Nr. 279 39.Jahrgang Ausgabe B Nr. 137 Bezugspreis: Bierteljährl. 150.-M., monatl. 50,-. frei ins Haus, voraus zahlbar. Postbezug: Monatlich 50,-, einschl. 8uftellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, Eaar- u Memelgebiet, fowie Desterreich u. Luxemburg 84,-, für das übrige Ausland 102, M. Boftbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark, England, Estland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luxemburg, Defterreich, Schweden, Echweiz. Tschechoslowatei und Ungarn. Der Vorwärts" mit der Sonntags beilage Volk und Zeit", der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage„ Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Gonn tags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Abend- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 1 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile toftet 16,- M.- Reklamezeile 80,-. „ Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 4, M.( zulässig zwei fettgebrudte Worte), jedes weitere Wort 3, M. Stellengesuche und SchlafStellenanzeigen das erste Wort 2,50 M., jebes weitere Wort 2,- M. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Belle 8,- M. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 42 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Expedition: SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Expedition Morinplay 11753-54 Redaktion Moritplaz 15195-97 Donnerstag, den 15. Juni 1922 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Verlag, Expedition und Inferaten. Fernsprecher: Abteilung Morigplan 11753-54 Die Londoner internationale Tagung. Die Gewerkschaften Amerikas. Diefer großen Konferenz geht am 17. eine Sigung des Erefutinfomitees voraus. Dort wird über die Verhandlungen der Neunerkommission berichtet werden, und das Verhältnis der 2. Internationale zur Gewerkschaftsinter nationale und zu Wien soll einer ausführlichen Beratung unterzogen werden. Unterredung Lloyd George- Morgan. Die Fundierung der Wiener Notenbank. = Am der Kongreß des Gewerkschaftsbundes der Vereinigten Staaten eröffnet worden. Am 18. Juni beginnt in London eine Konferenz der Die Federation of Labor, die unter der Leitung von Gom 2. Internationale, der große Bedeutung beizumessen ist und an der vermutlich Bertreter sämtlicher angeschlossenen Parteien Paris, den 15 Juni.( EP.) Wie die Chicago Tribune" aus Cincinnati zum Austrag, aber wahrscheinlich zu teiner pers steht, macht gegenwärtig eine Krise durch, die in teilnehmen werden. Die Konferenz wird zwei bis drei Tage London erfährt, hat Lloyd George Morgan eingeladen, Lösung kommen dürfte. dauern. Den ersten Punkt der Tagesordnung bildet die Be- Ende der Woche nach Downing Street zu fommen, um mit ihm die Gompers, der nun schon 40 Jahre Präsident der ratung der politischen Lage Europas, wozu aus allen internationale Finanzlage zu besprechen. Der Minister F. o. L. ist, repräsentiert das fonservative Element, man angeschlossenen Ländern Berichte erstattet werden sollen. Man präsident wünscht von dem amerikanischen Bankier zu erfahren, kann sagen, das konservativste Element der gesamten Gewird sich dann mit der allgemeinen Wirtschafts- welche Lösung er für die Wiederherstellung der normalen wirtschaftwerkschaftsbewegung der Welt. Daß Gompers, der bereits I age beschäftigen, insbesondere mit dem Stand des Arbeits- lichen Beziehungen vorschlägt. Er wünscht auch zu wissen, welche einmal den Beitritt des amerikanischen Gewerkschaftsbundes marktes, der Störung des Handels durch die Aufrichtung neuer Stellung die amerikanischen Banfiers zu den europäischen Anzum Internationalen Gewerkschaftsbund angekündigt hatte Grenzen, mit dem Reparationsproblem und den Be- gelegenheiten im allgemeinen einnehmen. und selbst im Jahre 1909 der Konferenz der gewerkschaftlichen ziehungen zu Rußland. Als dritter Punkt sollen EntwickLandeszentralen in Paris beigewohnt hat, sich dem Anschluß lung und Aussichten der Internationale besprochen werden. an die Gewerkschaftsinternationale widerfett, ist bekannt. Er begründet dies damit, daß die Gewerkschaftsinternationale zu Wien, 15. Juni.( TU.) Gestern wurden die Berhandlungen revolutionär sei, sozusagen bolfchemistisch infiziert. Zur weizur Gründung einer eigenen Notenbank fortgesetzt. Es handelt sich teren Charakteristik von Gompers sei noch erwähnt, daß er nicht um eine Aenderung der Währung oder einen Ersatz der Krone ein entschiedener Gegner nicht nur der staatspolitischen Anerdurch eine neue Währung auf dem Wege der Abschätzung des Bertes fennung von Sowjetrußland durch die Bereinigten Staaten der Note, sondern vielmehr darum, die jeßige Notenzirfula ist, sondern auch ein Gegner der Aufnahme von irgendwelchen tion durch Goldwerte zu fundieren. In erster Linie Handelsbeziehungen zu Sowjetrußland. Es ist demnach überwerden die Banten zu diesem Zwecke auswärtige Devisen und flüssig, hinzuzufügen, daß Gompers ein entschiedener Gegner Baluten freistellen. Die Regierung wird den französischen Kredit des Sozialismus ist. Bei Wahlen vertritt er gewöhnlich irgend und den zu erwartenden Kreditvorschuß seitens Italien und alle ein verwaschenes Programm von Arbeiterforderungen" und Aktiven aus der Liquidation der österreichisch- ungarischen Banken empfiehlt, für die Kandidaten zu stimmen, die für diese FordeCondon, 15. Juni.( ED.) Die langwierigen Verhandlungen zur Fundierung der neuen Notenbank freistellen. Auch das rungen einzutreten versprechen. Die Dehnbarkeit dieser Forde zwischen England und Irland find geffern abend end- Brivattapital soll durch besondere Sicherstellungen, wie z. B. rungen und des Gewissens der bürgerlichen Kandidaten gelich abgeschlossen worden. Churchill zeigte sich sehr befriedigt von Sparereichterungen, Amnestien usw. dazu veranlaßt werden, Gold- stattet diesen immer, zu versprechen, für das Gompers- Prodem Ergebnis der Besprechungen und erklärte, daß der Ber- attien der neuen Bank zu zeichnen. Die vollkommene Durchführung gramm eintreten zu wollen, so daß praktisch der„ neutrale" faffungsentwurf nun für England annehmbar sei der Aktien wird noch eine gewisse Zeit dauern. Erst in einem Standpunkt Gompers auf eine Empfehlung der Wahl der Dieses Abkommen wird heute morgen dem englischen Kabinett zur fpäteren Zeitpunkt, bis die Sanierung des Budgets durchgeführt, bürgerlichen Kandidaten hinauskommt. Genehmigung unterbreitet werden. Nach Beendigung der Kabinetts- das Gleichgewicht hergestellt und die Ausgabe neuer Noten völlig Es ist daher nicht zu verwundern, wenn die amerikanische fizung wird Churchill sich nach dem Unterhause begeben, um dort eingestellt ist, und der Gebwert wie von selbst stabilisiert wird, foll Gewerkschaftsbewegung immer mehr ins Hintertreffen fommt. die schon seit einer Woche erwartete Erklärung über die irische Frage die Festsetzung des Wertes der alten Kroneneinheit gegenüber der abzugeben. neuen erfolgen. Dann würde die Kroneneinheit von der neuen Bank übernommen und die Fundierung der alten und der neuen Bant würde zusammenfließen und ein einheitliches Geldwesen hergestellt sein. Dazu dürfte aber ein Beitraum mindestens einem Jahre noch notwendig sein. Unsere Partei wird bei diesen Tagungen bekanntlich durch die Genoffen Otto Wels und Dr. Adolf Braun vertreten fein. England und Irland einig. Don Interpellation über die Rheinbesetzung. Paris, den 15. Juni.( WTB.) Wie die Agence Havas meldet, handelt es sich bei den Auskünften, die im Senatsausschus für Auswärtige Angelegenheiten Doumergue von Poincaré verlangen soll, besonders um eine von Briand vor dem Ausschuß Ziffern zur Wirtschaftskrise. abgegebene Erklärung. Dieser soll erflärt haben, die englische Regierung sei eine Verpflichtung eingegangen, nach der Wien, 15. Juni.( WTB.) Nach einer amtlichen Feststellung fie die Richtbezahlung der Reparationen oder der Besatzungstoften find die Rosten der Lebenshaltung vom 16. Mai bis seitens Deutschlands als Grund für die Hinausschiebung der 14. Juni d. J. um 71 Proz. gestiegen. Räumung des linken Rheinufers betrachte. Der London, 15. Juni.( WTB.) Im Unterhause wurde von der ReSenatsausschuß will wissen, ob diese Berpflichtung wirklich besteht. gierung mitgeteilt, daß die Zahl der Arbeitslosen in der am 6. Juni beendeten Woche 1 440 200 betrug. Deutschland und der Völkerbund. Condon, 15. Juni.( EP.) In einer Versamlung des parlamen tarischen Komitees der englischen Bereinigung für den Bölferbunt, Die gestern im Unterhause 40 Mitglieder des Parlaments vereinigte, wurde folgende Entschließung einstimmig an genommen:„ Die Zulassung Deutschlands zur nächsten Bölferbundversammlung ist von großer Wichtigkeit für den Frieden Europas." Eine andere Entschließung fordert, daß auf der nächsten Völkerbundversammlung auch die Arbeiter. und die Frauenorganisationen vertreten feien. Der russisch- italienische Vertrag. Vom Nat der Volkskommissare abgelehnt? Reval, 14. Juni.( RP.) Der Rat der Boltskommissare hat am 9. Juni über den in Genua mit der italienischen Regierung abgeschlossenen Vertrag folgenden Beschluß einstimmig gefaßt: 1. Das Boltstommiffariat für Auswärtige Angelegenheiten wird beauftragt, der italienischen Regierung mitzuteilen, daß der Rat der Boltskommissare den in Genua am 24. Mai von Kraffin und Tschitscherin mit Italien abgeschlossenen Bertrag nicht ratifizieren fann, denn dieser Bertrag steht in augenscheinlichem Gegensatz zu dem Beschluß der letzten Konferenz des AllFranzösische Anfrage an Amerika. russischen Zentral- Exekutivkomitees. Das Komitee hat nämlich genau Paris, 15. Juni.(( DA.) Die französische Regierung die Grundlagen festgefeßt, unter welchen die Sowjetregierung Ber hat durch ihren Gesandten in Washington bei der ameritani- träge mit einzelnen Staaten abschließen darf, 2. Der Rat der Boltskommissare fordert das Volkskommissariat fchen Regierung eine Anfrage gestellt, unter welchen Bedingungen die deutschen Guthaben in Amerika als Garantie für eine für Auswärtige Angelegenheiten auf, die Verhandlungen mit der Pleine internationale Anleihe von Amerika freigegeben werden italienischen Regierung zwecks Vorbereitung eines annehm fönnten. Die amerikanische Regierung hat sich in ihrer mündlich bareren Vertrages, welcher von der nächsten Konferenz des erteilten Antwort darauf beschränkt, zu erwidern, daß zur Sentral- Erefutivfomitees ratifiziert werden kann. zeit gemäß dem Gutachten des Anleiheekomitees die internationale Anleihe in irgendeiner Form keine Aussicht auf Berwirt. lichung habe. Die amerikanische Regierung würde ihrerseits in ständiger Fühlung mit den alliierten Regierungen bleiben, um den richtigen Zeitpunkt für die Begebung einer internationalen Anleihe für Deutschland nicht zu versäumen. Anm. d. Red.: Wir geben die Nachricht mit Borbehalt wieder. Der Dollar ruhiger. M und wenn z. B. jüngst der Oberste Gerichtshof eine Entscheidung traf, wonach das Sherman- Gefeß zur Bekämpfung der Trusts auf die Gewerkschaften anwendbar und diese für alle Schäden, die durch Streiks usw. den Unternehmern entstehen, haftpflichtig seien. Diese Entscheidung erinnert an jene Entscheidung des englischen Obersten Gerichtshofs aus dem Jahre 1901, die unter dem Namen Taff- Bale bekannt ist und die der Anstoß zur Gründung der englischen Arbeiterpartei war. Auch sonst hat die Situation in England im Jahre 1901 mit der gegenwärtigen Situation in den Vereinigten Staaten verwandte Züge. Dort wie hier befanden sich die Gewerkschaften im Fahrwasser der konservativen Nurgewerkschaftler. Dort wie hier gab es nur eine sehr schwache sozialistische Bewegung, ein Umstand, der die Gewerkschaften zwang, die Verteidigung ihrer Rechte gegenüber der politischen Staatsgewalt selbst in die Hand zu nehmen. Aber diese verwandten Züge sind mehr äußerlich. In England gab es doch eine festgewurzelte Tradition der Achtung vor dem Recht, auch gegenüber Arbeitern, so daß die angeund bereits im Jahre 1906 durch ein besonderes Gesez aus zogene Entscheidung praktisch eigentlich nicht zur Geltung fam drücklich aufgehoben wurde. In den Vereinigten Staaten fann man höchstens von einer Tradition der Gewalt und der Arbeiter sprechen. In feinem Lande der Welt wird gegen der Gesegesverachtung bei Lohnkämpfen zu ungunsten streifende Arbeiter mit fo brutaler Gemalt vorgegangen wie in den Bereinigten Staaten. Der Kohlenarbeiterstreik, der feit dem 1. April mit unverminderter Heftigkeit andauert, hat wieder durch eine Reihe solcher polizeilicher und richterlicher Bergewaltigungen der Arbeiter diese Tradition demonstriert. Es kommt aber noch etwas anderes hinzu. Während in England wohl die Masse der Gewerkschaftsmitglieder für bürgerliche Kandidaten stimmte, waren die Gewerkschaftsführer in der Mehrheit Sozialisten. In den Vereinigten Staaten stehen aber selbst die Gewerkschaftsführer in ihrer überwiegens den Mehrheit heute noch auf dem oben gekennzeichneten„ neutralen" Standpunkt. Soweit sozialistische Aufklärungsarbeit geleistet wird, stößt sie sich an dem" System" von Gompers. Mit der sozialistischen Aufklärungsarbeit steht es aber in den Am Berliner Devisenmarkt haben die Schwankungen be- Bereinigten Staaten recht schlecht, besonders seit dem Kriege. trächtlich nachgelaffen. Der Dollar wurde heute um die Mittags. Die sozialistische Partei, die jüngst der Internationale 21 beiParis, 15. Juni.( WTB.) Journal stellt fest, daß die Repara- stunde mit 310 bis 311 gehandelt. Industrie und Handel getreten ist, hat sich auf ihrem letzten Kongreß infolge ihrer cigenen Schwäche gezwungen gesehen, Wahlbündnisse tionsfommission gestern von der ordnungsmäßigen Zahlung der zeigen neuerdings wieder eine gewisse Zurückhaltung im Hin- mit linksstehenden bürgerlichen Gruppen zuzulassen, was sie am 15. Juni fälligen 50 Millionen Goldmart benachrichtigt blick auf die nächste Woche beginnenden Besprechungen des früher abgelehnt hatte. Zu der organisatorischen Schwäche Garantiefomitees mit der Regierung. Am Effettenmarkt war das Geschäft heute ziemlich still, die Kurse sind weiter fommt das Fehlen eines fräftigen Nachwuchses. rückgängig, da die von der Spekulation erhoffte Beteiligung Unter diesen Umständen wird es nicht überraschen, daß sich weiterer Schichten des Publikums am Effettengeschäft nicht innerhalb der amerikanischen Gewerkschaften wohl eine immer eingetreten ist. Infolgedessen macht sich auch bei der Spefu- heftigere Oppofition gegen Gompers geltend macht, daß diese lation Verkaufsneigung bemerkbar. Opposition aus Mangel an sozialistischer Schulung und Führung jedoch weder einheitlich und geschlossen ist, noch selbst immer als Fortschritt gegenüber dem" System" Gompers an gesehen werden kann. Diese Opposition, die hauptsächlich unter der geistigen Führung von Foster steht, der starke bolschewistische Neigungen und somit keinerlei Aussicht hat, sich wurde. Die Koalitionsfrage in Italien. Rom, 15. Juni. Wie die Agenzia Stefani meldet, wird die Frage der Mitarbeit und der Teilnahme an der Regierung innerhalb der sozialistischen Partei lebhaft erörtert. Fast sämtliche sozialistischen Abgeordneten feien im Gegensatz zur sozialistischen Gegen den ungarischen Hochschulterror. Die sozialistischen und Barteileitung für eine Teilnahme an der Regierung. Um die Frage kommunistischen ungarischen Studenten im Ausland werden von endgültig zu entscheiden, wird im Monat Juli ein nationaler der Studentenfraftion in Prag II, Myslifova 8, aufgefordert, sich Sozialistenfongreß einberufen werden. bei ihr zu melden. durchzusetzen, hatte den Präsidenten der Bergarbeiter, 2e mis, I els Gegenfandidaten gegen Gompers auf den Schild gehoben. Politisch und gewerkschaftlich unterscheidet sich Lewis aber so gut wie gar nicht von Gompers. Er hat übrigens angefündigt, daß er eine Kandidatur nicht annehme. Somit dürfte es vorläufig bei Gompers- und damit bei der Ohnmacht der amerikanischen Gewerkschaften bleiben. Sozialdemokratischer Parteiausschuß. Berbände nicht habe beteiligen dürfen, findet in dem Wortlaut des Erlasses nicht die geringste Stüze. Tatsächlich hat die Reichswehr mit ihrer Demonstration absolut verbotswidrig gehandelt. Konservierter Schmutzkübel. Der Parteiausschuß der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands trat heute vormittag in den Räumen des Parteivorstandes zu einer eintägigen Beratung zusammen. Den Vorsiz führt Genosse Wels, der auch das einleitende Referat hielt. Zur Beratung stehen in der Hauptsache Organisationsfragen, in erster Linie die Vorbereitung und die Festsetzung Die Deutsche Zeitung" hat sich einen Dreckschleuder Artiket der Tagesordnung des diesjährigen Parteitages, gegen den verstorbenen demokratischen Führer Konrad Haußder am Sonntag, den 17. September, abends 6 Uhr, in der mann ein Bierteljahr lang auf Eis gelegt, um seinen wohlriechen. Verschleppung der Zwangsanleihe? großen Musikhalle in Augsburg durch eine Begrüßungsfeier den Inhalt noch drei Monate nach dem Tode des Mannes über sein Grab ausschütten zu können. Wir erfahren, daß Konrad Haußmann Im Anschluß an die Bemerkungen, die der Abg. Beder eröffnet werden soll. Am ersten eigentlichen Verhandlungstage soll zunächst der ein fubalterner und verbiffener Parteimensch", ein berufsmäßiger Seffen am Schluffe der Donnerstagsigung des Reichstages Bericht des Parteivorstandes vorgelegt werden. Dazu werden Demagoge" usw. gewesen sei, alles aus feinem anderen Grunde, machte, droht die Zeit" in ihrer heutigen Morgenausgabe mit Dr. Adolf Braun ein allegemeines Referat, Otto Wels einen als weil Haußmann die Berbohrtheiten und Berranntheiten des AIIder Verschleppung der Zwangsanleihe, wenn der deutschvolks- Bericht über die Frage der Internationale und Bartels den deutschtums nicht teilte, sondern bekämpfte. Wenn der Artikel parteiliche Antrag über die Aenderung des Erbschaftssteuer- Kaffenbericht und den Bericht über Agitations- und Organi- der„ Dtsch. 3tg." den preußischen Militarismus als„ die gefeßes nicht mehr vor Ende Juni erledigt würde. Das deutsch- sationsfragen erstatten. Für die Berichterstattung der Kontroll- einzige Stüße des deutschen Staates" bezeichnet, so ist mit diesen volksparteiliche Blatt fucht es so darzustellen, als ob der volts tommission ist Brühne vorgesehen, während die Reichstags paar Worten die ganze Geistesrichtung, der er entstammt, zur Ge parteiliche Antrag die Erfüllung eines Teils des Kompro fraktion für ihren Bericht noch feinen Berichterstatter ernannt nüge gekennzeichnet. Es existiert ein sehr gutes Buch,„ Die Tragödie misses darstelle. Das ist falsch. Die Zwangsanleihe, die, hat. Die Reichstagsabgeordnete Genoffin Johanna Reitze Deutschlands"( Im Banne des Machtgedankens), geschrieben von nebenbei gesagt, als ein Teil der Finanzreform der Entente wird ein Referat halten:" Die Sozialdemokratie im Kampfe einem Deutschen, in dem das Bild des machtberauschten und gewalt. notifiziert wurde, ist ein Teil des Kompromisses. Sie muß um die soziale und wirtschaftliche Stellung der Frau", während delirierenden Alfbeutschtums mit einer Prägnanz gezeichnet wird, jetzt erledigt werden, weil ein Teil der Eingänge der Zwangs- Alwin Saenger- München über das Thema Justizreform daß wir hier nur darauf verweisen wollen. Zu den Gepflogenanleihe noch für das Etatsjahr 1922 Berwendung finden muß. sprechen soll. Die Aenderung des Erbschaftssteuergeseges ist von Mitgliedern der Deutschen Volkspartei als notwendig proklamiert worden, als vor Abschluß des Kompromisses über die Beckersche Denkschrift gesprochen wurde. Die Deutsche Bolkspartei hat damals nur behauptet, daß die Bestimmungen des Erbschaftssteuergesezes der Geldentwertung angepakt werden müßten, wenn eine solche Anpaffung für andere Steuergefeße stattfinden sollte. Daß das geltende Erbschaftssteuergesetz infolge der Gelbentwertung die Erben fleiner und mittlerer Bermögen hart trifft, ist nicht zu bestreiten. Der Steuerausschuß wird sich deshalb in aller Ruhe mit dem Initiativantrag der Deut schen Boltspartei befassen. Soweit wir unterrichtet sind, ist über die Behandlung dieses Antrages eine Verständigung bereits angebahnt. Zur Aufregung ist also feine Ursache. So einfach werden die Herren von der Deutschen Volkspartei von dem Kompromißpunkt der Zwangsanleihe nicht wegkommen. Der Dollar stinkt nicht! Wilhelm und seine Paladine im Solde amerikanischer Verleger. heiten dieses Alldeutschtums gehört auch die Beschmutzung eines jeden, der seine hirnverbrannten Jbeen nicht anerkennen will. Ga ist die Beschmuhung des toten Konrad Haußmann schließlich nur eine Ehrung für den Verstorbenen. Die deutschnationalen Freiheitsapostel. Interessante Mitteilungen über den amerikanischen Berleger der Memoiren des ehemaligen Kaisers macht ein hie figes Mittagsblatt. Danach hat in dem regen Wettbewerb Als die Reichsregierung nach der Ermordung Erzbergers ihren amerikanischer Firmen das amerikanische Verlagshaus Har Erlaß zum Schuße der Republik herausgab, legte der damalige er( Inhaber Brainard) einen großen Vorsprung ge- Oberpräsident der Provinz Westfalen, Herr v. Würmeling, sich habt und schließlich den Sieg errungen, weil dieses Verlags- diesen Erlaß dahin aus, daß er die Veranstaltungen sämtlicher und Arbeiterorganisationen aus bereits die Erinnerungen von Hindenburg und linksrabitaten Parteien, udendorff verlegt hat. Brainard zahlte an Ludendorff generel verbot, wozu ihn bie Regierungsverordnung nicht ein festes Honorar von 40 000 Dollar und dazu 15 Bro- einmal formell berechtigte. Herr v. Würmeling ist inzwischen, wie sent Gewinnbeteiligung, Hindenburg bekam nur der Preußische Preffedienst" mitteilt, in den Ruhestand 30 000 Dollar und ebenfalls 15 Pro3. Gewinnbe- perfekt, fein Eraß ist aufgehoben worden. teiligung. Nach dem heutigen Dollarstande beträgt allein das feste Honorar für Ludendorff 12 Millionen, für Hindenburg 9 Millionen Mart. Wilhelm hat mit 250 000 Dollar die Die Kommunisten find in Groß- Thüringen auf der beiden noch erheblich übertrumpft. Nicht weniger als 16 große Schreibmaschine besonders eifrig. Sie jagen jezt ein politisches Beitungen sind als Unterabnehmer des Kaiserbuches gesichert, Rundschreiben nach dem anderen, die natürlich alle vertraulich darunter eine Reihe deutschfeindliche Gegenüber der zu behandeln find, in den Kreisen ihrer Anhänger herum. Wir irreführenden Behauptung der Rechtspreffe, daß es sich nicht möchten heute aus dem, das vom 10. Juni datiert ist, ab- um ein Geschäft des Ertaisers, sondern des deutschen Verlegers drucken, was darin über das Berhalten der Rom- Röhler handele, sei bemerkt, daß diesem Verlag erst von munisten aur USP. gesagt ist. Es heißt da: Brainard das Verlagsrecht für Deutschland über Nach einigen Wochen einer gewiffen taftischen Annäherung der lassen wurde. USPD. an uns in den Betrieben, Gewerkschaften und Parlamenten ift in den letzten zwei bis drei Wochen in der USPD.- Führung Die Freunde der USP. Die Kreuz- Zeitung" aber bringt diese Meldung unter der Ueberschrift:„ Ein Sieg der Straße." Wie wird Ihnen zumute, Herr Chefredakteur Bau Baeder, der Sie die Deutschnatio nalen als die wahren Vorfämpfer der demokratischen Preß- und Bereinsfreiheit preifen?! Die Mitgliederzahlen der USP. Die Freiheit" ist sehr ärger. lich über uns, weil wir ihr die Stärke nicht glauben, die sie marfiert. Sie weist nach, baß der von uns aus dem Soz. Parlamentsbienft übernommene Bericht über den Mitgliederstand der USB. vom Frühjahr des vorigen Jahres stammt. Sie behauptet, feither sei es besser geworden und die Mitgliederzahlen von damals stimmten nicht mehr mit den Tatsachen überein. Sie vergißt, sicher nur im Uebereifer, mitzuteilen, um wieviel sich der Mitgliederstand der USB. feither gehoben" hat. Jrreführende Reflame. Den Zeitungen geht die Meldung eines Arbeitsausschusses" zu, wonach der Zusammenschluß der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen Deutschlands zu einer Reichseinheitsorganisation" am 1. Juli in Leipzig erfolgen soll. Bie wir erfahren, handelt es sich um einen üblen Reklametrid. Hinter dem Ausschuß steht nichts als ein unbedeutendes Grüppchen, bas sich von dem im starken Berfall befindlichen Einheitsverband" losgelöst hat. Schon beffen Name war eine Irreführung, denn er war niemals der Einheitsverband der Kriegsbeschädigten, sondern zählte ftets nur einen Bruchteil der Mitglieder, die der Reichs. bund der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen" Dereinigt. Je fleiner aber die Trümmer werden, desto größer wird offenbar dagegen erheben, daß eine Organisation fie mit derart irreführenden ihre Anmaßung. Jedenfalls muß die Presse energischen Protest Der Sündenbock der Reaktion. wieder auf das deutlichste das Bestreben bemerkbar, sich nicht nur Der Landtagsbericht unserer heutigen Morgenausgabe über die wieder völlig von jeder Beziehung zu den Kommunisten zu lösen, Etatsrede des Genossen Hauschid enthält leider infolge eines sondern einzufchwenken in die Kampfeslinie der SPD.- Bureaukratie Hörfehlers einen bedauerlichen sachlichen Irrtum. Der Bericht läßt gegen die Kommunisten. Adlers und Crifpiens Berhalten in den ben Genossen Hauschild sagen, daß das Verhalten des Königsberger letzten Sizungen der Neunerfommiffion, die Schwenkung der neuen, Bolizeipräsidenten nicht einwandfrei gewesen sei. Das angeblich radikaleren Freiheit"-Redaktion nach rechts, das Verhalten trifft nicht zu. Genoffe Hauschilb hat im Gegenteil ausgeführt: Die Dißmanns beim Abbruch des füddeutschen Metallarbeiterstreifs, die Reaktion bezeichnet das Berhalten des Polizeipräsidenten Abreise Rosenfelds und Liebknechts als Berteidiger der Sozialrevo- üb bring als nicht einwandfrei, sie suche ihn zum Sündenbod lutionäre, die aktive Hilfe der unabhängigen Reichstagsfrattion für für die Königsberger Borgänge zu machen, weil er den Zusammen die Regierung Wirth- Hermes- Rathenau sind die äußeren Merkmale stoß zwischen der Reichswehr und den Demonstranten nicht verhin der neuesten Wendung der USP. Politit. Diese Tatsachen fordern tert habe. In Wirklichkeit fonnte Genoffe Lübbring feinerlei Vorzur fritischen Stellungnahme heraus. Es gilt, fachlich scharf heraus- tehrungen treffen, weil das Reichswehrkommando es nicht für notzuarbeiten, daß die USB. Führung absolut und mit größter Gewendig erachtet hatte, den Polizeipräsidenten von der geplanten schwindigkeit wieder nach rechts herüberrutschen muß, nachdem sie Parade und dem Aufmarsch dazu überhaupt in Kenntnis zu setzen. Reklamemeldungen zu falscher Berichterstattung zu veranlassen sucht. nicht alle Kraft für die Einheitsfront und den Weltkongreß ein- Genosse Hauschild verlas ferner den Wortlaut des Verbotes der setzte und vielmehr glaubte, sich gegenüber den Kommunisten erneut Reichswehrbeteiligung an der Hindenburg- Demonstration. Aus dem abgrenzen zu müssen." Was wird die Freiheit"-Redaktion dazu sagen, daß man dem von ihr über alles geliebten Rrradikalismus der USB. bei den Komunisten durchaus nicht glauben will. Der Volkshochschüler. Bon H. Groß. Soeben hatte der Dozent an der Boltshochschule seine Ausfüh rungen über das Pflanzenbestimmen beendet. Nochmals beugte sich die Zuhörerschaft über die vor ihr liegenden Bestimmungsobjekte, um die von dem Vortragenden gemachten Angaben zu überprüfen. Heute wurden Frühlingsblumen bestimmt. Die Zuhörerschaft bestand in der Mehrzahl aus jenen Typen der arbeitenden Schichten, die nach Wissen dürften, die versuchen, ihre durch die Schuld der alten Bolksschule lückenhaft gebliebene Bildung wurde. • Die fleine Entente soll nach einer Belgrader Meldung des Matin" durch einen militärischen Garantievertrag Wortlaut dieses Erlaffes geht flipp und flar hervor, daß der Reichs- für ihre Unversehrtheit zwischen Rumänien, Südflawien und der wehr jede Art von Demonstration und jede Beteiligung an Tschechoslowakei befestigt werden. Die leitenden Minister dieser Demonstrationen untersagt war. Die nachher ausgetüftelte Aus- Staaten waren foeben in Belgrad bei einer Prinzenhochzeit beirede, daß die Reichswehr sich nur an den Rundgebungen gewisser sammen. Bolen soll auch einbezogen werden. die ideellen Borteile auf. Er wußte, er fonnte es nicht. So wie sein| ten Straße gewesen sind. Frau Lissie war ursprünglich mit einem Leib nach förperlicher Nahrung verlangte, schrie sein Inneres nach Gärtner verheiratet. 3u ihrem Unglüd besuchte sie einst eine Betund wieder stunde. Diese endete damit, daß der Predikant plöglich abbrach, zu geistiger Labung. Ein kurzes Mitsichzurategehen hatte er den Kampf gewonnen. ber jungen Frau hinging und ihr erflärte, er habe eine OffenArm und teile Gutes und Böses mit ihr!" Bor folchem Richtspruch barung gehabt, Gott habe ihm gesagt: Nimm dieses Weib in deinen beugte sich Frau Lissie. Er nahm sich vor, es noch heute seiner Frau flarzumachen, daß er nicht anders handeln fonnte. Seine Frau würde ihn ja verstehen. Dumpf fühlte er auch, daß er seinen Kindern mehr als die leibliche Nahrung schuldig war, daß sie ein Recht darauf hatten, auch geistig gefättigt zu werden. Er wollte ihnen nicht nur der Vater, sondern auch Freund und Führer sein. Bildhauerfunft vor 25 000 Jahren. Einer der merkwürdigsten Eines Tages war sie so weit erweckt", daß sie eine Offenbarung hatte, nach der einer Ladeninhaberin, Marie Christensen, eine große Aufgabe in dem neuen Reich zuerteilt war. Marie sollte alles verkaufen, was sie besaß, den Christiansens 8000 Kronen geben und mit ihnen nach Ruba gehen, wo sie selbst die Gabe vom Him mel empfangen und Evangelist werden sollte. Marie verkaufte und zu vervollständigen. Zu ihnen gehörte auch der Kassenangestellte vorgeschichtlichen Funde wurde furz vor Ausbruch des Weltkrieges in reiste. In New Port brauchten Christiansens wieder Geld, was E. Schulze, der sich durch eisernen Fleiß aus den kleinsten Anfängen Südfrankreich am Nordfuß der Pyrenäen in der Nähe von Saint zu einer neuen Offenbarung bei Frau Lissie führte, als deren Konzu einer geachteten Stellung emporgearbeitet hatte. Er war einer Girons gemacht. In einem Kalksteinwerk entdeckten die brei jungen fequenz Marie weitere 400 Dollars herausrückte. Als aber die der eifrigsten Schüler. Während diefer Uebungsturse war alles um Söhne des Grafen de Begouen einen engen Seitengang in einer Barschaft zu Ende war, lieh Marie fich das Geld zur Ueberfahrt Gabe vom Himmel" immer noch auf sich warten ließ und ihre ihn versunken. Es erschien ihm wie eine Weihestunde, wenn er einen schon früher teilweise erforschten, ziemlich ausgedehnten Höhle. Er unb fehrte nach Kopenhagen zurück. In Brooklyn hatte Frau Blick in die Werkstatt der Natur tun konnte, wenn der Aufbau der führte sie zu einer schönen Stalaktitengrotte und von da durch einen Lissie inzwischen eine neue Offenbarung. Sie ging frant und frei Bflanzen an den von den Hörern selbst gesammelten Objetten erklärt noch viel engeren Schlund, der nur von sehr schmächtigen Menschen zu einer alten Frau und erklärte ihr, Gott habe sie zu seinem in Schlangenwindurgen paffiert werden fonnte, zu einer Feljen Werkzeug ausersehen; fie solle dem Evangelistenpaar einige hunIn der nun folgenden Ruhepause, in der die Spannung der fammer, die etwa 17 Meter lang, 9 Meter breit und 3 Meter hoch bert Dollars geben. Die alte Dame aber hing an ihrem irdischen Nerven nachließ, tauchte gleich einer Bision sein früheres Leben und ist. In diesem tief im Innern des Berges belegenen Saale, der auch Mammon und es dam zu einem Wortwechsel, bei dem Frau Liffie heute, nachdem Leitern und Treppen angebracht und die engsten die andere nach allen Regeln der Kunst verfluchte und ihr fagte, seine jezige Häuslichkeit vor ihm auf. Als Volksschüler war er nach Stellen erweitert find, nair von schlanken Personen erreicht werben sie werde von nun an von allen Menschen verabscheut werden. Und dem alten System unterrichtet worden, bei dem man die Namen der fann, lehnen an einem großen Haufen fünftlich aufgeschichteten diese Borausfagung ging in Erfüllung. Die alte Frau bekam es Pflanzen und Tiere nach toten Bildertafeln kennen lernte. Selten Tons zwei aus Ton modellierte große Tierfiguren, die lebensprühen. kam ein Lehrer auf den Gedanken, Naturkunde draußen in der Natur den Darstellungen eines Stiers und einer Kuh des Bisons. Auf der mit der Angst und suchte einen Detektiv auf. Es ergab sich, daß zu lehren. Es war kein Wunder, daß die meisten seiner Mitschüler anderen Seite des Tonhaufens fanden sich noch zwei andere, erst Frau Lissie einigen Mitgliedern der Gemeinde anvertraut hatte, die alte Dame betreibe das einträgliche Gewerbe der Engelmacherin. feinen Blick für die Schönheiten der Natur gewannen. Er war vor halbvollendete Bisonmodelle. Nach der ganzen Art der Darstellung Nun war es mit der Geduld der Gemeindemitglieder in Brooklyn bem gleichen Schicksal bewahrt worden, hatte es doch sein leider zu und der Lage der Umstände ist kein Zweifel daran, daß der Künstler, zu Ende und das Baar mußte das Feld räumen. früh verstorbener Bater verstanden, in ihm die Liebe zur Natur zu ber diese Tierfiguren geschaffen hat, ber Cro- Magnon- Raise ange: au Ende und das Paar mußte das Feld räumen. weden. Diese Liebe trieb ihn auch jetzt noch immer dazu, seine Frei hörte, die vor 25 000 oder noch mehr Jahren einen großen Teil von ftunden in Wald und Feld zu verbringen. Westeuropa bewohnte und in Frankreich, Belgien, Italien, der Der Ehrenabend für Johannes Schlaf findet Sonnabend 7%, UB Schweiz und Mähren viele Bildhauerarbeiten hinterlassen hat. Sie im Meifteriaale statt. Die Feftrede hält Dr. Otto Ernst Hesse. Der stellen teils Tiere( Wildpferde, Wildochsen, Renntiere und andere Dichter wird bersönlich anwesend sein. Eiszeittiere), teils Menschen dar, find aber alle aus Stein oder Elfenbein gearbeitet, während man Torfiguren hier zum erstenmal fand. Golche fonnten sich auch nur an einer jo völlig abgelegenen und fast unzugänglichen Stelle in der ganz gleichmäßigen Temperatur und Feuchtigkeit des innersten Bergeingeweibes erhalten. Sie find heute noch fast so frisch wie vor 25 000 Jahren, der Ton ist noch heute famtartig anzufühlen und schmiegfam, und nur einige Sprünge Durchziehen das Wert des Eiszeitfünftlers, das auf alle, die es faben, den größten Eindruck macht. Wenn er draußen die Wunder des tommenden Frühlings er lebte, padte ihn oft eine Bitterfeit gegen die alte Schule, die es nicht vermocht hatte, den Kindern die Hilfsmittel für das Berstehen der Natur an die Hand zu geben. Ihn trieb ein innerer 3wang, seine Wissenslücken auszufüllen. Oft schien es ihm zu spät: er war Familienvater und hatte schon selbst schulpflichtige Kinder. Das Leben war hart mit ihm umgesprungen. Er hatte ihm zu oft auf Roften feiner ungeftillten Sehnsucht Rongeffionen machen müffen. Zu oft hatte er Arbeitslosigkeit und Not tennengelernt. Dant der Revolution, die auch dem Profetarier den Achtstunbentag brachte, war es ihm nun möglich, die Bolkshochschule zu be suchen. Nun dachte er an feine Familie. Er wußte, daß bei seinem Lohn eine aus vier Köpfen bestehende Familie nur schwer aus Die einträglichen Offenbarungen. Unter den dänischen Bun genrebnern gibt es ein Ehepaar, das wegen seiner Frömmigkeit und feiner großen Fähigkeiten im Zungenreden allgemein befannt ist. Es ist der„ Evangelift" Christiansen aus Slagelse und feine Friedl Hollstein veranstaltet Sonnabend 8 Uhr im Stünstlerhause zum Besten notleidender Musitlebrfräfte einen Abend. Befana und Spiel" unter Mitwirkung von Räte Shan und der Volksbühne Norden. Reben Rezitationen und Gesangsvorträgen gelangt zur Aufführung„ Das Spiel von Lantzelot". Im englischen Seminar( Dorotheenstr. 6) spricht Freitag, den 16. Juni, abends 6, Uhr, Sir Thomas Barclan über: The present outlook( bie gegenwärtigen Aussichten). Gäſte willkommen. Der Rüffograph". Um einem tiefgefühlten Bedürfnis abzuhelfen, bat ein Profeffor an der Universität Stalifornien, J. V. Breitweiser, einen Apparat erfunden, mit dessen Hilfe man Stuffe meffen fann. Diese Wundermaschine ist imstande, in Millimetern die Erhöhung des Blutdrucks anzu geben, die durch einen Kuß hervorgerufen wird. Auf diese Weise hat der Professor eine Atlassifizierung der Küsse porgenommen und unterscheidet den Schwarzweißroter Männerftolz. Schadens sanktioniert, welcher durch die Verwüstung des Landes ais des heutigen Tages erschent eine Gerichtstommiffion aus Oranienburg am Fundort, um die Leichenteile zu besichtigen. Auch die Berliner Kriminalpolizei ist von dem geheimnißvollen Berbrechen, das aller Wahrscheinlichkeit nach vorliegt, benachrichtigt worden. Folge des Ueberfalls hervorgerufen worden ist, dessen Ungerechtigfeit vom Reichstanzler selbst am 4. August 1914 an erkannt worden ist. Jedoch bevor ich meine Unterschrift gab, habe ich mich tem öffentlichen Protest der belgischen Ar beiterpartei gegen die imperialistischen Punkte des Explosion in einer geheimen Schnapsbrennerei. Vertrags angeschlossen Es ist auch im Versailler Bertrag selbst die Die Berliner Feuerwehr wurde heut früh wegen einer Explosion Möglichkeit feiner Abänderung vorgesehen. Und eine in einer geheim betriebenen Schnapsbrennerei nach der Usedomsolche Abänderung wird von den belgischen Sozialisten im rollen straße 26 alarmiert. Die Schnapsbrennerei war in einem Keller Einverständnis mit ihren Kameraden in Deutschland, England, untergebracht, wo auch Liköre hergestellt wurden. Als die FeuerItalien und Frankreich angestrebt." mehr erschien, brannten Körbe, die Einrichtung und Sprit. Decen und Türen waren zertrümmert oder eingedrückt. Mehrere Personen, die nicht mehr angetroffen wurden, sollen Verlegungen den Keller, der ausgebrannt ist, zu beschränken. erlitten haben. Durch fräftiges Löschen gelang es, den Brand auf # Die reaktionären Blätter ärgern fich grün und blau darüber, daß der Reichspräsident in München als der oberste Vertreter der deutschen Republif viel sympathischer begrüßt worden ist, als sie er wartet haben. Deswegen sind sie jetzt bemüht, zu beweisen, daß es da unten in Bayern doch noch Männer gibt, die sich nicht beugen. Die Deutsche Tageszeitung" berichtet man höre und staune daß der zweite Borsitzende der Bayerischen Volkspartei, ein Gymnasialprofeffor, nur turze Zeit am Ehrentisch bei dem Empfang im Münchener alten Rathaus anwesend gewesen jei. Man denke, disser stolze Mann, hat wahrscheinlich nur fünf und nicht zehn Brötchen gegessen und nur drei Mas Bier und nicht acht, wie er es vielleicht sonst gewöhnt ist, getrunken, nur um den Reval, 14. Juni.( RP.) Am 11. Juni besuchten Bertreter Reichspräsidenten seine Berachtung zu zeigen. Noch furchtloser soll einiger Moskauer Betriebe die ausländischen Verteidiger fich ein Landesfinanzamtspräsident benommen haben. Er war selbst- der Sozialistenrevolutionäre. Vor allem wollten die Vertreter der verständlich bei dem Ehrenempfang des Reichspräsidenten nichtarbeiterschaft von Bandervelde einige Ausfünfte über den abwesend. Aber er ließ sich nicht vorstellen. Die Deutsche Prozeß erhalten. Doch die Arbeiter wurden von der vor dem Tageszeitung" triumphiert, man fönne glauben, er fet eigens ges Haufe stehenden Miliz( bolschewistischen Bolizei) angehalten und kommen, um das zu zeigen! Hoffentlich hat sich der Herr Landes- wurden zu den Ausländern nicht zugelassen. finanzamtspräsident nicht dennoch am Bier, dem er sicher aus Protest gegen den Reichspräsidenten fräftig zugesprochen haben wird, den Magen verdorben. Es wäre doch peinlich gegenüber den Partei freunden, so intensiv prostestierend an einem republikanischen Empfang teilgenommen zu haben, daß man am anderen Tage noch die Folgen merkte. Im übrigen fönnen wir der Deutschen Tageszeitung" verraten, daß uns die von ihr gelobten Helden außerordent lich imponieren. " Bajuvarische Erklärung. Kampf um die Zeitungskioske. Ullstein ihm Der Aktendiebstahl in Sachen Franz. der seinerzeit großes Aufsehen erregt hatte, wird am fommenden Der mysteriöse Astendiebstahl im Moabiter Kriminalgericht, Mittwoch vor dem Schöffengericht Berlin- Mitte zur Aburteilung gelangen. Wegen Diebstahls in Berbindung mit Bergehen gegen Den§ 133,2 St.G.B.( Entwendung aus amtlichem Gewahrsam) ist der Kaufmann Gerhard Senger aus Friedenau angeklagt. Wie der Angeklagte in seinen früheren Vernehmungen erklärt hatte, habe er eines Tages die Bekanntschaft zweier Leute gemacht, die ihm erzählten, daß viel Geld zu verdienen sei, wenn man bestimmte Atten beschaffte. Er sei anfangs nicht darauf eingegangen, der Staatsanwaltschaft III aufgesucht, der die Sache_bearbeitete. später aber doch nach dem Gericht gegangen und habe den Sekretär päter aber doch nach dem Bericht gegangen und habe den Sekretär Diesem habe er erklärt, er sei Berwandter eines in der Sache Franz geladenen Zeugen, der nicht erscheinen fönne. Der Beamte nahm ahnungslos die Aften aus dem Fach und machte die notwendige Eintragung. Am nächsten Tage waren die Atten ver fchwunden, die von dem Beschuldigten Franz selbst dem Staatsanwaltschaftsrat Dr. Steinbrecher wieber überbracht wurden. Der aufgetauchte Berdacht, daß Franz felbst den Diebstahl inszeniert habe, um auf diese Weise Kenntnis von dem Afteninhalt zu erhalten, Verhandlung selbst die noch immer etwas dunkle Angelegenheit hat fich nicht aufrechterhalten laffen. Es wird angenommen, daß die etwas aufklären wird. Wir werden über den Prozeß berichter. 370 000 gestohlene tschechische Kronen. Die Bahnhofskioste find heute eine öffentliche Macht. Der Reifende unterliegt dem Zwange der von jenen Zeitungs- und Bücher. verkaufsstellen gebotenen geistigen Rost. Für bestimmte Verlage und Händlerunternehmungen ist es eine Lebensfrage, die Rioste in ihren Händen zu behalten. So ist jetzt der bekannte Eisenbahnbuchhandel Stilfe drauf und dran, feine vielen laufenden fleinen Der Befuch Eberts und die Bayrische Volkspartei. und einzelnen Pachtverträge umzuwandeln. Daß dabei Stilfe der flügere Kaufmann ist, und die Eisenbahnverwaltung etwa drei München, 15. Juni.( WTB.) In der geftrigen Sigung des Meilen hinter dem Monde lebt, ist selbstverständlich. Das ist ja Haushaltsausschusses des Landtags gab der Abg. Held( Banr. Bp.) der allein seligmachende Zustand bei vielen unserer Behörden. eine Erklärung ab, in der es heißt: In Berliner Blättern werden Lustig ist nun, anzusehen, wie sich verschiedene Großinteressenten Tartarennachrichten verbreitet im Anschluß an den Besuch jetzt mit Herrn Stilfe in die Haare bekommen haben. Die„ Bossische des Reichspräsidenten Ebert in München, offenbar von Leuten, die Beitung" plauderte im Tone sittlicher objektiver Entrüftung die das Gras wachsen und die Flöhe huften hören. Es wird eine Reihe interessantesten Einzelheiten über die Art aus, in der Herr Stille von Behauptungen aufgestellt, die ohne jede Unterlage find. Ich die Eisenbahnverwaltung über den Löffel barbiert. Darauf ant will hier feststellen: Es fann feine Rede davon sein, daß die Stelwortet Herr Stilte und stellt fest, daß Herr lung des Grafen Lerchenfeld als Ministerpräfi noch am Tage vorher vorgeschlagen habe, sich doch in die BeDie Berliner Kriminalpolizei fucht zurzeit eine Bande vers dent irgendwie durch den Besuch des Reichspräsidenten Ebert befriedigung der literarischen Bedürfnisse des Publikums zu teilen. Wegener Geldschrankknacker, die in Marienbad einen Einrührt worden ist. Meine Fraktion ist außerordentlich erstaunt über Dazu habe er aber feine Neigung, zudem Ullſtein ja nur die In der Nacht zum 31. Mai wurde die Hauptpost, in deren Tresor sich bruchsdiebstahl in die Bothauptfasse verübt haben. die Phantasien, die hiesige Berichterstatter in Berliner Blättern eigenen Verlagsschmöker und sonstiges Zeug, an dem sehr viel in der fraglichen Nacht die Gehälter für die Beamten befanden, um niederzulegen in der Lage sind. Die Bayerische Bolfspaciei wat verdient werde, durch die Kioske in die Deffentlichkeit preffen wolle. Dieses Geld beraubt. Die Einbrecher hatten fich eingeschlichen und durchaus offiziell bei den offiziellen Anlässen, die sich ergeben haben, Sofort meldet sich von anderer Seite her eine Stimme, die fagt: von einem Bersted innerhalb des Gebäudes aus die Zugänge zu beteiligt. Es ist falsch, wenn behauptet wird, daß meine Freunde Dieser Stilte, der in Berlin auf 30 Bahnhöfen size, zahle dafür den Treforräumen und den Trejor felbft erbrochen, wobei sie in Kuoder ich sich gedrückt hätten. Das gilt auch besonders vom Abg. Tumpige 270 000 m., während er aus dem Geschäft rund verts rund 370000 tschechische Kronen erbeuteten. Sped. Wenn bei dem Begrüßungsabend die Herren nicht in der 30 millionen einnehme. Ueberdies vertreibe Stilte bloß Es wird angenommen, daß sich die Diebe zur leichteren UnterbrinLagé gewesen find, unmittelbar dem Reichspräsidenten vorgestellt zu solche Bücher, bei denen ihm vom Berleger 50 Pro3. Rabatt gung ihrer Beute nach Deutschland, wahrscheinlich nach Berlin werden, so kam das daher, daß sie darauf aufmerksam gemacht wur- gewährt werde, zudem gehe er nie auf die Wünsche seiner gewendet haben. Daher warnt die Berliner Kriminalpolizei davor, den, der Herr Bräsident fäme felbft zu ihnen und sie sollten es ver Filialen ein. Sie bekämen nicht das, was sie wünschten, sondern größere Mengen zum Kaufe angebotener Kronen- Banknoten der meiben, sich selbst vorstellen zu lassen. Wenn auf mich persönlich müßten bas nehmen, was er liefere. Außerdem sei er mit dem Tschechoslowakei anzukaufen, und bittet unter Hinweis auf die zur Bezug genommen wird, als ob ich absichtlich den Veranstaltungen Lokal- Anzeiger" und der„ Ala"( Hugenberg) verfippt und gebe eine Ergreifung der Täter führen könnten, der Berliner Kriminalpolizei, Ergreifung der Täter ausgesetzte Belohnung Vorgänge, die zur ferngeblieben wäre, so stelle ich fest, daß ich schon seit Wochen für Berkehrszeitschrift heraus, die niemand lese, in der dafür aber Dienfistelle BI 6, sofort mitzuteilen. diese beiden Tage nach auswärts vergeben war. bie Oberregierungsräte vom Verkehrsministerium gegen hohes Honorar Artikel schreiben dürften. Aus dem Reichspostministerium. Der kaiserliche Stempel des Herrn Giesberts. In Nr. 46 des Bostnachrichtenblatts vom 7. Juni verfügt der Herr Reichspoftminister unter Nr. 526, daß nunmehr aus allen Metall- und Gummistempeln das Wort Raiserlich" oder ähnliche Embleme der Vergangenheit zu entfernen sind und die Stempel vor der Aenderung nicht mehr gebraucht werden dürfen. Es hat den Anschein, als ob diese Verfügung einige Löcher habe; denn seltsamerweise gibt es am 9. Juni 1922 noch eine Geheime Kanzlei des Reichspostamts", die zur Stempelung von Privatverträgen 1. den Stempel ,, Geheime Kanzlei des Reichspostamts" mit bem taiserlichen Adler und der bebänderten Krone und 2. den Stempel Reichs- Postamt" mit dem faiserlichen Adler und der bebänderten Krone benutzt. Gelten die Verfügungen des Ministers nicht für seine nähere Umgebung? Es tann ja sein, baß die bekannten Ermittlungen des Breises für diese zwei Stempel innerhalb drei Jahren noch nicht abgeschloffen werden konnten; das wäre dann der übliche Gang und für die Geheime Kanzlei" entschuldbar. " Wir hören auch immer wieder aus dem Reiche, daß der Bahnhofsbuchhandel den" Borwärts" nicht gerade eifrig verkauft. Hier fönnen aber die Freunde unseres Blattes einiges ändern. Dem Reichsverfehrsministerium wäre zu empfehlen, einmal fämtliche Interessenten, die sich um die Bahnhofstioste bewerben, einzuladen, damit jene sich vor ihm gegenseitig ihr Herz ausschütten. Bielleicht bekommen die für die Bachtverträge verantwortlichen Beamten dabei einige Ahnung, was man mit dem Fiskus vorhat. Fliegender Altpapierhandel. ffeine oder größere Wagen auftauchen, mit der Auffchrift: Hier Immer häufiger sieht man jetzt in den Straßen Groß- Berlins merden alte Zeitungen, Papier, Lumpen und Flaschen gekauft." während bis jetzt die Papier- und Lumpensammler von Haus zu Haus, von Hof zu Hof zogen und fich die Kehle heiser schrien nach Lumpen, Alteifen, Papier und Flaschen", haben die Produktenhändler jetzt kleine fliegende Filialen aufgemacht, die die dringend benötigten Rohstoffe, vor allem gebündelte Zeitungen auffaugen. Die Nachfrage nach Altpapier wird immer stärker, und die Preise zeigen noch immer, trok einzelner Schwankungen, eine achtunggebietende Höhe. Für das Kilo gebündelter Zeitungen wer den 4,50 M. bis 5 M. gezahlt, in den Bororten allerdings fast immer 1 M. für das Kilo weniger als in Berlin felber. Hingegen Es mehren sich in letzter Zeit die Fälle, so schreibt uns das wird in einzelnen Warenhäusern und Detailgroßgeschäften für glattStädtische Zentralamt für Wohnungswesen, in liegendes unzerriffenes Zeitungspapier in ganzen Bogen 1 M. bis denen Bersonen, die ohne Genehmigung des Wohnungsamtes sich in 1,50 m. für das Kilo mehr gegeben als in den Berliner Produkteneine Wohnung gefeht haben, zwangsweise wieder daraus entfernt handlungen. Auf diese Weise kann die Hausfrau am Monatsende werden. Sehr häufig haben sich die Betreffenden bei der Suche durch Berkauf der alten Zeitungen das Abonnementsgeld für den nach einer Wohnung eines Bermittlers oder eines Vermitt. neuen Monat etwas ermäßigen. lungsinstitutes bedient und diesem, sowie den gewöhnlich vorhan " „ Schwarzmieter". Die Zwangsräumung von Wohnungen. Eine an denen Nachmännern oft sehr erhebliche Beträge für den Nachweis" Der Hund als Lebensreffer. In Baumschulen weg war der Wohnung gezahlt. Dazu fommt, daß der alte Mieter in den über Nacht ein Laden- Wachhund infolge durchdringenden GasgeDas Deutschtum in Böhmen. meisten Fällen seine Wohnung nur dann aufgibt, wenn ihm der ruches unruhig geworden. Er bellte so anhaltend, daß die Nachbarn Prag, 15. Juni.( WTB.) Das Abgeordnetenhaus be- ohnungsuchende 2 b st and zahlt, der oft in die Hunderttausende einen Einbruch permuteten und die Polizei alarmierten. Man fand handelte gestern die dringliche Interpellation betreffend die Auf geht, und außerdem die Wohnungseinrichtung zu Bucherpreifen aber in der an den Laden anstoßenden Rüche die bewußtlofe jugendübernimmt. Hat nun der Wohnungssuchende alle diese Bahlungen liche Schwägerin des Ladeninhabers, die versucht hatte, sich mit hebung der deutschen Schulen und Schulklassen. Der deutschnationale geleistet und ist er unter Umgebung des Wohnungsamtes in den Leuchtgas zu vergiften. Abgeordnete Scholl ech erflärte in Besprechung der Rnebe meisten Fällen als„ Untermieter" in die Wohnung eingezogen, Zwei falsche Krantenschwestern werden von der Kriminalpolizei lung des deutschen Schulwesens, daß das Gesetz vom so fühlt er sich geborgen und läßt in sehr vielen Fällen die Woh- wegen Diebereien gesucht. Eine Dame aus Berlin erlitt an der 3. März 1919 die ganze Gewalt in die Hand eines Bureaufraten nung, die er schon unter erheblichen Opfern erfauft hat, nach seinem Ede der Leipziger und Mauerstraße einen Unfall. Hilfsbereit lege, der Schulen nach eigenem Gutbünken gründen und auflösen Geschmack und auf seine Kosten herrichten. Inzwischen ist ein sprang ihr eine Frau bei, die sich Krankenschwester Elfe Klein könne. In rein deutschen Orten würden besonders finderreiche Biertel-, ein Halbjahr, oft auch eine längere Zeit vergangen, ohne nannte, brachte sie nach Hause und pflegte sie dort 14 Tage lang. tschechische Familien untergebracht, für die dann das beste Gebäude daß der Schwarzmieter" vom Wohnungsamt irgendwie belästigt nachdem die Schwester" fich verabschiedet hatte, entdeckte die Dame, auf Grund des Gesetzes für tschechische Schulen beschlagnahmt werde. worden wäre. Eines Tages tommt nun, wie ein Blik aus heiterem daß sie von ihr gründlich bestohlen worden war. Es gebe auch tschechische Wanderlinder, die dem Zwecke dienen, die Himmel, vom Wohnungsamt die Aufforderung, die Wohnung gebliche Margarete Jäger hält sich in Schwesterntracht zur Zeit Es gebe auch tschechische Wanderkinder, die dem Zwecke dienen, die innerhalb einer bestimmten Frift zu räumen mit ber Gottesdienste in der Nähe der Kirchen auf. So lernt sie Notwendigkeit tschechischer Schulen in deutschen Orten zu begründen. bem Hinzufügen, daß diefe Räumung, falls der Aufforderung nicht Kirchenbesucherinnen fennen und erzählt ihnen, daß sie von KönigsDen Deutschen würden einfach alle Klaffen, bie unter 40 Rinder nachgekommen wird, auf Kosten des Wohnungsinhabers durch das berg in Ostpreußen hierher gekommen und in Not geraten sei. Mildhaben, aufgelöst. In Böhmen jelen bisher 61 deutsche Schulen mit Wohnungsamt zwangsweise erfolgen wird. Es liegt im eigensten tätige Frauen laffen sich durch die Schilderungen ihrer Notlage be635 Klaffen, in Mähren 111 Schulen mit 547 Klaffen und in Schlesien Intereffe der Wohnungssuchenden, wenn sie unter Umgehung des megen, ihr ein Qbdach zu gewähren. Dort benugt bie falsche 21 Schulen mit 105 Klaffen, zusammen also 193 Schulen mit 1288 Wohnungsamtes feine Wohnung, auch nicht als Untermieter, be- Schwester die erste Gelegenheit, fie zu bestehlen, um mit der Klaffen, aufgelöst worden. Nach der geplanten neuen Schuldroffe ziehen. Andernfalls bereiten sie sich nur erhebliche Unkosten und Beute zu verschwinden. Vor den beiden Schwindlerinnen wird lung sollen außerdem, wie verlautet, weitere 30 deutsche erger, ohne endgültig in den Belin einer Wohnung zu gelangen. bringend gewarnt. Denn wenn fie fich ohne Genehmigung in die Wohnung geSchulen aufgelöst werden. setzt haben, so haben sie, wie fchon oben gesagt, täglich, auch nach Berliner Männergesangvereine veranstalten, wie bereits geUnterrichtsminister Grobar beantwortete die Interpellation Ablauf eines halben Jahres oder gar längerer Zeit damit zu meldet, in der Woche vom 18. bis 24. Juni nachstehende Plaz unter dem Beifall der tschechischen Parteien und Proteftrrufen der rechnen, daß fie zwangsweise wieber daraus ent- fonzerte. 18. Juni, 2-3 Uhr, Weißensee, Uferpromenade, und deutschen Bürgerlichen durch Berlesung einer sehr umfangreichen Er- fernt und als Schwarzmieter" in der Liste der Wohnungssuchenden 5-6 Uhr, Neukölln, Reuterplaß, 19. Juni, 7% bis 8% Uhr, Neuflärung, die zum größten Teile aus statistischem Material bestand. gestrichen oder in die Liste nicht aufgenommen werden. Er sei der Ansicht, daß in der Schulangelegenheit als Quelle der Boltskultur immer die größte Ruhe und Besonnenheit bewahrt wer den müsse. Die Regierung werde fest auf diesem Standpunkte stehen und sich durch nichts davon abbringen lassen. Zeichenteilfund bei Hohen- Neuendorf. Ein menschlicher Kopf im Paket. fölln, Körnerpart, 20. Juni, 7-8 Uhr, Luisenplay, Charlottenburg, 8-9 Uhr, Biftoriapart, Kreuzberg, 8-9 Uhr, Humboldthain, 8-9 Uhr, leiftpart, 22. Juni, 8-9 Uhr, Lichtenberg, Stadtpark, 8-9 Uhr, Neuer Markt( Lutherdenkmal), 24. Juni, 8-9 Uhr, Reinidendorf- Weft, Turnplatz der freien Turnerschaft, 8-9 Uhr, Arnim play, N. 113. Eine pädagogische Sprechstunde für schwerhörige Kinder hält jedem Mittwoch und Sonnabend von 12 bis 1 Uhr in ber städt. Schwerhörigenschule, Kirchhof= ftraße 5, ab, in welcher den Angehörigen von schwerhörigen, ertaubten und taubstummen Kindern unentgeltlich Rat und Auskunft erteilt wird. In der sich anschließenden Debatte betonte der deutsche Natio- Auf einen geheimnisvollen Mord läßt ein graufiger Fund bei nalsozialist Abgeordneter Simm, die Deutschen würden zunächst in Hohen- Neuendorf, schließen. Ein Knabe aus dem Drt stieß am verber Beiter der Schwerhörigenschule mit Ausnahme der Ferien an Form einer soliden Rampfführung versuchen, die Mehrgangenen Sonnabend beim Baden im Kuhpfuhi, einem Teich heitsparteien von der Berechtigung ihrer Forderungen zu überzeu- zwischen Hohen- Neuendorf und Bergfelde, auf Knochen, an denen gen. Wenn Sie, erklärte Rebner, uns trobem nicht geben, was noch Fleisch haftete. Er machte der Polizei keine Anzeige, weil er wir brauchen, müssen wir zu anderen Kampfmitteln greifen. Gelen annahm, daß Angler, die die Knochen ebenfalls fahen, das tun würden. Diefe unterließen es aber, und so tam der Fund erst Sie überzeugt, daß das deutsche Bolt hierzu fähig ist; dann werden gestern nachmittag durch den Knaben zur Kenntnis der Drtspolizei. wir Sense und Mistgabel ergreifen. Als sich die Beamten nunmehr nach dem Teich begaben, fanden Einweihung der„ Sternbrüde" in Magdeburg. Gestern wurde sie außer den Knochen, von denen sich inzwischen das Fleisch ge bie neue Sternbtüde eingeweiht und dem Verkehr übergeben. An löst hatte, auch noch ein Batet von Bad und 3eitungsber Brücke, die im Schmucke der Reichsfarben und Stadtfarben papier, das auf dem Waffer trieb. Es enthielt ein en menfch prangte, hatte sich eine vieltaufendtöpfige Menschenmenge eingelichen Kopf, ber auch schon länger im Wasser gelegen hat, aber funden. Das städtische Orchester eröffnete die schlichte geler mit dem doch auch die Fleischteile noch aufwies. Der Kopf gehört ohne Borfpiel aus den Meisterfingern". Ais erster Redner beftieg Ober3weifel zu den Knochen, die auf dem Grunde des Waffers lagen. präsident Hörfing die Tribüne und beglückwünschte die Stadt zu dem Er hat schwarzes Haar und stammt nach der vorläufigen Un- pollendeten Werke. Oberbürgermeister Beims übernahm alsdann Mandats, das ich von der belgischen Arbeiterpartei tersuchung von einem Burschen von etwa 16 bis 17 Jahren. Das Bauwerk aus der Hand der Bauleitung mit herzlichem Dan? erhalten habe, und zwar habe ich ihn unterschrieben, weil er die Be- Nach den bisherigen Ermittlungen der Ortspolizei stammt der Tote an alle, die unter mancherlei Fährlichkeiten das große Werk zustande freiung des Gebiets Belgiens vom Feinde sowie den fatz des nicht aus Hohen- Neuendorf oder ber näheren Umgebung. Im Laufe gebracht haben. Vandervelde und Versailles. In der Isweftija" und in der„ Prawda" wird das folgende Schreiben von Banbervelde veröffentlicht: Ich habe den Versailler Bertrag unterzeichnet in Ausführung bes Gewerkschaftsbewegung Verhandlungen in der Berliner Metallindustrie? Wie die BS.- Korrespondenz berichtet, besteht trotz der Ablehnung des Schiedsspruches noch die Hoffnung auf eine Verständigung zwischen den Parteien. Der Metallarbeiterverband hatte sich mit dem Verband der Berliner Metallindustriellen in Verbindung gesetzt, um eine Aussprache herbeizuführen. Heute mittag werde eine Zusammenkunft stattfinden. Löhne der Landschaftsgärtner. Die Landschaftsgärtner waren am Mittwoch abend sehr zahl reich im Gewerkschaftshaus versammelt, um den Bericht über das Ergebnis der mit den Arbeitgebern gepflogenen Lohnverhandlungen entgegenzunehmen, der von Bernotat gegeben wurde. Gefordert wurden: Ab 1. Juni für Gärtner im ersten Jahre der Branchentätigkeit 25 M., nach einjähriger Tätigkeit 26 M., für bergärtner und Anlagenleiter 27,50 M., für Arbeiter 24 M., für Arbeiterinnen 15,50 M. Stundenlohn. Die Arbeitgeber haben nur für Gärtner 1 M., Anlagenleiter 2 m. und für Arbeiter 50 Pfg. Zulage zu den bestehenden Stundenlöhnen( 20,50 bzw. 21 M. für Gärtner, 22 M. für Obergärtner und Anlagenleiter und 19,50 M. für Arbeiter) geboten. Die Frauenlöhne wollten sie nicht erhöhen. Neue Lohnbewegung der Holzarbeiter. In der Vertrauensmänner- und Betriebsräteversammlung aller In der Aussprache drückten mehrere Redner ihre Entrüstung Branchen des Deutschen Holzarbeiterverbandes am Mittwochabend über ein derartig geringes Angebot in scharfen Worten aus. Nach in der Bözow- Brauerei, sprach Böse über die wirtschaftliche Lage einem Schlußwort Bernotats wurde beschlossen, das An in der Holzindustrie. Er führte im wesentlichen etwa folgendes aus: gebot anzunehmen mit dem Vorbehalt, sofort weitere BerEs foll unfere Aufgabe fein, festzustellen, wie die wirtschaft liche Lage der Industrien ist, die für unseren Verband in Frage tommen und inwieweit die Arbeitslöhne dieser Lage und den wirtschaftlichen Verhältnissen angepaßt sind. Ein leichter Rückgang war allerdings in der Expor strie zu verzeichnen. Aber es macht den Eindrud, als ob fünftlig damit angehalten wurde. Das Gros un serer Betriebe ist in voller Beschäftigung. Schneide gestanden, zum Abschluß gekommen, einstimmig, affo auch vom Verbands beirat, angenommen worden sei. Der Ver Reichstarif, als endlich die Verhandlungen, die oft auf des Messers bandstag habe jetzt zu entscheiden, müsse vor allem auch die vor. gefommenen wilden Streits grundsäglich und entschieden ver urteilen, die Konsequenz wäre sonjt, daß der Verbandstag zur Aufbebung des Tarifs kommen müsse. Hauptkassierer er berichtete über die finanzielle Ent wicklung des Verbandes, von der wir ebenfalls bereits im Vor bericht Notiz nahmen. Hauptkasse und Lokaltassen zusammen ent halten 18 Millionen. Der Betrag ist hoch, jedoch bei der heutigen Geldentwertung nicht ausreichend. Der Verbandstag müsse deshalb auf Beschlüsse bedachi sein, die eine nachdrüdliche Stärkung der Kaffe herbeiführen. Der Bericht des Ausschußvorsitzenden W. Haupt- Magdeburg erstreckte sich auf rein innere Verbandsangelegenheiten. handlungen auf Grund der eingereichten Forderungen einzuleiten. 21. Verbandstag der Brauer und Müller. Internationaler Holzarbeiterkongreß. Am zweiten Verhandlungstage des Internationalen Holzarbeiter2. Berbandlungstag. " Dresden, 13. Juni. fongresses wurde das Ansuchen des allrussischen Holzarbeiterver- In der Diskussion über den Geschäftsbericht wünscht bandes um Zulaffung zur Internationalen Union der Holzarbeiter Supper Bielefeld Förderung der Verschmelzungsfrage. 3eit. Die Lohnverhältnisse sind zweifellos nicht dazu angetan, den mit 59 gegen 11 Stimmen abgelehnt. In der Resolution er- ler München erklärte, die Frage der ungenügenden Beteiligung heutigen Teuerungsverhältnissen gegenüber standzuhalten. Auf flärte sich der Kongreß vorbehaltlos zum Anhänger der Taktik und an der Agitation hänge zusammen mit dem Berhältnis, in dem dem Fleischmarkt herrschen Preise vor, die zu einer Katastrophe Methoden, die Dom Internationalen Gewerkschaftsbund in die Organisationsleitung zu den Betriebsräten steht. Baumann. führen müssen, und auch die Getreidepreise haben zum Teil 2 msterdam angewendet und verteidigt werden. Der Kongreß Leipzig tritt ein für wirtschaftliche und Fachausbildung der Betriebs. den Weltmarktpreis schon überschritten. Es ist zu befürchten, daß die beschloß ferner, daß an die Internationale Union der Holzarbeiter ratsmitglieder. Mit der Haltung der Betriebsrätezeitung" des schon so hohen Brotpreise noch weiter steigen werden. Nach Verbände angeschlossen sein können, die an eine dem Internationalen ADGB. ist er nicht einverstanden. Daß der Hauptvorstand bei der den Friedenslöhnen von etwa 38 M., müßten heute ganz andere Gewerkschaftsbund angeschloffene Gewerkschafts- Zentrale angegliedert Mißachtung der Gewerkschaftsfagungen in Halle eingegriffen hat, Löhne gezahlt werden. Es handelt sich nun darum, einen gerechten und bereit sind, zu erklären, daß sie mit der roten Gewerkschafts- halte er für richtig, aber in der Durchführung der 10 Punkte des Ausgleich zu schaffen, und zwar zunächst für diejenigen Internationale und dem Propagandakomitee der roten Moskauer ADGB. hätte er auch mehr tun müssen. Bientowski Danzig Branchen unseres Verbandes, die der Hilfe am dringendsten be- Holzarbeiter- Internationale feinerlei Beziehungen haben. Gegen die fagt, dürfen. Das sind Groß- Berliner Holzindustrie, Gold Resolution stimmten vier Italiener, zwei Engländer, zwei Schweizer leisten und Rahmenindustrie und die Kamm- und und ein Norweger. Haarschmud branche. Zunächst ist zu beschließen, ob die Tarife für diese Branchen zu fündigen sind. Dann darüber, ob folgende Vorschläge, die von der engeren Kommission gemacht worden sind, angenommen werden sollen: Für die Groß- Berliner Holzindustrie 25, die Goldleisten und Rahmenindustrie 35 und die Kamm- und Haarschmuckbranche 42 Broz. Zuschlag auf die Tariflöhne.. Das würde einer Lohnerhöhung um 7 m., 8,40 m. und 9,55 M. gleichkommen. Die Kündigung zu Ende Juni würde den Arbeitgebern sofort mit den Forderungen einzureichen sein. Bon einigen Rednern wurden in der Aussprache höhere Zuschläge befürwortet, schließlich stimmte aber die Versammlung der Ründigung und den vorgeschlagenen Forderungen zu. Die Ber handlungen sollen in aller Kürze aufgenommen werden. Einstimmig wurde ferner eine Resolution angenommen, die vom ADGB. verlangt, die Teuerung und den Wucher energisch zu befämpfen und ein Berbot der Ausfuhr von Lebensmitteln zu fordern. Die Notlage der Uhrmacher. In der gut besuchten Versammlung der im Metallarbeiterver band organisierten Ladenuhrmacher am Mittwoch abend( im Klubhaus, Ohmstr. 2), entwarf der Bertreter des Verbandes, Rah= mann, ein Bild von der augenblicklichen Lage im Uhrmachergewerbe. Die bisher gezahlten Löhne können in bei ner Weise als zureichend bezeichnet werden. Den Heimarbeitern und viele Uhrmacher können nur durch Heimarbeit die zur Unterhaltung des nackten Lebens notwendigen Mittel erwerben werden noch Löhne von 15, 16 und 18 M. gezahlt. Dabei sind sie gejwungen, mit eigenem Werkzeug, das gegenwärtig einen Wert von 30 000 bis 40 000 m. befigt, zu arbeiten. Die Inderziffern, die meist bei den Lohnverhandlungen zu Rate gezogen merden, geben nicht das wahre Bild der Lebensver teuerung. Die Versammlung beschloß, bei den bevorstehenden Berhandlungen einen Lohnfaß von 25 M. zu fordern. Eine Anzahl von Versammlungsteilnehmern, unter der Führung von Kahmann, werden die Auffassung der im Metallarbeiterverband organifierten Berufskollegen in der am Freitag im Rheingold stattfindenden Arbeitgeberversammlung vertreten. Wenn die Ladenuhrmacher solidarisch zusammenstehen, so führte der Referent aus, wird es gelingen, auch ihnen zu einer menschenwürdigen Existenz zu verhelfen. Mit der Aufforderung, die zum 23. Juni in den großen Saal des Gewerkschaftshauses einberufene Versammlung der Mechaniker, Optifer und Uhrmacher, in der die Landtagsabgeordnete Christmann- Elberfeld- Barmen sprechen wird, zu besuchen, schloß der Vorsitzende die Bersammlung. Ein besonders frasser Fall von Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft wurde unserem Berichterstatter geschildert. Bei Rudolf Flume, der größten Firma Europas in der Uhrenindustrie, er hielt ein verheirateter Arbeitnehmer mit einem Kind im Mai d. 3. ein Monatsgehalt von 3149 m.( ohne Abzüge); ein lediger Angestellter, der zwei Jahre bei der Firma beschäftigt ist, erhielt ein folches von 2500 m.( d. i, ein Stundenlohn von ca. 12 M.!) Die Lohnbescheinigungen haben unserem Berichterstatter vorgelegen. Es dürfte allerhöchste Zeit sein, den standalösen Zuständen im Uhrmachergewerbe ein Ende zu bereiten. Drum prüfe, wer sich ewig bindet! COAls Selbsthersteller liefere ich in Qualität und Preis einzig dastehend Trauringe 1 Ring Dukatengold v... M. 250.- an D.R.G.M. 1 Ring 585 gestempelt v. M. 200.- an 1 Ring 333 gestempelt v. M. 100.- ap H.Wiese, Juwelier Berlin N, Artilleriestr. 30 Berlin W, Passauer Str.12 Ausführliche Preisliste nach außerhalb gegen Rückporto. Garantieschein für gesetzlichen Goldinhalt. werden. F der Radikalismus fchädigt die Organisation. Er erflärt die ungenügende Beteiligung der Betriebsarbeiter an der Agitation mit der Inanspruchnahme so vieler tüchtiger Kräfte Deutscher Transportarbeiter- Berband. Morgen, Freitag: Gruppe Dele und Fette, Gruppenversammlung 7 Uhr im Lotal von Braffer, Michaelfirchstr. 29 a. vielen anderen Gebieten der Arbeiterbewegung, der Sozialges Bericht von der Lohnverhandlung. Gruppe Dungkutscher, Bersammlung 6 Uhr fee usw., trotzdem müssen andere Kräfte einspringen. Die Bei im Lokal von Fenfara, Melchiorftr. 15. Bericht der Lohntommiffion. Bretter tragsregelung müsse ausgiebig erfolgen. Ertl München führt träger, Plazarbeiter und Rutscher aus den Holzhandlungen Groß- Berlins. Boll versammlung 7 Uhr in den Residenz- Fefisälen, Landsberger Str. 31. Textilaus, daß Parteipolitit in den Gewerkschaften nicht branche, Sandelshilfsarbeiter und Arbeiterinnen. Branchenversammlung 6 hr getrieben werden dürfe. Die Betriebsräte sind nicht unterin den Sophien- Sälen, Sophienstraße. Achtung, Muſtermacherinnen, Aufmache geordnet, sondern eingeordnet in die Organisation; sie ziehen rinnen! Der neue Tarif für den gesamten Großhandel kann im Bureau abgeholt mit uns an einem Strange. In der Frage der wilden Streiks teile Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt zu diesen Bersammlungen. er die Auffassung des Vorstandes. Huber Köln rügt, daß der Verband mit den Beiträgen so sehr zurückgeblieben fei; dadurch leide die Organisationstätigkeit. Bei der Streifgenehmigung fönne 9. Verbandstag der Schuhmacher. man nicht am ftarren Buchstaben festhalten. Laub Mainz Hundert Delegierte, die befoldeten Mitglieder des Zentralvor. wünscht, daß die Institutionen nach dem Betriebsrätegesetz und die standes und der Redaktion, die Bezirksleiter und Betriebsrätesekre Zeitschriften für das Schlichtungswesen mehr Beachtung finden. tre und der Vertreter des Ausschusses bilden das Barlament der Kleinfeld Königsberg hält es für notwendig, daß mehr für die Ostpreußen gefan werde, Schuhmacher, das Montag im Münchener Gewerkschaftshause er. öffnet wurde. Die Berufsorganisationen sechs außerdeutscher Län: es werde sich lohnen. Randlbinder München verteidigt die der: Belgien, Tschechoslowakei, Dänemark, England, Frankreich und Tätigkeit des Verbandsbeirats, der sich teilweise durch die notwen Desterreich haben Vertreter entsandt; von deutschen Körperschaften digen Beitragserhöhungen unbeliebt gemacht habe; aber darin hat der ADGB. und der Werkmeisterverband der Schuhindustrie. Die der Verbandsbeirat zu wenig getan. Mit dem Betriebsrätedezernat anwesenden beiden Vertreter des Lederarbeiter und des Sattler- ist er einverstanden. Preiser Bochum sagt, es sei nicht richtig, verbandes wurden wegen Tarifverhandlungen abberufen. daß die Kollegen in den Betrieben überhaupt nicht agitieren; die meisten find allerdings nicht dafür zu haben, sie werden wieder mach werden, wenn der Druck durch die Unternehmer wieder größer wird. Berschiedene Redner tragen mehr örtliche Wünsche vor. T W Die ausländischen Gäste gaben Bilder ihrer Landeszustände: zwei Millionen Arbeitslose in England, dazu die auf der ganzen Linie einsehenden antisoziale Borstöße des Unternehmertums. Seine versuchten Arbeitszeitverlängerungen seien jeIm Schlußwort geht Borsitzender Badert auf die verschie doch vollständig abgeschlagen worden, leider nicht restlos die denen kritischen Einwendungen ein. Die Anträge, die sich auf die Lohnkürzungen. In Frankreich, unter dem Druck der Krise, die Gründung eines Lebens. und Genußmittel Industrie gleiche Haltung des Unternehmertums, aber auch dort der gleiche arbeiterverbandes beziehen, werden durch Beschluß dem bisher von Erfolg gefrönte Abwehrkampf der Arbeiterschaft. Verbandsvorstand als Material überwiesen. Weiter wurde ein AnAuch die Schilderungen aus den übrigen Ländern flangen in die frag angenommen, der die Delegierten zum Gewerkschaftskongres Darstellung aus, daß die Arbeiter sich rüsten und national wie beauftragt, für den international zu starker ideeller wie materieller Opferwilligkeit bereit sein müssen, um die Absichten des einen stärker organisierten und fartellierten Blod als je darstellenden Unternehmertums abzufchla gen. Gelinge dies nicht, fo werde der Lohnabbau( dem übrigens in verschiedenen Ländern ein gewiffer Abbau der Lebenshaltungskosten schuß wurde einstimmig Entlastung erteilt. nebenhergeht) viel größer werden, als die Unternehmer es bis jetzt durchsetzen konnten. Nach warmen Begrüßungsworten auch der Vertreter der deutfchen Körperschaften gab Berbandsvorsißender Simon den Be richt über die Tätigkeit des Vorstandes und über die Verbandsentwidlung. Er berief sich auf die vom Borstand herausgegebenen beiden ausführlichen Jahrbücher, aus denen wir wesentliche Daten bereits im Vorbericht brachten, und befnrach dann zur Hauptsache zwei Bunkte: die Anstellung von Betriebsfefretären und den Reichslohntarif. Der Borstand hat mit Zustimmung des Verbandsbeirats zwei Betriebsrätefetretäre angestellt. Deren Tätigkeit wird obend anerkannt. Zusammenschluß der Berbände zu Induftrieverbänden auf Grund der Einteilung der Betriebsrätezentrale einzutreten. Dem Verbandsvorstand, dem Redakteur und dem Verbandsausi Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. Ziemlich warm und schwill, zelttseife helter, aber febr beränderlich bei schwachen, vorherrschend südöstlichen Binden. Etwas Regen und Gewitterneigung. Hornhaut, Schwielen u.Warzen beseitigt Schnell sicher u.schmerzlos Aufirol In Apotheken u. besseren Drogerien erhältlich.8 Gegen Fußschweiß und Wundlaufen Kukirol- Fußbod In der Tarifbewegung ist es immer noch nicht gelungen, einen Reichstarif für die Schoßarbeiter abzuschließen, dagegen ist der Reichstarif für die Schuhindustrie in diesem Frühjahr auf die Dauer von zwei Jahren erneut abgeschlossen worden. Nicht zu restloser Zufriedenheit aller. Simon wog die Vorteile und Nachteile Berantw. für den rebatt. Teil: Franz Klühs. Berlin- Lichterfelbe; für An zeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: gegeneinander ab und hob schließlich zu bedenken hervor, daß der Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co.. Berlin. Lindenstr. 3. Hautunreinigkeiten usw. schmerzlos, merkbar für die Um- Gold Pickel, Sommersprossen, Silber gebung, abgeschält durch echte VaterPhilipp- Schälkur, dannach kommt anmutige, junge, zarte Haut zum Vorschein, Laboratorium Dresden- Zschachwitz 146, in Berlin erhältlich bei Elefanten Platin Apotheke, Leipziger Straße. Vorwärts- Inserate verbürgen Erfolg! -Bruch Zahngebisse Erich Fuhrmann Gotzkowskystr.13 verwerten Patente wirken Ing.Jaeger& Dr. Breslauer Berlin, Gitschiner Straße 106c. Broschüre und Beratung gratis. Der kleine Jan von Heinrich Schulz Für Eltern und Kinderfreunde ein töftliches Buch. Künstlerischer Einband, mit vielen Texts zeichnungen von 2. Salher Preis gebunden 15 Mart Buchhandlung Vorwärts Lindenstraße 2 ,, Vorwärts"-Ausgabestellen u. Inseraten- Annahme Sauptexpedition: Berlin, Lindenstr. 3, Laden. Zentrum: Ackerstr. 174, am Roppenplag. Westen: Stegliger Str. 37, Ede Magdeburger Straße. 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Nieberschöneweide: Schindler, Fennstr. 23. Nowawes: Rari Rrohnberg Eisenbahnftr. 10. Oberschöneweide: Robert Baul Mathildenftr. 5. Bankow: Rikmann Mühlenftr. 70. Potsdam: Ritste. Spandauer Str. 8. Rahnsdorf: Teichert, Forststr. 7. Reinidendorf- Oft Schönbola: Albert Wable. Broving Strake 56( Laden). Tegel, Borfigwalbe, Reinickendorf- West, Tegelort, Joer felbe, Conradshöhe, Wittenau, Waidmannslust, Herms. borf, Hohenneuendorf, Birkenwerber: Paul Kienast, Borsigwalde, Räuschstr. 10. Teltow: Säfel, Ritterstr. 29. Zempelhof: Kaifer- Wilhelm- Str. 13. Tempelhof: Rarbler, Hohenzollerntorfo 5. Trebbin: Göring, Bahnhofftr. 62. Treptow: Weiß, Riefholaftr. 18b. 6. Weißensee: Greunte, Berliner Wee 54. Gillmann, Carmen- Sylba- Straße 87. Wilban- Heherlehme: Rud. ettom. Wilhelmshagen, Seffenwinkel: Schulze. Wilhelmshagen, Wilhelmstr. 31. Bilmersdorf: Holsteinische Str. 19, Tübinger Str. 2a. Wittenau: Wilh. 8immermann, Rosenthaler Str. 46. Reinidendorf- Rosenthal: W. Buro. Bring- Heinrich- Str. 34. Woltersdorf: Gur baum, Eichendamm 22. Schmargendorf: Rehab. Breite Str. 4. Reblendorf, Schlachtenfee Rilolasice: Beaner. Behlen. Schöneberg: Belziger Str. 27. dorf, Teltower Str. 3. Genzig, Mittenwalde, Schenkendorf, Nieberlehme, Rene Benthen, Miersdorf: A. Behling, Bahnhofstr. 2. Mühle, Bernsdorf, Cablow: Friedewald, Senzig, offen: Witt, Bahnhofstr. 25. Salensee, Grunewald: Halensee, Johann Sigismund- Str. 13. Oranienburg: Seinr. 2o enhardt, Stralsunder Str. Hennigsdorf: Emmuiat Rathenauftr. 7. Hohenneuendorf: Giegerts. Bismarckstraße. Johannisthal. Alwin Gammilch Bismardstr. 8. Ge. Rarlshorst: Otto, Seiligenbergstr. 10. Raulsdorf: Biebig, Finsterberger Str. 14. Rönigswusterhausen: E. Mener. Potsdamer Str. 9. Röpenid, Hirschgarten: Schlag Rieker Str. 6( Laden). Bichtenberg 1: Lichtenberg, Wartenbergstr. 1. Lichtenberg II, Rummelsburg, Stralex: Lichtenberg, Bor hagener Str. 62. Lichtenberg III, Friedrichsfelde: Frankfurter Allee 185, Baden. Lichtenrade: Franz Wichura, Kaiser- Friedrich- Str. 9. Giemensstadt: Friese, Böbiderfteig 10. Restaurant. Steglig: Beitungs- Riost, Düppelstr. 41. Lichterfelbe- Oft, 2antwig: H. Benael. Lantwis. Raifer Spandau: Lindenufer 34. Wilhelm- Str. 3. Schönhauser Borstadt: Greifenhagener Str. 22. Adlershof, Alt- Glienice: Frl. Walter, Adlershof. nossenschaftsstr. 6. parterre. Baumschulenweg: Frau Röple, Riefholzftr. 180, Laden. Bernau, Röntgental. Repernid. Schönbrid. Karow und Buch: Seinrich Brofe Bernau Mühlenstr. 5. Biesdorf: Dannebera Biktoriaftr. 11. Bohnsdorf: Sorlemann, Genossenschaftshaus Paradies. Buchholz, Blankenburg: Wagner. Blankenburg. Burgwall Straße 63. Charlottenburg 1: Gesenheimer Str. 1. Charlottenburg II: Sauroggener Str. 11. Charlottenburg III: Raiserdamm 101. Charlottenburg IV: Regensburger Straße 10. Lichterfelde- West: Berndt, Stegliger Str. 19. Chauffeeftr. 54. Staaten: Itel. Eschenwinkel 16. Südende: Ludwig, Salsteftr. 86. 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