Tr. 275 39.Jahrgang Ausgabe B Nr. 135 Bezugspreis: Bierteljährl. 150.-pt. 50,-902 frei ins Haus, voraus zuglbar. Bostbezug: Monatlich 50,-, einschl. Sustellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- u Memelgebiet, sowie Desterreich u. Luremburg 84-, für das übrige Ausland 102, M. Postbestellungen nehmen an Belgien Dänemark, England, Estland, Finnland, Frankreich Holland, Lettland, Luxemburg, terreich, Schweden, Schweiz, Tschoslowakei und Ungarn. Der„ Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Gonn tags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Abend- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 1 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile toftet 16,-M- Reklamezeile 80,-. Aleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 4, M.( zulässig zwei fettge. brudte Worte), jebes weitere Wort 3,- M. Stellengesuche und SchlafStellenanzeigen das erste Wort 2,50 M., jebes weitere Wort 2, M. Morte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abon nenten Seile 8,- M. Anzeigen für bie nächste Summer müssen bis 42 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutfchlands Redaktion und Expedition: SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Redaktion Morisplat 15195-97 Expedition Morisolas 11753-54 Dienstag, den 13. Juni 1922 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenste. 3 Fernsprecher: Berlag, Erpedition und Inferaten. Abteilung Moritplay 11753-54 Vor einer neuen Reparationsnote. Dokumente zum Kriegsausbruch. " Bon Karl Kautsty. Paris, 13. Juni.( WIB.) Die Reparatiostommis- schlag der Ernennung der Haager Kommiffion an. Die Regierung Da ich die Berantwortung für die von mir zusammenfion ift gestern zu einer offiziellen Sigung zufammengetreten, um hielt darum das russische Memorandum für überholt gestellten deutschen Dokumente zum Kriegsaus. über den Text einer neuen Note an Deutschland zu beraten, durch die Verhandlungen der Plenarsizung und glaubte, die Kom- bruch trage, fragt mich die Redaktion des" Borwärts" um die die Ergänzung des am 1. Mai und des am 31. Mai als Antwort miffionen würden das Memorandum gänzlich außer Betracht laffen. meine Meinung über die Aeußerungen, die Dr. Kanner in auf die Note der deutschen Regierung vom 28. Mai nach Berlin ge- Die Regierung ist dagegen bereit, den französischen Standpunkt Betreff der Unvollständigkeit der Sammlung zuerst in seinem richteten Memorandums bilden soll. In diesem Memorandum gelten zu lassen, daß die Resolution von Cannes für die Buch, dann hier in Nr. 266 d. Bl. veröffentlicht hat. hat die Reparationsfommiffion sich vorbehalten, einige noch unge- Resolutionen im Haag grundlegend sein muß. Die Regierung lehnt Ich habe einfach zu erwidern, daß ich die Auffassung des klärte Punkte wie die Frage der Autonomie der Reichsbant weiter die französische Behauptung ab, daß ausländische Antrag- Rezensenten des Vorwärts" vollständig teile und darin auch und die Maßnahmen gegen die kapitalflucht zum steller das Recht haben sollen, ihr von Rußland tonfisziertes Eigen- durch die Mitteilungen des bayerischen Legationssekretärs Gegenstand einer besonderen Mitteilung zu machen. Die Kommiffion, tum zurückzuverlangen. Sie besteht aber darauf, daß wirkliche Freiherrn v. Soden nicht erschüttert werde, der bei dem die gestern noch zu feinem endgültigen Beschluß gekommen ist, wird Entschädigung geleistet wird. Die Regierung gibt zu, daß Fechenbach- Prozeß ausgesagt haben soll, daß, amtliche Privatheute ihre Beratungen fortsetzen. der sicherste Weg für Rußland, den Wohlstand wiederherzustellen briefe an Gesandte den amtlichen Berichten vollständig gleichund Rapital zu erhalten, der wäre, daß man denjenigen, welche in gehalten und ebenso wie diese unter den amtlichen Akten beDer„ Pefit Parifien" teilt in diesem Zusammenhange mit, daß der Vergangenheit Rußland Hilfe geleistet haben, die Rüdtehr wahrt werden“. der Gedankenaustausch zwischen der Reparationsfommission und der zu ihren Unternehmungen ermögliche. Ich habe kein stenographisches Protokoll des Prozesses zur deutschen Regierung in der nächsten Zeit wieder sehr lebhaft werden Der französische Vorschlag, wonach eine nichtrussische Hand, fann also nicht nachprüfen, ob der Herr Legationssetrewürde, da das Scheitern der Anleihepläne eine neue Rommission, ohne die ruffische Delegation in das Bertrauen tär fich wörtlich so ausgedrückt und wie er die„ amtlichen 3nflationswelle in Deutschland entstehen lasse, der die Repa- zu ziehen, einen vollständigen Wiederaufbauplan für Privatbriefe" definiert hat. Ich möchte demgegenüber nur auf rationsfommission schon heute feste Grenzen zu ziehen beabsichtigt. Rußland ausarbeiten und ihn ihr nachher als ultimatum prä- einen anderen Sachverständigen hinweisen, dessen Sachkunde sentieren solle, hieße die Zwecke der Haager Konferenz lächerlich niemand bezweifeln wird und dessen Aussage, von ihm selbst Chefbesprechung in der Reichskanzlei. machen. Eine Beratung mit den russischen Delegierten und ein abgefaßt, mir gedruckt vorliegt. Ich rede von dem sehr nüzIn der Reichskanzlei fand gestern nachmittag eine Chefbesprechung Zusammenarbeiten mit ihnen ist durchaus notwendig, wenn die lichen Büchlein über„ Das politische Schriftwesen im deutschen statt. Man befaßte sich mit der parlamentarischen Lage und mit den haager Konferenz praktische Ergebnisse zeitigen soll. Die britische Auswärtigen Dienst, ein Leitfaden zum Verständnis diplomatiReparationsfragen. Staatssekretär a. D. Bergmann hat heute Regierung wünscht, auf der Haager Konferenz die Frage der Schul- fcher Dokumente"( Tübingen, Mohr, 1920), das Dr. Her vormittag in einer erneuten Chefbesprechung in der Reichskanzlei den, des Brivateigentums und der Kredite zu erörtern und als Sachmann Meyer, Archivar beim Geheimen Staatsarchiv in über die Besprechungen in Paris berichtet. Die Aussprache wird verständige mit Sachverständigen zu unterhandeln. Was die Rüd Berlin, verfaßte. Dort heißt es auf Seite 24: heute nachmittag um 5 Uhr in einer Kabinettsfißung fortgesetzt. Für gabe des tonfiszierten Eigentums angeht, so muß Mittwoch ist eine Sigung des Aelteftenausschusses vorgesehen, es entweder den früheren Eigentümern zurüd erstattet oder es muß voller Ersatz geleistet werden. Rußland fann von privaten Darlehnsgebern nur Kredite erhalten, wenn diese die gebotene Sicherheit für ausreichend halten. Frankreichs Kriegsschulden. Paris, 13. Juni(( WTB.) Nach der„ Chicago Tribune" foll der französische Botschafter in Washington, Jusserand, seiner Regierung mitgeteilt haben, die amerikanische Regierung lege den größten Wert darauf, daß die feit langem vorgesehenen Berhand lungen über Frankreichs Kriegsschulden nicht länger hinausgeschoben werden. New York Herald" meldet dazu, die französische Regierung habe nicht die Absicht, schon jetzt die Frage der Annullierung der interalliierten Kriegsschulden aufzuwerfen, vielmehr beabsichtigte sie, sich auf die Erklärung zu beschränken, daß Frankreich in den nächsten Jahren nicht im stande sei, ir gend welche Zahlungen zu leisten. Der französische Ministerrat wird sich heute mit der Frage der Entsendung eines Bertreters der französischen Regierung nach Washington zu Berhandlungen über die Angelegenheit der Kriegsschulden zu befaffen haben. Poincarés Antwort. Die Entgegnung der französischen Regierung auf das englische Memorandum, die dem englischen Rabinett bereits überwiesen worden ist, läßt die Forderung auf zurückziehung des russischen Memorandums fallen, hält in der Eigentumsfrage und in der Forderung einer Borkonferenz an dem bisherigen Standpunkt feft. Ueber das Konferenzprogramm äußert sich die Note dahin, daß, wenn die Konferenz tatsächlich stattfinden sollte, die französische Re gierung auf das nachdrücklichste darauf bestehen müsse, daß jede politische Diskussion vermieden werde und lediglich die rein technischen Fragen, insbesondere die Fragen der Schulden, des Privateigentums und der Kredite behandelt würden. Sie erklärt, daß es ihr unmöglich sei, in irgendeine Ermäßigung der Kriegsschuld einzuwilligen, wenn sie auch grundsäglich bereit fei, Rußland weitgehende Zahlungserleichterungen zu gewähren. In der Frage der russischen Staatsanleihen erachte es die Der französische Ministerrat wird sich heute mit der Frage französische Regierung als conditio sine qua non, baß die Rechte beschäftigen, in welcher Form sich Frankreich an der Konferenz der Litefinhaber anerkannt und respektiert und daß ihnen von Haag beteiligen foll. Matin" glaubt zu wissen, daß ausreichende Bürgschaften von den Sowjets gegeben Frankreich lediglich Beobachter schicken werde. werden. Hinsichtlich der Rußland zu gewährenden Krebite Der amerikanische Regierungsvertreter in Wirtschafts- stimme die französische Regierung mit der englischen überein in der fragen Hoover erklärte, für die Vereinigten Staaten fei es Auffassung, daß Rußland unmöglich Geldgeber finden könne, wenn fein Berlust, nicht mit der Sowjetregierung in Verbindung es nicht befriedigende Bedingungen anbiete. zu treten. Rußland nähere sich der wirtschaftlichen Baralyse. Der Zeitpunkt rüde heran, in dem das russische Papiergeld wertlos sein werde. Daily Telegraph" sieht in diesen Aeußerungen die Bestätigung dafür, daß Amerika nicht attiv an der Haager Konferenz teilnehmen werde. Die russische Frage. " Oesterreichs Finanzkatastrophe. Wien, 13. Juni.( TU.) An der gestrigen Börje find die diplomatischen Schriftverkehr nicht nur zwischen der Zentralbehörde Es sei betont, daß unter den amtlichen Schriftstücken im auf der einen und den auswärtigen Missionen, den Reichsbehörden, der Obersten Heeresleitung uff. auf der anderen Seite, sondern auch zwischen dem Außenminister und fremden Diplomaten uff. die. Privatbriefe eine große Rolle spielen. Es ist immer bei uns üblich gewesen," fo erklärte unlängst ein langjähriger deutscher Aus landsdiplomat, daß man amtliche Nachrichten durch Privatbriefe unterstützte. Das ist ein Modus gewesen, der in der Diplomatie poffkommen gang und gäbe war."( Gemeint ift Graf v. Bernstorff. K.) PP Mitunter ist vom Absender bzw. vom Empfänger oder von dritten Personen in den Akten die Tatsache der Absendung bzw. des Eingangs eines folchen Privatbriefes in einer bestimmten Frage ver merkt, hin und wieder findet sich auch das Konzept des abgesandten Briefes oder wenigstens ein Auszug aus ihm bzw. das Original oder eine Abschrift des empfangenen Briefes oder doch ein Auszug daraus bei den Akten. Das ist aber, wie bemerkt, feines wegs die Regel Beflagenswerte Lüden im Aftenmaterial, durch die nachmals die richtige Beurteilung des Ganges einer politischen Aktion nur auf Grund der vorliegenden diplomatischen Schrift. ftücke schlechthin unmöglich gemacht wird, erklären sich häufig dadurch, baß politisch wichtige Privatbriefe weder in ihrem vollen Wortlaut noch auszugsweise aufgenommen und daß weiterhin über stattge habte mündliche, auch telephonische Erörterungen irgendwelche Aufzeichnungen nicht gemacht worden sind." Hinzugefügt sei, daß manche Weisungen mündlich durch entsandte Vertrauensmänner übermittelt wurden. Das war namentlich leicht möglich im Verkehr zwischen Berlin und Wien, zwischen welchen Städten nur die Eisenbahnfahrt einer Nacht lag. Und die Wochen vor dem Krieg fielen in die Zeit der Ferien- und Badereisen, wo man sich unauffällig, etwa in Salzburg oder Berchtesgaden treffen konnte. Um die Lücken in den Dotumenten zu erklären, muß man also feineswegs annehmen, daß man in Berlin und Wien dem Beispiel des Herrn v. Löẞl gefolgt ist, der im Münchener Prozeß als Zeuge und nicht etwa als Angeklagter gleichmütig mitteilte, er habe als Archivar drei ihm anvertraute Dokumente vernichten lassen. Daß im Berliner Auswärtigen Amt etwas Derartiges vorgekommen sei, dafür habe ich nicht die geringsten Anzeichen gefunden. Kurse der Devifen in einem bisher noch nicht dagewefenen Englisch- französischer Notenwechsel. Tempo in die Höhe geschnellt. In allen Börsenkreisen herrschte Condon, 13. Juni.( Reuter.) Die britische Antwort auf das panitftimmung, und man verwies darauf, daß die derzeitigen französische Memorandum vom 2. Juni betreffs der Haager Konfe- Justände unhaltbar feien. Man sieht den kommenden Tagen mit renz fagt: Das franzöfifche Memorandum scheint auf einer großer Unruhe entgegen und erklärt, daß gegenwärtig nur die Ruhe Begriffsverwirrung zu beruhen und zeigt auch keine Ber- vor dem Sturme herrsche. Heute wurde der Brofpreis von 940 trautheit mit dem, was auf der Genueser Konferenz behandelt auf 1230 kronen, der Preis für kleines Weißgebäd von 50 auf worden ist. Die Haager Konferenz foll eine Sachverständigen 70 Kronen, der Preis für eine Straßenbahnfahrt von 80 auf Konferenz sein und die britische Regierung beabsichtigt nicht, 150 kronen erhöht. Die unerfüllten Kreditversprechungen der Entente mente die Lüde sofort aufgefallen, die jetzt Dr. Kanners VerUnd doch war mir bei der Sammlung der KriegsdokuBertreter irgendeines anderen Charakters oder mit irgendeiner rächen fich also in furchtbarer Weise. Der Dollar wurde bis auf mente die Lücke sofort aufgefallen, die jetzt Dr. Kanners Veranderen Eigenschaft dorthin zu senden. Die Tatsache, daß die beiden 21 000 und 22 000 kronen, die deutsche Mart vorübergehend auf Attentat von Serajewo hatte sich der deutsche Botschafter in dacht erregt. Sie war auch zu auffallend: Gleich nach dem britischen Hauptvertreter parlamentarische Unterfekretäre find, 70, die tschechische krone auf 407, ein Pfund Sterling Bien, Tschirschty, gegenüber den Wiener Kriegsgelüften ändert diesen Grundsatz nicht. Beide sind Sachverständige; der auf 100 000 kronen hinaufgetrieben. Der Bantnotenumlauf derselben abmahnenden Stellung befliffen, die von der deutschen eine in Finanzsachen, der andere in geschäftlichen Angelegenheiten. ift in den letzten zwei Wochen um 41% Millionen Kronen geffiegen. Bolitik in den Vorjahren eingenommen worden war. Da fuhr Sie sind feine Bevollmächtigten. Jede Abmachung, die sie treffen, Die Börsenkammer beschloß, angeblich aus technischen Gründen, muß der Regierung zur Entscheidung vorgelegt werden. Die Re- den morgigen Börsentag ausfallen zu lassen. Die Regierung fündigt plötzlich Wilhelm mit einer unerwarteten Wendung da gierung hat nicht die Absicht, politische und diplomatische einschneidende Maßnahmen an, um der panifarfigen Stimmung in 30. Juni tobt er gegen dessen besänftigende Haltung mit Auszwischen. In Randglossen zu einem Bericht Tschirschkys vom Vertreter zur Konferenz zu ernennen. Eine vorherige Er der Bevölkerung zu begegnen. Die Regierung erklärt, daß die Be- brüchen, wie: Wer hat ihn dazu ermächtigt? Das ist sehr örterung der Brinzipien würde nublos sein, da sie nur völkerung mit Ruhe den Vorbereitungsmaßnahmen entgegensehen dumm!... Tschirschen soll den Unsinn gefälligst lassen! Mit wiederholen würde, was schon in Genua gesagt ist. Daher liegt könne. Bisher hat der Bundespräsident Dr. Seipl die Führer der den Serben muß aufgeräumt werden, und zwar bald." fein Grund vor zu einer Berlängerung der Frist zwischen dem parlamentarischen Parteien ersucht, der übertriebenen Beunruhigung 15. Juni, dem Tage der Ankunft der nichtrussischen Mitglieder, der Bevölkerung, die sich in Angstfäufen äußert, entgegenzuwirken, und dem 20. Juni, an dem die russische Kommission zusammen- weil diese Angstfäufe nur die Teuerung erhöhen. getreten sein wird, oder dem 26., an dem beide Kommissionen zufammenkommen. Die Regierung ist entschieden gegen den * französischen Vorschlag, daß das russische Memorandum vom Eine leichte Besserung scheint allerdings inzwischen eingetreten 11. Mai zurückgezogen wird, ehe die haager Rommissionen zusam- au sein, da an der heutigen Berliner Börse die Mart nur noch zirka mentreten. Die Frage der Zurücknahme des Memorandums wurde 52 Kronen wert war, gegenüber 70 am geftrigen Tage. in Genua nicht aufgeworfen. Alle Delegationen, mit Einschluß der franzöfifchen, nahmen vielmehr in der letzten Plenarsihung den BorDollar 315. Am 4. Juli bereits fann man bei Tschirschtyeinen geänderten Kurs fonstatieren. Unzweifelhaft auf eine Weifung von Berlin hin. Aber feine solche fand sich im Archiv. Auch in den Akten der deutschen Botschaft in Wien suchte ich vergeblich danach. Wie raffiniert hätte man vorgehen müssen, um gleideitig in Wien und Berlin die Spuren des Berweises zu tilgen, und welche Kopflosigkeit mußte sich mit der Raffia niertheit paaren, daß man dabei Wilhelms Ranbgloffe unversehrt ließl Als dann Dr. R. Gooß die österreichischen Aften zur ängstigend umfangreichen Niederbruch der gesamten Organi Entstehung des Weltkriegs herausgab, veröffentlichte er da- fation. Der Reichspräsident in München. neben eine zusammenfassende Darstellung, die dokumentari- Während der Tagung tam immer wieder die Meinung Republikanische Sympathiekundgebungen. schen Beweis dafür erbrachte, daß Tschirschky wegen seiner zum Ausdruck, daß man über taktische Fragen doch eigentlich München, 13. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Die Abfahrt des „ Lauheit" gerüffelt worden sei und seitdem zum Kriege( wohl auch mal reden müsse. Die Parteileitung vertrat dem Reichspräsidenten aus München heute morgen und die An- und Abgemerkt, gegen Serbien, nicht zum Weltkrieg) gegenüber den Standpunkt, daß man nicht mit jedem 3weifel fahrt zu dem großen Empfang gestern abend trugen schon ein ganz heizte. an die Deffentlichkeit treten" solle. So eindeutig wie diese anderes Gepräge wie die Ankunft. Die Bevölkerung verhielt sich Merkwürdigerweise fehlen gerade diese beiden Stellungnahme war auch jene zur politischen Situation. ernst und würdig und bereitete dem Reichspräsidenten stellenweise Aftenstücke, auf die Dr. Gooß in seinem Kommentar hin- Dittmann meinte:" In der Frage der Koalitionspolitit sogar stürmische Rundgebungen. Der Polizei war es weist, in der von ihm herausgegebenen Sammlung der Doku- ist unsere Haltung flar und bestimmt für die Gegen gelungen, die Drahtzieher der Nationalsozialisten bei dem Versuch mente. Und als Dr. Kanner den österreichischen Bundeskanzler mari." Er wollte das aber so verstanden wissen, daß das einer Demonstration vor dem Haufe des Grafen Lerchenfeld gestern ersuchte, ihn Einsicht in diese vergessenen" Dokumente neh- teine Ablehnung jeder Koalitionspolitit fei. Man sei für in der Stärfe von 50 Mann zu verhaften und in zwei Laftautos men zu lassen, wurde ihm das verweigert! Koalitionspolitit, wenn sie nur eine Verschleierung der Ditta- in Sicherheit zu bringen. Das Gemertschaftshaus und das Gebäude tur" darstelle. Das ist so ungefähr ein Lebewesen, etwa vorn unferes Barteiblattes, der Münchener Bost", wurden die Nacht über Pferd und hinten Auto. Gelenft wird dieses Fabeltier nach polizeilich bewacht. Insgesamt wurden über 100 Festnahmen und den klaren" Richtlinien des Leipziger Manifeftes. Bersonalfeststellungen vorgenommen. Trotz der Drohung des Miesbacher Anzeigers", die bürgerlichen Abgeordneten, welche der Einladung Folge leisteten, namentlich zu veröffentlichen, waren mit Ausnahme der Deutschnationalen alle erschienen. Stunden vor dem Rathaus wartende Menge brach bei Eberts Abfahrt in stürmische ho chrufe auf die Republik aus. Für die österreichische Publikation der Aften über die Entstehung des Weltkriegs ist also der Beweis erbracht, daß sie unvollständig ist. Aber auch hier fehlt jeder Beweis, daß unbequeme Aften vernichtet wurden. Um den toten Kapp. Man muß indes Dr. Kanner zustimmen in der Forderung, daß diefer Bunft flargestellt werde. Denn dabei handelt es sich um nichts Minderes, als um die Klarlegung der deut- Die Rechtspresse flicht dem toten Kapp Lorbeerfränze. schen Schicksalswende. Bis zum 30. Juni war die deutsche Wie das in Fällen üblich ist, wo einer der ihren schwere Fehler Politik in Wien bemüht gewesen, die verbrecherischen Idioten begangen hat, bescheinigt sie ihm, das Beste gewollt" zu vom Ballhausplatz vor allzu verzweifelten Abenteuern zurück- haben.( Was bei einem Polititer eigentlich eine platte Selbstzuhalten, die den Weltfrieden bedrohten. Die Tötung eines verständlichkeit sein sollte.) In der Kreuz- Zeitung" preist der befreundeten Fürsten durch serbische Attentäter ließ plötzlich Adlatus Kapps, der aus dem Jagow- Prozeß befannie Georg bei Wilhelm und seinen Leuten alle Erwägungen der Klugheit Schiele, die ,, Reinheit des Wollens" des Dahingegangenen. vergessen und riß fie fort in die Bahn des wahnsinnigsten Aehnliche Worte sagte die ,, Deutsche Zeitung"; die Deutsche Abenteuers, das in Wien je geplant worden. Nicht das Tageszeitung" rühmt Rapp als, furchtlosen deutschen Mann". Berlangen nach der Weltherrschaft, sondern Die volksparteiliche Beit" versteigt sich zu der seltsamen Beder Drang nach Bernichtung der Königsmör- hauptung, daß gerade die eifrigsten Verteidiger der Republik derbestimmteinjenen Tagenden Beherrscher sehr zufrieden" sein könnten, daß der Kapp- Prozeß mun nicht Deutschlands. Schon das bis jegt zutage geförderte stattfinden werde. Wir glauben, daß die Leute, denen der Material läßt den verhängnisvollen Anteil des frankhaft Kapp- Brozeß unangenehm geworden wäre, auf der entgegengesteigerten monarchischen Gefühls Wil- gefeßten Seite sitzen. In auffälligem Gegensatz zu ihrem helms an der Entfesselung des Krieges deutlich erkennen. Schwesterblatt schreibt dagegen die ebenfalls volksparteiliche Doch je flarer wir in diesen Dingen sehen, um so beffer für uns! DAZ.": Dr. Kanner ist daher bei seinen Forschungen darüber Erfolg zu wünschen. Zunächst wenigstens dürfte weitere Klarheit nur aus dem Wiener Archiv zu gewinnen sein. Auf jeden Fall jedoch bezeugt die Kannersche Kritit, daß für die Kriegsaften dasselbe gilt, wie für andere Aften: Sie enthalten sehr viel, fehr wichtiges, aber nicht alles, und man muß auch da wieder sich vor der Weisheit des Aftenmenschen hüten, der da meint, was nicht in den Aften stehe, set in Wirtlichkeit nicht vorhanden. In Privatbriefen und in persönlichen Erinnerungen wäre ficher noch viel zu finden, was heute sorgfältig verborgen bleibt, zum Teil wohl schon vernichtet ist oder auch weiterhin der Deffentlichkeit vorenthalten wird. Aber wie viel das auch sein mag: Was zum Vorteil des alten Regimes sprechen konnte, dürfte wohl schon alles zutage gefördert sein. Was verborgen bleibt, find nicht Dinge, die das entkräften tönnen, was die Aften sagen, sondern die deren Sprache nur noch verstärken müffen. 27 Das, was er( Kapp. D. Red.) unternahm, bleibt deshalb doch nicht nur eine politische Torheit, sondern ein Berbrechen an der Allgemeinheit und am Staate. Auch wenn das tragische Schicksal, das in den letzten Lebensmonaten dieses Mannes sich verförperte, einen gewissen versöhnenden Anstrich haben mag; die Schuld, die Kapp auf sich geladen hat, bleibt bestehen und wird das Gedächtnis an ihn dauernd belasten. Rapp ist seinerzeit, nachdem sein Putschversuch ein so flägliches Ende gefunden hatte, nach Schweden geflohen. Auch als sein Schuld- und Leidensgenosse, Herr von Jagow, sich vor dem Reichs gericht zu verantworten hatte, zog Rapp es vor, im Ausland zu bleiben. Erst im April dieses Jahres fehrte er, damals schon ein franter Mann, freiwillig nach Deutschland zurück. Dieses Urteil entspricht der geschichtlichen Wahrheit. Was die Presse der Linken anbelangt, fo werden sich wohl die Redakteure der Rechtsblätter gewundert haben, bei ihrer Durch ficht nicht eine der Widerwärtigkeiten und Gemeinheiten gefunden zu haben, mit denen seinerzeit die Rechtspresse den toten Erzberger begeiferte- bei aller( achlichen Verurteilung der Taten Rapps. Ueber den verschiedenen Geist, der links und rechts herrscht, über die verschiedenen Auffaffungen von Anstand und Sitte auf der Rechten und auf der Linken kann jeber daraus seine Schlüffe ziehen. Der Reichspräsident sprach vor seiner Abreise aus München. wohin er nunmehr zu kurzem Aufenthalt zurückkehrt, unseren Mün chener Korrespondenten. Ihm sagte er u. a.: „ Ich war mir flar über die innen- und außenpolifische Bedeufung meiner Münchener Reise, die dem Ausgleich zwischen den deutschen Stämmen und lehten Endes der ganzen Nafion dienen jollte. Ich tehre von München zurüd in dem Bewußtsein, durch die persönliche Fühlungnahme mit den Führern der bayerischen Polifit und Wirtschaft diesen Ausgleich gefördert und die Geschloffenheit des deutschen Bolfes in seinem Wiederaufbauwillen nach innen und außen neuerdings zum Ausdrud gebracht zu haben. Die Rechtspresse wird wahrscheinlich fiber das Johlen und Pfeifen mancher Straßendemonftranten ein großes Geschrei erheben. Das fann und darf mich nicht stören. Ich habe auch an anderen Orten Lümmeleien gegen mich als Repräsentanten der Republik schon zur Genüge erlebt. Solange nur gepfiffen wird, können wir ruhig am Aufbau der Republit weiterschaffen." * München, 13. Juni.( WTB.) Während des parlamentarischen Abends, der zu Ehren der Anwesenheit des Reichspräsidenten Ebert stattfand, hatte sich eine vieltausendföpfige Menge vor dem Rathause angesammelt, die dem Reichspräsidenten beim Beriaffen des Hauses begeisterte Ovationen darbrachte. Trotz der vorgerüdten Stunde hatten es fich Taufende von Menschen nicht nehmen lassen, dem Reichspräsidenten ihre Huldigungen darzubringen. Der Reichspräsident wurde mit nicht enden wollenden Hochrufen begleitet. Auch vor seinem Hotel wurden ihm bei seiner Rückkehr begeisterte Ovatio nen dargebracht. Monarchistische Nervenschwäche. Das republikanische Provinzial- Schulfollegium. Man schreibt uns: Ein junger Studienrat an der staatlichen Schiller- Schule in Jüterbog, Ip hannes Werdermann, der sich burch nationalistische Propaganda am Orte auszeichnet", hat Urlaub Die Berlin- Brandenburger USP. für sich beantragt und in dem Gesuch darauf hingewiesen, daß die Wir berichteten schon über die Bezirkstagang der USP. Zustände in der deutschen Republik ihn derartig erregen, daß er an nervösen Depreffionen leidet. Das Provinzial- Schuttollegium in Bie nicht anders zu erwarten, wurde die Reinigung" der Berlin, eine republitanische Staatsbehörde, hat den nachgesuchten UrFreiheit"-Redaktion und ihre Umstellung auf das Leipziger laub bewilligt, ohne dem Studienrat zu bedeuten, daß die RepuSieben Monate Gefängnis für Smeets. In dem Prozeß ge- blit feine Beranlassung hat, Leute, die sich über dieselbe ärgern, zu Augenblidsprogramm gutgeheißen. Wesentlich beachtenswergen den Sonderbündler Smeets wegen Beleidigung des Reichster ist, was über den derzeitigen Zustand der USB.- Organisa- präsidenten fällte das Gericht folgendes Urteil: Der Angeklagte wird ernähren und ihnen auf ihre Kosten Erholungsurlaub zu tion in Berlin- Brandenburg gesagt wurde. Dabei müffen wir wegen Beleidigung des Reichspräsidenten(§ 185 und 186 Str.G.B.) gewähren, damit sie dann, wenn sie sich mit republikanischer Unteruns berichtigen. Der Vorwärts" gab heute morgen als Mit- unter Zusammenziehung mit der Strafe, auf die diefelbe Straffammer fügung erholt haben, um so fräftiger die Republik untergraven gliederziffer der USB. in Berlin- Brandenburg 50 000 an. Die im März d. J. gegen Smeets erkannt hatte, zu sieben Monaten helfen. Das Berliner Provinzial- Schulfollegium greift vielmehr in Berechnungen über die wirkliche Mitgliederziffer ergeben aber Gefängnis verurteilt. Die Straße vom März betrug 5 Monate Ges diesem Falle einem Manne unter die Arme, der die Dreistigkeit benach den Meinungen der USP.- Leute etwas andere Zahlen. fängnis. Die zum Druck benußten Blatten find unbrauchbar zu fit, als republikanischer Beamter der vorgesezten Behörde mitzuEiner sprach von nur 42 000. In Berlin seien davon 32 000 zu machen und die noch vorhandenen Stücke der Ausgabe der Rhei teilen, daß ihm die Republik ein Greuel ist. Im Sinne des Breußenfinden. Die Haltung der Freiheit" während des Gemeinde- nischen Republik", die den unter Anklage stehenden Auffah enthiel tönigs Friedrich Wilhelms I., den der nationalistische Jüterboger ten, sind einzuziehen. Der Urteiltenor und ein Auszug aus der Urarbeiterstreits habe 2800 Mitglieder und 3000 Abonnenten teilsbegründung find auf Kosten des Angeklagten in der„ Rheini- Studienrat wohl als Schirmherr des von ihm geliebten preußischen gefoftet. Wenn die USP. in Brandenburg ohne Berlin nur schen Republic, in der Kölnischen Zeitung", in der Kölnischen Geistes anerkennen wird, wäre es gewesen, wenn ihm das Pronoch 10 000 Mitglieder hat vorausgefeßt, daß jerie Be- Boltszeitung", in der Rheinischen Zeitung" und anderen Blättern vinzial- Schultollegium fein Gesuch mit dem Randvermerk zurüdrechnungen restlos richtig sind so bedeutet das einen be- zu veröffentlichen. gegeben hätte: 3ft überflüssig, fann sich davonscheren." Das einzig Wahre. Bon Hans Bauer. Zeitungsnotiz: In Berlin ist eine 30- Millionen- Gesellschaft gegründet worden, der neben Stinnes und Krupp andere it glieder der Schwerindustrie angehören. 8wed der Gesellschaft ist die Aufnahme des Handels mit Rußland. Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Moskau und Berlin. Nun ja: Und was wäre daran! Du lieber Gott: Haben nicht gerade die linksstehenden Kreise immer wieder hervorgehoben, daß mit Rußland in friedlichen Güteraustausch zu treten sei! lind muß solch ein Güteraustausch nicht organisiert, nicht zentralisiert sein? Kann er eima gar von dem kommunistisch gesinnten Produkten händler Maier in Moabit zu dem Produktenhändler Alexandrowitsch in Mostau direkt erfolgen? Gewiß, gewiß: Es ist gar nichts daran, daß die Herren Krupp und Stinnes eine Gesellschaft gegründet haben. Es ist dies fehr natürlich, und es ist ihnen fein Borwurf daraus zu schwieden. In einem gewissen Sinne hat sich die Schwerindustrie sogar ein Berdienst um diese Gründung erworben. Aber eben dies, daß nichts daran ist: das ist das Seltsame. Die alle gibt es. d. Theater des Westens:„ Bis früh um fünfe." Es ist vielleicht ein| Es war echtes Verdi- Temperament in der Rolle. Die Stimme Beweis von Qualität, sechzehn Jahre nach der Uraufführung einen ungleich, aber überwiegend soner- tragend, zeugt von trefflicher Erfolg zu haben, wie ihn Paul Linke und seine Librettisten Schulung. Der Gast pacte das ausverkaufte Haus und hatte Jean Kren, Arthur ippschüz und Richard Bars gestern Applaus bei offener Szene. Frau Andrejewa( früher an unmit ihrem vom Thaliatheater her bekannten musikalischen Schwant ferer Staatsoper) gab der Gilda( freilich nur ftimmlich) allen Zauber feiern fonnten. Typische Berliner Kunst, leicht geschürzt, der eines sanften Gretchens und entzückte durch die Weichheit ihres Asphaltgeruch noch nicht verfälscht durch das erotische Barfüm Organs. Auch sie wurde gefeiert. unserer heutigen Modefunft, zu genießen vor allem mit dem Zwerchfell. Lieferer Humor, ein bißchen Lebenstragik fogar, würzt den dürfen unter gewissen Beschränkungen in Deutschland wieder Luft Wiederaufnahme des Zeppelinluftschiffbaues. Seit dem 5. Mai Beamtentyp Klingmann( 3ollinspektor), Don Siegfried Arno schiffe und Flugzeuge gebaut werden. Infolgedessen haben auch die fein charakterisiert. Seine Leiſtung vor allen rühmen, hieße jedoch, Friedrichshafener Beppelinwerte die Arbeit wiederaufgenommen. anderen Unrecht tun. Max Lobien as von seiner Schweige Wie aus Kreisen der Direction verlautet, soll zunächst mit dem Bau Pflicht gequälter Geheimer Expeditionssekretär, Grete Liebreich, zweier Beppelinschiffe begonnen werden. Durch das Diktat der beffen Frau, Antoinette Burchardy und 20 Dane, beiber Entente ist die äußerste Baugrenze bei 30 000 Kubikmetern erreicht. Töchter, Trude Hesterberg, der bekannte Liebling der Berliner Die neuen Schiffe werden daher unterhalb diefer Grenze bleiben, Operettenfreunde, als Marja Mariani( derb und charmannt), Martin wenn sie auch voraussichtlich ein größeres Bolumen als die beiden Rettner als vertrottelter Kanzleirat und nicht zu vergessen Lotte 25 000 Rubikmeter faffenden Schiffe„ Bodensee" und„ Nordstern" Reineken als Dienstmädchen( gesund und urwüchsig), alles in haben werden. Der erste Neubau wird ein Starrluftschiff sein, daß allem: mit Lust und Liebe und schneidigem Tempo wurde gespielt. im Frühjahr 1923 fahrtbereit fein und hauptsächlich der Erprobung Die reinste Freude hatte des Auge jedoch an dem Tanzduett Hans gewiffer technischer Neuerungen dienen soll, wobei der funtentelegra Jansen Jakobs und der schönen Mizzi Olden. Das Publikum phischen Orientierung, der Steuerung, der Beranterung im Freien, geizte weber mit Beifall noch mit Blumen. der Führung in der Nacht und bei Nebel usm. besondere Aufmertfamfeit geschenkt werden soll. Das Schiff wird später nach Spanien gefandt werden, wo es als Schulfahrzeug für die Ausbildung der Mannschaften der Linie Sevilla- Buenos Aires dienen soll. Ein weiteres Starrluftschiff von sehr großem Ausmaße wird für Amerika gebaut als Erfaz für das in Norfolt 1919 zerstörte Luftschiff. VII. Geschichten von Mar Ciebermann. Von Max Liebermann, Da hat es eine Luxemburg und einen Liebknecht gegeben, die dessen 75. Geburtstag bevorsteht, werden in„ lleber Land und Meer" fich ganz mit der Seele Rußlands angefüllt hatten, die für Lenins einige Anekdoten erzählt, die die Schlagfertigkeit des Meisters im Ideale getreu bis in den Tod waren. Da hat es tausende Anderer, schärfsten Licht zeigen. Als einmal ein Rollege eine Zeichnung Namenloser gegeben, die ins Zuchthaus wanderten oder auf dem Liebermanns lange betrachtet hatte und ihn dann fragte, ob er mit einem weichen oder harten Bleistift zu zeichnen pflege, erhielt Straßenpflaster starben, als Rußland es befahl. Da gibt es noch 20 Jahre eingefchloffen wegen eines Tanzes. Um feine Tochter er nur die Antwort: Mit Talent." Bei einem Porträt, das Lieber vor den Schlechtigkeiten und Bersuchungen der Welt zu bewahren", heute in allen Ländern der Erde Zehntausende, deren legte Hoffmann malte, wollte der Dargestellte Zweifel an der Aehnlichkeit hat ein dänischer Bauer sie 20 Jahre lang vollkommen eingeschlossen nung und Sehnsucht Rußland, das Rußland der Bolschewiften ist. äußern, worauf der Meifter Bild und Modell prüfend betrachtete gehalten. Der Fall ist jeßt bekanntgeworden und ruft in den däniUnd es gibt Hunderttausende in allen Ländern, deren Hoffnung es und dann schließlich entschied:" Wissen Sie, ich habe Sie ähnlicher fchen Blättern lebhafte Erörterungen hervor. In dem Dorfe zwar nicht ist, die aber mit seinen Idealen heiß gerungen haben und gemalt als Sie sind." Liebermann war bekanntlich längst berühmt, Smedjan in der Brovinz Dalarne war vor 20 Jahren die 22jährige sie nur verwarfen, um das Ewige um so mehr zu lieben. als die offiziellen Kreise von ihm noch wenig Notiz nahmen. Im Tochter des Bauern Anders Jansson, ein luftiges, bescheidenes Münchener Hofbräuhaus wurde ihm einmal von einem Bekannten Mädchen, einmal gegen den Willen ihres Baters zum Tanze geUnd es gibt die Herren Mitglieder der Schwerindustrie, die nie mazer sei. Die Kellnerin aber, die den Namen Liebermann gehört Tänzer fort und brachte sie nach Hause. Dort schloß er sie in ihrem ein General a. D. vorgestellt, der sich bei ihm erfundigte, ob er gangen. Plötzlich erschien dieser im Tanzfaal, riß fie von ihrem daran dachten, Rußland verstehen zu wollen. Für nichts getreu hatte, fagte daraufhin:„ Berzeihen die Nachfrage: Eind Sie halt 3immer ein, und sie ist alle die Jahre hindurch darin geblieben; nur bis in den Tod zu sein gedenken und auch nicht die leisefte Absicht der Maler Mar Liebermann aus Berlin?" Der Gefragte bejahte ganz felten einmal durfte sie auf einsamen Wegen in Begleitung haben, Ewiges zu suchen. Es gibt die Herren Krupp und Stinnes, dies, worauf die Kellnerin ausrief: Schaun S', dös ist mir a Freud, ihres Baters einen Spaziergang machen. Das Mädchen durfte mit die der Gesellschaft angehören. Der Gesellschaft mit 30 Millionen. a so a berühmten Künstler zu bedienen!" Boll Erstaunen hörte niemandem sprechen und niemand schreiben. Bor kurzem kam eine Dem Unternehmen mit der Eröffnungsbilanz und den Dividenden der General zu und meinte fchließlich wohlwollend:" Na, in diesen Frau mit ihr in Berührung, die sie zur Flucht veranlassen wollte, coupons. Es gibt die Herren von der Schwerindustrie, die, ob nun reifen scheinen Sie ja recht bekannt zu fein!" aber sie erklärte, dem Willen ihres Baters gehorsam bleiben zu wollen. Rußland zaristisch, demokratisch, fommunistisch, Sieger- oder Besiegtenland ist, den Handel aufnehmen. Den Handel, der sein muß und der Geld bringt und der in der Flucht der Erscheinungen feelischer Kraterausbrüche das einzig Wahre ist. Operngäffe. Im Deutschen Opernhause" ist jetzt eine Die Thoma- Ausstellung frei! Nachdem von ben Kosten der Thoma Gaftsaison angebrochen. Man hört jede Woche ein paar neue Ausstellung in der Nationalgalerie ein erheblicher Teil durch die Eintritts. Gäfte, meist in den internationalen Allerweltsopern. Am Montag gelber gedeckt ist, wird das Eintrittsgeld bom 15. bis 30. Juni aufgehoben. wurde Berdis Rigoletto dreifprachig gesungen. Von den Gästen naturliebenden breiten Maffe zählt, Gelegenheit, diese reichhaltige UeberEs bietet sich also für die zahlreichen Verehrer, die Thoma gerade in der So habt ihr es freilich besser, ihr Herren Etinnes und Krupp. fang David Jaroslawsky russisch und Frau Andrejewaficht seiner Werke zu besichtigen. Am 30. Juni wird die Ausstellung geDem deutschen Arbeiter hat seine Einstellung zu Rußland Berilo nds italienisch.( Die deutschen Mitwirkenden fangen immer loffen. noch deutsch.) Der ruffische Opernfänger brachte den Narren, in riffenheit und Blut gekostet. dem der Protest des Unterdrückten und in seinem edelsten Gefühle fannt geworden durch sein Drama Seeschlacht, ist in Braunschweig ver Ein neuer Fall Raiser? Der Dichter Reinhold Goering, be Gepeinigten gegen fürstliches Gewaltherrentum zum Ausdruck haftet worden. Wie die B. 8. erfährt, foll er Bilder eines reichen Freundes, fommt, fraftvoll, vor allem mit virtuoser Darstellung heraus. bei dem er Hausgast tvar, veruntreut haben. Euch wieder verursacht sie allenfalls den Schweiß einer Vertragsabfaffung Der Moskauer Prozeß. Bartei Timofejem zur Abgabe einer allgemeinen Um den Viermark- Straßenbahntarif. De. Jacks Abenteuer. Rambzug eines amerikanischen Arztes. Ein niederträchtiger Alt der Undankbarkeit gegen einen Wohltäter führte gestern einen Abenteurer, über dessen Persönlichkeit ein Der Angeklagte, der sich für einen amerikanischen Arzt gewiffes Duntel schwebt, vor das Schöffengericht Berlin- Schöneberg. Dr. Jad Davis ausgibt, erzählte vor Gericht folgende romantische Geschichte: Mostau, 12. Juni.( DE.) Nach dem sowjetamtlichen Prozeß- Die städtische Verkehrsdeputation hat gestern nach faft bericht stellt sich der weitere Berlauf der Verhandlung folgender- vierstündiger Beratung der vom Magiftrat vorgeschlagenen Er. maßen dar: Der ganze 9. Juni und der Beginn der Vormittagsfizung höhung des Straßenbahntarifs auf 4 M. zugestimmt, wobei des 10. Juni war der Verlesung der Anklagefchrift gewidmet. Das allerdings mehrere Stadtverordnete sich der Stimme enthielten und nach begann die Vernehmung der Angeklagten. Anläß- andere die Zustimmung nur vorbehaltlich des Beschlusses ihrer lich dieses Verhörs trat der Unterschied zwischen den beiden Gruppen Fraktion erteilten. der angeklagten Sozialrevolutionäre besonders scharf hervor. Die Aus dem sachlichen Teil der Verhandlungen hebt eine Korre- Er fei als Oberarzt Mitglied der amerikanischen Besagungserste Gruppe, der vorwiegend die Mitglieder des Zentral- spondenz hervor, daß sowohl von sozialistischer wie von bürgerlicher armee im Rheinland gewesen und habe dort so glänzende Besoldung tomitees der Partet angehören, lehnte prinzipiell die Beantwortung Seite die Begründung der Magistratsvorlage als sehr ungeschickt be- erhalten, daß ihn mancher hohe Staatsbeamte in Deutschland darum der Schuldfrage vor dem von ihr nicht anerkannten Sowjetgericht zeichnet wurde. Insbesondere wurde von allen Seiten gegen die teurerlust getrieben, defertiert und habe sich ins Innere von beneiden konnte. Trotzdem sei er, von einer unbesiegbaren Abenab, bevollmächtigte jedoch das Mitglied des Zentralfomitees der vom Magistrat geplante Erweiterung der Befugnisse der Deutschland begeben. Der völlig haltlose Angeklagte führte nach und Erklärung über die ihr zur Last gelegten Handlungen, worüber erkehrsdeputation, wonach diese die Straßenbahntarife nach ein Abenteurer- und Bagabundenleben, zergrübelte sich auch Der weitere Berlauf des Beweisverfahrens Aufklärung geben würde. selbständig festsetzen soll, das lebhafteste Bedenken geäußert. In einer in feinen Mußestunden den Kopf, um ein„ System" zu erfinden, Die zweite Gruppe der später aus der Partei ausgefo wichtigen Frage, die die weitesten Kreise der Groß- Berliner Be- monach man beim Roulettespiel ein reicher Mann werden könne. Da tretenen und gegenwärtig größtenteils feiner Partei angehören- pölferung auf des engste berühre, wie es die Straßenbahn sei, könne fam ihm das Glück in außerordentlichem Maße entgegen: Der den Angeklagten erfannte ihre Schuld an und beauftragte Grigorij die von der gesamten Bürgerschaft gewählte Stadtverordnetenner Rapellmeister Gustav Gottschalt hatte das Café WinterRatner mit der Abgabe einer Erklärung. feld Palast in der Potsdamer Str. 74 übernommen und neu fammlung unter feinen Umständen ausgeschaltet werden. Der eingerichtet. Bei ihm sprach der durch ein Mitglied der GottschallMagistrat wird die 4- Mart- Tarifoorlage jeßt erneut einbringen, aber schen Rapelle empfohlene Angeflagte eines Tages mit der Bitte vor, voraussichtlich ohne die Anregung, die Sagungen der Verkehrs- ihn doch irgendwie zu beschäftigen, da er nicht imstande sei, einen deputation zu ändern. Betont wurde auch, daß die Frage der Be Erwerb zu finden. Der ganz vertrauenswürdig auftretende Anfchaffung neuen Rapitals zur bringend notwendigen Er- geflagte gefiel Gottschalt, und er glaubte ein gutes Wert zu tun, als neuerung der Straßenbahn unabhängig von der Tariferhöhung be- er den amerikanischen Doktor in seinem Betriebe als eine Art handelt werden müsse, daß man aber in dieser Hinsicht jede Entschluß- denn außer einem großen Monatsgehalt hatte er vollständig freie Geschäftsleiter anstellte. Dieser war nun aller Sorgen ledig, fraft beim Magistrat vermiffe. Die Beschlüsse der Verfehrsdeputation Station. Das Bertrauen des Zeugen Gottschalt zu ihm war werden voraussichtlich schon bei der Haushaltsberatung ihre Folgen ohne Grenzen, so daß er über sämtliche Schlüssel zum Weinkeller und den anderen Vorratsräumen verfügte. Am 14. Oftober v. J. hatte Herr Gottschalt eine Summe von etwa 100 000 M. in einer Raffette bewahrt, da er am folgenden Tage diese Summe am Eine Erklärung Timofejews. In der Abendsizung des 10. Juni gab Timofejew feine Er flärung ab: Er erkannte den bewaffneten Kampf gegen die Sowjetmacht an; die Partei werde auch in Zukunft auf diesen Kampf nicht verzichten; die zeitweilige Einstellung dieses Kampfes durch den 8. Parteifongreß fei feine grundfähliche Aenderung der Partei stellungnahme, sondern vom Rongreß aus tattischen Erwägungen für die damalige Zeit beschlossen worden. Gegebenenfalls, sobald die Lage zu einem entscheidenden Schlage wieder günstig erscheine, wie zur Zeit des Kronstädter Aufstandes, würde zur Organisation neuer Aufftände alles aufgeboten werden. Die Sozialrevolufionäre Partei fiche nach wie vor auf dem Boden der durch die Februar- Revolution fonftituierten Staatsform und der konstituierenden Berjammlung. Timofejem bestätigte ferner, mit fremden Mächten Beziehungen unterhalten und von ihnen Geld und Kriegshilfe empfangen zu haben. Dies begründete er mit der Notwendigkeit der weiteren Teilnahme Rußlands am Weltkriege, wodurch der Inhalt des Verfailler Friedensvertrages zugunsten der sozialistischen Friedensidee hätte beeinflußt werden können; andererseits wäre nach dem Brester Frieden die Mitarbeit mit den Ententemächten zur Rettung Rußlands vor dem durch die Sowjetmacht gestützten deutschen ImperiaJismus notwendig gewesen. haben. ,, Das war der Herr von Hohenstein Erfolgreiches Schwindelmanöver mit einem leichtgläubigen nicht zu fruchten. Landwirt. Im Namen der zweiten Gruppe erklärte Ratner, die ganze Taftit der Parteiführer der Sozialrevolutionäre sei nach der Oktober Revolution auf die bewußte Täuschung der unteren Parteischichten ausgegangen, deren frasses Beispiel die Parole des Zweifrontentampfes, gegen die Bolschewiften und gegen die Weißgardisten, gewesen sei, mobei in Wirklichkeit gegen die Weißlich aus. So erfuhr er, daß der Mann 70 000 m. flüssig hatte, und gardisten tein Kampf geführt worden sei. Der Vertreter der Untlage Krylenko ersuchte, folgende Erflärungen Timofejews in das Protokoll aufzunehmen: 1. die Partei hat einen bewaffneten Kampf gegen die Sowjetmacht geführt, 2. Beziehungen mit fremden Mächten unterhalten, die gegen Sowjet: rußland Krieg führten, und will 3. auch in Zukunft auf bewaffnete Kämpfe nicht verzichten, sobald die Zeit hierzu günstig erscheint. Die nächste Sigung findet heute 12 Uhr mittags statt.. feine Strebitgeber zahlen mußte. Um während der Nacht ganz sicher por Dieben zu sein, ließ er den mit einem Revolver ausgerüfteten Angeflagten in Begleitung eines Hundes im Café schlafen. Der AnSchreibtisch, in dem die Raffette stand, er bra dh, ebenso die geflogte verfah seinen Wächterdienst aber in der Weise, daß er den erbrach, Raffette und die 100 000 m. sich aneignete. Er stahl dann noch mehrere Kisten der teuersten Zigarren und andere Wertgegenstände in 3oppot viele tausende Mart, verjubelte große Summen in Spielerund suchte das Weite. Er fuhr nach Hamburg, verspielte im Rafino freifen und wohnte schließlich unangemeldet in Berlin, bis er hier verhaftet wurde. Bon dem Gelde hat der Bestohlene nichts wieder bekommen. Der Gerichtshof verurteilte den Angeflagten mit Rücksicht auf den krassen Undant, den er bewiesen, nach dem Antrage des Staatsanwalts zu 1½ Jahren Zuchts haus. bekanntschaften ist schon manchem harmlosen Manne in Berlin teuer Allzu große Bertrauensseligkeit gegenüber Straßen- und Lotalzu stehen gekommen. Alle öffentlichen Warnungen aber scheinen fuftiger Landwirt, der aus dem Zoffener Lager hierher fam. Außergewöhnlich harmlos war jeßt wieder ein siedlungsAuf einem Spaziergang Unter den Linden lernte er einen Mann fennen und teilte ihm im Laufe der Unterhaltung mit, daß er wieder ein Landgut erwerben möchte. Der neue Bekannte wußte zu fällig" sogleich Rat. Sein Freund, ein Herr von Hohenstein, so fagte er, unterhalte in der Potsdamer Straße ein großes Bureau für Ansiedlung. Der freundliche Vermiffler erbot fich, meil er gerade Zeit habe, den Landwirt gleich dorthin zu führen. stein schon auf der Straße traf. Dieser verhandelte sofort mit bem Kommunale Kinoüberwachung in Schöneberg. Ein günstiger Zufall" wollte es wieder, daß man Herrn von HohenDie Wohlfahrtsdeputation des Bezirks Schöne Bewerber und fragte ihn nach seinen Vermögensverhältnissen gründberg hat einen Ortsausschuß für Lichtspielpflege eingesetzt, der die Pflicht hat, dem Lichtspielgefeß vom 12. Mai 1920 gebührende gerade für ihn hatte er auch gleich etwas Passendes, nämlich eine Geltung zu verschaffen und die Polizeibehörde in der Rinokontrolle Wirtschaft in Hohenthurn bei Halle, die 380 000 m. tofte. Eine An- zu unterstützen. Ferner soll der Ortsausschuß bei der Verbesserung zahlung vonn 70 000 m. genügte Herrn von Hohenstein, der seiner der Jugendvorstellungen mithelfen. Jedes Mitglied des LichtspielBehauptung nach laut Bereinbarung mit der Befizecin, einer Frau ausschusses ist verpflichtet, in einer nach einem bestimmten Plan vorBeier, über das Gut frei verfügen fonnte. Er empfahl aber dem geschriebenen Zeit die Ueberwachung der ihm zugewiesen Kinos ausBewerber, noch am selben Tage abzuschließen, weil er verreisen zuüben und etwaige Verstöße gegen das Lichtspielgesetz zu melden. müsse und sich dann die Sache zerschlagen tönnte. Wenn er Lust Jedes Mitglied erhält einen mit Lichtbild und turzer Bersonalbehabe, möge der Ansiedler gleich nach 3ossen fahren und das Geld schreibung verfehenen, polizeilich abgestempelten Ausweis, der ihm holen. Der Vertrauensselige machte sich sofort auf den Weg und das Recht gewährleistet, jederzeit freien Eintritt in die Borstellungen traf der Vereinbarung gemäß nachmittags um 4 Uhr auf dem zu nehmen. Die Mitglieder des Ausschuffes werden auf 2 Jahre Potsdamer Plaz mit dem ersten Bekannten wieder zusammen. Von gewählt. Man darf gespannt sein, wie fich dieses Experiment bedort aus fuchte man ein Lokal an der Potsdamer Brücke auf, in dem währt und welcher Ausstände der neuen Herren Zensoren sein Er erklärte, die volle Berantwortlichkeit für den Petersburger Auf- bald darauf auch Herr von Hohenstein erschien. Er schilderte jetzt die werden. stand der Junker( Militärschüler) auf sich nehmen zu wollen, da das Wirtschaft so eingehend und so günstig, daß der Landwirt zum AbZentralfomitee feiner Partei über alle seine Schritte unterrichtet ichluß bereit war. Die Schilderung hatte er aber so lange ausgeEin schweres Fahrstuhlunglück hat sich gestern im Hause war und ihm Instruktionen erteilt hatte. Er wurde seinerzeit nach dehnt, daß es zur Tätigung des notariellen Attes zu spät geworden Diese wurde deshalb verschoben bis nach der Rückkehr des Kaiserin Augusta- Straße 77 ereignet. Als dort die dem Smolnyi, dem Hauptsiz des revolutionären Kriegskomitees der Herrn von Hohenstein von seiner Reise. Die Anzahlung von 70 000 63 Jahre alte Gattin des verstorbesen Direktors der DiscontogeſellBolschewiften, gebracht, den er aber wieder unbehelligt verlassen Mart stedte Herr von Hohenstein ein. Der Landwirt fuhr nach schaft Frau Lina Freymart von dem Dachgarten ihres Hauses durfte. Die Antiäger Lunaticharski und Krylento. beton- Hohenthurn, fand dort aber weder eine Frau Beier, aus die Tür zum Fahrstuhlschacht öffnete, um mit dem Fahrstuhl ten, daß Goz, hätte er damals sich zur Urheberschaft am Aufstande noch eine wirtschaft, die sie zu verfaufen gehabt nach unten zu fahren, stürzte sie durch ein Bersagen des Fahrbekannt, den Smolnyj gewiß nicht so leicht hätte verlassen fönnen. hätte. Schwer enttäuscht tehrte er nach Berlin zurück, und hier stuhls, der unten geblieben war, durch den vier Etagen hohen Hier fiege ein charakteristischer Fall der Gepflogenheiten der Haupt- fuchte er nun vergeblich auch seinen Bekannten von den Linden und Schacht in die Tiefe. Troß fofortiger ärztlicher Hilfe trat nach führer der Sozialrevolutionäre vor, die Berantwortlichkeit Herrn von Hohenstein und deffen Bureau. Der Schwindler Herr wenigen Stunden der Tod infolge innerer Berblutung ein. auf die Ausführenden zu schieben. Gotz erklärte am Schluffe von Hohenstein" ist etwa 30 Jahre alt, hat hellblondes Haar und englisch geftugten Schnurrbart und trug vornehme Kleidung: einen feiner Aussagen:„ Wir hielten es für unfere moralische Pflicht, gegen grauen Staubmantel, eine dunfelgestreifte Hose, einen hellgrauen die Diktatur des Zentralfomitees der Bolschewisten aufzutreten und Hut und schwarze Schnürschuhe. Er und sein Helfershelfer werden zu den Waffen zu greifen. von der Kriminalpolizei gesucht. Der vierte Verhandlungstag bachte ein Berhör des Hauptangeklagten Goh. 99 Der Angeklagte ffow, Arbeiter und fozialrevolutionäres Mitglied des Arbeiterrates von Rolpino bei Petersburg, der wie viele andere Sozialrevolutionäre an den Rämpfen gegen Kerenski und Krasnom teilgenommen hat, schildert die Stimmung des Petersburger Proletariats, die während des Oftoberumsturzes gegen die provisorische Regierung sehr erregt gewesen sei. Goß bestätigt die Berbindung des Komitees Heimat und Revolution" mit den Kowar. Nur Kleinigkeiten. Todessturz in den Fahrstuhlschacht. Keine Automobilausstellung im Herbst. In seiner gestrigen Sißung hat der Verein Deutscher Motorfahrzeug, industrieller den Beschluß gefaßt, die für den Herbft 1922 geplante gorße Automobilausstellung in der Halle am Kaiserdamm infolge der Unsicherheit der wirtschaftlichen Berhältnisse ausfallen zu laffen. Auch die für die Zeit der Ausstellung( 24. September) vorgesehenen internationalen Rennen auf der Avus will man ausfallen lassen. Die Berechtigung zur Waldweide, die im Kriege erteilt worden wird vom 1. Juli ab nicht mehr gestattet, damit die Forstverwaltung vor Baumschäden bewahrt bleibt. Man schreibt uns: Also von großen Dingen verstehe ich nichts, aber wenn es in großen Dingen ebenso schlecht um uns bestellt mie in fleinen Dingen, donn fann man so manches verstehen. Fährt man also von Haselhorft mit der Straßenbahn nach Spanist, dau, so kommt man an einem langen Zaun vorbei, der die ehemalige Bulverfabrik, oder so etwas, von der Straße aus linfer Hand begrenzt. Hinter diesem Zaune liegen unter anderen Sachen In der Abendsizung famen die Aussagen des Belastungs- auch etwa fo 50 bis 100 Rabeltrommeln mit Kabeln bezeugen Bojemfti, ds Organisators der Kampftruppen und Mit- wickelt. Berftaubt, verdrecht, allem Wetter ausgefeßt. Man sieht, gliedes der sozialrevolutionären Militärfommiffion, zur Berhand- daß sie schon lange bort liegen und sie werden vermodern, verfaden. fung. Die Untersuchung gegen Hermes. Der Soz. Parlamentsdienst" schreibt: faulen und irgend ein befreundeter lieber Althändler fauft dieses fo wertvolle Material für ein Geringes, um es vielleicht am andern Torweg wieder der Republik zu verkaufen, natürlich zu Valutapreifen. Muß das sein? Sieht das fein Oberbeamter, tein Inspektor, tein Regierungsrat, fein Minister? Wiederaufbau!! Dicht daneben Der Untersuchungsausschuß des Reichstages in Sachen des hinter eben demselben Zaune liegen einträchtiglich beieinander etwa Das Stüd fostet heute etwa Reichsfinanzminifters Hermes schloß heute den Teil seiner Unter- 3mei Dutzend Gartenbänte. 1000 M. Dort verfaulen zwei Duhend oder mehr solcher Bänke, suchungen ab, der sich auf den Fall Auguftin bezieht. Zwei Fragen weil wahrscheinlich über jede Bank zwei oder mehr Dußend Inspel wurben vorgelegt: toren und Bauräte beraten und Zuständigkeitsrätsel raten. Im Stadtpark zu Spandau gehen Krüppel und alte Leute spazieren, die fich gerne auf solch einer Bank ausruhen würden. 1. Ist dem Minister ein Vorwurf daraus zu machen, daß er weber zur rechten Zeit noch in der richtigen Weise gegen Auguftin porgeangen ist? Die Frage wurde von 5 Ausschußmitgliedern verneint, von einem bejaht, ein Abgeordneter enthielt sich der Stimme. 2. Ist dem Minister Hermes ein Borwurf daraus zu machen, daß er Augustin trotz mehrfacher Berfehlungen zum Ministerialdirektor ernannt hat?- Auch diese Frage wurde mit dem gleichen Stimmenverhältnis verneint. Der Ausschuß setzte dann die Untersuchung wegen der billigen Beinlieferungen an Hermes fort. Der Direktor des Winzerverbandes der Mojel, Saar und Rumer legte eingehend dar, daß der Berband in zahlreichen Fällen an solche Persönlichkeiten billig Wein abgegeben habe, wo man erwarten konnte, daß die Belieferung der Propa ganda dieser Beine dienlich sei. Wenn die eine der Mofel, Saar und Rumer auf den Tisch von einflußreichen Leuten tämen, wo zahlungsfähiges Publikum verkehre, so sei das dem Vertrieb der betreffenden Beine von Nuken. Salzsäure oder Selterwasser? 27 Perfonen an Vergiftungserscheinungen schwer erkrankt. Bei der silbernen Hochzeit des Landwirts Becker ertranfien 27 Personen nach dem Genuß von selbstzubereitetem Seringssalat. Zwölf Personen ertranften schon während des Essens. Einige Personen lagen zwölf Stunden ohne Besinnung. Der Arzt stellte Bergiftungserscheinungen feft. Bis jetzt ist noch kein Todesfall zu verzeichnen. Bon feinen eigenen Söhnen ermordet. In Knappendorf bei Merseburg wurde der Bäckermeister Karl Scharf in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag von seinen beiden ältesten Söhnen erDer Bäckermeister wurde durch zwei Kopfschüsse schwer mordet. perlegt. Gegen 8 Uhr ist er dann seinen Verlegungen erlegen. Die beiden Söhne haben die Tat eingestanden, während Frau und Tochter nichts gehört haben wollen. Die beiden Mörder wurden perhaftet. Die Veranlassung zur Tat waren Familienzmiftigkeiten, die von der Mutter ausgingen. Diese erscheint daher start belastet. Ein Dorf bei Wittenberge niedergebrannt. Nachdem erst vor furzem das Dorf Röfom einem Brande zum Opfer gefallen ist, hat fich am Sonntag im Nachbardorf Capern bei Schnatenburg a. b. Elbe eine zweite Brandfatastrophe ereignet, die auch diefes Dorf faft ganz in Afche legte. In den Nachmittagsstunden, als die Dorfbewohner an der Beerdigungsfeier des bei dem Brande von Röfom töblich verunglückten Gastwirts Ried teilnahm, ertönte Brandalarm. In furzer Zeit stand ein großer Teil der Gehöfte des Dorfes in Flammen. Fünf Anwesen mit viel Erntevor räten und 20 Gebäuden wurden eingeäfchert. Man führt das Feuer auf Brandstiftung zurück. Innerhalb einer Woche find hier auf altmärkischem und hannoverschem Gebiet über 50 Gebäude durch Feuer zerstört worden. Groß- Berliner Parteinachrichten. Das Opfer eines eigenartigen Unglücksfalles, der noch dringend der weiteren Aufklärung bedarf, ist der Kaufmann Edmund Brenll aus Hamburg geworden, mit dessen eigenartigem Werdegang als Chauffeur des Bizepräsidenten v. Bayer, Kunstschlag fahnefabrikant, Spielflub. und Bordellbesiber sich schon mehrfach die Deffentlichkeit zu befaffen hatte. Gegen Breyll follte gestern vor der Straffammer des Landgerichts I eine Anflage wegen gewerbs mäßiger Hehlerei verhandelt werden, da man in seiner Bila in Düsseldorf, die er dem bortigen Ersten Staatsanwalt abgefauft hatte, zirka 60 wertvolle Berjerteppiche beschlagnahmt hatte, mußte vertagt werden, da P. nach berühmten Mustern plöglich den welche aus Diebstählen in Berlin herrührten. Die Berhandlung „ Beiftesfranken" spielte. Dies hinderte ihn aber nicht, bald darauf etwas angetrunken in einem Lofal in der Nähe des Kriminalgerichts zu fizer. Böhlich schrie P. auf und brach zusammen. In einer vor ihm stehenden Selterflasche und dem Glase befand sich Salz- 111. Abt., Bohusdorf. 8 Uhr, Bahiabenb hei Heimann, Waltersdorfer Straße. 19. bt. 7, Uhr, Abteilungsversammlung in der Frauenschule. Gothenburger Str. säure, von der P. einen Schlud genommen hatte. 117. Abt., Bichtenberg. 7, uhe, Gruppenversammlungen. Gruppen 12, 13, 13 a Nach Angabe der Lokalinhaber ist in dem Betriebe überhaupt keine und 15 m Pestalozzi- naeum( 8eichenfaal), Prinz- Albert- Str. 44, Gruppe 14 bei Neumann, Leopolbftr. 17. Salzfäure vorhanden gewesen, ebenso erklärte die MineralwasserDer bayerische Müllerbund für die Getreideumlage. Bei der firma, die das Gelterwaffer geliefert hatte, daß es ausgeschlossen sei, in München zusammengetretenen Hauptversammlung des bayerischen daß bei ihr die Berwechslung vorgekommen sein könnte. P. wurde die Auseinandersegung Saafe- Weftphal Müllerbundes wurden Entschließungen angenommen, in denen das in der Rettungsstation in der Turmstraße der Magen ausgepumpt. bayerische Müllereigewerbe ich bereit erflärt, auch im tommenden Er fonnte sich jet och allein in sein Hotel zuridbegeben. UnverJahre an einer öffentlichen Betreibewirtschaft mitzumirten. ftändlich und etwas bedenklich erscheint es, wie man Gelterwasser wenn ihm ein Mitbestimmungsrecht in den für die Durchführung mit der nicht perlenden Salzsäure verwechseln kann, die außerdem des Gesetzes zuständigen Ausschüssen eingeräumt wird, dichte weiße Säurenebel ausftößt, die auffällig ftidig riechen, Morgen, Mittwoch, den 14. Juni. Jungfozialifien, Gruppe Gülben. Donnerstag, abends 8 Uhr, Diskussion über Wetter für morgen. überwiegend bewölkt bei mäßigen nordwestlichen Winden. Keine erheblichen Berlin und Umgegend. Ziemlich fühl, zeitweise aufflarend, aber noch Niederfchläge. Gewerkschaftsbewegung Die Arbeitslosigkeit im Ausland. Gewertschaftsbewegung gänzlich unbekannt und unerfahren fei, daf er fich ausschließlich auf das Gebiet der politischen Anitation veregte. Seine Kandidatur als Bevollmächtigter der größten Orts verwaltung des Verbandes bedeute für die Metallarbeiterbewegung Wirtschaft ein gewagtes Experiment. Ob die Metallarbeiter in ihrer Organi- Die Düffeldorfer Fachschule für Wirtschaft und Verwaltung. In England waren Ende April 17,4 Proz. der Gewert- fation ein solches Experiment ohne große Nachteile ertragen können, schaftsmitglieder erwerbslos gemeldet. Bon den rund 12% Mil- fei fraglich. Die Abstimmung ergab dennoch, daß die Unterstützung lionen Mitgliedern der Arbeitslosenversicherung wurden am für beide Kandidaten, den bisherigen Bevollmächtigten 3ista und 10. April 1 648 441 als pöllig arbeitslos und 187 000 als Kurz- den Kommunisten Walcher ausreicht. Der Wahlentscheid erfolgt arbeiter unterstützt. Darin zeigt sich wohl eine Befferung gegen durch Urabstimmung. tie Bermonate, aber doch nur eine geringe, und die Arbeitslosigkeit ist nach wie vor das große Problem der englischen Wirtschaft. Aus Italien liegen neuere Zahlen nicht vor. Bis Ende Februar ist ein ununterbrochenes Steigen der Arbeitslosigkeit zu beobachten. Der letzte Ausweis gibt 607 000 Arbeitslose an. Die standinavischen Länder zeigen eine geringe Besserung. Immerhin melden die dänischen Gewerkschaften noch Ende April 24 Proz. der Mitglieder arbeitslos. Die schmedischen Gewerkschaften geben für Ende März 31 Proz. der Mitglieder als arbeitslos an. Norwegen meldet 21 Proz. der Gewerkfchaftsmitglieder arbeitslos. In der Schweiz zeigt sich eine geringe Besserung. Jedoch find noch immer Ende April fast 82 000 Bollerwerbslose gemeldet. Die Zahl der Kurzarbeiter ist noch gestiegen. Löhne der Silberschmiede. Die zweite staatliche Fachschule für Wirtschaft und Verwaltung ist gestern durch den Handelsminister Genossen Giering in Düsseldorf eröffnet worden. Die erste derartige Schule hat Anfang Mai in Berlin- Wilmersdorf ihre Wirksamkeit begonnen, die zweite, für den industriellen Westen des preußischen Staates bestimmte, hat ihren Sitz in Düsseldorf erhalten. Im Grundgedanken handelt es sich um neue Bildungsmöglichkeiten für auserlejene Begabte aus In einer Versammlung aller in den Silberwarenfabriken be- den Arbeiter- und Angestelltenfreisen und um Heranbildung von schäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen am Montag im Dresdner Führerpersönlichkeiten für die Organisationen der arbeitenden Bes Garten, würde über die mit den Arbeitgebern gepflogene Lohn- völkerung. verhandlung von Heigt und Henschel folgendes berichtet: Von den Arbeitgebern wurde zunächst nur eine Mark Zuschlag zu Die Aussichten der österreichischen Gemeinwirtschaftlichen Anden Stundenlöhnen geboten. Nach langen Auseinandersehungen stalt. In Deutsch- Desterreich macht sich jetzt, ähnlich wie bei uns, machten sie das Zugeständnis, den Zuschlag auf 1,50 m. für die eine scharfe Hetze gegen die gemeinwirtschaftlichen Betriebe und Löhne der männlichen Arbeiter zu erhöhen. Für Frauen soll der gegen gemeinwirtschaftliche Steuermaßnahmen geltend. Die Mittel, Zuschlag 1,15 M. betragen, für Ausgelernte 1 M., für Poliere- die man dort anwendet, um dem heiligen Profit zum Siege zu ver 50 Pf. Diese Zuschläge sollen für die Zeit vom 16. bis 30. Juni Tatsachen, unwahre Behauptungen. Daß es aber trotz unsäglicher rinnen unter 16 Jahren 75 und für jugendliche Arbeiterinnen helfen, sind genau die gleichen wie bei uns: Berdrehungen von gelten. Ueber die Juli- Löhne wird am 22. Juni verhandelt. Schwierigkeiten gelungen ist, einen Teil der Betriebe zu reorgani fieren, zeigt die Mitteilung, daß die Gemeinwirtschaftliche Anstalt", die die auf Friedensbetrieb umgestellten Werkstätten des alten Arsenals umfaßt, im ersten Geschäftsjahr mit einer Aktivbilang abschließen und ihr Anstaltsfapital mit 5 Broz. verzinsen wird. Der Auftragsbestand ist so befriedigend, daß man auch für Die Geschäftsfutscher und Lagerarbeiter der Gruppe Altpapier das zweite Geschäftsjahr mit einem befriedigenden Abschluß rechnet. des Transportarbeiterverbandes waren am Montag abend im Eng- Dieses Ergebnis ist um so erstaunlicher, als das Privatkapital bisher lischen Garten versammelt, um über die Kündigung der bestehenden unter dem Vorwand der Unrentabilität das Unternehmen mit aller 2ohnsähe zu beschließen und neue Lohnforderungen aufzustellen. Schärfe bekämpft hat- ganz wie bei unseren Eisenbahnen Nach einem kurzen Referat von Kruse wurde die Kündigung der Hoffnung, es selbst billig erwerben zu können. So hatte man beschlossen. Die hierauf folgende Aussprache über die aufzustellen- dem Unternehmer Kredite nur unter derart schweren Bedinden Forderungen wurde zeitweise sehr lebhaft. Die Anwürfe einiger gungen geben wollen, daß die Absicht, den Betrieb abzuwürgen, Redner gegen die„ Gewerkschaftsbureaukratie" wurden von Brun- leicht zu erkennen war. Der Staat mußte mit einem verzinslichen el gründlich abgewiesen. Die Juni- Löhne betragen: Kutscher 937,50 Darlehen von 1½ Milliarden Kronen zur Ueberwindung der AnMart, Arbeiter 887,50 M., Arbeiterinnen 562,50 M. und Jugend- fangsschwierigkeiten beitragen. liche unter 18 Jahren 487,50 m. wöchentlich. Schließlich wurde Der Antrag gegen eine Stimme angenommen, eine Erhöhung der Löhne um 50 Proz. ab Juli zu fordern. Hierauf wurde eine Lohnkommission aus sechs Mitgliedern gewählt. Bei der Abstimmung entschied sich die Versammlung mit er: heblicher Mehrheit für die Annahme. Die Forderungen für Juli sollen in einer nächsten Versammlung aufgestellt werden. Den Rest In der gestrigen Delegie- tenversammlung der Berliner Orts- der Versammlung bildeten Erörterungen interner Angelegenheiten. Die Berliner Metallarbeiter. verwaltung des Deutschen Metallarbeiterverbandes in den Ger= maniasälen gab der Verbandsvorsitzende Robert Dißmann= Stuttgart einen Rückblick über die beendeten Abwehrkämpfe in Süddeutschland. Er schilderte die ganze Situation, die glänzende Haltung der im Kampfe stehenden Mitglieder, erinnerte an die Opfer, die der Kampf erforderte, an die ungemein schwierigen Verhandlungen und würdigte das Ergebnis der Bewegung. Die Verbandsleitung habe alles getan, was in ihren Kräften stand, um den Rampf zu einem guten Ende zu führen. Dißmann ging dabei mit dem Verhalten der KPD.- Zentrale und ihrer Presse ins Gericht, tie der Verbandsleitung unausgefeht Knüppel zwischen die Beine warfen, die Einheitlichkeit der Kämpfenden, einschließlich des größten Teils der kommunistischen Verbandsmitglieder zu stören suchte. Den Quertreibern fam es nicht darauf an, daß die Metallarbeiter aus dieser Bewegung fiegreich hervorgingen, vielmehr suchten sie auch diesen Kampf als eine günstige Gelegenheit zu nüßen, um ihre politischen Agitationsgeschäfte zu verfolgen. Deshalb die fort währenden Ziraden von Attion" und„ Generalstreit" und die Verdächtigung der Berbandsleitung. Das gewiffenlose Spiel, mitten im Kampfe die Einheitsfront der Kämpfenden zu zerrütten, prallte glücklicherweise an dem gefunden Sinn der gewerkschaftlich geschulten Metallarbeiter ab. In der Diskussion suchte der mit als 1. Bevollmächtigter der Berliner Ortsverwaltung zur Wahl stehende Kommunist Walcher das Berhalten seiner Partei zu rechtfertigen und hielt eine lange Agitationsrede für die Kommunisten. Im Laufe seiner Ausführungen verwickelte er sich wiederholt derart in Widersprüche, daß er in den Reihen der Zuhörer ein helles Gelächter entfesselte. Fast fämtliche nachfolgenden Redner betonten, daß Walcher in der Quecksilber kauft höchstzahlend Heinrich Trapp, Beuthstr.10 ( Laden nahe Spittelmarkt) Kinderwagen Bettfedern Korbmöbel Metall- Bettstellen Restehandla. Teilzahlung Haarpader Garderobe für Damen, Herren Goltzstr. 2 d.Grune waldstraße Herren- u.Damenstoffe, Seiden, Samt, und Burschen sämtliche Futterartikel sehr preiswert bedeutend unter Preis Fürst, infolge großer, Neukolln alt.Lagerbestände 3eitungspapier Hermann bei bequemen Str. 38 Ratenzahlungen Ecke Mahlower Straße. Fabr. f. Ruhebeft., Auflagematratz. a. Feldbetistellen. H. Tyra& Co. Fabrikpreise. Lieferung in Neukölln Berlin, Beusselstr.20 und angrenzende Gegend frei Haus. u. Wichtig f. alle besond. heute ist die Sicherung d. Zukunft der Familie u. die Vorsorge für das Alter durch den Abschluß einer Lebensversicherung. gebündelt, kg4,50 Saus. Weinlumpen flaschen Sobe Breife Neuköllner 178 Vlaggefch.KeinLaden Fernspr.: Neut. 281. Gold antaufstella Silber Osten Metall Platin Weg Nicht. Sie dah. umgehend Ihre Anfrage an zahlt Tagespreise für Karlsruher Lebensversicher. a. G. Kupfer, Messing Hanptvertretung Groß- Berlin -Bruch Zahngebisse Erich Fuhrmann Berlin 50, Gislebener Straße 6 Blei, Zink etc. Gotzkowskystr.13 Großdetail Schnürschuh mit Lackkappe oder Spangenschuh 198.moderne kurze Form. wie aus In der westfälisch- märkischen Metallindustrie sind agen berichtet wird, die Verhandlungen zwischen dem Märkifchen Arbeitgeberverband und den Gewerkschaftsorganisationen der Metallindustrie über die Festsetzung der Juni- Löhne gescheitert. Erneute Verhandlungen sind heute beim Reichskommiffar in Bochum. Geschäftliche Mitteilungen. rechtzeitig begegnen durch ständige Berabreichung von Porath's Kinder- und Die Hige ist der Feind unserer Säuglinge. Die Mutter möge dieser Gefahr Strantentoft. Berath hat u. a. den Vorzug, weder Milch noch Milchpräparate zu enthalten, ist deshalb in heißen Sommertagen, an denen bei Kindern häufig Brechdurchfälle vorkommen, unbedingt zuverlässig. Der billige Preis( bie große Büchse 22 Mark) ermöglicht jeder Mutter die dauernde Berwendung der ärztlich empfohlenen Borath- Nahrung. In Apotheken und Drogerien erhältlich. Linoleum- Spezialgeschäft G. Bargende Charlottenburg, Wilmersdorfer Straße 79 New! Hauptgeschäft New! Zwischen Bahnhof Charlottenburg Windſcheidstraße 11 Zwischen ―, in Berantw. für den redatt. Teil: Franz Klühs. Berlin- Lichterfelde; für Anzeigen: Th. Gløde, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin, Lindenstr. 8. StoffSus norath's Jungles Bankennahrung ärztlich ampfoflau! Broschüre und Probe kostenlos Richard Deram G. Berlin 1.60 A 5 In Apotfalen und Drogerien erhältlich Originaldosen m. 22,- u. 10, Drei Reste- Millionen Haus A. M. Steinhardt 18 Cottbuser Damm 18 Sommer- Meubeiten! Schöne Reste in Frotté, Voile, Gabardine, Tuch usw. Reste für HerrenKriegsbeschädigt u. Hinterbliebene, alte u. neue Heeresangehörige u. Behörd, brauchen den Anzüge, Schlüpfer Kommentar Ia Qualitäten. Staunend billig! Spez- Beh. Ischias nur für Leder Eichengegerbte Bache- Sohlleder- Groupons Berthold Kuttner Berlin SO 26 Reichenberger Straße 14 1-3 gefchloffen zum Reichsversor Spezial- Arzt Dr.Scotti 1. Haut.gungsgesetz, von u. Geschlechtsleid. Hermann Müller, Syphilis-, Salvarsan- Kur ohne Quecksilb. der alle einschlä- Veralt Harnleid., Schwäche. Glänz.Erfolg. igen Gesetze und Blutuntersuchung. Im ältest.Löser- Instit. Bahnhof Verordnungen zu- Dir.: Löser senior Sonnt verlässigerläutert Charlottenburg B. u. Bismarckstr. Fernſpr.: Wilh. 2750 n. Etpl. 4194. Bismarckstr. Reichhaltig. Laget in Linoleum, Läuferstoffen, Linoleumläni. Hüft., Ges. u. Bein. Da schw. Fälle in 15 Tag. bes. hierüb. unantastb. Heilerfahr. Preis 15 Mk. best. u. Ref. Invaliden- Buchhdl. Vorwärts 9-1 Rosenthaler Str.69/ 70, nahe PI.Damenz.separ. straße 106. v. 10-2. Jacoby Berlin SW., Lindenstr.2 Geschlechtsleiden fern, Wachstüchern, Teppichen, Bohnerwachs, Linoleumot. Fahrräder! Ausführung sämtlicher Linoleumarbeiten durch eigenes, geschultes Personal! Möbel, Kleidungsstücke, Nachlässe kauft thre Erkennung und Heilung ohne zu sprigen. Kräuterturen und ihre Wirkung, Ba. Stridwolle ohne Berufsstörung! Nachwl. viele fowie Jumper und Jackenwolle preiswert im Wollvertrieb Koch, Neukölln entr.45,5of p.r Bergstr. 55, Laden. Schuh Lokal Braune Schnür- oder Spangenschuhe, meist echt Chevreaux, Gr. 35-38, moderne Form 298.Lack- Schnürschuhe, moderne, schicke Form 498. Schwarze Schnürschuhe, Form, unit oder moderne schicke ohne Lackkappe, sehr haltbarer Schuh, 379.-, 298.Leinen- Schnür- und Spangenschuhe billig. Grau Wildleder sowie and. Luxussorten in Lack 598.mit u. ohne Louis XV. Absatz Wir empfehlen unserer werten Kundschaft sich ihren Bedarf jetzt bei uns zu decken, da neue ganz enorme Preissteigerungen bevorstehen. Wir haben noch altes Lager. Einige Beispiele: Kinder- Stiefel: Chromleder, schoner, haltbarer Stiefel.... 18-20 21-22 mit Absatzfleck 79.-, 23-24 89.59.Rindleder, besonders kraftig und haltbar, bequeme, 98.breite Form, 31-34 129.-, 27-30. .. Hübscher Wildborstiefel 27-30.... 159.Braune Stiefel, Halbschuhe u. Spangenschuhe in den Größen 20-85 Turnschuhe, Leinenstiefel und Halbschuhe. Sandalen, Rindieder, schwarz besonders kräftig a. haltbar, 81-84 105.- 27-30 Damenstiefel, Chereaux. 95.268.Robbox mit Derbyschnitt. Erfolge. Ausführl. Brosch. versendet portofret gegen Einsendung von 7 ML Dr. 2. E. Rauelfer, med. Berlag. Hannover, Odeonftraße 3. Münzstrasse 25 Untergrundbahn Alexanderplatz. Zweiggeschäft: Frankfurter Allee 54 198.Braun Braun Sportleder, sehr haltbar u. hübsch..398.sehr gutes Fabrikat, breite 498.Prima Boxrind, Form 498.Braune und schwarze Halbschuhe und Stiefel in feiner Luxusausführung billig! Große Auswahl. ( bessere Sorten, besonders hoher Schaft 390.-, 498.-) Orig.- Goodyear- Welt, moderne Form