Nr. 270 39.Jahrgang Ausgabe A nr. 135 Bezugspreis: Bierteljährl. 150.-M., monatl. 50,-902. frei ins Haus, voraus zahlbar. Bostbezug: Monatlich 50,-, einschl. Ruftellungsgebühr Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, Saar u Memelgebiet, sowie Desterreich u. Luxemburg 84.-M., für das übrige Ausland 102,-. Poftbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Eft land, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luxemburg. Defterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der„ Borwärts" mit der Sonntagsbeilage Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage„ Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Soun tags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Morgen- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 1,50 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile toftet 16,- M.- Reflamezeile 80,- 907. Kleine Anzeigen" das fettgebruckte Wort 4, M.( zulässig zwei fettge: bruckte Worte), jedes weitere Wort 3,- M. 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Das Deutsche Abendblatt", das den rechten deutschvölkischen Flügel der Deutschnationalen vertritt, macht sich endlich an die bittere Aufgabe, das Kronprinzenbuch zu besprechen. het die Pariser Bresse ihr Ziel, das Morgan- Komitee als tot Der Warschauer Robotnit"( Der Arbeiter) bringt einen Auf- Bitter, weil die ertreme Rechte mit ihrem einstigen Liebling erscheinen zu lassen, noch nicht aufgegeben. Soweit sich die ruf der polnischen sozialdemokratischen Partei gegen das Wahlgefeh. innerlich zerfallen ist, seitdem dieser liberal und modern zu Beratungen nach den Berichten der Pariser Presse übersehen Das Wahlrecht zum neuen Sejm bedeute die vollständige Unter- schillern versucht( es ist freilich nur ein Schillern) und nicht einlassen, scheint sicher, daß die große Anleihe infolge der Hal- drückung der Gleichberechtigung aller Bürger und die Verfälschung mal mehr zu den unbedingt Dolchstoßgläubigen gehört. Der tung der französischen Regierung vorläufig noch nicht zustande des wahren Volkswillens. Es müsse daher energischen Protest in tommt, sondern für diese Anleihe während der jetzigen Bera- der Arbeiterklasse finden. tungen nur die Bedingungen ausgearbeitet werden, der ,, Ka- Wie bekannt, haben sich die nationalen Minderheiten in Polen techismus der Reparationsfrage". Im Mittelpunkt der Aus- energisch gegen die Einführung dieses Wahlgesetzes gewehrt. einandersegungen scheint vorläufig noch der Plan einer Der Ansturm auf Pilsudski. Uebergangsanleihe von einer Milliarde Dollar zu ftehen, ebenso ein englischer Plan, der die deutsche Jahres zahlung herabsetzen will, ohne die Besamtsumme der Schulden zu verringern. Gegen diese kleine Anleihe protestiert ein Teil der Pariser Presse, weil Frankreich davon feinen diretten Nuken haben würde. Verfasser des Artikels gesteht, daß er um den Inhalt des Aber eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem KronBuches und die Person des Kronprinzen schwer gerungen habe. prinzenbuch könne das Werk nicht als ,, Ding an sich" behandeln, sondern müsse notgedrungen auf die Person des Verfaffers und seine eventuelle fünftige Bedeutung zurückgreifen. " Warschau, 9. Juni.( DE.) Im Seniorentonvent des Gejms verlas der Staatschef Pilsudsti eine Erklärung über die Gründe der Regierungsfrise: Der Staat trete in ein Stadium des Wahl- Mit der eventuellen fünftigen Bedeutung" ist natürlich fiebers, das auf dem Hintergrund einer schwankenden öffentlichen die Frage gemeint, ob der ehemalige Kronprinz für die Meinung und einer ungeregelten außenpolitischen Lage doppelt Deutschpölkischen als Thronprätendent in Betracht gefährlich sei. Demgegenüber habe die Regierung Bonikowski tommt. Diese Frage wird im Deutschen Abendblatt" sehr Mailand, 9. Juni.( EP.) Nach dem Pariser Vertreter des leine genügende Autorität besessen und öfter an ihm, dem Staats- ausgiebig untersucht, wobei der Verfasser gleich zu Anfang ., Corriere della Sera" geht die allgemeine Meinung dahin, daß der chef, Rückhalt gesucht, während er selbst auf Grund feiner Stellung beklagt, daß die völtische Bewegung, start zersplittert" Banfierausschuh die Gewährung einer verhältnismäßig geringen eines Rückhaltes an der gesetzlichen Autorität der Regierung be sei. Allerdings stehe sie mit Ausnahme einiger weniger Anleihe von hestens einer Milliarde Dollar an Deutsch- dürfe. An diese Erklärung knüpften die Abgeordneten eine Art Außenseiter" entschieden auf dem Boden der monarchiland vorschlag werde, um Deutschland die im Laufe des Jahres Kreuzperhör durch Fragen, deren Beantwortung den Staats- fchen Staatsform.( Woraus indirekt hervorgeht, daß es fälligen Zahlen zu ermöglichen. In diesem Falle würden die chef in Anbetracht seiner staatsrechtlichen Stellung in eine überaus fogar unter den Nationalisten einige Republikaner geben Bankieroperationen direkt zwischen den fremden Banfiers und unbequeme Lage bringen mußte. Insbesondere fragte die Rechte, muß.) Aber, fo erfährt man aus dem Artikel weiter, mit dem Deutschland ohne jede Garantie der Alliierten geführt werden. ob die Erhöhung der Militärtredite und die Verstärkung Stehen auf dem Boden der monarchischen Staatsform ist noch Turin, 9. Juni.( TU.) Nach einer Pariser Meldung der der Macht der militärischen Stellen bei der Krife eine Rolle ge gar nichts getan, hier beginnen erst die eigentlichen MeinungsStampa" soll der Plan des Anleihekomitees dahin gehen, Deutsch stimmter Form. Zum Schluß bemerkte Pilsudski 33um Sejmmarschall spielt habe, was Pilsudsti verneinte, wenn auch nicht in ganz be- differenzen. Da sind beispielsweise einige Gruppen, die ,, unter dem land nicht nur 4-5, sondern 35 Milliarden für 30 Jahre zu leihen. Trompczynski( dem gewesenen Führer der Polenfraktion im Eindruck der Ereignisse des 9. November an der FührerHierdurch soll Deutschland in die Lage versetzt werden, feine jetzigen preußischen Dreitlassenhaus), er halte es fünftig für erwünscht, daß qualität des Hohenzollernhauses irre geworden und zukünftigen Verpflichtungen zu erfüllen und man will dadurch Fragen vermieden würden, welche eine reizbare Stimmung hervor- find" und die den Thron der restaurierten Monarchie einem auch die Finanzen der Alliierten ins Gleichgewicht bringen. Die Banfiers mit Morgan an der Spike sollen bereit sein, für dieses Ge- rufen könnten. Nach anschließender längerer Konferenz mit dem andeen deutschen Fürstenhause zusprechen möchten, sei es dem Bankiers mit Morgan an der Spike follen bereit sein, für dieses Ge- zurückgetretenen Ministerpräsidenten Ponikowski tehrte Bil- Fürsten, der zuerst aus eigener Kraft wieder den Thron schäft auf jede Provision zu verzichten. fubfti ins Belvedere zurüd. Vor Schluß der Sitzung des Senioren- feiner Väter zurüderobert, sei es, der in einer Boltsabtonvents ging noch ein Schreiben Bonifowstis ein, worin dieser als ftimmung(!) als der Würdigste befunden wird. Gemeint Grundlage des Konflittes angibt, daß der Staatschef die allge- sein dürften in erster Linie damit die Anhänger einer Thron meinen Mängel der Staatsmaschine, die ungenügende An- kandidatur Wittelsbach. passung der Zivil- an die Militär behörden und die unbestimmte Aber auch unter den weit zahlreicheren Deutschvölkischen, staatsrechtliche Lage der obersten Militärstellen gerügt habe. Die die für die Rückkehr der Hohenzollern auf den KaiserBeratung im Seniorentonvent hat somit die Lage nicht geflärt. thron eintreten, herrscht durchaus absolute Uneinigkeit. Der Diejenigen Gruppen, welche den ganzen Zwischenfall zu einer Verfasser im Deutschen Abendblatt" fetzt auseinander, daß großen politischen Niederlage Pilsudskis aus. Die Deutschvöltischen nicht zu verwechseln sind mit den nußen wollen, wünschen die Angelegenheit vor den Eejm zu bringen, ehemaligen Ronservativen, die zwar auch auf dem der zurückgetretenen Regierung ein Vertrauensvotum zu erteilen rechten Flügel der Deutschnationalen stehen, aber doch anders und Bonikowski aufs neue mit der Regierungsbildung zu betrauen. gerichtet sind. Die Konservativen find strenge LegitiAnscheinend wünscht aber Bonitowsti selbst eine solche Blamage mi sten. Für sie ist Wilhelm noch immer der rechtmäßige Pilsudsfis nicht, so daß eine Kompromißlösung immer noch möglich Kaiser, oder aber, soweit sie seine und des Kronprinzen Abdankungserklärung als gültig betrachten, ist es der älteste Sohn des Kronprinzen. Die Deutschvölkischen dagegen erkennen zwar auch die Bedeutung des Legitimitätsprinzips an, halten aber Abweichungen von der Regel für möglich und treten deshalb weder für Wilhelm, noch für den Kronprinzen, noch für den ältesten Kronprinzensohn, sondern für einen anderen faiserlichen Prinzen oder eine Nebenlinie des Hauses ein. Die Reise nach Berlin. Paris, 9. Juni.( EE.) Das Gorantiefomitee trat heute nach mittag unter dem Vorsitz des Franzosen Mauclaire zufammen und besprach die Frage seiner Uebersiedlung nach Berlin zur Einfeßung der Kontrolle über die deutschen Finanzen. Berausficht lich wird beschloffen werden, daß das Komitee im Laufe der tommenden Roche nach Berlin reist, wo es einen längeren Aufenthalt nehmen dürfte. Frankreichs Absichten. Paris, 9. Juni.( EP.) Der offiziöse„ Temps" schreibt: Wir wollen nicht, daß man gegenwärtig unter den Alliierten an eine Herabsehung der deutschen Reparationsschuld schreitet oder daß man eine solche verspricht, und zwar aus folgenden Gründen: 1. Es erscheint. ift unmönlich, aegenwärtig bie 3ahlungsfähigkeit abzuschätzen, die Deutschland in einigen Jahren haben wird? 2. es gibt in Die Parlamentsmehrheit hatte letthin den sozialistischen Antrag Deutschland genügend Sicherheiten, um jekt schon eine Anleihe Bugunsten einer Selbstregierung des militärisch besetzten, aber Bolen auszugeben, ohne daß zuvor der Betrag der Reparationen herab- noch nicht zugesprochenen Oft galizien abgelehnt. Dieser neue gesetzt wird. Frankreich will sich nicht einer Kombination an- Beweis des rücksichtslosen nationalistischen Herrschaftsdranges der schließen, wodurch die Ausgabe einer Anleihe der Herabsehung der bisherigen Mehrheitsparteien soll zum Ausbruch der Krise wesentlich deutschen Schulden und diese der Herabfeßung des amerikanischen beigetragen haben. Es läßt sich denken, daß die Verweigerung der Guthabens untergeordnet ist. Es würde als ein Drud der Selbstregierung an Ostgalizien, dessen ukrainisches Bauernvoll im Wir haben hier also das vollendete Durcheinander. Wir europäischen Nationen auf Amerita erscheinen. Wir sind der Ansicht, Gegensatz zu den polnischen Großgrundbesitzern steht, nicht dazu bei- sehen zunächst in der Deutschnationalen Bartei drei Gruppen: daß die Nationen zusammenarbeiten sollen, um alle Schul- tragen wird, dort die Treue zu Bolen" zu stärken. Und da man in die gemäßigten Deutschnationalen unter Hergt und Helfferich, den zu bezahlen( burch Milliardenverpulverung für Befagung! Warschau ständig einen Angriff Sowjetrußlands befürchtet( wie in die Deutschvölkischen unter Wulle und Maurenbrecher und die Red.) und nicht, um diese zu verleugnen. Wir hoffen, daß unsere Moskau den Angriff Bolens), so könnten solche Erwägungen die ver- Alttonservativen unter Heydebrand. Noch unklarer wird Haltung in Washington verstanden wird. Wir wollen weiter, daß antwortliche Regierung eigentlich schon mit Grausen vor ihrer Mehr- das Bild bei der Stellungnahme zur Monarchie: Wir haben Frankreich und Belgien bis zum Schluß der Bezahlung der heit erfüllt haben. hier Anhänger eines Kaisertums durch BoltsabstimReparationen zusammengehen. Wir verstehen die Versuche, die geSowjetukraine und Frankreich. mung, Anhänger einer Kaiserdynastie itttelsbach. macht werden, beide voneinander zu trennen, indem Belgien sofortige Französische Zeitungen veröffentlichen einen Briefwechsel Anhänger einer Dynastie aus der Seitenlinie der Hohenfinanzielle Vorteile versprochen werden. Belgien würde seine zwischen dem Präsidenten der Sowjet- Ukraine Ratowski und zollern und strenge Legitimisten, von denen wieder ein Teil Priorität bekommen. Aber dieses Linsengericht würde es den Reft dem Vorsitzenden des Pariser ukrainischen Nationalfomitees Mar Wilhelm selber, ein Teil feinen Sohn, ein Teil seinen feines Guthabens foften. Wir wollen außerdem, daß Deutschland to tun, der im Einvernehmen mit der französischen Regierung Entel als den rechtmäßigen Monarchen anerkennt. feine Finanzen fanieren kann, daß ein neuer Sturz der Mart die Dienste des ukrainischen Nationalkomitees, das jede Interven- Nun find das ja alles theoretische Dottorfragen und werverhütet wird und daß darum die von der Reparationstom- tionspolitik verwirft und dessen Hauptziel die französisch- russisch- ukrai- den es hoffentlich durch die Wachsamkeit der Arbeiterschaft mission geforderten Maßnahmen und insbesondere die Finanzfon- nische Annäherung ist, zur Herbeiführung einer Annäherung zwischen auch fernerhin bleiben. Aber aus allem erhellt doch, daß die trolle zur Durchführung gelangen. Wenn das Komitee Morgan Frankreich und der russisch- ukrainischen Förderation Wiederaufrichtung der Monarchie ihren eigenen Anhängern eine beschränkte Anleihe beschließen würde, so würden wir uns helfen anbietet. Der Vorschlag Martotuns wird von Rakowski angenom. piel mehr Kopfzerbrechen macht, als sie gemeinhin nach außen freuen, wenn zwei Bedingungen erfüllt werden: 1. der Betrag sollte men, der wörtlich erklärt, daß er die Bemühungen Marfotuns im hin erkennen lassen. Selbst ein eingefleischter Monarchist mie nicht so gerechnet werden, daß die belgischen von den französischen Interesse einer freundschaftlichen Annäherung zwischen Frankreich der Graf Reventlow hat des öfteren erklärt, daß die Interessen getrennt würden und daß eine Berkürzung des belgischen und der russisch- ukrainischen Förderation besonders würdigt, eine Monarchie nicht einfach wieder aufgerichtet werden könnte Guthabens vorbereitet würde; 2. es soll so verstanden sein, daß die Annäherung, die, wie aus dem Briefe Tschitscherins an Barthou, wie ein umgefippter Stuhl". Wir brauchen übrigens bloß Ausgabe einer Anleihe die von der Reparationskommission geforder- hervorging, gleicherweise von der Ukraine und Rußland ge nach Ungarn zu blicken, um ein ganz ähnliches Dilemma ten Maßnahmen voraussetzt und insbesondere die Ein= stellung der Banknotenausgabe und die Einschung der wünscht wird. Im besonderen", fährt Rakowski fort, ist die Unter der Monarchisten zu sehen. stügung der ukrainischen Sowjetregierung im voraus sichergestellt Aus allem geht aber hervor, daß der größte Teil der Finanzkontrolle in Deutschland.( Dem letzteren soll ja die Berliner für alle diejenigen Personen, die das ukrainische Nationalkomitee in Monarchisten in der Theorie gar keine Mon. Reise des Morgan- Romitees gelten! Red.) die Sowjetufraine entsenden wird, um dort in voller Sicherheit ihre ar chisten mehr sind. Denn die alte Monarchie beruhte den Interessen beider Länder förderliche Mission zu erledigen." auf dem Gedanten des..Gottesgnadentums", wonach Das oppositionelle Budapest. Dieser Briefwechsel ist vom 11. Mai d. I. datiert und fand nach Gott felber durch das Mysterium der Erstgeburt die Perfon Budapest, 9. Juni.( WIB.) nach den endgültigen Wahl- Abschluß des Rapallo Bertrages statt. Marfotun ist des Monarchen bestimme. Eine Monarchie zum Aussuchen", ergebnissen wurden bei den Budapester Wahlen dreizehn So- feinerzeit mit Wrangel verbündet gewesen und unterhält gegen bei der willkürlich aus einer Anzahl Bewerber der Geeignetste zialdemokraten, sieben Cintsdemokraten, fünf Mitglieder der wärtig rege Beziehungen zum französischen Außenmini- gewählt wird, tastet an die Grundlagen des monarchistischen regierungsfreundlichen Wolffpartei, drei Mitglieder der habsburgi- fterium. Aus Beröffentlichungen russischer Zeitungen geht her. Dogmas, denn fie fetzt den menschlichen an die Stelle des fchen Andraffypartei, ein Chriftlich- Sozialer und ein Regierungs- vor, das Markotun in Genua als Mittelsperson und im Auftrage göttlichen Willens. Indem also die Mehrzahl der Deutschparteiler gewählt. der französischen Regierung verhandelt hat. Döllischen sich ihren Monarchen nach eigenem Geschmack aus tuaijivn iüia, iK'taiift sie die Hinfälligkeit der gesamten monarchischen Staatstheorie. In Frankreich hat der Streit zwischen Legitimisten imb Orleanisten in den Iahren nach 1870 den Sturz der Republik verhindert, der damals in greisbare Nähe gerückt war. wählen will, beweist sie die Hinfälligkeit de g e s a m t e n mon- archischen Staatstheorie. Es ist eben ein eigen Ding um die Propagierung einer veralteten und historisch überholten Staatsform. Gerade wenn ihre Verfechter am Ziele zu sein glauben, stellt sich der Zwie- spalt darüber heraus, was eigentlich gemeint war. Die deut- lchen Monarchisten halten nur zusammen, weil sie der Ver- wirklichung ihres Zieles fern sind. Wilhelm klagt weiter. Nachdem der Unglücksmann in Haus Doorn durch die Klage gegen sein Leibroß„Libussa" einen unbestrittenen Hciterkeitserfolg erzielt hat, der nur durch fein mißlungenes Geschäft mit Northcliff« getrübt wurde, geht er daran, auch Menschen zu verklagen. Sein Wort:„Wer sich mir entgegenstellt, den zerschmettere ich", soll fürchterliche Wahrheit werden. Die auserselMen Opfer sind die Redak- teure des.Gothaer Volksfreund" und des„Dortmunder General- onzeiger". Wir sind Nim sehr gespannt, wie die Justiz, die auf Beleidigung eines sozialistischen Ministers 200 M. Geldstrafe setzt, in diesem Fall reagieren wird. Wittelsbachs Milliaröenhunger. Ein kseineö Geschenk von 30 Milliarden verlangt. Aus München schreibt uns ein Mitarbeiter: Weltkrieg und Zusammenbruch haben neben den anderen deut- schen Fürsten auch die Wittelsbacher vom Thron gefegt. Anstatt daß aber die Regierung des Freistaates Bayern die Hand auf das in der bayrischen Verfassung als„unveräußerliches Staatsgut" bezeichnete Riesenvermögen der Wittelsbacher gelegt und daraus die Schäden des Weltkrieges nach Möglichkeit gelindert und die Mittel zur Festigung des Freistaatgsdankens genommen hätte, schickt man jich an, diesen Milliardenfonds fast ungeschmälert in die Hand der Wittelsbacher zu spielen, damit von Bayern aus mit erneuter Kraft die Sabotage des demfchen Bolksstoates fortgesetzt werden kann. Nun unternimmt es der Beauftragte des Hauses Wittelsbach, der Münchener Rechtsgelehrte Dr. B e y e r l e in zwei dicken Bänden, die ein„Rechtsgutachten" darstellen sollen, den bayerischen Staat zu folgenden ungeheuren.Kontributionen" an die Wittelsbacher zu ver- anlassen: Herausgabe der aus Wittelsbachschen„Prioatmitteln" stammenden Bermögensstücke, Zahlung einer Unterhaltsrente an Stelle der Zivilliste. Weiterbezahlung der Apanagen, Herausgabe des an- geblich im Staatsvermögen, vor allem den Staatsforsten enthaltenen Stammvermögens, Rückerstattung des in Archiven, Schlössern, der Residenz, dem Hausschatz, der Münzensammlung, Staatsbibliothek, Nationalmuseum und Gemäldegalerien befindlichen beweglichen Familieneigentums. Allein den ältesten Stammgutbesitz der Wittelsbacher schätzt Beyerle auf etwa 80 Millionen Goldmark, d. h. nahezu 5 Milliarden Vapiermark. Dementsprechend würde diese Gesamtsorderung der Wittelsbacher an den Freistaat Bayern etwa 20—30 Milliarden Papiermark betragen. Das bedeutet bei dem gegenwärtigen Stand der bayerischen Finanzen den Ruin des Landes. Der Anspruch auf die Fortbezahlung der Z i o i l l i st e und der Apanagen verdient als staatsrechtliches Kuriofum und als privat- rechtliches Unikum überhaupt keine kritische Würdigung. Der Sold- schreiber Wittelsbachs baut seine Theorie von dem Vermögensanspruch der Wittelsbacher auf dem künstlichen Bau einer„Rechtsgemein- schaft" zwischen dem vormaligen Hausgut und dem Staatsvermögen auh die keine unlösbare Verbindung eingegangen wären, wie ander- wärts. Dem steht aber einhellig die gesamte geschichtliche und staots- rechtliche Entwiatung nach der Darstellung der berühmtesten bayeri- schon Rechtslehrer von Kreittmayr bis Seydel entgegen. Alle Huben die Verstaatlichung des Wittelsbachschen Besitzes anerkannt, Regierung und Landtag des Königreiches haben nie einen Zweifel daran gelassen!'Außerdem wurde das mit Staats- Mitteln für Bayern zurückerworbene Wittelsbasche Hausgut schon <779 einwandfrei Staatsbesitz. All das oerschweigt der Wittels- bachsche Rechtsgslehrte. Die Verfassungsurkunde spricht sich zudem deutlich darüber aus, daß private Neuerwerbungen der Fürsten, für Der Kongreß für Mensthenbilöung und Lebensgestaltung. Der„Bund entschiedener Schulreformer" hatte Pfingsten zu einem viertägigen Kongreß nach Mainz eingeladen, um Wege zu suchen, wie durch neue Lebensgestaltung und Jugend- erziehung wahre Menschheitskultur entstehen muß. Vertreter aus allen Teilen Deutschlands und Europas waren zur Tagung erschienen: zahlreiche Sympathiekundgebungen, u. fi. von Professor Einstein Professor Ferriere-Genf, Professor Forel- 7)vonne, Romain Roland-Paris, Professor Katzerof-Sofia, Frithjof Nansen-Norwegen, Kaplan Jocham-Ehingen und Ernst Toller- Festung Niederschönenfeld waren eingegangen. Die Redner, durch keinerlei Richtlinien gebunden, vermieden Gegensätze und Widersprüche nicht, Maßstab und Richtschnur waren allein der Wille zur Gestaitunz der Zukunft aus den lebendig« n Kräften unserer Zeit. Am�Pfingstmontag morgen sprach als erster Referent Mar- garete S u s m a n n- Säckingen über Menschheit und Re- l i g i o n. Davon ausgehend, daß wir heute nicht mehr imstande sind, di« Wirklichkeit selbst zu gestalten, forderte sie zunächst Bejahung realer Wirklichkeit, die das eigene Ich einschränkt bis zur Vernichtung. Opfer sei der Sinn neuer religiöser Gemeinschaft. Der Kommunismus in der Form einseitiger Bejahung des Realen sei ebenso abzulehnen wie das Christentum in seiner Verneinung des diesseitigen Lebens. Rene S ch i ck e l e betonte in nachfolgenden Ausführungen den Weg zum neuen Idealismus: Ueberwindung kriegerischer Ideologie, endgültiger Verzicht auf die kriegerische Austragung von Konflikten. Pazifismus ist wahres Leben: wirklich, werktätig und aktiv. In de? Diskusston beklagte Dr. Kurt Hill er fast einseitige Wirtschaft- liche Orientierung der politischen Parteien und forderte für die Zukunft Gleichsetzung der kulturellen Fragen. Die sofortige Schaffung eines RAchskulturrates ist die Forderung der Stunde. Auf die Anregung von Dr. Honigsheim-Köln und Alfons Paquet wird sofort eine Sammlung für die hungernden Kin- der Rußlands eingeleitet, die neben anderem einen Bargeld- ertrag von 7000 M. brachte. Der letzt« Redner des Tages war Gen. Dr. Karl Renner aus Wien. Der altpreußische Geist sei in Oesterreich stets abgelehnt worden, denn seine Ausdrucksform war der Militarismus. Wahre? deutscher Geist lebt in Goethe, Herder, Kant und Fichte. Nur durch Zusammenfassung aller freien Kräfte in Wissenschaft und Arbeit ist der notwendige Aufbau des zerstörten Europas denkbar. Dr. H i l kie r, der die Tagesübcrstcht gab, forderte eine Schule des Lebens, das schöpferisch selbst neue Formen findet. Sozialismus und Pazifismus können nicht zwangsweise erzogen werden. Sie entstehen allein beim Erleben wahrer Gemeinschaft. die keine te st amen tarische Verfügung getroffen ist, nach dem Tod des Königs an den Staat fallen. So sind alle Anschaffungen der bayrischen Könige aus Ersparnissen der Zivilliste durch das Fehlen eines Testaments des geisteskranken Königs Otto zweifellos Eigentum des Staates geworden. Die Forderung nach Entschädigung des Herrschergeschlechts für das Aufhören der Nutzung an den ihm vom Staat zur Verfügung gestellten Gebäulichkeiten ist ebenso lächerlich wie die juristische These Dr. Beyerles, die Wittelsbacher hätten das Recht, die Verstaatlichung ihres Hausgutes nach 100 Zähren zu„widernifen". Die Ansprüche der Wittelsbacher sind demnach eine juristische und staatsrechtliche Ungeheuerlichkeit. Ihre Maßlosigkeit wird dem Ansehen der Monarchie mehr schaden, als die Verfechter des „alt angestammten" Wittelsbachschen Crwerbstrieves wohl glauben. Die Wittelsbacher haben sich durch ihr„Rechtsgutachten" moraluch hingerichtet! Ein„Volkskönigtum"— das sollen ja die Wittelsba ber na* Behauptung ihrer Anhänger sein— denkt zuerst an die Not des Volkes und erst dann an den eigenen Beutel! Silonz üer Rechtsprechung. Immer niederschmetternder werden die Abrechnungen mit der preußischen Justiz. Leider läßt die Not der Zeitungen nicht zu, daß sie auch auf diesem Gebiete in vollem Umfang Berichterstatter und Kritiker sind. Es ist deswegen sehr erfreu- lich, daß die Abrechnung, die im vergangenen Monat im Hauptausschuß des Preußischen Landtages in einer allge- meinen Aussprache über den Justizetat vorgenommen wurde, durch den Genossen K u t t n e r in einer Broschüre zusammen- gefaßt für die allgemeine Oeffentlichkeit zugänglich gemacht worden ist. Die Kuttnersche Arbeit, die im Verlag für Sozialwissenschaft erschienen ist, gibt mehr als nur Agitationsmaterial. Sie rückt die preußische Rechtsprechung in den Spiegel des Zeitgeschehens. Sie ze'.gt, daß im Richter- stand heute noch eine beinahe geschlossene Front gegen die Re- publik und gegen die ArbsUcü ewegunz besteht. Kuttner meint am Schlüsse seiner Sammlung, und wir schließen uns ihm vollinhaltlich an: Handelt es sich bei dieser Serie von Fehlurteilen um E i n- z e l f ä l l e, wie dies— als einzige und letzte Entgegnung— von den Verteidigern der heutigen Justiz im Hauptausschuß behauptet wurde? Allein die Zahl der bisher rubrizierten Fälle spricht dagegen. Aber es muß beachtet werden, daß ein? Anzahl der angeführten Urteile nur Beispiele für Hunderte von ähnlichen sind. Das gilt in besonders hohem Maße für die Rechtsprechung zwischen ländlichen Arbeitgebern und Landarbeitern, für deren Geist— wenn das Wort hier am Platze ist— die hier angeführten Urteile schlechtweg als typisch gelten können. Hier zeigt sich der Unterschied zwischen der sozialen Rechtsprechung der Gewerbe- und Kaufmannsgerichte und dem unsozialen Geist der berufsmäßigen Ziviljustiz mit aller Deutlichkeit. Was die Fälle der typisch politischen Fehljustiz an- belangt, so muß man immer wieder in Betracht ziehen, daß als Vergleichsmaßstab für ihre Häufigkeit nicht die gesamten in einem Jahr ergehenden Straftirteile dienen können, son- dern nur die Strafurteile in Prozesten mit politischem Hintergrund. Dann ergibt sich eine Häufigkeit der Fehl- iustiz in politischen Prozessen, die geradezu erschreckend ist. Die Notwendigkeit einer Iustizreform in weitestem Aus- maße ist gegeben. Statt einer verknöcherten Richterkaste brauchen wir ein aus dem Volke hervorgegangenes und vom Vertrauen des Volkes getragenes soziales Richtertum. Die Not öer Kartoffelherren. Die Bundeszentrale des Reichslandbundes arbeitet unter der Parole„Für Ar und Halm" bei ihren Mitgliedern uner- müdlich darauf hin, sie glauben zu machen, daß sie unter den Steuern zusammenbrechen. Sa bringt die jüngste Nummer der Bundesnachrichten genaue Ziffern über die steuerliche Be- lastung eines Gutes von 200 Morgen. Entsetzt wird dann Der zweite Tag beschäftigte sich mit den Fragen„d e r T e ch n! k und Lebensgestaltung". Cduard H« i m a n n wendete sich gegen die Ansicht der materialistischen Geschichtsaustasiung, daß durch Aenderung der Wirtschaftsform sozialistischer Geist wächst. Zunächst sei notwendig, zur Beseitigung der tatsächlich vorhandenen zwangsläufigen Verfeindung als Ergebnis des Wirtschaftskampfes zu erziehen. Professor Ver weyn- Bonn führte dann an der Hand von Tatsachen die Folgen moderner Technik für unser menschliches Dasein aus. Ohne Technik keine modernen Lebensformen, kein Kapitalismus, keine Entseelung der Arbeit! Ohne Technik kein Völkermorden, keine Herabsetzung der Kulturnationen unter die Naturvölker. Wir leiden an grenzenloser Ueberschätzung der Technik und der heutigen Wirtschaftsformen. Alles bleibt entseeltes Gebilde, wenn nicht sozialer Geist neues Leben fluten läßt. Di« Technik muß wieder Mittel werden. Andererseits haben Lebenslust und Lebensfreude nur dann Befriedigung, wenn sie in Einklang gebracht werden mit den bestehenden Lebensgefetzen. Dazu Erziehung zur höchstmöglichen Bezwingung des Chaos. In der Debatte fordert Schwan- Berlin bestmöglichste Unterstützung wirtschaftlich Schwacher. Anna S i e m s e n- Berlin führte unter anhaltendem Beifall aus, daß es nur in der Arbeiterschaft als Soli- darität geschehen könnte. Von den 12 anderen Diskussionsrednern sind die Ausführungen von Engelbert G r a f- Stuttgart(Deutscher Metallarbeiteroerband) hervorzuheben, der von der vollkommen un- möglichen Bildung der Arbeiterklasse spricht und durch Erziehung die Befreiung von dem in uns allen noch lebenden Kapitalismus fordert. Der Dienstag war dem Vortrag von Dr. Maria Mon- teffori-Rom vorbehalten, über dessen Verlauf hier bereits ein- gehend berichtet ist. Am Nachmittag sprach dann Lydia Stöck er» Berlin über die immer noch nicht erfolgte Gleichstellung der Frau im Wirtschafts- leben(Bezahlung nach Geschlechtern, Rechtspflege, uneheliche Mutterschaft usw.). Der Machtvergötterung müsse die Frau ihre Mütterlichkeit entgegensetzen, um so beizutragen am Aufbau des Staates. Es folgte Friedrich Wilhelm Försters Referat über die politisch« Erziehung der deutschen Jugend. Der Referent wendet sich gegen die Ansicht der bürgerlichen Jugendbewe- gung, die die Beschäftigung mit der Politik radikal ablehnen will, und fordert von allen bewußte Einstellung auf das politische Leben. Oftmals können uns die Engländer darin Beispiel sein. Das Streben nach Objektivität dem Gegner gegenüber, das Verstehen seiner Motive, die menschliche Verbindung mit dem Feinde müssen — auch durch Schulerziehung— endlich Selbstverständlichkeit werden. Wer zum Schwert greift, kommt durchs Schwert um. Das deutsche Volt kann, seiner Vergangenheit entsprechend, nur zum Universalismus gelangen—- darum auch die Versöhnung mit ausgerufen:„Einhundertfünfzigtausend Mark Steuern jähr» lich für ein Gut von 200 Morgen!" Nehmen wir an, selbstverständlich nur unter Vorbehalt, daß die rechnerischen Unterlagen des Reichslandbundes nicht gefälscht sind. Es ergibt sich dann aus ihnen, daß ihr Zweihundertmorgenmann für jeden Morgen 750 Mark Steu- ern zu zahlen hat. Der Reichsdurchschnitt des Kartoffel- ertrages für den Morgen beträgt etwa 25 Zentner. Das sind bei einem Preis von nur 250 M. 6250 M. Da dieser Bauer nach der Rechnung des Reichslandbundes 750 M., gleich drei Zentner Kartoffeln zu zahlen hat, so bedeutet das, daß er etwa 12 Proz. Steuern zahlt. Das ist nicht einmal soviel, als der Arbeiter und Angestellte heute zu leisten hat, der über die zehnprozentige Abzugsgrenze hinaus verdient! Wir haben die Rechnung sehr vorsichtig aufgemacht und haben die Steuergrundlagen des Reichslandbundes gellen lassen. Man ziehe nun von diesen Ziffern noch die selbstver- ständliche Lügendifferenz ab, die in ihnen sicher steckt, oder man stelle die Steuern in Vergleich mit dem Getreide-, Milch-, Butter- und Fleischgeschäft der Landwirte, es wird sich immer wieder ergeben, daß die Besitzer von 200 Morgen Land nicht mehr Steuern zahlen als ein Jndustriepro- l e t a r i e r. Dabei ist immer noch außer acht gelassen, daß in dem vom Reichslandbund errechneten Steuerbetrag sogar schon die V e r m ö g e n s st e u e r, der Z us ch l a g zur Ver- mögenssteuer, die Beteiligung an der Z w a n g s a n l e i h e, Grund- und Gebäude st euer, Fahrzeug st euer und Versicherungs st euer miteingerechnet sind. Die Einkommensteuer allein beträgt für den Musterlandwirt. den der Reichslandbund uns vorführt, 80 500 M., d. h. 1%' Zentner Kartoffeln auf 25 Zentner, das sind knapp 7 Proz� gegenüber mindestens 10 Proz. bei dem Landarbeiter dieses Gutsbesitzers._ Der tote öuckftobe als Ruskunstsmittel. Randalierende Trümmerhaufen und historische Leiche« Während sich die„Freiheit" bisher auf jeder Folter stand- Haft geweigert hat, ein Geständnis über ihr Verhältnis zum „Leipziger Aktionsprogramm" abzulegen, erklärt die minder verstockte„Leipziger Volkszeitung" zu diesem heiklen Thema folgendes: Wenn Genosse Kautsky sagt, unsere Partei habe sich durch das Leipziger Aktionsprogramm dem Bolschewismus verschrieben, so ist das unrichtig. Er weiß genau, daß das Aktionsprogramm nicht die Aufgabe des Erfurter Programms bedeutet, sondern daß es nur ein Auskunflsmiitel war, um einen Leitfaden in den damaligen großen Kämpfen zu haben. Wenn Genosse Kautsky aus dem Akttonsprogramm nur den einen Satz vom Rätesystem herauspickt und nun daran nachweisen will, daß unsere Partei eine wesen«- andere, gewissermaßen eine bolschewistische geworden sei, so ist das eine verfehlte Beweisführung. Er muß ausdrücklich anerkennen, daß der bolschewistische Einschlag in unserer Partei außerordent- lich geschwächt worden ist. Wie ein weithin hallendes Bekenntnis zum„Leipziger Aktionsprogramm" klingt das nun gerade nicht, sondern eher wie eine-Bestätigung von Kautskys Erklärung, jenes Pro- gramm sei nur noch„ein toter Buchstabe". Wenn übrigens die„L. V." versichert, daß der b o l s ch e w i st i s ch e Ein- schlag in der USP.„außerordentlich geschwächt" sei. so gibt sie damit zu, daß er früher stärker war und sich auch jetzt noch geltend macht. Bon der KPD. will die„Leipziger Volkszeitung" freilich längst nichts mehr wissen. Das sei nur noch„ein randalleren- der Trümmerhaufen". Die„Rote Fahne" revanchiert sich, in- dem sie die USP. einen„historischen Leichnam" nennt. Freude an bildkräftiger Sprachgestaltung ist also immer noch vor- Händen. Aber wer hat nun recht? Keiner? Beide? Aus der Redaktion der„Freiheit" ist. wie wir hören, der beim letzten Redaktionswechsel dort eingetreten« Georg Davidsohn wieder ausgeschieden. unserem westtichen Nachbar nicht durch Gewalt. Der Jugend, die sich von der Selbstsucht befreien muß, sei darum besondere Bedeutung zuzumessen. Danach nahm Dr. B h a g l a t a- Benare»(Indien) da» Wort über die notwendige Arbeit an der Zukunft. Er berichtete über die Ghandi anhänge? in Indien, die gegen die herrschsüchtigen Engländer Heldenkämpfe ohne Eisen und Munition führen. Die Hauptforderungen des Ghandismus müssen auch in Europa verwirk- licht werden. (Ueber die Iugendoersammlung am Abend erfolgt be» sonderer Bericht in der Iugendbeilage.) Am letzten Tag« sprach noch Ernst H i r l< München und Anna S i e m s e n Professor Paul O e st r e i ch. Er gab in seinem Schluß- referat die Synthese des viertägigen geistigen Ringens. Er fordert» auf, zu begreifen, daß alles, was geschaffen wird, nicht mehr An- hängsel der Vergangenheit le o darf, sondern bewußtes Schaffen für die neue Zukunft. Wir haben den Sinn des Lebens verloren, der Begriff der Arbeit ist verwirrt. Der Mensch wird heute erst wieder Mensch, wenn er 8 Stunden gearbeitet hat. Das gilt auch vom Beruf, den die meisten aus bitterer Lebensnotwendigkeit heraus haben müssen. Leben soll aber kein Fluch bleiben— Arbeit soll Behälter der Seele sein. Ueberwindung der alten Ratton, Ueber- Windung der alten Kirche, neuer Sinn von Arbeit und Beruf, neuer Sinn von der Schule als Stätte der Gemeinschaft, neues Gemein- leben in Jugend und Familie. Alles muh einfach werden, damit jeder einfach leben kann, das kann neue Kullur werden, die das Leben zufrieden gestaltet. Reformen sind notwendig, Geld darf kein Hindernis fein, gerade jetzt geht es, wo di« Valuta jede Ba- lancierung eines Etats zur Unmöglichkeit macht..•• Und unsere neue Religion wird das Unendlichkcitsgefühl in der Menschheit?- entwicklung sein, die zur Vollkommenheit eilt. In dreistündiger Diskussion, in der sich u. a. Olgg Essig gegen die herrschende Unterrichtsanarchie in den Einzclstaaten, Dr. H o n i g s h e i m gegen die Gefahren der einseitigen politischen Erziehungsmethode Försters und Heinrich Vogler gegen da» Dogma in den Ministerien wendet, wird die Tagung geschlossen. Am Abend folgte eine« Vorführung de? Bodeschule für Kör- pererziehung, über die auch in der Iugendbellage noch näher berichtet werden soll.___ Adolf Koch. Das Jubiläum öes Instituts für Kiechenmustk. Das der Akademie der Künste angegliederte staatliche Instttut für Kirchenmusik besteht jetzt 100 Jahre. Offiziell wurde vom Staat die Anerkennung für diese vorbildlich« Schule darin zum Aus- druck gebracht, daß die Lehrgegenstände oermehrt, die Lehrräumlich- leiten vergrößert wurden, daß den Frauen der Zutritt gestattet wird. Die Pflege alter Kirchenmusik, das Studium ihrer Vertreter und Meisterwerke war die Domäne dieser Hochschule, die von Goethes Freund Zelter gegründet, jetzt unter Kretzschmars Führung steht. Hier waren Männer vom Rufe Mendelssohns, Nicolais, Zur Zwangsanleihe. Das Gefeh über die Zwangsanleihe ist nunmehr dem Reichstag zugegangen. Recht eigenartig nehmen sich die Verschlechterungen aus, die der Reichsrat an der Vorlage vornahm. Die Regierung bringt in Vorschlag, die ersten drei Jahre keine Zinsen zu gewähren und dann für die folgenden 5 Jahre 2½ Proz. Zinsen. Auf Antrag Preußens find die Zinsen auf 4 Proz erhöht. Sehr eigentüm lich nimmt sich auch die Angst des Reichsrats aus, daß, wenn 60 Milliarden Mart, die die Anleihe bringen soll, um mehr als 10 Proz überschritten werden, dann der überschrittene Teil dem Zeichner auf eine freie Anleihe gutgeschrieben wird. Darum hat man sich feine Sorge gemacht, was geschehen soll, wenn der in Aussicht genommene Betrag nicht ereicht wird. Im Reichstag dürfte die Vorlage auch noch energischen Angriffen ausgesetzt werden, denn wenn es gilt, den Besik zu schonen, dann regen sich die Kräfte in allen bürgerlichen Parteien. Neuerdings sind, wie aus allen Beröffentlichungen hervorgeht, die umlagefeindlichen Kreise auf einen neuen Einfall gekommen. Sie meinen übereinstimmend, fie fönnten die Umlage schon deswegen nicht tragen, weil das heiße, von ihnen ein Opfer verlangen, das die Industrie nicht leiste. Auch die Arbeiter opferten ja nicht! Es würde uns nicht wundern, wenn da die Sehnsucht nach einer Derlängerten Arbeitszeit der Vater des Gedankens wäre. Ueber die Opfer der Industrie zu sprechen, haben wir keinen Anlaß, tragen doch z. B. die Kohlensteuer, Ausfuhrabgabe usw. zulekt auch nur die Konsumenten. Ist es aber fein Opfer, daß heute 90 Broz. der Arbeiter und Angestellten unter dem Eristenzminimum leben? Ist es kein Opfer, wenn die Bergarbeiter eben wieder in Verhandlungen um ein Ueberstundenabkommen stehen? Bisher haben die Agrarier als die einzige Schicht unseres Boltes noch ein Opfer gebracht. Jetzt müssen sie es tun, die Arbeiter werden diesem Zwange den gehörigen Ausdruck zu geben wiffen. Die Zwangsanleihe vor dem Reichswirtschaftsrat. Der Finanzpolitische Ausschuß des Vorläufigen Reichswirt schaftsrates stellte in seiner Sigung am 9. Juni 1922 den Wortlaut feines Berichtes über den Entwurf eines Gefezes über die Zwangsanleihe fest und richtete an den Vorstand des Vorläufigen Reichs wirtschaftsrates das Ersuchen, möglichst bis zum 14. Juni eine Boll fizung des Reichswirtschaftsrates zur Behandlung des Gefezes einzuberufen. Der Beschluß wurde mit 12 geqen 9 Stimmen gegen die Stimmen der Arbeitnehmer gefaßt. Für den Fall, daß die Bollfizung nicht einberufen werden kann, wurde mit 12 gegen 9 Stimmen gegen die Stimmen der Arbeitgeber beschlossen, den Vorstand zu ersuchen, das Gutachten des Ausschusses unmittelbar der handlungen hört, hatten die Arbeitnehmer die Absicht, den Entwurf in der Fassung des Ausschusses unmittelbar an die Regierung zu leiten. Die Arbeitgeber wären damit einverstanden gewesen, wenn eine zweite Lesung veranstaltet worden wäre, die aber unter formalen Einwänden von den Arbeitnehmern abgelehnt wurde. Die Arbeitgeber wünschen aber unbedingt eine nochmalige Behandlung des in die Wirtschaft so tief einareifenden Gesetzes und verlangten deshalb die Einberufung der Bollfizung. Die Prüfung der von Berliner Bezirksämtern vollzogenen| Buntte gezeigt, die für die Boruntersuchung besonders wertvoll Wahlen zu Rektoren von Berliner Gemeindeschulen gehört zu den waren, insbesondere die Stelle, wo Zeuge Tanther mit seinem Amtsobliegenheiten, die das hiesige Provinzialschulkollegium Knecht gearbeitet hat und die Schüsse gehört haben will. Von beselbständig zu erledigen hat. Beschwerden über die Nicht- fonderem Intereffe war die Straßenkreuzung, von wo aus ein kleiner bestätigung Gewählter, die bei mir eingegangen sind, unterliegen Waldweg abschneidet, den die beiden Täter nach Angabe eines Zeu gen eingeschlagen haben, als sie ihn fahen. Anscheinend müssen fie zurzeit meiner Brüfung. von dort aus den Zu der zweiten Frage erkläre ich: Für die Beschäftigung aus der Landeskirche ausgetretener Lehrer und Rektoren im Schuldienst gelten die gleichen Grundfäße." Abstieg durch das Gebüsch 19 genommen haben, um dadurch der Begegnung mit dem Zeugen zu entgehen. Auf der Höhe in der Nähe des Gasthauses Zuflucht" wurde die Stelle besichtigt, wo der Zeuge Jung aus Ludwigshafen, Diese Antwort ist weder flar noch vollständig. Nach der Ver- der mit den beiden in Peterstal zusammengetroffen war, ihnen faffung haben die Lehrer und Rektoren vollkommene Freiheit, aus furz nach der Tat wieder begegnet war. Bekanntlich waren der Landeskirche auszutreten. Wenn das Provinzialschulkollegium die Feststellungen dieses Zeugen mit außerordentlichen Schwierigdiese Freiheit nicht anerkennt oder zu beeinträchtigen sucht, so hat feiten verbunden. Vom Gasthaus Buflucht" fuhr die Kommission der Unterrichtsminister als vorgesetzte Behörde und für die Inne nach Offenburg zurüd. Morgen werden die Zeugen aus Oppenau über die Schnikelhaltung der Verfassung verantwortliche Stelle gegen eine solche Berfaffungsverlegung in unz weideutiger Weise einzu- oche zu Ende gehen. da die zuerst für Ende nächster Woche ge funde vernommen. Der Prozeß wird voraussichtlich Ende nächster schreiten. ladenen Zeugen nun schon für den Anfang geladen worden sind. Warum nicht Killinger? Der jetzt in Offenburg unter Anklage stehende Rapitänleutnant a. D. Rillinger wird bei diefer Runde schmerzlich bedauern, daß er seinerzeit freiwillig aus der Marine ausgeschieden ist. Denn, wäre er dabei geblieben, so wäre heute am Ende er Kommandant des fleinen Kreuzers geworden. Denn schließlich was hätten die Herren Geßler und Seedt an seiner Person zu beanstanden gehabt? „ Handelt wie Max Hölz!" v. Löwenfeld Kommandant des Kreuzers Berlin". Begen Aufreizung zum Klassenhaß und Aufforderung zur BeDas Reichswehrminifterium bestätigt die von uns gebrachte gehung von Verbrechen durch Verbreitung von Schriften hatte gestern Meldung, daß der im Rapp- Butsch vielgenannte Kapitän zur See bie 6. Straffammer des Landgerichts I gegen den Schriftfeßer und v. Löwenfeld, der vorher beim Kommando der Schiffsstamm verantwortlichen Redakteur der Kommunistischen Arbeiter- Zeitung" division der Ostsee war, tatsächlich Kommandant des fleinen Kreuzers Hugo Johann zu verhandeln. Kurz vor Beginn des Prozesses Berlin" ist. Die Ernennung ist schon vor einiger Zeit vollzogen gegen Mar Hölz erschien in der genannten Zeitung die das Organ worden. Der Reichswehrminister Geßler selbst ist der Ansicht, daß der Kommunistischen Arbeiter- Partei ist, ein Aufruf, in dem es heißt: teinerlei Grund zur Beanstandung der Persönlichkeithr müßt kämpfen, wie Mar Hölz gefämpft hat, mit allen Mitteln! des Herrn Löwenfeld gegeben ist. Ihr müßte den Weg fortsetzen, den euch Mar Hölz gezeigt hat! Ihr dürft nicht länger zaudern und abwarten, sonst fommt euch die Bourgeofie zuvor! Keine Worte mehr, sondern Taten! Nehmt euch Mar Hölz zum Vorbild, seit alle so tapfer wie Mag Hölz!" In einem nach Fällung des Urteils gegen Hölz erscheinenden zweiten Artikel wird in ähnlicher Form der Kampf gegen die Bourgeoisie propagiert und u. a. gesagt: Mar Hölz hat euch gezeigt, wie man die Bourgeoisie vernichtet. So müßt auch ihr handeln!" Da Hölz wegen seiner Taten wegen Hochverrats, Totschlags, Sprengstoffverbrechens und anderer Bergehen und Verbrechen bestraft worden ist, erblickt die AnAm Tatort der Ehrhardtleute. flage in diefen offenen Aufforderungen, es ihm nachzutun, eine Aufforderung zur Begehung gleicher Verbrechen und gleichzeitig eine Offenburg, 9. Juni.( Cig. Drahtbericht.) Am heutigen Frei- Aufreizung zum Klaffenhaß. Der Staatsanwalt beantragte jechs tag wurden die verschiedenen Tatorte der Erzberger- Mordaffäre be- Monate Gefängnis, während Justizrat Dr. Viktor Fränkt sucht. Die 35 Teilnehmer fuhren in zwei Postautos morgens 8 Uhr darauf hinwies, daß diese Aufforderungen mehr bildlich gemeint Pressevertreter. In etwa zwei Stunden war nach der Fahrt" Symbol" bezeichnet worden set. Das Gericht tam auch zu einer Oppenau erreicht, wo das Gasthaus Zum Hirschen" besucht milden Auffaffung und verurteilte den Angeklagten zu 4500 mt. Geldwurde, in dem die Täter am 21. August abends angekommen waren strafe, die durch die erlittene Untersuchungshaft als verbüßt erund wo fie im zweiten Stock das Zimmer Nr. 4 bewohnt haben, das gegen den Lehrbach gelegen ist. Der Sohn der Hirschwirtin fam Ende August auf den Gedanken, daß die beiden Gäste irgendwelche Gegenstände zum Fenster hinausgeworfen haben tönnten. Man suchte den Bach ab, der bei der damaligen Hiße und Dürre nur sehr wenig Waffer führte und fand bort tatsächlich eine Anzahl Schnitzel und Bettel mit wertvollem Material für die Untersuchung. Am morgigen Tage soll diese wichtige Angelegenheit verhandelt werden. Aus den Schnitzeln geht hervor, daß sich die beiden Zimmerbewohner am Tage vorher für den Aufenthalt Erzbergers, der im Auguft sich in Bieberach und in Griesbach aufhielt, sehr interessierten. Nach einer halbstündigen Fahrt tam die Kommission nach dem Kurhaus in Griesbach, mo Erzberger gewohnt hatte. Es wurde festgestellt, daß man tatsächlich von der Bant auf dem Höhen. wege, der dem Gasthof gegenüberliegt, bequem die von Erzberger bewohnten 3immer sehen fann. achtet wurde. Wer sind die Richter? Einer telegraphischen Mitteilung zufolge find zu„ Richtern" im Prozeß der Sozialrevolutionäre Pjatatom, Rartlin und Die nichtbestätigten Schulrektoren. Galtin ernannt. Noch bevor diese Nachricht tam, konnte man In einer Kleinen Anfrage wiesen die sozialdemokratischen Ab. gewiß sein, die Namen von Karklin und Galfin unter den„ Rich. tern" zu finden, da sie sich schon längst als grausame Richter, geordneten Bahlte, König( Swinemünde) und Genossen dar. als blinde Werkzeuge der Regierung einen Namen gemacht hatten. auf hin, daß vor mehreren Monaten von einigen Groß- Berliner Rartlin ist Lette, der das Russische nur schlecht spricht und augenBezirksämtern insgesamt 18 neue Rektoren für Berliner GemeindeSchulen gewählt worden seien. Das Provinzialschulkollegium Berlin scheinlich auch nur schlecht versteht; er war eine Zeitlang Borsitzenhabe davon 5 bestätigt, 12 abgelehnt und einen in der ber des Oberst en Tribunals. Unter seinem Borsiz wurde das Schwebe" gelaffen. Die Ablehnung der 12 Reftoren soll, so wurde Todesurteil gegen Schtschaftnij gefällt, das erste Tobesurteil eines in der Anfrage bemerkt, zum Teil wegen Mangels an päda. Gerichts, das ausgesprochen wurde, obgleich damals die Todesstrafe offiziell abgeschafft war. Rarflin präsidierte auch im Prozeß gogischer Qualifikation, zum andern Teil wegen Austritts aus Alsdann fuhren die Autos auf der neuen Kniebis- Straße zum gegen 2otfart, als das Tribunal die abwesenden englischen Bür Der Landeskirche erfolgt sein. Das Staatsministerium wurde Tatort. Dort hatte sich eine Anzahl Bewohner aus der Umgegend ger Loffart und Rally zum Tode, verurteilte, wenn in England die un gefragt, ob es bereit sei, durch einen Kommissar des Kultusmini angesammelt. Ein Polizeibeamter zeigte an Beispielen, wie die Sowjetrepublit aufgerichtet sein wird". Der zweite Richter, fteriums nachprüfen zu lassen, wie weit der erste Grund aufrecht er. Schüsse abgegeben sein müssen. Es wurde der Weg genau anges Gattin, wurde unter dem zariftischen Regime zum Tode ver halten werden könne. Das Staatsministerium wurde weiter ge- geben, den der Angeschossene von der Straße aus die Böschung fragt, ob es den Standpunkt des Provinzialschulkollegiums billige, hinunter genommen haben muß, bis er an der Tanne zusammen urteilt, durchlebte alle Qualen der Erwartung des Todes und wurde daß ein aus der Landeskirche ausgetretener Lehrer zwar Lehrer, aber brach. Der Augenschein an der Tanne richtete sich besonders darauf, nur dank der Energie feines Verteidigers begnadigt. Gleich bei der ob man von dort aus die Täter am Straßenrande sehen konnte, wie Eröffnung des Obersten Tribunals wurde er zum Richter" ernannt nicht Rettor an einer Schule sein könne. Wie der amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, beantwortet es der Abg. Dieh in seiner Zeugenausfage befundete. Der Vor- und nahm faft an allen großen Prozessen teil. Er bestand auf der der Minister für Wissenschaft, Kunst und Boltsbildung die Anfrage unterrichteten die Geschworenen von dem Situationsplan. Auf gegen Loffart beteiligt und führte den Vorsitz im Prozeß gegen die Anfragefiende Dr. Groffelfinger sowie der Untersuchungsrichter Eggler Fällung eines Todesurteils gegen Schtschaftnij, war am Prozeß wie folgt: dem Wege nach der Höhe des Kniebis wurden noch verschiedene französische Mission, als das Tribunal sich weigerte, die Ber teibiger anzuhören und sämtliche Angeklagten zum Tode verurteilte. Es gibt fein Verbrechen, welches nach Gallins Meinung nicht Todesstrafe verdiente. Der Kommunist Glusman, Borsitzender der Untersuchungskommission beim Moskauer Revolu tionstribunal, erklärte, daß Galfin wahnsinnig sei und daß man ihn zum Psychiater schicken müßte, bevor man ihn zum Richter im Tribunal machte, da die sinnlose Grausamkeit Galfins alle Grenzen überschreite. Das sind die Leute, in deren Händen das Schicksal der Gefangenen ruht. Sergius Robjatoff. Middelschultes Schüler, fürwahr eine Wiege feinster und ebelfter Bokalkompofitionen, von hier aus wurde in die Großstädte und die Dörfer hinein dem regens chori, dem Organisten, dem Kantor und Lehrer das Rüstzeug des Belehrens und Erbauens mit auf den Weg gegeben. In hundert Jahren hat das Institut eine Tradition gewahrt, indem sie heilige Güter der Vergangenheit dem Bergeffen entriß, ihre Schönheiten erschloß und was mehr noch bedeutet propagandistisch zum Erflingen brachte. Da ist ein Boden von Wissen, musikalischen Schäzen, theoretischem Reichtum und praktischer Kunstübung, der Grund age aller Mufitbetätigung sein und bleiben muß. Wer auf diesem Gebiet umfassend belehrt und bewandert ist, fann feinem Sturm ephemerer, modernster Musikwillfür unterliegen. Ehrfurcht vor dem Gesetz, vor dem Geist, vor der Kraft und Schönheit des Alten fie erwuchs den Schülern des Kircheninstituts. Und es gibt Meffen, Motetten, Psalmen, Orgel- und A- cappella- Mufit, die wir ohne die Rührigkeit und den Spürsinn aller Direktoren und Lehrer dieser hohen Schule der Kunst gar nicht fennen würden. Carl Thiel hat in seinem ma brigalchor ein Instrument, auf dem diese alten Weisen wunderbar flingen. Er steht in Deutsch land unter den a cappella an vorderster Spize. Man behauptet taum zu viel, wenn man versichert, daß in seinen guten Stunden dieser Chor nur aus Solisten besteht. Die Erziehung zur Intonationsficherheit, zum dynamischen Stimmenausgleich ist bis ins Letzte er reicht, in der Auswahl der Programme mischt sich Geschmad mit umfassender Sachkenntnis. Kaum ein Abend, wo nicht ein unbefanntes Madrigal, ein unbekannter Meffenteil zum Bortrag gelangte. Im Festkonzert gab der Madrigalchor mit Gefängen von Commer, Grell, Reißiger, Nicolai, Haupt, Kretzschmar, Arnold Mendelssohn Ton und Stimmung an. Helga Weele fang mit flagvoll gesättigtem Alt, menschlich ergreifend, zwei Lieder. Fischer absolvierte die übliche Toccata an der Orgel und Klingler spielte eine Solofonate von Bach technisch zuverlässig, aber mit ein paar stilistischen Irrtümern in der G- Moll- Fuge( 3. bis 5. Taft!), die einem so hervorragenden Musiker und Lehrer nicht unterlaufen dürften. Auch ein Schüler des Organum, Kurt Rofenhauer, gab eine Andacht in Form von Orgelvorträgen in der Gedächtniskirche. Er ist einer der Tüchtigsten seines Fachs, und seine Interpretation der Tripelfuge Es- Dur von Bach war in allem eraften Nachzeichnen der Linien noch ein Stück inbrünstig gebeteter Musik. endgültig als Lebensberuf, die ihm im Berlauf der Jahre vielfach Sorgen und Entbehrungen, aber auch manchen schönen Triumph brachte. Erst spät gelang es ihm, feine mundartlichen Theaterstücke auf der Bühne feiner Baterstadt und seine hochdeutschen Schau- und Lustspiel in den Großstädten herauszubringen. Seine Humoresten, Gedichte und Einafter im Frankfurter Dialekt sind in zahlreichen Auflagen erschienen. England verbilligt das Porto. In England hat man ein wohl. erprobtes Rezept, größere Einnahmen zu erzielen, wiederholt man hat die im Kriege erhöhten Portofäße für Briefe und Postkarten um einen Halfpenny herabgesetzt. Der Frankf. 3tg." wird dazu ge= schrieben: Das waren einst vier deutsche Reichspfennige. Und siehe da, der Eingang an Karten und Briefen war zweimal so groß, wie. gewöhnlich, und an manchen Orten war der Prozentsaz noch höher. Die englischen Zeitungen fragen fich nun, ob diese kleine Ersparnis die Korrespondenzluft des Publikums tatsächlich so zu reizen im stande ist, daß die Leistung um das Doppelte steigt? Man stößt hier ohne Zweifel auf Imponderabilien, die durch ein bloßes faufmännisches Addieren und Subtrahieren nicht beeinflußt werden. Was sich alle Boftminister zu Herzen nehmen sollten. Der General Postmeister" hatte übrigens allen Grund, einen guten Erfolg von dieser Maßnahme zu erwarten, denn als man seinerzeit die Bennypoft einführte, übertraf das Resultat die kühnsten Erwartungen, obgleich viele Leute einem Reich, das so schlecht" rechnete, den Unter gang prophezeit hatten. Die Tagung der deutschen Chemiter findet zurzeit in Hamburg statt. In dem in der Mitgliederversammlung erstatteten Geschäftsbericht wurde festgestellt, daß der Verein deutscher Chemiter schon in den letzten Jahren einen großen Zuftrom neuer Mitglieder hatte, der sich im letzten Jahre besonders verstärkte, so daß der Verein heute bereits 7000 Mitglieder zählt. Da die Gesamtzahl aller deutschen Chemiter auf 10 000 geschägt wird, so ist bereits die Mehrzahl aller deutschen Chemiker im Berein zusammengefchloffen. Die Schadenersatzverpflichtung der Krififer. In der viel disfutierten Schadenerfazllage, die die Schauspieler Arnold Czempin und Erich Otto gegen den Kritifer Herbert Jhering angestrengt batten, bat das Kammergericht gesprochen. Es hat die Kläger in vollem Umfange abgewiesen. Die Austreibung der Wrangelisten. Sofia, 9. Juni.( WTB.) In der Kammer erklärte in Beant. wortung einer Interpellation Innenminister Dastalow, entgegen der Bereinbarung, wonach die Anhänger Wrangels auf bulgarischem Gebiete als Flüchtlinge aufgenommen wurden, hätten die russischen Generale eine die innere Sicherheit des Landes bedrohende militärische Streitmacht organisiert. Der Minister warf der Opposition vor, daß fie die Pläne der Anhänger Wrangels unterstüße, und erklärte, daß sich die getroffenen Maßnahmen nur gegen die ruffischen Generale, die die Unruhen schürten, richteten, aber feineswegs gegen die Masse der Flüchtlinge, denen die Regierung die Gastfreundschaft nie versagen werde. Der Freiheitsapostel Paul Baeder von der Deutschen Tages. 3eitung" wendet sich gegen die Kennzeichnung, die er im„ Borwärts erfahren hat. Zur Charakteristik der Verlegenheit und Berlogenheit seiner Ausflüchte heben wir nur eines hervor: Herr Baecker bestreitet, baß er seine schüßende Hand über den Attentäter Scheidemanns gehalten habe und stellt fest", daß die Deutsche Tageszeitung" Scheidemanns Schüsse auf den Attentäter in feiner Weise Deutsche Tageszeitung" geschrieben hat: Wenn Scheidemann den als Verbrechen hingestellt hat." Wir stellen fest, daß die Attentäter getroffen hätte, so hätte er einen Totschlag auf dem Ein Totschlag dürfte für jeden der deutschen Sprache Gewissen. Kundigen ein Verbrechen sein. Mit einem Herrn, der sich nach ein paar Tagen seiner eigenen Worte nicht mehr erinnert, ist jede Dis. fussion zwecklos. Kurt Ginger. Demokrat und Volksdichter. Der Frankfurter Adolf Stolze, Die Staatsover befchliekt ibre Reuftudierungen der laufenden Spiel. Nie wieder Krieg! Der Aktionsausschuß des Friedensbundes ber am 10. Juni 80 Jahre zählt, ist durch Begabung, Erziehung und Wirkung ein Balksdichter in des Wortes wahrster Bedeutung. zelt mit einer völligen Neugestaltung der Dper Carmen unter mufita der Kriegsteilnehmer ruft auch in diesem Jahre für Sonntag, ben Ale seine Schriften, mundartliche und hochdeutsche, sind durchlicher Leitung Blechs und szenischer Leitung von Cail Holy. Die Titelpartie 30. Juli, zu Demonstrationen unter der Parole„ Nie mieder Krieg" brungen von dem Geiste der Freiheit und der Liebe zum Bolte und fingt Frau Stemp, den José am 16. Herr Hecht, am 18. Herr Elewing a. 3. auf. Diese Demonstrationen sollen wie bisher nicht die Angelegen. Baterland. Als Sohn Friedrich Stolzes bewahrte er sich unwandel. Zur Dreihundertjahrfeier der Stadtbibliothet zu Lübeck über. heit eines Parteiprogramms, sondern Menschheitssache sein. In bar seine demokratische Gesinnung; nie ward er zum Hurraschreier diesem Jahre werden sich zum ersten Male befreundete Organisationen des Auslandes in großer Zahl an den Rundgebungen beteiligen. Der internationale Charakter der DemonDie Straßenfämpfe am 18. September 1848 erlebte er als 6jähriger Junge mit, er fah danach schaudernd den ersten Toten, stration ist bereits jetzt gewährleistet. Alle für den Aktionsausschuß der auf den Barrikaden für die Freiheit gefallen war. bestimmten Anfragen find an das Bureau des Friedensbundes der Stolze bestand seine Lehre als Feinmechaniker und arbeitete Kriegsteilnehmer, Berlin, Hobrechtstr. 58, zu richten. nach Angaben von Philipp Reis an dessen Modellen zum ersten Telephon. Von Ferdinand Lassalle, J. B. von Schweizer und Roderich Benedig vielfach ermuntert, erwählte er die Schriftstellerei freilich viel geringer als die sportliche). oder Erfolganbeter. reichte bie Königliche Bibliothet in Stockholm eine feierliche Adreffe, die in Lübed als ein belonderes Zeichen freundnachbarlichen Geistes des flammverwandten schwedischen Volkes gewürdigt wird. Amundsen will den Nordpol überfliegen. Roald Amundsen teilte nach einer Meldung aus Chriftiania der Bresse mit, daß er im Laufe des Sommers zufammen mit dem Flieger Ombal von Kav Barrow in Alasta über das unbekannte Gebiet des Polarmeeres und über den Nordpol nach Stap Solumbia zu fliegen beabsichtige. Der Flug fann in 15 Stunden aus geführt werden.( Die wissenschaftliche Bedeutung wäre in diesem Falle Die anacblichen dänischen Hafenbefestigungen an der nordschleswig- füdjütischen Küste werden vom dänischen Marineministerium dementiert. Gewerkschaftsbewegung Sonntagsruhe und Achtstundentag. " 1 Ein eigenartiger Intereffenkonflikt. Vom österreichischen Valutaelend. größtem Behagen der sozialdemokratischen Gemeindeverwaltung alle erdenklichen Schwierigkeiten bereiten helfen. Die Wiener Arbeiter- Zeitung" vertritt mit Recht den StandIn Wien kostet eine einfache Fahrt auf der Straßenbahn punkt, daß solche Interessenkonflikte nicht anders als im Geiste Die Borstöße gegen den Achtstundentag sind zahlreich genug, 150 Kronen. Trotzdem bleibt noch ein Defizit zu decken. Um den brüderlicher Solidarität ausgetragen werden dürfen. als daß es notwendig wäre, noch obendrein solche Borstöße zu kon- Fahrpreis nicht noch höher zu sehen, hat die sozialdemokratische Ge- Jede Einmengung der kommunistischen und der christlichen Hezzer struieren, wie es die Rote Fahne" tut. Beranlassung dazu bot ihr meindevere altung mit dem Handels- und Transportarbeiterverband, müsse abgelehnt und eine Beilegung des Konflikts versucht werden, eine Korrespondenz- Meldung über die Vorbereitung eines der Organisation der Straßenbahner, über eine Neuregelung der die das Interesse der Wiener Bevölkerung an Ersparnissen im neuen Sonntagsruhegesetzes für die Angestellten. Lohn- und Arbeitsbedingunger. in 38 Sigungen verhandelt, um zu Straßenbahnbetrieb befriedigt, zugleich aber den Straßenbahnern Die Anordnung über die Regelung der Arbeitszeit gewerblicher Ars einer Vereinbarung zu kommen. Soweit die Lohnregelung darin für den mühevollen Dienst, den sie der Gesamtheit leisten, möglichst beiter( zu ergänzen wäre: an Wochentage n) vom 23. November würdige Lohn- und Arbeitsverhältnisse zu bieten sucht. Eine solche 1918, ließ eider die gesamten Ausnahmebestimmungen Lösung ist natürlich nur möglich, wenn auf beiden Seiten der Wille von der Sonntagsruhe vollständig unberührt. zur Berständigung vorhanden ist, wenn die Vernunft die Oberhand behält. lich in Ziffer IV ist bestimmt, daß in Betrieben.. bei denen eine ununterbrochene Sonntagsarbeit zurzeit im öffentlichen Interesse nötig ist, zur Herbeiführung eines regelmäßigen wöchentlichen Echichtwechsels männliche Arbeiter über 16 Jahre innerhalb eines Zeitraums von drei Wochen einmal zu einer Arbeit von höchstens 16stündiger Dauer einschließlich der Baufen herangezogen werden dürfen, sofern ihnen in diesen drei Wochen einmal eine ununterbrochene Ruhepause von je 24 Stunden gewährt wird." " LedigIn Ziffer XI ist ausdrücklich bestimmt, daß im übrigen die in Reichs- und Landesgesehen und die auf Grund derselben erlassenen Borschriften im bisherigen Umfang fo weit Anwendung finden, a's fie nicht den vorstehenden Bedingungen zuwiderlaufen. 3iffer II befagt nur, daß die regelmäßige tägliche Arbeitszeit ausschließlich der Pausen die Dauer von 8 Stunden nicht überschreiten darf, doch ist in der Verordnung weder von täglicher Arbeitszeit an Wochentagen oder an den 6 Werf tagen, no von einer 48 stündigen wöchentlichen Arbeitszeit die Rede. Die alten Ausnahmebestimmungen von der Sonntagsruhe blieben bestehen, so daß in den Berufen oder Betrieben, für die sie noch gelten, nach wie vor Sonntags= arbeit zulässig ist. Es hat daher an sich nichts mit dem Achtstundentage zu tun, menn für die Handlungsgehilfen in der Lebensmittelbranche bei dringenden wirtschaftlichen und Siedlungsverhältnissen, also vornehmlich auf dem Lande, für einen Sonntag im Monat eine dreistündige Arbeitszeit und für zwei weitere Sonntage im Jahre eine sechsstündige Arbeitszeit eingeführt werden soll. Ob diese Ausnahmen notwendig sind, ist eine andere Frage, die wir rundweg verneinen möchten. Halten die Ladeninhaber auf dem Lande eine Berkaufszeit an einem Sonntage im Monat für notwendig, worüber fie fich auf Grund einer Zweidrittelmehrheit etwa schlüssig zu machen hätten, dann können fie die Arbeit an diesem Tage allein oder mit Hinzuziehung ihrer Familienangehörigen machen. Von einer Preisgabe des Achtstundentags" aber, fann auf Grund dieser Borlage nicht die Rede sein, selbst wenn sie in der angegebenen Form angenommen würde. Zeitungsbezug während der Sommerreise Unsere Abonnenten, welche Wert auf regelmäßige Lieferung des„ Vorwärts" während ihrer Sommer- reip. Urlaubsreise legen, bitten wir, nachstehende Zeilen zu beherzigen: Postbezieher müffen die Umleitung an die neue Adresse mindestens 8 Tage vor Reisebeginn bei ihrem Boffamt beantragen und ebenso vor der Rückreise bei der Post rechtzeitig die Rüdüberweisung veranlaffen. Für diese Umleitung verlangt die Poft eine einmalige Gebühr von 2 Mark. Abonnenten, die ihre Zeitung durch die Botenfrau beziehen, fönnen fich den„ Vorwärts" unter Streifband nachschicken lassen, wobei für Porto und Versand bis zum 30. Juni d. 3. täglich M. 1.10, nach dem Ausland täglich M. 1.70 berechnet werden. Vom 1. Juli d. 3. ab fommen die neuen Portogebühren zur Berechnung. Die Lieferung kann innerhalb Deutschlands auch durch Poftüberweisung erfolgen, aber nur bei längerem Aufenthalt( über acht Tage innerhalb eines Kalendermonais an einem Ort). Aufträge für solche Postüberweisungen müssen uns spätestens 8 Tage vor Reiseantritt gegeben werden, da sonst nicht mit einem pünktlichen Einsetzen der Postlieferung zu rechnen ist. Wir bitten unsere Lefer, diese Aufträge direkt in ihrer zuständigen Filiale unter gleichzeitiger Zahlung der Gebühren zu erteilen. Bei der Aufgabe des neuen Aufenthaltsortes ist die Angabe des Postortes unbedingt erforderlich, um Verzögerungen in der Zustellung zu vermeiden. Drohender Hamburger Hafenarbeiterstreik. Hamburg, 9. Juni.( TU.) Die von den Hafenarbeitern gestellte Forderung, den Tagelohn um 50 M. zu erhöhen, wurde vom Hafenbetriebsverein abgelehnt Vor dem Schlichtungsausschuß fonnte feine Einigung erzielt werden, da die Arbeiter auf ihrer Forderung beharren, die Arbeitgeber aber nur eine Zulage von 10 M. be. willigen wollten. Ein Schiedsspruch ist nicht zustande gekommen. Es wurde beschlossen, sofort die Vermittlung des Reichsarbeitsminifteriums anzurufen. 3m Hamburger Verkehrsstreit ist es den Bemühungen der Bertreter des Arbeiterrates Groß- Hamburg gelungen, die Parteien zu einer Einigungsverhandlung zusammenzuführen. Auf Ersuchen des Arbeiterrates hat sich auch das Reichsarbeitsministerium sofort bereit erflärt, einen Vertreter als unparteiischen Borsitzenden nach Hamburg zu entfenden. Die Einigungsverhandlungen haben gestern nachmittag begonnen. Moskau und Paris. Nachdem die von Moskau unterbaltene Heße in Frankreich zur Spaltung der Gewerkschaften geführt hat( die Rote Fahne" schwindelt ihren Leiern vor, der„ revolutionär eingestellte" Teil der Gewerkschaften wäre ausgeschlossen worden), hat die neue, angeblich revolutionäre Gewerkschaftszentrale Statuten ausgearbeitet, obwohl sie behauptet, sie sei der alte Gewerkschaftsbund. Mit diesen Statuten ist Moskau höchst unzufrieden. Die Moskauer Exekutive bat deshalb nach Paris eine Erklärung geschickt, in der sie die Pariser anschnauzt. Hierzu fei zunächst bemerkt, daß die französische CGTU. ( Confédération générale du Travail Unitaire, zu deutich etwa Einheits- Gewerkschaftsbund weil er sich von der CGT. abgespalten bat), der Moskauer Internationale" nicht angefchloffen ist. Die aus Syndikalisten und Anarchisten zusammen. gesezte Mehrheit der CGTU. wollen sich nicht fommandieren lassen, am allerwenigsten von den Mostauern. Nun arbeiten die franzöfi Löhne der Wach- und Schließangestellten. schen Kommunisten natürlich mit Hochdruck, um die Mehrheit um Die Geftion VII des Transportarbeiterverbandes berichtet: vorgesehen ist, haben die Straßenbahner der Vereinbarung auch auftimmen und zum Anschluß an Moskau zu bewegen. Dies ist " Die Löhne der Wach- und Schließangestellten Berlins wurden zugestimmt. Dagegen löfte ein anderer Teil der Aomachungen ihnen jüngst bei einer Abstimmung im Pariser Gewerkschaftskartell burch ein Abkommen neu geregelt, und zwar so, daß Revierwächter große Erregung aus. Hatte ein Straßenbahner bisher eine Linie der CGTU. auch gelungen. Die Mostauer aber, die von der Geab 1. Juni monatlich 3312 M., Separatwächter 2985 M., Kontrol mit einer Arbeitszeit von 7% Stunden, wurden ihm dennoch wertschaftsbewegung nicht viel verstehen, von der französischen offenleure 3512 M. erhalten. Daß derartige Löhne ereicht wurden, haben 8 Stunden gezahlt. Hatte er jedoch eine Tour von 8 Stunden bar feine blaffe Ahnung baben, nehmen sich auch heraus, die Wächter nur dem Umstande zu verdanken, daß sie der Organi- 20 Minuten, so verrechnete er eine halbe Ueberstunde. Nun sollen der CGTU. über ihre Statuten Vorschriften zu machen, die fation die Treue bewahrt haben, was sie auch fernerhin tun werden. die Ueberstunden monatlich durchgerechnet" werden. Eine Arbeits- geeignet sind, auch den französischen Kommunisten das Grufeln Dort, wo die Wächter den Wert der Organisation noch nicht erkannt zeit von 26 X 8= 208 Stunden im Monat soll als normal vor Moskau beizubringen. Moskau fordert also, daß die Dezen haben oder aber einer gegnerischen Organisation angehören, wobei gelten und nur die etwa darüber hinausgehende Zeit als Ueber- tralifierung des Gewerkschaftskampfes, der Grundiaß, daß jedes es fich nur um einige fleinere Betriebe handelt, sind die Lohn- und stunden gezahlt werden, wenn auch besser als bisher. Gleichzeitig Syndilat( 3weigverein) auf den Kongreffen eine Stimme hat und Arbeitsverhältnisse noch sehr rückständig. Aber auch bei den Abon- foll eine neue Toureneinteilung erfolgen, damit weniger Zeit mit bie automatische Ersetzung der Gewerkschaftsbeamten nach Ablauf nenten ist die Einsicht, daß der Wächter für seine aufreibende Arbeit, Warten verbraucht wird. bei der er unter Umständen sein Leben einfegt, als Mensch behandelt der bisherigen Arbeitsbedingungen. Die Gemeindeverwaltung ist reich Das find zweifellos Berschlechterungen ihrer Amtsperiode alles alte syndikalistische Grundiäße in Frankschleunigst revidiert werden. Ganz besonders angetan bat und entsprechend bezahlt werden muß, noch nicht weit vorgeschritten. dabei nicht von Profitabsichten geleitet. Sie hofft Ersparnisse dabei es Moskau das Fehlen einer Bestimmung, daß die CGTU. an Wir erwarten aber auch die Mitarbeit der Betriebsräte aller Bran- zu erzielen, lediglich um die Betrebsführung der Straßenbahn mög- der angeblich roten Gewerkschaftsinternationale angefchloffen ist. chen, die darauf achten müssen, daß nur Tariffirmen und frei lichst billig zu gestalten, um die Fahrpreise nicht noch höher zu stellen. Alles das müsse schleunigst anders werden, befiehlt Moskau. Sonst gemertschaftlich organisierte Wächter beschäftigt wird die Straßenbahn für die Bevölkerung zu teuer, fann das aber, fügt Mostau mit scheinbarem Ernst hinzu,„ bersteht es sich merden. Tariffirmen find: Berliner Wach- und Schließgesellschaft, Defizit des Betriebes nicht mehr gedeckt werden, dann müßte der von selbit, daß jede Organisation das Recht hat, diejenigen Statuten Friedrichstr. 61 und Inspektion Oberspree, Johannisthal; Nachtwach Betrieb eingestellt werden. anzunehmen, welche fie für gut hält." Sonst haben sie feine gesellschaft Charlottenburg, Mommsenstraße; Wachgesellschaft für Schmerzen. Berlin und Vororte, Friedrichstr. 61, und für Nachbarorte, Friedrichstr. 125; Adler, Deutsche Wachgesellschaft, Friedrichstr. 61; Deutsche Bachgruppen, Belle- Alliance- Play 13; Wirtschaftsgenossen schaft Berliner Grundbesizer, Burgstr. 1; Algemeine Bachgesellfchaft des Westens, Tauenzienstr. 1; Wachinftitut Hauptmann a. D. Steinweg, Culmbacher Str. 14; Wachinstitut Harun al Raschid, Hinterfaz- Ben, Friedrichstr. 221. Nähere Auskunft wird gern erteilt im Bureau, Bayreuther Straße 31, Kurfürst 1832." Geschäftsbericht der Die Wiener Arbeiter- Zeitung" weiß die Opfer, die von den Straßenbahnern verlangt werden, wohl zu würdigen und die Erregung, die der neue Bertrag unter dem Fahrpersonal hervorgerufen hat, zu begreifen. Allein sie sieht auch keinen bestimmten Ausweg aus dem Konflikt, der von rechts und links geschürt wird, wie dies bei solchen Gelegenheiten auch anderswo vorfommen soll. Die Kommunisten befämpfen jede Erhöhung des Fahrpreises auf der einen Seite, jede Maßnahme zur Berbilligung des Betriebes auf der anderen Seite. Unter den chriftlichsozialen Herrschaften gibt es nicht wenige, die genau so verfahren und mit Dresdner Bank 1921. Der Abschluß der Dresdner Bank ergibt nach besonders vorsichtiger Bilanzierung, wie sie durch die Unsicherheit der allgemeinen Verhältnisse geboten ist, einen Rohgewinn einschließlich Vortrag - von M. 835 489 845,50 gegen M. 423 495 091,35 im Vorjahre. Hiervon entfallen auf: Sorten- und Kupons- Konto • Wechsel- und Zinsen- Konto Provisions Konto Effekten- und Konsortial- Konto Dauernde Betelligungen Demgegenüber stiegen 1921 M. 271 690 302.M. 50 907 899.95 M. 1920 Gaal 5 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 25, Delegiertensisung der KartonVerband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Montag 145 Uhr int branche. Berichterstattung von den Leipziger Verhandlungen. Das Erscheinen eines jeden Delegierten ist unbedingte Pflicht! Rlubhaus Ohmstraße 2, Mitgliederversammlung. Deutscher Werkmeisterverband. Berlin 24, Holzindustrie. Dienstag 7 Uhr Berantw. für ben redatt. Teil: Franz Klühs Berlin- Lichterfelde; für An. zeigen: Th. Glode, Berlin. Verlag Vorwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanitalt Baul Singer u. Co., Berlin. Lindenstr. 8. Gierzu 1 Beilage. Jahre bereits weitere Fortschritte gemacht hat, so daß sich eine Erhöhung| Tell hiervon wurde im Jahre 1921, eine weitere erhebliche Anzahl im der Bankkonditionen, die vor kurzem beschlossen worden ist, als unab- laufenden Jahre abgewickelt. wendbare Notwendigkeit erwiesen hat. Um unsere eigenen Mittel einigermaßen den durch die Geldentwertung geschaffenen Verhältnissen und den auf allen Konten gestiegenen Ziffern anzupassen, wurde unser Grundkapital durch Beschluß der ordentlichen Generalversammlung vom 30. Juni 1921 um M. 90 000 000,- und durch Beschluß der außerordentlichen Generalversammlung vom 10. Dezember 1921 um weitere M 200 000 000,- erhöht und beträgt nunmehr M. 550 000 000,-. Der Gesamtumsatz auf einer Seite des Hauptbuches belief sich auf M. 1 664 187 372 612,85 gegen M. 1 089 647 748 714,55 im Vorjahre. Die Zahl der Konten stleg von 499 845 auf 539 706. Unser Konsortialbeteiligungs- Konto zeigt folgende Zusammensetzung: 1. Zwölf Beteiligungen an festverzinslichen Werten 2. Fünf Beteiligungen an Eisenbahn- und StraßenbahnUnternehmungen 3. Vier Beteiligungen an elektrischen Unternehmungen 4. Elf Beteiligungen an Banken und Versicherungsgesellschaften 5. Vier Beteiligungen an Bergwerks- und Hüttenunternehmungen mungen 6. Fünfundfünfzig Beteiligungen an anderen UnternehM. 28 458 174,20 · 2 416 098.60 " 1542 704.55 2 9 009 011,35 " 3 992 854,15 8 128 546,70 M. 53 547 389,55 Bankgebäude und Immobilien. Die Zahl der Angestellten betrug am Jahresschluß 15 471 gegen 12 681 im Vorjahre. Von der Entscheidung über Oberschlesien werden unsere Niederlassungen in Kattowitz, Tarnowitz und Königshütte betroffen. Wir haben uns gemeinsam mit den anderen in Oberscalesien vertretenen deutschen durch die als Folge der Ausdehnung der Geschäfte nötig gewordene ErDie Erhöhung des Saldos bei dem Konto., Bankgebäude" erklärt sich M. 26 494 576.55 M. 11 862 915.70 Banken in einem mit der polnischen Regierung getroffenen und in dem werbung von Häusern bzw. Neu- und Umbauten an verschiedenen Plätzen. M. 477 708 447,85 M. 230 199 186.55 Genfer Staatsvertrag niedergelegten Abkommen bereit erklärt, die ge- Der Ueberteuerung bei Ausführung dieser Bauten wird durch die von uns M. 175 124 019.70 nannten drei Niederlassungen auch weiterhin aufrecht zu erhalten. Das vorgeschlagene Abschreibung von M. 50 000 000,- Rechnung getragen. Abkommen verspricht uns den für die Fübrung unserer dortigen GeM. Unser gesamter Immobilbesitz bleibt mit vertragsmäßig noch nicht 3 811 718.60 M. 3 627 486.70 schäfte erforderlichen Schutz und sichert uns den ungestörten Verkehr ablösbaren Hypotheken im Betrage von M. 5 513 113.55 belastet. mit den genannten Niederlassungen. die Handlungsunkosten und Steuern Für unseren Entschluß die drei M. 314 268 965.35 auf M. 628 571 610.85, und es verbleibt ein Reingewinn legung maßgebend, daß wir den deutschen, in den abgetrennten Gebieten an Polen fallenden Niederlassungen bestehen zu lassen, war die UeberPensionsfonds Konto. von M. 206 918 234.65 gegenüber M. 109 226 126.- im Vorjahre, woraus verbleibenden Kreisen weiterhin Rückhalt bieten wollten, nachdem eine fonds betrug am 31. Dezember 1920 Das Guthaben des im Jahre 1879 begründeten Pensionswir die Verteilung einer Aufrechterhaltung der Reichsbankstellen nicht in Betracht kam. hierzu kamen Zinsen im Jahre 1921 Um einem Verlangen der Entente zu entsprechen. hatten wir im vater. Rückvergütungen des Beamtenversicherungsvereins ländischen Interesse gemeinsam mit drei anderen Banken für die im von · M. 20 000 000, • 1 003 978,45 . N •• 86 229, 4 M. 21 090 207,45 1 869 781,35 M. 19 720 426,10 M 6 10 279 573,90 30 000 000, Die von uns an den Beamtenversicherungsverein des Deutschen Bankund Bankiergewerbes im Jahre 1921 gezahlten Prämien beliefen sich auf M. 2 750 205,75. Rücklage- Konto. Dividende von 16%( bzw. 8% für die neuen Aktien) gegen 12% im Vorjahre beantragen. Die Geldentwertung und die steigende Inflation, befördert durch die August 1921 fällig gewesene Reparations- Rate der deutschen Regierung hiervon ab gewährte Pensionen Unmöglichkeit der Erfüllung der uns aufgezwungenen Reparationsver- die nach erfolgter Erfüllung ihre Erledigung gefunden hat. von einer Milliarde Goldmark die wechselmäßige Haftung übernommen, pflichtungen, haben die Banktätigkeit während des ganzen Jahres beDurch die von uns beantragte Zuweisung von stimmt. Die fremden Gelder haben eine weitere außerordentliche ZuUnter den seitens der Kundschaft bei Dritten benutzten Krediten und wird er die Höhe von. nahme erfahren den Aval- und Bürgschaftsverpflichtungen sind erhebliche Rembourskredite erreichen. Gegen Jahresschluß haben andererseits die durch die steigenden Pro enthalten, die wir zur Finanzierung der Einfuhr von Rohstoffen vermittelt duktionskosten bedingten großen Kreditanforderungen von Handel und haben. Industrie zu einer Versteifung des Geldmarktes geführt, die sich im Ueber unsere ausländischen Interessen ist folgendes zu berichten: Frühjahr noch verstärkt hat. Wir haben es stets für unsere Pflicht geDie Entwicklung unserer Niederlassung in Bukarest entspricht halten, das Wirtschaftsleben durch Kreditgewährung zu stützen und zu unseren Erwartungen fördern: die gegenwärtigen Wirtschaftsverhältnisse zwingen jedoch die endet ist. finden zurzeit Verhandlungen statt. Ueber die Liquidation unserer Londoner Filiale, die noch nicht be. Banken, bei der Gewährung von Krediten mit besonderer Sorgfalt zu verfahren und ihrer Kundschaft nahezulegen auch ihrerseits den Ver- für ihr erstes Geschäftsjahr 7%% Dividende. Unsere Amsterdamer Kommandite Proehl& Gutmann verteilt hältnissen Rechnung zu tragen. Der Umlauf von Handelswechseln hat immer noch nicht seine frühere Die Deutsch- Südamerikanische Bank hat sehr befriediBedeutung wiedererlangt, wiewohl eine sorgsame Benutzung dieses gegend gearbeitet und wird für 1921 20% Dividende verteilen gegen 10% M. 50 000 600,- wird sich die Rücklage B auf M. 109 000 000.- erhöhen, Durch die von uns beantragte Ueberweisung aus dem Reingewinn von sunden kaufmännischen Kreditinstruments durchaus zu begrüßen wäre. für 1920. Seitens der Aktiengesellschaften wurde der starke Kapitalbedar? in Die Deutsche Orientbank hat ihren Geschäftskreis weiter aus- Aktienkapitals betragen. und die Gesamtreserven werden alsdann M. 420 500 000,-- 76,45% des großem Umfange durch Kapitalerhöhungen und Ausgabe von Obligations- gedehnt und künftige Aufgaben vorbereitet, und zu diesem Zweck im anleihen gedeckt Die Zahl der von uns durchgeführten Konsortial- neuen Jahre eine Erhöhung ihres Grundkapitals auf M. 100 000 000,- vorgeschäfte war größer als in irgendeinem der früheren Jahre. Wir genommen. haben einigen uns befreundeten Firmen bei der durch die Zeitverhält- Wertpapiere und dauernde Beteiligungen. nisse gebotenen Umwandlung in Aktiengesellschaften unsere Unterstützung gewährt, uns im übrigen aber eine große Reserve hinsichtlich der MitDie eigenen Wertpapiere bestanden am 31 Dezember 1921 aus: wirkung bei Neugründungen auferlegt. a) Anleihen des Reiches und der Bundesstaaten Ebenso haben wir an unserer Zurückhaltung hinsichtlich der Ausdehnung des Filialnetzes festgehalten und uns im wesentlichen auf den Ausbau des bestehenden Geschäftes beschränkt. c) sonstigen börsengängigen Wertpapieren Der ordentlichen Rücklage sind im letzten Jahre durch das Aufgeld der beiden Kapitalserhöhungen M. 260 500 000,- zugeflossen. Es beträgt nunmehr die ordentliche Rücklage M. 311 500 000, und die Rücklage B 59 000 000, In Uebereinstimmung mit dem Aufsichtsrat beantragen wir, den als Ueberschuß der Aktiva über die Passiva sich ergebenden Reingewinn von wie folgt zu verwenden: M. 206 918 234,0% M. 8 390 602.60 b) sonstigen bei der Reichsbank und anderen Zentralnotenbanken beleihbaren Wertpapieren 99 9 458 052,35 " 1 95 801 804,95 Zuweisung zur Rücklage B Abschreibung auf Bankgebäude Mobilien- Konto Zuweisung zum Pensionsfonds M. 50 000 000, 50 000 000, . . 18 699 622, . 10 279 573,90 3 000 000, 10 382 230.85 M. 124 032 690.75 9 5 787 162.Dauernde Beteiligungen bei anderen Banken " 118 096 456,60 ・・ 41 600 000, 23 200 000, 4 351 876.75 206 918 234.65 d) sonstigen Wertpapieren. Der Devisenhandel war während des ganzen Jahres außerordentlich lebhaft ebenso das Börsengeschäft. Das Publikum suchte angesichts der fortschreitenden Geldentwertung sein Vermögen in Sachwerten und Aktien anzulegen. Wenn auch die Geldentwertung eine Kurserhöhung der Aktian durchaus rechtfertigte, so führte doch die um sich greifende Spekulasien, das kritik- und wahllose Kaufen des Publikums zu sprung. Die Steigerung des Kontos dauernder Beteiligungen erklärt sich im hafen und zum Teil weit über das Ziel hinausschießenden Kurssteige wesentlicon durch die Erhöhung der Grundkapitalien bei der Hardy& Co. Purgen. die schließlich. wie alle früheren ähnlichen Bewegungen, mit G. m. b. 1. und bei weiteren uns nahestehenden Banken. einem plötzlichen starken Rückschlag und großen Kursverlusten endeten. Im Gewinn- und Verlust- Konto erscheinen die Erträgnisse aus diesen Alle Zweige unseres Geschäftes ergaben erhöhte Umsätze und Ge- Beteiligungen für 1920, während diejenigen für 1921 der Verrechnung im winne. Die Ausdehnung des Betriebes erforderte die Hingabe aller neuen Jahre vorbehalten bleiben. Kräfte. Wir haben uns bemüht, sowohl hinsichtlich der Bezahlung unserer Konsortialbeteiligungs- Konto. Angestellte als auch der Schaffung neuer Arbeitsräume den VerhältEugen Gutmann- Fonds. Satzungsgemäßer Gewinnanteil an den Aufsichtsrat 16% Dividende auf M. 200 000 000, alte Aktien 8% Dividende auf M. 290 000 000, neue Aktien Vortrag. Berlin, Im Mai 1922. nissen Rechnung zu tragen. Als Folge hat sich eine außerordentliche Wir beteiligten uns an 348 Geschäften, von denen 291 die Ausgabe von Nathan, Steigerung der Gehälter und Handlungsunkosten ergeben, die im neuen Aktien und 57 die Ausgabe von Obligationen betrafen. Der überwiegende Jüdell. Der Vorstand. Herbert M. Gulmann. Ritscher. Frisch Hrdina. Kleemann. Nr. 27039. Jahrgang. Beilage des Vorwärts Sonntägliche Wanderziele. Das Schenkenländchen. Sonnabend, den 10. Juni 1922 Die Barmherzigen. Bor zwei Jahren, so schreibt uns ein Leser, war ich im Kreis Arnswalde in einem Forsthaus. Die Leute waren streng evangelisch orthodor, Kirchenvorstand, Tischgebet, Sonntags Kirchenbesuch oder Erfner, die wir beim Chauffeehaus erreichen. Hier sehen wir einen Andacht. Wir sprachen über Ferienaufenthalt Berliner Kinder: großen Aufschluß in der Düne, es ist der Eichberg. In den aus- Ausgeschlossen. Wir haben uns alle Landbundmitglieder Mit dem Fernzug fahren wir vom Görliger Bahnhof oder mit gedehnten Gruben werden die unter dem Dünenfand gelegenen verpflichtet, feine Berliner Kinder mehr zu nehmen. Wir sollen die der Stadtbahn nach Niederschöneweide und dann mit dem Fernzug Sand. und Kiesablagerungen der Eiszeit ausgebeutet. Hier fom- Spartatiftenkinder gefund füttern? Die mögen verhungern!" weiter bis Teupig Groß- Röris. Sonntagsrüdfahrkarten, men mitunter Knochen und Zähne jeßt ausgestorbener Tiere wie In diesen Tagen war ich bei einem jungen Kaufmann, jüdisch die zur Hinfahrt schon am Sonnabendnachmittag von 6 Uhr an be- Mammut, Rhinozeros zutage, ein Zeichen, daß diese Tiere einst hier orthodox. Ich wollte als gerichtlich bestellter Pfleger zweier Kinder rechtigen, IV. Klasse 14 m., III. Klaffe 18 M. Bom Bahnhof wan- gelebt haben. Wir kommen nach Woltersdorf, einem alten Auskunft über einen früheren Angestellten dieses Juden, über den dern wir rechts auf der Chaussee nach Teupiz. In der Kiefernheide Dorf, das bereits im Landbuch Kaiser Karls IV. von 1375 erwähnt Bater der beiden Kinder haben. Das ist ein Lump. Er hatte eine Lints des Beges stehen zahlreiche Bäume von ganz eigenartig ver- wird. Zahlreiche vorgeschichtliche Funde bezeugen, daß die Siedlung glänzende Stellung, betrog aber seinen Chef von vorn und hinten, frümmtem Buchs. Besonders auffällig ist ein Kiefernpaar, das selbst schon einige tausend Jahre früher bestanden hat. Bei Wolfo daß er vor zwei Monaten die Stellung verlor und nun unauffindunmittelbar über der Erde einen halbkreisförmigen Bogen beschreibt terstorfer Schleuse überschreiten wir den Kana, der den bar ist. Der Kaufmann frug mich nach dem Schicksal der beiden und scheinbar wieder in den Boden hineinwächst, ehe sich der Stamm Kalfsee im Norden mit dem Flakensee im Süden verbindet. Jen- Kinder Christenkinder. Das, was ich mitteilen fonnte, war ein teilt und nun als Doppelstamm in Form einer Lyra zum Lichte seits steigen die Kranichsberge auf; ihr höchfter Punkt liegt trübes Bild der Not der Zeit. Der Vater hat, seitdem er die Stelstrebt. Die Straße führt in der Nähe des rechts gelegenen Teu- 106 Meter über dem Meere oder 73 Meter über dem Flakensee. lung verlor, nicht mehr gezahlt, so daß ich die Kinder jetzt der öffentpiger Sees entlang nach Teupib, bis vor wenigen Jahren Bom Aussichtsturm bietet sich ein prächtiger Blid über die schöne, lichen Armenpflege übergeben muß. Dann werden die Geschwister Das zweitfleinste Städtchen der Mark. Auf einer in den See her- an Wald und Wasser reiche Umgebung. Von Woltersdorfer Schleuse auseinandergerissen. Da gab mir der Jude unaufgefordert rorspringenden Halbinsel, die vom Festland durch eine fumpfige wandern wir am Ufer des Flakensees und der Lödniß zur Chauffee. Geldreichlich, damit die Kinder nicht unter der Lumperei des Niederung getrennt ist, liegt das Schloß. Von der Stadt aus führt brücke. Wir überschreiten diese und sind nun in Ertner. Der Vaters zu leiden hätten, und versprach weiter zu helfen, damit die ein Dammweg durch die Niederung dorthin. Früher lag hier die Weg zum Bahnhof führt durch das freundliche Dorf bis zu seinem Kinder nicht getrennt würden. Burg, von der noch ein Wartturm am Eingang sowie Teile der Nordende.( Weglänge 12 Kilometer.) Umfaffungsmauern und Kellergewölbe erhalten geblieben sind. Sie war rings von Wasser umgeben; die Halbinsel war noch 1810 ein vollständiges Eiland. Teupih, das frühere Tupcz", war ein altes Besitztum der Schenken von Landsberg bei Halle, das diesem Geschlecht schon im 13. Jahrhundert gehörte. Späterhin erwarben sie dazu die Herrschaft Wusterhausen; das vereinigte Gebiet hieß das Schentenländchen. Ursprünglich gehörte es zur Laufiß und stand unter böhmischer Oberhoheit; erst 1462 tam es an Brandenburg Das Geschlecht der Schenken von Landsberg ist 1720 ausge= storben. Bon Teupih wandern wir füdlich um den Teupizer See über Kleine Mühle nach Egsdorf und Tornows Idyll. Bemerkenswert sind einige alte Bäume mit Lauben darauf. Asdann zum Amtsmanns Weinberg. 26 Meter über dem See mit schönem Ausblick auf Teupig. Der Weg führt nun nordwestlich an die Chaussee, turz vor Sputendorf, das an einer Talniede. rung liegt, die im Norden vom Töpchiner See ausgefüllt ist. Von dem Dorf geht nach rechts ein guter Weg durch schönen Wald nach Ranfenheim am Zemminsee. Alsbald kreuzen wir die Görliger Bahn und tommen rach Groß- Röris, zwischen Großem Moddersee ( lints) und Schulzensee( rechts) gelegen. An diesem See vorüber führt der Weg zum Bahnhof Teupiz- Groß- Köris, dem Ausgangspunkt der Wanderung.( Weglänge 20 Kilometer.) Woltersdorf. Wie wird das Sonntagswetter? NW .N.. NO SW S SO GU Sturm Regen und Veränderlich Schon Wind Gewitter 3030 2020 10 10 0 0 10 10 °° Da tam mir jenes Gespräch im Forsthaus wieder ins Gedächtnis, und ich schämte mich meiner christlich- germanischen Mitbürger. Zu Hause holte ich meine alte Schulbibel wieder hervor und las das wunderbare Gleichnis vom barmherzigen Samariter noch einmal durch. Und dieser war ein Samariter. Jm vierten Jahre der Republik. Was man Schulkindern noch in die Hand gibt! Wann werden die aus der monarchischen Aera überkommenen alten Lehrbücher der Schulen endlich durch solche ersetzt werden, aus denen unserem Nachwuchs etwas vom Geiste der neuen Beit engegenweht? Wie ein Sohn auf die Republit wirkt die Unbefangenheit, mit der man Schulkindern sogar in Neuausgaben der Lehrbücher immer wieder noch die alte Koft bieten zu dürfen glaubt. Wir durchblättern ein Buch, das in einer Wilmersdorfer Gemeindeschule benutzt wird, A r m stroffs Evangelisches Religionsbuch, Ausgabe E, bearbeitet von Dr. äußler, 41. Auflage, erschienen im Jahre 1922( wohlgemerft: 1922). In dem Abschnitt über die Kirchenverfassung finden wir die Angaben, daß in der Provinzialsynode unter anderem auch vom König ernannte Männer sigen, daß zur Generaisynode 30 vom König ernannte" Personen gehören, dak oberster Bischof und Schirmherr der Kirche der König" ist. Daß im November 1918 Preußens König nach Holland desertiert ist und wir seitdem eine Republit haben, ist an dem Buch spurlos vorübergegangen. Für In den ersten Tagen der Woche rückte ein neues Hochdruck- die Kinder, denen es in die Hand gegeben wird, hat Preußen gebiet langsam von Westen nach Mitteleuropa vor. Nach ziem- immer noch seinen König, und immer noch ist er Bischof und Schirmlich zahlreichen Gewitterregen klärte sich daher das Wetter schon herr der Kirche. Soll man sich da wundern, daß unter den in dem während des Pfingstfestes in ganz Deutschland wieder auf und in Buch gebotenen Liedern auch das Lieb„ Bater, fröne Du mit Segen den folgenden Tagen blieb es allgemein trocken und weit über- unfern König und fein Hans" nicht fehlt? Ein würdiges Seitenwiegend heiter. Die zunächst stark gesunkenen Temperaturen ftüd dazu ist ein Huldigungslied, das wohl dazu bestimmt war, am gingen neuerdings in die Höhe. Seit Dienstag überschritten sie Geburtstag des Kaifers gesungen zu werden. Es beginnt: in den Mittagsstunden in einzelnen Orten im Südwesten, am Frei- Herr, Dir tönen unsere Lieder, Du schenkst den frohen Tag uns tag im größten Teile des Binnenlandes 25 Grad Cel- wieder, der uns zu lautem Dank entzückt. Heil und Wohlfahrt, Ruh' sius. In Frankreich breitete sich Mitte der Woche ein zwar und Frieben wird durch den Kaiser uns beschieden, mit dem uns nicht sehr kräftiges, aber recht umfangreiches Tiefdruckgebiet Deine Huld beglückt. Aus Deiner milden hand empfing ihn unser aus, das zum Teil nach Norden, zum Teil nach Osten vordrang. Land, treuer Bater! Drum danten wir anbetend hier für solchen während das Hoch aus Mitteleuropa nordwestwärts zurückwich. Segen heute Dir." Wie muß denkenden Kindern zu Mute werden, Am Mittwoch früh stellten sich daher an verschiedenen Stellen wenn ihnen diese Verse vor Augen fommen! Angesichts der durch Süddeutschlands, am Freitag vormittag auch in der Rheinprovinz den Krieg unter Wilhelms II. glorreicher Führung neue Gewitter ein, die sich voraussichtlich langsam über das deutsche Bolt gebrachten Not sollen sie wohl In der Gott für foIchen Secen" danken? weiter nordostwärts ausbreiten werden. Uns drängt sich die Frage auf, mas Dr. Häußler zu einer die Gegend von Berlin dürfte das trockene Wetter zunächst anhalten und unter schwachen, zwischen Ost Zeitverhältnisse berücksichtigenden Aenderung des Armstroffschen und Süd schwankenden Winden die Hitze weiter zu- Buches getan haben kann, ehe der Verlag die 41. Auflage herausnehmen. Jedoch wird sich im Laufe des Sonntags brachte. Auffällig ist, daß auf dem mit dem Jahre 1922 verfehenen der Himmel auch hier mehr und mehr bewölken, Titelblatt der Bearbeiter Dr. Häußler noch als Stadt- und Kreisworauf leichte oder mäßig starke Gewitterregen Schulinspektor bezeichnet wird. obwohl er schon seit einigen Jahren das Amt eines Direktors des Jugendamts Berlin hat. Bon den Bahnhöfen der Stadtbahn fahren wir mit dem Ertner. zug bis Wilhelmshagen. Bom Ausgang des Bahnhofs wenden wir uns rechts. Am Ende von Wilhelmshagen, wo links der Büttberg aufsteigt, überschreiten wir die Eisenbahn und wandern auf dem in ostfüdöstlicher Richtung verlaufenden Geftell E meiter. Wir sind im Gebiet der Grenzberge, die dem Dünenzug zu gehören, der sich von Rahnsdorfer Mühle im Südwesten bis Woltersdorf im Nordosten erstreckt und dessen Hauptteile Schonungsberg, Büttberg, Grenzberge und Eichberg sind. Nachdem wir die Grenzberge verlassen haben und wieder auf der ebenen Talfohle find, wenden wir uns sogleich nach links auf den Weg, der sich am Fuß der Düne hinzieht. Bir können hier sehr gut beobachten, wie die Düne unmittelbar aus der vollständig ebenen Talfäche ansteigt. Auch der Pflanzenwuchs zeigt einen gut bemerkbaren Unterschied. Im Tal ist der Waldboden grüner, Gras sprießt empor und zahireiche Wacholderbüsche stehen zwischen den schlanken Kiefern. Auf der Düne ist dagegen der Waldboden nur mit dürftigem Pflanzen. wuchs bedeckt, und die Kiefern zeigen ein früppelhaftes Wachstum. Der Talsand gibt einen nährstoffreicheren Boden als der fast ausnahmslos aus Quarztörnern bestehende Dünensand; auch liegt der Grundwaeffrspiegel der Talfohle näher als der Dünenoberfläche. Bir wandern in der Nähe des Dünenzugs weiter bis zur Chauffee von ziemlich wahrscheinlich sind. Der Ruf durchs Fenster. Roman von Paul Frant. 27] Weshalb schläfft du nicht? Genug, wenn ich mach bleiben muß... Dich fümmert doch die ganze Geschichte nichts..." " Da hast du ganz recht... " Wenn Albert Reuß auch einmal dein Kollege gewesen ist.. 14 Wie sehr ich es bedauere, daß du ihn nun doch nicht gesehen hast!" " Ich auch da er in diesem Fall nicht verschwunden wäre. Dann tönnten wir beide in diesem Augenblick unbehelligt schlafen." Wie denkst du über den Fall?" " Raubmord." " Entfeßlich. Habt ihr eine Spur?" " Nicht der Rede wert... von einer einzigen abgesehen... Es gibt nämlich einen Brief." Was für einen Brief...?" Den er von einer Dame erhalten hat.. " Wo ist der Brief...?" " Albert Reuß hat ihn bei sich..." " Ihr habt ihn also nicht?" " Nein wir wissen bloß, daß er ihn empfangen hat." Und wer ihn geschrieben hat?" " Das wissen wir auch nicht. Aber enthält, das wissen wir." Wenigstens etwas." - was der Brief " Die Dame hat ihn um ein Rendezvous gebeten; sie wird sich morgen das heißt heute vormittags- beim Bühenportier Bescheid holen. " Sie wird sich hüten.. Wie meinst du?" Schade, daß ihr den Brief nicht habt!" Der Brief war im Bortefeuille, und dieses ist gestohlen; darauf gründet sich ja hauptsächlich meine Annahme, daß ein Raubmord vorliegt Aber nun fannst du endlich beruhigt schlafen, mein Kind " За " fagte fie.„ Das kann ich jetzt... Sei bloß so lieb, Sascha, und dreh' die Lampe aus... Gern, mein Liebling..." murmelte er. Er machte dunkel, füßte sie vorsichtig auf den nachten Oberarm, der unter der Decke hervorsah, und schlich auf den Behenipigen aus dem Zimmer, 10. Der Theaterdirektor und der Kassierer Kumperden traten in das Vorzimmer der Reußschen Wohnung. Ist die gnädige Frau zu Hause...?" fragte der Direktor. Ich will die Herren gleich mal melden..." antwortete das Stubenmädchen.„ Die gnädige Frau wird sich gewiß sehr freuen... Herr Doktor ... Jordan ist gerade da Salon. • " Das trifft sich ausgezeichnet, daß Doktor Jordan hier ist." murmelte Rumperden. Ich habe noch immer feine Ahnung." flüsterte der Theaterbirektor. Das Stubenmädchen führte die beiden Herren in den Frau Hedwig saß in einer Sofaecke, aus der sie sich nun erhob, als sie den Eintretenden entgegenging. Das ist hübsch von den Herren, daß sie sich der armen Berlassenen erinnern.." Meine Verehrung, gnädige Frau.." stammelte der Theaterdirektor, während der Kassierer den Arzt begrüßte. Frau Hedwig nötigte die Herren, Platz zu nehmen. „ Schlecht sehen Sie aus, mein lieber Herr Direktor," scherzte Doktor Jordan. Gehen denn die Geschäfte flau?" " Gott bewahre das hat mit dem Geschäft nichts zu tun." wehrte dieser ab. 11 ,, Sie werden doch nicht mein Patient werden wollen...?" ,, Kann man gar nicht wissen " Haben die Herren am Ende Nachricht von meinem Mann?" fragte Frau Hedwig. Ich finde es unverantwortlich von ihm, daß er noch nicht depeschiert hat " Hat er noch nicht depeschiert...?" fragte Kumperden. " Bom Herrn Gemahl haben wir auch keine Nachricht..." sagte der Theaterdirektor. „ Das ist doch ganz selbstverständlich, daß er Ihnen zuerst telegraphiert, liebe gnädige Frau!" rief Doktor Jordan. Bon ihm selbst besitzen wir allerdings kein Lebens: zeichen.. setzte Kumperden hinzu, indem er seinen Chef eigentümlich ansah. ,, Nein..." sagte dieser. " Was haben denn die beiden?" fragte der Arzt, dem das sonderbare Betragen der Herren auffiel. Haben Sie nun Nachricht erhalten oder nicht?" „ Gewiß. " „ Eine Depesche ist eingetroffen. " Eine Depesche?" wiederholte Frau Hedwig. Sie sagten doch vorhin " Eben deshalb sind wir ja hier," erklärte der Direktor. Wo haben Sie das Telegramm?" fragte der Arzt. Albert depeschiert an das Theater... ." sagte Frau Hedwig tonlos. Der Theaterdirektor suchte in den verschiedenen Taschen seines Mantels. Wenn ich jetzt bloß müßte..." sagte er. " Haben Sie keine Ahnung, Kumperden?" " Nein," wehrte dieser ab. Sie haben das Telegramm eingeſtedt... Ich weiß mich genau zu erinnern... " Das ist doch sonderbar," sagte der Arzt. " Was ist Ihnen eigentlich, meine Herren?" fragte Frau Hedwig, die sich das merkwürdige Betragen ihrer Gäste nicht erflären fonnte. Was meinen Sie, Doftor?" Hier ist die Depesche," sagte der Theaterdirektor, der das zusammengefaltete Papier zwischen den Fingern hielt.„ Entschuldigen Sie, gnädige Frau, aber es wird beffer sein, wenn der Herr Doktor das Telegramm zuerst fieft.. 44 Dieser hatte das Papier mit einem Rud auseinandergefaltet. Frau Hedwig, die schlimme Botschaft ahnte, war leichenblaß geworden, und ihre angstvollen Blicke hingen- an den Lippen des Arztes. Kumperden war hinter Frau Hedwig getreten, als wäre es seine Absicht gewesen, bereit zu bleiben. Doktor Jordan las und blieb stumm. ,, Doktor! Sprechen Sie doch ein Wort!" schrie Frau Hedwig auf und riß ihm das Formular mit einer entschlossenen Handbewegung aus den Fingern; mit einem ebenso raschen Blick hatte sie, was darauf stand, gelesen, ehe der Arzt das zu verhindern vermocht hatte. Ohne einen Laut hörbar werden zu lassen, sant sie um. Der Kassierer fing fie in seinen Armen auf. ,, Da haben wir die Bescherung.." jammerte der Theaterdirektor. Ich habe es gewußt. Wie schwer mir dieser Gang geworden ist!" Der Arzt hatte die Ohnmächtige auf dem Sofa gebettet. Entfeßlich!" rief er und bemühte fich energisch um Frau Hedwig, so daß es ihm gelang, fie binnen turzem wieder zu sich zu bringen, die, als sie erwacht war, vorerst einen heftigen Weinkrampf erlitt. Die drei Herren boten alles auf, die faffungslos fich gebärdende Frau zu beruhigen, die zartem Zuspruch unzugänglich war. Ruhiger geworden, verlangte fie die Depesche zu sehen, starrte die Buchstaben an und brach in neuerliches Schluchzen aus. " Wann haben Sie das Telegramm erhalten?" fragte der Arzt. " " Bor einer Stunde etwa..." antwortete der Kaffierer. Wir haben nicht lange überlegt und waren sogleich entschlossen, unsere traurige Pflicht zu erfüllen..." setzte der Theaterdirektor hinzu. ( Forts. folgt.) Der unsichtbare Käufer. Wie einer um seinen Brillanfring geprellt werden follte. Unter der Anklage des Betruges hatte sich der noch jugendliche Ingenieur Friz Pallenberg vor der 10. Straftammer des Landgerichts I in der Berufungsinstanz zu verantworten. Der troß seiner Jugend mehrfach mit schweren Gefängnisstrafen vorbestrafte Angeklagte hielt sich im vorigen Sommer in Berlin auf und besuchte hier die Rennpläge. Auf der Rückfahrt von der Rennbahn Grunewald lernte er einen Herrn Kaufmann fennen, dem er sich unter falschem Namen vorstellte. Kaufmann, der an feiner Hand einen Brillantring trug, ließ die Bemerkung fallen, daß er den Ring vertaufen möchte. Nach einigen Tagen flingelte der Angeflagte bei R. an und teilte ihm mit, daß er einen Käufer für den Ring habe und forderte ihn auf, nach dem BictoriaCafé zu tommen. Dort erklärte er ihm, der Käufer sei in dem befannten Restaurant Krzywanek in der Friedrichstraße. Vor dem Hause angekommen, sagte er dem K., er folle draußen warten, er werde mit dem Ring nach oben gehen und mit dem Kauflustigen verhandeln. Nach einiger Zeit fam er herunter und erklärte, der Käufer wolle nicht den geforderten Preis von 2800 M., sondern nur 2600 m. geben. K. war damit einverstanden und der Angeklagte ging wieder nach oben in das Restaurant. Dem Zeugen fam die Sache nun doch etwas verdächtig vor und so ging er dem Angeklagten nach. Kaum hatte er das Lokal betreten, als er den Angeklagten in großen Säßen durch das Lokal laufen und durch einen Ausgang nach der Mittelstraße verschwinden sah. Er lief ihm nach, doch der Angetlagte war spurlos verschwunden. Es gelang erst nach einiger Zeit, feiner habhaft zu werden. Er behauptete vor Gericht, daß er den Ring tatsächlich dem Reflettanten habe übergeben wollen, dieser habe ihn aber schließlich doch nicht geDas Schöffengericht hatte seinerzeit dem Angeklagten diese fauft. Geschichte nicht geglaubt, sondern ihn zufäßlich zu einer zurzeit von ihm zu verbüßenden anderen Strafe von 2% Jahren Gefängnis zu noch 1½ Jahren Gefängnis und 5 Jahren Ehrverlust verurteilt. In der Berufungsinstanz suchte der Verteidiger die Darstellung des Angeklagten doch als nicht ganz unwahrscheinlich hinzustellen. Die Straffammer beließ es jedoch bei dem ersten Urteil. Der Kavalier" mit dem Scheckbuch. Lebensmittelpreise des Tages. & ennen. 1. Frumbsberg( Großmann), 2. Matabor( Erenberg), 3. Angriff( Steinagel). Tot.: 17: 10, BL. 14, 39, 25: 10. Ferner liefen: Sigurd, Jason jr., Amorette, Falter, Cedrus. Zufuhr: Fleisch ausreichend, Geschäft ruhig. Fische knapp, Geschäft oft lebhaft. Obst und Gemüse hinreichend, Geschäft flott. Auf der Olympiabahn kommt morgen, Gonntag, das Goldene Nab por Am Freitag galten in der Zentralmarkthalle folgende Klein- Berlin" zur Entscheidung. Das klassische Rennen wird in einem Lauf über 100 Rilometer ausgefahren. An den Start gehen: Bauer, Krupkat, Lewanow, handelspreise: Rindfleisch 50-56 M., ohne Knochen 57-60 M. Schweinefleisch 50 Kilometer: Hoffmann, Rudel, Schönborn, Schrefeld und Schwab. Die Flieger Weiß und Stellbrink. Außerdem bestreiten das Kleine Goldene Rab" über 48-58 M. Kalbfleisch 32-50 M. Hammelfleisch 34-50 M. Schellfisch bestreiten ein 15- Runden- Tandem- Prämienfahren und ein Ausscheidungsfahren. 10-14 M. Rotzungen 9-13 M. Schollen 13-16 M. In Eis: Schleie Die Rennen beginnen nachmittags 4 Uhr. 36-40 M. Hechte 35-39 M. Zander 38-41 M. Bleie 10-16 M. Lebende Die Olympischen Spiele bleiben endgültig bei Frankreich. Auf Grund Barsche 22-24 M. Karpfen 35-40 M. Bleie 16-27 M. Aale 55-60 M. einer Besprechung des Internationalen Olympischen Ausschusses mit dem Weizengrieß 14-15 M. Haferg. ütze 10 M. Hafermehl 18-24 M. Wild- Ministerpräsidenten Poincaré ist die Abhaltung der Olympischen Spiele in schwein 20-42 M. Hühner 40-55 M. Gänse 30-65 M. Puten 50 M. Paris für 1924 nunmehr endgültig gesichert, da die Regierung und die Stadt Kartoffeln( alte) 16 bis 21 M. 10 Pfund. Kartoffeln( neue) 7-8,50 M. Paris ausreichende Mittel zur Verfügung gestellt haben. das Pfund. Spargel 4-15 M. Zwiebeln 5-12 M. Radieschen 0,50 bis Zitronen 4-6,50 M. das Stück. Stachelbeeren 0,75 M. das Bund. ( unreife) 8-9 M. Arbeitersport. Wasserballspiel, welches die Entscheidung zur Arbeiter- Olympiade in Leipzig Die Arbeiter Schwimmer des Kreises I werden anläßlich bes Steichsarbeiter. sporttages am 11. Juni im Stadion auf der Schwimmbahn start vertreten sein. Kriegsopfer heraus! Am Sonntag, den 11. Juni, vormittags Es find 297 Meldungen für die Wettkämpfe im Schwimmen, Springen und 10 Uhr, veranstaltet der Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegs- Wasserballspiel abgegeben. Im Springen werden die Besten, P. Janiert( Lichteilnehmer und Kriegerhinterbliebenen eine öffentliche Pro- tenberg), Kohler( Reukölln), Nachtigall( Vorwärts) ihre Kräfte messen. Das te ft versammlung in der Brauerei Königstadt, Schönhauser bringen soll, wird großes Intereſſe in Anspruch nehmen. Das Gruppenspringen Allee 10/11, gegen die völlig unzureichende Renten- und die Rettungsvorführungen werden Gutes zeigen. Gerade legtere werben persorgung der Kriegsopfer. Pflicht eines jeden Ver- von den Bereinen eifrig betrieben, da die Arbeiter- Schwimmvereine ständig die Rettungsarbeiten in den Freibädern stellen. Auf diese Weise dient der Sport forgungsberechtigten muß es sein, an dieser Kundgebung teilzu- nicht einer öden, unfruchtbaren Sporifererei, sondern stellt sich in den Dienst der Menschenliebe. nehmen. Groß- Berliner Parteinachrichten. Bezirksvorstand! Seute Sigung abends 6 Uhr im Sekretariat, Lindenstraße 3. Sämtliche Rreisvorsitzenden müssen anwesend sein. * Heute, Sonnabend, den 10. Juni: Bernan. Abends 7½ Uhr im Elysium, Gruppenkonferenz. Bortrag. Morgen, Sonntag, den 11. Juni: Touristenverein ,, Die Naturfreunde", Ortsgruppe Berlin, Abt. Mitte. Treffen der Abteilung zum Arbeitersporttag im Stadion 8 Uhr Bahnhof Grune wald. Nachzügler 9 Uhr Teufelssee( Wasserwerk). Briefkasten der Redaktion. Briefliche Auskunft wird nicht erteilt. Seber für den Brief. tasten bestimmten Anfrage füge man einen Buchstaben und eine Nummer bei. Eilige Anfragen trage man in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, 1. Hof part. links, vor. Schriftstüde und Berträge sind mitzubringen. A. R. 49. Noch nicht bestimmt. Erfahren Sie durch die Zeitung. Sonst Paß und Bisum. V. 3. 28. 1. Eine Berpflichtung zur Gewährung der Ermäßigung besteht nicht. 2. Nein. W. J. 37. Gegen Sie sich mit einem laufmännischen ne B. E. Nicht geeignet. Elternbeiratswahlen der, 9. Realschule, Badstr. 22. Wahlzeit vormittags 8 bis ternehmen oder Patentanwalt in Berbindung. nachmittags 8 Uhr. Pflicht aller Eltern ist es, die Freiheitliche Liste" zu wählen. Genossen, die Wahlhilfe leisten, treffen sich Sonnabend, den 10. Juni, abends 8 Uhr, bei Gaßmann, Stettiner Str. 48. 45. Abt. Früh 9 Uhr holen fich sämtliche Bezirksführer, Betriebsvertrauens leute und Elternbeiräte bei Wolff, Forster Str. 44, sehr wichtiges Material ab. 131. Abt. Niederschönhaufen. Die heute, Sonnabend, fällige Funktionärkonferenz fällt aus. Die Bezirksleiter werden gebeten, zu der am Mittwoch, ben 14. Juni, bei Alindt stattfindenden Mitgliederversammlung die Ge noffen rechtzeitig einzuladen. Jungsozialisten. Gruppe Schöneberg- Friedenan. Besuch des Botanischen Gartens. Treffpunkt früh 9 Uhr Raiser- Wilhelm- Play. Gruppe Lichtenberg. Besichtigung der Erziehungsanstalt ,, Lindenhof". Treffpunkt vormittags 9 Uhr Frankfurter Allee, Ecke Gudrunstraße. Alle Parteimitglieder des 17. Rreises sind eingeladen. 6. # Wirtschaft Der europäische Arbeitsmarkt. Ein eigenartiger Lebemann trieb seit längerer Zeit in verschie benen Stadtvierteln sein Unwesen, bis er jetzt bingfest gemacht wurde. Er entpuppte fich als ein Hans Leischwiz aus der Holz marktstraße 48, der den Kavalier spielte, ohne daß es ihm einen Die nichtdeutsche Wirtschaft leidet nach wie vor unter ungeheuers Pfennig tostete. Er war ein so großer Freund der unbaren 3ahlicher Arbeitslosigkeit. Das Internationale Arbeitsamt veröffentlicht lung, daß er sogar für genossene Liebe jedesmal einen Sched jetzt die Ziffern der Arbeitslosigkeit Ende März aus Belgien. Das gab. Weil er aber von der Liebe allein nicht leben konnte, fo führte nach find von rund 730 000 Arbeitern, die in den Arbeitslosenfassen er seine jeweilige Freundin, wenn er bares Geld brauchte, in irgend als Versicherte gezählt werden, über 9 Proz. arbeitslos refp. nur in ein vornehmes Lokal, ließ sie dort die Zeche bezahlen, gab ihr dann einen Scheck auf eine bedeutend höhere Summe und bekam von ihr Arbeitslosenunterstützung gezahlt; im März des vorigen Jahres den lleberschuß abzüglich der ,, Rosten für die Unterhaltung" heraus. Zu mußten für nahezu 2 Millionen Tage Unterstügungen geleistet werihrer größten Ueberraschung machten die Damen nachträglich die Erden. Die Arbeitslosigkeit ist also etwas zurüdgegangen. Für Großfahrung, daß der Sched wertlos war, meil auf der Bant des Ka- Vorträge, Vereine und Versammlungen. britannien ist beachtenswert, daß bei den Arbeitsnachweisen valiers feine Deckung war. Leischwitz hatte einmal auf der Ostfries Mitte fischen Bant ein Konto gehabt, das aber längst erloschen war; von Freireligiöse Gemeinde. Sonntag vormittag 11 Uhr im Rathaus, Rönig. Ende März 1660 000 Bollarbeitslose eingetragen waren. ihm rührten noch die überschüssigen Schecks her. Eine Liebhaberine, Bortrag des Herrn Dr. H. Hasse:„ Was wir dem Morgenlande verban April waren es 10 000 weniger. Dazu kommen aber noch rund Harmonium: Aus Herodias"( Massenet). Pappel- Allee 15, Vortrag 190 000 Kurzarbeiter. In Norwegen bewegt sich die Arbeitstraf den Kavalier jetzt auf der Straße wieder, war aber gar nicht des Herrn E. Däumig: ,, Bor 400 Jahren und heute". Gäste willkommen. mehr lieb und ließ ihn vom Fleck verhaften. Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Bezirk Norden 8. Mitgliederversammlosigkeit ebenfalls langjam rückläufig. Es waren bei den öffentlichen Yung am Montag, den 12. Juni, abends 8 Uhr, im Bazenhofer, Chauffeestr. 64. Arbeitsnachweisen Ende Februar 30 600 Arbeitslose eingetragen, Sparverein Kalte Ede", Sigung jeden ersten Montag im Monat, 9 Uhr, Ende März waren es 29 700. Bu beachten ist aber, daß demgegen im Restaurant Wilhelm Jahnke, Berlin- Mariendorf, Chausseestr. 50. Kreis. Kreuzberg. Montag, den 12. Juni, 7½ Uhr, Sigung der Eltern- Kurzarbeit beschäftigt. Es wurden im März 1922 für 1 080 000 Tage beiratsobleute bei Bluhm, Planufer 75-76. Jede Abteilung muß vertreten fein. Wahlresultate mitbringen. Don Sehnsucht nach dem Dollar. Sport. Motorradrennen im Grunewald. Ein Betrugsversuch gegen den General von Seeft lag einer Anflage zugrunde, welche gestern die Straffammer des Band gerichts I beschäftigte. Angeklagt war der Schriftsteller Rudolf Sellweger aus Strausberg. Vor einiger Zeit erhielt der General von Seeft einen anonymen Brief, in welchem er angefragt wurde, ob er für wichtige politische Dotumente, welche Auf der Avusbahn im Grunewald finden heute( Sonnabend) fich gegen die jeßige Regierung richten, die Summe nachmittag 2% Uhr die vom Allgemeinen Deutschen Automobilklub 30000 Dollar bezahlen wolle. Der General übergab veranstalteten Rennen für Motorräder statt. Sie dürften den Brief sofort der Kriminalpolizei, welche die weiteren Ermitte die größte bisher in Deutschland gesehene der fungen übernahm. Diese segte sich mit dem anonymen Abfender artige Konturrenz sein. Neben allen namhaften deutschen burch einen im Postfach des Postamts G. 2 niedergelegten Brief in Verbindung und ging im Namen des Generals und in dessen Ein- Firmen erscheinen starte ausländische Maschinen am Start. verständnis auf die Sache ein, um den Briefschreiber sicher zu Sonntag nachmittag 2 Uhr beginnen dann auf der gleichen Strede machen. Dieser teilte mit, daß er das Patet mit den Dokumenten die Autorennen. auf der Gepädaufbewahrungsstelle des Anhalter Bahnhofs nach Zahlung der verlangten Summe hinterlegen wolle. Der Bahnhof wurde beobachtet und der Angeflagte festgenommen. Bor Gericht gab der Angeflagte zu, daß er gar feine wichtigen Dokumente zu verkaufen gehabt habe. Das Gericht verurteilte 5. zu 6 Monaten Gefängnis unter Anrechnung von 6 Wochen der erlittenen Untersuchungshaft. Am über im März des Vorjahres fich diese Zahl nur auf 20 100 belief. Hier haben wir also gegenüber dem Vorjahr trotz der geringen Verbefferungen vom Februar zum März eine erhebliche Verschlechterung des Arbeitsmarktes. Schweden meldet für Februar 156 000 Arbeitslose und rund 30 000, die bei öffentlichen Arbeiten beschäftigt waren. Gegenüber dem Januar 1922 bedeutet das einen fleinen Rückgang. Die Schweiz berichtet Aehnliches. Zwar hat dort die Bahl der bei Notstandsarbeiten Beschäftigten zugenommen, doch ist dies darauf zurückzuführen, daß solche Arbeiten in letzter Zeit durch die Behörden in größerem Umfang vorgenommen wurden. Es wer gemeldet. Die Tschechoslowakei berichtet von einer beängsti den 90 000 Bollarbeitslose und 40 000 Kurzarbeiter für Ende März genden Zunahme der Arbeitslosigkeit. Hier liegen allerdings die neuesten Ziffern noch nicht vor. Dort waren im Dezember 1921 in den Arbeitsnachweisen eingetragen oder als Arbeitslose unterstüt rund 78 000 Personen, für den Januar werden 102000 ge= meldet. Hier liegt die Ursache in dem katastrophalen Steigen der tschechischen Krone. Gegenüber diesen Zahlen sind die der deutschen Arbeitslosigkeit, über die wir jüngst schon berichteten, in entgegengeseztem Sinne charakteristisch. Wir leben noch in Hochtonjunktur und registrieren nur geringe Arbeitslosigkeit, obwohl sich Beichen eines Umschwunges, im besonderen in der Verringerung des Außenhandels und dem Nach lassen der Bestellungen schon bemerkbar machen. Entscheidende Schlüsse lassen sich daraus aber auch noch nicht ziehen, weil die Weiterentwicklung unserer Konjunktur zurzeit im wesentlichen von der Ge staltung unserer Valuta abhängt, und sie wird momentan durch die Anleiheverhandlungen in Paris völlig beherrscht. Der fürchterliche Sonnenbrand der letzten Tage hat die Teerung der Bahn noch nicht zur rechten Feftigung kommen lassen, so daß die Teilnehmer während des Trainings genötigt waren, in den Kurven ihre Geschwindigkeit bis auf 30 Stundenfilometer herabzusehen. In den letzten Tagen haben sich jedoch die Bahnverhältnisse gebeffert. Weitere Kreise der Bevölkerung fehen den Kämpfen um beffentwillen mit großem Intereffe entgegen, weil es von den Motorfahrzeugen die Kleinfrafträder und die Fahrräder Selbstkontrolle der Kraftdroschkenbesitzer. mit Hilfsmotoren sind, deren Anschaffung noch am billigsten Zur Frage der Fahrtverweigerung werden uns vom Verein ist. Es find nicht weniger as 74 Nennungen von 26 Firmen eingegangen. Da mit dem Andrange gewaltiger 3u Berliner Kraftdroschfenbesiger folgende Ausführungen gemacht: schauermassen zu rechnen ist, werden im Verkehrs- und sicher Der organisierte Kraftdroschkenbefizer ist von dieser Organisation heitspolizeilichen Interesse eine Reihe wichtiger Berkehrsbe. verpflichtet, jede von ihm geforderte Fahrt zu leisten, folange fich fchränkungen angeordnet werden. Bon Berlin kommende, der Wagen im Dienste befindet. Leider gibt es eine ganze Reihe noch beladene Fahrzeuge mit Zuschauern für Tribünen von Kraftdroschfenbefizern und führern, die sich bisher noch keiner oder den Platz in der Südkurve fahren durch bis zum Weg nach die unbegrenzten Preisvorbehalte der Wollwebereiverbände und die Verschärfung der Kaufsperre in der Tegfilbranche. Die durch Organisation anaeschlossen haben und auf deren Konto der weitaus größte Teil der Fahrtverweigerung gesetzt werden muß. Zur Unter- Schwanenwerder und in diesen Weg hinein, werden hier entladen. dadurch verursachte Kauf- und Mustersperre seitens des Reichsbundes Sämtliche Pferdewagen ohne Wagenfarten fahren des Textileinzelhandels hat, wie der Konfeftionär" erfährt, ftügung der mühevollen Arbeit der Aufsichtsbehörden ist von den durch den Kaiserdamm nach dem Königsweg und setzen dort ihre erneute Verschärfung erfahren. Der Einzelhandel hat durch neuerbeteiligten Organisationen vor einiger 3eit eine 24 gliedrige Fahrgäste ab. Sämtliche Kraftwagen ohne Wagen- liche Bekanntmachung seine Kaufsperre dahin ausgedehnt, daß nunKommiffion gewählt worden, die durch Straßenpetrouille die farten fahren durch die Bismarckstraße bzw. Kantstraße nach der mehr nicht nur Webwaren, fondern auch daraus hergestellte Konvon den Mitgliedern zur Anzeige gebrachten Uebertretungen der Suarez- und Dernburgstraße und sehen dort bzw. in den andern fektion nur von seiten der dem Reichsbund angeschlossenen EinkaufVorschriften nachprüft und auch selbst eingehende Beob achtungen über Fahrtverweigerungen weiter per remser( Torwagen) fahren durch die Bismard, Suarez- bzw. Abnehmergemeinschaft angeschloffenen Konfettions und Groß Querstraßen südlich der Neuen Kantstraße ihre Fahrgäste ab. vereinigungen des Einzelhandels oder von den Mitgliedern der der folgt. Wiederholt ist, so wird uns weiter geschrieben, auch in der Kantstraße nach der Neuen Kantstraße und entladen dort vor der handelsverbände bezogen werden darf. Diese neue Sachlage kommt Breffe der Meinung Ausdruck gegeben worden, daß mit den Liezenseebrüde ihre Fahrgäste. einem völligem Bontott gleich. Droschtennummern in Berlin ein schwunghafter Liezenseebrücke ihre Fahrgäste. Handel getrieben werde. Vor dem Kriege hatte eine Kraft schwunden ist, da der Besik einer Kraftdrofchte keine auskömmliche broschkennummer einen gewissen Wert, der heute jedoch längst geEristenz mehr ist. Wenn hier und da die eine oder andere Droschfennummer verkauft wird, so handelt es sich hierbei nicht um eine Gewinnerzielung, sondern um die Notlage, in der sich der Besitzer befindet, da niemals nur die Nummer, sondern stets Wagen und Nummer verkauft werden. Ebenso find auch in den Berliner Droschtenbetrieben feine überstarken Wagen vorhanden, vielmehr haben die Berliner Kraftdroschken nur 10/24 PS, und erste furze Zeit vor Kriegsbeginn wurden einige neue Wagen eingestellt, die etwas stärter waren und 14/30 PS hatten. 50 800 Kronen. Straßensperrungen. Für beide Tage werden ab 12 Uhr mittags bis 3 Uhr nachmittags für den gewöhnlichen Fuhr- Die österreichische Finanzkatastrophe. Die Katastrophenhauffe Elisabeth- Straße zwischen Kaiferdamm und Rennbahn, Rognizstraße werfs- und Wagenverkehr gesperrt: die Masurenallee, Königin auf dem Valutenmarkt fand ihre Fortsetzung. Der Dollar stieg auf mischen Kaiserdamm und Königsweg, Königsweg, Suarezstraße wischen Kaiserdamm und Neue Kantstraße. Die Straßen dürfen nur von den zur Automobilrennbahn fahrenden Wagen befahren des Verkehrs wird darauf hingewiesen, daß den Anordnungen der werden. Im Interesse einer leichten und ungehinderten Abwidelung Schußpolizeibeamten unbedingt Folge zu leisten ist. Rennen zu Nuhleben am Freitag, den 9. Juni. 1: Rennen: 1. Arworthy I( Sozal), 2. Pedra( Steger), 3. Br. Sudud( Lichtenf.). Tot.: 183: 10, PI. 28, 20, 15:10. Ferner liefen: Rinon I, Hadrian, Harder, Derby Winner, Grazios j., Erich 1, Billtür d Carino, Feldberr, Mordeon, Eduard I. Lenz I, Felig III, Marita, Mocuna, ( Herm. Schleus). Tot.: 27: 10, l. 13, 14, 19:10. Ferner liefen: Bolly, 2. Rennen: 1. Mery H.( Weidmüller), 2. Tafna( Weiß), 3. Margot Bella Dawion, Blaue Adria, Schneewolke, Alice V, Blaumeise, Else BI, 3ma( Guy, Lady Petaur. I Der Luftmord in der Prenzlauer Straße, dem die 3 Jahre alte Dorothea Schmidt zum Opfer fiel, ist noch immer nicht aufgeklärt. Die Nachforschungen der Miminalpolizei haben aber zur Aufdeckung bieler anderer Untaten an fleinen Mädchen und zu zahlreichen Berbaftungen geführt. Die Teilnahme des Bublifums an dem scheußlichen Verbrechen und seiner Aufklärung ist so lebhaft, daß täglich neue Anzeigen bei der Mordkommission 3. Rennen: 1. Amon( Waldhier), 2. Mariechen H.( Herrmann), eingehen. Sie betreffen zum Teil schon länger zurüdliegende An- 3. Gladium( G. Müller). Tot.: 21: 10, Bl. 15, 90, 21: 10. griffe auf Kinder. zum Teil aber auch neue aus den letzten Tagen. Berry St., Doppelgänger, Boby, Dr. Adolf K., Rafael, Handschlag. Bingen jr., Eine ganze Reihe von Lüftlingen find infolgedessen festgenommen Xenie, Bechnelle. Topinambur, Allabnier d., Morganat, Flieger, Fremdling, Dardanella, und der Staatsanwaltschaft vorgeführt worden. Angesichts dieser Borkommnisse müssen die Mütter ihren Kindern immer von neuem einfchärfen, fich nicht von Fremden ansprechen, begleiten oder gar mit Bonbons uiw. beschenken zu lassen. Ferner liefen: 4. Rennen: 1. Gerard A.( Teubel), 2. Belt( W. Freundt), 3. Dody Großmann). Tot.: 25:10, BI. 14, 15, 13:10. Ferner liefen: Monarchist, Ult, Doppeladler, Manteuffel. 5. Rennen: 1. Aurel( Steinagel), 2. Ludmill I( Baade), 3. Heide rose B.( Lichtenfeld). Tot.: 18:10, Bl. 12, 16, 16: 10. Ferner liefen: Glüdsmädel, Jalus I, Alexander H., Exzellenz. Festnahme eines Wüfilings. In der vergangenen Nacht gegen 2 Uhr wurde der 49 Jahre alte Kaufmann Paul St. in seiner Woh 6. Rennen: 1. Walfisch( Hofmann), 2. Biene III( Speer), 3. Madens nung in der Eldenaer Straße festgenommen, weil er fast jede fen( M. Ringius). Tot.: 88: 10, PI 31, 65, 25: 10. Ferner liefen: HandNacht Mädchen unter 16 Jahren nach seiner obstretch, Faust II, Bajozzo II, Fistus, Dzema, Bifantriefe. nung loďte und hier unzüchtige Handlungen mit ihnen vor- 3. Rufertrud( W. Lemzer). 7. Rennen: 1. Pistole( Großmann), 2. Albatros( M. Ringius), Zot: 87:10. 31. 30, 33, 62: 10. Ferner nahm. Nach Aussagen von Hausbewohnern hatte St. auch öfter liefen: Dr. Presbourg, Fribourg M., Feuerball, Dünaburg, Pique, noch schulpflichtige Mädchen nach seiner Behausung verschleppt. Jupiter III, Barde, Finale I, Dr. Chelsea, Jung Bergf. o. W., Aktionär, Der Wüstling wurde der Kriminalpolizei übergeben. Palm. Watts. Rüdgang der Betriebsverpachtungen in Rußland. Die Krise der russischen Industrie macht sich auch in den an Private verpachteten Betrieben stark bemerkbar. Im Zusammenhang damit ist ein jäher Neben der Krise machen es die hohen staatlichen Abgaben vielen Rückgang in der Zahl der Verpachtungen zu verzeichnen. privaten Interessenten unmöglich, ihre Betriebe mit Gewinn zu führen. Die obligatorische staatliche Versicherung muß für ein ganzes Jahr vorausbezahlt werden und geht für größere Unternehmungen in die Milliarden Sowjetrubel. Die Stempelgebühren, die bei Abfchluß der Verträge zu zahlen sind und ½ Proz. des mutmaßlichen sehr drückend. Ferner muß der Pächter meist auch größere Aufwen Wertes der Gesamterzeugung für die ganze Pachtdauer betragen, find beginnen kann. bungen für die Instandsetzung der Betriebe machen, bevor die Arbeit ( Schluß bes rebattionellen Zeils.) Ein Lieblingsgericht jeder deutschen Familie sind noch immer Elernudeln gewesen, Nudein werden heute gut und billig in der Fabrik hergestellt. Die Haustrau verwendet daher, wenn sie ein wohlschmeckendes, bekömmliches und kraftiges Gericht herstellen will, nur Fertigfabrikate, die in anerkannter Güte überall zu haben sind, Das Wirken des ADGB. Bericht an den Gewerkschaftskongres in Leipzig. werden, doch dem Streitrecht der Beamten steht das geltende| züglich der Arbeitslosenunterstügung hat sich der Beamtenrecht entgegen. Der Standpunkt des Bundes- Bundesausschuß für das Versicherungsprinzip, vorstandes in der Frage des Beamtenstreifrechts geht dahin: an Stelle des auf die Dauer unhaltbaren Fürsorgeprinzips Wollen diese Kreise das Recht unbeschränkter Koalitionsfrei ausgesprochen. Auch zur Betämpfung der TeueDie ganze Fülle der Ereignisse auf dem Gebiete unferes heit für sich in Anspruch nehmen, so müssen sie, unter den Vor- rung, insbesondere auf dem Gebiete der Boltsernährung, Wirtschaftslebens innerhalb der letzten drei Jahre rollt sich ausfegungen der gegenwärtigen Rechtslage, auf ihre Beamten hat es der Bund an Mahnungen und Warnungen wie an bildhaft vor uns ab beim Lesen des Berichts, den der Vorstellung verzichten und sich mit der privatrechtlichen Stellung praktischen Vorschlägen nicht fehlen lassen. Unter seinen wirtstand des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaltsbundes dem des Arbeiters oder Angestellten begnügen." Die Technische schaftspolitischen und Steuerforderungen nehmen die bereits Kongreßin Leipzig über seine Tätigkeit seit dem Nürn- Nothilfe wird von den Gewerkschaften verworfen, obgleich erwähnten 10 Buntte die erste Stelle ein. berger Gewerkschaftsfongreß erstattet. Der 207 Druckseiten fie anerkennen, daß die Lebensintereffen der Allgemeinheit Es ist im Rahmen dieses Artikels nicht möglich, das ganze umfaffende Band zeigt zunächst die Entwicklung der sozialisti- gegen Angriffe durch sinnlose Streits geschützt werden müssen. reiche Tätigkeitsfeld des ADGB. zu umschreiben. Genannt schen Gewerkschaften. Aus der langen Tabelle seit 1891 seien Der Bundesvorstand will nun versuchen, eine fagungsmäßige feien noch die Förderung des Wohnungswesens, die hier nur vier Ziffernreihen wiedergegeben, die das Wachstum Regelung der Verpflichtung zur Leistung der gewerk Bemühungen auf dem Gebiete der Siedlung und Auswande der Gewerkschaften deutlich erkennen lassen. Die Mit- schaftlichen Nothilfe herbeizuführen, in Verbindung mit rung und insbesondere der Sozialpolitik, die ein umgliederzahl betrug den Fragen der Führung gemeinsamer und der Verhütung fangreiches Kapitel für sich bildet. Hier werden die Soziali wilder Streifs. Da sich mit den Spizenorganisationen der sierungsmaßnahmen, das Betriebsrätegesetz, die Schaffung christlichen und der Hirsch- Dunckerschen Gewerkschaften ein er eines einheitlichen neuen Arbeitsrechts, Schlichtungsordnung, trägliches Nebeneinander herausgebildet hat, soll jeder gesetzliche Regelung der Arbeitsvermittlung, das Arbeitszeit3wang auf organisierte Arbeiter zum Austritt gefeß, das Tarifvertragsrecht, die neuen Arbeitsgerichte, die aus der einen und zum Eintritt in die andere Organisation Sozialversicherung u. a. m. erörtert. Dem Bauarbeiter streng vermieden werden. schuß, der Durchführung des Friedensvertrages, dem Der Kapp Putsch bildet ein besonders beachtens Wiederaufbau Nordfrankreichs, der internatio wertes Kapitel des Berichts. An dem vom Bunde profla- nalen Arbeitsorganisation, der internationalen Gewerkschaftsmierten Generalstreit ist der Morgenspaziergang im bewegung, der Frauenarbeit und den ArbeiterinnenTiergarten" hauptsächlich gescheitert. Zur Unterstüßung fragen sind außer den bereits gestreiften Sachgebieten besonder Verwundeten und der Angehörigen der Gedere Abschnitte gewidmet. Den Beschluß machen die llebersichten fallenen sind bis 1. Mai 1922 bei der Sammelstelle des über das Bildungswesen, das„ Korrespondenzblatt" und den DGB. insgesamt 662 601,03 m. eingegangen. Die Zahlung Nachrichtendienst, die statistischen Arbeiten und Veröffentder Streiftage beim Kapp- Butsch wurde durch Verständigung| lichungen, das Kassenwesen, das Zentralarbeitersekretariat, die in der Zentralarbeitsgemeinschaft erreicht. Boltsfürsorge A.-G., die Zentralarbeitsgemeinschaft und den Borläufigen Reichswirtschaftsrat. im Jahre 1891 im Jahre 1901 277 659 677 510, davon 2339 785, davon 23 699 weibliche im Jahre 1911 191 332 weibliche im Jahre 1921 7 720 172, davon 1 618 296 weibliche. Die Einnahmen der 58 Zentralverbände im Jahre 1900 betrugen 9 454 075 M., die der 52 Verbände im Jahre 1920 747 111 439 M., während im gleichen Zeitraum die Ausgaben von 8 Millionen Mark auf rund 544 Millionen anwuchsen und die Vermögensbestände von 734 auf 2681 Millionen Mart, ohne die Bestände der Metallarbeiter und der Landarbeiter für 1920. Dem ADGB. gehören nach dem Uebertritt des Zentralverbandes der Angestellten und der Internationalen Artistenloge zum AfA- Bund noch 49 Ver bände an, deren Mitglieder an 1329 Orten zu Ortsausschüssen verbunden sind, die an 172 Orten Arbeiter fetretariate unterhalten. In der Berichtszeit hat der Bund trotz seiner sehr beschränkten Räumlichkeiten, die den Bau eines Bureauhauses für seine Zwecke notwendig machen, die Gewerkschaftliche Betriebsrätezentrale -in Verbindung mit dem AfA- Bund geschaffen, ein Jugendsekretariat und im März d. I. eine Be amtenzentrale. Seine Buchhandelsabteilung wurde mit 1. September 1921 in eine Berlagsgesellschaft m. b. H. erweitert. - Die Verwirklichung der Drei- Säulen- Idee ADGB., AFA- und Beamten- Bund konnte mit Rücksicht auf die ver schiedenen Strömungen im Beamten- Bund noch nicht erfolgen. Mit der Frage der Organisationsform Industrie oder Berufsverbände- die auf dem Leipziger Kongreß eine große Rolle spielen wird, hatte sich auch der Bundesvorstand zu befaffen. Den Gewerkschaften in den abgetretenen Be bieten, Ost- und Westpreußen, Posen, insbesondere in Oberschlesien, ist ein besonderes, leider wenig erfreuliches Kapitel gewidmet. " Durch den Ausfall der Reichstagswahlen wurde die Bofition der Linksparteien derart geschwächt, daß die Verwirk lichung der acht Punkte vom 20. März 1920 auf legislatorischem Wege in immer weitere Fernen rückte". Dem RappPutsch folgte ein Jahr später der Kommunisten putsch in Mitteldeutschland als Blüte der fommunistischen Agitation, die der Bericht kurz streift. Die Bemühungen des Bundesvorstandes um die Aufhebung der Sonderge richte hatten wenigstens den Erfolg, daß die Verteidigungsmöglichkeit der Angeklagten erweitert und die Verfahren gegen Jugendliche den ordentlichen Gerichten übertragen wurden, bis die Parlamentsaktion weitere Erleichterungen brachte und die Sondergerichte in den meisten Bezirken aufhob. Alles in allem ein großes Arbeitsfeld, auf dem sich Vorstand und Ausschuß des ADGB. in den letzten drei Jahren betätigt haben. Von den Delegierten des Leipziger Gewerkschaftstongresses, in erster Linie aber von den Kritikern der Tätigkeit des ADGB. muß erwartet werden, daß sie den Borstandsbericht zuvor aufinertfam studieren. Nur dann ist eine fachliche Würdigung dieser gewaltigen, vielgestaltigen Gewerkfchaftsarbeit möglich. Doch auch den Gewerkschaftsmitglies dern und allen wirtschaftlich und sozialpolitisch interessierten Kreisen, denen der Bericht nach dem Kongreß ebenfalls zur Verfügung steht, ist dessen Durchficht angelegentlichst zu emp fehlen. Waren auch die Arbeiten des Bundesvorstandes nicht in allen Stücken erfolgreich, ist manches erst mehr oder minder verheißungsvoller Anfang, dessen Weiterentwicklung meist nur eine Frage der gewerkschaftlichen und politischen Einigung ist, fo fann sich die Wirksamkeit des ADGB. doch wohl sehen lassen und einer offenen und ehrlichen Kritik standhalten. Die Fürsorge für die Erwerbslosen, Feststellung des Umfanges der Arbeitslosigkeit, die Geldunterftügung, die Beschaffung von Arbeitsmöglichkeiten, die produftive Erwerbslosenfürsorge und die sich daraus ergebenden 10 Forderungen des AGD B. vom 26. Februar 1921 an die Regierung beanspruchten die Tätigkeit des Bundesvorstandes in hohem Maße. Die wirtschaftspolitsche Gegen- Auch die Sozialdemokratische Partei hat alle wirfung gegen ein weiteres Sinken der Kauftraft führte den Ursache, auf die Entwicklung der deutschen Gewerkschaften Bundesvorstand im Verein mit dem Vorstand des AfA- stolz zu sein, ist sie doch zum großen Teil das Werk ihrer Wiederholt hatte sich der Bund mit Eingriffen in das Bundes zur Formulierung seiner 10 Forderungen vom Mitglieder. Es gibt feinen Meister an diesem Wert, dessen Koalitonsrecht zu befassen, wozu insbesondere die wilden November 1921 als Richtlinien für ein Steuerprogramm. Name nicht auch in ihrer Geschichte ehrenvoll verzeichnet Streitbewegungen politischer Tendenz beitrugen. Wilde Der Bericht erinnert an die Gefahr, die ein Umstünde. Legien und Hue waren die unseren, und Tausende, Streifs lehnt der Bund entschieden ab, wendet sich aber schwung unseres Wirtschaftslebens für die die in ihrem Geiste meiterarbeiten, sind es noch. Möge der auch gegen jede auch nur vorübergehende Beseitigung des Gestaltung des Arbeitsmarktes bedeutet. Um dieser Ge- Leipziger Kongreß ein Schritt auf dem Wege zur ideellen Ver= Streifrechts, wie auch gegen ein Zwangsschlichtungsgesetz. fahr vorzubeugen, hat der Bundesvorstand im November einheitlichung der ganzen deutschen Arbeiterbewegung, ein Das Koalitionsrecht der Beamten tann nicht bestritten 1921 auch hier eine Reihe von Forderungen aufgestellt. Be- Schritt zur Einigkeit werden! Ultraviolette Strahlen. me; " Violetts und verbreiten feine oder nur wenig Rauch leicht absorbiert, dem Sonnenlicht der Ebene erfolgreiche Heilmethode auf überaus zahlreichen man nennt sie deshalb im und des Mittelgebirges fast ganz fehlen. Diese Krankheitsgebieten ertiefen, besonders bei solchen, Von Dipl.- Ing. Leopold J. Busse. Gegenfas zu น den Wärmeftrahlen Tatsache führte zu der überragenden Bedeutung, wo andere Behandlungsmethoden versagen. Gleich Pägt man einen Sonnenstrahl auf ein Glas falte" Strahlen. Sie sind die eigentlich chemisch die die Künstliche Höhensonne nach Geh. San. Nat zeitige Beftrahlungsturen mit Ultraviolettlicht pflegen prisma fallen, dann wird der fürs Auge weiße wirkiamen( altinischen) Strahlen. Dr. Bach, Bad Elster, und Prof. Jesionet von der auch die Heilwirkung vieler Medikamente und anderer Lichtstrahl in verschiedenfarbige einzelne Be Diese ultravioletten Strahlen tann man auch Universitätsbauttlinit Gießen als Heilmittel in bewährter Heilmethoden zu verstärken und zu bes standteile von sehr verschiedener Wellenlänge zer- fünftlich erzeugen: nunmehr 12jähriger Entwicklung erlangt hat. Diese schleunigen. legt, die für unier Auge als die Farben des Regen- Im Jahre 1905 gelang es Dr. Richard Küch, Bestrahlungsapparate fenden ohne lästige Hizeent Eine Aufzählung der nüßlichen Anwendungsbogens sichtbar sind( rot, orange, gelb, grün, indigo- dem Physiker der Hanauer Quarzlampen Gefell- wicklung mehr heilfräftige falte, unsichtbare ultra- gebiete würde den Rahmen dieser Besprechung weit blau, blau, violett). Dieses Farbenbild des durch ichaft, nach langen mühsamen Versuchen, ein Ver- violette Lichtstrahlen aus als die natürliche Sonne aus überschreiten, weshalb auf eine Reihe von Verein Prisma zerstreuten Lichtstrahles, diese Lichtzer- fabren au finden, um Bergkristall( Duarz) zu glas- im Hochgebirge. In noch höherem Maße als die öffentlichungen nambafter Fachärzte hingewiesen legung, b. b. das auseinandergezogene flaren Stüden zu schmelzen, und aus diesem ge- Natursonne erzeugen die fünstlichen ultravioletten werden muß, die im Sollug- Verlag, Hanau, Posts Band der von einander getrennte nichmolzenen Quaraglas die fogenannte Hanauer Strahlen im menschlichen Körper eine Ueberfüllung fach Nr. 577 erschienen sind, z. B.:,,Die Ultravioletto Farben oder verschiedenen Wellen. Quarzlampe( Sünstliche Höhensonne Original der Hautblutgefäße( Hyperämie). Da die Haut des Therapie der Nachitis." Bon Dr. med. Huld längen, nennt man das, Spektrum" der betreffenden Hanau-) herzustellen. Das Licht dieser Lampen menschlichen Körpers eine bisher nicht genügend schinsky, geb. M. 2,50.„ Sonne als Heilmittel". Lichtquelle. Jeder Farbton entspricht ist ungeheuer reich an unsichtbaren, ultravioletten gewürdigte, für die Heilkunst aber ungeheuer wich- Bon Dr. med. F. Thebering, geb. M. 12.00.einer ganz bestimmten wellenlänge Strahlen, in einer Fülle, wie sie durch kein anderes tige, nach innen gerichtete Schutzfunktion( Esophylagie) Die Bedeutung der verschiedenartigen Strahlen Wenn wir nun aber das Spektrum nicht durch Mittel der Technik auch nur annähernd er- besitzt, so bilden sich als Folgeerscheinung der Be- für die Diagnose und Behandlung der Tuberkuein Glasprisma, sondern durch ein aus Bergkristall reicht wird. strahlungen nach dieser von den Universitäts- lose." Von Er. R. Gassul vom Berliner Uni ( Duarz) hergestelltes Prisma und auch nicht Bei Erfindung der Lampe wußte man mit diesem profefforen Erich Hofmann in Bonn bzw. verfitätsinftitut für Krebsforschung.( Mit dem Robertaufeinfacher weißer Fläche, sondern Reichtum an Ultravioletiftrahlung zunächst nichts Professor Bruno Bloch in Zürich angegebenen Koch- Preis für Tuberkuloseforschung gekrönte Monoauf einer photographischen Blatte auffangen und Besonderes anzufangen. Erit als die bekannten fogenannten Esophy lagie- Theorie" Schuß- graphie), geb. M. 21,00.- Strofulose, ibre Ur haben uns etwa vorher das violette Ende genau Schweizer Aerzte Dr. Bernhard im Höhenfurori und Heilstoffe gegen zahlreiche Krankheitsgifte auch fachen, Bedeutung und Heilung." Von Dr. med. gemerkt, so finden wir beim Entwickeln der Platte Samaden im Engadin und Dr. Rollier im Höhen- in lebenswichtigen inneren Organen. Die meist F. Thedering, geb. M. 5,00. Licht heilt, Licht daß das Spektrum bedeutend weiter über das furort Lehsin die aufsehenerregenden Heilerfolge wunderbare Heilwirkung der Bestrahlung erklärt schüßt vor Krankheiten." Von San.- Rat Dr. Breiger, Biolett hinausreicht. Hieraus müssen wir schließen, veröffentlichten, die sie bei chirurgischer Tuberkulose sich dadurch, daß der frankheitgeichwächte Rörper geb. M. 3,00. Wie heilt Tuberkolose?" Bon daß jenseits des Violetts Strahlen vorhanden sind. durch Ausnutzung der Hochgebirgssonne erzielten, wiederum in die Lage versetzt wird, Krankheits- San.- Rat Dr. Breiger, geb. M. 3,00.-„ Gebt den die wir nur mit unserem Auge nicht wahrnehmen tam man auf den Gedanken, die Höhensonne gegengifte bzw. entgiftende, die Heilung befördernde Kindern Sonne." Ein Mahnwort an Mütter. können. Der physikalische Apparat stellt dagegen künstlich zu ersetzen. Man hatte bald erkannt, Stoffe neu zu bilden, und somit imstande ist, gegen- Von Oberarzt Dr. Klare, geb. M. 1,50.-„ Die das Vorhandensein dieser über das Violett hinaus- daß die Heilwirkung der Hochgebirgssonne nicht über der Erkrankung zur natürlichen Selbsthilfe zu Lichtbehandlung des Haarausfalles." Von Dr. gehenden Strahlen fest, weshalb fie ultraviolette auf Sonnenwärme, d. 5. auf den roten, warmen ichreiten, wie es der Organismus des Gesunden F. Nagelschmidt, fart. M. 27,00. Der Feind Strahlen genannt werden. Die ultravioletten Strahlen, sondern auf den unsichtbaren, falten ohne weiteres dauernd zu tun vermag. Die Ultra- nach dem Striege! Unsere größte Gefahr: die Strahlen find furzwelliger als die des fichtbaren Ultraviolettstrahlen beruht, welche, von Staub und violettbestrahlung hat sich deshalb als natürlice, Tuberkulose." Von Hyppolyt Meles, geb. M. 3,00 Juld Bowl, wer Güßftoff verwendet. front, Er ist gut, billig und bekömmlich! 1H- Briefchen( Süßfraft 1 Pfd. Buder) nur L. 1.20 1 Tablette 1% Würfel Buder genügt für eine Taffe Raffee, Rafco, Tee uf. Gachteln mit 100 200 u. 500 Tabletten für M. 2,- 3,80 9 Crhaftlich in Rolonialwaren-, Drogenhandlungen und Apothefen Am Mittwoch, 7 Juni 1922, verstarb unser langjähriger Angestellter und Mitarbeiter Berr Karl Schwanbeck im Alter von 74 Jahren. Herr Schwanbed, der vor 2 Jahren in den Ruheftand trat, hat 32 Jahre der Raffe treue Dienste geleistet und war uns immer ein lieber Mitarbeiter und Rollege. Wir werden ihm ein ehrendes Anbenten bewahren. Vorstand und Angestellte der Ortskrankenkasse der Klempner zu Berlin Die Beisegung findet am Sonnabend, 10. Juni, nachm. 3 Uhr, auf d. Johannistirchhof in Blögenfee ftatt. Für u.Silber- T Brillanten etc. zahlt die höchsten Tagespreise Juwelen EinkaufsGesellschaft Hopenfeld& Co. Beriin Antwerpen Beuthstraße 12 ( Spittelmarkt) KAISER BORAX Für Toilette und Haushalt, gibt reinen, zarten Teint, frischen Mund und gesunde Zähne; ist unentbehrlich für die Wäsche. Kaiser- Borax- Seife, Tola- Seile, hervorragend feine Toilette- Seifen. Heinrich Mack Nachf., Uim a. D. Finsterbergen W Thüringer Wald( 500-600 m.) Sehr beliebter, landschaftlich schön geleg. Höhenkurori nahe Inselsburg- Rennsteig- Eisenach. La ruhig. nervenstärk. Aufenth, bes, geeign. Kurarz Nachkurort. Regelm. Omnib.- u. Autoverb. m. Bahnh. Friedrichroda.( 34 Std.). 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Für den Aufsichtsrat. Herm. Kennert. E. Dolfuß. Rahnsdorf, den 21. April 1922. ,, Fichtenau Gemeinn. Siedlungsgenossensch.E.GmbH, Rahnsdorf. Ziehung1.Klasse am 27.0.28.Juni Preul. Staats- Lotterie 750 000 Lose- 337 000 Gewinne im Gesamtbetrage von über 300 Millionen M. 6mal 1 Million M. 6mal 500 000 M. 6mal 300000 M. 6mal 200000 M. Originallose: 62.40, 124.80. 15.60, 31.20, Postgebühr u, amtl. Gewinnliste 3 M. Kröger Staat!. Lotterie- Einnehmer BERLIN W& Friedrichstrasse 192/193. Posizcheckkonto 31043. Möbel noch billig! solange Vorrat Speise-, Kerren-, Schlafzimmer, Küchen, grosse Auswahl Bar- od. Teilzahlung Möbel- Gross Grosse Frankfurter Str. 141 Invalidenstr.5 Eing.Ackerst. Du Liefere auch auswärts! Die Berhandlungen finden Mittwoch, ben 14. Juni ftaft und werden wir sofort allen Berufskollegen das Ergebnis zur Kenntnis bringen, Die Gauleitung. Dresdner Bank Steundvierziglite ordentl. Generalversammlung Gemd 25 ber Statuten werden dis Aftionäre zur neununbvierzigken ordentlichen Generals versammlung, welche Freitag 30. Juni 1922. mittags 12 Uhr, im Bankgebäude Dresden, König- Johanns Straße 3, stattfinden wird, eingeladen. Tagesordnung: 1. Borlage des Jahresberichts mit Dia lanz, Gewinn- und Berluft- Rechnung und den Bemerkungen des Aufsichts rates hierzu. 2. Beschlußfassung über die Genehmigung der Jahresbilanz und die Gewinnber teilung. 3. Beschlußfaffung Aber die Entlastung des Borstandes und des Aufsichtsrates. Wahlen in den Aufsichtsrat gemäg § 18 ber Statuten. Zur Ausübung des Stimmrechtes in ber Generalversammlung find nach§ 27 der Statuten biejenigen Altionare berech tigt, welche ihre Attien oder eine Be cheinigung über bei einem deutschen Notar bis nach Abhaltung der Generalversammlung hinterlegte Aftien spätestens am 5. Tage vor dem Tage der Generalverjammlung, den Tag ber Generalver fammlung nicht mitgerechnet, bei einer ber nachverzeichneten Stellen: bei der Dresdner Bank in Dresben und Berlin sowie ihren übrigen Rieber Laffungen, bei der gemeinen Deutschen Crebit- An Stalt in Leipzig, bei der Württembergischen in Stuttgart, Bereinsbank bei der Deutschen Bereinsbank in Frank furt a. M., bei dem Bankhause L.& E. Bertheimber in Frankfurt a. M., bet dein Banthause.. Neubauer in Magdeburg. bei dem Banfhause. Levy in Röln, bei dem Bankhause Siegfried Simon in Röln, bei der Dürener Bank in Düren, bei dem Banthause Simon Hirschland in Effen, bei der Eschweiler Bank in Eschweiler, Kautabak- Niederlage beiber Clbenburgischen Landesbant in G. A. Hanewacker, Nordhausen Grimm& Triepel, Nordhausen Fischer& Herwig, Hann-Münden M. Hansen jr., Hadersleben Joseph Doms, Ratibor Olbenburn gegen eine Empfangsbescheinigung hinterlegen und bis nach der Generalversamm Lung baselbit belassen. Glimmberechtigt find auch diejenigen Altionäre, die eine Bescheinigung ber Max Ziegenhals, fe: Zentsum 291 tegen, einer Raffen- Sereins vor Tel.: Zentium 297 legent, wonach ihre Attien spätestens am Verkauf nur an Händler Tage vor dem Tage der Generalver aminlung, den Tag der lekteren nicht Dr.Scotti 1. Haut.- mitgerechnet, bet ber Ban! des Berliner Spezial- Arzt u Geschlechtsleid. affen- Vereins bis nach Abhaltung der Syphilis-, Salvarsan- Kur ohne Quecksilb. Generalversammlung hinterlegt find. Veralt Harnield., Schwäche. Glänz.Eriolg. Dresden, den 7. Juni 1922. Blutuntersuchung. Im ältest.Löser- Instit. 9-1. 4-8 Dir.: Löser senior Direktion der Dresdner Bank Sonnt. 9-1 Rosenthaler Str.69/ 70, nahe Pl.Damenz.separ.l Nathan. Pickel, Sommersprossen, Judell. Hau unreinigkeiten, u: W. werden schmerzlos, unmerkbar für die Umgebung, abgeschält durch echte Vater. 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