Nr.272 39.Jahrgang Ausgabe A nr. 136 Bezugspreis: Bierteljährl. 150.-M., monatl. 50,-. frei ins Haus, voraus zahlbar. Bostbezug: Monatlich 50,- W., einschl. Zuftellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- u Memel gebiet, sowie Defterreich u. Luxemburg 84-0, für das übrige Ausland 102, M. Poftbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Estland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luxemburg, Defterreich, Echweden, Schweiz, Tschechoslowatei und Ungarn. Der„ Borwärts" mit der Sonntagsbeilage Bolt und geit", der Unter haltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage„ Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonn tags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Sonntags- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 2 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile foftet 16,-.- Reflamezeile 80.-M. Aleine Anzeigen" das fettgebrudte Wort 4, M.( zulässig zwei fettgebrudte Borte), jedes meitere Wort B, M. 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Das Anleihekomitee beehrt sich, der Reparationsfommission folgenden Bericht zu unterbreiten, der das Ergebnis der Beratungen des Komitees in der Zeit vom 24. Mai bis zum 9. Juni 1922 darstellt. Auf die Untersuchungen bezüglich Bestimmungen und Ausdehnung ber Untersuchung: Die Bestimmungen, auf Grund deren das Romitee berufen wurde, waren folgende: Es soll ein Sachverständigenfomitee berufen werden, um die Bedingungen zu prüfen und der Kommission darüber zu berichten, nach welchen die deutsche Regierung unter Berücksichtigung ihrer Verpflichtungen auf Grund des Vertrages von Versailles und insbesondere des Zahlungsplanes vom 5. Mai 1921 ( französischer Text: En l'état de ses obligations telles qu'elles sout definies par le Traité de Versailles et en particulier par l'état des paiements du 5. Mai 1921) auswärtige Anleihen zur Berwendung zur Ablösung eines Teils des Kapitals der Reparationsfchuld aufnehmen tönnte. Das Komitee soll insbesondere prüfen: 1. die Bedingungen, unter welchen derartige Anleihen qufgenommen werden könnten und den Betrag, der nach ver nünftigem Ermessen in der nächsten Zukunft und insbesondere im Laufe der nächsten beiden Jahre erwartet werden könnte; 2. Die Sicherheit, die für die etwaigen Geldgeber verfügbar gemacht werden könnte, ohne das fünftige Reparationsinteresse in unbilliger Weise zu beeinträchtigen; 3. die Art und Weise, in welcher die für den Dienst der Anleihe verpfändeten Einnahmen und sonstigen Werte überprüft und nermaltet werden sollen und die Beziehungen, welche zwischen der deutschen Regierung, den Bertretern der Geldgeber und der Reparationsfommission zu schaffen feien. Das Komitee murde ersucht, Persönlichkeiten mit praktischer Erfahrung in bezug auf die Ausgabe von Regierungsanleihen in New York London, Paris, Rom, Brüssel, Amsterdam, Berlin und fonftigen Blägen zu Rate zu ziehen mit dem Ziel, einen prat tischen Plan aufzustellen, der der deutschen Regierung und der Reparationsfommission zwecks Billigung unterbreitet werden könnte. Nach Prüfung dieser Bedingungen in beiden Texten( welche nach den dem Komitee zugegangenen Informationen gleich maßgebend waren), empfand das Komitee gewisse Zweifel hinsichtlich ihrer Trag weite. Es richtete deshalb am 1. Juni folgende Frage an die Reparationskommission: dagegen. Der nicht offiziell teilnehmende amerikanische De- hinsichtlich der Bedingungen einer Anleihe erteilen, fie eine mo legierte drückte feine persönliche Zustimmung mit der Mehrheit aus. Die Lage des Anleihekomitees im Verhältnis zur Kommission. r alische Verantwortlichteit übernehmen, alles in ihrer Macht liegende zu tun, um der Anleihe zu einem Erfolg zu verhelfen. Aus diesen Grünben beschloß das Romitee, feine Arbeit für den Augenblid zu unterbrechen Die Möglichkeit einer Auleihe ohne neue Begrenzungen von Deutschlands. Verpflichtungen. Nach Empfang diefer Antwort, welche ergab, daß der Hauptgläubiger Deutschlands nicht wünschte, daß irgendeine Empfehlung erfolgte, die die Möglichkeit neuer Begrenzungen von Deutschlands Berpflichtungen mit sich bringen Da das Komitee auf diese Weise von der Aufforderung der fönnte, beschloß das Komitee, daß es im Augenblid feine Unter- Mehrheit der Kommission, den Gegenstand seiner Beratungen aus darauf beschränken müsse, eine Antwort auf die ursprünglich an es bem ursprünglichen Auftrag, wie er sich bei eingeschränkterer Aus. fuchungen mit Nuzen nicht fortsegen fönnte, und daß es sich deshalb zudehnen, feinen Borieil ziehen konnte, hat es das Problem nach gerichtete in einem eingeschränkteren Sinne ausgelegte Frage zu erlegung ergab, der Erwägung unterzogen. Wenn angenommen teilen und gleichzeitig seine Gründe für diese Entschidung anzugeben. wird, daß die gegenwärtigen Bestimmungen des Zunächst wünscht das Komitee seine eigene Stellung so flar zu ertrages von Bersailles und des Zahlungs= machen, daß die Möglichkeit eines Mißverständnisses ausgefchloffen planes unverändert bleiben, ist dann eine äußere ist. Seine Mitglieder werden durch einstimmigen Beschluß Anleihe möglich, und wenn ja, unter welchen Beder Reparationsfommission eingeladen, nach Paris zu dingungen? tommen, um als Bantiers technischen Rat über die Bedingungen zu erteilen, unter welchen eine auswärtige Anleihe von Deutschland aufringsten Wunsch gehabt, sich weitere Funktionen anzumaßen. Sie genommen werden könnte. Zu feinem Zeitpunkt haben sie den gehaben durchaus voll gewürdigt, daß die Erteilung technischen Rates nur einen Faktor des Problems bilden würde, welches von der Rezwungen werden können, innerhalb feiner Leistungsfähigkeiten parationstommiffion und von den alliierten Regierungen allein gelöst werden tann. Schon bei ihrem Zusammentrefen waren die Bantiers im Somitee einmütig in ihrer Anficht, daß sie bei Auslegung der für fie maßgebenden Bestimmungen in einem eingeschräniferen Sinne für eine auswärtige Anleihe teine Aussicht bieten tönnten. Einige Mitglieder waren jedoch der Meinung, daß, wenn die Kommiffion oder die Regierungen hinsichtlich der jährlichen Zahlungen, welche fie von Deutschland zu fordern beabsichtigten, eine bestimmtere Feststellung machen würde, als sie gegenwärtig vorhanden ist, die Ausfidyten einer derartigen Anleihe günstig erachtet werden fönnten. Hätten diese Mitglieder eine einmütige Aufforderung erhalten, festzustellen, welche Das Komitee fah sich folgenden Schwierigkeiten gegenüber: a) Es wurde festgestellt, daß die Wiederherstellung des ausgebenden Kreise feine Sicherheiten fehen, daß Deutschlands Berwärtigen Kredites Deutschlands folange unmöglich ist, als die geldpflichtungen, so wie sie gegenwärtig festgesetzt sind und wie fie erliegen, und daß Deutschlands Wille und Absicht, fie abzugelten, aufrechterhalten werden wird. Solange wie dies die dage ist, muß der Kapitalist unter dem Einfluß der Möglichkeit steken, daß ein 3u. sammenbruch der beutfchen Finanzen als Folge der gegenwärtigen Unsicherheit einen sozialen Umsturz hervor. rufen kann. Es ist jedoch schwierig, Sicherheiten zu finden, welche unter solchen Bedingungen als eine befriedigende Garantie für eine Anleihe angesehen werden würden, wenigstens für jede Anleihe in einem Umfang und unter Bedingungen, welche eine wesentliche Erleichterung der Lage herbeiführen würden. Selbst eine ersttlaffige Sicherheit wie die 3ölle, welcher unter stabilisierten Bedingungen eine brauchbare Garantie für eine beträchtliche Anleihe bilden würden, fönnten feinen genügenden Goldmert mehr behalBerhältniffe ernstlich gestört werden würden. Möglichkeit ten, falls die wirtschaftliche Lage Deutschlands oder seine sozialen Dieser Art mögen entfernt erscheinen. Aber wer sich an einer langfristigen Anleihe beteiligen soll, neigt natürlich mehr dazu, die schlimm ft e Möglichkeit in Rechnung zu ziehen, als die, welche wahrscheinlich zu erwarten ist. Begrenzungen dieser Zahlungen nach ihrer Ansicht eine notwendige Bedingung für den auswärtigen Kredit fein würden, so wären fie froh gewesen, dem zu entsprechen. Derartige Begrenzungen wären jedoch nur als Bedingungen einer Anleihe empfohlen worden für den Fall, daß eine Anleihe gewünscht würde. Sie würden fein Urteil über die Beträge mit sich gebracht haben, welche die Kommission erzwingen fönnte oder sollte, falls die b) Es wurde festgestellt, daß in einigen der wichtigsten Länder, Regierungen fich damit begnügen würden, auf jährliche Zahlungen namentlich in den Bereinigten Staaten und Großbritannien die zu warten, ohne diese vorher im Wege der Anleihe zu mobilisieren. Kapitalisten in einer Anleihe an Deutschland, welche nicht dazu beSelbst wenn die Kommiffion oder die Regierungen die Ansicht des rechnet ist, eine endgültige Regelung des Reparationsproblems herRomitees als vernünftig betrachtet haben würden, hätten sie volle beizuführen, teine wirkliche Anziehungskraft finden würden, und es Freiheit gehabt, sich dahin schlüssig zu machen, auch weiter einer liegt auf der Hand, daß selbst, wenn eine Anleihe auf der GrundBrüfung der deutschen Leistungsfähigkeit und einer entsprechenden lage verschiedener Sicherheiten anstatt auf der Grundlage von Feftfehung der Zahlungen von Jahr zu Jahr den Vorzug zu geben. Deutschlands allgemeinem Kredit aufgenommen werden könnte, fie mit anderen Worten, jede etwa genannte Ziffer hätte notwendiger- im besten Falle nicht mehr als eine furze Atempause weise teine Ansicht über die voraussichlich größte Leistungsfähigteit sichern fönnte. Danach würde Deutschland sich seinen un verminderDeutschlands, sondern nur eine Ansicht über die Beträge dargestellt, ten Reparationsverpflichtungen gegenüber sehen mit dem weiteren „ Das Komitee hat entsprechend seinen Inffruffionen die Prü- welche nach Ueberzeugung der geldgebenden Kreise der Welt, die ihr Hindernis, daß seine besten Sicherheiten bereits für fung der Frage einer auswärtigen Anleihe, welche ihm von der Urteil unter all den ungewöhnlichen Erscheinungen der gegenwärti- ben Dienst der Anleihe verpfändet wären. In der Kommiffion anvertraut ist, begonnen. Das Komitee hält es jedoch an Lage bilden müssen, bestimmt innerhalb der deutschen Leistungs- Zwischenzeit würden sowohl Deutschland wie die übrige Welt unter Kommiffion anvertraut ist, begonnen. Das Komitee hält es jedoch fähigkeit liegen. Selbft so vorsichtig geschäßte Zahlungen würden der fortgefeßten Unficherheit leiden, welche in jedem für notwendig, die Reparationskommision zu fragen, ob die Worte noch sehr beträchtlich sein. Das Komitee erkennt an, daß die Lande ein ernstes Hindernis der wirtschaftlichen Wiederherstellung unter Berüdsichtigung ihrer Verpflichtungen affiierten Regierungen trojdem selbst auf die Gefahr hin, die bildet. So würde eine solche Anleihe, selbst wenn sie möglich wäre, auf Grund des Vertrages von Versailles und Anleihe zu verlieren, den Wunsch haben könnten, volle Frei- im besten Falle die Zahlung eines hohen Preises darstellen, nur um insbesondere des Zahlungsplanes vom 5. mai heit zu behalten, die größeren Jahreszahlungen zu fordern, auf günstigere Bedingungen für eine allgemeine Regelung zu warten. 1921( franzöfifcher Tegt: En l'état de ses obligations telles melche Deutschlands wachsende Leistungsfähigkeit später möglich c) Es wurde ferner festgestellt, daß Kapitaqu'elles sont definies par le Traité de Versailles et en particu- machen fönnte. Die Regierungen hätten nicht nur volle Freiheit ge- listen in Ländern, welche am Kriege nicht teilge= lier par l'état des paiements du 5 Mai 1921") fo auszulegen habt, eine solche Entschließung zu treffen, sondern eine solche Entnommen haben, unter der Entwertung der Mart find, daß das Komitee für den Zwed seiner Beratungen die im schließung wäre auch in feiner Weise mit dem technischen Rat des ernstlich leiden. Teils weil sie hohe Beträge in Mart inveZahlungsplan vorgeschriebenen Zahlungen als eine unab- Romitees unverträglich gewesen. Nur hätte, wenn dieser Rat er ftiert haben, teils weil der kommerzielle Wettbewerb der deutschen änderliche Verpflichtung behandeln muß, welche lediglich folgt wäre, eine Entschließung im Lichte klar dargelegter Möglich. Industrie von der ständigen Entwertung der Mart einen fünftlichen feiten getroffen werden können. Borteil ableiten fonnte. Er wurde festgestellt, daß unter diesen Umder Ermächtigung der Reparationskommission, fie von Zeit zu Zeit Schwierigkeiten, einem Mehrheitsbeschluß zu entsprechen. ftänden auch fie tein Interesse an einer Anleihe nehmen würden, in der Zukunft in Uebereinstimmung des Artikels 234 des BerUnter diesen Umständen hatte das Komitee zu prüfen, ob es welche für den Aufbau der deutschen Finanzen auf einer stabilitrages abzuändern, unterworfen ist, oder ob das komitee( ohne natürlich in irgendeiner Weise die Verantwortlichkeit der kom- auf den Mehrheitsbeschluß der Kommission hin seine Unter- fierten Grundlage keine Aussicht bieten würde. d) Wiederum, was Frankreich anbelangt, wurde festgestellt, natürlich in irgendeiner Weife die Berantwortlichkeit der Kom- fuchungen mit Nugen fortfeßen fonnte. Es hat sich dahin entschie- daß eine beschränkte Anleihe auf große Schwierig. mision festzulegen) Freiheit hat, die Möglichkeit von Lösungen zu den, daß es im Augenblick aus folgenden Gründen nicht so zu berteiten stoßen würde, da nur ein kleiner Teil davon im besten prüfen, welche Abänderungen dieser Regelungen mit sich bringen." fahren in der Lage ist: Am 7. Juni erhielt das Komitee folgende Antwort von der Re- 1. Frankreich ist Deutschlands Hauptgläubiger. Bei jedem Re. Falle Frankreich unmittelbar als Reparation würde ausgefehrt werparationstommiffion: parationsproblem sind seine Intereffen der wichtigste Faktor. Die den können. In Würdigung dieser und anderer Schwierigkeiten und in der Mitglieder des Romitees hatten gehofft, daß der Hauptnußen jeden Ratschlages, den sie hätten erteilen fönnen, von Frant Erkenntnis, daß fie teine Anleihe empfehlen dürfen, von deren ereich gezogen werden würde. Sie sind alle äußerst besorgt, daß folgreichen Auflegung auf den in Frage kommenden Märkten fie feine ihrer Handlungen Frankreichs Intereffen beeinträchtigen fönnte. nicht überzeugt sein fönnen, find die Mitglieder der Komitees zu Wenn daher Frankreich jetzt keine Untersuchung der allgemeineren ihrem großen Bedauern zu dem Schluß gelangt, daß fie Bedingungen wünscht, welche für die Wiederherstellung von Deutsch. unter den gegenwärtigen Verhältnissen fein GutDie Kommiffion ift der Ansicht, daß aus teiner der ange- lands auswärtigem kredit notwendig sind, hält sich das komitee nicht achten dahin abgeben tönnen, daß eine aus30genen Beffimmungen etwas entnommen werden kann, was das für berechtigt, eine derartige Untersuchung anzustellen. Es wird in warfige Anleihe ausführbar ist. Allgemeine Bemerkungen hinsichtlich der zukünftigen Komitee daran hindert, irgendeine der Bedingungen zu prüfen, feiner Anficht durch die Erwägung bestärkt, daß es unter den beMöglchkeiten von Anleihen. welche für die Aufnahme auswärtiger Anleihen notwendig sein stehenden Verhältnissen von der Unterstützung des ihm angehörenden fönnen, einschließlich der Bedingungen hinsichtlich allgemeiner franzöfifchen Mitglieds feinen Rußen hätte ziehen können. 2. Wie oben erklärt, ist das Komitee der Ansicht, daß zum er Wiederherstellung seines auswärtigen Kredites. Jede ure- folgreichen Flüffigmachen einer Anleihe eine günstige Atmosphäre gung, welche das komitee aus diesem Gesichtspunkt vorbringen wesentlich ist. fann, tann, ohne natürlich die Verantwortlichkeit der Kommission zwischen den Mitgliedern der Kommission hinsichtlich der Grenzen feffzulegen, nur von größerem Werte sein. Diese Ent- des Auftrags des Romitees hat für den Augenblick fchließung der Kommission beruht auf einem Mehrheitsbeeine der Anleihe ungünstige Atmosphäre In Erwiderung auf die mündliche namens des Anleihekomitees durch dessen Vorsitzenden an fie gerichtete Frage beehrt sich die Reparationsfommiffion, dem Komitee mitzuteilen, daß fie in einer offiziellen Sigung von heute vormittag folgende Entschließungen gefaßt hat: schluß. Die britischen, italienischen und belgischen Delegierten geschaffen. Die Banfiers im Komitee müssen die Tatsache berüd. immten the zu, der franzöfife Delegierte filmm fel fichtigen, wenn sie der Ueberzeugung find, baß, wenn fie Ratschläge In Berücksichtigung dieses negativen Ergebnisses und obwohl bas Romitee sich nicht in der Lage sieht, der Aufforderung der Mehrheit der Kommission, das weitere Broblem im einzelnen u prüfen, zu entsprechen, hält es das Komitee für nützlich, folgende allgemeinen Bemerkungen darüber hinzuzufügen: a) Eine wesentliche Bedingung einer auswärtigen Anleihe zu jeder Zeit besteht darin, daß die Deffentlichkeit unter dem Eindruck ftehen muß, daß Deutschland selbst eine tatsächliche mefentlige aftrengung unternimmt, feine öffent verpflichtungen. lichen Finanzen auf eine stabilisierte Grundlage zu stellen. Es ist stellung der ganzen Welt durch die allmähliche Um-| Gefahren für Europa in fich birgt. Mehr denn je ist von größter Bedeutung, daß durch die von Deutschland zu gebende wandlung der deutschen Verpflichtung aus einer Schuld an Regierun- der internationale Zusammenschluß aller Menschen guten technische Sicherheit und die Wiederherstellung seiner finanziellen gen in eine Schuld an private stapitalisten geboten werden würde, Willens und gesunden Verstandes geboten. Denn noch nie Lage Deutschland klar einen Wunsch zum Ausdruck welche sich wie andere öffentlichen Schulden ist seit Kriegsende für die internationale Reaktion die Gelegenbringt, seinen Verpflichtungen zu entsprechen, heit so günstig gewesen, Unheil zu stiften, den Frieden und die in der Hoffnung, daß es durch die Erfüllung dieser Verpflichtungen nicht auf äußere 3wangsmaßnahmen( sanctions), feinen Kredit wiederherstellen wird. sondern auf den allgemeinen Kredit des Schuldnerlandes gründen Wiedergenesung Europas zu gefährden. Dieser Appell an das b) Die zweite wesentliche Bedingung ist im einzelnen bereits würde. Es ist allerdings der Meinung, daß die wie- Zusammenwirken aller fortschrittlichen und friegsfeindlichen oben behandelt, nämlich die Beseitigung der gegenwärti- deraufnahme normaler Handelsbeziehungen Kräfte gilt vor allem für die europäische Arbeiterklasse und gen Unsicherheit hinsichtlich der Reparations zwischen den Ländern und die Stabilisierung der insbesondere für diejenigen Franzosen und Deutschen, die aus Währung ohne endgültige Regelung der Repara- der Weltfatastrophe wenigstens das eine gelernt haben, c) Dem komitee lag eine Aufzeichnung vor, wonach amerika- tionszahlungen, und anderer öffentlichen Schul- daß die Gewalt niemals zu einer Lösung des deutsch- frannische Bankiers und Kapitalisten unter diesen Umständen in erheb- den unmöglich ist. Wenn daher zu irgendeiner Zeit die kom- zösischen Problems führen wird und daß eine solche Lösung lichem Maße an dem Ankauf deutscher Schuldverschreibungen intereffiert werden können, aber nur für den Fall der Erfüllung einer miffion in der Lage ist, durch einstimmige Entschließung die Einla- ausschließlich in einer auf der Solidarität der beiden weiteren grundlegenden Bedingung, nämlich, daß eine derartige An- dung zu wiederholen, welche jetzt nur durch Mehrheitsbeschluß eine Bölfer beruhenden Verständigung gefunden werden leihe auf das einmütige Ersuchen und zum Nutzen der alliierten Na- Ausdehnung erfahren hat, wird das komitee sich freuen, fionen erfolgen würde. Diese Einmütigkeit könnte auf feinem Wege wieder zusammenzutreten Poincaré und feine Leute standen in der letzten Woche vor einen besseren Ausdruck finden, als durch aftive Mitarbeit der und die jetzt unterbrochene Untersuchung wieder aufzunehmen. Es einem Dilemma, das die Bantiers mit danfenswerter Banfiers der alliierten und neutralen Länder bei der Verteilung der kann nicht wissen, ob die alliierten Regierungen in der Lage sein Klarheit gestellt hatten: Entweder Aufrechterhaltung der Schuldverschreibungen an ihre eigenen Staatsangehörigen. Unter der werden, die notwendigen Bedingungen anzuneh- papierenen Phantasie, die man in London verbrochen hat, grundlegenden Bedingung einer Beteiligung Ameritas ergab sich men, aber für diesen Fall wiederholt es, daß es Hoffnung hat, daß oder bares Geld. Wollt ihr Geld für die Reparationen, dann beshalb Einmütigkeit unter den Geldgebern wie Herstellung des ansehnliche Anleihen aufgenommen werden könnten. Endlich müßt ihr nicht nur das Londoner Schriftstück preisgeben, sonKredits des Geldnehmers. d) Die meisten der Mitglieder des Romitees sind sich wohl be. wünscht das Komitee darauf hinzuweisen, daß in der Zwischenzeit dern auch auf Gemaltpolitik verzichten und die Besazungswußt, daß jede gutachtliche Aeußerung ihrerseits diese Bedingungen und felbft während des Zeitraumes zwischen einer erneuten Einla- politik schleunigst abbauen. Wollt ihr das nicht, dann borgt zwar befördern, aber nicht als solche hätte sicherstellen fönnen. Sie dung und dem Abschluß der folgenden Verhandlungen fein Mensch mit fünf gefunden Sinnen Deutschland das Geld, würdigen beispielsweise voll, daß wenn sie als Deutschlands finanzielle Cage offensichtlich mit das euch zugute kommen soll. wesentliche Bedingung einer Anleihe eine Beernfier Gefahr bedroht fann. Ein vernünftiger französischer Staatsmann hätte geantwortet: Wichtiger als die papiernen Konstruktionen des Londoner Finanzplanes ist für Frankreich das Geld, das es für seinen Wiederaufbau und sein schwer leidendes Budget benötigt. Poincaré aber antwortete darauf am vorigen Mittwoch im Senatsausschuß wörtlich: 17 Es ist selbstverständlich, daß die franzöfifche Regie rung immer eine unumgängliche Bedingung stellen wird, nämlich, daß die Anleihe keine weitere Berminderung der französischen Forderung nach sich zieht." Es muß nun damit gerechnet werden, daß Poincaré alles tun wird, um die Situation zu verschärfen. Der einzige fon fequente Ausweg für seine Politif wäre die Ruhrbesetzung; aber ihm selbst ist bei diesem Gedanken gar nicht wohl. Denn ein Mehrheitsbeschluß der Reparationskommission, der den Regierungen Sanftionen empfiehlt, erscheint heutzutage, wenn nicht Helfferich plötzlich deutscher Reichskanzler wird, ausges schlossen. Und auf eigene Fauft einmarschieren? Wenn der französische Ministerpräsident noch einen Funken von Verstand besigt, wird er es sich hundertmal vorher überlegen. Abgesehen davon, daß dies Frankreich ein paar hundert Millionen Goldfranken mehr fosten, aber feinen Papierpfennig mehr einbringen würde. grenzung von Deutschlands jährlichen Zahlungen ist. Weitläufige Verhandlungen über eine große und langfristige empfehlen, die beteiligten Länder in Würdigung der Wirkung auf ihre finanzielle Lage notwen Anleihe fönnen zu lange währen, wenn ihnen nicht sofortige Hilfe digerweise vorhergeht. Aber, falls das Problem unter den angeregten befferen ihre eigene äußere Berschuldung Umständen und mit wirklicher Aussicht auf eine endgültige Regelung beachten würden. Sie würdigen, daß eine Lösung, so wün- erneut erwogen werden sollte, ist das komitee der Ansicht, daß die fajenswert fie in sich selbst sein mag, sich tatsächlich als un- Hinderniffe, welche gegenwärtig einer Inferimsanleihe entgegengangbar erweisen kann, wenn sie nicht die damit verbundenen flehen, sich wahrscheinlich nicht als unüberwindlich finanziellen Ausgleichungen vorbereitet. Das Element der erweisen werden. Mit wirklicher Hoffnung auf eine endgültige RegeUnsicherheit, welches die Last der Verpflichtungen fung innerhalb angemessener Frist würde es viel leichter fein, Deutschlands verschärft, bildet ebenfalls einen eine furzfristige fundierte Anleihe ernstlichen Fattor hinsichtlich der äußeren öffentlichen Schulden der alliierten Länder. In diesem Zu- zuffande zu bringen, in einem Maße, um Deutschlands kredit jammenhang wünscht das Komitee zu wiederholen, daß bei Prüfung vor dem Zusammenbruch während der Dauer der Verhandder Bedingungen für die Wiederherstellung von Deutschlands allge- lungen zu bewahren. Das Komitee braucht kaum hinzuzufügen, daß meinem Kredit es Gewißheit als wesentlich anfieht. Bloße Nachficht es unter diesen Umständen sich freuen würde, jede in seiner Macht bei der Erzwingung der Verpflichtungen, wie sie die Kommiffion be- liegende Unterstützung sowohl hinsichtlich einer derartig begrenzten weisen könnte, ohne die Gesamtverpflichtung zu ändern, genügt nicht. Anleihe wie hinsichtlich des größeren und bedeutungsvolleren ProFragen, wie die interalliierte Verschuldung, blems zu gewähren. Tiegen jedoch außerhalb feiner 3uständigkeit und gez. Leon Delacroix. M. d'Amalio. 3. p. Morgan. tönnen deshalb hier nicht erörtert werden. Das R. M. Kindersley. E. Differing. C. Bergmann. Romitee fann aber nicht an der Tatsache vorbeigehen, daß nach An10. Juni 1922. sicht derjenigen, welche irgendwelche Regelungen der Reparationsverpflichtungen erwägen, fie Erörterung finden müssen, und daß sie zu den Faktoren des Problems gehören, das erwünschte alliierte Einvernehmen zu sichern, welches das Romitee als eine der wesent lichsten Bedingungen einer Anleihe an Deutschland erachtet. In Nun setzte Deutschlands zustimmende Antwort auf die diesem Zusammenhang denkt das Komitee an die damit überein Forderungen der Reparationstommiffion das Zustandekomstimmenden Grundfäße, die in dem Gutachten von wirtschaftlichen men der nunmehr gescheiterten internationalen Anleihe ausund finanziellen Sachverständigen seit dem 15. Januar 1920 den drücklich voraus. Es wäre natürlich höchst töricht, die ganze Regierungen verschiedener europäischer Länder und der Vereinigten Antwort als nunmehr hinfällig hinzustellen. Wir bezweifeln Staaten unterbreitet worden sind, Grundsäge, welche von der Brüsseler Finanzfonferenz im September/ Oktober 1920 nicht, daß unsere reattionären Ratastrophenpolitiker diese angenommen wurden und fürzlich von der Konferenz von Genua höchste Torheit schleunigst begehen werden. Wir aber wollen von 1922 gleichfalls übernommen worden sind. schon jetzt betonen, daß alles, was von den deutschen Zustim Wenn das Komitee fich gezwungen jah, die Aussichten einer Anmungen und Vorschlägen nicht ausschließlich von der Anleihe leihe bei der gegenwärtigen Cage Deutschlands entmutigend abhängig ist und das gilt u. a. für unsere Bemühungen, zu beurteilen, so wünscht es als Schlußergebnis nicht weniger deutOrdnung in unseren Etat zu bringen, nach wie vor gilt. lich seine Ueberzeugung festzustellen, daß, sofern die notwendiMehr denn je lautet die Parole für alle wahren Freunde gen Bedingungen für die Belebung des deutschen kredits verdes deutschen Vaterlandes: Festhalten an der Poli tit der perfuchten Erfüllung! Sie allein bringt wirklicht werden können, ansehnliche Anleihen auf allen Hauptmärkten der Welt mit Erfolg flüssig gemacht werden könnten. Rein dem deutschen Bolte die sichere Befreiung von unsinnigen und finanzielle Bedingungen sind jeht der Ausgabe unerträglichen Lasten, denn sie allein vermag die Stellung der jolcher Anleihen entschieden günstig, günffiger als zu Gewaltpolitiker zu untergraben, deren letzter und isolierter Bor irgendeiner Zeit seit dem Kriege. Das komitee wünscht der Kom- Die Nachricht Don dem Scheitern der Pariser fämpfer Poincaré bald jenem neuen Frankreich wird weichen miffion zu verfichern, daß es den ernsfesten Wunsch hat, alles in Anleiheverhandlungen findet ihre Bestätigung und müssen, dessen Abgesandte wir heute im Reichstag herzlich feiner Macht Liegende zu tun, um die Aufnahme solcher Anleihen zu Begründung in dem Gutachten des Anleihefomitees, das willkommen heißen. Ihnen gilt unser Gelöbnis, in Frieden fördern, wenn die Bedingungen, auf welche es veriviefen weiter oben wiedergegeben ist. Damit ist das Problem und Freundschaft als gleichberechtigte Nachbarn mit allen hat, sichergestellt werden können. Es ist fich im Innerfien be- der Reparationen in eine neue Phase getreten, von der Kräften für die Heilung der Wunden zu wirken, die der wußt, welche weitgehende Hilfe für die wirtschaftliche wieder her- sich zumindest sagen läßt, daß sie die ernstesten Krieg unseren beiden Bölkern geschlagen hat! ' s Hunderl. Bon Th. Kabelig. Ha- ha- ha- ha! Geftatten Sie, daß ich mich totlache ha- ha ha hal So! Nun bin ich hinüber. Sie können meinethalben annehmen, daß ich Ihnen eine Geschichte aus dem Jenfeits erzähle, obgleich sie erst vorgestern diesseits der Banke passiert ist. Die Sache ist die. Meine Frau liebt... doch ich will nicht vorgreifen. Vorgestern um die Mittagszeit flopft es an meiner Wohnungstür. Es flingelt nicht, es flopft, weil das Geläute wegen erhöhter Wohnungsmiete nicht repariert werden kann. Ich selbst war nicht zu Hause. Mein Frau öffnet. Herr Sergent( Der Vertreter Frankreichs! Red. d. v.) ist nicht in der Lage, obigen Schlußfolgerungen und einigen der in diesem Bericht enthaltenen Feststellungen und Anregungen beizu treten. Unter Bezugnahme auf die zahlreichen Bemerkungen, welche er im Laufe der Beratungen des Komitees vorgebracht hat, stellt er allgemein fest, daß er zwed's Förderung einer Anleihe nicht neue Begrenzungen in der Verpflichtung Deutschlands in Erwägung stehen tann, welche ihm nicht gerechtfertigt zu sein scheinen, noch irgend welche Verminderung der im Bertrage anerkannten Rechte Frankreichs. In lebereinstimmung mit den französischen De legierten der Reparationsfommiffion ist er der Meinung, daß es nicht zur Zuständigkeit des Banfierfomitees gehörte, die Frage von b. änderungen der Verpflichtung der deutschen Regierung, so wie sie im Bertrage von Versailles und insbesondere in dem 3ahlungsplan vom 5. Mai 1921 bestimmt ist, zu unterfuchen. 10. Juni 1922. gez. Cl. Sergent. Die neue Situation. ,, Es wird nicht anders gehen." Haussuchung nach dem Hunderl. In den Zimmern nichts. In den Schränken ebenfalls nichts. Nirgends ein Hunderl. „ Das verstehe ich nicht man hat's doch bellen hören," sagt der Gerichtsvollzieher forgenvoll. Nun lacht meine Frau. Ich will's Ihnen nur sagen. Wenn mein Mann nach Hause tommt, spielen wir oft Hund und Katze. Ich belle wie's Hunderl, mein Mann faucht wie ein Kater. Ich habe auch eine Freundin, die kann gackeln wie ein Huhn ganz genau. Das macht Laune Sie sollten es nur hören." Der würdige Herr schüttelt sein amtliches Haupt.„ Das glaubt mir da oben fein Mensch von den Herren." Aber er empfiehlt sich. Noch auf der Treppe hört meine Frau ihn forgenvoll murmeln: Kein Mensch wird mir das glauben." Ein Herr steht vor der Tür. Sehr würdig. Gut angezogen. Ein Herr in den besten Jahren. Gegenüber in der Nachbarwohnung Mit einem schnellen Blick überzeugt sich meine Frau, daß der wird der weiße Bappstreifen zur Seite geschoben, der das Guckloch Poften hinter dem Guckloch drüben besetzt ist. Dann geht sie hinein in der Tür verdeckt. Die sehr geehrte Frau Nachbarin hat gehört, und bellt die Wand an, welche die beiden Wohnungen trennt. daß bei uns geklopft wurde und bezieht ihren Beobachtungsposten. Gerade wie ein zorniges Hunderl bellt fie. Die Gute ist von einer rührenden Wißbegierde in bezug auf alles, Nachher fizen wir beim Mittagessen. Wie gewöhnlich spießt was in meiner Wohnung vorgeht, während ich nicht daheim bin. meine Frau einen Bissen Fleisch auf die Gabel. Dann legt sie die Insonderheit fühlt sich ihr Gemüt angeregt, wenn ein gut ange- Unterarme aufrecht an die Brust und läßt die Batschhändchen nach zogener Herr draußen klopft. Sie steht dann unentwegt am Gudloch, unten hängen, ganz wie's Hundert, wenn es aufwartet und gern um aus der Art des Empfanges und der Dauer des Besuchs tief- etwas haben möchte. Und dann beginnt sie zu bellen, genau wie gründige Schlüsse zu machen, wie sich die Anwesenheit des Klopfenden Herrn mit meiner Abwesenheit als Hausherr zusammenreimen läßt. Als meine Frau sich durch einen raschen Blick überzeugt hatte, daß der Beobachtungsposten hinter dem Gudloch wie üblich befeßt war, lud sie den würdigen Herrn ein, näherzutreten. Mit wem habe ich das Bergnügen?" 11 Ich bin der Gerichtsvollzieher." Meine Frau erbleichte nicht. Sie wußte, daß meine Rechnungen bezahlt und meine Beziehungen zum Finanzamt freundlich waren. ,, Und Sie wünschen?" „ Die Steuer fürs Hunderl will ich abholen. Hundert Mark macht's für, wenn's ein Schoßhund ist 200 Mart." ,, Aber wir haben ja gar kein Hunderl."( Meine Frau ist Wienerin, deshalb sagt sie Hunderl.) O doch!" sagt der würdige Herr und sein Gesicht gewinnt einen deutlich erkennbaren amtlichen Bug. O doch! Es ist der Steuer behörde angezeigt worden, daß Sie ein unversteuertes Hunderl in der Wohnung haben. Gesehen hat's zwar keiner, aber man hört es hier all Tage in der Wohnnug bellen." ,, Nicht möglich," sagt meine Frau und ein Lächeln spielt um ihren Mund. Meine Frau liebt nämlich-- doch ich will nicht vorgreifen. ein Hunderl und gibt nicht Ruhe, bis ich ihr den aufgespießten Fleischbiffen in den Mund schiebe. Und dann wieder ein luftiges Gebell. Selbst der kleine Finger an der rechten Hand wackelt vor Freude, wie das Schwänzlein vom Hundert, wenn's etwas abbekommen hat. Ganz naturgetreu ist dieses Wadeln nicht, aber meine Frau liebt dergleichen fleine Scherze, nun fann ich's ja verraten. Dann erfahre ich die Geschichte mit dem Gerichtsvollzieher und muß doch lachen. Siehst du," sage ich mit einem vergeblichen Verfuch, ernsthaft zu bleiben, ich hatte dich gewarnt, daß wir nächstens Hundesteuer bezahlen müssen. Nun hast du es! Wenn's nächstens cine Gerichtsverhandlung wegen Steuerhinterziehung gibt, mußt du vor den Herren im Talar probebellen. Meine Frau aber wendet sich gegen die Wand, welche die beiden Wohnungen trennt, und bellt sie an tie Wand. Ganz wies Hunderl tut, wenn es zornig ist. aus; fie alle scheiterten an der Rostspieligkeit oder der Gefährlichteit der gebauten Maschinen. Dagegen ist Lindes Eismaschine leistungsfähig, einfach und rationell zugleich. Sie gehört zu der Gruppe von Maschinen, durch die bei Ueberführung einer Flüssigfeit in den Dampf- oder gasförmigen Zustand eine erhebliche Wärmemenge gebunden wird. Wenn dieser llebergang bei niedriger Temperatur in Röhren stattfindet, so wird die benötigte BerDampfungswärme der Umgebung, etwa einer schwer gefrierenden Salzlösung, entzogen, und diese daher gekühlt. Der gebildete Dampf oder das freigewordene Gas fann entweder durch Abforption wiedergewonnen oder durch Druck wieder verdichtet und dadurch in flüffigen Zustand zurückgeführt, also nochmals verwendet werden. Nicht minder einfach erscheint der von Linde beschrittene Weg zur Gewinnung flüffiger Luft in größeren Mengen, nachdem man früher lange Zeit eine Reihe von Gasen überhaupt nicht für verdichtbar gehalten hatte. Linde geht davon aus, daß die Temperatur eines verdichteten Gases etwas finft, sobald es sich ohne äußere Arbeitsleistung ausdehnt. Die Temperatur wird dabei um so niedriger, je stärker der Ueberbrud und je tiefer die Temperatur des Gases ist. Dies Verfahren läßt sich mittels einer Maschine so oft wiederholen, bis Temperaturen erreicht werden, bei denen sich die Luft verflüffigt. Die Darstellung fast reinen Sauerstoffs und Stickstoffs gelang Linde auf Grund der Zerlegung flüssiger Luft in ihre Hauptbestandteile. Diese Erfindungen haben für die Industrie weitreichende Folgen gehabt. Die Frischhaltung unserer Nahrungsmittel, die Kühlanlagen der Schlachthöfe und Markthallen, die Gefrierräume der Schiffe sowie entsprechende Anlagen der Brauereien und in den verschiedensten Fabritationszweigen beruhen auf Lindes Errungenschaften. Nicht minder bedeutungsvoll war der Aufschwung der Sauerstoffindustrie sowie die Darstellung des Stidstoffs und des reinen Wasserstoffs. Es braucht hier nur an die Technik der Luftschiffahrt erinnert zu werden. Karl Linde ist als Sohn eines Pfarrers zu Berndorf in Oberfranken geboren. Er arbeitete nach seinem Studium praktisch als Ingenieur bei Borsig in Berlin und in der Lokomotivenfabrit von Krauß in München. Schon mit 25 Jahren durfte er es sich der neuerrichteten technischen Hochschule in München zu bewerben. zutrauen, sich um die Professur für theoretische Maschinenlehre an Die ihm übertragene außerordentliche Professur wurde dann auf Grund feiner hervorragenden Leistungen nach wenigen Jahren in ein Ordinariat verwandelt. In München hat Linde mit einer längeren Unterbrechung bis zu seinem im Jahre 1910 erfolgten Rücktritt gelehrt. Von 1879 bis 1891 leitete er die von ihm gegründete Gesellschaft zur Herstellung seiner Eismaschinen in Wies. baden und schuf damit ein Unternehmen von Weltbedeutung. Dem Gelehrten find zahlreiche Ehrungen im In- und Ausland zuteil geworden; er war auch der erste Inhaber des Siemens- Ringes. Der Schöpfer der modernen Sälletechnit. Karl Linde, der am 11. Juni feinen 80. Geburtstag begeht, gehört zu jenen Führern der Wissenschaft, deren Lebensarbeit in unmittelbarer Berbindung mit dem praktischen Leben steht. Seinen Namen hat die moderne Englisch und Franzöfifch im Schulunterricht. Auf der 18. Tagung Technik populär gemacht. Auf drei großen Erfindungen beruht sein des Allgemeinen Deutschen Neuphilologenverbandes, der in Nürn„ Die Steuer müssen Sie bezahlen. Strafe toftet es bis jetzt ber Berflüssigung der Luft und der Herstellung reinen angenommen: Für unser höheres Schulwefen ist die Kenntnis der Ruhm: der der vollendeten Rälte erzeugungsmaschine, berg tagte, wurden mit überwältigender Mehrheit folgende Thesen noch nicht," sagt der würdige Herr im Ton sanfter Ueberrebung, doch Sauerstoffs im großen. englischen Kultursprache ebenso wichtig und notwendig wie die der mit amtlichem Einschlag. Lindes geglücktem Bersuch, eine nach jeder Richtung hin be- franzöfifchen. Es müffen daher die beiden Sprachen auch in unseSie können ja friedigende Maschine zur Kälteerzeugung zu schaffen, gehen lang ren höheren Schulen gleiche Pflege finden. Unbedingte Notjährige vergebliche Bestrebungen der verschiedensten Techniter vor- wendigkeit ist die Einführung des Englischen als Pflichtfach bei den ,, Aber wenn mir doch kein Hunderl haben nachsehen." Freiheitsapostel Baecker heraus! Herr Paul Baeder, Chefredakteur der Deutschen Tageszeitung", hatte, wie unsere Lejer bereits wissen, die Rede Scheidemanns in Raffel über das Attentat mit folgenden Fan faren beantwortet: Wir warnen dringend vor weiteren elenden Herausforderungen, wie Herr Scheidemann fie in Rajfel beliebt hat. Ent weder wird die deutsche Republik die Bersprechungen, die sie hinfichtlich der politischen Freiheiten in Deutschland gemacht hat, ehrlich halten oder fie trägt die Bretter zu ihrem eigenen Sarge zusammen. Zum Schutze der politischen Freiheit, insbesondere auch dec Preßfreiheit, muß und wird sich in Deutschland schließlich doc) alles zufammenfinden, was wirklich freiheitlich denkt. Dieses hat sich nun mittlerweile zusammengefunden. Nämlich die deutschnationale Frattion des badiichen Landtages hat unter dem 8. Juni folgende förmliche Anfrage an die Regierung gerichtet In Nr. 129 des„ Baltsfreund" vom 6. d. M., unter der Ueberschrift ,, Attentat mit Blausäure gegen Scheidemann" und in Nr. 130 desselben Blattes vom 7. d. M. unter der Ueberschrift Attentat auf Scheidemann" find Auslaffungen, dort der Schriftleitung des sozialdemokratischen Organs, hier der Parteileitung der Sozialdemokratischen Partei in Karlsruhe, erschienen, die in maßloser Weise einen Teil des deutschen Boltes gegen einen anderen aufreizen und zugleich letzteren in unerträglicher Weise verleumden. Welche Maßnahmen gedenkt die Regierung zu ergreifen, um solch sträflichem Treiben ein für alle Male den Boden unter den Füßen wegzuziehen oder doch, wenn sich das Erscheinen solcher Auslaffungen( Artifel) nicht verhindern läßt, diese wenigstens in ihrer Wirkung auf die Bevölkerung aufzuheben?" Wir nehmen nun an, daß Herr Paul Baeder als der wirkliche Freund und Schüßer der Preßfreiheit gegen seine deutschnationalen Kollegen in Baden mit der gleichen Bucht wie oben gegen Scheidemann zu Felde ziehen wird. Oder sollte es ihm wieder ergehen wie mit seinem Kliſtiersprizenartikel, deffen Inhalt er nach drei Tagen total vergessen hatte?! = Die Tägliche Rundschau" hatte unfere Feststellung beftritten, daß ihr Redakteur Rammer als Verfasser der Ratten fönig Broschüre entlarvt worden ist. Es ist aber doch so. In dem Prozeß Sklarz gegen Kammer hat der Berbreiter der Broschüre, ein Herr Wartemann, als Zeuge unter Eid ausgejagt, was auf Beranlassung des Klägers fofort protofolliert wurde, daß der Angeklagte, der Redakteur Kammer, einen Teil der Broschüre Der Rattenkönig“ verfaßt hat, und zwar mit mehreren anderen Herren zusammen, nachdem vorher, in mehreren zu fammenfünften planmäßig die Herausgabe der Broschüre besprochen und vorbereitet worden ist. % Ferner liegt eine eidesstattliche Bersicherung vor, durch welche bewiesen wird, daß Herr Kammer für seine Berfasserschaft honoriert worden ist und am Gewinn beteiligt war, daß er sich ferner weigerte, den durch die Beschlagnahme eingetretenen Berlust mitzutragen mit der Begründung, er sei nuram Gewinn beteiligt, nicht am Berluft. Die Lügen der Täg lichen Rundschau" haben also erbärmlich furze Beine. Auch die Kreuz- Zeitung" hat an der Pressefreiheit der Republik zu mäfeln. Ein Hamburger deutschnationales Blatt hat wegen Aufforderung zum Ungehorsam gegen die Geseze einen Strafbefehl über 3000 Mart erhalten, weil es aufgefordert hat, die Flaggenverordnung für Seeschiffe nicht zu befolgen. Die ,, Kreuz- Zeitung" spricht deswegen von einer republikanischen Presse. freiheit"( in Gänsefüßchen). Nach ihrer Ansicht müßte in der Republit jedes deutschnationale Blatt die volle Freiheit besigen, zum Ungehorsam aufzufordern, zu verleunden, aufzureizen usw. Denn wozu sonst haben wir eine Revolution gehabt?! Erzberger und Scheidemann. Ieftinarbeit um Ehre, Einfluß, um alles and schließlich ums Leben gebracht wurde, wie den Fall Erzberger." Wet schärfer, Ein Notschrei aus Oesterreich. als auf die Mörder selbst muß das deutsche Bolt die Augen richten auf die gefährlichen Verführer, die feigen erbärmlichen Burschen, die man nicht faffen fann", und von denen Scheidemann sagt: fie haben Erzberger moralisch gemeuchelt und durch Schaffung der vergifteten Atmosphäre haben sie den Mördern, die vielleicht gar nicht wußten, wie sie die Anschuldigungen einzuschäßen hatten, die Mörderpistole in die Hand gedrückt." Nach Erzberger nun Scheidemann! Scheidemann, der ahnte, was ihm bevorstand, als er zu den Deutschnationalen gewendet sprach: Ich bin jett nahezu 40 Jahre Mitglied meiner Partei und tenne die Methoden, mit der Sie arbeiten; ich weiß und habe es in meiner Rede schon geschildert, wie Sie arbeiten, habe es fa auch Scheidemann spricht! Mitgliederversammlung der SPD. Groß- Berlin Freitag, den 16. Juni, abends 7 Uhr Brauerei Friedrichshain, am Königstor Thema:„ Der Feind steht rechts!" am eigenen Leibe bis in die letzte Zeit hinein erfahren, wie Ihre Breffe ver ft e ht, jedem Ihnen unbequemen Menschen die Ehre abzuschneiden." Die Rede Scheidemanns, eines der schlagendsten Kultur dokumente unferer moralisch fo gefundenen Zeit, ist als Flug schrift im Berlag für Sozialwiffenschaft erschienen. Genoffe Scheidemann schreibt uns: Ich bitte Sie, im ,, Bormärts" mitteilen zu wollen, daß ich den Freunden, Genoffen und Befannten im In- und Auslande, allen Behörden, Zeitungs- Redaktionen, Gewerkschafts- und Parteiorganisationen ufm., die mir Glückwünsche geschickt haben, von ganzem Herzen für die freundliche Gesinnung dante. Die Berge von Telegrammen und Zuschriften machen es mir ganz unmöglich, jedes einzelne Zeichen der Liebe zu beantworten. Alle, die mich durch Kundgebungen erfreut haben, dürfen überzeugt sein, daß ich selbstverständlich der Alte bleibe und durch Zwischenfälle, wie den am ersten Pfingsttage nur angetrieben werden kann, noch mehr meine Pflicht zu tun, als ich bisher versucht habe sie zu erfüllen. Cassel, der 9. Juni 1922. Ph. Scheidemann. Neue Entschädigungssätze. Beffere Vergütung für Schöffen, Geschworene und Steuerausschußmitglieder. Kurz vor Pfingsten hat der Reichstog noch ein Gefeß vercbschiedet, das für die zahlreichen ehrenamtlich Tätigen und besonders für die Angehörigen der Arbeiterklasse von beträchtlicher Bedeutung ist; nämlich das Gesetz, durch das die Entschädigung der Schöffen und Geschworenen neu geregelt wird. Die Anregung dazu ist von uns im Herbst vorigen Jahres gegeben und mußte mehrfach wiederholt werden. Dem Gesetz kommt insofern erhöhte Bedeutung zu, gls damit zu gleich die Entschädigungsfrage für die Mitglieder in den Steuerausschüffen geregelt ist, wie ja auch bisher fchon deren Entschädigung fich der anglich, die den Schöffen und Geschworenen laut Gesez gc währt wurde. Bisher wurden ganze 30 m. für den entstandenen Aufwand für einen Tag gezahlt, selbst wenn die Sigung 6 oder gar Die Gleichzeitigkeit des Attentats auf Scheidemann und des nachtung in Anjah gebracht werden konnte, stand hinter der Birklich 10 Stunden gedauert hatte. Was an Roſten für etwaige Ueber Brozeßbeginns wegen der Ermordung Erzbergets erinnern baran, feit ungefähr ebenso weit zurück, als 30 m. hinter dem Tagesverdienst daß es Philipp Scheidemann war, der am 30. September 1921 in cines Arbeiters zurüdstehen. Infolge dieser völlig ungenügenden einer groß angelegten Reichstagsrede die Hintermänner des Erz- Entschädigung mußten viele Arbeiter und Angestellte auf das Ehrenberger- Mordes schonungslos gebrandmarkt hat. Unter dem utamt als Schöffe, Geschworener oder in den Steuerausschüssen ver geschrei der Deutschnationalen hat Scheidemann festgestellt und durch zichten, um so mehr, als ihnen von dem Unternehmer Löhne bzw. zahlreiche Zitate belegt, daß es deren Breffe gewesen ist, die fort. Behälter für die abwesende Zeit gekürzt wurden. Wäre das Gesez gesetzt zum Morde der Linksführer aufgefordert und offen ge nicht geändert worden, dann würden die Bänke der Schöffen und jubelt hat, als dieser Mord geschehen war. Es gibt wohl keinen Fall, in dem ein Mann so durch eine jahrelange Ro1. Geschworenen und die Steuerausfüsse recht bald frei von Arbeitern und Angestellten sein. Es entstimde ein Zustand, der bitter zu be flagen wäre in bezug auf die Berechtigkeit in den Urteilen vor Gericht und über die Steuerveranlagung. humanistischen Gymnasien. Das Englische ist in wesentlich er weitertem Umfange als Fremdsprache durchzuführen. Ferner wurde eine Entschließung angenommen, die sich gegen alle Bestim mungen ausspricht, die neunstufigen Lehranstalten in achtstufige umzuwandeln. Ententehilfe oder Anschluß! hielt heute Genoffe Dr. Otto Bauer eine Rede über die WirtschaftsWien, 10. Juni.( Eigener Drahlbericht.) Jm Kreisarbeiterra lage Deutsch- Defferreichs, die fich in den lehten Tagen durch die rajende Entwertung der Krone äußerst drohend gestaltet hat. Bauer erklärte, wenn die gegnwärtigen Kreditverhandlungen( mit dem Eng länder Boung) abermals ergebnislos bleiben sollten, dann müffe bi Republik eine andere Anleihepolitif machen. Man müßte denn an Deutschland herantreten mit dem Borschlage, elive acht Milliarden Mark zur Fundierung der österreichische Währung zu leihen. Auf Grund dieses Fonds fönnte die Beweg der Krone in Zusammenhang mit der Bewegung der Mark gebrad werden. Ueberdies wäre eine Anleihe von acht Milliarden wendig, um den öfferreichischen Staatshaushalt ins Gleichgewicht 3 bringen und den Banknotendrud zu stoppen. Die jehige schwer Wirtschaftskrise offenbare nur die Lebensunfähigkeit des Staates Deutschösterreich und laffe ihm nur die Entscheidung: entweder große Ententekredite oder enge wirtschaftliche Beziehungen zu Deutschland. Wenn die Kreditverhandlungen ergebnislos bleiben sollten, dana müffe mit gewaltiger kraft für den wirtschaftlichen Anschluß an Deutschland gekämpft werden. Der Moskauer Prozeß. Koltschat- Minister nnd Radek- Zeuge. Mostau, 10. Juni.( DE.) In der Abendsizung des ersten Progeßtages( 8. Juni) beantragten beide Parteien Ladung neuer Zeugen. Als Zeugen wurden die Kommunisten Frossard( Frankreich) und Schmeral( Tschech.) vernommen, um über die Rolle der Entente auszusagen, mit welcher die Sozialrevolutionäre Beziehungen unterhalten haben sollen. Anfläger Lunatscharski ersuchte um Bernehmung Kljutschnitoms, der früher Minister der KoltschatRegierung gewefen ist und jetzt als Führer der sowjetfreundlichen Richtung in der ruffischen Emigration hervortritt. Kljutschnitom, der eben in Mostau weilt, foll über die Tätigkeit der Sozialrevolutionäre in Gibirien aussagen. In der Anklageschrift wird einer Reihe von Führern und Mitgliedern der Sozialrevolutionären Partei, die sich durch ihren zähen Kampf gegen den zarismus einen großen Namen bei dem internationalen Proletariat erworben haben und sich jetzt seit Jahren in sowjetrussischen Gefängniffen befinden, folgendes zur Laft gelegt: Sie sollen bewaffnete Aufstände gegen die Sowjetregierung vorbereitet und organisiert, befondere Kampfgruppen dazu geschaffen und zu diesem Zweck mit anderen gegenrevolutionären Organisationen Berbindungen unterhalten haben, wie denen der Generale Krasnow, Alegejew und Denikin in Südrußland, mit der Regierung der Mitglieder der Konstitulerenden Bersammlung" in Ufa und in Sibirien. Sie werden ferner beschuldigt, mit den Führern des internationalen Ka= pitals und der Entente staaten in Berbindung gestanden zu haben, während diese sich im Kriegszustande mit Sowjetrußland be fanden. Endlich sollen fie terroristische Akte gegen die höchsten Träger der Sowjetregierung und Expropriationen von Regierungsgeldern organisiert haben. Demgegenüber erflärt die Berteidigung, daß der Prozeß überhaupt keinen Att der Justiz, sondern einen Racheaft der Kommunistischen Partei darstelle, die augenblicklich gegen den Boltswillen unbegrenzt und unkontrollierbar über Rußland herrie und im gemäßigten Sozialismus und feinen Bertretern, den Sozialrevolutionären, ihre gefährlichsten ideellen Gegner erblicke. Brogeffual vertritt die Berteidigung den Standpuntt, daß alle in der Anflageschrift angeführten Beschuldigungen durch die politische Am. neft ie vom 27. Februar 1919 überholt feien, das ganze Anklagematerial fich auf angebliche Behauptungen zweier 2odipinel, würdig feien, und daß eine ganze Reihe prozessualer Rechtsverstöße Siemjonom affiljews und feiner Braut Konopíjewa, ftüke, bie nom Standpunkte einer geregeiten Justiz überhaupt nicht glaub. vorgekommen fei und die Moskauer Juiz überhaupt feine Ga rantie eines gerechten und unparteiischen Urteils biete. Wandervelde und Versailles. tretern der Gewerkschaften äußerte fich Bandervelde:„ Der gegen mich gerichtete Borwurf, ich hätte durch unterzeichnung des Berfailler Bertrages das deutsche Proletariat dem franzöfifchen Rapitalismus zur Ausbeutung ausgeliefert, ist nicht stichhaltig. Als belgischer Patriot verteidigte ich nur die In tereffen meines Landes. Ich habe den Vertrag unter: zeichnet, weil meine Aufgabe als belgischer Minister nur sein fonnte, die Interessen meines Landes sicherzustellen." Mostau, 10. Juni.( MTB.) In einer Unterredung mit Ber Die Anfeindung der Verteidiger. Mostau, 10. Juni.( MTB.) Liebknecht und Rosenfeld wurden. Das neue Gesetz bricht mit dem alten System, wonach die Entschädigungsfähe fest normiert sind. In ihm werden die Fragen nur grundfäßlich geregelt. Es ist festgelegt, daß entgangener Arbeitsverdienst bis zu zehn Stunden täglich ersetzt werden Der Haushaltsausschuß des bayerischen Landtages nahm ein- fann, daß die entstandenen Reisekosten zu vergüten sind, daß eine a nstimmig unter Zustimmung der Regierung einen Antrag an, wonach gemessene Aufwandsentschädigung und im Falle der Notwendig unter verstärkten Polizeischutz gestellt. Bei ihrer Ankunft wurden die englische Sprache an ben bayerischen Mittelschulen als Pflichtfach feit dazu ein Zuschlag für Uebernachten zu gewähren ist, ihnen Lafein mit deutschen Inschriften entgegengehalten wie eingeführt, die französische Sprache aber nur noch als Wahlfach wenn von dem ehrenamtlich Tätigen eine Stellvertretung zur Wahr- Nieder mit Liebknecht!"." Fort mit den Berbrechern Rosenfeld und gelten soll. In der Aussprache war übereinstimmend erklärt wornehmung seiner beruflichen Aufgaben gestellt werden mußte. Die Genossen!" ,,, Lumpen!" ,,, Das unabhängige Verbrecherpad macht sich den, daß die franzöfifche Kultur ihren Höhepunkt überschritten habe, Höhe der einzelnen Entschädigungsgesetze wird durch eine Verordnung jezt auch in Moskau breit!" usw. Liebknecht und Rosenfeld find in und daß in der Weltwirtschaft die englische Sprache eine viel größere geregelt, die neben dem Gesez herläuft und die das ist ein be- einem abgelegenen Gebäude untergebracht, das Tag und Nacht durch Rolle spiele. fonderer Borzug unter der Mitwirkung der Reichsregierung und Bachen geschützt wird. Trotti veröffentlicht in der„ Jsweftija" Die Goethe- Gesellschaft. Auf der Weimarer Tagung haben die des Reichsrats geschaffen und auch, wenn die Notwendigkeit dazu einen heftigen Artikel gegen Liebknecht und Rosenfeld, die ehr. Erflufiven, die Goethes Namen für ihren gesellschaftlichen und lite. vorliegt, schnell abgeändert werden kann. rarischen Sport gepachtet haben, den Sieg behalten. Die 6000 Mitglieder, die ihr Verein glüdlich umfaßt man denke unter dem die Berordnung, die hoffentlich in den nächsten Tagen schon erlassen In den stattgehabten Berhandlungen ist zugesagt worden, daß geizige. Heuchler und Scheinheilige genannt werden. Namen Goethes in seinem Vaterlande! find ihrer wahrscheinlich schon zu viel. Die Versuche der Berliner Ortsgruppe, den Borstand wird, so gestaltet wird, daß der wirtlich entgangene Ar. zu modernisieren, wurden spielend abgewiesen.( Ob freilich Bernhard beitsverdienst entschädigt wird, daß außerdem die Aufwands. Bülow, der Zitaterich, der geeignete Mann für die Spike war, nach entschädigung für den Durchschnittstag auf mindestens 60 m. dem Hauptmann abgelehnt hatte, ist ja mehr als fraglich, Bürklin, und die lebernachtungsgebühr in einer Höhe gewährt wird, daß die die Exzellenz, und Gustav Roethe, der urgermanische Trompeter, wirklich entstandenen Untoften damit abgegolten sind. werden also weiter die Goethe- Gesellschaft beherrschen. Man sollte Damit ist eine befriedigende materielle Grundlage geschaffen, die Geheimrätlichen und Leutschen fich selber überlassen. Die große auf der die hoffentlich immer zahlreicher werdenden Schöffen, GeMasse des gebildeten Deutschlands fümmert sich um diese Mumien schworenen und Steuerausschußmitglieder aus den Kreisen der Ar. sowieso nicht. beiter und Angestellten sehr wirkungsvoll ehrenamtlich tätig sein Die Berliner Freistudentenschaft veranstaltet in diesem Semester fönnen für die Gerechtigkeit in den Gerichtsfulen und in Steuer fünf Distuffionsabende über musiffosiologische Fragen unter fachen. Leitung von Klaus Bringsheim. Der erste Abend findet am 12. Juni, abends 7 Uhr, im Auditorium 89 der Universität statt. Der Zutritt ist für Studierende frei. gemeldet sind. Wiedereinführung der Militärgerichtsbarkeit? Gregor Mendel- Jahrhundertfeier. Am 22. Juli b. 3. find. 100 Jabre Die ,, Dena" fündet den Entwurf eines Disziplinargefeßes für die verfloffen, feit der mährische Naturforscher Gregor Mendel, deffen Arbeiten Wehrmacht an, den der Reichswehrminister Geßler demnächst dem die Grundlage der gesamten modernen Vererbungslehre bilden, in Heinzen dorf in Schlesien das Licht der Welt erblickte. An zahlreichen Orten der Reichstag vorlegen wird. Die Sache sieht zunächst harmlos aus, aus Belt wird in diesem Jahre Gregor Mendel gefeiert werden. In Brünn, der Begründung merkt man jedoch, daß es sich um eine Bieber an der Stätte feines Birkens, wird im Herbst eine große internationale einführung der Militärgerichtsbarkeit auf Umwegen Feier veranstaltet werden, zu der bereits Forscher aller europäischen Nationen handelt. Es wird nämlich darüber getfagt, daß seit der Aufhebung der Militärgerichtsbarkeit die bürgerlichen Gerichte mit einer großen Ein berühmter Rembrandt gestohlen. Aus der Frankfurter Ge mäldegalerie wurde das berühmte Rembrandtsche Gemälde Paulus im Menge fleiner militärischer Strafsachen belastet" würden, deren Gefängnis, deffen Bert auf 5 Millionen Mark geschäzt wird, von unbeschleunige Erledigung durch militärische Instanzen im dringenden fannten Dieben gestohlen. Intereffe der Manneszucht liege". Der Entwurf sieht dann förmDie deutsch niederländische Gesellschaft veranstaltet am Freitag, liche Disziplinartammern vor, die im Grunde nichts anderes den 16., abends 9 Uhr im Söriaal 4 bes Universitätsgebändes( Dorotbeen- find als die alten Militärgerichte. itrage 6) einen Vortragsabend. Dr. Baul Dald spricht über: Deutsch Unser endgültiges Urteil über den Entwurf müssen wir zurüd land und Holland im wechselseitigen Urteil der letzten Jahrzehnte." Brof. mag Friedlaender behandelt das deutsche Voltslied mit besonderer stellen bis diefer im Wortlaut vorliegt, schon jetzt erscheint uns aber Beziehung auf das niederländische Bollslieb." Der Eintritt ist frei größte Borsicht ihm gegenüber am Blaße, Eine sächsische Geheimfondsaffäre. Das sächsische Innenminifterium teilt mit: Nach dem Dienst antritt des Ministerialdirektors Dr. Lampe teilte ihm der Kaffendirektor mit, daß im Ministerium ein Geheimfonds von etwa einer Million Mart zur ausschließlichen Verfügung des Ministers des Innern bestehe. Der Fonds besteht seit der Zeit des Ministers Beuft in der Mitte der Sechziger Jahre. Der frühere Ministerialdirektor Schmitt hat von dem Borhandensein des Fonds weder den Bolksselbst dann nicht, als er von Ministerialbeamten auf das unzulässige feiner Handlungsweise aufmerksam gemacht wurde. Als er im August v. J. einen sechsmonatigen Urlaub antrat und selbst der Auffassung war, daß er in das Amt nicht zurückkehren werde, übergab er die Belege nicht dem Minister Lipinski, sondern seinen Kollegen zur Aufbewahrung. Auf Beschluß des Gesamiminifteriums wurde der Geheimfonds aufgehoben. Der Bestand wird für die Einrichtung eines Boltsheims für Minderbemittelte in Bad Elfter verwendet. Gegen Dr. Schmitt ist das Disziplinarverfahren eingeleitet worden. Schiedsspruch für das Bankgewerbe. Wie uns der Allgemeine Verband der Deutschen Bantangeftellten mitteilt, wurde gestern im Reichsarbeitsministerium folgender Schiedsspruch verkündet: Die Teuerungszulage, die bisher 230 Bunfte betrug, wird auf 275 Punkte festgesetzt. Das entspricht einer brachten Jahre werden vom dritten Berufsjahr in der Bank poll zirfa 13prozentigen Erhöhung. Die in foufmännischen Berufen ver. angerechnet. Eine erneute Revision der Bezüge soll am 10. Juli erfolgen. Gewerkschaftsbewegung Wichtige Verhandlungen im Bergbau. Reichstren- kommunistisch-, gelb". Früchte der Radikalisierung des Egoismus. Achtung, Arbeiter der Firma Niemann u. Co., Barschauer Straße 70. Die Urabftimmung über den Schiedsspruch ist Dienstag mittag 12 Uhr im Betriebe. Der Arbeiterrat. Als mit der Revolution die früheren Gelben" in hellen Scharen Glajer. Vom 12. Juni ab wird auf die bestehenden Löhne ein zu den sozialistischen Organisationen stießen, regte sich ihnen gegen Buschlag von 4 M. pro Stunde gezahlt, so daß der Mindestlohn ab über ein gewisses Mißtrauen besonders in Gewerkschaftstreifen, 12. Juni 30 m. pro Stunde beträgt. das um so größer und berechtigter war, je radikaler sich diese Novemberfozialisten gebärdeten. Ohne nun alle vorAus dem Reichsarbeitsministerium wird uns geschrieben: . Die Lohnfragen im Kohlenbergbau stellten die Reichsregie rung und die beteiligten Organisationen diesmal vor ganz außer Ein Streit der Telephonarbeiter in Warschau hat am 7. Juni ordentliche Schwierigkeiten. Der bisherige Weg, die dem indifferenten Arbeiter, Angestellten und Beamten, zumal aus begonnen, da die Verhandlungen über die Erhöhung der Monatsnotwendigen Lohnerhöhungen restlos auf die Kohlenpreise den Staatsbetrieben, wo ihnen das Koalitionsrecht verwehrt war, gehälter von 34 700 auf 47 800 polnische Mark ergebnislos verliefen. umzulegen, ist nicht mehr gangbar, ba die Kohlenpreise be mit den Gelben gleichzustellen, mußte es auffallen, daß sich gewisse Die Vorschläge des Arbeitsministeriums, die Erhöhung für Mai auf reits an die Weltmarktpreise herangekommen sind. Andererseits ist Schichten, die die Gewerkschaftsbewegung kaum vom Hörensagen 30 Proz. und für Juni auf 12 Proz. zu bemessen, den Urlaub bei im gegenwärtigen Augenblick ein Abbau der Kohlensteuer tannten und die nur aus den verzerrten Darstellungen der natio- 10jähriger Dienstzeit auf fünf Wochen, bei 20jähriger Dienstzeit auf aus zwingenden Gründen unmöglich. Zu diesen Schwierigkeiten nalistischen„ Lokal". und„ General- Anzeiger über das Gewerkschafts- sechs Wochen, wurden abgelehnt. tritt die dringende Sorge um die Erhaltung der deutschen Wirtschaft. leben informiert" waren, im Handumdrehen zu„ Revolutionären" Berband der Gemeinde- und Staatsarbeiter. 2. Verwaltungsbezirk. An Wir haben bereits eine start steigende Einfuhr an ausländis entwidelt hatten. Diese Elemente erwiesen sich als die besten Montag 7 hr Bollversammlung aller im Bezirk wohnenden Gemeinde- und Staatsarbeiter im Lokal von Tiedemann, Waldenserstr. 17. scher Kohle, die im Mai schon auf 700 000 Tonnen ange Retruten der Kommunist en, die mit ihren Barolen gegen Deutscher Transportarbeiterverband. Branche Geschäftstutscher und Lagerwachsen ist. Diese Einfuhr ermöglicht zwar die Beschäftigung von die sozialverräterische",„ fonterrevolutionäre" Gewerkschaftsbureau- arbeiter. Gruppe Ait- Papier. Montag 7 Uhr Englischer Hof, Alexanderstr. 27c, Branche 12, Reichs- und rund 1 Million deutscher Arbeiter, entzieht aber der deutschen Bolts- fratie verständnisinnige Sympathien bei diesen Gewerkschaftsfeinden Bersammlung. Kündigen wir die Lohnfäße?" Staatsbetriebe. Montag 7 Uhr in den Residenz- Festfälen, Landsberger Str. 31, wirtschaft jährlich ungefähr 16 Milliarden Mart an Bah fanden. Da sich weder die notwendige gewerkschaftliche und sozia Bollversammlung. Ohne Mitgliedesbuch tein Zutritt zu diesen Versammlungen. lungsmitteln, wodurch die Marf weiter start entwertet wird. Will liftische Schulung durch Radialisierung des nackten Egoismus ersehen Dentscher Verkehrsbund. Abteilung Straßen- und Kleinbahner, Omnibus. man die Einfuhr überflüssig machen und den Bergarbei- läßt, versagt diese Gefolgschaft, sobald fie gewahrte, daß weder ihre angestellte usw. Montag 6 Uhr im Saal 4 des Gewerkschaftshauses, Engel. ufer 24-25, Mitgliederversammlung. Aufstellung von Kandidaten als Dele tern eine angemessene Lohnerhöhung sichern, so find Maßnahmen egoistischen Erwartungen sich im Handumdrehen erfüllten, noch die gierte zum Verbandstag. Anträge zum Verbandstag. Ohne Mitgliedsbuch kein zur Erreichung einer entsprechenden Mehrförderung in den fommunistischen Bersprechungen eingelöst werden konnten. Sie ver- Butritt. Zentralverband der Schuhmacher. Montag 5½ Uhr Branchenversamm Deutschen Steinkohlenrevieren unabweisbar. Nach langwierigen Ver- fiel zunächst wieder der Gleichgültigkeit und bald wieder der alten Tung ber, Buſchneider, Röpenider Str. 127a. Branchenversammlung der Mahandlungen in Berlin fanden am 7. und 8. Juni in Essen Ver- Gelbfucht. Ein Musterbeispiel für die Richtigkeit dieser Auf- fchinenarbeiter und Fertigmacherinnen 4% Uhr Markusstr. 18. handlungen zwischen dem Zechenverband und den vier Berg faffung liefert ,, Der Deutsche" in seiner Nr. 131 unter der Aufschrift: fammlungen der Maß- und Reparaturschuhmacher Montag 7 Uhr in folgenden arbeiterverbänden unter dem Borsiz des Reichsarbeitsministers statt, Die alten Reichstreuen" die neuen Gelben" aus Lokalen: Charlottenburg: Gantte, Schillerstr. 34; Steglig: Behnte, Heeseftr. 1; Westen: Wiemers, Bülowstr. 58; Neukölln: Ahlburg, 8iethenstr. 58; Südost: die zu einem befriedigenden Ergebnis hinsichtlich der Lohnfrage dem mansfeldischen Gebiet. Görlich, Adalbertstr. 84; Ost- Lichtenberg: Soffmann, Gubener Str. 5; Norden: Dienstag: führten und auch in der Frage der Mehrförderung eine Lokal, Usedomstr. 12; Moabit: Marg, Oldenburger Str. 10. Lösung fanden, die uns mindestens für einige Zeit vom Bezug Stepperinnen und Borrichterinnen aus den Fabriken, 5 Uhr Köpenider Straße 127a; 8wider und Zwiderinnen 5% Uhr bei Boeker, Beberstr. 17. ausländischer Kohle unabhängiger machen wird. Die in Aussicht Mittwoch: Getfion der Taubstummen. 7% Uhr Michaeltirchstr. 23a. genommene Vereinbarung wird am nächsten Sonntag der EntscheiZentralverband der Angestellten. Die für Dienstag angekündigte Funktio Reuer Termin wird nach dung einer großen Vertrauensmännerfonferenz der Bergarbeiter närversammlung der Fachgruppe Metall fällt aus. Abschluß der Junitarifverhandlungen bekanntgegeben. verbände in Bochum unterbreitet. Angesichts der ernsten Be Berband der Gärtner unb Gärtnereiarbeiter. Mittwoch 8 Uhr im Gaal 1 mühungen, den Wünschen der Bergarbeiter gerecht zu werden, darf des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24-25, Gruppenversammlung der Landwohl erwartet werden, daß diese auch ihrerseits auf die immer drinschaftsgärtner. Bericht über die Tarifverhandlungen mit dem Arbeitgeberverband. gender gewordenen Bedürfnisse der gesamten Boltswirtschaft die erforderliche Rücksicht nehmen werden. # " Bezirksver Das Blatt erinnert daran, daß in Mitteldeutschland, vor allem im Mansfeldischen, vor dem Kriege zahlreiche„ reichstreue" Arbeitervereine bestanden, die eine Prätorianergarde der gewerkschaftsfeindlichen Arbeitgeber bildeten und die das Eindringen der Gewerkschaften in jenes Gebiet ungemein erschwerten. ,, Als die Revolution fam, ver. änderte sich die Lage blizschnell... Jene mitteldeutschen Industriegebiete wurden zum Schauplatz der erbittertften revolutionären Kämpfe". Inzwischen hat sich das Blatt wieder gewendet... Auf den Riebedschen Montanwerfen sind bereits mieder 15 Werts Rnoppenvereine gebildet, die, in einem Berantw. für den rebatt. Teil: Franz Klabs. Berlin- Lichterfelbe; für An. besonderen Verband vereinigt, Anschluß an den gelben National- zeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanftalt Baul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3. verband deutscher Berufsverbände gefunden haben. Hierzu 3 Beilagen. " Ohne die fommunistischen Quertreibereien war es am Ende möglich, auch diese Arbeiter über ihre wirtschaftliche Lage aufzu flären, ihnen die gewertschaftlichen Wege zu zeigen, auf benen fie allmählich vorwärtstommen fonnten. So aber ist dieses in feinem Egoismus maßlos aufgepeitschte„ revolutionäre Broletariat unferer Bewegung in trüber Erinnerung an den wahnwißigen Butsch im Frühjahr vorigen Jahres auf Jahre hinaus verloren. So wie im Mansfeldischen ist es überall wo die Turkestaner sich austobten, an die niedrigsten Instinkte appellierten, um in Beltrevo lution" zu machen. Die Zahl der neuen gelben und ,, vaterländischen" Bereine und die Zahl ihrer Mitglieder ist in Berlin größer als im ganzen mansfeldischen Bezirt. Die Entfesselung des Egoismus ist leichter als die Erziehung zur Solidarität und zur Einsicht in die Dinge. Wollen die Gewerkschaften verhüten, daß ihnen Streifbrecherorganisationen gegenübergestellt werden, daß das Heer der Indifferenten unsere Bestrebungen fabotiert, dann müssen ihre Mitglieder der fommunistischen Quertreiberei entgegentreten. Es ist genug des graufamen Spiels. Die Knappschaftsangestellten wollen nicht Beamte werden Seit Monaten wehren sich die Knappschaftsangeftellten dagegen, Das Blatt schildert turz die jüngste Tagung dieses Berdaß fie zu Beamten gepreßt werden follen. Eine Angestellten. bandes dieser Vereine in Deuben. Mit Schingdera und versammlung in Bochum nahm erneut dagegen Stellung, daß ihnen Bummsassa murde nationale Gesinnung gemi mt. auf diese Weise das Koalitionsrecht beschnitten und das Streifrecht In bunter Reihe gab's Facelzug, Zapfenstreich, Gebet, Weden, Playgenommen werden soll. Der Vorstand eines sogenannten Reichs- fonzert, Gedenffeier, Liedervorträge, Gedächtnisrede, Kranzniederverbandes der Bureauangestellten suchte den Knappschaftsangestellten legung, Rede des Reichstagsabg. Bergaffeffor Leopold in Bergmannsdie Beamtenherrlichkeit mundgerecht zu machen, holte fich dabei jedoch uniform..., Borbeimarsch, Festsaal mit Girlanden und Fahnen in die verdiente Abfuhr. Sein Vorgehen wurde aufs schärffte miß- den alten deutschen Landesfarben, Fahnen der Vereine, Be billigt und seine Abänderungsvorschläge zum Entwurf des Reichs- grüßung..., Vaterlandshoch, Deutschlandslied... Beifall, Konzert, fnapschaftsgefeges abgelehnt. Die Angestellten halten nach wie vor Ball. Das war der Verbandstag. an der Regelung ihrer Anstellungsbedingungen durch Privatvertrag feft. Der Beitritt zur freigewertschaftlichen An gestelltenorganisation war hier die einzig richtige Antwort. Anträge auf Verbindlichkeitserklärung von Tarifverträgen Uebergang ber bisherigen Aufgaben des Reichs. arbeitsministeriums hinsichtlich der Allgemein Berbindlicherflärung von Tarifverträgen auf das Reichsamt für Arbeitsvermittlung Zur Entlastung des Reichsarbeitsministeriums ist die Ent. fcheidung über die allgemeine Verbindlichkeit von Tarifverträgen einschließlich der hiermit zusammenhängenden Aufgaben, insbeson. dere der Führung des Tarifregifters, mit Wirkung vom 15. Juni ab dem Reichsamt für Arbeitsvermittlung über tragen worden. Nachdem die Aufgaben fast drei Jahre lang im Reichsarbeitsministerium bearbeitet worden sind und die Auslegung der in Frage fommenden Gesetzesvorschriften in den wichtigsten Buntten feststeht, bestanden feine Bedenten, die weitere Bearbeitung in die Hand einer Mittelbehörde des Reiches zu legen, ber verwandte Aufgaben, wie die Tarifstatistik und die Führung des Tarifarchivs bereits obliegen. Da gleichzeitig die eingearbeiteten Beamten der bisherigen Tarifabteilung des Ministeriums in der Mehrzahl in das Reichsamt für Arbeitsvermittlung übernommen werden, so erscheint die reibungslose Durchführung der Aufgaben auch ferner gewähr leiftet. Die Bearbeitung der grundsäglichen Fragen des Tarifper Achtung, Metallarbeiter. Die Urabstimmung über ben tragsrechts, insbesondere seine gefegliche Ausgestaltung, bleibt meiter Schiedsspruch betreffend, ist die Herausgabe der Stimm. bei dem Reichsarbeitsministerium. Anträge auf Erklärung der all- zettel burch bas Berbandsbureau megen technischen Schivieriggemeinen Verbindlichkeit von Tarifverträgen find vom 15. Juni 1922 feiten unmöglich. Die Betriebsräte haben aus dem Grunde in den ab unmittelbar an das Reichsamt für Arbeitsvermittlung, Berlin Betrieben die Stimmzettel selber herzustellen und mit dem nw. 6, Luisenstr. 32-34, zu richten. Betriebsratsstempel zu versehen. Die Ortsverwaltung. SPD.- Delegierte zur Generalversammlung der Metallarbeiter! Montag, den 12. Juni, 4% Uhr, im Lokal Albert, Invalidenstr. 34, Borbesprechung. Jeder einzelne Delegierte muß vertreten sein. Der Fraktionsvorstand. DUNLOP Gummibereifung Die Weltmarke bürgt für Qualität! Jogal hervorragend bewährt bei: Grippe Herenschuß Nervenschmerzen. Gicht Rheuma Ischias Togal stillt die Schmerzen und scheidet die Harnsäure aus. In allen Apothelen erhältlich. Best. 64,3% Acid. acet. salic., 0406% Chinin, 12,6% Lithium, ad 100 Amylum. Ausführl. Broschüre gratis und franko. Fabrik Pharmacia, München 27. ähne 15 u. 20 M. mit Friedenskautschuk 3 Jahre schriftl. Garantie. Zahnziehen mit Betäubung bei Bestellung von Gebissen gratis. Kronen v. 30 Mk. an. Spez.: Zähne ohne Gaumen. Keine Luxuspreise ahn- Praxis Hatvani, Danziger Straße 1. Nähmaschinen A.Wertheimer für Haus und Gewerbe Erstklassiges deutsches Fabrikat( nur Leipziger Str.) 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Beilage des Vorwärts Das„ Korrespondenzblatt" des ADGB. veröffentlicht in seiner letzten Nummer einen Artike: über die Frage des Soziallohns, dem wir folgende Ausführungen entnehmen: Neben der gleitenden Lohnstala beschäftigt der Soziallohn noch immer die weiten Kreise derer, die sich mit Lohnfragen befassen. unter dieser Bezeichnung hat sich der Familienlohn eingeführt- findet begeisterte Lobredner in den Kreisen bürgerlicher Sozialpolitiker und auch der Unternehmer. Weit mehr ablehnend stehen ihm die Arbeiter gegenüber. Nur im Lager der christlichen Gewerkschaften hat er auch unter den Arbeitern viele Anhänger, wobei aber weniger lohnpolitische als fittliche Gründe geltend gemacht werden. In der christlichen Gewerkschaftspresse wird des öfteren darauf verwiesen, daß der christliche Arbeiter die Familie ethisch ganz anders bewerte, als der freigewerkschaftlich Organisierte. Dieser sei für Einschränkung der Kinderzahl, während in christlichen Kreisen viele Kinder für Segen gehalten würden. Das sind aber Fragen, die außerhalb jeder Lohnpolitik stehen, die infolgedessen auch bei der Stellungnahme auszufcheiden haben, wobei wir auch dahingestellt sein lassen wollen, ob es sittlicher ist, Kinder in großer Zahl ohne Rücksicht darauf in die Welt zu sehen, wie sie ernährt werden können und was der Familienvater dazu beitragen kann, ihrem Fortkommen förderlich zu sein. Als besonderer Vorzug des Menschen gilt doch nun einmal, daß er mit Vernunft begabt ist oder es doch wenigstens sein soll. Auch daß die sozialistisch gesinnten Arbeiter für die Gleichheit der Existenzbedingungen sind, wird den Gewerkschaftern vorgehalten und daraus gefolgert, daß sie für den Familienlohn sein müßten, da gleicher Lohn für Verheiratete und Unverheiratete verschiedene Lebensmöglichkeiten schaffe. Dadurch werde der Grundsatz der Solidarität verletzt, der seinen Ausdruck in dem Worte finde: Einer für alle, alle für einen. Wenn die Arbeiter von der erwünschten Gleichheit der Lebensmöglichkeiten reden, so haben sie das nie so aufgefaßt, wie hier unterstellt wird. Sie haben vielmehr diese Gleichheit, die der Leilerei ganz außerordentlich ähnlich sieht, stets abgelehnt. Alles das flingt, als höre man Anhänger der längst überwundenen Lohnfondstheorie, deren Anhänger glaubten, daß nur ein bestimmter Bruchteil des Kapitals als Lohn verausgabt werden könne, der sich nicht überschreiten laffe. Aber sagen wollen das diese Leute nicht, sie umkleiden nur mit allerlei Redensarten ihre dahin. gehende Meinung, daß es die Arbeiterschaft sei, die die Not der Zeit ganz allein auf sich nehmen müsse. Sonntag, 11. Juni 1922 9. Abt. 7 Uhr bei Hübner, Wilsnader Str. 34, Funktionärversammlung. 10. Abt. 72 Uhr bei Trümper, Flensburger Str. 3, Funktionärsizung. 12. Abt. 7% Uhr bei Schmidt, Wicleffstr. 17, Funktionärsigung. 14. Abt. 7% Uhr bei Gillwald. Buttbuser Str. 24, Funktionärsigung. 15. bt. 7 Uhr bei Obligo, Stralsunder Str. 11, Sigung der Parteifunktionäre, Betriebsvertrauensleute und Elternbeiräte. Betriebsvertrauensleute. 16. Abt. 7½ Uhr bei Krüger, Hussitenstr. 34, Sigung der Funktionäre und 18. Abt. 7 Uhr Funktionärfonferenz bei Hochheim, Bankſtr. 82. 19. Abt. 8 Uhr bei Mielsch, Christianiastraße 115, Gigung der Bezirksführer And Betriebsvertrauensleute. 21. Abt. 7½ Uhr Funktionärversammlung bei Fuchs, Weddingstr. 5. 23. Abt. 7 Uhr Funtionärsizung der Bezirksführer und Betriebsvertrauens24. Abt. 7% Uhr Funktionärsigung bei Winzer, Chriftburger, Ede Winsstraße. 27. Abt. 7 Uhr im Konferenzzimmer der Schule Sonnenburger Straße 20. leute bei Grunewald, Kameruner Str. 19. Sigung der Bezirksführer, Elternbeiräte und Betriebsvertrauensleute. 6 Uhr ebenda Sigung des Abteilungsvorstandes. In der Zeit der riesenhaft anschwellenden Profite, in der Zeit Der Kapitalverschiebungen und Gewinnverschleierungen, in der Zeit der Steuertrückebergerei sollen zahlreiche Arbeiter sich gefallen lassen, daß ihnen der Lohn zur Berbilligung der Produktion gekürzt wird. Denn anders ist es nicht. Die Unternehmer und die ihnen nahestehenden Kreise wissen ganz genau, wie groß der Abstand zwischen 31. bt. 7½ Uhr bei Goldschmidt, Stolpischestr. 36, Gizung sämtlicher FunkVerdienst und Preisen geworden ist. Sie können die Berechtigung 35. st. 7½ Uhr bei Kaminski, Boigtstr. 35, Sigung der Funktionäre, Beder Lohnforderungen nicht in Abrede stellen, aber sie wollen durch 39. Abf. 8 Uhr Funktionärkonferenz bei Schirm, Charlottenstr. 8. den Soziallehn den Ledigen zwingen, die Lohnzulage für den Ver- 40. Abt. 7% Uhr bei Keufner, Hagelberger Str. 20a, Gigung fämtlicher Funkheirateten zu zahlen. tionäre. triebsvertrauensleute und Elternbeiräte. tionäre, Betriebsvertrauensleute und Elternbeiräte. 41. Abt. 7% Uhr Sigung sämtlicher Funktionäre bei Schult, Mariendorfer Straße 5. 43. bt. 7% Uhr Bezirksführersigung bei Bruhns, Gräfestr. 40. Betriebsvertrauensleute und Elternbeiräte. Kein Arbeiter denkt daran, an den besonderen Verhältnissen der Verheirateten gleichgültig vorüberzugehen. Auch im„ Korrespon- 44. bt. 7 Uhr bei Gläser, Rotibuser Ufer 39-40, Gigung der Funktionäre, denzblatt" ist schon darauf hingewiesen worden, daß die AllgemeinElternbeiratswahlen für die höheren Schulen heute, Sonntag, 11. Juni. Bäter und Mütter! Bekämpft die Schulreaffion! Stimmt für die Liste aller Linksparteien! 46. 26t. 72 Uhr Sigung der Abteilungsleitung und Funktionäre bei Geißler, Staliger Str. 59. 48. Abt. 7% Uhr hei Lubasch, Ritterstr. 20, Funktionärkonferenz. 57. Abt. 7% Uhr Funktionärsigung bei Stübe, Bleibtreustr. 47. 82. Abt. Steglig. 8 Uhr Gigung des Agitationsausschusses im Schweizerhäuschen, Berlinischestr. 8.- Vorher 7½ Uhr tagt der engere Borstand. 85. Abt. 7 Uhr Lofal Hansen, Borussia-, Ecke Neuestraße, erweiterte Borstandssigung. Alle Vorstandsmitglieder, müssen erscheinen. 103. Abt. Oberschöneweide. 8 Uhr Borstands- und Funktionärsigung im Ronferenzzimmer der Kottmeyer- Schule, Eingang Frischenstraße. Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer Groß- Berlins. Sigungsfaale des Bezirksvorstandes, Lindenstr. 3, Gigung. Thema: Bildungsarbeit der Gewerkschaften". Ref. Alegander Knoll. Uebermorgen, Dienstag, den 16. Juni: 4 Uhr im Die 6. Abt. 7% Uhr Sigung aller Funktionäre bei Dobrohlam, Swinemünder Straße 11. heit ein Interesse an gesundem und tüchtigem Zuwachs hat, und daß 7. bt. 7½ Uhr Mitgliederversammlung in Köhlers Feftsälen, Steckstr. 24. sie deshalb den Verheirateten in jeder Beziehung entgegenkommen muß. Hier liegt ein besonderes gesellschaftliches Interesse vor, das gesellschaftliche Verpflichtungen nach sich ziehen muß. Gesagt tann werden, daß auch die Unternehmer das anerkennen, aber sie meinen, solange fönne der Verheiratete nicht warten. Nun, wenn Unternehmer und Arbeiter sich darin einig sind, dann wird es auch nicht schwer fallen, rasch etwas Gutes von Gesetzes wegen zu schaffen. der Soziallohn gegen den Willen der Arbeiter durchgeführt werden soll. Es wird das jedenfalls leichter sein und rascher gehen, als wenn Groß- Berliner Parteinachrichten. 13. Thema: Genua, Reparationen und Sozialdemokratie". Ref. Dr. 8echlin. Die Funktionäre finden sich eine halbe Stunde vorher ein. Nähere Mitteilungen über den Ausflug am Sonntag, den 18. Juni, in der VersammYung. f. 7% Uhr Gigung der Bezirksführer und Betriebsvertrauensleute bet Teichert, Lübecker Str. 8. Genossen Arthur Häusler. 74. Abt. Behlendorf. 7½ Uhr im Kaiserhof, Potsdamer Straße, Vortrag des 105. Abt. Adlershof. 7½ Uhr Mitgliederversammlung in der Schule Radickestraße 11. Thema: Das Reichsmietengefeh". Ref. Gen. Felgentreu. 114. Abt. Zichtenberg. 7 Uhr Mitgliederversammlung bei Nienäder, Atroffener Straße 14. 115. Abt. Lichtenberg. 7½ Uhr Funktionärsikung bei Gonell, Jung-, Ecke Scharnweberstraße. 135. Abt. Karow. 8 Uhr Mitgliederversammlung und 8ahlabend bei Berndt, Dorfstraße. Alle Mitglieder müssen erscheinen. Frauenveranstaltungen am Montag, den 12. Juni: Arbeitereltern! Die Rinbergruppen bes 17. Kreises spielen am Sonntag wieder 78. Abt. Schöneberg. 7 Uhr in der Turnerlaube, Aprikosenweg. Thema: auf dem Spielplag Normannenstraße. Treffpunkt 4 Uhr vor dem Jugendheim, Parbaue 10. 5. 6. 7. ris. Montag 7 Uhr Kreisvorstandsfigung bei Reim, Urbanstr. 29. reis. Friedrichshain. Montag 7½ Uhr Beitungskommissionssigung fämtlicher Mitglieder bei Bauer, Frankfurter Str. 1. Erscheinen aller Mitglieder dringend notwendig. Kreis. Charlottenburg. Montag, den 12. Juni, 8 Uhr, erweiterte Sigung im Stadtverordnetenjigungssaal des Rathauses. 16. Abt. 7% Uhr bei Steinte, Hermsdorfer, Ecke Suffitenstraße. Thema: ,, Die Stellung der Frau in der Weltgeschichte". Ref. Dr. Schütte. Frauenkrankheiten". Ref. Frau Dr. Foth. Bon 4 Uhr ab gemeinsames Kaffeekochen. Kinder und Gäste willkommen. Jugendveranstaltungen. Morgen, Montag, den 12. Juni: 9. Kreis. Wilmersdorf. Montag, den 12. Juni, 7½ Uhr, bei Rollat, Heidelberger Platz 1, erweiterte Borstandssigung. Die Abteilungsführer werden statt; auf der Tagesordnung steht: 1. Bortrag: Die Mädchenarbeit im neuen gebeten, das Material beir. Elternbeiratswahlen mitzubringen. Es ist immer so gewesen, daß der Lohn der Leistung entsprechen sollte. In dieser Beziehung konnten die Unternehmer früher gar feinen Maßstab finden, der ihnen genau genug erschien. Der Kampf um die Akkordarbeit, ohne die die Unternehmer angeblich nicht aus= kommen können, ist daraus entstanden. Deshalb ist um so auffälliger, daß die Unternehmer plöflich ihr soziales Herz entdecken und nun für den Familienlohn schwärmen. Sie geben dabei an, daß auch sie für die Bezahlung der Leistungen seien, daß aber 3uschläge an den Berheirateten der besonderen Ausgaben wegen, die er zu machen habe, notwendig seien. Keinem von ihnen fällt aber dabei ein zu sagen, daß er den Verheirateten damit ein Geschenk zu machen beabsichtige. Verdient muß auch der Zuschlag werden. In der Arbeitergeber- Zeitung" ist auch in diesem Zusammenhang offen ausgesprochen worden, daß die Unternehmer gezwungen seien, die Produktionskosten so niedrig wie möglich zu halten, und daß sie demzufolge die Entlohnungsweise bestmöglichst dem tatsächlichen Bedarf, jedes einzelnen Lohnempfängers anpassen müßten, bazu zwinge der wirtschaftliche Drud, unter dem wir stehen. Das ist ähnlich dem, was der Kölner Schlichtungsausschuß in einen Spruch vom September vorigen Jahres ausführte. Er sprach sich dort, entgegen dem Willen der Arbeiter, für Zuschläge für Ver- 20. heiratete aus. In der Begründung wurde gesagt:„ Die ArbeitsDie reine Leileistung muß wirtschaftlich gewertet werden.... stungsbezahlung setzt jedoch eine gesunde Wirtschaft voraus, die es gestattet, jeden Arbeiter sc zu bezahlen, daß er von seinem Arbeitsverdienst eine größere Familie angemessen unterhalten kann. Unsere 1. zeitige Wirtschaft ist jedoch nicht gesund, es ist nicht möglich, in ihr den Arbeitslohn so hoch zu bemessen, daß jede Arbeit davon eine größere Familie forgenfrei ernähren kann... 14. Kreis. Neukölln. Montag, den 12. Juni, 7 Uhr, Funktionärversammlung in der Aula des Realgymnasiums, Raiser- Friedrich- Str. 210. Thema: Die drohenden Gefahren der sozialpoltischen Gesetzgebung. Ref. Gen. Schröder. Kreis. Lichtenberg. Montag 7½ Uhr Funktionärtonferenz im Arbeitsamt, Schreiberhauer Straße, Eingang Marktstraße, Frauenabteilung. Wichtige reis. Weißensee. Montag, den 12. Juni, 7% Uhr, im Lokal Gampe, Tagesordnung. 17. 18. Lichtenberger Str. 8, Kreisfunktionärversammlung. Kreis. Montag 7 Uhr Rathaus Wittenau, großer Gigungsfaal, erweiterte Kreisvorstandssitung. Jede Abteilung muß vertreten sein. Um 6 Uhr Sigung der Abteilungsleiterinnen ebenda. 4. Kreis. Prenzlauer Berg. Dienstag, den 18. Juni, 7 Uhr, Kreisvorstandssigung bei Burgy Prenzlauer Allee 189. Morgen, Montag, den 12. Juni: 4. 8. t. 7½ Uhr bei Ron, Linienstr. 202, Vorstandssigung mit den Bezirksleitern und den Betriebsvertrauensleuten. Abt. 7% Uhr erweiterte Borstandssigung Lokal Lötschert, Neue Friedrichftraße 108. b. 7 Uhr bei Rickert, Steinmezstr. 36, Gizung der Bezirksführer und Betriebsvertrauensleute. Rudolph BERL N C. Hertzog BREITESTRASSE BRUDERSTRASSE RASSE Im Jugendheim in der Lindenstr. 3 findet eine Mädchenkonferenz um 7 Uhr Geschäftsjahr". Ref. E. Ollenhauer. 2. Wahl einer Vertreterin in den Be zirksvorstand. ( Schluß des redaktionellen Teils.) Kaufe Deinen Trauring direkt in der Fabrik H. 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August, Trianon- Th. Täglich 8 Uhr: U: ,, Gretchen Moral Gläßner, Roberts. Burg, Limburg, Berliner Th. Junkermann, 730: Madame Flirt 8 Schroth Central- Theater Theater des Ostens U: Mädels V. Davos Rose- Theater) Auf d. Gartenb 5.U.: Deutsch Opernhaus Berlin- Wien- Konstantinopel 7 Tannhäuser U.: Intimes Theater 8: Die Peitsche und? Laut doch nicht immer nackt herum Lustspielhaus 8 Uhr: Der Werwolf Metropol- Theater Komische 74 Oper 78 Der Meister vom Montmartre Offenbachs Liebesleb. 7 Uhr: Bajadere SCALA Neues Operett.- Th. Gastspiel der Retter- Bühnen 8: Casanovas Sohn Neues Th. am Zoo 8 Uhr: Scampolo Neues Volkstheater 71/2 U.:. Schuster Aiolos Tägi 8 Uhr Internationales Varieté Sonnt.3,30 zu halb Preis d.volleProg Schiller- Th, Charl. TALENTZ 3 Uhr: Ein Wintermärchen SU Charleys Tante Thalia- Theater 7 Die Herren von und zu.. 12 Th. a. NollendorfplVARIETE 4 Uhr: Die Pfarrhauskemidic 73/4 Verliebte Leute U.: Theater d. Westens von Gerhart 8: Elga Haapimaan Wallner- Theater 3 U.: D. Troubadour 7% U.: Die belden Nachtigallen Walhalla- Theater Im TamentalenPalast. 83 30 Das WeltstadtVarietéProgramm. 4 Uhr $ Uhr: Das Gast- Tanztee haus zur Liebe HA Spielplan vom 9. bis 15. Juni 22 Näheres Ansahlagaäulen UFA- PALAST AM 200 Dr. Mabuse, der Spieler, II. TAUENTZIEN- P. D. Strandnixe KURFÜRSTEND. Der Mann ohne Namen bis Mont. III.Toil ab Dienst. IV. Teil KAMMER- LICHT Fridericus Rex I.. I. Teil NOLLEND- PL.4 Ueber den hohen Bergen MOZARTSAAL Herrin der Welt II. Teil FRIEDRICHSTR Dr. Mabuse, der Splolerfi. ALEXANDERPL Die Intriguen der Madame de la Pommoray WEINBERGSW. Herrn Arnes Schatz SOHONEBERG HAUPTSTR. 49 Der Mann ohne Namen II. Toil. HASENHEIDE 28 Der Raub der Dollar prinxossin UHA Kalte and warme Küche. Kain Weinzwang. BUC Potsdamer Str.38 Frau Sünde Turmstr. 12 Das Mädchen aus dem goldenen Westen Alexanderpl.- Passage Dr. Mabuse I. Teil WIEN Nil Operette in 3 Akten Die Prinzessin v. 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Restlos holen sie aus dem klingenden Stahl heraus, was darin geschlummert hat und führen es zum Siege. Es ist kein Sport, sondern eine Bilanz der Arbeitskräfte, und das Fazit ist zufriedenstellen. Nicht darum handelt es sich, Kilometer zu fressen, sondern zu zeigen, was Material, kunstvoll zusammengees kommt ganz darauf an, ob der Kuß ohne Folgen fügt, zu leisten imstande ist. Nach dem Kriege zeigten sich an einem Wilhelm Wieringer, 3. 3. Schmied: " Pemberlein, hast du' ne Ahnung. Immer feste druff!" Margarete Boom, Heimarbeiterin mehrerer Majestäten: ,, Erlauben Sie, und ob! Ich möchte doch schön bitten! Sie fragen noch?"( Das Schreiben geht noch einige Seiten lang fort, hält sich jedoch im Rahmen der obigen zwei Zeilen. Außerdem find nicht soviel Fragezeichen und Ausrufzeichen in der Maschine.) Euphemia Säuerlich, Rentiere: Meine deutschen Start das erstemal Motorräder aus Ländern, die bes deutend find in ihrer Industrie. Und es wurde ein heißes Ringen mit Maschinen, die innerhalb unserer Grenzen entstanden sind, ausgefochten. Daß sie unterlegen sind, zeigt, wie viel noch nötig ist, um ein Gebiet zu erobern, auf dessen Spizze zu stehen, sich in erster Linie bei den Arbeitern auswirken wird. Längere Technik im Bau, porsichtigere Wahl des Materials zeichnete die Siege der englischen Maschinen aus, die die einzigen blieben, gegen die die deutschen Räder ihre Waffen streden mußten. Belgier und Franzosen wie auch Amerikaner konnten nicht mit der den deutschen Rädern inne. wohnenden Kraft fonkurrieren, obgleich sie das Beste herübersandten, was sie auf dem Markte hatten. " Det is ne komische Frage, wo, wie wir gestellt sind, könnten wir ein Lied von singen, wenn wir wollten, wollen aber nich, Disgrezzion Ehrenfache. Ich meine doch die feinen Herrschaften, womit die Herren Männer, wo uns brauchen, gemeint sind, können sich die beherrschen! Kuß ist fnorte, aber wo heutzutage, frage ich? Und ein Ei fostet beinahe sechs Mart. Das sind Zustände, sagt schon ,, Lieber Bemberlein! Halten Sie mich bitte nicht für jüdisch, Das erste Rennen mein Baul, und der ist aufgeklärt! Auf den Kuß fommt es nicht weil ich eine Frage mit einer Frage beantworte. Ich hatte es für sollte 74 Mann auf die Reise schicken, von denen jedoch 20 am Start mehr, an, war einmal! und ohne Fleiß fein Preis. Die Mächens, selbstverständlich, daß ein Kuß eine Verlobung bedeutet. aufgaben. Kleine Maschinen mit 1,14 ADAC PS, der neueste wo uns fonfurrieren, stellen sich wunderwie an und treiben es heim- Frage: Bedeutet auch eine Kuß hand die Verlobung? Ich stand Industriezweig der Automobilfabriken, eingebaute Motore in Fahrlich, auf uns fagen sie, daß wir es unheimlich treiben, das fennen por vierzehn Tagen vor dem Café Jofty am Potsdamer Plaz, als rädern zeigten ihre Kunst und liefen drei Kunden über 25,5 Kilowir schon! Von einem Kuß geht feine Farbe und keine Verzierung bei Wertheim ein Herr eine Kußhand warf, die ich als auf mich meter in einem durchschnittlichen Tempo von 60,4 Kilometer Etunab, aber was ein Mann ist und fein Jüngling ohne Bart, verlangt gemünzzt betrachte. Ich habe die Adresse dieses Herrn feststellen dengeschwindigkeit. Die drei ersten im Ziel waren Räder von der was Solides. Geht in Ordnung. Wenn ein Ruß eine Verlobung laffen und will ihn auf Erfüllung des Eheversprechens einflagen. wäre, ach Du lieber Gott, die Jubileums! Das ist lachhaft, nenne Was halten Sie davon?" ich so etwas, und das können Sie Ihren Lesern von mir aus sagen, denn ich bin seit zwanzig Jahren dabei. Hochachtungsvoll!" * Oberlehrer Dr. Rohlkopf schreibt: Ihr Frage zerfällt vor dem kritischen Hinblick in zwo Teile: a) wieso, b) wem, c) wohin. Was nicht so ohne weiteres von der Hand zu weisen ist. Ad a: die Bekleidumstände. Geht aus der Natur der Sachlage hervor. Es entscheidet der individuelle Maßstab. Man muß also den einzelnen Fall kritisch untersuchen, ehe ein objektiver Stab gebrochen werden könnte. Nun zu Punkt b. B₁: Don wem. B2: zu messen. Hier müssen die Erziehung, die Standeszugehörigkeit, die Weltanschauung und der jeweilig herrschende Status der guten Sitten als strafverschärfend resp.-ver= mindernd im Auge behalten werden. Zu c: hier darf in die Unterschiede der Geschmäder nicht mit zu rauher Hand eingegriffen werden. Auch die Gesamtperspektive muß gewahrt bleiben. Ich bin zu weiteren Auskünften gern bereit, eventuell auch telephonisch." * Fräulein Anna Schulze, Stenotypistin: Ihre Frage, lieter Tobias Pemberlein, ist von einer Naivität, die ich bei Ihnen gar nicht gesucht hätte. Bei Ihnen ist ein Kuß bestimmt keine Verlobung, bei mir, daran muß ich festhalten bei= nahe! Im großen und ganzen finde ich, daß die Frage ebenso dumm wie tattlos ist; denn erstens bedeutet ein Kuß für jeden Menschen etwas anderes, und zweitens ist er ganz entschieden Privatsache derjenigen, die ihn täligen". Daß eine Tageszeitung wie die von Ihnen durch den Kakao gezogene teine heftigeren Sorgen hat, ist lediglich eine Illustrierung des Gejammers über Papiermangel..."( Bravo! T. P.) Professor Queller, Sittenwart: Erich Käse, Schriftsteller: In der Praxis fann ich nicht mitreden. Theoretisch verstehe ich unter dem Ruß das Aufeinanderlegen zweier zu diesem Zwecke nahe gebrachter Lippenpaare. Zur Entscheidung darüber, ob damit eine Verlobung gemeint ist, dient das Kriterium seelischer Komponenten. Tritt im Momente des Kusses der Wunsch oder der Vorfah über die Schwelle des Unterbewußtseins, den akuten Zustand in einen chronischen zu verwandeln..."( Der Saz ist noch furchtbar lang, aber wir wissen schon, was er will. T. P.) * Gustav Bendom, Gastwirt( start angetrunken): „ In der Jugendzeit die Jugendzeit ein Lied mir iiiiimerdar Andreas Tüffte, Portier: " aus Marte DKW., die Ueberlegenheit im Stil und große Schnelligkeit vor allen anderen entwickelte. 1. Ebstein- Charlottenburg 25:19; 2. Urban- Löbau 26; 3. Thiele- Rathenow 26:18. Leider ist bei diesem Rennen laut Mitteilung der Rennleitung der Fahrer Mar Süde Berlin durch Gabelbruch in der Nordschleife gestürzt und zog sich eine leichte Gehirnerschütterung zu. " Rennen 2 zeigte Ausländer am Start, während das vorhergehende lediglich von deutschen Maschinen bestritten wurde. Gie waren in vorzüglicher Form, mußten aber auf der gleichen Strecke wie vorher, bei Maschinen von 2,67 PS., den Sieg einem„ Wanderer" überlassen. Dieses Rennen entwickelte die Geschwindigkeit von 75 Kilometer. Gleich als zweiter hatte eine englische Douglas". Maschine den Lorbeer zu pflücken, während als dritter wieder ein ,, Wanderer" notiert wurde. 1. Schuster Chemnitz 20: 2; Mihingt 2. Kagerer- München 20: 10; Urban- Löbau 21:38. " Die letzten drei Rennen konnten alles englische Fabrikate holen, und zwar Rennen III über 34 Rilometer 3,8 PS. Stundengeschwindigkeit 93,3 Kilometer 1. Högel- München auf Engl. Triumph" Wenn id mal' n paar von die Aester in meine Hausflur er in 21: 50; 2. Schuster- Chemnitz auf Wanderer" in 21:54; 3. Möhwische, hau ick elende mit' m Scheuerlappen mang!" dem alle Streise auf tiefste bewegenden Thema folgendermaßen: Unser Mitarbeiter Mich. v. Lindenheden äußert sich zu Wer sich die Schnute nach Genüssen wischt, Der soll auch vor den Folgen nicht erschrecken. Ich aber halt vom ganzen Küssen nischt Und zeichne als Ihr Mich. v. Lindenheden. Der Kampf der Motorräder. Erster Renntag auf der Avusbahn. Was Arbeiterhände in Werkstätten und an sausenden Maschinen geschaffen haben, fand seine Auferstehung aus totem Eisen und 17 " ringer auf„ Viftoria" in 22: 42. Rennen IV über 42,5 Kilometer 5,7 PS. Stundengeschwindigkeit 84,9 Kilometer: 1. Rellringer. München auf„ Engl. Triumph" in 30: 2; 2. Sachs- Reichenbach auf , Wanderer" in 30: 16; 3. Schwarze auf" Wanderer" in 32: 32. Rennen V:„ Austragung der ADAC.- Kraftradmeisterschaft auf der Straße 1922" über 85 Kilometer. Offen für alle Stärken. Stunden. geschwindigkeit 94,9 Kilometer. 1. Rössig- Berlin auf ,, Douglas" 3,8 PS. in 53: 46; 2. Högl- München auf„ Engl. Triumph" 3,8 PS. in 54:45; 3. Wenzel- Düsseldorf auf NSU.( deutsches Fabrikat) 4,0 PS. in 59: 53. Die heutigen Rennen der Automobile beginnen auf der Avusbahn um 2 Uhr. Die Fröbelstraße. Im Kußwelen herrschen augenblicklich unhaltbare Zustände. wurde zum Leben erweckt. Brüllende Akkorde raftlosen Dentens Wer öfter Gelegenheit nimmt, nach Anbruch der Dunkelheit in den der großen Massen der Ingenieure flangen hinaus in die Menschen- Im Etats ausschuß der Stadtverordnetenversammlung gab Gebüschen des Tiergartens herumzuschleichen, tann haarsträubende mengen, die gestern im Grunewald staunend die Zeit, gefangen in es gestern eine überaus hißige Debatte über die Zustände in der Beobachtungen machen. Unter der früheren Regierung fonnte so der Schnelligkeit, vorübereilen sahen. Menschen liehen ihre Nerven Fröbelstraße. Bekanntlich hat die Stadtverordnetenversamm etwas einfach nicht vorkommen. Ich bin für Einrichtung eines und fnüpften fie an ihre Maschinen, die über die Straße jagten. Tung bereits seit längerer Zeit die Trennung der Geschlechts Ruß- Streifentommandos beim Berliner Polizeipräsidium. Ferner Knatternd flatterten die Delwolfen hinter ihnen zu Fetzen zerrissen franten station für Prostituierte vom städtischen Obs für Erlaß eines Gesetzes, daß jeder Kuß vierzehn Tage vor Berab- her, und schwangen sich begierig in die heiße Luft des Juni. Rafend dach gefordert, und der Magistrat hat neuerdings beschlossen, diese reichung beim zuständigen Standesamt zur Genehmigung eingereicht schoffen die Motorräder die Automobilstraße hinunter, entfchwanden Station nach Rummelsburg hinauszuverlegen. werden muß, ferner, daß er nur vor mindestens drei Beugen abfol- den Augen, um ebenso schnell wieder am Horizont aufzutauchen Alle Fraktionen waren sich mit dem Magistrat darüber einig, viert werden darf. Ein Kuß bedeutet nicht nur die Berlobung, son- und mit Brülen sich in die Kurven zu stürzen. Im unablässigen daß die jeßige Unterbringung der geschlechtskranken Prostituierten dern de facto Einleitung der Präliminar- Ehe mit nachfolgendem Rund der Straße zogen sie ihre Strecke, bis sie durchs Ziel gingen, unwürdig sei und daß die Zustände, die sich vor dieser Station Trauzwang. Alles in allem müßte der Kuß schon darum verboten und bejubelt heimkehrten. Zeugen eines wagemutigen und starken in der Fröbelstraße entwickelt haben, nicht länger ertragen werden werden, als er gewöhnäich nur zur Einleitung weiterer Ob- Geschlechts, an denen die Arbeiter und Ingenieure ihren Teil Lor- können. Sehr eigenartig aber mutete es an, daß ausgerechnet der szönitäten dient..." beeren ernten dürfen. Fahrer, die dem Tode mit Kaltblütigkeit ins Sprecher der Deutschnationalen sich zum Anfläger des Ma28] Der Ruf durchs Fenster. Roman von Paul Frant. . Wenn bloß der Text nicht so merkwürdig abgefaßt wäre!" rief der Arzt. Was heißt das: Verschwunden?!" jammerte Frau Hedwig. Der Theaterdirektor zuckte die Achseln. " Wohin ist er verschwunden?" flagte Frau Hedwig. Was bedeutet das überhaupt? Ist ihm ein Unfall zugestoßen? Hat ihm jemand etwas getan? Ist das Wahrheit, Lüge oder Verschleierung?" " Ich kann das ebensowenig wissen wie Sie, gnädige Frau." sagte der Arzt. 11 11 Wir hätten ihn nicht fahren lassen dürfen!" schluchzte sie. Wir haben immerhin unser möglichstes getan!" " Nein! Das haben wir eben nicht getan! Einen kranken Menschen darf man nicht eine so weite Reise unternehmen laffen!" Wollen Sie am Ende die Krankheit Ihres Mannes mit diesem Ereignis in Zusammenhang bringen? Das wäre eine immerhin fühne Kombination!" Albert hat es doch nicht nötig, Gastspiele zu unternehmen! Er braucht das Geld nicht! Er hätte weiter hier bleiben müssen und nicht fortfahren dürfen! Wir sind schuld an seinem Unglück! Wir ganz allein!" " Beruhigen Sie sich doch, gnädige Frau. Es kann ja noch alles gut werden!" In diesem Augenblick trat Franz Sermian, der Kritiker des Tageblatt", ins Zimmer. Mit einem Blick hatte er die Situation erfaßt. Als Frau Hedwig feiner ansichtig geworden war, stürzte sie ihm mit einem Aufschrei entgegen. " Man weiß also schon..." fragte Sermian. Und Sie?" entgegnete rer Arzt. Ist auf der Redaktion etwas befannt?" " " Wir haben ein Telegramm erhalten." Wir auch..." sagte der Arzt und zeigte dem Kritiker die Depesche. " Das ist gleichfam der Ertraft..." erklärte Sermian, nachdem er gelesen hatte.„ Wir haben auführlicheren, aber darum nicht flareren Bericht." Was weiß man bei euch?" " Albert Reuß ist am Abend ins Theater gekommen, eine| bemühten, die jedoch Zuspruch und Beistand gleich eigensinnig Tatsache, die von mehreren Personen mit eigenen Augen ge- ablehnte. Anna soll meinen Koffer packen.. Bitte, Doktor, sehen worden ist. Nachher hat ihn feiner mehr erblickt. Reuß forgen Sie dafür, daß es geschieht..." ist aus seiner Garderobe verschwunden." auf. Frau Hedwig schluchzte statt einer Antwort herzzerbrechend ,, Eine tolle Geschichte..." murmelte der Theaterdirektor. ,, Aus der Garderobe verschwunden" wiederholte der Arzt. ,, Warum ist er gefahren?" flagte Frau Hedwig. Meine Ahnung, meine Ahnung! Mit aufgehobenen Händen habe ich ihn gebeten hierzubleiben... als ob ich dieses furchtbare Schickfal geahnt hätte... Sie haben ihn auch gebeten, Doktor, nicht wahr? Aber er hat nicht auf uns hören wollen! Und nun ist alles... alles vorbei.. 44 " Durchaus nicht!" rief der Kritiker. Der Fall liegt unKlar, aber doch nicht verzweifelt! Wir wissen vor allem noch gar nichts über das Schicksal Ihres Mannes!" „ Das ist es ja eben!" „ Es ist möglich, daß die Geschichte eine völlig harmlose Erklärung findet. " " Haben Sie bloß ein wenig Geduld..." schluchzte sie. „ Das nächste Telegramm, das Sie in der Redaktion erhalten, wird nicht mehr so harmlos sein. Da werden Sie dann Genaues wissen, wie und wo man meinen armen, unglücklichen Mann aufgefunden hat." " Ob wir nicht besser täten zu gehen...?" fragte der Kassierer den Theaterdirektor. " Bleiben Sie doch..." widersprach der Arzt. Sie müssen bleiben. Je mehr Leute die Frau um sich hat, desto besser für sie. Wenigstens beherrscht sie sich doch, so gut es geht... Wir dürfen sie nicht allein lassen.. " Ich will zu ihm!" rief Frau Hedwig plötzlich und sprang vom Sofa auf.„ Ich fahre zu ihm nach Riga! Noch heute abend fahre ich! Und Sie dürfen mich nicht hindern, Dofotr!" " Ich denke gar nicht daran; vor allem gilt es jedoch, einen Entschluß zu fassen." " Der meine steht fest: ich fahre heute abend nach Riga." " Sollten wir nicht vorerst noch ein wenig überlegen?" ermahnte der Arzt. " Da ist nichts zu überlegen..." widersprach sie." Ich reise unter allen Umständen. Wenn ich ihm doch nur heimlich gefolgt wäre..." Sie brach erneut in heftiges, trampfartiges | Schluchzen aus, so daß sich die drei Herren abermals um fie " Wir haben ja noch so viel Zeit, da der Zug erst um halb neun Uhr abgeht. Woher wissen Sie das?" Ihr Mann ist doch mit demselben Zug gefahren..." Frau Hedwig schluchzte heftig auf. Mit demselben Bug..." miederholte sie, während ein Tränenstrom ihren Augen entstürzte. Sermian zündete sich eine Zigarette an. Ich frage vorher noch in der Redaktion nach," sagte er, obwohl das, wie ich gestehen muß, nicht viel Zweck hat, da die nächsten Depeschen erst in der Nacht hier eintreffen können." " Frau Hedwig..." ließ Jordan sich vernehmen, auch ich habe einen Entschluß gefaßt: ich fahre mit Ihnen nach Riga" Sie sah ihn mit einem dankbaren Blick an, erhob sich und lehnte sich in ihrer bejammernswerten Hilflosigkeit an seine Brust. Borerst muß ich allerdings noch nach Haus, um die nötigen Anordnungen zu treffen." " Seien Sie unbesorgt..." beruhigte ihn Sermian,„ ich bleibe, bis Sie zurückkommen, bei der gnädigen Frau ,, Wenn bloß die grauenvolle Ungewißheit nicht wäre..." flagte Frau Hedwig. Ich hätte mich in Gottes Namen da mit abgefunden, daß ihm ein Unfall zugestoßen, wenn ich wüßte, daß er verlegt ist... Wenn man aber gar keine Ahnung besigt, welcher Art dieser Unfall gewesen, ob er nicht am Ende tödlich verlaufen ist..." Wir werden in absehbarer Zeit Klarheit haben, Frau Hedwig..." sagte der Arzt.„ Kopf hoch, da wir in der nächsten Zeit unsere Nerven tüchtig beisammen haben müssen... Frau Hedwig holte tief Atem, schluchzte tränenlos unwillfürlich nochmals auf, aber man sah ihr an, daß sie von nun an gewillt war, sich zu beherrschen. " Auf Wiedersehen!" rief Jordan. Ich will mich nach Möglichkeit beeilen, um Sie nicht zu lange allein lassen zu müssen..." Mit diesen Worten stürmte er aus dem Zimmer. Im Vorraum begegnete er Anna, die ihn aus angstvoll geöffneten Augen ansah, und der er, ohne ihr weitere Erklärungen zu geben, den Koffer der gnädigen Frau zu pade anbefahl. Ohne des Mädchens Antwort abzuwarten, hjarte er die Wohnung Albert Reuß' verlassen. ( Turtlegung folgt.) giftrats aufwarf und darauf hinwies, daß die Revolution doch auch den Jungen auf deren Geifteszustand untersuchen zu lassen.-Iganisationen, mit denen das Kuratorium zusammenarbeitet. Die die Anerkennung der Menschenrechte auch für die Aermsten gebracht Das Gericht verkannte nicht, daß bezüglich der Wertung der Aus- Buwahl neuer Mitglieder und die Eintragung des Reichskuratoriums habe! Wer anders ist es denn gewesen, als die bürgerlichen fagen jo junger Zeugen hö ch st e Borsicht geboten sei, hielt in das Handelsregister wurde nach den Vorschlägen beschlossen. Ueber Parteien, die die Prostituierten bisher als rechtlose Bersonen, ja diese Aussage aber durch die Bekundungen anderer Zeugen für fo die fünftige Finanzierung des Kuratoriums führte Professor Schil nicht einmal als Personen und Menschen behandelt haben! Ber unterstützt, daß sie vollen Glauben verdiene und verwarf deshalb ling aus, daß der bisher vom Reiche geleistete Buschuß ab 1. April die Berufung. Gegen die Angeklagte schwebt nun ein neues 1923 eingestellt werde. Der Zuschuß von 1½ Millionen Mark sei zur anders als sie hat denn 30 Jahre lang die Unterbringung ge- Strafverfahren wegen Vornahme unfittlicher Handlungen mit dem Zusammenfassung der Gruppen verwendet worden, während die schlechtskranker Prostituierter in gefängnisähnlichen Räumen wie in Jungen. eigentlichen nicht unbeträchtlichen Roften bisher schon von der Inder Fröbelstraße für würdig angesehen! Wer anders als sie bustrie getragen wurden. Die Industrie müsse nunmehr auch die bekämpft und verzögert denn die Berabschiedung eines sozialen GeAeßende Säure auf dem Straßendamm. übrigen Kosten selber aufbringen. Die von den Herren Direktor fezes zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten, das endlich mit Ein seltsamer Unfall, der sich vor 14 Tagen in der Schidler, renfig, Thiele und Oberingenieur Meller gehaltenen Bor dem mittelalterlichen Kontrolldirnensystem aufräumen foll! straße ereignete ist jetzt Gegenstand polizeilicher Ermittelungen. Am träge über Energiewirtschaft, unterstützt durch Lichtbilder, Wenn der Magistrat angesichts der bevorstehenden gefeßlichen Neu- 29. Mai tamen in der genannten Straße auf der Strecke zwischen waren allesamt von dem Gedankengang einer möglichst rationellen regelung, die hoffentlich feinen Unterschied zwischen geschlechtstranten Alexanderstraße und Dircksenstraße vor verschiedenen durchfahrenden Ausnutzung unserer Straftquellen durch betriebliche Verbesserungen Menschen und geschlechtskranten Prostituierten mehr Bespannen die Pferde zu Fall, weil sie auf einer den Damm be- und Schulung des heiztechnischen Bersonals getragen. Die Wanderausstellung für Säuglingsfürforge, ein Wert des macht, eine provisorische Unterbringung in Rummelsburg ins deckenden tammigen Flüssigkeit ausrutschten. Dasselbe Schicksal Auge gefaßt hat, so ist dies immerhin diskutierbar. hatten auch einige Radler, die diesen Brei durchquerten. Die Be- Kaiserin- Auguste- Bittoria- Hauses zur Bekämpfung der Säuglings, fichtigung der gestürzten Radler und Pferde ergab, daß man es mit sterblichkeit im Deutschen Reiche, fommt wieder in Groß- Berlin zur einer start äßenden Flüssigkeit zu tun hatte, die beträchtliche Vorführung. Die Eröffn ung findet heute, Sonntag, um 12 Uhr Berbrennungen erzeugte. Bermutet wird, daß von einem vorüber mittags statt. Die Eröffnungsansprache wird statt des verhinderten fahren Gespann einer Chemikalienfabrik ein undichtes Gefäß seinen Direktors Prof. Dr. Langstein vom Raiserin- Auguste- Bittoria- Hause Inhalt hatte auf die Straße fließen lassen. Paffanten follen einen der Generalsekretär des Hauptvorstandes des Baterländischen Schupobeamten darauf aufmerksam gemacht haben, daß hier Frauenvereins, Generaloberarzt a. D. Dr. Friedheim, halten. Sicherheitsvorkehrungen nötig seien. Es dauerte mehrere Stunden, Die Erklärung der Wanderausstellung erfolgt durch hierfür besonbis Straßenreiniger die Stelle fäuberten. Die Verbrennungen der ders vorgebildete Schwestern. Führungen für Hebammen, Kran Pferde sind zum Teil sehr schwer, und ein paar Pferde sollen fenfchwestern, Angestellte der örtlichen industriellen Unternehmungen logar daran zugrunde gegangen sein. Die Geschädigten und der Schülerinnen der oberen Klassen der Mädchenschulen find haben Anzeige bei der Polizei erstattet, die nun durch Bernehmung vorgesehen. von Zeugen den Vorfall aufklären will. Für wichtiger würden wir es halten, wenn die Stadt Berlin poranginge und die bebauernswerten Opfer unserer gesellschaft lichen Moral als Rrante wie andere Kranke auch und nicht als Ausfäßige und Ausgestoßene aus der menschlichen Gesell schaft behandelte. Vielleicht wirken aber auch die Berliner Deutschnationalen, die so große Worte über Menschenrechte gestern gefunden haben, auf ihre bayerischen Gesinnungsgenossen dahin ein, daß sie ihren Widerstand gegen ein solchermaßen gestaltetes Reichsgeseß aufgeben! Das wäre wertvoller, als wenn sie sich zum Anfläger in eigener Sache aufwerfen. Auf den Spuren des Lustmörders. „ Weiße Woche" im Polizeipräsidium. Riesige Beute von Flatterfahrern. „ Der deutsche Arbeiter und Frankreich". Diefes Thema wird in einer Volksversammlung, einberufen von den 15 Organisationen des Deutschen Friedenskartells, Dienstag, 13. Juni, abends 8 Uhr, im Lehrervereinshaus, Alexanderplay, behandelt werden. Den Vorsitz führt Genosse Eduard Bernstein. Als Gäste aus Frankreich Das grauenhafte Berbrechen, das an der fleinen Dorothea Schmidt in der Prenzlauer Straße verübt wurde, geht, wenn nicht alle Zeichen trügen, seiner Aufklärung entgegen. Nach Berge von Wäsche sind der Kriminalpolizei bei der Festnahme sprechen Vertreter der Deputation der Französischen Liga für dem Ergebnis der ungefeßten Ermittelungen der Mordkommiffion von Einbrechern und Hehlern in die Hände gefallen. Hauptliefe Menschenrechte, die aus dem Minister a. D. Buisson, den ist der Täter höchstwahrscheinlich ein 29 Jahre alter aus Breslau ranten" waren ein aus dem Zuchthaus entsprungener wiederholt Professoren Basch, Ruyssen und Bouglé, dem Abgeordneten Generalsekretär Guernut und Mme. gebürtiger Araftwagenführer Emil Roft, ein verheirateter vorbestrafter Verbrecher Guttmann und sein Spießgeselle Renaudel, dem Mann, der zuleht in der Swinemünder Straße 33 wohnte. Roft Müller. Guttmann betrieb früher gewerbsmäßig den Geschäfts- Ménard Dorian besteht. Von deutscher Seite sprechen Heinrich ist Sadist und wegen Sittlichkeitsverbrechen schon vorbestraft. Vor einbruch. Weil ihm aber nach seiner Flucht dieser Zweig zu gefähr Ströbel und Dr. Robert Kuczynsti. Karten 3 Mt. bei Bote dem Kriege hielt er sich im Auslande auf. Am 17. Februar d. J. u. Bock, A. Wertheim. Gewerkschaftsmitglieder 2 Mt. nur Abendkasse. überfiel er in Abwesenheit seiner Frau auf dem Treppenflur eine Deffentliche Gefangstonzerte. Die ,, Typographia", Gefangverein zehnjährige Schülerin, schleppte sie mit Gewalt in seine Wohnung Berliner Buchdrucker, bringt unter Leitung ihres Chormeisters, und beging an ihr in sadistischer Art ein an versuchten Mord grenAlexander Weinbaum, am Dienstag, den 13. Juni, abends% 47 bis zendes Sittlichkeitsverbrechen. Nach dieser Eat verschwand der 8 Uhr, im Mariannenpart eine Reihe von Liedern, vor Berbrecher. Seiner Frau hinterließ er einen Brief, in dem er die nehmlich Bolkslieder, zum Vortrag.- Am Donnerstag, den 15. Juni, Absicht aussprach, sich das Leben zu nehmen. Das hat er aber abends 7 Uhr, wird der Neuköllner Sängerchor", M. d. D. nicht getan. Die Ermittelungen der Kriminalpolizei führten zwar 2. S. B. erstmalig im Körnerpart ein Freifonzert veranstalten, nicht zu feiner Ergreifung, wohl aber zu der Fest stellung, daß wozu jedermann willkommen ist. Zum Bortrag gelangen über. Rost auch nach dem Berbrechen wiederholt in verschiedenen Stadtvierteln gesehen worden ist. Den Zeugen des neuen Verbrechens in der Prenzlauer Straße wurde nun das Licht bild des Sadisten vorgelegt, und alle glauben in Roft den Luftmörder be stimmt wiederzuertennen. lich erschien, so legte er sich mit Müller, den er als neuen Spießgefellen heranzog, auf die Flatterfahrt", die ebenso einträglich und dabei noch gefahrloser ist. Die beiden waren bald der Schrecken des Westens, besonders von Charlottenburg und Halensee. Kein Haus und Trodenboden war vor ihnen sicher. Ihre Beute ging bei dem hohen Preise der Wäsche in die Hundert tausende. Alles, was ihnen in die Hände fiel, packten fie in Säde und brachten es zu einem Schankwirt in der Kurzen Straße zu Charlottenburg. Vor dort aus wurden die Sachen verkauft. Nach langen Beobachtungen gelang es jetzt endlich Beamten der Dienst- wiegend Volkslieder. ftelle B I, 12 und des 64. Reviers, die Berbrecher auf einem Gange Die städtischen Volkskonzerte des Philharmonischen Orchesters nach der Schankwirtschaft zu faffen, als sie gerade mit neuer Beute beginnen mit dem Wagner- Abend am Montag, den 12. Juni, abends unterwegs waren. In der Wirtschaft stießen die Beamten auf ein 8 Uhr in der Philharmonie, Bernburger Straße. Der Vorverkauf noch reich ausgestattetes Wäschelager, obgleich durch den börsenartig zu den Volkskonzerten des Philharmonischen Orchesters findet ſtatt: betriebenen Bertauf dauernd viele Waren abgestoßen wurden. bei 2. Wertheim, Leipziger Straße, in der Berliner GewerkschaftsAlles wurde nach dem Bolizeipräsidium gebracht und ist dort von tommiffion, Engelufer 25, im Bigarrengeschäft von Horsch, und in Montag ab täglich von 8 bis 2 Uhr im Zimmer 79 des Polizei den betreffenden Konzertfälen. Die im Vorverkauf nicht unterEine dunkle Verführungsgeschichte. präftdiums für die noch unbekannten Bestohlenen ausgestellt. Das gebrachten Karten werden abends an der Kaffe verkauft. Eintritt Der Bert, der den Aussagen eines neunjährigen Knaben vor Lager enthält äfche aller Art, Bett, Leib- und Tischwäsche, 5 M. Rassenöffnung 7 Uhr. Programm 1 M. Gericht beizulegen ist, fpielte wieder einmal eine große Rolle in mit allen erdentlichen Zeichen, bei denen faum ein Buchstabe des einer vor der Berufungsstrafkammer des Landgerichts I verhandelten Abe fehlt. Ueber 50 Bodeneinbrüche find den beiden Berhafteten Anklage gegen die Klavierlehrerin Stäbry. Die Lehrerin ist vom nachgewiesen, sie haben aber sicher 100 und noch mehr auf dem Schöffengericht feinerzeit zu 6 Monaten Gefängnis auf Kerbholz. Grund der Aussagen des neunjährigen Wolfgang D. als Hauptbelastungszeugen verurteilt worden. Das Schöffengericht fah folgenden Tatbestand als festgestellt an: Beschuldigungen eines Neunfährigen. Das Schicksal der Berliner Güter. Die Frage der Berpachtung von Gütern der Stadt Berlin Die Angeflagte habe den neunjährigen Jungen, dessen Eltern in beschäftigt weiter die Güterdeputation. Den Gedanken, zur Steigedemselben Hause wohnen, eines Tages in ihre Wohnung geladen, rung des aus dem Gütern herauszuwirtschaftenden Ertrages den Gedort mit dem in sexueller Beziehung abnormen Jungen allerlei dis- samtbestand der Güter an eine Gesellschaft zu verpachten, hat der frete Freundlichkeiten ausgetauscht und nach und nach einen un- Magistrat verworfen. In der Güterdeputation hält aber die Mehrwiderstehlichen Einfluß über ihn gewonnen. Nach der heit für nötig, wenigstens die bisher ganz unrentabel geAussage des Jungen soll die Angeklagte ihn dazu bestimmt haben, wefenen Güter zu verpachten, die bedeutende Zuschüsse aus dem Stadtfädel erfordert haben. Nachdem bereits die Berpachtung des fortgefeht aus der Wohnung der Eltern, wenn diese abwesend waren, Gutes Lasdorf auch von der Stadtverordnetenversammlung geneh Geld, Wäschestücke und dergleichen zu stehlen und zu ihr zu bringen. Dieser Aufforderung ist der Knabe, wie er behauptet, in migt worden ist, sollen nun nach dem Vorschlag eines Ausschusses bielen Fällen nachgekommen. Die Eltern vermißten verschiedentlich der Deputation noch die Güter Osdorf, Birtholz, SputenGelder und allerlei Gegenstände, und als sie schließlich den Jungen dorf, Mühlen bed verpachtet werden, und zwar Osdorf und ernstlich ins Gebet nahmen, bequemte er sich zu dem Beständnis, der Sputendorf an ihre Administratoren, die bisher für die Stadt nichts Dieb zu sein; er beschuldigte aber zunächst zwei andere Hausbewohne herausgewirtschaftet haben. Im übrigen wird aber beabsichtigt, die rinnen der Anstiftung, widerrief dann diese ersten Angaben und be noch aus 40 Gütern bestehende Hauptmasse des schuldigte schließlich die jeßige Angeklagte, ihn beeinflußt und zu den ganzen Güterbefiges zusammenzuhalten und der Diebstählen verleitet zu haben. Nach der Behauptung des Jungen Güterverwaltung durch Schaffung einer G. m. b. 5. mehr Bewegfoll die Angeklagte ihn sogar dahin instruiert haben: wenn die Sache lichkeit zu geben, so daß eine höhere Wirtschaftlichkeit erreicht werden herauskäme, folle er sie nicht verraten, sondern ein Messer nehmen und die Eltern tot stechen. Tatsächlich hat die Mutter auch eines Tages unter dem Deckbett des Sohnes ein dort verborgenes Messer aufgefunden. Die bisher völlig unbescholtene Angeklagte bestritt entschieden die belastenden Aussagen des Jungen, die fie als unglaubwürdig und seine Behauptung von dem Rat, die Eltern zu ermorden, als phantastische Erfindung bezeichnete. Gegen das schöffengerichtliche Urteil hatte die Angeklagte Berufung eingelegt. Bor der Straffammer blieb der Junge bei feinen Behauptungen und fügte noch andere hinzu, die ungeheuerlich flangen und die die Rechtsanwälte Dr. Großmann und Justizrat Ja dedi zu dem Antrage veranlaßten, die Angeklagte, gleichzeitig aber Kleid aus bedruckte Voile, wie Abbildung. 475." fann. Denkt an die Kinderhilfe der Berliner Arbeiterschaft! Geldpenden auf das Konto Alex Pagels, Nr. 487 43 an das Postschecamt Berlin W. 7. 3m Zusammenhang mit einer Konferenz der Deutschen Zentrale für Jugendfürsorge, die als Hauptverhandlungsgegenstand den Aufbau des Jugendamts hat, findet am Montag, den 12. Juni, abends 8 Uhr, im Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht, Potsdamer Straße 120, ein öffentlicher Vortrag von Fräulein Dr. Alice Salomon ftatt über die inneren Grundlagen der Jugendwohlfahrtspflege". Broifartenstichwort. In der Woche vom 12. bis 18. Juni darf Brot und Mehl nur auf die Brotfarte abgegeben und entnommen werden, deren Abschnitte das Stichwort, Charlottenburg" tragen. Bezirksbildungsausschuh. Festkonzerte: Die Ausgabe der Beichnungslisten ist erfolgt. Listen liegen aus bei allen Abteilungs- und Berlosung Bildungsausschuhmitgliedern der Kreise und im Bureau des Bezirks. von Stinst blättern: 8icbung am 1. Juli cr. Rofe à 3 M. bei allen bildungsausschusses. Lindenstr. 3, 2. Hof, 2 Tr., Bimmer 8. Abteilungs- und Bildungsausschußmitgliedern der Kreiie und im Bureau des Bezirks bildungsausschusses. Die noch sehlenden Fragebogen find sofort einzureichen. Genoffe Pfarrer Bleier spricht am Dienstag, den 18. Junt, abends 7%, Uhr, in der Aula der Leibniz- Oberrealichule, Charlottenburg, Schiller. ftraße 125( nabe Anie), über„ Pestalozzi, unser Führer und Vorbild. Ges nosfinnen und Genossen, Militer, Lehrer, Eiternbeiräte, zeigt durch Maffenbesuch, daß ihr trop der Niederlage bei den Elternbeiratswahlen fest entichlossen feib, für eine freie Schule zu fämpfen. Nordmartenfahrt des Berliner Lehrergesangvereins. Auf der Fahrt nach Schleswig, die von strahlendem Wetter begünstigt war, wurde der Berliner Lehrergesangverein bei Lindaunis vom Landrat Werther- Schleswig willkommen geheißen. Beim Eintreffen im Schleswiger Hafen waren sämtliche Gesangvereine der Stadt zur Begrüßung versammelt. Das Konzert der unter Prof. Rüdel nach Eckernförde gesandten Gruppe des Vereins nahm einen glänzenden Das Reichsturatorium für Wirtschaftlichtelf in Industrie und Berlauf und fand beim Publikum begeisterte Aufnahme. Geftern Handwerk hielt am 10. Juni im Ingenieurhause eine Sigung ab, die fand ein Konzert der vereinigten 220 Sänger im Stadttheater in fich speziell mit dem Teilgebiet der Energiewirtschaft befaßte, der Schleswig statt. Heute will der Verein im Schleswiger Dom fingen. wie Dr.- Ing. von Siemens in feiner Eröffnungsrede ausführte in Industrie und Handwerk größere Beachtung als bisher gewidmet werden müsse. Ueber die Arbeiten des Reichskuratoriums berichtete Dr.- Ing. Röttgen auf Grund der Monatsberichte der OrEin großer Moorbrand. Im Kreise Zeven in der Nähe des Ortes Carlshoven brennt seit zwei Wochen das Moor. Der Brand konnte bis heute nicht eingedämmt werden. Der Brandherd umfaßt bereits 200 Morgen Moor und es besteht die Gefahr weiterer Nfsrael GEGR. 1815 BERLIN C KÖNIGSTR. Damenkleidung Sportbluse aus weißem Waschstoff mit Tasche, halsfrei od. hoch- 115.geschlossen zu tragen.. Kleid aus Waschstoff mit Stickerei.... Kleid aus bedrucktem Wasch- Voile... Kleid aus vorzüglichem Wollmusselin 495.775.1100.Cape Stoff, modefarbig...... aus imprägniertem 840.Wirkwaren Damen- Schlupfbeinkleider 69.farbig... Damen- Hemdhosen feingestrickt....... 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Es foll weiter in allen Land- und Stadtkreisen der Erlaß von Polizeiverordnungen angestrebt werden, durch welche die systematische Bekämpfung der Ratten und Mäufeplage obligatorisch gemacht wird. Sport. Rennen zu Grunewald am Sonnabend, den 10. Juni. 1. Rennen: 1. Coriolan II( Sths), Brisse( Borowski), 3. Domiduens ( Austel). Tot.: 29:10, PL. 16, 18: 10. Ferner liefen: Merfur, Tempels ritter, Sibylle. 2. Rennen: 1. Hallunte( v. Belzer), 2. Bivilift( v. Herder), 3. Sft. Martin). Tot.: 16: 10, I. 12, 16:10. Ferner lief: Gebeimtip. Das Merkmal für Qualität. ba е Wo immer Sie diese Marke erblicken, wo immer sie von Ihren Lieferanten genannt wird, sei es in Verbindung mit feinem Aufschnitt, Schinken, Wurst oder Würstchen, dorf können Sie kaufen, da haben Sie die Gewähr Efha- Produkte in stets gleichbleibender, unübertroffener Gü te zu marktgerechten Preisen zu erhalten! Efha- Werke, Britz Berlins größte Fleifch verarbeitende Betriebe Bedeutendste Schinkensalzerei der Welt. 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Tiempeter II( Adolph), 2. Maral( Stielau), 3. Marga ( Bismark). Tot.: 26: 10, I. 17, 18: 10. Ferner liefen: Flandern, Flugschrift, Banje gef. 7. Rennen: 1. Hanswurst( Tybr), 2. Teifi( Bismark), 3. Galipoli II ( Stubnte). Tot: 20:10, Bl. 11, 11, 15:10. Ferner liefen: Vignau, Strymon, Tambur ausg., Orkan. Kanu- Regatta. Die Meldungen zu der im Rahmen der Deutschen Kampfspiele heute Sonntag auf dem Langen See bei Grünau stattfindenden Kanu. Regatta find so zahlreich eingegangen, baß Vorkämpfe erforderlich sind, die heute zum Austrag gelangen. Sft hierdurch erst einmal die Spreu vom Weizen geschieden, so darf man, zumal alle hervorragenden Ranu- Fahrer aus dem ganzen Reich gemeldet haben, auf spannende Rämpfe rechnen. Die Kampfspiel- Regatta am Montag, den 19. Juni, nachmittags 2% Uhr, auf dem Langen See bei Grünau bringt folgende Rennen: Achter, Bierer ohne Steuermann, Doppelzweier, Sweier ohne Steuermann sowie Einer. Ferner gelangt ein 35- Rilometer- Dauerrubern in Gigvierern aum Austrag. Arbeitersport. lebhaft. In der Woche vom 4. bis 10. Juni galten in der Zentralmarkthalle folgende Kleinhandelspreise: Rindfleisch 45-55 M., ohne Knochen 55-60 M. Schweinefleisch 45-70 M. Kalbfleisch 45-60 M. Hammelfleisch 45-50 M.- Geräucherter Schicken 88 M. und Speck 64-68 M. Schellfisch 9-12 M. Seelachs 8-10 M Dorsch 6-7 M. In Eis: Schleie 35 M. Hechte 42 M. Aale 45 M. Karpfen 24 M. Zander 35-40 M. Lebende Barsche 20 M. Karpfen 35-40 M. Bleie 13-25 M. Plötzen 15-20 M. Zander Eier 4,80-4,90 M. Naturbutter 64-70 M. Margarine 34 30-38 M. bis 42 M. Schweineschmalz 46 M. Kaffee 120-160 M. das Pfund. Backobst: Aprikosen 60 M., Aepfel 60 M., Birnen 16-42 M., Pflaumen 22-24 M., Gemischtes 24-40 M. Reh( Rücken) 300 M. und Keule 200-300 M. Wildschwein 15-40 M. Puten 35-40 M. Hühner 50 bis 58 M. Gänse 60-62 M. Enten 50-52 M. Kartoffeln( alte) 20-21 M., ( neue) 70-80 M. 10 Pfund. Kohlrabi 18-20 M. die Mandel. Spinat 4-5 M. Spargel 5-15 M. Grüne Gurken 25-35 M. das Stück. Kirschen 18--20 M. Wetter bis Montog mittag. Zunächst noch warm, überwiegend Die Groß- Berliner Arbeiterschaft begeht heute im Stadion bewölft, im Westen weitverbreitete, im Dsten mehr vereinzelte GewitterGrunewald das Arbeiter- Sportfest. regen, nachher Abkühlung bei schwachen, beränderlichen Winden. M.-B. B. IX. vertritt die Interessen der Mieter gewissenhaft und geeignet durch Beratung und Nachweis eines erfahrenen Red tsanwalts, durch Vorträge über Mieterrecht. Lieferung einer Mietereitung usw. Aufnahmen in der Geschäftsstelle. Westfälische Straße 27a, D- 7 Uhr an Wochentagen. Tel.: Bibg 1407 Der 1. Vorsitzende des Mieterbundes Berlin, Bezirt IX. G. Freun d. Ständiges Lager Düb. 150 Standuhren tall.Solz u. Stilart. von M. 4500.- an. Schriftliche Garantie 14 Karat Gold- Armband- Uhren jomie Herren- Uhren, Gold. Trauringe. Jawelen, Silberkästen nach Gewicht. Alpaka- Bestecke Alte Juwelen, Geld- u. 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Der Klosterbruder wußte von einem solchen Aufenthalt nichts. Der Betreffende stellte sich dann als Zeugin Fräulein Ostertun aus Spandau erzählt, daß Schultz mit Tillessen am 6. Auguft zur Familie Ostertun fam; sie blieben bis zum 11. Auguft. Daran fiel ihr nichts auf, da es schon vorher hieß, die beiden fämen vielleicht während der Studentenferien. Ihr Gepäck bestand aus drei braunen Koffern. Als ich von der Er mordung Erzbergers hörte, habe ich gestuht, weil die Beschreibung der Täter auf Schulz und Tillessen paßte. Der Bruder dieser Zeugin. der Student Siegfried Ostertun, fannte Schulz und Lillessen aus der Ehrhardt- Brigade. Sie hätten über ihre Reisepläne nichts erzählt. Der Zeuge unterließ auch aus Diskretion, näher darauf einzugehen. Als Erzberger ermordet war, tam auch ihm der Gedanke, daß seine beiden Freunde die Täter sein könnten. Nach der Abreise tam ein Telegramm, in dem ersucht wurde, eingehende Post nachzuschicken. Ueber Erzberger ist geschimpft worden, Zentrumsabgeordneter mit einem Doktortitel por, den Namen verstand der Zeuge aber nicht. Er sagte, er müsse Grzberger in einer dringenden Angelegenheit sprechen. Die Zeugin Servierfräulein Senft hat im Gasthaus zum " Goldenen Engel" in Ulm am 19. August abends zwei jungen Sie trugen sich auf dem Herren ein Zimmer angewiesen. Meldezettel mit den Namen Berg und Riesel ein. Als ihr später die Bilder der Beschuldigten gezeigt wurden, glaubte sie einen von ihnen wiederzuerkennen. Dem Zimmermädchen Müller erklärten beide am 20. Auguft, als fie, auf dem Sofa liegend, Landkarten studierten, daß sie noch einen Tag dableiben würden. Zeugin Frau Rieber, die in Luttlingen die Bahnhofsbuch handlung führte, gibt an, daß etwa 5 oder 6 Tage vor der Ermordung Erzbergers zwei gut gekleidete Herren sich das Reichskursbuch ausbaten. Sie hätte es ihnen geborgt, war aber in Sorge, da die beiden damit weggegangen seien. Sie suchte diese im Restaurant und fand sie dort auch. In diesem Augenblick sei ein dritter Herr Die Zeugin Ziegler war Büfettfräulein im Hotel Goldener Hirsch" in Ulm. Am 17. Auguſt fam ein Fremder, der sich als Tillessen eintrug. Am andern Morgen erfragte er die Züge nach Siegmaringen und Beuron. Er fuhr fort, kam aber abends wieder zurüd. Nach seiner Rückkehr am 18. August sagte er, er sei in Beuren gewesen. Am andern Tage fragte er nach einem Zuge nach Stuttgart. Ob er nach Stuttgart gefahren ist, wisse sie nicht. Zeugin Schwester Loyola aus dem Jordanbade bei Biberach schildert, daß ein Fremder gekommen sei, der sich erkundigte, ob er als Kurgaft aufgenommen werden fönne. As ihm gesagt wurde, daß alles besetzt sei, meinte er, er könne ja seinen Urlaub verschieben, zu den beiden gekommen. Dieser soll gesagt haben: Seid Ihr noch wie er wolle, da er Ingenieur sei. Dann fragte er, ob Erzberger nicht weggegangen? Worauf die beiden erwiderten: Nein, wir da sei. Als das verneint wurde, fragte er nach dessen augenblick- studieren noch das Kursbuch. Die Vernehmung dieser Zeugin dauert lichem Aufenthalt. Die Schwester, ebenso wie ihre Mitschwester, sehr lange, da sie bis in alle Ginzelheiten die Kleidung der beiden deren Aussagen durch den Untersuchungsrichter vorgetragen werden, Herren und auch den Dritten schildert. hatten den Eindruck, daß es sich um eine verdächtige Angelegenheit handele. Es war einige Tage nach Erzbergers Abreise. Der Herr hatte eine schwarze Mappe bei sich, die der Untersuchungsrichter bei der Schwester Tilleffens gesehen zu haben glaubt Sie trägt den Bermerk Lilli", wie Tillessen genannt wurde. Kurz vor diesem Borfall wurde in Biberach telephonisch angefragt, ob Erzberger noch derzeitigen Aufenthalt Erzbergers. Die das Telephon be dort sei. Als dies verneint wurde, fragte der Betreffende nach dem dienende Schwester ermiderte, daß sich Erzberger in Beuron aufhalte. Der Herr fannte Beuron nicht, wußte auch nicht, wo es liegt. Die Schwester gab ihm Aufklärung und buchstabierte ihm den Namen Beuron vor. In diesem Augenblick greift dann zum erstenmal die Verteidie gung ein, um den Nachweis zu führen, daß alle drei, die hier beschrieben wurden, mit den Leuten nicht identisch sind, die wegen Bugehörigkeit zur Organisation C festgenommen worden sind. Die Zeugin kann auch aus den ihr vorgelegten Bildern nicht sagen, ob es Schulz und Tillessen waren. Zeuge Polizeibeamter Rüdert hat festgestellt, daß in Ulm und Neuulm Schulz und Tillefsen sich mit richtigem Namen cin getragen haben. In der Nachmittagssigung wurden die Zeugen vernommen, mit denen Schutz und Zillessen zusammen gefahren waren, und die Bahnbeamten der Eisenbahnstation Appenweier, wo Schulz und Tillessen unter falschem Namen im Gasthof Sum Hirschen" abgestiegen waren. Die Gastwirtin Rothe erzähit, daß Birtin Schanz und ihre Tochter befunden: Am 27. Juni die beiden sich eingetragen haben als Franz Riese, Student aus hatte Erzberger im Gasthaus Bum grünen Baum" in Biberach Düsseldorf, und Knuth Bergen, Student aus Jena. Meist sind sie eine Rede gehalten. Etwa vier Tage später kam ein Herr und fragte im Touristenanzug und ohne Kopfbedeckung ausgegangen, das linke nach dem Aufenthalt Erzbergers. Man sagte ihm, daß seine Woh Ohr des einen war verstümmelt, der andere hatte eine Narbe an nung in Beuron sei, er halte sich wohl in Jordanbad auf. Der der Nafe. Sie änderten in den nächsten Tagen wieder Tochter der Wirtin fiel auf, daß der Fremde in der Nähe des Gast- holt ihre Reisepläne, erzählten von Ausflügen usw. Am hauses von einem anderen Herrn erwartet wurde, mit dem er 26. August find sie um 7 Uhr abmarschiert und nach dann sehr eingehend sprach. Die Beugin schildert die Bekleidung 4 Uhr nachmittags zurückgekommen. Sie erzählten, daß sie durch der beiden Beute, der eine von ihnen habe eine schwarze Mappe ge- näßt seien. Sie bestellten Kaffee und machten sich zur Abreise fertig. tragen. Inzwischen war die Nachricht von der Ermordung Erzbergers bez Zeuge Bosthelfer Birk in Beuron befundet: Als Erzberger fannt geworden. Auf eine Frage der Wirtin an die Gäste, ob sie schon abgereift war, tamen zwei junge Leute an den Echalter und etwas davon gehört hätten, erwiderte der Größere von beiden gaben an, fie feien vom Hotel Waldeck geschickt, um sich nach wörtlich: Ich habe gemeint, Erzberger sei in Berlin." Zu dieser Zeit Erzbergers neuer Adresse zu erfundigen. Der Zeuge hielt die ihm wurde der Abg. Diez vorübergeführt. Kurz nach 6 Uhr abends gewordene Mitteilung über Erzbergers neue Adresse als ein verließen die beiden das Gasthaus und fuhren nach Appenweier. Dienstgeheimnis auch geheim, obwohl die Beiden behaupte mit den übrigen Gästen haben sie sich nicht unterhalten. ten, sie hätten mit Erzberger etwas Wichtiges zu besprechen. Auf Bildern glaubt Birk Tillessen wieder zu erkennen. Die Erfundigung der beiden Herren hat auch der Zeuge Postmeister Hölle mit angehört. Er erinnert sich, daß von Ülm ein Telephongespräch mit Koster Beuron geführt worden sei, das die Beamtin mit anhörte. Er teilte dem Reichspoftministerium diesen Borfall mit, das ihn von der amtlichen Schweigepflicht entband. Eine amtliche Erfundigung in Ulm ergab, daß am 19. Auguft ein Telephongespräch von Ulm geführt worden ist, vom Goldenen Engel" angemeldet. Zeugin Frau Bader, Chefrau des Seminardirektors Dr. Wader, hat protokollarisch angegeben: Am 19. August, nachmittags zwischen 4 und 5 Uhr, fam Tillessen in des Hotel Walded. Die Familie Wacker ist seit langen Jahren mit der Familie des Generals Tillessen sehr eng befreundet. Bei Tillessen war ein anderer Herr, den Tillefsen vorstellte. Er hatte einen einfilbigen Namen. Mit diesem Herrr. hat sich Frau Wacker nicht unterhalten, weil es für sie störend war, einen Fremden dabei zu haben, wo fie mit Tillessen allein reden wollte. Man besprach auch politische Angelegenheiten. Tillessen machte fein Hehl aus seiner Abneigung gegenüber Erzberger. Ueber Erzberger ist gerade deshalb gesprochen worden, weil er im Hotel Waldeck ein sehr zurückgezogenes Leben führte. Frau Wader begleitete die beiden Herren zur Bahn. Billige Während der Bernehmung dieser Zeugin lief beim Gericht ein Brief aus Borfum ein, den der Bersihende sofort verlas. Darin wird mitgeteilt, daß getrieben, fich der Verfasser, von Gewissensbissen veranlaßt fühle, dem Gericht davon Renntnis zu geben, daß ein gewisser Candrich in Recklinghausen nähere Auskunft geben fönne. Dieser sei durch große Geldmittel zum Stillschweigen verEr trage sich gegenwärtig mit Auswanderungspflichtet worden. gedanken. Der Vorsitzende stellt unter Zustimmung des Staatsanwalts fest, daß derartige anonyme Angaben während der Unter fuchung wiederholt eingelaufen feien. Man fei ihnen in den meisten Fällen nachgegangen, ohne zu einem Resultat zu kommen. Den Gastwirt Rothe( Zum Hirschen") fragten seine beiden Gäste einmal nach dem Wege von der Klosterruine nach der Zus flucht". Der Sohn der Wirtsleute, jezt 21 Jahre alt, hatte beobachtet, daß die Mieter des Zimmers, das gegen den Bach liegt, täglich Papier zerschnitten und in den Bach warfen. So fam er auf den Gedanken, den Bach abzusuchen. Er fand eine ganze Anzahl Zettel, die er dem anwesenden Polizeibeamten übergab. Auf einem dieser Zettel stand das Wort„ Beuron". Das Zimmermädchen des Gasthauses befundet: Als die Leute abgereift waren, habe ich das Zimmer aufgeräumt. Dabei fand ich hinter dem Sonntag, 11. Juni 1922 Nachttisch einen kleinen Zettel, den ich mit dem übrigen Kehricht zum Fenster hinausmarf, ohne ihn gelesen zu haben. Solange die beiden im Hirschen" wohnten, standen auf dem Waschtisch zwei Flaschen, deren eine die Bezeichnung Auriol" und die Firma Schwarzlose- Berlin trug, während sich in der anderen Flasche Javol befand. Nach der Erklärung der Staatsanwaltschaft, die Erkundigungen eingezogen hat, ist Auricl ein Haarfärbemittel, das die Haarfarbe verdunkelt. Aus der Angabe der Zeugin, die ich sehr genau erinnern fann, geht hervor, daß der Inhalt der beiden Flaschen während der Anwesenheit der beiden Gäste sich vermin dert hat. Regierungsrat Dr. Hagemann schildert seine Erhebungen nach der Laf in Oppenau. Kriminalistisch sei von höchster Bedeutung gewesen, daß über die Schnigelfunde nichts in die Deffentlichfeit gelangt, meil die angeblichen Täter nicht gewarnt werden durften. Der Zeuge hat die Hirschwirtin strengstes Schweigen zur Pflicht gemacht. Auf die Frage der Pressevertreter habe er geantwortet, das nichts Neues vorgefallen sei. In einem Falle sei es ihm gelungen, die Veröffentlichung der Nachricht über die Funde zu unterdrücken, er fonnte aber nicht verhindern, daß die Nachricht doch in die Oeffentlichkeit drang. Zeuge Rüdert hat die Schnitzelfunde am gleichen Tage in Griesbach zusammengefeßt und daraus die mitgliedstarte des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes herausgefunden, ferner die Zeichen Schulz, Marimili und Münche. Ferner wurde gefunden eine Rechnung über drei Koffer. Von beund die Telephonnummer vermerkt waren. fonderer Bedeutung war der Beuron Zettel, auf dem die Adresse = Zeuge Karl Huber, Bahnschaffner in Appenweier, hörte zwei Der junge Leute sich nach dem Abgang der Züge erkundigen. cine sci groß und blond gewesen, der andere klein und schwarz; der Große trug eine Müge. Am Abend habe er zwei jungen Leuten Fahrkarten verkauft und dabei beobachtet, daß der eine der beiden eine Verstümmelung am Ohr hatte. Als er am anderen Morgen das Signalement der beiden Täter in der Oppenauer Zeitung" las, wußte er, daß die beiden jungen Leute sich umgezogen hatten und zweifellos die Täter waren. Zeuge Meyer bekundete, daß zwei Fahrkarten nach Heidelberg und Karlsruhe verausgabt worden feien, die nach Angabe des Verfizenden jedoch auf den betreffenden Stationen nicht. gefunden wurden, so daß es höchst wahrscheinlich wäre, daß die beiden im 3uge Fahrtarten nachgelöst hätten. Hierauf Bertagung auf Montag vormittag. Filmschau. Eine Filmoperette. Dottor Biel flarer, logischer, Im Tauen pienpala ft führt man eine neue Filmoperette„ Die Strandnire"- Fabrikat der Sing- Film- Gesellschaft auf. Sturt E. We do art lieferte das Buch: eine barmlos neite Verlobungs geschichte mit Hindernissen und Vermechilungen. weniger cewaltfam als derlei Dinge von weniger gewissenhaften Autoren gedrechselt werden. Auch die Gesangsterle sind sauber im lurichen Ton, in der guten Pointierung. Baul Martini steuerte die Musik bei: eine flüssige, leicht merkbare Melodif, die nicht erit fut, als wollte fie die Originalität acbachtet baben. Ein paar Schlager fitzen, ein paar wikige ( Bespielt wird, von Lillh Einfälle im Orchester illustrieren Situationen. lobr, elir echt und Ilse Marweng a flott. Die Photographie ist nicht reizvoll. Coviel über diese Filmobereite. Doch noch ein Wort über die Filmoperette überbaupt: Diese Mischung von Sing- Sang, Tanz und Flimmerbild ist umatiulich. Die Grimaffe des zum Gefang geöffneten Mundes des Leinwandbelden, für den sich ein Erfakmann im Orchester anstrengt, wit auf die Dauer tomisch. Die Tempi tönnen nicht vollkommen flappen, und das breite Ausspielen der Gesangsszenen, in denen sich filmisch nichts er eignet, macht das Bild öde und reizlos. Wozu alio filmoveretten? Der p- s. Film ist stumm geboren- tein Apoll fann ihm die Zunge lösen. Die Nichard Oswald- Lichtspiele hatten Pech. Am Donnerstag wurde verfündet, daß der neue Film nicht rechtzeitig eingetroffen fei, und am Freitag eriubr man, daß er verunglidt jei. Da mußte notgedrungen in Eile ein Programm zusammengestellt werden, das aber, es sei be Der Denlig- Film bringt eine abs fonders hervorgeboben, gut gelang. wechslungsreiche Wochenschau. Namentlich verfolgen die Zuschauer die Automobile und ibre Lenfer bei der Gesch dlich feitsprüfung mit größtem Interesse. Sodann ist der oit recht amüsante Trier mit einer Beichenbumoreste vertreten. Es tönnte freilich nichts schaden, wenn sie durch Mufifbegleitung noch etwas unterstrichen und belebt würde. Ferner bringt man den Film Frau Mimis Vergangenbeit zur Neuaufführung. Das ist feine unverständliche Bevorzugung, denn für dieses Sittenbild hat man in Regiefunft und Manja Tzatschewas schauspielerisches Können für ſtarfe der gegenwärtigen Ausplünderungsära Verständnis. Budem sorgen Noas Gindrüde, und trop der lodenden Sommerzeit wird der Film sein Bublifum finden. e. b. Gine luftige Woche veranstaltet die Alhambra am SurfürstenSie bringt amerifanische Grotesffomit in Abitujung. Zuerst: damm. Chaplin in doppelter Aufmachung: cin Warenbaus und bei der FeuerEr ist urfomisch und ein Quell von Heiterfeiten, aber er ist auch webr. gefährliche Konkurrenz macht, obwohl er nur ein Affe ist. Aber er richtet immer derselbe. Den Reiz der Neuheit hatte Joe Martin, der Chaplin ebenso viel Verwirrung und Durcheinander an, öffnet 3. B. die Käfige einer Menagerie und läßt die Löwen und Tiger auf die Besucher los Im Varietéteil wurde ein Einatter von Anlaß zu wilden Sensationen. Ludwig Renner Die neue Firma" probiert, in dem Willy Kaiser und Lilly Rodewald mitwirken. Sonderangebote Kinder Schnürstiefel schwarz echt Chevreau, sehr bequeme und sehr rationelle Form. Aussergewöhn2 5800 lich preiswert 18-22 Kinder Turnschuhe grau und schwarz Segeltuch, mit prima Chromledersonlen. Besonders praktisch n. preiswert. Grösse 31-35 85,00, Grösse 27-30 7500 Kinder- Halbschuhe Ia weiss Leinen, z. Schnüren, Derbyschn., bequeme Form, erstkl. Verarbeit. 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Silberschmiede. Achtung! Montag, den 12. Juni, nahm. 4 Uhr, Verwaltungsstelle Berlin Mittwoch, den 14. Juni, nachm. 5 Uhr in der Böhow- Brauerei, Prenzlauer Allee 242: Gesamtvertrauensmänner- u.Betriebsräteim„ Dresdener Garten", Dresdener Bersammlung aller Branchen und Bezirte Straße 45: Versammlung aller in den Tagesordnung: 1. Die wirtschaftliche Lage in der Holzindustrie. 2. Aussprache. Jeber Betrieb aus allen Branchen und Bezirken muß ver Silberwarenfabriken beschäftigt. treten sein. Die Bersammlung beginnt pünktlich, ba megen Arbeiter und Arbeiterinnen. der stattfindenden 8ahlabende spätestens um 6 Uhr Schluß Tagesordnung: 1. Bericht ber eintreten muß. Zutritt nur gegen Borzeigung des MitgliedsBerhandlungskommission mit den Arbeit buches und der Vertrauensmänner- und Betriebsrätetarte. Die Ortsverwaltung. gebern 2. Distusfion. 3. Branchen- 40/ 10 angelegenheiten. Da der Saal um 51 Uhr gezäumt werden muß, werden die Rolleginnen und Kollegen ersucht, pünktlich und bestimmt zu erscheinen. Achtung! Chirurgische Branche. Dienstag, den 13.Juni, abends 6 Uhr, in den Sophiensälen, Sophienstr. 17/18: Engros- Lager Kein Laden Gegründet 1894. Damen sparen Fach beendeter Engros- Saison Export- Lager Eine Treppe Geld Einzelverkauf für die Reise Gabardine Brauchenversammlung Homespun 875 660 375 Tuch Mantel 1500 1350 1050 550 aller in der Chirurgie Branche Donegal Noppe Paletots 650 beschäft. Kolleginnen u. Kollegen. Covertcoat 950875750 890 350 Kostüme 2350 1850 1150 Tagesordnung: 1. Stellungnahme Aur legten Tarifverhandlung. 2. Diskussion. 3. Brandienangelegenheiten. Ohne Mitgliedsbuch kein Butritt. Bollzähliges Erscheinen ist notwendig. Achtung! Achtung Uhrmacher Groß- Berlins. Mittwoch, den 14. Juni, abends 8 Uhr, im klubhaus, Ohmstraße( großer Saal): Vollversammlung fämtlicher 2 aden und Fabrik uhrmacher. Tagesordnung: Lohnfragen. Erscheinen aller Kollegen ist notwendig. Die Ortsverwaltung. 120 3 Weiten starke 350 Spezialität: Extra Wagen für grosse, Damen Selden Alpakka 1050 875 750 390 Strickjacken 1950 775 450 450 Winter- Ulster, Seat Plasch- Manter 25-50%, herabgesetzt. M. Mosczytz, Landsberger Str. 59 am Alexanderplatz, Astrachan- Krimmer 1 Treppe, Berlin C. Sonnabends und Sonntags geschlossen. Neue Haut Aufklär. Buch m. 50 Bild. über uns hilfebring Orig. System daas" b. Rückgratverkrümm hoher Schulter u. Hüfte( keine Berufsstörung) Zu bezieh. geg. Eins. von 5 M od. Nachn. von Franz Menzel, Berlin W 7, Magdeb. Str. 25 Achtung! Achtung! Arbeiter der Metallindustrie! Das Metallfartell und die Funtionärversammlung haben befchloffen, baß über Annahme oder Ablehnung bes Schiebs Abessinier- Pumpen spruches in den Betrieben des B. B. M. I. spätestens bis Diens f. Lauben tag, ben 13. b. Mts. eine Urabstimmung stattfindet. Besondere toloniften B) Weibliche Arbeifer. 1. Arbeiterinnen mit abgefchloffener Lehrzeit erhalten ufw. ( Tegt wie bisher). 3. Gelbst Abstimmungszettel werden nicht herausgegeben. 2. Arbeiterinnen an Maschinen und Handarbeiterinnen, beren aufstellen. Die Funktionäre haben im Betriebe selbst die Abstimmungs- Leistungen nicht mit den Leistungen männlicher Arbeiter ber Spritzpumpen zettel herzustellen und mit dem Arbeiterratsstempel zu versehen. Rob Brien Pumpenfabrik Auf bie 8ettel ist nur zu schreiben: für oder gegen. Für 0 27 Krautst.31 bedeutet Annahme des Schiebsspruches, gegen Ablehnung am Schles. Bhf. beffelben, event!. Streit. Die Abstimmungsresultate finb spätestens bis zum Dienstag abenb 9 Uhr im Verbandsbureau des D. M. B. abzuliefern. Der Schiedsspruch selbst, über welchen bie Abstimmung erfolgt, hat folgenden Wortlaut: ITS erzielt man schmerz- Möbel Umgebung, durch die z. niedrigst. Preis. los, unmerklich für die echte Vater Philipp direkt an Private. Schälkur, à 12 M., Riesenauswahl. glichen werden können: Stundenlohn 1. Arbeiterinnen über 21 Jahre 12.70 bis 13.15 . 2. Arbeiterinnnen von 18-21 Jahren 12.40 bis 12 85 7. Attorbbafts 12.95: 12.95 m. I. Schiedsspruch des vom Reichsar- 3 ber Glühlampen Industrie beschäftigte beitsministerium eingefehlen Schlichfungsausschusses vom 7. Juni 1922. Die Tariflöhne und Alkorbbasen ber Bereinbarung vom vom Tutogen- Laboratorium, Dresden- Zschachwitz 146, Schlafz. 6250-32575 M 28. April 1922 werden mit Wirkung vom 5. Juni 1922 ab um schält Pickel, Mitesser, Sommersprossen, Speisez. 7265-38645. 10 Broz. erhöht. Hautunreinigkeiten usw. ab, läßt anmutige, junge Herrenz.6488-34770 Haut zum Vorschein kommen. Erhältlich in Berlin, Elefanten- Apotheke, Leipziger Straße. Wohnz. 5930-22560 Küchen 1975-10690 Lief.franko Lager. kostenl.10jhr.Gar. Kriegsanleihe wird zu 84%, nur gegen Legitimation in Zahlung genommen. Größte Eile geboten! Preise steigen! Wo? 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Durch die Prozentrechnung sich ergebende Pfennigbeträge werben auf 5 Pf. abgerundet. 2. Die Erhöhungen gelten bis zum 2. Juli 1922. 3. Den Partelen wird empfohlen, fich bezüglich ber Relationen ber Löhne untereinander über ein Schema zu verstänDa schw. Fälle in 15 bigen und dasselbe nicht nur späteren Lohuverhandlungen zu Tag.bes. hierüb. un- grunde zu legen, sondern möglichst im Manteltarif festzulegen. antastb. Heilerfahr. best. u. Ref. Invaliden- Auf Grund diefes Schiedsspruches wird folgende Faffung straße 105. v. 10-2.Jacoby bes Teiles III bes Tarifvertrages vom 4. Mai 1921 vereinbart: Schreibmaschin all. bekannt.Syst. deutsche und russische auch für Export II. Bereinbarung. Es werden folgende Beträge für die Tariffäge vereinbart: A) Männliche Arbeiter. 1. Arbeiter über 21 Jahre. Reise- u. Rechenmasch. Gen.- Vertr. d.Stoewer Klaffe Stundenlohn Affordbafis I 19.35 bis 20.85. Schäfer& Clauss Π 19.20.20 PP 18.65 19.55 20.35. 19.70 19.05 " Berlin, Leipziger Straße 19. Zentrum 9211 n. 9701 Patente IV 18.40 19.18.50 " V 18.15 18.60 18.10 . PO Dr. Bogdahn, Ge schäftsf. des Treuh. Bereins berat. Ing., Berlin SW 61. Raufe Gebisse auch zerbrochene, zahle f. Zahn 35-500 Knopfzähne weniger. Platin-, GoldSilberBruch höchste Tegespreise Herrmann Wilhelmstr. 39 nahe Leipziger Straße. 2. Arbeiter von 18 bis 21 Jahren. Klaffe Stundenlohn 17.95 bis 19.45.. 17.60 17.20 18.80 Affordbafts 20.35 90. 19 70 " " " 18.10 19.05 R IV V 16.95 17.55 BP 18.50 PUR " 16.75 17.20 18.10 19 " 3. Jugenbliche Arbeiter unter 18 Jah Jm Alter von 14 bis 15 Jahren 9,50 M. Stundenlohn 15 16 " . 10.05 " 16 17 " 17 18 1112.10 " " Einstellungslohn 10 Pf. weniger. 11. Arbeiterinnen: Stundenlohn 1. Arbeiterinnen über 21 Jahre Gruppe I 12.70 bis 13.15. Gruppe II 12.70 13.15 2. Arbeiterinnen von 18-21 Jahren Gruppe I 12.40 bis 12.85 t. Gruppe II 12.40 12.85 " " Affordbasis 13.15 0. 12.95 " 13.15. 12.95 4. Jugendliche Arbeiterinnen unter 18 Jahren: Jm Alter von 14-15 Jahren 9.15 M. Stundenlohn 15-16 16-17 17-18 9.60 10.25 " 10.80 " Einstellungslohn 10 Bf. weniger. C) Teuerungszulagen bletben bestehen wie bisher. D) Ausgleichszulage. Die Höhe der Ausgleichszulage gemäß Rahmenvertrag AX Biffer 2 beträgt in der Klaffe I bis zu 2.75 M., in der Klaffe II bis zu 2.25 90. je Stunde. B) Die unter A genannten ge treten mit dem 5. Juni 1922 in Kraft und gelten bis zum 2. Juli 1922. C) Der unter aufgeführte feste Stundenzuschlag von 10 Broz. der Affordbafts gilt lediglich für ble Woche vom 5. bis 11. Juni 1922, von Montag, ben 12. Juni 1923, ab treten bie um 10 Brez. erhöhten Attorbpreise in Kraft 2. Für vorübergehende Lohnarbeit, die gemäß A IX 8tffer 3 mit dem Durchschnittsstundenaktordverdienft abzülglich 5 Proz bisher bezahlt worden ist, wird während der Lohnwoche vom 5. bis 11. Sunt 1922 der im Schiebsspruch enthaltene fefte Stundenzuschlag, jeboch mit einer Berminberung um 5 Proz. gewährt. 3. Die Bezahlung der Affordarbeit während der Lohn. woche vom 5. bis 11. Juni 1922 gemäß Schiedsspruch stent bie endgültige Abgeltung für die Affordarbeit während dieser Beit bar. 4. Die in vorstehender Vereinbarung enthaltenen Ev höhungen stellen Erhöhungen der Tariffage dar. Auf Grund bes Tarifes gewährte Künstler- und Ausgleichszulagen bleiben in gleicher Höhe auch nach der Erhöhung der Tariffäge beftehen, foweit die 8ulagen nicht ausdrücklich unter Borbehalt Igewährt worden find. Das Metallkartell. J. A. Deutscher Metallarbeiter- Verband, Ortsverwaltung Berlin. 120/5 2950 5850 Emaille- Eimer etwa 28 cm 29 50 EmailleSchmortopf 615 EmailleKinderbecher Porzellan weiß,( mit kleinen Fehlern) Zuckerschälchen oval........ ... 95Pt. 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