Nr.251 39.Jahrgang Ausgabe A nr. 126 Bezugspreis: Bierteljährl. 105.-M., monatl. 35,-9. frei ins Haus, voraus zahlbar. Bostbezug: Monatlich 35,- M., einschl. Sustellungsgebühr. Unter Kreuzband füle Deutschland, Danzig, Saar- u Memel gebiet, sowie Desterreich u. Luxemburg 69,- M., für das übrige Ausland 87, M. Poftbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark, England, Efthland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luxemburg, Defterreich, Schweden, Schweiz, Tschecho- Glowatet und Ungarn. Der„ Borwärts" mit der Gonntags beilage Bolt und Beit", der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Morgen- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblaff 1,50 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezetle toftet 16,-.- Reklamezeile 80.-M. Aleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 4, M.( zuläffig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Bort 3, M. 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Auch in diesem Sinne ist Rapollo eine Folge von Versailles. Wenn die gestrige Debatte dazu beigetragen hat, dem Ausland solche Gedankengänge näherzubringen, dann hat sie ihren Zweck erreicht. Von den Rednern des heutigen Tages aber ist zu verlangen, daß sie wenigstens nicht wieder zu verderben suchen, was der gestrige gutgemacht hat. Die gestrige Reichstagssigung dauerte knapp zwei Stun-| Eigentumsfanatismus und das Streben nach immer neuem den. Es sprachen nur der Reichskanzler Dr. Wirth, Genoffe Gewinn. Wenn heute der deutsche Kapitalismus das Hermann Müller und der Zentrumsführer Marr. Heute wird nach Verabschiedung des deutsch- polnischen Abkommens über Oberschlesien die Debatte fortgesetzt. Es wurde gestern nur über Genua gesprochen, da die Regierung und die Regierungsparteien es für sehr unzweckmäßig halten, wenn auch über die Pariser Berhandlungen lang und breit geredet wird. Vielleicht wird auch die Opposition auf der Rechten einsehen, daß sie durch eine Aufrollung der Reparationsfrage das Kabinett doch nicht sprengen fann, auch wird sie infolgedessen den Gefchmad an Erörte rungen verlieren, die nur schädlich sein können. Jedes Abtommen hat Vorteile und Nachteile, je nachdem man die einen oder die andern für schwererwiegend hält, wird man es gutheißen oder mißbilligen. Das Hervorheben der Vorteile hat aber seine Schattenseiten, wenn man noch mitten in den Berhandlungen steckt, dadurch kann es leicht geschehen, daß man den eigenen Unterhändlern die Hände bindet. Wenn die Opposition der Rechten ein wenig Rücksicht auf das nehmen will, was sie selbst die„ völkischen Belange" nennt, wird sie fich hüten, eine weit ausgesponnene Debatte über ein noch ungebautes Haus hervorzurufen. Die Reparationsfrage ist die europäische Frage. ( Stürmisches„ Sehr richtig!".) die Kaum ist Die Reparationsfrage ist, wenn auch nicht offiziell, sehr viel beprochen worden, und ich darf die Herren um Nachsicht bitten, die fich fritisch über den etwas zu langen Aufenthalt der deutschen Delegation in Benua geäußert haben. Gerade die Möglichkeit, die erste Möglichkeit seit acht Jahren, mit den verantwort lichen Vertretern fremder Staaten in Verbindung zu kommen und mit ihnen es ist dabei keine Gelegenheit versäumt worden Reparationsfrage zu besprechen, hat uns Veranlassung gegeben, trop vieler bitterer Enttäuschungen in Genua zu bleiben. zwischen zwei Staatsmännern ein Gespräch geführt worden, ohne daß nicht sehr rasch die Frage der Reparation zur Sprache getommen ist. Heute sind über das oberschlesische Abkommen und mög: Bir sind nach außen Die Genua- Konferenz bedeutet zweifellos einen Fortschritt. licherweise auch über die Regierungserklärung wichtige als gleichberechtigte Macht Abstimmungen zu erwarten. Die Frage, ob das oberschlesische Abkommen zur Gültigkeit einer Zweidrittelmehrheit auf der Kenferenz erschienen.( Lachen rechts. Beifall links und in der Mitte.) Warum man darüber lachen kann, ist mir unbegreiflich. bedarf, ist noch umstritten. Ob die Rechte mit einem Miß-( Sehr richtig links!) Was wollen Sie mit Ihrem Lachen erzielen? Ich trauenspotum herauskommen wird, oder ob sich die Not- habe Gelegenheit gehabt, mit einem Staatsmann der Alliierten die wendigkeit ergeben wird, einen positiven Vertrauensantrag Reparationsfrage zu besprechen, und wir waren uns einig darüber, einzubringen, ist noch ungewiß. Das parlamentarische System daß schon allein die Tatsache, daß dreieinhalb Jahre nach dem fennt teine Sicherung gegen leberraschungen. Daraus er- Waffenstillstand, nach dem unermeßlichen blutigen Ringen, die Menwächst sein dramatischer Reiz, aber auch für die Abgeordneten fchen einmal friedlich zusammenkamen, die Probleme der Wirtschaft die Pflicht, auf dem Posten zu sein. Reichskanzler Dr. Wirth Der Reichskanzler sprach gestern furz, verständig und wirksam. Ein großer Teil der Rede fand Zustimmung auf allen Seiten des Hauses, besonders jener, in dem er darDer Reichstag war gestern gut besetzt. Am Regierungstische legt, daß eine Politik, die sich von Terminen zu Terminen, vielleicht noch besser gesagt von Galgenfristen zu Galgenfristen hat das gesamte Kabinett Blah genommen. Präsident Loebe cröffnet die Sigung um 2% Uhr und erteilt durchwürgen muß, und über der stets das Damokles= sofort dem schwert der Santtionen hängt, dem Geist von Genua widerspricht, weil sie der Tod des wirtschaftlichen Aufbaues ist. das Wort. Der Kanzler erfärt zunächst, daß die Regierung nicht Längere Ausführungen widmete der Reichskanzler dem über das hinausgehen fann, was von ihren berufenen Bertretern Vertrag von Rapallo, wohl weil er weiß, daß über im Auswärtigen Ausschuß über die Pariser Verhandlungen berichtet Zeitpunkt und Art des Abschlusses auch in der Mitte und auf Stellung zu nehmen, was historisch geworden ist. Dann stattet er Zeitpunkt und Art des Abschlusses auch in der Mitte und auf worden ist, daß es sich vielmehr heute darum handelt, zu dem der Linken des Reichstags die Meinungen geteilt sind. Recht dem gesamten italienischen Volk und seinen Staatsgeben muß man ihm darin, daß die Behauptung Lloyd männern den Dant Deutschlands für die würdige, zurüdGeorges, der Abschiuß sei ein Fehler gewesen, auch wenn haltende Art und die gute Einfügung in die große Aufgabe der man ihr zustimmt, einer Ergänzung bedarf: dieser Fehler war Konferenz von Genua, wie für den Fleiß und die Hingabe bis zur eine Folge des Fehlers, der auf der anderen Seite begangen Erschöpfung, die das charakteristische Merkmal der Arbeit der verwurde, da man unter Ausschluß Deutschlands vertrauliche Vor- antwortlichen Staatsmänner war, ab. Dann fährt der Kanzler fort: Ich darf nun die Frage formulieren, was follte in Genua sein, besprechungen mit den Russen begann und damit bei der deutschen Delegation die Sorge erweckte, Rußland könnte auf und was ist es geworden? Es ist nicht allzu schwer, die Drangſale der europäischen Völker, die Idee, die die Genua- Konferenz in sich Grund des Art. 116 des Versailler Dokuments mit in den darstellt, duszudrücken und der großen Hoffnung Ausdruck zu geben, Kreis der Ententegläubiger hineingezogen werden. Wenn die alle Völker, die dorthin ihre Vertreter entsandten, erfüllt hat. man auf der anderen Seite bedenkt, daß diese Sorge nicht viel schwerer ist die Frage zu erörtern, was ist aus dieser Idee in gering und vom deutschen Standpunkt aus berechtigt war, so Genua geworden? In England ist der Ausgangspunkt dieser wird man den Vorwurf einer von deutscher Seite verübten Idee gewesen. Dort lag die Initiative, die Böller Europas zu Ueberrumpelung fallen lassen. Dann bleibt nur die Frage sammenzubringen, in gemeinsamer friedlicher Arbeit mit ihnen die übrig, ob der Abschluß in jenem Augenblick wirklich unver- großen Differenzen zu beseitigen. Die Konferenz war ursprünglich meidlich und politisch geschickt war. Ueber sie heute noch gedacht lang und breit zu streiten, hat aber feinen Zweck. als eine Weltfonferenz, Der Abschluß von Rapallo hat zweifellos auch nachteilige die die großen wirtschaftlichen Spannungen, die die ganze Welt durchziehen, heilen sollten. Der Gedanke war fühn und erhaben. Folgen gehabt, sie zu mildern oder ganz zu beseitigen, ist jetzt Er war vielleicht in der Atmosphäre, die heute über Europa und der die Aufgabe. Ihr hat sich der Reichskanzler unterzogen, indem Welt liegt, zu groß und zu weit gedacht, als daß er sich schon bis er in der feierlichsten und bestimmtesten Weise erklärte, daß zum letzten Rest hätte verwirklichen fönnen. Der Gedanke ist zu zwischen Deutschland und Rußland fein wie nächst reduziert werden durch die Weigerung Ameritas, immer geartetes politisches oder gar mili an der Konferenz teilzunehmen. Eine weitere Reduktion erfolgte tärisches Geheimabtommen besteht. Sollte durch die Beschlüsse voe Cannes und Boulogne. Schließdiese Erklärung des Reichskanzlers noch immer nicht genügt lich war die Tagesordung so beschränkt, daß nicht einmal mehr die haben, um das Fabelwesen dieses Geheimabkommens aus der europäische Krise in ihrem gesamten Umfang in das Programm der Welt zu schaffen, so werden ihm hoffentlich die Ausführungen Korferenz aufgenommen worden ist. Eristiert überhaupt eine europäische Krise, und was ist sie? Das unseres Genossen Hermann Müller den letzten Rest gegeben ist vielleicht die verworrenste und schwerste Frage, die wir diskutieren haben. Da die Sozialdemokratische Partei in der Regierung fönnen. Man kann große Gruppen von Fragen innerhalb der vertreten ist, ist der Abschluß eines Geheimabkommens ohne europäischen Krise scheiden. Es ist die Krise der ehemaligen Staaten ihr Wissen undenkbar. Die Sozialdemokratische Partei würde verbindungen und Bündnisse, die vor dem Kriege bestanden und aber nicht nur ein solches Abkommen niemals mitmachen, schließlich zum Kriege geführt haben. Es sind die Krisen in den sondern sie würde auch alles tun, um eine Regierung, die einzelnen Staaten felbst. Es ist die Krise der europäischen. Gesellschaft in ihrer sozialen Struktur und ihrer sozialen Spannung. militärische Geheimverträge abschlösse, sofort zu stürzen. In diesen Erklärungen des Reichskanzlers und unseres auf der einen Seite die fozialistisch- kommunistische Welt, auf der Redners sehen wir den eigentlichen Hauptertrag der gestrigen anderen Seite eine Welt, die stark mit dem Invidiualismus charakteri fiert werden muß, und es ist schließlich Debatte. Wir betrachten das mit Rußland getroffene Abfom- fiert werden muß, und es ist schließlich die Krise der europäischen Gesamtwirtschaft. und Politik gemeinsam besprachen und Brücken schlugen von Volk zu Bolt, schon einen Erfolg darstellt.( Sehr wahr! bei der Mehrheit.) Schon diese Tatsache, daß nach Jahren des blutigen Ringens, in denen Millionen gefallen find, sich Bertreter aller Nationen zusammenfanden, ist ein großer und einzigartiger Fortschrift. Darüber gibt es nichts zu lachen, diesen Fortschritt gilt es anzuerkennen.( Sehr richtig! bei der Mehrheit.) Diesem Fortschritt diente auch die Arbeit der deutschen Bertreter in den Kommissionen. Es ist nicht meine Aufgabe, diese Arbeit hier im einzelnen zu würdigen. Der Herr Reichsminister der Finanzen und der Herr Reichswirtschaftsminister sind bereit, auf Wunsch diese Arbeit hier zu erörtern. Ich will die in den Kommissionen geuns in Deutschland davor hüten, alles zu unterschäßen. Gewiß fundenen theoretischen Leitfäße nicht überschätzen. Aber wir follten haben viele dieser Leitsätze nur theoretische Bedeutung, und es wird noch viel Wasser den Rhein hinunterlaufen, bis diese theoretischen Leitfäße verwirklicht find. Wir haben aber nur eins zu tun, wir haben diese Leitfäße für die Finanzgebarung, für den Verkehr und für die Wirtschaft Leit- und Richtlinien unserer Politik zu machen. Ich spreche die Hoffnung aus, daß von allen Nationen diese Leitfäge in die Tat umgesetzt werden. Wir haben in Genua jede Gelegenheit benutzt, um mit der Gegenseite zu einer verständnisvollen Zusammenarbeit zu kommen. Wir hatten zunächst nicht in allen Punkten Gelegenheit, uns an solcher Arbeit zu beteiligen. Wir waren gleichberechtigte Mitglieder auch in der ersten Kommiffion, der die Hauptfragen der Konferenz überwiesen wurden, und es ist uns gelungen, einen franzöfifchen Vorstoß in der Unterkommiffion abzuwehren, der uns die Rolle kleiner Staaten zuweisen wollte. Im Laufe der Debatte hat sich herausgestellt, daß neben dem Obersten Rat, der nicht in Erscheinung trat, fich die neue Union der einladenden Mächte gebildet hat, zu der wir nicht gehörten, und es hat sich weiter herausgestellt, daß ohne uns und ohne daß wir Gewähr hatten, daß auch unsere Interessen gewahrt würden, gerade die einladenden Mächte mit Rußland Verhandlungen begonnen hatten, denen wir nur mit größter Sorge entgegensehen konnten. Wit wurden deshalb genötigt das war nicht ein Irrtum der deutschen Politit, sondern es war ein pflichtmäßiges Handeln in bewußter Haltung felbständig zu versuchen, unsere Fragen mit Rußland zu lösen, nachdem die anderen uns zu diesem pflichtmäßigen Handeln geradezu Veranlaffung gegeben hatten.( Sehr richtig!) Der Rapallo- Vertrag rief eine große Aufregung in der Welt hervor, aber ich habe den Eindruck, daß diejenigen, die fich jenseits unferer Grenzen am lautesten aufgeregt haben, den Vertrag wirklich gar nicht gelesen haben. Das selbständige Handeln Deutschlands war es, das die Befürzung hervorrief. Dieser Vertrag ist ein ehrliches, aufrichtiges, im gewissen Sinne vorbildliches Friebenswert. Es gibt weder Besiegte noch Sieger. Gerade deshalb ist die Aufregung unverständlich, unverständlicher aber noch die Deutung dieses Vertrages als eines friegerischen Factors in Europa. Die Entente selbst hat den Anlaß zu diesem Vertrage gegeben. Nach der Aufhebung des Brest- Litowsker Friedensvertrages mußte eine men nicht als einen Sonder vertrag, sondern als einen Die Genua- Konferenz sollte das Instrument sein, das die großen Neuordnung des Verhältnisses zwischen Rußland und Deutschland Must er vertrag und haben keinen anderen Wunsch, als den, Krisen theoretisch einmal behandeln sollte. Diese Genua- konferenz herbeigeführt werden. Durch diese Aufhebung war nicht etwa der daß die anderen Mächte ihr Verhältnis zu Rußland auf der ist in ihrem Programm so reduziert worden, daß die Völker nicht Kriegszustand zwischen den beiden Ländern wieder hergestellt oder felben Grundlage regeln mögen. Keine Ideengemeinschaft einmal mehr in offiziellen Sihungen die Wahrheit formuliert hörten. Die de- jure- Anerkennung Rußlands aufgehoben, aber notwendig und auch keine„ gemeinsame Not" haben uns in Rapallo mit Aber trotzdem müssen wir allen denen dankbar sein, die mit zäher war eine Neuordnung, Kompenfierung und Abstreichung der gegenRußland zusammengeführt, sondern lediglich die Erkenntnis, Energie den ursprünglichen Gedanken, die Bölker zusammenzuführen, feitigen Forderungen. Ferner hat uns die Entente durch den Ar= daß die gegenseitige Aufrechnung von Ersatzansprüchen, die trog aller Sabotage- Versuche über die Wochen der titel 116 des Versailler Vertrages genötigt, einen Buchführung über alle Teller und Tassen, die in den letzten Genua- Konferenz hinausgetragen haben.( Lebhafter Beifall.) Es ist direkten Ausgleich mit Rußland zu erreichen. Man ist in Genua den Jahren zerschlagen worden sind, jeden Wiederaufbau hemmt, gewiß fein unwöhnlicher Vorgang, wenn ich Englands Füh Eindrud nicht los geworden, daß bei sehr vielen Bolitikern der Welt daß man nur dann vorwärts kommt, wenn man sich dazu ent- rung für diese durchhaltende Konferenz nicht allein im Namen des die Kenntnis über den Artikel 116 feine allzu große ist. Dieser Arfchließt, einen Strich unter die Bergangenheit deutschen Rolfes, sondern aller Völker, die in Bedrängnis find, den titel war für uns die pflichtgemäße Notwendigkeit, mit Rußland zu Dank ausspreche.( Lebhaftes Bravo! bei der Mehrheit.) einem Ausgleich und zu einem ehrlichen Vertrage zu fommen. Sozu machen. Die Frage, die in Genua nicht offiziell behandelt worden ist, ist mit ist der Vertrag von Rapallo lediglich die Fortsetzung der im Das russische Problem hat die zwei Seelen des u. a. auch die Reparationsfrage. Sie ist für uns die wichtigste, aber deutsch- russischen Vertrage vom 6. Mai 1921 bereits vorgesehenen Kapitalismus in Widerstreit zueinander gebracht: den nicht allein als deutsche Frage anzusehen. weiteren Regelung. Die Paragraphen des Rapallo- Bertrages ent halten keinerlei politische Bestimmung oder Abmachung, aus der irgendeine dritte Macht eine Gefahr oder eine SchmSlerung seiner Rechte herleiten kann. Vielfach wird besonders der Zeilpunkt des Vertragsabschlusses als eine Drohung aufgefaßt. Das ist vollkommen unzutreffend, da der Vertrag in seinen Grundzügen längst vor Genua festgestellt war: Deutschland wollte kurz vor Genua jede Sonderaktion vermeiden. In Genua fand es sich von den Verhandlungen mit Rußland ausge- schloffen, wir sind bloß einmal zu einer Sitzung einer Subkommission zugelassen worden, wo das Londoner Memorandum als VerHand- lungsbasts vorgelegt wurde. Vom Dienstag bis Sonnabend in der Osierwoche waren die wiederholten Vorstellungen Deutschlands oer- geblich. Lloyd George hat in femer großen Unterhaus-Rede den Rapallo-Vertrag einen schweren Fehler genannt. Es wird davon abhängen, von welchem europäischen Gesichtspunkt aus man den Verrrag als Fehler bezeichnet. Lloyd George hat im einzelnen aus- gesührt, daß gerade die Stimmung, in die das deutsche und russische Volk versetzt worden sind, zu solch einem Schritt habe führen müssen. 5>at die Stimmung zu dem Vertrag führen müssen, dann liegt der lkrtum nicht aus unserer Seite(lebhafter Beifall), dann liegt er in dem taktischen Vorgehen der Alliierten selbst. Ich kann nur wieder- holen, was ich in Genua gesagt habe, daß der Rapallo-Vertrag keinerlei Rebenabsichten enthält, sondern nur den Willen zweier großer Nachbarreiche regelt, die im Frieden und Arbeit des gegenseitigen Wiederaufbaus zu- srnnmenleben wollen und zu diesem Zweck einen Strich unter die Vergangenheit machen wollen. Es handelt sich um einen Friedens- vertrag zwischen zwei Völkern, denen es immer gut gegangen ist, solange sie sich verstanden haben.(Lebhafte Zustimmung.) Das be- deutet aber auch eine Brücke zwischen Ost und West in wirtschaftlicher und sozialer Beziehung zum Wohle beider Staaten, und es ist interessant, daß der Rapallo-Vertrag bei den Arbeitern der ganzen Welt als erstes wahres Friedensmerk nach der großen k-ataslrophe anerkannt und gewürdigt worden ist. Der Vertrag be- deutet aber auch eine Nichteinmischung in die inneren parteipolitischen und sozialen Verhältnisse eines anderen Landes. Lloyd George hat die Nachrichten, die über ein gemeinsames Militärabkommen, das neben dem Rapallo-Vertrag bestehen soll, in Ilmlauf sind, in das Neich der Fabel verwiesen, und ich erkläre nochmals feierlich, daß der Vertrag gar keinen geheimen Zusah enthüllt und damit auch kein militärisches Abkommen. Jede anderslautende Behauptung ist eine böswillige Verleumdung, Lic dem ersten Friedenswerk, das in Europa überhaupt abgeschlossen ist, Schwierigkeiten bereitet.(Leb- hafte Zustimmung.) Wir beabsichtigen, den ganzen Vertrag dem Hause -ur Diskussion im Rahmen der verfassungsmäßigen Notwendigkeit oemnächst mit der Bitte um Genehmigung vorzulegen. In Genua ist ein Problem, das auch im Rapallo-Vertrag berührt i/, Mr. in der Kunstausstellung Der Sturm, Potsdamer Sl raste 134». leine eigenen Dichtungen vorlejew Dort ftnd auch zurzeit die Mcrzbiidcr und Merzpiastikeii pon Kurt SchwMerS ausgestellt. bei den Soz.) Wir würden unser Aeußerstes daran setzen, die Re» gierung zu stürzen, die eine solche Politik betreiben wollte. Wir halten fest an unserer Parole: Nie wieder Krieg! lLebhafter Beifall bei den Soz.) Die Ententestaaten hätten im Rahmen ihrer Politik eine Mög lichkeit, sich in dieser Beziehung eine gewisse Sicherung zu oerschaffen Wir haben seit dem Frieden von Versailles einen Völkerbund und wünschten, daß er bald so gestaltet wird, daß er seinen Namen verdient, weil wir grundsätzlich die Auffassung haben, daß Deutsch land die Pflicht hat, in diesen Völkerbund hineinzugehen. soweit Ihm nicht Zumutungen auferlegt werden, die sich mit den deutschen Interessen nicht oertragen.(Sehr wahr! bei den Soz.t Wir haben das größte Interesse, daß diese Frage geklärt wird, und vielleicht ist die Negierung in der Lage', uns Mitteilung zu machen, ob hierüber in Genua Besprechungen stattgefunden haben, die es wahrscheinlich machen, daß wir uns in absehbarer Zeit positiv mit diesem Problem zu befassen haben. Die Entente hat es in der �and. diesen Völkerbund zu einem Garanten des Welt� frieden? zu machen. Dann ist es möglich, die Politik der Ge heimverträge auezuschließen. Lloyd George hat versichert, daß die englische Regierung alle Schwierigkeiten überwinden würde, die sich ihr auf dem Wege zu einer ollgemeinen Friedenspolitik entgegen- stellen würden. Die deutsche Demokratie wird der britischen keine chindernisie bereiten, wenn sie diesen Weg konsequent beschreiten würde. Die Welt wird hoffentlich bald erkennen, daß die deutsche Demokratie leben muß, wenn in Zukunft solchen Menschheitskata- strophen vorgebeugt werden soll. JMe Pariser Verhandlungen geben Gelegenheit, diese Erkenntnis in die Tat umzusehen, dann wird der Boden bereitet sein für eine Solidarität der Völker, die kommen muß. wenn Europa nicht doch noch an den Vachwirkungen dieses wahnwitzigen Krieges zugrunde gehen soll.(Zustimmung und leb hafter Beifall bei den Soz.) Abg. Marx(Z.): In Genua sind für Deutschland ganz be deutungsvolle Fortschritte erreicht worden. Wir konnten wieder als gleichberechtigte Nation am Verhandlungstisch er scheinen und gegenüber dem höhnenden Lachen der Rechten bin ich so frei, diese Feststellung des Kanzlers noch einmal zu wiederholen Dieser Fortschritt ist nur zu verdanken der Politik der Koali tionsparteien.(Sehr richtig!)— Der Redner dankt den Italienern ddfür, daß sie die Konferenz von Genua zustande gebracht und durchgefiihrt haben und erinnert an das große Jnteresie, das der Erzbischof von Genua und der Papst der Konferenz erwiesen haben. Verwunderlich war, daß trotz des Programms einige Nationen ungleich und ungerecht behandelt wurden, und unsinnig und unvernünftig war die Haltung Frankreichs, das die Reparationsfrage nicht besprechen wollte. Aber ein« ganze Anzahl von Irrtümern über Deutschland sind beseitigt. Schon das allein wäre ein wertvolles Ereignis. Aber darüber hinaus hat Deutsch- land als praktische Beute den Vertrag von Rapallo heimgebracht. Er entspricht durchaus der Politik meiner Partei und überhaupt unserer Politik, ein Band zwischen Ost und West zu knüpfen. Wir erkennen i�en Vertrag als im Interesse Deutschlands liegend an und wünschen, daß er von segensreichen Folgen sein wird. Wir danken der Regierung für die schwere verantwortungsvolle Arbeit, die sie in Genua geleistet hat.(Lebh. Beifall im Zentr.) Nächste Sitzung Dienstag 11 Uhr.(Oberschlesisches Abkommen.) Zweite Sitzung 2 Uhr.(Fortsetzung der heutigen Debatte.) Unterhaus unü RapaUo-vertrag. eondon, 29. Mai..(WTB.) Im Unterhaus fragte Bis» count Curzon den Premierminister, ob die Regierung irgend» einen Grund zu der Annohme habe, daß ein militärisches Ab» kommen zwischen der deutschen und der Sowjetregie- r u n g zustande gekommen sei. Lloyd George erwiderte, daß Nachforschungen angestellt worden feien. Bedauerlicherweise habe er jedoch noch keine Information erhallen. Diese Frage würde nicht aus dem Auge verloren werden. Das Parlamentsmitglied Kenworthy fragte hierauf, ob Lloyd George nicht in einer Versammlung am Donnerstag mitge. teilt Hab«, daß das Ganz« eine Ente fei. Lloyd George erwiderte:„Ich nahm damals Bezug auf Dokumente, die in der Presto veröffenUicht worden sind/ Das Parlamentsmitglied Will T h o r n fragte, ob der Premier- minister keinen Grund zur Annahm« habe, daß ein Militär abkommen zwischen diesen beiden Ländern besteht. Das Parlamentsmitglied Ward rief:„Natürlich be steht vinsl" Lloyd George gab keine Antwort. Der gestörte Nummel. Mit gut gespielter Entrüstung fällt der Chor der Rechte presse, von den Deutschoolksparteilichen bis zu den Gcinz-Deub fchen, über den schon erwähnten Beschluß des preußischen Staatsministeriums her, der den Behörden in Ostpreußen die Teilnahme an Propagandakundgebungen aus An- laß des Hindenburg-Befuche« verbietet. Rührselig wird daran erinnert, daß Hindenburg gerade in Ostpreußen, das er bei Tannenberg gerettet, mit besondrer Dankbarkeit be- grüßt werde. Jetzt müssen gar die volksparteilichen Minister als die Helfer hingestellt werden, die durch ihren Protest einem Beschluß des Staatsministeriums nachträglich zu einer Kor- rettur verhvlfen hätten. � Amtlich wird durch den Preußischen Pressedienst jetzt bestätigt, daß. wie wir schon im Abendblatt sagten, von einem solchen Protest gar keine Rede gewesen und eine Abschwächung des früheren Beschlusses gar nicht einge- treten ist.,. Wie die PPR. erfahren, hat vielmehr der preußische Minister des Innern den ihm unterstellten Ressorts die strengste Durchführung des Staatsministemlbeschlusses vom 12. Mai eindringlich zur Pflicht gemacht. Die Anzeichen, daß die Reife des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg nach Ost- Preußen und die aus diesem Anlaß getroffenen Veranstaltun- gen eine bestimmte parteipolitische F ä r b u n g ange- nommen haben und einen bestimmten parteipolitischen Zweck verfolgen, haben sich vermehrt und verstärkt. Der Besuch des Feldmorschalls gilt ausschließlich Herren, die der Deutsch- nationalen Partei angehören: Graf Lehnsdorff, v. Tettau-Knavphausen, Freiberr v. Knyphausen, v. O l d e n- burg-Januschau, Graf' Eulenburg-Prassen, Graf Dön- hoff usw. Erheblicher Teile der ostpreußischen Bevölkerung hat sich deshalb eine starke Beunruhigung bemächtigt, die gewisse dem nationalen Schutz der Provinz Ostpreußen dienende Aiid bisher innegehaltene Vereinbarung aufs schwerste gefährdet. Insbesondere eine für den 11. Juni ge- plante Aufstellung von Königsberger Schul- kindern und ein am gleichen Tage abzuhaltender Feld- g o t t« s d i e n ft auf dem Devauer Platze bei Königsberg haben die Anhänger der Linksparteien oeranlaßt, Gegen- Kundgebungen anzukündigen. Unter diesen Umständen hat der Minister des Innern die Polizeibehörden angewiesen. die durch die Aufstellung von Schulkindern geplante Kund- gebung zu verbieten, wenn die Besorgnis besteht, daß die Kinder durch die Beteiligung an dieser Kundgebung in Gefahr geraten konnten. Was die Beteiligung von staallichen Beamten an den von Gemeinden oder Gemeindeverbänden veranstalteten ge- Mgen Zusammenkünfte« anlangt, so hat der Minister des Das Ergebnis öer Wirtfthastskonferenz. Rede des Genossen Robert Schmidt vor den Berliner SPD.-Funktionären. Ueber die politische Bedeutung der Genueser Konferenz sprach gestern Reichswirtschaftsmini st er Genosse Roberl Schmidt in einer Versammlung der Berliner Funktionäre in den Germaniasälen. In den letzten Wochen, so führte er aus, hat sich die Oeffentlich- keit stark auf die Konferenz in Genua eingestellt. Trotzdem ist infolge des Auftretens neuer Probleme das Jnteresie schon wieder stark zurückgetreten. Wir sind nach Genua nicht mit großen Hoff- n u n g e n gegangen, weil nach der außenpolitischen Lage keine allzu günstige Prognose gestellt werden konnte. Frankreich hatte in Cannes durchgesetzt, daß in Genua über den Versailler Vertrag nicht geredet werden dürfte. Dazu kam, daß Amerika, das an der Lösung der wirtschaftlichen Aufgaben Europas durchaus nicht interessiert war, an der Konferenz nicht teilnahm. Andererseits aber waren andere Staaten, insbesondere Rußland, hinzugezogen worden. Wir kamen auf der internationalen Konferenz in eine mit Konfliktstoff angefüllle Atmosphäre. Kritisch gestalteten sich die Verhandlungen, als wir zu dem L o n- doner Expertenmemorandum Stellung nehmen sollten, das auf uns einen niederdrückenden E'-�ruck machte, insbesondere hinsichtlich der auf Rußland bezüglichen Vorschläge. Wir sind interessiert an dem Wiederaufbau Rußlands, weil es sich dabei um 120 Millionen Menschen handelt, die aus dem inter- nationalen Berkehr ausgeschaltet sind. Das Londoner Memorandum sah gewissermaßen vor, daß Frankreich aus kosten Deutschlands mit Rußland in Kontakt kommen solle. Man sah eine ähnliche Finanzkontrolle Rußlands vor, wie die Reparationskommifsion sie für Deutschland plant. Wir mußten natürlich eine solche Kontrolle, die wir für uns nicht wünschen, auch für Rußland ablehnen. Während wir zu allen Verhandlungen hinzugezogen wurden, wurden wir ausgeschaltet von den Verhandlungen mit Rußland, Derhand- lungen, die uns unter Umständen neue Lasten gebracht hätten. Diese Gefahr war sehr groß. Ich bin der Meinung, daß wir uns nach Osten anlehnen müssen. Ich hätte gewünscht, daß unsere Verhandlungen mit Rußland s ch o n v o r der Konferenz zum Abschluß gekommen wären.(Sehr richtig!) Wir mußten unter den gegebenen Verhältnissen prüfen, ob es nicht angebracht wäre, sich in Sicherheit zu bringen gegenüber dem Vorhaben der Entente. Zurück- zukommen von Genua mit dem Beschluß, daß die Versailler Bestim- münzen auch auf Rußland Geltung haben sollten, wäre ein bei- spielloses Fiasko gewesen. Was enthielt denn nun der verlrag von Rapallo? Zunächst die Anerkennung der Regierung, d. h. die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen. In handelspolitischer Hin- ficht ist gegenseitig das Recht auf Meistbegünstigung fest- gelegt worden. Die Entrüstung der Entente über diese Punkte ist unverständlich. Es kam uns lediglich darauf an, Schaden zu ver- hüten. Die nachfolgenden Verhandlungen find denn auch ganz fried- lich verlaufen. Ich habe in Genua, trotz der Sensationsmeldungen der Presse, niemals den Eindruck gehabt, daß Genua auf- fliegen würde. Schließlich war gerade Lloyd George sehr daran interessiert, die Konferenz zu einem guten Abschluß zu bringen. Ich bedauere, daß Trotzki, nach einer Meldung der Telegraphen- Union, gesagt hat. daß die Rote Armee noch in diesem Jahre mar- schieren solle. Man braucht Telcgraphen-Agenturen nicht � ohne weitercs.zu glauben, wenn es aber wahr ist, so zeigt es sich ja nur wieder, daß die Vertreter des Militarismus immer das M a u l f e h r voll nehmen.(Beifall.) Im übrigen ist der beste Schuh gegen den Bolschewismus die Wiederherstellung der Wirtschaft. Wir können uns in Deutschland glücklich schätzen, daß wir von der bolschewistischen Welle verschont geblieben sind.(Zustimmung.) Und nun kommt der russische Kommunismus und fordert die Hilfe des Kapilalismus. Die Russen erklärten uns in Genua, daß große landwirtschaftliche Betriebe wieder in eine Hand gegeben, d. h. kapitalkräftigen Unter- nehmcrn überantwortet werden sollen. Ich bedauere dieses End- ergebnis, nach dem Rußland mit kapitalistischer Hilfe wieder auf- gebaut werden soll. Es hat sich gezeigt, daß es leichte? ist. eine Wirtschaft zu zerschlagen, als wieder auszubauen.(Zustimmung.) Dennoch müssen wir mit Rußland in Kontakt kommen, die wirt- schaftliche Annäherung muß politisch vorbereitet werden. Wir machen nicht dem russischen Kommunismus eine Reverenz, sondern wir wollen dem russischen Volke helfen, dem geholfen werden muß. Nun kommen die großen Finanziers und untersuchen den russischen Kadaver, ob noch etwas herauszuholen ist. Lohnt es sich nach ihrer Auffassung, so werden sie ihr Geld hineinstecken und nach Iahren werden sie ihre Gewinne einheimsen. Nur ein Beispiel für diese Tatsache: Als in Genua in Frage stand, was soll mit den wich- tigen Petroleumquellen werden, und geantwortet wurde, daß sie schon an eine englische Finanzgruppe vergeben seien, erhob sich ein allgemeiner Entrüstungsschrei der übrigen Ka- pitalistcn. Wenn in den Ententeländern vielfach behauptet wird, daß hinter dem Rapollo-Dertrag ein militärisches Geheimabkommen stecke, so ist darauf zu antworten, daß nichts daran wahr ist. Es ist be- dauerlich, daß mit solchen Märchen in der Auslandspresse gearbeitet wird. Aber die beste Gewähr gegen das Aufblühen des Ehauvinis- mus wäre, wenn die Entente nicht immer und immer mit neuen Lasten und Bedrückungen kommen würde. Rur der Politik der Entente ist das Erstarken der Deukfchnationalen zu verdanken.(Zu- ftimmung.) Es gibt kapitalistische Interessengruppen, die hoffen, durch den Anschluß an ein anderes Land Geschäfte machen zu können. Wenn in Rheinland-Westfalen die Separationsbestrebungcn gescheitert sind, verdanken wir es in erster Linie dem geschlossenen Austreten der Arbeiterschaft. Nun sollte nach dem Wunsche von Lloyd George der große Friedenspakt geschlossen werden. Eine Absicht, die mit Begeisterung in unseren Reihen aufgenommen wurde. Aber da kamen die Litauer, daß die Grenzen nach Polen noch nicht festliegen. Rußland erklärte, nicht aui Beßarabien verzichten zu können. Hier zeigt sich, welche Schwierigkeiten sich noch im Osten für den Weltfrieden auf- türmen. Bon der Haager Konferenz, die die Grenzen Rußlands festlegen soll, sind wir a u s g e- schloffen. Wir haben dadurch keinen Schaden. Wir können in Europa den Konflikt nur meistern, wenn man den Weg der D erHandlung und der gegenseitigen Verständigung sucht, und wenn Rußland auch seinerseits diesen Weg restlos beschreitet, werden wir einen großen Schritt in Europa vorwärts nekommen fein. Die Berfchuldung der Welt ist ungeheuer stark. Rur durch ein internationales Abkommen können diese Schwierigkeiten gemeistert werden. Um unsere Reparationspflichten erfüllen zu können, müssen wir eine Anleihe aufnehmen können, für die wir die Zinsen aufbringen müssen. Aber die Z i n s e n l a st darf nicht so groß sein, daß wir unter ihrer Last zusammenbrechen. Das Grundübel der Geldenlwertung find die Reparationslasten. durch die Einkommen und Preise eine so starke Abweichung erleiden, daß eine durchaus gerechte Unzufriedenheit erzeugt wird. In der F i n a n z k o m m i s s i o n in Genua ist anerkannt worden, daß den schwachen Staaten eine Unterstützung durch Ge- Währung von Anleihen gewährt werden müsse. Auch in der Frage der Ein- und Ausfuhr sind in der Wirtschaftskommission Beschlüsse gefaßt worden, denen wir beitreten können. Ich glaube, daß sich die Völker einander näher gekommen sind. Es ist unglaublich, wie die Völker verhetzt worden sind. Hier gilt es viel zu bessern und den fruchtbaren Boden vorzubereiten, auf dem sich die Völker wiederfinden können, zum Wohl« der Menschheit. Wer hier mitarbeiten kann, möge es tun. damit i n g e- meinsamer Arbeit das ausgemerzt werden kann, was uns als Schädigung der Krieg hinterlassen hat.(Lebhafter Beifall.) Die Versammlung beschloß, von einer Diskussion abzusehen.. Sie wurde nach einem kurzen Schlußwort des Genossen H e i n i g, der auf dem Wahnsinn der kommunistischen Politik hinwies, ge- schlössen. Innern den Beamten seines Ressorts die Beteiligung nur unter der Voraussetzung gestattet, daß sie auf diesen Zu- sammenkünften selbst keine Reden halten und sich vorher darüberGewißheitverschasfen, daß sie nicht durch Reden anderer Teilnehmer in eine ihren Amtspflichten widersprechende Lage gebracht werden. Nach dem jetzt vorliegenden endgültigen Reiseplan soll der Aufenthalt Hindenburgs in Ostpreußen vom 19. Mai bis zum 16. Juni dauern. Dabei ist für nicht weniger als 5 T a g e und zwar vom Sonntag, den 28. Mai bis zum Donnerstag, den 1. Juni als„S t a m m q u a r t i e r" Haiden- burgs— I a nu f ch a u vorgesehen! �elfferich als Remmele II. gm Auswärtigen Ausschuß des Reichstages haben sich am Sonn- abend in später Abendstunde Borgänge abgespielt, die den Vorfitzen- den, Genossen Hennann Müller, zu der Bemerkung veranlaßten, daß auchOhrfeigen, die in diesem Ausschuß angeboten werden, nach der Berfassung vertraulich sind. Nachdem diese Vorgänge aber trotzdem von anderer Seite in die Oeffentlichkeit gebracht worden sind, müssen auch wir über sie berichten. Den Ausgangspunkt bildete eine Rede des Herrn Stinnes, der über die Möglichkeit einer Besetzung des Ruhrreviers mit der bekannten Leichtherzigkeit sprach. Das gab dem Reichswirtschafts- minister Genossen Robert Schmidt Anlaß zu einer sachlich scharfen Erwiderung, in der er auseinandersetzte, daß die Interessen des Reiches mit denen des Privatkapitalismus nicht identisch seien. Hier- über erregte Auseinandersetzungen, rüpelhafte Angriffe Becker- Hessens auf Schmidt und schließlich der unvermeidliche H e l f f e r i ch, der in einem Wortgefecht den Unabhängigen vorwirft, sie stellten sich auf die Seite der Franzosen. B r e i t s ch e i d ruft Helfferich zu: Sie waren ja nicht im Schützengraben, Sie Drückeberge rl" Darauf Helfferich zu Breitscheld:„Ich haue Ihnen eine runter/ Da er Anstalten macht, dieser Kriegserklärung den An- griff folgen zu lassen, packt ihn Westarp am Arm. Helfferich kreischt:„Betrachten Sie sich als geohrfeig tl" Westarp etzt mit Korpsstudentenbaß dazu:„Und mit Recht/ Damit war der Zwischenfall bis auf die vorgemeldete Erklärung des Vorsitzenden und eine kurze Schlußrede Dittmann« beendet. Herr Helfferich hat sich in einem doppelten Irrtum befunden, er hat geglaubt, daß man Charakter durch Temperament und Argumente durch Ohrfeigen ersetzen kann. Als der Kommunist R e m m e l e im Reichstag den Dolksparteiler Mittelmann ohrfeigen wollte, 'chämte man sich dieses Tiefstandes. Wer hätte nach den Betrach- tungen, die die deutschnationale Presse diesem Vorfall widmete, ver- mutet, daß ein Minister des alten Regimes und Führer der Deutsch- nationalen Partei dieses Vorbild als nachahmenswert betrachten löimte?, Die presse an öen Reichskanzler. Hannover, 29. Mai.(TU.) Auf der Tagung der Deutfch-Han- noverfchen Presse wurde einstimmig ein« Eingab« an den Reichs- kanzler beschlossen, in der es heißt: Die am 28. Mai zu einer Tagung zusammengetretene Deutsch- Hannoversche Press« bittet dringend, möglichst umgehend wirksame Schritte zur Behebung der wirtschaftlichen Roklage einzuleiten, in der sich zurzeit die gesamte deutsche Press« befindet. Der deutschen Volksgemeinschaft muß eine ihr unentbehrliche, unabhängige und deutsche Presse erhalten bleiben. Die nächste Aufgabe. Die Elternbeiratswahlen in Berlin haben aufs neue die ungeheure Macht bewiesen, die von der bürgerlichen Presse in „christlich-unpolitischem". das heißt: deutschnational-konservativem Sinne ausgeübt werden kann. Aus dem Wahl- refultat werden unsere Genossen daher vor allem die Lehre ziehen, den Einfluß der sozialdemokratischen Presse zu stärken, indem sie für die weiteste Verbreitung des„Vorwärts" wirken. Zum 1. Juni bietet sich die beste Gelegenheit, neue Leser zu werben. Versäumt die Gelegenheit nicht! Nachstehender Bestellzettel ist auszufüllen und an die Hauptgeschäftsstelle des„Vorwärts". Berlin SW. 68. Linden- straße 3, einzusenden.(In Orten außerhalb Groß-Berlins ist der„Borwärts" bei der Post zu bestellen.) Ich abonniere den„Vorwärts" mit der illustrierten Sonntagsbeilage„Volt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage „Heimwelt" und der litägig erscheinenden illustrierten Bei- läge„Siedlung und Kleingarten" in Groß Berlin täglich zweimal srei ins Haus für£0 M. pro Monat Juni. Name. Wohnung: -Straße Nr.. vorn- Hof— Ouergeb.— Seitenfl.— Tr. links— rechts bei-... Gewerkschaftsbewegung Elektrizitätsarbeiter und Gemeindearbeiter. Bom Standpunkte des Gemeindearbeiterverbandes. Die Parteipreffe und die bürgerlichen Zeitungen brachten eine Notiz über eine Eingabe des Hauptvorstandes des Zentralverbandes der Maschinisten und Heizer an den Berliner Magistrat auf Abschluß eines besonderen Tarifvertrages für die Arbeiter der Elektrizitätswerke. In einigen Organen der bürgerlichen Presse wird mit Genugtuung fonstatiert, daß dies Vorgehen der Elektrizitätswerksarbeiter endlich den Streiks in den Gemeindebetrieben ein Ende bereiten werde und daß es begrüßt werden müsse, wenn sich die Elektrizitätswerksarbeiter endlich vom Terror der übrigen Gemeindearbeiter frei machen. Hierzu sei folgendes bemerkt: handlungen am 27. Mai boten die Unternehmer eine. Lohnzulage], von 10 bzw. 15 Proz. Die Verhandlungskommission unterbreitete einer Vollversammlung der Arbeiter am 27. Mai diese allzu geringen Zugeständnisse, wo sie einmütig abgelehnt wurden. Gestern abend hatte sich eine Funktionärversammlung mit den weiteren Maßnahmen zu befassen, die eventuell den Streit beschließen wird. In geradezu provokatorischer Weise" schreibt man uns- bat diese Industriellengruppe den Arbeitern den Fehdebanoschuh hingeworfen, die im Verlauf des letzten Jahres Millionen einstecken konnte und die Arbeiter mit Bettelpfennigen abgefunden hat." In faltblütiger Weise ist von den Arbeitern bis dato alles hingenommen worden, nunmehr scheint ihre Geduld zu Ende zu sein. Angestelltenstreit im Kolonialwarenhandel. 1 Deutscher Solzarbeiterverband. Einfeger: Donnerstag 7 Uhr im Arbeits ofensaal, Rungestr. 30, Branchenversammlung. Welche Lehren ziehen wir aus der legten Lohnbewegung? Die Berechtigungskarten müssen in der Versammlung abgeliefert werden. Die Branchenkommission. Bentralverband der Angestellten. Berwaltungsangestellte der Fachgruppe Philharmonie, Röpenider Str. 96/97. Die Funktionäre treffen fich um 5 Uhr Gemeindebehörden: Mitgliederversammlung Donnerstag 7 Uhr in der Neuen ebenda. Wirtschaft Die Zwangsanleihe im Reichswirtschaftsrat. Der Finanzpolitische Ausschuß des Vorläufigen Reichswirtschaftsrats beschäftigte sich in zwei Sigungen mit dem In der bürgerlichen Bresse behaupten die Arbeitgeber, daß neue, erörtert wurden der Zinssah, die Freigrenzen, der Tarif, die Entwurf eines Gesezes über die 3 wangsanleihe. Besonders wesentlich erhöhte Tarife mit den Angestelltenverbänden abgeschlossen Das Lohnfartell für die Gemeindebetriebe, dem auch die worden feien. In Wirklichkeit sind nur für die Klein- Borauszeichnung und Abgabe und die Bewertung von Ortsverwaltung Berlin des Verbandes der Gemeinde- und Staats- betriebe die Tarifverhandlungen zum Abschluß gekommen. Attien, Anteilscheinen und Kuren. In der Frage der Berzinsung vertraten die Arbeitnehmer arbeiter angehört, hat seit seinem Bestehen einen einzigen Die Arbeitgebergemeinschaft des Berliner Rolonialwarenhandels Streit der Gemeindearbeiter geführt den Februar- und des Feinkosthandels wollte am Montag die Erklärung abgeben, pertreter den Gesichtspunkt der staatlichen Finanzwirtschaft und Streit d. I. bei dem ein Vertreter des Hauptvorstandes der ob sie den geforderten Zuschlag von 30 Proz. für die forderten eine möglichst geringe Belastung des Staatshaushalts durch Maschinisten und Heizer mitwirkte. Wenn vordem infolge des Ver- Großbetriebe bewilligen will. Am Mittwoch früh erhielten den Zinsendienst. Die Arbeitgeber verlangten, man solle die Entfagens der elektrischen Energie in Berlin wiederholt Arbeitsruhe sämtliche Organisationen die Mitteilung, daß die Arbeitgeber die Biehung an Betriebskapital durch einen hohen Zinssatz, womöglich eintrat, so war dies auf Aktionen zurückzuführen, die außerhalb des Forderungen ablehnen. Am gleichen Abend haben daraufhin auch durch einen Beleihungszwang durch die Darlehnskassen Rahmens des Lohnkartells geführt wurden und bei denen die die Angestellten der Großbetriebe den Streit beschlossen und Freitag erträglich gestalten. Der Vertreter des Reichsfinanzministeriums er= Elektrizitätswerksarbeiter verschiedentlich als Vorspann gebraucht früh die Arbeit eingestellt. Die Schuld liegt bei den Arbeitgebern, flärte dazu, daß die Regierung davon ausgehen müsse, die Belastung wurden. Die Schlußfolgerungen im Antrage des Hauptvorstandes wenn es zu feiner Verständigung gekommen ist. Die Kleinbetriebe des staatlichen Haushaltes möglichst gering und daher auch die der Maschinisten und Heizer sind durchaus abwegig und berühren und die Konsum- Genossenschaft Berlin und Umgegend werden nicht 3insenlast bis zum Jahre 1930, bis zu dem man den Eintritt einer eigenartig angesichts des Kartellverhältnisses seiner Berliner Orts bestreift, mithin ist die Lebensmittelversorgung für Groß- Berlin barkeit sei im Gesez nichts vorgeschrieben, weil besondere Beſtimnormalen Finanzlage erwarte, niedrig zu halten. Ueber die Beleihverwaltung mit dem Lohnkartell für die Gemeindebetriebe. Ueber gesichert. mungen dafür, die noch über die normalen Beleihungsbedingungen das Borgehen des Hauptvorstandes der Maschinisten und Heizer wird noch an anderer Stelle zu sprechen sein. der Reichsbank und der Darlehnskassen hinausgingen, nur dazu beitragen würden, den Notenumlauf noch zu vermehren, und also einen der Hauptzwede der Zwangsanleihe, die Eindämmung der Inflation, zu vereiteln. Nach längerer Erörterung und nachdem der Antrag Busch, die Anleihe nach den ersten drei unverzinslichen. Jahren mit 5 Broz. zu verzinsen, mit 7 gegen 1 Stimme abgelehnt worden war, wurde mit 13 gegen 11 Stimmen ein Binsfaz von 4 Proz. vom 1. November 1925 an beschlossen, wie ihn auch die Beschlüsse des Reichsrats vorsehen. Auf Antrag eines Vertreters der kleinen Landgemeinden, den ein Arbeitgeber der Landwirtschaft unterstützte, wurde mit 11 gegen 7 Stimmen beschlossen, den Til. gungssag von ½ Proz. auf 1 Broz. zu erhöhen. " Streik in der Zigarettenindustrie in Danzig. Das Lohnkartell ist seinerzeit auf dringenden Wunsch der Ber- Seit 25. Mai steht die gesamte Arbeiterschaft der Zigaretten liner Gewerkschaftskommission geschaffen worden, und zwar aus industrie von Danzig im Streit. Die dort gezahlten Löhne stehen Anlaß des Streits der Elektrizitätswerksarbeiter im November gegenüber den Löhnen der Zigarettenindustrie an anderen Orten 1920, bei dem damals die unter Führung Sülts( Mitglied des Ver- weit zurüd. Der Streit wird von den Verbänden der Tabakarbeiter, bandes der Maschiniſten) stehenden Elektrizitätsarbeiter, entgegen Metallarbeiter, Buchbinder und Transportarbeiter geführt. Beteiligt dem Willen der übrigen städtischen Arbeiter, in den Streik traten. find ca. 500 Arbeiter und Arbeiterinnen. Das Kartell der ZigarettenNach dem Stande der Zahl der Beschäftigten und deren Organi- industrie Berlins ersucht die Arbeiterschaft, jegliche Streit fationszugehörigkeit vom 31. Dezember 1921 verteilen sich die 2905 arbeit abzulehnen und auch nicht auf Versprechungen irgendbeschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen auf 2246 Mitglieder des welcher Art, speziell von den Danziger Arbeitgebern, hereinzufallen. Verbandes der Gemeinde- und Staatsarbeiter, 248 Mitglieder des Hoch die Solidarität! Verbandes der Maschinisten und Heizer, 160 Mitglieder des Metallarbeiterverbandes, 153 Mitglieder sonstiger freigewerkschaftlicher Bei den Freigrenzen wurde von einem Vertreter des Handwerks Die Differenzen anf dem ,, Deutschtverk Rüstringen". eine angemessenere Behandlung der kleinen und mittleren GewerbeOrganisationen, während 102 gegnerischen Verbänden angehören oder Zu dem in unserer Abendausgabe vom 27. Mai gebrachten treibenden verlangt. Der Vertreter des Reichsfinanzministeriums unorganisiert sind. Bei diesem Organisatiensstand ist ein felbftän- Mitteilungen über Differenzen auf dem Deutschwerf Rüstringen" widersprach einem dahingehenden Antrag mit dem Hinweis, daß die diges Vorgehen der Maschinisten und Heizer, das im Interesse der erhalten wir die nachfolgenden Aufklärungen:„ Am 10. Mai haben Werterhöhung gerade sehr leistungsfähiger Vermögen, wie z. B. der Einheitlichkeit der Arbeiterbewegung in den Gemeindebetrieben an die im Werk Rüstringen beschäftigten Maler mittags die Arbeit ver- fleineren landwirtschaftlichen Betriebe nicht sehr groß sei, so daß fie und für sich zu bedauern wäre, ausgeschlossen. Auch in den Elektri- laffen, ohne Verhandlungen mit der Direttion anzubahnen durch eine Erhöhung der Freigrenze troß ihrer Leistungsfähigkeit zitätswerken sind Arbeiter aller Lohnklassen beschäftigt, weshalb die oder nachzusuchen. Die Direktion erhielt lediglich durch den Vor- befreit werden würden. Die Erörterung ergab, daß es unmöglich Frage, ob eine höhere Entlohnung der Elektrizitätswerksarbeiter figenden des Betriebsrates Kenntnis von dieser plötzlichen Arbeits- ist, alle durch die Geldentwertung geschaffenen Sonderverhältnisse gegenüber den übrigen städtischen Arbeitern am Blake ist, nicht in einstellung, wozu ausdrücklich bemerkt sei, daß auch der Betriebsgebührend zu berücksichtigen, ohne das Gesetz unübersichtlich und techdieser Form gelöst werden kann. Die gleichen Ansprüche fönnen rats- Borsigende selbst von der beabsichtigten Arbeits- nisch undurchführbar zu machen. Man einigte sich daher auf eine Gas- und Wasserwerksarbeiter erheben, doch darf hierbei nicht außer einstellung erst nach dem Verlassen der Werkstätten Fassung, die zwischen der allgemeinen Friedensgrenze von 100 000 acht gelassen werden, daß eine Heraushebung dieser Betriebsarbeiter durch die Arbeiter unterrichtet wurde. Nach den von dem Mark und der für Vermögen im Sinne des§ 9 des Vermögens sehr leicht zum Nachteil der großen Masse der übrigen städtischen Betriebsrats- Vorfizenden nachträglich eingezogenen Erfundigungen steuergesetzes( Kapitalforderungen, Attien, bares Geld, Renten usw.) Arbeiter und Arbeiterinnen führen kann. Im übrigen beträgt die foll die Arbeitseinstellung erfolgt sein, weil die werkdirektion be- von einer Million Mark eine Freigrenze von 300000 m. einDifferenz zwischen den Löhnen der gelernten und ungelernten Ar- stimmte Vereinbarungen mit den Malern nicht gehalten habe. führt, wenn das Einkommen des Beichunngspflichtigen, gleichbeiter in den Gemeindebetrieben zurzeit 1,50 M. pro Stunde. Hierauf hat die Werksleitung den Betriebsratsvorsitzenden gebeten, viel woher es fließt, 30000 Mart nicht übersteigt. Die sofort in die Versammlung der Maler zu geben, um die Ursachen Befreiung für Vermögen im Sinne des§ 9 des VermögenssteuerDer Verbandsvorstand des Verbandes der Ma- der Arbeitseinstellung zu prüfen und genau festzustellen, ob die vor- gefehes von 1 000 000 Mart, wenn das vorwiegend aus Erträgen schinisten und Heizer schreibt uns: genannten Gründe tatsächlich die Ursachen der Differenzen bildeten; dieses Vermögens bestehende Einkommen 50 000 m. nicht übersteigt, " Es wird unserem Verbande von verschiedenen Seiten verübelt, es war Auftrag gegeben worden, sie abzustellen, wenn die Maler wurde abweichend von der Regierungsvorlage, aber entsprechend der baß er beim Berliner Magistrat beantragt hat, einen selbständigen die Arbeit sofort oder spätestens am nächsten Morgen wieder auf Beschlüsse des Reichsrates an die Bedingung geknüpft, daß ihre Tarifvertrag abzuschließen. Wir stellen hiermit ausdrücklich fest, nehmen würden.- Die Maler lehnten den Vorschlag der Direktion Eigentümer über 65 Jahre alt oder erwerbsunfähig sind. daß es sich nicht um ein eigenmächtiges Vorgehen des Haupt- aur Arbeitsaufnahme ab. Da die Arbeitseinstellung ohne Be- Einstimmig bei einer Stimmenthaltung angenommen wurde Dorstandes handelt, sondern in verschiedenen Bersammlungenanntgabe einer Forderung und ohne Einhalten eine Erleichterung der Zeichnungspflicht für kleine Vermögen, die ist diese Frage durchgesprochen und auf Wunsch der Mit der in der Arbeitsordnung vorgesehenen 14tägigen Kündigung durch eine Erhöhung der allgemeinen Freigrenze aus den oben anglieder ein diesbezüglicher Antrag an den Magistrat gestellt. erfolgte, da zudem auch der Vorschlag zur Wiederaufnahme der gegebenen Gründen nicht genügend berücksichtigt werden konnten, in Damit fallen alle persönlichen Angriffe gegenüber dem Hauptvor- Arbeit abgelehnt worden war, mußte die fristlose Ent- der Form, daß von den ersten 100 000 m. des Vermögens nur stand in sich zusammen. laffung für die an der Arbeitseinstellung Beteiligten ausge- 1 Proz., von den nächsten Hundertfünfzigtausend 2 Proz. vorfprochen werden. geschlagen wurden, während die Regierungsvorlage 2 Proz. für die ersten Zweihundertfünfzigtausend Mart vorsieht. Auch diese Beschlußfassung entspricht der des Reichsrates. # Es liegt keine Veranlassung vor, uns an dieser Stelle in eine polemische Auseinandersehung über die Gründe und die Zweckmäßigkeit eines besonderen Tarifvertrages einzulassen." Lohnbewegung der Berliner Gemeindearbeiter. Ueber die Teuerungszulage für Monat Mai wird heute nach mittag im Reichsarbeitsministerium verhandelt. In der Lohnfrage für Juni werden die Verhandlungen am Donnerstag früh fortgefeßt. Der zuständige Schlichtungsausschuß hatte von Amts wegen die Parteien zu Verhandlungen geladen; er empfahl der Werts leitung in einem Vergleichsvorschlag sämtliche Maler wieder einzustellen und den Malern, die von ihnen nachträglich auf gestellten Forderungen wieder fallen zu lassen. Es ist richtig, daß die Wertsleitung, im Einverständnis mit der Zentrale in Berlin, den Vergleichsvorschlag ablehnen mußte, da das Verhalten der Maler die Annahme desselben unmöglich machte. Ueber die Bewertung von Aktien, Anteilscheinen und Ruren, für die die Vorlage 75 Proz. des Kurswertes vom 28. April 1922 vorsieht, tam es zu einer längeren Erörterung. Es wurde ein 3ufaß einstimmig beschlossen, wonach der Reichsminister der Finanzen mit Zustimmung des Reichsrates den Hundertsatz„ auch für einzelne Papiere" anderweit festseßen tann. Der vom Reichsrat neu eingefügte§ 33 a, der Bestimmungen Da die Maler auf ihrem Standpnult verharren, find bedauers Bon den Betriebsverwaltungen find Vorbereitungen getroffen, licherweise Arbeitsstodungen eingetreten, durch die weitere Teile für den Fall höherer Einnahmen aus der Zwangsanleihe trifft, die Nachzahlungen für Mai noch vor dem Pfingstfest vorzunehmen. der Belegschaft in Mitleidenschaft gezogen wurden. Um das Wert wurde mit allen gegen 2 Stimmen abgelehnt. Gegenüber Mitteilungen, daß die neuen Forderungen" der Ge- vor größerem Schaden zu schüßen, ist die Kündigung aller dermeindearbeiter eine Milliarde 300 Millionen Mart an Jahresaus- jenigen ausgesprochen, für die infolge des Verhaltens der Maler des Sonderausschusses des Zentralverbandes des Deutschen BankIm Zusammenhang mit dem Gesezentwurf wurde ein Antrag gaben bedeuten, sei darauf hingewiesen, daß bei voller Bewilligung feine weitere Beschäftigung vorhanden ist. Zur Klärung der und Bankiergewerbes für Hypothekenbankwefen auf Befreiung der von den Arbeitern gestellten Anträge, die Löhne der Vollarbeiter schwebenden Differenzen find jedoch mit den zuständigen Drgani- der Hypothekenbanken von der Berpflichtung zur Zeichfolgende sein würden: Gelernte 22 M., Angelernte 21 M., Unge- fationen erneute Verhandlungen angebahnt worden." lernte 20,50 M., Weibliche 85 Proz. dieser Sätze. Diese Löhne würden dann noch um 20-50 Broz. unter den Säßen bleiben, die für Mai und Juni in der Privatindustrie üblich sind. Die Lohn verhältnisse der städtischen Arbeiter sind im Augenblick derart schlecht, daß die vom Lohnfartell geforderten Lohnerhöhungen als durchaus mäßig bezeichnet werden müssen. handelspreise: Schellfisch 10-12,50 M. nung von Zwangsanleihe abgelehnt. Guter Abtransport der Ruhrkohlen. Bei glattem Berlauf der Transporte haben sich die Lager bestände an Kohle und Kofs im Ruhrgebiet wiederum um 176 876 Tonnen vermindert und be. trugen am 20. d. Mts. noch 826 752 Tonnen. Lebensmittelpreise des Tages. Zufuhr: Fleisch ausreichend, Geschäft rege. Fische knapp, Geschäft ruhig. Obst und Gemüse schwach, Geschäft flott. Russischer Naphtha- Export. Die staatliche Berwaltung für Kampf in der Musikinstrumenten- Industrie. Am Montag galten in der Zentralmarkthalle folgende Klein- naphtha- Grport hat in Mostau ihre Tätigkeit begonnen; ihre Aufgabe ist, den möglichst vorteilhaften Abiat russischer Naphthaprodukte Der Holzarbeiterverband führt seit Wochen Verhandlungen mit Rindfleisch 35-42 M., ohne Knochen 42-45 M. Schweinefleisch im Auslande zu organisieren und die für die Naphthaindustrie notdem Arbeitgeberverband der Musikinstrumenten- Industrie zur Rege- Schinken 65-70 M. und Speck 50-56 M. 40-49 M. Kalbfleisch 33-46 M. Hammelfleisch 30-42 M. Geräucherter wendigen Produktionsmittel aus dem Auslande einzuführen. lung der Lohn- und Arbeitsbedingungen. Schon bei der Festlegung Seelachs 9-10 M. Dorsch 7 M. Kabeljau 10-12 M. Rotzungen 9 bis Berantw. für den rebatt. Teil: Franz Klühs. Berlin- Lichterfelde; für An der Tariflöhne für April wäre es beinahe zu einem Konflift ge- 15 M. In Eis: Schleie 29-32 M. Hechte 25-26 M. Aale 40-45 M. zeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Vorwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: kommen. Bei Fortießung der Verhandlungen über die Affordfrage Zander 24-31 M. Lebende Barsche 20-22 M. Karpfen 28-35 M. Bleie Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin, Lindenstr. 8. mußte zweimal eine Entscheidung des Schlichtungsausschusses herbei- 15-24 M. Aale 48-56 M, Zander 31-38 M. Eier 4,50-5 M. das Stück. Hierzu 1 Bellage. geführt werden, die von den Arbeitgebern abgelehnt wurde. Die Nafurbutter 76-80 M. Margarine 32-41 M. Schweineschmalz 42-45 M. bis dahin getrennten Arbeitgeberverbände vereinigten sich zu einer Backobst: Aopfel 48 M, Birnen 20-42 M., Pilaumen 30-35 M., GeArbeitsgemeinschaft mit einem Juristen als Vorsitzenden. Die Ver- holländ.) 110 M. 10 Pfund mischtes 40 M. Kartoffeln( alte) 24-26 M. 10 Pfund. Kartoffeln( neue, Kohlrabi 45-60 M. die Mandel. Spinat Handlungen am 10. Mai führten zu nichts, da sich der un- 2-3 M. Mohrrüben 7-8 M. Spargel 5-15 M. Grüne Gurken 25 bis parteiische Vorsigende der Stimme enthielt. Bei den letzten Ver- 35 M. das Stück. Die unübertroffene QualitätsRARITA HALPAUS isf Stoffe für Herren- u.Damen- Bekleidung beste Fabrikate, große Auswahl, Verkauf meterweise Koch& Seeland Gertraudtenstraße 20-21. HALPAUS RARITAT Alte Reserve Winkelhausen die deutsche Weinbrandmarke G. m. b. Nr. 2SI�ZY.5ahrgaüg Seilage öes vorwärts Dienstag, öen ZS. Mai 1»22 Grient auf märkisthem Sande. Am Montagmorgen bot der Potsdamer Ringbahnhof ein un> gewohntes Bild, denn fein Bahnsteig wurde unwillkürlich zum Stell- dichcin des mohammedanischen Berlins. Ausgesprochene National- trachten sah man nicht, doch trugen Türken, Aegypter usw. den roten Fez und etliche Inder den Turban, andere hingegen sowie die Perser das schwarze Samtkäppi. Alles zu Ehren des Ramasan-Bairam. Der Ramasan ist der Fastenmonat, und an dreißig langen Tagen ißt der Gläubige von Sonnenaufgang bis zu Sonnenuntergang nichts. Boshafte Zungen behaupten nun zwar, daß in islamitischen Ländern im Fastenmonat die meisten Magenverstimmungen zu buchen seien, weil man dann nacht» sich überesie. Doch wie dem auch sei, es muß betont werden, in der Berliner Kolonie sind viele, die den Fastenmonat bitterernst nehmen und deren Geldbeutel sie über- dies noch zu weiteren Fastenmonaten im Jahre zwingt. Ist aber Ramasan vorbei, dann feiert man ein dreitägiges Fest. Bei den Festen jedoch sieht und spürt ein sehender und sich in die Situation einfühlen könnender Mensch, der Islam ist demokratisch. Es ist kein Unterschied zwischen arm und reich, ja bei gewissen religiösen Festen ist sogar die gleiche Kleidung Vorschrift.,.,. Die Pilgerfahrt nach Wünsöorf. Zum Ramasan-Bairam des Jahres 1340(die Mohammedaner schreiben 1310 statt 1922) hatten nun der Orientklub und die Tataren durch den Lagermullah Dr. Bedri nach Wünsdorf ihre Glaubens- genossen eingeladen. Diesem Ruf war sehr zahlreich Folge geleistet worden und man sah die so stark voneinander abweichenden Haut- färben und Typen der verschiedensten Dölker, um die mohammeda- nische Religion und Kultur das einende Band schlingen. Der Zug war überfüllt und ein Stimmengewirr wie nach dem Turmbau zu Babylon schlug an das Ohr manches höchst erstaunten deutschen Fahrgastes. Insonderheit fiel ein Trupp ganz gleichgekleideter afghanischer Schüler auf, die unter Leiwng des Inspektors Chukri die Reise antraten. Nach Durchwatung sandiger Wege kommt man in das ehemalige Gefangenenlager, das durch die Neine Holzmoschce einen freundlichen Eindruck macht. Bor dem Logereingang, der mit ein paar frischen grünen Zweigen besteckt war, empfing im schwarzen Talar der Mullah. Er hatte für jeden Ankömmling einen freund- lichen Händedruck und den arabischen Segensspruch SeUm aleikurn (Friede sei mit Euch)! Alle strömten dann sofort in den Vorhof der Moschee, um dort nach Möglichkeit die Waschungen vorzunehmen. Der Vorhof hat einen Springbrunnen und viele gemauerte Wasser- bassins, die für Fußbäder bestimmt sind. Das€nde ües Tatarenlagers. Weinbergslager wurde am 1. Mai d. I. aufgelöst. Zuletzt lebten dort vornehmlich Tataren, und zwei Baracken blieben, sozusagen als Zufluchtsstätte, erhalten. Unter Leitung des Lagermullahs Dr. Bedri, der, ein Tartar, das Deutsch spricht, als sei e» sein« Mutter- spräche, wurde nun ein Derein zur Unterstützung rusiisch-mohamme- danischer Studenten gebildet. Bon diesen haben wir 112 in Deutsch» land; 10 von ihnen, darunter 3 Tatarinnen, besuchen Universitäten, während 30 Werkstattstudenten sind. Die anderen sind als Kauf- leute, Landarbeiter, Viehzüchter usw. tätig. Doch kommen sie nicht als ausländische Arbeiter in Betracht, sondern sie sind bewußt Ler- nende, die später einmal das hier Gelernte in ihrer Heimat verwerten wollen. Bereits im tager lernten sie Deutsch: um sich aber in der Sprache zu vervollkommnen, wurden sie absichtlich einzeln unter- gebracht. Auf gründlichste Ausbildung ist man bedacht. So lernt der landwirtschaftliche Arbeiter die Maschinen nicht nur kennen, son- dern er erfährt zugleich, daß die deutsche Industrie sie herstellt. Es wird eben nichts versäumt, um diesen Kulturträgern vom Westen nach Ölten einen eigenen klaren Begriff von dem Schaffen des beut- schen Arbeiters zu geben. Der Ramcflan-Bairam freilich fand die Tataren allesamt feiernd unter ihren Glaubensgenossen. Ja, zwei junge Tatarinnen hatten sogar die Reise von Dresden nach Wüns- dort angetreten. ?n öer Moschee. Die Moschee, sehr geschmackvoll in Weiß und Rot gehalten, wurde in den Kriegsjahren 1914/1915 erbaut. Als Innendekoration enthält sie, in arabischer Sprache, Sprüche au, dem Koran. Die Fenster sind aus buntem, namentlich grünem Glas, so daß eine magische Beleuchtung die Moschee erfüllt. Doch hat sie eine elektrisch« Lichtanlage. Jeden Freitag(äsuma) wird in diesem mohammedani- schen Gebetshaus Gottesdienst abgehalten. Seit dem Tage ihres Bestehens erklang von der Moschee täglich fünfmal der Asan-Ruf; doch wird nun, seit Aufhebung des Lagers, wo alle Gläubigen in Arbeit stehen, nur noch einmal am Tage zum Gebet gerufen. Man versäumt es eben nicht, sich den Verhältnissen anzupassen. So ver- legt man auch Zusammenkünfte, Versammlungen usw., wenn es in den Baracken unerträglich heiß wird— und das ist im Sommer stets der Fall—, einfach in die Moschee. Und so findet man nicht nur in Wünsdorf, sondern auch in rein islamitischen Ländern, die Benutzung der Moschee als Dersammlungsort. Natürlich fehlt auch bei der Moschee die Badeanstalt nicht, die mit Marmor prächtig aus- gestattet ist. Dort baden die Mohammedaner, denn die Reinlichkeit gehört mit zum Brauch. Frauen dürfen an der religiösen Festlichkeit teilnehmen, doch machen die unter uns weilenden Anhängerinnen des Islams davon keinen Gebrauch. Der verlauf öes Jestes. Früher, als die mohammedanische Kolonie noch reich war, wurde beim Ramasan-Bairam viel Prunk entfaltet und auch Deutsche, in Gala, strömten hinaus. Jetzt, wo die Orientalen arm geworden sind, bleiben sie bei ihren Festen schön unter sich und nur wenige Andersgläubige nehmen am Bairam teil. » Die Holztische der Baracken waren weiß gedeckt und Flieder,, sowie die Blüten von Weiß- und Rotdorn bildeten einen ansprechen- den Tafelschmuck. Man reichte Tee und Gebäck, sowie Zigaretten. Der Lagermullah sprach vorerst zu seinen Glaubensgenossen und dann Worte tiefsten Dankes an den ehemaligen Lagerkommandanten, ferner an die deutsche Regierung und an alle deutschen Freunde. Der Islam aber ist als festes, zusammenhaltendes Band um die verschiedenen Dölker geschlungen, das betonten nicht nur die Redner des Tages, sondern das gewahrte auch jeder Teilnehmer an dem Verlauf des Festes. Und noch eins ist unterstreichend zu bemerken: die hier lebenden Mohammedaner, doch auch ihre Landsleute im fernen Osten, sind Freunde des deutschen Volkes. Zufammenfajsung öer Gr.-öerliner Werke. Mehr Wirtschaftlichkeit infolge der Eingemeindung! Der Berliner M a g i st r a t veröffentlicht eine Denkschrift über .Maßnahmen zur Verbesserung der städtischen Gas», Wasser- und Elektrizitätswerke seit Bil- dung der Stadtgemeinde Berlin". Zusammengestellt ist sie von der Werkdeputation, in der Oberbürgermeister Böß den Vorsitz hat.• Sie betont einleitend, daß eine der bedeutendsten Auf- gaben, die durch Bildung der neuen Stadtgemeinde den Gemeinde- behörden gestellt wurde, die Zusammenfassung der vielen in den Einzelgemeinden bestehenden Gas-, Wasser, und Elektrizitätswerke war. Gerode aus der Zesammenfasfung und einheit- lichen Gestaltung dieser Werke habe man besondere wirt- schaftliche Vorteile als Erfolg der Eingemein- dung erwartet. Daß die Erwartungen bisher nicht in dem ge- wünschten Umfange sich erfüllt haben, sei bekannt. Aber der Magi- strat habe inzwischen um den Ausbau der Werke und um die Besse- rung ihrer Wirtschaftlichkeit sich bemüht. Nur aus Unkenntnis der tatsächlichen VerhälMisse sei in der Oeffentlichkeit wiederholt dem Magistrat vorgeworfen worden, daß durch sein Verschulden die Or- ganisation der Werte verzögert und ihre Entwicklung aufgehalten worden sei. Um diese Irrtümer zu berichtigen, gibt die Denkschrift eine Zusammenstellung der bisher durchgeführten oder in der Aus- führung begriffenen oder für die Zukunft geplanten Verbesserungen der technischen Einrichtungen und auch der Verwaltungseinrichtun- gen. Die Zahl der getroffenen Maßnahmen ist so groß, daß wir uns auf Wiedergabe einer Auswahl der wichtigsten beschränken müssen. Für die Gaswerke wird durch die"vor kurzem erfolgte Stillegung des veralteten Alt-Berliner Werkes an der Gitschiner Straße, dessen Versorgungs- aebiet jetzt dem neuen Gaswerk Neukölln zugewiesen ist, eine E r» sparnis von jährlich 20 Millionen Mark erreicht. Auch die Ersparnisse durch den schon in Ausführung begriffenen oder erst geplanten Bau wirtschaftlicherer Ofensysteme werden in die Millionen gehen(Danziger Straß« jährlich 14 Mil- lionen, Tegel jährlich 18 Millionen). Die Ersparnisse durch Ge- winnung noch brauchbarer Brenn st offe aus Feue- rungsrück ständen, Ausnutzung von Abhitze für die Be- Heizung von Dampfkesseln, Verwertung undestillierter Benzoloorprodukte als Brennstoff für Kraftwagen sind gleichfalls sehr bedeutend(zusammen etwa 20 Millionen pro Jahr). Die Denkschrift berichtet auch über Einschränkung des Personals durch die Aenderungen technischer Art. Ebenso haben Zlenderungen der Verwaltung, z. B. in der Gasgeldeinziehung, zu einem Minder. bedarf an Arbeitskräften und dabei noch zu einem Zinsgewinn in. folge zeitigeren Eingangs der Gelder geführt. Weitere Vorteile werden erwartet von der Stillegung noch mehrerer Werke. Stillge'egt sind schon Werk Wittenau, Werk Lichtenberg I(Ersparnis pro Jahr 7 Millionen Mark), das eigene kleine Wert von Dorf Tegel(jetzt angeschlosien an das Berliner Werk Tegel). Auch für Wert Schmargendorf ist Stillegung beabsichtigt, weil von dem Aus- bau eines anderen Werkes(Tegel oder Lichtenberg II) mehr Vor- teil erwartet wird. Die Wasserwerke der früheren Vorortgem.'inden sind größtenteils notleidend infolge Grundwassermangels oder Unvollkommenheit der Betriebsanlagen. Dem kostspieligen Umbau ist oft der Anschluß an die B e r» l i n e r Werke vorgezogen worden, z. B. bei den Werken Reinickendorf(2 Millionen Mark Ersparnis), Hohenschönhausen(Er- sparnis infolge Stillegung 400 000 M. pro Jahr), Heinersdorf (Stillegung, 200 000 M. Ersparnis pro Jahr). Das unzureichende Wasserwerk für Adlershof, Altglienicke, Grünau ist durch eine mit Köpenick hergestellte Verbindung vor Wassermangel gesichert wor- den, so daß ein 800 000 M. Kosten erfordernder Ausbau gespart wurde. 8 Millionen Mark hätte im Charlottenburger Wasserwerk Iungfernheide«in Ausbau gekostet, der durch eine Verbindung?- lcitung mit der Berliner Versorgung jetzt unnötig geworden ist. Stillegung ist noch in Aussicht in genommen für die Werte Nieder- schönhausen, Reinickendorf, Hermsdors, auch Tegel(hauptsächlich wegen Wahrscheinlichkeit des Nachlassens der Wasserergiebigkeit). Heute bildet infolge der Herstellung von zahlreichen Verbindungen das Rohrnetz der Groß-Berliner Wasserwerte be. reits ein zusammenhängendes Ganze, in dem dos Wasser nach Bedarf oerteilt werden kann und die Wasserver- sorgung weitgehend gesichert ist. Zusammengefaßt ist auch schon die Elektrizitätsver- s o r g u n g. Zwölf einzelne Elektrizitätswerke hatte Groß-Berlin, mehrere kleine sind inzwischen stillgelegt worden, andere sollen folgen. Technische Neuerungen der verschiedensten Art sichern be- trächtliche Ersarnisse. Die Denkschrift hebt zum Schluß hervor, daß kein Still» stand des technischen Ausbaus, sondern ein ständiger Fortschritt bei den Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerken zu erkennen ist. Ottilie Saaöers 75. Geburtstag. Unsere liebe alte Genossin Ottilie Baader vollendet heute, am 30. Mai, ihr 75. Lebensjahr. Am Sonntag hat der„Vorwärts" tu der Beilage.Volk und Zeit" ihr prächtig gelungenes Bild gebracht, in dem die Schlichtheit und Anspruchslosigkeit der auf ein Leben voll ernster und harter Arbeit zurückblickenden Führerin trefflich zum Ausdruck kommt. Wir verweisen heute nochmals auf die dem Bilde beigegebene Schilderung ihres Lebenslaufs, die das Wirken der um die sozialdemokratische Arbeiterinnenbewegung verdienten Partei» veteranin würdigt. Mit uns gedenken Ottilie Baaders in Treue viele Tausende von Genossinnen und Genossen und widmen ihr zu ibrem 75. Ge» burlötage die herzlichsten Glückwünsche. Wie ein uns Jüngeren zugewiesenes Vermächtnis klingen die Worte, die sie an die Spitze ihrer unter dem Titel„Ein steiniger Weg" erschienenen Lebenserinnerungen gestellt hat:»Ich will denen, die in jenen Zeiten mit mir für unser große?, beiliges Ziel gekämpft, die in zähem, gemeinsamem Ringen manches Stück Freiheit erobert haben, aus vollem Herzen danken, den jüngeren aber zurufen:.Haltet die Rechte, die euch die neue Zeit gebracht hat, fest und gebraucht sie wie eine heilige Pflicht für die Zukunft, für den Sozialismus."■ IS] Der Ruf durchs Fenster. Roman von Paul Frank, 7. Der Mann mit der goldbetreßten Muße, der neben dem Toreingang stand, sah ihm. ohne daß er die Hände, die er in den Manteltaschen versteckt hatte, hervorgezogen hätte, fragend ins Gesicht. „Reuß," murmelte der Schauspieler, ehe er eintrat, laut x?nug, daß es der andere hören mußte. Der riß mit einem Ruck die Kappe vom Kopf.„Das Ge- päck für Euer Gnaden befindet sich bereits in der Garderobe. Der Hoteldiener hat es vor einer Stunde gebracht, und ich habe es selbst hinaufgetragen.. „Schon gut, mein Lieber," sagte der Schauspieler und war im Begriff, an dem Mann vorüberzugehen, der sich jedoch dicht hinter ihm hielt, plötzlich zu einem Sprung ansetzte und, vorauseilend, dienstbeflissen ausrief:„Ich werde den Weg zeigen!" Er lief den dunklen, langen Gang, an dessen unterstem Ende ein Lichtchen trüb brannte, mit kleinen Schrittchen hinab. Albert Reuß sah wohl Türen zu beiden Seiten, aber keinen Menschen: niemand war da, der ihm in den Weg trat, und wie ausgestorben lag das Haus. Der Portier blieb stehen, drückte eine Klinke nieder, schal- tete das Licht ein und forderte ihn auf, einzutreten.„Euer Gnaden müssen vergeben, aber der Garderobier kommt erst um sieben Ubr: immer erst eine Stunde vor Beginn der Vor- stellung... Die anderen Herrschaften und Kunstler kommen O'ch frühestens um diese Zeit... Wenn der gnädige Herr bis, dahin einen Wunsch haben, stehe ich gern zu Diensten..." „Danke schön..." sagte Albert Reuß.„Bemühen Sir sich nicht: ich habe keinen Wunsch." Er drückte dem Mann ein Geldstück in die Hand. Der verneigte sich abermals.„Wenn ich Bobrow sehe, sende ich ihn auf der Stelle her. .Wer ist Bobrow?" „Der Ankleider... Ich empfehle mich. Der Segen des Herrn über diesen Eingang. Wenn Euer Gnaden mich trotz alledem benötigen sollten, sitze ich, falls ich nicht vor dem Tor weile, wie ich gewöhnlich zu tun pflege, obwohl der Aufenthalt in der kalten Abendluft nämlich sehr schädlich für meinen Aheumatismvs ist.« meiner Log«, die gfejch buk»«be» de» Eingang �u finden und daher nicht zu verfehlen ist... Ichl habe auf jeden Fall nochmals die Ehre..." Er schloß die Tür und verschwand. Ein ebenso zuvorkommender wie redseliger Herr, dieser! Türhüter, dachte der Schauspieler, während er in dem Raum Umschau hielt, der ihn nunmehr umschloß. Freundlich von ihm, daß er mir Bobrow schicken will, der ein Russe zu sein scheint und mit dem ich mich am Ende gar nicht verständigen kann, den ich außerdem vorläufig noch gar nicht brauche. Ich habe hinreichend Zeit und kann in aller Ruhe meine Barbe- reitungen treffen. Er öffnete das Sicherheitsschloß der Tasche und entnahm ihr eine ganze Anzahl von Flaschen und Tiegeln, die er der Reihe nach vor dem Toilettenspiegel aufstellte. Sodann holte er seine Schminkschatulle heran und setzte sie, nachdem er sie zuvor geöffnet und einen prüfenden Blick in ihr Inneres geworfen hatte, ebenfalls auf den Tisch. Die Kostümstücke, die er benötigte, breitete er nebeneinander ans dem Sofa aus, legte sie peinlich sorgfältig hin, strich die natür- lichen Falten glatt und freute sich des guten Zustandes, in dem sie sich trotz des Aufenthaltes im Koffer befanden. Er entledigte sich des Rocks und der Weste, hängte beide Stücke an einem Wandhaken auf, legte Kragen und Krawatte ab und steckte die wertvolle Nadel, die er vorher aus dem Knoten gezogen hatte, nach einiger Ilebcrlegung in das Futter eines Seitenfachs der Handtasche. Dieser entnahm er serner eine Art Frisiermantel aus weißer Leinwand, den er nun um die Schultern breitete und dessen Schnüre er vorn am Hals schloß. Also angetan, nahm er vor dem Spiegel Platz, begann den Inhalt einer Flasche aus blauem Glas in eine flache Por- zellanfchale zu schütten, von einer anderen Flüssigkeit einige Tropfen zuzusetzen, worauf, was sich in dem Napf befand, eine schwärzliche Färbung annahm. Als er mit dem Blick fein Spiegelbild abtastete, fand er den graugelben Ton in seinem mageren, kantig gewordenen Gesicht vorherrschend. Er tauchte eine schmale Bürste in die eben bereitete Mischung und überfuhr damit sein Kopfhaar, so lange geduldige Strich neben Strich setzend, bis das helle Blond in tiefes Schwarz sich verwandelt hatte. Die Arbeit war mühevoll ge- nug, da er überaus gewissenhaft zu Werke ging, um eine mög- lichst vollkommene Täuschung zu erzielen. Da der Boden der Schüssel kaum mehr mit Farbe bedeckt war, tauchte er die Bürste, sorgsam den letzten Tropfen aufsaugend, dessen er Hab- hast werden konnte, nochmals gründlich ein und brachte das Blond seiner Augenbrauen und-wimpern gleichfalls mit dem Haupthaar i» Uebereüchtmuuung. Er zog den Kamm durchs Haar, strich es, das sich sonst seidig und weich anfühlte und das durch die vorgenommene Prozedur steif und widerspenstig geworden war, auf die Stirn und legte es wieder zurück. Schüttelte er sachte nur den Kopf, so geriet es in arge Verwirrung und stand stachlig, borstig, dunkel um dieses Antlitz, das seinen Ausdruck, ehe es noch eigentlich präpariert und geschminkt war, völlig geändert hatte. Der Schauspieler entkorkte abermals ein anderes Fläsch- chen, tauchte einen Pinsel ein und begann Stirn und Wangen zu bemalen: dort, wo die Flüssigkeit die Haut benetzte, färbte der Teint sich dunkelbraun, und binnen wenigen Minuten mutete dieses Antlitz sonnverbrannt an, wie von sengender Hitze ge- röstet. Als er so weit gekommen war, hörte er die Tür in seinem Rücken sich geräuschvoll in den Ängeln drehen. Ah, dachte er, das wird wohl Bobrow sein. Er sah in den Spiegel und erblickte einen baumlangen, massiven Burschen, der ein gutmütiges Gesicht hatte, und der hinter seinem Rücken stand. „Bobrow?" fragte der Schauspieler. Der Angerufene nickte mit dem Kopf, verzog den Mund zu einem breiten Lächeln, kniete sodonn ohne jede Einleitung vor Albert Reuß nieder, begann ihm die Schuhe aufzuschnüren, half ihm aus den Beinkleidern, legte diese geschickt zusammen und auf das Sofa, reichte ihm die Kostümstücke, die er doch zum erstenmal in der Hand hielt, zeigte sich gleichwohl anstellig, handfertig und keineswegs langsam von Begriff, so daß der Schauspieler mit solchem Helfer recht zufrieden war. Als Bobrow damit beschäftigt war, Albert Reuß die Bühnenschuhe anzulegen, betrachtete dieser die ungeschlachten und dennoch flinken Finger, die binnen kurzer Zeit ihre Arbeit beendet hatten. Als es so weit war, stand Bobrow auf und stand wartend da. „Hut.. lächelte der Schauspieler. Der Lette hatte den Radmantel ergriffen, um ihn Albert Reuß um die Schultern zu hängen. Dieser wehrte dem Eifer Bobrows: der Bursche grinste über das ganze Gesicht und stellte sich in den Winkel neben der Tür. Der Schauspieler, der seinen Stuhl zurückgeschoben hatte, stand vor dem Spiegel, maß prüfend sein Bild, schenkte Bobrow weiter keine Be- achtung, korrigierte mit einem in Tusch getauchten Wischer die Augenwinkel und verschärfte da und dort eine Kontur. Aber- mals hörte er hinter sich die Tür sich bewegen. Da er sich um- wendete, sah er, daß der Ankleider den Raum verlassen hatte. Gortjetzung folgt.) Eltern als Kindesquäler. Ban Der Mord im Edenhotel. Eine Aussage des Jägers Runge. Wir sehen die im geftrigen Abendblatt begonnene Aussage bes Jägers Runge über Sie Ermordung Liebknechts und Rosa Luxemburgs fort. Auf die Tat folgt die gerichtliche Bertuschung. Das Martyrium eines unehelichen Kindes, welches von der eigenen Mutter und dem Stiefvater in grausamster Weise mißhandelt und gepeinigt worden war, bildete die Grundlage einer Antlage wegen Körperverlegung mittels gefährlichen Werkzeuges und einer das Leben gefährdenden Behandlung, welche die 11. Straffammer des Landgerichts I. beschäftigte. Angeklagt waren der Arbeiter Bruno Wildenau und dessen Ehefrau Margarete W. Letztere ist Mutter eines vor Eingebung ihrer Ehe geborenen, jetzt dreijährigen Senaben, den sie bis zu ihrer Verheiratung anderweitig in Pflege gegeben hatte. Als ihr das Pflegegeld zu teuer war, standen offen, die inhaftierten Offiziere( Bogel, v. Pflugf= Ich wurde in das Zellengefängnis eingeliefert, sämtliche Zellen nahm jie das Kind zu sich, und nun begann für den bedauernswerten Jungen ein wahrer Leidensweg. Das Kind wurde bei den Hartung, v. Stiegen, v. Rittgen, Schulz) drangen alle geringsten Anlässen von der Mutter und dem Stiefvater mit allen fofort auf mich ein und fragten, was ich ausgesagt hätte. Ich ermöglichen Gegenständen in rohester Weise mißhandelt, so daß der widerte, daß ich die Un wahrheit gejagt hätte. Kapitänleutnant ganze Körper schließlich mit tief von Blut unterlaufenen Pflugt- artung fagte mir, Sie haben gut ausgesagt. Er Striemen und Haselnußgroßen eiternden Beulen fragte dann, welchen Rechtsanwalt ich haben wollte, es gäbe Als auf eine Anzeige von Hausbewohnern hin das einen anderen als Grünspach. Später stellte sich der Kind von der Polizei einem Arzt zugeführt wurde, stellte dieser die Rechtsanwalt Grünspach bei mir vor und sagte mir:" So weit Spuren schlimmster Mißbandlungen fest. ist alles ganz gut gegangen, aber was machen wir nun, um die Das Schöffengericht berurteilte das brutale Ehepaar zu der verhältnismäßig falschen Papiere aus der Welt zu schaffen? Sagen wir, wir milden Strafe von je sechs Monaten Gefängnis. haben sie von Spartatisten gekauft, und Sie sind doch geistig Hiergegen legten Beide auch noch Berufung ein, der aber vor der minderwertig, Sie fommen doch frei." Eine weitere Untersuchung Straffammer jeder Erfolg versagt blieb. Unter Bestätigung des hat nicht stattgefunden. ersten Urteils wurde die Berufung auf Kosten der Angeklagten verworfen. bedeckt vor. Schreckenstat eines Geisteskranken. Großes Aufsehen gab es gestern nachmittag in dem Hause Schwedter Str. 12. Dort betrieb der Schneidermeister Feldmann aus der Lychener Str. 124/125 eine Konfektionswerkstatt. In dieser geriet er mit dem 36 Jahre alten Arbeiter Konrad Markimicz aus der Oberberger Str. 28, einem sehr leicht erregbaren Menschen, in einen Wortwechsel. Auch jetzt wurde Martiwicz wieder sehr heftig, griff dann in seiner Erregung zur Bistole und feuerte zwei Schüsse auf Feldmann ab. Dieser lief davon und fiel auf der Treppe feinem gerade ankommenden Geschätfsführer tot in die Arme. Wie ein Arzt feststellte, hatte er zwei Herzschüsse erhalten. Martiwicz hatte unterdessen die affe gegen sich selbst gerichtet und sich einen Unterleibsschuß beigebracht. Die benachrichtigte Revier polizei brachte den Täter als Bolizeigefangenen nach der Charité, die Leiche des Erschossenen nach dem Schauhause. Die Elternbeiratswahlen. Im Laufe des gestrigen Tages war es noch nicht möglich, das Gesamtresultat der am Sonntag stattgefundenen Elternbeiratswahlen fertigzustellen. Bisher liegen die Resultate aus rund 400 Schulen vor, während etwa 183 Gemeinde- und Mittelschulen noch ausstehen. Das bisherige Ergebnis stellt 3255 chriftliche und 1733 weltliche Elternbeiräte feft. Da ein erheblicher Teil der Schulen aus dem Groß- Berliner Westen bisher noch fehlt, so muß damit gerechnet werden, daß das Endergebnis sich noch mehr zugunsten der christlichunpolitischen Liste verschiebt. Bestrafte Gullydiebe. Vor dem Schöffengericht Pankow hatte fich der Fuhrwerksbefizer Karl Habn zu verantworten, der es fertig bekommen hatte, in einer Nacht acht Gullhdeckel zu stehlen, die er für 2000 M. an den Mitangeklagten Zinndorf verkaufte. Die Rechtsanwälte machten als strafmildernd geltend, daß die Angeflagten in folge von Krankheiten in der Familie sich nur in wirflicher Not zu den Straftaten hätten verleiten lassen. Das Gericht erkannte auf neun bzw. vier Monate Gefängnis, billigte den Angeklagten auch die bedingte Begnadigung zu. Linie 24 nach Tegel. Um nach dem vielbefuchten Ausflugsort Tegel auch von den westlichen Vororten sowte Moabit über Schönes berg Hauptstraße, Potsdamer Straße, Brandenburger Tor, AltMoabit, Rathenower Straße, Perleberger Straße, Fennstraße, Weddingplatz eine direkte Verbindung herzustellen, wird an Sonn und Feiertagen, zunächst verfuchsweise, bom Sonntag, den 28. d. M., ab die Linie 24 im 15- Minutenbetrieb statt bis Reinicken dorf, Berliner Straße, bis Tegel geführt werden. Ab Dahlem bis Tegel von 7.55 bis 10.10 abends, ab Tegel bis Dahlem von 9.39 bis 9.54 abends, bis Steglit. Lichterfelde Chauffee 10.09 bis 10.39 abends, bis Schöneberg, Mühlenstraße, 10.54 abends bis 11.54 abends. Außerdem werden nach Bedarf noch Einsetzüge 24E zwischen Alt- Moabit, Ecke Werftstraße, und Tegel verkehren. Die Zelle stand stets Tag und Nacht offen, die Offiziere gingen ein und aus, fogar auf die Straße, bis 12-1 Uhr nachts war Damenbesuch in den Zellen. Es fanden große Weingelage statt. Kapitänleutnant Pflugt- Hartung fagte mir: „ Wenn Sie die Wahrheit sagen und wir reinfliegen, müssen Sie sterben, denn wenn Sie schlafen, liegt mal eine Handgranate auf dem Bett, und Sie sind erledigt." Es war mir während der Verhandlung nicht, möglich, die Wahrheit zu sagen, weil ich immer bedroht worden bin. ( In dem folgenden Protokollteil schildert Runge seine Gefängniszeit. Er hat verschiedentlich Wiederaufnahmeversuche gemacht und feine Aussagen in der Hauptverhandlung widerrufen. Die Wiederaufnahme ist jedoch immer abgelehnt worden und man hat Runge wiederholt damit gedroht, ihn in eine 3rrenanstalt zu stecken, wenn er noch weiter versuchen würde, die Mordtat im Edenhotel atıfzuklären. Wir geben zunächst wieder, wie Runge sein Schicksal nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis schildert und müssen aus Raumgründen im folgenden noch einige Kürzungen vornehmen. Red. des ,, Vorwärts".) Am 19. Mai 1921 hatte ich meine Strafe verbüßt und wurde aus dem Gefängnis entlassen. Ich suchte dann Arbeit. Es kam dann Die in den Zeitungen schon geschilderte Szene auf dem Arbeitsnachweis, wo ich mißhandelt wurde. Darauf wurde ich in haft genommen, der Steckbrief gegen mich war noch nicht gelöscht. In einer Droschte wurde ich nach Hause gebracht, wo ich einen Tag verblieb. Ein Kommissar und ein Rittmeister von der Sipo tamen in meine Wohnung und erklärten mir, ich müsse noch in der Nacht weggebracht werden, die Spartafisten könnten kommen und mich aufhängen. Ich wurde unter dem Namen Lange nach der Paulsborner Straße 4 gebracht, nachdem ich mich vorher geweigert hatte. Es befindet sich dort die Klinit von Frau Ritter und Professor Dr. Grauert. Inzwischen war Leutnant Rrull verhaftet worden und ich wurde als Zeuge gesucht, durfte aber nicht zur Bernehmung gehen. Schöneberg, Am Park 18, wohnt und einer nationalen Partei an In die Klinik kam auch immer ein Dr. Schiffer, der in gehört. Schiffer verbot mir auch in ziemlich schroffer Weise, zur Bernehmung in Sachen Krull zu gehen und verschaffte mir falsche Papiere, die auf den Namen des Sergeanten Wilhelm Franz Rudolf aus Posen lauten.( Runge legt im Original diese auf den Namen Wilhelm Franz Rudolf lautenden Papiere vor.) Das erste Papier lautet wörtlich: Entlassungsschein. Der Sergeant Wilhelm Franz Rudolf, geboren am 24. Mai 1876 zu Posen, Regierungsbezirk Posen, Truppenteil: 3. Marinebrigade, wird mit dem heutigen Tage nach Berlin entlaffen. Gelöhnt und verpflegt bis einschließlich 31. März 1920. Dieser Schein gilt als Berechtigung für Lebensmittelempfang. D. U., den 1. April 1920. J. A.: Seeliger, Oberleutnant zur See und stellvertretender Adjutant. Stempel der Schiffsstammdivision der Ostsee. Zur Erleichternng für die Steuerpflichtigen Groß- Berlins ist es bon jest ab zulässig, eine Reihe von Steuerarten auch bei den Girotassen der Stadt Berlin und bet bestimmten städtischen Sparkassen einzuzahlen. Die Reichseinkommensteuer dagegen fann auch weiter nur bei ben bisher zuständigen Stellen eingezahlt werden. Näheres aus der in Das zweite Papier ist ein Stammrollenauszug auf den dieser Nummer veröffentlichten Bekanntmachung des Landesfinanzamts. Namen desselben Sergeanten Wilhelm Franz Rudolf, trägt die Herbst Jugendweihe in Oberschöneweide. Anmeldungen find belaufende Nummer 763 und ebenfalls die Unterschrift des Oberleutreitsjett zu bewirten und werden bis zum 3. Juni angenommen bei nants zur See Seeliger, sowie den Stempel der Schiffs= Woid, Wilhelminenhofstr. 2, Laden; Bader, Wilhelminenhofstr. 17, Laden; stamm division der Ostsee. Gronau, Wilhelminenhofstr. 47, Laden; Schuster, Wilhelminenbofstraße 48, Verbandsbureau; Konsumladen Edisonstraße und Mathildenstraße. -Ebensowenig fann ich selbst an den Papieren eine Aenderung vornehmen. Sie wissen, lieber Herr Rudolf, daß ich selber mit der ganzen Angelegenheit nichts zu tun gehabt habe, sondern lediglich auf die Zeitungsnotiz, aus der ich sah, daß man Sie mißhandelt hat, für Sie eingetreten bin und getan habe, was ich tun fonnte. Wenn mir nicht möglich war, mehr zu erreichen, so liegt das an der mangelnden Opferwilligkeit nationaler Kreise. Die Organisation, die Ihnen jedoch Arbeit verschaffen kann, ist und bleibt Roßbach in Wannsee. Ich kann Ihnen nur noch einmal anheimstellen, zu Herrn Roßbach herauszufahren. Des weiteren empfiehlt es sich vielleicht, daß Sie gelegentlich vor Beginn der Sizungen in den Reichstag gehen und dort Herrn Geheimrat Schulz Bromberg oder Herrn Major Henning verlangen. Die Partei muß für Sie sorgen, doch lassen Sie uns hoffen, daß wir bis Donnerstag eine Antwort haben. Mit bestem Gruß Ihr Gustav Schiffer. Runge gibt nun weiter an: Man hat mich von der nationalen init gar nicht erst nach Hause gelassen, sondern mich gleich mit einem Beutnant von Grabom nach Blankensee( Hinterpommern) geschickt. Später wurde ich nach Mecklenburg gebracht; immer auf den falschen Namen Rudolf. Inzwischen wurde ich weiter als Zeuge in dem Prozeß gegen den Leutnant Krull gesucht. Es wurden nun alle Anstrengungen gemacht, damit ich nicht gefunden wurde. Nun ließ der Untersuchungsrichter in Sachen Krull, Herr Dr. Leiden, mir durch meinen Stiefsohn mitteilen, ich sollte angeben, wo ich bin, damit ich dort pernommen würde. Diese Mitteilung erhielt ich in Medienburg auf dem Gut alsow bei Kadlow, Kreis Wismar.( Runge legt eine Steuerkarte der Gemeinde Kalsow, Kreis Wismar, vor, die auf den Namen des Wilhelm Rudolf lautet. Es sind Steuermarken für die Zeit vom 9. September 1921 bis 5. November 1921, und zwar von der Lüheschen Gutsverwaltung geklebt.) Es war dort eine militärische Organisation untergebracht. Die Leute lagen als angebliche Landarbeiter auf den Gütern herum, um im Bedarfsfalle als Soldaten bereit zu sein. Leiter mar der Major Weber. Diesem sagte ich: Ich fahre jeht nach Berlin. denn ich werde immer tiefer in die Sache hineingeriffen". Darauf ließ man mich nach Berlin fahren, gab mir aber drei Offiziere, Leutnant Bender, Leutnant Funk und Leutnant v. Dallwit, als Begleiter mit, die mich nicht aus den Augen ließen. Diese drei Offiziere brachten mich gleich nach Wannsee, OttoFriedrich- Str. 10; wo das Bureau der Arbeitsgemeinschaft Roßbach ist. Dort wirkten Leutnant Roßbach somie andere Offiziere namens Barthold, Köpce usw. auf mich ein. Ich sollte die Sache tofschweigen und einfach sagen, ich tenne Krull nicht, ich könnte mich auf nichts mehr erinnern. Dafür sollte ich eine gute Stel 1ung bekommen. Ich habe mich bei meiner Aussage, bei der ich nicht vereidigt wurde, leider durch das Drängen dieser Leute dahin fhaft Roßbach abgeleitet werden. Es ist mir folgendes Empfeh beeinflussen lassen, daß ich in ähnlichem Sinne ausgesagt habe. Darauf sollte ich nun nach Oberschlesien zur Arbeitsgemeinlungsschreiben von Roßbach an einen Herrn Loen mitgegeben worden.( Runge legt dieses Schreiben im Original vor.) weil mir all diese Sachen verdächtig waren und ich aus dem ganzen Runge fagt weiter aus: Ich bin nicht nach Schlesien gefahren, Treiben herauskommen wollte. Ferner legt Runge folgenden Brief des Rechtsanwalts Friz Grünspach vor, der auf einem Geschäftsbogen mit Schreibmaschine geschrieben ist Notar Friz Grünspach Drs. Schumann u. Asch Rechtsanwälte Berlin W. 15, den 17. September 1920. Kurfürstendamm 185 ( Ede Wielandstraße) Herrn Otto Runge Sehr geehrter Herr! Berlin, Untersuchungsgefängnis Alt- Moabit 12a. Ich habe alles getan, was ein Rechtsanwalt für Sie tun fann. Ein Gnadengefuch ist eingereicht, ein Antrag auf Strafausfeßung, schen vorher habe ich mich an den Reichswehrminister gewandt, habe eine Eingabe an die Staatsanwaltschaft gemacht, andere Möglichkeiten gibt es nicht. Ich werde auch in der Lage sein, wenn Sie entlassen sind, Ihnen einen Betrag von 3000 m. zu zahlen, der von einem Svender, welcher nicht genannt sein will, für Sie mit der ausdrücklichen Weifung hinterlegt, Ihnen diejen Befrag erst bei Ihrer Entlaffung zu übergeben, und zwar nicht auf einmal, sondern in monatlichen Raten von 300 m. Mit vorzüglicher Hochachtung Grünspach, Rechtsanwalt. Die Hilfe der Deutschnationalen. Runge bemerkt noch: Ich habe alle diese Angaben gemacht, weil Ferner legt Runge folgendes Schreiben vor: ich verlange, daß mein Verfahren wieder aufgenommen wird. Ich Dr. Gustav Schiffer, Berlin- Schöneberg, den 23. Mai 1922. bin nicht der Mörder Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts. SoPrivatsekretariat. Am Part 18. Telephon: Stephan 8220. Das dritte Schriftstück ist ein gedrucktes Formular des 7. Armeeforps, Generalfommando, Abteilung Abwicklungsstelle, Bersorgung. In dem Feminatheater im Lunapark versucht ein mutiger und Geschäftsnummer R. z. 0014. Es ist datiert Münster, den 15. Juni unternehmender Direktor Dr. Johannes Brandt einem mehr auf 1921, und stellt ein Dienstleistungszeugnis für den Bureaudiener It, Broteste und Lärm eingestellten Bublifum literarische Fein- und Kleinfost vorzusetzen, Einafter, die sketchähnlich find. Eine Komödie des Italieners Wilhelm Rudolf dar und ist unterzeichnet v. Chaulin, Hauptmann Bracco: Der Liebesbrief", ein Lustspiel von Madai:„ Mädi und ein a. D. Schwant von Eisenschiz:" Der Riegel", dieses übrigens das Mattefte. Der „ Liebesbrief" hingegen Kampf einer Rofotte und einer anständigen Frau" um einen Mann ist feine Satire und Ironie, Mädi sehr ted und übermütig. Alles gespielt von spielfreudigen, begabten, liebenswürdigen Schauspielern, die gewandt Konversation machen, eine tadellos gebaute Figur und ebenso tadellos gebaute Gewandung zeigen und sich durch das mäßig befeste Haus nicht bindern lassen, ihr Bestes zu geben. Da ist die vornehm wirkende Hilde Imbof, die sehr echt demi- mondane Erna Sluge, der fede heißblütige Backfisch Rita André und der gutmütige tölpelige Hellmuth Bathe. Der Schauspieler endlich, der auf den schlichten Namen Müller ( Hans Carl!) hört, bat den Vorzug eines höchst feudalen Profils, dem das gepflegte Spiel glücklicherweise entspricht. Eines nur muß in diesem Theater anders werden, nämlich das Publikum, das dafißt wie aus Holz geschnitt und nicht einmal eine Hand rühren mag, wenn es gute Schauspieler in guten Stücken fieht. am Ein Luna- Part am Morigplatz. Der allen Berlinern noch in guter Erinnerung stehende Buggenhagensche Naturgarten Moritplatz wird wieder neu erstehen. Direktor Peter Sachse, der jetzt das alte Buggenhageniche Etablissement am Morigplak als Alhambra Barieté betreibt, eröffnet am 1. Juni den dazu gehörigen großen Garten als Alhambra Part. Herrn Wilhelm Rudolf ( Es folgt die Adresse Runges. Red. d.„ B.".) Lieber Herr Rudolf! Ihren Brief vom 22. cr. habe ich erhalten und hoffe, daß ich bis Donnerstag günstigen Bescheid habe. Sollte dies nicht der Fall fein, so wäre tatsächlich meine Kunst zu Ende, denn ich habe getan, was ich tun tonnte und mich jetzt zuletzt nochmals mit einem sehr energischen Brief an ein Mitglied des Vorstandes der Deutschnationalen Bolfspartei gewandt. weit ich in der Sache gehandelt habe, bin ich das Wertzeug der Offiziere im Ebenhotel gewesen, die mit Befehlen und Drohungen auf mich eingewirkt haben. Der Haupttäter ist in Wirklichkeit der Leutnant Krull, nach ihm der Oberleutnant Bogel, außerdem der Kapitänleutnant v. flugtHartung, v. Rittgen, D. Stiegen, Leutnant 3. See Schulz und Liepmann. Ich möchte auch, daß die Berliner Arbeiterschaft von diesem Sachverhalt Kenntnis nimmt, den ich jederzeit zu beeiden bereit bin. Nachfaz des Protokollführers: Runge hat diese gesamten An. Mit den Papieren tann ich Ihnen selber nicht helfen, gaben vollkommen freiwillig und ohne jede Beeinflussung von unserer Sie müssen sich da an Herrn Oberleutnant Roßbach Seite gemacht, sie sind ihm vorgelesen und von ihm bestätigt worden. wenden, der mit der Gutsverwaltung in Verbindung steht. Ich Irgendwelche Aenderungen unsererseits find nicht vorgenommen felber habe keinerlei Mittel, auf die Gutsverwaltung einzuwirken. worden. Kuttner. SUNLICHT SEIFE SUNLIGHT SCHUTZMARKED SEIFE schont die Wäsche! Mit Sunlicht Seife wäscht man leicht, weil sie nach besonderem Verfahren hergestellt ist. Sunlicht Seife erspart Zeit! SUNLICHT erspart Geld! ( SCHUTZMARKE) SEIFE Franke. Groß- Berliner Parteinachrichten. Elternbeiratswahl in höheren Schulen. Dienstag, den 30. Mai, 8 Uhr, bei Katter, Gleim-, Ede Sonnenburger Straße, Bersammlung aller sozialistisch und republikanisch gesinnten Eltern des Luisenstädtischen Gymnasiums zwecks Aufstellung einer freiheitlichen Liste. 6. Kreis Kreuzberg. Die Kindergruppe fällt aus. 7. Kreis Charlottenburg. Dienstag, den 30. Mai, 7½ Uhr, allgemeine Mitgliederversammlung in der Aula des Schiller- Realgymnasiums, SchillerStraße 27. Tagesordnung: Tätigkeitsbericht unserer Berliner Stadtverordneten. Referent Dr. Borchardt. 3. Kreis Wedding. Mitwoch, den 31. Mai, 7% Uhr, Gigung der Bildungstommission bei Schade, Rösliner Str. 9. Jede Abteilung muß vertreten fein. Heute, Dienstag, den 30. Mai: Sungsozialisten. Gruppe Lichtenberg: 7 Uhr im Jugendheim Barkane 10, Unterhaltungsabend. Morgen, Mittwoch, den 31. mai: 6. t. 7 Uhr zahlabend in der Schulaula Ruppiner Str. 48. Jugendveranstaltungen. Neukölln- Nord: Jugendheim Kaiser- Friedrich- Str. 4, Distuffionsabend: ,, Wir und die andern". Niederschöneweide: Jugendheim Oberschöneweide, Laufener Str. 2, Diskussionsabend: Die Arbeit der Burschen und Mädel". Reinickendorf- Ost: Jugendheim Seebad Kinderhort, Mitgliederversammlung. Rosenthaler Vorstadt: Jugendheim Gemeindeschule Gipsstraße, Diskussions. abend: Warum feiern wir den 1. Mai?"- Schöneberg II: Jugendheim Comenius- Schule, Frankenstraße, Diskussion: Der Jugendtag in Rottbus". Reichenberger Biertel: Jugendheim Glogauer Str. 12/16, Vortrag: ,, Naturgemäße Lebensweise". Dienstag, den 30. Mai, nachm. 5 Uhr, im Friedrich- Wilhelm- Gymnasium, Kochstr. 13: Außerord. wichtige Konferenz aller SPD.- Funktionäre bei den Reichs-, Staats- und Gemeindebehörden. Tagesordnung: 1. Die Bedeutung der Presse. Referent: Chefredakteur Friedrich Stampfer, M. d. R. 2. Freie 17. Abt. 7 Uhr außerst wichtige Sigung der Bezirksführer und Betriebsver. Aussprache. trauensleute bei Dose, Nordhafen. Charlottenburg. 51. Abt. 7% Uhr Abteilungsversammlung bei Barabasch, Friedrich- Karl- Plaz 5. Referent Dr. Borchardt. 53. bt. 7 Uhr Extrazahlabend: 1. Bezirk bei Schweitert, Erasmusstr. 2; 2. und 3. Bezirk bei Lur, Ufnauftr. 1. 54. Abt. 8 Uhr Bahlabend mit Vortrag in folgenden Lokalen: 5. Gruppe bei Bilhnemann, Helmholzftr. 39; 6. Gruppe 8um Birnbaum", Galvanistr. 13; 7. Gruppe bei Salein, Charlottenburger Ufer 5. Frauenveranstaltung: 79. Abt. Schöneberg. 72 Uhr bei Fintel, Siedlung, Beffemer Straße. Thema: ,, Frauenkrankheiten". Referentin Fr. Dr. Foth. # Brig. Während der Sommermonate fallen die Frauenleseabende aus. Zinn Gold-, Silber- Bruch Schneeweiß Quecksilber wäscht Seifenpulver Schneekönig Generalvertretung und Lager: Adolf Reimschüssel, Berlin S 42, Luisenufer 40. Blei, Kupfer, Platin usw. Freunde unferer Bewegung fönnen zu dieser Konferenz mitgebracht werden. Der Bezirkswerbeausschuß. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Mieterverein Berliner Westen, E. B. Mitgliederversammlung am Dienstag, den 30. Mai, abends 7 Uhr, in der Schulaula Pallasstr. 15. Berliner Hausfrauenverein( Lina Morgenstern). Mittwoch, den 31. Mai, 4½ Uhr, bei Tieß, Leipziger Straße, Frau Saabor Krüger:" Anleitung zur Gelbstanfertigung von Taschen und Bortemonnaies. Verein Berliner Buch drucker u. Schriftgießer Mittwoch, 31. Mai, nachm. 5% Uhr: [* Außerordentliche Generalversammlung fauft z. Engrospreise Scharnow, Lange, Str.35 am Schlesischen Bahnhof Abessinier- Pumpen evorzug meine fabrikate wegen ihrer gediegenen Verarbeitung & modischen Eleganz* Mantelous Covercoat Donegal Seiden- Mohaira Popeline, Kostüme größte Fluswahl JUS Kleider aus frotte Bafist Musseline 385VOIL an in ben Germania Prachtsälen, Chauffeeftr. 110. Tagesordnung: f. Lauben Bericht von der Tarifausschußfihung toloniften 8u biefer Bersammlung haben außer den 3. Gelbst Delegierten und den übrigen Teilnehmern aufstellen. nach§ 4 des Statuts die VertrauensSpritzpumpen Leute und Druckereitasfierer Zutritt. Rob Brien 25/8 Der Gauvorstand. Pumpenfabrik Bekanntmachung. 027 Krautst.31 am Schles. Bhf. Abführung der Steuern an die städtischen Girokassen. Das duffige Voife- Kleid nur 565 Follbur Berlin N. Brunnenstr.5651 Parfümerien Köln. Wasser feines........ Flasche Eucalyptus 62 Einzahlungen auf die Kriegsabgabe 1916, 1918 und 1919, die Kriegsabgabe vom Bermögenszuwachs, die Besigsteuer, bas Reichsnotopfer, den Wehr beitrag, die Erbschaftssteuer und die Kapitalertragssteuer tönnen von jest ab außer bei den Finanztaffen auch bei den Girofaffen der Stadt Berlin und bei folgenden Spartaffen: Zweigstelle 11, Beuffelstraße 76 17, Geestraße 40 12, Bankstraße 34 18, Roppenstraße 72 25, Beymestraße 1 29, Petersburger Straße 36 30, Brinzenallee 21 Spartasse Neukölln und Zweiglasse 2 der Bezirksfaffe Weißenfee in Hohenschönhausen, BerlinerStr 1/2 erfolgen. Die Bahlungen fönnen in bar und durch Schede geleistet werden. Die bargeldlose Bahlung wird bringend empfohlen. Die Annahmestellen find berechtigt, volle gültige Quittungen zu erteilen. Bei der Einzahlung ist ein Einzahlschein auszufüllen, auf dem die zuständige Finanz taffe und das Steuerzeichen anzugeben sind. Bordrucke find bei den Annahmestellen vorrätig und werden dort fostenlos verabfolgt. Bei Einzahlung von Rapitalertragssteuer ist ferner der vorgeschriebene Quittungsentwurf mit anhängender Mittellung oder der Veranlagungsbescheid vorzulegen. Reichseinkommensteuer fann nach wie Dor nur bei den bisher zuständigen Staffen entrichtet werden. 142,7 Berlin, den 20. Mai 1922. Landesfinanzamt Groß- Berlin. Bei Korpulenz- Fettleibigkeit Fimb Dr. Hoffbaners gef. gefch. find Entfettungs- Tabletten ein vollkommen unschädlich. u. erfolgreiches Mittel ohne Einhalten einer Diät. Keine Schilddrüse. Kein Abführmittel. Ausf. Broschüre gratis. Elefanten- Apotheke SW 19, Leipziger Str. 74, Dönhoffpl. Die Genossenschaft befindet sich in Liquidation, etwaige Forderungen find fofort einzureichen. 106/ 9* Produktiv- und Verkaufsgenossenschaft Berliner Bandagisten e. G. m. b. H. 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Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse Oskar Martens Glasschleifer, Jfarstr. 5/6, B3.4 am 26. Mai an Lungenleiden verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Beerdig. heute, Dienst. nchm.4 U. auf dem Neuen Jakobikirchhof, Hermannstr. 15/7 Die Abt. Leitg. Sezialdemokr.Männercher Prenzlauer Berg. Am Sonntag ist unser Mitglied Robert Remnitz anHerzschlag ver storben. [ 1374b Einäscherung: Freitag, 2. Juni, vorm. 11 Uhr, im Krematorium in der Gerichtstraße. Die Ganges brilder treffen sich Aweds Borbe sprechung Mittwoch abd. 7 Uhr im Lokal v Burg, Prenzl. Allee 189. Der Vorstand. Patente Dr. Bogelahn, Ge schäftsf. des Treuh. Verein berat. Ing., Berlin SW 61. Juwelenbesitzer Wir schätzen Ihnen kostenlos Ihre Brillanten, Jawelen, Platin, Gold-. Silber- Bruch, Perlen, Smaragde u. kaufe dieselben zum heutigen wirklich reellen Wert, insbesondere grosse Steine sowie ganze Nachlässe. Günstiger An- und Verkauf Jawelen and ebenso Gemälden. VOR Hubert Hommelsheim G. m. b. 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