Nr. 1. Erscheint täglich außer Montags. Breis pränumerando: Biertel Jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mr., wöchentlich 28 Pfg. fret th's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement:" 3,30mt. proQuartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3Mt. pr.Monat. Eingetr. in der Post Rettungs- Preisliste für 1895 unter Nr. 7130. Vorwärts *** 12. Jahrg. Insertions: Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzelle oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pig. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Grpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonne und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. wünsche Die Redakteure des Vorwärts". Dienstag, den 1. Jannar 1895. werden kann. die von uns Nach Schluß von: Zu Tode gehetzt! beabsichtigen wir den früher angekündigten Roman, die Berliner März ereignisse des Jahres 1848 behandelnd, zu veröffent lichen. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Sämmtlichen Mitarbeitern und Erzählung aus dem Leben:„ Zu Tode gehegt", der lügnerischen Maske von Maßregeln zur Abwehr und von Franz Held. Diese Erzählung beruht durch- Verhinderung anarchistischer Verbrechen eine Aera der Verfolgung gegen die Sozialdemokratie und die Genossen senden die besten Neujahrs- weg auf gerichtlichen Akten, von uns Arbeiterbewegung überhaupt eingeleitet. dem Verfasser zur Verfügung gestellt worden sind, Die Ernte, welche der„ Segen" des heiligen Dolches und sie zeigt, wie heute der, welcher von seinem Rechte nicht der französischen Bourgeoisie einbrachte, war aber bald weicht, in Form Rechten 3" zu Grunde gerichtet aufgezehrt. Unrecht Gut gedeihet nicht. Das betrogene Bolt durchschaute das schnöde Spiel, und ist auch der Sozialismus in Frankreich noch nicht zur Herrschaft gelangt, so hat doch Casimir Perier vollständig abgewirthschaftet ebenso vollständig wie das kapitalistische Raubsystem, als dessen würdigste Inkarnation er von der französischen Bourgeoisie auf den Thron erhoben ward. Die beiden romanischen Nachbarn Frankreichs: Spanien und Italien, haben im vorigen Winter und Frühling ihre Hungerrevolutionen gehabt, und, wie um die Widersinnigkeit der kapitalistischen Gesellschafts- Ordnung recht grell zu beleuchten, in zwei Provinzen, welche wahre Paradiese auf Erden sind und von unerschöpflicher Fruchtbarkeit: in Andalusien und Sizilien. Ju Spanien, wo die Verduminung des Volkes durch noch gründlicher Abonnements- Einladung. Zur Jahreswende richten wir an alle Freunde und Parteigenossen die dringliche Bitte, für die Erweite rung unseres Abonnentenkreises mit aller Energie thätig zu sein. Gegen die Partei, deren Zentralorgan der Vorwärts" ist, haben die ver= einigten Parteien der Reaktion, denen der Boden unter den Füßen wankt, jetzt alle ihre Kräfte aufgeboten; durch Knebelgesetz Judem wir so bestrebt sind, unsere Leser zufrieden zu stellen, dürfen wir uns auch der Hoffnung hingeben, daß dieser Aufruf an die Freunde und Genossen seinen Zweck nicht verfehlen wird. Berlin, Dezember 1894. Redaktion und Expedition des Vorwärts". reichſte Bartei in Deutschland, bet gefeß foll die zahl: An der Jahreswende. das Pfaffenthum mit Hilfe der Inquiſitions- Scheiterhaufen mundtod gemacht, und für unsere Feinde und des Volkes Feinde die Ruhe des Je weiter die Fäulniß der kapitalistischen Gesellschaft tausendjährigen Domäne des Papstthums: in Italien, Kirchhofes hergestellt werden, damit sie ungestört vorrückt, je näher wir der unvermeidlichen Katastrophe äußerte die Rohheit und Unvernunft, von der Hunger thre gemeinschädliche und gemeingefährliche Arbeit kommen, desto mehr häufen sich die Auflösungssymptome, peitsche zu blinder Wuth aufgestachelt, sich in dem grauenverrichten können. Die Kämpfe, in denen wir stehen, desto heftiger treten die Krankheitserscheinungen auf. Es vollen Massenmord im Lyceo Theater von Barcelona. sind von entscheidender Bedeutung; und die Verhand liegt das in der Natur der Dinge. Und das Absterben Doch zu käftigem Widerstande fehlte es dem Volke bisher an lungen des Reichstages über die sogenannte Um, ziehung genau wie das Absterben eines thierischen Einzel- schwankend zwischen Liberalismus und Konservativismus, des Gesellschafts Organismus vollzieht sich in dieser Be- geeigneten Elementen. Die Regierung, hin- und hersturzvorlage, die sofort nach den Ferien beginnen- Organismus. wurstelt fort und treibt steuerlos dahin auf dem trägen, werden von ganz besonderer Wichtigkeit sein. Unter diesen So drängen fich jetzt am Ende des 19. Jahrhunderts schlammigen Strom der Politik von der Hand Umständen ist es doppelt nothwendig, daß die Partei- naturgemäß in immer rascherer Reihenfolge die Ereignisse. in den Mund",- bis eines schönen Tages das genossen sich in dem Zentralorgan der Partei über alle Bor- Seit 1870/ 71dem großen" Kriegs- und Blutjahr, lecke Fahrzeug an irgend einer Klippe zerschellen tommnisse aufs genaueste unterrichten, und daß sie dafür haben wir fein so ereignißreiches Jahr gehabt, wie das wird. Die bürgerlichen Parteien sind jedes frischen sorgen, daß der Vorwärts" immer weiter ver- Jahr, an dessen Ende wir jetzt stehen. In keinem Jahr Entschlusses und zielbewußten Handelns unfähig breitet wird. Je größer die Verbreitung des Zentral- ist die Hinfälligkeit der heutigen Zustände, die Gebrechlich- Sozialismus allein kann Hilfe kommen; allein die spanische breitet wird. Je größer die Verbreitung des Zentral- feit der auf grund des kapitalistischen Systems ruhenden Arbeiterklasse hat noch viel zu lernen, ehe sie jausschlagorgans, desto größer sein Einfluß und seine Wirksamkeit, Einrichtungen so augenfällig, so eindringlich, so schlagend gebende Macht im Lande sein kann. und desto größer die Macht der Partei. " Die Redaktion des Vorwärts" wird bemüht sein, ihre Pflicht zu thun, und das Zentralorgan der Partei würdig zu machen! Mit dem 1. Januar eröffnen wir ein neues Abonnenient auf den ,, Vorwärts“ mit der illustrirten Sonntags- Beilage ,, Die Neue Welt". Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure, sowie unsere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen gegen zum monatlichen Preise von, Jan1 Mart 10 Pfennige frei ins Haus. Für außerhalb nehmen sämmtliche Bostanstalten Abonne. ments zum Preise von zu tage getreten. " vom In Italien sind die Gegensätze schon schärfer zugespigt Mit Ausnahme Englands, wo die lange Gewöhnung und demgemäß sind sie auch härter aufeinander geplatzt. Wohl an politische Freiheit stärkere Nerven und sichereres Urtheil wurde die Hungerrevolution niedergeschlagen, wohl ist es Crispi herausgebildet hat, und wo infolge dessen die politischen gelungen, sein Blut- und Eisenregiment dem unglücklichen Schwankungen nicht so gewaltsam und unvermittelt find, Lande nochmals aufzuzwingen, allein die Nemesis hat ihn wie in den weniger entwickelten Ländern, haben alle Staaten ereilt, und während das Ende des Jahres 1893 den der alten und auch der neuen Welt Erschütterungen, Ver- italienischen Bismarck" auf dem Gipfel der Macht sah, änderungen und theilweise auch Umgestaltungen ein- sieht das Ende des Jahres 1894 ihn zu Boden geschmettert, schneidenster Art durchgemacht. hingestreckt der Länge nach in den stinkenden Pfuhl des In Frankreich, dessen herrschende Klasse vor Panamino. Noch hat das italienische Volk seine Ketten 12 Monaten verzweifelud die heilige Bombe" des An- nicht zerbrochen, allein der größte der Verbrecher, die sich ent- archisten als Retterin aurief, verwandelte das infame Polizei- so schwer an ihm vergangen, steht am Schandpfahl, und spiel sich plötzlich in blutigen Ernst der Anarchistenkultus, auch die übrigen Verbrecher werden der Strafe nicht entden die kapitalistische Welt trieb, drückte einem italienischen gehen. Der Sozialismus aber, den Crispi erwürgen wollte, Epilektiker den Dolch in die Hand und führte zum Mord erhebt stolz sein Haupt und bereitet sich, die Erbschaft andes Präsidenten der Republik. Das Gesegnet sei die zutreten, welche die bankrotte Diebesgesellschaft der Bombe" wurde zum wilden Dankhymnus auf den rettenden kapitalistischen Ordnung, Religion und Sitte" uns hinterDolch. Der Dolch Caserio's wurde wie eine Heiligen laffen muß. Reliquie im Lande herumgezeigt, die Volksmassen zur Angst und Wuth angeftachelt, in wilder Haft der brutalfte und beschränkteste Vertreter des Kapitalismus in ganz Frankreich zum Präsidenten gewählt, und unter wind 3,30 M. für das Quartal entgegen.( Eingetragen in die Post- Zeitungsliste für 1895 unter Nummer 7128.) Nach Beendigung des Romans: Im Exil", der im Laufe des Januar zu Ende gehen wird, bringen wir eine Feuilleton. [ Nachdruck verboten.] Vor'm Reichstaghause. Am Exil. " 40 Einen großen Triumph hat der Sozialismus in Belgien davongetragen, wo er, nach zähem, heldenhaftem Ringen, dem arbeitenden Volk die politische Mündigkeit erkämpfte und, allen Kniffen und Tücken zum Troy, auch und als er gegangen war, empfand er, um ruhiger zu werden, das Bedürfniß, sich hartnäckig die Worte zu Roman von Georges Renard. Autorisirte Uebersehung wiederholen: von Marie Kunert. Weg mit diesem Unglückspropheten! Was versteht er Gewiß war er darauf gefaßt, dachte Nené, in mir auch davon? Ich müßte mehr als gutinüthig sein, wenn einen Menschen mit blauer Bluse und schmutzigen Händen ich ihm glauben sollte. Muß ein alter Royalist, wie er, zu finden. Wir werden ihm beweisen, daß man bei der nicht wünschen, daß die jungen Republikaner so lange wie Dem deutschen Volk, dem deutschen Volt! Kommune gewesen sein kann und doch kein Wilder zu sein möglich außerhalb Frankreichs bleiben? braucht. Der Beweis wurde denn auch erbracht. Ueber Ihr wagtet's nicht zu sagen. die glatten Züge des Greises ging etwas, das einem Lächeln Dem deutschen Volk, dem deutschen Bolt! glich. Er geruhte seinem Besucher einige Komplimente zu Ihr habt's uns unterschlagen. machen, ihm Interesse zu zeigen und ihn zu fragen, was er nun zu beginnen beabsichtigte. René erwiderte, daß es schriftstellerische Thätigkeit wieder einzutreten. Aeh! Das ist schlimm! sagte der andere mit einem häßlichen Lächeln. Was trieb Sie denn, die Schweiz so schnell zu verlassen? Aber, entgegnete René überrascht, die sehr natürliche Dem deutschen Bolt, dem deutschen Volt! seine Absicht sei, in Paris zu bleiben, in die juristische und Wir werden's euch nicht schenken. Dem deutschen Volk, dem deutschen Volk! Ihr sollt noch seiner denken. Dem deutschen Volk, dem deutschen Volk! Sehnsucht, in mein Geburtsland zurückzukehren. Der Bau, der tann's entbehren. Dem deutschen Volk, dem deutschen Volk! Das Reich muß ihm gehören! Bah! es ging Ihnen dort unten doch ganz gut. Sie hätten dort noch einige Jahre bleiben sollen. Das wäre ficherer gewesen, glauben Sie mir. Dies wurde durchaus nicht boshaft gesagt. Im Gegentheil, der Ton und der Blick, welche diese Worte begleiteten, waren mitleidig. René fühlte sich dadurch erkältet und verletzt. Er sah die Enttäuschungen, die Schwierigkeiten, an die er bisher nicht gedacht hatte, jezt deutlicher vor sich; I Er schüttelte den letzten Rest von Traurigkeit ab und begab sich zu einem großen Verleger, für den ihm der Sekretär der Akademie einige empfehlende Worte mitgegeben hatte. In einem Vorzimmer mußte er in Gesellschaft mehrerer Personen, die vor ihm eingetreten waren, eine gute Stunde warten. Endlich wurde er in ein Kabinet geführt, in dem ein wohlbeleibter Herr, der eine Brille trug, an einem Tische, der mit Manuskripten, Briefen, Zetteln, Bisitentarten, frisch von der Presse gekommenen Büchern bedeckt war, saß und schrieb. Sehen Sie mir Ihre Angelegenheit auseinander, ich höre, sagte der wohlbeleibte Herr, ohne sich zu unterbrechen oder auch nur den Kopf zu heben. René sagte, daß er einen von der Akademie für Moralwissenschaft und Politik preisgekrönten Roman zu veröffent lichen wünsche. Ich weiß. Wieviel Seiten? Ungefähr dreihundert. Wieviel Exemplare? Tausend. M mit verstümmeltem Wahlrecht seinen siegreichen Einzug in der schrankenlos freien Kritik ihre nie versiegende, stets| Europas," sagte Romieu, ist, thätig und unverzüglich einzus den gefeßgebenden Körper gehalten hat. Ehre den Kämpfern! wachsende Kraft schöpft. Der Boykott Sieg unserer schreiten, wenn irgend eine Üeberraschung der inneren Politik oder Ehre den Märtyrern, die wie unser braver Volders Dresdener Genossen und der glänzende Sieg des Berliner irgend eine Kundgebung der Massen uns in den Abgrund des Februar Opfer des Kampfes geworden sind! Bierboykotts hat den Arbeitern ihre wirthschaftliche Stärke zurückschleudern sollte. Es wäre ein Wahnsinn, wollte Europa Das Beispiel Belgiens war nicht verloren für die Ge- offenbart und wieder einmal den Werth der Disziplin armée) und wartete den Ansturm auf den eisernen Gürtel ab, abseits stehen bleiben. Uebte Europa bewaffnete Geduld( patience nossen in Holland. Auch hier, wo die Herrschaft der gelehrt. mit dem es die Grenzen unseres Landes umschlingt, dann würde Phrase lange Zeit jede gesunde Bewegung unterdrückte, hat Viel ist von den Genossen in Deutschland und in den die Schweiz ihre bequeme Neutralität allen offenen oder versteckten sich endlich der Kern einer festen Arbeiterorganisation ge- anderen Ländern gethan worden. Allein viel ist noch Elementen des Umsturzes darbieten."*) bildet, um den das arbeitende Volk der Niederlande sich zu thun. Europa beobachtete in fieberhafter Spannung den Gang der zur politischen Partei gruppiren wird. Die Arbeit ist nicht blos die Schöpferin alles Reichs Dinge in Frankreich und lauerte auf den Moment, wo es dem Und nun zu Deutschland. Die„ Sozialreform", thums, sondern auch aller Macht. Alle Macht ruht also dringenden Ruf der französischen Kapitalisten folgen konnte; mit der unsere regierenden Klassen so viel geprahlt haben, in der Arbeit und in den Arbeitern. Leider schlummert sie, der Gedanke, daß die revolutionären„ Ausschreitungen" der Jahre ist völlig eingefroren". Von den schönen Versprechungen denn die Mehrzahl der Arbeiter ist noch nicht zum Be- ordnungsliebenden Europas zu Berge stehen. Der Staatsstreich zum 1793 und 1794 sich wiederholen könnten, ließ die Saare des ist feine erfüllt worden. Dafür zeigt die Reaktion jetzt ihr wußtsein ihrer Macht gelangt. Dieses Bewußtsein in den Bonaparte's, nach Verabredung mit Palmerston durchgeführt, wahres Gesicht. Statt Sozialreform lautet die Parole jetzt: noch Unbewußten zu wecken und die zum Bewußtsein Er- beruhigte Europa, das ihn begrüßte als die Erlösung aus der Vorlage gegen den Umsturz", d. h. Fesselung der weckten zu sammeln und zu organisiren das ist die vor sozialistischen Gefahr. Arbeiterklasse, so daß diese der kapitalistischen Aus- nehmste Aufgabe. Ohne Organisation keine Macht. Politische beut ung widerstandslos überliefert ist. In der inneren Organisation, gewerkschaftliche Organisation- das sei die Politik der trostloseste Wirrwarr. Losung! Mit dieser Losung erreichen wir das Ziel. Nachdem Kanzler Caprivi bei Schluß der letzten Organisation macht die Pläne unserer Feinde zu Reichstagssession in der Sonne des Erfolgs und der kaiserlichen schanden.. Gunft gestrahlt, nugte die kleine aber mächtige Partei" des Organisation zerreißt wie Zwirnsfäden die Ketten, hungrigen Junkerthums ihre Stellung bei Hof gut aus, fie uns anlegen wollen. um dem Kanzler, der gewagt hatte, ihnen den Raub Drum Organisation, Organisation und Organisation! die am Bolk schmälern zu wollen, ein Bein zu stellen. Obgleich nochmals under Neujahrsgruß für das Deutschland das einzige Land der Welt ist, das, dank der Dies trefflichen Schulung der Arbeiter durch die Sozialdemokratie, Jahr 1895! die Seuche anarchistischer Verbrechen" von sich ferngehalten hat, wurde zur Mastirung jener schmählichen Jutrigue Napoleon wurde mit Jubel zum Retter der tosmopolitischen Kapitalistentlasse ausgerufen. Doch die sozialistische Gefahr war nur zeitweilig beseitigt. die Belagerung von Baris ließen sie brohender als je wieder erſtehen. Die Niederlage bei Sedan, die Proklamirung der Republik und Die Arbeiter waren bewaffnet und militärisch organisirt; ihr einziges Begehren war, sich zu schlagen und die Truppen Bismard's und Kaiser Wilhelm's aus dem Lande zu jagen. Aber wenn es ihnen gelungen wäre, Paris und Frankreich von den preußischen Eindringlingen zu befreien, so hätte die Kapitalisten laffe mit einem fiegreichen, bewaffneten, Brodetabe zu richten. Besser die Prussiens, als die siegreichen Proletarier! Als die spartanischen Aristokraten einst in einem Kriege von den verbündeten Feinden des Volkes ein lärmender Patriotismus und Sozialismus. gegen die Meffenter von 2000 Helotengerettet wurden, zogen fie Kreuzzug veranstaltet gegen die Sozialdemokratie Paris, den 28. Dezember 1894. und der Schlachtruf ausgestoßen: für Religion, Ordnung Die patriotischen Deputirten haben Jaurès beschimpft und und Sitte, was in das christlich germanische Junker- ihn aus der Kammer getrieben, weil er verlangte: wenn man die deutsch übersetzt heißt: für Kornzölle, Liebesgaben und Landesverräther nicht zum Tode verurtheile, die dem Auslande Leibeigenschaft. Caprivi wurde gestürzt, die Reichsregierung die Geheimnisse der Landesvertheidigung ausgeliefert, wenn zerbröckelt, ein nothdürftiges Provisorium mit einem man Bazaine begnadigt und seine Flucht begünstigt habe, dann solle man auch die Soldaten nicht erschießen, die in einem brüchigen Rothkanzler zusammengeflickt. Und im Zickzack- Augenblick der Erregung gegen einen Vorgesetzten die Hand er Kurs stampft die Reichsgaleere, Bolldampf voraus", hier hoben haben. hin, dahin, dorthin, niemand weiß wohin. Um die Aufmerksamkeit abzulenken von dem kläglichen Schauspiel und der öffentlichen Meinung den Mund zu stopfen, hat man ein Knebelgesez angefertigt und will die Sozialistengesetz Schaude wiederholen. Gut wiederhole man die Schande! Wir werden dafür sorgen, daß auch die Niederlage sich wiederholt! -Und während in Deutschland das persönliche Regiment dem Kapitalismus als Heiland anempfohlen wird, erklärt es in Rußland, seiner klassischen Heimath, sich für in solvent, und flammert der neue Zar, der beim Tode des Vaters die verhängnißvollen Früchte des persönlichen Regiments schauen konnte, sich an den Strohhalm kleiner Reformen, die ihn und sein Reich vor dem Ruin des persönlichen Regiments retten sollen. Auch in der neuen Welt Bankrott der kapitalistischen Gesellschaftsordnung. Die reiche Riesenrepublik, infolge der herrschenden Miß- und Raubwirthschaft von einer furchtbaren Geschäftsfrise erfaßt, beherbergt Millionen Arbeitsloser und wurde durch einen einfachen Streit an den Rand des Bürgerkriegs gedrängt. So sehen wir, wohin unser Blick sich wendet, überall das gleiche Schauspiel der Herrschsucht und Ausbeutung von oben, des Elends der Massen, des Widerstandes und der Befreiungsversuche von unten. Jaurès und die Sozialisten wurden Verräther des Baterlandes, weil sie wollten, daß die gemeinen Soldaten geschont würden, nachdem man gegen ihre Vorgesetzten so rücksichtsvoll gewesen; sie griffen die militärische Disziplin an; sie desorgani irten die Armee; sie waren Internationalisten, vaterlandsloses Gesindel". es vor, die Retter niederzumegeln, anstatt sie zum Lohn für ihre Tapferfeit freizulassen. Die Regierung der nationalen Vertheidigung, diese wunders bare Personifikation der kapitalistischen Interessen, wollte lieber Bismarck und Wilhelm die Thore von Paris öffnen, als demi Proletariat einen Sieg verdanken. Der Widerstand ist eine heroische Thorheit, erklärte man mit erhobener Stimme. Ferry, der Gouverneur des Stadthauses( Hotel de Ville), übernahm die Aufgabe, das Volt auszuhungern, um es zur Kapitulation zu zwingen, während die Magazine von Lebensmitteln ftrotten, wie die Kommune zwei Monate später entdecken sollte. Jules Favre batte es so eilig mit der Auslieferung der Stadt, daß er es völlig vergaß, in den Waffenstillstand die Ostarmee mit einzuschließen, die infolge deffen völlig aufgerieben wurde. Die Patrioten in der Regierung der nationalen Niederlage" begingen doppelten Berrath. Belagert und nur unvollständig unterrichtet über die Lage der Armeen in der Provinz, unter handelten sie trotzdem für das ganze Frankreich. Und doch ver leiht auf der ganzen Welt kein Gesez dem Befehlshaber einer eingeschlossenen Armee das Recht, für andere Truppen, als die von ihm selbst tommandirten, einen Waffenstillstand abzuschließen. Selbst Napoleon III. sprach nicht im Namen von ganz Frank reich, als er bei Sedan seinen Degen übergab. " So weit ist es gekommen: jeder Sozialist, der die Interessen der Arbeiterklasse vertritt, ist ein Feind Frankreichs. Die Kapitalisten, welche alle Begriffe der Ehre, Gerechtigkeit und Bürgertugend umstürzen, haben auch den Begriff des Worts Patriotismus geändert. Während der revolutionären Periode des vorigen Jahrhunderts, bedeutete Patriotismus die Befreiung der Völfer, den Krieg gegen die verbündeten Könige. In unserer Zeit, des Jahrhundert- Endes( fin de siècle), das noch ein Klassen Ende Die Niedertracht der Pariser Regierung empörte die Res ( fin de classe) erleben wird, bedeutet Patriotismus den Bund gierung von Bordeaux. Einen Moment plante man, den in die der vereinigten Bourgeoisparteien mit Baren, Kaisern und Provinz entsandten Delegirten Jules Simon zu verhaften, sich Päpsten einen Bund, geschlossen zu dem Zweck, den Sozialismus, über die Befehle hinwegzusetzen und den Krieg weiter zu führen. ben gemeinsamen Feind der Kapitalisten beider Welten zu erdrücken. Gambetta und Ranc wollten zum wenigsten den bonapartisti Die goldene Internationale datirt nicht von gestern. schen Deputirten, die für den Krieg gestimmt hatten, das Brand Die Revolution von 1848 erschütterte die alten Monarchien, mal der Schande aufdrücken und ihnen den Eintritt in jene Ver die Könige zitterten, sie fühlten den Boden unter sich schwanken sammlung, die über Krieg und Frieden entscheiden sollte, vers und fürchteten, er werde ihre Throne verschlingen. Damals wehren. Bismarck nahm jene Herren indeß unter seinen Schuh, erschien auf der europäischen Bühne der Zar als Vorkämpfer und auf sein Kommando tafsirte die Regierung von Paris die der selbstherrlichen Reaktion; er erstickte die revolutionäre Be- Bestimmung der Regierung von Bordeaux. wegung in Ungarn, breitete seine schützende Hand über den König von Preußen aus und stellte in Osteuropa die Ordnung herdie Ordnung von Warschau". Und Ferry, der Aushungerer des Voltes, Favre, das weinende Krokodil, und all' die anderen Patrioten der Regierung des nationalen Verrathes haben seitdem Frankreich im Namen der Die Arbeiter, durch die Ereignisse in Bewegung gefeßt, er- Stapitalistentlasse regiert. Thiers, der Gambetta einen„ rasenden Die Krisis ist in Permanenz und sie ist die hoben sich in Rouen und dann in Paris, um die Rechte der Narren"( fou furieux) nannte, weil er den Krieg gegen das erSignatur der internationalen Kapitalistenwirthschaft ge- Arbeit zur Geltung zu bringen. Die Junischlacht erschreckte die schöpfte Preußen fortseßen wollte, und der, um Anzin, zu deſſen worden, die ihre eigenen Existenzbedingungen zerstört. Bourgeoisie, die sich naiverweise einbildete, sie allein habe Rechte, Hauptattionär er gehörte, von der Konkurrenz der Kohlengruben Ueberall die wirthschaftliche Lage sich von Tag zu und die Arbeiter hätten nur Pflichten. Sie berief ihre Generäle des Elsaß zu befreien, dem Lande zwei Provinzen abschnitt, Tag verschlimmernd; überall die herrschenden Klassen aus Afrika. Die Cavaignac, die Lamoricière, die thr Schlächter- wurde als„ Bater des Baterlandes" in den Himmel gehoben. handwerk für den Bürgerkrieg gelernt hatten, indem sie die ihr Dieser Vater des Vaterlandes" bombardirte als Haupt zu den brutalften Gewaltmitteln greifend, um sich, Vaterland vertheidigenden Araber niedermeßelten, sie meßelten der Versailler Republik Paris erbarmungsloser als Bismarc gegen das öffentliche Interesse, an der Herrschaft gewissenhaft die französischen Insurgenten nieder. Aber auf den es gethan hatte, und äscherte die Denkmäler von Paris ein; er er zu erhalten; überall inmitten der allgemeinen Noth, Ber- Barrikaden des Juni hatte man Kämpfer verschiedener Nationalis bettelte von Wilhelm bie friegsgefangenen Soldaten, um die fahrenheit und Verrohung( S. Leist)- als einziger fester täten gesehen: Deutsche, Italiener, Belgier; und in England, Deutsch- Revolution des 18. März niederzuwerfen und nahm die Dienste Buukt, als Leuchte und Hoffnungsanker: der Sozialismus. land, Belgien tam eine sozialistische und internationale Bewegung der um Paris gelagerten preußischen Truppen an, um die Groß sind die Fortschritte, die unsere Bewegung in zum Ausbruch. Kämpfer der besiegten Kommune einzuschließen und zu ver den letzten Jahren gemacht hat. Insbesondere in DeutschDie kapitalistische Bourgeoisie Europas bekam Angst und hindern, daß sie dem Gemezel entgingen. Der" Temps" und alle land haben wir Ursache zufrieden zu sein. Die Ersatzwahlen verbrüderte sich, um dieser Erhebung der Barbaren", diesem Bourgeoisblätter haben mit Gefühlen des Dankes erzählt, wie " Bundschuh der Städte"( Jacquerie des villes), diesen Orgien stolz Bismarck darauf war,„ Mac Mahon und Thiers feine Hilfe in Elmshorn und Plauen verliehen der Partei zwei neue ber Theiler" ein Ende zu machen. Frankreich war der Herd des geliehen zu haben"(" Temps" 19. Mai 1890, S. 2, Spalte 4). Sige im Reichstag. Der Frankfurter Parteitag und die sozialistischen Vulkans. Die fapitalistischen Parteien ahmiten das an ihn sich schließenden Debatten zeigten die unerschütterliche Beispiel der Edelſten" des vorigen Jahrhunderts nach: sie Festigkeit und geistige Selbständigkeit der Partei, die aus bettelten um die Hilfe des Auslandes. Die Pflicht der Fürsten Das tostet Sie achthundert Franks. René sprang auf. Er glaubte, sich verhört zu haben. Ich verstehe nicht, sagte er. " Kommune zu nehmen. In Anerkennung der Dienste, die Bismarck der Kapitalisten tlaffe geleistet hat, gewährte die Regierung der Republit, auf Bismard's Wunsch, dem Leibbankier deffelben, Herrn Bleichröder, der ihm gerathen hatte, Frankreich eine Kriegsentschädigung von Ach, sprach er bei sich, welch schönes Beispiel von dem ehn Milliarden aufzulegen, das Großkreuz der Ehrenlegion. Das fapitalistische Europa begrüßte den Fall der Kommune Kampfe zwischen Kapital und Arbeit, diese Beziehungen als einen Sieg. Katfoff, der Führer der Panflavisten, der sich zwischen Verleger und Autor! Dem Einen das Talent und tagtäglich in der Moskauer Zeitung" gegen das besiegte Frank Der Mann warf ihm über seine Brillengläser hinweg die Arbeit, dem Andern das Geld und folglich auch der reich in heftigen Ausfällen erging, forderte: man solle Paris, einen durchdringenden Blick zu und sagte langsam: Profit. Aber warum sich fchinden lassen? Ich bin das moderne Babylon", die Hauptstadt der Revolution", dem Sie werden uns dafür achthundert Franks zu zahlen frei... leider, frei wie der Arbeiter, der feinen Son Groboden gleichmachen. Die englische Armee- und Marine haben. Sie glauben doch nicht, daß wir sie auf unsere mehr hat und dem es frei steht, zu verhungern, wenn Beitung" machte den Vorschlag, zu wissenschaftlichen Vivisektionen Rosten drucken werden? er die drakonischen Bedingungen des Arbeitgebers zurück- tünftighin an ſtelle der Hunde und Kaninchen Soldaten ar Nené, der niedergedonnert dasaß, kam sich diesem Herrn weist. Die Kapitalistentlasse flatschte dem kapitalistischen Frankreich gegenüber, der ihn von oben herab behandelte, wie ein Er erzählte sein Mißgeschick seiner Mutter, die ihre Beifall, das noch zehn Jahre nach der modernen Pariser BlutEchuljunge vor. Zögernd bemerkte er, daß dies gerade sein Entrüftung darüber laut äußerte. Er erzählte es auch Lucien, hochzeit Rommunarden auf die trockene Guillotine von NeuWunsch gewesen sei. Der andere warf sich in seinen der ihm antwortete, daß dies üblich fei und daß ein An- Kaledonien deportiren und in Satory niederschießen ließ. fänger die Herausgabe seines ersten Werkes bezahlen müsse. Fauteuil zurück und rief mit etwas boshaftem Lächeln: Ah so! mein geschätzter Herr, wofür halten Sie uns Er schrieb nunmehr an andere Verleger, die ihm ähndenn? Sind Sie berühmt? Heißen Sie Bola, Daudet? liche Bedingungen stellten oder überhaupt nicht geKönnen Sie mir dafür garantiren, daß Ihr Buch gut ge- ruhten, ihm zu antworten. René wollte aber um jeden und fauft werden wird? Sie werden mir sagen, daß es preis- Preis sein Werk der Deffentlichkeit übergeben Der Sozialismus, den Thiers im Blute ertränkt glaubte getrönt ist. Das ist ganz schön! Aber wer hat heutzutage entschloß sich, die achthundert Franks zu opfern, die von erhob sich mächtiger denn je; bei allen Nationen hat sich das noch keinen Roman geschrieben, der nicht von irgend einer ihm verlangt wurden und die zwei Monate der Unab- Proletariat des Geistes und der Handarbeit zu er Klassen der Handarbeit zu er Klaſſens Akademie preisgekrönt worden ist? Ohne zu rechnen hängigkeit für ihn bedeuteten. partei zusammengefchloffen, mit einem Programm und einem nehmen Sie es nicht übel- daß der Name eines Autors, Als er zu dem großen Manne, dem Verleger, zurück- Biel; in allen Ländern, in Deutschland wie in Frankreich, in der aus dem Eril zurückkehrt, nicht geeignet ist, das Publikum fehrte, gab ihm dieser, durch den Gedanken an das tostenlos Belgien wie in Italien wird die sozialistische Partei von der anzulocken. Darum treffen wir aber unsere Vorsichtsmaßregeln. erworbene Manuskript milder gestimmt, mit herablafsender Kapitalistenklasse stets bereit, die rohe Gewalt anzuwenden und Kapitalistenklasse geächtet; gegen den Sozialismus ist die Sie werden einen Theil unserer Kosten decken. Wir stellen Gutmüthigkeit einige praktische Rathschläge. die Hilfe des Auslands anzurufen. Ihnen dafür unseren Kundenkreis und unsere Beziehungen im Sie wollen sich der Literatur widmen, sagte er. Ich Um ihre Reichthümer, die sie den Arbeitern geraubt hat, sich Handel und in der Presse zur Verfügung. Sie haben die Ehre, kann Ihnen nicht genug wiederholen, was Sarcen nicht zu erhalten, ist die Kapitalistentlasse entschlossen, zu den ge in unseren Katalogen neben den bekanntesten Autoren zu aufhört, den jungen Leuten, die auf das Theater gehen meinsten und barbarischsten Mitteln zu greifen: an dem Tage, stehen. Wir bewilligen Ihnen außerdem fünfzehn Centimes wollen, zu predigen: Ihr müßt Geld haben, Kinder, Jhr wo die sozialistische Partei im Besitz der Macht wie 1871 Hand pro Exemplar, sobald fünfhundert verkauft sind... Und müßt Geld haben! Man muß den Erfolg abwarten an ihre Vorrechte legt, wird die Kapitalistenklasse Frankreich den Landesfeinden öffnen, damit das Eigenthum, ihr einziges Vaters dann thun wir dies auch nur, weil Sie uns empfohlen können. Gallus. worden sind. Ueberlegen Sie es sich gefälligst. Mehr können René dankte, versicherte, daß er diesen ausgezeichneten land, von den Landesfeinden vertheidigt wird. This bon c wir nicht thun. Sie können thun oder lassen, was Sie wollen. Sie sind frei. d Nachdem der große Mann dies gesagt hatte, vertiefte er sich wieder in die Papiere, die seinen Schreibtisch bedeckten. René bat um einige Tage Bedenkzeit. Rath bei nächster Gelegenheit befolgen werde und ging voll Bitterkeit fort. Eine nette Gesellschaft war es doch, in der man den Novizen nichts anderes zu sagen wußte, als: Ihr müßt Geld haben! Das ist das wahre Mittel, um vorwärts zu kommen. Die Versailler hatten ihre Parteistreitigkeiten begraben, um gemeinsame Sache gegen das revolutionäre Proletariat zu machen; die Kapitalisten Europa's verschmolzen ihre nationalen Eiferfüchteleien in dem Haffe gegen den Sozialismus, ihren gemeinsamen Feind. *) Die Nera der Cäsaren" von A. Romieu, die Schrift, der dieses Bitat entnommen, ist eine jener zahlreichen Broschüren, welche die öffentliche Meinung auf den Staatsstreich vor bereiteten, der übrigens die nothwendige Konsequenz der furchtbaren Juni- Hekatombe war; die republikanische Bourgeoisie hatte bie thatkräftigsten Vertheidiger der Republik auf dem Altar des Eigenthums geopfert. Nach dem Staatsstreich( 2. Dez. 1852) erhielt Romieu eine Präfeftur als Belohnung seiner schrists Estellerischen Verdienste. Als er traurig gestimmt nach Hause kam, reichte seine Wie es Ihnen beliebt! wurde ihm geantwortet und er Mutter ihm ein zusammengefaltetes, gefiegeltes Schreiben, durch einen Wink der Hand, der Gruß großer Herren kleinen das an seine Adresse gekommen war. Leuten gegenüber, verabschiedet. Er war gedemüthigt, enttäuscht, ärgerlich.s ( Fortsetzung folgt.) Politische best Heberlicht. schloffen, der Gingabe keine Folge zu geben. Im übrigen nahm in der Eidgenoffenſchaft angeregt. Der Ständerath hat be. Der Berliner Bierboykott. Berlin, den 31. Dezember. Die beiden Häuser des Landtages sind, wie nun die Köller'sche Korrespondenz nochmals bestätigt, für den 15. Januar 1895 einberufen. der Ständerath von dem Berichte, welchen der Bundesrath darüber Am Sonntag beschäftigten sich nochmals einige Bersamme an die Bundesversammlung gerichtet hat, Kenntniß und sprach lungen mit den von der Boykottkommission aufgestellten Beden Wunsch aus, der Bundesrath möchte bald Vorlagen ausdingungen, unter welchen die Aufhebung des Bierboykotts erfolgen arbeiten über die Regelung der internationalen Beziehungen be- follte. Ueber die Versammlungen am 28. Dezember bringen wir treffend die Wasserwerkanlagen und elektrischen Starkstrom- noch zwei Berichte, da uns diese verspätet zugegangen sind. leitungen, ferner forderte der Ständerath eine Statistik der In der Versammlung in Charlottenburg, die am 28. Des Der Erfolg der Berliner Arbeiter über den Brauer- schweizerischen Wasserkräfte. Endlich erhielt der Bundesrath den zember tagte, referirte Genosse Kiefel vor ungefähr 800 Personen. ring hat unsere Parteigenossen überall im In- und Aus- Auftrag, sich mit den Kantonen in Verbindung zu sehen, um die Nach einem furzen Resumee über die letzten Verhandlungen empfahl land mit Freude erfüllt. Von allen Seiten und namentlich felben zu einheitlichen gefeßlichen Bestimmungen über das Wasser- der Redner in anbetracht der gegenwärtigen Verhältnisse, unter auch aus England und Frankreich gehen uns Begrüßungen recht, namentlich mit bezug auf die Expropriation, ferner über denen nicht mehr Zugeständnisse seitens der Ringbrauereien zu Herausgreifen wollen wir, daß der sozialistische zeitliche Beschränkung der Konzessionsertheilungen, Rückfalls- und erlangen seien die Aufhebung des Boykotts.( Lebhafter WiderStudentenbund von Paris in einer außerordentlichen Vorzugsrechte des Staates und der Gemeinden sowie zur Auf- spruch, vereinzelter Beifall.) stellung eines Wasserrechtskatasters zu veranlaffen. Der NationalSigung folgende Tagesordnung beschlossen hat: rath hat sich mit der Angelegenheit noch nicht befaßt. zu. haben. Die der Arbeiterpartei zugehörigen follettivistischen Studenten der Pariser Universität beglückwünschen die Berliner Sozialisten Die letzte Nachwahl zum belgischen Parlamente zu dem bewundernswürdigen Geist der Organisation und Disziplin, bedeutet mehr als einen Wahlfieg der Sozialdemokratie in durch den sie in zähem Kampf den Trotz der Großbrauer ge Lüttich. Sie ist der Beweis dafür, daß die sozialistische brochen und der Arbeiterwelt ein leuchtendes Beispiel gegeben Hochfluth bei den letzten allgemeinen Wahlen nicht ein zu Der Freifinn und die Umsturzvorlage. Der„ Post" fälliges Ereigniß ist, daß sie vielmehr der thatsächliche Aus. wird aus Köln depeschirt: druck der Stimmung des belgischen Volkes ist und daß kein Rückschlag zu gunsten der aufs Haupt geschlagenen Liberalen zu gewärtigen ist, daß also deren Niederlage als endgiltig angesehen werden muß. Ueber die Stimmenzahl bei der Nachwahl in Lüttich liegt die folgende Depesche des Wolffschen Bureau's vor: Im Anschluß an den Delegirtentag der freisinnigen Volts. partei des Bezirks Köln- Koblenz sprach der Reichstagsabgeordnete Lenzmann heute Mittag in einer Volksversammlung über die Gesetzesvorlage gegen den Umfturz und den Kanzlerwechsel. Der Redner glaubt, die einzelnen Paragraphen der Vorlage acceptiren zu können; indeß entschied sich die Versammlung durch die Annahme einer Resolution für die Ablehnung der ganzen Vorlage, nachdem sich auch der freisinnige Abgeordnete Schmidt- Elberfeld in diesem Sinne ausgesprochen hatte. D Bei der Kammer- Ersatzstichwahl wurde der Sozialist Smeets mit 63 291 Stimmen gewählt. Der Gegenkandidat Francotte ( Katholit), welchem zahlreiche gemäßigte Liberale ihre Stimme gegeben hatten, erhielt 55510 Stimmen. In der hier af beginnenden Debatte ergriffen zunächst die Genossen Simo, Gäde, Steinhardt und Graup das traten, da ihnen die errungenen Vortheile eher eine Niederlage, Wort, die sämmtlich für die Weiterführung des Boykotts eins als einen Sieg bedeuteten. Auch der folgende Redner Genoffe Lutter verurtheilt das Vorgehen der Berliner Boykottkommiffion und ist der Meinung, daß der Kampf mit aller Schärfe weiter. geführt werden müßte, um den koalirten Brauereien für die an den Ausgesperrten verübte Niedertracht, eine Lektion zu Maßregelung ein ertheilen, die ihnen die Lust zur Wiederholung solcher für alle Mal benehmen würde. ( Lebhafter Beifall.) Genosse Klic schildert zunächst die Wirkung des Boykotts, sowie die Aufopferung der bei Durch führung und Kontrolle des Boykotts thätigen Genossen. Wenn man einen Bergleich zwischen den Forderungen, die wir am 16. Mai an die Brauereien stellten, und den jezigen Abmachungen ziehe, so könne von einem Siege der Arbeiterschaft wohl kaum die Rede sein. Nachdem Redner noch einzelne Paragraphen des Statuts vom neuen Arbeitsnachweis, die den Brauereibesizern sehr viele Hinterthüren offen ließen, so daß die jetzt Ausgesperrten wohl noch lange Zeit auf der Straße liegen würden, tritifict batte, appellirt er an das Ehre und Solidaritätsgefühl der laffenbewußten Arbeiterschaft und empfahl unter dem Beifall der Versammlung die Verwerfung der Berliner und Annahme untenste hender, im Anfang der Diskussion seitens der Charlottenburger Boykotttommission eingebrachten Resolution. Auch Genosse Wernicke ist für die Weiterführung des Boykotts und meint bezüglich der drohenden Umsturzvorlage, daß wir wohl start genug seien, beide Lasten, Boyfott und Umsturz, auf unsere Schultern zu nehmen. Wenn man 12 Jahre unter dem Sozialistengesetz gekämpft und es ohne alle Fährnisse überwunden habe, so dürfe man zu einem solchen Frieden nie und nimmer die Sand bieten. Nachdem noch die Genossen Rube und Sellin die Ansicht des Referenten vertreten hatten, erhielt letterer bas Schlußwort und verwahrt sich zunächst gegen den Vorwurf feitens einiger Genoffen, daß er mit einem gebundenen Mandat zur Ver sammlung spreche, er habe genau so wie die Gegner bei der Aufhebung des Boykotts nur seiner Ueberzeugung Ausdruck gegeben. Poschingerei. Der Bismard'sche Leib Geschichts mit dem Ergebniß wohl zufrieden sein könnten, man müsse sich Redner vergleicht noch die Statuten des früheren und jeßigen Arbeitsnachweises und ist der Ansicht, daß die Brauereiarbeiter Redakteur, der auf den Namen: Ritter von Poschinger auf die von Röfice und Singer unterzeichneten Abmachungen hört, hat wieder eine Aufzeichnung" verübt, in der er den verlassen; würden diese seitens der Brauereien gebrochen, so " Parlamentarier" Graf Frankenberg etliches über den würde felbstverständlich von die Partei sofort Cavallotti's Manifest scheint Crispi recht geärgert Heros des Jahrhunderts poschingern läßt. Und zwar übt für die Brauereiarbeiter eintreten. Redner empfiehlt der Herr Geschichts- Redakteur sich diesmal an den Vor- zu haben, wie folgende Depesche beweist: nochmals unter großer Unruhe und fortwährenden Schlußgängen bei der Kapitulation von Paris. Viel Dichtung, Italien ausgewiesen worden, weil er Cavallotti mehrere Schriftzeichneten Resolution. Redner mußte hier wegen der herrschenden Ein aus Marseille gebürtiger Bürger namens Bonis ist aus rufen die Annahme der von den bekannten Genoffen unters wenig Wahrheit, nichts neu. Alles olle Kamellen". Und stücke ausgeliefert hat, welche über Beziehungen zivischen Crispi Unruhe seine weiteren Ausführungen abbrechen. Hierauf wurde Langweilig erzählt, wie das von einem Hohepriester der und Cornelius Herz Auskunft geben. Göttin Langweile zu erwarten. Le style c'est l'homme. mit allen gegen 60 Stimmen die Berliner Resolution verworfen Crispi war stets der Führer der linken Seite des und mit demselben Stimmenverhältniß die nachfolgende an Wir verschonen die Leser mit Proben des abgestandenen Kohl's und verweisen auf unseren heutigen Gallus- Artikel italienischen Parlaments gewesen, Jezt muß er um die genommen: Die Boykottkommission von Charlottenburg ist mit Kohl's und verweisen auf unseren heutigen Gallus- Artikel Unterstützung der Konservativen, seiner früheren erbitterten bem Borgehen der Berliner Boykottkommiffion nicht einverstanden. über Sozialismus und Patriotismus. Da ist auch einiges Gegner, buhlen. Herr Bonghi, einer der Führer der Sie empfiehlt der Versammlung, den Boykott nicht eber aufüber die Kapitulation von Paris und Verwandtes zu italienischen Rechten, erklärte gestern in einer Rede, die er zuheben, bis sämmtliche Forderungen der Brauer und Brauerei finden nnd keine Poschingerei. in Neapel hielt, daß er treu zu Crispi und dem Ministerium Hilfearbeiter bewilligt find. Sie gelobt ferner, den Bontott mit stehe, welches den Muth gehabt habe, die schwere Ber- alter Echärfe bis zu einem ehrbaren, für die Arbeiterschaft annehmbaren Frieden weiterzuführen. antwortung der Erbschaft Giolitti's auf sich zu nehmen, und das durch energische Bekämpfung der Umsturzbewegung dem Vaterlande die treuesten Dienste geleistet habe. Herr Lenzmann war früher Demokrat, wurde später Dem Bureau Herold wird aus Lüttich telegraphirt: Fortschrittler, dann Freifinniger, jetzt scheint er schon reif Bei der Stichwahl zwischen dem Sozialisten Smeets und dem für den Eintritt in die nationalliberale Partei zu sein. Katholiken Francotte erhielt ersterer 63 788, letterer nur 55 564 Stimmen. Für Francotte hatten die Alt- kleritalen, Wieder eine Stimme gegen die Umsturzvorlage talt Christlich- Sozialen, Fortschrittler und Libe zu stellen, haben sich die sächsischen Behörden befleißigt. ralen ihre Stimme abgegeben. Beim Bekanntwerden Wie uns nämlich aus Chemniz mitgetheilt wird, hat der des Resultats um Mitternacht organisirten sich mehrere Klubs, Reichstags Abgeordnete Franz Hofmann die Aufforderung wobei es zwischen Kleritalen und Sozialisten zu Streitigkeiten erhalten, am 3. Januar die ihm wegen angeblicher Bes tam. Die Polizei nahm mehrere Berhaftungen vor.; leidigung irgend eines Gendarmen zuerkannte Strafe Prozeß Dreyfus. Der Revisionsrath bestätigte das von vier Wochen anzutreten. Selbstverständlich hat unser gegen Dreyfus gefällte Urtheil der ersten Justanz.Genosse Strafaufschub bis nach Beendigung der ReichstagsEession beantragt, aber ebenso selbstverständlich ist es, daß sächsische Behörden darauf sich nicht einlassen. Solche Praktiken kennt man nur in wilden Ländern, bei uns in Deutschland aber würde man, wenn es ginge, die ganze Oppofition ins Kittchen sehen. Nur schade, daß dies, vorläufig wenigstens, noch nicht geht. " : Heuchelei. Die Deutsche Verkehrs- Zeitung", daß offiziöse Organ der Postverwaltung, zitirt in ihrer Nr. 51 aus dem Wucherprozeß Mendel Treuherz und Genossen folgende Stelle: Unter den weiter vernommenen Beugen befinden sich einige Bofibeamte, welche mit Spiegel in Verbindung getreten waren. Bei ihnen handelte es sich nicht um eine Nothlage, sondern Ermöglichung eines Landaufenthaltes für die Frauen 2c. Die Zeugen geben zu, daß es ihnen möglich gewesen wäre, von dem Post- Spar: und Vorschußverein das Geld zu erhalten, fie wollten aber der Behörde teinen Einblic in ihre Verhältniffe gestatten." mehr um Ausgaben für die Annehmlichkeiten des Lebens, Hieran knüpft die Deutsche Verkehrs- 3tg." folgende Worte: ,, Also soviel Vertrauen wie man zu Treuherz und Genossen hat, bringt man der Verwaltung nicht entgegen! Da giebt's allerdings feine Hilfe, denn mit sehenden Augen sehen sie nicht und mit hörenden Ohren hören sie nicht." Dh über diese Heuchelei! Da ist es doch am Plate, darauf hinzuweisen, in welcher Weise der Vorsitzende des Düsseldorfer Spar- und Vorschußvereins, Ober- Postdirektor Köhne, seine Stellung mißbrauchte. In seinem von uns in Nr. 29 vom 3. Februar 1893 veröffentlichten Bericht an das Reichs- Postamt, der den Sturz der Verbandsbewegung der Postassistenten bezweckte, heißt es: Die italienische Kammer soll nun aufgelöst werden, da Crispi selbst von der verrotteten Volksvertretung Italiens eine Rehabilitirung nicht für möglich zu halten scheint. Die Neuwahlen sollen erst im April stattfinden, damit wohl recht viel Gras über die Enthüllungen Giollitti's wächst. Daß Crispi, der gar nichts mehr zu verlieren hat, dies auch an deffen va banque- Spiele theilnehmen soll, scheint gewagte Spiel versucht, begreifen wir, daß aber der König uns eine Verblendung zu sein, die ihm zu theuer zu stehen kommen kann, als daß er sie wagen sollte. Die Unterstügung Bonghi's dürfte Crispi in seinen eigenen Reihen mehr Anhänger fosten als zuführen. In diesem Sinne ist die Erklärung Bonghi's mit Genugthuung zu begrüßen. neuem Die am 28. Dezember in Schneider's Gesellschafts. hans, Belforterstraße 15, tagende Versammlung erfreute sich wie alle übrigen gleichfalls eines großen Andrangs seitens der Parteigenossen, so daß schon lange vor 8 Uhr der Saal polizeilich abgesperrt wurde. Das Referat hielt Genoffe Täterow. Redner giebt eine kurze Uebersicht über den bisherigen Werlauf des Kampfes. Die organisirte Arbeiterschaft hat in vollem Maße ihre Schuldig. feit gethan, sie hat mit wachsender Energie unter großen Opfern einen monatelangen Kampf getämpft; wenn es nun auch nicht gelungen ist, den Gegner vollständig zu Boden zu werfen, so muß man doch anerkennen, daß das jetzt Erreichte nicht nur annehm bar, sondern höchst ehrenvoll für die Arbeiterschaft ist. Schon die Thatsache, daß ein von den Arbeitgebern errichteter Arbeitsnachweis einer großen Industrie besteht, der das Recht anerkennt, ist ein der Arbeiterschaft, ihre Organisation der Arbeitsnachweis mit seiner Ergänzung durch die sieben von großer Fortschritt. Redner ist nicht der Meinung, daß uns aufgestellten Bedingungen so werthlos ist, wie einzelne Ges Die Amnestie der russischen Agenten in Bul- nossen es hinzustellen belieben. Wolle man von dem Standpunkt ausgehen, daß das Wort des Gegners nichts gilt, dann ver garien. Aus Sofia wird gemeldet: Portugiesische Kolonialfreuden. Die Times" melden aus Kapstadt von gestern, nach Berichten aus der Delagoaban haben die im Aufruhr befindlichen Eingeborenen portugiesische Kanonenboote an dem Flusse Incomati angegriffen und den ersten Offizier der Reinha do Portugal" getödtet. Albanisches. Aus Cettinje wird telegraphirt: Nach hier eingelaufenen Meldungen ließ der Gouverneur von Albanien sämmtliche albanesischen Häuptlinge wegen Infubordination und zweideutigen Benehmens verhaften. Charakteristisch für die Amnestie ist, daß Bankow in dieselbe einbezogen wurde. Er war der eifrigste und in seinen Mitteln am wenigsten wählerische Agent der russischen Regierung, deffen offen ausgesprochener Zwed stets der Um s Die Sobranje hat den Erlaß einer allgemeinen Amnestie be- liert man überhaupt jede Basis, auf der man unterhandeln schlossen, von welcher nur Minister, welche ſeit 1883 in Aus- fann. Sache der organisirten Arbeiterschaft wird es sein, übung ihrer Funktionen die Geseze verletzten, sämmtliche ge- darüber zu wachen, daß das Unternehmerthum an seinen meinen Berbrecher und die militärischen Chess, welche bei der Verpflichtungen nicht zu drehen und zu deuteln wagt. Entführung des Fürsten Alexander am 9./21. August 1886 be- Ihn, Redner, selbst, sowie viele andere Parteigenoffen befriedigt theiligt gewesen, ausgeschlossen sein sollen. 8antow und dieses Resultat auch nicht ganz, er nimmt deshalb die vielfach " Die Schulden der 40 eifrigsten Verbandsangehörigen des Karawelow sind somit in die Amnestie einbegriffen. geäußerten Redensarten, wie Berrath, Ueberfall u. s. w., nicht hiesigen Bezirks belaufen sich auf 17 357., woran der gar so tragisch, es sind nur, allerdings sehr zu verurtheilende, Spar. und Vorschußverein mit 12 864 m. be Ausflüsse des Unbefriedigtseins. Würden wir aber jetzt, wo wir theiligt ist. Die wirkliche Echuldsumme beträgt selbst legenheit ergreifen, wir hätten sofort die öffentliche Meinung einen annehmbaren Frieden schließen können, nicht die Ge verständlich weit mehr, denn solche Beamte borgen überall, der gegen uns, wir wären daher gezwungen, diesen Kampf unter geeignet, das Bertrauen und die Achtung nicht allein der Be- um sturz der bestehenden Ordnung in Bulgarien war. ungleich schwereren Verhältnissen fortzuführen. Hebuer ersucht, ermittelte Betrag erscheint aber schon im bedenklichen Grade legenheit ergreifen, wir hätten fofort die öffentliche Meinung, treffenden sondern des Standes zu erschüttern, die Sicherheit des In Bulgarien hat der russische Rubel einen daher die Versammlung, der Resolution für Aufhebung des Dienstes zu gefährden und für die Betheiligten ein Ende Theil seines alten Gebietes sich wieder erobert. Es finden Boykotts zuzustimmen.( Großer Beifall.) mit Schrecken, wofür schon mehrere Beispiele vorliegen, zu be- dort seit einigen Wochen Versammlungen statt, welche für sehr pessimistisch über die Zugeständnisse der Brauereien aus, In der Diskussion sprachen sich Walther und Schulz fürchten." die Unabhängigkeitsbestrebungen der Macedonier und plädirten aber doch für Aufhebung des Boykotts, die Ver Daß nach diesem Versuch, die Mitglieder des Verbandes der" Armenier" Partei ergreifen, Kundgebungen, fammelten zur Wachsamkeit und Stärkung der Organisationen auf die schwarze Liste zu sehen, zu der Verwaltung der beren Zweck klar zu tage tritt, wenn man bedenkt, daß auffordernd, während Lewin, eine von ihm eingebrachte Gegen Spar- und Vorschußvereine, die leider in der Hand der diese" Unabhängigkeitsbestrebungen" wesentlich Wert des resolution begründend, und Gandorfer, der sich zu einigen höchsten Beamten liegt, in der That nicht so viel Vertrauen russischen Rubels find. Die türkische Regierung hat es unqualifizirbaren Aeußerungen über die politischen vorhanden sein kann, wie zu Treuherz und Genossen, be schon für nöthig erachtet, in Sofia gegen diese Wachen- Führer" verstieg, für energische Weiterführung eindarf keiner weiteren Beweisführung. Werden die Beamten schaften zu protestiren. Und nach Petersburg hat sie einen traten, Mehrere andere Genossen sprachen im Sinne bei den Wucherern auch in unverschämter Weise außerordentlichen Botschafter geschickt, der dort betreffs der unter dem Beifall der Versammlung die Ausführungen Gan ausgebentet, so gestattet der regelmäßige Verdienst doch hie Vorgänge in Armenien Aufklärungen gegeben und wohl dorfers energisch zurück. Die Resolution wird sodann gegen eine und da, sich aus diesen Banden zu befreien, während bei der auch gefordert hat. Jedenfalls ist es, wie wir das gleich fleine Minorität angenommen. Benutzung der Post- Spar- und Vorschußvereine man dauernd, bei Beginn des Geschreis über die armenischen Greuel" Als dritter Punkt stand die Berichterstattung der Zeitungsd. h. für die ganze Dienstzeit geächtet und vervehmt bleibt. ausführten, den Agenten Rußlands gelungen, eine neue fommiffion auf der Tagesordnung. Genosse Obiglo berichtete, Was das zu bedeuten hat, wissen wir nur zu gut. Und daß die Kommission alle nöthigen Vorarbeiten beendet habe und deshalb ist es angebracht, das Gedächtniß der Deutschen" Haz" gegen die Türkei in Szene zu setzen. die Spedition am 1. Janrár unter Leitung des Genossen Mars Verkehrs- Zeitung" etwas aufzufrischen. In Rußland scheinen in den leitenden Verwaltungs- in Funktion tritt. Pflicht eines jeden Genossen sei es nun, rege stellen und diplomatischen Posten Personen veränderungen zu agitiren. N des Referenten. In seinem Schlußwort wies Täterow Der Fall Hüberlen, Regierungspräsident in Stuttgart, bevorzustehen. An stelle des Statthalters von Polen, Ju Angelegenhei. des Bierboykotts fanden am 30. v. M. über den wir in Nr. 276 berichteten, scheint in ein neues Stadium Burto, ist Graf Schuwalow ernannt worden, wodurch der im sechsten Wahlfreis noch zwei Versammlungen statt. zu treten. Wegen der Veröffentlichung seiner Broschüre wurde Berliner Botschafterposten frei wurde. Der Minister der An stelle der Versammlung, welche am 28. v. M. im Kole er im Disziplinarmege zu 500 M. Geldstrafe verurtheilt. Da aber der Herr Regierungspräsident diese Strafe ohne vorherige Verkehrswege, Kriwoschein, hat sein Entlassungsgesuch ein- berger Salon nicht stattfinden konnte, fand am 30. v. M. in dem Berhandlung nicht anerkennt und Refurs erhoben hat, so ist man gereicht, der Rücktritt der Minister für die Auswärtigen felben Lokale eine Bersammlung statt, die indessen nicht entfernt folgut besucht weerjamulung die allseitig auf den Ausgang dieser Sache- als Seitenstück zum und Inneren Angelegenheiten, sowie des Unterrichtsministers so gut besucht war, als die erstere; die" Unabhängigen" stellten ein starkes Kontingent der schwachen Versammlung, auch waren Fall Pfizer gespannt. soll bevorstehen. Von der Art der Neubesetzung dieser die Brauerei Urbeiter start vertreten. Referenten waren Zur Frage der Verstaatlichung der schweizerischen Posten wird es abhängen, ob man von einem neuen Kurse Mattutat und Fischer. Ersterer trat zunächst der von Wasserkräfte wird der Frankfurter Beitung" geschrieben: Die Ge- in der inneren und äußeren Politik Rußlands sprechen einzelnen aus der Versammlung geäußerten Auffassung entgegen, sellschaft Freiland hatte in einer an die Bundesbehörde gerichteten kann. daß bei der Nichtanmeldung der vorigen Versammlung eine Eingabe vom April 1891 die Monopolifirung der Wasserkräfte Schiebung" obgewaltet habe. Aus dem Ergebniß der statte 13 Die Versammlung beschließt, den Boykott aufzuheben, fobald die Brauereien sich verpflichten, in erster Linie nur die Ausgesperrten in Arbeit zu nehmen, den vorgesehenen Prozentsaz auf die Hälfte zu verringern und für jede Arbeiterkategorie allein zu berechnen." genommen. A gehabten Versammlungen sei erfichtlich, wie die Arbeiterschaft| Anwesenden der großen Majorität der Berliner Genossen gemachten Vorwürfe, vornehmlich gegen die, daß die Arbeiter Berlins und der Umgegend über die Aufhebung des Bontotts und dieser Frage unterordnen, und die Aufhebung des Bontotts schaft Berlins und besonders die Ausgesperrten getäuscht geurtheilt habe. Wenn auch zugegeben werden könne, daß wenige ihrerseits ebenfalls guthießen. Die Rede wurde mit getheiltem und überrumpelt worden feien. Auch nicht eine Spur von geheimen aus vollem freudigen Herzen für Aufhebung des Boykotts ge- Beifall und Widerspruch aufgenommen. Ein dem entsprechendes Abmachungen lasse sich nachweisen. Wer sage, daß irgend stimmt haben, so sei doch maßgebend, daß in dieser Frage nicht Bild gab auch die Diskussion. welche Abmachungen nebenbei getroffen feien, der sage es das Herz, sondern der Verstand entscheide. Redner gab ein an- Gastwirth Gärtner führte Klage, daß seine Gewerkschaft wider besseres Wissen und lüge. Werde die Saalsperre aufs schauliches Bild von den Verhandlungen, die zu dem Antrage( Brauer) vor der Einleitung der Unterhandlungen nicht informirt gehoben, dann würde, so glaubt Redner annehmen zu können, der Boykottkommiffion geführt haben. In einzelnen Kreisen habe worden sei. Der Redner bringt ein Amendement zu dem vorliegenden die Arbeiterschaft nur die Lokalitäten benußen, deren Inhaber fich eine Gegenströmung bemerkbar gemacht( sehr richtig!), die Antrage ein, nach welchem den Brauereien die Wahl der nicht nur die bekannten Bedingungen der Arbeiter bezüglich tünstlich geschürt wurde. Der Pessimismus der Brauerei- Arbeiter sei Arbeitskräfte erst freigestellt werden solle, nachdem die 33" Kellner und Musik erfüllen, sondern die ihr auch sonst in ver= unangebracht, die jetzt gebotenen Friedensbedingungen seien wesent- ohne Bedingung eingestellt sind. Desgleichen soll der Prozentsatz schiedener Hinsicht paßten. Nicht solle die wirthschaftlich- gewerflich günstiger, als im Oktober( na, na!). Redner besprach diese der ohne Benutzung des Nachweises einzustellenden Arbeiter auf schaftliche Bewegung der politischen untergeordnet werden; Bedingungen und trat der Meinung entgegen, daß die Ringbrauereien die Hälfte reduzirt werden; außerdem soll der Prozentsatz aber auch die politische wolle man nicht unter die gewerkschaftihre gemachten Versprechungen nicht halten würden.( Widerspruch.) jeder einzelnen Kategorie Arbeitern liche stellen: beide brauchten ihre gegenseitige Unterstützung. Im In ihrem eigenen Interesse wären diese dazu gezwungen. Die( Brauer, Böttcher und Hilfsarbeiter) angegeben werden, gegenwärtigen Augenblick, wo die Partei Sturm zu laufen habe Arbeiterschaft würde nicht ohne weiteres über das Ringbier her- da anderenfalls anderenfalls die Gewähr nicht gegeben sei, nicht gegeben sei, daß gegen die Reaktion, dürfe die Arbeiterschaft Berlins und der fallen, sondern nach wie vor auf der Wacht sein, ob die aus eine oder die andere Kategorie benachtheiligt würde. Umgegend nicht hinten zusehend stehen bleiben, um des Boykotts gesperrten Arbeiter nun auch wirklich von der Straße wegkämen. Den Vorwurf, als ob durch die Intereffen des Anti- willen. Die Maifaier sei, wie schon gesagt, eine Machtfrage. Der jezige Arbeitsnachweis gebe den Arbeitern mehr Rechte, als ringes gewissermaßen Stimmung gemacht werde, glaubte Schant: Ungeschickt wäre es, wenn der Kampf für den 1. Mai von einer Arbeitsnachweise anderer Branchen. In Arbeitsnachweisen, die wirth Marten zurückweisen zu müssen; Böttchermeister Müller Gewerkschaft arrangirt werde, die ihre Kollegen nicht mal eine Woche sich in Händen der Unternehmer befänden, hätten die Arbeiter versuchte den Nachweis zu führen, daß die Böttcher durch die über Wasser halten könne!- Indem Redner die von verschiedenen gar nichts zu sagen( fehr richtig!), sogar in verschiedenen Arbeits- Partei in den Kampf gedrängt seien. Freithaler trat energisch Seiten verkleinerte Bedeutung des errungenen Nachweises streift, nachweisen der Arbeiter hätten die Unternehmer mehr Rechte, für die Beendigung des Bierkrieges ein. Der Referent den er für einen sozialpolitischen Erfolg ersten Ranges erklärt, als in dem in Frage stehenden Arbeitsnachweise der Brauereien. hielt es für durchaus wünschenswerth, daß die Parteibeschlüsse verweist er auf die Stimmen der offiziösen und der vom GroßRedner erörterte diese Frage in eingehender Weise und kam nach möglichst einstimmig gefaßt werden; in ausführlicher Weise fertigte fapital inspirirten Presse zum Beweise für die hohe Bedeutung Darlegung der Friedensbedingungen zu dem Schlusse, daß bei der Referent die Einwände der anderen Redner ab und kam zu der seitens der Brauereibefizer gemachten Zugeständnisse. Aber ruhiger Ueberlegung jeder der Boykottkommission recht geben dem Schlusse, daß daß jeder überzeugte Genosse die Auf auch die Ansicht eines Mannes vermöge er, fährt Singer fort, müsse. Zur Aufhebung des Boykotts sei die Kommission ge- hebung des Boykotts warm befürworten tönne.-der Versammlung zu unterbreiten, der in Arbeiterkreisen wohl tommen lediglich aus der Erwägung, daß die Situation für die Die Abstimmung hatte das Resultat, daß der Antrag etwas gelte: die Friedrich Engels. In einem Briefe Brauereiarbeiter fich durch Fortführung des Boykotts nur ungünstiger der Boykottkommission gegen eine starke Minorität mit folgendem schreibe derselbe aus London mit bezug auf die Friedensgestalten müsse. Die Zahl der Arbeitslosen müsse sich natur Busayantrag angenommen wurde: bedingungen: übrigens find Eure Bedingungen gemäß immer mehr vermehren. Ein ungeheurer Leichtsinn wäre sehr günstig. Die englischen Arbeiter würden so hoch es, der Aufhebung des Boykotts nicht zuzustimmen, dem Antrage springen wie die Paulskirche ist, wenn fie einen der 94 Genossen, die zu den besten in der Partei zählen( Oh! Arbeitsnachweis erhielten, der die Bourgeois zwingen Widerspruch), nicht die Sanktion zu ertheilen. tann, die Weigerung der Annahme eines Arbeiters entweder vor Eingelaufen waren vier Resolutionen, von denen sich drei einem Schiedsgericht zu rechtfertigen oder denselben zu nehmen 2c." für Aufrechterhaltung, eine für Aufhebung des Boykotts aus Nixdorf. In einer sehr zahlreich besuchten Volksversamm: Unternehmerorganisation abgerungen. Diese Bedingungen habe aber die Arbeiterschaft der stärkiten Sprachen. Ein Unabhängiger beantragt, auf das Referat Fischer's Eindringlich ermahnte zu verzichten. Dieser Antrag wurde abgelehnt. lung, die am Sonntag hier stattfand, wurden die Verhandlungen dann Redner die Versammelten, sich nicht durch einzelne zu Fischer wies darauf hin, daß man vor einer vollendeten über die Aufhebung des Bierboykotts fortgesetzt, welche am eigensinnigem Beharren beim Boykott bestimmen zu lassen, sondern Thatsache sich befinde und daß es sich jetzt darum handle, 28. d. M. wegen der Polizeiſtunde nicht zu Ende gekommen sich den Berliner Versammlungen anzuschließen.( Stürmisches Disziplin zu halten.( Aha!) Daß Feder und Genossen einen waren. Regerau sprach für die Aufhebung des Boykotts. Bravo.) Auf eine Frage Richters bemerkte Singer noch, daß er, anderen Standpunkt einnehmen, sei erklärlich, denn diese Herren Der Boykott würde verflachen und feine Aufrecht wenn dessen Mittheilungen, betreffs Paßenhofer wahr seien, jenes feien teine Parteigenossen( große Unterbrechung), als" Un- erhaltung zugleich die Widerstandskraft der Arbeiterbewegung Berhalten energisch verurtheilen müsse. Darauf wurde abhängige" hätten sie seit Jahr fie feit Jahr und Tag nur den gegenüber den bevorstehenden Bedrängnissen schwächen. Unter die Aufhebung des Bontotts auch für Rixdorf einen Zwed, die Partei zu schädigen und zu dis- lebhaftem Beifall empfiehlt Redner der Versammlung, nach mit ca. 700 gegen etwa 40 bis 50 Stimmen an treditiren und von dieser Absicht gehen auch ihre reiflicher Ueberlegung in objektiver Würdigung der Sachlage ihr jetzigen Anträge aus. Redner wies weiter darauf Votum abzugeben. Bezüglich der Saalsperre wies er auf den Die Böttcher hielten am 30. Dezember in 3ubeil's hin, daß die beiden Gegner in dem Bierkriege gegenseitig ihre Beschluß einer Rigdorfer Volksversammlung hin, auch nach Auf Saal, Lindenstr. 106, eine stark besuchte öffentliche Versammlung Kräfte als gleich start erwiesen haben. Anders wäre die Sache, hebung derselben die Herren Saalverweigerer nicht zu belästigen. ab. Der erste Punkt der Tagesordnung betraf die Stellung wenn die gesammte Arbeiterschaft den Boykott konsequent durch- Der Beschluß sei zu beachten; wollten die Herren die Sperre nahme zu dem von den Ringbrauereien zu errichtenden Arbeitsgeführt hätte.( Sehr richtig.) Die Indifferenten, die bisher nicht aufheben, sei das ihre Sache.( Bravo.) Die Unabhängigen nachweis. Das einleitende Referat hielt Neumann, der an für den Boykott zu gewinnen waren, feien jetzt schon lange nicht Bent( der erst alle Gemaßregelten eingestellt wissen will), gesichts der gegenwärtigen Situation die Betheiligung an deinmehr zu gewinnen. Alle Umstände sprächen für Aufhebung des Schröder und P. Meier sprachen sich für die Aufrecht felben, wie auch an der Wahl des Kuratoriums empfahl. Von Boykotts unter für die Partei ehrenvollen Bedingungen. Es sei erhaltung des Boykotts aus, indem sie betonten, daß derselbe einzelnen Rednern wurde dieser Zumuthung heftig widersprochen ein ganz gewaltiger Sieg, den die Arbeiterschaft errungen habe. als wirthschaftlicher Kampf tausendfadh werthvoller sei, wie und verlangt, daß die Brauereien den bestehenden Arbeits( Huh! Der Plan, welcher der Aussperrung zu grunde lag, die die politische Bethätigung. Der legtgenannte besonders brachte nachweis der Böttcherorganisation anzuerkennen hätten. Andere Arbeiterorganisationen zu zerstören, sei mißlungen und die stärkste das bekannte geschmackvolle Schlagwort vom" Wahlrummel" Redner gaben den Rath, den eigenen Nachweis hochzuhalten, fich Unternehmerfoalition, mit Millionen zur Verfügung, zur aus wieder einmal zu Ehren, führte dann den Antrag auf Beendigung aber auch an dem der Brauereien zu betheiligen. Ersteres hielt der drücklichen Anerkennung der Gewerkschaft und des Rechts der des Boykotts auf die Absicht zurück, die Parteikasse füllen zu Referent schon mit Rücksicht auf die in anderen Branchen fozialdemokratischen Agitation gezwungen worden. Die Antrag wollen", und warf schließlich Singer vor, daß er die Rixdorfer arbeitenden Böttcher für selbstverständlich. Daß es bei der sehr einsteller( Buruf: Genossen erfter Klasse!), die nicht Arbeiterschaft mit Redensarten zu fangen gesucht habe" gehenden Debatte nicht ohne Seitenhiebe auf die Boykottkommission Parteigenossen erster oder zweiter Klaffe feien, die aber diese liebliche Art der Meinungsäußerung rief stürmische abging, ist bei der keineswegs rosigen Stimmung unter den ausdas Vertrauen der Parteigenossen befäßen( Beifall), würden Szenen hervor, so daß der überwachende Beamte mit der Ver- gesperrten Böttchern sehr leicht begreiflich. Rath- Hamburg der Arbeiterschaft nichts zumuthen, was gegen ihr Interesse oder sammlungsauflösung drohte. Wie die drei vorher genannten vom Ausschuß und Sander Bremen vom Vorstand des gegen ihre Ehre verstoße. Redner empfahl die Annahme des berief sich auch Pfeiffer, der sich ebenfalls für die Weiterführung Zentralvereins der Böttcher und weitere Redner versuchten ibr Antrages und Ausnutzung des erfochtenen Sieges bis zur Er- des Bierkriegs erklärte, auf die Forderung der Maifaier, die auf möglichstes, die aufgeregten Gemüther zu besänftigen, in dem sie reichung aller ursprünglichen Forderungen.( Beifall.) Feder recht zu erhalten wäre.-Meier II verhehlte sich nicht, daß an den Ausgesperrten und der Kommission empfahlen, zu retten was erklärte, man habe sich in der Frage des Boykotts nicht nur an der allgemeinen Aufhebung des Boykotts nichts mehr zu ändern noch zu retten ist, zunächst gelte es, die Arbeitslosen so gut wie die Parteigenoffen gewandt, sondern an die gesammte Arbeiter- sei, drückte aber dennoch den Wunsch aus, jeder Zielbewußte möge möglich unterzubringen, dann aber mit neuem Muth die Orgaschaft. Er fei Sozialdemokrat, wenn auch nicht mit der Partei- am Boykott festhalten. Domscheid beantragt, Singer nicht nisation zu kräftigen, um gegebenenfalls die verlorenen Positionen taftit einverstanden. Ginen Sieg der Arbeiterschaft in dem das Schlußwort zu geben, sondern ihn wie jeden anderen Dis- zurückerobern zu können. Der Kommission wurde am Schluß Bierkriege konnte Redner nicht anerkennen. Der Arbeitsnachweis, fussionsredner zu behandeln, da, wie er meinte, mehrere Berliner der Debatte der Auftrag ertheilt, mit dem„ Berein der der vor dem Boykott bestand, sei viel besser gewesen, als der jetzige, Versammlungen gerade durch die Schlußworte der Referenten Brauereien" nochmals in Unterhandlung zu treten, und zu an dessen Bestimmungen Redner eine lange Kritik übte. Er trat für die beeinflußt worden seien, für die Aufhebung des Boykott zu versuchen, die Anerkennung des Nachweises der organis ursprünglichen Forderungen, besonders den 1. Mai, ein und schloß: ftimmen. Die Mehrheit der Versammelten reagirte hierauf sirten Böttcher zu erlangen bezw. einige Bugeständnisse in Für ihn sei der Bontott nicht aufgehoben trotz der Versammlungs- mit heftigen Unwillen bezeugungen. Der An- dem Statut des zu errichtenden Nachweises zu erringen. Gelingt beschlüsse. Thal hielt den Friedensschluß für über's Knie ge- trag. wird mit großer Majorität abgelehnt. Schneider das nicht, so werden sich die Böttcher dem Arbeitsnachweis des brochen( sehr richtig). Der Arbeitsnachweis fand in feiner Weise( Mitglied der Kommission der Brauerei- Arbeiter) wieder Bereins der Brauereien anschließen, indessen auch den ihrigen den Beifall des Redners. Ein großer Fehler Fehler der holt feine Ausführungen vom letzten Freitag und macht Hochalten und für seine weitgehenfte Benutzung Sorge tragen. Boykottkommission sei es gewesen, ohne die Deffentlichkeit der Boykottkommission zum Vorwurf, daß sie die fünf ersten Auf Antrag Neumann's wurde der zur Zeit aus vier zu fragen, bindende Abmachungen zu treffen. Der Arbeiter Friedensbedingungen allein ausgearbeitet habe, ohne davon der Mitglieder bestehenden Kommission das Recht der Kooptation schaft sei dadurch das Messer an die Kehle gesezt. Kommiffion der Brauerei- Arbeiter Mittheilung zu machen. Be= ertheilt. Eine neue Diskussion entspann sich über die Frage Ludwig sprach sich gleichfalls gegen den Friedensschluß aus sonders schwer rechnete er Hilpert diese Unterlassung an, welche der Hochhaltung des Zariss in den ringfreien Brauereien und Ein er als an Berrath grenzend" bezeichnet.- Hilpert verwahrte den von diesen beschäftigten Fabriken und Werkstellen. Zunächst een berichtet. vachche Brauerei Arbeiter wandte sich sehr energisch gegen die sich energisch dagen und verwies darauf, daß an der Konferenz, soll abgewartet werden, ob die Meister mit Abzüge herantreten; Ausführungen des Referenten. In der bürgerlichen Preffe fei die über die Vorschläge der Boykottkommission zu be- geschicht es, dann wird diese Angelegenheit in von einem Siege der Arbeiter nichts zu lesen, im Gegentheil, finden hatte und in der thatsächlich noch zwei Punkte Bereinsversammlung ihre Erledigung finden. Hierauf wurde bei Keller hätten Antisemiten und Beauftragte der vorgeschlagenen Friedensbedingungen angereiht nochmals über die schnelle Beilegung des Boykotts und Ringbrauereien für Aufhebung des Boykotts gestimmt. wurden, Mitglieder Der Brauereiarbeiter- ber von den Referenten der letzten Volksversammlungen Die Arbeiter hätten eine Niederlage erlitten. Derselben Meinung Kommiffion theilnahmen, ihrer Seite den Böttchern und Brauerei- Arbeitern gegenüber vorgekehrte war Gräz. Brinkman war mit dem Erfolge des Kampfes irgend ein Punkt beanstandet worden sei. Die Herren, Standpunkt debattirt. Die Reduer behaupteten, der Arbeitsnicht zufrieden, machte aber hierfür die Arbeiterschaft ver: welche in den Versammlungen jezt große Oppositionsreden hielten, nachweis der Ringbrauereien sei übereinstimmend in den Himmel antwortlich. Die Aufhebung des Boykotts hielt er für noth- hätten sich nicht einmal an der Abstimmung betheiligt. erhoben worden, so daß es den Anschein erwecke, es ist alles wendig. Die Partei müsse Plak gewinnen für andere Aufgaben. K. Richter führt als Grund gegen die Aufhebung des Boykotts bestellte Arbeit" gewesen. Die Spizen der Partei seien daz Walther hielt den angeblichen Sieg für problematisch und die unter Bezugnahme auf den neuen Arbeitsnachweis an, daß die dekretiren noch vom Ausnahmegesek her gewöhnt, dem müsse ein Bestimmungen des Arbeitsnachweises für werthlos. Die Um- Pazenhofer Brauerei in den letzten Tagen schnell a cht Mann Riegel vorgeschoben werden und er beantrage eine Mißbilligung stände machten aber eine Aufhebung des Boykotts noth- eingestellt habe. Redner wünscht den Boykott aufrecht erhalten. der Handlungsweise Singer's auszusprechen.( Zustimmung.) Thoma 3 wendet sich scharf gegen Richter und Schneider, Rath Hamburg nahm die Referenten der letzten Boykoit wendig. Auf demfelben Standpuntte stand Agram, letterer als Dant die opferfreudigen Genossen versammlungen in während Träger sich lang und ausführlich gegen den welch' Schutz, die sicherlich recht hatten, die Tag und Nacht für die Ausgesperr Arbeitsnachweis und dessen Bestimmungen wandte. Zweifel beschimpfe, fie die schwache Betheiligung der deutschen Arauf den Beinen gewesen seien. Die Rigdorfer beiter haft sei, ob die Mehrheit der Arbeiterschaft für die Auf- ten im allgemeinen an der Gewerkschafts Organi hebung des Boykotis gestimmt habe. Man solle den Arbeitern hätten absolut keine Veranlassung, sich aufs hohe Pferd zu fation geißelten; im weiteren trat er für thatkräftige nicht Sand in die Augen streuen. Eine Ablehnung der Auf- feßen, nachdem in Berlin der Boykott aufgehoben sei. Dieser fei Unterſtüßung der übrig bleibenden Ausgesperrten ein. Auf die hebung des Boykotts würde bei den Brauereiarbeitern auf keinen gerade von der Rirdorfer Arbeiterschaft nicht besonders rühmlich Abstimmung des Mißbilligungs- Antrages verzichtete der AntragWiderspruch stoßen.( Bravo.) Jacobey vertrat den Standpunkt durchgeführt worden. Richter wollte Auer zum Vorwurf machen, teller, wünschte aber die Ausnahme in den Bericht des„ Vorder Referenten. John erklärte den Boykott noch nicht für auf daß derselbe in der Versammlung sei und komme doch wärts". Die von Rath Hamburg gerügte Vernachlässigung aus Dranienburg, 100 er arbeite. gehoben, da hätten noch andere Versammlungen mitzusprechen. felbft J. Auer, der Pflichten der Berliner Böttcher- Filiale gegenüber der HauptZum Schluffe rechtfertigte Tauschel nochmals die Aufhebung Sprach seine Verwunderung darüber aus, daß so vielfach Anstoß taffe veranlaßte einen Antrag: den seit 8 Monaten Ausgesperrten genommen werde an dem Fallenlassen erst aufgestellter Forde ihre Beiträge zu erlassen. des Boykotts unter großem Widerspruch. Der Antrag wurde indeß, als nur Nach dreistündiger Debatte nahm Fischer das Schlußwort rungen und fragt, ob es denn das erste Mal sei, daß Arbeiter vor das Forum einer Vereinsversammlung gehörig, vom VorEr widerlegte die gemachten Einwände und schilderte eingehend ihre Forderungen nicht strikte durchführen könnten und mit einem fißenden nicht zur Abstimmung gebracht. Nach Aufforderungen die Interessenkreise, die bei der vorliegenden Frage thätig und Ausgleich fürlieb nähmen, bei dent jeder Gegner etwas nach: zum Anschluß an die Zentral- Krankenkasse und zur Betheiliging engagirt seien. Die Genossen aber hätten das eine Intereffe der gebe? Des Vergleichs mit den Ringbrauern brauche sich die der am Neujahrstag bei Keller( Koppenstr. 29) stattfindenden Partei zu wahren. Er empfahl die Annahme der Resolution Arbeiterschaft wahrlich nicht zu schämen. Falsch sei die oft ge- Matinee fand die Versammlung ihren Schluß mit einem Hoch Endritati's, die von dem Gedanken ausgehe, daß uns hörte Behauptung, der Antrag auf Aufhebung des Boykotts gehe auf die internationale Arbeiterwegung. 3war nicht Kampfes luft zur Weiterführung des Boykotts mangele, aus dem Bestreben hervor, den wirthschaftlichen Kampf zu gunsten daß aber die Friedensbedingungen ehrenvoll und günstig seien. des politischen fallen zu lassen. Gewiß solle nicht geleugnet Die Resolution wurde sodann mit 95 gegen 91 Stimmen ange- werden, daß die politische Situation mitbestimmend gewesen fei; ausschlaggebend aber war sie nicht. Hauptsächlich der Antrag der Erkenntniß, bessere Be" Die heutige im Kolberger Salon tagende öffentliche Bolts- entsprang unerreichbar. Klar sei, daß mit der verfammlung ist zwar im Prinzip für Aufrechterhaltung des dingungen wären Dauer des Boykotts mit innerer Noth- Salzburg, 31. Dezember. Gestern wurde hier ein von AusBontotts, halt aber nach dem vorliegenden gedruckten Antrag zunehmenden dafür, den Bierboykott als beendet zu betrachten. Die organi wendigkeit die Aussicht schwinde, ihn nachdrücklich ländern zahlreich besuchter Sozialistenfongreß eröffnet. firte Arbeiterschaft verpflichtet sich aber, diejenigen Gastwirthe durchzuführen. Auf Schneider's Vorwürfe antwortete Redner, tannte Agitator Loferth besprach in längerer Rede die Biele, und Saalinhaber auch fernerhin zu unterstügen, welche während es grenze an Unanständigkeit, in Versammlungen von an welche die Sozialisten im Auge haben. Mailand, 31. Dezbr. Cavalotti, welcher gestern aus Paris des Boykotis den Arbeitern zur Seite gestanden haben. Ferner Verrath grenzen" zu sprechen, wenn man in der fraglichen hält es die organisirte Arbeiterschaft für nöthig, die Vergnügungen Konferenz nicht einmal den Muth hatte, gegen die bekämpfte hier eintraf, wurde auf dem Bahnhof von einer dichtgedrängten einzuschränken, um dann um so wirku igsvoller die Saalfrage Stipulation der Boykottkommission zu sprechen und auch nicht Menschenmenge mit lebhaften Dvationen empfangen. Vielfach dagegen zu stimmen. Was die Ausstellung der Bedingungen erschollen die Rufe: Hoch Cavalotti! Nieder mit Crispi und zu regeln." durch die Boykottkommission angehe, so sei es doch nur eine den Dieben!" Vom Fenster seiner Wohnung aus, nach welcher Die Versammlung im Reichert'sejen Saale in der Vorlage für die Verhandlungen der Konferenz der verschiedenen ihn die Voltsmenge begleitet hatte, hielt Cavalotti eine Ansprache, Müllerstraße, die am Sonntag tagte, war ziemlich schwach Arbeitervertreter gewesen, welche man dieser zur Begutachtung in welcher er besonders der Hoffnung Ausdrud gab, daß Jtalien, besucht. Hier sollten auch die Genossen aus Reinickendorf, unterbreitete, und selbst Schneider habe ja zugeben müssen, daß welches schon so viele Schlachten gewonnen habe, auch jezt, wo noch zwei neue Bedingungen seine Ehre auf dem Spiele stehe, den Sieg davontragen werde. denen in ihrem Wohnorte tein Lokal zur Verfügung steht, infolge der Verhandlungen noch Stellung zur Beendigung des Boykotts nehmen. In wirkungs.( 6 und 7) hinzugefügt wurden.( Lebhafter Beifall, Protestrufe). Mehrere Perfonen, welche feindliche Rufe gegen den König aus voller Weise führte der Referent Genoffe Wagner nochmals Der Referent, Genosse Singer, wandte sich im Schlußwort gestoßen hatten, wurden verhaftet und in Untersuchungshaft ge| alle Momente vor, die dafür sprachen, daß sich die energisch gegen die der Boykottkommission und den Betheiligten bracht. nommen und lautet: den die meisten ohne daß voll wenn B Depeschen. ( Depeschen- Bureau Herold.) einer Der bes Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Trud und Berlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 1. Tokales. Dienstag, den 1. Januar 1895. 12. Jahrg. zu eigenartiger Berühmtheit gelangte Weinhändler in seiner[ unserer Gefangenen zu lenken und Sie zu bitten, durch Ihre Bärbeißigkeit gegen die Sozialdemokratie so vollständig gehen Gabe zur Linderung des oft namenlosen Elends beizutragen. Die juristische Sprechstunde wird am Mittwoch von 7 ließ. Schmeicheleien bekam die Saalfommission nicht gerade viel Es ist ja bekannt, daß die Arbeitslosigkeit auch im ois 8 Uhr abends abgehalten. Achtung, Parteigenossen! Hiermit bringen wir zur all. gemeinen Kenntniß, daß mit dem Aufhören des Bierboykotts die Saalsperre für die Berliner Arbeiterschaft nicht erledigt ist. Wir ersuchen, nach wie vor nur die auf untenstehender Liste verzeichneten Säle zu benußen und es der Lokalkommission zu überlaffen, mit denjenigen Saalbesigern zu verhandeln, welche ihre Säle zu allen gewerkschaftlichen und politischen Arbeiterversammlungen hergeben wollen und sich verpflichten, bei Abhaltung von Arbeiterfestlichkeiten in ihren Räumen das Bedienungspersonal and die Musiker von dem Arbeitsnachweis der betreffenden Organisationen zu entnehmen. Berliner Lokalliste. 1. Wahlkreis. Röllig, Neue Friedrichstr. 44. zu hören; ein Redner fragte in der Diskussion nach den gelegten Jahre nicht ab, sondern vielmehr zugenommen hat. heimen Abmachungen zwischen den Brauereien und der So manchem Familienvater ist es unmöglich gewesen, Vers Saalkommission, eine Vorwitzigkeit, die Herrn Jakobi natürlich dienst zu finden, um den Seinen das tägliche Brot reichen gewaltig in Harnisch brachte. Daß der Verein der Saalbefizer zu fönnen, und unser Gefängniß beherbergt so manchen, dem gegenwärtig nicht im stande sei, das Geringste durch erst die bittere Noth zum Fallstrick geworden ist. Als er die aufeßen, wurde allseitig zugegeben; die Brauereien, so nach Brot schreienden Kinder nicht mehr länger hungern sehen wurde erklärt, sollen sich dahin geeinigt haben, allesammt, fonnte, als alle Hilfsmittel zum Unterhalt der Familie erschöpft soweit ihre Dekonomen in Frage kommen, dem Verein beizutreten. und ein Stück des dürftigen Haushalts nach dem andern verHerr Joël aus der Andreasstraße schien große Befürchtungen setzt oder verkauft war, fiel er und vergriff sich an fremdem zu haben, daß er mit Gesuchen von seiten der Arbeiter über- Eigenthum. Sind das nicht goldene Worte? Sie zeugen nicht allein laufen würde. Er will sich in jedem einzelnen Fall vorbehalten, welches Geschäft für ihn akzeptabel erscheint, unterschreiben" von einem Herzen voll Liebe, sondern auch von einer Tiefe will er nicht. Das gleiche erklärten einige andere Redner, von sozialer Erkenntniß, wie man sie nur bei wenigen Theologen den Inhabern größerer Säle äußerte sich niemand. Dem vorfindet. Herrn Joël, der die wunderbare Behauptung aufstellte, die Aber die Direktion des Untersuchungsgefängnisses Moabit Sozialdemokratie sei ohne die Saalbefizer überhaupt nicht in der scheint die Motive, aus dem die Geber ihre Gaben spendeten, 2. Wahlkreis, Zubeil, Lindenstraße 106. Specht, Lage, ihre Kassen zu füllen, sekundirte Herr Jalobi mit dem in einer sehr seltsamen Weise mißverstanden zu haben. Der GeistMarkgrafenstr. 28. Krah, Schönleinstr. 6. üblichen Stich ins Komische. Er hofft, daß die Umsturzliche will in diesem Falle nur die Angehörigen der Gefangenen vorlage die Wirthe von dem Alp Sozialdemokratie befreien am Weihnachtsabend aus den Gaben edler Leute erquicken. wird; daß er es unter seiner Würde hält, mit der Lokalkommission zu Die Direktion läßt die Wohlthaten aber den Gefangenen selber, verhandeln, sei der Kuriosität halber eingeschaltet. Dies Gesindel", und sie ließ sie in früheren Jahren nicht allein diesen, sondern meinte der sonst recht joviale Mann in unbegreiflich übler Laune, auch ihren Mitgeschöpfen im weitesten Sinne, bis ins Thierkönne gar nicht genug gefnechtet werden. Das Geld, was für reich hinunter zu kommen. die Saalbefizer eingelaufen ist, will Herr Jacobi nicht an den Verein der Saalbesitzer abliefern, und so wurde schließlich die Saalkommisston für unbestimmte Zeit als Vertretung der Saalinhaber bestätigt. 3. Wahlkreis. Möhring, Admiralfir. 18c. Tuzauer, Admiralstr. 38. Schneider, Annenftr. 16. Wienece, Alte Jakobstr. 83. Deigmüller, Alte Jakobstr. 48a. 2ange, Louisenstädtisches Konzerthaus, Alte Jakobstr. 37. Schmiedel's Festsäle, Alte Jakobstr. 32. Ar min hallen, Kommandanten ftraße 20. Oranienballen, Oranienstr. 51. Stehmann, Melchiorstraße 15. 4. Wahlkreis( Dften). Nebelin, Langestraße 108. Tempel, Langeftr. 65. Nieft, Weberstr. 17. Bolzmann, Lichtenbergerstr. 16. Heise, Lichtenbergerstr. 21. Fiebig, Große Frankfurterstr. 28. Breuer, Große Frankfurterstr. 74. Buß, Große Frankfurterstr. 85. Albrecht, Memelerstr. 67. Wilke, Andreasstr. 26. Glysium, Landsberger Allee 40/41. Göbel, Landsberger Allee. Feindt. Weinstr. 11. Robert Schneider, Proskauerstraße. Gesellschaftshaus, Rüdersdorferstraße. Königstadt- Kafino, Holzmarktstr. 72. Keller, Roppenstraße. Freischüz, Fruchtstraße. Sauermann, 4. Wahitreis( Süd- Osten). Ullrich, Waldemar ftraße 75. Doberstein, Mariannenstraße 31/32. Rau, Staligerstr. 126. Hoffmann, Oranienftr. 180. Sanssouci, Rottbuferstr. 4a. Roll, Adalbertstr. 21. Adalbertstr. 8. Hente( Renz), Naunynstr. 27. 5. Wahlkreis. Brüning, Rosenthalerstr. 12. Neu mann, Linienftr. 19. Meißner, Linienstr. 142. Butte ( Seefeld) Genadierstr. 33. B " Den Beschluß der Versammlung bildete eine rührende Szene. Zunächst wurde allen staatserhaltenden Elementen, welche die Saalbesitzer unterstützt haben, gedankt, darauf erhob sich die Bersammlung zu Ehren des Herren Jacobi von den Plägen. Ein Mitglied bemerkte, daß Herr Jacobi diese Ehrung schon verdiene, weil er sich so oft im Interesse der Saalbesitzer von Denen habe aus der Thür komplimentiren lassen, die von ihm im Interesse der Saalbesizer um milde Gaben angesprochen seien. Das letzte Hoch galt dem deutschen Kaiser, der sich, wie mitgetheilt wurde, bislang jeden Tag über die Lage der armen Saalbefizer Bericht erstatten ließ. So trugen die Saalbesizer ihre meist so stolzen Hoffnungen zu Grabe. Der Ausgang des Bierboykotta hat bekanntlich eine bestimmte Kategorie der gegnerischen Presse veranlaßt, das Motiv 6. Wahlkreis. Jägerhaus, Schönhauser Allee. zum Friedensschluß in der eigentlichen politischen Situation zu Frölig, Schönh aufer Allee. Relle, Schönhauser Allee 28. fuchen. Der Brauerring benutzt diesen Anlaß, in Riesenannoncen Schneider's Gesellschaftshaus, Belforterstraße 14. Dagegen Stellung zu nehmen und dabei zugleich die Ansicht zu Stamte, Aderftr. 123. Neumann, Tonhalle, Basewalter- bekämpfen, daß das Ende des Boykotts eine Niederlage der ftraße 3. Hübner, Swinemünderstr. 35. No ad's Fest Brauereien bedeute. Interessant in dieser akademischen Er fäle, Brunn enstr. 16. Gründel, Brunnenstr. 188. Feiß, tlärung ist ist die nachträgliche elegische Klage, daß den Brunnenstr. 196. Behliz, Bergstr. 12. Reichert, Müller- Ringbrauereien aus den Reihen des Bügerthums teiner ftraße 7. Rolberger Salon, Rolbergerstraße. Wilte, lei materielle Unterstützung zugeflossen sei und daß sie Hochstraße. Kranz, Bittoriagarten, Badstraße, Gesund große Verluste ertragen, die niemals wieder aus brunnen. Hoch stadt- Kasino, Gerichtsstraße. Bittoria- geglichen werden können. Das läßt die Hoffnung beGalon, Berlebergerſtr. 18, Moabit. Wedding Rafino. rechtigt erscheinen, daß die Herren sobald nicht wieder in solch Schüler, Seeftr. 30. frivoler Weise mit der Berliner Arbeiterschaft einen Streit vom Baune greifen. Obige Saalbefizer stellen der Arbeiterschaft ihre Säle un entgeltlich zur Verfügung. Alle Zuſchriften, die Lokalfrage betreffend, find an den Unterzeichneten zu richten. Die Lokalkommission. Von der Verwendung der Weihnachtsgeschenke im föniglichen Untersuchungsgefängniß zu Moabit. Was ist wohl trauriger als der Weihnachtsabend eines Gefangenen. Vom J. A.: Carl Scholz, Wrangelfir. 32. Elternhause, von Weib und Kind ist er gerissen und einsam, in Arbeiter, Parteigenoffen von Charlottenburg! Da die banger Erwartung harrt er der Aburtheilung über übergroße Mehrzahl der Arbeiterschaft von Berlin und der Um- vermeintliche oder wirkliche Vergehen. Da rüdt die gegend in den am 28. Dezember abgehaltenen Versammlungen holde Weihnacht heran; die Erinnerungen an seine Kindheit, die Aufhebung des Boytotts beschlossen hat, so ersuchen an seine Lieben daheim werden doppelt in ihm wach und schier wir die hiesigen Parteigenossen, trotz der von ihnen in der Ber- müßte die Verzweiflung über ihn kommen, wenn nicht aus den fammlung angenommenen Resolution, den Boytott als auf Mitteln, welche milde Menschen spendeten, auch ihm ein schwacher gehoben zu betrachten. Wir hoffen, daß die Arbeiter Abglanz wirklicher Weihnachtsfreuden bereitet würde. Es war fchaft Charlottenburgs mit dieser unserer Aufforderung ein gewiß ein Stück edelster Menschenfreundlichkeit, das sich in dem verstanden ist und nehmen daher von der Einberufung einer neuen Aufruf wiederspiegelte, den Herr Hirsch, der Pastor des UnterBersammlung Abstand. Die Boykotttommission. suchungsgefängnisses kürzlich erst an mildthätige Leute erlassen Die Aufhebung der Saalsperre ist gestern Nachmittag hatte. Hieß es doch in diesem von uns am 14. Dezember d. I. abgedruckten Schriftstück: in einer äußerst schwach besuchten Versammlung der Saalbesiger Das Weihnachtsfest, das Fest der Freude und der Liebe, da beschlossen worden. Nur ca. 150 Personen hatten dem Rufe des Herrn Jakobi Folge geleistet, und das mag auch wohl der Grund mit gewesen sein, daß sich dieser durch den Boykott ,, Noblesse oblige!" Eine Boltslieder Studie von M. W. " Als die Vorfahren unserer Edelsten und Besten, ähnlich wie heutzutage ihre Ürururentel, vor einer gänzlich veränderten Zeit ftanden, als zur Zeit der sogenannten Reformation in Deutsch. land, die in Wahrheit eine soziale Revolution war, die volks wirthschaftlichen Verhältnisse sich zu ungunsten des Schwert adels verschoben hatten, machten sie auch in friedlicher Zeit aus ihrem blutigen Kriegsgewerbe ein ehrliches" Handwerk, das feinen Mann nährte und seinen goldenen Boden hatte, wie andere Handwerke zu ihrer Zeit: sie wurden zu hellen Haufen Buschtlepper und Raubritter. Damals tam unter ihnen ein schönes Sprichwort auf, das in niederdeutscher Faffung lautet: Ruten, roven, deten is ghein Schande, Dat doyent die Besten van dem Lande. Das ist ins Neuhochdeutsche verdolmetschet: Plündern, rauben, tödten ist keine Schande, Das thun die Besten" in dem Lande. Freilich dichtete zu diesem feinen Sittensprüchlein das Volt ein anmuthiges Gegenstücklein, das da lautet: Hangen, raden, stecken an is ghein Sunde; Wer dat nicht, wyer behelden neit in dem Munde. ( Hängen, rädern, töpfen, brandstiften ist keine Sünde, Wär das nicht, wir behielten nichts im Munde.) Man sieht, das Volt fand auf den groben Klotz der Edelsten und Besten einen ebenbürtig groben Reil! Aus der Blütheperiode des deutschen Volksliedes, die ins vierzehnte bis sechzehnte Jahrhundert fällt, find uns jast aus allen Lebenstreisen, so auch aus denen der adligen Buschklepper und Straßenräuber, einige Standeslieder derselben erhalten. Von ihnen wollen wir ein paar Proben geben, die wir Uhland's vortrefflicher Sammlung alter hoch und niederdeutscher Volkslieder( 1. Ausgabe, Stuttgart und Tübingen bei Cotta, 1844) entnehmen. Eines dieser Lieder, das nach einer Papier- Handschrift des 15. Jahrhunderts in Fichard's Franks. Archiv III, 280 zuerst abgedruckt ward, lautet, dem Neu- Hochdeutschen angenähert, folgendermaßen: 1. Der Wald hat sich belaubet, Des freuet fich mein Muth( Gemüth), Nun hüt sich mancher Bauer Der wähnt, er sei behut( behütet)! Das schafft des argen Winters Born, Der hat mich beraubet, Des tlag' ich heut und morn( morgen). sich allerorten Hände zum Wohlthun wieder aufthun, naht, und da sei es dem gehorsamst Unterzeichneten gestattet, auch Ihr Herz und Auge auf die oft in großer Noth befindlichen Angehörigen 2. Willst Du Dich ernähren, Du junger Edelmann, Folg Du meiner Lehre, Siz auf, trab zum Bann, Halt Dich zu dem grünen Wald, Wenn der Bauer ins Holz fährt So renn ihn vreislich( grimmig) an. 8. Erwisch ihn bei dem Kragen, Erfreu das Herze Dein, Nimm ihm, was er habe, Spann aus die Pferdlein sein. Sei frisch und dazu unverzagt, Wenn er feinen Pfeng mehr hat, Reiß ihm die Gurgel ab! 4. Heb' Dich bald von dannen, Bewahr Dein( en) Leib, Dein Gut, Damit Du nicht werdest zu Schanden, Halt Dich in steter Hut! Der Bauern Haß ist also groß, Wenn der Bauer zum Zanze geht, So dünkt er sich Fürsten Genoß( ebenbürtig, gleich). Der Schlußvers lautet: 6. Ich weiß ein( en) reichen Bauern, Auf den hab ich's gericht't( dem gilt mein Anschlag), Ich will ein' Weile lauern, Wie mir darum geschicht( geschehen mag), Er hilft mir wohl aus aller Noth. Im Jahre 1887 betrug die Einnahme für den Weihnachts fonds laut rechnerisch geprüften Verzeichnisses 411 Mart, eine an fich bescheidene Summe. Aber die große Mehrzahl der Gefangenen, die auch in der Freiheit schlimm unter sozialer Noth gelitten hat, ist ja auch an Bescheidenbeit gewöhnt. So mochte es kommen, daß von dieser kleinen Summe noch ein recht ansehnlicher Posten übrig blieb. Für Tannenbäume wurden aus dem Fonds verausgabt 24,50 M., für Zwiebelwurst 30 M., für Zigarren 12 M., für Backwaaren 60,60 M. und für Butter an Mohr" gar 114 M. Es findet sich dann noch ein Posten für Porto an Inspektor Hartwig von 4,25 M. und ein Posten von 9,90 M. für Futter. Für Futter? Ja, für Futter. Doch noch einen Augenblick Geduld. Die genannten Ausgaben belaufen sich, wie man durch Nachzählen gewahr wird, auf 255 M. 25 Pf., so daß ein Bestand von 155 M. 75 Pf. übrig blieb zur angemessenen Ver. wendung im Laufe des Jahres, wie auf der am 11. Jan. 1888 vom Herrn Direktor Bornstedt abgegebenen Quittung vermerkt wurde. Die angemessene Verwendung faßte die Direktion unseres Erachtens nun in recht weitem Sinne auf es müßte denn unsere Meinung, daß die gütigen Geber die ge sammelten Weihnachtsgaben für die unglüdlichen Gefangenen gespendet wissen wollten, eine irrige sein. Im Dezember des Jahres 1888 richtete der Heizer Kroll, der recht viel Unglück in der Familie gehabt hatte, an die Direttion ein Gesuch um eine Geldunterstüßung. Er sei nicht im stande, die für seine Familie nothwendigen Aufwendungen zu machen, was er als Water zu dem bevorstehenden Weihnachtsfeste doch gern möchte. Ihm wurden vom Direktor Bornstedt aus den zu Weihnachtsgeschenken disponiblen Mitteln breißig Mark bewilligt. Eine gleiche Bitte richtete der Heizer Kroll im nächsten Jahre an die Direktion. Diesmal wurden ihm zwanzig Mart aus den zu Weihnachtsgeschenken eingegangenen Mitteln gegeben. In der Abrechnung über den Weihnachtsfonds pro 1890 finden sich für Kroll nur noch zehn Mark verzeichnet. In diesem Jahre( 1890) betrug auch die Einnahme für diesen Fonds laut Listen nur 378,05 M. Dafür wurden zum besten der Ges fangenen auch nur 217 M. für Tannenbäume, Stollen, Wurst, Butter und Zigarren ausgegeben. Verhältnißmäßig reichlich flossen die Gaben aus diesem Fonds aber an Beamte( Heizer, Hilfs- Aufseher). Es finden sich auf der Abrechnung an derartigen Unterstüßungen zwei Poften á 20 Mart und fünf Posten à 10 Mark( darunter der des guten Kroll), im ganzen also neunzig Mart verzeichnet. Ferner gingen 8,80 m. für Porto 2c. und 3,35 M. Erstattung drauf, die an den entlassenen Gefangenen- Aufseher und penfionirten Schuhmann Quandt als verauslagter Arbeitslohn u. s. w. aus der Weihnachtskasse ersetzt wurde. So wurde im tönigl. Untersuchungsgefängniß zu Moabit aus dem Weihnachtsfonds an freien und unfreien Menschen wohlgethan. Aber wie wir schon vorhin vermerkten, erstreckte fich diese Wohlthätigkeit bis ins Thierreich hinunter. Geradezu wie Blasphemie flingt es, wenn dieses Gesindel in seinen Liedern sich dem Schuße der Mutter Gottes oder des Pat rons aller Reiter, dem Drachentödter St. Georg, empfiehlt und um himmlischen Segen bittet für sein sauberes Gewerbe. In dem Liede von Schenkenbach wird das Rauben ebenfalls wie oben ganz offenbar mit der wirthschaftlichen Misere der Ahnen unserer Strohdach flicker begründet: So wir nimmer Pfenning haben Und Futter und Mahl uns fehlt, So müssen wir fürbaß werben, Daß wir nit Hungers sterben, Die reichen Kaufleut' beerben Da man aber nur Todte beerben fann, nun, so schlägt man die Inhaber des Kaufmannsschazes eben todt. Weiter heißt es da: Wir haben uns eins vermessen In dem edlen Frankenland: Die Bauern, die woll'n uns fressen, Den Adel wohlbekannt, Das woll' Gott nicht verhängen Wir wollen sie fürbaß sprengen Recht wie die Säu absengen Hilf Gott, daß wir bezwingen Der Bauern Uebermuth, Die uns ums Leben bringen Viel manchen Reiter gut! Ihren Hochmuth soll man brechen, Soll sie von den Pferden stechen, Manchen guten Gesellen rächen. Klageiieder des gepeinigten Voltes über diesen edlen Orden finden Wir müssen uns, um im vollen Bilde zu sein, ein Bech sich genug, so Nr. 142 in Uhlands angezogener Sammlung und gelage von Schnapphähnen denken, bei dem ein alter Herr" anderwärts. den Novizen oder jungen Füchsen und Brandfüchsen der Räuber- Den wirthschaftlichen Untergrund des Raubritterthums erfaßt bande den im Echwange gehenden Brauch( Romment) einpautt, sehr richtig folgende Strophe: wobei er zum Schluß seine Schockscharmante leben läßt: wehe dem, der sich dabei nicht ehrerbietig vom Size erhebt und mit dem alten Herrn" auf das Wohl seiner Dulcinea anstößt( d. h. seine Geschäfte geben nicht mehr so gut wie ehedem;) und trinkt! Gott grüß Dich, schön's Jungfräuelein, Gott grüß Dein Mündlein roth. Und wie töftlich ist der Neid auf den Bauern, der auch mal beim Kirmestanz seines Lebens froh werden will und sich ein König dünkt! Solcher Uebermuth muß natürlich als Ueberhebung gegen die„ göttliche Weltordnung" bestraft werden! Wieherndes Gelächter mag dem Sänger auf solche Aufforderung zu Verbrechen"( vergleiche Umsturzvorlage der Deutschen Reichs regierung im Jahre des Heils 1894) die Antwort gewesen fein, welche die edlen Bechgenoffen des Sängers gaben. Dem Adel will nicht klecken Sein Gült als etwann was, So will dem Knecht( Kriegsknecht) nicht schmecken Sein Sold was schaffet das?( d. i. wie kommt das?) Groß Boch und nit vermügen( d. h. großen Aufwand treiben ohne die nöthigen Mittel), Jm Braß und Luder liegen( und Saus und Braus leben), Solche Brunnen bald versiegen, So tommt man an den Tanz Und wagt ein Galgenschanz. Man beachte folgende Rechnung über gehabte Auslagen für Futter für die vier Austalts: pfanen für die Zeit vom April bis Dezember 1887: 2 Mandel Eier à 80 Pfg. 15 Stück weißer Käse à 10 Pfg. 1 Kilogr. Ameiseneier 10 55 • • 1,60 M. 1,50 1,75 M. " " " gequetschter Hauf à 28 Pf. Futtergerste à 17 Pf... • . Buchgrüße à 28 Pf.. 2,80 0,85 1,40" Summa: 9,90 M. 9 Mart 90 Pfennige einige Wochen feiern zu müssen, ohne daß sie auch nur einen einzigen rothen Pfennig Verdienst hätten. Eine hübsche Art im Staat der Sozialreform! Der Hunger. Erschossen hat sich am Sonnabend Abend der 27jährige Kaufmann Herrmann Günther in seiner in der Linienftr. belegenen Wohnung. G. war schon seit längerer Zeit stellungsAehnlich traurig, wie mit den Bohnverhältnissen, ist es mit los, und da es ihm nicht gelingen wollte, andere Beschäftigung der Sonntagsruhe der Berliner Eisenbahnarbeiter bestellt. zu finden und jeglicher Subsistenzmittel ledig war, so machte er Es kommt vor, und zwar aus Ursachen, die den Arbeitern seinem Leben durch Erschießen ein Ende. Die Leiche wurde nicht erkennbar sind, daß die an und für sich schon nach der Morgue geschafft. mangelhafte Sonntagsruhe für die Arbeiter zeitweilig ganz aufgehoben wird. Bei voller" Sonntagsruhe im Güterverkehr erAus einer Zuschrift, die uns Herr Gastwirth Loppabuchstäblich neun Mart neunzig Pfennige sind mir heute gezahlt Sonntagen aber nur 12 Stunden beträgt. Bei aufgehobener fendet, entnehmen wir die Richtigstellung dieses Herrn, daß wer worden. Berlin, 27. Dezember 1887. Geiler. Jit am 27. Dezember gezahlt aus den WeihnachtsGeschenken. Bornstedt. Eine derartige Liberalität haben wir in einem preußischen Gefängniß bisher nicht für möglich gehalten. den halten die Arbeiter gewöhnlich an jedem vierten Sonntag einen schewski, Königsberstraße 34, zu der von uns bereits in Nr. 273 halben Tag, entweder einen Vormittag oder Nachmittag, frei, fo- unseres Blattes gebrachten Mittheilung über feine am 28. Nodaß ihre Sonntagsruhe" dann 18 Stunden, an den anderen drei vember im Verein der Berliner Weißbierwirthe gehaltene Rede Sonntagsruhe" beträgt die Pause ebenfalls 12 Stunden, denen von dem Wagner'schen Lokal nicht als von einem Hauptquartier 12 Stunden Arbeit entweder in Lagſchicht oder nacht des Umurzes gesprochen, sondern es nur al als Sammelplatz von schicht folgt. Noch unglaublicher ist es mit der Sonntags Sozialdemokraten bezeichnet, und sich bei dieser harmlosen Be rube bei im Personenverkehr beschäftigten Leuten hauptung auf die„ Thatsache" gestützt habe, daß dort vor Wahlen 2c. bestellt. Die Rangierarbeiter erhalten erhalten hier erst jeben die Bertheilung von Flugblättern stattfinde. vierzehnten Sonntag frei! Man sieht, daß es seine voll- Ein Naub der Flammen ist gestern früh das Nuhholz wichtigen Gründe hat, wenn die unteren Beamtenschichten des lager von May Levi, Gr Frankfurterstr 44, geworden. Als die Staates der Sozialreform und natürlich auch die von ihm aus: gebeuteten Arbeiter sich immer zahlreicher der einen Partei an- ersten Mannschaften der Feuerwehr um 1/27 Uhr auf der Brandfchließen, die ihre Interessen ehrlich vertrittt, daß sie einzig ber ſtelle eintrafen, waren die Schuppen schon zusammengestürzt. 3 Sozialdemokratie vertrauen! ivar daher hauptsächlich Aufabe der Feuerwehr, die arg ge= fährdete Umgebung zu sichern. Nicht weniger als sieben Rohre vurden nach einander in Thätigkeit gesetzt und emfig arbeiteten Dampf- und Drucksprigen zur Speifung derselben. Die Haupte gefahr war gegen 8 Uhr beseitigt, die Ablöschung selbst nahns dann noch längere Zeit in Anspruch. Der Schaden ist recht erheblich. Die Gemeindeſtener- Reform hat am Freitag die Stadtverordneten Versammlung zum hoffentlich legten Male beschäftigt. Der Magistrat hatte sich mit den vor Weihnachten gefaßten Beschlüssen, die die Interessen der Reichen im allgemeinen und der Zu der kläglichen Schloßbau- Berichtigung, mit der die Hausbesitzer im besonderen zu sehr berücksichtigten, nicht ganz Köller'sche Korrespondenz( siehe die Sonnabend- Nummer unseres einverstanden erklärt. Er bestand auf Erhöhung des Schulgelds Blattes) vor einigen Tagen auf dem Plan erschien, bemerkt das auf höheren Schulen und forderte statt 1 pet. Kanalisations- tonservative Volt": abgabe wenigstens 1/2 pCt. Seine Wünsche sind, wie unsere Die Kümmerlichkeit dieser offigiösen Berichtigung" springt Leser bereits wissen, schließlich erfüllt worden, nachdem in die Augen. Daß die Arbeiter nicht gezwungen werden können, Einen traurigen Abschluß hat das alte Jahr für die der Antrag unserer Genossen, doch 2 pet. zu erheben, mit Ueberstunden zu machen, ist klar. Aber daß die Schloßbau Arbeiterfamilie Schurich in Tempelhof gehabt. Am Sonntag erdrückender Majorität abgelehnt worden war. Der Ver- Verwaltung unerhört lange Ueberstunden und noch dazu während Nachmittag gegen 3 Uhr vergnügten sich etwa zehn Knaben auf gleich, zu dem sich die hausbesizerlich gesinnte Majorität der Nacht und an Sonntagen! zu einer Zeit machen läßt, wo so einigen Brettern, die über den Dorfteich bei der Kirche gelegt nunmehr bequemt hat, ist keineswegs so mager, mager, wie zahllose Arbeitslose der Beschäftigung harren, dafür giebt es waren, um des noch zu schwachen Eises wegen einen Laufgang er von ihr hingestellt wurde. Die Hausbesizer sparen immer teine Entschuldigung." noch beinahe 12 Millionen auf Kosten der übrigen Steuerzahler. Bezeichnend für die hündische Demuth, mit der von gewissen herzustellen. Die Knaben schaufelten und schlitterten, bis ein Brett umschlug und sechs von ihnen in das Wasser Daß das Ergebniß der Steuerreform eine gerechte" Ber- liberalen Kammerknechtsnaturen alles angewedelt wird, was von oben riß. Die zurückgebliebenen ließen ängstliche Hilieruje theilung der Lasten sei, wird niemand im Ernst behaupten wollen. tommt, ist das Gebahren der Presse vom Schlage des Berliner erschallen und konnten fünf ihrer Gefährten mit Leichtigkeit Die Ungerechtigkeit, daß die Gewerbetreibenden, die fleinen und Tageblatt" und des„ Börsen- Kourier“. Obwohl diese Blätter retten. Der zehnjährige Knabe Schurich aus der Berlinerstr. 109, fleinsten eingeschlossen, aufbringen müssen, was dem unthätigen viel zu feige waren, der von uns aufgedeckten skandalösen der am nächsten nach der Mitte des Wasserloches zugestanden Hausbesizer geschenkt wird, bleibt bestehen; davon kann auch Arbeitsverhältnisse am Schloßbau auch nur mit einem Worte zu hatte, war indeß vor den Augen seiner Spielgenossen versunken. das bescheidene Zugeständniß, zu dem sich die Vertretung erwähnen, brachten sie doch eilfertig die" Berichtigung der Der Gastwirth Gerth und der Tischler Büttner waren auf das des Hausagrarierthums schließlich doch herbeigelassen hat, Köller'schen Korrespondenz. Hundeseelen! Geschrei herbeigeeilt und suchten den ertrinkenden Knaben mittels nichts ändern. Der Rückzug vollzog sich übrigens feinesDie neunte Speise Austalt des Vereins für Kinder Stangen zu retten. Nach halbstündiger Arbeit brachten sie ihn wegs ruhig und friedlich. Die Hausagrarier und ihre Freunde Boltstüchen ist am Sonnabend Frkesenstr. 21 eröffnet zwar an das Land, doch war der Tod bereits eingetreten. tämpften bis zum letzten Augenblick wie die Löwen. Sie schütteten die ganze Schale ihres Bornes über diejenigen aus, die innerhalb und außerhalb der Versammlung der Hausbesizer- Jm Cirkus Neuz finden heute zwei Neujahrsfest Majorität Bertretung ihrer eigenen Interessen vorgeworfen hatten. vorstellungen und zwar nachmittags 4 Uhr und abends Furchtbare Abrechnung hielten sie besonders mit Tante Boß", 7%, Uhr statt. Sie ganz gegen ihre Gewohnheit denselben Vorwurf erhoben hatte. Die Erbitterung, die sich in lauten Rufen des Zornes und der Verachtung fundgab, ist begreiflich. Von seinen eigenen Freunden im Stich gelassen zu werden, das thut ganz besonders weh. Sehr amüsant nahm sich das Pathos aus, mit dem gerade diejenigen, welche vorher am entschiedensten für die„ nothleidenden" Haus befizer eingetreten waren, jest erklärten, es sei fein einziger unter den Stadtverordneten, der sich von Hausbesitzerfreundlichkeit habe letten laffen. So endete das ernste Drama der GemeindesteuerReform mit einem grotesten Satirspiel. worden. " Das Parodie- Theater am Morigplatz soll von heute ab seinem bisherigen Beruf entzogen werden und fortan unter der Firma Walhalla- Volkstheater" eine Stätte bilden, in der Possen und bürgerliche Schauspiele eine entsprechende Pflege erhalten. Der Titel der heutigen Première Die Schneiderin vom Morig play" zeigt deutlich, was an der neuen Kunststätte die Glocke geschlagen hat. Auch eine Diebskomödie. Die Jagd auf die beiden Erpel und auf Mäser, jenen drei berüchtigten Verbrecher, denen der Tod des Gemeindebeamten Biegel zuzuschreiben ist, hat zu einer interessanten Entdeckung geführt. Die Polizei fand in den Steins brüchen von Rüdersdorf das Lager der Verbrecher, wo sie fich wohnlich eingerichtet hatten. Zum Schuße gegen die Kälte dienten Schifferpelze; auch an Vertheidigungswerkzeugen fehlte es nicht; ja auch mit Lebensmitteln war die kleine Festung versehen, so daß sie eine Belagerung der Polizei aushalten fonnte. Die Gesuchten hatten die Aufspürung des Schlupf winkels gemerkt und den Kriminalbeamten nur das leere Nest zurückgelaffen. Die Behörde findet, wie ein Berichterstatter wissen will, bet der Ergreifung der Verbrecher, die fortgefest Gin brüche verüben, seitens der Ortsbewohner teine thatkräftige Unter stüßung; denn als sich die Bande Weihnachten ruhig durch das Dorf Rüdersdorf bewegte, wagte niemand sich ihrer zu bemächtigen, weil man Waffen bei ihr vermuthete. die Burschen während ihres freuzfidelen Durchmarsches durch das Dorf nicht der Sicherheitspolizei zu Gesicht gekommen? Die föniglich preußischen Beamten sind stramm am Play, wenn irgendipo ehrenhafte Arbeiter in einer Versammlung über ihr Elend sprechen wollen! Sind denn Mit dem von dem Berichterstatter gegen die Einwohnerschaft von Rüdersdorf erhobenen Vorwurf der Lässigkeit steht allerdings die Mittheilung in Widerspruch, daß am Sonntag nicht weniger als 200 Personen auf den Beinen gewesen sind, um die drei Verbrecher zu suchen. Die derart Verfolgten sind zwar bei dieser Razzia dem Publikum mehrfach zu Geficht gekommen, doch konnte man ihrer uie habbajt werden, so daß das große Aufgebot leider ein durchaus negatives Resultat hatte. Ueber den gestrigen freien" Sonntag soll allgemein von den Geschäftsleuten geflagt worden sein. Von einem Verkehr Von der Fürsorge des Staates der Sozialreform für war wenig zu merken; selbst in Neujahrsfarten hat das Geschäft die Aermſten unter seinen Dienern hat die jüngstverflossene flau gegangen. Vielfach wurde gar nicht das Ende des freien Weihnachtszeit wieder der Beispiele mancherlei ans Licht gefördert. Sonntags abgewartet, man schloß einfach früher die Läden. Erst kürzlich mußten wir auf die Arbeiterentlaffungen hinweisen, Man sieht, daß die Aufhebung der Sonntagsruhe einem Bedie kurz vor dem fröhlichen, seeligen Chriftfest am Rangir- dürfniß des Publikums nicht entsprochen hat. Bahnhof Pankow zum Theil über alte, in treuer Pflichterfüllung ergraute Arbeiter ausgesprochen wurden, und heute drängt u. a. Die Verlegung des Hen- und Strohmarktes vom die Art, wie im Reiche des Herrn Thielen die Weihnacht 3: Oranienplatz nach der Wienerstraße am Görlizer Bahnhof hat Gratifitationen vertheilt worden sind, wieder zu neuen zur Folge gehabt, daß für Rirdorf ein besonderer Markt der Betrachtungen. Von diesem Geschenke scheinen gerade die am selben Art eingerichtet worden ist. Der erste Markt wird daselbst schlechtesten gestellten Leute grundsäßlich ausgeschlossen zu sein, am nächsten Donnerstag abgehalten werden und von da ab jeden Montag und Donnerstag stattfinden, während für Berlin die Denn sie ergingen erst, und dann gleich in der Höhe von 50 bis 100 Mart, an Beamte mit einem Tage Mittwoch und Sonnabend festgesetzt sind. Minimalgehalt von 125 M. Beamte mit geringerem Gehalt erIn der ,, Staatsbürger Zeitnug" macht sich die Teutsch halten nur berartige Gaben, wenn es sich um einen auffälligen thümelei unserer slavisch- slavischen Urgermanen, die von Seise Stothstand bei ihnen handelt, und für diejenigen, die mit einem und von schnöder wälscher Bildung nichts nich wissen will, selbst Jahresgehalt von 700 bis 800 m. angestellt sind, giebt es über- in den harmlosesten Notizen bemerkbar. So lesen wir in der haupt fein Weihnachtsgeschenk. Für die besser bezahlten Beamten Nummer vom Montag Abend: forgt die Bahnverwaltung in manigfacher Weise, diese erhalten Ein geselliges Beisammensein" für Kinder höherer Kreise Gratifikationen, Urlaub, Unterstützungen, Freifahrtschein 2c. die im Alter von 8 bis 7 Jahren hat eine spekulative Dame hier schlechtestbezahlten Beamten und Arbeiter geben aber leer aus, eingerichtet. Es wird nicht mehr lange dauern, bis die dreidiefen wird nicht einmal bei dringenden Familienverhältnissen jährigen Babies auch ihren Jour fixe haben werden, dem der Freifahrtschein nach ihrer Heimath gewährt. Die Vive O'clock Chokolade nicht fehlen dürfte. Geradezu jammervoll ist aber die Lage der Streden Fremde Sprachen sehr schwach! arbeiter. Diesen zahlt die Bahnverwaltung zur Winterszeit einen Tagelohn von 2 Mart und 30 Pfennigen; mit solchem Der Tod des Direktors vom Börsen- Handels- Verein ist, elenden Betrage müssen sie sehen, wie sie sich mit ihrer häufig wie jetzt mit völliger Sicherheit berichtet werden kann, auf Selbit Stationen. zahlreichen Familie durchschlagen. Ja, und wenn ihnen dieser mord durch Erschießen zurückzuführen. Es soll sich um GeldVerdienst noch regelmäßig sicher wäre! Aber gerade zur schlimmen sachen handeln. Winterszeit, bei schneelosem Frost, trifft sie das Unglück, zuweilen Beim Zuwerfen einer Koupeethär auf der Nordbahnstation Gesundbrunnen sind gestern Abend einer jungen Dame D. h., da hat man eben die Aussicht, die Chance denn das Anna Feller aus Oranienburg die oberen Fingerglieder der Hamburg bedeutet Schanz, wie z. B. in der Nedensart: etwas in die linken Hand abgequetscht worden. Die Dame wurde schleunigst Wiesbaden. Schanze schlagen an den Galgen zu kommen. nach einem Krankenhause überführt. Ein junger Mann, der die Biele Voltslieder, die mündlich umgingen, ober fliegende Thür zugeschlagen und dadurch das Unglück veranlaßt hatte, iſt München Blätter, die Vorgänger unserer Zeitungen, melden von Leben und schleunigst entkommen. Thaten und Sterben und Verderben solcher Galgenvögel. Schwer verletzt wurde in Pankow der zwölfjährige Sohn des Pferdebahnkutschers Hampe. Der Knabe machte sich an einem Wagen unvorsichtiger Weise zu schaffen, wobei ein schwerer Theil des Gefäbrts sich plöglich loslöfte und ihn unter sich bes grub. Das Kind ist schwer im Gesicht verlegt worden. Witterungsübersicht vom 31. Dezember 1894.79 Swinemünde. Berlin Barometerstand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung bu Windstärke ( Stala 1-12) etter 742 S 1 heiter 742 SW wolkig • 743 Still Schnee 743 SW Schnee Wien 744 M Schnee Haparanda 748 Still bedeckt 751 GO 2 bedeckt 764 M 5 756 NNW 6 750 NNW 4 heiter halb bedeckt moltig 1381 erledigten die Nürnberger einen alten Spahn mit einem Einer führerlosen Droschke, welche am Sonntag Nach Petersburg der verwegenften Wegelagerer jener Zeit, mit dem volfslieder mittag 41/2 Uhr die Landsbergerstraße hinabgesaust tam, warf Gort. berühmten Epple*) von Geilingen, der eine ganze Rotte adeliger sich der Schuhmann Fortems muthig entgegen. Leider wurde Aberdeen der Beamte bei seiner braven That von den Pferden eine Strecke Paris Galgenvögel unter seiner Räuberhauptmannschaft zusammengeschleift und nicht unerheblich verletzt, doch gelang ihm die gebracht hatte. Drei Jahre vorher war ihnen der saubere Patron unter dem Rettung der Passagiere des Gefährts, einer Frau und zweier schon bereitstehenden Galgen durch einen Sprung mit seinem guten Roß über die Stadtmauern entwischt und soll dabei den Nürnbergern eine lange Nase gezogen und das später fliegend gewordene Wort geprägt haben: Die Nürnberger hängen feinen, sie hätten ihn denn! Kühne Sprünge der Art rühmt das Volkslied dem Epple mehrere nach, auch andere derbe" Reuterschwänte" und tolle Streiche. Kinder. Einen Todtschlag hat am Montag ein Arbeiter in der Schwedterstr. 43 an seiner Frau verübt, mit der er sich im Wortwechsel befand. Im Verlaufe des Streites führte er einen so unglücklichen Schlag gegen die Schläfe der Frau, daß die Ge troffene bewußtlos zu Boden stürzte und verstarb, bevor ärztliche Hilfe herbeigeschafft werden konnte. Der Ehemann hat sich selbst der Polizei gestellt. Der Fall ist um so trauriger, als in der Familie acht unmündige Kinder vorhanden sind. Temperatur 5º C.= 4° R.) se v B1204123211 Wetter- Prognose für Dienstag, 1. Januar 1895. Ruhiges, theils heiteres, theils nebeliges Wetter mit leichten Schneefällen und gelindem Frost.it de residue Berliner Wetterbureau. itsgod foR duest Suit Sn Theater. Mit den Nürnbergern in Fehde liegend ritt er doch frech Im Leffing- Theater hat sich am Sonnabend Fräulein und dreift am hellichten Tage zu Nürnberg aus und ein, läßt Rosa Retty vom Berliner Publikum verabschiedet. Die im beim Schmied ſein Pferd beschlagen und zahlt in Gold dafür, Durch vier Schüsse in den Kopf hat sich am Sonnabend Deutschen Theater heraugebildete junge Künstlerin hat sich außer bezahlt aber mit Nürnberger Geld, da er deren Wechselhaus der Portier Noack in seiner Wohnung, Stubenrauchstraße 12a in ordentlich schnell nicht allein zum Liebling der Berliner Theaters ausgeplündert. Darauf stiehlt er unterm Frauenthor ein Schöneberg, erschossen. Noack, der sich erst vor einem Jahre ver- besucher, sondern zu einem wirklichen Talent entwickelt, das Baar Reiterstiefel und schlug's dem Thorwächter umb heirathet hatte, war start angetrunken nach Hause gekommen und Großes zu werden verspricht, wenn ihm die nöthige gewissenhafte das Maul". Eine Bäuerin fragt er, was man hatte hier den Tisch umgeworfen, auf dem eine Lampe stand. Pflege zu theil wird. Wird diese kundige kundige Hand, bie bie es nicht allein vom Eppele fage, und als sie antwortet, der wäre ein„ nasser Auf die ihm von seiner Frau infolge dessen gemachten Vorwürfe Snab", d. i. ein Trunkenbold, schürt er ein Feuer an," siedet hatte er geäußert: Ach was, wenns nicht mehr geht, schieße ich auf die übliche gewerbsmäßige Ausbeutung einer hervor sich in Wien, der Schmalz in einem Kessel und stieß ihr die Händ drein bis an mich todt! Die Frau, die diese Drohung für einen Scherz hielt, ragenden Kraft abgesehen hat, Es wäre die Arm". verließ das Zimmer; gleich darauf fiel der erste Schuß, der neuen Wirkungsstätte der Künstlerin, finden? wenn dies Talent auch treibhausmäßig aufBu Farnbach aber schlug seine Stunde. In einem Wirths- Noad nur leicht verlegte. Auf den Knall eilte ein Nachbar schmerzlich, hause raftete er, da schub man ihm viel Wägen fürs Haus", herbei, um Noack die Schießwaffe, einen Revolver, zu entreißen, gezogen würde und im Virtuosenthum, in Baraderollen ver d. h. man blokirte das Quartier: flüchtete dann aber, als jener ihn selbst zu erschießen drohte, aus fümmerte! bem Zimmer, um die Polizei herbeizurufen. Inzwischen feuerte Noach noch drei Schüsse auf sich ab, die tödtlich wirkten. Als Polizeibeamte herbeieilten, war er bereits todt. Da sprang er über acht Wägen aus, Am neunten gab er den Giebel auf, b. h. da war's mit seiner Sicherheit, seinem Glücke, vorbei: Sie führten ihn auf den Rabenstein, Man legt ihm den Kopf zwischen die Bein! ( Schluß folgt.) *) Epple, Eppele oder Eppelin ist die deutsche Umgestaltung des Namens Apollonius; das Geschlecht der Geilinger von Altheim soll noch heute blühen, was diejenigen, welche sich dafür intereffiren, im Adelskalender nachschlagen mögen. Vergiftet hat sich am zweiten Feiertag ein junges Mädchent, die 19 jährige Margarethe Schwemmin, welche Augsburger straße 75/76 wohnte. Der Grund des Selbstmordes ist unbekannt. Die Leiche des 46jährigen Arbeiters Angust Bielicke ist am Sonnabend an der Schleuseninsel aus dem Landwehrkanal gegogen worden. B. soll Selbstmord begangen haben. Ihr ganzes liebliches Rönnen entfaltete die Künstlerin noch einmal als Eva in Baul Lindau's Lustspiel, Gin Erfolg Sie gab in diesem an sich seichten Stück die ihr zusagende Rolle des aufgeweckten und doch naiven Backfisches natürlich in voller Lieblichkeit, sie entzückte" wieder und schwer schien sich das Publikum von der mit Kränzen und Blumen überschütteten kleinen Gestalt trennen zu können. Unzählige Male ging der Vorhang auf und nieder, bis endlich die Rufe Auf Wiedersehen" ver flungen waren! " ( gram) em 780 him too bi gall w " Parteinachrichten.| Soziale Ueberlicht. Eine Freisprechung in Sachsen!( Privat- Telegramm des Vorwärts") Das Freiberger Landgericht sprach die Genossen Krahl und Landgraf, Redakteur und Berleger der Burgstädter Volksstimme" von der Anklage der Beleidigung eines Affeffors frei. Bekanntlich hatte das Reichsgericht die Sache an das Freiberger Landgericht verwiesen. # ste Soziale Ueberlicht. heute unter Ausschluß der Deffentlichkeit vor der zweiten Strafe und mit der Das Schlafstellenwesen. Ein trauriges Sittenbild wurde fammer am Landgericht II aufgerollt. Am 7. November wurde Zur Frauenbewegung schreibt man uns: Die immer mehr die 18jährige Tochter Hedwig des Arbeiters Seidlig zu Nixdorf zum Durchbruch gelangende Erkenntniß, daß wir zur schnellern durch einen Polizeidiener zur Schule geführt, weil das Mädchen Erreichung unserer Ziele des Mitkampfes der Frauen bedürfen, die Schule behartlich und ohne zwingende Entschuldigung ver drängte zu dem Wunsch, die Frauenorganisation zu be- fäumte. Als sie in der Schule erschien, zeigte es sich, daß sie quem schleunigen, und wird als weitere Folge die Cin sich im hochschwangerem Zustande befand. Der Lehrer schickte schaltung der Frauenbewegung in die Tagesordnung der nun das Mädchen wieder nach Hause und erstattete Anzeige. Auf Parteitage herbeiführen. Denn über die Mittel und Wege, die amtliches Befragen bezeichnete das Mädchen den Schlafburschen Von der Agitation. Ueber die Umsturzvorlage" referirte Frauen zu organisiren, müssen wir zur Klarheit gelangen. Das ihrer Eltern, den 25jährigen Arbeiter Emil Jahns, als ihren am 28. Dezember der Genosse Antrick Berlin vor einer von fann aber nur geschehen, wenn auf dem Parteitag über den Berführer, der darauf verhaftet und unter Anklage gestellt wurde. etwa 500 Personen besuchten Versammlung in Bär walde. jezigen Stand der Dinge ein Referat gehalten wird, die Einzel- Wie aus dem öffentlich verkündeten Urtheile hervorging, hat der Die Anwesenden schenkten den Ausführungen des Vortragenden heiten der Frage gründlich diskutirt werden; nur so wird Angeklagte in acht Fällen die inkriminirte That zugestanden. große Aufmerksamkeit. Bei der Schilderung der Vorfahren Klärung der Meinungen und einheitliches, erfolgreiches Vor: Der Vorsitzende erklärte, daß der Gerichtshof die äußerste Milde unferer Herren Junker wurde Redner vom Herrn Amtsvorsteher gehen in dieser wichtigen Angelegenheit ermöglicht. Der heutigen habe walten lassen, weil der Angeklagte der eigentlich Berführte unterbrochen, indem er mit Auflösung der Versammlung drohte; Agitation unter den Frauen mangelt ja gerade die Einheitlichkeit, fet. Sein Alter hätte ihm jedoch die nöthige Besonnenheit geben Redner verbat sich unter allgemeinem Beifall jede Unterbrechung es mangeln ihr feste Gefichtspunkte. sollen, den Verführungen eines verwahrlosten Kindes zu wider. auf das Entschiedenste; die Lektion hatte geholfen und konnte Erstens muß die Arbeiterin organisirt werden. Ihre stehen. Daß er dies nicht vermochte, mache ihn strafbar. Das Redner seinen Vortrag ungestört zu Ende führen. Mit einem Lebenshaltung ist die denkbar schlechteste, und ihre geringe Beurtheil lautete auf 10 Monate Gefängniß, wovon ein Monat als dreimaligen Hoch auf die Sozialdemokratie wurde die Versamm- sahlung drückt die Löhne des männlichen Arbeiters herab. Auch verbüßt erachtet wurde. Gegen die Eltern des Mädchens soll nun lung geschlossen. als Streitbrecherin muß sie herhalten; man erinnere ſich des In Wittenberge fand am 29. Dezember eine öffentliche durch die Streifbrecherinnen so unglücklich verlaufenen Biele Anklage wegen schwerer Ruppelei erhoben werden. Ein Rigdorfer Gefängnißaufseher. Wegen MißBoltsversammlung statt. Das Versammlungslokal, die Zentralfelder Weberstreiks. Da balle, war bis auf den letzten Platz gefüllt; auch eine Anzahl Gegner waren erſchienen, leider nahm feiner one za stärken, bis es das Solidaritätsgefühl der Arbeiterinnen zu handlung von Gefangenen bezw. wegen Mißbrauchs in der Organisation geschehen kann. Nun der Amtsgewalt im Sinne des§ 340 des Strafgesetzbuches in Wort. Genosse Hintze Stendal sprach über: bieten ja die Gewerkschaften den Arbeiterinnen der jeweiligen fünf Fällen hatte sich gestern der Gerichtsdiener Theodor Die Ziele und Bestrebungen der Sozialdemokratie und ihre Stellung zum Anti- Branche willige Aufnahme, aber der Umstand, daß mit dem für Jordan vor der zweiten Straftammer am Landgericht II. zu semitismus." Seine Ausführungen wurden mit großem Beifall in anbetracht ihrer niedrigen Löhne niedriger normirten verantworten. Der Angeklagte war von Mitte 1892 bis in die aufgenommen. Die Versammlung mußte auf polizeiliche An- wöchentlichen Beitrag, auch oft manche der Vortheile der Orgas jüngste Zeit beim Amtsgericht in Nixdorf als Gefängnißauffeher ordnung hin bereits um 11 Uhr geschlossen werden. Da fürzlich nisation wegfallen, hält doch gar viele vom Eintritt in die Ge- angestellt und hat nach der Anklage in zahlreichen Fällen die eine von H. Hans v. Mosch und unter dem Vorsitz des Bürger- wertschaften ab. Hier Ausgleich zu schaffen, ist schwierig, aber feiner Obhut anvertrauten Gefangenen nicht unerheblich mißmeisters Jahn abgehaltene Versammlung erst gegen 12 ühr weil diese Schwierigkeit vorliegt, bedarf fie der Besprechung. Faust in den Kopf geschlagen u. f. w. Der schlimmste beenbagt Bandet den schweren Schlüsselbunde un beendigt war, so hat sich Genosse Hinge mit einer Depesche Aber nicht Industrie- Arbeiterinnen allein, auch die nicht in der von der Anklage aufgezählten Fälle war folgenan den Minister des Innern gewandt. Hoffentlich wird dies dustriell arbeitenden Frauen und Töchter der Arbeiter sollen zur der: Der Gefangene Rackow, der jezt in BrandenBewegung herangezogen werden. Nur sozialdemokratische helfen und in Zukunft eine gleichmäßige Handhabung der Geseze Mütter werden sosialdemokratische Kinder erziehen, und burg eine anderthalbjährige Zuchthausstrafe wegen Diebstahls eintreten. HOUST diejenige Agitation im Heer, welche die Mutter eines Refruten verbüßt, war am 12. Dezember v. J. mehrere Stunden lang nicht Ju einer überaus zahlreich besuchten Versammlung 10-15 Jahre vor Eintritt desselben in die Armee begann, in seiner Belle eingeschlossen und fonnte sich frei auf dem Korridor des sozialdemokratischen Wahlvereins zu Fürstenwalde tann nicht mit Gefängniß bestraft werden und ist dem bewegen. Von hier aus sette er sich mit dent 18jährigen SchriftDie ganz besondere Gefährlichkeit" feber Althaus in Verbindung, ber eben wegen Betruges zu a. d. Spree sprach am 27. d. M., abends, Genoffe Wilhelm nach die erfolgreichste. Gefängniß verurtheilt worden war. Althaus wollte Liebknecht über die neue Umsturzvorlage und die Sozial- der Frauenerklärung verursacht nun aber auch die ganz bedemokratie. Die vortrefflichen Ausführungen des Redners fondere Strenge, mit welcher die Polizei gegen Frauenvereine fliehen und Rackow wollte ihn begleiten. Letzterer öffnete die wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Speisenklappe in der Zellenthür des Althaus und dieser versuchte Auswege berathen werden. Selbst auf die in u. f. w. auftritt. Hier muß über großer Anzahl anwesenden Anhänger anderer Parteien schien Auch die liebevolle Fürsorge um das Seelenheil unserer Frauen sich nun durch die enge Deffnung hindurch zu zwingen, von seiten der Herren Pastore rührt uns Abwehr zu welchem Zwecke er sich sämmtlicher Kleider bis auf die Beindieser Liebes müh! Wollen die frommen Herren Nußen ziehen aus fleider entledigte. Nachdem er zuerst einen Arm und den Kopf der Unwissenheit der Frau und diese Unwissenheit als besten durch das Loch gesteckt hatte, gog ihn Rackow von draußen und Träger ihrer Herrschaft erhalten und fördern, so erstreben wir wenn auch Althaus manches Stück seiner Haut verlor, jo tam er dagegen die Aufklärung des Weibes; denn nur diese Aufklärung, doch glücklich hindurch. Vom Korridor begaben sich die beiden nur Bildung und Wissen befähigen sie, den Sozialismus zu be Flüchtlinge nach dem Hofe, doch hier setzte ihnen die hohe Mauer ein unübersteigliches Hinderniß in den Weg und da obendrein greifen und unsere Mitkämpferin zu werden. Solange file das noch nicht ist, wird auch mancher Mann der Hund des Auſſchers hinzu tam und Lärm schlug. fte es vor, Althaus den Rückweg anzutreten. durch sie, durch Mutter, Gattin und Tochter vom Kampf ab- Bogen gehalten. Soviel zur Anregung, die Einschaltung der Frauen- wollte uun wieder durch die Speiseflappe in die Belle friechen, bewegung in die Tagesordnung der Parteitage einer weiteren das gelang ihm aber jetzt nicht, weil er im Innern nicht gezogen werden konnte. Als er gerade halb drinn und halb draußen Erörterung zu unterziehen. steckte, kam der Aufseher hinzu, er hette zunächst seinen Hund Glückliche Städte und Dörfer giebt es noch im Unter- auf die noch draußen befindlichen unteren Extremitäten des in westerwaldkreise. Dort werden in mehr als der Hälfte der Klemine steckenden Gefangenen, so daß dieser mehrere Bißder Gemeinden keine Gemeindefteuern erhoben. In vielen Gewunden erlitt. Dann schloß er die Hellenthüre auf und zog mit meinden, z. B. Selters, Herschbach, Nordhofen, Vielbach, Quirn den Worten: Du Hund! Auf demselben Wege wie du' rausbach, Mayfain, Wölferlingen, Freirachdorf, Rückerod und Goddert gekommen bist, mußt du wieder' rein!" den Gefangenen in die wird noch das Brandholz unentgeltlich an die Gemeindebürger Belle, indem er deffen Ohren als Henkel benutzte. Ohnmächtig abgegeben, kein Schulgeld und nur ein geringer Wafferzins er: fiel endlich Althaus zu Boden, , er wurde darauf gefesselt und hoben, trotzdem zahlreiche Orte durch kostspielige Hochdruck- in diesem hilflosen Zustande wiederholt mit dem Schlüffelbunde leitungen in ansgiebigfter Weise mit dem besten Waffer versehen geschlagen. In gleicher Weise wurde alsdann Radow gefesselt find. Ja, der Ort Goddert hatte bis vor wenigen Jahren ein und geschlagen; doch als dieser, ein herkulich gebauter Mensch, weißes Hypothekenbuch." Den unglückligen Steuerzahlern in trotz der Fesseln eine drohende Haltung einnahm, ließ Jordan den Großstädten mag dies wie ein Märchen flingen aus grauer von ihm ab. Der Angeklagte gab nur zu, die beiden GeVorzeit. fangenen in der Erregung über die versuchte Flucht un= sanft angefaßt, er bestritt aber, den Hund gehezt oder geschlagen zu haben. Der Gerichtshof hielt ihn aber in fünf Fällen des Amisvergehens für schuldig und ging weit über die vom Staatsanwalt beantragten vier Wochen hinaus. Das Urtheil lautete auf vier Monate Gefängniß, wobei strafmildernd Unbe scholtenheit und Erregung, straffchärfend aber die Gröblichkeit der Ausschreitungen in betracht gezogen wurde. 16V die Rede ihre Wirkung nicht verfehlt zu haben. Zum Schluß gelangte folgende Resolution zur einstimmigen Annahme: Die heutige Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden. Sie protestirt ganz energisch gegen die Annahme der sogenannten Umsturzvorlage im Deutschen Reichs: tage, da durch dieselbe jede freie Regung des deutschen Bolles in der Presse sowohl, als im ganzen öffentlichen Leben unterbunden wird, überhaupt die Gesetvorlage geeignet ist, wahrhaft russische Zustände in Deutschland zu schaffen." * Ein fozialdemokratischer Kalender. Gine große Zahl Kalender für das Jahr 1895 find uns in den legten Tagen zu gegangen. Wir griffen zuerst nach dem schön ausgestatteten Kalender der Firma Auer u. Cie. Baß erstaunt waren wir aber, als wir die Sinnsprüche dieses Kalenders lasen. Wir heben aus denselben blos die folgenden hervor: Sage nie Uebles, von wem es auch set. Halte Dich frei von jedem Fehl, wenn Du glücklich sein willst. Wer mit Neid blickt über sich, stimmt nur selber trüber sich. Je mehr Gesetze, je weniger Recht. Auf zwei Rädern rollt die Welt, das eine ist Liebe, das Wir bedauern, daß nicht andere Sinnsprüche gewählt wurden; die angeführten verrathen doch geradezu Mangel an sozialdemo: fratischem Bewußtsein. andere Geld. B " Aus Eugen Richter's Gegenwartsstaat. In Zittau Die Kreiskonferenz des Reichstags Wahlkreises Nord erschien dieser Tage ein Arbeiter aus Grund in Böhmen in hausen, die am 25. Dezember in Nordhausen stattfand, war dem dortigen Gerichtsgebäude. Seine zwei Kinder hatte er in von 26 Delegirten aus 13 Orten besucht. Beschlossen wurde, einen Wagen gesetzt und brachte sie mit. Er verlangte von den alle Lokalkommissionen aufzulösen; an stelle derfelben wurde ein Beamten die feiner Frau, die zur Beit im hiesigen Bentral- Agitationskomitee gewählt. Genosse Otto- Nordhausen Amtsgerichtsgefängniß eine ihr zuerkannte Freiheitsstrafe abbüßt. wird als Kreisvertrauensmann gewählt. Als ihm das Unmögliche seiner Forderung flar gemacht wurde, meinte er: Dann könnt Ihr auch die Kinder behalten!" Sprach's und verschwand, ohne sich um die Kinder, die auf der Straße standen, weiter zu bekümmern. Die frierenden armen Geschöpfe wurden von der Polizei vorläufig im städtischen Armenwo " 9291 Gewerkschaftliches. 21/2 " Dermischtes: 23rd howthing Mit über 11 000 M. Geldern und Werthsendungen flüchtig ist seit dem 28. Dezember, nachmittags, der Postgehilfe Wilhelm Stapelfeldt aus Hagenow in Mecklenburg. Auf die Ergreifung des Flüchtigen und die Wiedererlangung des unterschlagenen Geldes hat die Ober- Postdirektion in Schwerin eine Belohnung von 750 M. ausgesetzt. A18 Nachtrag zum polnisch- sozialdemokratischen Partei: tag in Breslan geht uns noch folgendes zu: Nach Schluß der Berathungen fand, trotzdem die Breslauer Polizeibehörde ein Tanzvergnügen nicht gestattete, ein gemüthliches Beisammensein hause untergebracht.ttf ville der Delegirten und Gäste statt, wobei musikalische Vorträge, Gesang und Deklamationen abwechselten. In den Nebenräumen des Lokals konstituirten fich gleichzeitig der Parteivorstand und wurde Berfus zum Vorsitzenden, Merkowski zum ersten Schriftführer, Brzeskwiniewicz zum zweiten Schriftführer, Thiel zum Achtung, Metallarbeiter! Von der Metallwaaren- Fabrit Raffirer, Siejat zum Beisitzer proklamirt. Am anderen Tage besuchten Schuler, München, Gewürzmühlstr. 1 b, ist der Zuzug wegen Der letzte Sturm hat zahlreiche Opfer auf hoher See gefämmtliche Delegirten unter Begleitung mehrerer deutscher und Lohnabzugs streng fernzuhalten. polnischer Genossen das Grab unseres Vorkämpfers! Lassalle, Achtung, Holzarbeiter! Buzug ist fernzuhalten: Bon London gemeldet wird, am Sonntag früh bei Holyhead Schifffordert. Die Bark Ossia", von Belfast kommend, erlitt, wie aus vom Vorsitzenden Bersus im Namen der polnischen Tischlern nach Berlin( Pianofabrik von Görs u. Kallmann, bruch. Obgleich eine Verbindung mit der Bart mittels RettungsSozialdemokratie mit einigen turzen Widmungsworten ein Arndtstr. 34), Pforzheim( Weibl's Möbelfabrik), Blumte bei apparates hergestellt war, wurde die gesammte Mannschaft, aus Kranz aus rothen und weißen Blumen niedergelegt wurde. Gelsenkirchen( Laarmann's Werkstätte), JBehoe( Westphal'sche 24 Personen bestehend, von den Wogen fortgerissen und erGleichzeitig wurde auch des dahingeschiedenen Reichstags- Ab- Möbelfabrik), Luckenwalde( Billig's Wertstätte) Weißenfee trant.u geordneten May Kaiser, welcher seine legte Ruhestätte auf dem( Springer's Werkstätte); von Tischlern und Stellmachern Aus Karlskrona wird gleichfalls vom Sonntag gemeldet, daß selben Kirchhofe gefunden hat, gedacht, und auch sein Grab be- nach Güstrow i M.( Mecklenburgische Waggonfabrit); von die deutsche Fischerschmack" Emma", Besizer: die Firma Julius sucht, geleitet von den Breslauer Genossen. Hierauf begaben sich Tischlern und Drechslern nach Goslar( Pfeil'sche Möbel- Söpfer- Stettin, bei Karlstrona untergegangen ist. Die aus drei die Delegirten nach dem Bahnhof, um nach ihrer Heimath ab fabrit), und M.- Gladbach( Kambet's Werkstätte); von Dre ch 3 Personen bestehende Mannschaft wurde mit größter Schwierig zureisen. Kurz vor der Abfahrt fiimmten die Breslauer Genossen lern nach Lauterberg( Fabrit Hillegeiſt) und Harzburg feit von dem zu diesem Zwed ausgesandten Kanonenboot„ Rota" auf dem Perron ein Abschiedslied an, was sie glücklicherweise( Schulze's Holzbearbeitungs- Fabrik).] geborgen. auch ohne von dem Stationsvorsteher daran gehindert worden zu Au die Parquetbodenleger Berlins und der Umgegend! Erdstöße. Reggio di Calabria, 81. Dezember. Die sein, beenden konnten. Kollegen! Beim Beginn des neuen Jahres lohnt es sich wohl, seismographischen Apparate verzeichneten heute Nacht zwei Erdeinen Rückblick auf das alte Jahr zu werfen, um zu prüfen, wie- von denen einer besonders heftig war. Eine wissenschaft. weit das letzte Jahr unsere Erwartungen erfüllt hat. Leider liche Kommission ist zur Besichtigung der durch die Erdbeben werdet Ihr alle zu der Erkenntniß gelangen, daß das Jahr 1894 beschädigten Ortschaften abgegangen. Belgrad, 29. Des für uns noch schlechter war als seine Vorgänger. Arbeitslosig gember. Seit einigen Tagen fanden in Jagodina täglich fanden in Jagodina täglich Grd. Ord feit und Abzüge in Permanenz, das war die Signatur 1894, und erschütterungen statt. was damit verbunden ist, habt Ihr am eigenen Leibe erfahren. erschütterungen statt. Madrid, 29. Dezember. Ein Güterzug entgleiste in der Kollegen! Wollt Ihr 111111 Eure Lebenshaltung noch Nähe von Bilbao infolge einer Explosion. Zwei Personen Zu den Bürgerausschuß- Wahlen in einigen Orten weiter herabdrücken lassen, damit Euch die Leute Dom wurden getödtet und mehrere verwundet. Auf der Linie CordovaWürttembergs wird uns von Stuttgart geschrieben: Schlage eines Stellmaßect ungehindert ausbeuten können, Malaga stießen zwei Personenzüge zusammen; acht Personen In Rohrackers bei Stuttgart wurden sämmtliche von oder wollt Ihr zeigen, daß es Euer fester Wille erlitten Verlegungen. erwille dem sozialdemokratischen Verein vorgeschlagenen Kandidaten mit ist, den ewigen Lohndrückereien zu begegnen. Aber um dieses zu In New- Yorkt ist in der 24. Straße eine Fabrik durch eine großer Stimmenmehrheit gewählt. Es ist das bis jetzt fönnen, ist es nöthig, daß Ihr einmüthig zusammensteht, nur Feuersbrunft fast gänzlich zerstört worden; zwei Feuerwehrleute Ser einzige so glänzende Wahlsieg in Württemberg. Daß vereint sind wir unüberwindlich, während der Ein fanden dabei den Tod. In Louisville sind mehrere Handelsüberall, wo die Sozialdemokratie nicht auf dem Blane er seine den Unternehmer machtlos gegenübersteht. Darum häuser abgebrannt, wodurch ein Schaden von 500 000 Dollars scheint, die bürgerlichen Parteien vollends versumpfen, bewahrheitet Kollegen, organisirt Euch, schließt Euch zusammen. Weiter er- verursacht wurde. In Toledo( Ohio) wurde ein Elevator mit fich in den beiden Orten Gutingen und Winzeln( Württem- mahnen wir Euch, recht zahlreich in den Versammlungen zu er 625 000 Bushels Weizen durch Feuer vernichtet. Der Verlust berg); dort erschien an der Wahlurne je ein Bürger; bei der scheinen. Voraussichtlich wird das Jahr 1895 betreffs der beträgt 575 000 Dollars. gesetzlichen Nachwahl erschien in Eutingen niemand und wurde Arbeitsgelegenheit beffer ausiallen als sein Vorgänger, deshalb daher von der Wahlkommission" der alte Bürgerausschuß ist es nöthig, zeitig gerüstet zu sein. Darum schließt Euch wiedergewählt. Die Mitglieder desselben proteſtirten aber gegen alle Gurer Gewerkschaftsorganisation, dem Solzarbeiter Briefkaffen der Redaktion. eine Wiederwahl. Wir sind überzeugt, daß wenn in den beiden Verbande, an. Ortschaften einige Sozialdemokraten wären, so täme bald frischeres Leben in die Bürgerschaft und auf das Rathhaus und werden wir uns um so mehr bemühen, dort Anhänger zu werben. Dann mußten sie den Bahnhof verlassen. Doch nur ein kurzer Augenblick und ehe der Zug sich noch in Bewegung setzte, erscholl von einem Nachbargrundstück dasselbe Lied und unter Tücher und Hüteschwenken und dem vielfachen Ruse:„ Es lebe die internationale Sozialdemokratie", fuhren die Delegirten nach ihrer Heimath zurück. * Polizeiliches, Gerichtliches 2c.ols Eine unfreiwillige Muße von einem Monat ist es, die für den Genossen Adler in Halberstadt be= gonnen hat. Derfelbe bezog am 28. Dezember Quartier auf dem Petershof, dem dortigen Strafgefängniß, um eine Strafe abzubüßen, die er sich wegen öffenlicher Beleidigung der Chariteedirektion in Berlin zugezogen hat. In Prag sollen, wie bürgerliche Blätter melden, während der Feiertage bei Sozialdemokraten Haussuchungen vorgenommen worden sein. Eine Anzahl sei wegen Hoch verrath(?) und Majestätsbeleidigung verhaftet worden. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 8wei Buchstaben oder eine Bahl) In der Waffenfabrik von Pieper in Lüttich streiken anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Die juristische Sprechstunde wird am Mittwoch von 7 Sämmtliche Arbeiter. Der Zuzug von Schneidern nach Flensburg und J. N. Frauen dürfen erst nach Ablauf des zehnten bis 8 Uhr abends abgehalten. bouf bes geb Regensburg ist bis auf weiteres streng fernzuhalten. Monats seit Beendigung der früheren Ehe eine neue Ghe schließen. 428. G8 tommt ganz barauf an, um was für ein Vergehen es sich handelt. A. Machen Sie bei dem Reichs Versicherungsamt einen diesbezüglichen Antrag. C. B. Das Mädchen soll sich das Armenrecht bewilligen lassen. Dann wird ihr ein Rechtsanwalt beigeordnet. Gerichts- Beitung. Der Schlächtergeselle Hermann König aus Berpenschleuse, der am 23. Juni v. Js. mit dem zweispännigen Wagen seines Meisters rücksichtslos in eine Schaar spielender Kinder hineingefahren war, wurde gestern von der zweiten Strajtammer am Bandgericht II wegen fahrlässiger Körperverlegung zu sechs Monaten Gefängniß verurtheilt. Ein Kind war damals infolge der Rücksichtslosigkeit des Schlächters schwer verlegt worden. donio B. R. Rajchau. Das Publikum bat ganz wie früher zu den Sigungen des Reichstages Butritt. Es werden beim Portier Rarten ausgegeben. Gatos ad Für den Juhalt der Juferate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, den 1. Januar. Freie Volksbühne( Lessing Theater.) 3. Abtheilung, Nach mittags 22 Uhr: Der Traum ein Leben. ( National Theater.) 16. Abtheilung, Nachmittags 2/2 Uhr: Hildegard Scholl. Borher: Ehren schulden. Opernhaus. Der Freischütz. Mittwoch: Hänsel und Gretel. Carneval. National- Theater. Genossenschaftsbäckerei„ Vorwärts", Große Frankfurterstraße 132. ( E. G. m. b. H.) Am Ontbahnhof Nr. 3, Undine, die Fürstin der Wellen. empfiehlt der bites Re Großes Ausstattungsstück mit Gesang in 4 Aften und einem Vorspiel von Wollheim. Neu bearbeitet von Dr. Ed. Jacobsohn. Musik von G. Michaelis. Regie: Max Samst. Raffenöffnung 5 Uhr. Anf. 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. 88/8 1890 schmackhaftes Roggenbrot mit Kontrollmarke. zu haben in unserer Bäckerei sowie in allen mit unserem Plakat versehenen Geschäften. Der Vorstand. H. Tempel, Geschäftsführer. Fr. Junker, Rassirer. Nur noch kurze Zeit! Freie Kranken- u. BegräbnißAbonnementsbillets, täglich giltig, Circus G. Schumann. Kasse der Schuhmacher find zu haben in den Zahlstellen Freien Volksbühne. Urania er Anstalt für volksthümliche Naturkunde. Schauspielhaus. Halali. Die stille Am Landes- Ausstellungspark Wache. Mittwoch: Wie die Alten sungen. Deutsches Theater. Blau. Dann: Cyprienne. Mittwoch: Die Weber. Leffing Theater. Ghismonda. Mittwoch: Dieselbe Vorstellung. Berliner Theater. Der Rompagnon. Mittwoch: Dieselbe Vorstellung. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Orpheus. Mittwoch: Dieselbe Vorstellung. Residenz Theater. Der Unter präfett. Vorher: Villa Vielliebchen. Mittwoch: Dieselbe Vorstellung. Schiller- Theater. Krieg im Frieden. Mittwoch: Dieselbe Borstellung. Neues Theater. Der kleine Mann. Mittwoch: Dieselbe Vorstellung. Theater Unter denLinden. Boccaccio. Mittwoch: Diefelbe Borstellung. ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. Täglich Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. Friedrich Karl- Ufer. Dienstag, den 1. Januar: Texas Jack's American Prairie Life- Show. und Berufsgenossen Berline ( E. H. 27.) Montag, den 14. Januar 1895, Abds. 8 Uhr, im Lokal des Herrn Schneider, Annenstr. 16. 2 große Neujahrs- Feſtvorstellungen. Generalversammlung. Anfang 4 und 128 Uhr. Zu der um 4 Uhr stattfindenden Vorstellung ein Kind auf allen Plägen frei. Morgen, Mittwoch, Abends 1/28 Uhr: Große Vorstellung. Tages Ordnung: 1. Vierteljährlicher und jährlicher Raffenbericht. 2. Wahl des Vorstandes und des Ausschusses. 3. Innere Kaffenangelegenheit. Mitgliedsbuch legitimirt. assage Panopticum Die 30 000 Dollar- Uhr, 200 Schlußsteinlegung im Neichstage mit Benutzung des Original Thrones. 63 wilde Weiber aus Dahomey. mit dem Oberammergauer Festspiele Zugstück d. Weltausstellung in Chicago. Tafelbst mit 6 ersten Preisen gekrönt. Ausgestellt in der Passage". Entree 25 Pf.[ 249M " Die angeblich Bescheerten und Arbeits,, Sanssouci lofen M. Fabrowski, BuchbruckereiRottbuserßraße 4a. Dienstag, den 1. Januar: Bellealliance Theater. Die Ga Große Neujahrs- Fest- Soiree des Mittwoch: Dieselbe Vorstellung. Central- Theater. O! diese Berliner. Mittwoch: Dieselbe Vorstellung. Adolph Grußt- Theater. Ein fideles Korps. Mittwoch: Dieselbe Vorstellung. Alexanderplay Theater. Ein Modell. Borher: Die Wucherer von Berlin. Mittwoch: Dieselbe Vorstellung. National Theater. Undine, die Fürstin der Wellen. Mittwoch: Dieselbe Vorstellung. Reichshallentheater. SpezialitätenBorstellung. American- Theater. SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. • Borstellung. Spezialitäten der Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Eberius, Steidl, Röhl und Blank). Anf. 7 Uhr. Entree 50 Big. G Neujahrs- Programm. Hilfsarbeiter und A. Wagner, Former, haben das Gerücht verbreitet, unsere Weihnachtssachen seien aus der Straf 2001b aftalt Blößensee gekauft. ir ertiären dieſes Ger Wir Gerücht für böswillige Berleumdung. Gesangverein vereinter Sangesbrüder Moabits. Ehlert'sche Kranken- u. Sterbekasse Nr. 27. Der Vorstand. Meinen Gästen und Freunden die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahr. Carl Tutzauer Admiralstr. 38. Säle für Vereine. Kegelbahn noch einige Tage frei. Allen Herzlichsten Glückwunsch! Freunden und Genossen zum neuen Jahre. Wilhelm Dierberg, 2000b Forsterstr. 6. Die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahre senden ihrem in Amerika weilenden Bruder und Kousin W. H. K. H. S. Sommer. zu MöbelGelegenheitskauf außergewöhnlich billigen Preiſen, Für Brautleute ganze Einrichtungen von 200-1000 m. Theilzahlung gestattet. Elegante Nußbaum- u. Mahagoni- Kleiderspinden u. Vertikows 30 m., einfache 20 M.; Sophas, Bettstellen mit Matraße 20 M.; Waschtoiletten, Küchenspinden, Kommoden 12 M.; Stühle 3 M.; Sophatische 6 M.; Säulen- Trumeang 65 M.; Plüschgarnitur 60 n. 100 M.; Baneelfophas 80 M.; Buffets, Silberschränke, Herren- Schreibtische, Schreibjefretäre, Zylinder- Bureaux, Spiegel ( wenig gebrauchte) zu halben Preisen und sollte es Niemand verfäumen, wer gut und reell kaufen will, mein großes Lager zu besichtigen. Gekaufte Möbel werden bis April kostenfrei aufbewahrt, transportirt und aufgestellt. Schützenstr. 2, Möbelfabrik. Georg Wagner Uhrmacher, Oranienstr. 65, 1 Tr. Bitte auf die Hausnummer zu achten. E Uhren n. Goldwaaren in solider Ausführung zu den billigsten Preisen. 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Januar, Abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Donnerstag, den 3. Januar, Abends 8 Uhr: Prinz Friedrich von Homburg. Freitag, den 4. Januar, Abends 8 Uhr: Pring Friedrich von Homburg. Sonnabend, den 5. Januar, Abends 8 Uhr: Des Meeres und der Liebe Wellen. Central- Theater Alte Jakobstraße Nr. 30. Emil Thomas a. G. Anna Bäckers. Montag: Josefine Dora. Anfang 71/2 Uhr. 20026 2003b Unserem Kollegen Gustav Schuster zu seinem 25jährigen Gesellenjubiläum 1902b ein donnerndes Hoch! Der Vorstand der chirurg. Brauche. Profit Neujahr allen Freunden und Bekannten. Oberschmidt, Weinbergsweg 11D. Allen werthen Geschäftsfreunden meine 1972b Der Vorstand. troll- Kommission. Geschäftliches. Das Mitgliedsbuch legitimirt. Bor Beginn der Versammlung werden Beiträge von männlichen Mitgliedern ent gegengenommen. Orts- Krankenkasse Kaufmann's der Cigarrenmacher, Variété. Heute am Menjahrstage: Fest- Vorstellung. Vollständig neues RiesenPogramm mit 16 Glanz- Nummern Neu! Neu! Die Zettelankleber. Burlesque Pantomime. Unter den Linden 21. BenCigarrensortirer und deren gewerbl. Hilfsarbeiter. Vom 1. Januar 1895 ab sind die Kassenstunden an den Wochentagen von 8-11 Uhr Vormittags, außer dem Montage u. Sonnabends von 6-8 hr Abends. 18/ 8b Der Vorstand. An die Herren Mitglieder der Krankenkasse für die Beamten der Orts Krankenkassen 31 Berlin ( E.. 108). Hiermit zur gefälligen Kenntniß, daß Donnerstag, den 10. Jaunar 1895, Jeden Sonntag Abends 8 Uhr, Aunenstr. 16, im Nachmittag Lokal des Herrn Schneider, die Familienvorstllg. Ordentliche O, diese Berliner! Orientalische AliGroße Posse mit Gesang und Tanz in 6 Bildern von Julius Freund. Mufit von Julius Einödshofer. Anfang 1/28 Uhr. O, diese Berliner! Adolph Ernst- Theater Auftreten der Grotesktänzerin Miss Rose Batchelor vom Prince of Wales- Theater in London. Bum 7. Male: Ein fideles Corps. Große Gesangsposse mit Tanz. Nach dem englischen„ A Gaiety Girl" von Jonas Sidney, frei bearbeitet von Eduard Jacobson und Jean Kren. Anfang 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Brangs bleibt die Kaffe von VorInfolge des großen Anmittags 10 Uhr ununterbrochen gröffnet. Castan's Panoptikum. Roch nie dagewesen! Die Riesen des dunkeln Erdtheils: Die Dinka, 40 Männer, Frauen u. Kinder. Das scheckige Mädchen Marietta. zu halb. Preisen. Zauber und Bey's Mitgliederversammlung Wunder. Täglich 18 Anfang 8 Uhr. Circus Renz Carlstrasse. der Mitglieder vorstehender Krankenfasse mit nachstehender Tagesordnung stattfindet: 1. Jahresbericht, sowie Bericht der Revisoren pro 1894. 2. Neuwahl von 4 Vorstandsmit glieder für die Jahre 1895 u. 1896. 3. Wahl von 3 Revisoren für das Jahr 1895. 4. Abänderung des Statuts§ 8, for wie Beschlußfaffung darüber." 5. Verschiedenes. 1969b KinderwagenSajar Max Brinner, Jerusalemerst. 42 am Dönhofsplatu. Brunnenstr. 6. Großartiger Weihaufrichtigsten Glückwünsche zum Jahres- nachts- Ausverkauf in Puppenwagen v. wechsel mit der freundlichen Bitte um 1,75 M. an. Sportwagen, Kinderwagen ferneres Wohlwollen. zurückges. Muster, außerord. ermäßigt 18866 Karl Bayer, General- Vertretung Sulima", Jägerstraße 67. " neuten Herzliche Glückwünsche zum Jahr 1895 allen unsern werthen Kunden, Geschäftsfreunden, Freunden, Verwandten und Bekannten. 1918b Geschwister Stephan, Pantsir. 29, Trödelgeschäft. Meinen werthen Kunden, Verwandten, Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche 90076 zum neuen Jahre. Bier- Grosshandlung, R. Thieme, Landsberger Allee 130. Warnung. Ich warne hiermit jedermann, meiner Frau Albertine Peschmann geb. Manzel, sowie meinen Töchtern auf meinem Namen etwas zu borgen, da ich feine Zahlung leifte. 2006b A. Peschmann, Barnimstr. 14. Ort8- Krankenkaffe der Steindrucker und Lithographen, Berlin. Am 28. Dezember cr. verstarb unser Mitglied, der Kupferdrucker Herr Julius Meier. Die Beerdigung findet statt am Dienstag, den 1. Januar 1893, Nach mittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Rixdorfer Kirchhofes. Um zahlreiche Betheiligung bittet 19916 Der Vorstand. Am 30. Dezember verstarb unser lieber Sohn und Bruder, der Former Homöopathisches Institut, Brunnenstr. 39. Sprechst. f. Unbemittelte 11-1, Sonntags 8-9. Pferdebahnverbindung nach allen Richtungen. Neu eröffnet 1986b Louis Keller's Riesen- Fest- Säle 29. Koppenstr. 29. Heute, Dienstag, den 1. Januar Grosses Instrumental- Concert Anfang 6 Uhr. Entree 30 Pt. Nach dem Concert: Großer Ball ausgeführt von 2 Musikchören. Der Riesen- Weihnachtsbaum ist nur noch heute elektrisch beleuchtet. Louis Keller. Neu eröffnet. Altes Schützenhaus. Dienstag, den 1. Januar: Zur Feier d. Neujahrsfestes 2 große Fest- Vorstellungen unter Mitwirkung der hervorragendsten Künstlerinnen und Künstler, sowie der Krankenkasse für die Beamten fämmtlicher Clowns und des beliebten der Drts- Strautentajien in Berlin. Franz Riebke. zu vergeben. Glown und Auguft Mr. Lavater Lee. Reiten und Vorführen der bestdressirten Schul, Spring- und Freiheitspferde. Nachmittags 4 Uhr: Die luftigen Heidelberger. ( Ermäßigte Preise, hehe Plakate.) Abends 7/2 Uhr: Tjo Ni En. In beiden Vorstellungen: Berlin, 19. Dezember 1894. Der Vorstand zu J. A.: Noster, Vorsitzender, Wißmannstr. 19. 2009b Groß- Lichterfelde- Laukwik. Donnerstag, den 3. Januar, Abends Die Beerdigung findet Mittwoch, den 2. Januar, Nachmittags 3 Uhr, auf dem Matthäi- Kirchhof statt. 1985b Familie Riebke. & utbr, in eofole des Herrn Emil Möbel, gebraucht, kauft Möbel. Handlung Rosenthaler: Ebert, Berlinerstraße: Oeffentl. Versammlung Straße 13. Musik- Instrumente Auftreten bes unerreichbaren Sand- f. Männer u. Frauen. in allen Preislagen. Fantasie- GegenEquilibristen Mr. Jules Keller. Morgen, Mittwoch, den 2. Januar, abends 712 Uhr: Gala- Vorstellung: Tjo Ni En. ( Beim Jahreswechsel in Peting.) Neue Musikeinlagen. Agat, arabischer Vollblut- Schimmelhengſt, alz Feuerpferd | Weihnachts- Ausstellung vorgeführt vom Direttor Pr. Renz. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genoffen Julius Dolinski- Mannheim über:„ Die wirth schaftliche und politische Lage." 2. Dis fussion. 3. Verschiedenes. 258/4 Der Vertrauensmann. auch stundenweise, Buchführung, besorgt zuverlässig Fr. Renz, Rommissionsrath. Kölln, Saarbrückerstr. 7. stände, Kinder- Instrumente billig bei J. Howe& Co., 1656b 3 Andreasstraße 3. Plättbolzen, handgeschmiedete, zivei rädrige Handwagen bei J. Kaese, Annenstr. 14. 25866 Frol. Schlafstelle f. 2 Herren Alte 18786 Jafobftr. 89, 3 Tr. bei Hoffmann. Pferdebahnverbindung nach allen Richtungen. Linienstr. 5. Neu dekorirt. Gasglühlicht. Empfiehlt seine Säle zu allen Fest lichkeiten und Versammlungen. Sonnabend, der 23. Februar, ist noch 19976 Wohnungen, hell und gesund: 1 Stube mit Koch ofen 7 M.; 1 Stube u. Küche 12 bis 18 M.; 2 Stuben u. Küche 20-24 M.; 3 Stuben und Küche 25-27 Mt. Hennigsdorferstr. 26. Schlafstelle f. 2 H. zu vermiethen b. Adler, Dresdenerstraße 97, 3 Tr. Suche möbl. Schlafstelle zum Alleinbewohnen. Off. mit Pr. a. 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Januar kündigte und Versammlung unentgeltlichkeit des Gemeindeschul- von Kurzsichtigkeit möglich. In der Schulgeldfrage waren am Abend desselben Tages entließ, oder vielmehr sie sozusagen von 1869 weitblickender. Sie be hinauswarf. Böhl bestritt, daß die Klägerin entlassen worden Unterrichts für alle Kinder, bis dahin waren nur arme die Kommunalbehörden Kinder vom Schulgeld frei gewesen und schon wenige Tage griffen, daß gerade das jedem umsonst Zugängliche und sei, und behauptete, dieselbe wäre von selbst fortgelaufen. nachher, am 1. Januar 1870, trat der Beschluß in Kraft. Damit ihm von Rechts wegen Zukommende kein Almosen mehr ist. Sie Diefer Angabe gegenüber erklärte aber der Vertreter der begann ein neuer Abschnitt in der Entwickelung der Gemeinde- erwarteten nicht, daß die wenigen zahlenden Eltern ihre Kinder Klägerin auf das bestimmteste, er sei dabei gewesen, als die Klägerin schule. Wie diese sich seit jenem wichtigen Beschluß gestaltet hat, wieder aus der Gemeindeschule nehmen würden, weil sie sich das von Böhl unter ausdrücklicher Betonung des Umstandes, daß sie ist zusammenhängend dargestellt in einer vom Stadtschul- Almosen" nicht aufdrängen" lassen wollten, sondern daß von seiner Frau hinausgeworfen, ihre Papiere 2c. verlangte; ferner, Inspektor 3 wid im Auftrage der Schuldeputation verfaßten im Gegentheil nun erst die Besserfituirten in größerer Zahl ihre daß in seiner( des Vertreters der Klägerin) und Böhl's Gegenwart die Frau des Beklagten zu Gästen gesagt habe, die Klägerin Denkschrift: Entwickelung des Berliner Gebisherige Scheu vor der Gemeindeschule ablegen würden. meindeschul. Wesens von 1878 bis zur Gegen Die Erwartung ging in Erfüllung, soweit es möglich sei entlassen worden, weil sie zu spät nach Hause fam. Zur wart". Den Anlaß zu dieser Schrift gab die Er- war. Es war freilich nur in bescheidenem Umfange mög- Sprache kam noch, daß der Beklagte sich am 7. Dezember gc= öffnung der 200. Gemeindeschule im Herbst 1893, aber lich. Die Gemeindeschule wurde nicht noch mehr zur legentlich eines polizeilichen Vergleichsversuchs bereit erklärt erschienen ist sie erst jetzt, also gerade zu rechter Zeit, um Armenschule herabgedrückt, aber sie wurde auch nicht zur hatte, die Klägerin wieder in Dienst zu nehmen, ohne daß diese doppelt als Jubiläumsgabe zu dienen. Sie berücksichtigt be- allgemeinen Boltsschule. Gemeindeschul Bildung berechtigt darauf einging. Der Vorsitzende Leo belehrte den Vertreter der sonders die Zeit von 1878-93, behandelt aber auch 1870-78 nicht zum einjährigen Militärdienst und verschafft selten eine Klägerin, daß man nur dann eine Entschädigung für entgangenen ziemlich ausführlich und bietet für 1820-69 wenigstens einen einträgliche und geachtete Stellung in der Gesellschaft. Schon Verdienst verlangen tönne, wenn man nicht selbst die Schuld an Ueberblick. Sie schließt sich an die vom Magistrat heraus das schloß den Gemeindeschulbesuch für die Kinder der eigentlich dem Verlust trage, daß also bestenfalls der Klägerin eine Ent gegebenen großen Berichte über die Gemeindeverwaltung Ber- Reichen nach wie vor aus, und daß er auch als Vorstufe für schädigung für die Tage vom 3. bis 7. Dezember zugesprochen lins" an und macht sich auch die dort ausgesprochenen Ansichten höhere Schulen nicht zu beliebt wurde, dafür sorgten gerade die werden könnte; er rieth deshalb zu einem Vergleich. Der Be. im allgemeinen zu eigen. Der Grundgedante, der durch das Kommunalbehörden durch Errichtung zahlreicher Borschulen. flagte verpflichtete sich denn auch, der Klägerin 6,50 M. zu ganze Buch geht, ist also hier wie dort etwa der: Was wir ge- 3war famen 1870 und 71 sofort Tausende aus den schulgeld- zahlen, zu welcher Summe er verurtheilt worden wäre, wenn fchaffen haben, ist großartig, und was davon etwa nicht groß pflichtigen Schulen herüber, sodaß diese sich merklich leerten. Aber die Klägerin den Nachweis der Richtigkeit ihrer Behauptungen artig ist, das fonnte doch nicht schöner gemacht werden. Diese ein großer Theil der Eltern jener Tausende scheint sich in Ver- erbracht hätte. lebereinstimmung ist begreiflich, wenn ein Stadtschul- Inspektor im hältnissen befunden zu haben, in denen man zwar noch nicht Auftrage der Schuldeputation über die Steindeschule schreibt. für die Armenpflege reif ist oder sein will, aber doch auch nichts Wir batten nichts anderes erwartet. Die Uebereinstimmung er in die Suppe zu brocken hat. Nachher mäßigte sich der Zustrom ftreckt sich aber auch auf den Schulgeldaufhebungs: Beschluß, was bald, und in den„ Gründerjahren" kehrte sich das Verhältniß wir nach der ablehnenden Haltung, die die Kommunalbehörden sogar wieder um, sodaß schon 1872 die schulgeldpflichtigen Zur Saalsperre. Die Berliner Lokalkommission hatte zu in neuerer Zeit einer verwandten Frage gegenüber bewiesen haben, Schulen um mehr Kinder zunahmen als die unentgeltliche Ge- ihrer letzten Sigung auch die Mitglieder der Lokalkommissionen beinahe nicht mehr erwartet hätten. meindeschule. Das ist Beweis genug, daß die Erwerbs- der Vororte geladen und sich eingehend mit der Saalfrage" Daß die Einführung der allgemeinen Unentgeltlichkeit des verhältnisse für die Beliebtheit" der Gemeindeschule mehr beschäftigt. Die Konferenz seite selbst für den Fall, daß die Unterrichts ein Gewinn für die Berliner Gemeindeschule war, bestimmend sind als alles andere. Und so ist es heute auch noch. Kommission der„ Saalverweigerer" die Sperre aufhebt, in die hat ihre Entwickelung bestätigt. Sie ging hervor aus der Die Gemeindeschule ist in der Hauptsache doch eine Schule für Vorstände von Gewerkschaften, Vereinen 2c. sowie in die Kommunal- Armenschule", die 1850 Kommunalschule" und 1863 Unbemittelte geblieben. Die wenigen Kinder vornehmerer" einzelnen Genossen das Vertrauen, daß sie ihrerseits nicht Gemeindeschule" genannt wurde. Zwid schildert, wie wenig Eltern verschwinden in der Menge der anderen, und von den eher derartige Lokale betreten und zu Festlichkeiten oder diefe auch nachher noch von den zahlenden Schichten des Bürger- Berhältnissen dieser Eltern dürfte meist das oben Gesagte Bersammlungen miethen werden, bis sie seitens der Berliner standes für deren Kinder begehrt wurde, und wie sie thatsächlich gelten. Der Gedanke also, alle Kinder auf derselben Schul- Lokalkommission respektive der Kommission des betreffenden noch immer trotz ihres Namens die Armenschule" von ehemals bank zu vereinen und wenigstens zu Anfang in derselben Weise Ortes freigegeben sind. Ueber die Freigabe eines Saales in der war". Wer zahlen konnte, schickte sein Kind in eine Privatschule zu unterrichten, ist seiner Berwirklichung noch sehr fern, Umgegend Berlins entscheiden die Genoffen des jeweiligen Ortes oder in eine höhere Lehranstalt. Diese Sachlage", sagt Zwick, und muß es bleiben, so lange nicht die Volksschule mit in möglichster Uebereinstimmung mit den Berliner Genossen; in war feine befriedigende, sie behinderte die äußere Entwicklung, den höheren Schulen organisch zu einem einheitlichen Ganzen Berlin selbst entscheidet nach Anhörung des betheiligten Kreises und sie drückte die Unterrichts- und Erziehungserfolge herab, weil verbunden wird und von allen Kindern besucht werden muß. die gesammte Lokalkommission, in letzter Instanz eine zu diesem der besser fituirte Bürgerstand seine Kinder von den sogenannten Das Ziel, die Unterschiede zwischen arm und reich wenigstens 3weck einzuberufende Volksversammlung. Mitte Januar wird Armenkindern fernhielt." Man beachte diesen Say! Er sagt in der Volksschule zu beseitigen" und so eine Annäherung der die erste und alsdann alle 14 Tage eine Lokalliste erscheinen; bis nicht blos, daß die Kinder des zablungsfähigen Bürgerstandes" verschiedenen Volksklassen anzubahnen", ist vollends nicht erreicht dahin ist die am Sonnabend, den 22. Dezember, im ,, Borwärts" verdurch größere Befähigung und Gefittung das Niveau der von ihnen worden. Diese Wirkung von der Schule, selbst von einer a II- öffentlichte Lokalliste wohl zu beachten. Daß nur solche Säle besuchten Schulen haben, sondern auch, daß der Bürgerstand" sich ge meinen Volksschule erwarten zu wollen, solange der Unter- freigegeben werden, die unentgeltlich für politische wie nicht bieten läßt, was das Proletariat ruhig hinnimmt, daß der schied zwischen arm und reich außerhalb der Schule fortbesteht, gewertschaftliche Versammlungen zu haben sind und deren InBürgerstand", viel ,, begehrlicher" als das Proletariat, sobald es seine das ist, gelinde gefagt, naiv. haber sich verpflichten, bei Arbeiterfestlichkeiten Musiker und Kinder in die Gemeindeschule schickt, mehr Schulen und Daraus, daß nur ein Theil des Bürgerstandes", der Bedienungspersonal nur aus den Arbeitsnachweisen der bez. Drbessere verlangt und so indirekt die Entwicklung der Schule weniger zahlungsfähige, sich mit der Gemeindeschule befreundet ganisation zu entnehmen, versteht sich aus der ganzen Sachlage fördert. Zwick fagt, daß sich aus der Schulgeld- Aufhebung für hat, erklärt es sich, daß die Entwicklung der unentgeltlichen von selbst. die Gemeindeverwaltung die Pflicht ergab, den Besuch der Berliner Gemeindeschule nicht gehalten hat, was sie anfangs Alle Zuschriften, welche die Lokalfrage betreffen, find an Die Gemeindeschule allen Kindern zu ermöglichen, und fährt dann versprach." Begehrlichkeit" des Bürgerstandes" hat Karl Scholz, Berlin SD., Wrangelstr. 32 part. zu richten. fort: Der Pflicht mußte nicht blos genügt, es mußte ihr in gewirkt, aber die Wirkung hielt nicht vor. Der innere Ausbau besserer Weise genügt werden und zwar so, daß alle Ein- ist stehen geblieben, und in der äußeren Organisation sind sogar richtungen der nunmehrigen Gemeindeschule die gerechtfertigten Rückschritte gemacht worden. Das Proletariat hat oft genug Vergolder 2c. Vom 26. bis 29. Dezember tagten im Zubeil' Ansprüche aller, auch der begüterten Mitbürger befriedigen und dagegen protestirt, natürlich ohne Erfolg. Ob die Gemeinde- schen Lokale die Vertreter des Verbandes der im Ver das Urtheil aller Sachverständigen auch ohne Furcht nnd Sorge schule die unbemittelten Mitbürger befriedigte, was liegt golder und verwandten Betrieben beschäf= ertragen könnten." Man wollte also und die durch Zwid's daran? Dem Begüterten wollte man sie einrichten, wie er tigten Arbeiter und Arbeiterinnen zur Erledigung Mund sprechende Echult eputation billigt das noch heute ausdrück- sie wünschte, obwohl er sie umsonst hatte. Nachdem der aber einer sehr umfangreichen Tagesordnung. Anwesend waren 13 lich dem Begüterten, falls ihm die Gemeindeschule nicht gefiel, nicht ausgeblieben ist, verweist man dem Unbemittelten seine Begehr- Delegirte aus den einzelnen Filialorten, außerdem als der österreichisch ungarischen Kollegenschaft antworten: Sei froh, daß Du sie umsonst bast", sondern er sollte lichfeit":" Sei froh, daß Du sie umsonst haft, verlange sie nicht Vertreter für Dänemark P. Jensenfie so haben, wie er sie forderte. Es ist flar, daß unter diesen noch besser, das ist unbescheiden." Möge das Proletariat sich D. Kirillo Wien und Umständen der Gemeindeschule eine große Zukunft beschieden sein diese Antwort merken. Sie darf nicht vergessen werden, wenn Kopenhagen; im Auftrage der General Rommission wohnte mußte, falls es wirklich gelang, den Bürgerstand" für sie zu ge- das Jubiläum der unentgeltlichen Berliner Gemeindeschule ge- den Verhandlungen der Vorsitzende des Zimmerer- Verbandes winnen. Um das aber zu erreichen, mußte ihr endgiltig der feiert wird. Charakter einer Armenschule" genommen werden. " " " " " " Gerichts- Beitung. Gewerbegericht. Gerade diese Wirkung erwartete man von der allgemeinen Unentgeltlichkeit des Unterrichts. Wir hoffen nicht, daß irgend einer unserer Leser diese Jdee mit einem erstaunten Nanu?!" begleiten wird. Wahr ist, daß heute das Schulgeld, wenn es noch bestände, bestimmt nicht aus obigem Grunde abgeschafft würde, Kammer VI. Sigung vom 27. Dezember 1894. Vom Gastdaß man vielmehr das Gespenst der Armenschule" gegen die wirth E. Böhl, Frankfurter Allee 74, E. Böhl, Frankfurter Allee 74, beansprucht das Schulgeldaufhebung verwenden würde. Man denke an die Be- Restaurations- Dienstmädchen Schönfeld Lohn, Kost- und Logis: handlung, die nicht nur der Magistratsvertreter, sondern auch Entschädigung für die Zeit vom 3. bis zum 31. Dezember. Ihr die bürgerlich gefinnte Mehrheit der Stadtverordneten- Versamm Vertreter führte zur Begründung der Klage folgendes aus: Am lung 1890 und 91 dem sozialdemokratischen Antrage auf allgemein 2. Dezember, ihrem Geburtstage, hätte die Klägerin von Herrn unentgeltliche Gewährung von Lehrmitteln an Gemeindeschul- Böhl Erlaubniß erhalten, länger als sonst an Ausgehtagen fortfinder widerfahren ließ. Das sei eine Wohlthat, ein Almosen, bleiben zu dürfen. Nur die von der Klägerin auch erfüllte das nicht verlangt werde, nicht aufgedrängt werden dürfe, das Bedingung sei gestellt worden, daß sie sich um 11 Uhr Momentbilder aus der Berliner Arbeiterbewegung des Jahres 1894. ( Schluß.) Ein weiteres Nachspiel zum 18. Januar bildete der Prozeß Pawlowicz, welcher mit einer Verurtheilung zu 14 Tagen Gefängniß endete. Der Monat Juni wurde vorzugsweise durch den Bierboykott und gerichtliche Verhandlungen gegen Genossen ausgefüllt. Am 1. tagten gleichzeitig 18 Voltsversammlungen in Sachen des Bierboykotts, denen am 7. weitere 4 von der Frauen- Agitationstommission einberufene Boykottversammlungen und am 15. Die Proklamation der Saalsperre feitens eines Theiles der Saal inhaber folgten. " Am 4. wurde Genosse Robert Schmidt, Redakteur des Vorwärts", von der Anklage, den§ 166 des Straf Gesetzbuchs verlegt zu haben, freigesprochen. Am 9. wurde Genosse Dr. Zadek wegen Beleidigung der Reserve Offiziere des preußischen Heeres zu 300 M. Geldstrafe Derurtheilt. Am 11. fanden 31 Volksversammlungen in Berlin und Umgegend statt, von welchen der Boykott über sämmtliche Ringbrauereien verhängt wurde. Der 17. sah den Genossen Pötsch, Redakteur des Vorwärts", wiederum vor Gericht. Derfelbe wurde wegen Zeugnißverweigerung mit 50 M. Geldstrafe belegt. Am 26. erfolgte das Begräbniß des Schlossers Albert Tittel und der Frau Anna Horn, am 27. dasjenige der Frau Emilie Metzke auf dem Friedhofe der Freireligiösen Gemeinde. Am 27. wurde ferner die Genossin Sophie Christine Franz wegen Aufreizung zum Widerstande gegen die Staatsgewalt zu 14 Tagen Gefängniß verurtheilt. Am gleichen Tage wurden 39 Gewerkschaftsversammlungen, troß der Saalsperre, in Sachen des Bierboykotts abgehalten. Der Monat August führte sich mit drei am 1. abgehaltenen Frauen- Boykottversammlungen ein. Am 12. wurde dem Genossen Rudolf Kohlhardt ein ehrenvolles Begräbniß auf dem Friedhofe der Freireligiösen Gemeinde. Der 24. brachte abermals 37 Volksversammlungen in Berlin und Umgegend in Sachen des Bierboykotts. Am 28. wurde die Genoffin Fräulein Agnes Wabniß auf der Ruhestätte der Märzgefallenen im Friedrichshain durch eigene Hand vergiftet aufgefunden. Dieselbe stand vor dem Antritt einer zehnmonatigen Gefängnißstrafe wegen Majestätsbeleidigung. Der 30. brachte noch eine Verurtheilung des Genossen Franz Am 18. wurde Genosse Stadthagen wegen Beleidigung des Woyciechowsky, Redakteurs der Gazeta Robotnicza", wegen BeBürgermeisters in Liebenwalde mit 100 M. Geldstrafe belegt, leidigung durch die Presse zu 3 Monaten Gefängniß. dagegen von der Anklage des Hausfriedensbruchs freigesprochen. Der Monat September begann mit den am 1. und 2. Am 20. erhielt Genosse Stadthagen wegen Richterbeleidi- stattgehabten Lassalle- Feiern, die größtentheils in Versammlungen gung, begangen in seiner Eigenschaft als Vertheidiger in den bestanden. Straffachen Beus und Fritsche, 4 Monate Gefängniß. Am 2. sand das imposante Leichenbegängniß der Genossin Am 25. wurde Genosse Kokosky, Redakteur der Neuen Fräulein Agnes Wabnitz von der Leichenhalle auf dem Friedhofe Welt", wegen Beschimpfung von Einrichtungen der katholischen der Freireligiösen Gemeinde aus statt. Kirche zu 1 Monat Gefängniß verurtheilt. " Der 29. brachte schließlich noch dem Genossen Pößsch, Redakteur des Vorwärts", eine Geldstrafe von 3 M. wegen Nichtaufnahme einer Berichtigung ein. Auch im Monat Juli stand der Bierboykott im Vordergrunde des allgemeinen Interesses. Am 5. versuchte das Gewerbegericht vergeblich vermittelnd in den Streit einzugreifen. Am 2. trat auch die Konferenz der Metallarbeiter der Provinz Brandenburg, einberufen vom Deutschen Metallarbeiter Verbande, zusammen, die indessen aus formellen Gründen der polizeilichen Auflösung verfiel. Wegen Beleidigung des Amtsvorstehers in Steglit wurde am 10. Genosse Raspar mit 30 M. Geldstrafe belegt. Zur Abwechslung wurden am 13. im sechsten Wahlkreise Haussuchungen nach verbotenen Schriften vorgenommen. Zweite Generalversammlung des Verbandes der M Schrader bei. Der Bericht des Vorsitzenden Höpfner fonstatirt, daß der Verband seit der vor drei Jahren in Köln abgehaltenen Generalversammlung nennenswerthe Fortschritte nicht gemacht hat. Zum theil ist die Agitation erschwert durch die Zersplitterung der Industrie, andererseits macht sich das Bestreben geltend, die Fabrikation, veranlaßt durch die Steigerung der französischen Holzzölle, in das Ausland, nach Frankreich zu verlegen; immerhin ist die Organisation( ca. 900 Mitglieder zählt der Verband) angesichts der verhältnißmäßig geringen Zahl der im Gewerbe thätigen Personen keine der schlechtesten. In drei Jahren, Oktober 1891-94, hat die Hauptkasse vereinnahmt resp. verausgabt 8216,98 M. und 6518,21 M., intl. eines alten Be standes find in der Kaffe jezt vorhanden 8880,70 M. Das Organ das seit einiger Zeit erscheinende ,, Korrespondenzblatt" pertritt erforderte die Stelle des eingegangenen Blattes Solidarität" Die Parteikonferenz der Provinz Brandenburg, die vorzugsweise über die Landagitation Berathungen pflog, trat am 16. in Berlin zusammen. Am 17. wurde wiederum Genosse Pößsch, Redakteur des Vorwärts", wegen Nichtaufnahme einer Berichtigung zu 6 M. Geldstrafe verurtheilt. " Ihm folgte am 18. Genosse Zachau, Redakteur des„ Sozialde mofrat". Derselbe wurde wegen Bergehens gegen§ 111 des Strafgesetzbuches, Aufforderung zum Ungehorsam gegen die Ge sebe, zu 6 Monaten Gefängniß verurtheilt. Protest gegen die Praxis des Gewerbegerichts erhoben am 24. elf gleichzeitig tagende Gewerbegerichtswähler- Versammlungen. Am 25. erhielt Genosse Dupont, Redakteur der BildhauerBeitung", wegen Beleidigung von Streifbrechern 4 Wochen Ges fängniß. Die Ersatzwahlen zum Berliner Gewerbegericht fanden am 26. statt und endeten mit einem glänzenden Siege der Sozialdemokraten. Am 28. fanden in allen sechs Wahlkreisen Parteiversammlungen statt zwecks Wahl von Delegirten zum Parteitage in Frankfurt a. M. und Berichterstattung von der Brandenburger Parteikonferenz. Der 29. brachte im Bierkriege einen Waffenstillstand. An diesem Tage fand zum ersten Male eine Besprechung zwischen der Boykottkommission und Vertretern der Brauereien und Saalverweigerer statt. Der Monat Ottober wurde eingeleitet am 2. durch ein Nachspiel zum„ Gummischlauch- Prozeß". Wegen Beleidigung des Landgerichts- Direktors Brausewetter wurde Genosse Pößsch Redakteur des Vorwärts", in eine Geldstrafe von 600 Mark genommen. Ihm folgte Genosse Mar Schippel, Redakteur des„ Sozialdemokrat", welcher am 8. wegen Richterbeleidigung zu 3 Monaten Gefängniß verurtheilt wurde. Der Antrag des Staatsanwalts lautete auf 600 M. Geldstrafe. Wegen Majestätsbeleidigung erhielt am 5. Maurer Deumig 9 Monate Gefängniß; wegen Beleidigung der Unteroffiziere der Mechaniker Leonhardt aus Friedrichshagen 1 Woche Gefängniß. Am 7. sprachen sich 5 Tabatarbeiter- Bersammlungen gegen die Steuerprojekte der Regierung aus. Die am 18. wieder aufgenommenen Verhandlungen in Sachen ca. 2350 M., die Verwaltungsfosien stellen sich auf 1665 M.1 Von der Geschäftskommission der deutschen( lokal-| lich vom Januar ab die Stelle des gemaßregelten Schwoch ein Man war im allgemeinen mit der Geschäftsführung des Vor- organisirten) Töpfer war zum Sonntag, den 30. Dezember, nehme, bis dahin noch in seiner alten Arbeitsstelle arbeite und standes sehr zufrieden; an den Bericht des Ausschusses, der in eine Konferenz nach Berlin einberufen, zu der sich die Ver- die nothwendig fertig zu stellende Arbeit bei Simon vorläufig Hamburg domizilirt ist, knüpfte sich gleichfalls feine erhebliche treter von 11 Orten, an denen Lokalvereine bestehen, eingefunden nach Feierabend und des Sonntags ausführe. Ferner wurde Debatte. Durch die letztgenannte Körperschaft ist eine Statistit hatten; von drei Orten waren Delegirte nicht anwesend. An streng verurtheilt, daß W. Krause feiner Einladung veranstaltet, die ein, wenn auch unvollkommenes, doch im den Sigungen nahm auch der Vorsitzende der Generalkommission, folgte, in einer dazu anberaumten Sigung noch in ganzen richtiges Bild der Misère im Gewerbe dar Abg. Legien, theil. Vertreten waren gegen 1200 Berufsgenossen, einer Versammlung Aufklärung über sein Verhalten zu geben. stellt. Die Löhne bewegen sich im Durchschnitt zwischen während die Zahl der in denselben Bezirken beschäftigten Ber- Die Versammlung stimmte daher dem Antrage zu, in nächster 12 bis 18 M. Arbeitszeit wird in den meisten Fällen fonen nach Angabe der einzelnen Delegirten über viertausend Beit eine öffentliche Versammlung aller Branchen einzuberufen, auf über 10 Stunden angegeben. Man flagt sehr über die Ver- beträgt. Der Bericht der Kommission, den Thieme erstattete, zu welcher die Mitglieder des Vereins deutscher Schuhmacher be nachlässigung der Arbeitsräume in hygienischer Beziehung; nahm bezug auf die Bildung dieses Organisationskörpers( De fonders einzuladen sind, um über den Fall Krause zu verhandeln. vielfach wird auch der Meinung Ausdruck gegeben, daß das zember 1893) und erörtert im speziellen die Gründe, zu der be- Aus der Mitte der Versammlung war folgender Antrag gestellt: Produkt sich infolge der Profitwuth der Fabrikanten fortgesetzt fannten entschiedenen Stellungnahme gegen den Verband der Der Firma Simon u. Komp. ist folgende Forderung zu stellen: verschlechtert. Eins aber geht vor allem aus der Statistik ber Töpfer", die zentrale Richtung. Seit dem Bestehen der Kom 1. Die Kollegen Schwoch und Kentler find wieder einzustellen. vor, daß das Vergoldergewerbe zu den gesundheitsschädlichsten mission ist die Agitation meist durch Flugblätter und durch 2. Krause, Hartschock und Rank sind zu entlaffen. Die weiteren Berufen gehört. Die durchschnittliche Lebensdauer der im Beruf das Organ„ Der Bauhandwerker" betrieben, nur in Ausnahme- Forderungen sollen bis zu einer geeigneteren Beit zurückgestellt Thätigen bildet das 29. Lebensjahr. fällen hat man Referenten dazu verwandt. Aus dem Kassen werden. Diefer Antrag wurde durch die einstimmige Annahme Auch die Berichte der Delegirten über die Lage am bericht für das laufende Jahr( 1894) ist zu entnehmen, daß folgender Resolution sanktionirt:" Die Versammlung erklärt sich Orte gaben keinen erfreulichen Ausblick. In Berlin war ein er- 1254,93 M. durch die Kommission vereinnahmt und 792,51 m. mit den Forderungen der Arbeiter bei Simon u. Komp. heblicher Theil der Berufsgenossen im Sommer arbeitslos, der verausgabt sind. Der Kaffenbestand am 27. Dezember betrug einverstanden und beauftragt die Agitationsfommission, Bau des Reichstagsgebäudes und die Renovirung des Schloffes 462,42. In der Diskussion kehrte die Betonung des alle Mittel darau zu setzen, diese Forderungen durch= hat vielen Beschäftigung gewährt. Dem Hauptvorstand wird von Moments, daß die lose Organisation mit dem Vertrauens- zusetzen. Ferner erklärt die Versammlung, daß, da auf mehreren Seiten nahegelegt, die Agitation in Süddeutschland, männer- System die beste sei, immer wieder; der Redakteur ausdrücklicher Erklärung des Herrn Simon die Entlassung wo der Verband noch sehr wenig Anhänger hat, recht zu be des„ Bauhandwerker", Reßler, führte als Beweis die Drga- der Kollegen Schwoch und Kentler eine Maßregelung treiben. nisation der Steinmeßen an, die, zentralisirt, nur in 30 Orten, derselben sein soll, diese beiden Kollegen als gemaßregelt zu be Mit großem Interesse wurde der Bericht der Wiener Dele- und jetzt, wo sie die freie Organisationsform eingeführt habe, in trachten und zu behandeln sind." Im Anschluß hieran erfolgte girten entgegengenommen. An der Hand eines sehr reichen 95 Orten Mitglieder befizen soll. Der Redner wünscht, daß die Aufforderung zu reger Betheiligung der wieder nothwendig Materials stellte der Berichterstatter fest, daß die dortige Unter- man in Süddeutschland die Agitation energischer betreibe, und gewordenen Listensammlung. nehmerschaft die unangenehmen Folgen einer irrationellen zwar sollen die größeren Orte ihre nächste Umgebung selbständig Betriebsweise durch maßlose Ausbeutung, besonders der weiblichen bearbeiten. Arbeitskräfte wieder wett zu machen sucht. Durch eine wilde Lehrlingszüchterei befördert das Kleinmeisterthum die Arbeitslosig: Teit in bedeutendem Maße. Die Löhne sind im allgemeinen noch niedriger wie in Deutschland und die Behandlung geradezu brutal. Nach dem Vertreter für Desterreich- Ungarn kam der dänische Delegirte zum Wort, der über die Organisationsverhältnisse seines Landes Aufschluß gab. Die Lage der dortigen Berufsgenossen ist eswas besser, als die der vorher genannten Länder. Fast alle find organisirt. Der Vertreter der Generalkommission versicherte die Anwesenden der thatkräftigen Sympathie seiner Mandatgeberin bezüglich der Agitation im Vergoldergewerbe. Wahlverein des 6. Wahlkreises. Den Borstandsmitgliedern zur Nachricht, daß am Dienstag, den 1. Januar, Nachmittags 2 Uhr, Vorstands M. Ktefel. 9 uhr, im Lotale Wienerstr. 18, bet Liebsch. Volladklub Luftige Brüder tagt jeden Mittwoch, Abends von Geselliger Verein Anna- Marie" jeden Mittwoch Abend 9 Uhr, im Restaurant des Herrn Roll, Adalbertstr. 21, Gizung mit Tanz. Damen und Herren als Gäste willkommen. Vergnügungsverein Normann II"( früher Luftige Jugend)." Neujahrstag Sigung 4 Uhr, Adalbertstraße 8 bei Herrn Sauermann. Nachher: & idelitas. den 2. Januar 1895, Abends 8% ühr, Busammenkunft der Schleswig- Holsteiner Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner in Berlin. Mittfioch, mit Damen im Bereinslokal Saß, Martgrafenftr. 102. Ausgabe der Billets Zur Beschlußfassung lag eine Resolution der figung bei Guadt, stattfindet. Kommission vor, die schließlich mit einem unwesentlichen Bufah angenommen wurde. Es wird damit beschlossen: daß die Geschäftsleitung durch die fünfgliedrige Kommiffion bis zum nächsten deutschen Töpferkongreß fortbestehen soll. Die jeweiligen Vertrauensmänner der einzelnen Orte werden verpflichtet, an den Vorsitzenden der Kommission in gewissen Zwischenräumen Situationsberichte zu senden, welche dieser vierteljährlich durch den Bauhandwerker" publizirt; in gleicher Weise hat der Kassirer Bericht zu geben. Bei Streiks, Aus- zur Urania". sperrungen 2c. soll die Geschäftskommission in weitgehender Weise pekuniär eintreten. Der Bauhandwerker" soll mehr als bisher unterstützt werden, mit der Schreibweise desselben er klärt sich die Konferenz einverstanden. Je nach Lage und Leistungsfähigkeit der einzelnen Orte wird an die reifenden Kollegen Wanderunterstütung gewährt, jedoch nur an die Angehörigen derfelben Organisationsform, soweit sie nicht Ausländer sind; ein Antrag die zentralorganisirten Kollegen mit einzubeziehen, wurde mit der Motivirung verworfen, daß der Verband" in gleicher Weise operire. Ausnahmen finden nur bei den Ausgelernten statt. " = bei Karz. Süd D, Faldenfteinstr. 7 bei Trittel8-10% ubr; Nordicule, Müllertr. 179 a, Nationalökonomie. GübArbeiter Bildungsschule. Mittwoch, Abends 7-8% Uhr: Lektüre. oft- Schule, Waldemarstr. 14: Geschichte( neuefte fett 18). Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Theilheilnehmer, Damen und Herren, jeder Einer der wichtigsten Anträge die zur Beschlußfassung Beit aufgenommen. Lese- und Diskutirklubs. Mittwoch. JohannJacoby, bei Fris vorlagen, betraf den Uebertritt der Organisation in Sieg le, Echwedterfiraße 33. Gesundbrunnen, Abends 8% Uhr, bet den Holzarbeiter Verband. Der Vertreter dieser AnSaferland, Bellermannftr. 87.- Gleichheit, Abends 8 Ubr bei Stramm, Heine, Rigdorf Abends 8% Uhr, Prinz- Handjeryir. 60, schauung gab sich große Mühe, die anderen Delegirten von der Ritterraße 123. parterre. Ginigkeit, Abends 8 Uhr bei geige, Triftstr. 1.- Theater Nothwendigkeit dieses Schrittes zu überzeugen, aber wie auf der und Leseflub Morgenroth, Abends 9 Uhr, im Restaur. Diete, Lothringervorigen Generalversammlung zu Köln, wo für den Anschluß an ftraße 67. ben Malerverband propagirt wurde, lehnte man dieses AnNeumann, Basewalterstr. 3. Ade Menderungen im Bereinstatender find zu Arbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender Adolf finnen ab.„ Die Generalversammlung beschließt," heißt es richten an Fried. Kortum, Manteuffelfir. 49, v. 2 Tr. Mittwoch. Nebungs in der angenommenen Resolution, von einer Verschmelzung Die Besprechung der Lage an den einzelnen Orten fiunde Abends 9 Uhr, Aufnahme von Mitgliedern. Siebesfreiheit 1, Norddeutsche Schleife, Schönleinstr. 6 mit dem Holzarbeiter- Verband vorläufig Abstand zu nehmen, indem ergab ein sehr trauriges Bild, wenigstens soweit es die Scheiben- Andreasstr. 26, bei Wilfe. Unverzagt 1, Manteuffelstraße 9 bei Nowad. Freya I, wir den Zeitpunkt dazu für verfrüht halten und die weitere Ent- töpferei betrifft. Uebereinstimmend wurde in den Berichten( Gemischter Chor), Rosenthalerstr. 67 bei Wernau. Lorbeertrans 1, wickelung der Industrieverbände zunächst abwarten wollen. Es der Delegirten aus Freiwaldau, Bunzlau und Mustau konstatirt, dichtenbergerstraße 21 bet Seiſe. Silaritas, Hochstr. 32.- Deutsche empfiehlt sich jedoch, daß zur Annäherung unseres Verbandes an daß die Entlohnung der Arbeiter unter allem Begriff ist: für Siche 1, Gr. Frankfurterfir. 183 bei Golb.- Go 1, Bantow, Wollantstraße 118 bei Lehmann. Gefangverein Arion III, Rigdorf, Herrmanndie Holzarbeiter- Organisation Schritte gethan werden, um einen große Töpfe werden 5 Pf., für Kannen 21/2 Pf. Arbeitslohn bezahlt! und Herrfurthftraßen- Ede, bei Weiß. Freundesireue( gemisch. Chor), Kartellvertrag, soweit das Bedürfniß dazu vorhanden Gut gestellte Arbeiter" haben einen Höchstverdienst von 18 M. Gr. Frankfurterstr. 138 bet Gold. Ginigteit 1( Hutmacher), Neue ist, herbeizuführen." Einen breiten Raum in Allegro, Wrangelftr. 141 bei W. Schmidt. den wöchentlich. Bei der Ofen branche flagt man vornehmlich Wrtebrichfir, 44 bet Röllig. Freiheit 1, Bülowstraße 65 bet Richter. Steinnelte. Pafe Verhandlungen nahm die Diskussion betreffs Einführung über die Rücksichtslosigkeit der Unternehmer bezüglich der Koats walterstraße 3 bet a. Neumann. der Reise und Arbeitslosen Unterstügung ein. feuerung in offenen Körben; in Stralsund besteht eine wiz.- iebes luft, Fürstenwalde an der Spree, Schloßtelleret. Freier Beschloffen wurde bezüglich der Durchführung der Reise- Unters Fabrit, wo man sogar diese gesundheitsgefährlichste Art der Männerchor Nord: West( früher Klempner) Moabit, Embener- und Siemensfraßen- Ecke 14. Kupferschmiede, Weinstraße 11 bet Feind. ftügung mit einer größeren Organisation einen Kartellvertrag Heizung in den Wertstuben eingeführt hat. Demgegenüber mothe Melte 1, Schöneberg, Golsftr. 43 bei klaute. Appolonia, abzuschließen. Bei Arbeitslosigkeit erhalten männliche Mit- wurde sehr lebhaft befürwortet, die Behörden mit dergleichen gothringerstr. 41 bei J. Brüß. Freiheitsgruß, Gremmenerstr. 1 bei Wathies Schneeglöckchen 1, Nirdorf, Sermann- und Karlsgartenglieder wenn durch die Urabstimmung der Beschluß Unternehmerprattiken bekannt zu machen. firaßen- Ecke bei Hilpert. Schneeglöd chen 2, Potsdam, Brandenburger santtionirt ist welche mindestens 1 Jahr dem Ver- Als Revisor der Geschäftskommission wurde Haute Kommunikation 16 bei Glafer.- Maiengruß 3, Friedrichshagen, Rundbande angehören, bis zu 28 Tagen pro Woche 7 Mart Stettin gewählt. Die Einberufung der nächsten Konferenz wird theil, bet Berche. Unverdrossen, Lindowerstr. 26 bei Sachs.. Feld= Maiglöckchen 2, Reichenberger Unterstügung, weibliche Personen pro Tag 75 Pf. In außer je nach Bedarf durch die Kommission stattfinden. Mit einem blume, Lübbenerfir. 30 bet Meyer. ftraße 16 bei Hoffmann. Felsenburg, Krauiftr. 6 bet Rudolph.- Ruilt, ordentlichen Fällen kann die Unterstützungsdauer verlängert Appell an die Delegirten, den Beschlüssen in jeder Weise Geltung Friedenau im Kurhaus, Ring- und Rheinstraßen- Ecte. Vorwärts" 7, werden. Soft Die Beiträge für männliche Personen wurden auf zu verschaffen, schloß der Vorsitzende Daudert nach 5 Uhr stummelsburg, Göthe- und Kantstraße Ecke bei Greinert nung 3, Brandenburg a. S., Kontordia". Wilhelmsdorferstraße. 35 Pf. pro Woche normirt, für weibliche auf 25 Pf. abends die Konferenz. Freiheitstlänge 1, Stallschreiberstr. 29, Bum etchenen Stabe" bet Der Beitrag zum Unterstützungsfonds tommt in Fort Echöning. Arbeitergesangverein von Briz in Briz, Bürgerstr. 4 fall. Bon Berlin war der Antrag eingebracht, für einen 30. Dezember in einer gutbesuchten Filzschuharbeiter Versamm Göbel. Ter Streik in der Fabrik von Simon u. Ko. stand am bei Torn. Seeger'scher Männerchor, Landsberger Allee 156 bet Rottbuser Harmonie, Forsterstr. 22 bei Tilgner. Glüb. Minimallohn und neunſtündige Arbeitszeit generell in die lung zur Verhandlung. Nachdem der Referent Willner einen licht( gem. Ghor) Perlebergerstraße 28 bei Sermerschmidt. Matengruß, Agitation einzutreten; das wurde als unzweckmäßig abgelehnt, Ueberblick über die Arbeitsverhältnisse in genannter Fabrik ge- Charlottenburg, eftalozzisir, sz bei A. Gaſſe.- Dammerlicht, Borndorferebenso der Antrag einer anderen Filiale, die Maifeier zum Ausgeben, entwickelte sich eine lebhafte Debatte, in der besonders die munitation 16 bei Glafer. gangspunkt einer Lohnbewegung zu machen. Die Verkürzung der Maßregelung der beiden Kollegen Schwoch und Kentler be: bet Troppens. Männer- Gesangverein Geduld, Gesundbrunnen, ButtArbeitszeit soll dagegen als nächstes Ziel im Auge sprochen wurde. Schwoch, der seit langem in genannter Fabrit manninaße 17 bet Wobes. Gesangverein Freiheitstlänge behalten werden; eine Resolution für die Arbeitsruhe Chorinerfir. 65 bet Sobeck. Männer- Gesangverein Palme, Belten in der beschäftigt ist, erhielt seinerzeit von den Kollegen den Auftrag, art, bet Bemlin. Männer Gefangverein Georginia, Wieners am 1. Mai gelangte zur Annahme. Das Korrespondenz mit dem Firmeninhaber über die bereits bekannten For- ftraße 18 bet Liebsch. Myrthe, Alte Jatobftr. 68 bet Diefenbach. Blatt" foll. wie jetzt monatlich mindestens einmal Männer erscheinen, in gewissen Zwischenräumen wird eine Massen von den Arbeitern erhofften Erfolg, und Echwoch bekam seine Ent- blüthen, Stralauer Blaz 10--11 bet Poppe. derungen zu verhandeln. Die Verhandlungen hatten nicht den weiße Rose, Reinickendorf, Residenzstr. 101 bei Malchin. Gesangverein Liederlust, Admiralstraße 38 bei Tupauer. Sanges: auflage zur Agitation hergestellt. Der Ausschuß behält laffung. Stentler, früher Stanzer, jetzt Hausdiener bei der Firma, Sund der geselligen Arbritervereine Berlins und Umgegend.( Bu feinen Sih in Hamburg und der Vorstand in Berlin. Alle drei erklärte den Chef, daß, so gut wie sich die Facharbeiter, sich schriften find zu richten an B. Bent, übertraße go Mittwoch: Jahre wird die statutenmäßige Generalversammlung abgehalten. Wichtige Fragen, wie dies bezüglich der projektirten Arbeits- auch die Hausdiener mit dem Kollegen Schwoch solidarisch er- felliger Verein Brüderlichkeit Georgentirchstraße Nr. 65 bei Spät. Gefelltger lofen- Unterstügung geschieht, sollen durch Urabstimmung erledigt klären, und erhielt darauf ebenfalls feine Entlassung. Allgemein Berein Rhetorit, Maunynftr. 86 bet Zubeit Abends 8% Uhr. getadelt wurde das Verhalten der Arbeiter Hartschock, Felstow Berein Hoffnung, Lebuferfiraße Nr. 5 bei Nemis( alle vierzehn Tage). Theaterverein Proletariat, Naunynsir. 88 bei Köhn. und Kanz, die nicht nur unsolidarisch handeln, sondern Schafstopftlub Spar- Agnes, Krautstr. 36 bei Jufinger. Geselliger bemühen, Die Freie Vereinigung der Bureau- Angestellten hörte sich an stelle der ausständigen Privattheater- Gesellschaft Kollegen Bereir Alpenrose, Brizerstraße 22 bet Graf. und Nomelia, Pücklerstr. 2 bet Müller.( Außerdem alle 14 Tage Sonnheranzuziehen die anzulernen, um am 21. Dezember in ihrer Versammlung einen interessanten Vor- Arbeitskräfte tags.) Vergnügungsverein Amor 2, Prinzen- Allee 10 bei Bergemann. Der Ausständigen trag ihres Mitgliedes 3 add a d. Nach einer furzen Diskussion Pläze wieder zu Die besetzen. Geselliger Verein Freundschaft, Zimmerftr. 89 bei Engel. erfuhr gelangten sodann einige interne Vereinsangelegenheiten zur schärffte Kritit dag des Verhalten Kollegen Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Mittwoch. Arbeiter Erledigung. Wilhelm Krause. Ihm wurde zur Last gelegt, daß er kontrakt- Gefang- Verein Hoffnung, Friebrichsberg. Uebungsstunde Abends 9 Uhr, Restaurant D. Schulze, Friedrich Karisiraße 84. PrivatTheatergesellschaft Heimathiu st, 9 ühr Sigung im Bereinslotal bei Lange. den Frankfurter Parteitag, welche Rede langwierige Dis- Privat- heater Gesellschaft Philharmonie, Sigung mit Damen, Abends 9 Uhr, Beughofstraße 8 bei Behlendorf. Aufnahme neuer Mitglieder. fuffionen in der Presse und in Versammlungen zur Folge hatte. Theaterverein unitum, jeden Mittwoch Abends 9 Uhr bei Ruppin, Wegen Uebertretung des Vereinsgesetzes Haltens einer Blumenstraße Nr. 49: Sizung mit Damen. Trauerrede- wurde Genosse Vogtherr am 15. mit einer Geld- senoffenfchaft. Die 3. Männer Abtheilung turnt jeden Mittwoch und Sonnabend Abend von 9-11 Uhr, Chorinerstr. 74. Touristenverein strafe von 20 M. bedacht. Freiheit Mittwoch, Abends sy Uhr, Versammlung bei Wuttke, Blumenstr. 54. Gefelltger Berein Unter uns, Sigung 8 Uhr bet Fischer, Beusselsir. 66. Wiufitbilettanten- Verein Preciofa Abends 8% ubr bet werden. des Bierboykotts zwischen Vertretern der interessirten Parteien zerschlugen sich an der Forderung der Brauereien, 33 Arbeiter dauernd zu maßregeln. Um 15. wurde Genosse Robert Schmidt, Redakteur des Vorwärts", wegen Beleidigung eines badischen Hauptmanns, mit 500 M. Geldstrafe bedacht; desgleichen Genosse Pötzsch, Redakteur des„ Vorwärts", wegen Beleidigung der Militärbehörde. En demselben Tage begann der alljährliche Fensterstreit der Töpfer. 27 Boykottversammlungen in Berlin und der Umgegend beschloffen am 16. die Zurückweisung der Forderung des Brauerei ringes, 33 Arbeiter dauernd zu maßregeln, und verschärfte Durch führung des Boykotts. Stürmisch ging es am 18. in der Stadtverordneten- Versamm lung her. Zur Debatte stand der sozialdemokratische Antrag: " Die Bersammlung wolle beschließen, den Magistrat zu ersuchen: Am 20. erfolgte die Inhaftnahme des Personals der Buchdruckerei von Schrinner, und am 23. wurde dieser selber verhaftet. Veranlassung hierzu gaben die Liederbücher mit der Verlagsfirma: Brausewetter u. Benedix. " " Die Genoffen Gieshoit und Weinberg wurden am 24. durch Haussuchungen erfreut. Der Monat schloß mit der am 30. erfolgten Verurtheilung des Genossen Pößsch, Redakteur des Vorwärts", wegen Schutzmanns- Beleidigung zu 100 M. Geldstrafe. Der Monat Dezember begann wiederum mit der Verurtheilung des Genossen Pötzsch, Redakteur des Vorwärts", am 1. wegen Beleidigung des Erb- und Burggrafen zu Dohna 1. Bom 1. April 1895 ab für alle von den städtischen Ver- Lauck zu 100 M. Geldstrafe. waltungen und Betrieben beschäftigten Arbeiter eine täg Am 5. tagte eine Versammlung arbeitsloser Maler. liche Arbeitszeit von acht Stunden einzuführen; Am 6. erfolgte die Eröffnung des Reichstages. Die erste 2. von demselben Termine an die mit der Ausführung Session im neuen Reichshause nahm einen vielversprechen städtischer Arbeiten beauftragten Unternehmer vertragsmäßig den Anfang. Liebknecht sollte wegen Majestätsbeleidigung zu verpflichten, für die zu diesem Zwecke beschäftigten begangen durch Sigenbleiben bei einem Hoch auf den Kaiser, in Arbeiter ihrer Betriebe eine tägliche Arbeitszeit von acht Anklagezustand versetzt werden. Stunden einzuführen." Der Antrag wurde durch Uebergang zur Tagesordnung er Tebigt. In Angelegenheit des Bierboykotts fanden am 28. für die Schönhauser Vorstadt drei Volksversammlungen, und eine solche für Moabit am 25. statt. Am 28. geleiteten die Genossen des VI. Wahlkreises den Dreher Albert Schaaf zur letzten Ruhestätte. Im Monat November machte am 4. ein plöglicher Tod dem Wirken des Schneiders Wilhelm Schulze ein jähes Ende. Am 6. erfolgte in allen Wahlkreisen die Berichterstattung vom Parteitage in Frankfurt a. M.( 21. Oktober) und im Anschluß hieran die Wahl der Vertrauenspersonen, der Preß- und Lokalfommiffions- Mitglieder. 922 1 1 fraße 17 bet Hoffmann. Edelweiß 2, Potsdam, Brandenburger KomHeimathtlänge, Repenta, Rosenstr. 101 ― Humoristischer Rauchtlub, Görligerstraße 42 bei Bicht. 5. - Be= Berliner Zurn Geisler, Fenn- und Tegelerstraßen- Ede, uebungsstunde, Aufnahmen. Schwimmverein Nord. Jeden Mittwoch Abend 7 Uhr Admiralgartenbad, Friedrichstraße, Uebungsstunde.- Geselliger Verein Anna Marie, Abends Stattluh Die Uhr, im Restaurant Roll, Adalbertstraße 21, Sigung. Lustige e 8wölf, im Restaurant Ruhl- Andree, Chorinerstr. 53. Rauchtluh Grüne Quane, Mittwoch Abends 9 Uhr, bet Gorn, Kleine Martusfir. 10. Rauchtlub Granate, Forsterftr. 40 bei Tuguntte. Rauchtlub Arfona, Abends 8 Uhr bet Herrn Brand, Reichenbergerfir. 122. Orientalischer Rauchtlub, Abends 9 Uhr, Neichenbergerftraße 24 bet Tauschte. Rauchtlub Frisch gewagt, abends 9 1hr bei F. Rodendorf, Pofenexfuaße Rauchttub Roochloch, Rauchflub Meffa. Admiralftr. 33 im Restaurant Abends 9 Uhr. Iin a, jeden Mittwoch bei H. Wuttke, Graubenzerstr. 2.- Stat- Klub Treffe Frankfurter- Allee 90 bei D. Babel. Rauchtlub Ohne Bwang, Weins ftraße 28 bet Epäth. Rauchklub Die Dampfenden, Langestr. 24 bei Jeratsch. Rauchflub Virginia. Jeden Mittwoch Abend 9 Uhr bei Schnieber, Admiralstraße 21. Rauchklub Humoristische Pfeifen Rauchtlab brüder, Mittwoch Abends 9 Uhr bei Salzwedel, Klofterfir. 83. Sumatra Süd- Ost Abends sy Uhr bei Müller, Liegnißerftr. 18. Freie Vereinigung der Kaufleuts. Jeden Mittwoch: Gemüthliche Busammenkunft im Restaurant Specht, Martgrafenftr. 83( Nähe Kochstraße). Briefkasten der Redaktion. anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 8wei Buchstaben oder eine Baft) Arbeiter- Bildungsschule. Eingegangen im vierten Quartal 1894: Tellersammlungen: Boltsversammlung bei Fiebig, am 3. Oktober 16,50; Voltsversammlung bei Gründel, am 13. Ottober 36,12; Boltsversammlung bei Zubeil, am 24. Oftober 1,92; Voltsversammlung bei Reichert, am 14. November 11,85; Am 21. fand eine Versammlung arbeitsloser Tapezirer statt. Volksversammlung im Elysium, am 21. November 63,92; Volts. An demselben Tage mußte wiederum Genoffe Pötzsch, Redakteur versammlung bei Gründel, am 5. Dezember 38,30; Boltsversamm des Vorwärts", zwei Verurtheilungen über sich ergehen lassen. lung bei Fiebig, am 13. Dezember 10,40. Versammlungs- Ueber. Derselbe erhielt wegen Militärbeleidigung 4 Monate Gefängniß, schiffe: Südostschule 17,75, 18,80, 14,-, 18,20, 2,55, 14,45, 6,50, wegen Beleidigung der Polizeibehörde in Chemnitz 2 Monate 5,86; Nordschule 20,95, 9,57, 10,70, 1,49. Jahresbeiträge: Gefängniß als Weihnachtsgabe. G. 5,-,. B. 20,- Geschenke: Beim Rundgefang bei Gleinert Am 6. wurde in der Stadtverordneten Versammlung die Miethssteuer fang und klanglos zu Grabe getragen. Bei beschlußunfähigem Hause trat der Reichstag am 17. in die Berathung der Umsturzvorlage ein, dieselbe jedoch kurzer Hand abbrechend und in die Weihnachtsferien gehend. Am 19. sprach Genosse Singer in dem neuen Keller'schen Etablissement in der Roppenstraße vor einer imposanten Boltsversammlung über die Umsturzvorlage. " Wegen Uebertretung des Versammlungsgesetzes wurde am 18. In der Zeit von Weihnachten bis Neujahr pausirte die gesammelt 2,35; Geeftr. 1, 1,-; Ueberschuß bei Besichtigung des Genosse Augustin in eine Geldstrafe von 30 M. genommen. Arbeiterbewegung im allgemeinen, nur die Vergolder benutten Polytechnikums 1,50; Dr. Christeller von einem Vortrag im Die mitangeklagten Genossen Löwenstein und Relle wurden frei- die Weihnachtstage zur Abyaltung ihres Verbandstages. Auch Verein der Plätterinnen 6,-. Summa 345,68 M. Besten Dank. fiel in diese Zeit die endliche Beilegung des Bierboykotts. Berlin, den 31. Dezember 1894. H. Königs, Kassirer, Dieffenbachgesprochen. straße 30. Am 14. sprach Genosse Bebel im zweiten Wahlkreise über Brauerei Vichelsdorf. Telephon: Amt Spandau Nr. 13. Telephon: Berlin Amt VI Nr. 1116. 13452* empfiehlt ihre aus bestem Malz und Hopfen hergestellten Biere. Lagerbier, hell, hell, Exportbier, dunkel. Markgrafen- Bräu nach Münchener Art. 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Meinen Geschäftsfreunden und Bekannten die ergebene Mittheilung, daß ich die Generalvertretung der altrenommirten Kulmbacher Exportbier- Brauerei Adolf Christenn bon in Kulmbach in Bayern mit dem heutigen Tage übernommen habe. Dieses Bier hat in Deutschland sowie im Auslande den größten Anklang gefunden und offerire Ihnen in Gebinden mit 28 Mart per Hektoliter. Gebinde von 30 Litern an. Hochachtungsvoll Bernhard Könitzer, General- Vertreter der Kulmbacher Exportbier- Brauerei, Fernsprech- Anschluß: Berlin SO., Köpnickerstrasse 45. Amt VII, No. 1950. Achtung! Bahuerfat, auch Theilzahl., wöchentl.odgin efte 1 Mart, Gudel, Laufizer Plaz 2, Elsasserstr. 12. In Roh- med Tabaken and Utensilien für Cigarren- Fabrikanten !! billigster Einkauf!! W. Hermann Müller Berlin Alexanderstr. 22. I Streng reelle Bedienung. Creditgewährung nach Uebereinkunft!! Ein Jeder mache den Versuch. Bettfedern, Weg 41, 1 r. Kein Laden. reine Gäufefedern á Pfd. v. 50 Pfg. an, Grüner Frau Glaser. 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Januar 1895: Grosse Matinée veranstaltet vom Gesangverein Gerstenähre( Brauer) unter Mitwirkung der Gesangvereine: Norddeutsche Schleife, Freiheitsklänge I, Stralauer Liedertafel, Frohsinn I, Liedertafel der Maler, Kreuzberg, Deutsche Liedertafel und Sängerkette( Mitgl. d. A.- S..B.), sowie von Mitgliedern der Freien Bereinigung der Zivil- Berufsmufiter". Gesangsleitung: Herr Exiner. Fest- Vortrag, gehalten vom Reichstags- Abgeordneten P. Singer. Eröffnung 11 hr. Einlaßkarte 20 Pf. Anfang 12 Uhr. Der gesammte Ueberschuß ist für die ausgesperrten Brauereiarbeiter bestimmt. Das Comité. 129/14 Freie Volksbühne. Dienstag, den 1. Januar, Nachmittags 2%, Uhr: III. Abtheilung( Lessing- Theater): Der Traum ein Leben. VI. Abth.( National- Theater): Hildegard Scholl. Vorher: Ehrenschulden. Die Zahlstelle 18( früher Lübedierstr. 8 bri Fr. Lindemann) befindet sich jetzt bei R. Quenkel, Thurmstraße 18. Der Vorstand der Freien Volksbühne. J. A.: Julius Türk, O., Blumenstraße 21. 294/15 Arbeiter- Bildungs- Schule. Lehrplan für das Winterhalbjahr Montag Dienstag • Mittwoch,. Donnerstag Freitag. Sonnabend . . 1894/95. Nord- Schule. Müllerstr. 179a. Naturerkenntniß. Volksthümliche Medizin. ( Erste Hilfe bei Unglücksf.) Nationalökonomie. Geschichte( Mittelalter). . Deutsch( Literatur). Diskutir- Uebungen. Südost- Schule. Waldemarstr. 14. Boltsthümliche Medizin. Nationalökonomie, Geschichte ( neueste feit 1848). Naturerfenntniß. Deutsch( Literatur). Diskutir Uebungen. Die Schulräume sind Abends von 1/28 lhr an geöffnet( Sonntags 10-12 Uhr), um den Mitgliedern Gelegenheit zu geben, in dem außerordentlich reichen Zeitungs-, Zeitschriften- 2c. Material zu studiren. Der Unterricht beginnt um 1/29 Uhr und endet um 1/211 hr. Die Theilnahme an der Lektüre und dem Unterricht steht Jedem, auch Nichtmitgliedern an einem Abend im Semester unentgeltlich frei. Für sämmtliche Lehriächer werden zu jeder Zeit neue Theilnehmer ( Damen und Herren) aufgenommen. In größeren Lokalitäten werden in bestimmten Zwischenräumen große Versammlungen abgehalten, in welchen wissenschaftliche Themata's in volksverständlicher Weise behandelt werden. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 25 Pf. monatlich. Das Unterrichtsgeld beträgt monatlich für jedes Unterrichtsfach 25 Pf.; für den SonnabendsUnterricht wird fein Entgelt erhoben. Die Zahlung der Beiträge und Aufnahme neuer Mitglieder erfolgt an endstehenden Zahlstellen, deren je eine auch in jeder Schule errichtet ist. Die Zahlstellen sind folgende: S. Schöning, Stallschreiberstr. 29. SO. Südostschule, Waldemarstr. 14. Schulz, Admiralstr. 40 a. SW. Grube, Mariendorferstr. 5. Windhorst, Junkerstr. 1. 0. Tempel, Langestr. 65. 55/8 N. Nordschule, Müllerstr. 179a. Gnadt, Putbuserstr. 32. Gleinert, Müllerstr. 7a. Wernau, Rosenthalerstr. 57. NO. Mamlok, Barnimstr. 42. NW. Vogtherr, Stephanstr. 29. W. Werner, Bülowstr. 59. Der Vorstand. Die Bibliothek ist allabendlich geöffnet und steht jedem Mitgliede zur unentgeltlichen Benuzung zur Verfügung. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Sonntag, den 6. Januar, Vormittags präzise 10 Uhr, 65/17] in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Ausschuh- Bihung. 1106alothing Bom Guten das Beste. Neugold- Remontoir- Taschen- Uhren. Feinstes Präcisions- Werk. C Genauest regulirt und erprobt, für richtigen Gang 3 Jahre schriftliche Garantie. Die Gehäuse, hochmodern, prachtvoll ausgestattet, sind aus dem neu entdecktem amerikanischen Neugold- Metall hergestellt, welches das Aussehen von echtem Golde derart besitzt, daß Niemand einen Unterschied zu machen im Stande ift und wird für gutes Tragen 10 Jahre garantirt. Preis per Stück nur Mk. 15,--. Diefelben Uhren in ff. Ia. Qualität mit Doppelmantel und Sprungdeckel( Savonnette), echtem EmailZifferblatt mit reicher, kunstvoller Guillochirung per Stück Mk. 20.-. 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