Nr.258 39.Jahrgang Ausgabe B Nr. 127 Bezugspreis: Bierteljährl.150,-, monatl.50,-902. frei ins Haus, voraus zahlbar. Postbezug: Monatlich 50,- M., einschl. Bu stellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- u. Memel gebiet, sowie Defterreich u. Luremburg 84.-M., für das übrige Ausland 102,- 2. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Esth land, Finnland, Frankreich Holland, Lettland, Luxemburg, Desterreich, Schweden, Schweiz. Tschecho. Slowakei und Ungarn. Der„ Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Zeit der Unterhaltungsbeilage Seimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonn tags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" NO Abend- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 1 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile toftet 16,- M.- Reklamezeile 80.AleineAnzeigen" das fettgedruckte Wort 4, M.( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weiter Wort 3, M. 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Frankreichs Gegenforderungen. Vorwärts- Verlag 6.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Verlag, Expedition und Inseraten. Fernsprecher: Abteilung Morisplay 11753-54 Kleinwohnungsbau. Bon Dr. ing. Martin Wagner. Gibt es einen Wohnungsbau für Minderbemittelte? Washington, 2. Juni.( Ep.) Das Finanzdepartement verlangen, sondern müsse eine den Verhältniffen angemessene Ziffer Die Antwort auf diese Frage ist eine sozial- wirtschaftliche gibt bekannt, daß es die französische Regierung eingeladen fordern. Darauf sei keine Antwort erfolgt, da keinerlei Betingun Satyre. Als der Wohnungsausschuß des Reichstages am hat, eine kommission nach Washington zu senden, um mit dem Fi- gen beständen, die den Franzosen gestatteten, eine Verminderung 4. November 1921 dem Reichstage ein Wohnungsbaunan departement über die Rüdzahlung der französischen der deutschen Schuld ins Auge zu fassen. Schuld an Amerila zu unterhandeln. Die französische Regierung Der" Matin" fucht festzustellen, daß es nicht Frankreich allein programm pon jährlich 200 000 Wohnungen unterbreitete, betrugen die Bautosten für eine Kleinwohnung von sei, das der Verwirklichung einer Anleihe Hindernisse bereiten 70 Quadratmetern Wohnfläche etwa 90 000 bis 100 000 m. wolle. Auch die Regierungen, die einen Schritt zum Entgegen- In einem Auffaz„ Der Wohnungsneubau in Gefahr!" wies fommen zeigten, tönnten ihn nicht unternehmen. Amerika, das ich am 25. Januar d. I. im„ Vorwärts" darauf hin, daß die schließlich die alllierten Kriegsschulden herabsetzen fönne, verlange fortlaufend steigenden Baukosten das ursprünglich vorgesehene deren Zahlung, und England spreche nicht mehr von irgendwelchem Bauprogramm von Monat zu Monat einschränken werden Berzicht. und daß die aus der Wohnungsabgabe fließenden 3 Milliarden Der Berichterstatter des" Matin" will von einem hochstehenden Mark im Mai d. I. gerade ausreichen werden, um 20 000 und Staatsmann erfahren haben, daß innerhalb der kommenden acht nicht 200 000 Wohnungen erbauen zu können, wenn die wohTage, während deren die Arbeiten unterbrochen würden, die Renungsabgabe direkt dem Wohnungsbau zugeführt und nicht gierungen unter sich verhandeln würten. Es sei dazu verwandt wird, eine Anleihe zu verzinsen und zu tilgen. London, 2. Juni.( WTB.) Der Pariser Berichterstatter der aber wenig wahrscheinlich, daß sie zu einer Lösung des Problems Diese Borausberechnung fand im Januar noch Ungläubige. Times" meldet, die Franzosen lehnten es ab, dem Vorschlag gelangen würden. Auf alle Fälle werde die Reparations. Heute zeigt es sich, daß die damalige Annahme des Verfassers zuzustimmen, daß, bevor eine Anleihe ausgegeben wird, sie sich zu kommission das Problem nicht lösen. Die Regie- noch zu optimistisch gewesen ist. neuen beträchtlichen Opfern in ihren Forderungen an Deutschland rungen selbst würden früher oder später gezwungen sein, die Verbereit erklären müßten. Nur eine wesentliche Kompen- antwortung zu übernehmen. fation fönne die Franzosen veranlassen, weiteren Opfern zuzustimmen. Es sei flar, daß eine verhältnismäßig geringe Summe nicht genügen würde, um von den Franzosen zu erreichen: 1. die Aufgabe der Pfandrechte auf Deutschlands Eigentum zugunsten der Unterzeichner der Anleihe und 2. Preisgabe ihrer Rechte, in letzter Linie militärische Mittel anzuwenden. Frankreich stehe aber anscheinend der Tatsache gegenüber, daß, so bereit es auch sei, irgend cine Art von befriedigendem Uebereinkommen anzunehmen, es seine Ansprüche auf Wieder erstattung der Summen nicht aufgeben fönne, die es bereits für Reparationen ausgegeben habe. Der Berichterstatter schließt: Im Mittelpunkt bleibt das Problem der Anleihe. Ueberraschende Wendungen fönnten nächstens, möglicherweise innerhalb der allernächsten Tage, erwartet werden. Krise im Morgan- Komitee? Die Organisation der Finanzkontrolle. Paris, 2. Juni.( EP.) Nach dem„ Journal" wird das Garanfiekomitee nächste Woche seinen Sitz endgültig nach Berlin verlegen. Die Reparationsfommission wird nach der gleichen Quelle nächstens eine neue Mitteilung an die deutsche Regierung machen, worin sie die Organisation der Finanztontrolle auseinandersetzen wird. London, 2. Juni.( WTB.) Reuter meldet aus New York, daß Robert Michael Friebsam mo- jen nach Europa fahren werde, um auf Ersuchen des Präsidenten Harding eine eingehende Unter= su chung der geschäftlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse auf den britischen Inseln und auf dem Kontinent anzustellen. Der Bericht wird der amerikanischen Regierung unterbreitet werden. Die Valutafrage. Im August 1921, als der Unterausschuß des Reichstages das Wohnungsbauprogramm für die Jahre 1922/23 beriet, waren die Baustoffpreise auf das 14fache der Friedenspreise gestiegen. Im Januar 1922, als das Wohnungsabgabegesetz zur Beratung stand, waren die Baustoffpreise auf das 28fache der Friedenspreie gestiegen. Heute( im Mai) betragen fie nicht wie im Januar angenommen das 35 bis 40fache, sondern etwa das 70fache der Friedenspreise. Eine Kleinwohnung, die im Frieden 6000 Mt. und im November 1921 90 000 bis 100 000 m. tostete, ist heute nicht unter 350 000 bis 400 000 m. herzustellen. Der Verfasser verlangte schon im Januar d. I., daß die Städte und Gemeinden mit steigender Geldentwertung die Möglichkeit erhalten, die Wohnungsabgabe zu er= höhen und daß der Ausgleichsfonds des Reiches gleichfalls erhöht werde, damit das Reich den Baustoffwucher, auf den die Steigerung der Baukosten in erster Linie zurückzuführen Paris, 2. Juni.( WTB.) Der Matin" schreibt: Der Inter. Paris, 2. Juni.( EP.) Die internationale parlamentarische ist, nachdrücklichst bekämpfen kann. Der Wohnungsausschuß des Reichstages und der Reichsnationale Anleihe ausschuß habe, nachdem er wieder Handelskonferenz nahm am Donnerstag eine Entschließung an, in tag selbst haben es damals abgelehnt, dem Reiche 500 Milzwei Tage versammelt war, eine erneute Bertagung um eine Woche der die europäischen Regierungen ersucht werden, die weitere Aus- lionen Mark zur Bekämpfung des Baustoffwuchers zur Berbeschlossen. Diese Tatsache mache schon an sich feinen guten Ein- gabe von Papiergeld einzustellen und das Gleichgewicht des Budgets fügung zu stellen. Ja, selbst ein Vertreter des Reichsarbeitsdruck. Auf Grund der Nachrichten, die trotz der Diskretion durchge durch Ersparnismaßnahmen zu erzielen. Sie fordert, daß Erministeriums lehnte eine besondere Baustoffbewirtschaftungsdrungen seien, fönne aber sogar von einem wenigstens vorüber. leichterungen geschaffen werden, um sobald wie möglich die stelle entschieden ab. Die Folge dieser wenig weitblickenden Begehenden Scheitern der Arbeit des Ausschusses ge- Reparations obligationen auf allen Märkten Europas schlüsse ist die, daß die Allgemeinheit heute das Bierfache der sprochen werden. Man sei an dem Buntt angekommen, an tem die zu handeln. Sie schlägt die Einberufung einer Sachverständigen Novemberpreise zahlen muß oder nur den vierten Teil des daauswärtigen Bantiers die Frage gestellt hätten: Was schuldet konferenz für die Lösung der Balutafrage vor. Die Ron- mals aufgestellten Bauprogramms zur Ausführung bringen Deutschland den Alliierten? Die Antwort habe gelautet: 132 Mil ferenz machte noch den Vorschlag, daß an der Konferenz der liarden Goldmart. Hierauf sei dann erwidert worden: man könne Emissionsbanken, die nächstens in London zusammentreten wird, die doch von den Ersparnissen der Welt nicht 132 Milliarden Goldmart Finanzminister der europäischen Länder vertreten seien. vollkommen verschriebe. fann. Ganz abgesehen von der gewaltigen Einschränkung der Neubauprogramme der Städte und Gemeinden hat die fortlaufende Preissteigerung auf dem Baumarkt eine völlige Verschiebung der 3wed bestimmung der Neuauch Die Konservativen gegen Lloyd George. Pachtschutzordnung und Reichswirtschaftsrat. bauten herbeigeführt. Gingen wir im August 1921 und aud) Nachdem der Vorläufige Reichswirtschaftsrat in seiner gestrigen noch im Januar dieses Jahres von dem Grundgedanken aus, London, 2. Juni.( EE.) 11 Peers und 30 tonservative Sigung trotz des Einspruchs von Aufhäuser die Ausschußbeschlüsse daß die Wohnungsabgabe, die zu 80 bis 90 Proz. von KleinAbgeordnete veröffentlichten gestern abend in London folgende über das Bersicherungsgesetz für Angestellte angenommen hatte, be- wohnungen und der minderbemittelten Bevölkerung Rundgebung: Es ist höchste Zeit, der englischen öffentlichen Meinung schäftigte er sich in seiner heutigen Sigung mit der Verlängerung erhoben wird, dazu beitragen soll, der gleichen Bevölke= das Heilmittel bekanntzugeben, das man braucht, um allen Uebeln ein Ende zu bereiten. Die chaotische Lage in Irland, die der Bachtschuhordnung. Hierzu hatte der Ausschuß für rungsschicht neue Wohnungen zu errichten, so ist heute festzuein Ende zu bereiten. Die chaotische Lage in Irland, die fonfuse Außenpolitit, die traurige industrielle Lage, die hohe Besteue- Siedlungs- und Wohnungswesen mehrere Abänderungen verlangt, stellen, daß die Wohnungsabgabe sowie die sonstigen von der konfuse Außenpolitit, die traurige industrielle Lage, die hohe Besteue- die die Geltung des Gesetzes u. a. auf eine nur einmalige Anrufung Allgemeinheit aufgebrachten Mittel nicht den Minderbemittelrung und der Stillstand im Handel, alles das fönnte unmittelbar rung und der Stillstand im Handel, alles das könnte unmittelbar des Pachteinigungsamtes während der Dauer von zwei Jahren be- ten, sondern fast ausschließlich den begüterten Kreisen geheilt werden, wenn England sich dem Konservatismus schränken. Zudem sollte der Pachtschutz nur für Grundstücke bis aufließen. Für eine Kleinwohnung, die heute 400 000 m. foftet, zu einer Größe von 2,5 hektar, anstatt wie vorgesehen 10 Hektar, sind bestenfalls 100 000 M. Zuschüsse zu erhalten. Abzüglich Anwendung finden. Dagegen richtete sich ein Antrag der Arbeiter der nur beschränkt flüssig zu machenden Hypotheken muß der vertreter, der von Gen. Albrecht begründet wurde und der zu- Inhaber oder der Mieter einer neu errichteten Kleinwohnung Die Spannung zwischen Irland und England hat sich plötz- gleich eine Reihe von Verbesserungen verlangte. Albrecht legte dar, aus eigener Tasche 250 000 bis 275 000 m. aufbringen, wenn lich erheblich gesteigert. Man befürchtet, daß der Pakt zwischen dem daß in einzelnen Fällen die Pacht heute schon über den Goldwert er sich in den Genuß eines eigenen Heims sehen will. In den Geschäftsberichten der Gemeinnütigen Freund einer Berständigung mit England, Collins, und dem un- der Vorkriegsfäße hinausginge! Bei der Abstimmung wurde der Wohnungsfürsorgegesellschaften findet sich entwegten Republikaner De Balera zu einer Ausrufung einer un- Antrag Albrecht angenommen. Der Geltungsbereich des Gesetzes abhängigen Republik Irland führen könne. Das würde den Bruch wird auf 10 ettar eingestellt, paßt sich aber im Einzelfall immer wieder der Sat: mit England bedeuten, der Zwangsmaßnahmen von englischer der Größe des von einer Familie zu bewirtschaftenden Grundstücks Geite erfordere. Churchill gab gestern im Unterhause diesbezüg- an. Der Gesezentwurf, insbesondere sofern er den wirtschaftlichen vermögender Mann bauen, da die Zuschüsse im Verhältnis liche Erklärungen ab. Er wies auf den Ernst der Allianz zwischen Schutz der Verpächter vorsieht, wird auch auf Jagd und Fischerei Collins und De Valera hin und erklärte, daß De Valera von der ausgedehnt; die eine soziale Ausgestaltung des Gesetzes hemmenden englischen Regierung aufgefordert werden wird, die Verpflichtungen Teile des Gutachtens wurden gestrichen. Neue Krise in Ireland. zu übernehmen und den Vertrag von Downingstreet zu respektieren. Die auf der Tagesordnung vorgesehene Beratung des HausWenn De Valera dies verweigere, und wenn er Mitglied der Regie- gehilfengesetzes und der Zwangsanleihe wurde vertagt. rung des Freistaats werden würde, so wird die Regierung von London ihre Freiheit, was die Regierung von Südirland betrifft, wieder zurücknehmen. Dollar: 269. Entsprechender Kurssteigerung der Mark an der gestrigen New Yorker Börse wurde heute vormittag im Verkehr zwischen Im Jahre 1922 tann auch eine einfache Kleinwohnung nur ein zu den Baufosten zu niedrig sind und die Beleihung zu gering ist. Für wirklich Minderbemittelte" fönnen nur noch Werk wohnungen gebaut werden. Es wäre gut, wenn die Deffentlichkeit sich hierüber flar werden und die notwendigen Schlüsse ziehen würde." War das der Wille der gefeßgebenden Körperschaften, als sie die Wohnungsabgabe beschlossen? War diese Entwicklung der Wille der sozialistischen Parteien, als sie der Wohnungsabgabe ihre Zustimmung gaben? Die auf einen Ertrag von 3 Milliarden Mark veranschlagte Wohnungsabgabe reicht nicht im entferntesten aus, um die ver Schwierigkeiten der Haager Konferenz. den Berliner Banten der Dollar mit 264 bis 265 gehandelt. lorenen Bautostenzuschläge für den dringendsten Neubaubedarf Die amerikanische Regierung hat endgültig abge- An der Börse trat jedoch eine merkliche Befestigung der zu decken. Die sozialen Versicherungsanstalten, insbesonTehnt, einen offiziellen Vertreter auf die haager Konferenz Devisenkurse ein, die in der Hauptfache auf den dringlichen dere die Landesversicherungsanstalten und die Reichsversichezu schicken. Die französische Regierung teilte der italieni- Devisenbedarf des Inlands zurückzuführen ist. Außerdem be- rungsanstalt für Angestellte haben sich wenigstens in Breufchen Regierung mit, daß sie demnächst ihre Ansichten über die Haager einflußte die Unterbrechung der Anleiheverhandlungen in Ben entschlossen, unter Garantie des Staates aus ihren Konferenz und die Bedingungen, unter denen dort die Verhand- Paris die Nachfrage nach ausländischen Zahlungsmitteln. Um flüssigen Mitteln namhafte Beträge für den Neubau von Kleinlungen über Rußland wieder aufgenommen werden sollen, mitteilen die Mittagsstunde wurde der Dollar mit 269 bis 270 wohnungen bereitzustellen. Fest steht heute, daß die überwerde. gehandelt. Am Effektenmarkt herrscht stilles Geschäft. wiegend von minderbemittelten Volksschichten aufgebrachte [ Wohnungsabgabc und die gleichfalls von den' lninderdemittel- ten Kopf- und Handarbeitern aufgebrachten Versicherungs- beitrüge nicht dem Wohnungsbau der minderbemittelten Volkskreise, sondern dem Wohnungsbau begüterter Volkskreise zugeführt werden. Ist diese Entwicklung der Wille des Reichstages und der Landcsparlamentc? So fragen wir von neuem. Vor allem aber: Ist diese Entwicklung der Wille der minderbemittelten Hand- und Kopfarbeiter, die die Ver- ficherungsbeitrage aufbringen? Wenn nun die Geldentwertung und das unzureichend zur Verfügung gestellte Baukapitol den Bau von Wohnungen für minderbemittelte Voltskreise unmöglich machen, darf dann der zum Schutz der Volksinteressen geschaffene Behördcnapparat den Wohnungsbau in unerträglicher Weise hemmen und ihn noch weiter verteuern? Dem Verfasser sind zahllose Fälle bekannt, wo den Siedlungsunternehmungen die Bau- und Siedlungsgcnehmigung versagt wurde, weil Formalien nicht erfüllt waren und ohne Schuld der gemeinnützigen Bauherren nicht rasch erfüllt werden konnten. IedeWochederVer- zögerung der Baugenehmigung brachte dem gemeinnützigen Wohnungsbau in den letzten drei Monaten eine Verteuerung der Bau- kosten um je das Dreifache des Friedensprei- s e s. Mit dieser Verteuerung wurde jedes Finanzprogramm über den Haufen geworfen. Äußerordentliche Zeiten erfordern außerordentliche Mittel. Burcaukratie war schon vor dem Kriege ein Luxus, heute ist sie ein Verbrechen am sozialen Volkskörper. Fragt man die dem sozialen Wohnungsbau feindlich ge- sinnten 5?reise nach den Ursachen der Baukostenverteuerung, so wird man stets die Antwort erhalten:„An der Baukosten- Verteuerung sind die hohen Löhne schuld!" Wie steht es in Wirklichkeit mit den hohen Baustoffpreifen und Löhnen? Nach der Indexziffer, die die vom Verband sozialer Bau- betriebe herausgegeben- Zeitschrift„Soziale Bauwirtschast" an jedem Monatsersten veröffentlicht, waren die Baustoffpreise Anfang Mai dieses Jahres auf das ktzfache der Friedenspreise, die Arbeitslöhne für eine Kleinwohnung aber nur auf das ?4fache der Friedenslöhne gestiegen. Rechnen wir diese in Papiermark angegebene Verteuerung auf Goldmark um und setzen mir eine Goldmark gleich 60 Papiermark, so müssen wir feststellen, daß die Baustoffpreise heute den Goldmarkpreis um etwa 13 Proz. überschritten haben. Die für eine Klein- wohnung aufzubringenden Arbeitslöhne indessen sind um etwa 43 Proz. gesunken, d. h. die Bauarbeiterschaft gibt heute ihre Arbeitskraft für den Kleinwohnungsbau um 4 3 Prozent b i l l i g e r a b a l s i m F r i e d e n, die Baustofferzeuger und Baustoffhändler verkaufen ihre Baustoffe um 13 Proz. teurer als im Frieden. Wer angesichts dieser Tatsache von einem Ab- bau der Löhne und nicht vom Abbau der Vaustoffgewinne sprechen will, der sollte auch den Mut haben, sich frei und klar zur mittelalterlichen Raubbauwirtschaft zu bekennen. Was muß geschehen? Sofern die Reichsregierung die vom Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund aufgestellten Nicht- lmien zu einem verstärkten Wohnungsbauprogramm für die Jahre 1922/23 und die gleichfalls vom Allgemeinen Deutschen Gewerkschastsbund und 13 anderen Gewerkschaften unter- zeichneten Vorschläge zur gemeinwirtschaflichcn Regelung der Baigtoffbewirtschastung auch heute noch nicht anerkennen, geschweige denn durchführen will, müssen die minderbe- mittelten Volkskreise, insbesondere aber auch die Mieter- schaft selbst zu der Frage Stellung nehmen, ob sie die von ihnen aufgebrachte Wohnungsabgabe und die von ihnen auf- gebrachten Kapitalien der Sozialversicherungen auch fernerhin einer Volksschicht zur Verfügung stellen wollen, die an der Ausbringung dieser Mittel keinen oder nur einen geringen Anteil hat. Die Bauarbeiter werden sich überlegen müsien, ob sie den bemittelten Kreisen 43 Proz. ihrer Arbeitskraft auch fernerhin opfern können. Die Reichsregierung sollte diesem kommenden Konflikt vor- beugen und schleunigst einen durch Sachverständige zu ver- stärkenden parlamentarischen Ausschuß einsetzen, der der Woh- nungsabgabe den vom Gesetzgeber gewollten sozialen Sinn Spuk. Mit dem Schlage Mitternacht begann es. Nacht für Nacht. Zuerst scharrt es an meiner Tür vorbei. So als ob ein betrun- kener Jemand sich am Treppengeländer hinaufstützte. Dann ist's über mir. An der Hängelampe bemerke ich, daß die Zimmerdecke schwankt. Die Glasstäbchen, die das Grell der Lichtbirne abdämpfen, klirren leise aneinander. Einig« Fliegen, aus dem Schlafe ge- scheucht, kreisen zankend um das Licht. Jetzt knarrt ein Tisch, stöhnt ein Stuhl, ächzt eine Bettstatt. Genau über meinem Bette. Und da« Zimmer über mir scheint doch unbewohnt. Wenigstens höre ich tagsüber nie einen Laut oder ein Geräusch, das auf das Gegenteil schließen ließe. Wieder ist's da. Diesmal klirrt Woschgeschirr. Ein kleine» Weinen, wie das eine» aus dem Schlaf gerissenen Kindes, steht auf und eine beruhigende Altstimm« legt sich sanft darüber. Das Weinen erstickt. Bald rührt sich wieder das Klirren, dem ein Stoß gegen die Zimmerdecke folgt, als stürze jemand zu Boden. Nach einer kurzen Pause beginnen plötzlich Tisch« und Stühle durcheinander zu poltern, Teller, Töpfe springen an die Wände, um zuletzt auf dem Fußboden mit teuflischem Gelächter zu zerschellen Da ist auch wieder das oerängstigte Kinderweinen und eine gequälte Frauenstimme. Der Hexensabbat schließt mit einem dumpfen Fall. Zuletzt wird etwas Schweres, Lebloses über den Dielen geschleift, ein Bett knarrt, und der Spuk ist wieder einmal zu Ende. Die Glasstäbchen meiner Lampe klingen ein wenig auseinander, als ob Weinkelche sängen. An schönen Tagen stand vor meinem Fenster eine junge bleiche Frau über ein Wäschelchaff gebeugt und rieb stch die Hände wund. Daveben, in einem Wäschekorbe, saß ein bleichsüchtiges Kind mit einem Wasserkopfe und Quellaugen. Wasserköpfe werden im Alka- holrausch gezeugt— sagt die Medizin. So oft ich vorüberging, bückte sich die Wäscherin so tief, daß ich ihre Augen nicht sehen kennte. Und einmal kam der Spuk nicht zu Ende. Mitten drin gab's einen tierischen Schrei, einen dumpfen Fall, ein Röcheln. Selbige Nacht vermochte ich nicht mehr einzuschlafen. Am folgenden Bor- mittag trug mci einen schmucklosen Armensarg an meinem Fenster vorbei. Leicht hin, schwer zurück. Den Spuk hatte man abgeholt. Der Spuk hatte ein aufgedunsene» Gesicht und eine violette Säufer- nase. Sonst sah er wie ein Mensch aus. An schönen Tagen reibt die junge Frau wieder vor meinem Fenster Feemdeleutcwäsche. Ihre Bewegungen sind jetzt merkwürdig frischer, idr Blick ist freier, wie der eines erlösten Menschen. Der Spuk ist tot. Nur ein Schatten von ihm ist noch da. Das Wesen neben der Frau im Wäschekörbe. Lebt zwischen Tog und Nacht. Augenblicklich aber liegt Frühlingssonne auf dem kleinen Wasser- topfe und zieht blonde Härchen heraus._______ Sepp. zurückgibt und die minderbemittelten Kreise vor der Aus- beutung durch das Prioatkapital schützt. Wenn in den nächsten Monaten die Arbeitslosigkeit in der Industrie einsetzen sollte, wird das Baugewerbe, das vom Aus- landsmarkt unabhängiger ist als jede andere Industrie, zum stärksten Stützpunkt der deutschen Volkswirtschaft und des sozialen Friedens werden können.'Die gegenwärtige sozialwirtschastliche Struktur in der Bauwirtschaft ist aber nicht geeignet, sie zum Fundament einer sozialen Nothilfe zu machen, wenn eine der wichtigsten Auf- gaben, die die deutsche Volkswirtschaft heute zu bewältigen hat — die Beseitigung der Wohnungsnot— in einer Form gelöst wird, die naturnotwendigcrweise den Unwillen und die Empörung nicht nur der minderbemittelten Bevölkerung, sondern auch der Zlrbeitnehmer des Baugewerbes auslösen muß. Ein Rückzug in öer»Dolchstoß�-Zrage. Die Tübinger Rede des Generals v. Deimling, die der Dolchstoßlegende den Gnadenstoß versetzte, gibt de?„Kreuzzeitung" Anlaß, in ihrer üblichen Manier gegen den höchst lästigen Zeugen mit persönlichen Angriffen vorzugehen. Sie macht dunkle Andeu- tnngen über den„Gkisteszustand" des Generals, der sein Kommando „wegen übergroßer Nervosität" habe vorzeitig niederlegen müssen. Ob diese Milteilung in bezug auf Deimling stimmt, wissen wir nicht, dagegen weiß alle Welt auf das Bestimmteste, daß sie auf seinen Antipoden in der Dolchstoßfrage, L u d e n d o r f f, vollkommen zu- trifft. Dieser Mann war es, der, nachdem er niit seinen Nerven zusammengebrochen war, die Dolchstoßlegende zur höchstpersönlichen Selbstverteidigung in die Welt setzte. Sachlich fühlt sich die„Kreuzzeitung" ober so sehr in die Ecke gedrängt, daß sie nun mit einemmal erklärt: Es hat noch kein vernünftiger und Sachkenner behauptek, daß der„Dolchstoß" allein unjere Katastrophe herbeigeführt hätte, wohl aber daß er ganz wesentlich zu unserem Un- glück beigetragen hat. Wenn wir die dcutschnationale Grammatik richtig verstehen. so soll damit gesagt sein, daß die Behauptung, der„D o l ch st o ß" habe allein die Katastrophe verursacht, mct Vernunft und Sachkenntnis unvereinbar sei, in Wirklichkeit habe er nur zu Deutschlands Unglück beigetragen., allerdings„ganz wesent- lieh". Das ist ein höchst bemerkenswertes Geständnis. Bisher haben wir immer gehört und gelesen, der Dolchstoß sei allein an allem Un- glück schuld. Jetzt erfahren wir, daß es sich nur um ein Prozent» Verhältnis handelt und daß jeder, der etwas anderes behaupte, un- vernünftig fei und von der Sache nichts verstehe, vielleicht hat die „Kreuzzeitung" die Güte, sich einmal darüber zu äußern, inwieweit andere Faktoren— Versagen des monarchistischen Systems, falsche Einschätzung der Gegner. Fehle? der Kriegsführung, Kriegsoerlänge- rung und Anvcxionshetze, Nichtachtung und Entrechtung der breiten Volksmassen, Irreführung der öffentlichen Meinung u. a.— an der Katastrophe Mitschuld tragen, dann wird sich zum Schluß her- ausstellen, daß der sogenannte„Dolchstoß" nur eine Folge jene? Fehler von oben war, die die Sozialdemokratische Partei, die Trägerin�des Verteidigungsgedan- k e n s, vor dem Krieg und während des Kriegs unablässig be- kämpft hat. das Leamtenrätegesetz. Die erste Lesung des Beamtenrätegesetzes im 23. Aus- schütz des Reichstages Ist beendet. Das Ergebnis ist ein Torso. Bom Regierungsentwurf ist wenig übrig geblieben. Die entscheiden- den Fragen: Befugnisse, Mitbestimmungsrecht, Schlichtungsstellen und Schutz der dem Gesetz zu unterstellenden Arbeiter und Ange- stellten blieben u n g e l ö st. Außer einigen skizzierenden Strichen über das, was die Beomtenräte im großen und ganzen zu tun haben, findet sich über all dies« Dinge in der gegenwärtigen Fassung des Gesetzentwurfes kein Wort. Das kommt daher, daß der Aus- schuß mit 14 gegen 14 Stimmen— Linksparteien und Demokraten gegen die übrigen bürgerlichen Parteien— nicht nur sämtliche Berbesserungsanträge zu den entscheidenden Para- graphen, sondern auch die Regierungsvorlage selbst ablehnte und Tribüne sSommerspielzcit)" Drei Akte von Heinrich ZNann. Was zur Wahl dieser vor Jahren mit Tilla Durieux in den Haupt- rollen gespielten Mannschen Einakter geführt haben mag, ist nicht recht erfindlich. Die kleine Bühne verfügt nicht über besondere Kräfte, die von sich aus die Mannschen Figuren in irgendeine fesselnd neue Beleuchtung hätten rücken können: � D a g n y Servals, die am ehesten hervortrat, verkörperte die weiblichen Gestalten in den ersten beiden Stückchen mit kluger Steigerung der Effekte und völliger Be- herrschung der Routine. Aber der Eindruck des rein verstandesmäßig Konstruierten, bei aller fliegenden Hitze der Worte doch Kaltem, das den Szenen anhaftet, blieb in der Darstellung ganz unvermindert. Dem Autor ist es wohl»m seelische Probleme zu tun. Aber er spitzt sie grüblerisch und paradox in einer Weise zu, die jede Möglichkeit intimerer Ausgestaltung und Entwicklung ausschließt. Die Phantasie des Hörers geht nicht mit. Das Ganze mutet an als Schattenspiel der Reflexion, in dem statt realer Menschen Marionetten nach Diktat und Losung eines ihnen fremden Willens agieren Absonderlich ver- zwickte Fälle von Perversitäten werden tri abgekürztem Verfahren vorgeführt. Im ersten Stückchen„Der Tyrann" lockt ein kaum dem Knabenalter entwachsener, grausam blutiger Renaissance-Regent einem Weibe, das, selbst in ihn oerliebt, als Rächerin ihn in der Liebesstunde erstechen wollte, ihr Geheimnis ab und übergibt sie un- barmherzig der herbeigerufenen Wache.— Dos Versteckspiel in- und durcheinanderschillernder Motivs, bei dem der Zuschauer selbst am Ende im Zweifel ist, was Scheiß was Wahrheit sein soll, wird noch raffinierter und methodischer in der„Unschuldigen" fortge- spönnen. Von außen her gesehen erinnert da manches an Ibsen. Rur daß eben bei diesem die Dunkelheiten organisch au? dem Schöße des lebendig Angeschauten aufwachsen, während hier alles wurzellos in freier Luft schwebt. Eine Frau, die des Gattenmordes angeklagt war, spielt mit dem Manne, der als Verteidiger ihr zum Frelspruch verholfen und sie nun zur Frau begehrt. Sie selbst bezichtigt sich vor ihm der Tat, in der Hoffnung,' daß seine Liebe auch darüber hinweg käme. Als er nach ihrer Ansicht die Probe nicht genügend besteht, reißt sie sich von ihm los.— Den beiden tragisch gefärbten Skizzen folgt als Abschluß die Groteske„V a r i e t e, eine satirisch grelle Schilderung aus den Kulissen geschminkter Brettlwelt. Aller- Hand Wendungen wurden stark belacht. Aber neben dem in Wede- kindschem Stile Grellen kommt der eigentliche Humor zu kurz. Die unwillkürlich aufsteigende Erinnerung an Hartlebens in ähnlichem Milieu abspielende„Sittliche Forderung" ließ dieses Manko um so deutlicher empfinden. ät. Rußland und die welk. Im Aerlog für Politik und Wirtschaft ist ein Hilferuf Nansens erschienen:„Rußland und die Welt". Man kennt Fridtjof Nansen, den Polarforscher und Organisator des russischen Hilfswerks: man kennt ihn vor allem aus seinen Reden im Völkerbund, die ein Heer von Diplomaten erschütterten, ohne eine hilfreiche Hand in Bewegung zu setzen. Dieser Gegensatz zwischen seelischem Erleben und praktischem Tatwillen ist bezeich- nend für unser heuliges Europa. Nansen sagt in seinem Hilferuf: „Wir bitten die sämtlichen Regierungen Europas um S M i l l i o n e n Pfund Sterling insgesamt. Da» ist nur die Hälfte von dem, damit bewies, daß er in seiner jetzigen Zusammensetzung arbeits- unfähig ist. Um nicht die Zeit mit unnützen Debatten zu ver, trödeln, hat man daraufhin den Rest der Vorlage gestrichen. Aus dem Ehaos einen Ausweg zu suchen, ist zunächst den Re« gierungsparteien überlassen worden. Jedoch ist man bisher keinen Schritt weiter gekommen, da es trotz aller Bemühungen nicht mög- lich war, verschiedene der beteiligten bürgerlichen Abgeordneten zu einer Besprechung zusammen zu bekommen. Infolgedessen ist die Klärung der Angelegenheit nunmehr offiziell von dem Fraktion«- vorstand der SPD. übernommen worden. Es wird abzuwarten sein, ob die Besprechungen zu einem greifbaren Ergebnis führen werden. Die Hoffnung ist nicht groß, weil gerade in den Differenzpunkten sich die Ansichten auch zwischen den Regierungsparteien ziemlich schroff gegenüberstehen. Hinzu kommt, daß weder die Haltung der Demokraten, noch di« des Zentrums in diesen Dingen einheitlich ist. Möglich, daß die Teilnahme der Fraktionsäorsitzenden an den Besprechungen ver- mitielnd und fördernd wirken wird. Notwendig ist aber, daß sich die beiden bürgerlichen Regierungsparteien zunächst innerhalb ihrer Fraktionen über die Kardinclpunkte klar werden. Dieses ist bis jetzt nicht der Fall. Wenn in den nunmehr vorliegenden Entwurf dies« oder jene wirkliche Verbesserung hineingekommen ist und auch hier und da ein offenbarer Forlschritt oerzeichnet werden kann, so ist dies Haupt- sächlich dem unermüdlichen Kämpfen der SPD.-Vertretcr im � 23. Ausschuß zu verdanken. Dem Betriebsrätegesetz folgend haben sie eine Reihe von Anträgen gestellt, die sich eng an jenes Gesetz anlehnen und zum großen Teil auch Annahme fanden. Auch die Beamtenräteverordnung des Reichsverkchrsministcro und der be- kannte gemeinsame Entwurf des Allgemeinen Deutschen Gcwerk- schaftsbundes sowie des Deutschen Bcamtenbundcs für ein Beamten- rätegcsetz sind bei Stellung der Antröge berücksichtigt worden. Leider muß aber festgestellt werden, daß eigentlich alle Anträge, die entscheidende Fragen berührten und sich nicht nur mit einem vorsichtigen freiheitlichen Borfühlen begnügten, sondern entschieden vorwärts schreiten wollten— etwa in der Richtung der Wünsche de» ADGB. und DBB.— von der geschlossenen bürgerlichen Front abgelehnt wurden. Es machte sich dabei das eigenartig» und die moderne Beamtcnfrage in ihrer ganzen Breite und Tiefe grell beleuchtende Bild bemerkbar, daß die in den bürgerlichen Par- teien als Abgeordnete sitzenden Beamten, die im Deutschen Be- amtenbund gewerkschaftlich organisiert sind, nicht im entferntesten daran dachten, auch nur den Gedankengängen ihrer Spitzenorgani» sationen zu folgen, geschweige denn deren Forderungen zu erfüllen. und für sie zu kämpfen. Das Unding der sogenannten„Partei- politisch-neutralen" Organisation trat hier mit rücksichtsloser Deut- lichkeit zu Tage. Der Deutsche Beamtenbund täte deshalb besser, anstatt sich jetzt über die Unfruchtbarkeit der Arbeiten des 23. Aus- schusies zu entrüsten und sie zu bespötteln, seinen ganzen Einfluß aufzubieten, um jene Abgeordneten, die seine Mitglieder sind und denen das elende Ergebnis der ersten Ausschußlesung allein zu danken ist, au� seine Linie zu bringen. Eine auch vcn uns wiedergegebene Nachricht der Telegraphen- union, daß die Weiterberatung des Beamtenrätegesetzes bis zum Herbst vertagt worden ist, entspricht, wie wir hören, erfreulicher. weise nicht den Tatsachen. Di« Verhandlungen zwischen den Re. gierungsparteien, die zu einer Verständigung führen sollen, werden gleich nach Zusammentritt des Reichstags wieder aufgenommen wer. den. Diese Verständigung konnte bisher nicht erzielt wer« den, weil, wie schon bemerkt, zu den Sitzungen, die zu diesem Zweck angesetzt waren, außer den beiden der SPD. angehörenden Abge. ordneten nur einer von den vier geladenen Abgeordnelen der büre gerlichen Parteien erschienen war. Die Sitzungen konnten also nicht stattfinden. Rade? ist einer Meldung der„Ruß Preß" zufolge zusammen mit dem Mitglied der russischen Genua-Delegation L i t w i n o w von Berlin nach Moskau abgereist. Der Aufstand in Georgien. Au» Tistis wird gemeldet, daß die Bolfchewisten den gegcnrevolutionären Aufstand in Buchara vollständig niedergekämpft haben. Die Re- bellenführer, die in die Hände der roten Soldaten fielen, sind lebendig verbrannt worden. was ein modernes Schlachtschiff kostet. Die Reqierunaen wolle" aber nicht: sie bedauern, daß sie nicht können, nicht dürfen. Sk- besprcchen es, tagein tagaus, ohne Ergebnis. Monat für Monat vergeht, mittlerweile aber sterben die Menschen vor Hunger." Und Maxim Gorki, der russische Arbeiterdichter, der wie kein an- derer' die Tierseele Rußlands aufgefangen hat, hinter der das Licht des Menschlichen und der menschlichen Weisheit in dämmernden Fernen leuchtet, klagt in seinem Nachwort:„Jetzt aber— glaube ich— hat Europa seine moralische Autorität als Schöpferin von Kultwerten verloren." Auch das ist bezeichnend für den Zustand Rußlands, für den Zustand Europas. Bezeichnend für die Krise der geistigen Kultur, in der wir leben. Das Geleitwort zu diesen Bekenntnissen trägt den Namen Gerhart Hauptmann. Worte wärmster Anerkennung sür Nansen, den Menschen: kein Wort für das hungernde, verhungernde Rußland. Bielleicht ist auch das nicht ohne tiefere Beziehung. lex. Das Massengrab im Lawinenschnee. Die Schneeschmelze am Col de Frc-jus, dem an der sranzösijch-italienischen Grenze gelegenen Paß, hat zur Entdeckung der Leichen von 22 italienischen Arbeiter" geführt, die zusammen mit ihrem Führer bei der Wanderung übe. die bequeme, nach Frankreich führende Alpenstrahe von niedergeheu. den Lawinen überrascht und verschüttet worden sind. Die ersten Nach- richten von dem Unglück, das in der Geschichte der Alpen einzig dasteht, wurde von einer Grenzpatrouille überbracht, die abseits der Straße 10 Leichen gesunden hatte. Eine sosort aufgenommene Streif« führte dann zur Auffindung von weiteren 13 Leichen, unter denen sich die einer Frau befand. Es ist anzunehmen, daß sich die au» 21 Mann und einer Frau bestehende Arbeiterkolonne im No- ocmbcr vorigen Jahres der Führung eines jener Bauern anvertraut hatte, die sich ein Geschäft daraus machen, Waren und Menschen über die Grenze zu schmuggeln. Sie hatten bereits die französische Grenz« überschritten und befanden sich in der Nähe des ersten fraii. zöstsch-n Dorfes, als sie von einem Schneesturm überrascht wurden, der sie zwang, zu rasten und Schutz zu suchen. Die Leichen wurden in kauernder Stellung gefunden: st« hatten ihre Jacken über die Köpfe gezogen, ersichtlich zu dem Zweck, um sich gegen den Sturm zu schützen, dessen Ende sie hier abwarten wollten. Sie hotten in- dessen die Rechnung ohne die Lawinen gemacht, die sie unter einer sieben Meter tiefen Schneedecke begruben. Weimar gegen Berlin. Die Weimarer Mitglieder der Goethe» g c s e ll I ch a i I baden eine Ortsgruppe geb'ldei. um.gegen die von Berlin ausgehenden Bellrebungen. Weimar als ständigen Tagungsort der Gesell» schaft und dauernde» Sitz dieser au»»uschallcn solvic-ine Anzahl Mitgliedec des Vorstandes hinaus zu wählen, Stellung zu nehmen.' Die sehr ver- zoplle Goethegelelllchajl. die die Berliner Mitglieder etwas renopieicn wollte, soll also nach dem Wunich der angestammten Weimarer Goethe- mumicn so unooikStümlich und unsruchtbar bleiben wie bislang. Fm WaUner-Tbeater findet Sonntag eine Wiederboluna der Oper .Carmen' statt. Monlaq. den ö. Juni, zum ei stenmal in dieler Spie!» zeit.Troubadour'. Den Maniico singt Herr Ballenr von der Staat»- opcr, die Aczueena Trudc Conrad vom StadUhcaler in Essen. Zur Feier des IvUjährtge» Bcstrhrus des Instituts für Kirchenmiisik findet im Nahmen der ftestoeranstallungen am Donnerstag, 8. Funi, mittags 12 Ubr, in der Kaiscr-Wilhelin-GedächtniStirche unl« Mitwirlung des Crgclviriuofcn Kurt Roscnhauc ein Lestlonzert statt. Zucker ade! Buder, eines der wichtigsten Nahrungsmittel, gehört feit län " " Stadtbibliothek auf Wanderschaft. Gewerkschaftsbewegung Aus dem Reiche Hugo Stinnes'. Bekanntlich hat Herr Stinnes jüngst einen Dampfer vom Stapel Die Darmstädter Bar fommt doch in den Marstall. gerer Zeit zu den Luguswaren, die auch trotz der vielgepriesenen tehnung, die die Berlegung der Stadtbibliothek in dem Ausschuß Die Darmstädter Bant soll nun trog der einstimmigen Abfreien Wirtschaft oft genug nur hintenherum" durch besonders für das Bildungswesen gefunden hatte, vom Schinkelplatz in den gute Verbindungen" und nach Zahlung höchster Preise zu erhalten Marstall am Schloßplay bzw. in der Breiten Straße übersiedeln. gelassen und ihn auf den Namen Carl Legien getauft. Soll diese find. Tausende und Abertausende von Familien, die kleine Kinder Der Marstall ist bekanntlich vom Magistrat für Bibliothekzwecke, Berufung auf Legien mehr als die Laune eines Augenblics fein, haben, müssen auf den so nötigen Süßstoff verzichten, weil sie weder für das städtische Fuhramt, die Erwerbslosenfürsorge, das An. bann legt sie hern Stinnes auf sozialem Gebiete mindestens die über jene guten Verbindungen noch über so hohe Einkommen ver- fchaffungsamt usw. vom Fistus auf mehrere Jahre mit Options gleichen Berpflichtungen auf, die jeder verständige Arbeitgeber erfüllt. fügen, die ihnen die süße Kostbarkeit verschaffen könnten. Zucker recht gemietet worden. Der Fiskus ist damit einverstanden, daß Da der vielbeschäftigte Herr Hugo Stinnes sich natürlich nicht um ist natürlich da. Aber nicht für die Volksernährung, das bringt viel dieser Mietvertrag auf die Darmstädter Bank übertragen wird, die jede Kleinigkeit fümmern fann, wollen wir ihm verraten, pie zu wenig Gewinn, es gibt heute ganz andere Möglichkeiten, die den Ankauf plant. Das noch immer moderne Gebäude der heute noch seine Angestellten bezahlt werden. Es Profite zu erhöhen. Als ein recht interessantes Beispiel zu diesem dem Magiftrat für eine angemessene Miete. Es wird nun nach männische Hilfskräfte usw. 1500 bis 2300 art monatlich. Darmstädter Bant am Schinfelplag überläßt die Bank erhalten Stenotypistinnen, jüngere Buchhalter, faufThema ist eine Zufchrift anzusehen, die die Karlsruher Gruppe des den Plänen des Stadtbaurats Geh. Rat Prof. Dr. Ludwig Hoff Qualifizierte Angestellte, 3. B. felbständige Rauf Deutschen Guttempler- Ordens an die Frankfurter Zeitung" gefandt mann für 3wede der städtischen Bibliothet vollständig umgebaut. Iente, 2riteften, Seichner ufw. erhalten Gehälter pon hat, in der es heißt: Auch der Marstall erfährt einen totalen Umbau im Innern. 27.00 bis 3500 Mart monatlich. Abteilungsleiter, Wir erlauben uns, die Frankfurter Zeitung" darauf aufmert. Für diese Transaktion, Einrichtung neuer Räume usw. für die also verantwortliche Angestellte mit durchweg akademischer fam zu machen, daß nach den Ausführungen des badischen Arbeits- städtischen Verwaltungen( Anschaffungsamt usw.) wird von der Vorbildung beziehen Gehälter zwischen 4200 und 6000 Mart. minister Dr. Engler im Landtag nicht weniger als 3% Millionen Bank für Handel und Industrie eine Entschädigung in Höhe von Profuristen des Herrn Stinnes aber erhalten 7500 Mart Zentner Zuder(!) im vergangenen Jahre nach amtlichen Fest. 12 Millionen Mart gezahlt. monatlich. ftellungen in Alkohol umgewandelt worden sind. Das sind nur die Zahlen, die amtlich erfaßt werden konnten. Wir hier im mittelbadischen Gebiet- ,, im flassischen Lande der Schwarzbrennerei" wissen, daß im vergangenen Jahre der Zuder waggonweise in Schnaps umgewandelt wurde. Nachdem Kirschen, Zwetschgen, Getreide und Kartoffein verschnapft waren, mußte der Zucker heran. Weiter der 1921er Wein hatte infolge der heißen Bitterung einen sehr großen natürlichen Budergehalt, er bedurfte durchaus teiner Zuckerung. Trogdem erhielten die Weinbauern den Zucker zu diesem 3med in großen, Mengen. Wir wissen also, wo der Zuder hingekommen ist und wo er auch in diesem Jahre hinfommen wird. Wird Zuder zur Schokolade- oder Zuderwarenberei tung verwendet, so bleiben wenigstens die Nährwerte noch vorhanben. Anders bei der Umwandlung in Alkohol, wo die Nährwerte vollständig zum Teufel gehen. Wie lange noch fann Diese verbrecherische Bergeudung von Nahrungsmitteln getrieben werden? Es fönnte noch darauf hingewieefn werden, daß nach amt lichen Feststellungen im Jahre 1921( Ausführungen des badischen Arbeitsministers im Landtag) 22 Millionen Zentner Getreide und 25 Millionen Zentner Kartoffeln Die Stadtbibliothet soll also wieder mindestens ein Nach diesen Ziffern ist erklärlich, daß es der Firma unbequem halbes Jahr lang der Berliner Bevölkerung ent- ist, wenn etwa die Organisationen der Angestellten sich um die Rege zogen werden. Es wäre doch vorteilhaft, die Bücherregale gleich lung der Gehaltsbedingungen fümmern. Dem Betriebsrat wurde mit Rädern zu versehen, so daß sich fünftige Umzüge ohne deshalb unter dem 24. März 1922, wie aus der Niederschrift über allzu große Mühe leicht ausführen laffen. Die Nachricht von der eine Besprechung zwischen der Geschäftsleitung, vertreten durch die neuen Berlegung der Bibliathek wird in ihrem Leserkreise sicher Herren Generaldirektor Minour, Geb. Rat Dr. Peters, Direktor große Entrüstung hervorrufen, die auch durchaus verständlich Pfeiffer und von Rohrscheidt, mit dem Betriebsrat, hervorgeht, dieser erscheint. genötigt, sein Einverständnis zu den nachfolgenden drei Punkten zu erflären: „ Bolf und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt der heutigen Postauflage bet. Bürgerliche Gemeindepolitik. Mehrheit hat, wird sehr oft von Bürgerlichen unsachlichste Kritik an Sobald ein Stadt- oder Gemeindeparlament eine sozialistische der Arbeit unserer Genoffen geübt. Die beliebten Schlagwörter Futterfrippenwirtschaft", Parteipolitit" usw. follen die vermeintliche Mißwirtschaft der Sozialisten den Mitbürgern in möglichst grellem Lichte erscheinen lassen. Man täuscht den Wählern vor, daß, sobald Bürgerliche die Zügel in der Hand hätten, Wie ganz anders es aber in Wirklichkeit aussieht, wenn sie einmal die Mehrheit in den Gemeindeförperschaften haben, wird durch das in Deutschland, dem Lande der Unterernährung, veralfoholifiert natürlich für jeden das Himmelreich auf Erden herbeigeführt würde. wurden. Warum die Eier so teuer sind. Alle Nachrichten, daß noch jetzt Gier beim Erzeuger für 80 Pfennig oder 1 M. aufgetauft werden, sind einfach Schwindel. Das war einmal. Die Preise für Futtermittel, beson hers Gerste, ohne die eine ertragreiche Hühnerzucht nicht möglich ist, sind heute so hoch, daß den Hühnerhaltern das Ei schon fast ebenso teuer fommt, als wenn sie es faufen.. Aus kleinen Hühnerhaltuncen ist daher für den Verkauf überhaupt nicht mehr viel herauszuwirtschaften. Die seit einigen Tagen gesteigerten Eierpreise sind natürlich wieder auf den bekannten Feiertagswucher zurückzuführen, an dem sich gleichmäßig so ziemlich alle händlerfreise beteiligen. Beispiel des Gemeindeparlaments von Eichwalde gezeigt. ,, 1. Der Betriebsrat ift einverstanden, daß die Gehaltsrege lung ohne Hinzuziehung irgendeines Verbandsvertreters, insbe fondere des Zentralverbandes für Angestellte( Af2) vorgenommen wird. Der Betriebsrat wird der Af mitteilen, daß er auf etne Mitwirkung eines Bertreters der Af bei der Gehaltsregelung perzichtet. 2. Der Betriebsrat ist damit einverstanden, daß Einschrän fungen und demzufolge Entlassungen vorgenommen werden. Er perzichtet auf ein Einspruchsrecht gegenüber den notwendigen Entlassungen. 3. Der Betriebsrat ist einverstanden, daß die Gehaltsregelung unter Ausschaltung irgendeines bestehenden oder festzuseßenden Haustarifes vorgenommen wird. Der Betriebsrat erflärt zu allen brei Punkten fein Einverständnis.. Zum Streit der Engros- Schlächter. Die Geseze gelten auch für die Unternehmungen von Hugo Stinnes. Es heißt mit der wirtschaftlichen Machtstellung schlimmsten Bis zum vorigen Jahr hatten die sozialistischen Parteien in Mißbrauch treiben, wenn man die gefeßlichen Bertreter der Ange diesem Vorort eine knappe Mehrheit. Das war den Bürgerlichen stellten eines Betriebes zwingt, um in den Genuß der ohnehin ein Dorn im Auge, sie legten deshalb ihre Aemter im Gemeinde- schon infolge der Geldenimertung notwendigen ziffernmäßigen Geparlament nieder und erreichten mit Hilfe des früheren Innen- haltserhöhung zu tommen, auf ihre Rechte sowohl aus dem Be= ministers Dominicus, daß die Gemeindevertretung aufgelöst. wurde. friebsrätegeset wie auf die Mithilfe ihrer gewerkschaftBei der Neuwahl im Herbst vorigen Jahres erhielten die lichen Organisationen zu verzichten. Bürgerlichen die Mehrheit mit einem Mandat. Ihre Wenn die größten Unternehmungen in Deutschland derart Heldenbrust schwoll nach diesem großen Sieg so, daß sie schon in der führend" vorangehen, darf man fich wahrlich nicht wundern, wenn ersten Sigung den bisher kommissarisch beschäftigten sozialdemo- Die geringen Sympathien für die Arbeitsgemeinschaften in Arbeitfratischen Gemeindevorsteher, der gegen eine für die nehmerkreisen immer mehr schwinden. heutigen Verhältnisse äußerst bescheidene Aufwandsentschädigung die Das ganze Leben Carl Legiens war der Erringung günstiDer städtische Haushaltsausschuß vertagt. Gemeindevorstehergeschäfte verfah, seines Amtes enthoben. gerer Lohn- und Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer gewidmet, An feine Stelle wurde ein deutsch nationaler Referen ihrer freinewerkschaftlichen Organisation und der Erringung gesetzDer Haushaltsausschuß der Stadtverordnetenversammlung hat dar, ein altes Semester, mit Hilfe des Landrates von Achenbach licher Rechte. Damit zugleich der Bekämpfung derartiger Praktiken, gestern seine Verhandlungen abgebrochen und früher als gesetzt. Die Bürgerlichen umhüllten ihre für jeden Eichwalder un- der Knechtung und Entrechtung der Arbeitnehmer. In seinem beabsichtigt auf Donnerstag nächster Woche vertagt. Die Ursache verständliche Handlungsweise mit dem Sparsamkeitsmäntelchen, in- Sinne handeln wir, wenn wir uns mit aller Macht gegen solche hierfür lag in tem Umstand, daß zu der für gestern angesetzten dem sie in der Gemeindevertretersizung und gegenüber dem Land- Unterdrückungsmaßnahmen verwahren und sie befämpfen. Beratung des Haushaltsplanes der Straßenbahn weder Stadt- ratsamte die feierliche Erklärung abgaben, der von ihnen als Gebaurat Dr. Abier, der auf Urlaub weilt, noch sonst ein Vertreter meindevorsteher in den Sattel gehobene Deutschnationale würde die bes Berkehrsamts oder der Straßenbahndirektion erschienen war. Amtsgeschäfte vollständig ehrenamtlich, d. h. fostenlos ver Bon allen Seiten des Ausschusses wurde wegen dieser mangelhaften fehen. Schon nach wenigen Wochen verspürte die bürgerliche Mehr. Die gestrigen Berhandlungen vor dem Demobimachungsfom Bertretung des Magiftrats lebhafter Mißftimmung Ausdrud geheit einen neuen Machtlitel. Sie änderte den Beschluß auf An miffar blieben ohne Erfolg. De. Streit gebt weiter. Ent geben und gegen die darin liegende Mißachtung des Ausschusses in ftellung eines Gemeindevorstehers ohne Diensteinfommen bahin, gegen den falfchen Nachrichten ist zu beachten, daß es sich nicht um entschiedenster Form Einspruch erhoben. Erst als der Haushalts diesem Herrn nunmehr eine Besoldung nach Gruppe 10 ber einen wilden Streit handelt. Der Streit ist von den Gewerkschaften ausschuß bereits feine Sigung abgebrochen hatte, erschienen zwei staatlichen Besoldungsordnung zu gewähren. Die Gemeinde hat anerkannt, da es sich um eine berechtigte Attion handelt. Bertreter der Straßenbahnverwaltung. Diese mangelhafte Ber jegt ihren Vorsteher, der nach der Landgemeindeordnung nur gegen Der Streit soll angeblich das Fleisch verteuern. Nach den Betretung des Magistrats bei der wichtigen Haushaltsberatung wurde eine Aufwandsentschädigung angestellt werden darf, als Gehalt bas hauptungen der Arbeitgeber steht auch ohne Gesellen genügend bereits gestern nachmittag im Aeltestenausschuß zur Sprache ge Dreifache von bem zu zahlen, was der sozialistische Borsteher als Fleisch zur Verfügung. Es wird also jeder Lohn„ gelpart". Da bracht. Im übrigen stimmte der Ausschuß den Haushaltsplänen Dienstaufwandsentschädigung erhielt. Durch ihren Beschluß haben muß man dod) annehmen, daß das Fleisch billiger wird. Tro Der Steuern, zu denen Hauptsteuerdirektor Dr. Lange Erläuterungen die bürgerlichen Gemeindevertreter sich mit den gefeglichen Beftim- dem tritt das Gegenteil ein. Und warum? Weil für Streif. gab, zu. Bei der Hundesteuer wurden die zu Belohnungen mungen in Widerspruch gesetzt. brecher pro Nacht 1000 M. Lohn gezahlt wird, weil die En gros. für Anzeigen steuerpflichtiger Hunte ausgefeßten 10 000 m. ge= strichen. Ueber den Haushaltsplan der Straßenbahn berichtete laut Tagesordnung der Haushaltsplan für 1922/1923 beraten Prozent nehmen, der ieber Berechtigung entbehrt. Es iſt feſt, In einer Gemeindevertretersizung am 27. April d. 3. sollte ichlächtermeister einen Aufschlag von 30 bis 35 Stadtverordneter Dr. Michaelis( Dnat.). Er kam zu dem Ergebnis, werden. In anderen Parlamenten ist es Gitte, daß vor Annahme gestellt, dak verschiedene Meister am letzten Martitage 30 000 bis daß die Straßenbahn mit einem ungebedten Fehlbetrag des Etats eine eingehende Beratung stattfindet. Die bürgerlichen 40 000 mar an einem einzigen Tage verdienten. Also von 700 Millionen Mark in das neue Jahr hineingehe. Der Gemeindeverordneten in Eichwalde forderten ohne Beratung eine soviel, wie die streifenden Gesellen in einem halben Jahre als John Berichterstatter empfahl, zur außerordentlichen Erneuerung 400 En- bloc- Annahme. Als die sozialistischen Gemeindevertreter sich verlangen. Millionen Mart einzusehen, um das Unternehmen vor dem dagegen wehrten, tam es durch das in unparlamentarischen Zwi Zusammenbruch zu bewahren. schenrufen sich äußernde provozierende Verhalten der bürgerlichen Schiedsspruch für die Hochbahner. Gemeindeverordneten zu einer vorzeitigen Schließung der Sizung. Im Reichsarbeitsministerium wurde gestern für das Fahrper. Besonders tat sich der deutschnationale Gemeindeverordnete Ministe. fonal und die Arbeiter der Hochbahn ein Schiedsspruch nach län rialbeamte Bottle hervor. Er, der in einer Kriegervereinsfigung geren Berhandlungen gefällt. Danach ist den Fahrern und Schaff erflärt hatte, Sozialdemokraten seien überhaupt feine Deutsche, nern eine Stundenzulage von 1,50 bis 1,60 m., Handwerkern eine Ein sadistischer Unhold, der seit längerer Zeit in der hatte den traurigen Mut, einen unserer Parteigenossen, der den solche von 2,10 2. zunebilligt worden. Die Zulage für Berheiratete Gegend von Friedenau und Schmargendorf fein Unwesen trieb, völlig hilflosen und als Bersammlungsleiter unfähigen Gemeinde- und der Kinderzuschus wurde um 1 M. pro Stunde erhöht. Die wurde gestern durch die Entschloffenheit der Mutter eines vorsteher auf die einfachsten parlamentarischen Gebräuche aufmert. Hochbahner werden Anfang nächster Woche sich über den Schiedsmißhandelten Rindes und eines Maschinenmeisters unschädlich ge- sam machen wollte, einen Lügner zu nennen. Anstatt den Deutsch spruch zu entscheiden haben. macht. Wie wir bereits mitteilten, machte sich in jener Gegend ein nationalen in die parlamentarischen Schranken zurückzuweifen, fah junger Mann an fleine Mädchen heran, beschuldigte sie, auf dem der Gemeindevorsteher, fein Glaubensgenoffe, fich veranlaßt, die benachbarten Gelände eine Laube beschmutzt zu haben, wies sich mit Sigung zu schließen. So konnten die ihm politisch nahestehenden einer blauen Rarte, die er flüchtig zeigte, als Polizeibeamter aus Gemeindeverordneten bie Etatberatung verhindern. Die Jugendfektion des Metallarbeiterverbandes hatte die Be. und forderte die Kinder auf, ihm nach der Laube zu folgen, wo er Gie haben aber auch alle Ursache, eine Etatberatung zu vermeiden, triebsräte der Metallindustrie zu einer Aussprache über Lehrlinge sie sadistisch in der schamlosesten Weise mißhandelte. Ueber weil der Etat nicht nur grobe Mänge aufweist, sondern auch im fragen geladen. Meißner führte aus, daß der Betriebsrat sich 100 Anzeigen dieser Art liefen nach und nach bei der Kriminal. Widerspruch mit der Landgemeindeordnung steht. bei der Einstellung von Lehrlingen damit mehr befaffen müsse. Es polizei ein, aber alle Beobachtungen blieben zunächst erfolglos. In der nächsten Gemeindevertretersizung am 4. Mai beantragten ist schon oft erwiesen worden, daß der Lehrling für die bestimmte Gestern hatte der Sadist wieder ein Mädchen so eingeschüchtert, die Bürgerlichen wieder En- bloc- Annahme des Etats. Der erneute Branche fiberhaupt gar nicht geeignet fei. Die Prüfungsverfahren, daß es ihm nach einer Laube folgte, wo er es in seiner Art schwer Einspruch der sozialistischen Vertreter war nuglos. Selbst der De die geschaffen worden sind, sollten überall bei Einstellung von Lehrmißhandelte. Das Kind lief darauf zur Mutter. Die Frau eilte mofrat Bogt, Borsigender der deutsch- demokratischen Partei in lingen angewandt werden. Die Technische Hochschule Charlottenburg nach der Laube und fand die Spur des Unholds. Ein Maschinen. Eichwalde, ließ sich als willfähriges Werkzeug von dem deutsch- und das Berufsamt Berlin nehmen Prüfungen an Lehrlingen vor, meister teilte ihr mit, daß er einen Mann mit dem Kinde gefehen nationalen Bottle und dem Gemeindevorsteher Friedrich ge- um zu sehen, ob dieser oder jener für die betreffende Branche in und auch wahrgenommen hatte, daß das Kind weinte. Als er den brauchen, indem auch er für En- bloc- Annahme ohne ein Frage fommt. Die AEG., Borfig. Loewe usw. haben ebenfalls ein Mann darüber zur Rebe stellte, hatte er einen glaubwürdigen Grund gehende Beratung stimmte. Der bürgerlichen Mehrheit, die Prüfungssystem eingeführt. Ferner ist es dringend notwendig, daß angegeben. Als er hörte, was wirklich vorgegangen war, fuhr er eine Etatberatung hintertrieben hat, wäre von den sozialistischen der Betriebsrat den ebrbertrag etwas näher ansieht und fofort mit seinem Rad dem Verbrecher nach, machte unterwegs noch Gemeindeverordneten nachgewiesen worden, wie strupellos in darauf achtet, daß ein fester Enti chädigungsias nicht mehr einen Beamten der Schutzpolizei auf den Gesuchten aufmerksam und den letzten Monaten fogenannte Kommunalpolitit getrieben enthalten ist. Die Entschädigung für die Lehrlinge muß sich nach hote ihn in Wilmersdorf ein. Der Ertappte[ pielte ben wurde. Aeußerst tüchtige, in den werbenden Betrieben tätige Ge- den jeweiligen Tariffäßen richten. Die Ferienfrage im gebr. Entrüsteten, 30g einen Revolver und schlug auf den Ma- meindebeamte wurden durch andauernde Unrempelungen von Mit vertrag bedarf einiger Aufmerksamkeit. Ein Baragraph muz schinenmeister an, um seine Festnahme zu verhindern. Dieser aber gliedern der rechtsstehenden Parteien fortgegrauit. An ihre Stelle unbedingt daraus verschwinden, es ist der, der das Vereins- und fam einem Schuß mit einigen träftigen Ohrfeigen zu- wurden Personen gestellt, die ihrem Bosten nicht im geringsten ge- Büchtigungsrecht behandelt. Eine vornehme Aufgabe des Bevor. Der Verhaftete wurde festgestellt als ein 26 Jahre alter Kauf- wachsen sind. Infolgedessen werden Betriebe, wie die Gasverfor triebsrates muß es ferner sein, daß er darauf achtet, was der Jugendmann Walter Kriffchatt aus Wilmersdorf, wo er seit langer gung, die im vorigen Jahre noch mit einem Reingewinn von mehre- liche für seine geistige Bildung tut. Die Lehrlingsfrage ift eine Zeit ein Versandgefäft betreibt. Bei seinem Berhör leugnete er ren hunderdtausend Mart ihr Geschäftsjahr abschließen fonnte, sich Frage auch der Welteren. Darauf folate ein äußerst reger Austausch von die Taten. Die mißhandelten Mädchen aber erkannten den Ber in Butunft völlig unrentabel gestalten. Erfahrungen der Betriebsräte. Leider sind es gerade die Eltern, hafteten, der ihnen inmitten einer Gruppe. anderer Männer vorge. Derartige Beispiele tönnten noch viele angeführt werden. Aber die sich gegen jede Einmischung des Betriebsrats in Lehrlingsfragen ſtellt wurde. sofort heraus. Schließlich fand man bei ihm auch noch das hier Gefagte dürfte genügen, jedem Einsichtigen zu beweisen, wenden. Hat der Jugendliche lein Talent zum betreffenden gach, die blaue Karte, mit der er sich als Polizeibeamter ausgewiefen wohin es führt, wenn in der Kommunalverwaltung so sollen die Eltern feinen Zwang ausüben. Weiter muß der Unterhatte. Es ist eine Radfahrerkarte, die unten den Polizeiftempel trägt. Deutschnationale und deutschvolksparteiliche richt theoretischer Art während der Arbeitszeit stattfinden. Verhaftung eines Sadisten. Mehr als 100 Kindermishandlungen. Brotpreiserhöhung ab 16. Juni. Parteipolitit getrieben wird. Wetter für morgen. Infolge der Kohlenpreiserhöhung und der Herauffeßung der städtischen Tarife hat der Magistrat in den letzten Tagen mit den Berlin und Umgegend. Trocken und überlegend belter. Nachts Organisationen der Bädermeister Groß- Berlins über eine Herauf- fübl, in den Mittagsstunden ziemlich warm, bei mäßigen nordöstlichen setzung der Preise für Markenbrot verhandelt. Es wurde beschlossen, ab 16. Juni die Preise für Martenbrot auf 16,25 m., für eine Schrippe auf 56 Bf. festzusetzen. Markenfreies Brot wird vom Groß- Berliner Parteinachrichten. Jugendfragen. Meißner erflärte noch. wenn die Löhne der Lehrlinge eine Aufbefferung erfahren sollen, so muß die Vollmacht der Eltern in unseren Händen sein. Zu den Lehrlingsversammlungen follen die Eltern geladen werden, damit diese wichtigen Fragen ihre Erörte rung finden. Die neuen Entschädigungsfäße ab 22. Mai sind im Juni- Mitteilungsblatt der Metallarbeiterjugend" enthalten. Diefe Berfammlungen der Betriebsräte sollen jegt laufend fortgesetzt werden. gleichen Lage 16 Mt.( 1400 Gramm), die weiße Schrippe eine Mark 111. Abt Bohnsdorf. 1. Pfingstfeiertag früh 6 Uhr: Familienausflug nach Eich eigen b, Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: pro Stück fosten. walbe. Sammelpunkt bei Lill, Schulzendorfer Straße. Berantw. für ben rebalt. Teil: Frans Klübs. Berlin- Lichterfelbe: Für An. Vorwärts Budbruderei u. Berlagsanstalt Baul Singer ut. Co., Berlin, Linbenstr. 38. Kem Laden! Eine treppe! gr. 1906 Schuhvertrieb Gegr. 1906 Eisenstaedt's Landsberger Str. 82 Lage Ich führe nur erstklassige Fabrikate und verkaufe dieselben infolge geringer Spesen zu den allerbilligsten Preisen! Die Lederpreise steigen weiter! 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