Nr. 289 39.Jahrgang Ausgabe B Nr. 142 Bezugspreis: Bierteljährl. 150.-M., monatl. 50,-902 frei ins Haus, voraus zahlbar. Postbezug: Monatlich 50,-, einschl. Zustellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- u Memel gebiet, sowie Defterreich u. Luxemburg 84.-M., für das übrige Ausland 102, M. Boftbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Estland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luxemburg, Desterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowatet und Ungarn. Der„ Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Zeit", der Unter haltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Son tags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Abend- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 1 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezetle toftet 16,- M.- Reklamezeile 80,-. AleineAnzeigen" das fettgedruckte Wort 4, M.( zulässig zwei fettgebruckte Borte), jedes weitere Wort 8,- M. Stellengesuche und Schlafftellenanzeigen das erste Wort 2,50 M., jedes weitere Wort 2, M. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Beile 8,- M. Anzeigen für die nächste Nummer müffen bis 42 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Expedition: SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Redaktion Morisplay 15195-97 an: Expedition Moritplas 11753-54 Mittwoch, den 21. Juni 1922 Gewerkschaften gegen Brotwucher. Der Gewerkschaftstongreß in Leipzig nahm| belastet werden. Ueber die Preisfrage muß Klarheit geschaffen heute vormittag einstimmig folgende Entschließung zur Frage werden. Ohne das sei die Zustimmung der Unabhängigen zur Vorder Brotversorgung durch die Getreideumlage lage nicht zu haben. Der Redner warnt das Zentrum davor, ein Kompromiß mit der Volkspartei zu suchen. Dadurch würde die „ Der Kongreß nimmt kenntnis von dem trifischen Stand der Möglichkeit, eine Mehrheit nach links zu schaffen, vernichtet werden. parlamentarischen Behandlung des Gesetzentwurfes über die Rege- Reichsernährungsminister Fehr: Nicht Freude an der Zwangslung des Berkehrs mit Getreide. wirtschaft, sondern Not veranlaßt uns, an der öffentlichen Bewirt fchaftung in beschränktem Umfange festzuhalten. Grundfäßlich ist die freie Wirtschaft zur Förderung der Produktion am besten geeignet. Die Produktion braucht zu ihrer Förderung aber Angesichts der Gefahr, daß die bürgerliche Mehrheit des Reichsfages dem Drängen nach freier Wirtschaft folgt, unterstützt der Kongreß in letter Stunde nochmals einmütig alle Forderungen des ADGB., die in der Frage der Brotversorgung dem Reichstag, der Reichsregierung und den Regierungen der Länder rechtzeitig unterbreitet wurden. nicht nur Freiheit, sondern auch Ruhe und Ordnung, und darum ist für die volle Freiheit der Zeitpunkt noch nicht getommen, sondern eine beschränkte öffentliche Bewirtschaftung not Der Kongres fordert, daß der Reichstag dem Gesetz eine Faffung wendig. Wer für die Umlage ist, ist daher kein Gegner der Landgibt, durch die die Brotversorgung der versorgungsberechtigten Be- wirtschaft. Der Sprung in die freie Wirtschaft ist jetzt nicht möglich, völkerung in ausreichendem Maße zu erschwinglichen darüber fann es gar feinen Streit geben. Es ist zu verurteilen, Preisen bei Dedung der Produktionstoften, aber unter völliger wenn der Regierung zum Vorwurf gemacht wird, sie halte aus Furcht Ausschaltung von konjunktur- und Balutage- vor der Strafe an der Umlage fest. Schon durch die Freigabe der winnen sichergestellt wird. Wirtschaft, soweit sie erfolgt ist, find breite Boltsschichten Indem der Kongreß nochmals auf die Folgen der von gewiffen ins Elend gekommen. Die Not des Volkes fordert Festhalten an Kreisen der Landwirte geforderten freien Wirtschaft in der Brotver- der Umlage. Bekommen wir die Umlage nicht, dann bekommen wir forgung hinweist, erklärt er, daß er für die mit Sicherheit eintreten Auslandspreise für Brot. Dafür kann die Reichsregierung die Berden tatastrophalen Zustände jede Verantwortung ablehnt." antwortung nicht übernehmen. Um nach 1 Uhr schlug der Vorsitzende Bertagung vor. " Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Berlag, Expedition und Inseraten. Abteilung Moritplat 11753-54 Absage an die Kommunisten. Die USP. wird energisch. Die tommunistische Parteizentrale richtete fürzlich wieder einmal einen langen Offenen Brief" an unsere Partei sowohl wie an die Unabhängigen, in dem sie zu gemeinsamen Aktionen gegen die Reaktion" aufforderte. Die Zentrale der USB. hat darauf jetzt in einem längeren Schreiben geantwortet und zwar in so deutlicher Weise, daß wir wünschten, sie hätte sich immer so entschieden gegen die kommunistischen Rattenfänger ausgesprochen. In der Antwort heißt es u. a.: Diese Frage richten Sie an uns, während zu gleicher Zeit in Moskau Führer Ihrer Organisation durch fortgefehte Wortbrüche deren Arbeiterparteien das Papier nicht wert sind, auf dem sie gealler Welt den Beweis liefern, daß Ihnen Bereinbarungen mit anschrieben stehen... fames Handeln gegen die Reaktion zu unterhalten und geben Ihren Sie wünschen sich mit unserer Organisation über ein gemeinOrganisationen zu gleicher Zeit Anweisungen, Versammlungen zu sprengen, die von unserer Organisation einberufen werden. Sie er blicken offenbar in dem systematischen Versammlungsterror Ihrer Beauftragten gegen unsere und andere Arbeiterorganisationen ein geeignetes Mittel, die Arbeiterorganisationen zu einem gemeinsamen Handeln gegen die Reaktion zusammenzuführen. Das Schreiben der USP. versichert weiter, es hätte.bis vor furzem der Anschein bestanden, als ob bei den Füh Obstruktionsversuche im Ausschuß. Es sind noch drei Redner zur Generaldebatte gemeldet. Die Sorern der KPD. eine bessere Einsicht gesiegt hätte: Der Volkswirtschaftliche Ausschuß des Reichstages trat heute bialdemokraten forderten energisch rasche Arbeit und wider10 Uhr vormittags zusammen, um die Beratung der Ge- sprachen der Vertagung, die trotzdem gegen die Stimmen der treideumlage zu beginnen. An der Zusammensetzung des Aus- Sozialdemokraten und Unabhängigen beschlossen wird. Es folgt schusses fällt auf, daß die Bertreter der bürgerlichen Barteien eine sehr lebhafte Geschäftsordnungsdebatte, in der auch der Reichswiederum fast ausschließlich aus Repräsentanten des land- ernährungsminister Fehr seinem Bedauern über die Verzögerung wirtschaftlichen Besizes bestehen. Es wurde zunächst beschlossen, in Anbetracht der dringenden Wichtigkeit des Gegenstandes und seiner raschen Erledigung von einer Generaldebatte abzusehen. der Ausschußarbeiten Ausdrud gibt. Landbündlerdreiftigkeit. Die Generaldebatte wurde aber dennoch von den DeutschnatioEs ist ein schwieriges Geschäft, zugleich den unbegrenzten nalen erzwungen, indem sie einen vom Abg. Roeside eingebrachten Brotwucher zu fordern und dabei seine Anhänger aus Ber Antrag begründeten, den grundlegenden Artikel 1 der Vorlage brauchertreifen bei guter Laune zu erhalten. Das sehen abzulehnen und damit den freien Verkehr mit Getreide die Landbündler ein, deshalb muß sich einer ihrer Parlamentarier, Herr Dr. Kaufhold, die Finger blutig schreiben, um den städti inländischer Ernte herzustellen. Dr. Kaufhold weiß als erfahrener Demagoge, daß er bei den deutsch schen deutschnationalen Wählern Sand in die Augen zu streuen. nationalen Berbrauchern mit dem agrarischen Profitgeschrei feinen Eindrud erzielen wird. Deshalb vergießt er Krokodilstränen über die gestiegenen Kosten der Lebenshaltung, um dann mit heuchlerischem Pathos fortzufahren: Ein weiterer Antrag der beiden Rechtsparteien will für die Umlage einen Scheinerfaz in Form weitläufiger Maßnahmen Herstellen, deren Wirksamkeit start bezweifelt werden muß und deren Durchführung jedenfalls im Laufe der zur Verfügung stehenden Zeit unmöglich wäre. Es handelt sich ganz offensichtlich um einen Ver schleppungs- und Obstruktionsantrag, um zunächst einmal die Getreideumlage zu Fall zu bringen. Was danach wird, scheint den Herren von den Rechtsparteien ziemlich gleichgültig zu sein. Der von ihnen gestellte Erfazantrag soll nur dem Zwede dienen, ihr Verhalten vor den städtischen Wählern einigermaßen zu verschleiern. Käppler( Soz.) trat den Berschleppungsmanövern der Rechten In ausführlicher und energischer Rede entgegen. Er erklärte, daß die Sicherstellung der Brotversorgung durch die freie Wirtschaft auf keinen Fall erfolgen könne, daß man vielmehr auf diese Weise einer Katastrophe zusteuere. Es handle fich darum, ob es außer der Umlage noch einen anderen Weg gebe. Ein solcher sei aber nicht zu sehen. Der Weg, den die Gegner der Umlage gingen, führe zur Hungersnot. Fällt die Vorlage, muß die Auflösung kommen. Die Frauen werden sich dann gegenüber ihrer Haltung am 20. Juni 1920 eines besseren befinnen. Böhme( Dem.) spricht den Wunsch nach Berständigung aus. Seine Partei behalte sich volle Freiheit gegenüber der RegierungsDorlage vor und werde ihr nur zustimmen, wenn ihre Bedingungen erfüllt würden. Sie würde also mitarbeiten und sich ihre Entscheidung für den Zeitpunkt vorbehalten, in dem die Gestaltung des Ganzen zu übersehen sein werde. Der Redner begründete sodann ausführlich seinen Antrag, der dahin geht, die kleineren Flächen bis zehn Hettar freizulassen, bei den Flächen bis fünfzig Heftar zehn Hektar nicht in Anrechnung zu bringen, die größeren Flächen aber voll zu erfassen. Die sozialdemokratische Fraktion hat beantragt, die zu erfassende Menge von 2½ Millionen Tonnen auf 4% Millionen Tonnen zu erhöhen und nicht nur die mit Getreide bebauten Flächen, sondern die gesamten landwirtschaftlichen Flächen zu erfaffen. falls der Antrag auf Ablehnung des§ 1 und damit der gesamten Umlage abgelehnt werden sollte, die Umlage von 2% auf 1% MillioVon den Deutschnationalen ist ein Eventualantrag eingelaufen, nen Tonnen zu ermäßigen. Dr. Herh( U. Soz.) wendet sich scharf gegen die Obstruktionsversuche der Rechten, deren Abgeordnete sich nur als Landwirte gebärdeten und vergessen, daß sie nur als Vertreter des ganzen Boffes gewählt feten. Sie fürchten den Appellans Bolt, weil sie wiffen, daß fich das Volf gegen sie entscheiden würde. Dem Grundgedanken des bemokratischen Antrages, die Verteilung anders zu regeln, sei zuzuStimmen. Die Kleinen müßten gefchont, die Großen stärker u Leider ist diese bessere Einsicht gegenwärtig wieder vollkommen verdrängt worden durch die von Moskau erneut angeordnete Taktik des wüsteſten Kampfes nicht gegen die Reaktion, sondern gegen anSie die Antwort auf Ihre Frage selbst finden, nämlich, daß es dere Arbeiterorganisationen. Aus allen diesen Tatsachen können nicht möglich ist, mit Ihrer Organisation gemeinsame Handlungen gegen die Reaktion herbeizuführen. Alle Ihre Parolen und Briefe entstehen aus Ihrer hinterhälligen Abficht heraus, andere Arbeiterorganisationen nicht als Bundesgenossen zu gewinnen, sondern zu zertrümmern und als Berräterorganisationen zu verleumden und zu beschimpfen... Wir sind überzeugt davon, daß auch die Arbeiter, die heute noch in der kommunistischen Bewegung stehen, über furz oder lang erkennen werden, daß die Taten der kommunistischen Führer der Reaffion nügen und die proletarische Bewegung schädigen... wünschen möchte, daß sie nicht bei nächster Gelegenheit wieder Das sind sicher sehr mannhafte Worte, von denen man vergessen sind. Allerdings sorgt schon die Redaktion der Freiheit", in der wir diesen Brief abgedruckt finden, für die notwendige heitere Abwechslung. In unmittelbarem Anschluß an den Absagebrief veröffentlicht sie eine zuschrift Die verantwortliche Reichsregierung steht den Dingen angeblich aus der Feder eines rechtssozialistischen Arbeiters, tatenlos gegenüber, fie rührt feine Hand und ergreift feine der sich über das„ Bersagen der SPD gegen den Brotwucher" Maßnahmen, um der Teuerung abzuhelfen. Dies in dem Augenblick, wo die Reichsregierung um die neue beschwert und bittet, daß die USP. und KPD. den Gemlage fämpft, die von den Agrariern auf jede Weise jabo im Gegenteil mit aller Macht in ganz Deutschland gegen den danken der Demonstration nicht aufgibt, sondern tiert wird! Es geht doch nichts über einen tüchtigen Schuß Dreistigkeit. Herr Dr. Kaushold hat aber auch einen guten Gedanken. Wucher die Maffen aufruft". Der Brief hat wochenlang im Ueberfaz der Freiheit" gestanden und wird ausgerechnet So schreibt er bei Aufzählung der Gründe für die heutige Not: Die Arbeitslöhne und Gehälter der handarbeitenden Bevölet veröffentlicht, wo die Sozialdemokratie im Vordergrund ferung und der Festbesoldeten sind der Geldentwertung ent- des Kampfes gegen den Brotwucher steht! sprechend nicht gestiegen. Wir haben vielfach Weltmarktpreise, Bei den Unabhängigen weiß augenscheinlich die rechte aber noch kein Weltmarkilöhne! Hand nicht, was die linte fut. Während die ZentralHoffentlich ist fich Herr Dr. Kaufhold auch über die Ronfeleitung ein Zusammengehen mit den Kommunisten für quenzen dieses Sages flar. Der Saß bedeutet, daß die Arbeiter, rüdsichtslos a blehnt, fordert das Zentral organ unAngestellten und Beamten, wenn die Agrarier ihre Erzeugnisse auf mittelbar darauf zu gemeinsamen DemonstratioWeltmarktpreise hinauftreiben, gar nicht mehr anders tönnen, nen auf, die sich natürlich auch gegen. die Sozialdemokratie als Weltmarktlöhne zu fordern. Erhöhung der Beamtenbezüge. Die gestern bei den Verhandlungen zwischen Regierung und Spikenorganisationen erzielte Einigung sieht, wie die Tele graphen- Union" hört, eine Erhöhung des Teuerungszuschlages um 40 Proz. vor. Während also bisher auf die ersten 10 000 m. 120 Broz. Zuschlag gewährt wurden, erhöht sich dieser Betrag nunmehr auf 160 Proz. Für die weiteren Beträge über 10 000 m. tritt eine Erhöhung des Zuschlages von 65 Proz. auf 105 Proz. ein. Dollar 320! richten sollen! Es geht nichts über eine prinzipienfeste Redaktion. Sie überschreibt eine polemische Notiz gegen die" Sozialistische Korrespondenz" mit den Worten: Heute so, morgen anders." Die Freiheit" übertrumpft alles: Sie kann auf derfelben Seite so und anders! Verfrühter Siegesjubel. Die reaktionäre Presse erzählt von einem„ bürgerlichen Sieg" in Sachsen, weil es den bürgerlichen Parteien gelungen ist, die 10 Proz. der Wahlberechtigten, die zur Herbeiführung eines Boltsbegehrens notwendig find, nicht nur auf die Beine zu bringen, sondern noch einen ansehnlichen Ueberschuß zu erzielen. In Wirklichkeit ist der Siegesjubel reichlich verfrüht. Daß es den bürgerlichen Parteien, die bei Der Devisenmarkt wurde durch die gestern von ver- der letzten Wahl zusammen 48 Proz. der abgegebenen Stimschiedenen Zeitungen verbreiteten Meldungen über eine an- men aufgebracht haben, möglich sein würde, in einer mehrgeblich sehr pessimistische Beurteilung der Aussichten des tägigen Einzeichnungszeit mindestens 10 Broz. der WahlMarkturses in Regierungskreisen ernstlich beunruhigt. Daran berechtigten zur Einzeichnung zu bewegen, hat faum ein vermochte ein inzwischen veröffentlichtes Dementi nichts zu Mensch bezweifelt. Wenn aber die Bürgerlichen einen großen ändern. Infolgedessen überwog wieder die Nachfrage nach Erfolg darin sehen, daß es sogar 30 Proz., nämlich ausländischen Zahlungsmitteln. Der Dollar wurde um rund 82 000 Stimmen, geworden sind, so muß gerade. die Mittagsstunde mit 320 gesucht. Auch am Markte das für ihre Aussichten bei dem wirklichen Volksder österreichischen Noten machte die Aufwärtsbewegung begehren selber zweifelhaft wirken. Denn offenbar haben die weitere Fortschritte. Die österreichische Krone wurde mit 2,45 bürgerlichen Parteien alles zur Einzeichnung geschleppt, was gehandelt. Am Effektenmarkte herrschte infolge der wachsen sie nur irgend heranbringen fonnten. Um im Boltsbegehren den Geldknappheit vollkommene Geschäftsstille bei ab zu siegen, müssen sie aber mindestens 50 Proz. der Wahlbröckelnden Kursen. berechtigten zur Abstimmung bringen. Daran fehlen ihnen noch volle 20 Proz., etwa 600 000 Stimmen. Nachdem sie eine große Kräfteanspannung erst auf 30 Proz. gebracht hat, scheint es zum mindesten sehr fraglich, ob sie noch über genügende Reserven verfügen, um die fehlenden 20 Pro3. voll zu machen. Jedenfalls liegt zum Siegesjubel bei ihnen noch nicht der geringste Anlaß vor. Die Monarchie ist gerettet! Die Verbrecherwelt für Militärmusik und Altpreußentum. In der monarchistischen„ D. A. 3." schilderte kürzlich ein Mitarbeiter einen Raschemmenausflug. Dabei entwarf er folgendes Genrebild: Von einer kleinen Männergruppe steht einer umringt, der aus den Westentaschen goldene Uhren und goldene Ringe zieht, eine nach der anderen. In einer Ecke framt einer umringt wieder von einer Sondergruppe in einem Sack voller Stiefel. Und es wird geraunt, geschwatt, geschrien, gehandelt, wie in jeder anderen Börse. Nur daß hier die Stimmen des verdächtigen Geschäfts stark eingedämmt werden durch Schmettermusit:" Gloria mit Herz und Hand die Vöglein Vittoria im Walde." Uebrigens ist die Tatsache, daß gerade hier die alten Militärmarschlieder gespielt werden, typisch für das Milieu. Es ist völlig falsch zu denken: Diese Verbrechergilde sei bolichewisfisch gesinnt oder auch nur republikanisch. Verteidigung des politischen Mordes. In München erscheint, worauf wir schon einmal hinwiesen, eine Zeitschrift Der Wicking", die von den Leuten der Organifation C. herausgegeben und geleitet wird. Diese Zeitschrift legt nun bei Besprechnug des Killingerprozesses in ihrer Nr. 9 folgen des offene Geständnis ab: Verfassungssieg in Jrland. London, 21. Juni.( EE.) Bis gestern abend waren 109 Ergeb nisse der irischen Wahlen bekannt. Bisher sind 51 Anhänger des englisch- irischen Vertrages gewählt, ferner 31 Repu blifaner, 14 Kandidaten der Arbeiterpartei, 10 Unabhängige und 3 Vertreter der Landwirtschaftspartei. 19 Ergebnisse liegen noch Derartige politische Terroratte, wie der Mord an Erzber nicht vor. Die Republikaner haben eine äußerst schwere ger einen darstellt, entsprechen in feiner Weise einer einseitigen Niederlage erlitten. Weder die Gräfin Markiewicz, die im Berhetzung von rechts. Wenn diese Erscheinungen auch bedauer- leßten Sinnfeinertabinett Minister war, ist wiedergewählt lich find, so fällt die Schuld nicht auf den Täter zurück, sondern worden, noch Frau Clarke, deren Gatte während des Sinnfeinerauf die Allgemeinheit, die es zuläßt, daß derartige aufstandes von 1916 hingerichtet worden war. Dagegen wurde die zweifelhafte Persönlichkeiten in den Besitz von Macht gelangen Witwe des früheren Bürgermeisters von Limerid, deren Gatte er fönnen Solange die Parteimoral und das öffentliche Urteil mordet worden war, in Limerick gewählt, ferner die Schwester des in dieser Weise versagt, ftellen politische Morde Notwehrakte dar, früheren Bürgermeisters von Cort, Mac Swineys.. die zwar bedauerlich, aber verständlich find. An anderer Stelle wird allerdings höhnisch erklärt, daß durch den Mord ,, Erzberger dem Tode innerer Verfettung entrissen" wurde. Er ist also nur aus Nächstenliebe gemeuchelt worden! Jedenfalls bedeuten die oben zitierten Zeilen ein unzweideutiges Bekenntnis zum politischen Mord, das man sich merken muß. Amerika und Deutschland. Teilweise Rückgabe des deutschen Eigentums. Englands Arbeitslose. Condon, 21. Juni.( EP.) Nach einer Statistik des Arbeits ministeriums wurden am 18. Juni in England 1443000 Arbeitslose unterstützt, d. h. 5000 mehr als in der Vorwoche. Die Statistit umfaßt keineswegs die teilweise Arbeitslosen und auch nicht diejenigen Arbeitslosen, die feinen Anspruch auf Unterstützung New York, 21. Juni.( WTB.- Funkspruch.) Wie aus Washing- ordnung von 226 Vertretern der englischen Gemeindebehör. haben. Lloyd George empfing gestern in Downingstreet eine AbNa also! Da sage noch einer, daß die Monarchie im deutschen ton verlautet, wird im Weißen Hause mit Hardings Zustimmung den, die von der Regierung verlangten, die Lasten zu er Bolte nicht eingewurzelt sei. Uebrigens war das schon immer so: ein Gesetz vorbereitet, wonach ungefähr 30 000 Deutschen und leichtern, die ihnen durch die Arbeitslofenunterstützungen erEs gab auch zu Wilhelms Glanzzeiten feine Animiertneipe, in der Desterreichern ihr während des Krieges beschlagnahmtes wachsen. Mehrere Gemeindevorstände erklärten, daß ihre Gemeinden nicht sein martialisches Bild von der Wand strahlte. Eigentum zurüdgegeben wird, soweit sein Wert 10 000 durch die großen Zahlungen, die sie für die ArbeitslosenunterAber wird nun die Rechtspresse endlich aufhören, ihre über- Dollar oder weniger beträgt. Diesem Plane gemäß würden un- stützungen machen müßten, zahlungsunfähig geworden zeugtesten Anhänger zu verunglimpfen, indem sie fortgesetzt Sozia- gefähr 30 Millionen Dollar zurückerstattet werden. Bon annähernd find. Lloyd George versprach, daß er das Gesuch dem Finanzminister listen und Verbrecher zu identifizieren sucht?! 14 000 Vermögen sonderte der Kurator des feindlichen Eigentums unterbreiten werde. diejenigen aus, deren Wert über 10 000 Dollar beträgt; bezüglich dieser wird die Bill eine Teilrückgabe empfehlen, soweit Gerechtigkeit und Notwendigkeit diesen Schritt erheischen. Die Reichswehr im Auto. Zu dem Reichswehrausflug auf den Fichtelberg in 15 Personenautomobilen, worüber wir in der Dienstag- Nachmittagsausgabe beautomobilen, worüber wir in der Dienstag- Nachmittagsausgabe berichteten, wird uns von sachkundiger Seite geschrieben: Der Anschlußwille in Oesterreich. Wien, 21. Juni.( WTB.) In der gestrigen Sigung des Bers melden, Präsident Dinghofer einen Bericht über die Lage bandes der großdeutschen Abgeordneten schloß, wie die Blätter Borausfegungen auch der neue Finanzplan keine dau Desterreichs mit der Feststellung, daß mangels der wirtschaftlichen ernde Lösung bringen könne. Entweder, fagte Dinghofer, Harding, so heißt es, ist der Ansicht, daß die amerikanische Re sprüche an fremde Regierungen zu begründen. Die Freigabe alles gierung niemals Privatbesiz beschlagnahmen sollte, um darauf AnEs mag vielleicht wundernehmen, woher die Reichswehr über Eigentums an die früheren Eigentümer fei gegenwärtig unmöglich, dessen aber, was der Kurator in Händen hat und die Rückgabe dieses einen so starken Bestand an Bersonenautomobilen verfügt. Tat- weil der Umstand, daß die amerikanische Regierung diesen Besitz in sächlich besitzt aber heute jeder Wehrkreiskommandeur mindestens Händen hat, eine gewisse Gewähr dafür bietet, daß diejenigen bringt der Völkerbund die in ihm vertretenen Regierungen dahin, ein Personenauto, obwohl man im Etat der Reichswehr ver- Amerikaner, deren Eigentum von den Deutschen und anderen feind- daß sie auf mindestens zwei Jahre dauernde zu gebens nach den Summen für Anschaffung und Erhaltung dieser lichen Nationen weggenommen wurde, Entschädigung erhalten. Automobile suchen wird. Geht man der Sache nach, so erfährt man, daß diese Autos von den Kraftfahrtruppen gestellt werden. Diese Kraftfahrtruppen sollen zwar nur Last automobile befigen, aber fie scheinen merkwürdigerweise überschüssiges Geld zu haben, von dem Personenautos angeschafft und den Stäben zur Verfügung gestellt werden. Ein seltsamer und obendrein etatswidriger Lurus, über den merkwürdigerweise die Kreise sich am wenigsten erregen, die in dem Automobil eines republikanischen Ministers eine unerhörte Verschwendung erblicken. Uebrigens wäre es intereffant, zu erfahren, was der Chef der Abrüstung in Amerika. Marinegefeß angenommen, wodurch der Kredit für die KriegsWashington, 21. Juni.( EP.) Der Senat hat gestern das marine für das nächste Rechnungsjahr auf 295 450 000 Dollar fest: gefeßt wird. Die Mannschaftsstärke der Marine wird auf 86000 Röpfe herabgesetzt. Im letzten Jahr war für die Marine ein Kredit von 764 548 000 Dollar gewährt worden. Das diesjährige Marinebudget ist das geringste, das seit dem Schluß des Heeresleitung, Herr General v. Seedt, über die Fidytelbergreife Krieges vom Senat angenommen wurde. denkt. . Aus Potsdam wird uns berichtet: In Potsdam fand gestern ein Jägertag auf dem Jägerschießftande statt mit anschließendem Preisschießen. Durch besonderen Schutz des Reichswehrinfanterieregiments Nr. 9 wurden die Schießstände gesichert und abgesperrt. Der ganze Stand war mit schwarzweißroten Fahnen geschmückt. Für die aus dem Reiche erschienenen Schüßen hatte das Infanterieregiment 9 die Feldküchen hergegeben. Am Sonnabend findet der Germanentag" in Potsdam statt. In großen Blafaten fündet der Deutschvöltische Schuß- und Truzbund an, daß der Zug sich um 4 Uhr im Lustgarten unter Borantritt der Potsdamer Militärkapelle in Bewegung fetzt. Der Rütlischwur auf dem Brauhausberg nachts um 12 Uhr wird gleichfalls unter Mitwirkung der Militärtapelle vor fich gehen. Junker Jürgen v. Ramin( Anhänger der Richtung KnüppelRunze) hält die Festrede. Eine absterbende kunst. London, 21. Juni.( EP.) Das Oberhaus hat in zwei Lesungen einen Gefeßentwurf angenommen, wodurch der Vertrag von Washington über die Flottenabrüstung ratifiziert wird. Lord Lee, der den Entwurf verteidigte, erklärte im Verlaufe der Diskussion, daß er die Haltung Frankreichs in der Unterseeboot frage nicht verstehen könne. Die französische Heeresvorlage. Paris, 21. Juni.( WTB.) Bei der gestern fortgesetzten Be ratung über das Militärdienstpflichtgefeh wurde in der Kammer ein Amendement des Abg. De Montjoie mit 289 gegen 257 Stim men abgelehnt, wonach das Militärdienstpflicht gefeß alle fünf Jahre nachgeprüft und gegebenenfalls im Rahmen der Bedürfnisse der nationalen Verteidigung abgeändert werden sollte. Heute liegt ein Amendement André Lefèvres vor, die Dienstzeit auf 2.Jahre festzusehen. Besonderer Berühmtheit erfreuten sich Jahrzehnte hindurch die Feuerwerke am Annentage( 26. Juli) im Wiener Prater. Wieder holt wohnten namhafte Reisende ihnen bei und schildern sie in Eine absterbende Kunst ist offenbar die der Feuerwerter. Briefen und Tagebüchern. So der alte Zelter, der vom 27. Juli Wohl werden im Sommer noch hie und da Feuerwerte abgebrannt, 1819 seinem Freund Goethe darüber schreibt:„ Gestern war die aber sie verhalten sich zu den in früheren Zeiten gezeigten wie günstigste Witterung von der Welt: Es hatte abgeregnet und war Kinderspielereien zu den großartig angelegten Unternehmungen. fein Staub, fein Abendnebel, fein Lüftchen und ein dunkelblauer Es scheint, daß die dichte Bebauung der Großstädte jetzt diesen Ber- Abendhimmel. Die Raketen gingen schnurgerade in die Höhe, und anstaltungen hinderlich ist. Noch in den sechziger und Siebziger alles geriet aufs beste. Zwei Hauptdekorationen waren, die erste zu Jahren konnte man in den großen Sommergärten der Berliner Ehren der schönen Frauen und die letzte mit dem Namen der heiligen Vororte, auf dem Gesundbrunnen usw. Feuerwerte größten Stils Anna geziert. Die Sache hatte etwas Großes, was beŋ einem bewundern. Das letzte große Feuerwerk, das ich sah, ward an- Feuerwerke nicht leicht erreicht wird, wegen der Unendlichkeit des läßlich des 900jährigen Jubiläums der Wettiner 1889 in Dresden Raumes, den die Nacht hervorbringt. Das Gerüst, welches immer vor einem vieltausendföpfigen Bublifum abgebrannt. Die aus zu diesem Gebrauche feststeht, ist zwischen 80 bis 90 Fuß hoch und führenden Pyrotechniker, die aus Italien verschrieben waren, er- etwa 160 bis 180 lang. Die Logen um dies Gerüst her dreŋmal hielten die damals ungeheuerlich groß geltende Summe von erhöht, in deren Mitte die kaiserliche Loge sich erhebt, fassen leicht 30 000 m. für das Schauspiel. 1000 und mehr Sigende. Dazwischen das Parterre fonnte wohl, denn es stand Kopf an Kopf, 30 000 Zuschauer halten." E. I. Als pyrotechnische Kun st werte waren wohl die in Wien veranstalteten Feuerwerke von Stuwer anzusehen. Die Feuerwerter- Dynastie Stumer hat über ein Jahrhundert hindurch die„ Der Bigamist von Otto Ernst Heffe. Das Düsseldorfer pyrotechnische Kunst in Wien betrieben, die freilich schon vor den Schauspielhaus will seiner Tradition, jungen Dichtern Für Stumpers glänzende Vertriebe in der Donaustadt hatte. Die sprecher zu sein, auch noch in den Stunden treu sein, wo leise SterbeItaliener und Südfranzosen haben die Feuerwerkskunst zur Blüte der Komödie in sieben Bildern von Otto Ernst Hesse„ Der Bigaluft bereits durch seine Ränge weht. So brachte es die Uraufführung gebracht. Im Jahre 1777 erhielt Johann Georg Stuwer, ein ein- mist" unter Direktor Gustav Lindemanns forgsamer Regie gewanderter Bayer, von Kaiser Franz Josef II. einen Blaz für heraus und erntete damit unbestrittenen Erfolg. Das Stüd ist eine Feuerwerke angewiesen, und seitdem gehörten die Feuerwerte über berbe, saftige Kleinstadt- Idylle, die, im Jahre 1650 bei Nürnberg ein Jahrhundert hindurch zu den Lieblingsvergnügen der Wiener. spielend, in diesem Zeitmilieu voll Geradheit und Unverblümtheit Eine Zeitlang erwuchsen dem Stuwer in den beiden Italienern fogar innere Berechtigung für ihren Stil hat. Der Kreisrat von Mellena und Girandolini sehr begabte Konkurrenten. Bie diese Nürnberg erläßt eine Mahnung und Erlaubnis, daß zur Abhilfe für ihre Kunst verstanden, beweist ein Feuerwertszettel" vom 22. Juni den schweren Berlust des deutschen Landes im Dreißigjährigen Krieg 1781, worin Joseph Mellena ein Feuerwerk mit dem Titel ,, Werthers jeder Mann zwei Frauen ehelichen dürfe. Und der Seilermeister Zusammenkunft mit Lottchen im Elysium" ankündigt. Wohlgemuth heiratet nun Zwillingsschwestern, die Ursel und die Aenne. Das Ding geht bis zur Hochzeit gut. Der Verfasser geht Als das imposanteste Feuerwerk aber, das Stuwer im Prater mit Temperament und Berve ans Wert, so daß die drei ersten Bilder abbrannte, wird das bezeichnet, das aus Anlaß des Kongresses am feiner Komödie auf zwei gefunden Beinen luftig ins Thema hinein29. September 1814 stattfand. Das Programm dieses historischen marschieren. Dann aber nach der Ehe verlegt sich Hesse aufs SpintiFeuerwerks lautete folgendermaßen: 1. Ein Blick in die Zukunft. fieren und Grübeln und nimmt die Sache ernster, als sie nach dem ( Heiterer Himmel, das Firmament mit unzähligen Sternen bedeat, ultigen Anfang genommen werden darf. Beide Frauen sind guter Golt Mars, auf trüben Wolken fliehend, im Hintergrund.) 2. Die offnung, und nun fißen sie zusammen am Kamin, und ihr gemein prophetischen Gestirne.( Figsterne mit Emblemen, den Frieden Herzen eng zusammen. Sie vergessen alle Eifersucht, alle weiblichen fames, schweres Los des Wartens auf die neuen Menschen führt ihre über dem Erdenrund festhaltend.) 3. Das Höchste des Lebens: Eitelkeiten und werden eins im Muttergedanken. Bleibt der schwer= Zufriedenheit und Eintracht, finnbildlich gezeichnet. 4. Der Zirkel blütige Ehemann, der die eine lieb" und die andere nur gern" hat der Freude( fröhliche Ackerleute und Winzer, Künste und Wissen und aus dieser Gewissensqual feinen Ausweg sieht. Die Frauen schaften im höheren Fluge, Füllhörner verbreitend über die In- zeigen ihn ihm auf drastische Weise: fie fahren ihm ihre beiden dustrie). 5. Europas Bölkerdant( Deutsche, Ruffen, Engländer, Wiegen, die eine zur Linken, die andere zur Rechten und tragen ihm Spanier, Portugiesen, Holländer, Italiener, Ungarn, Polen huldigend die Zukunft der beiden Stammhalter als Lebensaufgabe auf. Lachend am Altar des Friedens ihren Errettern und Beglückern). 6. Der zweite tragische Teil erdrückt den leichten ersten. Alles in allem aber stimmt er ihnen zu. Es geht eine Zweiteilung durch das Wert, der Gürtel der Eintracht( fest verschlungen, alle Monarchen und Böller bedeutet das Wert eine Bereicherung unserer deutschen Bühne mit in einem Rosenbande) einer mirtfamen, gefunden und urwüchfigen Komödie. ha. schüsse monatlich zu leisten sich verpflichten, oder es bleibt schließlich doch nichts anderes übrig, als daß die österreichische Regierung dem wiederholt einmütig ausgesprochenen Wunsche der Bevölfedas Deutsche Reich aufzunehmen. rung sowie aller drei Parteien der Nationalversammlung entsprechend an die Reichsregierung mit dem Ersuchen herantritt, Desterreich in sehr wohl der großen Lasten bewußt, welche die Uebernohme unseres Wir sind uns dabei Landes für das Deutsche Reich bedeuten würde, mir wissen auch, daß unser fünftiges Leben im Deutschen Reiche von schweren Sorgen getrübt wäre. Aber wir sehen darin die einzige Möglichkeit, unser wirtschaftliches Leben überhaupt aufrechterhalten zu können und den europäischen und kulturellen Charakter Wiens und Desterreichs zu retten. längeren Artikel für die Aufnahme Deutschlands in den Deutschland und der Völkerbund. Daily News" tritt in einem Bölferbund ein. Deutschland fönne feine Schritte unternehmen, bevor es nicht die Gewißheit habe, daß es im Völkerbund willkommen sei. Es sei an der Zeit, daß England der franzö fischen und der deutschen Regierung zum Ausdruck bringe, daß es einem Antrag von deutscher Seite jede mögliche Unter ft übung gewähren werde. Erzberger- Mörder und DHV. In dem Bericht aber den Stillinger Prozeß war in einer Beugenaussage bemerkt, daß aus aufgefundenen Papierschnitzeln die Mitgliedskarte des Deutschauf den Namen, Schulz, zusammengestellt worden sei. Der Deutsch nationalen Handlungsgehilfenverbandes, lautend nationale Handlungsgehilfenverband legt in einer Büschrift an uns Wert auf die Feststellung, daß der Erzberger Mörder Schulz niemals fein Mitglied war und daß die Wit gliedskarte auf einen anderen Handlungsgehilfenverband deutete. Die Freiheiten der Zenfurlosigkeit. Daß die Revolution die Theaterzensur weggeblasen hat, soll uns nicht gram sein, auch wenn die neue Freiheit manchmal mißbraucht wird. Wir haben eine Reihe von Theatern in Berlin, die ein wenig auf Leute spekulieren, die auf erotische Titel hereinfallen, und auf andere, die gern etwas Halbausgezogenes sehen. Die durch die herkömmliche Moral er erzogen zur reinen ästhetischen Freude an der Nacktheit, es liebt das zwungene Aechtung des Nackten rächt sich. Das Publikum ist nicht Halbverhüllte, das Andeutende und Lüfterne. Gesunder Sinn lichkeit zieht es vielfach die Reizungen des Kizels vor. Die Theater sind nur ein Spiegelbild des Publikumsgeschmacks. Solange das Publikum fich durch Titel: Doppelt befett" oder Besuch im Bett anlocken läßt, wird das Intime Theater" diese französische Ware weiter importieren. Schließlich werden aber auch geneppt werden. Und die Unternehmer der leichten Amusements werden genötigt sein, selber eine Geschmackszenfur einzuführen. Das Stückchen auf doch nicht immer nadt herum hat es bereits auf 175 Aufführungen gebracht. Das Gericht hatte sich das mit zu befassen, ob es gegen irgendeinen Paragraphen verstößt. Gewiß nicht. Aber es beleidigt jeden Geschmad, weil es gar zu blöd. finnig ist. Und an Bitanterie bietet es gar zu wenig. Nun wird Direktor Heppner mit einem gewissen Recht einwenden: Weist mir Besseres in diesem Genre nach und ich will es spielen. in Schöneberg üben. Das Staliparfüm" ist, selbst unter dem Geschmackszenfur sollte auch das Neue Operettenhaus" Gesichtspunkte des starten Lobats betrachtet, zu grob und plump. Gegen die Tänze der Billany und ihrer Truppe ist selbst wo sie nadt hinter einem durchsichtigen Borhang auftritt einzuwenden, als daß fie auf die Dauer ermüden. Senta Söne. land unterhält um so besser. In der unmöglichen Affäre, in der sie auftritt: Herr Hoheit Frau Hirsch", entwidelt fie soviel ausgelassenen Uit, urwüchsige Derbheit, zeigt sie ihre Barifaturistische Note so stark, daß alles quietschvergnügt wird. sondern auch Nützlinge in der Infektenwelt. Unter den Mühlingen Das Marienkäferchen. Es. gibt bekanntlich nicht nur Schädlinge, ist das Marienkäferchen( auch Siebenpunkt, Sonnentälbchen, Gottesfchäfchen usw. genannt) als Bertilger der Blattläufe befannt. Noch gefräßiger ist seine Larve, die wegen ihres häßlichen Aussehens leider oft vernichtet wird. Sie verwandelt sich in eine hängende, schwarz und rot gefärbte Puppe, aus der nach etwa acht Tagen der Käfer ausschlüpft. In günstigen Jahren erstehen auf diese Weise drei Schutzes, der ihm wird, tatsächlich würdig. Generationen. Das allgemein beliebte Käferchen ist also des nichts anderes findet am Freitag abends 8 Uhr in der Brauerei Königstadt, Schönhauser Das nächste städt. Bolfskonzert des Blüthner Drcheffers Allee 10/11 unter Leitung von Camillo Hildebrand statt. Programm: Bagner- Abend. An der Volksbühne wird Carlheinz Martin in der nächsten Spielzeit als Gaftregisseur tätig sein. Er inszeniert zunächst absens„ Stron prätendenten". Million Mart hat Universal film, New York, für das beste Eine Million für ein Filmmanuskript. Einen Preis von einer Manuskript zu dem Titel Rieb mich und die Welt ist mein" ausgesetzt. Gegen den Brotwucher! Massen- Versammlungen Im Hause des Gehängten... Marcel Ueber die Aussagen Frossards meldet WTB. aus Moskau mit einiger Verspätung u. a. noch folgendes: am Freitag, abends 7 Uhr. Niemand darf fehlen! Die Kraftfahrzeugftener. nommen. Der Oberpostdirektion gingen in der letzten Zeit wiederZwei ungetreue Posthilfsschaffner wurden entlarvt und festgeholt Klagen zu, daß Sendungen, besonders Einschreibebriefe, die von einem Bostamt im Westen der Stadt bestellt werden mußten, gar nicht oder zu spät und beschädigt eingegangen dung, und die gemeinsamen Beobachtungen und Nachforschungen waren. Sie setzte sich mit der Kriminalpostdienststelle in Berbinlenkten den Berdacht, die Sendungen unterschlagen zu haben, auf die Bosthilfsschaffner Franz 3abel und Mar Uhland, die auf dem Amte beschäftigt waren. Der Verdacht bestätigte sich dann auch. Die beiden unterschlugen Briefe und trafen sich regelmäßig in einem Hause in der Passauer Straße, wo sie auf einer Bank in einer Marmornische die unterschlagenen Sendungen öffneten und und Franken fanden, behielten sie für sich. Beide wurden dem untersuchten. Was sie an amerikanischen Dollars, an Gulden Untersuchungsrichter zugeführt. Sabel hat den größten Teil der Beute für sich verbraucht und seinen Helfershelfer mitunter um einen Teil seines Anspruchs geprellt. Ein Siedlungswerk. Der Magistrat hat beschlossen, seinen Entwurf einer Ordnung Wir wiesen bereits darauf hin, daß die„ Rote Fahne" den Zur Errichtung von Kleinwohnungsbauten hauptsäch betreffend die Erhebung einer Steuer von Kraftfahrzeugen, die der Teil der Aussage Frossards im Moskauer Prozeß im Fett lich für Beamte ist eine Wohnstättengesellschaft gegrün- gewerbsmäßigen Personenbeförderung dienen, zurückzudruck hervorhob, der sich auf die Mission Albert Tho bet worden, um deren Zustandekommen sich auch Reichs- und nehmen. Da das Halten von Personenkraftwagen bereits durch mas' in Rußland im Frühjahr 1917 bezog, obwohl sich dabei Staatsbehörden, besonders das Reichsarbeitsministerium, bemüht das Reichsstempelgesez von 1913 und das Reichskraftfahrzeugsteuerjedem politisch Kundigen die Frage aufdrängen mußte, ob haben. Die Gesellschaft hat schon im vorigen Jahr bei 3ehlen- gefet von 1922 einer Reichssteuer unterworfen ist, so ist die Erdenn der jezige französische Kommunistenführer Marcel dorf den Bau von 108 Wohnungen begonnen, und die Arbeiten hebung einer gleichartigen Steuer durch die Gemeinden nach§ 2 des Cachin damals etwas anderes getan hätte, als ebenfalls find inzwischen so weit vorgeschritten, daß die Wohnungen späte treffend die Erhebung einer Steuer für die Benutzung von Straft Landessteuergesetzes von 1920 ausgeschlossen. Die Ordnung be Propaganda für die Fortsegung des Kriestens Ende dieses Jahres beziehbar werden dürften. Auch in der droschten in Berlin, die nicht das Halten einer Kraftdroschte, ges und für die Kerensky- Offensive zu machen. Nähe des Botanischen Gartens sind, dank der Unterstützung durch sondern deren Benutzung durch den Fahrgast einer Steuer unters Die Pariser„ Humanité" hat über die Aussagen Froffards die Reichsbant, 238 Wohnungen bereits in Angriff genommen. wirft, bleibt bestehen. den gleichen sowjetamtlichen Bericht erhalten und veröffent- Jetzt geht die Gesellschaft an die Ausführung ihres dritten Borlicht wie die Berliner„ Rote Fahne". Aber siehe da! Gerade habens, an die Bebauung des als„ Ceciliengärten" die Stelle, die dem deutschen Kommunistenblatt so wichtig bezeichneten Geländes in Schöneberg. Hier beteiligt erschien, daß sie im Fettdruck hervorgehoben wurde, fehlt sich zum erstenmal auch die Stadt Berlin. gänzlich in dem französischen Bolsche wisten- Heute fand auf der Baustätte die feierliche Grundsteinorgan! Die Redakteure der Humanité" haben sich offen- tegung statt, an der Reichs-, Staats- und Stadtbehörden teilbar die Sache etwas genauer überlegt als ihre Berliner Kolle- nahmen. Es sprachen Bertreter des Aufsichtsrates der Gesellschaft, gen. Sie haben sofort erkannt, daß das Thema der Entente des Reichsarbeitsministeriums, des Preußischen Wohlfahrtsministe propaganda für die Kerensky- Offensive etwas brenzlich ist. riums, sodann der Schöneberger Bezirksbürgermeister Berndt, der Wozu hat man sonst als Chefredakteur neue Berliner Städteerbauer Elfart, Bertreter der Reichsbant, BerCachin? treter der am Bau betätigten Bauhandwerker und der Bauleiter Stadtrat Lassen. In den Ansprachen wurde viel geredet von der Not des deutschen Volkes, von der Hoffnung auf bessere Zeiten, von der Hoffnung auf neue Macht des Deutschen Reiches. Bürgermeister Auf eine Aufforderung des öffentlichen Anflägers Rrylento, Berndt begleitete seine drei Hammerschläge mit dem Spruch:" Der die heutige französische Regierung und thre Sozialpolitit gegenüber Beit zum Troß, dem Leid zum Troß, den Bewohnern zum Segen!" den Arbeiter und Bauern zu charakterisieren, erklärte Frossard: Was der deutschnationale Herr Berndt meint, wenn er Der Zeit Die jetzige französische Regierung ist das Marimum von 8 um Troß!" ausruft, darüber wird niemand im Zweifel sein. Grausamkeit bei der Unterdrückung der Arbeiterbewegung. Sie Nach der Grundsteinlegungsfeier begaben die Teilnehmer sich sei die reaktionärste und schlechteste Regierung Frankreichs feit fünfzig zum Schöneberger Rathaus und besichtigten die dort vor einigen Jahren. Clemenceau sei berüchtigt wegen des Blutbades, Tagen eröffnete Wanderausstellung für Siedlungs. das er während seiner Ministerpräsidentschaft 1906 bis 1909 unter wefen. Diese betont die hygienischen und ästhetischen Vorzüge der den Arbeitern angerichtet habe. Diese Politik der blutigen Rache Kleinstadtsiedlung vor der Großstadtzusammenballung. fennzeichne seine Haltung 1917 bis 1919. Der jezige Präsident der Republik Poincaré sei einer der Hauptschuldigen am Kriege. Die französische Regierung habe sich immer dadurch her- Ab Donnerstag 4 M. auf der Straßenbahn. vorgetan, daß sie keinerlei Verständnis für die Not der Arbeiter geKeine Tariferhöhung auf den ehemaligen Borortbahnen. zeigt und lediglich imperialistische Tendenzen vertreten habe. Bon allen bürgerlichen Regierungen der Welt sei die franzöfifche die aller- Straßenbahntarifs auf 4 M., der Wegfall der Sammelkarten und Die gestern von den Stadtverordneten beschlossene Erhöhung des nichtswürdigste. Frossard berichtete dann weiter über graufame die Ermäßigung des Fahrpreises für Kinder bis zu Repressalien gegen russische Kriegsgefangene in Frankreich, sobald sie irgendwelche Sympathien für die Sowjets 14 Jahren auf 2 M. treten auf den Stammstreden der Berliner zeigten, und fuhr fort: Die angeklagten Sozialrevolutio- Straßenbahn( der ehemaligen Großen Berliner Straßenbahn, der näre sind für die französische Regierung nichts weiter als ein städtischen Straßenbahn und der Siemens- Bahn) am morgigen land sprechen. Eintrittkarten sind im Bureau des Bolfsbundes, Werkzeug gewesen, um ihre Zwecke zu erreichen. Weber die Donnerstag in Kraft. Die weitere Ermäßigung für Schüler Regierung Clemenceaus noch die Poincarés habe Saran gedacht, sie und Lehrlinge foll am 1. Juli Geltung erlangen. dauernd an der Macht zu lassen. Auf die Frage, ob es in Frank- ehemaligen Borortstraßenbahnen in Röpenid, Spandau und der Berlin, erläßt foeben seine Ausschreibungen für seinen 6. Renu Für die im wesentlichen in sich abgeschlossenen Berkehrsnehe der Hunderennen. Der Berliner Hunde- Renn- Club( e. B.), Sitz reich geheime Fonds gebe, aus denen im Auslande verübte Sabotage- Teltower Kreisstraßenbahnen in Lichterfelde, Landwik und Steglit tag in dieser Saison. Die Rennen finden am Sonntag, den 2. Juli, afte bezahlt würden, wie Brüdensprengungen und ähnliches, erklärte ist es gelungen, eine Tariferhöhung abzuwenden, die angesichts der nachmittags 3 Uhr im Stadion Lichtenberg statt. Auf dem ProFrossard, daß die franzöfifche Regierung hierfür hunderte von Millio- furzen Streden dieser Vorortstraßenbahnen zu einer weiteren Ab gramm stehen 7 Flach- und Hürdenrennen, ausgestattet mit 5 Ehrennen, vielleicht Milliarden, ausgegeben habe. wanderung Anlaß gegeben hätte. Es bleibt also auf diesen Straßen- preifen und 6000 Mt. Geldpreisen. Die einzelnen Rennen sind für bahnen bei dem bisherigen Fahrpreis von 3 M. und auch die Um- folgende Rassen ausgeschrieben: Deutsche Schäferhunde, Dober steigefarten im Binnen verkehr dieser Straßenbahnen sollen nur männer, Forterrier, Pinscher, Barsois, Whippets und Greyhounds. 3. toften. Ebenso behält dort die Sammelfarte für 8 Fahrten Außerdem werden 2 Rennen gelaufen, für welche alle Polizeihundzu 22 M. ihre Geltung. Die Preise der Monatstarten bleiben auf raffen zugelassen sind. Meldeschluß Montag, den 26. Juni. Interallen Straßenbahnen unverändert, dagegen werden die Schüler- essenten erhalten Meldeschein und Rennbedingungen durch den Renn Barten allgemein auf 75 m. erhöht, während die Arbeiterleiter H. Buchelt, Berlin D. 17, Fruchtstr. 18, telephonische Auskunft wochenfarten im Binnenverkehr der Vorortbahnen mit 24 M. für durch den 1. Vorsitzenden E. Elgner, Pankow- Niederschönhausen, 12 Fahrten unverändert bleiben. Ausschlaggebend für diese Be- Amt Bantom Nr. 3330. schlüsse war die Erwägung, daß die verhältnismäßig furzen Streden der Vorortstraßenbahnen den erhöhten Tarif mit dem damit verbundenen weiteren Verkehrsrüdgang nicht tragen können. Es ist im Gegenteil zu erwarten, daß die Beibehaltung des jetzigen 3- M. Tarifs auf den Straßenbahnen der genannten Bezirte eine Bertehrszunahme bringen wird, die es nicht zu den von der Bertehrsverwaltung befürchteten Mindereinnahmen fommen lassen, sondern wahrscheinlich sogar eine Mehreinnahme bringen wird. Dieser Teil der Aussagen Frossards mag etwas interessanter sein und größtenteils den Tatsachen entsprechen, wir vermögen darin nur einen sehr weit: äufigen Zusammenhang mit dem Moskauer Prozeß zu erblicken, der künstlich durch die perfide Behauptung konstruiert wurde, daß die Angeklagten Werkzeuge der französischen Regieru ig seien. Mit viel größerem Recht könnte man sagen, daß die französischen Kommunisten und ihre Mosfauer Auftraggeber selbst Werkzeuge Poincarés seien, denn sie haben die Arbeiterbewegung gespalten und zer. schlagen und damit die Bahn für die Reaktio freigemacht! Die Sowjetpresse höhnt. " Moskau, 16. Juni.( WTB.)( Verspätet eingetroffen.) Die beiden führenden Zeitungen Prawda" und" Is weftija" suchen die Abreise der Verteidiger der angeklagten Sozialrevolutionäre als eine Flucht vom Schlachtfelde darzustellen. Ihre Reise nach Moskau erweise sich nun als ein abgefartetes Spiel, um einen politischen Standal herbeizuführen und damit im Auslande Stimmung gegen die Sowjets zu machen und das Revolutionsgericht als parteiisch zu diskreditieren. Radet richtet an Vandervelde einen offenen Brief, in dem er ihn auffordert, zum Abschied von Moskau vor den Moskauer Arbeitern einen Diskussionsabend über seine Argumente zu veranstalten. Er wolle dafür sorgen, daß Vandervelde keine Kazenmusit noch sonstige Rundgebungen bereitet würden. Der offene Brief schließt mit dem Ausdruck des ironischen Bedauerns Radeks für den Fall, daß Bandervelde nicht erscheinen sollte. Vandervelde in Riga. Wie wir erfahren, ist Vandervelde, der mit den anderen auswärtigen Verteidigern, Liebknecht und Rosenfeld, die Verteidigung- im Moskauer Prozeß niederlegte, in Riga eingetroffen. M. Berhaftung einer Kindesmörderin. Feuer in einer Adlershofer Wohnbarade. Ein großer Brand tam heute früh auf dem Flugplag bei Adlershof aus noch nicht festgestellter Ursache zum Ausbruch. Als die Feuerwehr aus an der Brandstelle ankamen, stand das Dach einer von mehreren Niederschöneweide und die Wehren aus Ablershof und Umgegend Familien bewohnten großen Barade schon ganz in Flammen. Diese hatten so reiche Nahrung gefunden, daß fofort mit mehreren Schlauchleitungen fräftig gelöscht werden mußte, um die übrigen Baracken zu schühen. Nach mehrstündiger Tätigkeit fonnten die Wehren wieder abrüden. Der Schaden soll erheblich fein. Der Währungsanschluß. Deutschen Bolfsbundes wird das Mitglied des Wiener Nationalrats, Genosse Ellenbogen, Freitag, den 23. Juni, abends 8 Uhr, im Saal 12 des Reichstagsgebäudes über den Blan eines 2ä h rungsanschlusses Deutsch österreichs an DeutschSchloß Bellevue, erhältlich. Auf Einladung des DesterreichischMillioneneinbrüche in Oberschlesien. In einem Lagerhaus einer Lebensmittelfirma in Ratto wig wurde in der Nacht zum Sonn abend ein schwerer Einbruch verübt und eine große Menge Kolonialwaren im Werte von acht Millionen Mart gestohlen. Auf dem Bahnhof in Königshütte wurde in der Nacht zum Sonnabend ein geschlossener Eisenbahnwagen erbrochen und seines Inhalts im Werte von sechs Millionen Mark beraubt. Schneefälle im Berner Oberland. Am Sonntag hat es im Berner Oberland bis auf 1400 Meter herab geschneit. Sport. Katastrophale Wolfenbrüche in Südferbien. In der Umgebung von Kumanovo- Kriva und Kriva- Balanta in Südserbien richteten Der furchtbaren Tat einer Mutter, einer 23 Jahre alten frü- Boltenbrüche großen Schaden an. Auch Menschenopfer, deren Zahl heren Stüße Luise Mösch, ist die Kriminalpolizei auf die Spur noch nicht festgestellt ist, find zu beklagen. Das Unwetter hatte insgekommen. Das Mädchen führte einen lockeren Lebenswandel und besondere in Krivat- Palanta fatastrophalen Charakter, da es nach war bereits Mutter eines Kindes von zwei Jahren, das sie in der Mitternacht niederging, während die Bewohner schliefen. 58 einHeimat antergebracht hat. In einem Alimentationsprozeß wurde gestürzte Häuser wurden samt Hausgerät von den fie wegen Berleitung zum Meineid zu einer Zuchthausstrafe ver- reißenden Fluten weggeschwemmt. urteilt. In der Strafanstalt gebar sie das zweite Kind. Kurz por ist ertrunten. Zahlreiches Vieh Himmelfahrt entlassen, begab sich die Mösch mit dem Kinde zu den Eltern auf das Land in Groß- Friedrichsfelde und, hier abgewiesen, zu einer Tante nach Berlin in der Großen Frankfurter Straße. Die fonnte sie aber auch nicht immer bei sich behalten und riet ihr, nach acht Tagen noch einmal mit dem Kinde nach Hause zu fahren. Die Eltern wiesen sie wieder ab. Auf dem Rückwege durch einen Wald tötete sie das Kind, indem sie es mit dem Kopfe so lange gegen einen Baumstumpf schlug, bis es tot war, und verscharrte die Leiche im Walde. Der Tante in Berlin erzählte Lewanow gewinnt Die Hundert". Auch das zweite Abendrennen fie jetzt, fie habe das Rind in der Heimat in Pflege gegeben. Das in Treptowerfrente fich eines zablreichen Zuspruchs. Im großen Landjägeramt forschte nun nach dem Kinde und benachrichtigte die Dauerrennen Die Hundert erwies sich Lewanow als der Beste; er geBerliner Kriminalpolizei. Auch hier blieb die Mösch dabei, daß wann beide Läufe mit mehreren Runden Vorsprung. Die drei weiteren das Kind auf einem Dorf in Pflege sei. In einem eingehenden Teilnehmer: Bauer, Weiß und Sawall wurden durch Rad- und MotorBerhör jedoch in die Enge getrieben, gestand sie den Mord schäden mehr oder weniger in der Entfaltung ihrer Leistungsfähigkeit beein. Die Kindesmörderin wurde verhaftet und dem Unter- bindert. Die Fliegerrennen verliefen besonders interessant; hier waren Hoffmann, Hahn und Schulz- Neinas die Helden des Abends. Ergebnisse: suchungsrichter zugeführt. „ Die Hundert", 1. Lauf über 50 Kilometer: 1. Lewanow 43 Min. 30% Set., 2. Bauer 1680, 3. Weiß 3120, 4. Satpall 8520 Meter zurück. 2. Lauf über 50 Stilometer: 1. Lewanow 47 Min. 56%, Set., 2. et 520, 3. Bauer 1640, 4. Sawall 2410 Meter zurüd. Klaffement: 1. Lemanom in der Tagespreffe Groß- Berlins die Notizen, in denen darauf hin- Min. 5%, Set., 2. Behrendt 30, 3. Schulz 40, 4. Reinas 35 Meter BorBon zuständiger Seite wird geschrieben: Neuerdings häufen fich 100 stilometer, 2. Bauer 96,680 Stilometer, 3. Weiß 96,360 Stilometer, 4. Samall 89,070 Stilometer.-Vorgabefahren, 3 Runden: 1. Hahn gewiesen wird, daß einzelne Persönlichkeiten oder auch gemeinnügige Vereine und Organisationen die Unterbringung erholungs: 298 Set., 2. Stendelbacher, 3. Schulz, 4. Dstar Tiek. gabe. Prämienfahren, 30 Runden: 1. Hoffmann 12 Vin. Tandem bedürftiger Großstadtkinder auf dem Lande teils unentgeltlich, teils Brämienfahren, 15 Runden: 1. Schulz- Neinas, 2. Krahner- Petri, gegen Bezahlung vermitteln. Demgegenüber sei darauf hingewiesen, 3. Rendelbacher- Diepel. Przanowsky lehnt ab! Infolge der Opposition der Linkspar. daß die vorübergehende Unterbringung von erholungsbedürftigen teien und gewiffer Ginwendungen seitens der polnischen Volkspartei Kindern weniger bemittelter Eltern aus Großstädten und Industriehat Przanowsky auf sein Mandat verzichtet, das neue bezirken auf dem Lande ein Gebiet der Erholungsfürsorge ist, dessen Kabinett zu bilden. Heute findet eine Sigung des Hauptausschusses fich der Verein Landaufenthalt für Stadttinder" statt, in der die Frage der Ablehnung der Kabinettsbildung seitens( Berlin M. 9, Potsdamer Str. 134a) schon seit fünf Jahren mit Heute, Mittwoch, den 21. Juni: Brzanowskys besprochen werden und eventuell die Designierung großem Erfolge annimmt. Es erscheint zweckmäßig, erneut darauf 36. abt. 7% Uhr wichtige Funktionärversammlung bei Behrend, Liebigstr. 24. aufmerksam zu machen, daß bei sämtlichen Bezirtsämtern für Stadtfinder bearbeiten. Allen Eltern, denen an der Unterbrin- 15. Kreis. 8 Uhr, Kreisvorstandssigung in Niederschöneweide, Havelwerderstr. 36 Groß- Berlins Dienststellen eingerichtet sind, die den Landaufenthalt Morgen, Donnerstag, den 22. Juni: gung ihrer Kinder in Einzelpflegestellen auf dem Lande oder in heimen gelegen ist, sei daher erneut empfohlen, sich an die zuständi. 91. Abt. Neytönn. 7 Uhr, bei Müll, Reuterfir. 11, Sigung der Funktionäre und gen Bezirksjugendämter zu wenden, die allein die dem Verein ,, Landaufenthalt für Stadtfinder" zugebilligten Bergünstigungen Bei den Musterungen in Südtirol wurden 90-100 Prozent für Fahrpreisermäßigung und Unfall- und Haftpflichtversicherung) ver. tauglich zum italienischen Heeresdienst erklärt weit mehr als vor mitteln fönnen. Soweit Organisationen und gemeinnüßige Vereine 11. dem Krieg unter österreichischer Regierung. Entgegen einem Erlaß von den dem Berein zugestandenen Bergünstigungen Gebrauch des Kriegsministers mustert man auch ehemalige österreichische machen wollen, fönnen sie dies nur tun, wenn die Kinder beftim Soldaten aus und selbst Deutschösterreicher sollen trop Protest mungsgemäß in die bei den Bezirksämtern zu führenden Ortslisten assentiert worden sein. eingetragen find. Das Defizit der Ordnungszelle. München, 20. Juni.( TU.) Im bayerischen Landtag teilte heute ein Vertreter des bayerischen Justizministeriums mit, daß der Fehlbetrag im bayerischen Haushalt für 1921 150 000 000 m. betrüge und sich für 1922 auf 650 000 000 m. belaufen werde. Bei der Aufftellung des Haushaltsetats für 1921 hatte man mit einem Fehlbetrag von 250 000 000 m. und für 1922 mit einem solchen von 350 000 000 m. gerechnet. Der Regierungsvertreter erklärte, daß es sich nur durch äußerste Sparsamkeit ermöglichen werde, die Einund Ausgaben in ein Gleichgewicht zu bringen. eines neuen Ministerpräsidenten erfolgen soll. Zu einem Kammertumult tam es anläßlich des Rolonialetats in Italien, wo Sozialisten und Nationalisten infolge eines miß verstandenen Zwischenrufs handgemein wurden. Der Präsident hob die Sigung auf und ließ die Tribünen räumen. Das Mißverständnis wurde später aufgeklärt. Landaufenthalt für Stadtkinder. Groß- Berliner Parteinachrichten. bei Richter. 29. Abt. 7 1hr, bei Burg, Prenzlauer Allee 189, wichtige Funktionärßigung. Kreisvertreter. Diejenigen Bezirksführer, bie noch nicht abgerechnet haben, milffen dies unbedingt in dieser Gizung nachholen. Krets, Schöneberg- Friedenan. Die Vorstandssigung am Freitag fällt aus. Nähere Nachrichten erfolgen in der Sonntagsausgabe. Sämtliche Funktionäre finden sich Donnerstag, nachm. ab 5 Uhr, bei Will, Martin- Luther- Straße 69, ur Entgegennahme und Berteilung von Handzetteln zu der Versammlung am Freitag ein. Die Abteilungsfiltrer treffen alle Vorbereitungen, damit die Ber teilung noch am Donnerstag abend vor fich gehen kann. 11. Deutscher Gewerkschaftskongreß. ausgezahlten Löhne für Mai und Juni in schärffter Weise Ausdruc gaben. Schließlich wurde ein Antrag auf Ürabstimmung über die neuen Beiträge angenommen. Wie Gürne mitteilte, ist seitens der Vertreter des Magistrats versprochen worden, von den noch ausstehenden Mailöhnen nächsten Freitag etwa 90 Proz. und am überSPD. Leipzig, 21. Junt.( Eig. Drahtbericht.) und auf dem zum Ziele führenden Weg fortgeschritten werde.( Leb- nächsten Freitag einen Borschuß auf die Junilöhne auszuzahlen. Drifter Verhandlungstag. Vormittagsfihung. hafter Beifall) Ferner habe der Magistrat der Ortsverwaltung eine neue RuheNach einer persönlichen Bemerkung Dißmanns wurden die lohnbestimmung übersandt. Leipart erhält das Schlußwort zum Geschäftsbericht und sagt, daß er mit dem Verlauf und dem Ergebnis der Debatte wenig zu- Abstimmungen über die vorliegenden Anträge zum Geschäftsbericht frieden ist. Dem Genossen Brey spricht er den Dank der Bundes- vorgenommen. Ihnen schließt sich das Referat Nörpels über „ Betriebsräte und Gewerkschaften" an. leitung und der Mehrheit des Kongresses für seine Tätigkeit aus. Die Kommunisten, so führt Leipart aus, haben hier geredet, wie sie immer mit uns diskutieren. In der Abstimmung über die zum Geschäftsbericht vorliegenden Streik der Berliner Viehtreiber. Raum ist der Streit der Engrosschlächtergesellen beendet, so der Viehkommissionäre, ein neuer Wirtschaftskampf heraufbeschworen. wird durch den Machtdünkel einer anderen Gruppe Arbeitgeber, Sie verschweigen die Tatsachen Anträge wird nach lebhafter Debatte über die Form der Abstim- Das Lohnabkommen der Treiber lief bereits am 9. Juni ab und oder drehen sie ins Gegenteil um. Sie behaupten, der Bundesvor- mung folgende Entschließung einstimmig angenommen: Der 11. Deutsche Gewerkschaftsfongreß macht sich die von den Borständen des ADGB. und der AfA. im November 1921 aufgestellten zehn Forderungen stand betreibe eine verräterische Politik", durch die es dem Unternehmertum ermöglicht werde, das Haupt dreister zu erheben denn Je. Dem gegenüber ist festzustellen, daß der falsche Gebrauch unserer Kampfmittel durch die Kommuniffen unsere Waffen stumpf gemacht hat. Die unvernünftige Agitationspolitik der Kommunisten hat große Arbeitermassen abgedrängt in das Lager unferer Gegner oder der Indifferenten. Sie haben zum Beispiel unser Berliner Gewerkschaftshaus gestürmt und Beschädigt.( Lebhafte Zurufe: Leipziger Bauarbeiterkongreß!) Nicht die Politik des ADGB., sondern die falsche Gewerkschaftspolitik der Rommunisten hat das Unternehmertum und die Reaktion gestärkt. ( Sehr richtig!) Die Arbeiter stellen sich den Rampf anders vor als die Kommunisten ihn propagieren. Die Waffe der geistigen Aufflärung, nicht des Generalstreifs, der alle 24 Stunden wiederholt wird, das ist unser Kampfmittel. bis heute hat noch keine Neuregelung der Löhne stattgefunden. Mit ganz durchsichtigen Mitteln wurde bei den Verhandlungen von feiten der Kommissionäre gearbeitet. So fonnte auf der Stelle nachgewiesen werden, daß eine Firma anstatt eines Defizits von 3000 m. einen Ueberschuß von 70 000 M. aus den Treibergeldern hatte. Zum verhältnisse hingewiesen. besseren Verständnis sei in furzen Zügen auf die Einkommens zu eigen. Indem der Kongreß mit Entrüstung fonstatiert, daß biese Forderungen bei dem zwischen den Koalitionsparteien unter Jeder Viehhändler, der Vieh irgendwelcher Art nach Berlin Einschluß der Deutschen Volkspartei abgeschlossenen Steuerfompro- bringt, zahlt vorneweg an die Genossenschaft der Kommiffionäre misses feinerlei Berücksichtigung gefunden haben, betont er, daß ein sogenanntes Treibergeld. Dieses beträgt zum Beispiel für die aufgestellten zehn Punkte ein realisierbares und feineswegs Rinder 25 M., für Schweine 10 M. pro Stück und ist für die Entnur theoretisches Programm darstellen. Eine grundlegende lohnung der Treiber bestimmt. Außerdem erhalten die KommissioSteuerreform bildet aber die Voraussetzung dafür, daß die Lage näre 1% Proz. Provision. Bei den Mengen von Vieh und den der arbeitenden Klasse endlich zu einer erträglicheren gestaltet hohen Breisen sind dies außerordentlich hohe Summen, welche in die Taschen der Kommissionäre fließen. Im Durchschnitt hat die Der Korgreß beschließt daher, den Bundesvorstand zu beauf- einzelne Firma pro Woche eine Einnahme von 47 850 m. Nach tragen, die Macht der Gewerkschaften in jeder nur möglichen Abzug der Gehälter für je einen, höchstens aber drei Buchhalter und und geeigneter Weise unter Zuhilfenahme aller gewerkschaftlichen der Geschäftsuntosten verbleibt jeder Firma im Durchschnitt ein Kampfesmittel dafür einzusehen, daß die von ihm selbst aufge- Reingewinn von rund 30 000 m. pro Woche. Also eine hübsche stellten Forderungen, insbesondere die Erfassung der Sach- Berzinsung des Kapitals. merte, praktisch durchgeführt werden. werden fann. " Der Referent nimmt dann zu den Angriffen auf die„ Betriebsräte- Zeitung" Stellung und sagt, daß er nicht mit allem einver- Für die Redaktionsfommission berichtet Spreeberg( Schneiderstanden war, was dort geschrieben wurde. Dr. Striemer hat aber verband). Er empfiehlt u. a. die Ablehnung der kommunistischen dennoch dankenswerte Arbeit geleistet. Jetzt ist ein Redaktions- Entschließungen, der Mißtrauensanträge gegen Bundesvorstand und kollegium eingesetzt worden, das aus beiden Sekretären der Be- die Redaktion der Betriebsrätezeitung" und die Annahme eines Bertrauensvotums für den Bundesvorstand. Abgelehnt werden soll triebsrätezentrale besteht. Der Kampf der Kommunisten gegen die Generalstreifparole von auch die Entschließung für die Freilassung der politischen GefangeRom entspringt teiner anderen Absicht als der, Berwirrung und nen in Deutschland und die kommunistische Entschließung über die Unruhe in die Arbeitermassen zu bringen. Su bedauern ist, daß Frauenfrage, deren meiste Forderungen schon seit Jahrzehnten verdie Masse nicht attiv genug ist. Sorgt dafür, daß sie immer da sind, treten werden, im übrigen aber nicht unbesehen angenommen werden können. Die Länge der kommunistischen Entschließungen allein menn fie gerufen und gebraucht werden! macht schon eine geordnete Besprechung unmöglich, was im Intereffe der Antragsteller zu bedauern sei. Was verlangen aber nunmehr die Treiber, welche die beschwerliche und gefährliche Arbeit des Viehaus und einladens und Transportes in Wind und Wetter zu verrichten haben? Der bisherige Lohn war 1000 M. pro Woche. Die Lohnforderung beträgt 1500 m. und wurde von den Arbeitgebern rundweg sich die Herren, die Millionen Einkommen im Jahre haben. Da abgelehnt. Gegen die Zahlung eines zeitgemäßen Lohnes sträuben teine Aussicht auf Berständigung mehr vorhanden war, legten heute morgen sämtliche Treiber die Arbeit nieder und werden für ihre Existenz zu kämpfen wissen. Schiedsspruch über die Müllkutscherlöhne. Lebhaft bedaure ich die Rede Dißmanns, und zwar deshalb, Der Schlichtungsausschuß Groß- Berlin hat am Dienstag nach mehrstündiger Verhandlung einen Schiedsspruch über die Lohnweil sie von einem Mitglied des Bundesausschusses gehalten wurde. Als Dißmann( Metallarbeiter) wieder das Wort zu einer Er- fchaft Berliner Hausbefizer gefällt, der den Arbeitnehmern für bie forderungen der Müllarbeiter gegenüber der Wirtschaftsgenossen( Lebhafte Sehr richtig! Zurufe: Wählt ihn in den Borstand, dann ist er stille! Große Heiterfeit.) Seine Rede war eine schlechte flärung gegen die Abstimmung über einen nicht zur Debatte ge- Beit vom 16. Juni bis zum 31. Juli erhebliche Zulagen bewilligt. Rede und hat auf den Kongreß feinen Eindrud gemacht.( Ironische standenen Antrag erhält, wird er vom Kongreß mit stürmischen Es sollen an Wochenlohn erhalten: Kutscher 1200 M.( bisher 900 m.), Zurufe: Oh, doch!) Die Kritik Dißmanns war un ehrlich. Er Entrüftungsrufen gegen seine fortgesezten Bortmeldungen emp- Rutscher mit mehreren Pferden 1225 M., Schaffner 1125 M., Berhat unseren Kampf um die 10 Punkte fritisiert und in dieser Kritik fangen. Angenommen wird dann die Entschließung zur Wohladearbeiter 1030 m., Stalleute 980 M., und Hofarbeiter 900 m. wichtige Beratungen totgeschwiegen( Stürmische Hört! hört! nungsfrage und eine Entschließung zur Frage der Brot- Ferner wurde vereinbart, daß auf der Grundlage des letzten Schiedsspruches im Reichsarbeitsministerium ein Tarifvertrag festgelegt Lebhafter Widerspruch Dißmanns), in denen er nicht den Mut perforgung, die an anderer Stelle wiedergegeben wird. merde, der die Fragen bezüglich herabsehung des Urlaubs und sonaufbrachte, den Generalstreit für die Durchsehung der 10 Punkte stiger sozialer Bedingungen regelt und bis zum 30. September zu fordern. Dißmann hat wiederholt den AfA- Bund, der alles Geltung haben soll. Beide Parteien haben sich binnen 6 Tagen besser gemacht haben soll als der DGB., gegen uns ausgespielt. über Annahme oder Ablehnung des Schiedsspruchs zu erklären. Für seine Absicht, zwischen uns und der Af einen Gegensatz zu tonstruieren, liegt teine Veranlassung vor. Zu dem Acht stundentag bemerkt Leipart, daß in einer Regierung, die sich der Errungenschaft der Arbeiterschaft nicht anpasse, für Arbeitervertreter tein Plaz ist.( Lebhafter Beifall.) Dißmanns Kritik an der Arbeitsgemeinschaft beim Hin weis auf die Lobrede Stinnes richtet sich gar nicht gegen die Arbeitsgemeinschaft, sondern gegen uns. Er fagt, wir müssen bei unserer Bolitik immer Rücksicht nehmen auf unsere politischen Bundesgenossen. Nun fißt aber im Bundesvorstand fein Barteiführer. Dißmann aber ist Parteiführer und fißt im Reichstag. Er muß demzufolge unausgesezt bei seiner Gewerkschaftspolitik Rid.. sicht nehmen auf seine Partei Dasselbe gilt von seiner gestrigen Rebe. Die Kritik wurde nicht vom gewerkschaftlichen, sondern vom politischen Gefichtspunkte aus geführt.( Stürmische Zustimmung.) Der Redner befprach dann die eingegangenen Entschließungen und weist auf den Unfug der Kommunisten hin, die zwei Refolutionen eingebracht haben, Don denen die eine länger ist als die andere und die türzeste so lang wie ein ausgewachsener Leitartikel. Die Entschließungen zur Wohnungsfrage und gegen die Leuerung empfiehlt er zur Annahme. Im Interesse der gewerkschaftlichen Bewegung wünscht er zum Schluß, daß die altbewährten Mittel der Gewerkschaft beibehalten Generalversammlung der Gemeindearbeiter. Der Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter( Filiale GroßBerlin) hielt am Dienstagabend in den Andreas- Sälen eine außer ordentliche Generalversammlung ab, die von den Delegierten zahl reich besucht war. Ueber den 1. Bunft der Tagesordnung:„ Stellungnahme zum Verbandstag", hatte Gürne das Referat, der, andnüpfend an den vor 3 Jahren in Nürnberg stattgehabten Verbandstag, auf die Aufgaben hinwies, die ihrer Erledigung auf dem bevorstehenden Berbandstag in Magdeburg harren. Der Redner ging dann auf die bedeutendsten dieser Aufgaben näher ein und hob insbesondere die Anträge und Punkte der Tagesordnung hervor, die für die örtliche Berliner Organisation von erheblichem Interesse sind. Zu diesen zählen die Technische Nothilfe, die Grenzstreitigkeiten, die Frage der Tarifverträge, die Beitragsleistungen, Rechtsschußfragen uso. Die hiefige Filiale des Verbandes hat insgesamt 52 Delegierte zu wählen und jebe Branche wählt ihre Delegierten für sich. Die Wahlen finden erst im Juli statt. Redner schloß mit dem Wunsche, daß die Ziehung 29.- 30. Juni bestimmt Marienburger 37. grosse Lotterie Pferde5818 Gewinne im Gesamtw. von M. M. 390 000 * 60 000.. 40 000.. 300 Hauptgewinne W. M. 20 000 LL. Lose 6 M. 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Er fordert den Bundesvorstand und alle Gewerkschaften auf, alle Mittel anzuwenden, um den politischen inhaftierten und verfolgten Klassengenossen die Freiheit zu erkämpfen. Ceipart ftellt feft, daß die Gegner des Antrages ihn nicht deshalb abgelehnt haben, weil sie die Festhaltung der Gefangenen fordern, sondern weil der Wortlaut des Antrages nicht ihre Zuftimmung fand.( Burufe: Freilassung auch in Rußland.) Es wird dann unter großer Bemegung gegen die tommunistischen Stimmen folgender Antrag angenommen: " Der 11. Gewerkschaftsfongreß als Vertreter von ca. 8 Millionen Arbeitern und Arbeiterinnen Deutschlands erhebt flammenden Broteft gegen die in Mostau getriebene Sowjetjustiz gegen die Sozialrevolutionäre. Der Kongreß erwartet, daß die Sowjetregierung sofort eingreift, um dem in Berlin gegebenen Versprechen Erfüllung zu verschaffen. Der Kongreß erwartet weiter, daß seitens der Sowjetregierung alles unternommen wird, um der Verteidigung ihre Aufgabe, die Empfindungen und Rechtsauffaffungen des internationalen Proletariats vorzutragen zu ermöglichen und ihr gerecht zu werden. Weiter appellieren wir an das gesamte russische Proletariat, mit allen Mitteln dafür zu wirken, daß für unsere angegriffenen Arbeitsgenossen in Rußland volle Freisprechung erfolgt. Felsmann und Groffen." Dann spricht der Kongreß mit Dreiviertelmehrheit dem Bundesvorstand das Bertrauen aus. Delegierten sich bei allen Fragen des großen Berantwor. Interessen der Kollegenschaft nach besten Kräften wahrzunehmen. tungsgefühls stets bewußt und bemüht sein möchten, die bandsbeiträge. Nach dem Vorschlag der erweiterten Berwaltung Hierauf berichtete Hoffmann über die Neuregelung der Berflusive Ortszuschlag) erhoben werden: und der Ortsverwaltung sollen ab 1. Juli folgende Beiträge( inf Klaffe 1, wöchentlich 15 M.( bet 901 bis 1200 m. Lohn): laffe 2, 12 m.( bei 701 bis 900 M. Lohn); Klasse 3, 9 M.( bei 401 bis 700 m. Lohn); Klasse 4, 6 M.( bei 201 bis 400 M. Lohn); Klaffe 5, 3 mM.( bei 200 M. Lohn). Streik in der Stralauer Glashütte. Nachdem die zentralen Lohnverhandlungen für die Flaschenindustrie gescheitert waren, stellte die Arbeiterschaft der Stralauer Glasfabrik am Montag, den 19. Juni 1922, örtlich ihre Forderungen der Betriebsleitung zu, und zwar auf eine Erhöhung von 40 Proz. Man sollte nun der Meinung sein, daß, wenn feſtgeſtellt wird, ein Stundenlohn von 24 M. einschließlich Familienbeihilfe bei Afford und anstrengender Feuerarbeit erzielt wird, eine derartige Forderung den heutigen Verhältnissen entsprechend nicht unberechtigt ist, besonders wenn man die Gewinne der Unternehmer dazu ver gleich.t Die Hilfsarbeiter erhalten jezt einen Stundenlohn von 20 M. Nachdem der Betriebsrat mit der Betriebsleitung verhandelt hatte und das Zugeständnis von 10 Proz. der Belegschaft bekannt gab, verließ die Arbeiterschaff einmütig den Betrieb und ist gewillt, für ihre gestellten Forderungen im Kampfe zu verharren. Berlängerung der Arbeitszeit in Holland. In den. Sizungen vom 11. und 18. Mai b. 3. nahm das hollän dische Parlament den Gesetzentwurf betreffend Abänderung des Arbeitsgefehes von 1919 an. Dieses tam schon vor der Arbeitstonferenz von Washington im Jahre 1919 angesichts der damaligen Revolutionsgefahr zustande und legte die 45- Stunden- Woche und den Achtstundentag gesetzlich fest. Nun wurden diese Arbeitszeiten durch die 48- Stunden- Woche und den Achteinhalbstundentag ersetzt. Auch fann der Minister Abweichungen vom Gefeß gestatten, falls Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu einem diesbezüglichen Einverständnis gelangen. In solchen Fällen darf die Arbeitszeit 2500 Stunden pro Jahr nicht überschreiten. Diese Bestimmung ermöglicht es also Don Arbeitsstunden pro Jahr der normale Arbeitstag verlängert faktisch, daß unter Einhaltung der vorgeschriebenen Marimalzahl werden kann. Der angenommene Gefeßentwurf bedeutet einen Rückschritt und eine Konzession an die reaktionären Elemente. Während die Arbeitgebervereinigungen in und außerhalb des Parlaments rundweg nach einem Zehnstundentag streben, sind ihre Wortführer im Barlament bemüht, die Verfolgung dieses Zieles dadurch zu unterstützen, daß fie für eine fog. geschmeidigere Interpretation" des Arbeitsgesetzes eintreten, und zwar durch größtmöglichste Ausschaltung der Regierungskontrolle auf dem Gebiete der Ueberstunden und durch Andererseits sollen die Säße für Unterstützung der Arbeitslofen, Einfügung spezieller gefeßlicher Bestimmungen für gewisse Indu der Kranten, der Streifenden und Gemaßregelten sowie die Sterbeftrien und Betriebe mit durchgehender Tag und Nachtarbeit. Sie unterstügung der Kinder und die Notstandsunterstützungen an Mit- schlagen sogar vor, die magimale Arbeitszeit pro Jahr mit Einschluß glieder eine bedeutende Erhöhung erfahren. der Ueberstunden auf 2800 festzusetzen. leber die Beitragsfrage entspann fich eine sehr umfangreiche Aussprache, in der die meisten Redner sich gegen diese Beiträge wandten und dabei ihrem Unmut über die vom Magistrat noch nicht Reißend los werden Sie alles überflüssige Hausund Wirtschaftsinventar durch eine Kleine Anzeige im„ Vorwärts" Berantw. für den redatt. Teil: Franz Klühs. Berlin- Lichterfelbe; für An. zeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co.. Berlin, Lindenstr. 3. Dirndlstoffe/ bw. Mouffeline/ Boile in apart. Neuheiten/ Ba Covercoats u. Gabardine/ Macco- Hosen u. Einsag hemden/ Strümpfe/ Schürzen/ Taschentücher/ Stickereien usw./ Große Auswahl in Damen- u.Kinderhüten bef. preisw. 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