende Industrialisierung Chinas wird daher in China ein gefährlicher Ronkurrent der gegenwärtigen des chinesischen Arbeiters sehr bedeutend zu heben. Hierfür ist die beIndustriestaaten entstehen, wenn es nicht gelingt, die niedrigen Löhne ginnende Gewerkschaftsbewegung in China bestimmt und aus diesem Grunde verdient fie die besondere Aufmerksamkeit der europäischen Arbeiterschaft. Wer anderen eine Grube gräbt... Aus Königsberg i. Pr. berichtet" Mtb.": Die General bersammlung des Bauarbeiterverbandes lehnte den von kommunistischer Seite beantragten Ausschluß des mehrheitssozialitischen Königsberger Polizeipräsidenten 2übbring aus dem Verband mit 50 gegen 7 Stimmen ab, beschloß aber dafür den Ausschluß des kommunistischen Antragstellers wegen verbandsschädigenden Verhaltens. Beiträge der Berliner Fabrikarbeiter. Die Funktionäre des Fabrikarbeiterverbandes nahmen am Montag in der Königsbant" zur letzten Beiratssigung Stellung. . Reimann berichtete zunächst über die Arbeiten der vom Bundesausschuß des ADGB. eingesezten Kommission zur Frage der Induftrieverbände. Die Arbeiten hätten kein greifbares Resultat geMindeftlöhne für Arbeiterinnen in Kanada. Nach den letzten Bestimmungen erstrecken sich nunmehr die vom Lohnamt der Brovinz Ontario festgesetzten Mindestlohne auf Arbeiterinnen in folgenden Gewerben: Konditorei, Biskuit, Zuckerwaren, Schokolade, Spezereiworen, Marmeladen, Kaugummi, Pickles, Fruchtfonserven, Kartonnagen, Wellpapier, Tüten, Briefumschläge, Papierwaren, Scheckbücher usw. Für die Festsetzung der Löhne sind vier Ortstlassen geschaffen, deren 1. nur die Stadt Ontario umfaßt, die 2. alle übrigen Städte über 50 000 EinDUNLOP Gummibereifung Die Weltmarke bürgt für Qualität! Das altbewährte Kräftigungsmittel für Körper und Nerven Sanatogen ist in allen Apotheken und Drogerien erhältlich. MARK SALAM ANDER DER AN GÜTE UNÜBERTROFFENE Salamander- Stiefel Nr. 242+39. Jahrgang Beilage des Vorwärts Das Sportfest der deutschen Arbeiter. Guntastraße Reitzenhainer Straße Brucke HauptEingang wagenhalteplatz Kregelstr. Gul L.Thonberg 업 Windmühlenweg nach L. Probst heida Musik- Par Tribune Friedhofs- Allee Authuat sonpuccine 0530: 00 Shalpisize Verbands Straße des Oktober Spielplatz Eingang C Leipzig- Hofer- Verbindungsbahn Brücke Nasche sten Linden Allee Post Freiübungsund Sport platz Haupo Tribune Eingang B Maßstab 100 Befehls Turm Eingang A. Str. d. 18. Okt. Eingang D. Aufstellungsplatz Karl- Siegismund Straße 0. W X 200 300 400 x Kaiserin Augusta- Straße Notausgang Ordnungsdienst. Fahrräder- und Wertsachenabgabe. Verwalt., Feftausschüffe, Auskunft. Sanitäter, Berbandspläge. Nur v. d. Mitwirkenden 3. betreten. Jm Bau befindliche Hallen. Mittwoch, den 24. Mai 1922 Haushaltplan, Spielplähe, Privatschulen Eine arbeitsreiche Stadtverordnetensitung. " In der gestrigen außerordentlichen Sizung, die schon um 4 Uhr begann, wurde zunächst bis 7 Uhr die erste Beratung des Stadthaushalts für 1922 fortgefegt und zu Ende geführt, worauf der Haushaltsentwurf dem Haushaltsausschuß überwiesen wurde. Es sprachen noch Merten für die Demokraten, MüllerFranken für die Wirtschaftspartei, 2ange für das Zentrum und der unvermeidliche Richard Kunze, der einzige Bertreter der Deutschsozialen Partei. Diese vier Reden fanden sämtlich vor einem sehr wenig zahlreichen Auditorium statt und boten nichts Neues oder Ueberraschendes mehr. Der demokratische Redner trat für die Aufrechterhaltung von Groß- Berlin ein und kündigte den Widerstand seiner Partei gegen die von den Parteien der Rechten geplante abermalige Revision" des Gesezes Groß- Berlin an. In dem Verlangen nach Verpachtung der städtischen Güter stimmten beide Redner unter sich und auch mit dem Zentrumsvertreter überein, der das an die Stadtverwaltung ergangene Angebot von 66 Millionen einer näheren Prüfung zu unterziehen für unbedingt geboten hält. Im Punkte Groß- Berlin ist auch das Zentrum den im Landtage zum Gefeße Groß- Berlin gestellten Abänderungsanträgen nicht geneigt, wenn es auch Maßnahmen fordert, die den Bezirksämtern zu einem wirklichen Eigenleben verhelfen. Die Dringlichkeit der Lösung des so schwierigen Berliner Wohnungsproblems wurde von allen Rednern anerkannt. Knüppel- Kunze fonnte es natürlich nicht unterlassen, auch bei diefer Gelegenheit in seiner bekannten demagogischen Manier in Antisemitismus und in Ausfällen gegen die auch vom Magistrat zum Nachteil der heimischen Wohnungssucher unterstützte" Ostjudeneinwanderung zu machen. Nach Borschlag des Aeltestenausschusses überwies die Bersammlung dem Etatausschuß gleichzeitig eine größere Anzahl von Anträgen, deren Beratung zum Teil seit Monaten rüdständig ist und die nunmehr wenigstens bei der Beschlußfassung über den Stadthaushalt zur Erledigung kommen dürften. Sodann nahm man die übrigen auf der Tagesordnung stehenden Magiftratsvorlagen in Angriff, übermies u. a. die Satzungen für das Nachrichtenwesen der Stadt Berlin an einen Ausschuß, bewilligte nachträglich für Zwecke der Schulspeisung 2258 000 m. und nahm dann den Bericht des Stadtv. 3obel( Dem.) über die Borlage wegen Beschaffung weiterer Spielplätze. entgegen. Nach längerer Besprechung wurden bewilligt für die Projekte Dominicusplat 3, Wuhlheide 4,1, Jungfern= heide 5, Eichkamp 6, Weißensee 3,5 Millionen, Plötzenfee 280 000. Das Projekt Oberschöneweide, 2,5 Millionen, foll dem Magistrat zurückgegeben werden. Zugleich soll die Spielplatzfrage vom Magiftrat einheitlich behandelt und ein Stadtamt für Leibesübungen errichtet werden, auch wird die Gewährung von Ermäßigungen auf der Straßenbahn und Eisenbahn für den Besuch der auswärts gelegenen Spielpläge empfohlen. Sämtliche Ausschußanträge fanden Annahme, dazu auch ein Antrag Zobel auf Wiederfreigabe der Turn- und Spielplätze im Treptower Park. Ueber die Vorlage wegen Gewährung von 3uschüssen in Höhe der staatlichen Zuschüsse an die Privatlyzeen und an die privaten Mädchenmittelschulen entspann sich eine längere Diskussion, städtischen Lyzeen, sei es auch unter Preisgabe des Rechts der Lehrerſtellenbelegung, in Anspruch zu nehmen, mit hineinspielte. Genoffe Dr. 2ohmann präzisierte den Standpunkt der Partei dahin, daß unter den veränderten Umständen, wo man jetzt auf dem Ummege über die städtischen Lyzeen die 6 Millionen wieder hereinholen wolle, die die Privatlyzeen an Zuschuß erforderten, ein solches Opfer nicht gebracht werden dürfe; das Am 18. Juni d. I. wird in Leipzig der 3 weite Reichs-[ 110 Meter breit ist, während die Kuppelhalle 45 Meter im Durch Arbeitersporttag stattfinden. Seit Monaten werden umfang- messer mißt. Rechts von diesem Gebäude liegt die stattliche Wettreiche Vorbereitungen getroffen, um das Gelingen dieses Festes, das furnhalle, deren Grundfläche 106 x 58 Meter groß ist. Unabhängig Zeugnis ablegen soll von der Tüchtigkeit der Arbeitersportler, 3u unweit der Wetturnhalle liegt der Aufstellungsplatz für die Maffen- in die die Entschließung des Magistrats, staatliche Zuschüsse für die von der Witterung fann hier das Geräteturnen durchgeführt werden. verführungen. fichern. Bor furzem fand eine Probe der Massenvor führungen durch die Leipziger Arbeiter statt, wodurch die technische Leitung Anregungen erhielt, die für das Gelingen des Ganzen von Mugen sein werden. Der Festplatz. Das Leipziger Festgelände ist 450 000 Quadratmeter groß. Es wird von der Kaiserin- Augusta- Straße, der Karl- Sigismund- Straße, dem Windmühlenweg und der Reizenhainer Straße begrenzt. 3ahl reiche breite Straßen durchziehen es, die auf große, breite Bläge münden. Auf ihnen wird sich der während der Festtage zu erwartende starke Verkehr abspielen. Gewallige massive Hallen sind über das ganze Gelände verteilt und gewähren Schutz gegen die Unbill des Betters. Der Haupteingang liegt an der Reizenhainer Straße. Hier liegt auch die Zentrale des Ordnungsdienstes, der die schwere Aufgabe der Regelung des Festgetriebes zu erfüllen hat. Gleich daneben ragt das Berwaltungsgebäude auf, wo die Festausschüsse, Auskunftstellen sowie der Berechnungsausschuß arbeiten. Es wird Sache der Arbeitersportler sein, dafür zu sorgen, daß unnötige Fragen, die sich jeder durch einiges Nachdenken selbst beantworten fann, möglichst vermieden werden. Die Lindenallee führt am Berbandsplay, an Wirtschaften, Cafés und der Post vorbei zu dem prächtigen Kuppelbau der Festhalle, die 120 Meter lang und 14] " Der Ruf durchs Fenster. Roman von Paul Frant. Weißwasser," murmelte der Direktor und ergriff des Schauspielers Rechte. Dieser erwiderte faum merklich den Händedruck. Ich muß mich bei Ihnen entschuldigen, Herr Direktor," fagte er tonlos, daß ich erst heute, sozusagen in legter Minute, eintreffe. Aber ich bin noch vorgestern abend in Wien auf der Bühne geftanden. Wie gefällt Ihnen übrigens das Stück, das ich hier spielen will?" Ausgezeichnet, eine sehr interessante Komödie." " In Wien ist es ein sensationeller Erfolg geworden! Hoffentlich gibt es hier das gleiche erfreuliche Ereignis." ,, Unbedingt. unbedingt." " Ich freue mich Ihrer Zuversicht." " Das Publikum bringt Ihrem Gastspiel ein geradezu beispiellofes Interesse entgegen, Herr Reuß- und wir sind bereits für die ganze Woche so gut wie ausverkauft..." Bortrefflich, mein Lieber " Der Kassier hat mir gerade vorhin die Meldung überbracht Erlauben Sie, daß ich Sie bei dieser Gelegenheit mit einem meiner getreuesten Angestellten, Herrn Karl Schlott, bekanntmache." Der Kassier ließ einen allerrundesten Rücken sehen; der Schauspieler reichte ihm die Fingerspigen. Der Aufmarsch. Nach Eintreffen des Festzuges, der sich in zwei Teilen abwickeln und voraussichtlich durch den Haupteingang und Eingang B( fiehe Karte) einmarschieren wird, sammeln sich, wie die Arbeiterturn zeitung" berichtet, die Teilnehmer an den Massenübungen sofort auf dem Ausstellungsplah. Von hier aus erfolgt der Einmarsch auf den beiden Straßen, die durch die Tribüne B mit dem Befehlsturm getrennt sind. Die Züge marschieren auf der Umzugsbahn links und rechts, bis zu der Längsseite, die den Musikpavillon aufnimmt. Dort treffen sie sich in der Mitte und werden zu 42 Einzelzügen, jede aus 92 Biererreihen bestehend, aufgestellt. Halt! Die Fahnenträger bilden mit ihrer bunten Last eine Kulisse vor dem Turm. Ein Trompetenfignal ruft den Turnern zu:" Achtung auf den Leiter!" Der hat die Fahne hocherhoben, und sobald er sie mit einem furzen Rud fenft, fezt die Musik zum Bormarsch der Fahnenreihe ein. Auf dem südlichen Teil des 190 Meter breiten und 360 Meter langen Blazes vor der Haupttribüne wird das Fußballspiel um den Bundesmeister ausgetragen. Auch hier wird eine 400- meter- Rundbahn hergestellt. Borturnertribünen werden auf den Längsfeiten je zwei und auf den Schmalseiten je eine erbaut. Für Verbandplätze und Sanitätsräume ist genügend gesorgt. " Intereffe der Allgemeinheit gehe dem Einzelintereffe vor; man fönne nicht ein Recht der Selbstverwaltung um der Privatschulen willen an den Staat verkaufen. Die Mädchenmittelschulen folle man entweder ganz übernehmen oder ihnen jede Unterstügung verweigern in einem Augenblic, wo der Staat feinen Zuschuß zurückziehe. Dr. Löwenstein( U. Soz.) trat Dr. Lohmann bei. Oberstadtschulrat Paulsen meinte, daß bei einer Kraftprobe zwischen Staat und Stadt ersterer verlieren würde, da die Stadt durchaus in der Lage sei, die Schüler der betreffenden Privatanstalten, wenn diese zur Auflösung gezungen mären, in den umliegenden Volksschulen unterzubringen. Die Abstimmung ergab die Annahme der Ausschußoorschläge bezüglich der Lnzeen und die Wiederherstellung der Magistratsvorschläge hinsichtlich der Mittelschulen, die danach mit 80 Broz. Zuschuß versehen werden sollen; dagegen stimmten die drei Parteien der Linken. Vollständig... Immerhin wird man den Standpunkt anders nicht gut den Führer machen." Sie passierten eine der Schauspieler begreifen können, die doch wenigstens auf Wendeltreppe, durchschritten anschließend einen schmalen der einen, wenn auch nur flüchtigen Probe mit dem Haupt- Korridor, gelangten hierauf durch eine schwere Eisentür, die darsteller bestehen, für den bis zum heutigen Tage doch nur unwahrscheinlich leicht durch Druck auf einen Knopf sich öffnen markiert worden ist, da es sich außerdem um eine Novität ließ, zu der im dämmerigen Dunkel liegenden Bühne, auf der, und noch dazu um ein feineswegs einfaches Stück handelt..." in fleinen Gruppen beisammen stehend, die Schauspieler „ Natürlich! Einverstanden! Die Herrschaften sollen ihre warteten. Probe haben! Schade, daß ich die lästigen Kopfschmerzen noch immer nicht los zu werden vermag! Ueber meine Stellungen ist man fich hoffentlich im flaren?" " Wir haben nach Ihrem Regiebuch tadellos gearbeitet. Sie werden alles wie zu Hause vorfinden." „ Ich wäre gar nicht böse, wenn so manches hier anders märe Im übrigen ist, was Sie mir da sagen, sehr erWir werden demnach wohl ein Kompromiß freulich. schließen " Welcher Art, wenn man fragen darf?" " Wir machen einfach meine Szenen einmal rasch durch, und am Abend wird sicher alles flappen!" ,, Sie dürfen sich darauf verlassen. Ich habe hier ein paar fehr tüchtige Leute." „ Eine wunderschöne Stadt übrigens, dieses Riga ohne daß ich bisher viel zu sehen Gelegenheit gehabt hätte." Sie haben sich die beste Beit erwählt; wo der Frühling sozusagen vor den Toren steht " Die Luft ist so milde ich habe mir das Klima näm" Ozeanisches Klima. Darf ich mir erlauben, Ihnen eine Zigarre anzubieten? Havannaimport." Verbindlichen Dank. Aber ich denke, wir müssen bald zur Probe hinüber." Wollen wir nicht lieber in mein Privatbureau lich viel rauher vorgestellt gehen...?" wendete der Theaterdirektor sich an seinen berühmten Gast, während er gleichzeitig eine niedrige, in die Bertäfelung der Wand geschnittene Tür öffnete, durch die er Albert Reuß voranschreiten ließ; ehe er nachfolgte, fagte er zu den übrigen:„ Ich erwarte eine Störung nur im allerdringendsten Fall." Hierauf zog er die Tür hinter sich zu. " Wir haben am Ende noch ein wenig Zeit," sagte der Schauspieler. Direktor Weißwasser sah auf seine Taschenuhr. Ich habe die Probe für halb zwölf Uhr angefeßt," antwortete er. " Sie wird wohl nicht allzu lange dauern?" Reine Spur. Eine einfache Durchsprechprobe." " Ich habe die Absicht, möglichst bald wieder ins Hotel heimzukehren, um mich ein wenig auszuruhen. Die Reise hierher ist wahrhaftig teine Kleinigkeit. Das Stück steht doch?" ,, Drüben auf der gegenüberliegenden Seite- befinden sich die Garderoben. Von der Straße aus sind sie natürlich meit bequemer zu erreichen." „ Eine schöne, geräumige Bühne..." stellte Albert Reuß fest. " Blaz genug vorhanden, die schwierigsten Stücke zu Mittlerweile waren die beiden Herren in dem für Albert fpielen!" Reuß bestimmten Ankleideraum angelangt. Der Theaterdirektor drückte auf den Schaltknopf und ließ die Glühbirnen, eine an der Decke, eine vor dem Schminkspiegel, die dritte oberhalb des Sofas, aufflammen. Der Schauspieler schien befriedigt. Sie haben es nicht ganz so erwartet?" fragte Direktor Weißwasser. Ich habe schon seit einigen Jahren das Gastieren aufgegeben. In meiner Erinnerung gibt es allerdings einige arge Enttäuschungen. Darum war ich eigentlich ohne daß ich Sie damit fränken will auf das Schlimmste gefaßt, fo daß ich jetzt wahrhaftig eine überaus angenehme lleberraschung erlebe. " ,, Sehen Sie hier den Korridor?" fragte der Theaterdirektor seinen Begleiter und öffnete die Tür, während er mit dem Arm geradeaus wies. Durch ihn erreichen Sie den Bühneneingang. Sie können ihn gar nicht verfehlen. Und " Wir wollen die Leute nicht ungeduldig werden laffen. jest wollen mir, wenn es Ihnen beliebt, auf die Bühne gehen. Wann beginnen denn hier die Borstellungen?" ,, Ganz, wie Sie wünschen. ,, Um acht Uhr." " " " So spät erst? Eine Gewohnheit, die natürlich ihre verschiedenen Annehmlichkeiten haben mag. Wie sieht es mit den Garderobeverhältnissen aus?" " Für alles bestens vorgesorgt. Wenn es Ihnen gefällt, fönnen wir Ihren Ankleideraum sofort besichtigen. Dann fommen wir zur Probe gerade recht... Der Theater direktor öffnete eine Tür und schritt voraus. ,, Sie müssen entschuldigen," sagte er, aber ich fann damit ich Sie mit meinem Personal bekanntmachen und so die Probe ihren Anfang nehmen kann." Unten angelangt, flatschte Direktor Weißwasser mehrmals in die Hände und rief:" Was ist denn das für eine ägyptische Finsternis? Beleuchter! Wo steckt denn der Kerl? Rampe und erste Gasse einschalten!" Alsbald ward der weite Raum von zwei weiken Lichtwellen überflutet, deren eine vorn aufglühte, während die andere aus der Höhe niederstrahlte. ( Fortsetzung folgt.) Nachdem noch über die Dienstreisekosten der Beamten und über| beispielgebende Lehrer in seinem Wirken durch die organisierte die Erstattung von Umzugsfosten an Beamte und Festangestellte im alkoholfreie Jugend unterstützt werden muß. Dr. med. Born Sinne der Ausschußvorschläge Beschluß gefaßt war die Sache stein Berlin wies hin auf die Beziehungen zwischen Alkohol und schwebt seit November 1921 wurde um 9 Uhr 20 Minuten die Tuberkulose. Er wandte sich, wie schon einige Redner vor ihm, öffentliche Sigung geschlossen. auch gegen den Tabaf, dessen Verbrauch unter der Jugend start zugenommen hat. Zugestimmt wurde einer Entschließung, bie fordert, daß an allen Schulen baldigst ein Unterricht in der Gesundheitslehre unter weitgehender Berücksichti= gung der Alkoholfrage von fachkundigen Lehrern erteilt werde. Terror in der Schuldeputation. Wir hatten schon oft Gelegenheit, die„ objektive" Arbeit in der Berliner Schuldeputation( Bez. I- VI) zu beleuchten. Das stärkste Stück im Laufe des letzten Jahres war das Verhalten der Bürgerlichen in der Frage der Rettorenwah I. Wir haben seinerzeit ausführlich darüber berichtet. Gestern fand eine neue Sigung in dieser Angelegenheit statt. Wenn wir noch gezweifelt hätten an der Energie der Bürgerlichen, im Sinne des Sozialistengesetzes unfeligen Angedentens auch heute noch im freien Bolfsstaate zu verfahren, so wären uns heute endgültig alle Zweifel geschwunden. Die Schulaufsichtsbehörde hat vor zirfa 2 Monaten 13 Sozialisten als Reftoren nicht be= stätigt, ohne einen Grund zu nennen. Die städtischen Wahlförper, die beteiligten Bezirksämter III, V und VI, haben offizielle Beschwerde an das Ministerium gerichtet. Jeder müßte meinen, daß eine solche Beschwerde erst erledigt sein muß, ehe man zu Neuwahlen schreitet. Die bürgerliche Mehrheit der Schuldeputation aber hat dieses Rechtsempfinden nicht, wo es fich„ nur“ um Sozialisten handelt. Sie hat heute bereits neue Kandidaten gewählt, natürlich wieder 13 Bürgerliche. Alle Proteste von links waren vergeblich, so daß unsere Genossen sich gezwungen sahen, durch Verlassen der Sigung die Beschlußunfähigkeit herbei zuführen. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben, in der nächsten Sigung wiederholt sich der Terror. Die Flußbadeanstalt an der Leffingbrüde ist eröffnet worden. Badezeit täglich 12 bis 8 Uhr, Kaffenschluß 7 Uhr. Groß- Berliner Parteinachrichten. Parteifunktionäre, Betriebsvertrauensleute! Wirtschaft Der Kohlenverbrauch der Besahungsarmee. Die Kohlenknappheit, die insbesondere durch das Abfommen von Spa bedingt ist, hat sich im vergangenen strengen winter in den weitesten Kreisen der Bevölkerung fühlbar gemacht. Die Kohlenbewirtschaftung ist streng geregelt, und es sollen auf jeden Haushalt, der im Durchschnitt auf 4 Personen gerechnet ist, im Eine neue Entlaufungsanstalt wird am Montag, den 22. Mai, Jahre 40 Zentner Kohlen kommen. Nur in den wenigsten Fällen Wallstr. 50( hinter dem Märkischen Museum am Kölnischen Bark) konnte dieses Liefersoll erreicht werden, so daß sich die Mehrzahl eröffnet. Die Anstalt ist wochentags von 8 bis 4 Uhr geöffnet. der Familien mit etwa 50 Proz. der vorgesehenen Die Badezeit ist von 9 bis 3 Uhr, und zwar für Männer am Mon- Mengen behelfen mußten. Demgegenüber erhalten die Angetag. Mittwoch und Freitag, für Frauen am Dienstag. Donnerstag hörigen der Besagungstruppen ganz erheblich größere und Sonnabend. Bad und Entlausung sind für Unbemittelte un Brennstoffmengen. In der französischen Zone stehen dem ledigen entgeltlich. Offizier, der zwei Zimmer inne hat, im Monat sechs Zentner Kohlen 3u, und dem verheirateten Offizier mit zwei Zimmern sind sogar 10 Zentner und für jedes weitere Zimmer 3 Zentner monatlich zu liefern; dazu kommen für die Küche 7 Zentner und für ein Burschenzimmer 1 Zentner im Monat. In den Besagungszonen der anderen fremden Mächte sind die vorgeschriebenen Mengen ähnlich. Diese Kohlenmengen müssen voll zur Auslieferung gelangen, da im besetzten Gebiet die militärischen Befehle durchgeführt werden müssen. Nach einer genauen Statistit wurden vom 1. Januar 1921 bis 31. Dezember 1921 zum Verbrauch durch die Bejagung 284 539 Tonnen Kohlen im Werte von 100 101 490 m. geliefert. Das ergibt bei einer durchschnittlichen Besatzungsstärke des Jahres 1921 Don 135 844 Mann eine Lieferung von 2 Tonnen gleich 40 3entner auf den Kopf der Besagung. Das ist soviel wie eine deutsche Familie planmäßig erhalten sollte. Berechnet man aus den oben genannten vorgeschriebenen Schlenmengen die Brennstoffmenge, die einem Angehörigen der Besazungsarmee, der eine Wohnung von zwei Zimmern und Küche inne hat, zur Verfügung steht, so fommt man auf rund 10 Tonnen im Jahre. Diese 200 Zentner find das Fünffa che von dem, was eine deutsche Familie bekommen sollte und sogar das Zehnfache deffen, mas sie infolge des Kohlenmangels in den meisten Fällen nur erhält. Diese befohlene enorme Ueberbelieferung mit Kohlen zeigt auch folgende Gegenüberstellung: Auf einen Soldaten des Befagungsheeres, der mit 10 Kameraden im selben Zimmer liegt, fommen genau foniel Brennstoffe nämlich 40 3entner- wie auf einen deutschen Haushalt von vier Personen, der in 2 bis 3 Zimmern mit Küche wohnt, zwar erhalten sollte, aber, wie oben gesagt, tatsächlich nicht erhält. Montag, den 29. Mai, abends 6 Uhr, findet in den Germaniafälen eine allgemeine Funktionärversammlung statt. Reichswirtschaftsminister Robert Schmidt wird über Genua Bericht erstatten. Es wird sich empfehlen, daß die Genossen an diefem Abend feine anderen Verpflichtungen übernehmen. Bezirkssekretariat SPD. Bas sagen die Bezirksämter zu dieser Vorbereitung von Wahlen, die sie vollziehen sollen? Elternbeiräte und Eltern, die Ihr am 28. neue Elternbeiräte wählen follt, wollt Deffentliche Elternversammlungen am Mittwoch, den 24. Mai. Ihr Euch den Terror in Eurem Schulwesen weiter gefallen laffen? Wist Ihr noch nicht, was die Unpolitischen" Euch bescheren? Handle mit Asche! Womit man heute Geld verdienen kann. Der vielfach für das Wort„ Geld" angewendete Scherzausdruck „ Asche" oder" Ries" ist nicht ganz ohne Berechtigung. Ob man aber mit wirklicher grauer Asche Wucher treiben kann, ist eine noch ungeklärte Frage. In der Zeit der Kohlenknappheit fam ein Kaufmann Georg Butofzer auf den Gedanken, die von den städtischen Gaswerfen gratis abgegebene sogenannte Flugasche und Feuerungs= asche auf eine eventuelle Verwendung zu Feuerungszwecken zu untersuchen. Da diese Versuche nicht recht befriedigten, setzte B. die Flugafche dem zu den Ziegeln verwendeten Ton zu, und als dies vollen Erfolg hatte, bezog er diese Abfallprodukte von den Gas anstalten gleich waggonweise, die froh waren, sie ohne Abfuhrkosten loszuwerden. Als der Betrieb sich immer mehr vergrößerte. fam ein Finanzgenie im Magiftrat auf den Gedanken, die Asche zu Geld zu machen. Die Afche foftete zuerst 20 m. pro Tonne, dann 50 M. im April 1920, fietterte dann weiter in die Höhe und 3. 9. 1. Kreis. Mitte. 7 Uhr Schulaula der 123. Gemeindeschule, Annenstr. 1b. Thema: Die Elternbeiratswahlen". Eltern der Knaben und Mäd chenschule Schmidtstraße, der Knabenschule Röpenider Straße und der Mädchenschule Annenstr. 7 Uhr Schulaula Auguftstr. 67/68, für die 1., 45., 8./63., 146., 180., 26./179. Gemeindeschule. Tagesordnung: Elternbeiratswahlen. Blankenburg. 8 Uhr Lokal Klug, Dorfstraße. Thema: ,, Unsere Schulforderungen". Ref. Gen. Lehrer Thauß. Heute, Mittwoch, den 24. Mai: Areis. Wedding. Wahlausschuß der Elternbeiräte 7 Uhr bei Kerfin, Bank straße 60, wichtige Sigung. Donnerstag, den 25. Mai, Herrenpartie von Tegel nach Stolpe. Treffpunkt 9 Uhr Restaurant Rafum, Berliner, Ede Hermsdorfer Straße. baderstrake. Treffpunkt 2 Uhr auf dem Heidelberger Plak. Kreis. Wilmersdorf. Donnerstag, den 25. Mai( Simmelfahrtstag), Ausflug der Genoffinnen nach dem Grunewald, Restaurant Wiedeck, Hubertus19. Kreis. Pankow. Rufammenkunft der Randidaten und Wahlhelfer der 24. Abt. 7 Uhr Bahlabend in folgenden Lofalen: Rösner, Immanuelkirch 4. Gemeindeschule bei Brügge, Schulzeftr. 22, abends 7 Uhr. straße 25; Schmidt, Marienburger Str. 48; Winzer, Christburger, Ede Winsitraße, und Schütz, Zelterstr. 2. Die Elternbeiratskandidaten und Wahlhelfer müffen unbedingt erscheinen. Bericht von der Kreisvorstands Abt. Triebenau. 3 Uhr Gigung des Boritandes der Bezitts: und Gruppen81. fikung. Elternbeiratswahlen und Abteilungsangelegenheiten. führer und der SPD.- Kandidaten bei Ulbrich. Handierystr. 86. 96. Wht. Rcutöfn. 7 Uhr bei Lewandowski, Emserstr. 119, Funktionärügung. 101. Abt. Treptow. 6 Uhr wichtige Flugblattverbreitung bei Rother, Kiefholz Junasozialisten. Ortsgruppe Treptow. Heute abend, pünktlich ½8 Uhr, im Straße 35. Jugendheim, Elsenstr. 3, Reseabend. Morgen, Donnerstag, den 25. Mai: foftete nach wenigen Wochen schon 140 M. Bei einem derartigen sprunghaften Steigen des Breises war dem Abnehmer eine ordnungsmäßige Ralfulation nicht möglich, und so fam es, daß B. bei einer Lieferung glatt Geld zusezte, was er bei einer anderen mitherausholen wollte. Das brachte ihm eine Anflage wegen unerlaubter Breissteigerung ein, die vor dem Schöffengericht Berlin- Schöneberg 28. Abt. Serrenpartie nach Ertner- Fredersdorf. Treffpunkt Prenzlauer Allee, zur Berhandlung tam. Da der Verteidiger nachwies, daß der Angeflaate tatsächlich nur einen Durchschnittsverdienst von 10 roz. gehabt hatte, tam das Gericht zu einer Frei fprechung auf Kosten der Staatstaffe. " ,, Chriftliche" Handzettelpolitif. 38. 79. Ede Tresdomstraße, 5 Uhr. Abfahrt Aleranderplas 5,25 Uhr. wahlen frith 10 Uhr beim Abteilungsleiter. bt. Die Bezirksführer treffen fich zur Rüdsprache über die Elternbeirats. bt. Schöneberg. Frauenausflug nach Sehlendorf, Lokal Bum frohen Wanderer", Alsenstraße. Treffpunkt 1½ Uhr Bahnhof Großgörschenstraße. Nachzialer vorgenanntes Lokal. Gäste milkommen. Jungsozialisten. Gruppe Friebrichshain. Fahrt nach Grünau- Schmödwiz. Treffpunkt 6 Uhr Schlesischer Bahnhof, gegenüber dem Briezener Bahn Gruppe Schöneberg- Friedenau. Fahrt nach Bernau. Treffpunkt pünktlich 6 Uhr am Raiser- Wilhelm- Plaz. Sozialdemokratischer Männerchor Friedrichshain. Am Simmelfahrtstag Fami. lienausflug. Treffpunkt früh 9 Uhr Bahnhof Sadowa, von dort nach Pferde bucht, dann Marsch nach Rietemahl, Restaurant Schwarz. Nachzügler fahren bis Sirschgarten und treffen sich zwischen 11 und 12 Uhr in Rielemahl. Sozialdemokratischer Männerchor Berlin- Mitte. Des feiertags wegen findet Die Genossen mit ihrer Familie sind hierzu eingeladen. fteig. Ein Bürgerblock der Frommen hat sich unter dem Stichwort unpolitisch- chriftlich" zusammengeschlossen. Zu den Elternbei. ratswahlen fehlt es diefen Herrschaften nicht an Geld für Flugfchriften, Handzettel usw., die eine Flut unverschämtester Lügen und Schmähungen der sozialistischen Gegner enthalten. So wurden in der Schule in der Naugarder Straße 5 den Kindern Handzettel dieser wahrhaft Ünchriftlichen" teils von Lehrpersonen in die Hand gedrückt, teils während der Pausen den Kindern auf den Blaz gelegt. Kindern, die vom Religionsunterricht befreit sind, wurde verboten, solche Bettel mitzunehmen. Die sozialistischen Eltern werden sich diese Machenschaften nicht gefallen lassen, fie berufen für Freitag, abends S Uhr, eine öffentliche Elternverjammlung nach dem Hermannsheim, Berlängerte CarmenSylva- Straße. ein. Alle Genossen sind verpflichtet, zu der Versammlung pünktlich zu erscheinen. Das ist um so notwendiger, als es gilt, Stellung zu nehmen zu dem Standal, daß die Kinder der 306. und 307. Gemeindeschule auch weiterhin in den ungesunden Räumen des Wohnhauses Naugarder Straße 5 verbleiben sollen. Jugend und Alkohol. Die Alkoholbekämpfung durch Haus und Schule. Auf dem 2. Deutschen Kongres für altoholfreie Jugenderziehung, der gestern seine Verhandlungen fortfeste, referierte die Abgeordnete Oberschulrätin Wegscheider Ziegler über Alkoholfreie Erziehung durch das Haus. Un ferem Familienleben habe, führte sie aus, der Mangel an Wohnraum und die Erwerbsarbeit der Frau unsägliche Not gebracht. Zum Schutz des Nachwuchses sei nötig auch die Freihaltung der Familie von Alkohol, denn man fönne nicht Kinder vor den Gefahren des Alkohols bewahren, wenn nicht auch die Eltern ihn meiden. Das sei eine wichtige Voraussetzung alkoholfreier Jugend. erziehung durch die Familie. Aber die Familie müsse auch das Kind start machen, sich gegen Angriffe unb Ber höhnungen zu wehren, denen es wegen der Enthaltsamkeit ausgesetzt ist. Weiter müsse das Kind mit dem nötigen Wissen von der Schädlichkeit des Altohols ausgerüstet werden, doch müßten dazu allerdings auch die Eltern selber zuvor die nötige Aufklärung erhalten. # die Uebungsstunde am Mittwoch abend 8 Uhr bei Schreder statt. Alle Passiven werden hierdurch dringend eingeladen. Jugendveranstaltungen. Heute, Mittwoch, den 24. mai: Röpenid. Adlershof. Wanderung nach Bernau. Treffpunkt 7. Uhr Bahnhof Köpenid. Friedrichshogen. Jugendheim Scharnweberstr. 105, Distuffion: Los von der Gewohnheit". Raulsdorf. Jugendheim Gemeindeschule AdolfStraße 25, Portrag: Glasfabrikation". Mariendorf. Spiele im Freien geNordosten. Ban genüber dem Marienheim. Treffpunkt 6 Uhr Jugendheim. berung durch die Dubrow. Treffpunkt 157 Uhr Aleranderplas( Berolina). Prenzlauer Borstabt. Jugendheim Gemeindeschule Danziger Str. 23, Bortrag: Entstehung und Arten des Handels". Westen. Jugendheim Baugewerks. Schule Kurfürstenstraße 141, Bortrag: Die große französische Revolution". Morgen, Donnerstag, den 25. Mai: Daß diese sinnlose Ueberbelieferung mit Kohlen der Befagungstruppen große Erbitterung bei der Bevölkerung des besetzten Gebietes, die in jeder Beziehung durch die Befetzung schwer leidet find doch allein 53 316 Räume in Privathäusern beschlagnahmt hervorrufen muß, liegt flar auf der Hand. Es sind zwar von den Bevölkerung oft und energisch Borstellungen gegen diese ungemaßgebenden deutschen Stellen unter Hinweis auf die Notlage der heuren Anforderungen erhoben worden, bislang aber ohne den geringsten Erfolg. Die Rheinlandfommission behauptet zwar immer wieder, daß ihr das Wohl der rheinischen Bevölkerung am Herzen liege, aber noch niemals hat sie diese Phrase zur Wahrheit gemacht. wenigstens auf dem Gebiete der Brennstoffversorgung einmal die Vielleicht tragen die vorstehenden Darlegungen dazu bei, daß Rheinlandkommission ihren Worten auch Taten folgen. läßt. Verpachtung von Staatsbetrieben in Sowjefrußland. Der Oberste Volkswirtschaftsrat veröffentlicht eine Uebersicht über die Berpachtung staatlicher Betriebe in der gesamten sowjetruffischen Föderation bis zum 1. März d. J., die jedoch für eine ganze Reihe von Gouvernements nur bis zu früheren Terminen reicht und die Kohlenindustrie völlig unberücksichtigt läßt. Die Gesamt zahl der verpachteten Betriebe betrug danach 9 748, während nach dem ursprünglichen Wirtschaftsplane 12 500 Betriebe verpachtet werden sollten. Die neuesten, noch nicht berücksichtigten Bachtabschlüffe dürften an diefem Ergebnis wenig ändern, da ihre Zahl in den letzten Monaten überall sehr start abgenommen hat. Bon der Gesamtzahl sind 57 Broz. an Privatpersonen, 38 Proz. fchaftsorgane verpachtet worden. In 83,4 Proz. der Fälle an Genossenschaften und 4 Proz. an staatliche Wirtwaren die Verträge ganz furzfristig, 75 Broz. der Betriebe maren bei der Verpachtung in Betrieb, weitere 14 Proz. fonnten sofort in Betrieb gesetzt werden. Die 12 500 Betriebe, die verpachtet merden sollten, beschäftigten etwa 90 000 Arbeiter gegen 2 Millionen in der gesamten staatlichen Industrie. Die„ Ekonomitscheffaja Shifn" stellt fest, daß viele Bächter bereits Bantrott gemacht hätten, und daß im Durchschnitt keine Hebung per Produktion in den verpach teten Betrieben zu verzeichnen sei. Aus der Partei. Warnung. Der Vorstand des Berliner Bezirksverbandes der SPD. hat in seiner jüngsten Sigung das Uebertrittsgesuch des USP.- Mitgliedes Schriftstellers Basch einstimmig abgelehnt. Basch beBaumschulenweg. Fahrt ins Blaue. Treffpunkt 6 Uhr Bahnhof Baum. fchulenweg. Rorben. Treffahrt nach Birkenwerder. Treffpunkt für Burschen 7 hr Bahnhof Gesundbrunnen( Glaseingang); für Mädchen 7 Uhr ebenda. müht sich seit Monaten um eine Stellung als politischer Redakteur Brenzlauer Vorstadt. Wanderung nach dem Mellenfee. Treffpunkt heute abend in der Abteilung zu erfragen. Stralauer Biertel. Wanderung nach an einem sozialdemokratischen Blatte oder als Beigeordneter in Bernau. Treffpunkt 6 Uhr Rudolfplas. Reinidendorf West. Banderung. einer Kommunalverwaltung. Er hat bisher schon in zwei Fällen Treffpunkt 46 Uhr Bahnhof Eichbornstraße. Treffpunkt 6 Uhr Schöneberger Bahnhof. Schöneberg 1. Reigenfahrt. in seinen Bewerbungen fälschlicherweise behauptet, Mitglied der Steglig- Friebenau. Besuch des Botanischen Gartens: Treffpunkt 10 Uhr Breitenbachplay. SPD. zu sein. Die feinem Uebertrittsgesuch beigefügten Borauszahlungen auf Beiträge sind ihm zurückgesandt worden. Eine Ronferenz der Abteilungskassierer findet am Sonnabend, ben 27. Mai, abends 7 Uhr, im Jugendheim, Lindenstr. 3, statt. Bon 6 Uhr ab Ausgabe Abteilungen müssen vertreten sein. der Marken, Mitteilungsblätter" und der Arbeiter Jugend" für Juni. Alle Sport. Parteientwidelung in Medienburg. Der Jahresabschluß des Bezirks medlenburg übed unserer Partei ergibt gegen das vorhergehende Jahr einen Mehrumfag an Beitragsmarten für männliche Mitglieder von 121 868 Stüd. An Beiträgen für weibliche Mitglieder wurden 7801 Marken weniger umgesetzt. Neuaufnahmen wurden 5865 gemacht. Der Rennen zu Ruhleben am Dienstag, den 23. Mai. Mitgliederbestand ist ungefähr auf der alten Höhe geblieben. Ein 1. Rennen. 1. Fred Wilkes jr.( Sedert), 2. Mocura( Lautenberger), erheblicher Teil der Abgemeldeten hat Mecklenburg verlassen. Der Nettl als 2. disqu. Tot.: 94:10. 3 liefen. 2. Rennen. 1. Verdun( Schön), 2. Dardanella( Teubel), 3. Jm Mehrumfag an Marken ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, daß berator( Dreher). Tot: 64:10, Blab: 17, 23, 21:10. Ferner liefen: wir im vorigen Jahre eine große Anzahl Neuaufnahmen hatten, Flott, Kätchen I, Doppelgänger, Paul B. als 3. disqu., 80 Proz. der Plaz- die als Beitragszahler nur für einen Teil des Jahres in Frage famen, während im letzten Jahre der Mitgliederbestand ständiger 3. Rennen. i. Sybill( Wiltfbire), 2. Albatros( Ringius), 3. Aller blieb. Die Zahl der Ortsgruppen erhöhte sich von 258 auf 282. tony( Triphan). Tot.: 24: 10, Blab: 12, 12, 14: 10. Ferner liefen: In 57 Städten sind 336 männliche und 15 weibliche Stadtverordnete Pontresina, Frechheit, Gassenmädel, Schmetterling, Marita, Filmdiva. 4. Rennen. 1. Abt. 1. Schlips( Rüdert), 2. Crocus(. Brandt), tätig, in 31 Städten 51 befoldete und unbefoldete Ratsmitglieder. 3. Mitrowica( K. Schmidt). Tot.: 95: 10, Blat: 20, 20, 19:10. Ferner Jn 534 Landgemeinden find 1772 Genoffen in der Gemeindeverliefen: Weddigen, Miß Gregor, Erlaucht, Zufall, Pollux, Flieger, Jadi, tretung. 113 Genossen sind als Schulzen tätig. In 399 Landgemeinden figen 479 Genossen im Gemeindevorstand. In 17 AmtsSigurd, Meininger. disca( Ballerstedt). Ferner liefen: Ypsilanti, Mädel, Xenio, Hartenfels, Dr. 4. Rennen. 2. Abt. 1. Prefufa( Horstmann), 2. Nil( Behn), 3. Gra- berjammungen hat unsere Partei 150 Vertreter. Adolf St., Harder, Young Conbilet, Bechnelle, Cladium, Draufgånger II. wetten zurüd. Stadtschulrat Buchen au- Berlin behandelte den Anteil ber Schule an der alkoholfreien Jugenderziehung in grundsätzlichen Ausführungen. Er und die folgenden Redner, die Einzeldarstellungen aus den verschiedenen Gebieten des Schul- und Erziehungswesen gaben, betonten übereinstimmend, daß Lehrer und Erzieher mit ihrem Beispiel vorangehen müffen. Lehrer Temme Nordhausen, der aus Bolts- und Mittelschulen berichtete, möchte über jedes deutsche Schulhaus das treffliche Wort Salzmanns fezen:„ Ich will es tun, Bäterchen, wenn ich zuvor fehe, daß Du es auch tust." Fortbildungsschuldirektor Dreßler- Berlin erwartet von der Alkoholbekämpfund durch Fort bildungs- und Fachschulen besseren Erfolg, wenn die Ge wertschaften sie darin unterstützen. Daß auch die Mädchen über die Alkoholgefahr aufgeklärt werden, forderte Fortbildungsschullehrerin Barschat- Berlin. Redakteur Georg Davidsohn- Der große internationale Renntag im Stadion findet am Berlin wünschte, daß die Elternbeiräte an der Alkoholfrage ab im Grunewald ſtatt. Das Hauptereignis bildet der Große Preis taften bestimmten Anfrage füge man einen Buchstaben und eine Nummer Himmelfahrtstag, Donnerstag, den 25. Mai, auf der schöngelegenen Stadionteilnehmen. Bei Schulausflügen solle auf Altohol verzichtet vom Deutschen Stadion" für Flieger- und Dauerfahrer. Der Breis der bei. Cilige Anfragen trage man in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3. werden, was übrigens Haenisch als Minister in einem Erlaß an Flieger gelangt in einem offenen Fliegerrennen mit Bor, Zwischen und 1. Sof part. lints. vor. Schriftstüde und Berträge sind mitzubringen. geordnet habe, der allerdings kaum beachtet werde. Wilhelmine Hoffnungslouf zum Austrag. Es starten: der Schweizer Meisterfahrer Bg. 32. Fragen Sie bei der Baßftelle des Auswärtigen Amtes, Wilhelm. Lohmann Bielefeld berichtete über Erfolge von Kursen, die von Ernit Kaufmann, der holländische Sechstagefahrer van Ned, der Däne straße 75, an. Wanderlehrerinnen von verschiedenen Städten veranstaltet wurden Jenssen, Weltmeister Walter Rütt, Gugen Stabe, Ostermeier, Schrage, besteht, aber ein Baffagierverkehr. und eine Vorstufe des anzuftrebenden Müchternheitsunterrichts sind. Sennede und weitere ca. 30 Flieger. Auch die Anhänger des Motor- D. G. 10. 1. Benden Sie fich an das dortige Bersorgungsamt oder die Dr. Strehler- Rotenfels a. M., der über die höheren gefnatters werden auf ihre Stoften tommen. Im„ Großen Breis vom Fürsorgestelle. Gie dürfen feinen Anspruch auf Elternrente haben. 2. De Schulen sprach, ist der Ansicht, daß für alkoholfreie Jugend- Deutschen Stadion" für Dauerfahrer treffen sieben zur Eriratlasse gehörige Sie zu den unter 50 Prozent Berlebten gehören, fleht Ihnen die Zulage nicht zu. S. P. 11. Nein, R. 18. Gegen den Hauswirt haben Sie teine Anerziehung der Unterricht einiges tun fann. Das beste aber sei, daß leiften, tommt das Rennen in awel Läufen über je 50 Stilometer zur EntDauerfahrer zusammen. Um einen einwandfreien Verlauf zu gewähr fprüche. die Jugend felber die Sache in die hand nimmt und scheibung. Es starten: Vermeer( Holland), Wegmann( Schweiz), Bauer, in den Schulen abstinente Skirmtruppen bildet. Lewanow, Saldow, Thomas und Weiß. Die Rennen beginnen nachmittags 0 In der Diskussion betonte auch Prof. Longo Wien, daß der 14 Uhr. Briefkasten der Redaktion. Briefliche Austunft wird nicht erteilt. Jeder für den Brick , 1001. 1. 3ft uns nicht bekannt. 2. Flugpostverbindung Wetter bis Donnerstag mittag. Sehr warm, bielfach heiter, nur vorübergebend stärker bewölkt. Im Weften zahlreiche, im Dsten mehr ber einzelte Gewitter, mäßige jüdliche Winde. 14. Verbandstag der Buchbinder. Lehter Verhandlungstag. feiften, daß auf dem nächsten Verbandstage femme Fraktionsbildungen fenes Berhandlungsführers nichts ändern. Redner bat deshalb mehr nötig seien. Seine Freunde würden den Verband in dieser auch, einzelne Anträge, die die Beziehung nicht enttäuschen. dienen. = Besehung des Vorstandes nach parteipolitischen Gesichtspunkten Die neu eingesetzte 15er Kommission machte dann zur NeuregeRüfter Hamburg fonstatierte namens seiner Freunde, daß fordern, abzulehnen oder zurückzuziehen. Der Verband müsse den fung der Beiträge und unterstügungen ihre Vorschläge, fie mit dem Ergebnis des Verbandstages vollauf zufrieden find. Der Parteien gegenüber seine Selbständigkeit und Unparteilichkeit wahren, die Annahme fanden. Der Wochenbeitrag richtet sich nach Rasseler Verbandstag sei der Verbandstag der praktischen Arbeit ge- das allein tönne unter den gegenwärtigen Umständen seine KampfRedner würdigte dann das dem Verdienst und beträgt ab 1. Juli in fünf Ortsklassen bei einem wesen. Im Sinne der gefaßten Beschlüsse wolle und müffe man traft noch am meisten fördern. Lohn bis 5 M. 4 M., über 5 M. Lohn 6 M., über 8 M. Lohn alle Kraft einsehen, um den Interessen der Gesamtkollegenschaft zu Schlichtungswesen, die Bewegungen ohne Streifs. Ihre Erfolge find bedeutend, wenn auch zugegeben werden müsse, 10 m., über 12 M. Lohn 14 M. und über 16 M. Lohn 18 M.; für Lehrlinge 1,50 m. Die Beitragsleistung zur Invalidenunter- Verbandstagsvorsitzender Brückner- Berlin verwies in feinem baß allem die Teuerung voraus eile. Deshalb sei notftügungseinrichtung ist für die höchste Beitragsklasse obligatorisch; Schlußwort auf die Bedeutung der geleisteten Arbeiten und bat, wendig die finanzielle Stärkung des Verbandes, die Opferung eines 1 M. vom Beitrag wird dafür verrechnet. Die Beitragsleistung für alles daranzusetzen, um die gewerkschaftliche Einigkeit Stundenlohnes als Wochenbeitrag müsse zur Richtschnur werden. 4. Beitragsklasse freiwillig, mit 1 M. Beitrag. Beibliche Mitglieder, mit dem Unternehmertum, dem Kapital, mit voller Zuversicht auf die Invalidenkasse ist für die weiblichen Mitglieder in der 3. und aufrechtzuerhalten; dann tönne man auch den Endkampf die mindestens 52 Wochenbeiträge geleistet haben, tönnen bei zeit- nehmen. weiliger Unterbrechung ihrer Berufstätigkeit bis zu einem Jahre Unter dem Gesange der Internationale wurde der Verbandstag von der Beitragsleistung befreit werden. Die Unterstützungeschlossen. gen wurden wesentlich erhöht. Der Vorschlag der Jugendfommission, eine Jugendabteilung zu bilden, wurde dem Verbandsvorstand zur Erledigung überwiesen. Der Verbandstag beschloß weiter, für die 2. Konferenz zur Besprechung gewerkschaftlicher Jugendfragen aus den Bezirken, welche sich bereits mit Jugendarbeit befaßt haben, Delegierte zu entsenden. Dementsprechend wählte der Verbandstag drei Delegierte, die neben den vom Verbandsvorstand Beauftragten an der gemerffchaftlichen Jugendfürsorge teilnehmen. In den Borstand wurden mit übergroßer Mehrheit gewählt: Haueisen, 1. Vorsitzender; Harder, 2. Vorsitzender, Lender, Raffierer; Michaelis, Redakteur; zum Vorsitzenden des Verbandsausschusses 3infe- Leipzig. Eine Entschließung richtet sich gegen die Cristenz der Technischen Nothilfe. Eine weitere von Gäbel beantragte Entschließung appelliert an die drei Arbeiterparteien und deren Neunerkommission, alles zu tun, um die Einheitsfront und die Attivität des internationalen Proletariats der Offenfive des Kapitals entgegenzustellen. Damit waren die Arbeiten des Berbandstages beendet. Verbande mitarbeiten werden. Gäbel erklärte namens seiner fommunistischen Kollegen, daß Sie sich auf den Boden des Statuts stellen und intensiv im Kaspar( USB.) gab der Freude Ausdruck, daß man sich wieder zusammengefunden habe, und bittet die Vorarbeit dafür zu 9. Verbandstag der Steinarbeiter. Leipzig, den 22. Mai. Der Berbandstag begann am Montag morgen im Leipziger Gewerkschaftshaus seine Arbeiten. Anwesend sind 76 Delegierte, der Zentralvorstand, je ein Vertreter des Verbandsausschusses und der Revisoren, acht Bauleiter und als Gäste der internationale Gefretär Kolb Zürich, Silberschmidt vom ADGB., Heinke von der Sozialpolitischen Abteilung des ADGB., Schenke- Berlin vom Steinfegerverband, zwei Vertreter des Bundes der technisch. industriellen Angestellten und Starte, der frühere Borsigende des Verbandes. schaftliche Erschwernisse, mit denen bei der Führung von LohnDie Begründung für den Austritt des Verbandes aus Der Arbeitsgemeinschaft, der Hinweis auf bestimmte wirtbewegungen zu rechnen ist, auf den von Frankreich eingeführten Einfuhr zoll von 90 Broz. des Wertes auf Grabdenkmäler und sonstige Granitwaren, und schließlich mit einem Ausblick auf neue Aufgaben( Einführung der Kollegen in die Betriebs- und Staatswissenschaft, Erziehung zu idealer Solidarität, zur Förderung des Sozialisierungsstrebens) bildeten den Schluß der Ausführungen Windlers. Den Raffenbericht erstattete Geist. Obgleich die Beiträge seit höhten Ausgaben noch nicht wiederhergestellt, insbesondere deshalb, dem 1. Januar erhöht find, ist das Gleichgewicht gegenüber den erweil mit der Beitragserhöhung zugleich auch die höheren Unterftübungen gezahlt werden mußten, wobei sich auch die Grippeerfrankungen unangenehm bemerkbar machten. Der Verbandstag müsse Mittel und Wege finden, um die finanzielle Widerstandskraft des Berbandes zu stärken. Dann berichtete Redakteur Siebold über feine Tätigkeit und äußerte fich zu einem Antrage, ihn wegen seiner einseitigen Schreibweise" abzusehen. Dabei sind dem Verbandsvorstande in den letzten zwei Jahren feine Beschwerden über die prnzipielle Haltung bes Steinarbeiter" zugegangen, nur drei untergeordnete Beschwerden wegen der Ablehnung von Einsendungen. Daß er persönliche Angriffe in den Artikeln von Mitgliedern gestrichen habe, tönne er mit gutem Gewissen verantworten. Wenn Der Abschluß mancher Lohnbewegung habe stellenweise helle er sich nicht oder zu wenig gegen die kommunistische Agitation geEmpörung ausgelöst, da das Resultat nicht befriedigte. Schuld wandt habe, so deshalb, weil die kommunistisch angehauchten Berdaran sei aber nicht das Verhalten der Verhandlungsführer ge- bandsmitglieder sich im Rahmen der Organisation bewegten. Die wesen, sondern der Stand der Wirtschaftsverhältnisse und die Kräfte Redaktion habe das Einigende stets in den Vordergrund gestellt, des Gegners, die häufig stärker waren als die Kraft des Verbandes. zumal das Verbandsorgan mehr und mehr zum einzigen AgitaAn solchen Dingen könne auch der radikalfte Standpunkt dieses oder Itionsmittel des Verbandes murde. Bei den Begrüßungsreden gedachte der Verbandsvorsitzende Windler mit ehrenden Worten des im vorigen Jahre verstorbenen Verbandsporsitzenden Staudinger, dessen Hinscheiden einen schweren Verlust für den Verband bedeutete. " 1 Die unübertroffenen HALPAUS+ RARITÄT- SPECIAL RARITÄT EXTRA HD S S HALPAUS CIGARETTEN Qualitäts- cigaretten RARITAT RARITÄT- DELIKAT RARITÄT LUXUS 8 Central- Theater Mädels v. Davos Komische Circus Theater, Lichtspiele usw.purhaus 7 Oper 7% Busch 6pernhaus Tiefland 7 Uhr Schauspielhaus Deutsch 7% Die Schwätzerin von Saragossa Der Meister Cavalleria rusticana Volksbühne Friedrich- Wilhelmst. Th. Vom Montmartre Theater a. Bülowpl. 8 Uhr: Prinz von 71 Uhr: Der Traum ein Leben Napoleon Lessing- Th. 712 Uhr Homburg Intimes Theater : Die Peitsche und? 8: Lauf doch nicht immer nackt herum Klein. Schauspielh. Heute u. morg. 72: 1 Uhr: Der keuDeutsch. Theat. Madame Sans- Gene Freitag 7: Faust 72: Des Esels Sonnab. b. Mtg. 7: Schatten Donnerst. 7: Des sche Lebemann Lustspielhaus Offenbachs Liebesleb. Zelt I. Direktion: Uhr: Der Werwolf Richard Welse. Mad. Sans- Gene Metropol- Theater Esels Schatten Deut. Künstler- Th. Uhr: Bajadere Kammerspiele Allabendl. 712: Voranzeige: 7, Neues Operett.- Th. Himmelfahrt Bigi. 3 U. Nur noch kurze Zeit! Am Donnerstag Himmelfahrt! 2X3+ 7 Uhr Festvorstellungen Ueber'n großen Teich Nchm. 1 Kind frei! Am Freitag Ehrenabend Meisterdresseur Hess Schluß 30. Mai WINDRIEN 8: Einen Jux will Man kann nie 8 Uhr: Lady Chic früh v. 7-10 Uhr Varieté- Spielplan er sich machen Donn. 8: Einen Jux wissen Neues Th. am Zoo. von 12-1/ 23 Uhr 8 will er sich machen Trianon- Th. Uhr: Scampolo Groß. Militär- Rauchen gestattet! Gr.Schauspielh. Täglich 31,8 Uhr: Neues Volkstheater Früh konzert ( Karlstraße) 72: Judith Donn. 72: Judith des ,, Die wunderlich. Geschichten Kapellmeisters Kreisler" im Th. i. d. Königgrätzer Str. tägl. 8 Uhr MORAL Schuster Alolos U.: von Ludwig Thoma Schiller- Th. Chari. Ab 6 Uhr Burg, Limburg, 3.15: Raub der Sabinerinnen Das große Junkermann, stein, Mamelok Schroth, 8 Metall ankaufsstelle Osten Graner Weg 80 zahlt Tagespreise für Falken- Uhr. Der Hochtourist Varieté- Kupfer, Messing Theater des Ostens Thalia- Theater 72: Die Herren von und zu.. Th. a. Nollendorfpl. ( Rose- Theater) 312: 360 Frauen 734 U.: Brot und Arbeit Programm! Blei, Zink etc. Verliebte Leute Union- Klub, Berlin 73/4 U.: Theater d. Westens von Gerhart Komödienhaus Casino- Theater Elga 8: Hauptmann Lothringer Str. 37. 73/4 8 U.:,,Greteken" Der neue Schlager! Theater in d.Kommandant. Str. Annahme für Vorwetten Gelbstern für Rennen in Berlin und im Reiche Wallner- Theater Gläßner, Roberts. Der Neffe aus Afrika Uhr Berliner Th. u. a. Singspiel Letzt.Rose 7 U.: Die beiden Vorher vollständig neuer Teil Volkstüml. Preise! Nachtigallen 7 30: Madame Flirt Stg. 3: Tante Bella Walhalla- Theater 8 Uhr: Das Gast' haus zur Liebe Residenz- Th. Folies Caprice Reichshallen.Th. Täglich 8 Uhr: Eine Frau ohne Bedeutung in der Zentrale Schadowstr. 8 und sämtl. Filialen Groß- Berlin Annahmeschluß: F. Berliner Rennen 2 Std. vor Beginn des 1. Rennens. Für ausw. 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Ehre seinem Andenken! Rege Beteiligung erwartet 119/6 Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 83/85. Geschäftszeit vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr Telephon: Amt Norden 833, 834, 835, 836. Heute Mittwoch, den 24. mai, nachmittags 5 2hr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25: Versammlung der Metalldrücker- Lehrlinge. Die Bertrauenslente werden ersucht, mit den Lehrlingen zu erscheinen. Die Verfammlung der Meister und Vorarbeiter fällt am Donners tag. den 25. Mai, ans und findet dafür am Montag, den 29. Mai, nachm. 5 Uhr, im selben Lokal statt. Freitag, den 26. mai, abends 6 Uhr, im Englifchen Garten", AlexanderStraße 27 b: Allgem. Klempnerversammlung Tagesordnung: 1. Bericht über die gegenwärtige Lage im Gewerbe. 2. Diskussion. 3. Berbands- u. Branchenangelegenheiten. Ohne Mitgliedsbuch fein Zutritt. Jeder Kollege hat die Pflicht, zu erscheinen. 119/7 Die Ortsverwaltung. D. R. G. M. 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