Nr. 245 39.Jahrgang Ausgabe A nr. 123 Bezugspreis: Bierteljährl. 105- m, monatl. 35,-902. fret ins Haus, varaus zahlbar. Bostbezug: Monatlich 35,- 9, einschl. Rustellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- u Memelgebiet, sowie Desterreich u. Luxemburg 69,-., für das übrige Ausland 87. M. Boftheftellungen nehmen an Belgien, Dänemark, England, Esth land, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luxemburg, Defterreich, Schweden, Schweiz, Tschecho- Slowalei und Ungarn. Der Borwärts" mit der Sonntags heilage Bolt und Zeit", der Unter haltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Morgen- Ausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt Groß- Berlin 79 Pf. auswärts 80 Pfennig Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezeile toftet 16,- M.- Reklamezeile 80.-. ,, Aleinenzeigen" das fettgebruckte Bort 4, M.( zulässig zwei fettge druckte Worte), jebes weitere Wori 3, M. Steffengefuche und Schlat Stellenanzeigen das erste Wort 2,50 W., jedes weitere Wort 2, M. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwe Worte. Familien- Anzeigen für Abou menten geile 8,- Mt. Anzeigen für die näch fte Summer müssen bis 4%, he nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden. ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr frilh bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Redaktion und Expedition: SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Redaktion Wioritplay 15195-97 Expedition Moriaplas 11753-54 Freitag, den 26. Mai 1922 Lloyd Georges Unterhausrede. = Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Abteilung Morigplats 11753-54 Berlag, Expedition und InseratenEin Prüfstein für Sowjetrußland. Zum Prozeß gegen die Sozialrevolutionäre. Als Lenin und Trogki im Jahre 1917 die Macht an sich Condon, 25. Mai.( WIB.) Lloyd George hielt heute im mit Rußland komme, um Rußland selbst zu retten und es in riffen, riefen sie die Diftatur des Proletariats aus. Dieser BorUnterhaus vor dicht besetzten Bänken seine angekündigte Rede. Als den Stand zu setzen, zur Befriedigung der Bedürfnisse der Welt gang ist nicht ohne Beispiel in der Geschichte. Vor allem im er sich erhob, begrüßte ihn lebhafter Beifall von seiten der Re- beizutragen, und daß es vor allem notwendig fei, die Uebel abzu- alten Griechenland war es eine häufig angewandte Methode, gierungspartei. Lloyd George erklärte, er gedente nichts über die wenden, welche in Zukunft drohen, wenn nichts geschieht, um dieses sich von den Schultern der Masse auf den Herrscherstuhl englisch- franzöfifchen Beziehungen oder über die deuffajen Repara- Wirrnis von Mißverständnissen zu entwirren. tragen zu lassen, um dann sein Amt als uneingeschränkter fionen zu sagen, da darüber in der nächsten Woche im Unterhause Leider ist schwerlich anzunehmen, daß die amerikanische Re- Diktator auszuüben. Aehnliche, wenn auch nicht ganz die eine Aussprache stattfinder: würde. Er werde sich darauf beschrän- gierung in dem Monat, der uns von der Haager Konferenz gleichen Erscheinungen finden wir in den Verfallstagen des fen, auf die Verhandlungen in Genua einen Rüdblid trennt, ihre Meinung ändern wird. Ich bin der Ueberzeugung, daß römischen Kaiserreichs. Bestand hat der Despotismus weder zu werfen, und sich dabei hauptsächlich mit der ruffischen Frage be fein anderes Land entscheidender zur Lösung der Fragen beitragen in Griechenland noch in Rom gehabt. Das eine Mal war er fchäftigen. Die Konferenz, sagte Lloyd George, trat in voll fönnte, die im Haag berührt werden sollen. Ich habe jedoch noch eine Uebergangserscheinung, das andere Mal tommen ruhiger Eintracht zusammen und erörterte bis nicht die Hoffnung aufgegeben, daß die Ergebnisse der führte er zum Untergang. zum eßten 2lugenblid die streitigen Fragen in durchaus fr eund Haager Ronferenz Lenin und Trojfi erklärten bei ihrem Regierungsantritt, fchaftlichem Sinne. Was die Frage betreffe, ob tie Ron- den Weg für die amerikanische Mitwirkung ebnen werden. ferenz erfolgreich gewesen sei, so wolle er lediglich Tatsachen an. Es scheint mir, daß die Besorgnis Ameritas, wenn wir die Be- die Diktatur des Broletariats sei nur ein lebergangsstadium führen und es den Mitgliedern überlassen, sich selbst über diese Tat- ziehungen zu Rußland wieder aufnehmen, übertrieben ist. Die Ber- und werde aufgehoben werden, sobald die kommunistische fachen ein Urteil zu bilden. handlungen in Genua tonnten einen praktischen Abschluß nicht er- Sowjetrepublit nach außen und innen in ihrem Bestande geBezüglich des deutsch- ruffischen Abkommens zielen, gerade weil wir zu feinem Uebereinkommen in der Frage sichert sei. Die tommunistische Wirtschaftsord der Garantien, insbesondere in bezug auf Auslandseigentum, nung hat sich als undurchführbar im heutigen Rußmit Rußland gelangten. Lloyd Georges Ansicht über diese Frage land erwiesen. Geblieben ist zunächst ein gemilderter Sozialisin der Schlußvollfigung der Konferenz war sehr bezeichnend. Er mus, der die Produktionsmittel im Prinzip als Staatseigenfagte den Russen in flarer Weise, daß, wenn sie Kredite zu erhalten tum erflärt, ohne aus eigener Initiative etwas mit ihnen anwünschten. fie ihre Versprechungen anerkennen müßten. Mit anderen fangen zu tönnen. Die Republik besteht nur dem Namen nach. Worten: wir bestehen fest auf angemessene Garantien, und dies Das Sowjetsystem ist in seinen ursprünglichen Machtbesugnissen fräftig beschnitten worden, jedoch scheint der Beweis ersollte die Vereinigten Staaten beruhigen. bracht zu sein, daß ein ausbaufähiger Kern in ihm enthalten ist, wenn die Fesseln der Dittatur fallen. Vorläufig aber bleibt die tatsächliche Staatsform Rußlands der Despotismus. sagte Lloyd George, er wolle seinen Inhalt nicht erörtern, betrachte aber das Abkommen als einen großen 3rrtum im Urteil und als Fehler auf sciten Deutschlands. Das Haus möge er wägen, was das Abkommen bedeute. Hier haben Sie, sagte Lloyd George, zwei der größten Nationen ter Belt, beide stehen nicht in Gunst, jede von ihnen hat etwas getan, was sie bei ben anderen Nationen in Miskredit gebracht hat, sie sind in der Gesellschaft der Nationen nicht voll zugelassen, und zwi Lloyd George erwähnte dann die Haager Konferenz und sagte, schen ihnen besteht eine Gemeinschaft im Unglüd und in der Erniedrigung und eine Gemeinschaft in dem, was sie als schlechte Behandlung betrachten und was zu einer wirklichen Freundschaft aus reifen tönnte. Deufichland ist entwaffnet unb tönnte noch weiter entwaffnet werden, aber man fönnte nicht nerhindern, daß Rußland mieber bewaffnet wird, wenn die Nationen zur Berzweiflung getrieben werden. Deutschland fönnte Rußland nicht wirtschaftlich neu ausstatten, aber dies ist nicht der Fall mit der Bewaffnung, da sich alles technische Können in dem einen Lande findet und alle natürlichen Hilfsmittel in dem anderen. Lloyd George sagte, es sei nötig, daß man jede Möglichkeit der Lage ins Auge fasse, aber er hoffe, daß sich feine Gelegenheit ergeben würde, an diese Warnung zu erinnern. Die britischen Bertreter in Genua famen zu dem Schluß, daß es, mas man auch von der Sewjetregierung denke, für den Welt. frieden notwendig sei, daß man zu einem Abkommen Hermes im Reichskabinett. er hoffe, wenn man soweit sei, die Fragen praktisch zu prüfen, daß dann etwas geschehen würde. Inzwischen sei aber zu erwägen, was zu tun sei, um einen Zusammenstoß in Europa zu verhindern. = Der mißlungene Bersuch, die russische Wirtschaft auf dem Er betonte den Wert des Gottesfriedens- Battes und sprach die Hoff- Kommunismus aufzubauen, hat zu einem zusammen= nung aus, daß er auf einen wirtlichen dauernden Frieden hinaus. bruch geführt, der in der Weltgeschichte ohne Beispiel ist. laufen werde, nachdem die Sachverständigen der Haager Konferenz seine Möglichkeiten geprüft hätten. Wenn diese Borschläge machten, welche die Nationen annehmen, werde bauernder Friebe in Europa herrschen. Er wolle nicht fagen, ob Genua schließlich ein Erfolg sein werde, wenn dies aber nicht der Fall sei, würde die Lage in Europa tragisch sein. Benn Genua aber auch nur teilweise ein Erfolg sei, würde schon Großes vollbracht sein. Wir haben, fagte Lloyd George, bereits Stellungen erobert, von denen aus ein weiteres Borrüden möglich ist. Nach Lloyd George ergriff Asquith das Wort. Reparationsdebatten in Frankreich. Die Industrie ist so gut wie vernichtet, die Landwirtschaft erheblich zurückgegangen. Ganze Provinzen ringen mit dem Tobe. Die Berelendung der induftriellen und städtischen Bevölterung ist grenzenlos. Aus eigener Rraft tann sich das ruffische Bolt nicht mehr erheben. In dieser Situation ruft die Sowjetregierung das ausTändische Rapital zu Hilfe. Das Rapital aber tommt nur, wenn ihr Eigentumsrechte und Gewinnchancen garantiert werden. Das sezt voraus, daß ein großer Teil der Produktionsmittel in Privathand übergeht. Es jetzt voraus, daß sich in Sowjetrußland von neuem Privattapital in größerem Maßstabe ansammelt. Kapital bedeutet Macht. Wirtschaftliche zunächst und dann auch politische, da in einem modernen Staatsgetriebe Politik und Wirtschaft eng Die mit großer Spannung erwartete Sigung des Reichs- Paris, 24. Mai.( Havas.) Der Senatsausschuß für miteinander verknüpft sind, wobei die Wirtschaft oft als der fabinetts hat gestern abend stattgefunden und bis gegen auswärtige Angelegenheiten trat heute unter dem mächtigere Faftor aus dem Kampfe hervorgeht. Mit dieser 11 Uhr nachts gedauert. Ueber ihren Verlauf wird voll- Borfiz Doumergues zusammen und beschäftigte sich mit der Macht wird die Somjetregierung rechnen müssen. Die fommenes Stillschweigen bewahrt, was nach den Frage der Regelung der deutschen Angelegenheiten und den Aus- wirtschaftlichen Konzessionen, die sie bereits gevorgefallenen Indiskretionen der legten Zeit keine Ber- fichten einer internationalen Anleihe für Deutschland. Doumergue, währt, find legten Endes in hohem Grade politische wunderung erregen fann. Es fann jedoch soviel gefagt der über das Ergebnis der in Genua geführten Verhandlungen von 3ugeständnisse. Der Kapitalist, der heute nach Rußwerden, daß man auf dem Wege ist, die Mißverständnisse, der Regierung auf dem laufenden gehalten wurde, hat dem Ausland geht, wird von der Sowjetregierung nicht angetastet über die mir in der gestrigen Morgenausgabe ausführlich ge- fchuß bereits zweimal Mitteilungen über die Verhandlungen ge- werden, oder er zieht sich wieder zurück und Sowjetrußland sprochen haben, zu beseitigen. Schon der Umstand, daß in den macht. Er teilte nunmehr mit, tak Poincaré vor dem Aus- geht zugrunde. Gegen diese Gruppe fann sich die Diktatur Dispositionen des Reichstags feine Aenderung eintritt, die schuffe demnächst Erklärungen abgeben werde, und führte fünftig also nicht mehr richten. Sie tann es um so weniger, Regierung also heute vormittag geschlossen vor den Aus- aus, es sei in Genua nichts Bestimmtes beschlossen worden. Frant. je weiter die Wiederaufbauarbeiten in Rußland fortschreiten. wärtigen Ausschuß treten wird, zeigt, daß eine afute Krise reich gehe nach dem Haag erst, wenn das Barlament beraten und Damit wird Lenin auf den Weg gedrängt, den jeder Des= nicht vorhanden ist. Beschlüsse gefaßt haben werde. Es scheine, daß die öffentliche Mei- potismus zu gehen pflegt. Wirtschaftsdemokratie, auf der nun Englands sich heute über die Gründe der Haltung Frant- Basis des politischen Despotismus, führt stets zu fapitalireichs besser Rechenschaft gebe und daß auch die Anschauungen ter stischer Oligarchie. Die proletarische Diktatur, die seit Die Sanktionsfrage im Unterhaus. amerikanischen Regierung sich in dem gleichen Sinne dem Zusammenbruch des kommunistischen Experiments ein London, 24. Mai.( WTB.) In der heutigen Sigung des geändert hätten. Auf seiten der Kleinen Entente bestehe die gleiche Schemen geworden ist, muß notwendig mit der fortschreitenUnterhauses richtete Kenworthy an die Regierung die Ansicht wie auf Seiten Italiens. Was den 31. Mai betreffe, den Macht des Brivattapitalismus noch mehr als bisher zu Frage, ob sie den§ 18 des zweiten Anhangs des achten, die Repara habe man unrecht, von einem Berfalltag zu sprechen. Die Tat fel einer Dittatur gegen das Proletariat werden. tionen betreffenden Teils des Bersailler Bertrages in dem ein Diplomaten- und Suristen- Datum, fein finanzieller Verfalltag. Das ist der Hintergrund, auf dem sich der Kampf zwischen Sinne auslege, daß der Paragraph jeder der in Betracht tommen- Frankreichs Recht, auch allein vorzugehen, tönne nicht beffritten der Sowjetdespotie auf der einen und den Menschewitt und den Regierungen die Freiheit einräume, für sich allein werden. Es folge jedoch daraus nicht, daß Frankreich von diesem Sozialrevolutionären auf der anderen Seite abspielt, und Ganttionen gegen Deutschland in Anwendung zu bringen, menn Rechte ohne weiteres Gebrauch machen werde, und daß ein solches diesen Hintergrund muß man bei dem Prozeß gegen die deutsche Regierung die Bestimmungen über die Reparationszah- Borgehen das einzige sei, das man in Erwägung ziehen fönne, um die Sozialrevolutionäre, der am 1. Juni in Moskau lungen oder andere Bestimmungen des Bertrages vorfäßlich verlege. zu einem greifbaren Resultat zu kommen. In Frankreich wünsche beginnen soll, im Auge behalten. Unter Anklage standen urChamberlain erwiderte: Paragraph 18 muß im Zu alle Welt die Beibehaltung des Bündnisses und des Einverständ- sprünglich 47 Sozialrevolutionäre, die Verhandlungen sollten fammenhang mit dem Baragraph 17 gelesen werden, der der nisses mit den Alliierten. I am 23. mai vor dem revolutionären Tribunal ihren Anfang Auf eine weitere Anfrage gibt Doumergue Auskünfte über die nehmen. Die Grundlage für die Anklage gab die Broschüre Reparationsfommission das Recht gewährt, jeder der beteiligten Mächte mitzuteilen, daß Deutschland im Verzuge fei, und Vor- Besprechungen des Reichsministers Dr. Hermes mit der Re- eines gewiffen Samjonof- Waffiljef und die Aussagen feiner schläge zu machen über die Maßnahmen, die die Reparationsfom- parationstommiffion. Es sei möglich, daß deutsche In- Freundin Lydia Konopljowa, die beide aus der Sozialrevolumission im Verfolg eines solchen Verzugs für notwendig erachter. dustrielle eine Verständigung fuchten, aber die Frage der Sicher- tionären Partei wegen Unlauterfeit ausgeschlossen wurden § 18 wird von der brififchen Regierung fo verstanden, daß er den heiten und die der allmählichen Stabilisierung der Mart blieben und seit mehr als zwei Jahren im Dienst der bekannten sowjeteinzelnen Regierungen das Recht verleiht, unabhängig Maßnahmen mit allen ihren Schwierigteifen bestehen. russischen politischen Polizei( Tsche- ta) stehen. In der Bro" zu ergreifen, aber diese Maßnahmen müßten von der in den Para- Aus dem stenographischen Bericht über die gestrige Rammer- schüre werden die Angeklagten dafür verantwortlich gemacht, graphen vorgesehenen Art sein, nämlich wirtschaftliche und finanzielle ſigung ist nachzutragen, daß der Abg. Marc Sangnier über daß im Jahre 1918 gegen befannte Führer des BolschewisVerbote und Repreffalien und ganz allgemein folche Maßnahmen, eine pazififtische Rede berichtete, die der demokratische Abg. Wil- mus mit terroristischen Mitteln vorgegangen wurde. die geeignet sind, von jeder Regierung für sich allein getroffen zu heim Heile, der Herausgeber der Hilfe", im Beisein Sang- Die Art, wie die Sowjetregierung auf diese vagen Aussagen werden. Erinnern möchte ich noch daran, daß das Recht der Aus- niers gehalten hat. hin sich anfchickte, den Beschuldigten den Prozeß zu machen, legung der Bestimmungen des die Reparationen betreffenden Ad- Als Marc Sangnier seine Rede beendet hatte und von der löste bei den Sozialisten, Gewerkschaften und zum Teil sogar schnitts des Versailler Bertrages nach Paragraph 12 des er- Tribüne herabstieg, erhob sich Poincaré, um, wie der Havas Kommunisten aller Länder eine derartige Empörung aus, daß wähnten Anhangs der Reparationstommission zusteht und daß daher bericht sagt, in scharfer Zonart zu erflären, man müsse sich die Sowjetregierung genötigt sah, den Termin zu ver die Auffassungen der britischen Regierung über diefen jest nur wiffen, ob Sangniers Worte tie Aufgabe der Regierung legen und als Berteidiger Bertreter der Zweiten und der Gegenstand einen bindenden Charakter haben." bei dem tommenden Verfalltag Deutschlands erleichtern würden. Biener Internationale zuzulaffen. In der Zwischenzeit wurde die Zahl der Angeklagten von 47 auf 22 und Anbahnung von Arbeitsgemeinschaften mit den Kapitaherabgesetzt, da sich bei den übrigen die Verdächtigun- listen". gen von vornherein als aus der Luft gegriffen erwiesen. Sozialdemokratische Warnung. Die Moskauer geben die neue Parole aus:„ Es lebe der Scharfer Kampf gegen den oftpreußischen Monarchistenrummel. Kampf um die Einheitsfront von unten auf", womit gesagt ist, daß in dem Bestreben fortgefahren wird, in der ArbeiterKönigsberg, 25. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Im Stadtver. bewegung das oberste zu unterst zu kehren. Zugleich veröffent- ordnetenfizungsjaal zu Königsberg tagte heute in Anwesenheit des licht das Erefutivkomitee der 3. Internationale einen zweiten preußischen Ministerpräsidenten Genossen Otto Braun, des Barte! spaltenlangen Aufruf über Genua, worin unter anderem vorstandsmitgliedes Genossen Adolf Braun und der oftpreußischen prophezeit wird:" Deutschland wird eine Sowjetrepublik Reichstags- und Landtagsabgeordneten der ostpreußische Bewerden." Außerdem wird gesagt, daß die Sowjetdelegation girlsparteitag der SPD. Er war von besonderer Bedeu die Zukunft der Menschheit repräsentiert"( eine schöne tung durch die scharfe Stellungnahme gegen den immer noch de Bufunft!) und daß die 3. Internationale die Totengräberin stehenden, mit Waffen versehenen monarchistischen Heimatsder bürgerlichen Gesellschaft sei. Die Arbeiter Frankreichs bund und der im Entstehen begriffenen Stahlhelmorgant sollen die Regierung Barthou"(?) stürzen. Was Deutsch- fation. Der Parteitag nahm zu diefer Frage folgende Refoland betrifft, so wird den Sozialdemokraten ein stürmisches Iution an: „ Nieder!" dargebracht. Nach weiteren Rezepten für die englischen und die japanischen Arbeiter wendet sich der Aufruf an das russische Militär mit der Aufforderung:„ Behütet mie den Augapfel eure Sowjetregierung!" -Gott schüße den Zar! Die 22 Sozialrevolutionäre, die am 1. Juni auf der Anflagebant fizen, sind zum größten Teil Sozialisten, die im Kampf gegen den Kapitalismus und Zarismus ergraut sind. Biele von ihnen haben Jahre in den russischen Gefängnissen und Kerkern oder in der Verbannung verbracht. Notwendig scheint es uns, schon jetzt auf den Ge fahrenherb hinzuweisen, den der Prozeß in sich birgt. Die angeblichen Tatsachen liegen drei Jahre zurück. Sie mußten der Sowjetregierung, wenn ihr etwas daran lag, auch schon vorher bekannt sein. Weswegen fühlt sich die Som jetregierung bemüßigt, gerade in dem Augenblick, in dem sie den Kapitalismus ins Land ruft, das Gerichtsverfahren einzuleiten? Warum soll die Anklageschrift erst 48 Stunden vor dem Beginn des Prozesses in die Hände der Verteidiger gelangen? Wenn nicht nach den Grundfäßen der strengsten Gerechtigkeit verfahren wird, liegt der Verdacht nahe, daß es der Sowjetregierung weniger auf die Sühne verjährter Bergehen als auf einen Na denstreich gegen die so= Das Ganze ist ein findisches Machwerk, das offenbar zialrevolutionäre Partei ankommt. In den Kreisen dazu bestimmt ist, analphabetischen Rotgardisten vorgelesen zu der Sozialrevolutionäre empfindet man bereits heute so. Die werden, die feinen Widerspruch wagen dürfen. In Europa Erbitterung über die jahrelange Unterdrückung und Mißach wird das wunderliche Schriftstück überall, bis in die Kreise der tung ist groß. Sie könnte sich in Verzweiflungsaften Rommunisten hinein, nur mit Spott aufgenommen werden. Luft machen, wenn man die Partei ohne zwingenden Grund Möglicherweise wird der Aufruf auch Anlaß zu diplomatischen eines Stammes ihrer besten Führer beraubt. Weiterungen geben, da sein Inhalt mit dem Genueser BurgAuf die Sowjetregierung fiele ein Teil der Verantwor- friedenspaft stellenweise nicht ganz vereinbar ist. tung, wenn Ereignisse einträten, die jede Wiederaufbauarbeit Aber das hieße wohl, ihm eine übertriebene Bedeutung von neuem erschüttern müßten. Die Sowjetregierung fann beimessen! Es handelt sich doch schließlich nur um eine Wortals solche sicherlich fein Treiben dulden, das sich gegen den Be- fanonade zur Deckung des Rückzugs, den man in Genua anstand des Sowjetstaates richtet. Einen gewaltsamen Umsturz getreten hat und im Haag fortzusehen gedenkt. in Rußland würden auch wir für verhängnisvoll halten. Aber Pflicht der Sowjetregierung ist es, dafür Sorge zu tragen, daß ihre Staatsbürger nicht durch eine unverantwortliche Beschränkung der geistigen Freiheit und der persönlichen Rechte zum äußersten getrieben werden. Gewalt ist nicht immer das flügste Mittel. Wenn Rußland eins nottut, so ist es der Friede und die Hebung der allgemeinen Schaffensfreudigkeit. Auswärtiges Kapital allein genügt nicht, um Sowjetrußland wieder aufzubauen. Realpolitif muß auch mit den psychi schen Voraussetzungen des Menschen rechnen. Insofern wird der Prozeß gegen die Sozialrevolutionäre ein Prüfstein für Sowjetrußland sein. * Reval, 24. Mai.( Ruß Preß.) Bei der Eröffnung der Konferenz des Allrussischen zentralen Exekutivfomitees erstattete der Vorfigende desselben, Ralinin, einen Bericht über die Hungerkatastrophe. Er teilte u. a. mit, daß die Zahl der in den WolgaGouvernements Hungernden sich auf Grund amtlicher Zusammenstellung auf 17 060 183 Personen beläuft. Seit Beginn der Hungersnot bis zum 1. Mai sind aus dem Hungergebiet 804 000 Personen nach den anderen Gouvernements geschafft worden, darunter 84 000 Rinder. Allerhand Nachrufe. Neunerkommission und Genua. Kleinkampf in der USP. " In einer Versammlung der Berliner USP.- Funktionäre am legten Dienstag wurden vervielfältigte Zirkulare verbreitet, in denen die Wirksamkeit der neuen Freiheit"" Redaktion ironisch glossiert wird. Der Redner des Abents, Dittmann, wandte sich scharf gegen solche Beweise parteigenössischen Edelmuts" und gegen die organifierte Stänkerei". In der Versammlung fprachen dann noch fünf Redner, die sich, laut Bericht der Freiheit", sämtlich im Sinne des Referenten aussprachen. Die politische Lage Ostpreußens verlangt die größte Aufmertfamteit aller überzeugten Republikaner. Im Interesse der Reichseinheit haben Reichs- und Staatsregierung die Pflicht, alle die Reichseinheit bedrohenden Bestrebungen der monarchistischen Barteien auf das genaueste zu beobachten und erforderlichenfalls zum Schutze der Republik einzugreifen. Desgleichen verlangt der Barteitag strengste Ermittlung der noch im Besitze des Heimatbundes und der reaffionären Grundbefizer befindlichen Waffenlager. Gegenüber der nationalistischen Propaganda, die mit allen Mitteln und auch mit der Person Hindenburas in diesen Tagen getrieben wird, wird im Interesse der Republik eine scharf ablehnende Haltung beider Regierungen verlangt. Die Parteimitglieder werden aufgefordert, den reaktionären Veranstaltungen und dem in den nächsten Tagen beginnenden Hindenburg- Rummel nicht nur fernzubleiben, sondern in schärffter Agitation jeden wahr haften Republikaner davon abzuhalten. Weiter wurde ein Antrag angenommen, der verlangt, daß die in Ostpreußen immer noch in reaktionären Händen sich befindenden vernichtet werden, Waffenmengen beschlagnahmt und daß die Organisation der früheren Ortswehren aufgelöst und die bet jedem Landratsamt noch immer amtlich tätigen militärischen Kreisräte( frühere Offiziere) entlassen werden. Genosse Dr. Adolf Braun hielt ein eindringliches Referat über die inneren und äußeren Schwierigkeiten der deutschen Republik, das mit großem Beifall aufgenommen wurde. Der Parteitag schloß mit einem Treuebetenntnis zur Republik und zur Sozialdemokratte. Der bayerische Kirchenstaat. Der Bericht muß Verwunderung erregen. Wenn es wahr ist, Keine Trennung von Kirche und Staat. daß anonyme Zettel verbreitet wurden und daß dann niemand den Der bayerische Kultusminister Dr. Matt teilte im Landtag Mut hatte, öffentlich im Sinn der Opposition zu reden, so wird man folche Methoden nicht billigen fönnen. In der USP. bestehen tiefe mit, daß mit einem baldigen Abschluß der Beshandlungen zwischen Meinungsverschiedenheiten, die in der letzten Zeit wiederholt in ver- Bayern und dem Heiligen Stuh: über das Kontordat gerechnet traulichen Konferenzen zum Ausdruck gekommen sind, und werden könne. Der Redner der Bayerischen Volkspartei erklärte, namentlich waren es die Gewerkschaftsfunktionäre, die daß von diesem Abschluß die Integrität und Souverä zu erheblichem Teil gegen die offizielle Parteipolitik entschieden auf- nität des bayerischen Staates mit abhänge. traten. Diesen Konferenzen ließ man jetzt eine Art von Katholikentag folgen, über den die Freiheit" so berichten fann, als ob die Partei, abgesehen von ein paar organisierten Stäntern", geschlossen hinter der Parteileitung und der neuen Freiheit"-Redaktion stände. Eine solche Darstellung gibt aber von den Zuständen, wie sie in der USP. bestehen, ein irreführendes Bild, das weder für die Partei als folche noch für die Opposition besonders schmeichelhaft ist. " Der Borgang in der Dittmann- Bersammlung ist symptomatisch. Traut sich die USB. nicht mehr die Kraft zu, ihre inneren Gegensäge mit aller Aufrichtigkeit öffentlich auszutragen, dann wird sie in widerlichem persönlichem Krafeel zugrunde gehen. Die Delegationen der Wiener Arbeitsgemeinschaft und der 3. Internationale in der letzten Sizung der Neunerkommission veröffentlichen in ihrer Presse lange Aufrufe, in denen fie zu der Sprengung dieser Kommission Stellung nehmen. Staalshilfe für Beamtenwitwen. Der Finanzminister weist Der Aufruf der Wiener stellt, nach unvermeidlichen Seiten- darauf hin, daß fünftig teine grundsäglichen Bedenken dagegen zu hieben auf die Rechtssozialisten" das Verschulden der Mos- erheben seien, auch den Witwen von solchen Beamten, die erst fauer fest, denen die Parole der„ Einheitsfront" nur ein nach der Versehung in den Ruhestand die Ehe geschlossen haben, Mittel zum 3wed gewesen sei. Dazu schreibt Crispien im Falle der Bedürftigkeit einmalige oder laufende Unterstützungen aus Staatsmitteln zu gewähren. Doch dürfen diese Unterſtügungen einen Artikel, in dem er, ausgehend von den Genueser Ver- nicht etwa regelmäßig und in Höhe des den Witwen gefeßlich nicht handlungen, einen zwischen Bolschewisten und Kapitaliſten zustehenden Witwengeldes gewährt werden. Anträge auf Bewilligung geschlossenen Burgfrieden tonstatiert. Das Ergebnis fei: von Unterstügungen der in Rede stehenden Art find mit gutacht Einstellung des revolutionären Kampfes auf der ganzen Linie lichem Bericht dem Finanzministerium vorzulegen. Volksbelustigungen der Woche. Bon Hans Klabautermann. In der vorigen Woche ist die Konferenz von Genua zu Ende gegangen. Zweifler und Leute, die dank ihrer gewaltigen Kenntnislosigkeit und bewunderungswürdigen Begriffsverwirrung*) den Ruf politischer Sachverständiger genießen, behaupten, fie sei an Ergebnis: ofigkeit gestorben, andere wieder meinen, fie sei wegen Mangels an Beweisen zu einem Monat Konferenz im Haag verurteilt worden. Die Veranlassung zu dieser negativen Auffassung hat vor allem das Verhalten der deutschen Delegation gegeben, die in Genua nicht das von deutschen Regierungsvertretern aus der faiserlichen Zeit gewohnte Maß von stolzer Halsstarrigfeit und Under Deutschen Bauernvereine ist ein Freiherr von Kerderint zu Borg. Schon in dem Namen prägt sich die Zielbewußtheit der Agrarfreise aus. In der von der Regierung beabsichtigten Zwangsanleihe haben sie ein Haar gefunden. Dem Staat wollen sie möglichst nichts borgen, dagegen wäre es ihnen nicht unangenehm, wenn die Pariser Anleiheverhandlungen zu einem Ergebnis führten, da. mit der Staat ihnen was borgen fann. Man könnte dies Verfahren dann Hilfswerk der Landwirtschaft nennen. Die im Reichsrat genehmigte Erhöhung der Postge bühren fällt weniger ins Gewicht, da wir bald feine Briefe mehr schreiben und vor dem Telephonieren sowieso Angst haben. Bemerkenswerter für unsere heutigen Kulturanschauungen ist eine Fehde, die neulich in der Pfälzer Kreisstadt Annweiler ausgetragen worden ist. Ein in Amerika wohlhabend gewordener Pfälzer stiftete unter anderem 70 000 m. zur Errichtung eines Ein Prozeß gegen Stinnes. Condon, 24. Mai.( Reuter.) Der deutsch- englische gemischte Schiedsgerichtshof behandelte heute den Fall des Bergwerksingenieurs Arnold Lupton, der gegen Hugo Stinnes eine Forderung von 2000 Pfund Sterling nebst 5 Broz. Zinsen vom Of. teber 1913 aus der Vermittlung der Bachtung eines Kohlenfeldes in Notinghamshire für Stinnes erhoben hatte. Durch einen Brief vom Juni 1913 hatte Stinnes Lupton 2000 Pfund Sterling für den Fall zugesagt, daß er das Geschäft vermittelte. Der Gerichtshof fand, daß Lupton mit Erfolg als Vermittler in der Pachtangelegenheit tätig gewesen sei, die zu der Bildung der Vereinigten Nördlichen Bergwerksgesellschaft durch Stinnes geführt habe und sprach Lupton 2000 Pfund Sterling nebst den geforderten 3insen sowie Ersatz der Kosten in Höhe von 50 Pfund Sterling zu. Die Verfassung der Ostimart. Der Verfassungsausschus des Breußischen Landtages beendete am Dienstag die erste Lesung des Gesetzes über die Neuordnung der kommunalen Verfassung und Verwaltung in der Ost mart. jenigen, die reicher find in Rußland, sollen denen geben, die ärmer Sie haben von dem grausigen sind. Es ist dort genug Boden da." Busammenbruch des heutigen Rußland feine rechte Borstellung, aber fie schreiben das ganze Unglück der friegerischen Gesinnung der Sowjets zu, wie es ja bei diesen fanatischen Friedensfreunden würdigen Zeremonie, die sie veranstalteten. Sie zogen bei allen natürlich ist. Diese Anschauungen äußerten sich in einer merfihren ruthenischen und galizischen Nachbarn herum und nahmen ihnen fort, was sie an Waffen oder Kriegstrophäen fanden. Diese Dinge stapelten fie zu einem großen Haufen zusammen und ver brannten sie. Dann schickten sie eine drahtlose Botschaft an die Ruffen, in der sie diese symbolische Handlung beschrieben und die Mahnung hinzufügten: Tut ebenso, legt Eure Waffen nieder, verauch wieder zu essen haben." brennt Eure Gewehre, fehrt zur Arbeit zurück! Dann werdet Ihr Der mißglückte Atlantif- Flug. Die beiden Portugiesen Major tie ehemals feindlichen Mächte gekommen ist. In seinem Schluß. Denkmals für die Annweilerschen Opfer des Weltkrieges. Es sollte zur Durchquerung des Atlantischen Ozeans im Flugzeuge aufge die Inschrift tragen: Den Opfern 1914/18. Nie wieder Krieg!" mort sagte sogar Barthou über die Rede Rathenaus, er be= streite ihre Aufrichtigkeit nicht und habe an ihrer Feinheit und Klug. heit Geschmack gefunden. Und Lloyd George pries als Ergebnis der Konferenz den Entschluß, unter den friegerischen Na- Damit mar aber ein Kommerzienrat Ulrich nicht einverstanden, tionen Friedenszustand zu schaffen. Wir haben dem Frieden ver deffen Sohn ebenfalls zu diesen Opfern gehört. Er drohte damit, fuchsweise eine Gaststätte an unsern heimischen Herden bereitet, so von einer Zeichnung für das Dentma: abzusehen, und ersuchte, den drückte er sich aus, und uns dem Szepter des Friedens in Ehrfurcht Namen feines gefallenen Sohnes von dem Denkmal wegzulassen, gebeugt und dem Frieden gehuldigt. So was fönnen Menschen wenn der Wunsch, nie wieder Krieg, nicht aus der Inschrift entnicht als positives Ergebnis ansehen, die, groß geworden in der fernt würde. Er hat also nicht genug Krieg gehabt! edlen Kunst des Speichelleckens, lieber Fürsten von Gottes Gnaden Weit mehr erregt indessen eine wuchtige Tatsache die Gemüter huldigen. Wenn Lloyd George weiter behauptete, alle Arten von der Deutschen, die sich durch innige Anteilnahme an den Ereignissen gutem Wetter find nötig für eine gute Ernte, so zeigt er damit, der Weltgeschichte und an der Politik von jeher ausgezeichnet haben: daß er von der Landwirtschaft nichts versteht. Der Lunapark ist eröffnet. Damit ist dem über uns hereingeGerade das Gegenteil ist richtig. Es muß heißen: Alle brochenen Frühling erst die eigentliche Existenzberechtigung gegeben. Arten von Wetter machen eine schlechte Ernte. In diesem Park erholen sich die naturbegeisterten Berliner mit und Es gibt keinen ernst zu nehmenden Landmann, der jemals mit dem ohne Valuta lieber von des Tages Last und Mühen als im grünenWetter zufrieden wäre. Das haben wir erst wieder in diesen Tagen den Tiergarten und aimén die markige Brise aus den Gestaden des bei den Besprechungen über die Butterteuerung gesehen. Die Land- wogenden Halensees. Hier wie nirgendwo find sie durch Zahlung wirte meinten, der hohe Preis rühre von der Butterknappheit und einer beträchtlichen Gebühr in der angenehmen Lage, ihre zudiese von den abnormen Witterungsverhältnissen her. Ganz über- schauenden und nichtzahlenden Mitmenschen wirksam erheitern zu sehen haben sie dabei, daß die Kühe neuerdings den Kurszettel dürfen, indem sie sich mit Stolpern über die Foxtrott- Treppe unJesen und, wenn der Dollar steigt, die Milch nur gegen erhöhte Ge- geschickt erweisen oder im Wackeltopp ihre Därme zerwürfeln und bühr ausschenken. So eingedrungen in die ländlichen Verhältnisse ihre Gehirnwindungen fich verschlingen lassen. ist natürlich nicht jeder, und daher ist es durchaus verständlich, wenn im Deutschen Bauerntag in Ulm für Getreide und Kartoffeln grundsäglich und vorbehaltlos die freie Wirtschaft gefordert wurde, die Die Friedensbotschaft der Duchoborzen. Die Sette der Ducho ja für die bäuerlichen Geldtaschen nicht ohne Gefahr ist, da durch| borzen, die wegen der furchtbaren Unterdrückung im alten Zarenreich ihr Blazeŋ unermeßlicher Schaden entstehen kann. Der Präsident nach Kanada auswanderte, verfolgt mit tiefem Mitgefühl die elenden Zustä: de in der alten Heimat. Freilich nehmen die Duchoborzen, ihrer ganzen Weltanschauung nach, zu diesen Dingen cine besondere Stellung ein, wie die Schilderung eines Besuches bei ihnen durch Stephen Graham beweist. *) Staatsminister a. D. Helfferich hat soeben eine Broschüre herausgebracht, in der er ein gewissenhaft zusammengetragenes statistisches Material mit geschickter und altbewährter Hand benutzt, zu falschen Schlußfolgerungen zu gelangen, und über Erfüllungspolitik und Frrsinn sein fachmännisches Urteil abgibt. Graham hat mit den Duchoborzen lange Unterhaltungen über den Bolschewismus geführt. Die meisten von ihnen sagten:„ Die brochen sind, wurden abermals von einem Mißgeschick betroffen. Nachdem ihr erstes Flugzeug, ein fleiner Apparat, bei der Landung in St. Paul zerschellt war, ist jetzt auch ihr zweiter Apparat beim Niedergehen auf dem Meere, nicht allzuweit vom Ziele, zerschmettert worden. Nach dem Zwischenfall in St. Paul war den Fliegern von der portugiesischen Regierung ein Ersayapparat zur Verfügung ge= stellt worden, mit dem dann der Weiterflug unternommen wurde. Immerhin muß die Leistung der beiden Flieger, selbst wenn ihnen die Erreichung des letzten Zieles versagt blieb, Beachtung beanspruchen, denn die Ueberquerung der Hauptftrede, des eigentlichen Ozeangebiets, ist ihnen gelungen. Im ganzen waren auf der Strecke, die die Flieger zurücklassen sollten, vier Zwischenlandungen vorgefehen: die Kanarischen Inseln, die Cap Verdischen Inseln, die Insel St. Paul und die Insel Fernando di Novonha. Der jezige Unfall hat sich auf der Strecke zwischen St. Paul und Fernando di Novonha zugetragen. Diese Insel liegt nur noch 600 Kilometer von Bernambuto entfernt; mehr als 5000 Kilometer hatten die Portugiesen bereits hinter sich gebracht. Daß abermals ein Erfahflugzeug herbeigeschafft wird, um den Flug zu Ende zu führen, ist faum anzunehmen. Es ist dies recht bedauerlich, weil die erste bisher durchgeführte Ueberquerung des Atlantischen Ozeans vor drei Jahren auf einer erheblich schmaleren Strede unternommen wurde. Es war dies das Unternehmen der Engländer Brown und Alcock, die im Mai 1919 von Cap Race in Neu- Fundland nach Balentia in Irland flogen, eine Strede von etwa 3600 Kilometern, während von den Portugiesen rund 8000 Kilometer zurückgelegt werden sollten. Im Deutschen Opernhaus eröffnet Sonnabend Tino Pattiera von der Dresdener Staatsoper sein Gastspiel als Don José in" Carmen". Sonntag tritt er in Gounods Margarethe" als( Sigismondo SaleschiMephisto) auf. " Bühnenchronit. Die Direktion des Deutschen Theaters hat Arnold Bronnens Batermord", den die„ Junge Bühne" zuerst herausbrachte, zur Aufführung in den Kammerspielen erworben. Ludwig Hartau wurde ab 1. September für einen Teil der nächsten Spielzeit an die Rotter- Bühnen verpflichtet. Die neuen Werke von Kandinsky bleiben in der Galerie Schöneberger Ufer 36a bis zum 15. Juni zu sehen. Väter und Mütter! Denkt an Eure Kinder! Sonntag, den 28. Mai: Rathenau über die Sanktionsfrage. Köln, 25. Mai.( WIB.) Der Berliner Bertreter der„ Kölnischen Zeitung" hat nach der Veröffentlichung des Briefwechsels KlotzPoincaré über die Sanktionsfrage Gelegenheit genommen, den deutschen Reichsminister des Aeußeren Dr. Rathenau über seine Auffassung in der Sanktionsangelegenheit zu befragen. Reichsmini fter Dr. Rathenau äußerte sich in folgendem Sinne: Abschied der Wiener Sänger. " Elternbeiratswahlen. Gewerkschaftsbewegung Tagung der Techniker. Die Deutschlandfahrt der Wiener Sänger fand am Himmelfahrtstage durch ein Freikonzert, das sie gemeinsam mit ihren Berliner Sangesbrüdern im Lustgarten gaben und das vom schönsten Wetter begünstigt wurde, einen würdigen Abschluß. Im An- derte ging, verlängerte die Verhandlungen in einem Maße, daß sic Die außerordentlich große Zahl der Anträge, die in die Hunschluß an die mit großem Beifall aufgenommenen Gesangsoorträge am Himmelfahrtstage fortgesetzt werden mußten. sprachen von mehreren Stellen im Lustgarten der Präsident des Unserem bisherigen Bericht ist noch nachzutragen, daß der Aus der Schlußwendung des§ 18 der zweiten Anlage im Reichstages, Genosse Loebe, der frühere Reichskanzler Fehren- AfA- Bund durch Süß( Berlin) vertreten war, der im Namen des Wiederherstellungskapitel des Bersailler Vertrages will Frank- bach, sowie die Abgeordneten v. Kemnitz und Heile über Bundes der Tagung die besten Erfolge wünschte. reich das Recht herleiten, gegebenenfalls über die Rheinlande hinaus Deutschösterreich und wir". Folgender Antrag wurde gegen wenige Stimmen ongenommen: meiteres deutsches Gebiet zu besetzen. Die Gebietsbefezung ist die Genosse Loebe hob dabei hervor, daß er schon seit Jahren an Der Bundestag verlangt vom Borstand umgehende Aufnahme von denkbar schärfste Maßnahme, die einem Staat gegenüber der Spize pölferverföhnender Bewegungen stehe und Verhandlungen mit dem AfA- Bund und dem ADGB. mit dem crgriffen werden kann. Es wäre geradezu ungeheuerlich, daß auch die zum Abschluß der Wiener Sängerfahrt veranstaltete Biel des gemeinsamen Austrittes dieser Spikenorganisationen aus der Zentralarbeitsgemeinschaft." wenn der Versailler Vertrag den Alliierten das Recht zu dieser Rundgebung feinen agressiven Charakter habe, da der Weiter wurde der Antrag angenommen:„ Der Bund möge mit äußersten Maßnahme in einer furzen Nebenbemerkung und ohne Vertrag von Versailles ausdrücklich zuläßt, daß Oesterreich und den anderen Gewerkschaften mit aller Energie dafür eintreten, daß ausdrückliche Erwähnung hätte einräumen wollen, nachdem er an Deutschland sich in Uebereinstimmung mit dem Bölkerbund der 1. Mai als gefeglicher Feiertag der Arbeit erklärt erster Stelle die weit minder eingreifenden wirtschaft vereinigen. Dieser Tag solle durch Pflege der Kultur und wird." lichen und finanziellen Maßregeln besonders aufge- Stammesgemeinschaft, durch Beseitigung der Paß- und Bisumschika- Ferner wurde folgender Antrag angenommen:" Notstandsführt hat. Es wäre um so ungeheuerlicher, als dabei keinerlei Ein- nen, Vereinheitlichung des Eisenbahnwesens und der Fahrpläne der arbeiter sind aus den betreffenden Betrieben selbst zu wählen nach foränkung hinsichtlich der Größe des zu besezenden Gebietes ge- beiden Länder und schließlich durch Anpassung des Schul- und Er- Anhören der zuständigen Betriebsräte." macht wird, so daß die französische Interpretation letzten Endes auf ziehungswesens vorbereitet werden. Bei den Wahlen des Bundesvorstandes wurden als ehren= die Behauptung hinausläuft, Deutschland habe den Alliierten durch Das herrliche Wetter hatte viele Tausende von Ber- Mahlow, Pintsch, Reichel, Bruz, Munt, Schöberamtliche Mitglieder gewählt: Heinze, la haine, Arndt, die Unterzeichnung des§ 18 eine linern herbeigelockt. Schon lange vor der für den Beginn der Ber- lein, Frant, Reyersbach, Klein, Cosmus, Kurt anstaltung festgesetzten Stunde war der weite Platz zwischen Schloß, Berner und Waschow. Blankovollmacht für die Besetzung feines ganzen Gebietes ( Die Mitglieder Kaufmann, Altem Museum und Dom von einer unübersehbaren Menge Geiser und Baschom scheiden aus dem Vorstand, um als Ges geboten. Daß das nicht die Absicht des Bersailler Vertrages war, gefüllt, die trok drückender Schwüle erwartungsvoll und ge- schäftsführer des Bundes im Reiche wichtige Aufgaben zu erledigen. wird aber glücklicherweise durch den Vertrag selbst außer Zweifel duldig den in Aussicht stehenden musikalischen Genüssen entgegenFür die ehrenamtlichen Mitglieder wurden 15 Ersahleute ge= gestellt. Er widmet der Frage der Sicherung der deutschen Vertrags- lin- Mitte) fand bei vielen Ohnmachtsfällen Gelegenheit zu wirksamer harrte. Der Arbeiter Samariterbund( Ortsgruppe Bererfüllung durch die Besetzung deutschen Gebietes einen besonderen Hilfe, die allenthalben dankbar anerkannt wurde. Kurz vor 12 Uhr wurden 3u befoldeten Borstandsmitgliedern( Geschäftsführern) Abschnitt, nämlich die Artikel 428-432, die gerade auch den rückten die Sänger Wiens und Berlins in langem Zuge Lenz, Lustig, Dr. Pfirrmann, Schweizer, Schwedt Aufhäuser, Händeler, Bote, Hofmann, Einfluß einer Berlegung der Wiederherstellungsverpflichtungen auf an und nahmen auf der großen Freitreppe des Allten Museums Auf- und Werner gewählt. Als Erfahleute: Fröhlich, Horn, die Gebietsbesetzung ausdrücklich regeln. Heiner der Artikel 428 bis ftellung. Auf dem ganzen Wege waren namentlich die Wiener Sän- chindler, Sohlich und Gaedke. 432 gibt den Verbündeten das Recht, deutsches Gebiet rechts des ger Gegenstand stürmischer Opationen. Rheins neu zu besetzen. Ich glaube nicht, zu viel zu behaupten, Unmittelbar nach 12 Uhr gab ein Fanfarensignal das Zeichen wenn ich sage, daß es einfach wahnsinnig wäre anzunehmen, zum Beginn des Konzerts. Den Reigen der musikalischen Darbietundaß die in dem§ 18 aufgenommene allgemeine Schlußwendung eine gen eröffneten die Wiener Sänger unter Leitung ihres Dirigenten über die so konkreten Bestimmungen hinausgehende Gebietsbefegung mit dem Vortrage der Tiroler Nachtwache" und des Liedes„ Es rechtfertigen sollte. Jeder vorurteilslose Leser des Vertrages wird braust durchs Land ein hehres Lied". Stürmischer, langanhaltender ohne weiteres erkennen, daß in jener Schlußwendung nur Maß- Beifall der vielen Tausende dankte den Biener Gästen für den gebotenen hervorragenden musikalischen Genuß. Dann folgten die ernahmen gemeint sein können, die den vorgenannten wirtschaft wähnten Ansprachen. Den Abschluß bildeten wiederum mit großer lichen und finanziellen Maßnahmen ihrem Wesen und Begeisterung aufgenommene gesangliche Vorträge der Wiener und ihrer Bedeutung nach gleichzustellen sind. Berliner Sänger. In geschlossenem Zuge rückte die etwa 1000 Stöpfe zählende Sängerschar unter lebhaften Abschiedsworten der Menge ab. Da also der Versailler Bertrag ein Recht zur Befeßung rechts rheinischen Gebiets überhaupt nicht gibt, braucht die zweite Frage, ob zu einer solchen Besetzung das Einverständnis der Alliierten nötig wäre, an sich nicht mehr erörtert zu werden. Ich bin aber der Ansicht, daß der Bersailler Bertrag auch in dieser Hinsicht mit dem in dem Briefwechsel festgelegten Standpunkt der franzöftschen Regierung nicht vereinbar ist, selbst wenn man die französische Auffassung vom Besetzungsrecht linksrheinischen Gebietes zugrunde legt. Offenbar stützt sich der Anspruch Frankreichs auf ein selbständiges Vorgehen auf die in der Schlußwendung gebrauchte Wendung die respettiven Regierungen"( les gouvernements respectifs). Ich brauche mich zur Widerlegung nicht auf philosophische Diskussionen einzulassen, denn die Frage wird durch den ganzen Aufbau des Reparationesystems eindeutig beantwortet. Heine der alliierten Mächte tann ihre Reparationsansprüche für sich allein gegen Deutschland geltend machen, sie hat sich vielmehr an den Biederherstellungsausschuß zu wenden, der in allen seinen Beschlüssen an genaue Bestimmungen und Regeln gebunden ist. Ebensowenig wie aber die einzelnen Mächte unmittelbar Wiederherstellungsansprüche gegen Deutschland erheben können, fönnen sie auch für sich allein 3mangsmaßnahmen zur Durchführung dieser Ansprüche ergreifen. Auch der in dem Briefwechsel selbst erwähnte Baragraph 17 spricht durchaus gegen die französische Auslegung. Das Ende der Zuckernot? wählt. Ort der nächsten Tagung des Bundes ist Dresden. Die Zahl der Delegierten hierzu soll 120 betragen. Nach Erledigung einiger mehr internen Bundesangelegen heiten wurde der Bundestag geschlossen. Die Maifeier in Baden und das Reichsministerium. Man sollte annehmen, die Tatsache, daß der 1. Mai in Baden ein gesehlicher Feiertag ist, fei auch den Reichsbehörden bekannt. Allein der Beschluß, wonach Beamte, Angestellte und Arbeiter der Länder, in denen der 1. Mai noch nicht gesetzlicher Feiertag ist um Befreiung vom Dienst am 1. Mai nachsuchen fönnen, ihnen dieser Tag dann aber auf den Erholungsurlaub angerechnet wird, wurde auch den Reichsämtern Badens zugestellt. Die Mitglieder des Allgemeinen freien Angestelltenbundes, insbesondere die Mitglieder des Zentralverbandes der Angestellten in Das Pfund Auslandzuder 18 bis 19 Mark. Baden, haben gegen diesen Borgang Protest erhoben, da sie darin Die feit Monaten andauernde Zuckerknappheit soll nun angeblich eine Mißachtung des Landesgefeges erblicken. Sie ersuchen uns behoben werden. In den letzten Tagen sollen in Hamburg jehr ernachträglich, ihren Proteft zu veröffentlichen. hebliche Mengen Auslandzucker eingetroffen sein. Ein großer Teil Da die Beschlüsse der Reichsbehörden den Landesbehörden zur der Ware foll von Hamburg bereits nach dem Hinterland abtrans- Renntnis gebracht werden müssen, nehmen wir an, daß es sich nicht portiert worden sein, so daß man damit rechnen könne, daß in etwa um eine absichtliche Mißachtung der landesgesetzlichen Maifeter reise für amerikanischen Zucker stellten sich in Hamburg auf werden. Bisher sind alle besonderen landesgefeßlichen Feiertage 8 Tagen der Verkauf des Auslandzuckers einsehen werde. Die handelt. Immerhin mußte diesem Umstande Rechnung getragen 15,25 bis 15,75 m. Selbst unter Burechnung der Lagerspesen, der auch von den Reichsbehörden respektiert worden. Sollte darin eine Transportkosten, des Mindergewichtes und der Verdienstspannen Qenderung eintreten, dann müßte sie auch bei diesen Feiertagen, dürfte der Auslandzuder fich auf etwa 18 bis 19 M. ftellen. Fronleichnam, Reformationsfest usw. erfolgen. Der Auslandzucker ist im allgemeinen an der dunkleren Tönung fenntlich, so daß, menigstens für den Fachmann, der Unterschied zur Lage der städtischen Hilfsangestellen schreibt uns der Bezwischen wirklicher Auslandware und dem schon in diesen Tagen triebsrat eines Verwaltungsbezirks, daß die höchsten Stundenlohwieder auftauchenden Irlandzucker, der plötzlich allerdings unter fäße der Bureauarbeiter der Stadt Berlin sich zwischen 11 Ende Mai werde ihnen nur ihr Arbeitsamerikanischer oder tschechoslowakischer Flagge fegelt, einigermaßen bis 12 M. bewegten. tenntlich ist. Die Anlieferungen aus der Tschechoslowakei haben verdienst in Höhe des Märzgehalts ausgezahlt. Die Gesamtheit ebenfalls eingefeht, doch halten die dortigen Lieferanten, offenbar der Angestellten sei verschuldet. Wenn weiter in dem Schreiben aus Konturrenzrücksichten, fehr zurück und liefern vorderhand nur gegen die berufenen Vertreter der Arbeiterschaft und die Gewerk Bruchteile der verlangten Quantitäten. schaften" Vorwürfe erhoben werden, so geht daraus hervor, daß es auch um die gewerkschaftlichen Organisation dieser Bureauarbeiter nicht gut bestellt ist, da sie sich sonst an ihre zuständige Organisation, den 3DA. gewandt hätten, der sich der Interessen feiner Mitglieder noch stets angenommen hat. Der Mann aus Sing- Sing. Alle Kinotheater, in denen die gelben Plakate der Deutschen Filmgewertschaft" mit der Unterschrift Schweng und Schnedenhaus nicht aushängen, sind infolge des Vorführerstreits auf Beschluß der Organisation gesperrt. Ein raffinierter Betrugsversuch, durch den der Staat um 67 Millionen Mart geschädigt werden sollte, führte Nach diesem Paragraphen hat die Wiederherstellungskommission den vielfach wegen Betruges, Urkundenfälschung, Erpressung, Kupden einzelnen beteiligten Mächten Vorschläge für die im Falle der pelei usw. vorbestraften Kaufmann" Rudolf Frey alias Dr. med. Nichterfüllung zu treffenden Maßnahmen zu machen. Die Wieder- Gerhard Schilling vor die Strafkammer des Landgerichts I. herstellungskommission selbst verfügt naturgemäß über feine Mittel Der Angeklagte war vor dem Kriege, nachdem er die Luft in zur Erzwingung deutscher Leistungen. Solche Mittel haben nur die den deutschen Gefängnissen für zu ungesund erfannt hatte, über „ Eines der dringendsten Bedürfnisse der Gegenwart" dürfte von ihr vertretenen Mächte. Da aber die Borschläge für die Wahl den großen Teich gegangen und will hier auf einer„ Univerdieser Mittel von gemeinsamen Organen ausgehen, fann fity" die Approbation zum praktischen Arzt und den" Dr. med." nach der„ Roten Fahne" befriedigt sein durch ein Referat auch die Anwendung der Mittel nur von den beteiligten niert gewesen war, tauchte er plötzlich als„ Dr. med. Gerhard wird. Wenn auf diese Weise, das heißt durch Referate der Sowjeterlangt haben. Nachdem er angeblich längere Zeit in Amerika inter- des Herrn Losowsky in Moskau, das als„ fleine, leicht leferliche Broschüre" von 40 Seiten zum Preise von 8 M. empfohlen Mächten gemeinsam beschlossen werden. Wollte eine Macht Schilling" in Berlin auf, erhielt auch als willkommener Gaft aus beamten und deren Drucklegung„ tie dringendsten Bedürfnisse der für sich und ohne Verständigung mit den Alliierten vorgehen, so würde Amerita sofort im Westen eine Wohnung und praktizierte Gegenwart befriedigt" werden könnten, dann gäbe es in sie das große Wiederherstellungssystem durchbrechen. Ich kann nicht nun als angeblicher Arzt drauflos. Nachdem er das„ Note Kreuz" Rußland längst feine Hungersnot mehr, beren glauben, daß Frankreich ernstlich daran denkt, sich über die flare gehörig geneppt hatte, meldete er bei der Abfindungsstelle Abstellung für Rußland zweifellos eines ter dringendsten Rechtslage einfach hinwegzusehen. Zunächst hängen ja, wie auch beim Reichsfinanzministerium einen ihm angeblich in Bedürfnisse der Gegenwart darstellt. Allein in Rußland fönnen Herr Poincaré nicht bestreiten wird, derartige Schritte davon ab, Amerika durch Verlust seiner Habe und seiner gutgehenden Praxis nur wenige solche Referate lesen und feiner wird davon satt. Des daß die Wiederherstellungskommission eine vorfägliche Ber- entstandenen Schaden von 225 000 Dollar an. letzung der Wiederherstellungsverpflichtungen durch Deutschland jedoch nicht damit gerechnet, daß die Justizbehörden der ehemals halb sollen deutsche Arbeiter sich an dieser fragwürdigen geistigen Nahrung laben. feindlichen Staaten schon wieder funktionierten und die Staatsan. fonstatiert. Daß diese Voraussetzung verwirklicht werden könnte, waltschaft wußte, daß er in Amerifa wegen aller möglicher Schwin Die Beendigung des Metallarbeiterstreifs in Bayern ist nach liegt für mich außer dem Bereich der Möglichkeit. Ich beleien und meineids im Sing Sing( Buchthaus) gefeffen TU. mit einer Mehrheit von rund 90 Broz, die sich für halte aber die Tatsache für bedauerlich, daß an demselben Tage, wo hatte. Vor Gericht berief sich Fren auf angeblich echte Dofu- die Annahme des Einigungsvorschlages ergab, beschlossen worden. in der Schlußsigung der Konferenz von Genua der franzöfifche Dele- mente, die die Richtigkeit seiner Angaben bereisen sollen. Das gierte den Friedenswillen Frankreichs bis zum äußersten betonte, Bericht mußte deshalb die Hinzuziehung eines Dolmetschers be= in Frankreich öffentlich das Recht zu militärischen Gewaltmaßnahmen schließen, der diese Urkunden vorher übersehen soll. proklamiert worden ist. Diese Tatsache zeigt, wie weit wir von dem Geist des Friedens und des gegenseitigen Ber trauens, dessen Festigung die eigentliche Aufgabe der Genueser Konferenz sein sollte, auch jetzt entfernt sind. Er hatte Sport. Das erste Erholungsheim der Deutschen Voltserholungsheim Rennen im Grunewald am Donnerstag, den 25. Mai. Gesellschaft wurde am Sonntag in Bossen eingeweiht: 1. Rennen. 1. Geheimtip( Borowsky), 2. Philippus( Sths), 3. Top Twig( Buy). Tot.: 23:10. Play: 14, 23, 25:10. Ferner liefen: Mardonius, Robert, Pionier, Landrat. 2. Rennen. 1. Orfus( v. Keller), 2. Glatteis( Grf. Berte), 3. Don Biniou( Kränzin). Tot.: 27:10. 3. Rennen. 1. Almanach( Gorsler), 2. Snob( Kufulies), 3. Brü Explodierte Munitionsdepots. Eine 200- Millionen- Pfund- Anleihe? Am Himmelfahrtstage brach im munitionsdepot in Blumau( Baden) Feuer aus. Infolge Wassermangels Condon, 24. Mai.( WIB.) Der diplomatische Bericht- fonnte der Brand nicht gelöscht werden und griff auf die Anstalt fung( Bismard). Tot: 51:10. Blat: 13, 16, 13:10. Ferner liefen: erflatter des„ Evening Standard" schreibt: Pierpont Morgan jei über, in der die Explosivstoffe gewaschen werden, was zur Folge Medusa, Parma II, Soppy, Birol, Gel Bayfan II. 4. Rennen. 1. Lalle( P. Lewicki), 2. Romberg( v. Keller), 3. Sieg, vor seiner Abreise aus London mit Vertretern von führenden bri- hatte, daß ein Objekt in die Luft flog. Die Zahl der 4. Cid. Tot.: 16:10. Blag: 12, 13:10. 4-2-6 Längen. Ferner fischen Banten zusammengekommen und habe die Gelegenheit be- Toten und Verwundeten läßt sich zurzeit noch nicht fest- liefen: Fachinger, Perseus. nußt, um auseinanderzusehen, was die Vereinigten Staaten viel- ftellen, doch ist sie sehr groß. Mit den Bergungsarbeiten konnte 5. Rennen. 1. Lucifer( B. Lewidi), 2. Teifi( Bismark), 3. Wehrleicht zu tun in der Lage seien. Es werde mitgeteilt, daß für den noch nicht begonnen werden, da man weitere Explosionen befürchtet. Capitalist, Tambur. Fall der Ausgabe einer Anleihe die Vereinigten Staaten Der Sach- und Materialschaden ist beträchtlich. Die Häuser in der 6. Rennent. 1. Arkansas( Mannchen), 2. Corona( Stielau), in der Lage sein werden, ungefähr 200 millionen Pfund Umgegend wurden start mitgenommen. Vorgestern, furz 3. Marc Anton( Buchholz), 4. Flandern. Tot.: 55:10. Plaz: 17, 24, Sterling zu mobilisieren. Dem Berichterstatter zufolge foll fehr nach 11 Uhr, fand eine Explosion in einem Gelatinier- 13: 10. 2-3-6 Längen. Ferner liefen: Barbar, Livoli, Briſe. 7. Rennen. 1. Orfan( Senfpei), 2. Eris( Bismark), 3. Frauert. guter Grund zu der Annahme vorhanden sein, daß Morgan hoffe haus der Dynamitfabrit Schlebusch statt. Die dort Tot.: 29:10. Plat: 15, 10:10. 2½- 3- ½ 2ängen. Ferner liefen: und erwarte, die internationale Anleihe zustande zu bringen. beschäftigt gewesenen fünf Arbeiter wurden getötet, ein Flugschrift, Bandsmann. weiterer leicht verlegt. Die 3erstörung blieb auf den Explosionsherd beschränkt. Die Ursache konnte nicht festgestellt werden. mann 2, 4. Gallipoli 3. Tot.: 20:10. Plaz: 14, 13:10. Ferner liefen: Briefkasten der Redaktion. 2. B. 20. Nach eingehender Prüfung Ihrer Schilderung können wir Ein Reparationsplan Bauderlips. Paris, 25. Mai.( BIB.)„ Deuvre" glaubt zu wissen, daß die Bei der kurz vorher vorgenommenen Revision war alles in ordalliierten Regierungen mit einem vom amerikanischen Banfier nungsmäßigem Zustand befunden worden. Auch in der Nähe von Banderlip stammenden Blan einer für die Reparationen zu ver- Altenfurth bei Nürnberg explodierte das Munitions- nur abraten. wendenden internationalen Anleihe befaßt worden seien. Es ver- depot, wobei vier Personen schwer verlegt wurden. laute, daß das Projekt erwägenswert sei und wahrscheinlich dem in Eine von ihnen ist inzwischen gestorben. Die Ursache ist anscheinend Baris tagenden Anleiheausschuß unterbreitet werde auf Unvorsichtigteit zurückzuführen Berantw. für den rebatt. Teil: Frans Klühs. Berlin- Lichterfelde; für An. zeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderei u. Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Bertin, Lindenstr. S. HERMANN Tietz Glebensmittel von 73 Frischer Spargel 500 Landleberwurst... Plund 3400 Rotwurst nech Thüring, Art, Pid. 34.00 Bauernmettwurst grob, Pid.39.50 Mettwurst.Braunschw.Art, Pid. 49.50 Teewurst........ Plund 55.00 Grosse Fettflundern pld. 16.50 Rehkochfleisch.... Plund 18.00 Rehblätter.... Plund 33.00 Kartoffeln grosse........ Plund 2.40 Salat.... ... Kop! 3.50 Schnittbohnenca.2- Pid- Dose 21.75 Reis mit Tomaten. ca. 2- Pld.- Dose 14.75 Kabliau im ganzen, o. Kopl, Pld. 5.80 Schellfisch frisch....... Plund 4.50 Frische bleie........ Plund 3.60 Seelachs im ganzen, ohne Kopi..... Plund 490 Goldbars geräuchert.. 800 Plund Leipziger Letzter Str. Frisches Fleisch Alexanderplatz Plund mil Beilage Schw.- Schinken und Blatt Schweinebauch Kalbsrücken.............. Plund Kalbskeulen. Schmorfleisch 40⁰⁰ Plund 4000 Plund 2600 Pfund 28° 42° 0 ohne Knochen Plund Schweinenieren gefroren Hammelrücken gefroren Rindfleisch Plund 1100 Plund 2300 3600 oline Knochen, gefroren Zur Bowle! Plund Tfl.- Margarine Pid. 33°° Rahmkäse. Pid. Marmelade, Zucker ge- 10.00 Kunsthonig.. 1- Plund- Paket 11.50 ****** 800 Rindertalg ausgelassen, P/ und 35.00. Landkäse.............. Stück 9.00 Kokosfett........ Plund 36.00 Kräuterkäse........... Stück 6.00 Edamer Käse Plund 34.00 Harzer Käse.......... Pfund 28.00 Weizenmehl( einstes... Plund 10.50 Korinthen............ Pfund 31.00 Weizengriess. Plund 12.50 Grosse Rosinen.. Plund 42.00 Kaffee- Ers.- Misch.10% 15.00 Gebrannte Gerste plund 10.50 Pund Räucherflundern 1150 50 Kaninchen pommerische .... Plund Johannisbeer, gefroren 3750 e 6750 1920° Oberhaardter Maikammerer Himbeer- und Kirsch- Saft * Weinbrand- Verschnitt Flade 3500 Flasche 6250 Weinbrand- Verschnitt** Flasche Deutscher Weinbrand*** Flache 4250 Flasche 7850 Theater, Lichtspiele usw.er 7% 6pernhaus 000000 Volksbühne Madame Butterfly Theater a. Bülowpl. 7 Uhr Schauspielhaus 7% Uhr: Der Traum ein Leben Lumpazivagabundus Lessing- Th. 74, Uhr Deutsch. Theat. Komische Oper Der Meister vom Montmartre Offenbachs Liebesleb. Circus Busch Uhr: Faust BUS Sonnab b. Mtg. 7: Freitag 72: Des Mad. Sans Gêne Esels Schatten Kammerspiele Freit. 8: Einen Jux igl. 7, Sonnt. auch 3 U.) Schluß 30.Mal. Heute Freitag! Deut. Künstler- Th. Ehren- Abend Allabend!. 72: will er sich machen Man kann nie wissen Gr.Schauspielh. Central- Theater ( Karistraße) Fig. 7: Die ver- U Meisterdresseur Karl Hess Neue Originaldrassuren Das lustige Manegeschaust Mädels v. Davos Ueber'n großen sunkene Glocke Deutsch Opernhaus 7%, Uhr. Mignon Telch Reichshallen-Th. des Friedrich- Wilhelmst. Th. Allabendl. 7, Uhr: ,, Die wunderilch. Geschichten Kapellmeisters Kreisler" im Th. i. d. Königgrätzer 8 Uhr: Prinz von Homburg Intimes Theater Str. tägl. 8 Uhr 8: Die Peitsche und? Komödienhaus Lauf doch nicht immer nackt herum Klein. Schauspielh. Uhr: Der keusche Lebemann 8 U.:,,Gretchen" Lustspielhaus Gläßner, Roberts. Uhr: Der Werwolf Metropol- Theater Berliner Th. 7.30: Madame Fitri 14 Uhr: Bajadere Neues Operett.- Th. 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