Nr. 280 39.Jahrgang Ausgabe Nr. 140 Bezugspreis: Bierteljährl. 150.-M., monati. 50,-. frei ins Haus, voraus zahlbar. Bost bezug: Monatlich 50,- M., einschl. 8ustellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- u Memelgebiet, sowie Oesterreich u. Luxemburg 84, M., für das übrige Ausland 102, M. Bostbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark, England, Estland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luxemburg, Desterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der Vorwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonn tags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Morgen- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 1,50 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezetle foftet 16,-.- Reflamezeile 80,- 92. „ AleineAnzeigen" das fettgedruckte Wort 4, M.( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 3, M. 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Juni sind im Reich nationalistische Kundgebungen in der Kriegsschuldfrage geplant, denen unsere Eine neue Drohung des Reichslandbundes. gesezt wird, find nichts als Phraſen, aus denen nur das eine Bartei gemäß einem an anderer Stelle wiedergegebenen BeIn Berlin ist der Gesamtvorstand des Reichsland herausklingt: Die im Reichslandbund organisierten Agrarier schluß des Barteiausschusses mit eigenen Rundgebungen entIn Berlin ist der Gesamtvorstand des Reichsland wollen für die Versorgung der armen Bevölkerung nichts gegenzutreten gedenkt. Die Nationalisten wollen aus dem bundes zusammengetreten und hat nach TU. folgende Ent- tun. Das Ganze nennt sich dann Hilfswerk der Landwirt- Abderitenstreich des Münchener Eisner- Fechenbach- Prozesses fchließung gefaßt: Der Gesamtvorstand des Reichslandbundes erhebt zur Getreide- fchaft". Dieses ganze Hilfswerk hat bisher darin bestanden, einen Staatsstreich machen. Es ist Zeit, diesem Vorstoß mit um: age in letzte Stunde seine warnende Stimme. Der Reichsland- daß die Landbündler für sich Berbilligung des künstlichen der nötigen Klarheit entgegenzusehen. bund lehnt nach wie vor die Umlage als undurchführbar auf das Düngers verlangt haben auf dem Wege der 3 wangs= entschiedenste ab. Versuche einer zwangsweisen Durchführung wer wirtschaft natürlich, für die man sofort zu haben ist, wenn den eine ungeheure Erbitterung in der Landwirtschaft sie zu eigenen Gunsten geht. auslösen und die Sicherstellung der Volksernährung auf das schwerste gefährden. Dagegen ist der Reichslandbund bereit, bei Wegfall der Umlage sich mit aller Kraft dafür einzusetzen, daß die erforderliche Getreidemenge im freien Verkehr zu festzu- Die Rechtspresse weiß zu melden, daß die Regierung am fegenden Terminen aufgebracht wird. Die Mittel zur Berbilli Montag bei der Beratung der Getreideumlage in eine äußerst aung des Brotes für mirklich notleidende Teile der Bevölkerung fritische Lage geraten werde. Es würden nämlich 253 Abge find der Gesamtheit der leistungsfähigen Stände aufzuerlegen. ordnete( Sozialdemokraten, Zentrumsleute, Demokraten, UnZur Bermeidung von Erschütterungen des Wirtschaftslebens erfuchen wir zum letzten Male, von der unheilvollen Absicht der Fort- Splitter des Zentrums, der Demokraten usw.) gegen sie. Die abhängige) für die Umlage stimmen und 197( Rechtsparteien, führung der Umlage Abstand zu nehmen. Diese Entschließung bedeutet ein erneutes Bekenntnis zum Kommunisten würden dann das Zünglein an der Wage" ungehemmten Brotwucher. Die scheinbaren Versprechungen bilden und voraussichtlich die Vorlage und die Regierung zu der Entschließung für den Fall des Aufhörens der Umlage sind Fall bringen. Nach dieser Rechnung müßten also die Komfeinen roten Heller wert. Denn daß bei unbegrenzten Preisen munisten über 56 Mandate verfügen, tatsächlich haben sie 14. das Getreide auf den Markt kommen wird, ist eine Selbst- Mit 253 Stimmen wäre die Mehrheit gesichert. verständlichkeit. Sogar ins Ausland wird es nicht verschoben In Wirklichkeit ist hinsichtlich der Getreideumlage alles werden, da wir, wenn es nach den Wünschen des Landbundes ungewiß. Ein Konflikt ist nicht unmöglich. Es wird sich geht, im Inlande dauernd Weltmarttpreise haben wer- zeigen, ob den Rechtsparteien Neuwahlen unter der Paden. Was über die Versorgung der notleidenden Bevölkerung role„ Für oder gegen den Brotwucher?" erwünscht sind. Nationalisten und Kriegsschuld. Sozialdemokratische Gegenkundgebungen. Der Parteiausschuß der Sozialdemokratischen Partei, der am Donnerstag tagte, hat einstimmig folgende Entschließung angenommen: Weltkongreß gegen den Krieg. Auf einer Fälschung Eisners" soll die Forderung der Entente nach dem deutschen Schuldbekenntnis beruhen. Wer den Bericht der Kommission der Alliierten und Affoziierten Regierungen zur Prüfung der Schuldfrage"( Urtunden zum Friedensvertrag I, S. 279 ff.) in Verbindung mit dem besonderen Nachbericht der amerikanischen Delegierten ( a. a. D. G. 297 ff.) lieft, fieht zu seinem Erstaunen, daß der Eisnersche Bericht in der Argumentation der Entente zur Begründung der deutschen Kriegsschuld eine aus schlaggebende Rolle nicht spielt. schuld Deutschlands am Ausbruch des Weltkrieges nicht vorWir sind durchdrungen von der Ansicht, daß eine Alleinliegt. Wir sind der festen Ueberzeugung, daß die Anschauung sich durchringt, wonach die imperalistischen Tendenzen aller am Kriege beteiligten Bölfer als die tiefsten Ursachen des Weltbrandes erkannt werden. Aber ebenso fest sind wir überzeugt, daß die demagogische Ausschlachtung des Eisner- Prozesses, insbesondere die maßlose Ueberschätzung seiner Bedeutung für die Schuldfrage jene Ueberzeugung mehr hindern als fördern wird. Dieselbe Ueberschäßung findet sich in der Beurteilung der angeblich gefälschten Stelle des Eisnerschen Berichtes. Es ist richtig, daß der Saz des Schönschen Berichtes, wonach die deutsche Regierung nach dem ultimatum eine diplomatische Aktion zur Lokalisierung des österreichisch- serbischen Konflikts vornehmen wollte, von Eisner nicht wörtlich wiedergegeben worden ist. Wir billigen ein solches Verfahren nicht, find aber feineswegs davon überzeugt, daß auf der Seite Eisners eine Fälschungsabsicht vorgelegen hat. Eisner hat Der Soz. Parlamentsdienst" teilt mit: Das Bureau des Internationalen Gewerkschaftsbundes tagte vom 8. bis 10. Juni in Amsterdam. Der Hauptzwed der Zusammenkunft war, dem Beschluß des Kongresses in Rom, Der Nationalverband deutscher Offiziere und eine energische Aktion gegen den Krieg einzuleiten, praktische offenbar das Bestreben, den österreichisch- serbischen Konflikt die nationalistischen Verbände ehemaliger Solda- Wirkung zu geben. So wurde nach Prüfung der verschiedenen zu lokalisieren, gegenüber den übrigen Tatsachen des Schönten beabsichtigen, wie verlautet, am 28. Juni, als dem Tage der Vorschläge beschlossen, im Anfang des fommenden Dezember schen Berichtes, deren Echtheit unbestritten ist, für belanglos Unterzeichnung des Berjailler Vertrags, zur Bekämpfung der Be- einen Weltkongreß gegen den Krieg in Amster- gehalten. Es ist nicht nur Eisner gewesen, der die Möglichkeit hauptung der Alleinschuld Deutschlands im Reiche Demonftrations- da m einzuberufen und nicht nur die dem Bund angeschlosse- einer Lokalisierung für ausgeschlossen hielt. Man höre die versammlungen abzuhalten. Veranstaltungen von dieser Seite find nen Organisationen einzuladen, sondern alle Arbeiterver- fast prophetischen, auf amtliche englische Informationen gebisher immer zu militaristisch- monarchistischen Kund- einigungen, ganz gleich, welcher politischen und geistigen Rich- stüßten Worte in dem Bericht unseres Botschafters aus London gebungen ausgeartet. Am 28. Juni würden sie nach aller Erfah- tung, auch die pazifistischen Körperschaften. Von den Teil vom 26. Juli 1914, der in gefälschter Form Wilhelm 11. zur wverden. Der Parteiausschuß empfiehlt daher den Parteiorganisa- blem auf der Grundlage der Entschließung des Kongreſſes Cotalisierung auch fernerhin zu glauben und die gehorsamste Bitte rung zu einer wüsten Hebe gegen die Republit ausgenügt nehmern wird als Zulassungsbedingung verlangt, das Pro- Kenntnis gebracht worden ist: „ Ich möchte dringend davor warnen, an die Möglichkeit der aussprechen, unsere Haltung einzig und allein von der Notwendigkeit Zur Deckung der Kosten des Weltkongresses wird zunächst leiten zu laffen, dem deutschen Bolt einen Kampf zu erfparen, bei eine internationale Friedensmarke herausge- dem es nichts zu gewinnen und alles zu verlieren hat."( Die deutgeben, die einen freiwilligen Beitrag der organisierten Arbei- fchen Dokumente zum Kriegsausbruch I, G. 231, 232, dazu Anm. 2.) ter darstellt. Es wird von den Gewerkschaftsgenossen verlangt, daß sie den Lohn einer halben Stunde für seiner Ueberzeugung hatte( er wurde deswegen durch den Allerdings ist Fürst Lichnowsky, weil er den Mut den Kampf gegen den Krieg opfern. Ein internationaler Kanzler zurechtgewiesen!), unseren Nationalisten verdächtig. Wettbewerb wird für die Zeichnung dieser Friedensmarte Sie haben hierbei das Unglück, daß einer ihrer Abgötter, ausgeschrieben werden. Der Internationale Gewerkschafts- nämlich Tirpit, der Freund des Herrn Prof. Coßmann, bund entfendet eine Vertretung zu dem 22. Weltfriedens- dessen Verdienste um die Förderung des U- Boot- Wahnsinnes, tongreß vom 25. bis 29. Juli in London. fionen, auf der Wacht zu sein und überall dort Versammlungen einzuberufen, wo Anhänger des alten Systems unter dem Dedmantel von Kundgebungen zur Schuldfrage eine solche das deutsche Bolk schwer schädigende Politik zu treiben versuchen. Eine Würdigung des Streitgegenstandes finden unsere Leser im Leitartikel unserer heutigen Ausgabe. „ Es lebe der Rachekrieg!" Nationalistische Pöbelexzesse in München. Freudestrahlend meldet die„ Deutsche Zeitung" über eine Versammlung des Notbundes gegen die schwarze Schmach", die in München( wo auch sonst!) stattfand, folgendes: ,, Immer wieder unterbrachen die Redner braufende Rufe wie: Nieder mit der französischen Schurkennafion! Nieder mit der Regierung Wirth Nieder mit Lerchenfeld! Rache an Frantreich! Es lebe der Rachekrieg! Als ein Redner darauf hinwies, daß die Franzosen in Ems just das Gasthaus ,, Sur Reichsflagge" in ein Bordell umwandelten, wurde wiederholt gerufen: Die schwarzrotgelbe Fahne gehört dorthin!" Nach Schluß der Versammlung suchten die Teilnehmer vor dem Hotel Vier Jahreszeiten", dem Siz der Interalliierten Kommission, zu demonstrieren. Die Polizei hinderte sie nur scheinbar daran, die" Dtsch. 3tg." meldet nämlich: ,, Die Polizeidirektion hatte aus allen Teilen Münchens grüne Polizei herangezogen, die in 20 Lastautos herbeieilte, um die Straßen nach dem Hotel zu sperren. Allein die Retten der Schuh Ieute wurden immer wieder durchbrochen und man fühlt, daß die Polizei Verständnis für den Zweck der Demonstration hatte. Bor dem Hotel Vier Jahreszeiten" erreichten die frankreichfeindlichen Rundgebungen ihren Höhepunkt. Die Menge machte hier einen ohrenbetäubenden Tumult und wollte in das Hotel eindringen, wobei es zu Zusammenstößen mit der Polizei fam, und mehrere Demonstranten mit Gummifnüppeln blutig geschlagen wurden." von Rom zu erörtern. Es ist geplant, einen länderweisen Austausch von Genoffen der verschiedenen Bundesorganisationen vorzunehmen, die sich mit den gewerkschaftlichen Einrichtungen, der Sprache der betreffenden Länder usw. vertraut machen, um dann die Eindrüde in der Heimat praktisch zu verwerten. Daß eine solche Einrichtung den internationalen Gedanken sehr fördern wird, ist zweifellos. die Hilfe des Bundes für Rußland geht hervor, daß noch Aus dem bei der Zusammenkunft erstatteten Bericht über genügend Lebensmittel vorrätig sind, um die unter Obhut genommenen 42 000 Kinder und die seit dem 1. Januar unterstüßten 50 000 Erwachsenen bis zum 1. September zu ernähren. Der Bundesvorstand beabsichtigt, mit der Sowjetregierung über die Verteilung von Lebensmitteln und Kleidern in verschiedenen Gebieten zu verhandeln. unvergessen sind, dieselbe Ansicht wie Lichnowsky hat. Tirpizz spricht von dem Ultimatum an Serbien, dessen vorheriges Bekanntsein in Berlin er ausdrücklich feststellt und fährt dann wörtlich fort: „ Als ich jene Mitteilung nach Tarafp empfing, war indeß mein erster Eindrud, daß dieses Ultimatum an Serbien unannehmbar wäre und leicht den Weltkrieg herbeiführen tönnte. An die Möglichkeit, den serbisch- österreichischen Waffengang gegenüber Rußland Neutralität Englands in einem Festlandstrieg. In diesem Sinne zu lokalisieren", habe ich nicht geglaubt, ebensowenig wie an die habe ich an meinen Amisvertreter geschrieben und eine Berständigung mit dem Zaren empfohlen."( Erinnerungen", neue Aufl., 1920, S. 212.) Die nationalistische Demagogie, die das Volk glauben machen will, daß der Friedensvertrag von Versailles auf der Fälschung eines Revolutionärs beruhe, sündigt nicht nur durch Gelegentlich des Baseler Kongresses der Internationale diese Ueberschäßung. Sie läßt por allem auch vollder Genossenschaften wurde von dieser der Wunsch ständig den übrigen umfangreichen Inhalt nach Zusammenarbeit mit der Gewerkschaftsinter- des Eisnerschen Berichtes, der in seiner Echtnationale ausgedrückt. Damit ist das Bureau einverstanden. heit unbestritten ist, im Dunkel verschwinden. Das Sekretariat wurde beauftragt, den Tag und die Tages- Aber gerade dieser Inhalt wird, wenn es zu einer außenpoliordnung für eine gemeinsame Konferenz festzusehen. tischen Diskussion über die Schuldfrage kommt, in den MittelEine weitere Zusammenkunft soll Vorsorge für einen Kongreß punkt der Erörterungen treten. Er ergibt ganz gewiß nicht der Lehrkräfte aller Länder treffen. Nach einem nach den Vorwurf der Alleinschuld für Deutschland, er ergibt drücklichen Protest gegen die Saumfeligkeit der italienischen aber in Verbindung mit den Deutschen Dokumenten zum Regierung den Fafciftenbanden gegenüber wurde Kriegsausbruch", insbesondere ihrem ersten Bande, mit ungemäß dem von dem Kongreß von Rom erhaltenen Auftrag heimlicher Deutlichkeit die schwere Mitschuld Deutscheine Untersuchung der dem Bunde nicht angeschlossenen Ar- lands am Ausbruch des Unheils. Mit raffiniertestem Geschic Die Dtsch. 3tg." fündigt schließlich an, daß derartige beiterinnenorganisationen daraufhin beschlossen, ob der Bund haben die nationalistischen Talmudisten es verstanden, die gegen Frankreich gerichtete Rundgebungen" wiederholt fie aufnehmen kann. Aufmerksamkeit weiter Bolfskreise auf die sog. Fälschung werden sollen. Daß das deutsche Bolf in seiner Gesamtheit Eisners" zu fonzentrieren, aber völlig die furchtbaren Argumente dieses Berichtes für Deutschlands Mitschuld ihrer Kenntnis zu entziehen. Glauben unsere Nationalisten wirklich, durch solche Fälscherkunststückchen der nationalen Sache der Friedens. die Fensterscheiben bezahlen muß, die hier von einer politisch Enver Pascha fämpft in Buchara, wie es scheint, erfolgreich durch und durch unreifen Gesellschaft eingeworfen werden, gegen die Mostautruppen und wird nach der" Prawda" auch von macht dem„ nationalen" Blatt feine Sorgen. Afghanistan in seinen großtürkischen Plänen unterstützt. reaiiicn zu dienen? Oder werden nicht wieder alle diejenigen. die die Zertrümmerung Deutschlands wollen, genau wie im Kriege, als sie in den Kreisen der Vaterlandspartei— nach dem bekannten von Konrad Haußmann veröffentlichten Ge- Heimbericht— ihre eigentlichen Förderer fanden, dankbar ihre alten Bundesgenossen begrüßen? Denn der echte Schönsche Bericht stellt in Verbindung mit den erwähnten deutschen Dokumenten und den nach dem Kriege veröffentlichten österreichischen Urkunden die Wahrheit fest, daß nach dem Attentat von Sarajewo Oesterreill) im Ein- Verständnis mit Deutschland beschloß, Serbien kriege- risch niederzuwerfen, daß Oesterreich mit Billigung Deutschlands das bekannte Ultimatum an Serbien richtete mit dem Deutschland wohlbekannten Willen, daß es nicht ange- nommen werden solle, so daß der Krieg mit Serbien sicker eintreten werde. Oesterreich und Deutschland taten diesen Schritt, obwolst Deutschland besonders von englischer Seite vor einem solchen Schritt gewarnt war. Sie taten ihn, obwohl sie wußten, daß Serbien mit Rußland, Frankreich mit Ruß- land und England mit beiden verbündet war. Und sie unter- ließen den Schritt nicht, obwohl jeder ruhig und klar blickende Staatsmann wissen mußte, daß es zwischen Oesterreich und Serbien tatsächlich nicht nur österreichische und serbische Jnter- essen gab, sondern daß in dem Verhältnis zwischen Oesterreich und Serbien, wie auf dem ganzen Balkan, W eltin te r- essen verslochten waren. Deutschland wollte den Weltkrieg, der aus dieser Berslechtung entstand, nicht. Es hat auch nicht planmäßig aus einen Weltkrieg hingearbeitet. Aber es hat, befangen in mMkaristkscher Denkrichtung, die gewiß nicht aus Deutschland beschränkt war, und ohne Gefühl für die tat- sächlichen Weltkräfte und Wcltge'ühle den Stein, der vielleicht an einem AbHange schon hing, ins Rallen gebracht. Daraus ergibt sich vor allem die Schuld der damaligen deutschen Machthaber dem deutschen Volte gegenüber. Für diese Schuld war jene verhängnisvolle, leichtfertige Unterstützung Oesterreichs nur das letzte Ergebnis einer ziellos dahinsteuernden, keiner wirklichen Kontrolle untsrworsszren Politik. Die angeblich über den Barteien stehend? autoritative Staatsregierung hatte nickt die Kraft, weder gegen das Finanzkapital der Bagdad- Bahn, noch gegen das schwerindustrislle Kapital der Flotten- Interessenten sich zu entscheiden. Sie zuckte, wie dann im Kriege. vor der letzten Verantwortlichkeit zurück. Die Monarchie, die angeblich die Verkörperung eines einheitlichen Willens war. war in Wirklichkeit ein Spielvall sich gegenseitig befehdender Einzelkräfte. Daß der Krieg so verloren ging, wie er ver- loren wurde, liefert den letzten tragischen Beweis für diese Anarchie der Gewalten, der wir zum Opfer fielen. Das Vorgehen gegen Serbien, die Unfähigkeit. Welt und Völker zu verstehen, haben den Krieg mit herausbeschworen. der für Deutschland verloren war, als er begann. Es gibt keine größeren Hemmungen einer Erneuerung des politischen Geistes in Deutschland, wie der Versuch, das Kernproblem der Schuldfroge den Blicken des deutschen Volkes aus politischem Gruppenintereste zu entziehen. Rur in freie? Selbsterkenntnis, die auf dem M u t z n r W a h r h e i t beruht, können wir eine höhere Stufe des politilchen Geistso erreichen. Nur wenn wir deutsche Mitschuld im Unglück Eurovas innerlichst mittragen, werden wir den Weg ins Freie finden. Er führt allein zu einer wirklichen Revision des Friedensvertrages, die nicht möglich ist ohne den allseitigen Geist der Wahrheit und des Friedens. Offener Konfiikt in Snchsen. Kommunisten und Bürzzerliche Hand in Hand. Dresden, t». 3uni.(WTD.) Der Landtag hat in seiner heutigen Sitzung den Polizeietat mit dem, Regierungsenlnmrf über die Zteuorganisakion der flaatllchen Polizei mit den Stimmen der bürgerlichen Parteien und der Kommunisten abge. lehnt. Oehirnrost. Von chans Klabautermann. Ais ich neulich bei meinem Onkel Franz in Görlitz weilte, fragte •4) ihn, warum er denn immer noch an seinen Gaslampen die allen Flachbrenner mit dem flackernden unruhigen Licht verwende. Seine Antwort war überraschend: „Ja. eine Petroleumlampe märe mir auch lieber, aber Petro- lenm ist teuer und schlecht." In geziemend bescheidener Weise erwiderte ich, daß mir Petro- leum, Kerzen oder der Kienspan auch nicht>m Sinn gelegen haben, aber da» Gasglühlicht bewähre sich seit einiger Zeit recht gut. Onkel Franz aber sprach: „Nein, das weiß ich nun bester, lieber Hans, Elühstrümpfe sind Schwindel. Der Ceifenhändler hat mir mal den Schund ange- dreht. Ith stecke den Strumpf aus und zünde ihn an. Da schießt auf einmal eine lange Flamm- hoch. Wie Ich puste, was soll ich Dir sagen, fliegt der ganz? Strumpf wie Asche auseinander. Dies Zeug kommt mir nicht wieder ins Haust" Obgleich ich über die Sachlage eine andere Ansicht hatte, ging ich nicht weiter auf di- Angelegenheit ein. Denn mein Onkel Franz rettet mich oft, wenn die Wogen der Schulden über meinem Haupt zr sammenschlagen. Ich hätte ihn auch weder mit Menschen- noch mit Engels- zungen bekehrt. Soviel habe ich nämlich trotz meiner in Verlin und Vororten bekannten Harmlosigkeit bereits gemerkt: Kein Fisch- leim und kein Giesber.'s klebt so fest wie alteingefrestene Neberzeugungen. Wie so vieles andere ist auch das menschliche Gehirn nicht ganz einwandfrei konstruiert. Es erinnert in seinem Mechanis- mus an die bekannten Mausefallen ans Droht mit der triÄter- förmigen Oeffnung, durch die die Mäuse zwar hinein-, aber nicht mehr hinausspazieren können. So ähnlich nisten sich im Gehirn mühselig einige Vorstellungen ein. Schließlich ist es voll und wirkt non nun ab wie ein Automat. Bekanntlich siegen in jedem Krieg— um die Stimmung zu halten— beide Parteien. Nachdem wir eine Reihe von Monaten gesiegt hatten, war der Kriea verloren. Diese Erkenntnis ging aber in den stark beanspruchten Schädel nicht hin« «in. Infolgedessen lebt noch heute der Gedern??, daß wir eigentlich gesiegt haben.' Geister, die sich noch einige Beweglichkeit gerettet baben. machen Zwar eine kniffsiche Unterscheidung zwischen wirt- schaftlich und militärisch. Aber, wir haben gesiegt. Es hat auch noch keinen Krieg gegeben, in dem nicht über alle verwickelten Länder, auch über die siegreichen, namenloses Elend gekommen wäre. Weil es aber so üblich ist. gilt der Krieg und alle militärischen Ein- richtungen als etwas Lustiges, als ein» Art Maskenvergnügen. Es ist daher nicht weiter erstaunlich, wenn die Reichsmehr der Republik vor Hindeubura. dem kaiserlichen, bestigten Feldherrn, in Form einer Parade Männchen macht und bei der Gelegenheit ein bißchen schießt und flicht. Wozu hätte der Soldat sein Schießgewehr, wenn er nicht schießen wollte? Oder wenn aus einem immerhin traurigen ?lnlal'. nämlich um der gefallenen Flieger zu gedenken, in München mit Prinzen lärmender Klimbim gemacht wird, aber der Reichs- Präsident bei seinem Besuch in derselben Stadt den plötzlich er- Die Deamtenmaßregelungen. Gewerkschaften beim Reichskanzler. Donnerstag vormittag hat der Reichskanzler Vertreter der drei Spitzenverbände, des Allgemeinen deut- sehen Eewerkschaftsbundes, des Deutschen Beamtenbundes und des AfA-Bundes— die Reichsgewerkschast deutscher Eisenbahnbeamten und-anwärier und der Deutsche Eisen- bahnerverband waren gleichfalls vertreten— empfangen und deren Wünsche und Beschwerden betreffend Maßregelungen wegen des Februarstreiks angehört. Der Reichskanzler wird nach Fühlungnahme mit den zuständi- gen Ressorts eine Stellungnahme der Reichsregiening bald- möglichst herbeizuführen._ Kloth, öer Verleumder. Herr Emil Kloth, ein ehemaliger Parteigenosse, der sich jetzt bei der Rechtspresse mit Verleumdungen der Sozialdemo- kratie Geld verdient, schreibt im„Tag": Es ist einfach die vollendetste Heuchelei, wenn die Sozialdemokratie Abscheu vor positischen Attentaten mimt. Es ist in ihr von jeher in vertraulichen Kreisen das politische Attentat als selbst» verständlich» und berechtigte Erscheinung angesehen worden, d. h. soweit es sich gegen ihre politischen Gegner richtete. Nur von den letzteren � angewandt, war es ein abscheuliches Derbrechen. Ich behaupte damit nicht zuviel, denn ich weiß aus meiner S2jährigen Zugehörigkeit zur Sozialdemokratie, wie man in ihr über politische Attentate dachte. Wir fragen Herrn Kloth öffentlich, wann- ein Mitglied der Deutschen Sozialdemokratie ein Attentat auf einen poli- tischen Gegner unternommen und wann ein Mitglied der So- zialdemokratischen Partei ein solches Attentat gebilligt hat. Kloth zitiert eine Resolution des St. Gallener Parteitags von 1887, der es für begreiflich erklärt, wenn„Verfolgte und Geächtete" in der Verzweiflung zu individuellen Gewaltakten greifen, und er meint, die„aufs äußerste Geächteten und Ver- folgten" seien heute„die Anhänger der nationalen Parteien*. Kloth weiß, daß es 1887 ein Sozialistengesetz gab, das die Sozialdemokraten nur um ihrer Gesinnung willen von Haus und Hof jagte und daß trotzdem kein Sozialdemokrat gegen die Urheber dieses Gesetzes seine Waffe erhoben hat. Ein Mann von der Wahrheitsliebe des Herrn Kloth hat bei den„nationalen Parteien" allerdings den Platz gefunden, auf den er gehört._ Koalitionskrffe in Mecklenburg. Schwerin, 15. Juni.(Eigener Drahtbcricht.) Im Freistaat Mecklenburg-Schwerin ist plötzlich eine Regierung»» krise ausgebrochen. Durch den Rücktritt des bisherigen Land- wirtschaftsministcrs Schulz war die Bestellung eines Nachfolgers notwendig geworden. Die Regierung beruhte seit den letzten Land- tagswahlen auf einer Koalition von Sozialdemokraten, Demokraten und Deutscher Volkspartei. Sie wurde außerdem unterstützt durch den kleinbäuerlichen„Dorfbund". Der letztere schlug zum Landwirt- schaftsminister jetzt seinen Vorsitzenden Stier vor. Gegen ihn aber erhob die Deutsche Volkspartci Widerspruch und stellte einen eigenen Kandidaten auf. Bei der Wahl im Landtage stimmten die Sozial- demokraten für den Dorfbündler. die Demokraten gaben weiße Zettel ab, während der Kandidat der Dolkspartei 15 Stimmen erhielt. Im Anschluß an die Wahl legte der bisherige volkspartet. l i ch e Kultusminister Professor Reincke-Bloch sein Amt nieder und ihm folgte der parteilose Iustizmlnister Dr. Drückner. Durch diese Amtsniederlegung ist plötzlich die Frage der Reglerungskoalition neu aufgeworfen worden. Scheiden die Volksparteilcr aus der Regierungsmehrheit aus. so ist e, fraglich, ob die unter Leitung unseres Genossen Stelling stehende Regierung welter eine arbeits- sähige Mehrheit im Landtage ausbringen kann. Der Konflikt zwischen der Volkspartei und den Dorfbündlern scheint sich sehr stark zugespitzt zu haben, so daß es die Frage ist, ob er in den nächsten Tagen überbrückt werden kann. krankten Reichswehrwinister vermißt, dafür aber von den besseren Leuten angepöbelt wird. Er hat es eben ganz und gar verabsäumt. wie frühere Staatsoberhäupter kapitale-. Dummheiten zu begehen und sich dadurch Volkstümlichkeit zu erwerben. Es wäre in Deutsch» land immerhin denkbar, daß von einem bestimmten Zeitpunkt ab die Kinder gleich mit dem Stahlhelm auf dem Kopf geboren würden. Erstaunlich wäre es nur, wenn sowas Verwunderung erregte. Versuche, liebwerter Leser, diese Erkenntnisse zunächst in Deinen überlasteten Schädel zu zwängen, und dann betrachte die sonstigen Ereignisse der Woche. Die englischen und amerikanischen Bankiers haben Deutschland augenblicklich für zu verschuldet und zu arm ge- halten, als daß sie ihm Geld leihen könnten. Darauf schreibt ein Pariser Abendblatt:.Wenn Herr Morgan in dem vom Kriege ver» heerten Frankreich erklärt, die deutschen Schulden müßten herab- gesetzt werden, falls Europa geholfen werden solle, dann fragt man sich, ob die Welt nicht verrückt geworden(!) ist." Und der„Malin" berichtet, daß das Scheitern der Anleiheverhandlung»,. des Komitees Morgan kein Grund dafür sein könne, um die Reparationsverpflich- tungen nicht zu erfüllen. Nach den vorausgegangenen Verzwicktheiten bitte ich die deutsche Regierung, mir folgende Anfrage nicht zu verübeln: „Nachdem der freigesprochene Herr Killinger so erfolgreich kapp- geputscht hat und darauf hin zum Führer einer Formation in der R-ichsmarine ernannt worden ist, eignet er sich nicht allein für den Vräsidentenposten in der Eoetbe-Gesellschaft neben Pros. Noethe, sondern ist als Nachfolger des Neichswehrministers Keßler in Aus- ficht zu nehmin. Wann gedenkt di» Reichsregiening Herrn Killinger das Portefeuille zu übergeben?�_ Die Ausstellung zur Bekämpfung der Geschlechiskrankheiten. Auch ein Vergnügungspark kann sein Gesicht wandeln— und ein- mal ernsteren Dingen seine Seele öffnen. In der H a s e n h e i d e, zwischen Gartenlokalen und Tanzmusik, zwischen verschwiegenen Likörstuben und Berliner Rummel bat die Deutsche Gesell» schaft zur Bekämpfung für Geschlechtskrankheiten und das Deutsche Hygiene museum in Dresden ihre Ausstellung erüsfnet, die ernster Volksbelehrung dienen soll. Wohl strömen Scharen von Menschen die Hasenheide entlang— jedoch nicht zur Ausstellung, sondern zu jenen erwähnten Vergnügung?- Plätzen. Und wie vielen von ihnen gerade, die ihre freie Zeit hier nutzlos vergeuden, wäre es heilsam, in der Ausstellung Anregungen zu empfangen zu crnsthaftcm Nachdenken über Gefahren, die unserer Volksgcsundheit und dem einzelnen durch Unwissenheit, Leichtfertigkeit und Gewissenlosigkeit drohen. In ausgezeichneter, würdiger Form werden dem Beschauer die Bedeutung der Ge- schlechtskrankheiten und die Notwendigkeit ihrer Bekämpfung und auch die Möglichkeit einer Verhütung duxch und für den einzelnen klargestellt. Ueber die drei Geschlechtskrankheiten Tripper, weicher Schanker und Syvhilis wird an Hand instruktiver Abbildungen und wertvoller Wachepräparote dem Publikum alles Wissenswerte vorgeführt. Tafeln mit Text weisen dem Besucher den Weg zum Verständnis der ausgestellten Gegenstände. Wenn man bedenkt, wie stark die Geschlechtskrankheiten, di« als Massen- erscheinung so bedeutsam sind, Lebensfreude, Genußfähigkeit und Arbeitskraft des einzelnen bedrohen und über ihn hinaus eine Ge- französische Kommunisten gegen Moskau. Wir berichteten kürzlich über den Fall des Herausgebers des Pariser kommunistischen Blattes„Journal de Peuple", Henri F a b r e, der auf Beschluß des Exekutivkomitees der Dritten Internationale aus der KP. Frankreichs ausgeschlossen wurde, wobei der Ausschluß auch allen Parteimitgliedern an- gedroht wurde, die weiter an seinem Blatt mitarbeiten würden. In der„Roten Fahne" hatte Thalheimer anläßlich dieser Maß- nähme der Moskauer Exekutive, die er, natürlich rückhaltlos billigte, ausgeführt, daß dies zu einer ernsten Krise innerhalb der französischen Kommunistenpartei führen könnte. Er sollte sehr bald recht behalten. Der französische kommu- nistische P a r t e i v o r st a n d hat zwar am 1. Juni den Aus- schluß Fabres bestätigt, abeb die für solche Fragen zuständige „vommission des conklits"(auf deutsch: Krachkommission) hat sich ebenfalls mit d-em Fall beschäftigt und dazu wie folgt Stellung genommen: Drei Fragen wurden ihr vorgelegt: 1. Ist es geboten, die Beschlüsse des Moskauer Exekutivkomitees und des Parteivorstandes restlos und ohne Vorbehalt anzunehmen? Mit neun gegen drei Stimmen hat sich die Kom- Mission gegen eine solche Zustimmung zu dem Ausschluß ausgesprochen. 2. Soll sich die Kommission als Infolge dieser Beschlüsse für den Fall nicht mehr zuständig betrachten? Mit fünf gegen drei Stimmen bei zwei SLmment- Haltungen erklärte die Kommission, daß, nachdem sie einmal regulär mit der Angelegenheit betraut gewesen ist, sie dafür zuständig bleibe. Z. Welche, ist die Ansicht der Kommission über die Angelegen- heit selbst? Mit sieben gegen drei Stimmen beantwortete die Mehrheit der Kommission diese Frage durch Annahme einer Resolution, wonach das Exekutivkomitee der Dritien Jnter- nationale durch den Ausschluß Fabres eine politische Tendenz der französischen Kommunistenpartei habe treffen wollen und es einer Kommunistenpartei unwürdig fei. die Last einer kollektiven Verurteilung auf einen einzelnen Genossen zu übertragen. Am Schluß dieser stürmisch verlaufenen Sitzung haben vier mostautreue Kommissionsmitglieder ihr A m t n i e d e r- gelegt. Bezeichnend ist, daß die„Humanitck" diese Vorfälle bis- her mit keinem Wort erwähnt hat! fronarbeiters Sonnenwenöe. gn Caub am Rhein(unbesetztes Gebiet) wird durch Plakate zu einer„Sonnenwendfeier" für den 24. Juni aufgefordert. Me„auf vaterländischem Boden stehenden" Staatsbürger werden zu dieser Feier eingeladen. Die Unternehmer dieser Veranstaltung sind aus dem Plakat ebensowenig genannt wie die Redner. Wie aber be- stimmt verlautet, werden neben dem deutschnationalen Abgeordneten Wulle ein Redner aus der deutschvölklschen Bewegung und Ge- neral L u d en d o r s f sprechen. Acht Extradompfer und acht Extra- Züge sind für die Veranstaltung zur Beförderung von Teilnehmern aus der Umgebung zur Verfügung gestellt. Es ist anzunehmen, daß Ludendorfs die Gelegenheit benutzt, um am Blücherdcnkmal mitzuteilen, wie er gezwungen ist, für das .fremde Kapital" der deutschenfeindlichen Northcliffpreste antideutsche „Fronarbeit" zu leisten._ Gegen die Lsslösungsbestrebunaen. Zu Anfang seiner letzten Sitzung faßte der Kreistag des Kreises Düren unter einmütiger Zu- slimmung aller in ihm vertretenen politischen Parteien, e i n s ch l i e ß- llch der Kommunisten, eine Entschließung, wonach allen Los- lösungsbestrebungen vom Staate Preußen und dem deutschen Reiche der schärfste Kampf angesagt wurde. Auch um den Preis der Auf- Hebung der gerode Stadt und Kreis Düren so schwer bedrückenden Last der Besetzung will man von einer Neutrnlisierung des deutschen Rheinlandes oder Lockerung seines staatsrechtlichen Zusammenhanges mit Preußen nicht» wissen. sah? für die Nachkommen bilden, so sollte gerade der Arbeiter, dessen Arbeitskraft sein größtes Kapital ist, sich eingehend um dies» Fragen kümmern und den Weg in die Ausstellung finden. Auch derjenige, der diesen Dingen nicht als ganz Fremder gegenübersteht, kann hier in den Debatten, die stch der täglichen um sechs Uhr stattfindenden ärztlichen Führung anzuschließen pflegen, weitere Aufklärung finden. Und wer sich über diese Fragen klar geworden ist, sollte es als feine Pflicht betrachten, Freunde und Arbeitskameriden zu einem Besuch der Ausstellung anzuregen. Die Bekämpfung der Volkskrankheiten wird nicht eher Fortschritte machen, und alle gesetzlichen Maßnahmen werden die erwartete Besserung nicht eher bringen können, als der der einzelne tätig dabei mitzuhelfen den Willen hat.— Die Ausstellung ist täglich im Vergnügungspark Hasenheide von 10—8 Uhr geöffnet: die ärztliche Führung beginnt um 6 Uhr; am Sonntag findet eine Führung vormittags und eine nachmittags statt. Am Donnerstag ist die Ausstellung nur für Frauen geöffnet. H. H. Zu frühe Einschulung. Vielfach stellt es sich in den ersten Schulwochen heraus, daß einzelne neu eingeschulte Kinder dem Unterrichte nicht folgen können, daß es ihnen unmöglich ist, sich zu sammeln und ihre Aufmerksamkeit aus den Lehrer zu richten. In solchen Fällen gibt dann ost der Schularzt oder die Schule den Eltern den Rat, die Kinder wieder aus der Schule herauszunehmen und erst nach einem Jahre wiederzubringen. Wollen die Eltern sie nicht im 5)ause behalten, so bieten die an manchen Orten einge- richteten Schulkindergärten eine gute Gelegenheit zur Unterbrln- gung. Es muß den Eltern der dringende Rat gegeben werden, die Vorschläge der Schule zu beachten. Schulunreise Kinder sind nicht nur dem Unterrichte ein Hemmnis. Ihr längeres Verweilen In der Schule ist auch für sie selbst von ungünstigstem Einfluß. Sie können, wenn ihr Körper nicht den Anstrengungen gewachsen ist, verkümmern und kränkeln, sie können ober auch, wenn sie beim Unterrichte liegen gelassen werden, geistigen Schaden erleiden. Bleiben sie der Schule fern, so werden sie sich meist in einem Jahre so erholen, daß sie nun dem Unterrichte vollauf folgen können. Das für die Schule verlorene Jahr bedeutet dann für die Gesundheit einen unersetzlichen Gewinn. Dr. F.-D. Wie lange reichen dir Energievorräle der Erde? Der berühmt» Gelehrte Svante Ärrhenius. der sich eingehend mit den Energie- fragen der Welt beschäftigt hat, fällte kürzlich ein ziemlich pessimisti, sches Urteil über die Eiirrilevorräte, die imserce Erde zur Der» fügung stehen. Die Heinrich Lux in den„Sozialistischen Monats» besten" berichtet, ging er von den Zusammen bona en der einzelnen Energieformen mit der Sonnenenergie aus. Bei diesen Aufstelliin. gen ist natürlich mit ungeheuren Zahlen zu rechnen, und Arrheniu» setzt» daher als Einheit eine Billion Kaloriem Bon dieser Größe kann man siäi folgendermaßen eine Vorstellung machen: Eine Kalorie ist diejenige Wärmemenge, die aufgewandt werden muh, um 1 Liter Wasser um 1 Grad des lOOteiligen Thermometer» zu erwärmen. Ein? Billion Kalorien ist notwendig, um einen Masser- würiel von 1 Kilometer Länge, 1 Kilometer Breite und 1 Kilometer Höhe um 1 Grad zu erwärmen. Unter Zugrundelegung dieser Zahl als Einheitsmatz nimmt Ärrhenius die Wärmestrahlung der Sonne mit 3 Trillionen Billionen Kalorien an. Von der Gc- samtftrahlung der Sonne gelangen aber nur 0,53 Milliarden Bil, Der Moskauer Prozeß. Mostau, 15. Junt.( DE.) Nach dem somjetamtlichen Prozeßbericht war die Bormittagssigung vom 13. Juni Zeugenver nehmungen gewidmet. Vandervelde forderte besondere Steno graphen für die Verteidigung, wobei er sich auf das Berliner Ab tommen stüßte. Bucharin erhob Einspruch; das Berliner Ab. fommen bestehe nicht mehr, weil die 2. Internationale die Einberufung des Welt- Arbeiterfongresses abgelehnt und dadurch das Abkommen aufgehoben habe. Lunartscharsti fügte hinzu, daß für das Oberste Tribunal teinerlei 2btommen bindend seien und daß auch Bandervelde und Rosenfeld nicht auf Grund des Berliner Abkommens zu Berteidigung zugelassen worden seien, sondern auf Grund der freien Entschließung des Volkskommissars für Justizwesen, Kurffi. Das Tribunal lehnte daraufhin die Forde rung Banderveldes ab. Das Tribunal hat die erste llebersehung der Rede Banderveldes einziehen lassen und angeordnet, die Rede nach dem französi fchen Stenogramm neu zu übersetzen. Eröffnung der Haager Vorkonferenz. Frankreichs Militärgesez und Rapallo. Der auf der er den Borfik führte, die grundlegenden Fragen, von denen der Friede in Europa abhänge, seien die Regelung der deutschen Haag, 15. Juni.( DA.) Um 3 Uhr nachmittags wurde heute Reparationen und die Beschaffung von Krediten für die Bortonferenz, vorderhand ohne die Russen, eröffnet. Selten ist Rußland. Solange die deutschen Reparationen nicht geregelt eine Konferenz, felbst die von Genua, so unvorbereitet er feien, werde Europa das friedlose Europa" bleiben. Diese Regeöffnet worden wie diese. Die Tagesordnung war heute früh noch lung fönne nur auf der Grundlage einer vernünftigen und möglichen nicht festgesetzt. Die genaue Zahl der vertretenen Mächte steht noch Summe erzielt werden. Der deutsch- russische Bertrag von Ra pallp immer nicht fest. Von den 34 Regierungen, die in Genua vertreten bedeuet einen Fortschritt, er sei nicht ein militärischer Garantiewaren, haben bisher 18 ihre Teilnahme zugesagt, aber noch nicht vertrag, sondern ein Bertrag zur Förderung des Handels zwischen alle ihre Delegationen abgesandt. Die französische Delegation ist erst Völkern, die schwer unter den Folgen des Krieges Ittten. Der heute morgen aus Paris abgereist, Frankreich war also bei der Er- Versailler Vertrag enthalte eine Bestimmung, die vorsehe, daß die öffnungssigung nur durch seinen Haager Gesandten Benoist ver- alliierten und assoziierten Mächte Rußland das Recht vorbehielten, treten. von Deutschland nach den Grundsätzen des Bersailler Bertrages Haag, 15. Junt.( Haager Korrespondenzbureau.) Aus Anlaß Wiedererstattung und Reparationen zu verlangen. der Eröffnung der Konferenz begrüßte der Minister des Aeußern 3wed einer solchen Klausel scheine zu sein, eine Aera der Bea Dan Rarnebeet die Teilnehmer im Namen der Regierung mit unruhigung zwischen Rußland und Deutschland zu fördern. einer Ansprache, in der er das Ziel der Ronferenz in Erinnerung Darüber müßten sich alle Freunde des Friedens freuen, daß diese brachte. Es könne sehr vorteilhaft sein, aufs neue zu versuchen, Bestimmung, die Reibungen und finanzielle Unsicherheit zur Folge das Problem der Wiederaufrichtung Rußlands und des gehabt hätte, durch den Rapallovertrag beseitigt worden sei. Wiederaufbaues des Friedens auf einer gemeinsamen Grundlage zu lösen. Ban Karnebeet wies auf die Schwierigkeiten hin, die fich aus dem tiefgehenden Unterschied in den Brinzipien und Methoden Antrag zum Militärgefeßentwurf, der für die ältesten Söhne von Sowjetrußlands und denen der übrigen Staaten ergeben, und dar. Witwen mit vier Kindern die zwölfmonatige Dienstzeit verlangt, auf, daß das in Rußland herrschende System den wirtschaftlichen vom Kriegsminister Maginot unter besonderem Hinweis auf den Wiederaufbau dieses Landes zu hindern scheine. Nach der be. Rapallo Bertrag(?) bekämpft. Der Antragsteller teilte mit, deutungsvollen Konferenz in Genua sei eine neue Periode ein fein Antrag sei im Ausschuß tags zuvor nur mit 9 gegen 7 Stimmen getreten, in der es darauf ankomme, die grundlegenden Tatsachen abgelehnt worden, woraufhin zwei Ausschußmitglieder, General zu sammeln und den Bersuch zu machen, sie zu studieren und zu Castelnau und Oberst Fabry, zu Poincaré gegangen seien, um Ein Bericht, ben die Auslandsdelegation der Sozialrevolutio, gliedern. Der Weg zur ruhigen Ueberlegung sei geöffnet. Die Ber diesen zu veranlassen, die Bertrauensfrage zu stellen. Poincaré be fammlung wählte van Karnebee? einstimmig zum Borsigenden. Haag, 15. Juni.( EP.) Nach holländischen Blättern hatten die Russen mit den Engländern eine Besprechung über die Behandlung der Zurückgabe des Privateigentums in Rußland. Die Russen haben banach erklärt, fie feien bereit, 90 Proz. des beschlagnahmten Befißes zurüdzugeben. Man merde die Ruffen noch darüber befragen, warum sie sich weigern, das restliche Behntel zurückzu erstatten. Um die Angaben der russischen Sachverständigen zu prüfen, follen Studien- und Untersuchungsfommiffionen ernannt werden, die an Ort und Stelle untersuchen, in welchem Zustand fich die Industrien befinden, die die Bolschewisten ihren ehemaligen Eigentümern zurückgeben wollen. Durch den letzten Satz des sowjetamtlichen Berichts bestätigt lich die private Meldung, daß die in Mostau afs Extrablatt verbreitete Berteidigungsrede Banderveldes tonfisziert worden ist, weil sie durch die Uebersetzung entstellt fei. Daß die sowjetamtlichen Brozeßberichte, die allein bisher telegraphisch ins Ausland übermittelt werden können, fein objektives Bild der Berhandlungen gewähren, zeigt sich schon in der Tatsache, daß darin fowohl die große Ber teidigungsrede Banderveldes als auch die Rede des Hauptange. Haaten B p3, bie einen großen Teil der Sizung vom 12. Juni ausflaaten Boz, die einen großen Teil der Sigung vom 12. Juni aus gefüllt hat, nur mit wenigen Worten erwähnt werden. Ruch Italien gegen Poincaré. In der französischen Kammer murde ein szialistischer stätigte dies. Schließlich wurde der Antrag gegen eine starte Minderheit abgelehnt. Die italienische Parteikrise. In der italienischen Sozialdemokratie werden Vorbereitungen für große Auseinandersehungen getroffen. Bekanntlich hat die sozialistische Kammerfraktion mit Mehrheit beschlossen, die bisherige 2bftinenzpolitik aufzugeben und eine Koalition zu unterstützen, die für Freiheit und Recht eintritt. Der Parteiausschuß verurteilte diesen Beschluß. Die notwendig gewordene Auseinandersetzung soll auf einem außerordentlichen Parteitage im Juli era folgen. Es ist anzunehmen, daß dieser Parteitag dem Hauptgegner der Fraktionsmehrheit, Serrati, eine Absage erteilt. Mailand, 15. Juni.( EP.) Der Nationalrat des Gewert nären Bartel erhalten hat, gewährt in wesentlichen Punkten ein anderes Bild von den wichtigen ersten Erklärungen der Ange tlagten Timofejem und Goz vom 10. Juni, ais der Sowjet. bericht. Danach hat Timofejem in seiner Erklärung den bewaffneten Kampf der Sozialrevolutionäre gegen die Sowjetregierung damit begründet, daß diefe jeden offenen und gefeßmäßigen politischen Rampf durch ihren Terror unmöglich gemacht und sogar die in die Sowjetinstitutionen gewählten Bertreter der Sozialrevolutionäre vertrieben und verhaftet habe. Der Beschluß der 8. Konferenz der Sozialrevolutionäre, den bewaffneten Kampf einzustellen, fei durch die Einsicht verursacht worden, daß die Kräfte und der Besitz des Volkes durch den Bürgerkrieg noch mehr als durch den Weltkrieg zerstört würden, und daß die Gefahr vorgelegen habe, anderenfalls die reaktionären Pläne gewisser militä Paris, 15. Juni.( WIB.) Der italienische Botschafter Graf rischer Führer zu fördern. Die Berantwortung für militärische und finanzielle Hilfe fremder Mächte hat Timofejew nach diesem Bericht Sforza hat gestern im Minifterium des Auswärtigen die Ant- fchaftsbundes fommt für drei. bis fünf Tage in Genua zuvon der Partei abgewälzt und lediglich der damaligen Gegenwort seiner Regierung auf die französische Denkschrift vom 1. Juni sammen und wird die Frage der Mitarbeit an dem Parteikongreß regierung zugeschoben. Endlich hat Goz ausdrücklich hervor. über die Haager Konferenz überreicht. In der furzen Antwort behandeln. Es werden sich auf dem Barteifongreß vier verschiedene gehoben, daß die Partei jebe Verantwortung für die Handlungen wird es als untunlich erachtet, die Bedingungen zu ändern, Strömungen gegenüberstehen, nämlich die von Maffi angeführte einzelner ihrer Mitglieder ablehne, welche Anschläge auf das unter denen die Sachverständigenkonferenz einberufen worden ist. unverföhnliche Richtung, die magimalistische Richtung mit Bella und Serrati an der Spiße, die in der Kammergruppe zahlreicher Leben ihrer politischen Gegner ausgeführt haben. Die englisch- französischen Gegensäge. als in der Partei vertretenen 3entralisten sowie der rechte London, 15. Juni.( EE.) Der diplomatische Berichterstatter des Flügel, welcher die Mehrheit in der Kammergruppe befizt und vom Daily Herald" glaubt mitteilen zu können, daß der englische BotGewerkschaftsbund unterstützt wird. schafter Lord Hardinge Poincaré ein Memorandum über der Partei mit, daß die Mitgliederzahl, die vor dem Kriege reicht habe, in dem dargelegt wird, daß der franzöfifche 47 000 betrug und nach bem Striege auf 210 000 gestiegen war, jetzt Schußvertrag, der in Cannes geplant war, der Lösung aller auf 70 000 gesunken ist, während die Zahl der Mitglieder des Gezwischen Frankreich und England schwebenden Streitfragen wertschaftsbundes um fast bie Hälfte abgenommen hat, nämlich nachfolgen müsse und nicht vor Klärung dieser gegenfäglichen von 2 Millionen auf 1 200 000. Anschauungen abgeschlossen werden könne. Unter diesen Streit. fragen finden sich die über den nahen Often, die Tangerfrage und so weiter. Da jedoch teinerlei Fortschritt in ber Lösung dieser Fragen gemacht wurde, fönne von einer Erörterung Kaffowih, 15. Juni.( Eig. Drahtbericht.) Das Räumungsab. des französisch- englischen Schuhvertrages feine Rede sein. Die Lage tommen für Oberschlesien soll am Donnerstagabend unterzeichnet merden. Für die Nacht zum Freitag ist die Notifizierung der zudie gelegentlich der Tagung der Außenminister geplant war, habe fünftigen Grenze durch die Interalliierte Kommiffion vorgesehen. niemals stattgefunden, die Anregung der Kemalisten, eine Be- Die verurteilten politischen Gefangenen bleiben in deutschen Gefängsprechung zwischen den Alliierten und der Türkei herbeizuführen, nissen im besetzten Rheinland, schwebende Verfahren sollen von deutvon der die Griechen ausgeschlossen sein sollten eine Besprechung, fchen Gerichten, ebenfalls im besetzten Weften abgeurteilt werden. die von der französischen Regierung begünstigt werde begegne Die Räumung der besetzten oberschlesischen Gebietsteile von den in England einstimmigem Widerspruch. Zwischen England und der Ententetruppen wird in der ersten Etappe bereits am Freitag beAuffassung in Frankreich herrschten in dieser Frage tiefginnen. Insgesamt sind fünf Etappen in furzen Beitabständen für die Räumung vorgesehen. gehendste Meinungsverschiedenheiten. Am 13. Juni wählte die Erekutive der Kommunistischen Internationale in das Präsidium der 3. Internationale als Borsigenden wiederum Sino wje w und als Mitglieder Bucharin und Radet ( Rußland), Brandler( Deutschland), Soumarin und Lesage ( Frankreich), Gramsci( Italien), Schmeral und Hilet( Tschecho flowakei), Jordanom( Bulgarien). Sowjetrußland läßt Zeitungen verbieten. Kowno, 15. Juni.( MiB.) Die Kownoer Zeitung„ Echo", tie oft als Sprachrohr, der litauischen Regierung benutzt wurde, ist auf energische Borstellungen der sowjetrussischen Gesandt schaft wegen sowjetfeindlicher Sprache auf unbeschränkte Zeit verim nahen Osten werde täglich unbefriedigender. Die Konferenz, boten worden. Die gesamte litauische Bresse sieht darin eine schwere Berletzung der litauischen Souveränität. Die litauische Re gierung ist bestrebt, angesichts des Konflikts mit Bolen möglichst freundschaftliche Beziehungen zu Moskau zu unterhalten, und befahl daher dem Kommandanten von Kowno, das Berbot gegen das Blatt zu erlassen. treffen wird. fionen Ralorien wirklich auf der Erdoberfläche zur Wirkung. Die für uns wichtigste Energiequelle sind die Kohlenvorräte, die Die fällige 50- Millionenrate bezahlt. Arrhenius mit 44 Millionen Billionen Kalorien berechnet und die bei gleichbleibendem Verbrauch erst in etwa 7000 Jahren erschöpft Paris, 15. Juni.( EE.) Journal des Debats" teilt mit, daß die wären. Da aber der größte Teil der Kohlen für die gegenwärtige Reparationsfommission von der deutschen Regierung offiziell ner. Technit nicht gewinnbar ist, so muß mit ihrer Erschöpfung in rund ständigt ist, daß lettere die heute fälligen 50 Millionen Gold 2000 Jahren gerechnet werden. In Wirklichkeit nimmt die Kohlen- mart bezahlt hat. Die Reparationstommiffion hat allerdings förderung aber stetig zu, so daß der Erschöpfungszustand weit eher noch keine Bestätigung dieser Einzahlung von den in Frage kommen erreicht werden dürfte. Als Ersak für die Kohlen reicht der Energie den Banken erhalten, aber man glaubt, daß diese unverzüglich eingehalt der fließenden Gewässer bei weitem nicht aus, denn es ftehen nur 4000 Billionen Kalorien zur Verfügung. Deutschland, England und Rußland find mit 0,02 PS auf den Kopf der Bevöl ferung bei der Berteilung der Wasserkräfte auf der Erde am schlechtesten bedacht, Island mit 22,01 PS am besten, dann Norwegen mit 5,3 PS. Die Menschheit hat also allen Anlaß, mit den Energiefräften fparfam umzugehen und besonders der Bergeudung der Rohle vorzubeugen. Arrhenius hält, wenn nicht neue Energiequellen er schlossen werden, eine Zukunft für möglich, in der die Bölfer wieder, wie im Anfang der Kultur, um das Mittelländische Meer zusammen strömen werden, wo die Sonne als letzte unmittelbare Quelle Licht und Wärme spendet. Die ruffifchen Gefängnisse. Bei dem legten Rätetongreß im Dezember 1921 wurde eine Kommission zur Inspektion der Gefäng nisse eingesetzt. Diese hat jetzt ihren Bericht abgegeben, aus dem Keine kleine Anleihe an Deutschland. Paris, 15. Juni.( EP.) Der„ Temps" dementiert die Meldung aus Berlin, wonach das Garantiekomitee Deutschland gegen die Bürgschaft der in den Bereinigten Staaten beschlagnahmten deutschen Güter eine Anleihe gewähren werde. Das Garantiefomitee, das Sonnabend nach Berlin abreist, habe eine Bollmachten, um über irgendeine Anleihe zu unterhandeln. Seine Tätigkeit werde sich auf die Aufgaben beschränken, die in der geftrigen Note der Reparationsfommission aufgezählt worden sind. Gerrati teilte im Nationalrat Der oberschlesische Schlußakt. Die Reichsregierung beabsichtigt, an die scheidenden und verbleibenden Oberschlesier einen Aufruf zu richten, der am Sonnabend der Deffentlichkeit übergeben werden soll. Polnischer Wohnungsterror. Kattowitz, 15. Juni.( WTB.) Nach dem Bericht der Fünfer Kommission hat sich die Lage im gesamten Industriegebiet wesentlich gebeffert, abgesehen von dem noch immer anhaltenden Woh nungsterror. Danziger Zustände. Danzig, 15. Juni.( TU.) Im Boltsrat tam es zu einer außera ordentlich erregten Debatte. Den Grund hierzu bildete das Bor gehen der Danziger Schußpolizei gegen einen fozialdemo fratischen Abgeordneten, der aus der Knüppel- Runze- Bersammlung entfernt und schwer mishandelt worden war. Der unabh. Abg. Ma u erklärte, daß, falls die Regierung nicht für Abhilfe sorge, sich die Arbeiterschaft gegen die fortgesetzten Polizeiübergriffe an die Republik Polen wenden und zum Schuße des Lebens von dort Bolizeimannschaften erbitten werde. Bor allen Dingen seien schleu night die Einwohnerwehren zu entwaffnen. Sollte sich der Senat bazu nicht bereitfinden, so würde man durch Bermittlung anderer Staaten bie Entwaffnung er 3 wingen. Der Senat wird Freitag antworten. Die polnische Dauerkrise. Lloyd George, Rathenau und Rapallo. hervorgeht, daß sich die russischen Gefangenenanstalten in einem un- London, 15. Juni.( L.) Im Unterhaus richtete glaublichen Zustand befinden. Sämtliche Gefängnisse sind überfüllt. William Thorne an den Premierminister die Anfrage, ob ReichsIn mehreren find brei. bis fünfmal fo viel Gefangene untergebracht, minister Dr. athenau in Benua vor der Unterzeichnung des als ordnungsgemäß zulässig ist. Die sanitären Berhältnisse spotten Vertrags von Rapallo drei Bersuche gemacht habe, eine private Die Zustände müssen in der Tat sehr arg sein, wenn Mau sich jeder Beschreibung. Die Gefängnishöfe sind voll Unrat, der seit Sufammenkunft mit Lloyd George zustande zu bringen und ob Jahren lagert, die Luft ist durch den fürchterlichen Gestant verpestet. eine Zusammenkunft zustande gekommen sei, bevor Dr. Rathenau foweit hinreißen lassen fonnte, dem deutschnationalen Teufel mit dem In den Gefängnissen in Orel, Jaroslam, Charkom und Kiew gibt es und die Russen den Bertrag von Rapallo unterzeichneten. Lloyd polnischen Beelzebub zu drohen. Ein übles Agitationsmanöver aber feine Heizgelegenheit. Decken und Wände glänzen vor Feuchtigkeit, George antwortete, die Genueser Konferenz sei am 10. April leistet fich die Telegraphen Union", bie in der Ueberschrift Ungeziefer gibt es in Maffen. Die Krankenstuben der Gefängnisse sind eröffnet und der Vertrag von Rapallo am 16. April unterzeichnet ihrer Meldung diese Ünüberlegtheit eines Unabhängigen zu einer im gleichen Zustand wie diese selbst. Die Kranten liegen in ihren worden und erklärte alsdann wörtlich:„ Ich habe Dr. Rathenau sozialdemokratischen Aktion macht. Kleidern unmittelbar auf widermärtigen zerrissenen Strohmatten. In in den ersten Tagen der Woche wenige Minuten gesehen, und, ba der Regel fehlt es an Bettwäsche und Unterkleidern. Arzneien und ich den Sinn von zwei Mitteilungen, die mir durch sonstige medizinische Artikel gibt es nicht. Gegenwärtig sind in Bermittlung einer meiner Privatsekretäre gemacht worden den russischen Gefängnissen im ganzen 67000 politische und waren, wohl zu deuten wußte, so sagte ich, ich würde mit Warschau, 15. Juni.( DE.) Der Kompetensstreit zwischen dem 49000 andere Gefangene untergebracht. Die in Straf- Dr. Rathenau und dem Reichskanzler zusammentreffen, sobald Staatschef und und dem Sejm ist noch immer nicht beigelegt. Auf anstalten und Konzentrationslagern Gingesperrten find dabei nicht die erste anstrengende Periode der Konferenzarbeit vorüber sei. die von Pilsudski geforderte Interpretation des Punktes 3 der vormitgerechnet. Die Inspektionsfommission dringt auf Entlassung der Es wurde auch völlig flar gemacht, daß feinerlei Fragen, die täufigen Berfassung, welcher die attive Rolle des Staatschefs und Verwaltungsbeamten in den meisten Gefängnissen und schlägt eine Deutschlands besondere Interessen berührten, in Abwesenheit der des Sejms bei Berufung einer neuen Regierung betrifft, soll nunerneute, gründlichere Untersuchung vor. deutschen Vertreter behandelt werden würden. Ich versuchte nunmehr, ein Zufammentreffen mit dem Reichskanzler und mehr der Berfassungsausschuß Antwort erteilen, auf dessen erster Dr. Rathenau zu Ostern zustandezubringen, aber die Abwesenheit Sigung zu dieser Frage sechs verschiedene Interpretationen bes Dr. Rathenaus, der sich in Rapallo befand, verhinderte dies." antragt wurden. Es mußte eine Unterfommission gebildet Shirten Benn fragte, ob der Premierminister eine In- werden, um diese Anträge möglichst in Einklang- zu bringen oder auf formation darüber erhalten bätte, daß das Abkommen vor Genua eine fleinere Zahl grundsäglicher Anträge zu beschränken. Dann soll ble Bollkommission thren Beschluß dem Sejm unterbreiten. Dem zustandegekommen fel. Wesen nach handelt es sich bei Biffubsti darum, die bisher üblich gewesene Bermittlertätigkeit des Seimmarschalls Trompczynski mög Stalichst auszuschalten, während die Nationaldemokraten diesen Brauch beibehalten und dadurch die Einmischung des Staatschefs als überflüssig und schädlich dartun möchten. Alles in allem gewinnt die bestattung auch induftrielle und technische Gingelbarstellungen der wichtigsten der Jahresversammlung der Friebensgefellschaft in Bonbon, einer chronischen Krankhelt. Condon, 15. Juni.( WTB.) Bord Barmoor erklärte auf Krife durch dieses Zwischenspiel nur noch deutlicher die Anzeichen I " Eine Buchauskellung Der Orient", ble neben Berfilchen Driginalen eine Rusammenstellung der diesbezüglichen in Deutschland erschienenen Literatur zeigt, veranstaltet die Gutenberg- Buchhandlung. Zauengien str. 5. Die Probleme der Geschlechtlichkeit behandelt in Lichtbilder vorträgen Dr. Günther Juft vom Staller- Wilhelm- Institut für Biologie ( Dablem) am 16., 28. unb 30, in ber lula des Realgymnasiums, Hohenaufenstr. 47/48, abends 7, Uhr. Der erite euerbestattungsfilm" wird gegenwärtig durch die Deutsche Lichtbild Gesellschaft G. B. vorbereitet. Die bildliche Darstellung bringt nach einem Rückblick auf die geschichtliche Entwicklung der Feuer Vorgänge bis zur Neuzeit. Lloyd George antwortete wörtlich: Ich hatte Informa tionen, daß berartige Verhandlungen in Berlin geführt worben waren und daß in Rapallo lediglich das legte dium zum Abschluß gebracht wurde." Lord Parmoor für Rapallo. Gewerkschaftsbewegung hat. Kommunistische Schreikrämpfe. ben Angestellten, die die gleichen gewerkschaftlichen Wege nicht be- T Ueber das Betriebsrätegese wurde mehrfach aus schreiten fonnten und auch nicht wollten, sind in diesem Wettkampf geführt, daß seine Schattenfeiten die guten Seiten überwiegen, so zwischen Einkommen und Teuerung zurückgeblieben." Die höheren daß unter der Fortdauer seiner jezigen mißlichen Bestimmungen Gehälter seien der Teuerung relativ weniger angepaßt worden als etwas Weitergehendes für die Arbeiterschaft nicht erreicht werden die niederen Arbeitseinkommen. fönne. Deshalb müsse sie sich mit der Erweiterung dieses In dieser Weise sollten die leitenden Angestellten nicht operieren. Gefeßes befassen, und der Zentralvorstand, und insbesondere auch Unter der zweispaltig breiten Ueberschrift„ Das Zuchthausgesetz marschiert!" veröffentlicht die„ Rote Fahne" einen ihrer üblichen Sie wissen sehr wohl, daß die Arbeiter und Angestellten von der der ADGB. müsse ihr dabei zur Seite stehen. Daneben wurde aber hysterischen Artikel. Buchthausgeset"?- wird sich jeder verwun- Lohn- und Gehaltszahlung nach Goldwert so weit entfernt find auch dargelegt, wie aufklärungsbedürftig eine große Anzahl der dert fragen, der die Beiten des Zuchthausgesetzes wirklich gekannt als sie selber. Im übrigen aber läßt die Denkschrift an Deutlichkeit Betriebsrätekollegen noch seien, damit sie ihre bescheidenen, aus dem Mit diesem Namen bezeichnet die„ Rote Fahne" die zur nichts zu wünschen übrig. Der Einwand, den die Unternehmer Betriebsrätegesetz sich ergebenden Rechte überhaupt erst fennen. Beratung stehende neue Schlichtungsordnung! Für jeden, der etwa geltend machen, daß mit der gleichmäßigen prozentualen Er- Auf die lautgewordene Forderung nach mehr Hilfe durch den die schwülstig- blutrünstige Sprache der„ Roten Fahne" fennt, ist höhung aller Arbeitseinkommen den Unternehmungen die Möglich- ADGB. eingehend, legte deren Vertreter Brunner dar, welche es von vornherein klar, daß von Zuchthaus in der Schlichtungs- feit genommen sei, nach der Leistung zu bewerten, müsse be- Mittel der ADGB. bisher zur Schulung der Betriebsräte aufstritten werden. Sollten einzelne Betriebe tatsächlich dazu nicht gewendet habe. Er habe eine Betriebsrätez e ntrale errichtet mit ordnung keine Rede ist, sonst würde das Moskowiterblatt geschrieben in der Lage sein, so müssen diese Betriebe als unwirt gegenwärtig zwei Sekretären und dem Redakteur Striemer, der die haben:„ Massenmord der Arbeiter". Die Schlichtungsordnung, um den sachlichen Kern herauszu- fchaftlich bezeichnet und wirtschaftlicher ausgestaltet werden."" Betriebsrätezeitung" redigiert. Diese Zeitung möge vielleicht nicht schälen, macht den Versuch, das Verfahren bei Lohnverhandlungen triebsinhaber entgegenhalten. Das könnten auch die Arbeiter und Angestellten manchem Be- allen gefallen, aber Tatsache sei, daß ihre Auflage auf weit über 100 000 stehe und noch ständig wachse, ein Zeichen, wie start sie auch zu regeln, und zwar bindend für die Arbeiter sowohl als auch Anklang finde. Außerdem gab der ADGB. eine Reihe das Betriebsfür die Unternehmer. In den unsicheren Wirtschaftsverhälträtewesen betreffender Broschüren heraus, ferner erhebliche Barnissen, in denen wir leben, in denen die Gewerkschaftsbeamten gezwungen find, fich in fortgesetzten Lohnbewegungen aufzureiben, mit mittel zur Veranstaltung von Betriebsrätefurfen, in weiteren Bildem bitteren Gefühl, im Flugfand zu bauen, ist es höchst wünschens dungsfinne Bermittel zur Beschickung der Frankfurter Arbeiterakademie ufm. mert, daß der Produktionsgang möglichst unberührt bleibt von den Rückwirkungen der Lohnfämpfe. Borausseßung hierfür ist allerdings, daß dadurch die Aktionsmöglichkeit der Arbeiter nicht Die Schlichtungsordnung versucht, diese beiden Gesichtspunkte, die einander feinesfalls widersprechen, festzulegen. Sie will mög: lichst genau sein und wird dabei etwas schwerfällig. Das ist uns rermeidlich. Sie teilt dieses Schicksal mit allen Statuten der Gewerkschaften, die für die Führung von Lohnbewegungen gleichfalls ganz bestimmte Regeln aufstellen. Ueber die Formulierung der einzelnen Baragraphen fann man diskutieren; es liegt aber, weiß Gott, behindert wird. fein Grund vor, sich künstlich aufzuregen. Aber bei der„ Roten Fahne" handelt es sich in Wirklichkeit gar nicht um die Schlichtungsordnung alias Zuchthausgeseh. Der Zweck der großen Schaumschlägerei geht deutlich genug aus folgender Bemerfung des Rommunistenblatts hervor: Einigung im Bergbau? Die beteiligten Verbände werden sich bis zum 29. Juni darüber schlüssig machen, ob sie den Schiedsspruch und den Manteltarif in seiner geänderten Form annehmen wollen, und ob auf der durch die Berhandlungen geschaffenen neuen Grundlage der Abschluß eines Ueberstundenablommens möglich ist. Lohnbewegung der Kupferschmiede. In den schwebenden Arbeitsfragen des Ruhrtohlenbergbaus fanden in den letzten Tagen erneut Berhandlungen zwischen dem Zechenverbande und den Bergarbeiterverbänden im ReichsarbeitsDie Echwierigkeiten der praktischen Schulung der weiblichen ministerium statt. Im Verlauf dieser Verhandlungen wurde zur Mitglieder, die Jugendfrage, die Schwere des Kampfes unter Regelung der Lohnfrage ein Schiedsspruch gefällt, der den den Chriftlichen am Niederrhein fanden Erörterung, und durch Abbruch der Anleiheverhandlungen veränderten Verhältnissen sprechende Anträge und Richtlinien wurden begründet. Andere Aus. Rechnung trägt. In den Fragen des Manteltarifs fonnte führungen zielten auf Ausgestaltung der Streifunterstüßung über eine Reihe weiterer Punkte die Verständigung zwischen den usw. Ein Delegierter nahm zu der an Weißenfels gerügten Sabotierung der Betriebsrätekurse Stellung. Große Teile der AusParteien gefördert werden. führungen der vielen Redner galten dem wichtigen Bunft: Reichstarif. Von keinem wurde der Tarif verworfen. Die Ausstellungen enthielten zum Teil scharfe Angriffe auf den Vorstand, daß er nicht schon längst mit neuen Lohnforderungen vorgegangen, bezogen sich im übrigen auf Einzelheiten und beruhten zum Teil auch, wie sich herausstellte, auf irrtümlicher Auslegung verschiedener Bestimmungen. Berschiedentlich, so von KleinDresden, wurde ausgeführt, daß in der Ausgestaltung des TarifIn einer am 14. d. M. im Gewerkschaftshaus stattgefundenen vertrages, der Vereinheitlichung der Löhne usw., das damals Er" Es muß einmal offen ausgesprochen werden, daß alle Bei tungsartikel der Freiheit" gegen die Knebelungsgesetze, daß alle Bersammlung der Kupferschmiede gab Fleischmann den Bericht reichbare erzielt worden fei. Gegenwärtig sei allerdings die Lohntungsartikel der Freiheit" gegen die Knebelungsgesetze, daß alle über die letzten Lehnverhandlungen. Er führte aus, daß sich diese wieder von anderen Berufen und auch von der Teuerung Schaum und Heuchelei sind, wenn die USP. nicht endlich mit für den Monat Juli äußerst schmierig gestalteten, da bei den überholt worden. Es ging auch ein Antrag ein, erneut eine Ausihrer bisherigen Gewerkschaftspolitit entfchie- Arbeitgebern sehr geringe Neigung bestand, den berechtigten Wünschen gestaltung der Löhne zu fordern. Vom Gauleiter Mittwichder Kollegen entgegenzufommen. Nach langem Verhandeln erklärten Stuttgart( KPD.) wurde u. a. ausgeführt, daß der politisch verden bricht und gegen die Umbreit und Genossen sich die Arbeitgeber bereit, auf die im Mai gezahlten Löhne durch schiedenartig zusammengesetzte Hauptvorstand im alige.neinen geradeentschlossen vorgeht... Wenn es die USP. ernst meint mit ihren Alarmrufen, so hat sie jezt mitzuhelfen, schnittlich 18 Prez. für die Zeit vom 1. bis 30. Juni und weitere zu vorbildlich zusammengearbeitet habe. Auch die der KPD. angedaß auf dem Gewerkschaftsfongreß eine flare 10 Proz. für die Zeit vom 1. bis 15. Juli zuzulegen. Die tariflichen hörenden Verbandsmitglieder betrachteten es als eine Selbstver= Entscheidung dahingehend herbeigeführt wird, daß die Ge- Löhne der Kupferschmiede über 22 Jahre würden demnach ab 1. Juni ftändlichkeit, sich jederzeit an das Statut und an die Beschlüsse des werkschaftsleitungen verpflichtet werden, den Kampf gegen die bis 30. Juni 29 M. und ab 1. Juli bis 15. Juli 32 m. betragen. Verbandstages zu halten. Nachdem Verbandsredakteur Treff= Schlichtungsordnung wie gegen die übrigen Knebelungsgefeße mit Nach einer sehr lebhaften Distuffion, in welcher von mehreren Rol- lich sich zu seiner Redaktionsführung geäußert, fand mit großer legen das Angebot als zu niedrig bezeichnet wurde, stimmte die Mehrheit ein Antrag auf Debatteschluß Annahme. der gesamten Macht des organisierten Proletariats zu führen." Mehrheit diesen Vereinbarungen zu. Das ist also des Pudels Kern! Die Kommunisten find sich von bornherein bewußt, daß sie auf dem Gewerkschaftskongreß eine sehr bescheidene Rolle spielen werden. Mauldreschereien dessen sind sie sich klar würden ihnen dort sehr übel bekommen. Und da sehen sie sich nach Bundesgenossen um, die ihnen Vorspanndienste leisten sollen. Natürlich denken die Kommunisten nicht daran, die Unabhängigen, wenn diese so naiv wären, darauf hereinzufallen, deshalb gelinder anzufassen. Sie werden deshalb nicht weniger als unsichere Kantonisten" und„ Helfershelfer der Bourgeoisie" denunziert werden. Im übrigen ist der Kommandoton, der ganz Moskau ist, recht hübsch:„ Wenn es die USB. ernst meint, so hat sie jetzt mitzuhelfen." So will es Mostaul Abtreten! Die nichtständigen Magistratsangestellten. Man schreibt uns: Das Schlußwort Simon's brachte neben einem Eingehen auf die gepflogene Aussprache und die Anträge eine scharfe Bolemik gegen die Tätigkeit fommunistisch gerichteter, insbesondere der Weißenfelser Kollegen. Auch Haupt( Ausschußmitglied) wandte fich in seinem Schlußwort in bemerkenswerter Weise war. nend gegen den Zustand parteipolitischer Zerriffenheit, der letzten Endes zum Nugen des Kapitals ausschlagen müsse, des uns allen gemeinsamen Gegners. Seit März stehen die nichtständig Angestellten durch ihre Orga nisation mit dem Magiftrat Berlin in Tarifverhandlungen für die Monate April, Mai und Juni, die auch heute noch nicht abgeschlossen find. Die Stadtverordnetenversammlung hat nun am Dienstag, Dem Hauptvorstand, Ausschuß und Redakteur wurde einstimmig den 13. Juni, diese Vorlage wieder einem Ausschuß überwiesen, so daß die Angestellten für den Monat Juni die glorreiche Aussicht Entlastung erteilt. Ueber die Beschlüsse des Beirats soll der Vorstand fünftig in den Jahrbüchern ebenfalls Bericht erstatten. Der haben, das bisher bewilligte März gehalt ausgezahlt zu er- Berband soll in Zukunft nur Zentralverband der Schuhmacher, das halten. Für März sind bewilligt, für Angestellte über 20 Jahre 2100 bis 2575 m. für den höchsten Besoldungssag des qualifizier- Berbandsorgan" Der Schuhmacher" heißen. Der Vorstand wurde testen Angestellten. Die Zuschrift verweist darauf, daß es bei dieser beauftragt, sofort eine neue geftaffelte, den immer mehr Zur Krise in der Metallindustrie. Besoldung kein Wunder sei, wenn die meisten Bezirksämter über steigenden Lebenshaltungsfoften entsprechende Auf Grund des von uns mitgeteilten Abstimmungsergebnisses Mangel an qualifizierten Kräften flagen. Täglich gingen solche ohn forderung bei den Fabrikanten einzureichen. Richtüber den Schiedsspruch in der Metallindustrie, betreffend die neuen Angestellte zur Industrie über und dem Magiftrat blieben schließlinien, nach denen der Schulung und Heranziehung der Frauen Löhne, haben am Donnerstag Beratungen zwischen der Ortsver- lich nur noch solche Kräfte, die nach dem Urteil der Bureau- und größere Aufmerksamkeit geschenkt werden soll, wurden angenommen, ferner wurde die Anstellung eines weiteren Betriebsräte= Abteilungsleiter nicht selbständig arbeiten können." waltung des Deutschen Metallarbeiterverbandes und dem Verband Hoffentlich trägt diese Klage mit dazu bei, daß auch die nicht- fetretärs beschlossen und die Anstellung eines besonderen Volks Berliner Metallindustriellen stattgefunden. Die Arbeitgeber erklärten ständig Angestellten, die doch schließlich gleich den Festbefoldeten wirtschaftlers dem Vorstand zur Berücksichtigung überwiesen. Aufs zunächst, daß es unmöglich sei, über die Löhne hinauszugehen, die auch ständig leben müssen, endlich so bezahlt werden, daß sie leben neue befürwortete der Verbandstag die Herbeiführung eines LederIndustrieverbandes. der Schiedsspruch festgesetzt hat. Nach stundenlangen Berhandlungen können. Schlimmer noch als die niedrige Bezahlung an fich wirkt erklärten sich die Vertreter des Verbandes Berliner Metallindustrieller der Umstand, daß Arbeiter und Angestellte wochenlang hingehalten bereit, am Sonnabend mit den Herren der Vertrauenskommission werden mit der ihnen bewilligten Zulage, bzw. der Auszahlung 21. Verbandstag der Brauer und Müller. die Lage zu besprechen und dem Deutschen Metallarbeiterverband das neu festgesetter Gehälter. Ohne die Schwierigkeiten zu verkennen, Ergebnis der Besprechung mitzuteilen. Wir können nur wünschen, mit denen der Magistrat zu rechnen hat, müßte versucht werden, den Instanzengang möglichst abzufürzen. daß die Metallindustriellen mit den gegebenen Verhältnissen rechnen und durch eine feineswegs angebrachte Unnachgiebigkeit es zu einem Kampf treiben, von dem zum mindesten jetzt schon gesagt werden fann, daß er ihnen mehr fosten wird, als der Einsatz wert ist. Goldwerte, Löhne und Gehälter. 3 # Dresden, den 14. Juni 1922. 3. Berhandlungstag. Zu den Punkten 6 und 7 der Tagesordnung, Regelung der Verband der Steinfeger, Pflasterer und Berufsgenossen, Tarif- Beiträge und der Unterstühungen, Beratung und Bebezirk Groß- Berlin. Durch Schiedsspruch des Einigungsamtes find schlußfaffung aller übrigen das Statut betreffenden Anfür Monat Juni folgende Lohnfäße festgesetzt: Steinfegerträge, liegt ein Sagungsentwurf des Hauptvorstandes vor, da= 30,75 M., Steinhauer 30,75 M., Rammer 30, M., Hilfsarbeiter neben eine große Anzahl Anträge. Die Vorwegnahme dieser Tages24,50 M. Die Stundenlöhne sind zahlbar vom 3. Juni und haben ordnungspunkte erfolgt, um das gesamte Material bezüglich BeiGeltung bis 2. Juli 1922. " Annahme des Schiedsspruches durch die Hamburger Hafenarbeiter. Bei der Urabstimmung der Hafenarbeiter Hamburgs wurden 5060 Stimmen für die Annahme und 4022 für die Ablehnung des Schiedsspruches abgegeben. Der Schiedsspruch ist damit von den Hafenarbeitern angenommen. 9. Verbandstag der Schuhmacher. Zweiter Verhandlungsfag. Mit der Forderung auf Zahlung goldwerter Löhne oder Leistungsgehälter", wie sie die Vereinigung der leitenden Angestellten in einer Dentschrift an die Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände erhebt, sind sicherlich alle Arbeiter und Angestellten einverstanden. Wenn zur Begründung dieser Forderung gesagt wird:„ Die Produktivtraft und Ron furrenzfähigkeit der deutschen Wirtschaft fann nur da= durch erhöht werden, daß man die Forderungen der leitenden Angestellten nach goldwerten Leistungsgehältern erfüllt, wenn man darauf verzichtet, die Geldentwertung dazu zu benutzen, um die Leistung immer schlechter zu entlohnen, den Die Mandate sämtlicher Delegierten wurden für gültig erklärt. Leistungslohn zum unsichersten Einkommensteil zu machen", so können dieses Argument die Arbeiter und Angestellten ebenfalls Dann wurde die in den letzten Nachmittagsstunden des gestrigen geltend machen, um so mehr, als ihr Leistungslohn fast durchweg Tages begonnene Generaldebatte über den Vorstandsbericht fortder einzige Einkommensteil ist, während die von den leitenden gesetzt. Moniert wurden aus dem Verwaltungsleben des Verbandes Angestellten getroffene Unterscheidung darauf schließen läßt, daß sich ergebende Unzuträglichkeiten, wie sie ähnlicher Art sich in der fie außer dem Leistungslohn sich ere Einkommensteile zu Berichterstattungsperiode aller Verbände ergeben, ferner daß der verzeichnen haben als diesen unsichersten Einkommensteil. For Borstand bei der Auswahl der Referenten parteipolitisch im Sinne dern die Arbeiter und Angestellten Lohnerhöhungen, um der USPD. vorgehe. Temperamentvoll führte diesen Darlegungen wenigstens der Werisenkung der Papiermark nachzukommen, dann gegenüber der zweite Verbandsvorsitzende er aus, wie der Bor wird ihnen meist entgegengehalten, daß bei Erfüllung ihrer Forde- stand sich peinlich hüte, sich anstatt von fachlich- gewerkschaftlichen rungen die deutsche Wirtschaft nicht mehr fon von parteipolitischen Rücksichten leiten zu lassen, wie er auch politisch furrenzfähig fei. Aus der Denkschrift der leitenden Ange- anders als er gerichteten Kollegen nichts in den Weg lege, solange sie stellten, denen zur richtigen Beurteilung dieses Einwandes die sich im Rahmen des Organisationsstatuts halten, und das sei durch größte Sachkenntnis zuzutrauen ist, geht flar hervor, daß die Pro- gängig bis jetzt im Lerbande der Fall geblieben. Nachdem er zu duktivkraft und Konkurrenzfähigkeit der deutschen Wirtschaft nur den Einzelheiten des angezogenen Streifs Stellung genommen, durch Zahlung goldwerter Leistungslöhne und Ge- führte er aus, wie es im allgemeinen ein beliebter Trid der Unterhälter erhöht werden kann. nehmer sei, nach einem beendeten Streif Uneinigkeit unter die ArWir halten es einer gewissen Abhängigkeit der leitenden Ange- beiterschaft zu tragen durch die Darstellung, daß die Fabrikanten stellten zugute, wenn sie sich zur Erreichung ihrer Forderung einer vollständig am Ende gewesen seien, wenn noch acht Tage im Streit Tattit befleißigen, die wir sonst als demagogisch bezeichnen müßten. ausgehalten worden wäre. Ziefergehende Berwürfnisse, insbeson Nicht als ob wir pon den leitenden Angestellten forderten, sie dere solcher parteipolitischer Art, traten nicht zutage. follen sich gewerkschaftlicher Kampfmittel bedienen. Es ist ihre Bon verschiedenen Rebnern, so Don Hörg Berlin, Sache, die Wege zu gehen, die sie für richtig halten. Doch müssen 2. Schüffler Erfurt und noch anderen; wurde dringlich fie die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter und Angestellten dabei ein schärferes Vorgehen zur Herbeiführung einer Berschmelzung der aus dem Spiele lassen. In der Denkschrift wird nämlich Berbände der lederverarbeitenden und lederherstellenden Industrien gesagt, daß es die ausführenden tätigen Arbeitnehmer verstanden verlangt, insbesondere durch Herbeiführung einer Urabstimmung hätten, durch kurzfristige Tarifverträge und teilweise unter Anwen- unter den noch ablehnenden Berbänden, damit die Herbeiführung bung radikal gewerkschaftlicher Mittel ihre Arbeitseinkommen den eines Lederindustrieverbandes nicht an einzelnen Berfonen scheitere. geftlegenen Kosten für ihre Lebensfristung anzupassen. Die leiten- Eine entsprechende Resolution ging im Laufe der Diskussion ein. trags- und Unterstüßungsregelung der hierzu gewählten Kommission alsbald zuzustellen, die dann in Beratung zu treten und dem Verbandstag Borschläge zu unterbreiten hat. Eingeleitet wird die Beratung durch ein ausführliches Referat des Vorsitzenden Badert auf der Grundlage des Sagungsentwurfes. Seine Darlegungen, die er mit Material belegt, flingen aus in dem Berlangen, die Verbandskaffe zu stärken. Die Disfuffion war recht ausgiebig. Allgemein wurde eine starte Beitragserhöhung verlangt, nur vereinzelt werden Bedenken gegen eine zu starke Anspannung geäußert. Der Verbandstag behandelt dann in geschlossener Sihung den Punkt 3 der Tagesordnung:„ Lohnbewegungen, Streifs und Lohnpolitik". Auch diese Beratungen werden durch ein ausführliches Referat des Borfizenden Badert eingeleitet. Die Diskussion war recht fruchtbringend. Die vom Hauptvorstand vorgelegten Leitfäße wurden einstimmig angenommen. Den Bericht vom Internationalen Kongreß der Lebens- und Genußmittelarbeiter in Zürich 1920 gibt Bad ert ebenfalls. Baumann- Leipzig erwartet von der Internationale Taten, nicht nur Resolutionen. Ihm wurden die Fälle vorgeführt, wo die Internationale Taten gezeigt hat. Mitgeteilt wurde, daß in der letzten Vorstandssitzung der Internationale im Mai 1922 in Wien die Lebensmittelarbeiter der 3. Internationale ebenfalls aufge. nommen wurden, worüber noch ein Beschluß des nächsten Kongresses in Brüssel im Jahre 1923 herbeizuführen ist. Der Verband der Brauerei- und Mühlenarbeiter war auf dem Rongreß in 3 ürich nur vorläufig der Internationale der Lebensmittelarbeiter beigetreten, nachdem die bis dahin bestandene Internationale der Brauereiarbeiter in die Internationale der Lebensmittelarbeiter eingegliedert war. Der Verbandstag stimmte dem Anschluß an die Internationale der Lebens- und Genußmittelarbeiter einstimmig zu. Zum nächsten Kongres in Brüssel 1923 wurden Räppler, Krieg und Frank delegiert. Berantw. für den redaft. Teil: Franz Klühs, Berlin- Lichterfelde; für An. Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin, Lindenstr. 3. zeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Hierzu 1 Beilage. Alte Reserve Winkelhausen die deutsche Weinbrandmarke Nr. 280 39. Jahrgang > Beilage des Vorwärts Das beschwingte Berlin. Schwalben. In der Großstadt leben fast alle Vogelarten des freien Landes. Wer kennt nicht die Spaßen, die die Straßen und Parts schon Gunst des Weibchens zu erringen, werden harte Sträuße ausge. in früher Morgenstunde mit ihrem Lärm erfüllen. Und die Spaßzen fechten. Oft in nächster Nähe der Menschen schlagen fich fleine fühlen sich heimisch und sicher im Verkehrsleben der Weltstadt. Sie Finkenhähne, bis einer von ihnen aus vielen Wunder blutend schwer hüpfen und fliegen mit großer Gewandtheit unbefümmert um getroffen im Grase niedersinkt. Straßenbahn und Auto auf den Straßen umher, suchen sich ihre Nahrung aus der Goffe und nehmen mit dem geringsten verlieb. Taufende glauben, daß es außer den Spaßen und den sorglich gehüteten Stubenvögeln faum nennenswerte Bögel mehr in Berlin gäbe. Und doch irren sie: es leben in Berlin die verschiedensten Vogelarten und Gattungen und sie alle haben es verstanden, sich den besonderen Lebensbedingungen, die die Stadt ihnen bot, anzuMöve, Wildente, Schwäne. passen. Wer im verflossenen Winter an die Spree nahe der Schloß brüde kam, tonnt, oft zeuge eines anziehenden Schauspiels werden. In eleganten Kurven flogen dort Duhende von Lachmöven uner müdlich eine Runde nach der anderen. Mitten im Fluge erhaschten sie die ihnen von den Zuschauern zugeworfenen Bissen, man hatte geradezu das Gefühl, daß diese Tiere in der Luft schwammen, so ficher packten sie die Bissen, die kreuz und quer durcheinanderflogen. Sie sind vollendete Luftakrobaten, bei denen man niemals das Gefühl hat, daß ihre Kunst sie jemals in irgendwelche Gefahr bringen fönnte. Zahlreiche Wildenten bevölkern die Wasserläufe Berlins. Ursprünglich waren sie auf die Gewässer des Tiergartens beschränkt, wo sie in den schilfumſtandenen Inseln gute Gelegenheit zum Risten fanden. Von dort aus haben sie sich dann über ganz Berlin verbreitet. Es lohnt sich, ihrem Treiben zuzuschauen, zu sehen, wie sie munter und behende schwimmen und sich im Tauchen übertreffen, wem fie im Wasser nach Nahrung suchen. Die Bildente, die im freien Wasser ein äußerst scheuer Vogel ist, hat sich so an das Treiben der Großstadt gewöhnt, daß sich ihr Verhalten nur wenig von dem der zahmen Landente unterscheidet. Bor kurzem hat der Berliner Polizeipräsident wieder darauf hinweisen müssen, daß die Schwäne, die die Havel bevölkern, besonderen Schutz genießen und daß alle, die ihnen nachstellen, strenge Bestrafung zu erwarten haben. Diese Havelschwäne, die sich mit Grazie im Wasser fortbewegen, aber stets bereit sind, zugeworfenes Brot mit Anstand zu verschlingen, find bis zum heutigen Tage wild geblieben. Wenn der Herbst kommt, dann treibt es sie hinaus in die Ferne und sie ziehen es vor, die Winterzeit im Südosten Europas zu verbringen. Es gibt nicht viele Menschen in Berlin, die die Schwäne im Fluge beobachtet haben, wie sie stolz und sicher in ruhigem Fluge ihrer Luftweg dahinziehen. Es ist ein so nachhaltiger Eindruck, daß man ihn so leicht nicht wieder vergessen wird. * Freitag, den 16. Juni 1922 scheiden sie von vornherein vom Mittagstisch der großen Masse aus. Die grüne Gurke fällt im Preise recht langsam, so zahlt man heute für das Stück noch 20-25 m. Erdbeeren gibt es ,, sone und solche". Der Preis schwankt hier zwischen 20 und 25 m., während Kirschen durchschnittlich 12 m. fordern. Das Qbstgeschäft tann getrost als flott bezeichnet werden. Beim Fischmarkt herrscht ziemliche Stille. Kein Wunder ist es, denn der Aal in Eis soll 60 M. das Bfund kosten( der lebende fordert gar 70 M.). Schellfisch kann man für 13 und 18 m. haben. Die Hausfrauen stehen entsetzt vor dieser Preiskatastrophe. Sie, die den Kampf mit der harten Wirklichkeit aufs äußerste führen müssen, sie, die verzweifelt den Ausgleich suchen zwischen den Preisen und dem Wirtschaftsgeld, sind am schlimmsten dran. Die Tragödie von Potsdam. Ein gerichtliches Nachspiel. In pfeilgeschwindem Fluge durcheilt die Schwalbe die Luft. Die Schnelligkeit ihres Fluges gab Veranlassung, in ihr das Symbol breitet ist, so ist ihre Zahl doch recht gering, denn es fehlt ihr in des Posiverkehrs zu sehen. Wenn sie auch über ganz Berlin verBerlin an den zum Nestbau geeigneten Materialien. Die meisten Großstadthäuser eignen sich insbesondere für die Mehlschwalbe Die Vorgänge in Potsdam, bei denen zwei Abeiter er. schlecht zum Restbau. Die Rauchschwalbe dagegen niftet vielfach schossen worden sind, beschäftigten gestern die 12. Straffammer in den großen Bahnhofshallen, ohne sich im mindesten von dem des Landgerichts I. Wegen Beleidigung des Polizeipräsidenten von Schwalben niedrig fliegen, so sagt der Volksmund, es gibt schlechtes Lärm der Menschen und Maschinen stören zu lassen. Wenn die Botsdam, v. 3ißewiß, und des Polizeiwachtmeisters Wolf Wetter. Aber das Miedrigfliegen. hat seinen Grund darin, daß sich waren die Redakteure der„ Roten Fahne“ Richard Janus und Fliegen und müden, die typische Schwalbennahrung, unter dem Hans Pfeifer angeklagt. Hans Pfeifer angeklagt. Einfluß des zu erwartenden Regens in der Nähe des Bodens auf- Am 28. August war in Potsdam eine Tannenberg halten und so die Schwalbe bei ihrer Nahrungssuche zwingen, am Feier" Don dem Deutsch nationalen Jugendbund Boden dahinzufliegen. Im Spätsommer verlassen uns die Schwai- angekündigt. Die Feier fand auf polizeiliche Anordnung ben, um in großen Scharen vereinigt die Wanderung nach dem nicht unter freiem Himmel, sondern in der Luftzeughalle statt. Als Süden anzutreten. Im Frühling stellen sie sich dann wieder mit egendemonstration und gleichzeitig als Protest= großer Pünktlichkeit ein. Ein Verwandter der Schwalbe ist der demonstration gegen die Ermordung Erzbergers Segler, der nur von Mai bis Ende Juli in Berlin bleibt. Er ist war von den vereinigten sozialistischen Parteien Berlins und Botsein äußerst brutaler Vogel, der aus den ihm geeignet erscheinenden dams und den Kommunisten ein Demonstrationszug in Potsdam anMiststätten rücksichtslos andere Vögel, auch Spatzen und selbst Stare gefeßzt worden. Nach Unterhandlung der Arbeiterführer mit dem verdrängt. Polizeipräsidenten v. 3igewig wurde abgemacht, daß die Arbeiter zurückgefunden haben. Sie verlieren nach und nach Gestalt und schloffenen Räumen abhalten und zu einer bestimmten Zeit in In den Stadtbahnbögen nisten Tauben, die sich in die Freiheit auch keine Versammlung unter freiem Himmel, sondern nur in geFärbung der Haustauben und nehmen die der wilden Arten, weist Gruppen sich nach dem Bahnhof zurückbegeben durften. Diese Deder Felsentaube an. Auf dem Schloßplah aber tummeln sich Tau- monstrationszüge vollzogen sich im allgemeinen ruhig und geordnet; ben in so großer Bahl, daß man unwillkürlich an ihre berühmten nur an einer Stelle fam es zu einem Konflift mit Berwandten auf dem Markusplay in Benedig gemahnt wird. Gehr wei Soldaten der Reichswehr, die, wie behauptet wird, oft fann man beobachten, wie Habicht oder Wanderfalte sich auf die fo bedrängt wurden, daß sie ihr Heil in der Flucht suchten. Der Haustauben stürzt. Der Turmfalle ist wesentlich friedfertiger, er eine Soldat lief in das Haus des Ober- Rechnungshofes, gefolgt von ernährt sich von Insekten und Mäufen, lebt während einiger Mo- einer Anzahl der Demonstranten. Um dem Soldaten zu Hilfe zu nate in Berlin und hodt meist auf Kirchturmspitzen. tommen, stürzte der Polizeiwachtmeister Wolf auch auf das Haus zu und in dieses hinein, während andere Bersonen gleichfalls in sich öffnenden Tür von dem Wolf drei oder vier Schüsse abgegeben, das Haus drängten. Im Anschluß hieran wurden aus der wieder durch welche zwei Arbeiter getroffen und getötet wurden. diese Borgänge brachte die„ Rote Fahne" auf Grund zahlreicher schriftlicher und mündlicher Berichte von Teilnehmern drei Artikel, in denen ausgeführt wurde, daß hier ein glatter Mord vorliege, auch waren damit Angriffe gegen die Potsdamer Polizei und den Potsdamer Polizeipräsidenten verbunden. Oberwachtmeister Wolf behauptete, daß er die Schüsse in der größten Not Eine Krähe war mit mir aus der Stadt gezogen," singt Schuabgegeben habe. Er hat dann 6-7 Wochen lang im Lazarett zubert in einem schwermütigen Liede und zeigt damit an, daß Krähen bringen müssen. Mehrere Zeugen befundeten, daß sie gesehen sich in der Stadt heimisch fühlen. Auf hohen Gesimsen, Kirchturmhaben, wie Wolf geschlagen und mißhandelt worden sei. Demgegen. Spigen thronen die Krähen mit Borliebe, unbeweglich sieht man fie Die Preise am gesamten Lebensmittelmarkt sind zurzeit im über bestritten andere von den Angeklagten ins Feld geführte dort fizen, als ob fie organisch mit der Architektur verbunden raschen Steigen begriffen. Die Berlaufstäden find gui gefüllt, aber Entlastungszeugen, daß Wolf mißhandelt worden sei und irgendeine nären. Mit schwerem Fügelschlag, der scheinbar etwas Schleppen- die Käufer fehlen, und fo findet eine Lebensmittelanhäufung, beson gegenüberstehenden Aussagen waren nicht zu vereinigen. Die Beranlassung für ihn zum Schießen vorgelegen habe. Diese fich des an sich hat, fliegen sie nach Beute, die sie stets in sicherer Höhe ders im Fleischhandel, statt. Die unzweifelhaft stärkste Preisbil- gegen den Oberwachtmeister Wolf von der Staatsanwaltrerzehren. Man findet die Krähen, von denen die Dohlen ständige dung innerhalb der letzten Wochen konnte man in dieser Woche wahr- fchaft cingeleitete Untersuchung hat mit der Einstellung des Gäste sind, während die Nebelkrähe nur durch Nahrungsmangel nehmen. Rindfleisch kostete in der Woche vom 21. bis 27. Mai etwa erfahrens geendet, da als erwiesen angesehen wurde, daß car im Winter in die Stadt getrieben wird, oft in ganzen Kolonien bei- 35-44 M., Schweinefleisch) 37-44 M., Hammelfleisch 28-42..olf sich in dringender Notwehr befunden habe. Staatsanwalt= einander wohnen und ihr Geträchze ist eindringlich genug, um selbst Kalbfleisch 30-45 m. Das Rindfleisch ist aber bereits heute um schaftsrat Grau hielt die erhobenen Beleidigungen für sehr schwer im Lärm der Stadt bemerkt zu werden. In den Parkanlagen Berlins befinden sich ferner von der ganzen Bogelschar auch Amjet, eima 15 bis 20 m. pro Pfund gestiegen, das Schweinefleisch um und beantragte gegen den Angeklagten Pfeifer Freisprechung, weil sie das Wild vor seiner gefährlichen Nähe warnt und die in um etwa 22 M. erhöht. Beim Kalbfleisch liegen die Preise ähnlich Janus dagegen 3 Monate Gefängnis, da der WahrheitsFink und Star. Die Amsel, die der Waidmann geradezu haßt, 8 bis 25 M., Hammelfleisch kostet heute 50-55 M., also das Pfund da dieser den Nachweis erbracht hatte, daß er für den ihm zur Last fallenden Artikel nicht verantwortlich sei, gegen den Angeklagten Wald und Feld ein äußerst scheuer Bogel ist, hat sich wie die Wild- fo. Hier stieg das Pfund um 15-18 m. Inländischer fetter Spec beweis nicht gelungen sei. ente vom Tiergarten aus über Berlin verbreitet. Sie steht in dem ist mit 75-80 M. zu bezahlen. Will man den Aussagen von Händ- dagegen aus, daß das ganze tragische Ereignis auf die jugendRechtsanwalt Dr. Oskar Cohn führte üblen Rufe, die Nefter anderer Vögel zu zerstören, sie erfreut aber lern Glauben schenken, so haben sie bei diesen schwankenden Preis- liche Unbesonnenheit des Zeugen Wolf zurückzudurch ihren entzückenden Gefang und es gibt genug Bogelfreunde, bildungen noch Verluste zu verzeichnen. Der Gemüsemartt führen sei, der in dem Hause des Oberrechnungshofes durchaus die für sie eintreten und für mildernde Umstände plädieren. Ein ist fräftig angefüllt und die Preise ebenso fräftig eingestellt. Kirschen sicher gewesen sei und gar teine Veranlassung gehabt von den Spazen oft ungern gesehener Gast ist der Star. Der Spaß und Erdbeeren, Tomaten und Bananen, Schoten und andere schöne habe, plöglich blindlings loszuschießen. Für die liebt es, in die im Winter leerstehenden Starfästen einzuziehen, und menn die rechtmäßigen Bewohner zur Frühlingszeit von ihrer langen, Sachen mehr stehen zum Verkauf. Spargel ist schon mit 2, aber formellen Beleidigungen sei eine Gefängnisstrafe sicher nicht am Reise heimkehren, gibt es harte kämpfe, bei denen Blut fließt, be- auch mit 16 m. das Pfund zu haben. Feine rote Tomaten stehen verurteilte Janus zu der gesetzlich höchst zulässigen Geldstrafe Blaze. Der Gerichtshof sprach den Angeklagten Pfeifer frei und vor der Starmaz von seinem rechtmäßigen Eigentum Befig er mit 40 M. ausgezeichnet. Neue Kartoffeln haben jetzt eine fräftigere von 1500 Mark und sprach den Beleidigten die Publikationsgreifen tann. Auch die Vogelwelt hat ihre Tragödien. Um die Zufuhr erfahren, die Preise allerdings( 7,50-8,50 m. das Pfund)| befugnis zu. 72] Krähen und Singvögel. Der Ruf durchs Fenster. Roman von Paul Fran f. Sensationelle Bendung im Verlauf der Dinge. Berhaftung des Studenten Dmochowski, des vermutlichen Mörders der Erika Diest. Außer diesen Vögeln, die in der Hauptsache in Berlin zu finden find, gibt es noch viele andere beschwingte Bewohner Berlins, die vereinzelt anzutreffen sind, vom Hänfling bis zur Goldammer und selbst die Nachtigall singt in manchen Barks ihr füßes Lied. So ist in der Großstadt mehr fliegendes Leben" als mancher, der in ihr aufwuchs, sich träumen läßt. Preiskatastrophe. Ueber lichem Gewahrsam. Die heutige Nacht verbrachte er in einer| nen Augen, die sie von Zeit zu Zeit nur öffnete, um einen Einzelzelle. Als man das Elternpaar von der Wendung, die teilnahmslosen Blick durch das Coupéfenster hinaus auf die die Dinge unvermutet genommen hatten, in Kenntnis fette, vorüberfegende schneebedeckte Landschaft zu werfen. Unweit waren sie fassungslos. Besonders Herr Diest wollte es nicht von ihr saßen der Arzt und der junge Schriftsteller, der, überglauben, daß man Dmochowski in Haft gesetzt hatte. Aber ich nächtig, blasser als sonst, hinter seinen Brillengläsern hervor habe doch selber mit ihm gesprochen!" rief er ein um das sah. Er hielt ein Zeitungsblatt in der Hand, faltete es ausandere Mal aus. Das ist doch unmöglich, daß ein Mensch, einander, ging die Spalten der Reihe nach durch, ohne daß er und wäre er auch der abgefeimteste Schurfe, so eine Komödie jedoch gefunden hätte, was er suchte. zu spielen vermag! Dmochowski ein Mörder! Heute früh noch hätte ich es geglaubt. Aber jetzt nachdem ich ihm von Das Berhör mit Thaddäus Dmochowski dauerte mehrere Angesicht zu Angesicht gegenübergestanden habe, nachdem ich Stunden. Kommissär Ljubatschow gestaltete es sehr eindring- Beuge feines Schmerzes und seiner Berzweiflung gewesen lich. Die Auskünfte, die er von dem Studenten erhielt, waren bin... Dieser Dmochowski der Mörder meines armen vorerst ungenau. Später verwickelte sich dieser in heftige Kindes...!" Auch die schwergeprüfte Mutter war lange Widersprüche, trug im Verlauf ein immer aufgeregteres Be- Zeit nicht zu beruhigen. Auf jeden Fall darf man annehmen, nehmen zur Schau, verweigerte schließlich, da er sich mehr- daß der heutige Tag die Aufklärung dieser Mordaffäre bringen mals festgerannt hatte, jede weitere Auskunft, so daß Kom- wird. missär Ljubatschom, ein ebenso befannter wie gewiegter Kriminalist, die sofortige Verhaftung des Studenten Dmochowski Der Fall Reuß. aneindergeteilte, armselige Häufer nahe an die Bahn her Draußen begann eine Stadt, deren legte, in Gruppen antraten, die sich, zu größeren Blocks vereinigt, allmählid) verdichteten, aus deren niedriger Gemeinschaft flachbedachte hohe 3instafernen sprangen, in deren Hintergrund rauchende Fabrikschlote standen. nahe in rührender Abwechslung gehüstelt und Bonbons ge Eine beleibte Dame, die während der ganzen Fahrt beigeffen hatte, öffnete die Tür und sprach das Wort„ Riga" mit fragender Betonung aus. Ohne ihr eine Antwort zu Garbislander ihr Abteil, da im Zug mittlerweile alles sich ergeben, verließen Hedwig Reuß, ihr nachdrängend Jordan und hoben, die Mäntel angelegt und das Gepäck bereitgestellt hatte. Draußen waren die ersten Straßenzüge zu sehen, in denen die Wagen der elektrischen Tram zwischen Fuhrwerk jeder Art ihre Bahn rollten. als des Mordes an Erika Diest dringend verdächtig verfügte. Hier ist es der Behörde trotz fieberhafter Anstrengungen Dmochowski wurde unauffällig im gefchloffenen Automobil ins nicht gelungen, auch die leiseste Spur zu finden. Der AnPolizeigefangenenhaus gebracht. Dort wurde er um elf Uhr schlag, dem der berühmte Schauspieler zum Opfer gefallen, nachts noch einem kurzen Verhör durch den Präfekten Herrn ist noch nicht entdeckt. Man weiß zur Stunde noch gar nicht, Tudolin unterzogen. Wie man uns mitteilt, vermochte dieses welcher Art dieses Verbrechen gewesen ist. Drei Tage sind in Verhör jedoch nicht die Angelegenheit in ein flareres Stadium zwischen verstrichen. Man darf natürlich die Hoffnung nicht zu rücken. Die Verdachtsgründe, die gegen Dmochowski aufgeben, daß es den Bemühungen unserer ausgezeichneten Der Zug verlangsamte sein Tempo, der Bahnhof begann sprechen, sind schwerwiegend, beinahe erdrückend, jedoch hat Kriminalisten dennoch gelingen werde, binnen kurzem Licht mit endlosen Reihen hintereinandergekoppelter Waggons, die dieser bisher an seinem hartnäckigen Leugnen festgehalten. Er auch in diese Finsternis zu bringen. Nachzutragen wäre noch, auf den Gleisen standen, zwischen denen eilfertig schmuzig trägt ein überaus eraftiertes Wesen zur Schau, gerät, nachdem daß der Agent, der sich in die Portierloge des Deutschen uniformierte Arbeiter liefen. Stimmengewirr rauschte plöker in helle Raserei verfallen, unvermittelt in Zustände voll- Theaters gesetzt, bis in die späten Nachmittagsstunden vergeblich um den Zug. tommener Erschöpfung, in denen er teilnahmslos verharrt und lich auf jene geheimnisvolle Briefschreiberin gewartet hat, die jede Antwort verweigert, um plöglich wieder in heftige Aus- fich der Aussage des Rotterdamer Großkaufmanns zufolge brüche der Wut und der Verzweiflung zu stürzen, während dort ihre Antwort abholen wollte. der es ebenso unmöglich ist, aus ihm einen vernünftigen Sah herauszubekommen. Es ist die übereinstimmende Ansicht der die Untersuchung führenden Herren, daß Dmochowski eine überaus geschickte Romödie spielt. Er produziert sich vorläufig In den Coupés des Schnellzuges Königsberg- Riga noch als wilder Mann, doch hofft der Präfeft, wie er unserem herrschte bereits die zuversichtliche Stimmung baldiger An Mitarbeiter mitteilte, mit Bestimmtheit darauf, daß der Wider- funft, Regiomfeit und erhöhte Lebenstätigkeit, die siegreich stand des Studenten binnen furzem gebrochen sein dürfte. nach einer Nacht mit allen Beinlichkeiten überheister, über Wie Herr Tudolin versichert, wird Dmochowski aller Voraus- füllter Waggons sich erhoben, in denen es nach Weinresten ficht nach im Laufe des morgigen Tages ein umfassendes Ge- und Kohlenstaub roch. Frau Hedwig, die einen dichten ständnis ablegen. Er verbleibt natürlich vorläufig in polizei- Schleier vorgenommen hatte, ruhte in einer Ecke mit geschlosse 12. Man war in der Halle des Bahnhofs von Riga angelangt, und ein fräftiger Ruck, der die in den Gängen der Wagen hintereinander wartenden Ungeduldigen rücksichtslos gegeneinander warf, zeigte die eigentliche Ankunft an. Die Erledi gung der Gepädstüde nahm nicht allzu viel Zeit in Anspruch, der Autoomnibus des Hotels ,, Europe" stand vor dem Bahn hofsportal, auf den Koffer eines Dresdener Herrn wartend, der noch nicht zur Stelle war, so daß die Abfahrt dadurch verzögert wurde, da es immerhin eine ganze Weile dauerte, bis das vermißte Gepäck aufgefunden und auf dem Dach des Wagens verstaut war, so daß dieser endlich mit den ungeduldig gewordenen Insassen die Fahrt beginnen konnte. ( Fortsetzung folgt.) Der Spielklub im Papierkorb. Von dem dienstlichen Ueberetfer eines Kriminalbeamten. Daß eine anonyme Anzeige der Anlaß sein kann, daß ruhig schlafende Bürger von der Polizei des Nachts im Hemde aus dem Bett geholt werden, hat der Kaufmann Weiß aus Schöneberg in einer sehr unangenehmen Weise erfahren müssen. Zugleich scheint der Fall ein Beweis dafür zu sein, daß die Vorbereitungen, die der Beamte treffen mußte, um die Aufhebung der verfassungsrechtlich gewährleisteten Unantastbar keit der Wohnung zu rechtfertigen, mit größerer Sorgfalt hätte vorgenommen werden müssen. Raucher und Nichtraucher bei der Straßenbahn. Wirtschaft Die wirtschaftlichen Kräfte Desterreichs. Der Vorschlag der Straßenbahndirektion, die Anhängewagen im Sommer versuchsweise als Raucherwagen fahren zu lassen und das gegebenenfalls auch für den Winter einzuführen, hat, wie nunmehr auch das Nachrichtenamt der Stadt Berlin mitteilt, die Zustimmung der Berkehrsdeputation gefunden. Die Genehmigung Die Ursachen der katastrophalen Entwertung der des Polizeipräsidenten ist eingeholt; sobald sie eintrifft, was in 8 österreichischen Krone liegen weniger auf finanzpolitischem bis 10 Tagen erhofft wird, wird die Neueinrichtung sofort in Kraft Gebiet, sie sind vielmehr im Friedensvertrage von St. Germain treten. Ueber die Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit dieses Bes zu suchen. Nachdem aus der alten Donaumonarchie die besten Wirtschlusses hat bereits eine öffentliche Aussprache eingeseht und es fei fchaftsgebiete herausgeschnitten und an die Tschechoslowakei, Süddarauf hingewiesen, daß das Ganze zunächst ein Bersuch ist. flamien, Rumänien, Italien usw. gegeben worden waren, verblieb Da außer dem Innenteil des Anhängers die Raucher auch noch vier noch ein wirtschaftlicher Torso, das heutige deutsche DesterPerrons zur Verfügung haben, so ist es wohl fein unbescheidener reich. Dieser Staat ist infolge seines gebirgigen Charakters nicht in Bunsch der nichtrauchenden Frauen, Kinder und Kranten usw., wenn der Lage, feine Bevölkerung aus der eigenen landwirtschaftfie für die zwei Anhänger einen für Nichtraucher haben lichen Produktion zu ernähren, durch den vorerwähnten möchten, da die Raucher dann außer den einen Wagen für sich auch mit Hilfe einer erhöhten industriellen Produktion dem Mangel an noch 6 Perrons haben. Feffnahme eines Mädchenjägers. Gestern mittag lockte der 46 Jahre alte Julius S. aus Weißensee die 13jährige Charlotte D. in einen Hausflur in der Uhlandstraße und versuchte unfittliche Handlungen mit ihr vorzunehmen. Ein Kriminalbeamter, der ihn beob achtet hatte, nahm ihn fest und führte ihn zur Prager Wache. S. ist bereits mit 7 Monaten Gefängnis bestraft, und zwar wegen eines ähnlichen Berbrechens. Wegen„ Haltens eines Spielflubs" hatte sich W. gestern vor dem Schöffengericht Berlin- Schöneberg zu verantworten. Durch liebe Nachbarn" oder dergleichen hatte eines Tages die Schöne berger Kriminalpolizei eine anonyme karte erhalten, in der behauptet wurde, daß in der Wohnung des Angeklagten ein Spielflub tage. Diese anonyme Anzeige in Verbindung mit den Angaben eines Hausbewohners, der die Polizei ängstlich um die Verschweigung feines Namens ersucht hatte, genügte einem Kriminalbeamten, um folgende Haupt- und Staatsaktion zu inszenieren. Mit mehreren Schupobeamten, die er sich zur Hilfe geholt hatte, ließ der Beamte sämtliche Ausgänge befehen, um dann mit Stentorslimme an der Wohnungstür zu verlangen, daß ihm im Namen des Gesetzes" geöffnet werde. Der Angeklagte war nach seiner Angabe erst im Begriff, telephonisch das Ueberfall. tommando zu alarmieren, nahm aber davon Abstand, da der Beamte drohte, die Wohnung gewaltsam öffnen zu lassen. Der Genofinnen und Genossen! im Nachthemd befindliche Weiß öffnete und der Beamte stürmte mit der Pistole in der Hand durch sämtliche Räume und drang auch in das Schlafzimmer ein, wo wurde von unterst nach oberst gefehrt, bis die Be. amten im Triumph ein altes Kartenspiel im Papierforb und ein Spielbrett fanden, mit dem sich Weiß mit feinen Angehörigen öfter abends vergnügt hatte. Auch das Dienst mädchen, das sich erschreckt in seiner Kammer eingeschlossen hatte, wurde im Namen des Gesetzes" aufgefordert zu öffnen, da in der Kammer die Spieler versteckt sein fonnten. Als das Mädchen den pistolenbewehrten Beamten sah, flüchtete es freischend ins Bett. Bor Gericht wandte sich Rechtsanwalt Dr. Ahrens in scharfen Worten gegen diesen unerhörten Eingriff in die persönliche Freiheit eines Bürgers und führte aus, daß es mehr als befremdlich sei, daß irgendein anonymer Wisch eines gehässigen Feiglings genüge, um ruhige Leute des Nachts aus den Betten zu holen, sie im ganzen Hause zu blamieren und außerdem noch unter Anklage zu stellen. Das Gericht fam nach furzer Beratung dem Antrage des Staatsanwalts gemäß zu einer Freisprechung des Angeklagten auf Kosten der Staatskasse. Scheidemann- Versammlung die Ehefrau des Angeflagten im tiefften negligé stand. Alles in der Brauerei Friedrichshain, abends 7 Uhr. Holz- und Bapierindustrie verdantt. Sehr ungünstig iſt Festnahme eines Gentlemandiebes. Die Eisenbahner- Kleingarten- Kolonie Tempelhofer Feld veran stattet am Sonntag, ben 18. Juni, ein großes Gartenfonzert und Kinderfest mit allerlei Beluftigungen. Um 3 Uhr findet ein Kinderfeftzug unter Borantritt des Mufit- und Tambourkorps statt und bei eintretender Dunkelheit ein Fadelzug und großes Feuerwert. Gefangverein Neuköllner Liedertafel( M. b. ASB.). Sonntag. den 18. Juni, nachmittags von 2-3 Uhr, öffentliches Voltstongert in Neukölln, Neuterplag. Der landwirtschaftlichen Erzeugnissen durch verstärkte Räufe im Auslande abhelfen zu können. In Desterreich stehen für den Ackerbau nur 24 Proz. des Bodens zur Verfügung gegen 48,6 Proz. in Deutschland. Es müssen alljährlich etwa 30 000 bis 40 000 Waggons Brotgetreide aus dem Auslande eingeführt werden. Aus der inländischen Kartoffelproduktion fönnen jährlich etwa 150 Kilogramm je Kopf der Bevölkerung zur Verfügung gestellt werden gegen 350 Kilogramm im früheren Desterreich. Infolge des Mangels an Düngemitteln und der Berringerung der Anbaufläche können zurzeit nicht einmal 40 Kilogramm 3uderrüben pro Ropf Besucht die heutige Bichbestand ist durch die Kriegszeit start heruntergekommen erzeugt werden gegen 215 Kilogramm im alten Desterreich. Der und vermag noch immer nicht den inländischen Fleischbedarf zu becken. Einer der wichtigsten Posten in der österreichischen Wirtschaftsbilanz ist sein Holzreichtum, dem es eine hochentwickelte Desterreich hinsichtlich der bergbaulichen Erzeugnisse gestellt. Wohl reicht die inländische Eraförderung zur Berforgung der Eisenindustrie aus, die erforderlichen Brennstoffe müssen jedoch zum allergrößten Teile im Auslande gekauft werden. Monatsbedarf an Kohle beträgt etwa 1.1 Millionen Tonnen Kohle und 110 000 Tonnen Rots. Dem steht eine durchschnittliche Produktion von ungefähr 240 000 Tonnen Kohle in den österreichischen Alpenländern gegenüber. Hierbei handelt es sich noch dazu größtenteils um eine sehr minderwertige Brauntohle. Desterreich ist deshalb auf die Zufuhr von Brennstoffen aus der Tschechoslowakei und Deutschland angewiesen. Man versteht unter diesen Berhältnissen, Bezirksbildungsausschuk Grok Berlin. Am Donnerstag, den daß die scharfe Kurssteigerung der tschechischen Krone im Januar 22. Junt, abends 5%, Uhr, Sigung des erweiterten Bildungsausschusses d. J. der österreichischen Industrie gefährliche Wunden schlug. Auch im Sizungssaal des Bezirtsverbandes, Lindenstr. 3, 2. Hof, 2 Tr. Die hinsichtlich des Bezugs von Erdöl ist der Rumpfstaat vollkommen Anwesenheit aller Mitglieder ist dringend erforderlich. Feftkonzerte. Die vom Auslande abhängig. Solange Kohle und Petroleum in unbeAusgabe der Zeichnungslisten ist erfolgt. Liften liegen aus bei allen Abgrenzten Mengen und zu billigen Preisen zur Verfügung standen, teilungs- und Bildungsausschuhmitgliedern der Kreise und im Bureau des hatte man es nicht nötig, die reichlich vorhandenen Wafferfräfte Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr. 3, 2. Qof, 2 Tr., Zimmer 8. lofung von Runftblättern. Ziehung am 1. Juli cr. 2ose a 3 m. der Alpenländer auszunuzen. Heute liegen großzügige Pläne bei allen Abteilungs- und Bildungsausschußmitgliedern der Kreise und im vor, deren Ausführung Desterreich wenigstens hinsichtlich der RegeBureau des Bezirksbildungsausschusses. Die noch fehlenden Fragebogen lung des Verkehrs und der Versorgung eines großen Teils feiner Industrie mit Energie von der ausländischen Kohlenzufuhr unab find fofort einzureichen. hängig machen könnte. Unter den gegenwärtigen Verhältnissen ist jedoch an die Ausführung derartiger Kulturarbeiten gar nicht zu denken. In welch verhängnisvoller Weise durch den Frieden von St. Germain alte wirtschaftliche Zusammenhänge zerrissen wurden, zeigt sich besonders in der Textilindustrie. Die österreichische Baumwollspinnerei fann 3. B. mit ihren 1,2 Millionen Spindeln rund 30 000 Webstühle beschäftigen, während tatsächlich nur noch 12 000 Webstühle in Desterreich stehen, es müssen also zwei Drittel der Produktion der österreichischen Spinnereien in das Ausland( Tschecho flowakei) ausgeführt und nach erfolgter Berarbeitung wieder zurüdgebracht werden, um den hochentwickelten inländischen Bleichereien, Färbereien und Appreturanstalten, sowie der Konfettion Beschäftigung zu sichern. Die Rohstoffversorgung der österreichischen Textilindustrie erfolgt natürlich nur durch Käufe im Ausland. So werden bel normaler Beschäftigung jährlich eingeführt: 45 Millionen Kilogramm Baumwolle, 12 Millionen Kilogramm Schafwolle, 5 Millionen Stilogramm Hanf, 1½ Millionen Kilogramm Flachs und 10 Millionen Kilogramm Jute. Ver. Geheimnisvoller Doppelmord in Breslau. In einem Haufe der Eisenstraße in Breslau wurde Donnerstag cormittag die Ehefrau Stiller, deren Mann bereits auf Arbeit war, mit durchschnit tener Rehle aufgefunden. Neben ihr lag ein Mann ebenfalls mit durchschnittener Kehle. Bei ihm wurden 300 m., deren Herfunft noch nicht festgestellt ist, sowie Papiere auf den Namen eines 42jährigen Paul Wolf aus Berlin vorgefunden. Groß- Berliner Parteinachrichten. Ein Dieb, wie er in der Kriminalistit einzig dafteht, ist gestern von der Kriminalpolizei entlarot und festgenommen worden. Das ,, Gewerbe" dieses Diebes war so einträglich, daß er sich nicht nur Stapellauf des Adolf Woermann. Auf der Werft von Blohm einen hocheleganten Rraftwagen und drei eigene u. Boß in Hamburg ist gestern der für die Woermann- Linie er Pferde halten, sondern auch noch eine Iuguriös einge richbaute 8100 Tonnen große Fracht. und Passagierdampfer Adolf tete Wohnung mit einer sehr wertvollen Bibliothet Boermann glüdlich von Stapel gelassen worden. einrichten konnte. Es handelt sich um einen ,, Direktor" Bornutat, der aus Westpreußen stammt und gestern vormittag in einem Benfionat in der Hardenbergstraße bei einem Diebstahl getroffen und ange. halten wurde. Er wurde festgestellt als Direttor Bernutat aus der Johann Georg- Str. 16 in Halenfee. Da feine Borstrafen festzustellen waren, der Herr Direktor eigene Wohnung hatte und der Diebstahl in dem Pensionat in der Hardenbergstraße noch der Aufklärung be durfte, murde er zunächst auf freiem Fuß gelassen. Die Ermittlungen crgaben jedoch, daß man es bei Bernutat mit einem Menschen zu tun hatte, der bereits vor mehreren Jahren wegen Einbruchs in das hiesige Bolizeipräsidium eingeliefert worden war. Alle Aufzeich nungen hierüber waren jedoch aus den Polizeiatten verschwunden. Selbst die Fingerabdrüde waren aus der Kartothek des Erkennungsdienstes gestohlen. Das Bild Bernutats im Verbrecheralbum hatte jedoch nicht entfernt werden können und deshalb hatte es der Helfershelfer Bernutats, in dem man einen ungetreuen Beamten vermutet, der bereits seiner Verfehlungen wegen aus dem Dienst entlassen worden ist, dadurch unfenntlich gemacht, daß er es mit einem Bettel mit der Aufschrift gestorben" überflebte. Ein Kriminalfommissar stattete daraufhin noch gestern nachmittag dem Herrn Direktor in seiner Wohnung mit mehreren Beamten einen Besuch ab. Die Beamten wurden von dem Hern Direktor sehr ungnädig empfangen. Er verbat sich ganz energisch, daß man ihn als steuerzahlenden Bürger in dieser Weise be lästig e. Wohl oder übel mußte er es zulassen, daß seine mit Lurusmöbeln, Seidenteppichen und kostbaren Bildern ausgestattete Wohnung gründlich untersucht wurde. Diese Untersuchung förderte fchweres Belastungsmaterial zutage, nämlich eine ganze Reihe von Schmuck- und Wertsachen, die aus Pensionsdiebstählen herrühren. Bernutat war, wie weiter festgestellt werden fonnte, eine Zeitlang Direktor einer Deforationsakademie und Direktor eines Spielklubs in Swinemünde. Bildungswefen: Die Bildungsausfuffe ber Bartet werden geheten, Jowelt fe dies nody nicht getan haben, die Geschäftsfragebogen für das Jahr 1921/22 umgehend aurüdaufenden, ba fie für den Jahresbericht bes Zentralbildungsausschusses und zur statistischen Bearbeitung bringend gebraucht werden. Ferner hat der Zentralbildungsausschuß neues Referentenmaterial herausgegeben, und zwar Rurfusbispofitionen von Sr. 10 bis 13. Nr. 10: Lohmann, Gozialdemokratie und Schule; Nr. 11: Braun, Die politischen Parteien, ihr Beben und Befen; Nr. 12: auffötter, Der Sozialismus als utopie und als bis zur Neuseit. Die Schriften find sum Breise von 3 M. pro Cremplar gegen Boreinfendung bes Betrages und Portos bura den Zentralbildungsausschus ber Lindenstr. 3, su beziehen. Beim Bezug von mehr als 5 Exemplaren ber ein Sozialdemokratischen Bartei Deutschlands( R. Beimann), Berlin S. 68, zelnen Nummer wird ein entsprechender Rabatt gewährt. 5. Areis. Friedrichshain. Elternbeiräte! Abrechnung der Billetts Sommerfest bei Wittschuß, Petersburger Str. 5, abends von 7 bis 9 Uhr. Alle übrigen Karten milffen spätestens bis Sonnabend im Festlokal abgePantow. 128./130. bt. Die für heute angesezte Sigung der Zeitungstommiffion findet erst am Montag, den 19. Juni, abends 7 Uhr, im Jugendheim ftatt. Wissenschaft; Nr. 13: Marquardt, Geschichte des Sozialismus vom Altertum rechnet fein. Morgen, Sonnabend, den 17. Juni: Bum 42. bt. Blicherfäle, Blicherstr. 61. Unterhaltungsabend mit Tana. Cin. tritt inklusive Steuer 3 M. Rarten find noch in den Bezirkslokalen sowie bei den Bezirksführern au haben. Jungsozialisten. Gruppe Bris. Am 20. Juli Jahresfeier: Bunter Abend, anläßlich des einjährigen Bestehens der Gruppe. Bir bitten die Genoffinnen und Genossen aus allen Gruppen, fich zur Mitwirkung bereit au erklären. Bernau. 8 Uhr, im Elysium, Mitgliederversammlung. Sport. Rennen zu Ruhleben am Freitag, den 15. Juni 1922. 1. Sennen. 1. Friebensware( Grube), 2. allene( Rogowosti), 3. Seibemann( A. Freundi). Tot.: 25:10, L: 16, 19, 19:10. Ferner liefen: Carine, Seewind, Lausbub II, Frankfurter, Gulyas, Dr. Adolph K., Felig III, Rettl, Gratis fr., Gertrud Bingen, Eduard 1, Mocuna, Nordfon, Gabrian, Liliomf I (. Freundt), 8. Beraichwalbe( 6. Lautenberger). Tot.: 14:10. BL: 12, 2. texnen. 1. st. 1. Bafferfall( Großmann), 2. Jeffries jr. 12, 16:10. Werner liefen: neewolle, Della, Sohannesfeuer, Staffandra, Bochstapler, Bechvogel. 2. Bt. 1. Zahna( Beiß), 2. Fafner& Hans Schleusener), 3. Barry W.( Ezerson). Tot.: 15:10, 31: 11, 12, 25:10. Ferner liefen: Darletin, Mattonigin, Harry R., Morgenpost, Armida I, Byjcerberg, Orchidee. 2. Rene R. Annahme des Viermark- Tarifs im Ausschuß. Der zur Borberatung der neuen Straßenbahntarifvorlage des Magistrats eingesezte Ausschuß hat gestern nach über dreistündiger Berhandlung den Magistratsantrag auf Erhöhung des Straßenbahnfahrpreises auf 4 m. mit 12 gegen 4 Stimmen angenommen. Dagegen stimmten die Vertreter der deutschnationalen und der kommunistischen Fraktion. Der Ausschuß stimmte dann mit großer Mehrheit folgendem Antrag zu: Die Stadtverordnetenversammlung ersucht den Magistrat, entsprechend den wiederholten Beschlüssen der Berkehrsdeputation an dem Ein heitstarif innerhalb des Berfehrsgebietes der Stammbahnen der Straßenbahn festzuhalten und jeden Bonen oder Staffel tarif auch in verschleierter Form abzulehnen. Ermäßigte Fahrpreise find auch für Einzelfahrten auf den ehemaligen Borortstraßenbahnen ( Röpenid, Spandau, Teltower Kreisstraßenbahnen) einzuführen. Gemäß dieser grundsätzlichen Entschließung beschloß der Ausschuß. den Fahrpreis auf den Stammstrecken der Straßenbahn auf 4 M. zu erhöhen, dagegen auf den Borortstraßenbahnen auf 3 m. zu belaffen, ebenso die Preise für Umsteigefahrscheine und 3. Rennen: 1. Fibel( Elias), 2. Tip Rufer( Baumgart), 3. HandSammelfarten auf den Vorortbahnen. Der Preis für die Umsteige: Bartenfels, Mitrowica, Cladium, Morganat, Fremdling, Allertons, Grbfireich( Rüdert). Lot.: 168: 10, L: 47, 19, 27:10. Ferner liefen: farte in Berlin wurde auf 7 M. erhöht. Sammeltarten follen bei Schleicher, Baralb I, Bellug Berth R., Edinhard, Dr. Preßbourg, Clara I, einem Tarif.pon 4 Mt. wegfallen. Der Einzelfahrpreis für Kinder Debora B., Zangufte, Bingen jr., Zenie. von 6 bis 14 Jahren wurde überall auf 2 M. ermäßigt. Mit 7 gegen 4. Rennen: 1. Berard( F. Schmidt), 2. Matador I( E. Treuhers), 5 Stimmen wurde beschlossen, daß auch wirtschaftlich Unselbständigen 3. Gudrun II( Knöpnadel). et. 58:10, Bl. 21, 17, 34: 10. Ferner liefen: Schülern und Lehrlingen) dieselbe Vergünstigung innerhalb vier Crocus, Kufertrud, Starla, Zufall, Drba. Bochen gewährt werden soll. Ferner wurde bei der Stadtverordnetenversammlung beantragt, dem Ausschuß auch die Prüfung der Frage besonderer Fahrpreisermäßigung für Kriegsbeschädigte fm. zu übertragen. Die Straßenbahntariffrage wird voraussichtlich bie nächste Sigung der Stadtverordnetnen beschäftigen. 6. Rennen: Ferner Es zeigt sich also, daß das heutige Defterreich in jeder Hinsicht pom Auslande abhängig ist und eigentlich feinerlei natürliche Schäze besigt, die es als equivalent für die starke Einfuhr verwerten fönnte. Es fann fich deshalb im jezigen Moment nicht darum handeln, die Katastrophe von Desterreich durch eine währungs union mit Deutschland abzuwenden, denn dadurch Staates nicht beseitigt. Die Rettung fann nur im Anschluß des würden die Ursachen der Berarmung des unglücklichen gefamten Staates an ein großes Wirtschaftsgebiet bestehen, das ihm alle diejenigen Rohmaterialien usw. zur Berfügung stellen fann, deren er bedarf. Auf diese Weise wäre es möglich, dem notleidenden österreichischen Bolle wieder die Ausnutung feiner Arbeitskraft und feiner technischen Fähigkeiten zu ermöglichen. Dann würde auch. Wien, das unter der jezigen Krise ganz besonders schwer leidet, wieder besseren Zeiten entgegengehen und mehr als bisher der ben. Wenn unter den heutigen politischen Berhältnissen ein offener 3entralpunkt des Handels nach Südosteuropa merAnschluß Desterreichs an Deutschland auch nicht durchführbar ist, so follte man doch wenigstens alle Schranken niederreißen, die bisher die wirtschaftlichen Beziehungen und den Verkehr zwischen diesen beiden deutschen Ländern erschweren. Eine neue Kohlenkrise. Nach dem jetzt genau vorliegenden Jahresergebnis für 1921 hat Der Privatverbrauch der gesamten Industrie, Landwirtschaft, des Kleingewerbes und Hausbrand an Steinfohlen und Braunfohlen insgesamt nur etwa 73 Broz. des Verbrauchs Deutschlands( in den jetzigen Grenzen) von 1913 erhalten. In Steinkohle allein ist das Belieferungsverhältnis noch ungünstiger: während der Privat verbrauch im April 1921 noch 68,5 Broz. erhielt, fant der Prozentsaz bazu in viel weniger guten Sorten und Qualitäten geliefert als bis Ende des Jahres 1921 auf 60 Pro3. Diese 60 Broz. werden noch früher, da die besten Sorten an die Entente und die Eisenbahn gehen und da auch die Förderung unreiner war. Wird der wirkliche Nuzmert eingelegt, so erhält der private Verbrauch zurzeit höchstens die Hälfte des Betrages von 1913. Am bedrohlichsten ist noch immer die Lage der Eisenbahn, die etwa nur die Hälfte der Vorräte hat, wie zur gleichen Zeit des VorSommerverbrauch in unmittelbarer Not. Bei den Baustoffs, bei den jahres. Auch die Gaswerte sind vielfach noch jetzt trop geringerem Ralf-, Soba- und Eisenindustrien leidet die Produktion besonders fchwer unter Brennstoffmangel. Ohne Metallarbeiter- und Zementarbeiterstreit wären vielfach Betriebseinstellungen infolge Kohlenmangels bereits eingetreten. 5. Rennen: 1. Clárdhen M( Wiesener), 2. Br. Sudud( J. Lichtenfeld), Die arbeitstägliche Förderung, besonders an der Ruhr, ist seit 3. Quader( G. Schulz). Tot. 157: 10, BL. 24, 13, 37:10. Ferner liefen: dem März 1922 mehr und mehr zurückgegangen. Sie lag im Mai Schmetterling, Abdullah Siv, Alpenfer, Tello( disqu.), Arion J, Immerjort. an der Ruhr bereits um 17 500 Tonnen unter der arbeitstäglichen Freundt), 8. Dzema( Straus). Tol. 28:10, 31. 18, 20, 22:10. 1. Teufelsbart( m. Schleufener), 2. Bitantrieje( A. Förderung des März, im Juni ist der Förderausfall nach den bis herigen Bahlen fogar mehr als doppelt so groß. Dazu besteht fchwere Gefahr von Oberschlesien, wo infolge von Betriebsstörungen bei und nach der Abtretung für längere Zeit mit auf die Hälfte herabgefetzten Zufuhren nach Deutschland gerechnet werden muß. Das kann einen Ausfall von 700 000 Tonnen monati bebeuten, dem wir völlig ungewappnet gegenüberstehen, da auch im Ruhrresier zurzeit an Steinkohle nicht einmal mehr eine Tagesförderung auf der Halde liegt und auch der Koksbestand auf etwa 220 000 Tonnen zurüdliefen: auit II, Sandschlag, Reininger, Wotant, Habalgo II, Biene III, Fistus, Wilhelmina. 7. Stennen: 1. Ottomar( Sm. Schleusener), 2. Künstler( S. mins), 3. Ationar( A. Freundt). Tot. 34: 10, Bl. 15, 14, 21: 10. Ferner liefen: Firn, Albanter( bisqu.), Dinaburg, Dolomit, Picque( 3. o. W.), Dr. Chelsea Balm. Watts( o. W.). 8. Rennen. 1. Jung Berghied( Hm. Schleusener), 2. Angriff ( Steinnagl), 3. Barde( s. Schleusener). Zot.: 20:10, I. 17, 23:10. erner liefen: Schlips, Heideroje, Arche. gegangen ist. Schwerkriegsbeschädigte auf Wohnungssuche. Infolge der Berlegung der Infaffen des Versorgungslazaretts hüringer Allee in das Lazarett Tempelhof sind Schwerkriegsbehädigte( Amputierte) gezwungen, sich in Charlottenburg eine Wohung zu suchen, weil die Lage ihrer Arbeitsstelle ihr Berbleiben in Charlottenburg notwendig macht. Alle bisherigen Berfuche, eine affende Wohnung zu finden, find erfolglos geblieben. Es ergeht In dieser Not hat der Reichsfohlenfommiffar die Einfuhr Daher durch das Bezirksamt Charlottenburg die öffentliche ausländischer Rohlen in jeder Weise erleichtern müssen, Bitte, für die Unterbringung dieser Schmertriegs- Schwimmen quer burch Neuton. Am Sonntag, den 18. Junt, arrangieren mit dem Ergebnis, daß allein an englischer Rohle im Mai 720 000 beschädigten eine Anzahl günstig gelegener Zimmer- mog- bie Freien Schwimmer Neukölln", bie beim Arbeitersportfest im Stadion Zonnen eingeführt worden sind, d. h. etwa ebenso viel wie vor dem lichst Parterrezimmer große sportliche Erfolge erringen konnten, großzügige sportliche Veranstal zur Verfügung zu stellen. Um fung. Statt ist um 9.45 Uhr an der Bobrechtbride im Landwehrtana, sriege, wo aber Deutschland ben vierfachen Betrag an Kohle dus gehende Meldungen werden erbeten an die Familienfürsorge Biel befindet fid im Reutölner Stichtanal an der Treptower Bride. Etwa führen fonnte. Die gesamte Einfuhr im Juni wird voraussichtlich für Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene im Stadtschloß Char- 80 Teilnehmer, Damen, Herren, Jugend und Kinder werben teils die ganze fogar über eine Million Tonnen betragen. Für den Herbst und teils 2000 Meter lange Bahn lottenburg, Luisenplay, Zimmer 16; Tel.- Anruf: Amt Wilhelm schwimmen. Um 11 Uhr findet am 8iel, an ber Treptower Bride, 28 inter ist trok der Einfuhr in bezug auf Buckerfabriken, Haus Bezirksamt Charlottenburg Nr. 372. führung eines Damenkunfteigens durch 16 Damen des Vereins statt, brand usw, noch so gut wie gar nicht gesorgt. Arbeitersport. auf die Verwaltung der Einzelgemeinde wichtige Befugnisse ist vorgeschrieben, daß die Mitbenuhung der Gemeindeanstal Neue Landgemeindeordnung. übertragen werden, wodurch er tatsächlich den maßgebenden ten, Einrichtungen und Betriebe für alle Einwohner nach Bon Paul Hirsch. Das Preußische Staatsministerium hat, wie die PPN. erfahren, in seiner Sigung am Mittwoch die Entwürfe der neuen preußischen Monats Juni, an den Preußischen Landtag gelangen. Einfluß auch in den der Verwaltung der Einzelgemeinden festen gleichmäßigen Grundsäßen geregelt sein muß, wobei verbliebenen Angelegenheiten ausübt. Borzugsbestimmungen für Minderbemittelte getroffen werden Die Regierung gibt der Gesamtgemeinde als einem ungleich dürfen, und endlich, daß gewerbsmäßige Betriebe nach kaufStädte und Landgemeindeordnungen endgültig durch leistungsfähigeren Gebilde den Vorzug vor der Einzel- männischen Grundsägen geführt werden, grundsäglich leberberaten und verabschiedet. Die Entwürfe gehen nunmehr an den Staats- gemeinde und schlägt daher mit gewissen Einschränkungen die schüsse zur teilweisen Deckung der Haushaltsbedürfnisse der rat und dürften noch vor der Sommerpause, also noch im Laufe des Uebertragung der Amtsverfassung der westlichen Provinzen Gemeinde erzielen, mindestens aber die Kosten des Betriebes, auf ganz Preußen vor. In Zukunft soll jede Landgemeinde der Berzinsung und Tilgung des Anlagekapitals und der ErDer Entwurf für eine preußische Landgemeindeordnung einer Landbürgermeisterei, d. h. einem aus Landgemeinden neuerung der Einrichtungen decken müssen. Haben die Landbedeutet in mehr als einer Beziehung zweifellos einen Fort bestehenden Gemeindeverbande angehören müssen, wobei es gemeinden hinsichtlich der Selbstverwaltungsangelegenheiten schritt gegenüber dem heutigen Rechtszustande, wenngleich nicht ausgeschlossen ist, daß eine größere Landgemeinde auch im übrigen freie Hand natürlich im Rahmen der gesetzzahlreiche Wünsche und Forderungen der Sozialdemokratie für sich allein eine Landbürgermeisterei bilden kann. Durch lichen Vorschriften so sind sie hinsichtlich der Auftragsdadurch noch nicht erfüllt werden. Beschluß der Bürgermeistereipertretung können alle oder ein angelegenheiten an die Anweisungen der beauffragenden Zunächst ist es zu begrüßen, daß endlich einmal die be- zelne Selbstverwaltungsangelegenheiten der Gemeinden für Stelle, also des Reiches oder des Staates, gebunden. stehenden selbständigen Gutsbezirke verschwin das ganze Gebiet oder für Teile der Landbürgermeisterei mit den sollen. Wer sich auch nur einigermaßen mit dem Wesen der Wirkung übernommen werden, daß sie damit den zu der aufsicht. In dieser Beziehung müssen wir grundsätzlich Der Verbesserung bedarf der Abschnitt über die Staatsder preußischen Verwaltung befaßt hat, der weiß, daß diese Landbürgermeisterei gehörigen Landgemeinden gegenüber zu daran festhalten, daß die Aufsicht sich auf das notwendigste Gebilde von jeher eines der stärksten Bollwerke der Reaktion gefeßlich der Landbürgermeisterei vorbehaltenen werden. Die Maß zu beschränken hat, daß vor allem die Maßnahmen der gewesen sind. Das erklärt den heftigen Widerstand, den die Landbürgermeisterei muß eine Selbstverwaltungsangelegen Gemeindevertretung nicht auf ihre Zweckmäßigkeit, sondern Parteien der Rechten unserer Forderung auf Auflösung der heit übernehmen, wenn die Aufsichtsbehörde mit Zustimmung lediglich auf ihre Gefeßmäßigkeit hin geprüft werden dürfen, Gutsbezirle entgegengesezt haben. Aeußere Ursachen tragen der Beschlußbehörde nach Anhörung der Bürgermeisterei- daß das Bestätigungsrecht der gewählten Gemeindevertreter, die Schuld daran, daß es, obwohl die Vorarbeiten dazu bereits vertretung und der Gemeindevertretungen feststellt, daß die Schöffen, Landbürgermeister und Beigeordneten beseitigt wer im November 1918 vom Ministerium des Innern in Angriff Uebernahme dieser Angelegenheit für die ganze Landbürger den muß und daß dem Staatsministerium nicht das Recht der genommen find, bisher immer noch nicht gelungen ist, mit meisterei oder für Teile der Landbürgermeisterei mit Rücksicht Auflösung einer Gemeindevertretung oder einer BürgerDiesen Ueberbleibseln einer längst verschwundenen Epoche rest auf das gemeine Wohl geboten ist. Ebenso muß die Land- meistereivertretung gegeben werden darf. So weitgehende Belos aufzuräumen. Jetzt foll ganze Arbeit gemacht, die Guts bürgermeisterei die gesamte Berwaltung einer Landgemeinde fugnisse fönnen wir dem Staate und seinen Organen nun und bezirte sollen aufgelöst und entweder mit Landgemeinden übernehmen, wenn die Aufsichtsbehörde mit Zustimmung der nimmer einräumen. oder Stadtgemeinden vereinigt oder mit anderen Gutsbezirken Beschlußbehörde feststellt, daß die Voraussetzungen für ein zu einer neuen Landgemeinde oder Stadtgemeinde zusammen eigenes Gemeindeleben in der Gemeinde fehlen und die Vergelegt oder allein für sich in eine Landgemeinde oder Stadt- waltung durch die Landbürgermeisterei durchführbar ist. In gemeinde umgewandelt werden. diesem Falle treten die Organe der Landbürgermeisterei an Diese Reform ist nicht nur von pofitischer, sondern auch die Stelle der Gemeindeorgane. ron wirtschaftlicher Bedeutung, insofern als bei der Zusam menlegung in erster Linie auf die Schaffung leistungsfähiger um fo eher einverstanden erklären, als die Landbürgermeister Mit der Tendenz dieser Bestimmungen fönnen wir uns Gemeinden Rücksicht genommen werden soll. Die ländliche Gemeinden Rücksicht genommen werden soll. Die ländliche so Gemeindeverfassung, namentlich in den östlichen Provinzen, nicht, wie es die Landgemeindeordnung für die Rheinproving hat nämlich, worauf Drews bereits in der Begründung zu sondern von der Landbürgermeistereivertretung auf 12 Jahre vorschreibt, durch den Oberpräsidenten auf Lebenszeit ernannt, feinem ersten Borentwurf aufmerksam macht, bisher daran gewählt werden sollen. Dadurch werden die schweren Begefrankt, daß zahlreiche Gemeinden teils völlig leistungs- denken hinfällig, die bisher in unseren Reihen gegen die rheiunfähig, teils so leistungsschwach waren, daß die Entwicklung nisch- westfälische Amtsverfassung geäußert worden find. des Gemeindelebens, die Tätigkeit der Gemeinde im Interesse ihrer Einwohner, in weitem Umfange start im Rückstande ge- es sich um ihre Befugnisse handelt, durch den Entwurf den Im großen ganzen werden die Landgemeinden, soweit lieben ist. Die Schaffung leistungsfähiger Gemeinden ist also das Städten gleichgestellt; neben Selbstverwaltungsangelegenheiten Ziel, das der Regierung vor Augen schwebt, und sie läßt es, werden ihnen Auftragsangelegenheiten übertragen. Selbst.PALITYFFLICTED Gemeinden Brig. Jugendheim Chauffeeftr. 48. Bortrag: ,, Der deutsche Wald". Char um dies Ziel zu erreichen, nicht bei der Auflösung der Guts verwaltungsangelegenheiten der bezirke bewenden, sondern sie geht noch einen Schritt weiter. find diejenigen, dem gemeinen Wohle bienenden Aufgaben lottenburg. Jugendheim Rosinenftr. 4. Vortrag:" Berkehrswefen". Moabit. Rohlenbergwerfen". Reutöln- Güb. Sugenbheim togatftr. 58. Bortrag: Anknüpfend an die in einigen Provinzen bereits bestehenden der örtlichen Gemeinschaft, die den Landgemeinden zur Bergenheim Gemeindeschule Baldenserstr. 21. Bortrag:„ Die Arbeit in den Nordosten. JugendZustände plant fie, den Schwerpunkt des fommunalen Lebens waltung unter eigener Berantwortung durch Gesetz über Die Prinzipien der Arbeiterjugend- Internationale". heim Gemeindeschule Heinersdorfer Str. 18. Dichterabend: Ferdinand Freiligauf dem Lande von der Einzelgemeinde in die Gesamtgemeinde tragen oder, ohne gesetzlich einer anderen Stelle vorbehalten Straße 4. Diskussion: Unser Jugendtag". Schöneberg II. Jugendheim zu verlegen und damit die Lastentragung breiteren Schultern zu fein, von ihnen freiwillig übernommen sind. Auftrags: aufzubürden. Als Vorbilder schweben ihr dabei vor Augen angelegenheiten sind diejenigen Aufgaben des Reichs die rheinischen Landbürgermeistereien und die westfälischen oder des Staates, welche durch Gesez den Landgemeinden zur Aemter, die im Gegensatz zu den Amtsbezirken der östlichen Ausführung nach Anweisung übertragen sind. Wetter bie Sonnabend mittag. Warm, vielfach better, aber berProvinzen nicht lediglich staatliche Verwaltungsbezirke find, Zu den Selbstverwaltungsangelegenheiten gehört auch änderlich. Steine erheblichen Niederschläge; schwache nordöstliche Binde. sondern für die Erledigung derjenigen Angelegenheiten, welche der Betrieb von Anstalten, Einrichtungen und Betrieben ge( Schluß bes redaktionellen Teils.) für alle zu der Bürgermeisterei bzw. dem Amt gehörigen Ge- meinnüßiger und gewerblicher Art. Hier ist den Landgemeinmeinden ein gemeinschaftliches Interesse haben, einen Kom den im großen ganzen freie Hand gelaffen. Voraussetzung ist munalverband mit den Rechten einer Gemeinde bilden. We lediglich, daß die wirtschaftliche Betätigung nach Art und Um sentlich verstärkt wird die Bedeutung der Bürgermeisterei bzw. fang in einem angemessenen Berhältnis zu ihrer Größe und des Amtes gegenüber der Einzelgemeinde noch dadurch, daß Leistungsfähigkeit stehen muß und die Erfüllung ihrer öffentdem Landbürgermeister oder dem Amtmann auch in bezug lich- rechtlichen Aufgaben nicht beeinträchtigen darf. Weiter Schieben Sie den Gebrauch von Seifenpulver Schneekönig nicht hinaus, bis Ihre Wäsche von scharfen Waschmitteln zerfressen ist. Generalvertretung und Lager: Adolf Reimschüssel, Berlin S 42, Luisenufer 40. Theater, Lichtspiele usw. SCALA Tägl. 8 Uhr Internationales Opernhaus Volksbühne Außer Abonnement. Theater a. Bülowpl. 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Borschlag des Aufsichtsrates für Erhöhung des Genossenschaftsanteiles. 8. Verschiedenes. Branchenversammlung Die zur Genehmigung stehende Jahres der Walzwert, Blei-, Draht rechnung und Bilanz liegt zur Einsicht tabel und Papierrohrarbeiter der Genossen im Geschäftslotal der Gein der Schulaula, Weinmeisterfte.16-17 noffenschaft von heute ab aus. Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Berlin, den 14. Juni 1922. Bericht der Revisoren. 3. Neuwahl der Branchenkommission. 4. Berschiedenes. Erscheinen aller Kolleginnen und Rollegen ist Pflicht. 120/10 .., Ufa- Haus- Berlin" Ohne Mitgliedsbuch der Metallarbeiter Eingetr. Genossensch. m. befchr. Haftpflicht fein Butritt. Die Ortsverwaltung. Flata Adamietz 105/15 750 000 Lose- 337 000 Gewinne Gesamtbetrage von über im 300 Millionen M. 6mal 1 Million M. 6mal 500000 M. Smal mat 300000 M. mai 6mal 200 000 M 15.60, 431.20, Originallose: 62.40 124.80. Postgebühr u, amtl. Gewinnliste 3 M. Kröger Staatl. 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