Nr. 286 39.Jahrgang Ausgabe A nr. 143 Bezugspreis: Bierteljährl. 150.-, monatt. 50, frei ins Haus, voraus zahlbar. Boft bezug: Monatlich 50,- m., einfchl. 8u ftellungsgebühr. Unter Kreuzband flir Deutschland, Danzig, Saar u Memel gebiet, sowie Desterreich u. Luremburg 84-9, fiir bas übrige Auslanb 102, Boftbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Est land, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luxemburg, Defterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowate und Ungarn. Der„ Borwärts" mit der Sonntage beilage Bolt und 8ett", der Unter haltungsbeilage Heimwelt" und ber Beilage Siedlung und Kleingarten erscheint wochentäglich zweimal, Sonn tags und Montags einmal Telegramm- Abreffe: Sozialdemokrat Berlin Morgen- Ausgabe Vorwärts Berliner Dolksblaff 1,50 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillegefte foftet 16,-- Reklamezeile 80,- 902. Kleinetfnzeigen" das fettgedruckte Wort 4, M.( autläffig zwet fettgebrudte Borte), jedes weitere Wort 8,- M. Stellengesuche und Schlaf Stellenanzeigen das erste Wort 2,50 M., febes weitere Wort 2, M. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Famillen- Anzeigen für Abon nenten Zeile 8,-. Anzeigen flie bie nächste Rummer müssen bis 4½ ye nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin GW 68, Linden Straße 8, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Expedition: SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Redaktion Morisblas 15195-97 Expedition Morihplas 11753-54 Dienstag, den 20. Juni 1922 Vorwärts- Verlag 6.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Berlag, Expedition und InferatenKampfbereitschaft! Abteilung Morisplat 11753-51 Sozialdemokratische Erklärung im Reichstag zum Brotpreis. " Abg. Krätzig( Soz.) Während das Haus mur mäßig besetzt ist es ist Montag raschung ein. Reine ber bürgerlichen Mittelparteien fonnte den tann. Für die zweite Hälfte des Lieferfolls it elne neue Breis und feine Abstimmung zu erwarten- staut sich auf den Tri- sich entschließen, das Wort zu nehmen, und so verfiel die feftfegung vorgesehen, falls fich ergibt, daß die für die erste Hälfte bünen die Masse Kopf an Kopf. Auf der Regierungsbant sigt Sigung nach etwa dreistündiger Dauer der Vertagung. Hier- festgefehten Breise infolge veränderter Wirtschaftslage nicht mehr der Reichsernährungsminister Fehr mit seinen Referenten. auf traten sämtliche Parteien mit Ausnahme der treffen. Als erster Rebner tommt Nach einem kurzen Borfpiel beginnt die erste Lesung des Ge- Sozialdemokratie zu Fraktionssigungen zusammen. fegentwurfs über die Getreideumlage, und Auch das kennzeichnet die Situation. Die Sozialdemokraten als erster Redner erhält unser Genosse Krähig das Wort. sind sich schon am Freitag in einer Debatte, die völlig einmütig zu Wort: Die Regelung der Getreidewirtschaft, wie sie der RegieEs war eine Rede, die durch ihre gründliche Sachlichkeit verlief, über ihre Haltung einig geworden. Ihr Weg liegt tlar rungsentwurf vorschlägt, ist feit Monaten heiß umstritten worden. und den tiefen sittlichen Ernst, von dem sie getragen war, an vor ihnen. In allen anderen Fraktionen hat man noch damit handel sind beide scharfe Gegner dieser Regelung, während auf der Die landwirtschaftlichen Spizenorganisationen und der Getreidegroßdie besten Zeiten des deutschen Parlamentarismus erinnerte. zu tun, innere Gegenfäße auszugleichen und sich, schlecht oder anderen Seite die unversorgte Bevölkerung, unterstüt Kräzig stellte das Problem ganz scharf und klar: hier die ge- recht, mit der Situation abzufinden, die sich aus der drohenden durch die kommunalen Körperschaften und durch ihre waltigen Massen der Verbraucher, die unter der schweren Last Reichstagsauflösung ergibt. wirtschaftlichen Organisationen, von der Regierung verlangt, daß der Teuerung feuchend daherschreiten, dort die großen ländMit dieser Situation beschäftigte sich auch gestern die ge- die Versorgung des Bolles mit diefem wichtigen Nahrungsmittel, lichen Grundbesizer, die darauf bestehen, von den Gewinnen, famte Presse. Das„ Berliner Tageblatt" rechnet seinen agrari dem Brot, nicht der wirtschaftlichen Anarchie überlassen die ihnen die Weltkonjunktur verspricht, feinen Pfennig zu fchen Parteifreunden vor, daß der übergangslose Sprung in die bleiben. Bei objektiver Würdigung der Gründe, die zu der ververlieren, mag daraus auch werden, was will. Er ließ feinen freie Wirtschaft einen Brotpreis von rund 60 Mart schiedenartigen Stellungnahme führen, bekommt man sofort den CinZweifel daran, daß die Sozialdemokratische Partei entschlossen ergeben würde, und warnt eindringlich vor Katastrophen- brud, baß alles fittliche Recht in dieser Frage in der Stellungist, den Kampf bis aufs letzte durchzufechten und den groß- politit. Die Germania" wieder rebet den Zentrumsagrariern nahme des unversorgten Boltes liegt. Es ist die berechtigte Sorge agrarischen Terror niederzuzwingen, sei es auch durch das gut zu, sie flagt über„ bedentliche Uneinigkeit", die auf dem der Menschen um das nadte Leben, die Veranlassung gibt, diese ReMittel eines Appells an das Bolt. Es wäre im Fall Wege der Berständigung beseitigt werden müsse. Damit find fationen bagegen ist es nur die Sorge um das Entgehen noch gelung zu fordern. Auf seiten der Landbündlerorganider Ablehnung auch das einzige Mittel, viel schlimmere Folgen wir, wie schon oft gefagt, einverstanden, vorausgefeßt, daß die größeren Gewinnes. Die Landbündler wollen das vom Landbund abzuwehren, die unfehlbar eintreten müßten, wenn sich im Berständigung auf haltbarer Grundlage erfolgt, bas geleitete private Getreide monopol, das ganz in den ProfitHerbst eine beginnende Industriekrise mit einer neuen wahn- heißt, daß der Markenbrotpreis erheblich unter dem freien dienst der Großagrarier gestellt werden foll. Es fann gar keine finnigen Steigerung der Lebensmittelpreise vereinigen würde. Preis festgesetzt wird. Wer unserer Partei Katastrophen Frage fein, auf welche Seite sich der Reichstag hier stellen soll. Die Wenn der deutschnationale Redner später erklärte, Genosse neigung nachsagt, rechnet nicht mit ihrem oft erwiesenen Briorität hat hier das Bolt zu beanspruchen, das die ganze BoltsKräzig habe mit dem Bürgerkrieg gedroht, so weiß jeder- Berantwortungsgefühl. Aber wenn die Getreideumlage ab fraft in den Dienſt der Allgemeinheit stellt und besorgt ist, daß diefe mann, der die Rede gehört hat, daß das eine unwahrheit ist. gelehnt oder nach bekannten agrarischen Rezepten fastriert Boltstraft geschädigt wird, wenn nicht dafür gesorgt wird, daß dieses Nein, wir drohen nicht mit dem Bürgerkrieg, aber es war die wird, dann bleibt nur die Wahl zwischen der politischen Kata wichtige Nahrungsmittel gesichert ist. Wenn die landwirtschaftlich unabweisbare Pflicht des sozialdemokratischen Redners auf die trophe jener Parteien, die an einem solchen Ausgang die benutzte Fläche bis 5 Hettar, so wie es die Regierungsvorlage vorvon uns nicht gewollten verhängnisvollen Folgen hinzuweisen, tatastrophe. Da wir die zweite zu verhüten bestrebt find, wir Sozialdemokraten find bereit, die Betriebe bis 10 Heftar, aljo Schuld tragen, und einer allgemeinen Wirtschafts- und Volksleht, von der Umlage frei bleibt, so scheiden schon dadurch rund 31 Millionen Klein- und Mittelbetriebe der Landwirtschaft aus. die eine Ablehnung der Getreideumlage haben müßte, wenn müffen wir die erfte wollen. Räme es wirklich zur Auflösung, tis 40 morgen, frei zu laffen, so daß von rund 5 millionen landwirtnicht eben in diesem Fall das Ventil der Reichstags so würden wir Sozialdemokraten mit dem beruhigenden Ge- fchaftlicher Betriebe 4 millionen freigelassen würden. auflösung geöffnet würde. Kräßigs Rede hat ihren 3wed fühl in den Wahlkampf gehen, daß in ihm die Parteien der erreicht, wenn sie weitesten Kreisen verständlich gemacht hat, agrarischen Volksausbeutung unmöglich mehr Prügel besirta vier Fünftel, werden, wenn es nach uns geht, von der Getreidedaß eine Ablehnung der Vorlage einen anderen Ausweg als den von sofort anzuberaumenden Neuwahlen nicht offen laffen würde. Der Beifall der Tribünen, der dem sozialdemokratischen Redner dankte, tam unserer Frattion unerwartet und über raschend. Er zeigte die unmittelbare Wirkung der Rebe und war ein Zeichen dafür, daß es draußen im Volt lebendig wird, lebendiger als in dem sommerlich übermüdeten Reichstag. Wird es gewünscht, dann sind die Massen bereit, zur neuen Wahlschlacht zu marschieren und zu schlagen. tommen können, als sie verdienen. aje mittags auf. Der Antrag aller Parteien auf Sicherstellung der Der Reichstag nahm gestern die Sigung um 3 Uhr nach jenigen Sachen, die aus Anlaß der Abstimmung aus öffentlichen Mitteln für Oberschlesien beschafft worden sind, wird in allen drei Lesungen angenommen. Das Haus tritt bann in die erste Beratung des Gefehentwurfes über die Regelung des Verkehrs mit Getreide aus der Ernte 1922 ( Getreideumlage) ein. Der Gesezentwurf sieht vor, daß Da der Ernährungsminister Fehr erst im weiteren Ber wieder wie im Vorjahr 2½ Millionen Tonnen Getreide im Zwangs lauf der Debatte das Wort nehmen will, fam gleich nach triebe bis zu 5 Settar Größe sollen von der Lieferungspflicht befreft umlageverfahren aufgebracht werden sollen. Landwirtschaftliche Be Krägigs großer Anflagerede der Angeklagte selbst zu Wort. fein. Der Kreis der Versorgungsberechtigten wird infofoern beUnd unter diesem Gesichtspunkt gefehen, war es nur fon- fchränkt, als neben Selbstversorgern auch diejenigen Personen nicht sequent, daß die deutschnationale Partei als ihren Redner versorgungsberechtigt sein sollen, bei denen nach ihren eigenen oder feinen anderen als den Borsigenden des Reichs nach den Einkommens und Vermögensverhältnissen desjenigen, der landbunds, Herrn Roeside, vorschickte. Die städtischen für ihren Unterhalt zu sorgen verpflichtet ist, ein Bedürfnis, Brot im Anhänger der Deutschnationalen, Beamte, Angestellte, Mittel- Wege der öffentlichen Versorgung zu erhalten, nicht anerkannt werständler aller Art werden freilich erstaunt sein, daß in dieser Debatte als ihr Vertreter ein Mann erscheinen fonnte, der Die Befiher der fleinen und mittleren Betriebe, umlage gar nicht erfaßt. Damit bricht auch die Demagogie des Landbundes, die kleinen und mittleren Bauern vor den Karren der uns will, daß etwa der Landwirt das Ergebnis feiner Arbeit unter Großagrarier zu spannen, vollkommen zusammen. Niemand von ben Gestehungskosten und ohne Mugen abliefern fell. Er soll auch beim Umlagegetreibe auf seine Rechnung fommen. Aber alles Getreibe müsse mit dem Golde des Weltmarktpreises. aufge= es ist einfach nicht zu ertragen, wenn der Reichslandbund verlangt, mogen werden. Das würde dazu führen, daß das Bierpfundbrot beim heutigen Stand der Weltmarktpreise mit 45 bis 50 M. und darüber bezahlt werden müßte. Wir wissen ja gar nicht, und Monaten ein neuer martsturz eintritt, dann würden fa wie die Dinge fich gestalten werden, ob nicht in den nächsten Wochen ganz unhaltbare 3ustände entstehen. Eine fünftöpfige Familie müßte schon bei den gegenwärtigen Brelfen pro Woche 250 M. aufbringen, um sich überhaupt Brot faufen zu können. den Kampf für das teuerste Brot zu seiner Lebens. Beschlüsse der 2. Internationale. 50 art für ein 1900- Gramm- Brot abzunehmen, bamit bie Großaufgabe gemacht hat. Wir fassen die Wahl dieses Redners und den Inhalt seiner Rede so auf, daß die deutschnationale Partei im Intereffe ihrer großagrarischen Beschützer auf ihren städtischen Anhang zu verzichten bereit ift. Anders wäre es ja taum zu verstehen, daß eine Partei, die sonst stets groß mäulig versicherte, die Interessen aller Bevölkerungsfreife zu vertreten, sich von einem Mann repräsentieren läßt, der feit Jahrzehnten aller Welt als Verfechter engster großagrari scher Berufsinteressen bekannt ist. Berständnis für die Staatsnotwendigkeiten bewiesen. Furchtbar Unser werftätiges Bolt hat bei der Steuergesehgebung größtes brüdende Steuern hat es auf sich genommen in der Crfenntnis, daß große Opfer gebracht werden müssen, um das Reich zu retten. Aber ein Sturm der Entrüstung würde diejenigen Spurlos hinwegfegen, die sich unterstehen wollten, bem merttätigen Bolte grundbefizer Riefengewinne machen fönnen. So meit fann bie Ge Internationaler Kongres in Hamburg im Oktober. buld des Bolles nicht gehen.( Sehr richtig! b. b. Goz.) Es ift feiner London, 19. Juni.( Reuter.) Die Konferenz der 3 wei Regierung möglich, eine folche Ungeheuerlichtelt aud) nne in wagen, ten Internationale nahm heute por Beendigung ihrer ohne von dem Zorn des Boltes einfach hinweggefegt zu werden. Berhandlungen folgende Entschließungen an: Das ist auch der Regierung bekannt, und wenn die Regierung erben seitens der Dritten Internationale, die die internationale ständlich, und es ist auch erklärlich, wenn sich die Regierung mit 1. Angesichts des Mangelsan Treue und Glauflärt hat, fie tönne fich nicht dazu verstehen, ohne weiteres die freie Glau- Wirtschaft in Brotgetreide durchzuführen, so fft das durchaus verGewertschaftsbewegung zerriß, die sozialistische Internationale bem Gebanten trägt, angriff, die auf der Berliner Konferenz bezüglich der politischen Prozesse in Mostau gegebenen Zusagen brach, und das bedin- und Neuwahlen vorzunehmen, um das Bolt felber über diese Dinge dann lieber den Reichstag aufzulösen gungslose Versprechen, die Dokumente über Georgien einem entscheiben zu laffen. Delegiertenausichuffe vorzulegen, zurüdzog, fann die Konferenz nicht länger an den Bemühungen teilnehmen, mit der Driffen Internationale zu einem internationalen Abkommen zu gelangen. Was Dr. Roefide zu sagen hatte, fonnte natürlich feinen überraschen, der noch feine Reden aus dem Zirkus Busch in Erinnerung hat. Man fann sagen: jedes andere Mitglied der deutschnationalen Fraftion wäre in diesem Fall als Redner Landbund fagt, im vorigen Jahr habe die Landwirtschaft beim Um. Es ist eine Irreführung der öffenlichen Meinung, wenn der interessanter gewesen. Ein Großindustrieller, der für die Er lageverfahren 1% Milliarden Mart Geld zulegen müssen. Herr höhung seiner Produktionsfosten und für fatastrophale ErDr. Oberfohren hat am 31. Auqust v. 3. einen Artikel geschütterung der Wirtschaft plädiert, ein Vertreter der Beamten, 2. Eine allgemeine Konferenz der sozialistischen schrieben über die Getreideumlage in Schleswig- Holstein. Darin sagt der Angestellten, der Arbeiter die deutschnationale Fraktion und Arbeiterparteien friff im Oftober in Hamburg zu er, daß infolge des Mißwachses der Ernte des Jahres 1921 die Höhe behauptet ja auch solche zu besitzender für einen Brotpreis fammen, um die Wiederherstellung infernationaler Gefichts- gegenüber 1920 eine mehrernte von 3 714 000 Tonnen Roggen von 1920 feinesfalls erreicht werde. In Wirklichkeit hatten wir aber von 45 M. eintritt, sie alle hätten durch die Art, sich mit solchen punkte zu erwägen, welche in der Ungelegenheit des europäi- und Weizen und 247 000 Tonnen Hafer und Gerste. Wir hatten also Dingen abzufinden, mehr Spannung erregen fönnen als Herr fchen politischen und ökonomischen Aufbaues die sozialistischen an Roggen und Weizen eine Mehrernte, die anderthalbmal Roeficke, von dem man ja weiß, daß für ihn die Dicke der und Arbeiterparteien zu einiden geeignet sind. so hoch war wie die ganze Getreideumlage des großagrarischen Brieftasche das einzige Barometer für das 3. Die Konferenz verpflichtet sich zur Anter ftühung vorigen Jahres.( hört, hört! b. d. Soz.) Sodann muß doch Glück der Menschheit ist. der Amsterdamer Gewerkschaftsinfernatio- gefagt werden, daß 45 Pro3. Kuhen jahon ein ganz annehmbarer Die Geschichte ist voll von Beweisen menschlicher Dumm- nale bei ihrer Verteidigung der Arbeit gegen den Kapitalis- Nutzen iff. Aber das ist ja gar nicht der wirkliche Nuhen- ber heit. Wäre dem nicht so, man müßte es für unmöglich halten, mus. wirkliche Nußen ist weit höher. Die Roggen- und Welzenernte baß auch nur ein einziger städtischer Verbraucher den Fahnen einer Partei folgte, die sich gestern als die Partei des groß land) eingebrachte und von Otto Wels( Deutschland) unter dieselbe Menge von 2% tillionen Tonnen für die Selbstversorger Buleht nahm die Konferenz noch eine von Bibaut( Hol- betrug 1921 etwa 10 Millionen Tonnen. Nur ein Biertel dieser Menge ist zum Umlagepreis verkauft worden. Rechnen wir einmal agrarischen Profitstrebens demastiert hat. ftüßte Entschließung an, die die Notwendigkeit betonte, die Or- und 1 Million Tonnen für die Saatzwecke, so bleiben noch mindestens Nach der Rede des Unabhängigen Horn, die mit etwas ganiſation des Böllerbundes zu stärken, um die Abra ft ung 4 Millionen Tonnen von diesem Brotgetreide, das zu weit höherem Stärkeren Worten, aber mit geringerer Wirkung wiederholte, zu erleichtern und die internationale Verteilung der Rohstoffe Preise verkauft worden ist. Ich gehöre nun nicht zu denjenigen, die was Genosse Kräßig schon gesagt hatte, trat eine Ueber und der zum Leben notwendigen Waren zu organisieren. alle Schuld an diesen hohen Preisen auf die Landwirtschaft schieben. # Auch der sogenannte ehrbare Handel trSgk sein vÄlgerWet Maß jdaran.>.\ Wenn es rlchkic, Ist, was der virekt« Hopf ta Tanberbstchoss- heim in der.FrLnkischeu Scholle" am 15. März d. X sagt, nämlich daß der Handel an Roggen und Weizen 20 000 JIL bis 40 000 HL, ja sogar 50 000 ZN. am Waggon verdient, so ist das doch geradezu unerhört. Da die Landwirtschaft ohne ZweifÄ eine starke Abnutzung der Arbeitsmittel aufzuweisen hat, so ist es auch die Pflicht der Re. gierung, wie es'.um die Preisgestellung dieser Arbeitsmittel bestellt ist, nachzuprüfen. Wenn es richtig ist, was Herr Direktor Hopf in der eben genannten Zeitschrist sagt, daß die Maschinenfabriken und die Fabriten solche unerhörten Preise fordern, wie z. B. für eine Grasmähmaschine, die im Frieden 230 bis 250 M. gekostet hat, im vorigen Jahre 1700 bis 2500 und jetzt 10 000 bis 15 000 M. gefordert werden, so meine ich, muß man auch da einmal »och dem Rechten sehen und darf die Dinge nicht so weiter laufen lassen. Es war schon lange unsere Ueberzeugung, daß man der Eiseniudustrie viel zu viel Spielraum im Nehmen uonGewinnen ließ. In den Publikationen des Landbundes entrüstet man fich, und tzwar mit Unrecht, über den hohen Preis für Kunstdünger. Wer ist denn daran schuld? Sind es nicht diejenigen, die damals unsere Anträge abgelehnt haben, den Kunstdünger zu verbilligen? Hat nicht der ehemalige preußische Landwirtschaftsminister Otto Braun, der jetzige Minsterpräfident, hier den Antrag gestellt, IX Milliarden zu bewilligen, um den Kunstdünger im Preise herab» zusetzen? Nun sagen die Gegner der Regelung, die hohen Preise für Getreide seien den Landwirten gar nicht zuteil geworden. Auch dos ist falsch. Kürzlich sprach ich mit zwei Landwirten aus Schlesien, von denen einer sogar Kreisvorsitzender des Land» Hundes ist, und ste sagten mir da» folgende: »Es ist noch immer so wie früher, wir Kleineren werden von den Großen einfach übers Ohr gehauen. 3m vorigen Jahre sind die Eroßlandwirle gekommen und haben uns das Getreide zu dem damaligen niederen Preis abgekauft. Und mit diesem billig von uns gekauften Getreide haben sie ihr Liesersoll erledigt, um ihr Getreide behalten z» können, das sie jetzt zu hohen Preisen verkaust haben." Das sagen die Mitglieder ans bm kleineren landwirtschaftlichen Betrieben, die Mitglieder des Landbundes selbst, und das ist sehr wichtig für die Beurteilung der Frage, ob der Landbund in der Lage sein wird, wie er es verspricht, aus eigener Initiative die Möglichkeit zu schaffen, der Regierung bis zu einem bestimmten Termin ein bestimmtes Quantum von Getreide zur Verfügung zu stellen. Diese Möglichkeit besteht nicht; denn die Landwirte sind mißtrauisch geworden, sie befürchten wieder im Interesse der Großgrundbesitzer über» Ohr ge- hauen zu werden und werden sich dem nicht fügen. Der Land» bund hat in den Fragen, wo es sich um das sittliche Iedal der Volts' jolidarität handelt, in den Fällen also, wo für die Allgemeinheit ein materielles Opfer gebracht werden soll, die Landwirte nicht in der Hand; denn«r hat ja die Landwirte im Landbunde nicht zum Geben, sondern zum Nehmen erzogen. Herr Dr. Külz, Oberbürgermeister der Stadt Zittau, berichtet in der Nummer vom 23. April 1922 in der.Zittauer Morgenzeitung" folgendes:.Der landwirtschaftliche Bezirksvorstand des Regierungs. bezirks Bautzen hatte sich unter dem 4. Oktober nach einer in der Krcishauptmannfchaft Bautzen stattgefundenen Sitzung bereit. erklärt, daß an bestimmte Verbraucherorganifationen Kartoffeln zu einem Preise von höchstens 4 5 Mark für den Zenwer geliefert werden sollen. Trotzdem die Leitung des landwirtschaftlichen Veztrkvverbandes, sowie der Landeskulturrat alle« getan haben, was in ihren Kräften stand, hat sich damals nur ein ganz kleiner Teil der Landwirte an die Beschlüsse des Ve- zirksverbandes gehalten. Kartoffeln zu 45 M für den Zentner sind damals nur von ganz wenigen Landwirten abgegeben worden. Wohl abetf wurden Saatkartoffeln für 62 Mark den Zentner angeboten." Das Verhalten der Landwirtschaft war damals für den Herrn Krelshouptmann v. Wallwitz-Ilostiz. der selbst Landwirt ist, Anlaß zu folgender Feststellung: wenn jetzt die große Mehrheit der Landwirte W verblendeter Dlsziplinlosigkelk sich lediglich von Gewinnsucht leiten und die Rück- 8chken ans das Semeinwohl gänzlich mißer acht läßt, so brauche h aus die Gefährlichkeit einer derartigen Haltung nicht hinzm weifen. Die Gefahr, daß die Massen die Geduld varfleren und zur ; Selbsthilfe schreiten, ist außerordentlich nahe gerückt. Was Herr Dr. Külz sagt, sollte doch auch den Herren von der : Demokralischen Partei, die auf einem anderen Standpunkt stehen, Dem sechzlgjShrkgen Johannes Schlaf. Die Ehren, die man Johannes Schlaf zu feinem sechzigste« Geburtstag darbringt, überschreiten kaum das Muß de» geistigen Aaftvandes, den man für da» Jubiläum eines Gendarmeriewacht- Meisters machen würde. Nur ein schmaler Kreis besonders auf- werksamer Kunstfreunde gehört zu ihm. Sein Verdienst ist ja auch klein. Er hat nur als einer der ' ersten das Gedankenfundament für den deutschen Naturalismus gebaut. Er hat nur die Schwenkung w das Tiefere de» Erlebens befohlen, als die Naturalisten zu oberflächlich« und leichtfertige Schilder er de» Menschendaseins und des Weltanititzes wurden. Er . hat nur vor tausend Nachbetern; die fem« dem feinsten Europäer- tum verwandie Spürsomkeit verschwiegen, seelischen Anschluß bei Whitman, Verhaeren und Maeterlinck gefunden: Bei Whitman, dem Pfalmisten der neuen Sinnenenergi«, bei Verhaeren, dem Entdecker des vom Alltag herstammenden Mystizismus, bei Maeterlinck, dem heute allerdings verfallenen Entschleierer de» vom Mystizismus herstammenden Alltag». Er hat endlich den Weg vom Menschen zu den Sternen gesucht und als Deuter der Himmels- erfcheinuidgen gesagt, was Schicksal und Schöpfer mit dem irdischen . Dasein überhaupt bezweckten. Dies« Hoheit war ihm naürÄch im Weg«. Man hätte ihm . Treue gehalten, wenn er der zärtlich« Verklärer de, philiströsen �Dingsda" geblieben wäre. Aber den Derwandlungsfähigen, den bis zum Patriarchengeburtstag noch Ringenden, den Bescheidenen, nicht Lärmenden, der sich nur durch unermüdliche Unabhängigkeit adelt, behandelt man fast als einen Wtrünnigen beim Gartenfest der Gedankensplitterrichterei. Whitman, Verhaeren, Maeterlinck und der Goldmacher Strindberg durften in Amerika, im lateinischen Westen und im skandinavischen Norden ihr« eigene Sprache reden. Johannes Schlaf muhte seine Sprache, wenn er Lyrik, Roman und Drama formte, nach dem Kopf des schwachbegabten Mitbürgers mildern und modeln. Er entzündete feine Worte und sich selber nicht ge- nügend an der Dilderkrvft, die in ihm gärte. Er war ein Ver- kleinerer seines Talentes, um sich verständlich zu machen. Er opferte da» Schärsst« semer Eigenart, damit ihn die Leser an da» Herz nähmen. Das war eine Opferung au» Schwäche bei diesem Manne, der sonst bedeutende Tapferkeit gezeigt hat. Man könnte ihn deshalb tadeln, wenn man es nicht vorzieht, ihn zu bedauern. Der Mann, dessen Horizont so weit war, beengte sich freiwillig. Er war ein Freund der deutschen Intelligenz, die nicht einsichtig genug war, um ihm das ungehemmte Spiel neuer Worte, neuer Lehre. neu» Gefühle zu gestatten. Er blieb ein Dichter für ein kleines Deutichland, während seine wirklichen Brüder Whitman, Verhaeren, Maeterlinck und Strindberg über die ganze Erde zu hören find. Nun, auch dem Sechzigjährigen soll die Hoffnung keineswegs osrrammest sein. Ihm werde nur empfohlen, in Er- zu denke» gebe». Wen« Dr. ZkMz zu dem Ergebnl« kommt, daß die Zwangewirtschaft nicht aufgehoben werden dürfe, so sollte man das einem Fratttonskollegen gegenüber doch fo bewerten, daß man ihn in seiner Verwaltungspraxis selbst nicht in die allergrößten Schwierigkeiten hineinbringt. Die Sicherung der Brotgetreidemenge ist nötig, weil das Reich aar nicht in der Lage ist, für die Versorgung etwa durch Zufuhr aus dem Auslande rechtzeittg Sorge zu tragen. Der Landbund sagt, es bedeute«ine S o n d e r st« u e r für die Landwirtschaft, wenn nicht für olle ihre Erzeugnisse der Weltmarkt- preis genommen werden kann. Auch das ist ein hohles Schlag- wort, dem jede moralisch« Stütze fehlt. Ansang März 1920 war der Preis gestiegen gegenüber dem Friedenspreis vom Jahre 1913 beim Weizen auf das SOsache, beim Roggen auf das SZsache usw. Aber wie sind denn die Löhne der Landarbeiker gestiegen? Die Löhn« der Deputatarbeiter stiegen nur um das 8- ms llsache, und die Löhne der Arbeiterinnen um das 8. bis 20sache der Friedens- löhne. Wenn es der Landbund als eine Sondersteuer betrachtet, daß der Landwirt in Großbetrieben sür einen kleinen Teil seiner Erzeugnisse auf Goldwertzahlung verzichten soll, so leisten auch die Arbeiter, Angestellten und Beamten eine enorm« Sondersteuer, indem sie weit unter dem Goldlohn arbeiten müssen. Der Realohn der Arbeiter ist heute ein geringerer als vor dem Kriege und relativ am gerwgsten ist der Reallohn der Landarbeiter. Wir werden im Sinne der Regierungsvorlage im Ausschuß an die Beratung herantreten, lieber Einzelheiten, die uns an der Vor» läge nicht gefallen, werden wir im Ausschuß reden. Das Deutsche Reich geht nicht zugrunde, wenn neben 98 Proz. Bedürftigen auch 2 oder 3 Bemittelte einmal wöchentlich ein etwas billigeres Brot essen, aber es geht sicher zugrunde, wenn man die Regelung der Brotversorgung unterläßt und dadurch 50 Prozent unsere» werkläftge« Volke» zum Hunger vernrlestl. Damit ist auch die neueste Jnterpellatton der Heroen Deutschnatio. nalen als Schaumschlägerei bereits charakterisiert. Sie, die Sie in dieser Interpellation die Regierung fragen, was sie zu tun gedenkt, um die Lebensmittelversorgung des Volkes»planmäßig" zu sichern, gerade Sie tun ja planmäßig alle», um diese Sicherung, die die Regierung will, zu hintertreiben, und Sie kommen dann obendrein und wterpeMeren die Regierung, wa» sie machen will. Wer war es denn, der zum ersten Male nach einer Regelung der Getreidewirtschaft durch das Reich rief? U. a. oerlangte Herr Graf Westop am 12. März 1915 im Haupkcmsfchuß des Reichstages den amtlichen Eingriff in Produktion und Konsumtion. Cr sagte damals: »Ohne Zwang und ohne Soutrolle der Erzeuger ist ein Durchhalien unmöglich!" Jetzt glauben Sie, Ihre Haut einigermaßen gesichert zu haben, und die übrigen mögen sehen, ob sie in dem Sumpf stecken bleiben, in den sie hineingeführt worden sind, oder wie sie sonst her- auskommen. Herr Oekonomierat Dr. hoesch von der Deutschnationalen Partei rühmte im Jahre 1916 in seinem Buche»Die Wirtschaft- lichen Fragen der Zeit", daß die Produzenten die Regelung der Brot- getreidewirtfchaft und die Sicherstellung des Konsums zuerst ge- fordert hätten. Ja, der deutfchnationale Agrarierführer Dr. Schlitten- baoer hat die Getreidezwangswirtschast am 5. Januar 1914 Im bayerischen Landtage geradezu gefeiert, und er hat am S. Februar 1916 verlangt, daß zur Durchführung der Ablieferung nicht Liefe- rungsprämien gewährt werden, sondern die Enteignung durch- geführt würde. Meine Damen und Herren, ich spreche mit dem, was ich setzt sag«, keine Drohungen aus. Ich warne nur in der letzten Minute. Mit heiligem Zorn verfolgt die deutsche Arbeiterschaft die frivolen Provokationen aus jenem Lager. Lehnen Sie die Vorlage ab, dann feien Sie sich aber bewußt, daß Sie unser Volk in die größte Katastrophe hineinstürzen, die es jemals durchgemacht hat. Sie wissen, daß der erwartete Ausfall der Exportauf- träge in diesem Jahr zu einem großen Teil Beginn der Ar- beitslosigkeit bedeutet, und wenn Sie dann noch ein Fünfzig- mark-Brot von der monopolisierten Getreidewirtschaft der Groß- agrarier bringen, dann können Sie sicher damit rechnen, daß das etwas ist, was nicht getragen werden kann. Denn, wenn es fo weit wäre mit der Arbeitslosigkeit, wie wir sie vor uns haben, wenn es heißen wird: Durch den Valutasumpf hindurchmarschieren, durch den wir hindurch müssen, wenn wir wieder zu gesunden Verhältnissen kommen wollen, und wenn Sie das Volk dann in dem Augenblick, wo es sich durch diesen Dalutasinnpf hindurcharbeiten soll, mit solchen unerhörten Preisen für das wichtige Lebensmittel überfallen, dann heißt das einfach, daß Hunderttaufende glatt oerhun- gern müßten. Eh« es an» Verhungern geht, kommt aber etwas gebenheit, in Aufrichtigkeit, tn Dewlmderung trotz allem, daß er jetzt erst recht widerspenstig werde, hartnäckig und erpicht allein auf das Reich der Gedanken und Formen, das in ihm wohntl •» • Im Meistersaal verbrachten wir einen Johannes-Schlos. Abend»zu Ehren feine» 60. Geburtstages". Dr. Otto Ernst Hesse hieit die Ansprache für das Publikum, das gewonnen werden sollte. Schön und schlicht redete er. Er verschwieg eigent- lich die tausend Kalorien, die in Schlaf gebrodelt und gewütet haben, bis er ganz nah an die Feuerquellen feines Denkens ge- langt«. Er wollte wahl, er mußte es wohl tun, damit auch die Meinung seiner gewiß Andächtigen nicht allzu heftig beunruhigt werde, llm Gotteswillen keinen Dichter und Grübler als Re- ooluticmär entlarven I Hierauf lasen, jugendlich rührenb und ge- tragen von tnnerklchster Heiterkeit Maja Hart, schwerer und im Weiheton Bruno Decasli, sprühend und witzig Hans Schweikart au» den Werken des Jubilars. Emmy Jürgen». Meyer fang, was von feinen Gedichten die Musikanten ange- lockt hat._ Max Hochdorf. Der hlndenburg- Skandal im Film. Der Berliner Filmprüfstelle hat vor einigen Tagen«in Film zur Prüfung vorgelegen, der aus Aufnahmen des Empfangs Hindenburgs in Königsberg bestand und auch den Parademarsch der Reichswehr vor dem feldherrlichen„Privatmann" zeigte. Der Prüfkammer gehörte der Pfarrer Hoppe an, ein Intimus des Hauses Hindenburg. Hingegen war weder ein Vertreter des Aus» wärtigen Amtes noch ein solcher des Staatskommissars für die öffentliche Ordnung anwesend. Die Kammer gab den Film frei und händigte der Firma die Zensurkart« aus. Nnmittelbar nach er- folgter Prüfung erhielt das Ministerium des Innern von dem Vor- gang Kunde und der zuständig« Staatssekretär setzte alle Hebel in Bewegung, um die Freigabe rückgängig zu machen. Da sich jedoch die Firma auf Grund des Lichtfpielgefetzes weigerte, die Zensur- karte herauszugeben, bleibt der Regierung nichts übrig, als den Weg des Widerrufsverfahrens zu deschreiten, der äußerst lang- wierig ist. Sie stände der neuen nationalistischen Filmpropaganda machtlos gegenüber, wenn nicht das Oberverwaltungsgericht jüngst entschieden hätte, daß die Ortspolizeibehörden befugt feien, interimistisch einen Film zwecks Erlangung des Widerrufsoersahrens zu beschlagnahmen. Diesen Weg wird die Regierung jetzt gehn müssen, um zu verhindern, daß der unglückselige Hindenburg- Rummel nun auch noch durch den Film weiteres Unheil stiftet. Da die Berliner Filmprüfstelle sowohl beim»Fridericus Rex-" wie jetzt beim„Hindenburg-Film" zur Genüge bewiesen hat, doß sie derartige Mißgriffe ihrer Kammern nicht zu verbindern weiß, so muß bei der demnächst erfolgenden Revision des Lichtspielgesetzes der Regierung die Möglichkeit geschaffen werden, jeden Film auch gegen den Spruch einer Prüftammer zu verbieten, wenn von ihm bedenkliche politische Folgen zu erwarten sind. Vor allen Dingen muß verlangt werden, daß bei der Prüfung irgendwie„politischer" Filme das Auswärtige Amt und das Innenministerium stets ver- treten sind und durch einfaches Veto die Freigabe verhindern «Gere». Ich sage es ftr affer Ruhe henoo�stUnM BbAriBAfeMHi Sie sind: i Ehe es ans verhungern geht, kommt her SfirgetCtta, Rod was der Bürgerkrieg in diesem Zeitpunkt bedeutet, wissen Sie. Er bedenket den vollkommenen Zusammenbruch. Das wollen wir nicht! Deshalb warnen wir Sie in dieser Minute und bitten, von 3hrem Beginnen abzulassen und mit nns diese Vorlage«n- zunehmen. Die Arbeiter, Angestellten und Beamten sind gv- warnk; sie stehen bereit zvr Abwehr.(Beifall bei den Sozial» demokraien, Händeklatschen auf der Tribüne.) Abg. Dr. Rösicke: Im Kriege sind wir für die staatliche Drot» Versorgung eingetreten. Die Umlage bringt uns kein Getreide, fon» dern nur die Produktionssteigerung. Die Vorlage ist pratttsch gar nicht durchführbar. Die Brotverteuerung ist nicht Schuld der Land- Wirtschaft. Wir lehnen die Vorlage ab und überlassen die Verantwortung denjenigen, die in so unerhörter Weise die deutsche Wirtschaft gefährdet haben.(Beifall rechts.) Abg. Horn(U. Soz.): Die von den Agrariern geforderte Wirt- fchaftsfreiheit ist in Wirklichkeit nur die Freiheit zur Ausplünderung des deutschen Voltes. Wir verlangen von der Regierung Schutz gegen den Brotwncher. Der Redner fttmmt schließlich der Vorlage zu, die das Mindestmaß dessen fei, was verlangt werden muß. Die Arbeiterschaft werde geschlossen den Kampf gegen den Brotwucher aufnehmen. Nach 6 Uhr wird die Weiterberatung auf Dienstag 2 Uhr vertagt. Das Volksbesehren in Sachsen. Dresden, den 19. Juni.(MTB.) In der Zeit vom 6. bis 19. Juni lagen in ganz Sachsen die Eintragungslisten zum Volks- begehren zur Herbeiführung eines Volksentscheides über die Auf- löfung des Landtages auf. Um das Volksbegehren wirk- fam zu machen, muß gesetzlich ein Zehntel der bei der letzten Land- tagswahl Wahlberechtigten ihre Namen in die aufgelegten Listen eintragen. Dieses Zehntel beträgt rund 297 OVO. Die Parteien der Linken hatten ihre Anhänger aufgefordert, sich nicht am Volks- begehren zu beteiligen und sich nicht in die Listen einzutragen. Nach den bis heute abend vorliegenden Zählungsergebnissen haben sich eingetragen: in Dresden von 407 000 Stimmberechtigten 115 000, in Plauen von 63 000 Stimmberechtigten 20 400, in Zittau von 20 500 Stimmberechtigten 6710, in Chemnitz von 190 000 Stimmberechtigten 55 198. � Jsfe -"V; t vorläufig keine Zwangsmaßnahmen. Das Ergebnisder Zusammenkunft Lloyd George-Poiucars London, den 19. 3unl.(Reuker.) Aach der Konferenz zwsschcn Lloyd George und P o i n c a r ö wurde amtlich bekanntgegeben, daß die Reparalionskommission eine Untersuchung über die Mittel veranflallen werde, um die deutschen Finanzen wieder in Ordnung zu bringen. Poinrarö wird wahr- scheinNch Ende 3uli nach England zurückkehren, um den Svm- mifflonsberlcht zu erörtern. 3n der Zwischenzeil sind Zwangsmaßnahmen gegen Denlfchland nicht in Aussicht genommen. Die tzaager Konsernz. Paris, 19. Juni.(EP.) Die französische Regierung hat gestern abend beschlossen, sich an den Arbeiten der Haag er Konferenz, die am 20. Juni eröffnet wird, zu beteiligen. In diesem Sinne sind Instruktionen an den französischen Gesandten in, Haag gesandt worden, der beauftragt worden ist, zu erklären, daß dieser Beschluß an folgende drei Bedingungen geknüpft ist: 1. Die Beschlüsse der Konferenz können nur unter Vorbehalt gefaßt werden. Sie binden darum die französische Regierung nicht von vornherein: 2. die Entschließungen der Konferenz von Genua mit Bezug auf die russischen Schulden und das Prioateigentum müssen geachtet werden; 3. von der Konferenz dürfen keinerlei politische Fragen behandelt werden._ Die deutsche Mission für den Fernen Osten ist In Tschsta unter Führung des Geheimrats Dr. Asmis eingettofjen. können. Die bisher geübte Praxis hat sich in ihrer Wirkung aus- schließlich al» ein Schutz aller reaktionärer Bestrebungen im Film erwiesen. Eichendorffs Abschied an Oberschlesien. Deutschland trauert um Oberschlesiens Schicksal. Wir müssen Abschied nehmen von den Brüdern, die die Gewalt von uns reißt, und die doch so eng zu uns gehören. Da denken wir wehmütig daran, wie eng dieses Land mit unserer Kultur, mit unserm Wesen verknüpft ist, und es mag daran erinnert werden, daß kein Lied sich besser zum Abschieds- lied von Oberschlesien eignet als„O Täler weit, o Höhen". Joseph von Eichendorff hat es als Abschied von seiner geliebten Heimat Oberschlesien gedichtet. Die Cichendorff-Biographie von Hans Brandenburg weist den Einfluß des„oberschlesischen Jugend- Paradieses" auf sein Dichten überzeugend nach.�und nirgends hat es ergreifender Ausdruck gefunden, als in den Strophen,„mit denen jeder Deutsche, solange es Deutsche geben wird, von seinem Wald Abschied nimmt". Das Schloß L u b o w i tz im Kreise Ratibor war nicht nur die äußere, sondern auch die innere Heimat Eichendorsfs, die hier empfangenen Eindrücke und Erlebnisse waren so stark, daß sie sein ganzes Sein und Dichten bestimmten. Es ist das eseuumsponnene Schloß, umrahmt von dem weiten Garten, es ist der leuchtende Wiesenplan, die dichten grünen Wälder, die stets den Schauplatz seiner Poesie bilden. Wenn er als Gymnasiast zu Ferien die„Luböwitzer Jubelperioden" durchkostete, wenn er als Student in diese waldreiche, träumende Natur zurückkehrte und hier im fröhlichen Jagen, im versonnenen Spiel, in erster Liebe und erster Trauer die tiefsten Eindrücke der jungen Seele empfand, so fühlte er fich ganz als Sohn, als ein Teil dieser herrlichen Natur. Hierher ist er in der Zeit seiner Verlobung zurückgekehrt, um von den Anwandlungen romantischer Krankheit und Eedankcnbläsje zu genesen.„Ueber mich übt die Heimat wieder ihre alte Zauberei", chrieb er damals.„Das Herz weit und hoffnungsreich, das Auge rei und fröhlich, ernste Treue erfrischend über mein ganzes Wesen, o ist mein Sein, ich möchte fast sagen ein Verliebtsein in die jung- räuliche Schöne des reichen Lebens." Das Waldesrauschen von Lubowitz wird so zur Grundmclodie seiner Lyrik, von der Branden- bürg sagt:„Hier ist ein gewisser Gegensatz zwischen den bunt- bewegten Gassen und der ewig sich gleichen Schönheit und Unschuld der Natur und doch das Wundersame, ganz erscheinungshafte Zu- sammenklingen dieser beiden Sphären zu mystischer Einheit. Die zweiie Earmen Aussührung der Skaoksoper bestätigte den Sieg der Neueinstudierung. Barbara Kemp war auch der Mittel- und Höhepunkt dieses Abends. Im Schlußakt geht sie bis an die Grenze des in der Oper noch Möglichen: grell, kraß, brutal— aber voll ergreifender Natürlichkeit. Den Soldaten Jose sang und spielte Carl Clewing. Er kommt vom Schauspiel und bringt manche Vorzüge des Darstellers mit. Freilich im 1. Zlkt ist er fast zu phlegmatisch— behäbig, lebendig wird er erst im zweiten, Kraft und tragische Größe entfaltet er im letzten Akt. Mögen andere besscr Singen, besonders in der höchsten Lage, Clewing weiß das Schicksal es vom Weibe Verratenen, der von ihr nicht loskann, ergreifender zu gestalten.— Die Frische und Lebendigkeit der Volksszenen, die mannigfachen neuen Abstufungen der Lichteffckt«, die nur in dem Schmugglcrbilde zu viel und zu lange Dunkelheit vorherrschen ließen, die eindrucksvoll-impressionistische Ausgestaltung der Garterszene im 2. Bilde seien gebührend hervorgehoben. ck. 11. Deutscher Gewerkschaftskongreß. SPD. Ceipzig, 19. Juni.( Eig. Drahtbericht.) mut Heraus immer neue Lohnforderungen zu stellen. Trotz aller Lohnerhöhungen hat sich die Lage der Arbeitertiasse immer mehr Derschlechtert. Man empfiehlt eine erlängerung der Arbeitszeit zur Besserung der wirtschaftlichen Lage. Alle Anfchuldigungen und Angriffe gegen den Achistundentag in Deutsch geschehen durch bessere Organisation und Technit. Solange Arbeiter- land müssen von dieser Stelle aus ganz energisch zurüd= gewiesen werden. Leider stimmten auch Sozialdemokraten in das Schlagwort von der schematischen Anwendung des Achtstundenan dem Achiffundentag nicht gerüffelt Alle Pläge im Saal und auf den Tribünen sind besetzt; groß vertreter in den Ministerien fizzen, wird in Deutschland ist die Zahl der Gäste und der Pressevertreter. Bon der Reichsregierung sind erschienen Reichswirtschaftsminister Genosse werden.( Beifall.) Leider haben wir nicht alles erfüllen können, tages und in das Loblieb auf die verlängerte Arbeitszeit ein. Zu Schmidt, Reichsarbeitsminister Dr. Brauns und eine große was wir ersehnt haben, als wir an unsere neuen Aufgaben heran- ihrer Entschuldigung möge gesagt sein, daß es immer Arbeiter geAnzahl von Regierungsräten. Preußen hat den Handelsminister traten. Man kann in einem so schmer darniederliegenden Lande geben hat, die glauben, eine längere Arbeitszeit sei besser, weil sie Genoffen Siering entfandt, die fächsische Staatsregierung ist nicht von heute auf morgen alle Leiden abstellen. An der unge- dadurch mehr Geld verdienen. Das ist Mangel an Verständnis für durch den Wirtschaftsminister Fellisch und den Arbeitsminister heuren Preissteigerung ist nicht die Regierung, sondern unfere die Interessen der Arbeiterklasse. Die Landarbeiter, Eisenbahner und Ristau vertreten. Auch die Stadt Leipzig hat einen Vertreter ent- Stellung im internationalen Verkehr schuld. Es ist nicht unbillig, andere würden befunden, daß es einen schematischen Achtſtundenfandt. Zahlreiche ausländische Gäste sind ebenfalls anwesend. unter den heutigen Verhältnissen an einzelne Erwerbsgruppen An- tag in Deutschland nicht gibt. Er besteht nur in dem Kopf jener, Nachdem Leipart der Toten gedacht hat, erinnert er an forderungen zu stellen, aber leider finden wir auf der Gegenfeite die erbost sind über die Errungenschaft der Arbeiter, an der sich Theodor Vorf, dessen Name unlöslich verbunden ist mit dem vor feine objektive Würdigung der Lage der Arbeiterklasse. Bei dem nicht rütteln lasse. 50 Jahren zusammengetretenen 1. Gewerkschaftskongreß. Inzwischen Kampf um die Getreideumlage zeigt sich, daß man nicht Hände weg vom Achtstundentag! habe die Gewerkschaftsbewegung eine nie geahnte und erhoffte Ent- nur einen mäßigen Unternehmergewinn, sondern einfach widlung hinter sich. Ihre Mitgliederzahl, Stärke und Leistungs- das fordert, was die Konjunktur bietet, ohne Rücksicht auf die Aber sie sind nicht gewillt, die sozialen Forderungen zurüdzustellen Die Gewerkschaften sind eingetreten für die Erfüllungspolitif. fähigkeit, aber auch ihr Aufgabenfreis, ift gewaltig gewachsen. Der Notlage der arbeitenden Klaffen. Die Rechtsparteien fordern im Intereffe diefer Politik. Wenn sich erweise, daß Deutschland bei Kongreß hat zu prüfen, ob in den letzten drei Jahren die Aufgaben von uns größere Bekämpfung der Bedrückung durch die Entente. Aufrechterhaltung des Achtstundentages die Reparationsverpflichtun erfüllt wurden, ob sich die Gewerkschaften neue Aufgaben stellen Wir wären auch froh, wenn wir die Last vermindern könnten, aber gen nicht erfüllen fönne, dann müßten eben diese herabkönnen oder neue Mittel und Wege suchen müssen, um ihrer Auf- jene, deren Großmannssucht unser Elend verursachte, gemindert werden. Dem Achtstundentag broke auf dem Umgaben gerecht zu werden. Darüber sind die Meinungen verschieden. haben feine Veranlassung, aus der heutigen Situation gegen uns wege über die Verlängerung der vereinbarten 46- Stunden- Woche Der Streit hierüber ist ein Beweis dafür, daß Material zu schmieden. Sie lassen tein Mittel unversucht, um wieder ernste Gefahr. Die Arbeiter dürfen auf keinen Fall im Interesse die Bewegung lebendig iff. zur Macht zu gelangen. Für die deutsche Arbeiterschaft gilt es, eines früheren Sonnabend- Feierabends an den übrigen Wochentagen auf der Wacht zu fein, länger als acht Stunden arbeiten. Not tut uns heute in der Hauptsache die Einigkeit der Arbeiter! Die Lage der Arbeiterschaft ist bedrohlich; die Lebenshaltung ist so zurückgegangen, daß wir alle Ursache haben, alles zu tun, um die Lage der Arbeiterschaft zu bessern. Die Arbeiter hoffen, daß das erreicht wird! Möge der Kongreß diese Hoffnungen nicht vernichten! ( Beifall.) Für die Leipziger Bewertschaften spricht Schilling, der ben Rongreß begrüßt und besonders auf die Zerstörung des Boltshauses durch die Reichswehr hinweist. Die Solidarität, die das Boltshaus Stadtrat neu erstehen ließ, möge auch den Kongreß beherrschen. Diege überbringt den Gruß der Stadt Leipzig. Namens der Reichsregierung führt Minister Dr. Brauns u. a. folgendes aus: Im Namen der Reichsregierung begrüße ich den 11. Rongreß pernichten. bes ADGB. und wünsche seinen Beratungen einen guten Verlauf und besten Erfolg. Insbesondere ist das von mir vertretene Reichsarbeitsministerium an den Verhandlungen des Kongresses interessiert. Fallen dod) alle vom Rongreß zu behandelnden großen Fragen auch in das Arbeitsgebiet des Reichsarbeitsministeriums. Auch die gesamte Reichsregierung nimmt wärmsten Anteil an Ihren Beratungen. Sie ist sich der großen Bedeutung der Gewerkschaffen für das Staatsleben bewußt. Sie ist Ihnen dankbar dafür, daß Sie sich wiederholt nachbrücklichst für Staatsinteressen eingelegt haben. Das deutsche Bolt barf nicht vergessen, daß die Gewerkschaften durch die Disziplin ihrer Mitglieder und durch die Staatstreue ihrer Führer nach dem großen Zusammenbruch von 1918 an der Erhaltung der Reichseinheit und am Wiederaufbau Deutschlands beträchtlichen Anteil haben. Auch der eifrigen Bemühungen der Gewerkschaften um ein günstiges Abstimmungsergebnis in Ost- und Westpreußen und in Oberschlesien möchte ich dankbar gedenken. Dic und ich wünsche, daß die freien Gewerkschaften auch in Zukunft der Leipart geht dann auf die Vorwürfe bezüglich der zehn Punkte sicherste Hort für die deutsche Republik sein mögen.( Lebhafter ein und stellt fest, daß in dem Vorwurf eine gewisse Anerkennung Beifall.) liege, die ein startes Bertrauen zur sachlichen Ueberlegung des Arbeitsminister Ristau, der die Grüße der sächsischen Staats- Bundes befunde. Auch der neue Bundesvorstand dürfe nur solche regierung überbrachte, betonte besonders, daß die fächsische Regierung fachlich begründeten durchführbaren Forderungen aufstellen. unerschütterlich am Achtstundentag festhalte. zehn Bunfte sind ein Programm, das nicht auf dem Papier stehen Nach einem Danteswort Leiparts an die Regierungsvertreter beiben dürfe. Sie find die notwendige Antwort auf das Kreditführte der Sekretär des Internationalen Gewerkschaftsbundes, angebot der Industrie und auf deren Forderung nach der BrinatiFimmen, folgendes aus: sierung der Eisenbahn und der übrigen Reichsbetriebe. In dieser Alle Lohnerhöhungen und Arbeitszeitfürzungen nühen der Ar- Beziehung haben die zehn Punkte einen Erfolg gehabt; der Borstoß beiterschaft nichts, folange einige Rapitalisten und Imperialisten der Industrie ift abgeschlagen. Für die Gewerkschaften ist die die Macht haben, um durch Kriege alles wieder zu Forderung nach Sozialisierung fein Schlagwort. Die erste Aufgabe der Gewertschaftsinternationale Die Gewerkschaften find jeßt genötigt, fich mit den politischen sei daher, die Arbeiter zu mobilisieren und sie davon zu überzeugen, Tagesfragen zu befchäftigen. Sie haben aber feineswegs die Abdaß es notwendig ist, die ganze Macht zu entfalten, um für alle ficht, die volitischen Parteien zu ersehen. Die Gewerkschaften werden 3eiten Kriege zu verhindern.( Beifall.) Die Inter- auf die Parteien auch weiterhin einwirken. Das ist aber nur in nationale fei eine Macht; sie habe durch den Boykott der Wassen beschränktem Maße möglich. Heute stellt mon Anforderungen an transporte nach Polen Sowjetrußland vor einer vernichtenden die Gewerkschaften, die über das Maß ihres Rännens hinausgehen. Niederlage gerettet und auch bei anderer Gelegenheit gezeigt, daß Der Hingabe unserer Borkämpfer, ihrem Opfermut und ihrer fie sehr wohl großes Unheil von den Völkern fernzuhalten weiß. Bruderliebe ist die Stärke der Gewerkschaften zu nerdonfen. Heute Hueber Wien überbringt die Grüße der österreichischen Ge- gilt es, die fernstehenden Arbeiter, auf die der Gewerkschaftsbund wertschaften. Seine Rede ist eine fchwere Anflage gegen die Rücksicht nehmen muß, den Organisationen zuzuführen. Mit einem Bolitik der Entente, die Desterreich in die schwierige Lage gebracht Bers der Arbeitermarseillaise schloß Leipart seine mit stürmischem habe. Es sprochen dann noch Blaemynnt. Brüssel, Water. Beifall aufgenommenen Ausführungen. Darauf vertagte sich der Rongreß auf Dienstag vormittag. Johansen Stockholm, Jacobsen Ropenhagen, London, Bonnevie- Norwegen, 3 alawski- Warschau, A. Walle. Amsterdam, Dürr Bern, Jafzai Budapest und Schintgen. Luxemburg. = Hüter der Staatsgewalt. Auf eine Anfrage, warum die Russen nicht eingeladen sind, er- In der gestrigen Sigung des Landtags bereitete Minister des flärt Leipart, daß alle dem Internationalen Gewerkschaftsbund an Innern Severing noch einmal allen denen, die nachträglich die gefchloffenen Gewerkschaften, zu denen die Russen leider noch nicht Reise Hindenburgs durch Ostpreußen als bar jeden parteigehören, eingeladen wurden. Er dankt den ausländischen Vertretern politischen Einschlags hinstellen, eine fräftige Abfuhr. Er mies noch für ihre Grüße und versichert, daß sie sich immer auf die deutschen einmal darauf hin, daß selbst die Mitglieder der Volkspartei im Gewerkschaften verlassen fönnten. Namens der Af übermittelt Aufhäuser die fameradschaft. Rabinett Bedenken gegen die Reise geäußert hätten und daß sich der lichen Grüße der freien Angestellten. Es sei zu hoffen, daß der Regierungspräsident von Allenstein, ein Mitglied der Deutschen BoltsKongreß den Bertrag zwischen ADGB. und AFA fanktionieren partei, freiwillig erbot, auf General v. Geyl dahin zu wirken, daß werde, und daß fich auch bald als dritter im Bunde die Beamten die Reise unterblieb. Der Minister des Innern wies weiter darauf mit den freien Gemertschaften vereinigen werden. hin, daß alles versucht wurde, die landwirtschaftlichen ArFür den Zentralverband der Konsumreine spricht 5 offmann Hamburg. Eine große Zahl von Gästen verzichtet auf das beiter gegen ihren Willen auf Lastwagen nach den Drten zu bringen, durch die Hindenburg fommen sollte, daß Schultinder aufgeboten werden sollten und daß die Paroden einen militärischen Char after tragen sollten. Unter diesen Umständen sei es Pflicht der Regierung gewesen, die Behörden anzuweisen, sich nicht mit diesen politischen Veranstaltungen zu identifizieren. Bort Bor Eintritt in die Mittagspause wurden die Vorsitzenden ge. mählt, und zwar die Genossen Leipart( ADGB.), Reichelt ( Metallarbeiter) und Pa e plow( Bauarbeiter). Nachmittassitung. Als erste wichtige Aufgabe betrachte ich die gewerkschaft liche Schulung der neugewonnenen Mitgliedermassen. Ich be. grüße es aufrichtig, daß es dem ADGB. gelungen ist, trog aller Meinungsverschiedenheiten in seinen eigenen Reihen die gewertschaft liche Geschlossenheit zu wahren. Mit dem Wachstum der Gemertschaften und mit einer Reihe von Einzelerscheinungen der letzten Jahre hängt es zusammen, daß die Frage der Stellung der Ge= mertschaften zum Staat heute eine wichtige Rolle spielt. Ich denke, daß Sie trotz aller Borliebe für die Gewerkschaften doch der Ansicht zustimmen werden, daß der Staat feineswegs lediglich cine Wirtschaftsorganisation darstellt und noch weniger eine Wirtfchaftsorganisation im Intereffe eines einzelnen Standes oder einer einzelnen Klaffe. Das schließt nicht aus, daß die Gewerkschaften, ihrer äußeren Bedeutung entsprechend, einen größeren Einfluß als früher auf das Staatsleben ausüben. Das gleiche Problem, Gewerkschaft und Staat, tritt uns heute entgegen bei manchen Fragen des Arbeiterrechts, die noch der Lösung harren. Ich denke In der Nachmittagsfihung wurden die Schriftführer gewählt. Wie gefährlich das Unternehmen außenpolitisch gewesen sei, gehe a das Tarifrecht, das Berufsvereinsrecht und an die Ein Antrag Niederkirchner Berlin, je einen Schriftführer aus allen daraus hervor, daß zwei Offiziere der Ententekommission das Ges zur Debatte stehende Schlichtungsordnung. Ich gebe mich drei Richtungen zu wählen, wurde abgelehnt. Gewählt wurbaren der Kriegervereine beobachteten. Es sei zu befürchten, der zuversichtlichen Hoffnung hin, daß die freien Gewerkschaften fich den: Sad( Fabritarbeiter), Faas( Landarbeiter), Reichelt daß die Ostpreußentage noch außenpolitische Schwierig. der großen Berantwortung, die mit der Lösung dieser Fragen ver-( Textilorbeiter). Rudolph( Transportarbeiter), Kuhn( Echuh- teiten zeitigen werden. In weiteren Verlauf der Debatte mies macher) und Wirth( Eisenbahner). bunden ist, voll bewußt sind. Wie dem Staate gegenüber, so hat sich auch die Stellung der Bei der Beratung der Geschäftsordmung gibt es eine lebhafte Severing unter Heiterkeit und lebhaftem Beifall die außenpolitische Gewerkschaften gegenüber der Arbeitgeberschaft grundlegend Debatte über den Antrag des Bundesausschusses, die Zahl der zur Hilfe der verdienten Oppofiiton" ironisch zurüd. Abg. 5) eilgeändert. Es fann nicht geleugnet werden, daß einzelne Arbeit Unterstützung eines Antrages auf namentliche Abstimmung not mann( Soz.) ergänzte die Ausführungen des Innenministers. Dia gebergruppen, die sich unmittelbar nach der Staatsumwälzung und wendigen Delegierten von 50 auf 100 zu erhöhen. Nieder- Beratung wurde auf Dienstag 11 11hr vertagt.( Etat des Staatsangesichts der Gefahren der Revolution mit dem Gewerkschafts- tirchner( Metallarbeiter) lehnt den Antran ab. Dikmann( Metall ministeriums und des Ministerpräsidenten. Interpellation der gedanken abfanden, heute versuchen, den an die Arbeitnehmerschaft arbeiter) warnt vor einer Lex Kommunistika und bittet, es bei 50 Deutschnationalen betreffend die Kriegsschuld.) verlorenen Boden wiederzugewinnen, ein Bestreben, das hier und au belaffen, im höchsten Falle aber die Zahl auf 75 zu erhöhen. da schon wieder bis zur Berneinung des Gewertschafts- Bren( Fabritarbeiter) weist gegenüber Dißmann darauf hin, daß im Blufige Sonnenwendfeier. Nach dem Bericht eines hiesigen gedankens, wenn auch nicht für die Arbeiter, so doch für die Bundesausschnik bei Beratung dieses Antrages niemand von einer Angestellten, geführt hat. Ich glaube, es wäre für Wirtschaft und der Kommunistika gesprochen habe, und bittet um Annahme des Mittagsblattes fam es in Chemnig bei einer Sonnenwendfeier Staat tief bedauerlich, wenn die alten prinzipiellen Kämpfe um Ausschußantrages. Ein Antrag, es bei 50 Delegierten zu belaffen, sogenannter vaterländischer Berbände zu schweren Zusammenstößen wird mit 325 gegen 228 Stimmen abgelehnt, mit 335 gegen mit Kommunisten, wobei eine Anzahl Personen vericht wurde. Koalitionsrecht und Tarife wieder aufleben sollten. 304 Stimmen wird der Antrag des Bundesausichuffes ange= nommen. Mit dieser Aenderung wird die Geschäftsordnung genehmigt. Die schwierigsten Probleme tauchen auf zwischen Gemertschaft und Arbeitnehmerschaft. Borübergehend schien die gelbe Bewegung überwunden und der rein gemertschaftliche Gedanke das Feld zu beherrschen. Heute taudit die gelbe 3dee, wenn auch in anderer Begründung und anderer Form, erneut auf. Heute wird die gelbe Bewegung zu polifischen Zweden Bei Beratung der Anträge zur Tagesordnung erklärt Leipart, daß es sehr wünschenswert sei, die Tagesordnung zu erweitern, die Beit es aber taum möglich mache. Zum Geschäftsbericht erhält je ein Redner der drei Richtungen eine verlängerte Redezeit von einer Stunde. D Wirtschaft Die Wirtschaftler über die Zwangsanleihe. in jener Bersammlung, die verderblicher ist als die Luft, in der die Bolschewisten den heutigen Etaat erftiden möchten. Wenn doch die führenden Wirtschaftler und Finanzleute einmal die gleiche Müh. die fie jest wieder zur Bekämpfung der Zwangsanleihe aufbringen, aufwenden wollten, um dem Reiche mit der ganzen Rennmis und Erfahrung, die ihnen zur Verfügung steht, ernsthafte Wege zur Befiz besteuerung aufzuzeigen. und mit politischen Mitteln gefordert. Gleichgeblieben ist sich die Der Hansabund rührt sich. Jezt hat er wieder in großer BerBewegung in der Berneinung des eigentlichen Gewerkschafts- Zur Togesordnung: Organisationsformen und Arbeitsgemein- fammlung ficher beachtenswerte Leute über die Zwangsanleihe reden gebankens. Wie die alte gelbe Bewegung überwunden wurde, vor schaften" mird Dikmann( Metallarbeiter) zum Referat" Arbeits- lassen. Sie fommen natürlich dahin überein, daß die Vorlage nichts allem durch den gefunden Sinn und das Standesbewußtsein der gemeinschaft und Wirtschaftsräte", Simon( Schuhmacher) als Korwert sei. Im übrigen erschöpfte man sich in Forderungen, die alle Arbeitnehmer, so muß auch die neue gelbe Bewegung überwunden referent ernannt das gemein haben, daß sie die drohende Leistung herabgelegt wien werden. Das wird um so leichter sein, je besser die Gewerkschaften Dann erhält eipart das Wort zum Geschäftsbericht des möchten. Eine Atmosphäre der Feindschaft gegen den Staat herrschte verstehen, auch den Interessen der Gesamtheit Rechnung zu tragen Bundesvorstandes. den er mit einem brüderlichen Abschiedsgruß an und sich in der Wahrnehmung der Intereffen der eigenen Klaffen- die scheidenden Oberschlefier beginnt. Notwendig sei es, einzugehen genossen das nötige Maß aufzuerlegen. auf die Anträge, die dem Vorstand vorwerfen. beim Eisen In Berbindung damit steht die schwierige Frage der Einführung bahnerstreit des Klassenbewußtsein verloren zu haben, und die eines gewissen Organisationszwangs, oder sagen wir besser der ihm deswegen ein Mintrauen aussprechen. Es sei zu fragen, wie Bevorretung der organisierten Arbeiter vor den es vorher mit der Solidarität der Beamten gegenüber den Ar unorganisierten. beitern gewesen sei. Der Beamtenbund hat das Bündnis, das Die grundlegenden Schwierigkeiten, welche sich aus dem Beihm der DGB. angeboten habe, abgelehnt. Es wurde dann triebsrätegefeß für die Gewerkschaften ergaben, dürften im versucht, zwischen den Eisenbahnern des Beamtenbundes und denen Genossenschaftliches Bekleidungswert. Mit einem Rapital con wesentlichen behoben sein. Ueberaus bedenklich für den Gewerk des ADGB. ein Bündnis abzuschlieeßn. Auch das hat die Beamten 10 Millionen Mark ist in Dresden die Gesellschaft Sächsisches Betfeischaftsgedanken als solchen erscheint mir eine gewisse Einbuße organisation abgelehnt. Dann ist der Streit gekommen, der dungswert errichtet worden. Daran ist beteiligt die Großeintauis an Autorität der Führung. Der Uebelstand erklärt sich proklamiert wurde. ohne daß die Verhandlungsmöglichkeiten er Gefellfájaft Deutscher Konsumvereine mit acht Zeilen, die Broduktivaus der überſtürzenden Entwicklung der letzten Jahre. Ich hoffe, daß der heute eröffnete Rongreß der freien Gewert Schöpft wurden. Ein Eiſenbohnerstreit ist nicht mit einem an- genossenschaft der Schneider in Seifhennersdorf und Dresden sowie schaften uns ein Stück weiter auf dem Wege zur richtigen Lösung deren Streit 21 vergleichen. Seine Folgen für die ganze Arbie Sächsische Staatsbant mit je einem Teil. Diese Gesellschaft beder gewerff haftlichen Probleme führen wird und wünsche der Tagung beiterfchaft find so schwer, daß der Bundesvorstand glaubte verzwedt nach ihrem Gesellschaftsvertrag die Uebernahme des Reichsbein dieser Sinne namens der Reichsregierung einen gedeihlichen Ber- pflichtet zu sein, zu sagen, daß die Eisenbahner den Streit lauf, zum Wohle der Arbeiterschaft und zum Wohle des gesamten deutschen Bolles.( Lebhafter Beifall.) nur als allerletztes Mittel anwenden dürfen. Die Verlegung der gewerkschaftlichen Grundsäge Reichswirtschaftsminister Genosse Schmidt führte aus: Aus und die Mihachtung der Arbeitergewerkschaften fonnte man nicht der Tatsache, daß die Schlote rauchen und wieder Leben in den ruhig hinnehmen. Der ADGB. mußte dafür sorgen, daß die geWerkstätten herrscht, entsteht vielfach die falsche Ansicht, daß der merkschaftlichen Kampfmittel nicht in Mißtredit famen. Die wirtschaftliche Wiederaufbau vollendet ist. Leider fehlt daran aber Cisenbahner haben durch diesen Streif noch sehr viel, manches ist noch nicht so geftaltet, wie wir es uns wünschen, z. B. find von 250 Sjochöfen nur 150 in Betrieb, ihr Streifrecht gefährdet, allein in den letzten Monaten mußten wir 16 000 Tonnen Roheisen das der Gewertschaftsbund schüben werde. Eeine Maßnahme ist ereinführen. Der Wiederaufbau fann nicht vollzogen werden unter folgt in vollem Einverständnis mit den bei ihm or Breisgabe der sozialen Forderungen der Arbeiterschaft. Jeden 2n- aanisierten Eisenbehnern. Der Vorstand hat nur seine griff auf den Achtkundentag werden die Gewe: fchaften zurücPflicht getan. Dennoch müffe er die Deffentlichkeit aufrufen, Berweisen. Der Astitunbentag darf schon deshalb nicht in Gefahr ständnis zu zeigen für die Base, in her fich die Arbeiter und Beamten fommen, weil es gelungen ist, ihn auch im Ausland zu erhalten. befinden. Die meisten seiner Vorschläne zur Scheffung einer Besserung Nicht durch schlechte Arbeitsbedingungen fönnen find abgelehnt morden. Darum gibt es für die Arbeiterschait fein wir die Konturenz auf dem Weltmarkt niederhalten. Das tann nur anderes Mitett, als aus der tatsächlichen Not und nicht aus Heber befleidungsamts Dresden, die Herstellung von Bekleidungsgegen ständen aller Art, deren Bertrieb, den Erwerb ähnlicher Unterneh mungen und die Beteiligung an solchen. Des Bekleidungsamt Dres den hatte nach seiner ursprünglichen Bestimmung die ehemals sächsi fchen Kontingente des deutschen Heeres mit Kleidung und Schuhwerk versorgen. Die Betriebsanlagen enthalten umfangreiche und zweckmäßig ausgestattete Werkstätten für Schneiderei und Schuhmacherei. Die neuerrichtete Gesellschaft het die gesamien Anlagen auf 30 Jahre mietweise, die Betriebseinrichtungen, Maschinen, Werkzeuge und Inventargegenstände käuflich übernommen. Der gesamte Betrieb wird nunmehr für die neue Aufgabe umgestellt, die masóinellen Anlagen und technischen Einrichtungen ausgestaltet und, foweit tiefes notwendig ist, erweitert und vervollkommnet merben. Mit der Gr richtung des Sächsischen Bekleidungswerts ist ein gemeinmistichaft. liches Unternehmen entstanden, dok die gesamten angefertigten eFleidung sgegenstände unter Ausschaltung privater Erwerbsinter essen reftios den unmittelbaren Verbrauch zuführen wird. Gewerkschaftsbewegung Vom Abschluß der städtischen Tarifverträge. Deutes Bolzarbeiterverband, Berwaltungsstelle Bern mentenarbeiter. Die Branchenkommission tritt am Dienstag abend 7 Uhr bet Bieberstein zusammen. Die Statistikkommission eine halbe Stunde früher. Zentralverband der Angestellten. 12. Verwaltungsbezirt( Stegliz, Gud ende, Lankwig). Mitgliederversammlung aller Fachgruppen Mittwoch abend 8 Uhr Restaurant Scholz, Birkbuschstr. 90. Vortrag: Das neue Reichsgefeh" Referent: Rollege Felgentreu- Santwiz. Besondere Einladungen ergehen nicht mehr! Zu unserer Notiz über die Erregung unter den städtischen Arbeitern und Angestellten wegen der Verzögerung der städtischen Großhandel. Mittwoch abent 6 Uhr in der Bockbraueret, Fidicinste. 2, Bran Deutscher Transportarbeiterverband. Branche Sa: Eisen, Eisenwaren ufw., Tarifabschlüsse wird uns vom Städtischen Nachrichterdienst ge- hendersammlung. Tagesordnung: Stellungnahme zum Lohnabkommen. schrieben: Stimmen erfolgte eine Neuregelung der Gehälter der Verbandsange. Am fetten Tag wurden interne Fragen geregelt. Gegen brei stellten nach den Vorschlägen der Statutenberatungskommission. Die bisherigen beamteten Mitglieder des Zentralvorstandes sowie der bisherige Redakteur wurden einstimmig wiedergewählt. Der Siz des Ausschusses wurde mit 50 gegen 48 Stimmen von Magde( Stuttgart) wurde gegen 6 Stimmen als Ausschußvorsigender gewählt. burg verlegt und mit 54 Stimmen nach Stuttgart gelegt. Steiner Bur Unterstügung der Opfer des Märzputsches und derer, die für die proletarische Sache im Gefängnis fizen, wurden 10 000 m. aus der dafür zu forgen hat, daß diese Gelder an die richtige Stelle kommen. Damit waren die Arbeiten des Verbandstages erledigt. die neuen ab 1. Jull abzuschließenden Tarifverhandlungen mit den 21. Verbandstag der Brauer und Müller. Berbandskaffe bewilligt, mit der Maßgabe, daß der Zentralvorstand Der Magiftrat hat die Verhandlungen und Schiedsstreite über Arbeitern und mit den Angestellten Ende Mai zum Abschluß gebracht und den Stadtverordneten das Dom Magistrat angenommene Ver Am 6. Berhandlungstag wurden wichtige Abstimmungen vor. handlungsergebnis unter dem 3. Juni unterbreitet. Auch der von genommen. Das Eintrittsgeld wird auf 5 M. festgesetzt, für Lehrder Stadtverordnetenverfammlung eingesetzte Ausschuß hat am linge auf 2 M. 50 Pfennige pro Mitglied und Quartal erhalten die 13. Juni der Vorlage zugeftimmt. Da jedoch in der laufenden Woche Ortsvereine für Beiträge an die Ortsausschüsse. finden soll, so wird die endgültige Stellungnahme der Stadtverord- 4 M. Beitrag, für jede weiteren 120 M. Wocheneintommen 2 M. An Beiträgen wurden festgesetzt: bis 400 m. Wocheneinkommen neten durch Teilnahme am Gemertschaftstongreß in Leipzig teine Abstimmung darüber in der Stadtverordnetenversammlung statt Beitrag mehr. Von 1600 m. Wocheneinkommen ab erhöht sich der finden soll, so wird die endgiltige Stellungnahme der Stadtverord- Beitrag um 2 M. bei Einkommensteigerungen von 100 m. pro netenversammlung erst in den letzten Junisizungen zu erwarten Woche. Wo der ganze Betrag für das abgelöste Bier zum Lohn gesein. Der Magistrat hat alle Vorbereitungen getroffen, um die schlagen ist, wird der halbe Betrag in Abzug gebracht. Beschlossen Unterzeichnung der Tarifverträge und die Bekanntgabe an die wurde, daß ab 1. Juli in allen noch ausstehenden Zahl städtischen Dienststellen zum 1. Juli zu ermöglichen. Irgendein telten fatultative Beiträge, wie fie vom Hauptvorstand fachlicher Grund zur Beunruhigung der städtischen Arbeiterschaft feftgefeht find, gezahlt werden müssen. wegen der Nichtverabschiedung der Tarifvertragsvorlagen in der An Unterstübungen wurden festgesetzt: Streifunterstützung den her nicht; umfomehr als Rechte der städtischen Arbeiter selbst bei bei Arbeitslosigkeit einen vollen Wochenbeitrag pro Tag. unvorhergesehener Verzögerung in der Stadverordnetenversamm- Die Gehaltstommiffion legte eine Vorlage mit gleitenden Lohnlung n'i cht in Gefahr sind. Die Lohnverhandlungen des Magistrats fäßen vor, die nach langer Debatte angenommen wurde. Der nächste über die Junilöhne tönnen, nachdem am 15. Juni der Stadverord- Verbandstag findet 1925 in Augsburg statt netenausschuß den Schiedsspruch vom 30. Mai über die Mailöhne angenommen hat, in Bälde zu Ende geführt werden. Im übrigen ift der Magistrat mit der Stadtverordnetenversammlung in Berhandfungen eingetreten, um dieser die schnellere Erledigung von Tarifvertragsfragen zu erleichtern, an ber nicht nur die städtische Arbeiterschaft sondern auch die städtische Finanz- und Werftarifs pragis ein berechtigtes Intereffe hat." Stadverordnetenversammlung in den nächsten Sizungen besteht da. 4% fachen Beitrag pro Tag, bei Krankheit den halben Wochenbeitrag führer weiter. Den Höhepunkt des zweiten Berhandlungstages bilWozu wir bemerken, daß es uns doch scheinen will, als hätte die Angelegenheit in der vergangenen Woche verabschiebet werden fönnen. Wir wollen hoffen, daß die Berhandlungen wegen einer schnelleren Berabschiedung von Tariffragen bald ein praktisches Resultat zeitigen. 19. Verbandstag der Schuhmacher. im neuen Deutschland" fennzeichnete Berbandsvorsitzender In einem Vortrage über Die Sosialgefeßgebung Simon eine Reihe von Nüden und Lüden des Betriebsrate gefeges und ging dann ausführlicher auf das bevorstehende Gesetz einer Schlichtungsordnung ein. Als Gewerkschafter mit der Absicht von Schlichtungs- und Berständigungsversuchen grundfäßlich einverstanden, lehnte er den vorliegenden Entwurf doch durch aus ab, weil er die Tendenz habe, die Freiheit und Selb ständigteit der Gewertschaften zu beseitigen oder doch ganz start einzuschränken. Nach einer ebenfalls ausführlichen Be Lügen über die freie Angestelltenbewegung. schäftigung mit dem Entwurf des Arbeitszeitgefeges" und Die bürgerliche Presse bringt unter den schreiendsten leber einer Reihe seiner Baragraphen verurteilte Simon auch diesen Ent schriften wie:„ Atrifie im AfA- Bund"," Starter Ridgang der fo- wurf scharf, der, angeblich zur Behebung der Notlage des Landes zialistischen Angestelltengewerkschaft und dergleichen spaltenlange eingereicht, die Revolutionserrungenschaft Acht st unbentag voll Artikel, die fast durchweg aus derselben Feder stammen und vom ständig durchlöchern solle, womit dann bei den Unternehmern die Deutschnationalen Handlungsgehilfenverband in diese Bresse lanciert Absicht der Lohnkürzung nebenher verbunden wird. Die Arbeiter worden sind. Hier ist der Wunsch der Vater des Gedankens. Es schaft aller Richtungen werde dem Abbau des Achtſtundenfällt feinem Vertreter der freigewerkschaftlichen Angestelltenbewegung tages ein strittes ein entgegensezen. ein, abzuleugnen, daß ein Teil der Mitgliedschaften wieder ab- Nach der Diskussion, in der Angehörige aller dret Partetrichgewandert ist. Das hat seine ganz natürlichen Ursachen. Einmal tungen die beiden Gesezentwürfe verwarfen, fand einstimmig besigen viele Angestellte nicht den Bekennermut wie die Arbeiter, so eine entsprechende Resolution Annahme, in der zugleich die von daß fie oftmals lieber den bequemeren Weg vorziehen, den die Ralisti und etlichen anderen im Reichswirtschaftsrat eingenommene Harmonieverbände wandeln. Dann ist aber auch eine gewiffe Um- Stellung als Begutachter zum Arbeitszeitgefeß scharf verurteilt wird. schichtung in der Angestelltenschaft erfolgt, indem viele, die durch von Ausgleichungen beim Unterstützungswesen, bet ber Beitragsbe In Wiederaufnahme der Statutenberatung wurde eine Reihe den Krieg auf militärischen und anderen behördlichen Bureaus Bureauarbeiten verrichteten und feine gelernten Handlungsgehilfen freiung und stundung usw. vorgenommen. Erweitert wurde das Bureauarbeiten verrichteten und feine gelernten Handlungsgehilfen Recht des Borstandes auf Ausschreibung von Extrabeiträgen. Weiter oder Bureauangestellte waren, in ihren alten Beruf und damit in wurde beschlossen, daß auch aus lofalen Mitteln Gelder nicht beEin Mitgliederrückgang ist aber nicht nur im 85. zu ver- willigt werden dürfen zu Maßnahmen, die einer politischen Richtung dienen. zeichnen gewesen, auch die Harmonieberbände haben zahlenmäßig eingebüßt. Der Deutschnationale Handlungsgehilfenverband muß ftündigen, an wirtschaftlichem Zahlenmaterial und gewerkschaftlichen Dr. N. Einstein Stuttgart behandelte in einem zwetsogar zu bedenklichen Mitteln greifen, um seine Mitglieder in dem Winten reichen Referat über guten Glauben zu erhalten, daß seine Reihen ungeschwächt find. Tatsächlich fonnte in Berichten des DSB. festgestellt werden, baß er im März dieses Jahres niedrigere Mitgliederzahlen beröffentlichte, die Wirtschaftsnotwendigkeiten Deutschlands im Zusammenhang mit als am 31. Dezember 1921. Die freie Angestelltenbewegung ist der Weltwirtschaft und tam zu folgendem Schluß: Deutschland betrog des Gefläffes der Gegner die maßgebende Interessenvertretung findet sich infolge der Gelbentwertung in einer Zerrüttung der Angestellten und marschiert, trog alledem". feiner wirtschaftlichen Verhältnisse, die mehr und mehr zur Haupt gefahr für die deutsche Arbeiterschaft wird. Das Kapital tam troß ungeheuren Steigerung feiner wirtschaftlichen Macht; für die Ardiefer Geldentwertung zu einem Aufschwung, insbesondere zu einer beiterklasse ergab sich trotz der Lohnerhöhungen eine Senkung des Lebensniveaus gegenüber den Verhältnissen früherer Jahre. Des halb müsse die Gewertschaftsbewegung- in Abweifung der von einem Teile der Arbeiterschaft gehegten leichtfertigen Auffaffung, die die Krise als angeblichen Hebel zu einer entscheidenden Staats- und Arbeit viel mehr als bisher mit dieser Hauptfrage: wie steuern wir Wirtschaftsumwälzung faft begrüßen möchte fich in systematischer der Geldentwertung? aber auch mit allen anderen großen Fragen der Wirtschaftspolitit befaffen. Biele diefer größeren gewertschaftlichen Politik müßten fein: Schärferes Auge auf das Gebaren der privattapitalistischen Monopole, strengere Preistontrolle, sich nicht beschränken auf das langsame und nachträgliche Hinauftreiben der Löhne im Anschluß an die steigenden Preise, sondern Einfluß der Gewerkschaften auf die Preisbildung. Zu dem 3wed: Bufammenwirten zwischen Angestelltenschaft und Arbeiterschaft, dazu: Ausbau der Gewerkschaften zu Industrieverbänden gegenüber den trust und monopolartigen Gebilden der Unternehmerschaft. Daneben: Rampf für Aenderung des Versailler Friedensvertrages; zur Abstellung der Inflation( der immer größeren Papiergeldschuldenwirtschaft) stärtere Heranziehung der Unternehmergewinne zu den Geldbedürfnissen des Staates. SPD.- Buchbinder! Die„ Rote Fahne" appelliert an die NBD.Delegierten der Generalversammlung, au der heute stattfindenden Bersammlung vollzählig anzutreten, um die Opposition wieder aufzunehmen! Wir ersuchen daher auch unsere Delegierten dringend, vollzählig und pünktlich um 5 Uhr zur Generalversammlung zu erscheinen. SPD.- Metallarbeiter! Donnerstag, 7 Uhr, in den SophienSälen, Weißer Saal, Konferenz aller Bertrauenslette, Betriebsräte, Delegierten usw. Die Tagesordnung ist sehr wichtig. Jeder einzelne muß erscheinen. Der Fraktionsvorstand. Verband der Buchbinder und Bapierverarbeiter. An die Delegierten gur Generalversammlung. Dienstag nachmittag 5 Uhr im großen Saale des Gewertschaftshauses, Engelufer 25, Fortseßung der Generalversamlung. Tagesorbnung: 1. Aussprache über die Berichterstattung vom Berbandstag. 2. Grlebigung ber Anträge. 3. Aufstellung ber Randibaten zum Beirat und Wahl des Tarifausschußmitgliedes. 4. Berfchiebenes. Es ist Pflicht der Delegierten, vollzählig und pünktlich zu erscheinen. Die Generalversammlung wird pünkt. lich eröffnet. Zentralverband der Sotel, Restaurant- und Cafe- Angestellten. Rantinenund Rafinopersonal: Dienstag abend 6% Uhr am Klubhaus, Biegelstr. 2, I, Generalversammlung des Zweigvereins: Mittwoch nachmittag 5 Uhr Brauerei Pfefferberg, Schönhauser Allee 176. Sagesordnung: 1. Regulierung der BeiBezitt 7: Donnerstag nachts 1½ Uhr im Restaurant Binder, Neukölln, Rottbuser Damm 74. träge und Beamtengehälter. 2. Ortsstatut. weltwirtschaftliche Probleme 11. Betriebskrankenkassentag. Scharfe Stellungnahme gegen den Aerzteverband. Die Arbeitnehmer der Betriebstrantentaffenvorstände fanden sich zu einer Sonderfonferenz zusammen, welche sich mit der zufünftigen Taftit und dem engeren Zusammenschluß der Versicherten befaßte. Es wurde ein Ausschuß gewählt, an dessen Spitze Müller( Berlin) und 2( Spandau) stehen. Dieser Ausschuß wird in kürze in Berlin die Bertreter der Versicherten der Betriebstrantentassen zufammenrufen. Die Vertrauensleute aus den Unterverbänden und Bezirken wirken als Beirat mit. Zu gleicher Zeit tagten die Arbeitgebervertreter und Geschäftsdete ein Referat des geschäftsführenden Borstandsmitgliedes Dr. Heinemann über das Verhältnis der Kassen zu den Aerzten. Mit größter Ausführlichkeit legte der Redner die oft fast zum Zusammenbruch der Kaffen führenden Schwierigteiten auf finanziellem Gebiete dar. Eingehend beschäftigte er fich mit den Fragen der freien Aerztewahl, die er als Ruin der Kassen ablehnt, und der Möglichkeit der Ablösung der Natural durch die den Rassen und dem Aerzteverband( Gig Leipzig) auf und nahm mit Gelbleistung. Er rollte den seit Jahren bestehenden Ronflikt zwischen bemerkenswerter Schärfe gegen das Verhalten dieses Verbandes Stellung. Die Kassen werden heute ausgepowert und finanziell ruiniert durch die immer neuen ungerechtfertigten Forderungen der Aerzte, beren Leistungen oftmals in gar teinem Berhältnis zu den Aufwendungen stehen. An Hand von Aeußerungen hervorragender Aerzte und Führer des Verbandes sowie von Artikeln aus der Berbandszeitschrift der Aerzte begründete der Redner seine Ausführungen, die oft von lebhaftem Beifall unterbrochen wurden. den von sämtlichen Rednern die Ausführungen des Dr. Heinemann In der Aussprache, die fich zeitweise sehr lebhaft geftaltete, wur unterstrichen und betont, daß die Kaffen teine Versorgungsanstalt für den überfüllten Aerzte beruf sein fönnen. Mütter( Berlin) gab für die Versicherten die Erklärung ab, daß die Arbeitnehmer in dieser Frage hinter der Verbandsleitung stehen und in ihren Organisationen und Barteien in gleicher Richtung arbeiten werden, was lebhaften Beifall bei den Tagungsteilnehmern hervorrief. Aus der Partei. Seit Anfang der neunziger Jahre hat das Bureau der Parteipreffe Das Parlamentsbureau Baate wird zum 1. Jult gefchloffen. die Berichte über den Reichstag und Preußischen Landtag, über Barteitage, Rongreffe und Prozesse im In- und Ausland geliefert, während des Krieges hat es die Striegsberichte von Wilhelm Düwell, Adolf Köfter und Hugo Schulz verbreitet. Die Leitung des Bureaus hatte Genosse Kurt Baate niedergelegt, als er im November 1918 wurde. Die raftlose Tätigkeit des Bureaus, dessen journalistische von den Bollsbeauftragten zur Leitung der Reichstanzlei berufert Arbeit mehr und mehr der Sozialdemokratische Parlamentsdienst übernommen hat, hat der Parteipreffe große Dienste geleistet. In hrer Geschichte wird das Bureau Baale feinen ehrenbollen Play behalten. Berantw. für ben rebatt. Teil: Franz Klühs. Berlin- Lichterfelde; für Anzeigen: Sh. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. 5., Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruderei u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. B. Sieran 1 Bellage. anflavinBastillen ( gef. gefchüßn jur Desinfeffion der Mund- und Rechenboble besonders be Grippe, salsentzündung, Berschleimung Erhältlich in den Apotheken u. Drogerien für Herren- u.Damen- Bekleidung beste Fabrikate, große Auswahl, Verkauf meterweise Koch& Seeland 6. m Stoffe G. m. b. H. Gertraudtenstraße 20-21. TIETZ Kinder- Woche Leipziger Strasse Alexanderplatz Frankfurter Allee Sommerspielwaren Sandwagen garniert........... 16° Schuhwaren Sandalen Gr. 27-30 Turnschuhe Gr. 27-30 31-35 36-42 00 Sandeimer garniert............. 1200 Rindled., durchgen. 168° 225 268" 31-35 36-42 Springsei....................... 2.50 grau Segelt, Chromiedersohle 98118125" Strassenroller.......... von 8500 an Backfischstiefel, Gr. 36-39185° Besonders günstige Einkaufsgelegenheit für die Reise u. Ferienzeit Wirkwaren lederfarbig, weiss. Gr. 1 Jede weitere Grösse 2,00 mehr. Knaben- Artikel Kinderhüte...................... 1450 Strümpfe schwarz, 1850 Sepplhüte........ 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Das macht in zwei Iahren 221 555 Patente und Gebrauchsmuster, also faft eine Diertelmillion, und bedeutet, die Sonntage nicht mit- ge,»chnet, einen täglichen Einlauf von über 300 Patenten und G«> brüdi-Hsmustsrn. Wenn wir von unfern Erfindern etwa sonderliche Käuze ausscheiden, wie sie Roda Roda schildert; Leute, die einen Erfindcrsimmel haben oder ein perpctuum mobile konstruieren wollen, ferner alle größeren und mittleren Firmen, die sich in der Regel genau auskennen, dann verbleiben die kleineren Firmen und der Bürger und Arbeiter. „Wie"»erfunüen� rvirü. Es soll an dieser Stell«, sofern nicht Zuschriften verfasier und Redaktion darum ersuchen, davon abgesehen worden, die Frage: „Patent oder Gebrauchsmuster" zu besprechen, ob und wann es sich empfiehlt, das«ine oder das andere zu erwirken, oder beide zugleich; ferner sei unbesprochen, wie man«in Gebrauchsmuster selbst anmeldet, so daß also nur die potentamtliche Gebühr von jetzt 6V M. erwächst. Wir wollen annehmen, die Erfindungsidee sei dem 5iaupte plötzlich entsprossen wie Pallas Athene gepanzert und gegürtet dem Haupte des Zeus, und der glücklich-unglückliche Erfinder will nun. volkstümlich gesprochen, die Sache zu Geld machen, d. h. anmelden und verwerten. Es gibt Patentbureaus, die große Listen von Erfindungsausgabea herausgeben, um so zu Erfindungen anzureizen und Aufträge zu bekommen, ähnlich wie in der Groteske von der Firma, die allein deshalb eine explodierende Lampe konstruierte, um ihren Acucrlöschapparat abzusetzen. In einem solchen Elaborat las ich einmal folgenden tiefgründigen Satz: „Denke nach, und wenn du nachgedacht hast, denke weiter nach, und höre nicht auf, nachzudenken! So gedeihen Handel und In- dustrie, Ackerbau und Landwirtschaft."(Und der Beutel des Patent- bureaus.) Patentbureaus. Ein Patentbureau in einer kleinen rheinischen Stadt verspricht in gedruckter Zuschrift, daß es grundsätzlich nur an Erfinder heran- tritt, für deren Schutzrecht es„.eventuell" auch wirklich Interessenten hat, stellt seine Arbeit(?) einen Monat lang zur Verfügung und berechnet„nur" für direkte Spesen, Portis.und dergleichen" 98(!) Mark, die„mit gleicher Post" abzusenden sind. Warum es diese Hundert nicht voll verlangt, sondern den Warenhouspreis von 98 M., ist schleierhaft. Uebrigens verspricht das Bureau, diese Summe noch erzieltem Verkauf von einer 5prozentig«n Vcrwertungsprovi- sion wieder in Abzug zu bringen. Nach erfolgtem Verkauf! Zweiter Fall: Ein Berliner Bureau will die Schutzrechte verwerten, wie es mitteilt. Beglückt fragst du telephonisch an, und hörst mit langem Gesicht, daß du zu dem Zweck in seiner privaten Zeitung oder Liste ein Insaratenabonnement aufgeben sollst. Dritter Fall: Ein anderes Berliner Bureau garantiert auf pompösem Titelblatt für Erteilung von Patenten, berechnet aber auf Seite 4 den Verlust bei der Zlicykerteilung auf nur 425 M. in seinem Hanse, genau auf Vi im Verhältnis zu den„Konkurrenz- anmeldepreisen*. Daneben ist es fast köstlich, den an unlauteren Wettbewerb grenzenden Kampf— falls die Angaben nicht zutreffen — gegen Patentanwalt und andere Patentbureaus zu beobachten, deren Burteilung es glatt als„wertlos" erklärt. Träfe diese Schil- derung zu, auch nur m otlichen Fällen, wäre es Pslicht der zustän- digen Behörden, hier mit eisernem Besen einzugreifen. Statt lan- ger Ausführungen möge ein weiteres der vorgelegten Zitate ge- nügen:„Gewisse Bureaus oersprechen, eine kostenlose Recherche der vorgelegten Erfindung zu machen.... Ich warne Sie vor solchen oberflächlichen Recherchen.... Die anderweitig drohenden Nach- forderungen bedeuten eine Schraub« ohne Ende usw. Dann folgt ein« Liste der Preise der Patenturkunden in den einzelnen Länoern mit und ohne Vorprüfung der Neuheit, die den heute unendlich wichtign Passus hat:„Berechnet wird der Kursunterschied gegen- über dem Stande von Juli 1914 in jenen Staaten, in welchen ein« Erhöhung der Valuta eingetreten ist." Welche Staaten aber wären das nicht! O armer Eierbecher! O patentierter Klapprcaenschirm! Nach der sorgsamen Liste kostete das Patent für den Kongo bei 20jährigem Rechtsschutz vor dem Kriege 160 M. in Tunis für ein Jahr 200 M. Was mag das — der Valutavermerk ist ja so schamhaft— heute tosten! Lehren. Der wackere Durchschnittserfinder vergewissere sich erst einmal bei den führenden Firmen der Branche, in die seine Erfindung fällt, welche Aussichten eigentlich vorhanden sind. Fremde Staaten lasse er— ganz abgesehen von der Valuta— das Gehirn ihrer eigenen Bürger anstrengen. Wenn ein erstes Haus der Branche Interesse für die Erfindung zeigt, dürft« es nicht schwer fallen, ohne Hilse Dritter zu einem Verkauf oder Beteiligung zu kommen. Warnend sei hier noch auf die Ausführungen an dieser Stelle in der Nummer vom April verwiesen. Liegt aber ein wirklicher Geistesblitz vor— die Fälle dürften selten genug vorkommen— wird eine verständl- gung mit ersten Firmen durch Zuhilfenahme eines Patentanwalts als sachverständigen Berater erleichtert werden, wie«in solcher überhaupt dann zu empfehlen ist, wenn man nicht selbst verhandeln kann. Das sinn, und planlos« Anmelden von Schutzrechten in frem- den Ländern ist heutzutage ein doppelter Unsinn, der geradezu zum Ruin des kleinen Mannes führen kann. In den überaus meisten Fällen wird ein Gebrauchsmuster genügen, wenn die ganze Er- findung zum Schluß nicht in Grund und Boden hinein verwünscht werden soll. Bei Verwertungsangeboten aber beachte: Erst den Abschluß, dann die ProvisionI So wirst du keinen Schaden erleiden. » Nehmen wir an, Tante Aurelie hat einen n«uen Eierkocher erfunden, oder Onkel Hans einen Schirm, bei gutem Wetter bequem in der Westentasche zu tragen. Dann hängt ihnen meist nach der glücklichen Geburt des Gedankens der Himmel voller Geigen; sie träumen bereits von einem goldenen Bett und sehen ein Füllhorn voller Gaben auf sich ausgeschüttet. Aber ach, zwischen Lipp' und Kelchesrand.... Haben sie einen Prozeß, werden si«, auch in Fällen, in denen kein Anwaltszwang besteht, einen Rechtsanwalt zu Rate ziehen, und keinen Winkelkonsulenten, weil sie dann sicher gehen; denn der Anwalt hat seine Prüfungen abgelegt, versteht cfkg sein Fach und nimmt die vorschriftsmäßigm Gebühren. Das Schulükonto öes Zrauenmöröers. Die bevorstehende Verhandlung gegen Grostman«. In der Strafsache gegen den des mehrfachenMordes beschuldig- ten G r o ß m a n n ist nunmehr Termin zur Hauptvcrhandlung vor dem Schwurgericht des Landgerichts I auf den 1. Juli und folgende Tage angesetzt worden. Aus der Fülle der Verdachtsmomente sind drei Fälle übrig geblieben, die nun zur Mordanklage geführt haben. Der Angeklagte hat schon 28 schwere Vorstrafen, zum Teil wegen schwerer Gewalttaten auf sexuellem Gebiete, erlitten, darunter 15 Jahre Zuchthaus wegen Vergewaltigung eines kleinen Mädchens, in deren Folge das Mädchen gestorben ist. Zu der Verhandlung, die mehrere Tage dauern wird, sind außer 48 Zeugen mehrere medizinische Sachverständige geladen, die sich über die geistige Be- schaftenheit des Angeklagten zu äußern haben werden. Es wird behauptet, daß zwei Brüder des Angeklagten in Irrenanstalten gestorben, eine Schwester geistig nicht normal und der Vater ein Trinker gewesen sei. Die Gerichtsärzte Professor Dr. Strauch und Medizinalrat Dr. S t ö r m e r haben begutachtet, daß der An- geklagte nicht unter den Z 51 StGB, falle, die Verteidigung bean- tragt, noch den Sanitäterat Dr. Magnus H i r s ch f e l d und den Nervenarzt Dr. K r o n f e l d als Sachverständige zu hören. D«n Borsitz im Gerichtshofe wird Landgerichtsdirektor Jeep führen, die Anklage wird Staatsanwaltschaftsrot Dr. Hayner vertreten, die Verteidigung führen die Rechtsanwälte Dr. F r e y, Dr. Beer» w a l d und Dr. Mendel.— Da in der Verhandlung viel« geradezu haarsträubend schmutzige Sachen zur Erörterung gelangen müssen, wird die Oeffentlichkeit während der Dauer der Verhandlung ausgeschlossen werden. Jabrikbetneb vnü— vermieterschutz. Mietern von Gewerberäumen wird von den Mieteiniaungc ämtern und von den Gerichten weniger Schutz gewährt als de Vermietern. Das kann für einen Gewerbetreibenden, den der Vermieter los werden will, zu einer schweren Existenzgefährdung führen. In solchen Fällen hört de- Mieterschutz tatsächlich aus, und man kann dann nur noch von einem Schutz des Vermieters sprechen. Mit dem Inhaber des r-uc der bisherigen Betriebsstätte hinausgedrängten Gewerbebetriebes sind die Leidtragenden auch die Arbeiter, die bei zeitweiliger Stillegung brotlos werden. In Sorge, von diesem Schicksal betroffen zu werden, machen Arbeiter der Firma„Adria, Gesellschaft für Apparate- und Maschinenbau"(Verlin, Prenzlauer Allee 36) uns Mit- teilung von einem Streit, bei dem der Eigentümer des Grund- stückes ein Räumungsurteil durchgesetzt hat. Dieser, der In- Haber der Firma Max Bernhardt u. Co., forderte anfangs die bis- her von der Firma Adria benutzten Räume zur Erweiterung seines auf demselben Grundstück untergebrachten eigenen Betriebes. Hin- terher machte er geltend, daß in dem Betrieb der Adria ein Motor arbeitete, durch den zu starke Erschütterungen hervorgerufen wür- den. Die Firma Bernhardt blieb vor Gericht Siegerin, und jetzt will sie das ihr gegen Adria zugebilligte Räumungsurteil voll- strecken lassen. Der Gerichtsvollzieher hat bereits seinen Besuch gemacht, doch ist die Vollstreckung noch für einige Tage ausgc- schoben worden. Die Arbeiter sagen uns, daß es dem Inhaber der Firma Adria nicht möglich gewesen sei, rechtzeitig andere Räume zu beschaffen. Muß er seinen Betrieb stillegen, so werden die bei ihm beschäftigten 40 Personen brotlos. Wahrscheinlich würde auch in einer von Adria belieferten Fabrik in Sachsen der Betrieb zeitweilig gehemmt, so daß es dort gleichfalls zu Entlassun- gen kommen könnte. Uns will allerdings scheinen, daß auch der Inhaber der Firma Adria nicht ganz unschuldig an diesen bedauerlichen Folgen wäre Der Streit geht ja schon eine reichlich lange Zeit, so daß man fragen muß, ob nicht doch Vorkehrungen zur rechtzeiti- gen Beschaffung anderer Räume hätten getroffen»w- den können. Fahrkah rtcnv erkauf für die �erien-Sonderznge. Auf den meisten Berliner Fernbahnhöfen, von denen im Juli Ferienfernzüge zu ermäßigten Fahrpreisen abgelassen werden, be-. ginnt heute(Dienstag), den 20. Juni, vormittags 10 Uhr, der Fahr kartcnverkauf. Das Publikum tut gut, sich sogleich zu den betreffenden Bahnhöfen zu begeben und Karten zu entnehmen. Nach der 0 st- s e e fahren vom Bahnhof C h a r l o t t e n b u r g am 6., 8. und 9. Juli Züge nach Kolberg und Greifenberg in Pommern mit An- schluß nach Horst, Rewahl, Deep, Henkenhagen und Timmenhagen, am 7. Juli nach Saßnitz und am 7. unt 8. Juli nach Trassenheide. — Nach dem Riesengebirge fahren am 7., 8. und 15. Juli Züge vom Görlitzer Bahnhof, nach dem Sauerland am 8. Juli vom Potsdamer Bahnhof, nach dem Harz am 7., 8. und 15. Juli vom Potsdamer Bahnhof, nach Thüringen am 7. und 8. Juli vom Potsdamer Bahnhof und nach der Nordsee am 6./7. und 7./8. Juli vom Lehrter Bahnhof. Für die am 1., 2., 6., 7., 8., 9.. 10., 16. und 17. Juli vom Anhalter Bahnhof nalt> München fahrenden Züge ist der Vorverkauf bereits eröffnet, wahrend für die am 7./8. und 16. /17. Juli vom Anhalter Bahnhöf nach Stuttgart und Karlsruhe fahrenden Züge der Vorverkauf gleichfalls heute am 20. Juni im Anhalter Bahnhof beginnt. Prüfungsstelle im Konkurs Köh». Am gestrigen Montag vormittag fand im Amtsgericht Schöne« bcrg der bereits wiederholt vertagte PrüfungSlermin im Konkurs Köhn statt. Geprüft wurden 30 Forderungen. Konkursverwalter Schubert erhob dagegen den Svielereinwand und bestritt sämtliche Forderungen. Der aus der Haft vorgeführte Schuldner Köhn schloß sich den Ausführungen des Konkursverwalters an und erklärte, daß er feine Mandarnen voll hätte befriedigen können und daß sie sämtlich zn ihrem Gelde ge- kommen wäre», wenn nicht Konkurs angemeldet worden wäre. Der Konkursverwalter Schubert stellte bei dem jetzigen Stand des Kon- kurseS 2,6 Proz. für die 60000 Gläubiger iu Aussicht. Die Aktiva betragen 7>/z Millionen Mark, wovon 5 Millionen zur Verteilung an vorberechtigie Gläubiger fallen. Der nächste Prüfungstermin findet am 16. Ottober d. I. statt. Die Voruntersuchung gegen Köhn ist in diesen Tagen abgeschlossen worden, so daß noch vor den Gerichts« ferien die Hauptverhandlung vor Gericht stattfinden wird. Der Ruf durchs Fenster. 35Z Roman von Paul Frank. Der Schriftsteller nahm, als er endlich das Polizeigebäude erreicht hatte, über die Treppen eilend, mehrere Swsen auf einmal und machte dann erst halt, als ihn im ersten Stock ein Posten anhielt und fragte, wohin er wolle und in welcher Angelegenheit er vorzusprechen gedenke. Da er die vierte Ab« teilung als fein Ziel bezeichnet« und zur besseren Erklärung hinzufügte, daß sein Hierfein im Zusammenhang mit dem Fall Reuß anzusehen sei, wußte der Mann nicht sogleich Bescheid, worüber Garbislander, der es beim besten Willen nicht be- greifen konnte, daß in diesem Haus nicht jedermann sich dar- über klar war, wer Reuß gewesen, und daß er vor allem sea vier Tagen vermißt werde, in ärgerliche Bestürzung geriet. Die Tatsache allein, daß man den Namen Albert Reuß ohne innere Anteilnahme auszusprechen imstande sei, erschien ihm absurd und auf alle Fälle oerletzend. Er fand es daher an« gemessen, sich eines zurechtweisenden Tons zu bedienen, als er sagte:„Ich komme in Angelegenheit des verschwundenen be- rühmten Schaufpielers..." Worauf der Mann ihn kurzer» Hand an Kommissär Drosdow, Zimmer 39, wies, nachdem er ihm vorher bedeutet hatte, den Gang links zu benutzen und an der dritten Tür zu klopfen. Ohne den jungen Schriftsteller eines weiteren Blicks zu würdigen, wendete er sich hierauf einer Frauensperson zu, die einer Zeugenvernehmung wegen gekommen war und die nicht gewillt schien, hier länger, als unbedingt erforderlich, sich aus- zuhalten. Vor der Tür Nr. 39 stand ein Amtsdiener, der nur der nissischen Sprache mächtig war und der nach langem ver- geblichen Parlamentieren, das zu keinem befriedigenden Er- gsbnis führen konnte» sich endlich dazu verstand, einen Kollegen zu 5)ilfe zu rufen, der Garbislander in dessen Muttersprache auseinanderzusetzen wußte, daß Dr. Drosdow augenblicklich nicht zu sprechen sei, da er mit Vernehmungen in der Ange- legenbeit Diest beschäftigt war, jenes ebenfalls unaufgsklär« ten Falles des plötzlich aus dem Elternhaus abhanden ge- kommenen jungen Mädchens. Garbislander hatte das Schicksal der unglücklichen Erika Diest, von der man annahm, daß sie ruchloser Mörder- Hand zum Opfer gefallen sei, aus den verfchiedenen Zeitungs-. berichten erfahren, zur Zeit, da er über den Stand der An- geftgenheit Reuß sich unterrichten wollte. Nun kam ihm jenes unbekannte, gleichwohl beklagenswerte Fräulein Diest aber- mals in die Quere, so daß es schon beinahe wie eine beab- sichtigte tückische Schicksalsfügung aussah; darum besann er sich nicht lange, überreichte der vor ihm stehenden Amtsperson seine Visitenkarte und fragte:„Wo befindet sich das Bureau des Polizeipräfekten?" Nachdem er ein weiteres Stockwerk hinter sich gebrocht, übergab er dem ihn dort empfangenden Organ ebenfalls feine Kart«, mit der Bitte, zugleich zu bestellen, daß es sich um eine wichtige Mitteilung zur Sache Reuß handle, und daß er, ein Freund des Vermißten, aus Wien an diesem Morgen in Riga angekommen sei. Statt einer Antwort öffnet« der Mann, der nach einer kleinen Weile wieder sichtbar geworden war, die hohe, barock verzierte Tür, auf der kurz und bündig zu lesen war:„Der Polizeipräfekt." Dieser saß, wie Klaus Garbislander eintretend festzustellen Gelegenheit hatte, inmitten eines mehr als geräumigen Zim- mers, dessen Wandschmuck allerlei deutlich in die Augen springende Beziehungen zur Gerechtigkeit und ihren Helfern aufwies. So standen in den Ecken hohe Regale, die mit Fo- lianten angefüllt waren, in denen die Gesetze der ziollisierten Menschheit verzeichnet standen. Auf dem Tisch lagen Akten- bündel, deren jedes mit einem grotesk geformten Schwerstein geschmückt war, dahinter, die Mitte bezeichnend, standen zwei Kerzen und zwischen ihnen befand sich das Kreuz, eine Anord- nung, die dem Raum gebührenden Ernst und eine Feierlichkeit verlieh, die hervorzurufen wohl in der Absicht des Herrschers in diesem Reich gelegen war. Der Präfekt erhob sich aus seinem Lehnsessel nur um ein geringes, nachdem er den jungen Mann höflich aufgefordert hatte, Platz zu nehmen; Tudolin sah den ihm fremden Herrn mit jenem Mißtrauen an, das ihm bei allen Begegnungen mit Unbekannten leitete, da es feine Auffassung war, der Mensch- heit außerhalb der Polizeibureaus und Iustizpaläste kurzweg erst recht jedes Verbrechen zuzutrauen, so daß er die dem- entsprechende Vorsicht übte. Garbislander, zu tatkräftigem Auftreten entschlossen, fabndete nach einleitenden Worten, wurde indessen solcher Mühe enthoben, da der Präfekt die Unterhaltung begann:„Sie haben uns, wie ich höre, eine wichtige Mitteilung in der Ange- legenheit Reuß zukommen zu lassen? sagte er. »Ich glaube allerdings, daß ich Persönliches über meinen Freund zu berichten imstande wäre, das zur Klärung ent- schieden beitragen könnte. Ich bin mit seiner Frau aus Wien heute morgen hier angekommen." „Sie müssen nämlich wissen...," sagte der Präfekt bedeu- tungsvoll,„daß der Fall in der Tat nicht ganz einfach ist." „Bor allem jedoch," fügte der junge Schriftsteller hinzu, „vor allem läge mir daran,"— und er wußte, daß er nun dazu kam, seinen Trumpf auszuspielen—,„die verehrliche Behörde auf einen Irrtum aufmerksam zu machen, der ihr bedauerlicher- weise unterlaufen ist." Tudolin, der die Sucht de? Leute kannte, klüger sein zu wollen als die Behörden, und irgendein Unmögliches zu ver- langen, das mit dem in Frage stehenden Fall gewöhnlich nur entfernt oder gar nichts zu schaffen hätte, lächelte überlegen und zugleich erwartungsvoll. „Ich will nichts anderes sagen, als daß man sich hier, jene Personalbeschreibung betreffend, die ich an den Säulen soeben gelesen habe, im Irrtum befindet, da dieses Signalement voll- kommen unrichtig ich..." Garbislander betonte das Wort„unrichtig" derart, daß sich der Präfekt irgendwie getroffen fühlen mußte, der jedoch noch immer seine Ruhe behielt und bloß seine Zeigefingerspitze auf den Klingelknopf sinken ließ, worauf er dem alsbald er- scheinenden Beamten zurief:«Den Fall Reuß!" Das Aktenbllndel, in dem das bisher erhobene Material gesammelt lag, hatte bereits beträchtlichen Umfang. Tudolin öffnete es und entnahm ihm einen gedruckten Zettel, den Gar- bislander auf den ersten Blick als ein Exemplar der Prokla- mation erkannte, die er gelesen hatte. „Meinen Sie diese Beschreibung?" fragte der Präfekt, der Garbislander das bedruckte Blatt vor die Augen hielt. „Das und kein anderes," entgegnete der Schriftsteller. „Das Signalement wurde auf Grund der Angaben des Direktors Weißwasser vom hiesigen Deutschen Theater ausge- geben, die mit denen anderer Schauspieler, �die den Vermißten genau zu kennen vorgegeben haben, übereinstimmen. Außer- dem haben wir doch der Veröffentlichung eine Photographie beigegeben, die die Behauptung der Personalbeschreibung, im wesentlichen wenigstens bestätigt.. „Und doch sind die bezeichneten Angaben unrichtig und unzutreffend, da Reuß. wie Ihnen doch ebenfalls bekannt sein dürfte, nicht in seinen Ziviltleidern, sondern in der Maske und Uniform seiner Rolle sozusagen verschwunden ist..." (Fortsetzung folgt.) Jm Bunde mit Verbrechern. Unberechtigte Beschlagnahmungen durch Polizeibeamte. Zu sehr schweren Berfehlungen hatten sich vier Polizei beamte verleiten lassen, die vor der 4. Straffammer des Landgerichts I zur Verantwortung gezogen wurden: der Polizeioberwachtmeister Robert Mette, der Kriminalbetriebsassistent Walter Breyer, der Kriminalbetriebsassistent Artur Czepat und der Kriminalbetriebsassistent Erwin Gebhardt. Ihnen gesellte sich der vielfach vorbestrafte Tischler Anton Krebs und als Beihilfe. leistender der Chauffeur Willy Anger hinzu. Die Beamten wurden beschuldigt, sich mit Berbrechern zusammengetan zu haben, um unbefugt eine Beschlagnahme auszuführen. „ Krüppelerziehung im Sinne der entschiedenen Schulreform" Die Heuschredengefahr in Rußland. Das bedauernswerte Rußheißt das Thema der öffentlichen Versammlung des land wird von immer neuen Blagen heimgesucht. Eine neue MeiBundes entschiedener Schulreformer am Dienstag, den dung besagt, daß sich in Südrußland die Heuschreckengefahr immer 20. Juni, abends 7 Uhr, in der Aula des Werner mehr vergrößert. Biele Bauern haben den Vernichtungskampf gegen Siemens Realgymnafiums, Hohenstaufenstr. 47/48. Referentin: die Heuschreden aufgenommen. Man besprengt sie mit Petroleum, Studienrat Marie Gruhl. das angezündet wird. Weite Landflächen sind der Vegetation beraubt. Im Wolgadelta ist die ganze Ernte vernichtet. Groß- Berliner Parteinachrichten. Heute, Dienstag, abends 6 Uhr Der Gesangverein Neuköllner Liedertafel 1913( M. d. ASB.) teilt mit, daß sein am Sonntag, den 18. Juni, wegen schlechter Witterung ausgefallenes Boltskonzert am Donnerstag, den 22. d. M., abends von 8-9 Uhr, auf dem Reuterplay in Neukölln stattfindet. Das Hamburger Schiffsunglück. Troh des eifrigen Absuchens sowohl des Hafens als auch des Schiffsrumpfes des gefenterten brasilianischen Dampfers, soweit es überhaupt möglich war, hat man bisher keine Leichen mehr bergen können. Am Sonnabend nachmittag wurde das Unfallschiff von einer Seeamtstommission besichtigt. Irgendwelche feste Pläne über das Heben des Fahrzeuges find noch nicht gemacht wor den. Das Heben des Dampfers dürfte schätzungsweise auf etwa 12 Millionen Mark tommen. Der Schaden am Schiff ist unüber sehbar. Wie von Angehörigen der Befagung verlautet, hat diese Reederei, der eine Anzahl der von Deutschland abgetretenen Schiffe zugewiesen wurde, bereits fünf Dampfer durch Unglüdsfälle verloren. Ein ganz gleicher Fall durch Kentern eines ehemaligen deutschen Dampfers zählt zu dieser Reihe von Unglücsfällen. Nach den bisherigen Feststellungen werden vermißt von der brasilianischen Besagung 27 Personen und 14 deutsche Arbeiter, zusammen 41 Personen. Es besteht jedoch nach wie vor die Hoffnung, daß der eine oder der andere sich noch anfindet. Krebs, ein alter Buchthäusler, hatte mit zwei noch nicht ermittelten Verbrechern, von denen der eine den Spihnamen„ Charlottenburger", ber andere Stettiner Mage" führt, den Blan gefaßt, einen Coup gegen den Pfandleiher Hirsch Reiff in her Waldemarstraße auszuführen. Sie wußten, daß dieser in seinem Geldschranke größere Geldbeträge und andere Wertgegenstände aufbewahrte. Es gelang ihnen, die brei erftgenannten Bolizeibeamten dazu zu bestimmen, mit ihnen geme- am bei Reiff eine Haussuchung vorzutauschen und dabei die vorhandenen Wertsachen zu beschlagnahmen. Der Plan wurde am 6. Dezember v. 3. ausgeführt. Die Gesellschaft erbeutete für 50 000 m. bares Geld fowie Uhren, Brillanten und Ringe im Werte von 28 000 M.. Das unten wartende Auto nahm sie auf und saufte in so rasender Eile davon, daß es unterwegs noch einen Zusammenstoß mit einem Fuhrwert hatte. Das Ziel war das Polizeirevier in der Hochstraße. Dert wurde in einem Hinterzimmer die Beute geteilt: Die Beamten erhielten den größten Teil des baren Geldes, der Chauffeur wurde mit 2000 m. entlohnt, Krebs und deffen Romplicen erhielten die Wertsachen. Der Angeflagte Gebhardt hatte die Mitwirkung bei der geplanten Gaunerei zwar abgelehnt, sich aber bereit erklärt, für den Angeklagten Breyer während Bei einem Schwimmfest in Dürrenberg bei Merseburg Seffen Abwesenheit den Nachmittagsdienst zu übernehmen. Er erhielt tippte gestern infolge einseitiger Belastung ein 2 aufstieg um, dafür von dem Beuteanteil 3000 m. Die Angeklagten waren nur der über Pontons führte. Etwa 100 Zuschauer stürzten zum Teil geständig. Nach dem Ergebnis der zweitägigen Beweis- ins Waffer der Saale. Bisher wurden fünf Reichen geaufnahme wurde Meite zu 3 Jahren, Czepat zu 2 Jahren borgen. Die genaue Bahl der Toten steht noch nicht fest. 6 Monaten Gefängnis und je 5 Jahren Ehrverlust verurteilt. Der Kriminalbetriebsassistent Gebhardt wurde auf Antrag des Juftizrats Bronter freigesprochen, da bezüglich seiner Person ein Schuldbeweis nicht erbracht werden fonnte. Der vierte Beamte, Angeklagter Breyer, wurde auf Antrag des Rechtsanwalts Bahn zur Beobachtung seines Geisteszustandes einer Irrenanstalt überwiesen. Der Tischler Krebs wurde zu 2 Jahren 9 monaten Gefängnis und 5 Jahren Ehrverlust verurteilt, der Chauffeur Anger freigesprochen. Schweres Unglück bei einem Schwimmfeft. Explosion einer Patronenfendung. Gestern vormittag entstand in einem Batetpostamt in der Ringstraße zu Hamburg eine schwere Explosion. Ein Patet mit Patronen, das von einer schlefischen Firma tam und nach Paris bestimmt war, explodierte unter furchtbarer Detonation. Zwei Postbeamte wurden zur Seite geschleudert und schwer verlegt. Einzelheiten stehen noch aus. Eine Untersuchung wurde eingeleitet. # Wichtige Sitzung des Bezirksvorstandes im Sekretariat, Lindenstr. 3. Jeder Kreis muß unbedingt einen Vertreter entfenden. Bezirkssekretariat. Morgen, Mittwoch, den 21. Juni: 1. Abt. Bilmersdorf. T½ Uhr Mitgliederversammlung bei Rohr, Kaiser. 82. Abt. Steglis. 8 Uhr Mitgliederversammlung in der Oberrealschule Elisenstraße 4. Ref. D. Ederstedt, M. d. R. Thema: Die politische Lage". 90. bt. Reukölln. 8 Uhr Versammlung der Funktionäre und Delegierten zur 94. Abt. Beutölln. 7 Uhr Abrechnung und Funktionärsigung bei Taubel, Allee 51/53. Thema: Das Reichsmietengefeg". Ref. Winter. 99. Rreisversammlung bei Prüfert, Fuldastr. 46. Weifeftr. 23. Erscheinen Pflicht. 11 bt. Brig. 7% Uhr Aula der 2. Gemeindeschule, Bürgerstr. 23, Mitgliederversammlung. Thema: Proletariat und Reparationen". Ref. Robert Breuer. 106. Abt. Johannisthal. T½ Uhr Mitgliederversammlung in der Schulaula Roonstraße. Thema: Genua, Baluta und Zeuerung". Ref. Dr. Walter Bechlin. Die Beitragserhöhung. 116. Abt. Lichtenberg. 7% Uhr Funktionärsigung im Lokal Schlenkrich, Simplonftr. 42. Jungsozialisten. 6 Uhr Arbeitsausschußßigung im Vorwärtsgebäude. Die Ortsgruppen, die das Juniheft der Jungsozialistischen Blätter" noch nicht haben, werden gebeten, dieses bis spätestens Sonnabend, den 24., von der Geschäftsstelle abzuholen. Jugendveranstaltungen. Die EntHeute, Dienstag, den 20. Juni: Bicsdorf. Jugendheim Gemeindeschule Schulstraße, Bortrag: ftehung der Erde". Niederschöneweide. Jugendheim Oberschöneweide, LauStraße 32, Cingang Finanzamt, Bortrag: Der Wert des Wanderns". fenerstr. 32, Dichterabend: ,, Cäsar Flaischlen". Pankow. Jugendheim Breite Reinickendorf- Oft. Jugendheim im Rinderhort Geebad Residenzstraße, Dis. thaler Borstadt. Jugendheim Gemeindeschule Gipsstraße, Bortrag:„ Darwi fuffionsabend: Warum feiert die Arbeiterjugend Sonnenwende?". Rosen nismus". Schöneberg I. Jugendheim Rubens-, Ede Hauptstraße, Bortrag: Revolutionäre Dichtungen". Steglig II. Jugendheim Johanna- StegenStraße 23, Mitgliederversammlung. Bortrag: Die Entwicklung der Fertil. Sübweft. Jugendheim Lindenstr. 3, Borwärtsgebäude, Vortrag: Segel. Jugendheim Bahnhofstr. 15, Bortrag: ,, Warum bin ich in der Arbeiterjugend?" Wilmersdorf. Jugendheim Gemeindeschule industrie". August Beber" Sport. Der Oberstaatsanwalt von Cassel veröffentlicht zur Aufklärung Bor einigen Tagen erfolgte im Raffenraum der Budapester Roblenzer Straße( untere Turnhalle), Bortrag: Frohes Wandern". des Anschlages auf den Oberbürgermeister, Genossen Scheidemann, Spartasse eine Explosion, die eine große Panik auslöste. im Inseratenteil der vorliegenden Ausgabe unter Hinweis auf die Das Publikum flüchtete, zum Teil unter Zurücklassung erheblicher ausgesetzte Belohnung von 50000 Mart, die Abbildungen der Geldbeträge. Durch die Explosion wurde eine Person leicht verletzt. von dem Täter herrührenden Gegenstände: Gummiball und dagegen wurde flüchtenden Personen und Bantdienern etwa eine Eichenstod. balbe Million ronen geraubt. Bisher wurden zehn Die Kartoffelpreise alfer Ernte. Der beim Oberpräsidium der Personen, gegen die sich ein Verdacht richtete, in aft ge= Provinz Brandenburg und Berlins eingefeßte Ausschuß zur Ernommen. Die polizeiliche Untersuchung hat ergeben, daß an dem mittlung von angemessenen Startoffelpreisen für die Proving Bran- Attentat auch Bedienstete der Postipartaffe beteiligt gebenburg hat in seiner gestrigen Sitzung für Speisefartoffeln alter wesen sein können, die davon Kenntnis hatten, daß an diefem Tage 13 Millionen Bargeld in das Nationalnoteninstitut überführt werden Ernte einen Erzeugerpreis( Angemessenheitspreis) von 100 bis follten. 110 Mart je 8entner ab Erzeugerstation festgesetzt. Das Freibaden als Konkurrenz der Freibäder. In eine arge Bedrängnis find jetzt die Besizer der großen Freibäder Müggel Wannsee sowie Tegel gekommen. Die Behörden haben bekanntlich das Freibaden fast überall gestattet. Die großen Freibäder erheben eine Mart Eintritt, die Folge davon ist, daß die Abwanderung geradezu katastrophal für die Freibadpächter geworden ist. Die Bächter wollen nun geschlossen dahin wirken, daß die hohe Pacht ermäßigt wird. der elften ordentlichen Hauptversammlung der Wissenschaftlichen Die Einweihung eines Flughafens fand in Bremen aus Anlaß Gesellschaft für Luftschiffahrt am vergangenen Sonntag statt. Großfeuer auf Long Island. Nach einer Meldung aus New Dort ist in Averne auf Long Island eine Feuersbrunst ausgebrochen, die 500 Villen und Wohnhäuser zerstört hat. 20000 Einwohner find obdachlos. Der Schaden wird auf 4 Millionen Dollar geschäßt. XI. Sie ist mild, aber nicht leicht. Ware fie leicht, könnte sie nicht gehaltvoll, nicht würzig fein. Mur eine würzig- milde 3igarette befriedigt den Kenner. Massary Delft.edel wie der Name. das Borrudern absolviert worden war, begann nachmittags das Hauptrennen. Die Fortsehung der Grünauer Regatta. Nachdem gestern früh bereits Es wurden sehr gute Zeiten gefahren und man fah am Start neben den deutschen auch ausländische Boote. Das Viererrennen ohne Steuermann konnte fich wieder Sport Borussia holen. Das Ereignis des Tages, das Dauerrudern für Salbausleger, Giguierer über 35 Kilometer bei schwach fließendem Waffer endete in einem toten Rennen zwischen Ruderriege der Turngemeinde Berlin Bierer ohne Steuermann, und Auder- und Eislaufberein Außig- Biding. und Ruder und Eislaufverein Außig- Widing. Die Resultate sind folgende: Bierer ohne Steuermann, Sport- Borussia Berlin, 7:57; Ciner, Rudergesellschaft 8: 23/5; Achter, Sport- Borussia Berlin 7:26: 9:05; Doppelzweier ohne Steuermann, Hamburger Ruderklub Alemannia Berlin,( Carl Leur) 8; 8weier ohne Steuermann, Ruderklub Germania- Köln, 3m Stadion stehen sich heute in dem zweiten Vorrundenspiel um den Pokal Norddeutschland" gegen Mitteldeutschland" gegenüber. Im Anschluß daran findet um 6 Uhr der Rampf zwischen Süddeutschland und Südostdeutschland statt. Auch hier ist die süddeutsche Mannschaft zum starten Teil aus den Nürn bergern übernommen. Fußball- Bokalvorrundenspiel Berlin gegen Balten( Rampfspiele). As um bereits die Jugendauswahlmannschaften Oberschlesiens und Danzigs einen 6 Uhr die beiden Mannschaften lebhaft applaudiert den Plaz betreten, hatten Rampf geliefert, den erstere mit 4: 3 gewannen. Die Berliner, die in letter H.& P. Uder, seis, Engeluferi Das Merkmal für Qualität. Zigaretten, Kau-, Rauch- und Schnupftabake G. A. Hanewacker, Goldfarb, Landfrieden, Eicken, Raulino, Oldenkott. Geöffnet 8-2, 3-5 Uhr. Moritzpl. 3014, 13720. Für Gold- SilberBrillanten etc. zahlt die höchsten Tagespreise Juwelen- EinkaufsGesellschaft Hopenfeld& Co. 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H. für Strichloden Damen sehr geeignet als Brunnen- und Touren- Mäntel Damen- Kostüme Damen- Breeches Leder- Mäntel Radfahr Röcke ON KINON Stunde noch eine Unrstellung vornehmen mußten( an Stelle von Montag und| 1000 Meter, bei dem der Meine Schüße- Westen seine größeren Ronkurrenten ans Schmidt spielten Gobeck und Wolter), zeigten ein technisch hochwertiges Spiel dem Felde schlug. Das reichhaltige Programm wurde mit Fauftballspielen abund waren dauernd überlegen. Bereits nach einigen Minuten schoß Hartmann geschlossen. pas erste Tor, dem dann bald das zweite und dritte folgten. Eine Flanke der Balten verpast Berlins Torwart Echwedler und die Gäste buchen ihr erstes und einziges Tor. Bis zur Pause erhöhen die Berliner ihre Torzahl auf 4. Nach Halbzeit haben die Balten den Wind im Rücken, so daß ihr Angriff etwas fchneller vorgetragen wird. Berlins Verteidigung aber ist unüberwindlich. Die Siesigen schießen das fünfte Tor und bald darauf trennt der Schlußpfiff des Schiedsrichters die beiden sehr fair spielenden Mannschaften, das Berlin verdient mit 5: 1 gewonnen hat. Arbeitersport. Sportfest der Freien Turnerschaft. Im Schöneberger Stadion( Dominicus Sportplag) mit seiner C00- Meter- Rundbahn und den gewaltigen Flächen für Leichtathletik und Spiele fand am Sonntag das 1. Vereinssportfest tros des Dauerregens mit etwa 200 aktiven Teilnehmern statt. Bei den Wettläufen teilten fich Edöneberg, Güden und Wedding in die errungenen Siege. Lebhaft applaudiert wurden auch die langen Streden, besonders der Knabenlauf über Deutscher Metallarbeiterverband( Verw. Berlin) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Schlosser' O 112 Eugen Habicht Boigtstr. 39 am 14 Juni geftorben ist. Die Einäscherung findet am Dienstag, ben 20 d. M., nadm. 3 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg, Stiefholz Straße, statt. Ferner starb unser Kollege, Former Otto Klinsky Stolpische Str. 30 am- 18. d. Mts. Die Einäscherung findet am Freitag, den 23. d. M, mittags 12 Uhr. im Krematorium Baumschulenweg, Kiefholzstraße, statt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet 190/15 Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungssteile Berlin N 54, Linienstraße 83/85. Geschäftszeit vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhe Telephon: Amt Norden 833, 834, 835, 836. Achtung! Gelb- u. Weißmetall! Donnerstag, 22. Juni, nachm. 4 Uhr im Gewertschaftshaus, Engelufer 25 Allgem. Branchenversammlung der Gürtler, Kronenfchloffer, Klempner u. In der Branche befchäft. Kolleginnen Tagesordnung: 1. Die gegenwärtige Situation in unserer Branche. 2. Distuffion. 3. Ergänzungswahl der Branchentommission. 4. Berschiedenes. Erscheinen aller Kolleginnen und Kollegen notwendig. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Die Versammlung wird pünktlich erda der Gaal um 7 Uhr geräumit öffnet, jein muß. Donnerstag, 22. Juni, nahm. 5 2hr id.Residenz Festfalen, LandsbergerGt.31 Branchenversammlung der Emaillierer u. verw. Berufe Zagesordnung: 1. Bericht von der Berhandlungskommission. 2. Diskussion 3. Branchenangelegenheiten. Ohne Mitgliedsbuch fein Zutritt! Donnerstag, 22. Juni, abends 7 Uhr in der Schulaula, Weinmeisterfir.16-17 Volksbühne Theater des Ostens Briefkasten der Redaktion. 8. 100. 1. Berlin, Boßstr. 49. 2. Ja. Die Beschwerde. Bis glauben Refuitate: 100- Meter- Lauf: Männer: Jure- Wedding und Stordmann- Süden aber nicht, daß Sie damit Erfolg haben werden. J. 2. 33. 1. Sie müssen 12,1 sek.; Jugendliche: Böhmie 12,2 Set., Schlunke- Schöneberg 12,3 Set.; Tur zunächst einen Mietvertrag abschließen und ihn dem Wohnungsamt zur GeAlbrecht- Schöneberg 15,2 Gef. nerinnen: Pfänder- Schöneberg 14,1 Gef., Rau- Wedding 14,3 Get.; Senehmigung einreichen, die selbstverständlich versagt werden tann. 2. Die Ge3 Min. 50 Get. 4 mal 400- Meter- Lauf, Männer: Schöneberg fchäftsstelle befindet sich in Berlin, Wichertstr. 54( Sans Bethke). J. 38. Turnerinnen: Wedding 60,1 Gek. 4 mal 100- Meter- Lauf, Jugendliche: Schöneberg 52 Get., unter Umständen ja. Gegen den ablehnenden Bescheid fönnen Sie aber BeEchöneberg 3 Min. 30 Set., Anaben: Schütze- Westen 3 in. 50 Get. 1000- Meter- Lauf, Alte Herren: Richter schwerde einlegen. Die Beid werbeschrift ist an die Stelle zu richten, die den 3000 Bescheid erlassen hat. G. St. 12. Wenn Ihnen die geforderte Miete zu hoch Meter- Lauf, Männer: Hermann- Schöneberg 10 in. 15 Get. Sochspringen, erscheint, fo lassen Sie das Mieteinigungsamt entsaeiden. 3. G. 55. Männer: Butter- Süden und Röhl- Schöneberg 1,55 Meter, Lehrlinge: Schlunke, 1. Rein. 2. Das ergibt sich aus der Reichsversicherungsordnung und ber BeWeitspringen, Männer: Appelbaum- Schöneberg 5,63 Meter, Turnerinnen: gründung dazu. 3. Sozialrentnerfürsorgestelle. S. 7. 1. 3a. 2. An den Pfänder- Schöneberg 4,22 Meter, Mädchen: Helwig- Schöneberg 3,80 Meter: Standesbeamten. Sollten Sie vor diesem nicht persönlich erscheinen törnen, Distus, Männer: Stenber- Schöneberg 26,10 Meter. Rugelstoßen, Männer. fo müssen Sie sich an das Gericht oder den Rotar wenden. Im übrigen ist L. u. r.: Schmidt- Schöneberg 16,70 Meter, Turnerinnen: Lettermann und Rau- die Einwilligung der Mutter sowie des Vormundes erforderlich. 3. Die ühe Wedding 6,55 Meter, Jugendliche: Schmidt- Schöneberg 12,08 Deter, Anaben: der Roften fönnen wir Ihnen nicht, angeben; sie sind aber nicht erheblich. Siebert- Wedding 8,80 Meter. Schleuderball, Alte Herren: Kuhlman- Schöne S. 71. 10 bis 12 Proz. Tegel 9. Nein, Sie find aber berechtigt, Gites. berg 35,30 Meter. Salagballweitfchlagen: Mädchen: Hallwig- Schöneberg antrag zu stellen. Im übrigen sind die in Frage kommenden Personen anch 27,70 Meter. Schadensersazpflichtig. 8 U.: Central- Theater Theater a. Bülowpl.( Rose- Theater) Mädels v. Davos D.Verschwender Aufd Gartenb 5 U. Lessing- Th. Sommerspielzeit. Allabendl. 7, Uhr: Berlin- Wien- Konstantinopel Komische 73% Oper 73/4 Die Ballerina d. Königs Der Meister Gent. Künstler- Th. vom Montmartre Sommerspielzeit Allabend!. 8: Die erste Nacht" Offenbachs Liebesleb. Deutsch Opernhaus 7: Fidelio Intimes Theater S: Die Peitsche und? Lauf doch nicht immer nackt herum Lustspielhaus Uhr: Der Werwolf Metropol- Theater Mus. V. Hugo Hirsch Berliner Prater- Uhr: Bajadere v. Max Lily Flohr Reichshallen- Th. Theater Neues Operett.- Th. Gastspiel der Rotter- Bühnen Kastanienallee 7-9.18 Uhr: Vulkan Täglich: Allabendl. 7 Uhr: Die Prinzessin v. Hil Stettiner Operette in 3 Akten Neues Th. am Zoo 8 Uhr: Scampolo Sänger sowie Spezialitäten Neues Volkstheater DonhoffBrettl Ant.7% U Theater a. Rottb.Tor Meritzpl. 16 077 Allabdl.7 EliteSänger ..Was sich d.Wald erzählt"-end Beginn 5 Uhr. U.: Schuster Aiolos BTL Schiller- Th. Charl. SU.. Charleys Tante Potsdamer Str.38 Carola Toelle in Kean Außerdem: Das kleine Modistenmädel Thalia- Theater 71: Die Herren von und zu... Turmstr. 12 Fr. Zelnik in Th. a. Nollendorfpl. 73/4 U.: Theater d. Westens Verliebte Leute Dar Säugling" D. Kreuzer- Sonate Bis früh um fünfe Rennen zu Strausberg Wallner- Theater 7% U.: Die beiden Nachtigallen Walhalla- Theater 8 Dienstag, 20. Juni, nachin. 3 Uhr. Uhr: Das GastPreuss. haus zur Liebe Staats- Lotterie 750 000 Lose 337 000 Gewinne im Gesamtbetrage von über 319 Millionen Mark Brauchenversammlung 61 Million M. der Eisentonstruktions- Schloffer Zagesordnung: 1. Bortrag: Schlich tungsordnung und Arbeitszeitgefeg. 2 Diskussion. 3. Branchenangelegenheiten und Berschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch der Metallarbeiter fein Zutritt! 120 14 good Die Ortsverwaltung. Theater, Lichtspiele usw. Opernhaus Cavaller. Justicana SCALA Josephs- Legende 7 Uhr Schauspielhaus Nathan der Weise 712 Uhr Deutsch. Theat. 7% Potasch und Perlmutter Mittw.7% Potasch u. Perlmutter Kammerspiele Geschlossen. Gr.Schauspielh. ( Karlstraße) 72: Die versunkene Glocke Tägl. 8 Uhr Jnternat Varieté 6x500000 M. 6x300000 M. Originallose zum amtlichen Preis: 1/ 15.60 M., 4 31.20 M., 1/2 62.40 M., ¼ 124.80 M. Porto und amtliche Gewinnliste 3 Mark. Ziehung 1. Klasse schon 27. und 28. Juni Ritter, P. Raddatz& Co. Staatl. Lotterie- Einnahme, Berlin W 66 Leipziger Straße 123. Postscheck onto 3334 Bank für Handel und Industrie ( Darmstädter Bank) 69. ordentliche Generalversammlung Wir beehren uns, unsere Aktionäre nach§§ 22 bis 25 der Satzung zu der am Sonnabend, den 15. Juli dieses Jahres, vormittags 11 Uhr, Mittw. 72: Die ver- in unserem Geschäftslokale zu Darmstadt. Rheinstr. 22, stattfindenden neunsunkene Glocke undsechzigsten ordentlichen Generalversammlung mit folgender Tagesordnung einzuladen; des ,, Die wunderlich. Geschichten Kapellmeisters Kreisler" im Th. 1. d. Königgrätzer Str. tägl. 8 Uhr Komödienhaus 8 U.:,,Gretchen" Gläßner, Roberts. Berliner Th. 7.45: Madame Flirt Residenz- Th. Täglich 8 Uhr: Eine Frau ohne Bedeutung Arnold Korff Adele Sandrock Lauden bo ch 30.100 887 R natürl.Größe natürl. Größe 1/6 natürl. Größe natürl. Größe Bekanntmachung. natürl. Größe natürl.Größe Zum Anschlag auf Oberbürgermeister Scheidemann vom 4. Juni 1922( 1. Pfingstfeiertag, nachmittags zwischen 5% und Obige Abbildungen geben wieder: 58 Uhr) bei Wilhelmshöhe. 1. links: Den vom Täter benugten Gummiball( in natürlicher Größe). 2. rechts: Den oberen Teil des vom Täter auf der Flucht verlorenen Eichenftodes( in naftfelicher Größe). 3. mitten: Das Gtod- Ende mit der Spatenzwinge( in natürlicher Größe). 4. ebenfalls mitten: Den ganzen Stock( in% der natürlichen Größe). Gesamtlänge 90 cm). 5. oben links und rechts: Schriftzeichen, die sich auf einer in der Nähe des Tatortes gefundenen Rarte der Umgebung Caffels befinden. Alle Personen, die in der Lage find, irgendwelche Angaben über die Serkunft ober den Befizer dieser Gegenstände zu machen, werben ersucht, Auf die für Ermittlung des Täters ausgefegte Belohnung von 1. Erstattung des Geschäftsberichts für das Geschäftsjahr 1921 durch bei der nächsten Kriminalpolizei oder bet der Casseler Staatsanwaltschaft sich alsbald zu äußern. den Vorstand; 2. Beschlußfassung über die Genehmigung der Bilanz und die Gewinnverteilung; 3. Beschlußfassung über die Entlastung des Vorstandes und des Aufsichtsrats; 4. Beschlußfassung über die Verschmelzung der Gesellschaft mit der Nationalbank für Deutschland Kommanditgesellschaft auf Aktien durch Genehmigung eines Vertrages, auf Grund dessen das Vermögen der Gesellschaft als Ganzes mit dem Rechte zur Fortführung der Firma unter Ausschluß der Liquidation auf die Nationalbank für Deutschland Kommanditgesellschaft auf Aktien übergeht, und für die nicht entsprechend dem Vertrage mit dieser vom 30. Oktober 1921 im Besitze der Nationalbank für Deutschland Kommanditgesellschaft auf Aktien befindlichen Aktien der Gesellschaft Aktien der Nationalbank gewährt werden in der Weise, daß auf je 1 Aktie der Gesellschaft im Nennwert von M. 1000,- mit Dividendenberechtigung vom 1. 1. 1922, 1 Aktie der Nationalbank für Deutschland Kommanditgesellschaft auf Aktien im gleichen Nennbetrag und mit gleicher Dividendenberechtigung und auf je 7 Aktien der Bank für Handel und Industrie im Nennwert von fl. 250,- mit Dividenberechtigung vom 1. 1. 1922 je 3 Aktien der Nationalbank für Deutschland Kommanditgesellschaft auf Aktien im Nennwert von je M. 1000,- mit Dividendenberechtigung vom 1. 1. 1922 gewährt werden. Die Hinterlegung der Aktien bzw. des ordnungsmäßigen Hinterlegungsscheines eines deutschen Notars, der Reichsbank oder der Bank des Berliner Kassen- Vereins in Gemäßheit des§ 24 der Satzung hat spätestens am 11. Juli d. J. Trianon- Th. während der üblichen Geschäftsstunden zu erfolgen, und zwar entweder bei der Bank für Handel und Industrie Täglich 48 Uhr: Moral Burg, Limburg, Junkermann, Schroth VINORIEN Varieté- Spielplan Rauchen gestattet Berlin und Darmstadt, den sämtlichen übrigen Niederlassungen der Bank oder in Cassel bei den Herren Fiorino& Sichel, Coblenz be Herrn Leopold Seligmann, 9 80 99 st " Dresden bei den Herren Albert Kuntze& Co., 99 Esser a. d. Ruhr bei Herrn Simon Hirschland, Frankfurt a. M. bei den Herren Otto Hirsch& Co., Göttingen bei den Herren H. P. Klettwig& Reibstein, München bei den Herren Merck, Finck& Co., Stuttgart bei den Herren Stuber& Co. Berlin und Darmstadt, den 17. Juni 1982. Bank für Handel und Industrie % Simson. Andreae. wirb hingewiefent. Caffel, den 17. Juni 1922. Attenzeichen: 3. J. 442/22. Luna- Park Heute Volkstag Doppel- Konzert Musikdirektor Fritz Brase Kapellmeister Franz Hollfelder Groß- Feuerwerk Alle Attraktionen in Betrieb Eintritt 2.50.- Stener 1.50 Thüringer Wald( 500-800 m.) Sehr beliebter, landschaftlich schön geleg. Höhenkurort nahe Inselsburg- Rennsteig- Eisenach. Ze ruhig. nervenstärk. Aufenth. bes. geaign. Kurarzt. Nachkurort. Regelm. Omnib- q. Autoverb. m. Babyb Finsterbergen 50000 Mart Der Oberstaatsanwalt. Metropol- Rei Schwäche, Neurasthenie Varleté Behrenstr. 54 Freitag, 23. Juni, 8 Uhr Ebrenabend für ErnstRiedel belderlel Geschlechts ges Dr.Hoffbauers, Yohimbin- Lecithin- Präparate Eine vollwertige Ergänzung des im Körper verbraucht.Hervstoffes Ausführliche Literatur kostenfrei! Festvorstellung Elefanten- Apotheke, Berlin SW., Leipziger Straße 74 Erste Künstler der Berliner Varieté a. Kabarettbühnen haben Ihre liebenswürd. Mitwirkung zugesagt. BALL Sämtliche Tische sind nume riert.- Vorverkauf 11 bis 2 Uhr im Bureau. am Dönhoffplatz Fernsprecher: Zentrum 7192 Sommersprossen Sommersprossen Greme KOPP& JOSEPH BERLIN W. 50 Potsdamer Strasse 122 DON Bankengemeinschaff Darmstädter- Nationalbank Bericht der Vorstandsmitglieder und der persönlich haftenden Gesellschafter der Bankengemeinschaft Darmstädter- Nationalbank Die Deutsche Reichsmark wurde am 3. Januar 1921 In New- York mit| Bankgewerbe. Der größte Zusammenschluß auf diesem Gebiete betrifft unsere 1,35 Dollar pro 100 M. bewertet, während derselbe Betrag deutscher Reichs- Institute, die sich durch die Generalversammlungen vom 26. November 1921 zur mark am 31. Dezember 1921 54% Cents erforderte. New- York meldete als höchsten Kurs des Jahres am 26. Januar einen solchen von 1,80 Dollar, daBankengemeinschaft Darmstädter- Nationalbank vereinigen. Darmstädter und Nationalbank Kommanditgesellschaft auf Aktien gegen als niedrigsten 33 Cents ara 7. November 1921. Die Gegenüberstellung vereinigten. Diese Gemeinschaft war aufgebaut auf dem Gedanken des wirtdieser Zahlen genügt, um jene Entwicklung vor Augen zu haben, die unsere Wirtschaft an den drehenden Abgrund der Verelendung brachte. Die Wirtschaftlichen und organischen Zusammenfließens beider Institute, und die völlige schaft der Welt und in erster Linie diejenige Deutschlands mußte auf Wegen Fusion war von Anfang an für den Augenblick vorgesehen, wo die GesetzNachdem das geschehen ist, wandeln, die nicht von den Gesetzen der Oekonomie, sondern von der seit dem gebung die Schwierigkeiten beseitigen würde. Kriege herrschenden Politik bestimmt wurden. Die übermenschlichen An- schlagen wir unseren Generalversammlungen eine Fusion in der Weise vor, forderungen der Reparation, das Londoner Ultimatum und vor allen Dingen daß wir unsere belden Institute unter der Firma die gewaltsame Abtrennung des oberschlesischen Industriegebietes wirkten wie Attentate ani anser wirtschaftliches Leben. Demgegenüber müssen wir die erstaunlichen Leistungen unserer Wirtschaft hoch bewerten, die durch Aufrechterhaltung, ja darch Steigerung eines ernsten Arbeitswillens allen äußeren und inneren Gefahren zum Trotz die Welt zwangen, endlich am Jahresende den Grundsatz der wirtschaftlichen Solidarität aller Völker als den bestimmenden Faktor der anzustrebenden Entwicklung anzuerkennen. Neben dem vielen Negativen des abgelaufenen Jahres liegt in dem Wachsen dieser Erkenntnis vielleicht das einzig Positive, denn die Fülle der wirtschaftlichen Probleme, die Krisen in der Produktion, im Konsum und im Geldwesen sind nicht mehr mit der Vernunft des Einzelnen zu bewältigen. Sie erfordern ge-, bieterisch die Zusammenarbeit aller Völker. Nicht die Aufrichtung neuer Schranken zwischen Siegern und Besiegten, sondern die schnelle Beseitigung künstlich gezogener Scheidewände kann die Welt vor wirtschaftsvernichtenden Umwälzungen retten. Die Wirtschaftsbewegung Deutschlands hm Jahre 1921 verleitete in ihrem äußeren Bilde gerade das Ausland zu falschen Urteilen, die in einer starken Ueberschätzung unserer Möglichkeiten und Kräfte zum Ausdruck kamen. In dem erhöhten Beschäftigungsgrade unserer Industrie und auch in einem höheren Stande der Rentabilität auf vielen Gebieten von Handel und Gewerbe sah man rein ziffernmäßig und gemessen an der aus der Vorkriegszeit bekannten Methode die Zeichen einer gewaltigen aufsteigenden Konjunktur. Die Ursachen dieser Wirtschaftslage hängen jedoch eng zusammen mit dem Problem der Inflation und mit dem bedenklichen Anschwellen des Notenumlaufs und der Staatsschulden, die dem wirtschaftlichen Kreislauf eine künstliche, äußerlich sichtbare Schwangkraft verliehen. Im krassen Gegensatze hierzu ist jedoch keineswegs eine Erhöhanz des Volkswehlstandes, sondern viel mehr die gewaltige Stelgerung aller Preise und damit eine Verteuerung des Lebensunterhaltes in einer bedrohlichen Form festzustellen. Das Produktionserzeugnis und die Produktionsmöglichkeit reichten nicht aus, um die unserer Wirtschaft aufgezwungene Tributpflicht in Gold anch nur annähernd zu erfüllen, und die anfangs gegenübergestellten Zahlen der Wertbemessung der deutschen Reichsmark in Amerika zeigen deutlich, wie wir zum Ausgleich des nicht hinreichenden Warenexports den Geldexport zu betreiben gezwungen waren. Nach Durchführung dieser Transaktion und nach Genehmigung unserer Jahresabschlüsse werden die seinerzeit gegen Ueberfremdungsgefahr bei beiden Instituten gebildeten Schutzaktien überflüssig, und das Aktienkapital der Gesamtbank wird sich auf 600 000 000 M., die Summe der offenen Reserven auf 450 000 000 M. beziffern. Das Eigenkapital der Bank wird sich somit auf 1 050 000 000 M. belaufen. von Die Gewinnverteilungsvorschläge der beiden Banken sind die folgenden a) Bank für Handel und Industrie: Der Bruttogewinn beläuft sich( einschließl, des Vortrages 637 940.89 aus dem Jahre 1920) auf......... davon ab: a) Verwaltungskosten b) Steuern Es wird beantragt, zuzuführen: der besonderen Reserve 577 992 232,35 411 261 056.16 36 183 424.25 c) Abschreibungen auf Immobilien u. Mobilien 40 876 189.09 488 320 669.50 89 671 562.85 50 000 000, 3 000 000.dem Pensionsversicherungsverein für höhere 1 500 000, 1 500 000.56 000 000.33 671 562.85 2 200 000.31 471 562.85 dem Fonds II für Altpensionäre Beamte. der Pensionskasse für die Angestellten davon sind zu zahlen: die satzungsgemäßen Tantiemen für den Aufsichtsrat verbleibt ein Ueberschuß von · aus welchem die beantragte Dividende von 14% zu entnehmen ist mit. während der Rest von. und Verlustkonten für das Jahr 1921 beider Institute an. Wir fügen diesem Bericht eine Addition der Bilanzen und der Gewinn- auf neue Rechnung übergeht. Die eingesetzten Beträge des Aktienkapitals und der Reservefonds sind entstanden durch die im Zusammenhang mit der eingegangenen Gemeinschaft erfolgten Kapitalserhöhungen, wodurch sich das Aktienkapital( abgesehen von den Schutzaktien beider Institute) bei der Bank für Handel und Industrie auf der Reservefonds auf a 350 000 000 M. 196 000 000 M. bei der Nationalbank für Deutschland auf der Reservefonds auf * 250 000 000 M. . 154 000 000 M. b) Nationalbank für Deutschland Kommanditgesellschaft auf Aktien: a) Verwaltungskosten • c) Abschreibungen auf Immobilien u. Mobilien Es wird beantragt zuzuführen: der freien Reserve 30 800 000.671 362.85 Der Bruttogewinn beläuft sich( einschließlich des Vortrages von 1 799 913.72 aus dem Jahre 1920 auf. davon ab: 266 781 599.37 155 953 030.25 b) Steuern 26 057 090.89 5477 339.33 187 487 459.97 79 294 139.40 50 000 000.3 000 000.53 000 000 26 294 139.40 3 243 243.25 23 050 896.15 21 000 000.2 050 890.15 dem Beamten- Pensions- u. Unterstützungs- Fonds davon sind zu zahlen: . führung aus den laufenden Gewinnen um weitere je 50 000 000 M. erhöht. erhöhte. Die Reservefonds beider Institute werden in diesem Jahr durch ZuDie Bilanzziffern zeigen die Wirkungen unserer Geldwirtschaft. die satzungsgemäßen Tantiemen für den Aufsichtsrat Die bedentende Steigerung der Kreditoren wird begleitet von einer ent- verbleibt ein Ueberschuß von sprechenden Erhöhung aller Aktivposten. aus welchem die beantragte Dividende von 14% zu entnehmen ist mit während der Rest von Nur unsere eigenen Engagements in Effekten- und Konsortialgeschäften erscheinen ungefähr auf vorjähriger Höhe. Sie sind den Zeitverhältnissen entsprechend besonders vorsichtig bewertet. Warenverschiffungen" tritt die in vorstehendem Bericht gekennzeichnete starke In unseren Debitoren sowie in der Ziffer Vorschüsse auf Waren- und Inanspruchnahme durch Handel und Industrie hervor. Das gleiche gilt von der Ziffer ,, Reports und Lombards", deren Erhöhung zu einem Teil mit der Bevorschussung von Devisen für die Rohstoffbezüge unserer Kundschaft zusammenhängt. Mit verübergehenden Unterbrechungen mußte sich so die deutsche Wirtschaft immer mehr der Inflation verschreiben. Der Begriff der großen Zahlen verursachte auch im Inlande vielfach Verwirrung und verstärkte das spekulative Moment in unserer Wirtschaft in einem fast unerträglichen Maße, Be- Der Posten ,, Dauernde Beteiligungen bel anderen Banken und Banksonders die Entwicklung an den Effektenmärkten unterlag diesen Einflüssen firmen" enthält unter anderem bel der Bank für Handel und Industrie die Beund verursachte neben den berechtigten Umwertungen spekulative Ausschrei- teiligung an der Bank und Wechselstuben A.- G. ,, Mercur", Wien, die durch tungen, die vor allen Dingen in einer ausgedehnten Beteiligung unberufener die Kapitalserhöhung der Gesellschaft eine entsprechende Erhöhung erfuhr. Kreise an der Börse zum Ausdruck kamen. Schon gegen Ende des Jahres Die Bank und Wechselstuben A.- G. ,, Mercur" wird für das Geschäftsjahr 1921 30 Proz. Dividende verteilen. Bei der Nationalbank für Deutschland sind in diesem Posten u. a. die Beteiligungen an der Deutsch- Südamerikanischen sowie an der Deutschen Orientbank enthalten. Die Deutsch- Südamerikanische Bank hat ein Jahr recht günstiger Entwicklung hinter sich und wird für 1921 eine Dividende von 20 Proz. gegen 10 Proz. im Vorjahre ausschütten. Die Deutsche Orientbank hat sich den veränderten Verhältnissen entsprechend neuen Aufgaben zugewandt und erhöht im laufenden Geschäftsjahr ihr Aktienkapital auf 100 000 000 M. Die in diesem Posten gleichfalls verbuchten Kommanditbetelligungen beider Institute an Bankfirmen werden für 1921 ebenfalls recht günstige Ergebnisse bringen. trat infolgedessen hier eine Ernüchterung ein, die sich im neuen Jahre in einem Grade fortsetzte, daß sich die Kurse von der sonstigen Umwertung aller Preise weit entfernten und mehr die allgemeinen Gefahren unserer Verhältnisse zum Ausdruck bringen. Die Börse fühlte zuerst die ungünstigen Wirkungen der unabwendbaren Entwicklung, die am Geld- und Kapitalmarkt durch das sich in den letzten Berichtsmonaten überstürzende Tempo der Inflationsbewegung deutlich sichtbar wurde. Die früher wiederholt aufgestellte These, daß die Inflationsbewegung eine längere und gefährlichere Geldanspannung verhindert, wurde durch die Praxis erschlittert. Die schwierigen Verhältnisse am Geld- und Kapitalmarkt setzen sich in verstärktem Maße im laufenden Jahre fort, und eine Beibehaltung der bisherigen internationalen Politik müßte unseren Inflationsprozeß in zahlenmäßig kaum zu fassendem Umfange beschleunigen. Dieses Problem erfordert die ernste Aufmerksamkeit und die besondere Kraftanspannung der deutschen Bankwelt. Wenn aber die Erkenntnis der volkswirtschaftlichen Solidarität der Welt in greifbarer Zukunft einen gewissen Wendepunkt für die Behandlung der uns in der Wirtschaft überall entgegentretenden Probleme bewirkt, so wird der Stillstand und der Abbau der Inflation ernste nene Aufgaben erbringen, die eine frühzeitige Rüstung aller Wirtschaftsfaktoren bedingen. Es kann im Zusammenhange hiermit nicht genug auf das seit der Kriegswirtschaft immer mehr außer Gebrauch gekommene instrument des Warenwechsels bingewiesen werden, das zur Erleichterung der Geldverhältnisse wieder mehr in den Vordergrund treten sollte. Die im Jahre 1920 hervorgetretene starke Zusammenschlußbewegung nahm im abgelanfenen Berichtsjahr ihren Fortgang, und auch sie ist letzten Endes äußere Vorbereitung für zukünftige Entwicklungen, die eine Verteilung der Gefahren, eine Erhöhung Innerer und äußerer Stoßkraft fordern. Im Jahre 1921 vollzog sich diese ergänzende Zusammenfassung von Kräften auch im Das Gebäudekonto enthält die eigenen Grundstücke und Gebäude von 119 Niederlassungen einschließlich der gesamten Einrichtungen. Die Bankengemeinschaft erwarb im Berichtsjahre an 36 Plätzen neue Grundstücke und Gebäude. Der Bilanzwert ergibt sich nach einer Abschreibung im Gewinnund Verlustkonto von 40 876 189,09 M. bei der Bank für Handel und Industrie und von 5 477 339,33 M. bei der Nationalbank für Deutschland. Das von der Bank für Handel und Industrie auf Verlangen der Ententestaaten im vaterländischen Interesse gemeinsam mit drei anderen deutschen Banken durch Unterzeichnung der sogenannten Reparationswechsel übernommene Obligo ist am Fälligkeitstage zur Erledigung gelangt. Das Gewinn- und Verlustkonto zeigt neben der starken Erhöhung der Elnnahmeziffern ein gewaltiges Anschwellen der Unkosten. Diese Entwicklung hält im laufenden Jahre in einem Umfange an, daß sie selbst durch eine weitere Erhöhung der Bankbedingungen kaum ausgeglichen werden dürfte. Das Konsortial- und Effektengeschäft war besonders lebhaft und bot zu zahlreichen Transaktionen Veranlassung. Die Gewinne hieraus sind zur Gewinnverteilung nicht hinzugezogen. Die Banken gemeinschaft war an 336 Geschäften, teils führend, teils mitwirkend beteiligt. auf neue Rechnung übergeht. Es würden somit 140.- auf die Aktien von 1000.- und 168,- aut die Aktien von 1200.- zur Vertellung kommen. Bank für Handel und Industrie. Nationalbank für Deutschland Kommanditgesellschaft auf Aktien. Andreae. Bodenheimer. Dr. Schacht. Dr. Beheim- Schwarzbach. Goldschmidt. von Simson. Hincke. Dr. Strube. Bernhard. Dr. Rosin. Wittenberg. Es würden somit M. 140.- auf die Aktien von M. 1000.- und M. 60.auf die Aktien von fl. 250,- zur Verteilung kommen. Bericht der Aufsichtsräte. Durch den von uns bestellten Ausschuß sind die in den Anlagen dieses Berichts wiedergegebenen Bilanzen sowie die Gewinn- und Verlust- Rechnungen eingehend geprüft worden; wir finden dagegen nichts zu erinnern und erklären uns mit dem vorstehenden Bericht des Vorstandes bzw. der persön lich haftenden Gesellschafter in allen Teilen einverstanden. Der Tod riß in den Kreis der Mitglieder der Aufsichtsräte beider Banken schmerzliche Lücken. Es verstarben am 10. Juli 1921 Herr Wirklicher Geheimer Oberfinanzraž O. Schmiedicke, Berlin, am 26. Dezember 1921 Herr Hermann Fricke, Osnabrück, am 15. März 1922 Herr Carl Parcus, Darmstadt, am 19. Mai 1922 Herr Geheimer Kommerzienrat Louis Grüna feld, Berlin- Beuthen. Die Verwaltung der Banken gemeinschaft wird den Dahingeschiedenen ein dauerndes dankbares Gedächtnis bewahren. Berlin, im Juni 1922. Bank für Handel und Industrie Der Aufsichtsrat: Dr. Riesser. Nationalbank für Deutschland Kommanditgesellschaft auf Aktien. Der Aufsichtsrat: Witting. Jedes Wert 3.00 M. 2 fettgedruckte Worte). Stellengesuche Das tengedruckte Wort 4.00 M.( zulässig und Schlafstellenanzeigen das erste Wert( fettgedruckt) 2.50 M., jedes weitere Wort 2.89 M. Werte ber 18 Buchstaben zählen doppelt Verkäufe Kleine Anzeigen Deighans Friebrichstraße 2( Sellesches) sr) veclauft fpottbillig Anzüge, Sailpfec Baletots. Belzwaren- GeSteine Möbel Chaiselongues, Umbaufofas, Auflagean. Arbeitsmarkt ** für die nächste bis 4/2 Uhr nachm. Anzeigen Nummer müssen in der Haupt- Expedition des Vorwärts, Berlin SW 68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. jüngerer Techniker In unserer Kasse ist die Stelle eines Sibirischer Krexafu, ſelben in. Legenheitstufe: Sportpelse, Gehpelse, matragen, Patentmatragen 450.Krankenkontrolleurs 575, prachtvoller Silberfuchs 738, anger- Ragenjaden, Fife aller Art. tiger Schweißer, an selbständige Walter. Stargarderstraße achtzehn. dem Gilberwolf, Blaufuas, 8ebelfuchs Lombardware. 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