Nr.246 39.Jahrgang Ausgabe B Nr.121 Bezugsprefs: Berteljährl. 105- monaff.35-2 frei ins Haus, voraus zahlbar. Bost bezug: Monatlich 35,-, einschl. SuStellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- u. Memel gebiet, sowie Defterreich u. Luremburg 69,-, für das übrige Ausland 87, M. Bostbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Enhland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luremburg, Desterreich, Schweden, Schweiz, Tschecho- Glowatei und Ungarn. Der Borwärts" mit der Gonntagsbeilage Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage Heimwelt und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Gonn tags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin NO Abend- Ausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt Groß- Berlin 70 Pf. auswärts 80 Pfennig Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile toftet 16, M.- Reklamezeile 80,- M. Aleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 4, M.( zuläffig zwei fettge= bruckte Worte), jedes weitere Wort 3, M. 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In seiner Rede im Unterhaus er- sicht, mit euch zu irgendeiner Mighelligkeit zu kommen", wenn wir Asquith, es sei feine Konferenz mit mehr Hoffnung begonnen worden als die von Genua, aber die Ergebnisse seien außerordentlich dürftig. Asquith fragte, ob man mit der Wiedereröffnung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Rußland und den übrigen europäischen Ländern auch nur einen einzigen Schritt weiter gekommen sei. Es hänge alles von der Haager Konferenz ab. Ueber den Burgfriedensvertrag äußerte sich Asquith dahin, daß tatsächlich mit Ausnahme von Rußland und Deutschland alle Nationen lange vor Genua durch den Völkerbundvertrag in viel feierlicherer und dauernderer Weise die Verpflichtung übernommen hätten, Angriffe zu unterlassen. Bolen und Rußland hätten am 31. März gleichfalls einen Baft abgeschlossen. Asquith fragte: Was war der Grund, daß wir feinen wesentlichen Schritt zur Lösung der großen europäischen Differenzen vorwärts gekommen find? Die Nichtteilnahme der Vereinigten Staaten sei eine sehr ernste Sache. Die laue Anteilnahme Frant reichs, dessen Ministerpräsident nicht an der Genueser Konferenz teilgenommen habe, sei ein ernster Faftor. Ein weit ernsterer Umstand jei der gewesen, daß Berpflichtungen bestanden hätten, die verhindert hätten, sich mit den wirklichen Problemen der europäischen Wirtschaft zu befassen. Welchen Zwed habe es, derartige Refolutionen zu faffen, bevor man die grundlegenden Probleme der Reparationen und der internationalen Schulden behandelt habe.( Beifall bei der Opposition.) Clynes Ausländer, Brandenburg a. d. Havel. Durch die Reichsverfassung und die Verfassungen der Gliedstaaten ist das Wahlrecht zu den Volksvertretungen an in unserem eigenen Herzen entschlossen sind, nicht zuzustimmen, wofern etwa Frankreich vorschlägt, die Reparationen zu erzwingen, oder ein Alter von 20 Jahren gefnüpft. Nach Artikel 17 der Reichswenn Frankreich ein Abkommen vorschlägt zur Verteidigung seiner verfassung gelten die Grundsätze zur Wahl der Volksvertretung Grenzen, oder wenn wir entschloffen find, Frankreich nicht zu unter- auch für die Gemeindewahlen. Demgemäß haben diejenigen flügen, sondern ihm Widerstand zu leisten, wenn es verlangt, daß deutschen Gliedstaaten, die bereits neue Gemeindeordnungen das Geld, welches Deutschland ihm schuldet, bis zum letzten Pfennig erlassen haben oder solche Ordnungen im Entwurf vorbereiten, gezahlt werden muß? das Gemeindewahlrecht allen Reichsdeutschen gegeben, Weiter stellte Lloyd George an Cecil die Frage, ob er Amerika die das 20. Lebensjahr vollendet haben. Auch die preußizur Haager Konferenz bringen könnte, und fügte hinzu:„ Wenn er sche Verordnung über die anderweitige Regelung des Gedas kann, so werden wir entzückt sein, denn wir wünschen Amerika dort zu sehen. Auf die Tatsache anspielend, daß Cecil eine schwe- meindewahlrechts vom 24. Januar 1919 bestimmte in dische sozialistische Zeitung zitierte, die gesagt hätte, England habe ihrem§ 2: die Neutralen schlecht behandelt, sagte Gloyd George, ,, Wahlberechtigt und wählbar sind alle im Besitz der deutscher: tatsächlich sei Branting Mitglied gerade jener Subtommiffion ge- Reichsangehörigkeit befindlichen Männer und Frauen, welche das wesen, welche Zeile für Zeile des Dokuments auffezte, das zum 20. Lebensjahr vollendet und im Gemeindebezirk seit 6 Monaten 11. Mai führte.( Seiterkeit.) Vertreter der Neutralen, gewählt ihren Wohnsitz haben." von den neutralen Mächten, seien selbst bei jenen privaten Bepreine Bertreter der Neutralen hätten dabei gute Hilfe geleistet. sprechungen zugegen gewesen, welche Cecil so ffreng getadelt hätte. Und Dann ging Lloyd George auf die Rede Asquiths ein und sagte, Asquith habe alles verdammt, was die Regierung getan habe. Was würde er, Asquith, denn getan haben.( Ironische Burufe:" wait and see!", b. h. Abwarten!" Ein Lieblingsausbrud Asquiths.) Er würde natürlich Amerita auf feine Seite gehabt haben. Er würde zur selben Zeit die Reparationsfrage geregelt haben. Er würde überhaupt alles und jedes in Ordnung gebracht haben. Kein Zweifel. Aber, was meinte Asquith? Amerika jei eingeladen worden und wäre nicht gekommen, Frankreich hätte sich geweigert, die Reparationsfrage u diskutieren? Nach dem Entwurf der neuen Städteordnung und in Uebereinstimmung damit nach dem Entwurf der neuen Landgemeindeordnung steht das Bürgerrecht( Gemeinderecht) ,, allen gemäß Artikel 4 Absatz 1 der Verfassung des Freistaats Preußen stimmberechtigten Personen" mit der Maßgabe zu, daß sie seit ununterbrochen 6 Monaten Einwohner des Gemeindegebiets sein müssen und die Wählbarkeit erst nach Vollendung des fünfundzwanzigsten Lebensjahres erlangen. Liest man ben Artikel 4 der Verfassung des Freistaats Preußen nach, so findet sich die Borschrift: „ Stimmberechtigt sind alle über 20 Jahre alten reichsdeutschen Männer und Frauen, die in Preußen ihren Wohnsitz haben." Was würde denn Asquith getan haben? ( Renworthy unterbrach: Er würde ohne Frankreich vor gegangen sein. So, antwortete Lloyd George, fo, er würde Weshalb in dem neuen Entwurf der umständliche Weg erklärte, er hoffe, Genua sei der Beginn eines neuen Blanes zur Be- die Beratung der Reparationsfrage also ohne Frankreich forgeseht der Verweisung auf die preußische Verfassung gewählt ist, ist Das ist in der Tat eine Politik der Aufrecht nicht ersichtlich. Auch innerpolitisch zweckmäßiger wäre es handlung der Uebel, die durch den Friedensvertrag entstanden seien. haben. erhaltung der Entente! Frankreich dorthin einzuladen und Die Beharrlichkeit des englischen Premierministers habe die Konfe- dann zu sagen, man würde auch ohne es vorwärts gehen, ist aller- gewesen, das Bürgerrecht, wie es die Gemeindeordnungen renz von Genua gerettet. Clynes tadele Frankreich keineswegs megen seiner Haltung. Die Engländer seien größtenteils zu tadeln. dings der richtige Weg, um das Bündnis und die Freundschaft mit der süddeutschen Gliedstaaten tun, jedem Reichsdeutschen zu Frankreich zu verstärken.( Beifall.) Das ist wirklich charatteristisch geben. Es liegt tein Grund vor, einen Unterschied Die franzöfifche Regierung verlange nichts, als was im Friedens für das Gerede, das hier umgeht.( Lauter Beifall.) Ich bin ganz und zwischen Deutschen und Preußen mit ausdrücklichen Worten vertrag enthalten sei, der Hoffnungen in Frankreich hervor gar für die Regelung der Reparationsfrage. Aber man fann die hervorzukehren, zumal ja auch Artikel 110 der Reichsgerufen habe, die nicht verwirklicht werden könnten. Reparationsfrage nicht regeln, ohne die Zustimmung Frankreichs auf verfaffung ausdrücklich des Umstandes Erwähnung tut, daß Ncr Versailler Vertrag habe zur Schaffung eines Europa geführt, feiner Seite zu haben. Und man kann dahin nicht kommen, wenn jeder Deutsche in jedem Lande des Reichs die gleichen Rechte das von Haß und Kriegsgeift erfüllt sei, mehr noch als im man den Versailler Bertrag befpöttelt und erklärt, daß man vorwärts und Pflichten hat wie die Angehörigen des Landes selbst. Jahre 1914. Dem Dokument, das sich Friedensvertrag nenne, geht, ob man nun Frankreich auf seiner Seite hat oder nicht."( Beifollte besser der Name Kriegsvertrag gegeben werden. Die fall bei den Minifteriellen.) Arbeitervertreter hatten wiederholt im Parlament erklärt, daß mit der franzöfifchen Demokratie zusammenarbeiten, und ich Zum Schluß erklärte Lloyd George mit Nachdruck:„ Ich möchte Deutschland und Rußland nicht in Unterwerfung erhalten werden wünsche sehr ernsthaft, daß Frankreich und England überhaupt zufönnten. Es sei nicht überraschend, daß die Ausgesammenarbeiten sollten, aber wir müssen für den Frieden von Europa schlossenen ein Bündnis geschlossen hätten. Lord Robert Cecil führte aus, ein wirklicher Zusammenbruch der Genueser Konferenz wäre eine Ratastrophe für die Welt gewesen, die finanziellen Ergebnisse der Konferenz stellten im Bergleich zu der Brüsseler Konferenz feinen materiellen Fortschritt dar. Alle diese Dinge hätten eine viel bessere Aussicht auf eine wirklich zweckdienliche Lösung, wenn sich die Bereinigten Staaten beteiligt hätten. Cecil machte den Vorschlag, daß, wenn es überhaupt möglich sei, die Bedingungen, welche die Bereinigten Staaten für ihre Teilnahme an der Haager Konferenz niedergelegt hätten, anzunehmen, etwas getan werden sollte. Cecil fragte, ob durch die Genueser Konferenz nichts verloren worden sei. Er stellie fest, daß die Beziehungen zwischen Großbritannien und Frankreich nicht so gut feien als vor der Konferenz. Jeder Bruch der Entente würde eine wirkliche Ratastrophe für Europa bedeuten. Auch die britischen Beziehungen zu den Neutralen feien vor der Konferenz zweifellos bessere gewesen, und eine ernste Tatsache sei der deutsch ruffische Vertrag. In Beantwortung der Reden Lord Robert Cecils, Asquiths und anderer Abgeordneter sagte Lloyd George zusammenarbeiten. Und nach dem Grundsatz für diese Ziele follten wir mit ganzem Herzen ebenso mit der französischen Demokratie zufammenarbeiten, wie wir zufammenarbeiteten bei der Verteidigung Europas gegen den Angriff Deutschlands.( Lauter Beifall.) Bei der darauffolgenden Abstimmung erhielt Lloyd George mit 235 gegen 26 Stimmen das Bertrauensvotum. Die Arbeiterpartei enthielt sich der Stimmabgabe. Auswärtiger Ausschuß. Zweifelhaft fönnte sein, ob es juristisch zulässig ist, abschen Verfassung festgelegten Wahlalter von 20 Jahren für weichend von dem in der Reichsverfassung und in der preußidas Gemeindewahlrecht eine höhere Grenze festzusetzen. Nach der erwähnten Vorschrift des Artikels 17 der Reichsverfassung gelten die Grundsätze für die Wahl zur Bolksvertretung auch für die Gemeindewahlen, jedoch kann durch Landesgesetz die Wahlberechtigung von der Dauer des Aufenthalts in der Gemeinde bis zu einem Jahre abhängig gemacht werden. Die Grundsäße für die Wahl zur Boltsvertretung" sind nun im Absatz 1 des Artikels 17 durch die Bestimmung feftgelegt: ,, Die Bolksvertretung muß in allgemeiner, gleicher, unmittelbarer und geheimer Wahl von allen reichsdeutschen Männern und Frauen nach den Grundsäßen der Verhältniswahl gewählt werden." Da des Wahlalters hier nicht besonderer Erwähnung geDer Auswärtige Ausschuß des Reichstags trat heute vormittag unter dem Vorsitz des Abg. Hermann Müller- Franken zusammen. Die Absicht, die Genueser tan ist, dasselbe vielmehr nur, soweit es sich um die Wahl zum Konferenz und die Pariser Verhandlungen zu besprechen, Reichstag handelt, im Artikel 22 RV. auf 20 Jahre feſtgeſetzt fonnte zunächst nicht ausgeführt werden, da der Reichskanzler, ist, so wird angenommen werden müssen, daß für das Geder Außenminister und Dr. Hermes nicht erschienen waren. meindewahlrecht eine höhere Altersgrenze rechtlich zulässig ist. Dagegen mar der Vizefanzler Bauer und der Reichswirtschaftsminister Schmidt anwesend, ebenso der frühere demofratische Minister Schiffer, der als Vorsitzender der de ut ichen Verhandlungskommission über Oberschlesien dem Ausschuß über den Gang und das Resultat der deutschpolnischen Verhandlungen Bericht erstattete. Generalstreik in Rom. in einer zweiten Rede: Cecil habe eine seiner charakteristischen Reden gehalten. Er billige die Genueser Konferenz, aber die 3n Rom fam es bei einer fascistischen Leichenfeier zu einem Methoden feien alle schlecht gewesen. Das deutsche Abkommen babe Feuergefecht zwischen Fascisten und kommunisten, Cecil richtig bezeichnet als ein sehr törichtes Dokument". Aber bei dem 1 I ofer und 40 Berlehte zu beklagen waren. 200 dieses Dokument sei in Genua nicht gebilligt worden. Es sei vor- Verhaftungen wurden vorgenommen. Das Komitee der proletarischen bereitet gewesen, bevor die Konferenz überhaupt begann. Ich war Abwehr erklärte den Generalstreit, der fast geschloffen durchbestrebt," fuhr Lloyd George fort, nichts zu tun, was der deutschen Regierung Schwierigteiten machen könnte. geführt wird. Die Streifleitung erklärt, den Streit erft abzubrechen, Am Dienstag wurde sogar Deutschland auf der Grundlage vollkom- wenn die Verhafteten wieder freigelassen werden. Das Innenminimener Gleichheit mit den anderen Mächten in die wichtigen poli- fterium erklärt, die Einstellung des Streifs zu erzwingen, wenn tischen Kommissionen und Subfommissionen eingereiht. Zwei oder die Arbeit nicht in einem Tage wieder aufgenommen werde. drei Tage aber bevor das Wert der Konferenz sich überhaupt ent- Fafciften fuchten in das Volfsviertel einzubringen und die Rewickein konnte, schließt Deutschland hinter unserem Rücken daffionen der Zeitungen„ Paejo“,„ Avanti“ und„ Communista" zu mit den Russen ein Sonderabkommen. Will irgend jemand sagen, stürmen. Der Ueberfall wurde von der Polizei verhindert. daß das gerechtfertigt war durch irgend etwas, was auf der Konferenz geschehen war, nachdem Deutschland auf den Standpunkt volltommener Gleichheit auf der Konferenz gestellt worden war? Der Linksblock in Frankreich perfekt. Lloyd George fuhr fort: Cecil sprach dann, von Frankreich. Paris, 26. mai.( TU.) Der Abg. Herriot, der Führer der Natürlich ist ein ernsthaftes Mißverständnis mit Frankreich eins Radikalen, hat vor dem Vollzugsausschuß seiner Partei ein Manifest ber verbängnisvollsten Ereignisse, welche für den Frieden Europas eintreten fönnten. Zusammenarbeit mit Frankreich ist, verlesen, daß das kartell sämtlicher Cintsparteien mie ich in Genua fagte, einer der Pfeiler des Friedenstempels in perfett geworden ist. Europa. Aber was denkt sich denn der edle Lord. 3ft es aber wirtlich ehrenhaft, den Franzofen zu erklären: ,, Wir haben nicht die AbDollar: 285. Man wird diese Frage jedoch nicht ausschließlich vom Rechts standpunkt beurteilen dürfen, sondern sie auch auf ihre politische 3 wed mäßigkeit hin prüfen müssen. Die anderen deutschen Gliedstaaten haben, wie erwähnt, es für selbstverständlich gehalten, auch für die Gemeindewahlen das 20. Lebensjahr anzunehmen. Es läßt sich auch wirklich fein Grund einsehen, der für eine Erhöhung dieser Grenze, die doch nun einmal reichs= gesetzlich und landesgefeßlich für die Wahl zur Volksvertretung vorgesehen ist, spricht. Daß die Wahlen zur Gemeindevertre tung eine größere politische Reife erfordern als die Wahl zum Reichstag oder Landtag fann füglich nicht behauptet werden. Es erscheint aber auch, vom Standpunkt der Reichseinheit betrachtet, unerträglich, in den einzelnen Gliedstaaten das Wahlalter verschieden festzulegen, und gerade Preußen als größter Bliedstaat hat allen Grund, fich nicht dem Vorwurf des Partifularismus und der Rechtsungleichheit auszusetzen. Das Erfurter Programm fordert allgemeines, gleiches, direktes Wahlrecht mit geheimer Stimmabgabe aller über 20 Jahre alten Reichsangehörigen ohne Unterschied des Geschlechts für alle Wahlen und Abstimmungen. Demgemäß werden unsere Vertreter auf dem in Goslar in dieser Woche tagenden Preußischen Städteta g ihre Haltung gegenüber der in Rede stehenden Vorschrift des Entwurfs der Städteordnung einzurichten haben. Die Bindung des Gemeindewahlrechts an eine bestimmte Aufenthaltsdauer in der Gemeinde ist nach der Reichsverfassung, wie oben angeführt, zulässig. Der Entwurf sieht eine i sechs Monate währende Wohndauer vor. Der Wahlberechtigte muß Einwohner des Gemeindegebiets sein. Dem Vernehmen| eigentümlich ist. Denn all die allerhöchsten Herrschaften", die schleppt werden würde. Als beim Eintreffen eines Telenach haben einige Provinzialstädtetage die Erhöhung der im 1918 ihren Thron verloren haben, sind von dem gleichen grammes der Kaiserin der Kaiser in seinem Fluchtentschluß Entwurf auf sechs Monate beschränkten Zeit auf die reichs- Augenblick ab zu einer extremen Gleichgültigkeit gegen öffent- schwankend wurde, da hat wiederum nach Oberstleutnant gesetzliche. Höchstdauer von einem Jahre vorgeschlagen. Die liche Interessen gelangt und haben nur den Kampf um ihren Niemann Hindenburg dem Kaiser drängend gesagt, daß füddeutschen Gliedstaaten haben in der Mehrzahl der Fälle von privaten Befigtitel gekannt. die Möglichkeit für ihn, von meuternden Truppen abgefangen einer Beschränkung des Wahlrechts hinsichtlich der Aufenthalts- Die sozialdemokratische Fraftion des zu werden, immer näherrücke und schnelle Ent dauer abgesehen und geben in der Regel das Gemeindewah!- Preußischen Landtages beschäftigte sich am Freitag schließung notwendig fei. Schließlich hat Hindenburg um recht jedem, der in der Gemeinde wohnt oder sich in ihr auf mit der Haltung des Finanzministers v. Richter in der Frage 10 Uhr abends noch einmal durch Herrn v. Grünau den Kaiser hält, ohne zeitliche Beschränkung. Auch diese Bestimmung des der Hohenzollern Abfindung und der damit in inständigst bitten lassen, teine Stunde mehr Entwurfs der neuen Städteordnung wird von unseren Partei- Busammenhang stehenden Entlassung des Ministerialrates zur Flucht zu verlieren. genossen auf dem Städtetag einer Kritik zu unterziehen sein,| Bachem. Die Mehrheit der Fraktion vertrat die Ansicht, daß denn Preußen hat alle Veranlassung, die Bestimmungen es notwendig sei, bei Herrn v. Richter vorstellig zu werden der neuen Städteordnung ebenso freiheitlich auszugestalten, wie und Aufklärung zu erbitten. Der Fraktionsvorstand es die anderen Länder zu tun beabsichtigen. wird sich in einer neuen Sitzung noch heute über die zu unter nehmenden Schritte schlüssig werden. * Der Preußische Städtetag. Goslar, 26. Mai.( WTB.) Anläßlich des heute und morgen Der volksparteiliche Landtagsabgeordnete Dr. Kriege, ehetagenden Preußischen Städtetages fand gestern ein Bemaliger Direktor der Rechtsabteilung im Auswärtigen Amt, bittet grüßungsabend statt. Oberbürgermeister Böß- Berlin dankte uns mitzuteilen, daß er sich nicht als Vertreter des ehemaligen der Stadt Goslar für die freundliche Aufnahme und sprach der Königshauses habe ins Parlament wählen lassen. Er sei allerdings Stadt die Glückwünsche des Städtetages zum 1000jährigen Jubiläum Referent seiner Fraktion in der Frage der Hohenzollern- Abfindung, aus. Er begründete die Notwendigkeit, daß in dieser Zeit die Städte aber er behandle die Angelegenheit lediglich vom Standpunkt seiner zusammenhalten müssen, und schloß mit einem hoch auf ein unge- Fraktion aus. teiltes startes Preußen. Oberbürgermeister Klinge. Goslar hieß mentarische Ehre des Herrn Dr. Kriege in Zweifel zu ziehen. Sach Wir geben gern hiervon Kenntnis. Es lag uns fern, die parladen Städtetag in Goslars Mauern willkommen. Er gab einen lich dürfte allerdings der Unterschied nicht gar zu groß sein, da ja Ueberblick über die Entwicklung Goslars und schloß mit dem die gesamte Bolkspartei in der Abfindungsfrage wesentlich den Wunsche, daß die Städteordnung in einem Geiste erstehen möge, der Standpunkt des hohenzollernschen Hausinteresses, nicht des Staatsder Entwicklung der Städte freien Raum läßt. Mitglieder des interesses, vertritt. Braunschweigischen Landestheaters trugen zur Verschönerung des Abends bei. Die Hohenzollern- Abfindung. Groener oder Hindenburg? " Der Kronprinz hat in seinem Buche mit etwas fitschiger Rührseligkeit dargestellt, wie Wilhelm in seiner Not Hindenburg hilfeflehend angeblickt, diefer sich aber von seinem Kaiser a b gewandt habe. Die deutschnationalen Leipziger N. N." haben aus dieser Schilderung sogar den Schluß gezogen, daß das ganze Buch nur wegen dieser Stelle geschrieben worden sei. Bleibt also allein die Frage übrig, warum die Deutschnationalen sich mit ihrem Geschrei über angeblichen militärischen Verrat am Kaiser ausschließlich an die Adresse Groeners und nicht an die Hindenburgs wenden. Nach dem Ende. Kommunistischer Nachruf für die Neunerkommission. Nachdem die sogenannte Neunerfommission der drei Inter nationalen durch den Austritt der Radek und Zetkin aufgeflogen ist, find auch die von den Kommunisten sorgsam vorbereiteten fogenannten„ Betriebsdelegationen" ins Wasser gefallen, die der Neunertommission den Willen der fommunistischen Maffen ausrichten follten. Einige dieser Delegationen haben nach berühmtem Mufter fich Der Ehrengerichtshof als Ersatzweltgeschichte. auch von verschiedenen Teilen Deutschlands in Berlin eingefunden Durch die Veröffentlichungen des ehemaligen Kronprinzen und, da fie die Neunerfommission nicht mehr sprechen konnten, am Die Frage der Hohenzollern- Abfindung ist durch die und des Oberstleutnants Alfred Niemann sind die Vorgänge, Himmelfahrtstag eine besondere Sigung abgehalten. Als Ergebnis einigermaßen mysteriösen Vorgänge im preußischen Finanz- die sich am 9. November 1918 im Großen Hauptquartier zu dieser Besprechung schicken sie uns einen langen Bericht, der alle ministerium wieder einmal aktuell geworden. Dabei Spa abspielten, wieder Gegenstand der Erörterung geworden. fommunistischen Vorwürfe gegen die 3 weite und die verdient Beachtung, daß auch ein bürgerlich- demokratisches Für die rechtsstehende Bresse war dies ein Anlaß, ihren Haß Wiener Internationale wiedergibt, das Verhalten der Blatt, die Frankfurter Beitung", gegen den Versuch der gegen General Groener auszutoben. Groener hat dem Moskauer aber für durchaus einwandfrei erklärt und schließlich anHohenzollern und ihrer Sachwalter Stellung nimmt, diese An- gegenüber auf den Spruch eines Ehrengerichts ver- fündigt, daß die Parteien durch den festen Willen der Arbeiter gegelegenheit auf ein privatrechtliches Gleis zu schieben wiesen, worauf die Deutsche Tageszeitung" mit der Berzwungen" werden sollen, einen machtvollen Weltkongreß aller Arund die Auseinandersetzung zwischen dem Staat und seinem öffentlichung des ehrengerichtlichen Urteils geant beiterorganisationen" sofort einzuberufen. ehemaligen Fürstenhaus wie einen beliebigen bürgerlichen wortet hat. Rechtsstreit zu behandeln. Der Artikel schließt mit den Worten: Für das unverpreußte Gehirn eines Mitteleuropäers hat Es wäre an der Zeit, daß auch die Vertreter des Hohenzollern allerdings der Gedanke etwas Rührend- Naives, um nicht zu hauses einzusehen begännen, daß bei der Auseinandersetzung nicht sagen, Start- Komisches, daß ein Konzilium einiger alter Ganur ihre höchst persönlichen privaten Interessen gewahrt werden maschenknöpfe über welthistorische Vorgänge urteilen foll, die müssen. Wichtiger als das leibliche Wohl und Wehe der einzelnen es doch nur aus dem engen Gesichtswinkel einer starren TraMitglieder der Königsfamilie, das von vornherein für alle Zukunft dition zu erblicken vermag. Aber selbst dieses Ehrengericht verbürgt ist, ist die Pflicht des Staates, den Kulturbesig, der hat den größten Teil der deutschnationalen Anklagen gegen früher von der Krone verwaltet wurde, ungeschmälert dem Groener für unbegründet erklären müssen. Wolfe zu erhalten und zu verhindern, daß in einer Zeit, wo Staat und Bolt unter den finanziellen Lasten des Versailler Vertrages zu erliegen drohen, auf Kosten der Allgemeinheit eine Familie mit übermäßigen Reichtümern aus gestattet wird. Es geht hter um Dinge, die die ganze Deffentlich keit und das gesamte Bolt in allen seinen Teilen aufs nächste be" Die Deutsche Tageszeitung" sucht nun allerdings frampfhaft doch wenigstens einigen Honig aus der Blüte zu saugen. Dabei hat sie nur das Malheur, daß alle Vorwürfe, die sie gegen Groener erhebt, mit doppelter Schwere auf ihren angebeteten Heros Hindenburg fallen. So glaubt sie bei spielsweise feststellen zu können: Und somit auch des Feldmarschall Hindenburg so ergänzt der Kundige, wie ja bekanntermaßen Hinden burg am 10. November an Erzberger telegraphiert hat, daß auch bei Nichtann ahme sämtlicher deutscher Bedingungen der Waffenstillstand unterzeichnet werden müsse. rühren, und es wäre gut, wenn die republikanischen Parteien des Der verhängnisvolle, unter schmählichen Bedingungen abge. Landtags ernsthaft ihre Aufmerksamkeit diesen Dingen zuwendeten. fchloffene Waffenstillstand ist unter Zustimmung der Obersten Heeres. Die Bertreter des Königshauses und ihre Sachwalter im Parlament leitung und somit auch des Generals Groener zustante geaber mögen darauf bedacht sein, daß für sie nicht das Urteil gelte, tommen. mit dem die mit auf Bismards Beranlassung ausgearbeitete Denkschrift die turhessische Fürstenfamilie( nach der Beschlagnahme des Kronschates des 1866 entthronten furhessischen Fürstenhauses durch Bismard. Red. d." B.") charakterisierte: Die Kläger( d. h. der Kurfürst von Hessen) nehmen nicht selten die Miene an, als wäre der ihren Ansprüchen entgegengesetzte Widerstand und feine rechtliche wie politische Begründung eine nagelneue Erfindung der verklagten Behörden( d. h. des preußischen Staates). Dagegen verdient hervorgehoben zu werden, daß umgekehrt die Gleich gültigteit gegen alle bei diefer Brozeßfache in Frage kommen den öffentlichen Interessen eine ausschließliche Charaktereigenschaft der Kläger ift." Es scheint sich allerdings um eine Charaktereigenschaft zu handeln, die mehr oder weniger allen Fürstenhäusern Hilfswerk- Rummel. Die Agrarier haben eine neue Erfindung gemacht. Sie wollen mehr Feldfrüchte ernten. Das bedeutet, daß sie mehr Geld verdienen. Und weil sie das tun wollen, nennen sie den ganzen Rummel Hilfswerk". # Billig ist er nicht. Denn zuerst verlangen unsere biederen Agrarier den Preis für ihre Bodenfrüchte, für den selbst die Amerikaner sie nicht immer verkaufen können( daher die lange Stockung des Absatzes und die Verbrennung von Getreide usw.). Sodann aber wollen fie auch fast vollständige Steuerfreiheit. Wie wir hören, hat der Minister Hermes die Absicht, ein Preisausschreiben zu erlassen für die Beantwortung der Frage, welche Steuern die Agrarier über haupt bisher zahlen. Für die Finanzämter ift fast jeder Großgrundbesiger ein unbeschriebenes Blatt". Als der Der Bericht trägt die Unterschrift von zwei Kommunisten aus dem Freistaat Sachsen, außerdem von vier Unabhängigen( Geißler, Mar Schmidt, A. Stephan, B. Bilt) und schließlich für die SPD. Adolf Schellenberg", Wir wissen nicht, ob irgendein Mitglied unserer Partei, das diesen Namen trägt, an der Beschlußfassung teilgenommen und tatsächlich seine Unterschrift unter ein solches Schriftftüd gesetzt hat. Es ist jedoch ganz klar, daß er in teiner Weise befugt war, für die SPD. zu unterschreiben. Die Partei wird vielmehr untersuchen müssen, inwieweit sie solche gegen sie selbst gerichteten Sonderaktionen ihren einzelnen Mitgliedern gestatten mill. Wiedtfeldts Empfang bei Harding. Der deutsche Botschaf= ter in Washington, Wiedtfeldt, ist vom Präsidenten Harding in feierlicher Antrittsaudienz empfangen worden. Zentrumsabgeordneter Naden gestorben. Wie uns aus dem Reichstag gemeldet wird, ist der Zentrumsabgeordnete Josef Raden im Alter von 61 Jahren pöhlich gestorben. Er gehörte zu den Zentrumsvertretern des Wahlkreises Köln- Aachen. Wenn der Berstorbene auch nicht zu den Führern der Zentrumspartei im engsten Sinne gerechnet werden konnte, so nahm er doch auf Grund. feiner langjährigen parlamentarischen Tätigkeit eine beachtenswerte Stellung in der Zentrumspartei ein. Naden hat 15 Jahre ununter brochen, von 1903-1918, dem alten Deutschen Reichstag angehört, dann war er Mitglied der Verfassunggebenden Nationalversammlung und schließlich des Reichstags, so daß er im ganzen fast 20 Jahre die Zentrumsfraktion des Reichstages, die in den legten Jahren eine der höchsten gefeßgebenden deutschen Körperschaft angehört hat. Für ganze Anzahl alter Parlamentarier durch den Tod verloren hat, bedeutet sein Dahinscheiden einen schweren Verlust. Einen Vorwurf gegen Groener sieht das Ehrengericht noch darin, daß er dem Kaiser erklärt habe: Das Heer würde wohl unter Führung seiner Generäle, aber nicht unter Führung des Kaisers in die Heimat zurückmarschieren. Nun aber hat nach den Erinnerungen des Oberstleutnants Niemann die Verhandlungen wegen der Anschuldigungen gegen den ReichsDer Untersuchungsausschuß des Reichstages sollte am Mittwoch Hindenburg dem Kaiser noch etwas ganz anderes gefagt. minister Dr. Hermes, soweit sie sich auf den Fall Augustin Hindenburg hat am 9. November dem Kaiser mit der Be- und die damit im Zusammenhang stehenden Vorgänge beziehen, gründung zur Flucht geraten, daß er sonst von meutern- beenden. Da aber ein Teil der Ausschußmitglieder nicht anwesend den Truppen als Gefangener nach Berlin ge- war, wurde die Sigung auf den 13. Juni vertagt. als Scarpia Ravalier; lächelt sich in die gräßlichsten Situationen ist. Sie muß der vorliegenden Spannung angepaßt sein; man darf hinein, verliert fein Sinnenopfer nicht aus den Augen, gibt sich also nicht eine 110- Bolt- Lampe in ein Reg mit 220 Volt Spannung faum den Schein des Berliebtseins und läßt sogar den verlogenen schrauben und umgekehrt. Beim Kauf einer Lampe muß man also Komödianten durchschimmern. Der Sterbemoment war naturalistisch genau wissen, wieviel Bolt das betreffende Leitungsneß hat. Das erregend. Als Toska figurierte Eva von der Osten. Sie wird aber steht am Elektrizitätszähler angeschrieben. Dann suchen wir das nicht wieder tun; denn sie ist als Sängerin nur noch Erinne- nach einer zweiten Zahl. Sie lautet bei manchen Lampen 10, bei rung, darstellerisch flug, aber ohne großen Trieb. Sowohl im Zu- anderen 16 oder 32. Es gibt auch noch höhere Zahlenwerte, wie 50, fammenspiel mit dem Gast, wie mit dem fünstlerisch hochstehenden 100 usw., aber diese kommen für den Haushalt im allgemeinen nicht Cavaradossi Laubenthal fehlte ihr Spannung und Entladung. mehr in Betracht. Manchmal steht an Stelle der einfachen Zahlen Gie sei uns in der Hochschule willkommen, sie meide die Bühne, der die Bezeichnung 10 K, 16 K usw., oder 10 HK, 16 HK ufm. ansie einst herrliche Zier war. K. S. geschrieben. Diese Zahlen nennen uns die Lichtstärke. Jedes Jugendkonzert des, Provinzialschulkollegiums. Einen recht Maßsystem muß sich auf eine Einheit beziehen. So ist die Einheit schönen Genuß brachte das 3. Sinfoniekonzert des Ber der Längenmessung das Meter, die Einheit der Gewichtsbestimmung liner Tonfünstlervereins orchesters unter Arnold Ebel bas Kilo, die Einheit der Lichtmeffung ist die erze"( K) oder in der Brauerei am iedrichshain. Mindestens g.eichpiel Jugend- Hefner- Kerze"( HK), benannt nach dem Elektrotechniker v. Hefnerche als Erwachsene bildeten das leider in Anbeicacht des Betters Altened, der die Grundlage der heutigen Lichtmessung schuf. Er und der Mittagszeit nicht allzu zchlreiche, aber defto andächtigere gab eine bestimmte Beleuchtungsanordnung an, deren Flamme ein Also warum sollte man es ihnen nicht gewähren? Publikum. Es gab nur Wagner, und zwar mehrere Stüde aus Licht von einheitlicher Stärke aussandte. Die von dieser Flamme den Meistersingern" und die Ouvertüre zum„ Tannhäuser". Das ausgehende Lichtmenge wird als" Hefner- Rerze" bezeichnet. 10 K Amerikaner Hover den deutschen Kindern helfen wollte, fandte er Tontünstlervereinsorchester unter Arnold Ebe: ht schon eine hoch bedeutet also, daß wir eine zehnterzige, und 16 K, daß wir eine ihnen Milch, Kets, ja sogar waschechte Milchfühe gratis! Die Farmer achtbare Stufe der technischen und musikalischen Reise erfiommen. fechzehnferzige Lampe vor uns haben. An Stelle dieser Beund die braven Dollaronkels, die noch ein Herz besaßen, hatten fie Vor allem aber wird mit vollem Herzen musiziert. Nichts von zeichnungen sind aber in neuerer Zeit andere aufgekommen. Man geschenkt. Der deutsche Argarier schenkt nichts. Ja, er nimmt auch übler Routine, nichts Dürres, Akademisches. Und doch waren mir hat sich entschlossen, nicht mehr die Lichtstärke, sondern. den Strom manchmal etwas nicht geschenkt. Darum sind ja seinerzeit die ameri- fast noch der höhere Genuß die einleitenden Vorträge des Ober- perbrauch anzugeben. Dieser wird in Watt" gemessen. Die fanischen Milchkühe nicht von den Deutschen abgenommen worden. ich ulrats Dr. Blantenburg. Mancherlei müde, von über- Maßeinheit wurde zu Ehren des Erfinders der Dampfmaschine Man wollte sie nicht sonst hätte es in Deutschland zu viel Milch tasteten Musikerfollegen temperamentlos vorgetragenen Einführun- James Watt benannt. So steht also auf den Lampen 10 oder 20 geben können. Was sehr bedenklich gewesen wäre, weil schon jetzt gen habe ich in übler Erinnerung. Wie aber Dr. Blankenburg oder 25, auch 10 W, 20 W usw. Nun möchte man aber doch gern alle deutschnationalen Schweine sich an Milch den Magen verfortit seine Meistersinger" musikalisch, noch mehr dem Geist der Dichtung wiffen, welche Lichtstärke man für die Unmenge Geld geliefert benach sezierte, löfte das feinste Wohlbehagen aus. Das Beste war fommt, die man jetzt für den elektrischen Strom zu zahlen hat. Da der föstliche Humor, der wie ein frischer Sringquell das Ganze durch- fommt es auf die Spannung an. Hat man eine Lampe zu 110 Volt, Die Agrarier wollen sich selbst helfen. In Selbstschutz und sicherte. Ach, und Richard Wagner hat es so nötig, von dem jahr. fo gibt die 10- Watt- Lampe 6 Hefner- Kerzen, die 20- Watt- Lampe Selbstessen haben sie die reichste Erfahrung. zehntelangen Nur- Pathos endlich erlöst zu werden. Beide, Dr. 15 HK, bie 25- Watt- Lampe 19 HK, die 40- Watt- Lampe 32 HK. Aber sie sind auch Idealisten, sie wollen den Burgfrieden. Der Blankenburg und Arnold Ebel, wirften darin vorbildlich. Nicht Bei der 220- Bolt- Lampe hingegen entsprechen 20 Watt 12 KerzenBurgfrieden während des Krieges hat Millionen Menschenleben ge- recht am Piazze war der Solist Dr. Bruno Bölder; für Wagner- stärken, 25 deren 16, 40 deren 27 und 60 deren 44. Es sind dies die foftet. Nationale Leute haben dem Volke die Augen geblendet über Gesang ift feine Stimme zu trocken, zu glanzlos, zu wenig umfang. Bahlen für die gewöhnlich gebrauchten Metalldrahtlampen. Bei befeine eigene Kraft. Unter dem Schuße des heiligen Burgfriedens reich. Trotz des intelligenten Vortrags ging die Soloftimme im fonderen Lampenarten, die aber für den Haushalt weniger BerTonmeer des Orchesters völlig unter. wendung finden, liegen die Verhältnisse wieder anders. H. M. fonnte man ungestraft das Bolt auspowern und auswuchern. fprechen z. B. bei der 110voltigen gasgefüllten Lampe 25 Watt einer Burgfrieden heißt Treuga Dei", auf deutsch: Gottes Frieden. Die Hieroglyphen der Glühlampe. Sieht man die auf dem Lichtstärke von 18 Hefner- Kerzen und 40 Watt einer solchen von 37, Gottes Frieden auf dem Hungerfriedhof wünscht man einigen der Glaskörper unserer elektrischen Glühlampen eingeäßten oder auf während hingegen bei der 220voltigen Lampe 60 Watt 45 Kerzen, 20 Millionen deutschen Städter, die Deutschland zuviel hat, und ihrer Metallschraube aufgestempelten Zahlen, fo denti man unwill. 75 Watt 68 Kerzen entsprechen. Die erwähnten drei Zahlentypen darum will man die hohen Lebensmittelpreise. Besser läßt sich Ange- Wie man sich diese Hieroglyphen zu deuten hat, darüber belehrt in allein, die uns von den„ Hieroglyphen" der Glühlampe intereffieren. fürlich an das schöne Lied:" Ich weiß nicht, was soll es bedeuten". für die Spannung, die Kerzenstärke und den Wattverbrauch sind es nehmes nicht mit Nüglichem verbinden. seiner letzten Nummer das Wissen". Wir suchen zunächst nach be- Ueber alles andere, was auf dieser sonst vielleicht noch zu lesen und Wenn die Agrarier ein Hilfswerk" in Szene setzen, dann wird stimmten Zahlen. Eine dieser Zahlen heißt 110, die andere 220. ein gut Teil Fabrikbezeichnung ist, fönnen wir hinwegsehen; es steht dem deutschen Bolte himmelangst und es betet: Gott schüße mich vor Manchmal steht statt dessen auch 125 oder 250 dort, manchmal 110 V zu dem Licht, das uns die Lampe liefert, und zu dem Strom, den diesen Freunden. Franz Luczef. oder 220 V. Der Strom, der durch die elekrtischen Leitungen wir bezahlen müssen, in feinerlei Beziehung. fließt, hat eine gewisse Spannung, die man mit dem Druck Sigismundo Saleschi heißt der erste Gast, den sich die Char- eines Wasserstromes vergleichen fann. Sie wird in„ Volt"( ab- Ju der Volksbühne, Theater am Bülowplak, sind bei der Erft lottenburger Sommeroper verschrieb und uns in" Losta" vor gekürzt V) gemessen, eine Bezeichnung, die zu Ehren des Phyfiters wichtigsten Rollen wie folgt befest: slottwell- Georg August Nod), Wolf aufführung von Raimunds Verschwender am 2. Juni die führte. Mit Erfolg, darf man sagen. Die Stimme, echt italienische Bolta gewählt wurde. Die älteren Elektrizitätsmerke senden einen Guido Berzfeld, Valentin- Julius Sachs, Rosa Johanna Koch Bauer, Tenor- Bariton- Mischung, weich und rund, edel temperiert, gibt fich Strom von 110 Volt Spannung in ihre Leitungen, die neueren Azur Hans Rebmann. Cheristane- Gabrielle Rotte, Dumont- Gráard der Leidenschaft mit großem Ansturm hin. In der Tiefe fenkt fich haben durchweg 220 Bolt. So sagt uns also die Aufschrift, ob die Siedel. Regie: Jürgen Fehling. Bühnenbilder: Hans Eirohbach. Musikalische ein sanfter Schleier auf das Organ, wie ein Dämpfer. Saleschi bleibt Lampe zum Anschluß an ein älteres oder ein neueres Netz bestimmt Zeitung: Wolfgang Zeller. haben. " 20 Go ent Sturm auf die Freibäder. Mar das ein Himmelfahrtstag! Für die Großstadtmenschen wurde er himmlischer" Fahrtag hinaus ins Freie, ins Grüne und ein wahrer Sturmtag für die Freibäder. Wannsee hatte Hochy. betrieb. Wohl an die 10 000 Menschen mögen draußen gewesen sein. Nicht minder volkreich war es am Müggelsee. Das neue Frei bad in Rangsdorf bei 3offen dürfte dazu angetan fein, Wannsee ein wenig zu entlasten. Es ist dort draußen noch freier und naturhafter. Aber wie lange wird es noch so bleiben? Gestern waren wohl an die 6000 Menschen draußen, und es werden immer mehr werden. Te gel bot wieder das einem Seebadtreiben täuschend ähnliche Bild. Und die wirklich freien Freibäder, deren Lage nicht verraten wird, hatten neben ihren vorjährigen alten Freunden sehr viele neue angeloft. Hier und wie überall badete man den ganzen Körper, aber es gab gestern auch richt wenige, die nach altem Brauch Kehle badeten. Und als am Abend alles so recht müde und wohlig matt nach Hause ging, da war wohl ein jeder mit dem Ergebnis dieses Tages zufrieden, sowohl die, die ihr Vollbad, wie auch jene, die ihr Teilbad genommen hatten. nur die Kirschen in acht Tagen. Die vorzeitige Hize hat die Werderschen Kirschen ungewöhnlich schnell reifen lassen. In 6 bis 8 Tagen hoffen die Werderfchen die ersten Kirschen, tie frühesten der Mart, senden zu können. Gestern hielten die Obstzüchter eine interne Bersammlung ab und bei dieser Gelegenheit wurden die Preise gemacht. Die ersten Kirschen werden mit 25 m. pro Pfund an den Verbraucher abge. geben. Für andere Obstsorten ist zu berichten, daß die Stachelbeeren nicht gut behangen sind. In diesem Sommer soll es eine fchlechte Birnenernte geben, dagegen soll eine reiche Pflaumen- und Aepfelernte bevorstehen. Die Milchpreise werden in Potsdam von morgen an bis zum 10. Juni auf 8,20 bis 8,40 m. festgesetzt werden. Die Butterpreise fallen in dieser Zeit um 10 Mr. „ Barmherzig, Schatti, Mars." Die Blumauer Explosionskatastrophe. 20 Tote, 250 Berlegte. Gewerkschaftsbewegung Ende des Metallarbeiterkampfes. Die Blätter bringen ausführliche Berichte und Schilderungen Don Augenzeugen über die Pulvererplosion in Blumau bei Wien, die fich als das größte derartige Unglück in den staatlichen Pulver- Aus Frankfurt a. M. berichtet TU.: Das Ergebnis der Ver. fabrifen von Wiener Neustadt darstellt. Nach den in der Nacht handlungen zwischen den Gewerkschaften und dem Verbande der eingelaufenen Nachrichten wurden bisher 20 Tute festgestellt. Die Metallindustriellen ist für effen Nassau, Hessen und die Bah: der Berlegten wird auf 250 geschäßt, unter denen sich zahl- angrenzenden Bezirke in der Urabstimmung der Frankfurter reiche Frauen und Mädchen befinden. 30 lebensgefährlich und der Offenbacher Metallarbeiter angenommen. Die Arbeit Berlegte wurden von den aus allen umliegenden Ortschaften wird heute wieder aufgenommen. In Frankfurt a. M. stimmten und auch aus Wien rasch herbeieilenden Rettungsmannschaften geborgen. Viele Verlegungen entstanden durch herumfliegende Me- für die Vereinbarung eine große Majorität, in Darmstadt 36 Proz., tallstücke, andere durch Mauereinstürze. Dieses Schicksal traf auch in Höchft a. M. 83 Proz., in Hanau 80 Proz., in Offenbach 90 Proz. die Blumauer Feuerwehr, die samt ihren Geräten ver Für Frankfurt werden mit Wirkung ab 1. Juni im ganzen Bezirk aus den Trümmern hervorgezogen. Die Krankenhäuser von in der Woche vom 29. Mai ab beginnen. schüttet wurde. Vier Feuerwehrleute wurden schwer verletzt neue Lohnvereinbarungen getroffen. Die Verhandlungen werden Wiener Neustadt und Umgegend sind überfüllt, so daß Hifs- In Württemberg wird die Arbeit am Montag wieder aufzüge erbeten werden mußten, um zahlreiche Verwundete nach Wien genommen, im ganzen mittelfränkischen Industriegebiet wurde fie zu schaffen. Außerhalb der wegen weiterer Explosionsgefahr streng heute begonnen. abgesperrten Unglüdsstätte fpielten sich herzzerreißende Szenen ab. Die Bewohner der Ortschaft Blumau, die fast gänzlich zer= Streikbewegung im Versicherungsgewerbe. stört ist, mußten den Ort räumen, ohne auch nur die notwendigBom Zentralverband der Angestellten wird uns geschrieben: sten Lebensbedürfnisse mitnehmen zu fönnen. Besonders verhängUnter den Angestellten Berlins und auch in anderen Städten nisvoll war bei dem Unglück, daß die Arbeit anstatt wie sonst um wird von interessierten Stellen das Gerücht ausgestreut, es fänden 12 Uhr mittags an Feiertagen gestern erst um 3 Uhr nachmittags heute zentrale Berhandlungen" statt. Der dadurch gewollte EinSchloß und die Explosion fich 10 minuten vor Arbeits- brud, als werde über Beilegung des Streifs und über eine Neufchluß ereignete. Die Ursa che foll Heißlaufen einer Maschine regelung der Gehälter für das ganze Reich verhandelt, widerspricht fein. Trogdem die Alarmapparate gut funktionierten, fonnten sich den Tatsachen. Der Arbeitgeberverband hat die beteiligten vier Anviele Arbeiter nicht mehr rechtzeitig retten, so daß die endgültige gestelltenverbände zu heute allerdings zu einer Aussprache eingeFeststellung der Todesopfer erst nach dem Aufräumen des Trümmer- laden, weil die neuerlich abgegebenen Erklärungen der Verbände über felbes möglich sein wird. Der angerichtete Schaden wird auf viele eine neue zentrale Gehaltsregelung in einigen Fällen eine StellungMilliarden geschätzt. Sport. nahme darüber nicht flar erkennen ließen. Nur also hierüber und nicht über zentrale Gehaltsverhandlungen wird heute gesprochen. Ob die zu schaffende Klarheit" den stillen Wünschen des Arbeitgeberverbandes entsprechen wird, muß indes sehr bezweifelt werden. jedoch Sieg von Kaufmann und Bauer. Obwohl die internationalen Radrennen im Stadion zahlreich besucht waren, wies die große Bahn im Lehrlingslöhne und Handwerkskammern. Grunewald noch bicle leere Bläge auf. Den Großen Preis vom Stadion für Flieger gewann Kaufmann mit 4 Länge vor dem im Einlauf aus Einspruchsmöglichkeiten. Die ten Handwertstammern Das Treiben eines internationalen Paßfälschers. letter Position mächtig aufkommenden Rütt, und im Grogen Preis vom durch die Gewerbeordnung(§ 103e) übertragene Regelung des Stadion für Dauerfahrer siegte Bauer im ersten Lauf leicht vor Saldow Lehrlingswesens wird von diesen häufig auch auf die Die Paßfälscherwerkstätten schießen in Berlin nur so aus dem und im zweiten Lauf zwar Inapp aber dennoch überlegen vor Thomas. Lehrlingsent: ohnung erstreckt. Den Wünschen der GeBoden hervor. Wieder ist es Beamten der Abteilung Ia gelungen, Ergebnisse: Groger Preis vom Deutschen Stadion für werkschaften wird diese Lohnfestießung meistenteils nicht entsprechen, eine derartige Zentrale, die weithin ihre Fäden spielen ließ, aus- Flieger, 1333, Wieter: 1. Kaufmann( Schweiz), 2. Rütt, 3. Van Det da die Mitwirkung der Arbeiter durch die Gesellenausschüsse durch( Holland), 4. Stabe, 5. Schrage. Großer Preis vom Stadion zuheben. Die Fabrit" befand sich in einer Wohnung des Hauses Karl- für Dauerfahrer, 1. Lauf über 50 Kilometer: 1. Bauer 40 Win. 58 Gef., Gus unzulänglich ist. 2. Saldow 330, 3. Thomas 670, 4. Lewanow 1020, 5. Weiß 2340, Nach§ 153g Abs. 5 bedürfen die Vorschriften der straße 18a und stand unter der Leitung eines 24 Jahre alten aus 6. Wegmann( Schweiz) 5580, 7. Vermeer( Holland) 6640 Meter zurüd. Handwerkstammern zur Regelung des Lehrlingswesens der Er 2. 2 auf über 50 Stilometer: 1. Bauer 42 Min. 1, Sel., 2. Thomas 40, Genehmigung der LandeszentralCzenstochau gebürtigen Kaufmanns Mag Barmherzig. selbst wohnte mit einem italienischen Baß und allen anderen nur 3. Weiß 640, 4. Zewanow 3250, 5. Wegmann 3390, 6. Vermeer 3950 Meter behörde und sind auch zu veröffentlichen. Es empfiehlt sich selailement: 1. Bauer 100 Kilometer, deshalb, daß die in Betracht kommenden Verbände ihre Beerforderlichen Ausweisen, alles eigenes Fabrikat, versehen, unter zurück; Saldom aufgegeben. 3. Weiß 97,020 Stilometer, 4. Lewanow dem Namen Schatti in einem der ersten Hotels. Außerdem aber 2. Thomas 99,290 Kilometer, anstandungen rechtzeitig den zuständigen Landesbehörden trat er noch unter dem Namen Mars auf. Auch auf diesen besaß 95,730 Stilometer, 5. Wegmann 91,030 Stilometer, 6. Vermeer 89,410 Stilos übermitteln, damit auf diese Weise versucht werden kann, den direkt meter, 7. Caldow weit zurüd injolge Motorschadens. Preis vom Wird dieser er alle notwendigen von ihm selbst angefertigten Papiere. Als Mars Grunewald, 1333%, Wieter: 1. Ostermeier, 2. Hoffmann, 3. Schröder, nicht ausübbaren Einfluß zur Geltung zu bringen. war Barmherzig bereits einmal festgenommen worden. Er hatte 4. Jenssen( Dänemart), 5. Kendelbacher. Borgabefahren, Weg nicht beschritten, so besteht keine Möglichkeit, etwas einen Bostaushelfer bestochen, die für ein Konsulat eingehenden 1333 Meter: 1. Meinas 95, 2. Hensch 110, 3. Schulz 120, 4. Krahner 85, gegen die Lehnfestsetzungen der Handwerkskammern zu unterBriefe ihm erst zur Durchsicht zu überlassen.. ,, Mars" wurde damals 5. Ehöllner 75 Meter Borgabe. Trostfahren, 1333%, Meter: nehmen. 2. Dafar Zieg, 3. Sennede, 4. Stirbach, 5. Zimmermann, wegen dieser gefährlichen Schwindeleien dem Untersuchungsrichter 1. Amort, wegen Behinderung distanziert). vorgeführt, von diesem aber gegen eine Raution von 50000 6. Otto Ties( vom 1. Plat 3 weisiterausscheidungsfahren für Amateure, 6 Runden: Mart wieder entlassen. Diesen Betrag verschmerzte der Schwind- 1. Goldmann- Stöpel, 2. Gebr. Badebusch, 3. Blant- Bergel, 4. Lehmann arbeiterverbandes auf Regelung der Lehrlingslöhne ablehnte, ler bei seinem hohen„ Berdienst" gern und sofort nahm er fein geurmitich. minnbringendes Geschäft" in noch weit vergrößertem Umfange auf. Ein ganzes Heer von Schleppern, die ihre Kundschaft in den Cafés der Friedrichstadt und im Scheunenviertel, aber auch außerhalb fuchten, war für ihn tätig. Sie ließen sich Fragebogen ausfüllen, das Bild der Paßsuchenden aushändigen, und Barmherzig lieferte Der zweite und dritte Tag der Tagung des Verbandes der dann die Bässe fig und fertig. Die Preise hierfür waren ganz ver- Polizeibeamten Preußens, der sich mit Satzungsberatungen schieden. Beträge von 20 000 m. und mehr wurden oft gezahlt. Die und Stellungnahme zum Haushaltsplan beschäftigte, Fälschungen schädigten die Allgemeinheit insofern, als die mit gebrachte auch bemerkenswerte Ausführungen führender Persönlichkeiten fälschten Bapieren und Bässen versehene Personen diese zu Woh des Berbandes zu der Etellung der Polizei zum Bolk und zur Vernungsschiebungen, Betrügereien, Diebstählen, faffung: Polizei und Volk. Rapitalverschiebungen usw. benutten. Während es geAbg. Gertig von der Sozialdemokratischen Land. lang, einen Bruder des Fälschers, Chaim Barmherzig, der in der Brunnenstraße wohnte und ihm Selfersdienste leistete, fowie eine tagsfraktion überbrachte zunächst die herzlichsten Grüße der Darauf nimmt zunächst Ministerialdirektor Abegg ganze Anzahl Schlepper dingfest zu machen, war der Fälscher selbst Fraktion. rus dem Hotel verschwunden und nach dem Auslande ent- das Wort. Er überbringt den Gruß des Ministers und führt u. a. flohen. Bur restlosen Aufklärung des Treibens diefes internatio- aus: Reich und Staat brauchen eine gute Bolizei. Die nalen Fälschers ist es dringend erwünscht, daß sich Personen, die blaue Polizei war gut. Der Umfturz im November 1918 ging ruhig zweddienliche Angaben machen können, bei Kriminalfommissar Futh ponstatten, und das war ohne Zweifel mit das Verdienst der blauen Polizei. Eine Kluft zwischen grüner und blauer Polizei darf daher bei der Abteilung la des Berliner Polizeipräsidiums melden. nicht bestehen. Großfeuer in der Mühlenstraße. Im Often Berlins, in der Mühlenstr. 73, wo die Feuerwehr wiederholt Anlaß zum Eingreifen gehabt hat, war in der Nacht zum Freitag ein Feuer ausgekommen, das erheblichen Umfang annahm. In dem 4. Stockwerk des an der Spree gelegenen Hauses standen die mit großen Vorräten angefüllten Räume der Verwertungsgefellschaft für Rohmaterialien in ganzer Ausdehnung in Flammen. Diese hatten bei Ankunft der Feuerwehr schon das Dachgeschoß ergriffen. Oberbrandinspektor Becker ordnete wegen der enormen Berqualmung der Treppenaufgänge und weil die Türen mit alten Automobilgummireifen versperrt waren, einen umfassenden Angriff über vier mechanische Leitern und einen Steckleitergang an. Diefer Angriff war sehr beschwerlich; es mußten etwa zehn Schlauchleitungen vorgenommen werden, davon waren zwei stäristen Kalibers, also feine einfache Sache bei dem sehr mangelhaften Schlauchmaterial und häufigem Plazen der Schläuche. Trotzdem gelang es nach mehrstündiger angestrengtester Tätigkeit, gegen 5 Uhr des Feuers Herr zu werden und die übrigen Fabriken zu schützen. In der Fabrik ist am Donnerstag gearbeitet worden. Bemerkt wurde die Gefahr erst um 1½ Uhr nachts. Die Aufräumung und Ablöschung wird heute abend beendet sein. Der Schaben ist sehr bedeutend. Die Abfahrt der Wiener Sänger. Am heutigen Freitagmorgen um 7,50 Uhr verließen die Wiener Sänger Berlin vom Anhalter Bahnhof aus. Auf dem Bahn hof hatten sich über tausend Personen eingefunden, unter denen sich fast sämtliche Mitglieder der großen Berliner Sängervereine,' des Desterreichisch- Deutschen Bolksbundes usw. befanden, die den deutschösterreichischen Brüdern das Geleit gaben. Der Borsigende des Deut schen Sängerbundes, Dr. Liszt, und Reichstagspräsident Genosse Löbe, sprachen noch kurze Abschiedsworte, worauf von den an wesenden Sängern gemeinschaftlich das Deutsche Lied" gesungen murde. Unter Dankesworten der Wiener, Abschiedsgrüßen und Tücherschwenten verließ der Sonderzug den Bahnhof. Groß- Berliner Parteinachrichten. Heute, Freitag, den 26. mai: 4. Kreis, Reukölln. 7 Uhr: Deffentliche Boltsverfammlung im großen Saal ber Kindl- Braueret, Hermannstr. 214. Thema: Die Religion des modernen Menschen." Referent: Seifischer Kultusminister a. D. Gen. Dr. Streder. Alle Eltern, insbesondere der christlichen Schulen, find hierzu eingeladen. . 2. Kreis, Tiergarten. 7 Uhr: Frauenversammlung in den Arminius Sallen, Bremer Str. 78. Thema: Die wirtschaftliche Lage. Ref. Dr. Jsrael. 15. Kreis, Abt. Riederschöneweide. 7½ Uhr in der Schulaula Berliner Straße: Deffentliche Elternversammlung. Ref. Gen. Bergemann. Morgen, Sonnabend, den 27. Mai: 3. Kreis Wedding. 6 Uhr, Pantstraße 60, Zusammenkunft der Obleute fämtliche Schulen. Stimmzettel- und Blatatausgabe. Das Kreis- Wahlbureau befinde fich Pantstraße 60 bei Rerfin. Dortfelbft müffen sämtliche Wahlresultate angegeben werden. 9. Kreis Wilmersdorf. 7, Uhr, engere Kreisvorstandssigung bei Rollath, Seidel berger Plag 1. Erscheinen aller Borstandsmitglieder dringend notwendig. Der Schichtungsausschuß zu Ludwigshafen hat das auch ausgesprochen, als er einen Antrag des Deutschen Metallta für die betreffende Berufsgruppe die Handwerkskammer eben Löhne festgesetzt hatte. Die Begründung sagt u. a.: Die handwertstammer hat unterm 10. Februar 1921 hiervon( d. h. vom Recht der Regelung des Lehrlingsmesens) Gebrauch gemacht und die damals beschlossene Regelung der Löhne hat noch insbesondere die Zustimmung der bayerischen Ministerien gefunden. Wenn der Deutsche Metallarbeiterverband glaubt, diese Löhne wegen ihrer unzulänglichkeit beanstanden zu müssen, so hat es ihm freigestanden, vor der Genehmigung des fraglichen Beschluffes der Handwerkskammern entsprechende Vorstellung bei den Ministerien zu erheben. So aber muß die auf Grund geseglicher Bestimmung getroffene Regelung bis zur anderweitigen zuständigen Festsetzung als wirffam erachtet werden. Der Schlichtungsausschuß fann nicht berufen sein, in eine solche, auf gefeßlicher Grundlage aufgebaute Regelung durch einen Schiedss fpruch einzugreifen." Es wird also notwendig sein, daß die Gemertschaften Die Landesbehörden veranlassen, nicht ohne weiteres jede Lohnfestsetzung der Handwerktstammern für die Lehrlinge zu genehmigen. Kesselschmiede der Reichswerfe Spandan. Die Entmilitarisierung der Polizei muß eintreten. Und zwar in dem Sinne, daß die Polizei nicht mit einem Heer ver- Am 21. Mai war eine Branchenversammlung der Kesselschmiede. glichen wird. Anschuldigungen gegen die Polizei brachen meistens Wohlawczed berichtete über Vorkommnisse in den Spandauer Reichshaltlos zusammen. Die Polizei, die wir schaffen wollen, muß werfen. Das Abkommen, das zur Beilegung früherer Differenzen auf dem Boden der Verfassung stehen. Der Entwurf getroffen wurde, sei von der Spandauer Betriebsleitung durchbrochen des Schußpolizeibeamtengeseges ist gut und das Gefch morden. Die Abmachungen gingen dahin, daß bei Bedarf an Kesselmuß fofort durchgeführt werden. Mit einem Mahuruf zur Einigkeit schmieden diese durch den Branchenvertreter Bazlamczec und mit Glückwünschen zur weiteren Tagung schließt Min.- Dir. angefordert werden sollen. Statt dessen hat sich die BetriebsAbbeg seine Ausführungen. Sodann spricht Klingelhöller zum leitung mit den camals entlassenen Kesselschmieden Aufbau der Schupo". Wenn nun Direktor Abegg gejagt in Verbindung gesetzt und sie durch Schreiben aufgefordert, hat, daß unser Entwurf zum Aufbau der Polizei zwar gut, aber doch wieder in Arbeit zu heten. Darin erblickt Bazlamezed einen Bruch ein Zukunftsbild ist, so trifft das nicht zu. Das Schneckentempo bei der Versprechungen, worüber er sich beschwert hat. Das Verhalten der Arbeit zur Verbesserung der Schupo muß verschwinden. Es darf der Betriebsleitung wurde einstimmig verurteilt und beſchloſſen: teir Mißtrauen zwischen Volk und Polizei bestehen. 1. Jeder arbeitslose Kesselschmied wird verpflichtet, sich bei dem und wenn, wie Direktor Abegg weiter sagt, wir eine gute Bolizei ge- Branchenvertreter zur Arbeitsvermittlung zu melden, er darf also brauchen, dann fann er vom Verband die beste Unterstützung er- ohne Genehmigung der Branche keine Arbeit annehmen. warten. 2. Bon jeder beabsichtigten Lohn- oder sonstigen Bewegung ist der Branchenleitung vorher Mitteilung zu macher.. Die Adresse des Branchenvertreters Bazlamezed ist Berflit Lohnbewegung beim Beamten- Wirtschaftsverein. Der Zentralverband der Angestellten( Ortsgruppe Berlin) fchreibt uns: Beim Beginn der Verhandlungen am dritten Tage wird über den Haushaltsplan abgestimmt, der angenommen wird. Es folgen die Wahlen zum Vorstand. Der Sprecher der Wahl- und N. 39, Kösliner Str. 8. Sagungstommiffion macht bekannt, daß im Vorschlage zum neuen Borstand sämtliche Polizeigattungen vertreten sind. In der Wahl bleibt Schrader 1. Borsigender. Nachdem der Berbandsausschuß und die Rechnungsprüfungsfommission fich fonftituiert haben, spricht Schrader in Bertretung des behinderten Referenten Oberst van den Bergh zum Schußpolizeibeamten sez. Seit Monaten ist das Gefeß bereits herausgestellt und ebenso lange wird es umstritten. Unsere Forderung geht dahin, daß die Schupo endlich zum Berufsbeamtentum herübergeführt wird. Dieselben Rechte wie das Berufsbeamtentum soll auch bie Schupo besigen. Alle Ausnahmegeseze müssen fortfallen. Betrachten wir aber das neue Gesek näher, fo fällt auf, daß die Schupo hier vom Berufsbeamtentum noch sehr weit entfernt ist. Zwei Entwürfe zum Schutzpolizeibeamtengefez lagen vor. Dem Entwurf des Reichsverbandes fonnten wir unsere Buftimung nicht geben. Hätten wir dem zugestimmt, so würden wir fein Berufs, sondern ein Versorgungsbeamtentum schaffen. Das fleinere Uebel war nun der Entwurf des Ministeriums des Innern. Der Redner wendet sich sodann gegen Angriffe in der Presse. Es wird hierzu eine Entschließung angenommen, in der der Berbandstag schärfften Einspruch gegen die von einzelnen Personen in ihren Parteiblättern erhobenen unberechtigten Angriffe gegen un seren Berbant, deren Führer und gegen die Schutzpolizei, die darauf hinzielen, den Umbau der Polizei in Preußen zu einer wahren Bolfspolizei zugunsten eines rein militärischen Aufzugs derselben zu verhindern. Getragen von dem Gedanken, daß nur durch Ueberbrüdung der Gegensäge in unserem Bolle, zu dem eine dem Charakter des heutigen Staates entsprechend eingestellte Polizei in weitestem Maße mitzuwirken berufen ist, die für eine freie wirtschaftliche Entwicklung notwendige Ruhe wiederhergestellt werden kann, wird der Verband der Polizeibeamten PreuBens, geftüßt auf die beruflichen Erfahrungen seiner Mitglieder, unentwegt den Weg weiter gehen, der über kurz oder lang 3r Festigung des Staates und zu einer gefunderen Aufmärtsentwicklung führen muß. 2m 13. Mai hat der Schlichtungsausschuß Groß- Berlin einstimmig für die Angestellten im Beamten- Wirtschafts- Verein für Monat April 30 Pro3. und für Monat Mai 50 Broz. Zuschlag auf die Märzgehälter festgesetzt. Der Schiedsspruch ist von der Geschäftsleitung unter Sanktion des Aufsichtsrates einftimmig abgelehnt worden. Am 22. mai versuchte man die nötigen Sträfte für den eventuellen Streit zu engagieren. Leider famen diese armen Erwerbslosen vergeblich, denn die Geschäftsleitung hatte es vorgezogen, nicht anwesend zu sein. Daß die Geschäftsleitung imftande ist, die erhöhten Gehälter zu zahlen, fann man daraus ersehen, daß sie versuchte, Dienststellenleiter und Filialleiter mit einer Gratifikation zu bedenken. Diese Ertragratifitation wird nicht verhindern, daß der Geschäftsleitung in den nächsten Tagen die richtige Antwort erteilt werden wird. M Kollegen, nehmt tein Engagement beim Beamten- WirtschaftsBerein an, da Ihr nur als Lückenbüßer zu Streifbrecherarbeiten herangezogen werden sollt. „ Bolt und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt der heutigen Postauflage bei. Berantw. für den redatt. Teil: Franz Klühs. Berlin- Lichterfelde; file Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderei u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin. Lindenstr. 3. Porath's Kinder- und Krankennahrung ist sehr ergiebig und billig! 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