Nr.243 39.Jahrgang Ausgabe B Nr. 120 Bezugspreis: Bierteljahel 105.-, monatl. 35, frei ins Haus, voraus zahlbar. Boft bezug: Monatlich 35,- M., einschl. Su ftellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- u. Memel gebiet, fowie Defterreich u. Luxemburg 69M, für das übrige Ausland 87, M. Poftbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Efth land, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luxemburg, Defterreich, Schweden, Schweiz. Tschecho- Glowatet und Ungarn. Der„ Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Zeit", der Unter haltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erfcheint wochentäglich zweimal, Sonn tags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialbemotrat Berlin Abend- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt Groß- Berlin 70 Pf. auswärts 80 Pfennig Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezetle toftet 16,- M.- Reklamezeile 80.-M. AleineAnzeigen" das fettgedruckte Wort 4- W.( zuläffig zwei fettge brudte Morte), jedes weitere Bort 3, M. Stellengesuche und Schlaf ftellenanzeigen das erste Wort 2,50 M., jebes weitere Wort 2, M. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abon. nenten geile 8,-. Anzeigen für die nächste Mummer müffen bis 4½ 2hr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden. ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Expedition: SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Redaktion Morinplas 15195-97 Expedition Morisblas 11753-54 Mittwoch, den 24. Mai 1922 Die Anleiheverhandlungen. Hermes' Vorschläge. Vorwärts- Verlag 6.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Verlag, Ervedition und Inseraten. Abteilung Morishlas 11753-54 Das Ende einer Komödie. Der Bersuch der Bolschewifi, die gesamte europäische Ars beiterbewegung vor ihren Wagen zu spannen, in Deutschland die große Sozialdemokratische Partei und die USP. dem Willen einer winzigen tonfufen Minderheit zu unterwerfen, ist nach Berdienst gescheitert. Es wird nun noch einigen Sput geben, Die Kommunisten werden durch eine wüste Hezze gegen die SPD.- und USP.- Führer" ihren schönen Willen zur Einig feiten beweisen, und dann wird es auch noch so sein. " Die Freiheit" versucht heute, die Schuld" an dieser Ent widlung der Dinge nach beiden Seiten zu verteilen, aber dieser Verfuch mißglückt vollständig. Die Parteien der 2. Internatio= nale haben aus ihrem Herzen wahrhaftig keine Mördergrube gemacht, und so aufrichtig ihr Bekenntnis war, daß sie die Einigkeit aller Sozialisten ersehnen, so entschieden haben fie von vornherein ihrer Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß ohne eine tiefgehende Aenderung und Reinigung des Kommu nismus ein Zusammengehen mit ihm unmöglich ist. Was hat die Freiheit uns Sozialdemokraten vorzuwerfen? Man höre Paris, 24. Mai.( Ep.) Pierpont Morgan hat fich gemeigert, den Journalisten irgendwelche Erklärungen zu geben. New York Herald" weiß zu berichten, daß in Sachverständigenkreisen Paris, 24. Mai.( EE. Das heutige Journal" behauptet, in der damit gerechnet wird, daß die Verhandlungen des Komitees zwei bis Lage zu sein, die legten Borschläge des Reichsfinanzministers Dr. vier Wochen dauern werden. Obwohl das komitee schon ein be- Hermes vor der Reparationsfommission mitteilen zu können. Dr. deutendes Tatsachenmaterial gesammelt hat, wird es doch noch Hermes setzte voraus, daß Deutschland das Moratorium endgültig während der Konferenz Informationen aus alliierten Bankzentren gewährt werde und es infolgedessen nur 750 Millionen Goldmart heranziehen müffen. Auf Grund dieser Informationen werde das zu bezahlen und für 1 Milliarde 750 Millionen Waren zu liefern Komitee vorschlagen, daß der Gesamtbetrag der Repara. hätte. Dazu kämen dann noch die gelegentlichen Kosten für die Ausfionen herabgefeht werde. Es müsse klar festgestellt werden, gleichsbureaus zur Entschädigung Privater sowie für die interdaß diefe Anleihe eine erste Hilfe sein soll, die durch leicht greifbare allierten Kommiffionen. Dr. Hermes verweist darauf, daß das Pfänder, wie z. B. die Eisenbahneinnahmen, die Einnahmen aus deutsche Budget nunmehr in drei Teile gegliedert sei: Allgedem Tabakmonopol oder den Zöllen zu garantieren sei. Die ver- meine Berwaltung, Spezialdienste, Durchführung des Friedensverfchiedenen Regierungen sollen sich äußern, die Anleihe steuerfrei trages. Das erstgenannte Budget weist einen Ueberschuß von ungeaufzunehmen. fähr 60 Milliarden auf, die für die. Reparationsfommiffion ver Was die gemeldeten Bedingungen anbelangt, wonach die wendet werden können. Dank der Erhöhung der Eisenbahn- und alliierten Regierungen sich verpflichten sollen, von ferneren mili- Bofttarife ist auch in dem zweitgenannten Budget fein Defizit auf tärischen Santtionen gegen Deutschland abzusehen, so er- zumeifen. Was das dritte Budget, nämlich das der Durchführung fie selbst: klärt man in Kreifen der Reparationstommission, daß des Friedensvertrages anbelangt, so läßt Dr. Hermes ihm die Ueber- Sie wollten, daß sich die Kommunisten zuerst verpflichten soll. diese eine solche Bedingung nicht annehmen können, da sie gegen die schüsse des ordentlichen Budgets sowie die Ergebnisse der Zwangs- ten, dem Terror in Rußland ein Ende zu machen, die ZerspliffeSouveränität der Kommission verstoße. Die Anleihe würde durch anleihe in der Höhe von 40 Milliarden und der internationalen Ab- rungsarbeit in den sozialistischen Parteien und in den Gewerkschafdie Reparationen gutgeheißen werden. Wenn die Banten die ge- gabe zufließen. Dr. Hermes glaubt nicht, daß die Entente im Jahre ten einzustellen und für Georgien und andere von den Bolsche, meldeten Bedingungen aufstellen würden, wäre der ganze Plan un- 1922 für 1 Milliarde 750 Millionen Mart Reparationswaren aufmöglich. nehmen könnte. Die Kontrollmaßnahmen der Reparationsfommission feien noch zu regeln. Der Petit Parifien" schreibt, daß der volle Betrag der Reparationsanleihe der Reparationsfommission aus. bezahlt werden müsse und von den Reparationen abgezogen werden könne. Deutschland hätte nur die Bezahlung der Zinsen zu besorgen. Nach den vorliegenden Meldungen sei vorauszusehen, daß Holland und die Schweiz der Anleihe eine gute Aufnahme bereiten würden, da diese Länder große Marttäufe getätigt haben. Man beschäftigt sich auch mit der Unterstützung, die die füdamerifanischen Banten der Anleihe geben könnten. Deuvre" teilt mit, daß der belgische Delegierte Delacroig den Verhandlungen des Komitees Morgan präsidieren werde. Delacroir habe einen eigenen Anleiheentwurf aufgestellt; er sehe einen Anleihebetrag von 5 Milliarden Goldmart vor. Was die Haltung Ameritas anbelangt, so dürfe man sich feinen zu großen Sllusionen hingeben. Ballstreet zeigt gegenwärtig Anlage zu einer glänzenden Isolierung. Leichte Besserung der Mark. Dollar 292. " A wisten beherrschte Staaten das Recht der Selbstbestim mung zuzugestehen. Erst wenn sich die Kommunisten zur Erfül lung dieser Forderungen bereit erfärt hätten, tönnte der Einberus fung eines Arbeiterwelttongreffes nähergetreten werden. Wenn das eine Schuld ist, dann wollen wir uns gern zu ihr bekennen. Ja, mir verurteilen und verdamunen die Die Nachricht, daß die Berhandlungen des Reichsfinanz Rußlands alles Recht mit Füßen treten, wir haben ein tiefes systematische Grausamfeit, mit der die neuen Selbstherrscher ministers Dr. Hermes in Paris zu einem gewissen Abschluß mitgefühl mit den russischen Sozialisten, gekommen seien, rief am heutigen Devisenmarkte stärkeres die ihrer Gesinnung wegen in den Gefängnissen schmachten, Angebot hervor. Die Kurse waren weiter rüd gängig. Die mir betrauern das Schicksal der Länder, die der neue russische Bewegung wurde von der Reichsbant benutzt, um durch weitere Militarismus fahlfrißt, wir sind aufs tiefste empört und angeAbgaben auf die Kurse der ausländischen Zahlungsmittel zu widert von der heimtückischen Minierarbeit, mit der die soge brüden. Demgemäß engagierte sich auch die Spekulation nannten Kommunisten den letzten Damm gegen kapi weiter nach unten. Um die Mittagsstunde wurde der Dollar talistische Ausbeutung, die Gewerkschaften, zu zerstören vermit 292 gehandelt. Am Effektenmarkte herrschte abfolute fuchen. Wir trauen diesen Leuten nicht über den Weg, wir Geschäftsstille. Rein äußerlich tritt die Börsenkonjunktur in wissen aus hundertfältiger Erfahrung, daß List, Berstellung wesentlich schwächerem Besuch zutage. Auseinandersetzung mit den Hohenzollern. ein Hohenzollernfürst habe durch schmähliche Flucht fein Leben zu Es hagelt Nachrichten und Dementis. Das eine Kor respondenzbureau meldet, daß der Abgang des einen Ministerialdirektors noch weitere Kreise ziehen werde, das andere berichtet, daß dies durchaus nicht der Fall sei. retten gesucht? Nein, und abermals nein! Er wird den Befehl widerrufen, der Wagen zum Hofzuge steht abfahrtbereit. Beim Heere ausharren, das Leben einsehen, ausharren bis zum Aeußersten, fomme was da fommen will! Ahnt Niemann, wie er mit seinen Worten den Mann bla. miert, der trotz alledem sein Heil in der Fucht gesucht hat?! Ein Telegramm der Kaiferin kommt an. Darauf Wilhelm stolz: und Wortbruch täglich gebrauchte Waffen ihres Kampfes sind, und daß sie stets das Gegenteil von dem wollen, was sie zu wollen vorgeben. Wir wissen, daß es ihnen nur um noch mehr Verwirrung und Zersplitterung zu tun ist, wenn sie das Wort Einigkeit im Munde führen. Haben wir mit dieser Beurteilung unrecht? Man höre, was die Freiheit" selber über die Kommunisten sagt: Das sind alles Nebensachen. Wichtig ist es, ob tatsächlich Sie faßen mit uns an einem Tisch und verfolgten unsere Bedie derzeitige Leitung des preußischen Finanzministeriums mühungen, die Schwierigkeiten fortzuräumen. Anstatt uns darin zu eine Schwenfung in der Auseinanderseßungsfrage nach der Meine Frau hält sich so heldenhaft und man mill mich unterstüßen, rollten fie felbft immer neue Schwierig überreden, nach Holland zu gehen! Das tue ich nicht, das teiten auf den Weg. Anstatt das Näherkommen der soziaRichtung hin genommen hat, daß eine vom Volkswillen unbewäre wie ein Kapitän, der fein fintendes Schiff verläßt." dingt zu verurteilende Begünstigung der Hohenzollern dabei listischen Parteien fördern zu helfen, verschärften die Bolschewisten herauskommt. Der neue Entwurf wird darüber bald flare urteilt! Aber als schielßlich alle schöne Bosen der rauhen Wirt. Sojlalisten, steigerten sie ihre Beschimpfungen. So hat Wilhelm selber seine Flucht im voraus Dernach der Konferenz der drei Erefutiven in Berlin ihren Terror gegen Auskunft geben. Einstweilen sollte das preußische Finanzministerium zur lichkeit nicht standhalten, äßt sich Wilhelmach wie gern- von Beruhigung der öffentlichen Meinung raschestens mitteilen, feiner Umgebung zur Flucht überreden. Aber auch das geht nicht was es als 3wangsverwalter des hohenzollernschen Ber- ohne leßten Theatertoup: mögens bisher getan hat, damit dies vorläufig und wenigstens Nady furzer Ueberlegung willigt der Kaiser ein. Benn es boch sein muß! Aber nicht vor morgen früh! Todesfurcht soll man ihm nicht nachfagen. in Borschuß zahlungen seiner Steuerpflicht nachkommt. Jede Reinmachefrau, wenn sie auch nur stundenweise beschäftigt wird, muß sich Steuerabzug gefallen lassen. Die Hohenzollern find heute in Deutschland die einzigen, die bisher noch feinen Pfennig Steuern gezahlt haben. Schlußakt eines Komödianten. Der Oberstleutnant a. D. Niemann, der im„ Tag" seine Baden eintrifft: Ein Held, weil er drei Stunden später flieht! Schade, daß der alte Johannes Scherr schon tot ift! Welch trefflicher Stoff für seine menschliche Tragikomödie, für seine Galerie getrönter Don Quichoten ist ihm da entgangen. Er hätte vielleicht diesen Abriß genannt: „ Der Abgang eines weltgeschichtlichen Komödianten." In England, in Frankreich und in anderen Ländern machten die Kommunisten keinen Hehl daraus, daß für sie die Forderung eines Arbeiter- Weltfongresses nur ein Schlagwort sei zur„ Entlaroung" und Anklage gegen andere und daß sie nicht davon ablaffen könnten, die sozialistischen und gewerkschaftlichen Organisationen zu zertrümmern. Frossard, Mitglied der Neunerkommission für die Kommunisten, war gegen das Zusammenarbeiten der drei Erefutiven und unterschrieb deren gemeinsame Erklärung wie er selbst fagte, nur, weil die Mehrheit der tommunistischen Exekutive ihn dazu bestimmte. Ginomiem hatet angeordnet, daß die Kommunisten in der Neunerfommiffion ultimativ die fofortige Einberufung des ArbeiterGegen die Privatisierung der Reichsbahn. Betongresses verlangen sollten. Die Rommunisten waren Erlebnisse als persönlicher Adjutant des ehemaligen Kaisers schil. Der aus Fachleuten bestehende Organisationsausschuß sich darüber klar, daß die Erfüllung ihres Ultima. dert, ist jejzzt bei der Schilderung des 9. November in Spa ange beim Reichsverkehrsministerium hat die Reformvorschläge" tums nicht im Bereich menschlicher Kräfte lag. langt. Ohne zu ahnen, welcher Lächerlichkeit er seinen Herrn damit des Reichsverbandes der deutschen Industrie, Aber gerade das war ihnen recht. Sie wollten nur einen preisgibt, beschreibt er Wilhelms letzte Bosen. Als die Nachricht die eine lleberführung der Reichsbahn in eine ge. Vorwand haben, um die Neunerkommiffion zu sprengen und fich eine von der Berfündung der Abbankung des Kaisers durch Mag von mischtwirtschaftliche Gesellschaft Gesellschaft verlangten, neue Gelegenheit zum Kampf gegen die Kapitalisten(?)-abgelehnt. Die statistischen Angaben, auf die sich diese bewahre, gegen die sozialistischen Parteien zu schaffen. So wollte formular nach dem andern mit der Rundgebung seines Protestes. falsch, teils unvollständig ausgewertet bezeichnet. Mit dem In fiebernder Haft bedeckt der Monarch ein Telegramm. Borschläge stützen, werden als einseitig aufgestellt und teils es Ginomjew, als Beauftragter der bolschewistischen Regierung. Er war ja immer so groß im Telegraphieren! Doch es nüht Mittel der Tariffchraube aber könne auch die Reichs- felbst festgestellten Tatbestandes feine verhängnisvolle Einer Wie das unabhängige Blatt angesichts dieses von ihm nichts. Hindenburg rät zur Flucht: „ Ich kann es nicht verantworten, daß Euer Majestät von bahn die finanziellen Schwierigkeiten überwinden; um sie an- feits- Andererseits- Politik fortsetzen will, ist uns unerfindlich. Wenn die Kommunisten so sind, wie die Freiheit" sie ganz meuternden Truppen nach Berlin geschleppt und ter revolu. zuwenden, bedürfe es nicht der Privatwirtschaft. tionären Regierung als Gefangener ausgeliefert werden!" Wenn sie sich bisher von gemeinwirtschaftlichen Rücksichten in richtig schildert, dann verdienen die Sozialdemokraten feinen Heute will Hindenburg burch Wilhelms Flucht überrascht der Preispolitit hat tragen laffen, so bewies sie mehr Berständnis Tadel, sondern nur Anerkennung dafür, daß sie das worden sein. Wilhelm nicht und läßt alle Borbereitungen zur für die Notwendigkeiten der Bolkswirtschaft als die Sachverständigen Spiel von vornherein richtig durchschauten, und daß sie nicht Flucht nach Hollant treffen. Während diese aber ver sich gehen, auf die bolschewistische Leimrute frochen. Statt den Sozialwährend er sich schon zum Besteigen des Hofzuges anschickt auf Diese der Begründung für die Ablehnung entnommenen demokraten unhaltbare Vorwürfe zu machen, sollten sich die nochmalige ausdrückliche Bitte Hindenburgs!- mimt Bil. Darlegungen find eine gründliche Lektion für die famosen Sach- Unabhängigen mit ihnen zusammentun, um den helm alle erdenklichen Heldenposen. Niemann schreibt: verständigen der Industrie, die ihr privates Interesse europäischen Sozialismus vor der Kompromittierung durch Was ist? Wozu hat er seine Zustimmung gegeben? Fiehen, mit dem der Allgemeinheit verwechseln. Hoffentlich lassen sie die Sowjetbarbarei zu bewahren, die Arbeiterbewegung vor mo die Kaiferin, wo Kinder und Entel fern in der Heimat, allen iegt die Finger von den Eisenbahnen, zumal die Anwendung weiterer Zersplitterung zu schüßen, die wirkliche Einheitsfront Gefahren der Böbelherrschaft preisgegeben find? Nein, und privatwirtschaftlicher Gundsätze bei der Reichsbahn von unter Fernhaltung aller Zerstörer und Intriganten herzuabermals nein! Berleumdern ein Handhabe geben, zu behaupten, ihr selbst angestrebt und durchgeführt wird! 1 stellen. -des Gutachtens." " Das wäre die richtige Antwort auf das Verhalten der Kommunisten. Sie würde auch von den Anhängern der USP. sehr gut verstünden werden. Aber leider bleibt die Politik der USP. mit dem Fluch der Halbheit geschlagen, und dadurch wirkt sie sich immer mehr zu einer tiefen Schädigung der Arbeiterbewegung aus. Nicht taktisches Hin- und Her- schwanken, nur klare, grundsätzliche Erkenntnis kann den rechten Weg weisen. Nutzlanw istkeinsozialistischerStaat.In jedem deutschen Konsumverein steckt mehr Sozialismus als in der ganzen Sowjeirevublik. Rußland istkeinproletarischer Staat, in keinem Lande der Welt ist der Proletarier recht- loser als in Rußland. Das Ergebnis der bolschewistischen inneren Politik ist Knechtschaft, schlimmer als unter dem Zarismus Das Ergebnis der bolschewistischen Wirtschafts- Politik ist Hungertod von Millionen und Kapitulation vor dem Kapitalismus. Das Ergebnis der bolschewistischen Außen- Politik ist imperialistische Unterwerfung fremder Völker und Verwirrung der europäischen Arbeiterbewegung. Die Kommunisten der nichtrussischen Welt sind weder De- mokraten nach Sozialisten, sie sind keine Vertreter von Ar- beiterinteressen, sondern gehorsame Instrumente der Moskauer Machtpolitik. Von ihr empfangen sie ihre Parolen, für die sie sich gehorsam begeistern, um sie ein paar Wochen später wieder zum alten Eisen zu werfen. Un- verändert bleibt nur ihr Haß gegen die europäische sozialistische Arbeiterbewegung, unverrückbar bleibt nur ihr Ziel, diese Be- wegung zu zertrümmern. Ihre unausgesetzten Versuche, durch Arnoendung schäbigster Mittel auszugleichen, was ihnen an Kraft der geistigen Waffen fehlt, haben ihnen die Verachtung aller ihrer Gegner eingetragen. Die kapitalistische Welt, weit davon entfernt, sich vor dem Kommunismus zu fürchten, macht mit seiner russischen Spielart Geschäfte, über die europäische lacht sie nur noch. Fragt die Vertreter des Kapitalismus: die Agrarier, die Reaktionäre, wen sie als ihre einzigen gefährlichen Gegner betrachten, so werden sie wie aus einem Munde antworten, die Sozialdemokratie und die Gewerkschaf- te n. Das ist der feste Grund und Boden, auf dem, unbe- schadet aller taktischen Meinungsverschiedenheiten, die wahre Einheitsfront erstehen muß und erstehen wird. Darum können wir nicht bedauern, daß die Komödie der kommunistischen Ein- heitsfront das verdiente Ende genommen hat. Die Situation ist dadurch nur noch klarer geworden. Die Arbeiter müssen mit den Zerstörern ihrer Bewegung fertig werden— hier entscheidet sich ihr Schicksal. Bartholomäusnacht! Wie der Besuch Hindenburgs in Ostpreußen von den Ratio- nalisten aufgefaßt wird, das zeigt ein« Aeuherung des deutfchnatio- nalen Echriftlciters Ohm, die dieser nach dem Bericht unserer „Königsberger Volkszeitung" in einer Mitgliederversammlung der Deutschnationalen Volkspartei für Allenstein tat: Wir müssen den Mut haben, eine BarkholomSusnachl zu ver- «mstalten, um den jetzigen Staat abzugurgeln. Herr Lebius dürfte über dies« Konkurrenz neidgelb werden. Wir sind gespannt, ob sich in Ostpreußen ein Staatsanwalt finden wird, de? gegen diese Aufforderung zu Totschlag und Hoch- verrat einschreitet. Anter dem Titel»Die große Politik der Europäischen Sabinelte 1S?t bis 1914" beginnt, wie WTB. mitteill, demnächst die Tamm- lung der diplomatischen Akten des Auswärtigen Amtes zu erscheinen. Die Drucklegung der ersten sechs Bände dieses großen Aktenwerkcs der Deutschen Regierung ist jetzt beendet. Das Werk ist ein Ergebnis der Oeffnung der deutschen Archive. Das diplomatische Aktenmaterial des deutschen Auswärtigen Amtes zur Geschichte der europäischen Politik in der Zeit vom Frankfurter frieden im Jahre 1871 bis zum Beginn d«s Weltkrieges soll hier der Ocffentlichkeit übergeben werden. Das gesamte Aktenwert wird einen Umfang von 20 bis 22 Bänden haben. vor einem russisch-itallenischen Handelsvertrag. Reuter meldet aus Genua daß Schanzer mit Tschitscherin und Krassin über einen italienisch-russischen Handelsvertrag verhandele. Der Zlleöerbaum. Bon Erich T r i s a r. Hinter meinem Haus« blüht ein alter Fliederbaum. Seine Blüten sind der einzige Gruß, den der Frühling den Armen bringt, die in den Wohnungen, deren Fenster auf diesen Hof hinausgehen, hausen. Gewiß, in den Vorgärten der Herrenhäuser blühen schönere Bäume: aber wir achten diese gepflegte Schönheit nicht, weil ein Gefühl innerer Verbundenheit uns in unserem Fliederbaum etwas ganz Besonderes, nur uns Gehörendes sehen läßt: denn der Flieder- bäum ist unser, obgleich niemand eigentlich weih, zu welchem Hause er gehört. Er ist da, bringt hellen Glanz in alle Augen und schenkt jedem Pärchen, das an warmen Frühlingsabenden in seinem Bereiche kost, ein Sträußchen: was will man mehr von einem alten fast ver- trockneten Bäumchen, von dem niemand weiß, wie dieses es fertig bringt, sein Leben zu fristen und in jedem Frühling in alter Unver- drosienheit und Schönheit zu blühen. Ob es wohl selbst schon einmal darüber nachgedacht hat, wie es kommt, daß fein Bruder, der irgendwo in einem freundlichen Bor- gärtchen unter der Obhut eines Gärtners Wurzel schlug, in einem Boden, der reichlichere Nahrung gibt und der seine Zweige unge- hindcrter ins Licht strecken kann, soviel Licht, Wärme und Sonne schlucken darf, während es sich selbst kaum durch den Tag zu bringen weiß? Ich glaube nicht: denn sonst hätte er wie der alte Berginoalide, der 40 Jahre lang für den Besitzer jenes Borgärtchens seine müden Knochen zur Grube schleppte, um sich und seine Familie kümmerlich zu ernähren, während jener reicher und reicher wurde, in dem Augen- blick seinem Leben ein Ziel gesetzt, als ihm die furchtbare Ungcrechtig- keit eines Lebens unter solchen Bedingungen klar wurde. Cr hätte sich wie jener geweigert, weiter zu leben. Doch ich glaube nicht, daß unser Fliederbaum je zu solchen Erwägungen kam. Vielleicht weiß er auch gar nicht, daß er Brüder hat, die besser leben als er, denn von feinem, von hohen Mauern eingeengten Reiche aus hat er nie einen seiner Brüder gesehen noch mit einem von ihnen gesprochen. Rur im Frühling, wenn zum ersten Male mittags die Sonne wieder auf ein kurzes Stündchen über die Dächer lugt, mag ein dunkler Trieb in seinem Innern ihm erzählen von einem neuen und besseren Leben, das nun überall in Wald und Flur seinen Anfang nimmt. Dann rafft er all seine Kräfte zusammen, um der Erde noch einmal den kümmerlichen Rest ihrer verbrauchten Säfte zu entziehen und sie den knospenden Zweigen zuzuführen, die sich darauf voller Freude om Leben und Blühen mit Blättern und Blüten schmücken, zur Freude der Armen, die schon wochenlang durch die verrußten Fenster spähen, um den ersten Gruß des Frühlings zu erhaschen: denn der Fliederbaum ist das Maß ihrer Hoffnung: blüht er, dann ist es ihnen wie der Gruß einer neuen Zeit, die nun beginnt, um allem Elend ein Ende zu machen, Voltspartei unö llosreißungspolitik. In der„Nationalliberalen Correspondenz", dem parteioffiziösen Organ der Deutschen Bolkspartei, bezeichnet irgendein Anonymus zwei Episoden der Kölner Tagung„der sogenannten zweiten oder Amsterdamerarlottenburg gestohlen. Die Diebe, von denen einer als„wilder Ziehmann" bei einem kürzlich erfolgten Umzug« mitwirkte, hatten als angebliche Beauftragte eines Pro» duktenhändlers am hellen Tage ungestört die Boden» kammer erbrochen und die dort lagernden Schätze durch einmaligen Besuch heben können. Die Bücher, unier denen sich ein« große Anzahl seltener illustrierter Sonderdrucke be- fanden— der Wert eines Werkes allein wird von Sachverständigen auf 20 000 M. geschätzt—, verkauften die Diebe als Makulatur an Produktenhändler, wofür sie pro Kilogramm„Papier" 4,50 M, erhielten. Gestern ist es dem Kriminalassistenten Ziegler und seinen Beamten gelungen, die Einbrecher zu ermitteln und den größten Teil des gestohlenen Gutes herbeizuschaffen. Die Blinden und Krüppel für die Altershilse. Der Bund zur Förderung der Selbsthilfe der körperlich Behinderten(Otto-Perl- Bund) und der Gesongschor des Moonfchen Blindenvereins, Chor- meister Max Hölting, veranstalten zum Besten der Altershiffe am Sonnabend, 27. Mai 1922, abends 8 Uhr, im Schubert-Saal, Bülow- ftraße 104, einen Vortragsabend. Der armlose Karl Hermann U n- than wird einen Vortrag mit musikalischen Darbietungen über „Ohne Arme durchs Leben' halten. Gründung der Prinz-huberlus-Quelle Vor der 8. Strafkammer des Landgerichts HI wurde der schon erwähnte Pro,eß gegen den Kaufmann Hugo Lebmann erledigt. ES handelte sich um die Gründung der„Hotel Cumberland Aktiengesellschaft", die ouS der Boardingboufe-Gefell schaft am Kurfürsten- dämm hervorgegangen war. Lehmann hatte die Aktiengesellschaft mit einem Kapital von 5000 M. gegründet, dann sich die Aktien der vier anderen Aktionäre abtreten lassen und dann als einziaer Atlionär in einer„Generalversammlung" mit sich selbst da? Kapital auf 400 000 M. erhöht. Er erwarb dann die völlig wertlose „Prinz-HubertuS-Ouelle G. m, b. H.", fehle sich selbst ein boheS JahreSgehalt als Direktor aus und brachte eine Anzahl Leute, die er anstellte, um ihre Eriparnisie. Das Gericht erkannte auf 10 Monate Gefängnis und 20 000 M. Geldsirafe. Vereinigung der sskrennde von Religion und Volte ilriedew. Genosse Pfarrer Bleier hält am HimmclfahrtStage, abends S Uhr, eine religiös« Fdersliinde in der TrinitaiiSlirche. Charlotfenbnrg, Kor!-?lugukt. platz, ab. Das Thema lautet:„Unser Himn/cl". Die Feier wird durch GejangSvorträge der Genossin Eudat pmrahmt. Deuffche Ferienkinder für Dänemark. Der dänische Iustizmiuister hat dem Anttag einer großen Anzahl dänischer Familien stattgegeben und die Erlaubnis für die Unterbringung deutscher Kinder in Däne- mark während der diesjährigen Ferien erteilt. Das Reiseziel wird in der Haupffache Iütland sein. Die Trägheit des fjertn Bürgermeisters. Seltsame Zustände müssen«n F r a u st a d t herrschen, wie eine Eingabe der dortigen sozialdemokratischen Stadtverordnetenfrattion an den preußischen Innenminister erkennen läßt. Danach hat der Bürgermeister von Fraustadt, Dr. Laue, bei seiner Wiederwahl sich durch Ehren» wort verpflichten müssen, daß«rauch wirklich arbeiten würde. Der Herr hat auch einwilligen müssen, daß eine Kam» Mission gewählt wurde, die darüber zu wachen hatte, daß der Herr Bürgermeister sein Wort innehiell. Aber diese Kautel«« scheinen nichts genutzt zu haben, denn die Eingabe verlangt die Amtsentsetzung des Herrn Dr. Laue, weil er trotz Ehrenwort und Kontrollausschuß nach seiner Wiederwahl sich untätig'gezeigt habe. — Auch mit der Trägheit kämpfen Götter selbst vergeben«! Wetter für morgen. Verlin und Umgegend. Sehr warm und ziemlich schwül, üd« wiegend heller, aber veränderlich mit etwas GewMerucigmig und größten» teil? Ichwachen jüdlichen Winden. f / Gewerkschaftsbewegung Einigung auch in der badischen Metallindustrie. Wie aus Karlsruhe gemeldet wird, wurde gestern im Jadischen Arbeitsministerium über die Beilegung des Metallarbeiter streits verhandelt. Die Verhandlungen führten zu einer Eini gung auf folgender Grundlage: [ 152 Fällen Ausfperrungen zu verzeichnen, währenb in 5516 Fällen die Lohnbewegung ohne Streit geführt werden fonnte. An Streits und Aussperrungen waren 101 640 Personen beteiligt, an den friedlichen Lohnbewegungen 819 179 Personen. Erfolglos verliefen 85 Angriffsstreits, 18 Abwehrstreits und 15 Ausfperrungen. Erfolgreich waren 639 Angriffstreits, 33 Abwehrstreits und 115 Ausfperrungen, teilweise erfolgreich 209 Angriffs-, 6 Ab. wehrstreiks und 16 Aussperrungen. Der Verband ist bestrebt, Kämpfe zu vermeiden, doch wo er sie führen muß, weicht er ihnen nicht aus. Die Erfolge find leider nur relativ zu bewerten. Absolut genommen, müssen wir feststellen, daß es uns nicht gelungen ist, zu erreichen." Das gilt nicht nur für die Holzarbeiter, sondern für auch nur die bescheidene Lebenshaltung der Borfriegszeit wieder die gesamte Arbeiter und Angestelltenschaft, die herzlich gern auf die hohen Löhne" in Papier, verzichtete, und bei Borkriegs. preifen mit Borkriegslöhnen vorlieb nehmen würde. Bezüglich der Arbeitszeit gilt das Münchener Ab. fommen. Die gelernten Arbeiter erhalten 26-27 Stundenlohn. Das Lohnabkommen bleibt bis zum 1. Jult in Geltung, der Manteltarif bis zum 30. Juni 1923. Die Zustimmung der Organisationen ist vorbehalten, aber mit Sicherheit zu erwarten." Trift diese Erwartung für Baden zu, ergibt sich in Bayern eine Mehrheit für Annahme der Einigungsvorschläge, dann ist der schwere Kampf in der Metallindustrie auch in Württemberg und HessenUnwillkürlich drängt sich bei dieser Betrachtung die Frage auf: Nassau so gut wie beendet, und wenn die Kommunisten und ihre Wie würde es heute um die Lohn. und Arbeitsbedingungen der Bresse noch so sehr toben und zur Tat" aufrufen. Die wirt- deutschen Arbeiterschaft bestellt sein, ohne die Gemertliche Lat, die sich in diesem Riefentampfe zeigt, gilt den von der fchaftsorganisationen? Und dennoch haben die Gewerf. Weltrevolution zum Weltkongreß gekommenen Helden nichts, fie schaften das Ziel, dem sie alle zustreben, noch nicht voll erreicht: wollen besondere Taten" im Sinne ihrer Parteizwede. Der legte Mann muß in den Berband! Aus München wird berichtet, daß die Firma Maffei bereits am Freitag die Arbeit wieder aufnimmt. In den übrigen Betrieben der Münchener Metallindustrie wird die Inbetriebsetzung am Montag erfolgen, da infolge des langen Stillstandes der Betriebe zum Teil erhebliche Vorarbeiten notwendig find, um die technische Möglichkeit zur Arbeitsaufnahme zu schaffen. Wirtschaft Die GEG. im Jahre 1921. 3entralverband zusammengeschlossenen Ronfumvereine liegt jetzt vor. Der Geschäftsbericht der zentralen Einkaufsorganisation der im Dii Großeintaufsgesellschaft deutscher Konjum vereine in Hamburg hat im letzten Jahre fich träftig weiter entwidelt, begünstigt durch die Tatsache, daß der Abbau der 3wangswirtschaft ben von behördlichen Schifanen leicht zu treffen den Genossenschaften sehr genutzt hat. erhebliche Steigerungen auf. So erhöhte sich der Warenum Die Umfäße weisen im Warenhandel wie in der Produktion fag gegen das Vorjahr von 1,351 auf 2,407 Milliarden Mart, der Gesamtumfaß der eigenen Fabriten, die sich nicht ganz so günstig entwickelten, von 156,4 auf 234,8 Millionen Mart. Diese Erhöhung des Umfagwertes um 78,1 Proz. bei der Warenverteilung ist nicht nur eine Folge der Geldentwertung. Vielmehr haben sich auch die umgesetzten Warenmengen nicht unbeträchtlich gesteigert. Leis der sind die Mitteilungen des Geschäftsberichtes über die Umsatz mengen recht lückenhaft und bedürfen noch sehr der Ausgestaltung, wenn sie den angeschlossenen Organisationen und den Genossenschaf tern ein Mares, von den Schwankungen des Geldmertes ungetrübtes Bild geben sollen und das ist notwendig, um die Freude an ge= nossenschaftlicher Zusammenarbeit zu erhöhen und die Tätigkeit anzuspornen. Immerhin geht schon aus den vorhandenen Zusammenftellungen hervor, daß auf einzelnen Marktgebieten ganz wefent. ich höhere Mengen zur Verteilung gelangt find als in früheren Jahren, trotz der Schwierigkeiten, die das letzte Wirt schaftsjahr dem Warenmarkt durch die Balutaschwankungen und durch die Sanktionen brachte, Erscheinungen, die auch auf die genossenschaftliche Warenverteilung start einwirkten. So find in getrockneten Früchten, in Gewürzen, in Reis und ganz besonders in Fleisch, Fett- und Wurstwaren, deren Umfäße mengenmäßig fast verdreifacht wurden, wie endlich beim Schmalz die Umsäße des legten Bortriegsjahres überschritten. Neuer Tari Teg in der Zigarettenindustrie. In einer fang der faufmännischen Angestellten in der Zigarettenindu strie um Dienstag abend in der Neuen Philharmonie berichtete Rasper ver den neuen Tarifvertrag. Es scheint, als hätten die Unternemer das Scheitern der Verhandlungen gewünscht. Sie haben einen Ausgleich der Löhne der kaufmännischen Angestellten in der Zigarettenir.dustrie mit denen der Angestellten in anderen Der Holzarbeiterverband im Jahre 1921. Industrien und mit denen der Arbeiter in der Zigarettenindustrie Die deutsche Holzindustrie war im jetzten Jahre sehr gut be- abgelehnt. Ursprünglich beabsichtigte Verschlechterungen in den schäftigt. Während der Holzarbeiterverband noch bis um die Mitte Gruppierungen fonnten vielfach erfolgreich abgewehrt werden. Die des Jahres durchschnittlich etwa 5 Proz. arbeitslose Mitglieder Frage des Abschluffes des Tarifvertrages wird nicht an der Frage zählte, fant diefe Biffer auf 0,90 Proz. bis zum Jahresschluß. Diefe der Regelung der Arbeitsbedingungen der Reisenden, die viel günstige Konjunktur war zu verzeichnen, trotzdem das Holz fach bereits Sonderverträge abgeschloffen haben, scheitern. Ein fräftiges Fortschreiten verzeichneten auch die Eigen. im April 1922 bereits hundertmal fopiel foftete wie vor Der Tarifvertrag foll bis zum 30. September d. J. abgeschlossen wer betriebe, obwohl hier die zeitweilig ungünstige Konjunktur und bei dem Kriege. Der Verband hatte einen Mitgliederzuwachs den. Die Gehaltssäge sollen folgende Regelung erfahren: der Seifenfabrik in Düsseldorf auch unliebsame Zwischenfälle mit den Lon 94 125 zu verzeichnen, wovon 61 829 männliche, 18 712 meib- Gruppe I( beruflich nicht vorgebildete Kräfte): Anfangsgehalt Befagungsbehörden die Arbeit erschwerten und obschon nicht alle fiche und 13 584 jugendliche Mitglieder. Ende 1920 zählte ter Ber 2300 m., in 10 Jahren zu erreichendes Endgehalt 2900 m.; Produktionszentralen nach ihrer Leistungsfähigkeit ausgenutzt werden band 370 840 Mitglieder, Ende 1921 388 463 Mitglieder, Gruppe II( beruflich vorgebildete Kräfte): 2700-3600 m.; so daß ein Abgang von 76 502 Mitgliedern zu verzeichnen war, Gruppe III( Angestellte mit selbständig verantwortlicher Tätigkeit): Abhilfe zu schaffen, ist eine der wichtigsten Aufgaben. Aller wobei abgesehen von Todesfällen und Berufswechsel die leidige 3300-4500 M.; Gruppe IV( Angestellte mit eigener Dispositions. dings stehen ihrer Lösung oft die größten Schwierigkeiten, z. B. Fluttuation eine ziemliche Rolle spielt. Die Zahl der männ- tätigteit): 4400-5500 m. Die Bertreter des Verbandes empfahlen Materialmangel, im Wege. Auf Stetigkeit im Absah der EigenLichen Mitglieder erhöhte sich um 11 016, das ist um 17,8 Proz. der die Annahme dieser Regelung. Neue Gehaltsforderungen produktion muß aber mit allen Kräften hingewirkt werden, sonst Aufgenommenen, bei den weiblichen Mitgliedern um 15,2 Pro3., für Juni werden sofort gestellt werden. Die Fragen des dies. wird der wirtschaftliche Leerlauf, der durch die Gemeinschaftsarbeit bei den Jugendlichen um 27,6 Proz. Die verhältnismäßig starte jährigen Urlaubs und die der Nachzahlunger für März sollen in vermieden werden soll, niemals auf das Mindestmaß eingeschränkt Zunahme der weiblichen Mitglieder führt der Be- besonderen Verhandlungen geregelt werden. Ein paris werden können. Der Bericht spricht die Hoffnung aus, daß im neuen richt auf eine stärtere Beschäftigung von Arbeiterinnen tätisches Schiedsgericht ist in dem vorliegenden Entwurf Geschäftsjahr die Eigenproduktion wesentlich gesteigert werden kann. in der Holzindustrie zurück. Die weiblichen Mitglieder sind vor: vorgesehen. In den nächsten Wochen fann noch einmal mit den Allerdings bedarf es hierzu der Mithilfe aller Genossenschafter, die zugsweise beschäftigt in der Bürstenmacherei, der Knopfmacherei Unternehmern deutlich geredet werden. Es fommt aber darauf an, es als ihre Pflicht ansehen müssen, die im eigenen Betrieb hergeund der Bleistiftfabrikation. Bon den jugendlichen Mitgliedern sind daß in dieser Zeit das Ueberstundenwesen eingeschränkt wird. Zu stellten Waren zu bevorzugen. Sehr erfreulich ist die rasche und über 10 Broz. beschäftigt in den Berufen der Kammacher, Kort- gleicher Zeit muß das Freundlichtun mit den Streitbrechern auf lebhafte Entwicklung des Fischverfandes und der erst im Schneider, Bantinenmacher, Ristenmacher und Schuhleistenarbeiter. hören. In der Abstimmung wurde die neue tarifliche Regelung ein- letzten Jahre aufgenommenen Fischindustrie Altona, deren Anlagen In Berbindung mit einer verminderten Beschäftigung von Arbeitern ffimmig angenommen. jezt schon erweiterungsbedürfig sind. ist eine Zunahme von Arbeiterinnen bei den Drechslern, Kamm machern, Korfschneidern und Korbmachern zu verzeichnen. tonnten. Die Erweiterung des Tätigkeitsgebietes der GEG. und damit auch der Ausbau des genossenschaftlichen Warenbezuges wird auch durch den Umstand beleuchtet, daß die Zahl der beschäftigten Personen im lekten Jahre von 2427 auf 3139 gestiegen ist. In Ludwigsburg und Billau sind neue Lager eingerichtet, in Minden ist der Bau eines Lagerhauses in Vorbereitung. Zufriedenstellend war auch die Entwicklung der Bantabteilung, bei der im Hin A- Mart eine Abteilung für Devisen eingerichtet wurde. blick auf den Einfuhrbedarf und auf die großen Schwankungen der 5½ prozentigen Anleihe wurden bisher 35 Millionen Mart unter. gebracht. Deutscher Bekleidungsarbeiter- Verband. Damen-, Kindermäntel, Die Beitragseinnahmen des Verbandes stiegen von Kostüm- Konfettion! Vom 15. Mai ab werden auf die bisherigen 36 283 383 m. im Jahre 1920 auf 59 746 108 m. im letzten Jahre. Beitlöhne 20 Proz., auf die Stüdlöhne 18 Proz. Aufschlag gezahlt. Aber auch die Ausgaben sind gewaltig gestiegen und betrugen Die Spihenlöhne betragen somit 1080 M. für Männer und 820 m. insgesamt 52 745 168 m., nur 7898 656 M. mehr als die Gesamt für Frauen. Der niedrigste Lehn für Hilfsarbeiterinnen ist 480 m. einnahmen, trotzdem die Arbeitslosenunterstügung ganz wesentlich und zwar von 6 759 684 M. im Jahre 1920 auf 3 343 290 im Jahre 1921 zurüdgegangen ist. Dagegen erhöhte sich Schulaula Böttgerstraße. Unfere legten Verhandlungen. Mitgliedsbuch eines Afo- Mitalleber- Berfammlung ber Runft- und Bauschlofferelen Frettag in der die Kranten unterstügung von 1713 670 m. 2 462 045 Berbandes legitimiert. Mart, ohne Erhöhung der Unterstützungsfäge; die Streit. unterstügung gar stieg von 11 897 491. auf 24 572 947 m. Daneben haben die 2otastassen noch wesentliche Unterstüßungssummen aufgebracht. Das Gesamtvermögen des 6. Verbandes hat nicht in dem Maße zugenommen, wie die Geldent. wertung gesunken ist. auf& treif. An den Lohnbewegungen des Verbandes maren 920 819 Mitglieder beteiligt, d. h. ein großer Teil der Mitglieder stant wiederholt in Lohnbewegung. In 955 Fällen waren An. griffs, in 58 Fällen Abwehrstreits zu führen, in Groß- Berliner Parteinachrichten. Kreis, Männerchor Hallesches Tor. Donnerstag, 25 Mai: Herrenpartie nach Stolpe. Treffpunkt: 7%, Uhr Stettiner Bahnhof an der Normaluhr. Die attiven und passiven Mitglieder müssen sich daran beteiligen. 133. Abteilung, Buchholz. Heute abend 6 Uhr; Flugblattverbreitung füte bie Elternbeiratswahlen vom Lotal Hennig, Basewalter Str. 56/57, aus. Sungjozialisten, Gruppe Friedrichshain. Am Himmelfahrtstag: Banderung nicht nach Grünau- Schmödwig, sondern nach Bernau. Treffpunkt 46 Uhr Lands berger, Ede Betersburger Straße, oder 1/27 Uhr am Bahnhof Gesundbrunnen. Bon der Die gute, aber nicht überhaftete Entwicklung der GEG. und ihrer angeschlossenen Betriebe ist ein Beweis für ihren gefunden Aufs bau. Es ist das eigene Interesse der Verbraucher, wenn sie durch den Beitritt zur Genossenschaft diese Entwicklung fördern und so sich von der privatkapitalistischen Warenverteilung unabhängig machen. Berantw. für den redalt. Teil: Franz Klühs. Berlin- Lichterfelde; für Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Verlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderei u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3. Damen- Hüte Leder- Hüte Herren- Hote Borden- Hüte handgenäht, diverse Muster 75.00 Glasbatist- Hüte in allen sarten Farben 275.00 Kinder- Hüte...... 150.00, 110.00, 88.00 75.00 Engl. Hüte schwars 875.00, 250.00 175.00 Tagal- Litzen- Formen 275.00, 175.00 75.00 • 125.00 Stroh- Borden in allen Farben..... Meter 3.00 Hauptgeschäft: Neukölln, Bergstr. 9-10 Tuchfabrik- Niederlage H. Lamprecht, Bln.- Treptow. Bouchéstr. 17, liefert Stoffe f. Damen u. Herren 3n Fabritpreis. Gr. Auswahl i. d. entzückende Neuheiten! 985.00, 850.00, 675.00 575.00, 450.00 250.00 Hutfabrik Haar- Hüte.... $ 75.00 275.00 Woll- Hüte.... 250.00, 150.00, 138.00, 98.00 69.00 Stepp- Hüte...... Sport- Mützen Yachtklub- Mützen.... Stroh- Hüte..... Titus König Stoffe für Herren und Damen feinste Qualitäten modernsten Farben für Anzug u. Baletots. Albert Walkhoff, Neue Königstr. 54 aut-- Geschlechts-arn-. UnterleibsL, Gyphilis, frisch und veraltet, bei Männern u. Frauen; ohne Berufsftör. Heilverfahr. über 20 Jahre bewährt durch Hunderte Geheilte.- Sprech- u.Behandlungsgeit: 9-1, 4-7 Gonnt: 9-1. Seilanft. f. elettro- physil und LichtTherapie u. Naturheilv., Bln. SO 16, Brüdenstr. 10 b( Bahnh.Jannowigbr.) Prof. Dr. med. Mistelsky, Arzt im Ausl. ernannt, diplom. u. approb. 30 jährige Pragis am Alexanderplatz | Vorzeiger erhält 5 Proz. Rabatt| Korsette aus la Stoffen u. in all. Preislagen empfiehlt Korsettfabrik Rich.Necke 1. Geschäft: Berlin- Karlshorst, Tresckow- Allee 99 2. Geschäft: Bln.- Lichtenberg, Neue Bahnhofstr.36 3. Geschäft: Berlin, Kommandantenstraße 23 Bcke Alte Jakobstraße Neukölln Drum prüfe, wer sich ewig bindet! D. R. G. M. Als Selbsthersteller liefere ich in Qualität und Preisen einzig dastehende Trauringe 1 Ring, Dukatengold, von 250,- an 1 Ring, 585 gestempelt, von 200,- an 1 Ring, 333 gestempeit, von 100, an Garantieschein für gesetzlichen Goldin halt. Ausführlicher Katalog nach auswärts geg. Rückporto. H. Wiese, Juwelier Artilleriestraße 30 und Passauer Straße 12 5 Min. v. Bahnh. Friedrichstr. 1 Min. v. Wittenb.- Pl. Nähe Zoo Telephon: Norden 1030. Telephon: Steinplatz 11803. Handelsgerichtlich eingetragene Firma. 150.00 98.00, 59.00 39.00 125.00 98.00 98.00, 59.00, 89.00 29.00 Kaiser- Friedrich- Straße 224-225 Hermannstraße 71-72 Altes Rorbmöbel renomm. Restehaus kauten Sie am vorteilhaftesten dir. b Herstelle A. Lesdau Werkstätten für fein.Korbmöbel Fernsprecher Neukölln 1759. Ausstell. und Verkauf nur Neukölln, Anzengruberstraße 20. u. Wichtig f. alle besond. heute ist die Sicherung d. Zukunft der Familie u. die Vorsorge für das Alter durch den Abschluß einer Lebensversicherung. Sticht Sie dah umgehend Jhre Anfrage an Karlsruher Lebensversicher. a. G. Hauptvertretung Groß- Berlin Berlin W 50, Eislebener Straße 8 Reste Damen- Mantelstoff., Tuchen Affenhaut, Covercoats, Homespun, Kostümstoffe, Kammgarne, Gabardine, sehr billig- Kleider-, Mantelund Futter- Seiden in vielen Farben. Reste in Anzug- und Paletotstoffen für Herren und Knaben. dernen Gelegenheitskäufe in moMänteln, Kostümenu.Röcken Paul Karle O 34, Warschauer Str. 79 Korb- u.Rohr möbel Eig.Fabrik, stets hervorrag.Neuh. Gr.Auswahl. Billige Preise Edmund Voß, Bin- Meukölis Berliner Str. 14, Nähe Hermannplatz- Tel.: Neukölln 2264 Repar. sämtlich. Korbwaren