Nr. 253 39.Jahrgang Ausgabe A nr. 127 Bezugspreis: Biertelfährl.150.- M., monatl.50,-. frei ins Haus, voraus zahlbar. Boftbezug: Monatlich) 50,-, einschl. 8nftellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- u. Memelgebiet, fowie Desterreich u. Luxemburg 84.-M., für das übrige Ausland 102, M. Bostbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Efthland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luremburg, Defterreich, Schweden, Schweiz, Tschecho Glowatei und Ungarn. Der Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Zeit", der Unter haltungsbeilage Seimwelt und ber Beilage Siedlung und Kleingarten" erfcheint wochentäglich zweimal, Sonn tags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialbemotrat Berfin Morgen- Ausgabe 101 Vorwärts Berliner Volksblaff 1,50 Mark Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezeile toftet 16,-M.- Reklamezeile 80,-M. Aleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 4,-.( zuläffig zwei fettgebrudte Worte), jebes weitere Wort 3,- M. Stellengesuche und Schlaf Stellenanzeigen das erste Wort 2,50 M., jebes weitere Wort 2, M. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Betle 8,- M. Anzeigen für die nächste Niveimer müffen bis 4 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. - Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Expedition: SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Redaktion Morisplat 15195-97 Expedition Morisplas 11753-54 Mittwoch, den 31. Mai 1922 Das Unrecht am Rhein. In der geftrigen Gigung des Reichstags, über deren sonstigen truppen das zuläßt. Das Rheinlandabkommen hat für dieses Gebiet Berlauf wir an anderer Stelle berichten, gab Genosse Jäter feine Gültigkeit und die Rheinlandkommission übt deshalb keine Düsseldorf namens der Bevölkerung der neu besetzten Gebiete Rechte aus. Alle Macht ruht in den Händen des folgende Erklärung ab: Truppenbefehlshabers, dessen Person wiederholt geSeit dem 8. März 1921 steht die Bevölkerung dieses Gebietes wechselt hat. Durch die Ausübung der persönlichen Kontrolle der unter dem Drud der militärischen Santtionen. Diese Post- und Telegrammzenfur, der Kontrolle des Eisenbahngüterverwurden gleichzeitig mit den wirtschaftlichen Sanktionen von der fehrs, durch die Requisitionen, die Beschlagnahme von Wohnungen, Entente verhängt, um die deutsche Regierung zu zwingen, das 2on Sälen, Schulen, Telephonleitungen gehen auch die wirtschaftlichen doner Ultimatum zu unterzeichnen. Als die Unterzeichnung Schäden bis zu einem großen Ausmaß. erfolgt war und die deutsche Regierung ihren Erfüllungswillen einwandfrei bekundete, wurden die wirtschaftlichen Sanktionen im wesentlichen aufgehoben, die militärischen Sanffionen 3 aber bestehen weiter. Das in Frage kommende Gebiet hat eine Bevölkerung von einer Million Einwohnern und eine bedeutende Industrie. Es befinden sich in ihm zwei große Häfen, barunter der größte Binnenhafen des Kontinents. In diesem Gebiet besteht seit vierzehn Monaten der Belagerungs. zustand, ausgeübt von einer fremden Militärmacht. Alle Rechtsgarantien find aufgehoben, die deutschen Gefeße finden nur Anwendung und die deutschen Behörden können nur arbeiten, soweit der Befehlshaber der Besaßungs. Becker und Hergt. Nationalistentreiben im Reichstag. Diese Zustände sind für die Dauer unerträglich; sie sind es um so mehr, als es sich nicht um ein abgeschlossenes Gebiet handelt, sondern um einen Teil des niederrheinisch- westfälischen Industriereviers. Wir stellen vor der ganzen Welt fest, daß diese Sanffionen sich auf tein Recht und feinen Vertrag stützen. Sie find lediglich ein Ausfluß nackter Willfür und des Mißbrauchs militärischer Gewalt. Die Staatsmänner der Entente machen auch gar teinen Versuch, diese Macht rechtlich oder vertraglich zu begründen. Wir legen deshalb feierlich Proteft dagegen ein, appellieren an die Bevölkerung der Ententeländer und erwarten, daß die Sanffionen, die mit den in Genua ausgesprochenen Prinzipien in schroffftem Widerspruch stehen, umgehend aufgehoben werden. Diese Erklärung wurde auf allen Bänken des Hauses mit Zeichen entschiedenster Zustimmung aufgenommen. heim- Liblar- Dernau nur ein Gleis bekomme, die Strecke AachenDüren- Köln nur zwischen Aachen und Düren viergleifig werde, die Strecke Trier- Ehrang- Koblenz mur zwischen Trier und Ehrang vier Gleise erhalte. Die gestrige Reichstagsdebatte über Genua und Paris brachte teine starten Spannungen. An Stelle des angetün Befagungstruppen sollen die strategischen zweigleifigen Streden Im Augenblick der Räumung des besetzten Gebiets durch die digten helfferich, dessen Auftreten nach den Vorgängen Remagen- Hillesheim- Losheim und Bad Minster- Homburg foim Auswärtigen Ausschuß sicher einen Standal entfesselt wie die Gabelung Hillesheim- Gerolstein- Lommersweiler eingleifig hätte, erschien Herr Profeffor hoe zich, der zu gebildet ist gemacht, die militärischen Zwecken dienenden Verbindungen der und sich zu gut benimmt, als daß man ihn überhaupt für Strecken Geldern- Wesel und Geldern- Cleve, Erpel- Remagen und einen Deutschnationalen halten fönnte. Er gibt zu, daß in Sinzig- Bodendorf, Hohenrein- Oberlahnstein, Rüdesheim- Oden der auswärtigen Politik eine Wendung zum bessern einge- heim- und Odernheim- Staudernheim zerstört werden( die Rheintreten ist, und das ganze Haus fragt sich, ob diese Wendung brücken bleiben erhalten), zahlreiche in einer Unteranlage aufgewohl auch eingetreten wäre, wenn die helfferiche und Hergte führte, hauptsächlich für militärische Zwecke gebaute Einrichtungen, 1.och immer das deutsche Reichsporzellan in Verwahrung wie militärische Bahnsteige, Ausladerampen, Verpflegungsstellen usw., hätten. Dann begründet er, stets Professor, nie Ankläger, den erstört werden, ebenso die in einer weiteren Ünteranlage auf geführten Einrichtungen zur Wiederverproviantierung, wie Depots deutschnationalen Mißtrauensantrag mit und Munitionsparks usw. lächelnder Höflichkeit. 3 Die Note betont mehrfach, daß man sich auf das nötigste befchyränte, daß man die wirtschaftliche Ausbeute der Bahnen erhalten, ja sogar Deutschland durch Berbot des Weiterbauens Geld sparen molle. Das Schicksal der arbeitslos werdenden Arbeiter braucht doch die Herren Botschafter nicht zu kümmern. So blieb es Herrn Beder Hessen von der Boltspartei vorbehalten, die Rolle des Provofateurs zu spielen, was er, nach einer mit wenig Aufmerksamkeit angehörten Rede Crispiens, gründlich besorgte. Ueber die Verhandlungen im Auswärtigen Ausschuß sprach er recht ungeniert und mußte WTB. schreibt: Es fann jetzt schon gesagt werden, daß diese dafür sogar vom Demokraten Dernburg den Vorwurf ein- Forderungen, welche übrigens often in einer zurzeit noch nicht steden, daß er dem Ausland Material geliefert habe. Das zu übersehenden Höhe verursachen würden, jedenfalls zum großen ist recht schmerzlich, wenn man sich eben erst aufs hohe Teil im Versailler Artikel 43 eine Stüße nicht finden. Patriotenpferd gesezt hat, wie es Herr Becker getan hatte. Die ungarischen Wahlen. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Verlag, Expedition und Injeraten. Abteilung Moritplas 11753-54 Mein Verhältnis zur USP. Bon Karl Kautsty. Borbemerfung der Redaktion: Wir ent nehmen die folgenden Ausführungen einem längeren Auf⚫satz, der soeben in Breitscheids Zeitschrift Der Sozialist" veröffentlicht wird. Der Aufsatz wird demnächst als Sonderdruck erscheinen und durch die Buchhandlung Vorwärts( Preis 3 M.) zu beziehen sein. Wir werden zu dieser höchst bemerkenswerten Veröffentlichung noch Stellung nehmen. " Zum besseren Verständnis sei bemerkt, daß der Verfaffer die ganze Geschichte der USP. sfizziert und zum Schluß das Programm der Genossen der Opposition" innerhalb der USP., die es bei ihren bisherigen Aeußerungen nicht bewenden laffen" dürfen, folgendermaßen formuliert: Die Einigung muß unser Panier sein, für sie muß der Kampf entbrennen. Nicht etwa für oder gegen Koalitionspolitik, oder für oder gegen das Steuerfompromiß. Es gilt vielmehr zu zeigen, daß die Einigung über diesen Fragen steht, daß feine von ihnen so wichtig ist, wie die Einigung, daß Meinungsverschiedenheiten über sie die Einigung nicht hindern dürfen. Wer die Einigung der beiden Parteien hinausschiebt, bis alle Meinungsverschiedenheiten solcher Art zwischen ihnen verschwunden sind, der will sie für immer unmöglich machen. Und wir dürfen mit der Einigung nicht länger zögern. Schon zu lange hat die Spaltung das Proletariat gelähmt. Es handelt sich bei der Einigung nicht etwa darum, zu verbrennen, was man bisher angebetet und umgekehrt. Das wäre feine Einigung, sondern eine Rapitulation. An eine solche denkt kein Mensch. Bei jeder wahrhaften Einigung, die wir bisher in der Parteigeschichte zu verzeichnen hatten, find beide Teile bei ihren Ueberzeugungen geblieben. Nach der Einigung von 1875 fuhren die Lassalleaner fort, die Politik, die sie bis dahin getrieben, für richtig zu halten. Und das gleiche war der Fall bei den Eisenachern. Weder Jaurès noch Guesde haben ihre Vergangenheit verleugnet, als ihre Parteien sich 1905 vereinigten. Und wenn ich heute zur Einigung rufe, habe ich feineswegs die Absicht, meine Anschauungen über die Kriegspolitif und den Noske- Kurs zu revidieren. Wennn 1875 und 1905 die Einigung möglich wurde, geschah es nicht wegen einer Gesinnungsänderung von links und rechts, sondern weil die Faktoren, die trennend gewirkt hatten, aufhörten, unsere Bragis zu bestimmen. Das gilt auch jetzt. Wie immer wir über die Kriegskredite und Noste denten mögen, für die Probleme der Gegenwart ist das an Bedeutung sehr zurüdgetreten. Und das gleiche glit auch von dem dritten Faktor, der neben den beiden genannten die Spaltung bisher förderte, dem kommunistischen Geist, der sich überall als Spaltbazillus erwiesen hat. Seiner werden und müssen wir in unseren Reihen Herr werden. Das heißt aber nichts anderes, als den Boden bereiten für die Einigung der beiden sozialdemokratischen Barteien. Denn nur noch der fommunistische Einschlag bei uns hindert den Zusammenschluß. Folgende Reden der Herren Böhm von der Bayerischen Boltspartei und des unvermeidlichen Frölich von der KPD. fonnten fein besonderes Interesse meden. Die Regierung sieht Budapest, 30. Mai.( Franff. 3tg.") In den 141 Wahlbezirken Wäre es aber nicht besser, wenn wir uns schon einigen mit schweigender Zuversicht der Abstimmung über das deutschnationale Mißtrauensvotum entgegen, die heute zwischen sind bisher gewählt: Von der Regierungspartei 79, in Stichwahl wollen, alle drei Parteien zu einigen und die Kommunisten 1 und 2 Uhr steigen soll. Nachher will man noch die deutsch- tommen 9 Bezirke; von den verschiedenen Oppositionsparteien 11 Ab- mit in die neue Gemeinschaft einzuschließen? Wenn das gedänischen Verträge, über die der Auswärtige Aus- geordnete, bazu kommen 4 entschieden oppositionelle Barteilose und länge, hätte ich auch dagegen nichts einzuwenden, wie ich auch schuß von 9 Uhr morgens berät, und einige fleinere Sachen 1 Stichwahl. Zum erstenmal find Sozialdemokraten durch in Rußland einen Ausweg aus der Sackgasse der heutigen erledigen und dann bis zum 13. Juni in die Pfingstferien gedrungen. Sechs Sozialdemokraten tommen mit günstigen bolfchemistischen Politik in einem Koalitionsministerium fähe, gehen. Aussichten in Stichwahl. Insgesamt sind bisher 36 Stichwahlen not. in dem alle sozialistischen Parteien vertreten wären. Eine Erklärung, die der Deutschnationale Hergt in der wendig geworden, wobei in 20 Bezirken Kandidaten der sogenannten munisten sich gründlich ändern, während zwischen Aber damit das möglich wird, müßten die Komersten Sizung mit ein paar Worten auf diese zurüczukommen. Herr Hergt endgültige Entscheidung werden die Wahlen am 1. und 2. Juni den Maffen der SPD. und der USB. eine Vereinigung ohne hat in ganz unverhüllter Weise die fünftige triegerische bringen, wo 104 Bezirke wählen. In ernsten politischen Kreisen folche Alenderung möglich wäre. Die Propagierung fommunistischer Ideen in einer soziaWiedereroberung des verlorengegangenen Zeiles von glaubt man mit Bestimmtheit, daß von diesen mindestens 50 ManOberschlesien angekündigt. Das ist, angesichts der gegebenen date der Opposition zufallen werden, die dann mit 70 bis listischen Gesamtpartei würde ich nicht fürchten. Der wäre Berhältnisse, vorläufig nicht viel mehr als leeres Wortgedröhn. 75 Mandaten einziehen würde. Die Wahlen haben einen ruhigen fein Erfolg beschieden. Was aber das Zusammenwirken mit Heute ist Frieden, und später werden Leute von der Hirn Berlauf genommen, nur aus einem Bezirt in Tisza- Efzlar wird ge- den Kommunisten, wie sie sind, unmöglich macht, ist ihre Un kapazität des Herrn Hergt hoffentlich in Deutschland noch meldet, daß dort ein Anhänger der Radikalliberalen auf offener duldsamkeit und ihr Jesuitismus. Šie streben nach 3ertrümmerung jeder proletarischen Organisation, die sich nicht weniger bedeuten als schon jetzt. Aber der Umstand, daß Straße niedergestochen wurde. gerade jetzt wieder deutschnationalistische Verhehung in Glei- Budapest, 30. Mai.( TU.) Nach amtlicher Feststellung ihrer Herrschaft unterwirft, und fein Mittel der Lüge wizz über die Deutschen in Kattowiz schweres Unheil gebracht wurden endgültig gewählt: 83 Regierungspartei, 10 Oppofition, und der Gewalt ist ihnen zu schlecht, zu diesem hat, nötigt uns zu sagen, daß wir uns auch dem chauvinistischen 2 Sozialdemokraten. Es ist keinerlei Menderung des Kurses zu wirken zu wollen, heißt Selbstmord begehen... Ziele zu fommen. Mit„ Kameraden" dieser Art zusammenKleinfrieg, der mit Rnüttel und Revolver geführt wird, ener- erwarten. Die Königsfrage bleibt offen. gisch entgegenstellen werden. Oberschlesien und Deutschland brauchen Ruhe und wirtschaftlichen Wiederaufbau. Das wollen wir uns durch deutschnationale Bubenreben und Bubenstreiche nicht verderben lassen Der Eisenbahnabbau am Rhein. Waffenarsenal eines Landbündlers. Wenn wir jetzt die Einigung für Deutschland fordern, ist es nicht etwas Außerordentliches. Wir fordern nur, daß das deutsche Parteileben wieder die Formen annimmt, die Marr überall für den Sieg des Proletariats heischte und die sich Stettin, 30. Mai.( Eigener Drahtbericht). An einem der legten allenthalben bereits durchgesetzt haben und die Kraft der soTage der bergangenen Woche wurde bei einer Durchsuchung nach zialistischen Bewegungen bilden, auch bei jenen Parteien, die berstedten affen auf dem Gute Neu- Rosow von einem der USB. am nächsten stehen. In den Parteien der Wiener Eine Note der Botschafterkonferenz, gezeichnet Poincaré, ver. Oberlandjäger ein Waffenarien al entdeckt, das folgende Arbeitsgemeinschaft arbeiten Reformisten“ und„ Revolutiofar.gt unter Berufung auf den Versailler Artikel 43, daß eine Reihe Waffen barg: 2 Patronenfästen mit je 750 Schuß MG.- Patronen, näre" zusammen- wenn man diese Bezeichnungen noch entmilitarisierenber" Maßnahmen an den Eisenbahnen und-bauten 6 Patronenfästen mit je 250 Sauß MG.- Patronen, ferner vier weiter gebrauchen will, die mir seit der Revolution überholt im besetzten Gebiet vorgenommen werde, wobei anerkannt wird, ai chinengewehre und Reservematerial. Die Waffen waren erscheinen. In Desterreich arbeiten Renner und Ellenbaß entsprechende, früher schon verlangte Maßnahmen in der neu auf dem Gartengrundstück des Gutes etwa einen Meter tief in die bogen in der gleichen Partei mit Frizz Adler und Otto tralen 50- Kilometer- Bone schon in Ausführung begriffen feien. Erde bergraben. Das Gut Neu- Rosow bei Pommernsdorf gehört Bauer, in der Schweiz Grimm und Grenlich, in Es wird gefordert, daß der Bau der zweigleifigen Strede Ham- bem als Ergreaktionär bekannten Herrn Bienstein, der zugleich Frankreich Longuet und Renaudel. Und in Italien born- Geldern sofort eingestellt wird, die Strecke Osterath- Holz- Borsigender des Pommerschen Landbundes, Kreisgruppe Random, ist. finden wir desgleichen Turati und Serrati in der gleichen Partei. Wir oerlangen nichts, als was dort bereits vor- Händen ist. Dieselben Ecgensätze, die bei uns bestehen, finden sich auch in jenen Ländern. Aber zum Unterschied von uns führen sie dort sie nicht zur Bildung getrennter Organisationen, fondern werden innerhalb der gleichen Organisation ausgefochten. Als in Oesterreich die Sozialdemokratie in die Koalition hineinging, enipsand gar mancher der Genossen lebhafte Be- denken gegen diesen Schritt. Aber man hütete sich, es darob zur Spaltung kommen zu lassen. Das hätte die Sache stur verschlechtert.' Und wieder, als unsere Partei dort aus der Koalition herausging, hielten das nicht wenige unserer Ge- nassen für oerfehlt. Aber als ein noch weit größerer Fehler wäre ihnen eine Spaltung erschienen. Wir fordern also mit der Einigung nichts Unerhörtes, nichts, was nicht bei den uns nächststehenden Bruderparteien bereits bestände. Wir wiederholen es: die Einigung bedeutet nicht die Ka- piwlation. Sie bedeutet nicht das Ausgeben der eigenen Ueberzeugungen, sondern nur dos Aufheben des Bersechtens dieser Ueberzeugungen innerhalb einer kleineren Organisation. Die Einigung bedeutet, daß jeder von uns die Möglich- keit bekommt, zu einem weitaus größeren Kreise als bisher, zu der großen Mehrheit. des Gesamtproletariats nicht als Organisationsfremder, nicht als Feind, sondern als Genosse zu sprechen und daher mit größerer Bereitwilligkeit und geringerer Voreingenommenheit gehört zu werden. Es sind dieselben Proletarier bei der SPD. wie bei uns; sie leben in derselben Klassenlage, haben dieselben Interessen, die gleichen Gegner. Wer von uns daran zweifelt, sie bei voller Freiheit der Propaganda für seine Anschauungen zu gewinnen, bekundet damit im Grunde mir einen Zweifel an der Güte seiner Sache oder an den Fähigkeiten seiner Person. Einzelne mögen ihren persönlichen Ein- fluß durch dieEinigungverlieren. Die große gemeinsame Sache der Befreiung des Pro- letariats kann dadurch nur gewinnen. Ge- lingt es uns, mit derParole der sofortigen Einigung Eindruck' auf größere Teile der USP. zu erzielen, dann haben wir prak- tisch Wichtiges geleistet. Gelingt es uns nicht, bann ist wenigstens für mich die Kon- sequenz klar gegeben. Für mich steht es fest: Die große Mehrheit der Mitglieder der USP. stellt wohl einen höchst wertvollen Teil der Gesamt- arniee des deutschen Proletariats dar. Sie hat sich um dessen Befreiungskampf wohl verdient gemacht. Aber die Zeit ist vorbei, wo sie in dem Zustand der Absplitterung von der Gesamtpartei noch nützuch wirken könnte. Ihre isolierte Existenz kann unserer großen Sache nur noch schaden, nichts mehr nützen. Dagegen werden die Masten der USP. und ihre sozial- demokratischen Vertreter durch ihre Vereinigung mit der SPD. diese nicht nur zahlenmäßig erweitern,, sondern auch anfeuernd und belebend aus sie wirken, die Werbekraft der neugeschaffe- nen Eesamtpartei vergrößern, ihre politische Wucht stärken, so den Moment beschleunigen, in dem das deutsche sozialistische Proletariat im Reiche die politische Macht ergreift, und seine Fähigkeit vermehren, diese Macht zweckmäßig und erfolgreich anzuwenden und sestzuhalten. Mögen die Kommunisten der verschiedensten Schattie- rungen in der Zersplitterung des Proletariats sein cheil und das ihre suchen. Unsere Parole muß sein: Es lebe die geeinigte Sozialdemokratie! Die oberfchlesischen Tumulte. kattowih. ZV. Mai.(Eig. Drahtbericht.) Die bedauerlichen Vorgänge in K l e i w i tz, wo am Montag selir bedenkliche Elemente die polnisch gesinnten Arbeiter der Huldschinski-Werke und der Eisenbahnwerkstätte bedrohten, mißhandelten und zum Teil ver- trieben, haben leider ähnliche Ausschreitungen in weit größerem Um» fange Im polnisch werdenden Gebiet Oberschlesiens zur Folge gc. Die Seesthlacht. Von Willi R a d o l l. Am h-uUiun J-chrttwa der Schlacht am Skagerrak ver- öffcnllichen wir diese Aufjeichnungcn eines, der dabei gewesen ist, nur Erbauung aNer Ariegsenibusiasten. Die Schlacht Haitz vor Stunden schon begonnen und wurde immer beftiger. Jeder Mann auf dem Schiff hatte vollauf auf feiner„Klar-Schiff-Station" zu tun. Ich selbst war als Maat in einer Munitionskammer im Vorschiff und hatte mit den mir zu- geteilten 12 Leuten die Kartuschen für den vorderen Turm herauf- zubefördern. Wir hatten schon mehrere schwere Treffer an Bord, wie wir selbst an der starken Erschütterung und dem Krachen gemerkt hatten, und gleich darauf kamen dann auch die betreffenden Mcl- düngen:„Treffer in Abteilung II Backbord, Abteilung I! über dem Panzerdeck lauft voll Wasser, anliegende Abteilungen lasten sich halten, Volllreffer in Backbord II Kasematte, Geschütz ausgefallen, Personal tot: schwerer Volltreffer in Abteilung XII in den Gc- fcchtsverbandsplatz, Arzt und Sanitätspersonal sowie die Der- wundsten tot" usw. Beruhigend waren diese Meldungen gerade nicht, doch wurde unentwegt weiter gearbeitet, da unser Turm immer weiter schoß. Da ging plötzlich das Licht aus, während über uns ein Krachen und Bersten war, als ob dos ganze Schiff auseinander fliegen sollte. Ich sprang cm das Sprachrohr, doch drang aus demselben mir ein gelber, dicker Rauch entgegen.„Gasmasken aufl" schrie ich. Doch ich merkte bald, doß keine Gase eindrangen. Nun ging ich ans Sprachrohr und brüllte hinein, was die Lungen her- gaben. Niemand meldete sich oben, auch auf wiederholte» Pfeifen nicht. Also war der Turm ausgefallen. Was nun? Daß noch dauernd unsere anderen Geschütze ihre Stimmen ertönen ließen. hörten wir und das beruhigte uns, denn rs war ein Zeichen, daß das Schiff immer noch gefcchtstlar war. Wir halsen uns mit der Notbeleuchtung aus. Unsere 2lrbeit war zu End«. Niemand ver- langte nach unseren Geschossen, und wir selbst konnten auch keine Verständigung erhalten, weder durch die Sprachrohre noch durch Klopfen an den Wänden der benachbarten Zlbbeilungen. Es herrschte eine brennende blitze in dem Raum, da jegliche Ventilation bei Beginn der Schlacht abgestellt wird. Jetzt war es mittlerweile 11 Uhr geworden und die Schlacht schien zu Ende zu sein, da nur noch ab und zu ein Schuß abgegeben wurde. So hatten wir etwa zehn Minuten gesessen, da— ein furchtbarer Stoß ließ uns hochfahren, doch taumelten wir gleich danach zu Voden. Mir war, als ob das Schiff hochgehoben wurde und dann legte es sich ganz stark nach Steuerbord über. Das ist deine letzte Stunde, war mein erster Gedanke. Und dasselbe dachte wohl ein jeder van uns. Doch nicht lange sollte uns die Erstarrung festhalten. Was ist das' Da sickerte Wasser durch den Munitions» schacht herunter! Jetzt sickert es nicht mehr, sondern läuft schon im hellen Strom, der von Minute zu Minute stärker wird.„Das Schiff geht unter!" rufe ick, nein, brüllte ich...alle Mann nach oben!" Doch ohne mein Rufen hatte jeder schon den Ernst der Zage erkannt. Also das Luck nach oben öffnen, um das bißchen Leben nach z,, retten Doch schreckensbleich starren wir im nächsten Augenblick hinauf: Auch durch dieses Luck sickert schon Master! Trotzdem müssen wir hindurch. Soviel wie ankommen können, habt. Heute morgen brachen In dm meisten Industrieorten Polnstch- Oberschlesiens nationalistische Unruhen aus. In Laurahütte, Eichenau, Domb, Zolenze, Bismarckhütte. Katto- witz und anderen Orten rotteten sich Hunderte von Personen zu- sammen und durchzogen unter Borantragen der weih-roten Fahne die Orte. In Bismarckhütte und Zalenze stürmte die Menge die Schlafhäuser, mißhandelte die deutschen Arbeiter und trieb sie zum Orte hinaus. Ip-Kattowitz sind Hunderle von Flucht- lingen versammelt, deren Abtransport ungeheure Schwierigkeiten verursacht. Die Bewegung scheint von langer Hand vorbereitet mor- den zu sein. Die bedauerlichen Borgänge in Gleiwitz waren jeden- falls nur der willkommene Anlaß zum Ausbruch. Die nationa'.isti- scheu Drahtzieher im polnischen Lager wollen jedenfalls auf diese Weise die ihnen unbequemen deutschen Elemente noch vor der end» gültigen Festlegung der Grenze verdrängen. Weiter ist es ihnen wohl darum zu tun, die polnisch denkenden Arbeiter und Beamten aus dem deutsch bleibenden Gebiet nach dem polnischen Gebiet hin. überzubekommen, um mit ihrer Hilfe später den Eisenbahnbetrieb aufrechterhalten zu können. In den Morgenstunden wurden zahl» reiche Flugblätter in den Industrieorten verbreitet, die weitere Gewaltmaßnahmen gegen die deutsche Bevölkerung als Repressalie für GleiwlH androhen. Bezeichnend ist, daß die pol» nische„Grenzzeitnng" heute morgen ankündigte, daß die Besetzung des polnischen Gebiets durch die polnischn Truppen um vier» zehn Tage verschoben werden müsse. Die Gründe da» für sind nicht recht einleuchtend. Sollten die Warschauer Machthaber vielleicht absichtlich ihre Machtmittel fernhalten, um für die kommenden Ausschreitungen nicht verantwort» l i ch gemocht werden zu können? Die Arbeitsgemeinschaft für das oberschlesische Industriegebiet, die wirtschaftliche Vertretung der Arbeitgeber und Arbeiter aller Richtungen und Nationen versuchte heute nachmittag in Katto» witz, sich auf eine Beruhigungsaktion zu einigen. Leider arteten die Verhandlungen zu stürmischen Austritten aus. Bis 6 Uhr nachmittags war eine Verständigung mit polnischen Nationa- listen nicht erreicht. Anscheinend richtet sich die Erbitterung nicht nur gegen die Deutschen an sich, sondern auch gegen die Sozia- l i st e n. Man macht ihnen den Vorwurf, daß sie nicht treu genug zu Polen halten. Mitglieder der Polnischen Sozialistischen Partei werden ebenso wie die Deutschen oerfolgt. Die Interalliierte Kom» Mission scheint diesem Treiben gleichgültig gegenüberzustehen. Tarnowih, 30. Mai. lWTB.) In der vergangenen Nacht wurden hier Plakate angeschlagen, in denen aufgefordert wird, für jeden Angriff auf polnisch Gesinnte, wie sie angeblich in letzter Zeit häufiger von„deuffchen Fanatikern" ausgeführt worden sein sollen, an einem Reichsdeutschen(Heimattreuen) Vergeltung zu üben. « Ten slbivergeschädigien Oberschlesiern. deren Gewerbe, Hand» werk, Handel durcb Krieg, Aufruhr durch LandeSzerreißung ge» ichädigt wurde», soll Geldhilse vom Reich und Preußen werden.— Wojwode von Polnisch- Oberschlesien wird Rh in er; er läßt einen provisorischen Landtag durch die Warschauer Regierung er- nennen. Der Krull-prozeß unterbrochen. In der Bewei-aufnabme wird als erster Zeuge Rechtsanwalt Dr. Paul L e v y- Frankfurt o. M. vernommen. Der Angeklagte Bracht habe ihm erklärt, es würde an die Hergabe der Uhr die Er- Wartung geknüpft, daß die Wirtin des Krufl, welcher K. eine größere Summe schulde, ein Teil dieser Summe erstattet würde. Der Zeuge behauptet u. a., daß nicht e r, sondern Bracht i h m die An- regung gegeben habe, wichtige politische Papiere ihm zu überlassen. Zeugin Frau Jacob, eine Freundin Rosa Luxemburgs, hat ihre Uhr, einen Anhänger und ein Paar Handschuhe zurückerhalten. Kaufmann Mar Kupfer bekundet, daß Krull ihm seinerzeit erzählte, er habe die Absicht, die Sachen den Angehörigen wieder zuzustellen,«r warte bloß auf den letzten Moment, weil er angesichts der in ber linksradikolen Presse erschienenen heftigen Artikel nicht in die Sache verwickell werden möchte. Nach Schluß der kurzen Beweisaufnahme plädierte Staats- anwaltschastsrat Dr. Ort m a n n auf Schuldig gegen beide Ange- klagte. Die Uhr muh der Luxemburg kurz vor ihrer Ermordung entwendet worden sein, die Papiere, Zeugnisse, Photographien bei der Durchsuchung in ihrer Wohnung. Krull habe die Sachen in diebischer Absicht sich angeeignet. Bei Bracht liege Hehlerei vor. Er habe die Absicht gehabt, die Uhr zu verwerten, wie aus seinem Verhalten In der Redaktion der„Roten Fahne" hervorgehe. Zur Strasabmessung sei zu berücksichtigen, daß es sich doch um Gegen- stemmen sich dagegen, um es hochzuheben. Es ist vergeblich. Wir wußten, ohne daß es jemand aussprach: Wir sind eingeschlossen. Das einzige, was wir noch tun konnten, war, daß wir uns in die eigentliche Munitionskammer zurückzogen und' die Tür, die diese Kammer mit dem Aufzug verband, fest hinter uns schlössen. Das taten wir dann auch und waren nun, wie wir uns gleich über- zeugten, von allen Seiten von Wasser umgeben. Stumpfsinnig hatten wir uns wieder hingesetzt, einige lagen auch am Boden. Ich hatte noch einen Hoffnungsschimmer. Das Schiff konnte vielleicht doch noch in den heimatlichen Hafen zurück- kehren, und da standen meine Lieben mir vor Augen, meine Frau und mein Kind. Dieser Gedanke stärkte'mich, so daß ich überlegen konnte, was nun zu tun sei. Erst einmal mit Licht sparen. Fünf Lampen brannten jetzt, doch eine genügte. Nun zusehen, ob Luft zu bekommen war. Noch einmal klopfte ich selbst alle Wände ab, aber überall der helle Ton, der mir ankündigte, daß sich auf allen Seiten Wasser befand. Nur die Tür gab einen hohlen Ton von sich, daraus konnte ich schließen, daß dieser Raum noch leer war. Es war nur ein kleiner Raum dahinter, der ebenfalls voll Munition war, und beim Abklopfen der Wände ergab sich auch hier» daß ringsumher schon Wasser war. Die Schlacht war in der Nähe des Stagerrali geschlagen, mithin hatten wir mindestens 12 bis 15 Stunden bis zum nächsten Hafen. Außerdem konnte das Schiff jeden Augenblick noch solch einen Treffer erhalten, wie derjenige gewesen war, der uns eingeschlossen hatte. Wir hatten auch keine Ahnung, wie die Schlacht für uns ausgefallen war. und das wußte jeder von uns: dem Engländer wird das Schiff nicht überlassen. Ist es nicht mehr zu halten, ja wird es unweigerlich in dir Luft gesprengt. Zu diesen Gedanken. die un, fast gär keine Hoffnung ließen, kam nun noch die immer schlechter werdende Lust, die das Atmen erschwerte, und so konnten wir wohl ungefähr den Zeitpunkt berechnen, der der letzte füx uns sein mußte. Wieder und immer wieder hatte ich durch das Sprach» rohr gepfiffen und gerufen, doch niemand meldet« sich, und nun auch entmutigt und erschöpft, ließ ich mich auf einen Kasten nieder. Aufstöhnend schlug ich die Hände vor das Gesicht. Hatte ich ge- stöhnt? Nein, es war ein anderer, der Laut war aus dem kleinen Nebenraum gekommen. Ich stand auf, steckte eine Lampe an und leuchtete hinein. Da liegt einer meiner Leute auf dem Boden. Ich rufe ihn an, bekomme aber keine Antwort, und wie ich mich zu ihm hinuntcrbeuge, sehe ich um ihn große Blutlachen. Er hatte sich die Pulsadern geöffnet, und ehe wir ihn noch verbinden tonnten, hauchte er fein Leben aus. Jetzt kamen neue Martern für uns. Seit Stunden schon war unsere Kaffeekanne leer, die wir vor dem Gefecht gefüllt mit hinuntergenommen hatten. Brennender Durst quälte uns alle, und nichts mehr zu trinken. Sollten wir denn alle Leiden erst durch- kosten? Auch mich überkam das Verlangen, dem Leben ein Ende zu machen, doch hielt mich der Gedanke an meine Lieben davon zurück. Es war mittlerweile 4 Uhr morgens geworden. Stumpfsinnig und erschöpft lagen wir auf dem Boden. Einige Ichliesen, andere hatten das Gesicht in den Händen verborgen, beteten sie, oder wollten sie darunter die Tränen verbergen? Hoffnungslos überließ auch ich mich jetzt dem Verderben. Ich zählte noch einmal meine Leidens- geführten. Es fehlen wieder zwei.. Ich ahnte, ja wußte, daß sie dem Beijpiel ihres Kameraden gefolgt waren, und ich sie im Neben- stände handelt, die für gewisse Kreise ein wertvolle, Objekt de. An, denken? seien, der Diebstahl einen Akt-der Pietätlosigkeit darstelle und bei krull doch immerhin ein verdacht der Ermordung der Rosa Luxemburg vorliege. Der Staat»nwalt beantragte gegen die Angeklagten je 3 Monate Gefängnis. Rechtsanwalt Bahn widersprach energisch der Behauptung, daß auf Krull noch immer der Schalten eines Mordverdachts ruhe: denn auf Beschluß der Strafkammer sei das Verfahren wegen Mllrdes eingestellt worden. Was den angeblichen Diebstahl betrifft, so liegt über der ganzen Angelegenheit und die Ereignisse ein dunkler Schleier, alles schwebe in der Lust, für eine diebische Absicht des Krull sei nichts erwiesen. Der Angeklagte habe nimmermehr die Absicht gehabt, die Sachen sich rechtswidrig zuzueignen. Man müsse doch die Aufregung der damaligen Zeit bedenken und die Tatsache. � daß der Angeklagte, der lange Zeit für das Vaterland gekäinpst und die höchsten Auszeichnungen sich erworben hat, unmöglich als-in Dieb bewertet werden könne. Der Llngeklagte werde von den Links- radikalen mit fanatischem Haß verfolgt, die mit Gewalt ihn zum Mörder der Rosa Luxemburg stempeln wollen. Hierauf stellte der Vorsitzende fest, daß die Verhandlung abgebrochen werden müsse, da der als Ersatzrichter eingesprungene Landgerichtsrat anderweitige unaufschiebbare Amtshandlungen vor, zunehmen habe. �, Die Verhandlung soll am Donnerstag, 1 Uhr. fortgesetzt werden._ Die Inszenierung ües Noskaue? Prozesses. lieber Helstngfors wird dem Auslavdvverkreker der Partei der Sozialislenrevolutlonäre gemeldet: Am 26. Mai organisierte die Leitung der Russischen Sommuuistischeu Partei in Moskau im Hof« des presnaer Bezirkssowjets eine„Boiksverjammiung" aus Anlaß des bevorstehenden Prozesses gegen die Sozialrevolutionäre. An alle Fabrikbetriebe und an sämtliche Truppenteile der Moskauer Garuisou erging der Befehl, mit Fahnen und Musik zur Ver. sammlung zu kommen. Als Redner trat der ehemalige Oberbefehls. haber und Milankläger im bevorstehenden Prozeh k r y l e n k o auf. Das Gebäude des Sowjets wurde durch das„Bataillon zur besondereu Verwendung" auf das strengste bewacht. Vor den aufgepflanzten Bajonetten der Kommunistischen Garde muhle die Versammlung eine Beschlußfassung billigen, welche ein.strenge, proletarisches Gericht gegen die Verräter an der Sache der Revo- lution" fordert._ Günstiger Ginöruck der deutschen Antwort. Brüssel. A. Mai.(MTB.) wie dl« Ztgeuce Beige meldet. ist der Eindruck, den die deutsche Antwortnote an die Repara- tionskommission in alliierten Kreisen hervorgerufen hat. durch-, aus günstig. Paris, ZV. Mai.(EE.) Die Reparationskommissioq pruste heute eingehend weiterhin die Antwortnote der deutschen Re» gierung und stellte fest, daß die deutsche Regierung die Berein- barungen, die Dk. Hermes mit der Reparationskommission ge- troffen hatte. Wort für Wort genau übersetzt hat. Dies« wortgetreue Uebersetzung ist die Ursache von Meinungsoerschieden- Helten und Widersprüchen gewesen, die jedoch sofort telegraphisch aufgeklärt werden konnten. Infolgedessen erklärte sich die Rc- parafionskommission heute von den Teilen der deutschen Antwort- note, die das Gleichgewicht des deutschen Haushalts, die schwebende Schuld, die Einsetzung der Finanzkontrolle und die Maßnahmen gegen die Kapitalslucht betreffen, durchaus befriedigt. Ferner er- klärte die Reparationskommission, daß dagegen die Teile der Note, die das Statut der Reichsbant und die inneren Statt- st i k e n behandeln, eine eigene Arbeit der Reichsregierung darstellen. Diese Teile der Note werden von der Reparations- kommissson noch geprüft werden. Dasselbe trifft für die beiden Anhänge zu, von denen der eine über die Zwangsanleihe übrigens heute noch nicht im Besitz der Reparationskommission war. Aus diesem Grunde wird eine offizielle'Zustimmung?- ertlärung der Reparationskommission zu der deutschen Note heute noch nicht gegeben werden. Man kann jedoch mit aller Be- stimmtheit annehmen, daß nach endgültiger Prüfung die Entschei- dung der Kommisston in günstigem Sinne getroffen werden wird. räum finden würde. Doch wozu sie hindern, ihren Qualen ein Ende zu machen? Bald war es ja mit uns allen vorbei. Da springt plötzlich einer von den Matrosen auf, brüllt unsinnig?» Zeug imd stürzt sich auf einen Kameraden, den er erwürgen will. Der Mann ist wahnsinnig geworden. Wir springen hinzu und unseren vereinten Kräften gelingt es, den Tobsüchtigen zu fesseln. Um uns vor ihm noch weiter zu sichern, bringen wir ihn in die Kammer nebenan, wo. wie ich schon vermutete, jetzt schon drci Leichen lagen. Ein Grauen schüttelte mich, soll auch uns allen noch dies Schicksal bevorstehen? Es ist ja gräßlich, das nur aus- zudenken. Noch einmal will ich das Sprachrohr versuchen. Ich schleppe mich hin und pfeife mit letzter Kraft mehrere Male hin» durch. Ha, was ist das, da meldet sich ja plötzlich jemand». „Achtungl" ruft es herunter. Mir vergehen die Sinne und ich fall« ohnmächtig zurück. Wie lange ich so gelegen, ich weiß es nicht. Wie ich erwache, sehe ich mehrere meiner Leidensgefährten um mich herum, die mir erzählen, daß sie jetzt dauernd Verbindung mit dem Deck hätten, daß man uns retten wolle, und wir nur noch etwas warten müßten. Das Schiff sei schon aus dem Heimweg. Das Wichtigste war jetzt frische Lust. Ich ging ans Sprach» rohr und machte Meldung über unser Befinden, fragte auch gleich an, ob durch das Sprachrohr nicht ein Lufffchlauch heruntergelassen werden könnte, und erfuhr, daß man oben schon dabei sei, uns vermittels der Torpedoluftpumpe Luft' heruntcrzupumpcn. Es dauerte dann auch keine halbe Stunde, da wurde ein dünner Schlauch durch das' Rohr hindurchgelassen und gleich darauf strömte frische Lust herein, während dir schlechte seitlich des dünnen Schlauches au» dem Sprachrohr herausgedrückt wurde. Vor dem Ersticken waren wir jetzt gerettet und jubelnd atmeten wir in vollen Zügen die frische Gottesluft ein. Nun mußte aber auch unser Durst gestillt werden. Ich pfiff also wieder und konnte unseren Wunsch nach oben geben. In kurzer' Zeit wurde dann durch denselben Schlauch Wasser hcruntergegossen. Nachdem wir in vollen Zügen uns damit gestärkt hatten, befiel mich eine solche Müdigkeit, daß ich kaum widerstehen konnte. Doch wir mußten durch das Sprachrohr stets mit dem Deck Anschluß behalten. So hieß ich alle, sich zum Schlafen niederleaen, während ich die erste Stunde wachen wollte, Schon in der nächsten Minute lag alles im tiefften Schlaf. Hatten wir doch fast 2g Stunden nicht mehr an Schlafen denken können, dazu kam nun noch die schwere Arbeit und Nervenanstrengung während der Schlacht. Nur mit der größten Mühe erhielt ich mich selbst munter, indem ich mir ab und zu Wasser über den Kopf und die Hände goß. Nun oersuchte ich. nähere Mitteilungen zu er- langen, und erfuhr, daß das Schiff sehr schwer beschädigt sei. Der letzte furchtbare Stoß sei ein Torpedotresfer �gewesen und habe das ganze Vorschiff unter Wasser gesetzt, das Schiff tauche vorn mit der Back so tief, daß das Wasser über die Back hinweglpüle, außer- dem fahre es deswegen dauernd rückwärts, doch hoffte man, in etwa 8 bis 10 Stunden im Hasen zu sein. Das waren ja ganz tröstliche Aussichten, und ich a>cr_ jetzt wieder guten Mutes, Nach einer Stunde weckte ich den ersten meiner Leute, der nun die Wache oin Sprachrohr übernehmen mußte. Vorher sah ich noch einmal nach dem Gefesselten. Er lag ruhig und schien auch zu schlafen. Erst nach sechs Stunden wachte ich auf, und zwar um 12 Ilhk mittags. Wir waren jetzt all« erfrischt und sahen mit neurm Mch Deutschlands Antwort an die Reparationskommission. Die der Reparationsfommission am 29. d. M. durch die deutsche Kriegslastenkommission in Paris übergebene Note hat folgenden Wortlaut: Unter Bezugnahme auf Ihre Note vom 9. Mai d. J. und die Besprechungen, welche inzwischen in Paris stattgefunden haben, be- j ehrt sich die deutsche Regierung, in der Anlage einen Plan über die Einnahmen und Ausgaben des Reiches im Rechnungsjahr 1922 mitzuteilen, der auf Grund eingehender Nachprüfung gemäß der Note der Reparationsfommission vom 21. März 1922 und der erwähnten Note der deutschen Regierung vom 9. Mai 1922 aufgestellt worden ist. Die Erhöhung der Einnahmen gegenüber dem zurzeit dem Deutschen Reichstag vorliegenden Haus gegenüber dem zurzeit dem Deutschen Reichstag vorliegenden Haus haltsplan beruht auf einer erneuten Schäßung der deutschen Stenern einschließlich des Steuerkompromisses unter Berücksichtigung des in letzter Zeit ermittelten Auffommens des vorangegangenen Jahres und der seit der letzten Schäßung fortgeschrittenen Geldentwertung. wenn davon mehr als die Hälfte abgelaufen ist, binnen sechs Mo-| Die deutsche Regierung wird der Reparationsfommiffion vor naten ein Betrag beschafft wird, welcher nicht geringer ist als die dem 30. Juni 1922 das Programm für die oben erwähnten Maßbereits vorhandene und jede bis zum Ende des Rechnungsjahres nahmen mitteilen. Autonomie der Reichsbank. voraussichtlich noch weiter entstehende Ueberschreitung. Das vorstehende Berfahren unterliegt bis auf weiteres folgenden Maßgaben: Die volle Unabhängigkeit der Reichsbant gegenüber der deutschen Regierung ist durch das Gefeß vom 26. Mai d. I. sichergestellt. Statistit. a) Solange noch feine Eingänge aus auswärtigen Anleihen zur Verfügung stehen, um die von der deutschen Regierung in Erfüllung von Berpflichtungen auf Grund des Vertrages von Versailles feit Veröffentlichungen wieder auf der Basis der Borkriegszeit Die deutsche Regierung hat angeordnet, daß die statistischen dem 1. April 1922 in ausländischen Zahlungsmitteln geleisteten erfolgen; fie wird dem Garantiekomitee eine Aufzeichnung über den Zahlungen zu deden, wird für die Feststellung, ob und inwieweit gegenwärtigen Stand dieser Veröffentlichungen mitteilen und schlägt eine Ueberschreitung des normalen Höchftbetrages vorliegt, ein Be- vor, die auf dem Gebiete der Statiſtik liegenden Fragen mit dem frag in Höhe des Papiermart- Gegenwertes der vor- Garantiekomitee im einzelnen zu erörtern. Bei Abgabe der vorstehenden Erklärung geht die deutsche läufig auf diese Weise nicht gedeckten Gejamtheit der genannten Zahlungen dem Stande der schwebenden Schuld vom 31. Mai 1922 Regierung davon aus, daß die Reparationsfommission die in hinzugerechnet. der Entscheidung vom 21. März 1922 für das Jahr 1922 vorb) Alle Eingänge aus auswärtigen Anleihen gesehene Regelung der Reparationsleistungen nunmehr für Zu den Ausgaben wird folgendes bemerkt: follen zur völligen Rückzahlung dieses zum normalen Höchstbetrag endgültig erklären wird. gez. Dr. Mirth. Die Zuschüsse für die Betriebsverwaltungen sind beseitigt. hinzugerechneten Betrages verwandt werden, und zwar mit VorFür die Lebensmittelverbilligung sind für das Jahr rang vor allen anderen Verwendungszwecken, vorbehaltlich der auf 1922 nur noch 950 millionen gegenüber 17,2 milliarden Grund des Vertrages von Versailles in ausländischen ZahlungsMart im Jahre 1921 vorgesehen. Im übrigen sind die Subventionen und Subsidien, soweit es die Rücksicht auf bestehende Ber- miffeln zu begleichenden Verbindlichkeiten und solchen anderen pflichtungen und die Möglichkeit der Aenderung der Organisation Caffen, hinsichtlich derer die Reparationsfommission auf Ersuchen zuließ, weggefallen und weitere Streichungen bei den Ausgabe- der deutschen Regierung ihre Zustimmung besonders erteilt. anfäßen vorgenommen. Auf diese Weise sind im Haushalt 1922 gegenüber 1921 Ausgaben im Betrage von 24,5 milliarden abgefeht worden. Bei den außerordentlichen Haushalten der allgemeinen Reichs verwaltung und den Betriebsverwaltungen sind, wie die Schlußbemerkung zu dem anliegenden Plan ergibt, gegenüber den Ansätzen des Etats Ersparnisse in Höhe von mindestens 3 Milliarden Mart in Aussicht genommen. Die Erzielung weiterer Ersparniffe innerhalb der Reichsverwaltung ist in die Wege geleitet. Um die Durchführung der er forderlichen Maßnahmen zu sichern, hat die deutsche Regierung neuerdings beschlossen, im Reichsfinanzministerium einen besonderen Rommissar zu bestellen. Schwebende Schuld. Die deutsche Regierung ist entschloffen, sich aufs eifrigste zu bemühen, jedes weitere Anwachsen der schwebenden Schuid zu verhindern. Sie ist jedoch davon überzeugt, daß unter den gegenwärtigen finanziellen Verhältnissen solche Anstrengungen nicht durchgeführt werden können, wenn Deutschland nicht eine aus reichende Unterstützung im Wege einer äußeren Anleihe erhält. Borausgesetzt, daß diese Unterstützung binnen angemeffener Frift verfügbar wird, unternimmt es die deutsche Regierung, fich mit der Angelegenheit auf folgender Grundlage zu befassen: 1. Der Stand der schwebenden Schuld vom 31. März 1922 gilt von jetzt ab als der normale Höchstbetrag. Nachprüfungen. Auf der Grundlage des Schreibens der Reparationsfommission vom 21. März 1922 erklärt sich die deutsche Regierung grundsäglich mit den in diefem Schreiben vorgesehenen Nachprüfungen ein verstanden. Sie geht dabei davon aus, daß diese Nachprüfungen die Souveränität Deutschlands nicht antasten, den geregelten Gang der Verwaltung nicht stören und in die durch das Steuergeheimnis geschüßten Vermögensverhältniffe und Angelegenheiten der einzelnen Steuerpflichtigen nicht eindringen dürfen. Was die Einnahmen anlangt, so wird die deutsche Regierung dem Garantiefomitee ohne Berzögerung alle gefeßlichen oder reglementarischen Bestimmungen mitteilen; sie wird mit dem Garantiefomitee über die Maßnahmen zur Anwendung der Steuer- und Tarifgesetzgebung ins Benehmen treten und ihm alle notwendigen Erleichterungen zur Nachprüfung ihrer Ausführung gewähren. Was die Ausgaben anlangt, so muß die deutsche Regierung darauf hinweisen, daß es in Deutschland bereits eine Prüfung des Ausgabendienstes gibt, die dazu dient, Etatsüberschreitungen zu perhüten; sie ist bereit, die Wirksamkeit dieser Prüfung so weit wie irgend erforderlich zu verstärken. Die deutsche Regierung wird dem Garantiefomiter jede Möglichkeit geben, sich über die Wirksamkeit der geübten Prüfung zu vergewissern. Der neue Reichshaushaltsplan. Der in der Note erwähnte Plan über die Einnahmen und Ausgaben des Reiches im Rechnungsjahr 1922 hat im wesentlichen folgenden Inhalt: 115,500 1. Ordentliche Einnahmen und Ausgaben der allgemeinen Reichsverwaltung. Einnahmen:" Beträge in Milliarden Mart: Der Boranschlag für 1922 schloß nach dem bisherigen Ergebnis der Schäßungen ab mit. Im Hinblick auf die Veränderung des Geldwertes und unter Berücksichtigung der in lezter Zeit getroffenen Feststellungen über den Eingang der Steuern ist für 1922 einschließlich der Einnahmen aus der Zwangsanleihe mit Mehrerträgen zu rechnen in Höhe von rund zusammen: Ausgaben: 79,200 194,700 Beträge in Milliarden Mark: 99,000 Nach dem bisherigen Ergebnis waren die Ausgaben des ordentlichen Haushalts für 1922 geschätzt auf.... hierzu treten infolge der Erhöhung der Teuerungsauschläge für die Beamten und Angestellten, der Mehrüberweisungen an die Länder und Gemeinden aus Anlaß der Besoldungserhöhungen und der Mehraufwendungen für die gesetzlichen Anteile der Länder und Gemeinden an den Steuererträgen Mehrausgaben in Höhe von Gesamtausgabe für 1922: 123,875 Abschluß. Ueber die Einzelheiten der oben bezeichneten Nachprüfungen Gesamteinnahme für 1922 wird die deutsche Regierung mit dem Garantiefomitee ins Benehmen Gesamtausgabe für 1922 treten. Kapitalflucht. Im Hinblick auf die starte Inanspruchnahme der Reichsregierung, 2. Wenn am 30. Juni 1922 oder am letzten Tage eines der insbesondere durch die Borbereitung und Verabschiedung des Steuerfompromisses sowie auf die anschließende wochenlange Behinderung folgenden Monate der Betrag der schwebenden Schuld den normalen mehrerer ihrer Mitglieder durch die Verhandlungen der Konferenz Höchstbetrag überschreitet, so werden Schritte getan werden, um in Genua ist es der Reichsregierung nicht möglich gewesen, die ficherzustellen, daß die Ueberschreitung innerhalb der folgen- Frage neuer Vorschläge über Maßnahmen zur Rüdführung geden drei Monate zurüdgezahlt wird, und zwar entweder flüchteten Kapitals und zur Bekämpfung der Kapitalflucht ab a) mit Hilfe von Eingängen, welche die Ausgaben in den drei schließend zu klären. Sie ist aber mit der ReparationskommisMonaten übersteigen, soweit folaje Eingänge verfügbar sein sollten, sion darin einig, daß alles getan werden muß, um das angegebene Ziel zu erreichen. oder höht. b) durch die Aufnahme von Krediten auf andere Weise als bei der Reichsbank und in einer Form, die nicht die Inflation erWenn trotz dieser Schritte der Betrag der schwebenden Schuld am Ende der drei Monate noch den normalen Höchstbetrag überschreitet, wird die deutsche Regierung alsbald Borschläge für den Ausbau des Steuersystems einbringen und alles tun, um ihre Annahme im Wege der deutschen Gesetzgebung zu erreichen mit dem Ziel, daß noch in dem jeweils laufenden Rechnungsjahr oder, Mit Rüdficht auf die zu erwartende Gestaltung der Verhältnisse mißt die deutsche Regierung der Rückführung der geflüchteten Rapitalien besondere Bedeutung bei. Sie wird alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um die Rüdführung im Wege einer äußeren oder inneren Anleihe zu erreichen. Im übrigen erklärt sich die deutsche Regierung bereit, über die Einzelheiten einer Bekämpfung der Kapitalflucht mit dem Garantiefomitee ins Benehmen zu treten und auf Grund dieser Erörterung die Maßnahmen zu treffen, die geeignet erscheinen, die Rapitalflucht zu verhindern. den kommenden Ereignissen entgegen. Daß wir noch mehrere| aufschlag und blendenden Allüren der Hand, des Gesichtsausdrucks Stunden unten in unserem Gefängnis zubringen mußten, war uns nachgedeutet. Eigentümliche Bhrafierungen hemmen den Lauf des ja allen flar, obgleich wir, wie mir der Sprachrohrposten mitteilte, Wertes, stimmen die Rhythmik um. Es ist nicht leicht, diefem selbstin furzer Zeit vor der Schleuse sein würden. Nun meldete sich sicheren und originellen Mann zu folgen, und Hagel hat schon seine auch in immer höherem Maße der Hunger, Aber das Kommando Mühe. Dennoch gelingt der Zusammenflang, der Zusammenprall. hatte schon für uns gesorgt. Durch einen Schlauch wurde uns Hafers Lezten Endes fiegt doch die Persönlichkeit Busonis, der ein Gegrüßsuppe heruntergelassen. Nun wollte ich auch dem Tobsüchtigen stalter von eigenartiger Prägnanz ist, und der, mag er mit dem Essen bringen, doch hatte dieser schon sein Leben ausgehaucht. Geäder eines heiligen Werkes umgehen, wie immer es ihn treibt, Mittlerweile hatten wir endlich die Schleuse erreicht, die den Hafen dennoch an das Herz des Kunstwerkes mit werbender Liebe und von der See abschließt, und da stellte sich heraus, daß unser Schiff mit intuitiver Begeisterung flopft. Das unterscheidet ihn von den zu tief ging, um einfahren zu können. Wir wurden nun vertröstet vielen, die exakter, solider, gefeßmäßiger spielen. Er hatte einen von Stunde zu Stunde. Die Geschüßtürme mußten durch den Riesenerfolg, weil er imftande war, ein übersättigtes und schläfriges großen Schwimmfran abgenommen werden, Kohlen wurden aus den Stammpublikum aufzurütteln. Buntern geschafft, um das Schiff zu heben. Aber alles reichte noch nicht, die einzelnen Räume mußten gedichtet werden und wurden dann leer gepumpt. So verging Stunde um Stunde, und reihte sich zu Tagen und Nächten. Was wir dort unten noch auszustehen hatten, ging fast über unsere Kraft. Lange schon hatten wir fein Licht mehr, dann nahm der Geruch, den die im Nebenraum verwesenden Leichen, sowie unsere eigenen Fäkalien ausströmten, immer mehr zu, so daß mir trotz der starken Ventilation fast daran zugrunde gingen. Endlich nach neun furchtbaren Tagen und Nächten konnte das Schiff in die Schleufe eingebracht werden, und hier durften wir endlich darauf rechnen, unserer Hölle entrinnen zu können. Die Schleuse wurde, sobald die Tore dicht waren, leergepumpt und damit lief dann auch das Wasser aus den Schiffsabteilungen heraus. Nach zehn Tagen öffnete sich endlich unser Gefängnis und wurden wir nach und nach alle herausgeschafft. Selbst gehen tonnten nur noch drei von uns, die anderen waren so schwach, daß sie herausgetragen werden mußten. Zuletzt die Toten. Und wie sahen wir aus! Von den dreizehn kräftigen jungen Männern, waren vier tot. Sechs hatten schneeweiße Haare bekommen und wir alle hatten entstellte Gesichter, die erst durch lange, sorgfältige Pflege im Lazarett wieder ihr natürliches Aussehen befamen. Heul! Heul! R. S. Zur Zeit der Hundstage findet auf dem Seren tanzplatz im Harz, der ,, Deutschen Beitung" zufolge, eine Tagung der germanischen Stämme statt. Wotan tneift sich in die Waden. Sieht er doch sein Volk versammelt: blaublichdämlich, blond verrammelt. Knüppel- Kunzes janzer Laden. Heul! Mädchen, mit viel Blech beschlagen, lassen ihre 3öpfe hängen. Nur kein unteutsch Blut vermengen! Seht ihr nicht den Kahlbaum ragen? Heul! Frigga, holde, fei uns günstig! Hüte uns, um Donars willen Dor semitischen Bazillen! Oberlehrer bähen brünstig: Heul! Und man ſchicht sich an, mit Maßen Met in das Gedärm zu füllen. Horcht bloß, Kinder, wie se brüllen! Gudt mal, Kinder, wie se asen! Heul! Da geschieht ein Gotteswunder: Thor erscheint mit seinem Hammer und zerhaut den ganzen Jammer. So geht Old- Germanien unter... Heul! 2913 Paulgen. Beethoven à la Bufoni. Während in Zürich eine internationale Musifwoche Bevorzugte in Atem hält, während Düsseldorf ein allgemein- deutsches Musikfest rüstet, will auch Berlin nicht stumm bleiben. Zur Erinnerung an das vierzigjährige Bestehen des Philharmonischen Orchesters wird ein Beethoven- Brahms- Fest angefündigt. Das macht man hier aus dem Handgelent. Dazu bedarf es feiner Vorbereitungen; das oft und gut Gespielte wird immer wieder zünden. Hereinspaziert! Aber es ist sehr leer, als Schu= mann mit sehr mattem Schwung das Schicksalslied von dem um gruppierten Chor der Singafademie intonieren läßt. Eng besetzt ist der Saal, als Busoni spielt. Zeichen der Zeit: Das Werk der alten Meister zieht nicht, wohl aber der Virtuose, der Glanzname, die Nummer. Busoni ist schon eine. Er interpretiert Beethoven à la Busoni( Es- Dur- Konzert). Er versucht, eine klassische Linie zu verwischen und ihre Seitenlinien bloßzulegen. Kraft eines UrEine gute Mottenfalle ist ein Nachtlicht. Dieses muß in einem musikanten, der Beethoven felbft im fleblichsten und lachendsten der gas, das in einem mit Waffer gefüllten Waschbecken steht, die Nacht über brennen. Die Motten werden von dem Licht angezogen und finden beim Konzerte bleibt, wird mit Spürfinn und Weisheit so gewandelt, daß Serumflattern ihren Tod in dem Wasser. Am wirtiamiten ist die Falle, die Reizfamkeit einer neurasthenischen Abwechslung bleibt. Nur wenn sich die Flamme und der Wasserspiegel im Waschbecken in gleicher Melodisches, blühend Aufklingendes wird interessant, mit Augenhöhe befinden. 24.875 194,700 128,875 Ueberschuß 70,825 II. Ausführung des Friedensvertrages. ( Ausgaben und ihre Deckung.) Ausgaben: Beträge in Milliarden Mart. Friedensvertrages für das Rechnungsjahr 1922 schloß nach den Ber Der Voranschlag des Haushalts für die Ausführung des öffentlichungen von Ende Januar 1922 mit folgenden Ausgaben ab; im ordentlichen Haushalt mit. im außerordentlichen Haushalt mit 147,687 39,844 187,581 Dieser Berechnung lagen zugrunde die Ziffern des Londoner Zahlungsplans und ein Umrechnungsverhältnis von 45 Papiermart für eine Goldmart. Auf Grund der Note der Reparationsfommission vom 21. März 1922 wurde Ende April 1922 unter Anwendung eines Umrechnungsverhältnisses von 70 Bapiermark für eine Goldmart eine neue Berechnung des Haushalts für die Ausführung des Friedensvertrages aufgestellt. Trotz der gegenüber dem Londoner Zahlungsplan niedrigeren Ziffern für Reparationsleistungen waren nunmehr infolge der Geldentwertung erforderlich: im ordentlichen Haushalt im außerordentlichen Haushalt. Zur Dedung dieses Betrages steht nach Teil I ein Betrag zur Verfügung von. • 163,159 63,310 226,469 Auf Grund neuerer Berechnungen fönnen Kürzungen borgenommen werden in Höhe von ⚫ 13,500 Bleibt Bedarf 212,969 70,825 Es bleibt somit ein Fehlbetrag von 142,144 Bei Würdigung dieses Fehlbetrages muß beachtet werden, daß: 1. aus naheliegenden Gründen ein ziemlich großer Teil des für Bezahlung der Sachleistungen vorgesehenen Betrages nicht ausgegeben werden wird, die find: 2. u. a. folgende Beträge für reine Goldzahlungen vorgesehen 50,4( 720 min.) a) Reparationsbarzahlungen b) Ausgaben für das Ausgleichsverfahren, soweit der äußere Ausgleich in Betracht kommt 31,2 1,343 c) Ausgaben für interalliierte Kommiffionen zufammen 82,943 3. in den Ausgabenfäßen von 11,002 Milliarden( 3iff. f der obigen Zusammenstellung, innere Ausgaben aus Anlaß der Ausführung des Friedensvertrages) ein Betrag von 5 Milliarden enthalten ist, der nicht in bar ausgegeben wird. Es handelt sich um eine Ermächtigung zur Ausgabe von Schuldverschreibungen und Schahanweisungen( vgl. Rap. 7 Tit. 5 des außerordentlichen Haushalts), für deren Einlösung, soweit eine solche noch im Laufe des Rechnungsjahres 1922 erfolgen sollte, ein besonderer Ausgabebetrag in Höhe von 1,5 Milliarden bei Kap. 5 Tit. 3 3iff. c des ordentlichen Haus halts vorgesehen ist. III. Schlußbemerkung. In dem Entwurf des Haushaltsgefezes find bisher folgende außerordentliche Ausgaben vorgesehen: Beträge in Milliarden Mark: a) bei der allgemeinen Reichsverwaltung 8,110 b) bei der Eisenbahnverwaltung. c) bei der Postverwaltung. . 16,986 2,466 Busammen 22,562 In Anbetracht der Geldentwertung und im Verhältnis zum Anlagefapital der Betriebsverwaltungen find diese Beträge gering. Bei der Eisenbahnverwaltung handelt es sich übrigens vornehmlich um Ergänzung des rollenden Materials, die infolge des Krieges und der Bestimmungen von Versailles notwendig ist. Die Reichsregierung hat geprüft, inwieweit noch während des Rechnungsjahres 1922 Ersparnisse erzielt werden können. Dies wird bei der allgemeinen Reichsverwaltung insoweit der Fall sein, als sich durch die Verabschiedung des Gesetzes über die Arbeits. lofenversicherung die Ausgaben für die Erwerbslosenfürsorge schaftlichen Verhältnisse zu einer Vermehrung der Er werbslosen führen sollte. Bei der Eisenbahnverwaltung ist in Aussicht genommen, daß durch äußerste Einschränkung der geplanten Bauten und Beschaffungen 3 Milliarden erspart werden. Im Anschluß an die Note werden der Reparationskommission noch Mitteilungen über den 3wangsanleihegeseb entwurf zugehen. Gm Deutschen Künstler- Theater fällt die heutige Vorstellung wegen Vorbereitungen für die am 1. Jumi stattfindende Uraufführung von„ Die ermäßigen werden, wenn nicht etwa eine Veränderung der wirt erste Nacht" aus. Gewerkschaftsbewegung bis bie Arbeitervertreter von ihrer Forderung abgegangen feien. Die| Hier kann der nach diesen Grundsägen geschriebene Kommentar nicht 7 M. für die Stunde feien nur gefordert, weil das so Mode sei. Ein nur ein Berater, sondern auch Lehrmeister sein. Zurückgehen von der Forderung mußte abgelehnt werden. Da ein Der neue Kommentar enthält eine sehr sorgfältige Erläuterung offizielles Angebot vom Arbeitgeberverband Deutscher Straßen- des BRG., die gründlich erläuterte Wahlordnung nebst Formularbahnen, Kleinbahnen und Privateisenbahnen nicht vorlag, verlief die Mustern, sämtliche Ausführungsbestimmungen, eine sehr übersichtBerhandlung refultatios. liche Zusamenstellung der in den einzelnen Ländern in Frage Das Hoch- und Untergrundbahnuntenrnehmen Berlins steht tommenden Entscheidungsstellen über Zuständigkeitsstreitigteiten ge finanziell durchaus gefestigt da. Das Geschäft floriert, so daß sehr mäß§§ 93, 103 BRG., die Verordnung vom 23. Dezember 1918, einen Auszug aus der Verordnung vom 12. Februar 1920, deswohl eine Verständigung mit der Arbeiterschaft erfolgen könnte. Zunächst haben die beteiligten Arbeiterorganisationen das gleichen aus der Gewerbeordnung und außerdem die ebenfalls Reichsarbeitsministerium angerufen, mit dem Ersuchen, noch in dieser erläuterten Gefehe über die Betriebsbilanz usw., sowie die EntsenWoche zu entscheiden. Von dieser Entscheidung wird es abhängen, dung in den Aufsichtsrat nebst Wahlordnung. Der große Flatom ob das Verkehrsleben Berlins abermals durch die Hartnäckigkeit ist somit eine gute Waffe im Kampfe um das Recht der Arbeitdes Arbeitgeberverbandes geschädigt werden soll. Die Bediensteten, nehmer. Wer eine Waffe gebrauchen will, muß ihre Handhabung Handwerker und Arbeiter der Hochbahn sind entschlossen, mit allen fennen. gewerkschaftlichen Mitteln ihre so notwendigen Löhne zu erkämpfen. Die Berliner Verwaltungen des Deutschen Verkehrsbundes, des Deutschen Metallarbeiterverbandes und des Zentralverbandes der Maschinisten und Heizer. Lohnerhöhung in den Berliner Mühlen. Verlag und Verfasser haben das ihrige getan, tun wir da unsrige, indem jeder Gewerkschaftsfunktionär und jeder Betriebsra den großen Flatow" als fein geistiges Rüstzeug erwirbt und ge hörig handhabt. Clemens Nörpel Die Forderungen der städtischen Arbeiter. Berhandlungen im Reichsarbeitsministerium. Gestern nachmittag wurde im Reichsarbeitsministerium zwischen Magistrat und Lohnkartell über die Lohnforderungen für den Mai verhandelt. Bolenste vom Gemeindearbeiterverband beantragte, die§§ 10 und 17 des Manteltarifes, die bei den letzten Berhandlungen nicht zur Zufriedenheit geregelt worden seien, gleich mit zu erledigen. Dezernent Dr. Vollbrecht ersuchte im Namen des Magistrats, die Löhne für Mai und Juni durch das Schiedsgericht festzusetzen. Zur Begründung der Arbeiterforderungen führte Polenste aus, daß im letzten Schiedsspruch der Arbeiterschaft nur eine Lohnerhöhung von 50 Pf. pro Stunde zugebilligt worden sei. Nach den Berechnungen von Silbergleit sei die Teuerung in den beiden letzten Monaten um 35 Proz. gestiegen. Gelbst wenn man beim Vergleich mit den Löhnen der Privatindustrie zugeben wolle, daß 20 Proz. Eine kommunistische Metallarbeiter- Ortsverwaltung. des Einkommens eines Kommunalarbeiters auf soziale Leistungen aus dem Manteltarif abzurechnen feien, so habe der Industrie- Der Schlichtungsausschuß Groß- Berlin hat auf Anruf des Steffin, 30. Mai.( Eigener Drahtbericht.) In einer außerordent. arbeiter heute doch ein Einkommen, das den Lohn des städtischen Verbandes der Brauerei und Mühlenarbeiter zur Regelung der lichen Generalversammlung des Metallarbeiterverbandes Arbeiters um 50 bis 55 Proz. im Mai übersteige. Für Juni habe Lohnfrage der in den Mühlen beschäftigten Arbeiter folgenden am Dienstagabend wurde u. a. über die Unfähigkeit der die Privatindustrie ihren Arbeitern einen weiteren Teuerungs- Schiedsspruch gefällt: Die Löhne werden unter Beibehaltung der fommunistischen Ortsverwaltung anläßlich des VulkanKonfliktes zu Gericht gesessen. Von dem unabhängigen Geschäftszufchlag von 25 Proz. bewilligt, und es sei deshalb nicht unbillig, 4 Pfund Freimehl in der Woche wie folgt festgesetzt: wenn die städtischen Arbeiter für Mai eine Teuerungszulage von Es erhalten in der Zeit vom 15. bis 31. Mai 1922 die ge- führer Reuter wurde darüber Beschwerde erhoben, daß die 1000 m. forderten. Ternten Arbeiter 1015 M., ungelernte 1005 M. und Frauen 675 M., Kommunisten ein 3usammenarbeiten zum Wohle der Gewerkschaft unmöglich machten. Infolgedessen hat er seine KünWochenlohn. Für die Zeit vom 1. bis einschl. 15. Juni: Gruppe a 1030 M., Gruppe b 1020 M., und die Frauen 685 M. Arbeitgeber digung eingereicht. Nach einer langen Diskussion wurde mit großer Mehrheit beschlossen, daß die Ortsverwaltung wie Arbeitnehmer nahmen den Schiedsspruch an. ihrer Aemter zu entheben sei, da ihr weiteres Verbleiben zum Schaden der Organisation ausschlagen müffe. Zugleich murde der kommunistischen Ortsverwaltung die schärffte Mißbilli. gung ausgesprochen. Der Weg für eine gedeihliche Gewerkschaftsarbeit ist damit in Stettin bei den Metallarbeitern wieder frei. Als Vertreter des Magistrats wies Dr. Bollbrecht darauf hin, daß die kommunalen Arbeiter im Monat April fast das gleiche Einkommen wie die Staatsarbeiter gehabt hätten und machte den Vorschlag, für Juni die Löhne der Staatsarbeiter als Grundlage der Neuregelung des Lohnabkommens für die städtischen Arbeiter zu machen. Um die Abwanderung der Handwerker in die Privatindustrie zu verhindern, schlage der Magistrat vor, eine 4. Lohn flaffe für Handwerker zu schaffen, die ausschließlich in ihrem Lehrfach beschäftigt werden. Staatssekretär v. Moellendorff äußerte Bedenken, in die 4. Lohnflaffe nur Facharbeiter mit Lehrbrief hineinzunehmen. Es sei dies eine Ungerechtigkeit gegenüber den Arbeitern, die ohne das Lehrzeugnis zu befizen, gleiche Leistungen aufweisen. Die Berhandlungen werden heute fortgesetzt. Die Hoch- und Untergrundbahn als Lohnzahlerin. Die bei der Berliner Hoch- und Untergrundbahn beschäftigten Bediensteten, Handwerker und Arbeiter sahen fich gezwungen, von der Direktion eine Erhöhung ihrer Löhne und Gehälter um 7 M. für die Stunde zu fordern. Der heute ablaufende Lohntarif weist folgende Stundenlöhne auf: " Der große Flatow". Betriebsrätegesetz vom 4. Februar 1920 nebst Wahlordnung, Ausführungsverordnungen und Ergänzungsgesetzen( Betriebsbilanzgesetz, Aufsichtsratsgefeß und Wahlordnung). Erläutert von Dr. Georg Flatom, Regierungsrat im Reichsarbeitsministerium. Berlin 1922, Buchhandlung Vorwärts, 328 Seite, Preis gebunden 125 M. ( später 150 m.). 0 3000 Bergarbeiter in Betracht und auch im Unterharz nur etwa 2-3000. Die Gesamtzahl der Streifenden tann also höchstens um 5000 herum liegen. Bertreter der Streifenden famen gestern mit minister Siering hat sich bereit erklärt, die Abordnung zu emp Abgeordneten zusammen nach Berlin. Der preußische Handelsfangen und sich über ihre Forderungen zu informieren. Die Harzer Berg- und Hüffenleute streifen, da der Schlichtungs ausschuß ihre Forderung auf Erhöhung des Schichtlohnes um 40. ehnt und ihnen nur 27,50 M. Zulage bewilligt hat. Eine Be Es dürfte unter den Betriebsräten und Gewerkschaftsfunktio- legschaftsversammlung in Klausthal beschloß deshalb, sofort die nären wohl nur wenige geben, die nicht sofort wissen, daß es fich Arbeit einzustellen. Die Arbeit auf allen Ober- und Unterharzer bei dem großen Flatow" um einen Kommentar des Be Werken ruht, die Notstandsarbeiten werden verrichtet. triebsrätegesezes handelt. Damit ist schon die große BeWie amtlich berichtet wird, handelt es sich um einen wilden deutung dieses Werkes gekennzeichnet. Der treue Berater der Ar- Streit. Nach der„ Roten Fahne" stehen 15 000 Oberharzer Bergbeitnehmer in ihren neuen Aufgabengebieten erscheint im Festgearbeiter im Kampf." Im ganzen Oberharz kommen jedoch nur etwa wande. Er war vom Verlag als Jubiläumsausgabe( 96.- 100. Tausend) angekündigt worden, doch sind inzwischen noch weitere 25 000 Exemplare hinzugekommen. Zum Lobe des Berlags sei gefagt: Das Papier ist gut, der Druck scharf und leicht lesbar, die Einteilung übersichtlich. Von dem Verfasser ist zu sagen, daß Dr. Flatow im Betriebsrätegesetz bewandert ist, wie wenige sonst. Das zeigt sich auf jeder Seite des Buches. Nichts beweist aber mehr die Bedeutung des BRG. als die Tatsache, daß selbst solche gewissenhafte, ausführliche Darstellung das Geseh nicht erschöpft. Hier lag eine Hauptschwierigfeit. Es galt in der Beschränkung Meister zu sein und diese Aufgabe ist bestens gelöst worden. Der Betriebsrat findet was er braucht. Der Verfasser will durch wissenschaftliche Betrachtung der Rechtsgedanken des neuen follettiven Arbeitsrechtes an die Stelle der gegenwärtigen Verwirrung auf arbeitsrechtlichem Gebiete flare Begriffe feßen". Das ist sehr zu begrüßen, denn die Verwirrung herrscht nicht nur bei Behörden, Gerichten und Unternehmern, sondern auch bei Arbeitnehmern, die oft glauben, was sie wünschen, Am 26. Mai wurde verhandelt. Mit einer verblüffenden Kalt- sei ihr Recht". Rechtsgrundsäge, Geseze, errungene Rechte und blütigkeit leugneten die Herren am Berhandlungstisch fast jede Preis- noch zu erkämpfende Forderungen, muß man fennen und auseinfteigerung im Monat Mai. Sie erklärten, nicht eher zu verhandeln, anderhalten, wenn man stets die richtigen Maßnahmen treffen will. Handwerker 15,80 m., angelernte Arbeiter 15,30 M., unge= lernte Arbeiter 14,90 m. und Arbeiterinnen 10,70 m. Das Berfehrspersonal erhält nach fünfjähriger Dienstzeit monatlich: Zugfahrer 3140 m., Bugbegleiter 3090 M., Bahnsteigschaffner 3040 m., Fahrtartenausgeberinnen 2390 m. nach sechsjähriger Dienstzeit. Dienstanwärter erhalten 2950 M., Anwärterinnen 2250 M. Reinemachefrauen befommen 10,55 m. für die Stunde. Diese Löhne stehen weit zurüd gegenüber den Mai- Löhnen die von Staat, Reich und der Stadt Berlin gezahlt werden; ganz abgesehen von den Löhnen der Industrie, dem Transport, und anderen Gewerben in Groß- Berlin und weit darüber hinaus. Die Direktion der Hoch- und Untergrundbahn überläßt schon seit Monaten die Lohnregelung ihren Ratgebern, die da glauben, fich einen Lorbeerkranz zu erwerben, wenn sie durch niedrige Löhne, auf Kosten der Arbeiter, eine billige Berkehrspolitik betreiben. Achtung, 8immerer! Donnerstag 3 Uhr im Gewerkschaftshaus, Gaal 8, Bersammlung sämtlicher Blaz- und Baudelegierten des Hoch, Beton- und Tief treten fein. Berbandsbuch und Betriebsratsausweis legitimiert. gewerbes, fowie sämtlicher Fabritbetriebe. Jede Arbeitsstelle mus ver Borstand. Der Zentralverband der Maschinisten und Seizer. Freitag 6 Uhr im Gewert. fchaftshaus, Gaal 1 Engelufer 24/25, allgemeine Funktionärversammlung. Jeder dienstfreie. Rollege muß pünktlich erscheinen. Deutscher Werkmeisterverband. Freitag: Bezirk 15, Fachgruppe Bapier: Bersammlung 5 Uhr im Klubhaus, Ohmstr. 3. Bezirk 10, Fachgruppe Metall: Mitgliederversammlung 7 Uhr im Restaurant Hagenbed, Seeftr. 44. Deutscher Hutarbeiterverband. Am Pfingstheiligabend wird das Bursas um 1 Uhr geschlossen; am 3. Feiertag bleibt es ganz gefchloffen.. Berantw. für den redakt. Teil: Franz Klühs. Berlin- Lichterfelbe; für An eigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanftalt Vaul Singer u. Co., Berlin, Lindenste. 8. Hierzu 2 Beilagen. um Feft! $ fre empfehlen wir unsere allseitig gerühmten guten Qualitäten Margarine Hochfeine feinste Marken Pfd. 34; 32: 40( Gebr. Kaffee28 Echter Emmenthaler Tafelbutter 32 22 Kaffee Mischung SSchweizerkäse 15Pfd Garant reines Schweine. ( 20% Bohnenkaffee) Echter zum biligsten Malzkaffee 12 Edamer. Malzkaffee12 Schmalz gespreis Allerfeinstes Weizen Auszugmehl 13.12 Prima Weizenmehl Pfd Feinste Cichorie.... Pd. Rolle 12 Tee, echter........ Pfd Vorzüglicher 44 Echter vollfetter Pfd. 11Holländer...... Pd. 14: Echter vollfetter Pic 11: Kakao....... 11; Tilsiter.14 P11; Kakao Loreley Ladewig Reichell Union Assmann Kr. 253* 39. Jahrgang HeilagL öes Vorwärts Mttwoch. 31. Mai 1922 Die Möglichkeiten der Straßenbahn. Was geschehen könnte, aber aus Geldmangel nicht geschieht. Die Gewohnheit ist bekanntlich des Menschen Slmme� Der Groß-[ größeren Zeitraum verteilt. Ilm diesen so ungleichmäßigen Ver- städter, der Groß-Berliner ist dabei nicht ausgenommen. Auch er.> kehr einigermaßen wirtschaftlich zu erfassen, braucht unsere Straßen- der sich so gern als Bahnbrecher des Neuen fühlt, steht in seinem � bah» eine viel größere Beweglichkeit in der Zusammenstellung der Alltagsleben ganz im Banne des„emig-Gestrigen. das morgen gilt.! einzelnen Zöge, die nur durch kleme starke wagen mit Anhängern weil's heut- hat gegolten'(weil wir nun einmal bei Schiller sind,.?u°-™chen'st. Für die Außenstrecken sollen ja bekanntlich schon tw«m.!w nwr»w... o�.;fL i-etuu'>n diesem Jahre Versuche Mit schaffnerlosen Wagen, oem sogenann- srJ« u v Sertelir ist ihtn zur S lbst- � �Einmann-wagen". unternommen werden. Die Macht der Ge- Verständlichkeit geworden, über Sinn und Zweckmäßigkeit macht er � uwhnheit wird auch diesen Versuchen zunächst erhebliche Schwierig- sich selten Gedanken, viel lieber schimpft er darüber, wenn ihm � keiten bereiten, ober es ist nicht einzusehen, warum derselbe Ver- etwas gerade nicht in seinen Kram paßt. Oder halten wir es etwa liner, der die Hochbahn und die Stadtbahn erst nach Zückung seines n! ch t für eine Selbstverständlichkeit, daß die Straßenbahnwagen auf Portemonnaies besteigen kann, nch nicht auch bei der Straßenbahn Schienen fahren, vorn und hinten eine Plattform haben, auf die schließlich daran gewöhnen sollte, wie es der Amerikaner längst ge- -------- tan hat und wie es der Kleinstädter früher in Deutschland auch tat. kein Gelö. alte und gebrechliche Mitbürger und Mitbürgerinnen nur durch herz- Haftes Unter-die-Anne-greifen hinaufklettern können, eine Tür auf- weisen, durch die sich mit knapper Not ein einzelner hindurch- zwängen kann? Ist das nicht alles nur heute deshalb so, weil's gestern ebenso war? Nicht bei der Elektrischer, so, weil'- bei der Pferdebahn seligen Angedenkens nicht anders ging? Die gleislose Straßenbahn. Wenn man heute Berlin neu aufzubauen hätte— würde man wirklich Schienenstränge durch die Leipziger Straße legen? Würde einer, der keinen Pferdebahnwagen gesehen hätte, einen elektrisch betriebenen Wagen so wie unsere Straßenbahnwagen konstruieren? Es ist doch so ein eigen Ding mit der Amme Gewohnheit! Dafür haben wir aber das Recht zu schimpfen, wenn eine einzig« durch- gebrannte Sicherung die ganze Leipziger Straße zu einem Straßen- bahndepot Macht, wenn die„Dame", die absolut nicht„nach vorn treten" will, einem Dutzend Fahrgäste den Eingang verstopft, und was dergleichen schön« Alltagscrlcbnisie mehr find. Die gleislose Skrahenbahn ist durchaus kein Phantasiegebilde aus einein Jules Vcrnefchen Roman, sondern etwas sehr gut Mögliches, sogar schon etwas verwicklichtes— natürlich nicht in Berlin. Man braucht nicht gleich nach Amerika zu gehen, wo solche Bahnen sich glänzend bc- währt haben, es gibt auch in Deutschland schon Elektrische ohne Schienen, in Würzen, an der schiffbaren Mulde, in Blankenese— aber natürlich nicht in Berlin. Die Vorteile liegen auf der Hand. Gleislose wagen können ausweichen— nach jeder Seite hin etwa 3 Meter—. sie sind also verkehrstechnisch so ungebunden wie heute die Autobusse, die Aniagekoslen für eine solche Bahn betragen nur knapp 25 Proz. der Gleisbahnen, die Unterhaltungskosten find ent- sprechend geringer, der größere Kraftoerbrauch wird durch das ge- ringere Gewicht der gleislosen Wagen voll aufgehoben. Was tut öerlin! Warum haben mir in Berlin noch keine Versuche mit solchen Bahnen gemocht? Da l'egt der Knüppel bekanntlich beim Hunde. Der Verkehrsbaurat hat in einer Sitzung des Etatsausschusses einmal vorgerechnet, daß die Berliner Straßenbahn bei Aufnahme eines Kavitols von„nur" einer halben Milliarde jährlich 100 Willionen Ersparnisse machen könnte, allo eine. Berzinsung des Anlagekapitals von AI Proz. Mit diesem Anlagekapital könnten außer den er- wünschten neuen Versuchen die dringend notwendigen Verbesserungen unseres Wagen- und Schienenmaterials durchgeführt werden. An Stelle der ungeschickten Wagen mit ihrem Plattform-Einstieg könnten wagen mit breitem, niedrkgstufigem Mitteleinstieg angeschafft wer- den. die großen Wagen mit ihren schwachen, meist weniger als 3t)pfcrdiqen Motoren könnten allmählich durch kleinere Wagen mit viel kräftigeren, mindestens Svpferdigen Doppelmoloren ersetzt werden. Dadurch ließe sich der Verkehr viel lKfser regeln als heut«, weil dann durch Anhängewagen die Zahl der notwendiqci, Plätze aanz den Bedürfnissen des Verkehrs angepaßt werden könnte. Es ist dabei zu bedenken, daß die verkchrsdichligkeit auk unseren Straßen- und Schnellbahnen ganz außerordentlich verschieden ist. So beträgt beispielsweise die Zahl der Fahrgäste vom Untergrund- bahnhof Al-exanderplatz nach der Innenstadt in der Zeit von 6 bis 7 Uhr morgens durchschnittlich 2000, von 7— 8 Uhr aber 5000, von 8— 0 Uhr wieder nur 2000, um dann den ganzen Tag über in keiner einzigen Stunde über 1000 hinauszugehen. Auch mif der Straßenbahn ist die Stunde von 7—8 Ubr früh die verkehrsreichste. Hier drängt sich die Zahl der zur Arbeit Fahrenden ganz dicht zusammen, während die Fahrt von der Arbeit am Nochmittag sich auf einen An Versuchsireudigkeit fehlt es unserer städtischen Nerkehrsver- waftung sicherlich Nicht. Sie hat aber leider, wie männiglich be- kannt, kein Geld, und der vielgeplagte Kämmerer von Berlin hat ebenso wenig oder vielleicht noch weniger. Die Versuche, das Kapital hcrlmzllschafsen, müssen aber unbedingt fortgesetzt werden, und wenn's nicht gleich eine halbe Milliard« sein kann, so tun's zunächst vielleicht auch 200 oder 300 Millionen. Ueber die Verzinsung solchen Kapitals, das unser durch den Krieg und privatwirlschaftliche Rück- sichlslosigkeit heruntergewirtschaftetes, rückständig gewordenes ver- kchrsunternchmen wieder erneuern könnte, besteht kein Zweifel. Auch darüber nicht, daß auf diesem Wege eine gute Rentabilität der Straßenbahn zu erreichen wäre. Um so energischer müssen alle Ver- suche abgewehrt werden, das Privatkapital statt zum Diener und Helfer zum Herrn unserer Straßenbahn zu machen, jene Ver- suche, die ja im demokratischen Stadtverordneten Michaelis und in „seinem"„Berliner Tageblatt" die zähesten Verfechter finden. Daß das Privatkapital die Rentabilität auf Kosten der Allgemeinheit durchführen und erzwingen würde, darüber kann man keinen Augen- blick zweifelhaft sein. Der Streit um die Tariferhöhungen Hütte dann allerdings ein Ende, d. h. die Tarife würden ganz rücksichtslos in die Höhe geschraubt werden. '« Di« Abwanderungsmöglichkeit auf andere Derkehrsunter- nchmungen hat ja ihre Grenzen, zumal wenn der Autobusverkehr — was im städtischen Interesse erwünscht wäre— mit dem Straßen- bahnunternehmen verbunden würde. Die Schröpfungsmöglichkeit der Bevölkerting wäre also nahezu unbegrenzt. Die rheinischen Straßenbahnen in den Händen des Privatkapitals sollten mit ihren ö-M.-Tarifen die lautesten Warnerinnen gegen jede Preisgabe der städtischen Rechte sein. Die Rechnung des Privatkapitals wäre sehr einfach: Einer 25fachen Lohnsteigenmg steht eine KOfache Material- Preissteigerung zur Seit«, dem würde also heute ein« 40— 50sache Tariferhöhung gegenüber der Vorkriegszeit entsprechen. Wird nur die werktätige Bevölkerung gesucht, deren Einkommen auch um das 40- und mehrfache gestiegen ist! Nur ein in öffentlicher Hand be- findliches Unternehmen kann die Jnteresien der Slllgemeinheit im Rahmen des Möglichen wahrnehmen. Daß es andererseits natürlich auch der allgemeinen Geldentwertung folgen muß, versteht sich von selbst. Eine vernünftige, alle Interessen gerecht abwägende Tarif- Politik der Stadt ist das sicherste Mittel zur Erhaltung des Betriebes in eigener Regie._ Der Kinöermorü in üer Prenzlauer Straße. Noch keine Tpnr des Täters. Die furchtbare Bluttat, der gestern die dreijährig« Dorothea Schmidt aus der Prenzlauer Straß« 3 zum Opfer gefallen ist, hält die Bevölkerung auch in der weiteren Umgebung des Tatortes in begreiflicher Erregung. Die Kriminalpolizei hat sofort in allen Hau- fern der Nachbarschaft Nachforschungen angestellt, ob dort ein Mann wohnt, aus den die von den Zeugen gemachte Beschreibung passen könnte. Das war bisher ergebnislos. Eine Bekanntmachung des Polizeipräsidenten hat, wie bereits mitgeteilt, auf die Ergreifung des Täters eine Belohnung von 10 00 0 M. ausgesetzt. Für die Ermittelung des Täters sind fol- gende Fragen von größter Wichtigkeit: Wer hat in den letzten Tagen bzw. am Tage der Tat einen Mann beobachtet, der sich in verdächtiger Weise auf der Straße oder in Hausfluren an kleine Mädchen herangemacht hat? In welchem Konfitüren- geschäft, insbesondere in der Nähe des Tatortes, hat ein Manir, auf den die Beschreibung passen könnte, heute Schokolade oder andere Süßigkeiten gekauft? Wer hat am 30. d. M. in der Mittagsstunde einen Mann gesehen der blutbefleckte 5) ä n d c oder Kleidung gehabt hat? Welche Kinder haben ihren Eltern in der letzten Zeit erzählt, daß ein Mann sie auf der Straße oder an anderer Stelle angesprochen hat?— Die Leiche der Kleinen wurde gestern nach- mittag von dem Gerichtsarzt Prof. Dr. Strauch im Leichenschauhous besichtigt. Von den beiden Stichen in die Brust war der eine unbedingt tödlich. Merkmale dafür, daß der Unmensch sich an. der Kleinen sittlich vergangen hat, wurden nicht gefunden. Die Bluttat steht in der Berliner Kriminalchronik in ihrer Furchtbarkeit einzig da. Es ist wohl wiederholt vorgekommen, daß Wüstlinge dieser Art Kinder verschleppt und dann ermordet und die Leiche beiseitegeschafft haben, nicht aber, daß der Mörder sein Opfer im elterlichen Hause an einer Stelle, wo er jeden Augenblick damit rechnen mußte, überrascht zu werden, umgebracht hat. Daraus läßt sich schließen, daß der Unmensch in einer perversen Erregung dem Kinde, nachdem er es ein« Weile beim Spielen beobachtet hatte, blindlings gefolgt ist. Zur Tat hat er sich wahrscheinlich eines Taschenmessers bedient, das ziemlich scharf gewesen sein muß, da die Kleidungsstücke der Kleinen scharfrandig durchschnitten sind. Logenbrüder vor Gericht. Es lebe die nakionalistische Hetze. Der Kampf zweier sich diametral gegenüberstehender Weltan- schauungen, vertreten durch die„Große Landesliga von Deutschland" bzw. den„Freimaurerbund'zur auf» gehenden Sonne" in Nürnberg, kam teilweise in einer Ver- Handlung zum Austrag, die das Schöffengericht Berlin-Mitte be- schäftigte. Als Kläger trat Stadtrat und Abgeordneter Dr. P e n z i g gegen den Redakteur Ackermann von der„Deutschen Tages- zeitung", den Major W i t t- H o e und den Großmeister der „Großen Landesloge der Freimaurer in Deutschland" Dr. M ü l l e n- darf auf. Gegenstand der Privatbeleidigungsklage bildet ein am 11. Fe- bruar v. I. in der„Deutschen Tageszeitung" unter der Ueberschrift .Logen und Winkellogen" erschienener, von dem Beklagten Ackermann ohne vorherige Kenntnisnahme verantwortlich gezeich- neter Artikel, zu dessen Verfasserschaft sich vor Gericht der Major Witt-Hoe bekannte. Dieser Artikel enthält sehr scharfe Angriffe gegen den„Freimaurerbund zur aufgehenden"Sonn e", desicn Treiben der Verfasser ein„gemeingefährliches" nennt, weil er bestrebt ist, mit französischen Logenbrüdern der Grandloge de France zu einem guten Uebereinkommen zu gelangen. Diese Bestrebungen wurden in dem Artikel als„Selbsterniedrigung, hlln- dische Kriecherei" usw. bezeichnet, da die erwähnte französische Loge zum Vernichtungskrieg gegen Deutschland gehetzt habe.— Der Ver- fasser trat für den Inhalt des Artikels ein. Dom Kläger wurde er- klärt, daß es sich hier um zwei grundverschiedene An- schauungen handele, während die eine Seite in nationalistisch- chauvinistischer Weise noch immer von„dem Feind" spreche, trachte der„Freimaurerbund zur ausgehenden Sonne" danach, durch An- bahnung freundschaftlicher Beziehungen zu den gebildeten Kreisen des ehemaligen Feindlandes eine Wiederaussöhnung herbeizuführen. Genua so wie man den Austausch wirtschaftlicher Werte anstrebe, strebe man den Austausch geistiger Werte an.— Von Rechtsanwalt G r ü n s p a ch wurde be- tont, daß es sich keinesfalls hier um einen politischen Prozeß, sondern um die„einfache j u r i st i s ch e Frage" handele, ob sich durch den Artikel bestimmte Personen beleidigt fühlen konnten und wenn ja, ob die Beklagten in Wahrnehmung berechtigter Jnteresien ge- handelt haben.— Das Gericht folgte den Ausführungen des Ver- teidigers in vollem Ilmfange und erkannte gegen die Angeklagten auf Freisprechung auf Kosten des Klägers. Wieder ein Urteil, das der Republik alle Ehre macht! Ehrung für Ottilie Baader. - Am Geburtstag unserer nun 75jährigen lieben Ge» nossin Ottilie Baader waren alte und junge Genossinnen und Genossen in großer Zahl zu einer Feier zusammengekommen, um gemeinsam der verdienten Parteivetcranin eine Ehrung zu be- reiten. Ottilie Baader wurde bei ihrem Eintritt in den dicht besetzten Saal aufs herzlichste bewillkommnet und ließ es sich dann nicht Der Ruf durchs Fenster. Ist) Roman von Paul Frank. Drolliger Kauz, dachte er. Weshaib er denn nicht vorher um Erlaubnis gefragt hat? Aber wahrscheinlich hätte ich ihn gar nicht verstanden. Er läuft fort, weil er denkt, daß er mit mir fertig ist und er am Ende auch noch einen der Herren Kollegen neben mir zu bedienen hat. Meinetwegen mag er bleiben, wo er will. Ich brauche ihn nicht mehr. Er durchmaß den Raum mit ruhigen, gleichmäßigen Schritten und dachte an Hendrik von Hülst und damit im Zu- sammenhang an die versprochene Spielpartie. Run brauche ich mich nicht weiter vor einer schlaflosen Nacht zu fürchten, frohlockte er, da ich mich erst heim begehe, bis wirkliche, echte Müdigkeit mich nach Haus treibt. Plötzlich hielt er inne und erschrak, da er feststellen mußte, daß er völlig vergessen hatte, seiner Frau die wohlbehaltene Ankunft*in Riga telegraphisch anzuzeigen. Es ist unverantwortlich von mir, die Aermste un- nötiaerweise zu ängstigen und in Aufregung zu versetzen. Ich werde daher Herrn van Hülst veranlassen, auf dem Umweg über das Hauptpostamt das Klubgebäude aufzusuchen. Das Bild seiner Frau stand in der Folge vor ihm, und er sah sie in ihrem Zimmer sitzend, die Stickarbeit in der Hand, während sie durch das Fenster auf die Straße spähte. Unsinn, dachte er. Wonach sollte sie, die meine Heimkehr sonst allnächtlich am Fenster erwartet, heute auslugen, da sie genau wetß, daß ich nicht nach Hause komme? Am Ende sitzt Klaus Garbislander bei ihr und leistet ihr Gesellschaft, da ich ihn doch um diesen Dienst gebeten habe. Möglicherweste ist auch Sermion bei ihr, am Ende gar Doktor Jordan, der mächtig über mich loszieht, über meinen Leichtsinn, meine unbedacht- keit wettert, von Hedwig aus überströmendem� Herzen unter- stützt wird, die natürlich Stein und Bein schwort, daß es um so viel bester für mich gewesen wäre, dahernt zu bleiben. Merkwürdiger Zufall übrigens, daß in dem Augenblick, da ich Doktor Jordans gedenke, die Kopfschmerzen, die wah- rend der letzten Stunde erfreulicherweise nachgelassen haben, nun in verstärktem Maß einsetzen, als feien sie assoziativ hervorgerufen worden. War mir vorher, als hielte ein eiserner. überdies glühender Reif meine Stirn umpreßt, sitzt mir jetzt gar ein metallener Helm auf dem Haupt, der mir den Nacken noch belastet und dessen drückendes Gewicht es mir unmöglich macht, einen klaren Gedanken zu fasten. Wie angewurzelt blieb er stehen, nachdem er im Mar- schieren innegehalten, tastete nach seiner Brusttasche und fand, daß sie leer war. da er, wie er rechtzeitig sich erinnerte, das Portefeuille im Straßenanzug hatte stecken lasten. Eine Un- Vorsichtigkeit, die ich mir daheim gestatten kann, da Ludwig, die treue Seele, Wächter meiner Habseligkeiten ist und diese Pflicht heilig ernst nimmt. So weit kenne ich den guten Bobrow denn doch nicht, obzwar er einen immerhin ver- trauenswürdigen Eindruck macht. Kehrt er jedoch, was leicht möglich ist, gar nicht mehr zurück, kann eintreten und stehlen, wer will, was ihm beliebt. Ohne lange zu überlegen, holte er das Portefeuille hervor und versenkte es in die Brusttasche des Kostümrockes, dessen Verschnürung er zu diesem Zweck erst öffnen mußte, worauf er Uhr und Kette in der Tiefe der Ledertasche verschwinden ließ, deren Vexierschloß er alsbald zum Schnappen brachte. Als er so weit war, nahm er die vorhin unterbrochene Wanderung wieder auf,- ließ sich jedoch wenig später vor dem Spiegel erschöpft, ermattet in den bereitstehenden Stuhl fallen und"drückte den vor ihm liegenden Schlapphut mit beiden Händen aufs Haar, zugleich wohl auch die leise Hoffnung hegend, daß der materielle Druck, der alsbald wirksam werden mußte, den imaginären, der schier unerträglich geworden war, aufheben oder doch günstig beeinflussen würde. Da starrte ihm aus dem Glas ein Antlitz entgegen, von dem er doch überzeugt sein konnte, daß es sein eigenes war und das doch einem ganz anderen zu gehören schien— und plötzlich war ihm, als ob jene gcfürchtete Müdigkeit wieder- kehren wollte, di? ihn während der letzten Tage verschont hatte. Eine eisige Furcht überkam ihn, rann ihm die Wirbel- faule hinab, lähmte ihn bis in die äußersten Fingerspitzen, ob- wohl andererseits die Hitze, die im Raum herrschte, ihn arg bedrückte. Unter dem zugeknöpften Leibrock fühlte er das heftige Pochen seines Herzens, das die einengende Umschnürung zu sprengen drohte, und feine beiden Schläfen pulsten mächtig wider die Fessel des inneren Hutrandes. Ihn dünkte, als ob seine Sohlen auf dem Teppich festgeklebt wären. Da er die Lider öffnete und einen angswollen Blick in den Spiegel warf, schlug ihm daraus eine rote Flaume entgegen, vor dex er zurückprallte, da er befürchtete, daß sie ihm das Gesicht ver- sengen würde. Sein Hut aber hatte sich, wie er sich gleichzeitig vergewissern konnte, in jene rote Zipfelmütze verwandelt, die er schon zweimal vorher, allerdings nicht auf dem eigenen Kopf, gesehen hatte und deren Anblick ihn jetzt auf dos heftigste erschrecken ließ. Die Wände der Stube, die vorher ungemustert, in gelb- lich-weißem Ton gehalten waren, hatten sich sonderbarerweise inzwischen mit unaufhörlich kaleidoskopartfg wechselnden, in- einander verschwimmenden, gerinnenden, phantastisch kon- turierten blutroten Ornamenten bedeckt, die überdies in ihrer Gesamtheit die Fläche zu fliehen und auf ihn einzustürmen begannen. „Ich werde doch nicht wieder einen Anfall erleiden—" flüsterte er, war verzweifelt bemüht, den Blick von seinem Spiegelbild loszureißen, da seine eigenen Augen, die ihn, weit aufgerissen, unter der roten Kapuze anstarrten, unsagbar er- schreckten, riß sich, die drohende Schwäche mit schier über- menschlicher Anstrengung überwindend, vom Stuhl auf, hob die Sohlen hoch, taumelte, stand zitternd inmitten des Flammenmeeres da, ließ die Hände los, versuchte einen Schritt zu tun, der gelang, und hielt sich bald darauf am Fenster- riegel fest, den ein gnädiges Geschick ihn tastend hatte erreichen lassen. ... Ich werde das Fenster öffnen..., dachte er. An allem ist nur die hier herrschende infernalische Hitze schuld, die mir Kongestionen verursacht... Ich will mich auf jeden Fall nachher beim Direktor beschweren... Welcher Esel hier bloß geheizt hat? Er hatte, nach mehrfachen vergeblichen Versuchen, den Riegel zurückgedreht, die beiden Flügel geöffnet und das Fensterpolster ohne viel Federlesens auf den Boden geworfen. Die winterlich-kalte Abendlust strömte auf ihn ein, und er warf sich ihr, die ihm wohl tat, förmlich entgegen. In der darauffolgenden Sekunde leuchtete ihm allerdings ein, daß er sich derart einer Erkällung, wenn nicht gar einer schlimmeren Erkrankung aussetze. Er faßte instinktiv mit den Fingern nach dem Hals, als ob er diesen zu schützen beabsichtige, er- griff hierauf, rasch gefaßt, den Radmantel und zog diesen vorn zu. Kalt lag der Schweiß auf seiner Stirn. Ich werde den Mantel anbehalten und das Fenster offen lasten... Er fühlte die Erregung schwinden, die ihn vorhin ergriffen hatte. er stellte gleichzeitig voll Behagen fest, daß seine Herzschläge nicht mehr so stürmisch rollten, so daß er es nunmehr wagte. öom Fenster weg in die Mitte des Zimmers zu treten, nach- dem er vorher durch einen Blick ins Freie sich vergewissert hatte, daß der Platz, der sich hinter dem Gebäude dehnte. dunkel und menschenleer dalag. (Fortsetzung folgt.) nehmen, an den geschmückten Festtafeln von Platz zu Blak zu j fchreiten und allen Festteilnehmern die Hand zu schütteln. Unter den Gästen waren auch mehrere Mitglieder des Parteivorstandes, an ihrer Spitze der Parteivorsitzende Genosse Wels. Zu einer kurzen Begrüßung des Geburtstagskindes und der Festversammlung nahm das Wort als Alterspräsident und für den Barteivorstand der 80 jährige Genosse Pfannkuch, der die alte Mitkämpferin Ottilie Baader als Vorbild für die Jüngeren feierte. Die Festrede der Genoffin I u chacz unterstrich in dem Charakterbild der Kämpferin Ottilie Baader einen Hauptzug. Genossin Baader mar im Grunde stets eine ganz mütterliche Frau, die heute auf ein Leben voll felbstloser Arbeit für andere zurücblidt. Wie sie in dieser Arbeit sich aus eigener Kraft zu einer Persönlichkeit entroidelt hat, das zeigen ihre Lebenserinnerungen, das in seiner Schlichtheit so anziehende Buch„ Ein steiniger Weg". Wir alle ( können, schloß Genoffin Juchacz, den 75. Geburtstag Ottilie Baaders am würdigsten feiern durch den Entschuluß, unser Leben ebenso selbstlos zu führen und im Dienste des Sozialismus unser Zur Verschönung der Feier trug auch die Jugend bei, die getommen roar. fich an der Ehrung der greisen Genossin zu beteiligen. Deflamation, Lieder zur Laute, Reigen und Tänze wechselten ab. Schließlich erfreute noch der SPD.- Männerchor Hallesches Tor" die Festteilnehmer durch Vortrag ernster und heiterer Gefänge. Im Laufe des Abends gingen Gratulationstelegramme verschiedener Parteiorginisationen Groß- Berlins und anderer Orte ein. Die Berliner 42. 2bteilung, zu der unsere Genoffin Baader gehört, hat eine Glückwunschadresse in Kunstdrud gewidmet. Bestes zu geben. Berliner Spielplähe. Lebensmittelpreise des Tages. Zufuhr: Fleisch ausreichend, Geschäft ruhig. Fische reichlich, Geschäft ziemlich rege. Obst und Gemüse reichlicher, Geschäft rege. 16 M. Was bietet der„ Vorwärts"? 11 Der Vorwärts" ist in erster Linie ein politisches Blatt. Als Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Am Dienstag galten in der Zentralmarkthalle folgende Klein- Deutschlands behandelt er die innen- und außenpolitischen handelspreise: Fragen vom sozialistischen Standpunkt und bringt zugleich Rindfleisch 37-41 M. ohne Knochen 42-47 M. Schweinefleisch. eine Fülle politischer Nachrichten aus allen Teilen der Welt. 37-50 M. Kalbfleisch 35-46 M. Hammelfleisch 32-43 M. In Eis Der Vorwärts" widmet aber gleichzeitig den komHechte 15-19 M. Aale 25-30 M. Plötzen 5 bis Schleie 18-22 M. 11 M. Lebende Barsche 20-21 M. Karpfen 30-36 M. Bleie 20 bis munalen und lokalen Begebnissen seine Aufmerksamkeit 23 M. Schellfisch 8-12 M. Kabeljau 9 M. Eier 4.60-5 M. Nafurbutter und unterrichtet umfassend über alle Berliner Vorgänge. 65-75 M. Margarine 30-40 M. Schweineschmalz 44-45 M. Erbsen 10-12 M. Weiße Bohnen 8,50-12,50 M. Graupen 10 M. Linson 15 bis Der Vorwärts" berichtet im gewertschaftEiernudein 20 M. Buchweizengrütze 12 M. Welzenmehl 12 bis lichen Teil zweimal täglich über die Kämpfe zur Roggenmehl 9 M. Hafermehl 20-23 M. Rhabarber 1,80 bis wirtschaftlichen Hebung der Arbeiter, Angestellten und Be2 M. Radieschen 50-75 Pf. das Bund. Zitronen 2,50 M. das Stück. amten. In der Rubrik Wirtschaft" gibt er über alle Referentenmaterial. Beit neue Kursus bispofitionen berausgegeben und zwar Nr. 11, r Der Zentralbildungsausschuß hat in legte wichtigen Strömungen im wirtschaftlichen Leben Nachricht. Außerdem bringt der Vorwärts" die reich illustrierte Adolf Braun: Die politischen Parteien, ihr Werden und wefen. Nr. 12, 2auftötter: Der Sozialismus als utopie Beilage Bolt und Zeit", die fesselnde Unterhaltungsund Wissenschaft. Nr. 13, Marquardt: Geschichte des schrift Heimwelt", die für Kleingärtner so wichtige Sozialismus vom Altertum bis zur Neuzeit. Die illustrierte Beilage Siedlung und Kleingarten", Schriften sind zum Preise von 3 M. pro Egemplar gegen Boreinfendung des Betrages und Bortos oder unter Nachnahme durch ben Zentral. ferner die Bücherschau", die den Zusammenhang mit den ldungsausfchuk der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands( N. Belmann) geistigen Strömungen der Zeit, wie sie im Buch zum Ausdruc fommen, vermittelt Berlin SW 68, Lindenstr. 3, zu beziehen. 14 M. Groß- Berliner Parteinachrichten. Arcis. Donnerstag, den 1. Juni, 74 Uhr, Kreisvorstandsfihung mit den Abteilungsleitern, Raffierern und Obleuten der geitungstommission in Niederschöneweide bei Richter, Saffelwerder Str. 35. Riefenfeuer in Bordeaug. Die Grande Moulins de Bordeaux am Brazzalai sind einem Riesenbrande zum Opfer gefallen. Das Großfeuer. das bieie bekannten Müblenwerte in Schutt und Alice gelegt hat, beschäftigte die gesamte Feuerwehr Ein Stadtverordnetenausschuß zur Borberatung der Magistrats, bon Bordenur bei den Löscharbeiten. Der Eachichaden wird bis vorlage über die Beschaffung sowie Einrichtung von Spiel.iegt auf 10 Millionen Franten veranschlagt. und Sportplägen hat beschlossen, der Stadtverordnetenverfammlung die Annahme der Borlage betreffend Spiel- und Sportpläge mit folgenden Aenderungen zu empfehlen: Der bisherige Reitplay Hippodrom im Tiergarten soll zu einem großen Uebungs. 15. plak für Spiele usw. eingerichtet werden. Bon der Errichtung von Tribünen usw. foll abgesehen werden. Mit der Umgestaltung Heute, Mittwoch, den 31. Mai: der Schönholzer Heide, Einbeziehung der Gelände der Ber. liner Schüßengide, Schloß Schönholz usw. war man nicht einver- 51. bt. Charlettenburg. 7½ Uhr Abteilungsversammlung im Sofal Schelbach, standen. Ein weiterer Spielplak soll im Westen von Reinickendorf Königin- Elisabeth- Str. 6.( Nicht wie angegeben Friedrich- Karl- Plas.) an der Scharnweberstraße als lebungsplay für die Schulen usw. angelegt werden. Hierfür würden 3 Millionen Mark bewilligt. Ferner stimmte der Ausschuß der Anlage eines Wolfserho. 29. Iungsplates nebst Epielflächen auf dem ehemaligen Gelände funktionäre. der Pioniere in der Hasenheide zu. Im Südosten wurden 123. bt. Roulsdorf. 7 Uhr im Jugendheim Funktionärversammlung. folgende Pläne genehmigt: Ein Spielplay im Grunewald, Junasozialisten. Gruppe Briz: 7 Uhr im Jugendheim Chauffeefte. 48, Ausder für Friedhofszmede erworben wurde, und ein zweiter in Steglig an der Ringstraße, der um 4 Morgen vergrößert werden soll. Es herrichte Einmütigkeit darüber, daß diese Pläne schnell und mög. lichst einfach ohne Stadioneinrichtungen zur Ausführung fommen. Nene städtische Beamtengesetze. Das Nachrichtenamt der Stadt Berlin teilt mit: Nachdem die neue Besoldungsordnung für die städtischen Beamten verabschiedet ist, hat der Magistrat gestern nachmittag einige Beschlüsse gefaßt, die einen weiteren Fortichritt in der Schaffung eines einheitlichen Beamtenrechts für die neue Stadt Berlin darstellen. Sie betreffen ein Ortsgesetz über die Bestallung der Beamten, ein Ortsgefes über Versehung der Beamten in den Ruhestand und Versorgung der Hinterbliebenen, fowie Grundiäge über die Genehmigung von Dienstaufwandsenfchädigungen. Auch diese Bestimmungen lehnen sich an die entiprechenden staatlichen Vorschriften an. Neu find insbesondere in dem Bennionsgesetz die Ausdehnung der Altersgrenze von 65 Jahren auf die Gemeindebeamten, in dem Anstellungsortsgefeß der Grundfag, in den werbenden Betrieben in Zukunft nur Tarifangestellte zu beschäftigen und die Einrichtung der sogenannten Festangestellten allmählich zu beseitigen. Referat des Genossen Dr. Borchardt. Morgen, Donnerstag, den 1. Juni: t. 7 Uhr bei Burg, Prenzlauer Alee 189, wichtige Sigung der Parteisprache: Schule und Sozialismus". Gäste, insbesondere die jungen Parteimitglieder willkommen. Am 1. Pfingstfeiertag, früh 6 Uhr im Charlottenburger Volksgarten, Tegeler Männerchor Harmonie" und Frauenchor Frohsinn, Charlottenburg. weg 74/75, Frühtonzert. Die Barteigenoffen sind hierzu eingeladen. Rarten ( a 2,50 M.) nur vorher bei sämtlichen Mitgliedern. Jugendveranstaltungen. Heute, Mittwoch, den 31. Mai: " gen bente abenb um 7 Uhr im Jugendheim, Lindenstr. 3, statt. Das Fahrgeld Sum Jugendtag findet eine zufammenkunft der Borfigenben der Abteilun im Betrage von 22,50. wird auch auf der Konferenz entgegengenommen. Jebe Abteilung muß vertreten sein. Friedrichsfelde: Jugendheim Berliner Str. 44, Distuffionsabend: Wie und was foll man Tefen?"" Raulsdorf- Süb: Jugendheim, Reftaurant Sanssouci, Moltkestr. 1, Lefeabend:„ Wilhelm Tell". Köpenider Biertel: Jugendheim Gemeindeschule Wrangelstr. 128, Vortrag: Die Frau und der Sozialismus". Ruhwald", Berliner Straße, Bor., Köpenid- Ablershof: Jugendheim, Köpenid, trag: Geschichte der Stadt Röpenid". Lichtenberg: Jugendheim Bartaue 10, Sichtbilbervortrag: Der Mond". Mariendorf: Jugendheim Schulbarade Rönigstraße, Vortrag: Jugend und Wandern". Prenzlauer Vorstadt: Jugend. heim Gemeindeschule Danziger Str. 23, Bortrag: Jugend und Bildung". Sempelhof: Seute abend ist das Jugendheim Germaniafte. 6/7 wieber geöffnet. Diskussionsabend. Treptow: Jugendheim Elsenstr. 3, Diskussionsabend: Jugendprobleme". Sport. Schottische Fußballspieler in Berlin. Anspach, der wegen Verdachts der Fälschung zahlreicher Hochpolitischer Urfunden in Haft fißt, wurde gestern der 4. Straffammer des Landgerichts III vorgeführt, um sich in Gemeinschaft mit den mehrfach vorbestratten Vermittler Friedrich Rode und einem Vermittler Moos wegen Fälschung von Pfandscheinen zu berantworten. Moos war nicht erschienen, gegen Anspach mußte die Verhandlung abgetrennt werden, da die Einlassungsfrist nicht gewahrt war und der Angeflagte auf die Innehaltung diefer Frist nicht verzichten wollte. Es wurde deshalb gegen Node allein verhandelt und dieser in zwei Fällen wegen Betruges und Urkundenfälschung au 10 Monaten Gefängnis unter Anzeit vermochte Montag den Ball vor das englische Tor zu senden, ben der rechnung von ein Monat Untersuchungshaft und drei Jahren Ehr verlust verurteilt, Das Stadtbad Friedrichshain, An der Schillingsbrüde 2, ist am Pfingstionnabend, den 3. Juni, von 9 Uhr vormittags bis 6 Uhr abends geöffnet. 1., 2. und 3. Pfingstfeiertag( 4.- 6. Juni) bleibt die Anstalt geschlossen. C Spittelmartt. Ede Ball- Str. Alexanderplatz, nabe ichinger Königftr. 55 S Kottbuser Damm 10, nahe Barenhaus Jandori W Friedrich- Str. 193a, Ede Leipziger Str. Leipziger Str. 113, Ede Mauer- Str. Liuf- Str. 1, Ede Botsdamer Straße N Schönhauser Allee81, am Bhf. Nordring Friedrich- Str. 108, Ede Biegel 6tr. Invaliden- Str. 164, Ede Brunnen St. Jnvaliden- Str. 117, am Stettiner Bahnhof Chauffee- Str. 72, nahe Mülerstr. O Frankfurter Allee14, nahe Zieg. Das erstemal nach dem Ariege zeigten sich gestern im Fußball die Engländer als Gäfte vor etwa 35 000 Zuschauern im Grunewald- Stadion. Sie hatten zu diefem 8wede eine der ersten Mannschaften herübergesandt, und zwar den schottischen Meister Celtic. Sie zeigten eine Ballbehandlung, wie fie so technisch vollendet in Deutschland unbekannt ist. Eine Kombination und Aufstellung im Spiel, bie den deutschen Fußballern noch weit fehlt. Man we stern" beobachten, die weit ins Feld hineinstießen und bas ganze gut konnte das im besonderen bei den Breußen" und Norden Norddurchdachte Kleinspiel der Engländer nicht auseinander zu reißen vermochten. Gleich in der ersten Biertelstunde fiel für die Engländer durch eine prachtvolle Flante des Lintsaußen Me 2e an das erste Tor, nachdem die Preußen zweimal in schneidigem Angriffe awei Gelegenheiten verpaßten. Kurz vor Halb font vorzügliche Verteidiger Me Rear bei der Abwehr durch einen Fehler ins eigene Tor Tentte, nachdem der Torwächter Shaw zur Rettung hinausgelaufen war. Bei den Berlinern gefiel vor allem im Tor Menzel, der eitweilig Servorragendes leistete. In der Verteidigung standen Mohn's und bei den Läufern Berndt ihren Mann. Montag tam dem Besten der Schotten gleich. Die Verteidigung der Engländer ist eine Mauer, an der ber Sturm der Berliner beständig scheiterte. Ueber den Spielern, flatterten die Schwarzrotgoldenen Farben, daneben blähte sich Union Jack im Winde. Resultat 1: 1. Arbeitersport, Jugendbewegung und viele andere Dinge, die in feinem bürgerlichen Blatte, und mag es noch so vollstümlich sich geben, behandelt werden, finden im ,, or märts" eingehende Beachtung. Der Vorwärts" ist deshalb das Blatt aller im Geiste des Sozialismus und der Demokratie denkenden Männer und Frauen. Helft ihn verbreiten! Werbt zum Monatswechsel neue Leser dem „ Vorwärts". " 1 Nachstehender Bestellzettel ist auszufüllen und an die Hauptgeschäftsstelle des Vorwärts", Berlin SW. 68, Lindenstraße 3, einzusenden.( In Orten außerhalb Groß- Berling ist der Vorwärts" bei der Post zu bestellen.) " Ich abonniere den Borwärts" mit der illustrierten Sonntagsbeilage Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbellage Heimwelt" und der 14 tägig erscheinenden illustrierten Bellage Siedlung und Kleingarten" in Groß- Berlin täglich zweimal frei ins Haus für 50 m. pro Monat Junt. Name " Wohnung: Dorn bet Sof 1 Straße Nr. Quergeb.- Seltenft Tr. fints- rechts 4000 DUNLOP Gummibereifung Die Weltmarke bürgt für Qualität! Augen sind der Seele Spiegel, barum bewahre man sie davor, daß sie trübe werden, daß rot entzündete Liter sie verunzieren, daß fie infolge überanstrengung matt, glanzlos in die Welt schauen, beim geringsten rauhen Lüftchen tränen und daß sich schon im jugendlichen Alter in der Augengegend jene Fälichen bilden, die eine Folge des unwillkürlichen Zusammen treifens der Augen bei angestrengtem Sehen sind. Überanstrengte Augen verursachen Kopfschmerz, vor zeitige Ermüdung und Nervosität und geben dem Gesicht einen matten, nervösen Zug, machen es vorzeitig alt. Kommen Sie zu uns, wenn Ihre Augen überanstrengt find, wenn Sie beispielsweise bet Ihrer gewöhnlichen Beleuchtung nicht mehr scharf sehen können. Die Untersuchung durch geschalte Fachleute ist tostenlos. Wenn Sie etwa bereits über 40 Jahre alt sind und noch feine Augengläser haben, so sollten Sie uns unbedingt besuchen, denn in diesem Alter brauchen, mit ganz wenigen Ausnahmen, selbst gesunde Augen eine Unterstügung durch Augengläser, wenn es mit deren Leistung nicht bergab gehen soll. Gule Augengläser, die man ja durchaus nicht dauernd zu tragen braucht, erhöhen die Leistung Ihrer Augen, fteigern Ihre Arbeitskraft unter Umständen bis aufs Doppelte und halten Ihre Augen flar und blant. Wir legen besonderen Wert auf gutes Aufpassen der Fassungen, also auf orthozentrisch richtiges und sicheres. Eigen, weil auch das beste Glas nicht das Beste leisten fann, wenn es schlecht sitzt. Dabei garantieren wir für die Haltbarkeit unserer Kneifer und Brillenfassungen aus Gold Doublé und echtem Gold 1-4 Jahre lang, je nach dem Preis der Fassung. In dieser Zeit machen wir Ihnen alle Reparaturen an diesen Fassungen umsonst. Das ist kein leeres Versprechen; wir halten es getreulich. 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Juni, vorm. 11 Uhr, im Krematorium Berlin, Gerichtstraße, statt Am 26. Mai starb der Metallschleifer Forster Artur Wierssing traße 45 Die Einäscherung findet Donnerstag, den 1. Juni, nachm. 3 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg ftatt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet 119/14 Die Ortsverwaltung. Am 28. Mai 1922 verstarb nach langem Krantenlager unser lang jähriger Raffenangestellter( Benfionär) Herr Berthold Marschner im 61. Lebensjahre. Während seiner Tätigkeit war er ein pflichtbewußter Angestellter und lieber Rollege. Sein Andenken werden wir in Ehren halten. 165/16 Der Vorstand und die Angestellten der Innungskrankenkasse der Tischler- Innung zu Berlin. Die Einäscherung findet am Don nerstag, den 1. Juni, nachmittags 5 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin H 54, Linienstraße 83/85. Geschäftszeit vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr Telephon: Ami Norden 823, 834, 835, 836. Freitag, den 2. Juni, abends 7 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25 ( großer Gaal): Branchenversammlung der Rohrleger, Helfer und Bauflempner. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zum Ablauf des Tarifvertrages. 2. Bericht über das Ergebnis der Lohnverhandlungen. 3. Berbands und Branchenangelegen heiten. 4. Berschiedenes. Um 5 Uhr Rommissionsfizung Der Rohrleger und Bauklempner. Um 6 Uhr Renferenz der Ber trauensleute beider Branchen im Gaal 10. Wegen der wichtigen Tagesordnung ist vollzähliges Erscheinen notwendig. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt! Achtung! Erwerbslose. Achtung! Die Auszahlung der kommu nalen Erwerbslosenunterstützung findet für organisierte Metallarbeiter ab Freitag, den 2. Juni, in der Stralauer Straße 33, Moltenmarkt, statt. Achtung! Bezirts- u. Haustafferer Der doppelte Beitrag wird laut Beschluss des Vor standes bis einschließlich der 23. Woche erhoben. Achtung! Arbeitslose. Achtung! Der Pfingstfeiertage wegen er halten alle arbeitslosen Kollegen, deren Woche am 4., 5. und 6. Juni endet, die Unterstügung schon vom 1. bis 3. Juni ausgezahlt. Sonnabend, den 3. Juni, werden die Schalter um 12 Uhr geschlossen. Der Pfingstfeiertage wegen bleiben die Bureaus Soun abend, den 3. Juni, a b 1 1hr; Montag, den 5. und Dienstag. den 6. Juni, geschlossen. 119/15 Die Ortsverwaltung. Paffage- Bad Kottbuſer Damm 79 vollständ.renov., verabreicht folgende Bäder: Wannen, Sol, Fichtennad.-, Stahl-, Ruji. tim., Schwefel-, Kohlensäure-, Licht, Loh tannin., Dampfkasten, sowie Bäder sämtliche medizinischen Liefer. fämil. Krantenfaffen Ruff.- röm.Bad f.Dam.Mittw.10-1 ende Bekanntmachung Aus der Wahl des Borstandes der Ullgemeinen Ortstrantentaffe Riederbarnim find als gewählt hervorgegangen: a) als Bertreter der Arbeitgeber: 1. Rittergutsbef. Hugo Drepper, Bogelsd. 2. Buchhändler William Schmidt, Bernau. b) als Vertreter der Bersicherten: 1. Metallbrenner Johann Rühl, Schöneiche. 2. Fräser Wilhelm Neumann, Bernau. 3. Bolierer Otto Schubert, Berlin N. 113, Stolpische Straße 45. 4. Gewerkschaftsfetretär Richard Wentzke, Neuenhagen. c) als erste Erfagmänner der Arbeitgebervertreter: 1. Landwirt Ernst de Martincourt, Bernau. 2. Fabritbes.Paul Bergemann, Klosterfelde. d) als erste Ersagmänner der Versichertenvertreter: 1. Lagerhalter Richard Klein, Erfner. 2. Tischler Franz Friebel, Oranienburg, 3. Angestellter Hermann Hohensee, Bernau. 4. Amtsvorsteher Otto Matthes, Herzfelde. e) als zweite Ersaymänner der Arbeitgebervertreter: 1. Amtsvorsteher WilliKühn, Birkenwerder 2. Bürgermeister Dr. Franz Albert, Liebenwalde. f) als zweite Erfagmänner der VersichertenDertreter: 1. Lagerh. Bruno Mollnau, Altlandsberg. 2 Tischler Paul Gebert, Oranienburg. 3. Tischler Max Kayser, Birtenwerder. 4. Stellmacher Fritz Mühlbradt, Blumberg Dieses Wahlergebnis wird hierburch gemäß§ 27 der Wahlordnung betannt gemacht. 165/15 Die Gültigkeit der Wahl fann innerhalb 2 Wochen angefochten werden. Einfprüche find beim Versicherungsamt an zubringen. Berlin, den 29. Mai 1922. Bersicherungsamt des freises Niederbarnim. V 2a/ 766 Schlemminger. Platin-, Gold- u. Silberbruch Zahngebisse, Uhren, Ketten, Ringe Sowie Altmetalle kauft zu sämtl. Engrospreisen weiss Mädchen Schnürstiefel, Leinen, allerbeste Kernlederböden, sehr gute Verarbeitung, elegante Form. Grösse 31-35 169,-, 27-30 Backfisch- Schnürstiefel, weiss Leinen, Ia Kernlederböden, sehr haltbare Verarbeitung. ganz besonders preiswert. Grösse 36-39 Damen- Halbschuhe, weiss Leinen, prima Kernlederböden, ausserordentlich haltbar, elegante Form, wie Abbildung. 15, 149, 210, 169, degente 1 Damen- Schnürstiefel, weiss Leinen, hochelegant, besonders hübsche Form, kräftige Kernlederböden. Sehr preiswert. Grösse 36-42 Leiser D. R. G. M. Allen voran beim Einkauf von Brillanten Platin Gold- u. Silber-Bruch Uhren, Zahngebissen, Ketten, Münzen die renommierte Firma Juwelier H. Wiese Artilleriestraße 30 5 Min. v. Bahnhof Friedrichstr. Passauer Str. 12 ( Ecke Augsburger Straße) 1 Min. y.Wittenbergpl- Bhf. 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Die revos lutionäre Differenzierung im Syndikalistenbund- Bes richte über den derzeitigen Stand der Gewerks schaftsbewegung in Polen, Oberschlesien, Oester reich, Schweden, Dänemark, Finnland, Holland, Fern- Oestliche Republik, Japan, Persien Unsere Kräfte: Die Erfolge der revolutionären Gewerks schaftsbewegung in Finnland, Deutschland, der Schweiz, Kanada, Vereinigte Staaten und Neu Süd Wales Bericht von der Plenarsitzung des alls russischen Zentralrats der Gewerkschaften Bes schlüsse des erweiterterten Zentralrats der R. G. I. Offizielle Mitteilungen Aufrufe, Telegramme usw. Bücherbesprechungen 96 Seiten Preis M. 25 Organisationsausgabe M. 12 Zu bezießen durch den Buchfandel oder direkt von der Auslieferungsstelle für Deutschland: Pбöbus- Verlag, Berlin SW 11, Königgrätzer Straße Nr. 109 wirken verwerten Breslauer WIND BRIEN Patente Rennen zu Grunewald Berlin, Gitschiner Straße 106c. Broschüre and Beratung gratis. 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In der gestrigen ersten Reichstagssigung, über die wir mehr eine Gläubigerfonferenz. An eine bewaffnete Intervention schon in in der Abendausgabe berichtet haben, sprach weiter Abg. Pohlmann( Dem.) und führte aus, daß entgegen dem Grundfah des Selbstbestimmungsrechts deutsche Gebietsteile Dom Reich abgetrennt werden und daß das deutsche Volk niemals diesen Zustand anerkennen wird. Abg. Emminger( Bayer. Bp.) erklärt für die Annahme des Vertrages zu stimmen unter Aufrechterhaltung der Rechtsverwahrung. Abg. Höllein( Komm.) lehnt es ab, sich an diesem politischen Rummel" zu beteiligen.( Stürmische Entrüftungsrufe. Der größte Teil der Abgeordneten, namentlich der Rechtsparteien, verläßt den Saal) In einer vom Redner verlefenen Erklärung heißt es, daß die Kommunisten den Vertrag ablehnen, der eine ganz einseitige Sicherung der fapitalistischen Befiz- und Ausbeuterintereffen der herrschenden Klassen in beiden Teilen Oberschlesiens darstellt. Gegen die Stimmen der Deutschnationalen, der Deutschen Volks. partei und der Kommunisten wird das Gesez angenommen. Präsident Löbe: Bei Anwesenheit von zwei Dritteln der Reichstagsmitglieder ist bas Abkommen mit Zweidrittelmehrheit genehmigt. Die Abstimmung war von verschiedenen Motiven geleitet, aber es ist wohl teiner unter uns, den die Trennung des oberschlesischen Boltsteils von uns nicht schmerzlich berührt. Mit den Abgg. Szczeponit und Dr. Hartmann, die 60 und 66 Jahre als Bürger in diesem Lande leben, laffen wir einen Landstrich zurück, der durch die Mühen unserer Landsleute mit gewerbefleißigen Siedelungen bedeckt und in ein fruchtbares Land umgewandelt worden ist. Aber auch in Schmerz und Bitterkeit raffen wir uns empor und rufen ihnen in der Abschiedsstunde zu: In der Not getrennt, in Treue vereint!( Lebhafter Beifall.) Unvergänglich möge diese Treue hüben und drüben sein, undergänglich die Rechtsverwahrung, die die deutsche Regierung gegen die Teilung Oberschlesiens eingelegt Mit Ausnahme der Unabhängigen und Kommunisten haben sich während dieser Worte des Präsidenten sämtliche Abgeordneten von ihren Plätzen erhoben. Darauf werden auch die deutsch- pelnischen Abkommen betr. Bost. Schedverkehr, Ueberleitung der Rechtspflege, Grenzübergangsbahn höfe mit beiderfeitiger Zoll- oder Baßabfertigung und über Rechte und Pflichten der Beamten im Durchgangs- und Eisenbahnübergangsverkehr ohne Erörterung genehmigt. Schluß 1 Uhr. hat!( Lebhafter Beifall.) Mittwoch, 31. Mai 1922 Ende 1914 Ende 1921 307 585 291 456 Metall- und Maschinen- Industrie 249 586 198 399 Handelsaktiengesellschaften 198 590 285 457 Chemische Industrie! Elektrische Industrie Textil- Industrie Transportgesellschaften gegen Rußland ist nicht zu denken. Auf eine neue Regierung tann Kein Wunder, daß nach Einstellung des Krieges die Umstellung man nicht warten, man muß mit der Sowjetregierung einen modus dieser Betriebe auf den Friedensbedarf auf große Schwierigkeiten vivendi finden. Der Vertrag mit Rußland war eine Notwendigkeit. stieß, und daß, als infolge der Weltwirtschaftskrise der Weltmarkt Solange von Rußland keine bolschewiftische Agitation zu uns her eingeengt wurde, die Produkte der Kriegsunternehmungen übergetragen wird, geht uns die Staatsform Rußlands nichts an. teinen Martt finden fonnten. Die Produktionsfähigkeit der Wir verlangen Genugtuung für den Mord an dem Grafen Mirbach.| neuerrichteten chemischen Fabriken fonnte bereits 1919 nur Der Zuwanderung der Ostjuden dürfen wir unsere Grenzen nicht zu 10-50 Broz. ausgenügt werden. Die Produktion des Gußöffnen. Der Biederaufbau Rußlands ist durchaus möglich, denn eisens, wovon Italien 1913 426 754 Tonnen erzeugte, ist 1922 Rohstoffländer erholen sich meist sehr rasch. Für uns aber bleibt trog der erhöhten Zahl der bestehenden Unternehmungen auf nur die Hauptsache die Reparation. Die Besserung ist auf dem Wege, 88 072 Tonnen zurückgegangen. Die infolge des Kriege eingetretene falsche Verteilung der Produktivkräfte auf die einzelnen Industriezweige zeigt jetzt ihre nachteilige Wirkung. Diese Lage treibt Italien der Jagd nach neuen Märkten und einer imperialistischen Politik in Kleinafien zu und macht uns auch begreiflich, warum es auf den ruffifchen Markt in hohem Maße angewiesen ist. Die italienischen Produkte finden bereits jetzt in einem ziemlich bedeutenden Umfang in Rußland Absah. R eichssammlung ,, Brüder in Not" für die hungernden Rußlanddeutschen und für deutsche Auslandflüchtlinge Banffonto: Preußische Staatsbant, Berlin W56 Poftichedfonto: Berlin NW 7, Nr. 656 00 Die erwähnte Denfschrift berichtet im übrigen über große Fortschritte in der Produktion von Lokomotiven- und Eisenbahnmaterial, und die neuen Wasserkräfte können bereits jährlich 23 Millionen Tonnen Rohle ersetzen. Hierdurch werden diesem Lande ohne Kohle große Ersparnisse ermöglicht. aber das Tempo ist zu langsam. In der Frage der Kriegsschuld Ein Preisausschreiben des Reichskohfenrats. Vom Reichsverlangen wir von der Regierung Attivität. Indem die Regierung fohlenrat wird ein Preisausschreiben zur Schaffung eines handlichen, sich immer und immer wieder zu Goldzahlungen bereit erklärt, in den Kohlengruben brauchbaren Drudlufthemmt sie das Tempo der Entwicklung, die zu unseren Gunften mefiers veröffentlicht. E fteben 100 000 m. für den Wettläuft. Deshalb werden wir vor allem in der Reparationsfrage die bewerb zur Verfügung, die in zwei Breifen von 75 000 M. und schärfsten Gegner dieser Regierung sein und bleiben. 25 000 M. für die beiden besten Lösungen verteilt werden sollen. Die Abstimmung über das deutschnationale Mißtrauensvotum Die Lösungen( tatsächliche Ausführungen, Modelle, Zeichnungen und erfolgt am Mittwoch zwischen 12 und 1 Uhr. die nötigen Beschreibungen) sind bis zum 1. Juni 1923 an die westAbg. Crifpien( U. Soz.): Ihre Politit( nach rechts) ift schulb fälische Berggewertschaftskaffe in Bochum, Herner Str. 45, unter der an der schwierigen Situation und an dem vollkommenen Zusammen- Bezeichnung Wettbewerb Druckluftmeffer" einzureichen. Die näheren bruch, der na. Versailles geführt hat. Auch wir fordern ein Pro- Bedingungen, besonders die Angaben, welchen Anforderungen und gramm für die Pariser Verhandlungen, da wir Herrn Hermes feine Blankovollmacht geben können. Herr Hermes scheint uns ein be- Arbeitsbedingungen der Druckluftmeffer genügen muß, sind durch die Geschäftsführung der Technisch- wirtschaftlichen Sachverständigendenklicher Verbindungsoffizier zwischen der deutschen Reichsregierung ausschüsse des Reichskohlenrates, Berlin W. 62, Wichmannstr. 19, erund der Nebenregierung der Stinnes- und Helfferich- Leute zu sein, über die die Reichsregierung bisher nicht Herr geworden ist. Die hältlich. Sachlieferungen der elettrotechnischen Industrie. Auf der diesSachwerte müßten herangeholt werden. Die Rechte betreibt dauernd Steuerdrückebergerei. In Genua hat man sich nicht um Menschen- jährigen Hauptversammlung der deutschen elektrotechnischen Industrie rechte den Kopf zerbrochen. Man hat dort vielmehr Geschäfte machen erstattete Herr Busse Bericht über die von diesem Gewerbezweig wollen, und jede Regierung wollte die andere übertölpeln durch auf Grund des Wiesbadener und des Bemelmanschen Abkommens diplomatische Kunststüde, hinter denen der Krieg lauerte. Warum bisher übernommenen Sachlieferungen. Die elektrotechnische Die Debatte über die Regierungserklärung. bat die Regierung den Rapallo- Bertrag nicht vor oder nach Genua Judustrie habe im vorigen Jahre allein für insgesamt eine Milliarde abgeschlossen? Der Bertrag fann leicht eine Spike gegen andere Goldmart Offerten für Starkstromanlagen und eine halbe MilIn der um 2 Uhr begonnenen zweiten Sigung des geftrigen Staaten haben und wird die Spannung in Europa nicht abschwächen. liarde Goldmart Offerten in Schwachstromanlagen abgegeben, daß Tages wurden zunächst Kleine Anfragen erledigt. Ein Regierungs- Abg. Dr. Beder( D. Vp.): Crifpien hat kein Recht, der Rechten aber daraufhin so viel wie überhaupt teine Antwort oder Bestellung vertreter bestätigt auf eine deutschpolksparteiliche Anfrage, daß der Baterlandslosigkeit vorzuwerfen, da er selbst erklärt hat, er tenne eingegangen sei. Erst im letzten Winter habe sich der Zustand etwas im„ Borwärts" erschienene Bericht über die Erschießung eines fein Vaterland, das Deutschland heißt. Es gibt Leute, die ohne gebeffert und es feien bis jegt für zusammen 312 Millionen deutschen Arbeiters Wagner in Bobenheim am Rhein den Tatsachen einen Gewinn ihr Vaterland verraten würden.( Abg. Dr. Breit. Bapiermart( 161 Mill. Starfstrom, 111 Mill. Kabel und der entspricht. Der Täter, ein französischer Soldat, ist zu fünf Jahren scheid: Wen meinen Sie?) Den, der sich getroffen fühlt!( Abg. Reft Schwachstrom) Bestellungen eingegangen. Von diesen Gefängnis verurteilt worden. Wegen der Tötung eines 13jährigen Dr. Breitscheid: Haben Sie doch den Mut, zu sagen, wen Sie Bestellungen entfallen u. a. nur 2 Millionen auf Frankreich, Mädchens wurde ein belgischer Gendarm in Duisburg zu fieben meinen! Bizepräsident Dr. Bell nimmt als selbstverständlich an, 25 Millionen auf Italien, 66 Millionen auf Belgien( nur für TeleJahren Zuchthaus und einer Geldstrafe sowie Degradation verurteilt. daß die eben vorgetragenen Vorwürfe nicht auf Mitglieder des graph und Telephon) und 117 Millionen auf Jugoslawien, alles Abg. Schöpflin fragt an, ob es richtig ist, daß vier Mitglieder Hauses gemünzt waren. Heiterfeit.) Das Mißtrauensvotum der ausschließlich für Staatszwede. Für Privatzwerke wurde mit Ausdes Auswärtigen Amtes im Salonwagen zur Referentenbe- Deutschnationalen soll wohl die Regierung verhindern, in Paris nahme von Serbien soviel wie gar nichts bestellt. Sprechung über die Regelung des Grenzverkehrs nach Konstanz weiter zu verhandeln. Es wäre ein ungewöhnliches Ber- nahme von Serbien soviel wie gar nichts bestellt. gereift find. fahren des Reichstags, in dieser Weise in die schwebende Berhand- Eine Affiengesellschaft der Baustoffverbraucher. Dem Thi Ein Regierungsvertreter bestätigt diese Tatsache, er lung einzugreifen. Wir behalten uns unsere Abstimmung vor, bis ringischen Landtag ist eine Regierungsvorlage zugegangen, die die Märt aber, daß die Verhandlungen fast ausschließlich auf den Bahn- mir flarer fehen können. Nach der Zwangsanleihe ist eine neue Beteiligung der Landesregierung an einer mit 10 Millionen Mark höfen selbst und zum Teil, da die Abfertigung von internationalen 3wangsanleihe oder innere unleihe wirtschaftlich nicht möglich. Jegt zu begründenden Attiengesellschaft der Baustoffverbraucher Nachtzügen in Betracht kam, in der Zeit von Mitternacht bis 6 Uhr ist der günstigste Moment, das Reparationsproblem aufzurollen vorfieht. 8wed diefer Attiengesellschaft ist, die Verbraucher zu einer morgens geführt werden mußten. Auch die Besprechungen mit den und durch die Widerlegung von der Legende der deutschen Schuld am ftarten Organisation zufammenzufaffen, um so den festgefügten Lokalbehörden mußten meistens während der Fahrt abgehalten Weltkriege den Versailler Bertrag aus seinen Angeln zu heben. Verbänden der Erzeuger und Händler entgegenzutreten. Dadurch, werden. Aus diesen Gründen hatte die Reichseifenbahnverwaltung Abg. Dr. Dernburg( Dem.): Diese Debatte ist für das Ausland daß sich die Verbraucher untereinander verständigen, wird es mög einen Eisenbahnwagen mit Beratungsraum eingestellt. Ohne den lehrreicher, als dem Vaterland dienlich ist. Von rechts und links lich sein, gegenseitige Ueberbietungen und Preistreiberei Wagen wäre auch die Erledigung der umfangreichen Aufgaben der ist dem Ausland Material geliefert worden, mit dem die Regierung bintanzuhalten. In erster Linie find, so sagt die BegrünKommission in der furzen Zeit von acht Tagen nicht möglich ge- bombardiert werden kann. Wer hier dung, die wichtigsten Vertreterorganisationen, das Reich, die Länder, mesen, zumal die Kommissionsarbeiten durch die ungünstige aus lieber Gewohnheit ein Mißtrauensvotum bie Kreise und die Gemeinden zu Mitgliedern eines solchen VerWetterlage( große Heiterkeit) nicht unwesentlich erschwert murden. Eine Fahrt durch das bayerische Hochgebirge habe nicht einbringt und mit angeblichen Berstößen gegen das parlamentarische braucherringes zu berufen. Die zu gründende Aktiengesellschaft foll stattgefunden. System begründen will, der kennt dieses System nicht.( Sehr gut! ein Kapital von 10 Millionen erhalten, an dem sich der Staat mit links.) Ich begrüße den Rapallo- Bertrag, nachträgliche Vorwürfe 2 Millionen beteiligt und dafür im Aufsichtsrat zwei Sige fordert. wegen der Methoden bei seinem Abschluß sind nicht berechtigt. Von Oberschlesien und das internationale Sapital. Wie die„ Dena" den Bariser Anleiheverhandlungen müffen wir leider recht schwere aus Stattowis meldet, find die Verhandlungen über das franzö Bedingungen erwarten. Es ist aber zu hoffen, daß sie zu einer ge- fisch- polnische Syndikat, bas gegründet worden soll, um nauen Prüfung der wirklichen Leistungsfähigkeit den im polnischen Teile Oberschlesiens befindlichen Staatsbesig neu Deutschlands führen. Um eine Neuordnung des Reparations zu finanzieren, zurzeit zum Stillstand gekommen, da der problems zu erleichtern, muß die Regierung alles tun, um schleunigst Bersuch, auch die im polnischen Teile Oberschlesiens befindliche hie Lüge von der Alleinschuld Deutschlands am Kriege aus der Privatindustrie mit in die Verhandlungen einzubeziehen, am WiderWelt zu schaffen. stande dieser Industrie gescheitert ist. Auf der anderen Seite fchweben zurzeit Verbandlungen zwischen einem englischen Bankentonzern, der bestrebt ist, ein Syndikat mit deutscher, tschechoslowakischer und englischer Beteiligung auftande zu bringen und folvohl im deutschen wie im polnischen Teile Oberschlesiens der Gisenindustrie die notwendigen Mittel zur Verfügung stellt. Hierauf wird die Besprechung der Regierungsertiärung fortgesetzt. Abg. Dr. Hoehich( Dnat.): Es ist unerhört, daß das deutsche Volt und sein Reichstag einen Tag vor dem Verfallstag noch nicht wissen, was für Vorschläge die deutsche Regierung unterbreitet hat. ( hört, hört! rechts.) Unsere Absicht, ein sachliches Mißtrauensvotum Abg. Boehm( Baner. Bp.) begrüßt den Abschluß des Rapallo Bertrages und stimmt dem Reichstanzler barin zu, daß die Politit der Termine endlich aufgegeben werden muß. Die im Ausland verbreiteten Legenden von dem Reichtum Deutschlands feien unbegründet. Die Scheinblüte der deutschen Wirtschaft werde bald verchwinden. Deutsche Induftrievertreter in Moskau. In Moskau sind Ber treter Hamburger, Berliner, rheinisch- westfälischer und fächfischer Großfirmen angefommen. Die Räteregierung stellte ihnen Beamte zur Verfügung, die sie in ihren Geschäftsstudien und bei den Verhandlungen mit den Kommissariaten unterstützen sollen. einzubringen, fönnen wir nicht ausführen, da wir ja vollfemmen im Dunkeln tappen. Wir protestieren gegen diese Berhöhnung des Barlaments( Lachen lints) und beantragen:" Der Reichstag miß billigt, daß die Regierung bei den Verhandlungen über die Reparationsfrage in einer Weise verfährt, die mit den Rechten des Reichs tages nicht vereinbar ist; unter diesen Umständen versagt der Reichs tag der Regierung das Vertrauen, deffen sie nach der Berfassung Nach einer längeren Rede des Abg. Fröhlich( Romm.) und nachbedarf."( Lachen lints und in der Mitte.) Die Schwenkung in der auswärtigen Politit, auch bei Poincaré, ist eine Folge der Isolierung dem Abg. Jäder( Soz.) namens der rheinischen Abgeordneten die Frankreichs, nicht eine Folge unserer Erfüllungspolitik. Die beutsche im Hauptblatt abgebrudte Erklärung gegen die Sanktionspolitik ab. Regierung ftrebt offenbar eine auswärtige Anleihe an und ist bereit, gegeben hatte, vertagte sich der Reichtag auf Mittwoch vormittag für diese Konzeffionen zu machen. Die Inflation ist nicht auf unsere 11 Uhr. Mißwirtschaft zurückzuführen, sondern auf die Reparationen. Wir müssen alfo nach einer er absehung der Reparationen auf ein erträgliches Maß ftreben. Eine auswärtige Anleihe wird wenig helfen, wenn diese Herabsetzung nicht erfolgt. Troß der Zwangs anleihe müssen wir für das nächste Jahr immer noch 50 Milliarden neuer Steuern aufbringen. Dabei hat die Regierung selbst erklärt, daß eine stärkere Anspannung der Steuern nicht mehr möglich ist. Bon Prüfung unserer Leistungsfähigkeit ist gar teine Rede mehr. Eine umfangreiche Dentschrift des italienischen Industrie Goldzahlungen find für uns in absehbarer Zeit unmöglich. Not verbandes gibt ein Bild von der Lage der italienischen Wirtschaft mendig ist eine definitive Festsetzung der Reparationsleistungen im nach dem Kriege. Die Daten erklären, warum die italienische InRahmen des Möglichen und unter Sicherung gegen Sanftionen. dustrie nach dem Kriege die größten Schwierigteiten zu überWir machen den finanziellen Selbstmord unferes Baterlandes nicht winden hat. Während des Krieges ist zur Befriedigung des HeeresDer amtliche Preffedienst in Genua hat vollkommen verfagt. bedarfs eine geradezu phantastische Anzahl von neuen Unter- Ortsgruppen Stegliß und Friebenau. Bersammlung Donnerstag 8 Uhr bei Genua war nicht eine Zusammenkunft Gleichberechtigter, sondern nehmungen emporgeschossen. Es existierten Betriebe: mit. Münzstr. 24 Erste Etage Wirtschaft Italiens wirtschaftlicher Aufbau nach dem Kriege. Der tschechisch- russische Handelsvertrag dürfte alsbalb unterzeichnet werden; der Sowjetvertreter in Prag, Most o wento, hat die Verhandlungen in Berlin geführt, die beendet find. Dagegen ist ein polnisch russischer Handelsfrieg ausgebrochen; Rußland will die polnische Einfuhr mit 800 Broz. Bertzoll belegen und hat die Grenze gesperrt. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Internationaler Bund ber Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen, Martin, Steglit, Fichtestr. 4. Münzstr. BERLOWITZ 24 Erste Etage Weiße Leinenschuhe, Tennisschuhe, Turnschuhe, Reiseschuhe, Sandalen äusserst preiswert! Nicht zu überbieten! sind wir in der Billigkeit unseres Pfingst- Angebotes infolge älterer, größerer Lagerbestände in Damen-, Herren- und KinderSchuhwaren durchweg erstklassiger Fabrikate. Ergreifen Sie die noch außergewöhnlich günstige Gelegenhelt und decken Sie rasch Ihren Bedarf, solange Vorrat vorhanden. Einige Beispiele sollen Sie von der fabelhaften Billigkeit überzeugen: Damen- Schnürschuhe, braun, elegante Formen Damen Weiß- LeinenSchnür- und SpangenSchuhe( nur einz. Größen) Damen- schw.- Spangenschuhe mit Fleckabsatz ( Schwesternsch.) enorm billig Damen- Schnürschuhem. u. ohne Lackk. versch. Ledersort., eleg. Form( nur einz. Gr.) Damen- Ganz- Lack- Schnür- u. 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