Nr. 291 39.Jahrgang Ausgabe B Nr. 143 Bezugspreis: Bierteljährl. 150.-M., monatl. 50,-. frei ins Haus, Doraus zahlbar. Postbezug: Monatlich 50,-., einschl. Bu stellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- u. Memelgebiet, sowie Desterreich u. Luxemburg 84- M., für das übrige Ausland 102,- M. Poftbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark, England, Est. land, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luxemburg, Defterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowatet und Ungarn. Der Vorwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und geit", der Unter haltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage„ Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Abend- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 1 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile Loftet 16,- M.- Reflamezeile 80,-. Aleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 4, M.( zulässig zwei fettg brudte Worte), jedes weitere Wort 3,- M. Stellengesuche und Schlaf Stellenanzeigen das erste Wort 2,50 W., jedes weitere Wort 2, M. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abon nenten Zeile 8,- M Anzeigen für die nächste Nummer milffen bis 4 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, LindenStraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Expedition: SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Redaktion Morisplay 15195-97 Expedition Morisplas 11753-54 Donnerstag, den 22. Juni 1922 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Berlag, Expedition und Inseraten. Abteilung Moritplah 11753-54 Obstruktion gegen Brotverbilligung. Die Gewaltwirtschaft der Kartelle In der fachlichen Beratung behauptet Schiele( Dntl.), daß die Landwirtschaft gewillt gewesen sei, dafür zu wirken, daß durch freiwillige Ablieferung der Landwirte ein erträglicher Brotpreis hätte ermöglicht werden können. Der Reichsernährungsminister habe jedoch durch Ablehnung weiterer Berhandlungen mit der Landwirtschaft dies vereitelt. Thöne( Soz.): Die übergroße Mehrheit unseres Bolfes will über die Gestaltung des Brotpreises recht bald Klarheit haben. Die Berbraucher verlangen in diesen Tagen Klarheit zustimmen können. Der Antrag der Sozialdemokraten zu§ 4 der Vorlage, der verlangt, daß auch die Kommunalverbände fich eine Reserve zur Behebung von Ungleichheiten schaffen müßten, ergebe sich aus den Fehlern der vorjährigen Vorlage. Zusammenfaffend fönne er nur fagen, daß sich nach dem Berlaufe der jehigen Verhandlungen faum eine Möglichkeit ergebe, die Zustimmung der Sozialdemokraten zu einer nach den vorliegenden Anträgen geänderten Borlage zu erlangen. Hanau. Soeben ist der wortgetreue Bericht über die VerhandDie Beratungen über die Getreideumlage in der Rom- des Brotpreises nicht zu erzielen ist. Insofern ist auch der zuletzt lungen des diesjährigen deutschen Handwerks- und Ge mission lassen auch heute ein endgültiges Urteil über die etwaige eingegangene Antrag des Zentrums für uns undistuta- werbefammertages erschienen. Er enthält einen AbGestaltung der Borlage noch nicht zu. Erst in der für heute abend bel, der den Umlagepreis nach dem Durchschnittspreis an der Ber- schnitt, der von besonderer Bedeutung ist, nämlich die Vervorgesehenen Sitzung wird sich übersehen lassen, ob eine Verstän- liner Börse abzüglich 35 v. 5. festgesetzt wissen will. Die Anträge handlungen über die Auswirkung der Industriedigung in der Kommission möglich ist oder ob die Kommission ihre der Demokraten bedürfen noch der Einschränkung, bevor wir diesen tartelle auf das Handwerk". Zur Würdigung der VerBerhandlungen eventuell wird abbrechen müssen. handlungen sei an die Vorgänge zu jener Zeit erinnert, als es sich darum handelte, aus der Zwangswirtschaft des Krieges zur Friedenswirtschaft überzugehen. Uebereinstimmung herrschte damals darüber, daß die bisherige Zwangswirtschaft beseitigt werden muß. Jedoch verlangten wir Sozialdemofraten eine Regelung des Wirtschaftslebens auf andere Weise: nicht mehr von oben, vom grünen Tisch des Beamtentums, auf Kommando der Großkapitalisten, sondern von unten auf durch ein planmäßiges Zusammenarbeiten aller Kreise des arbeitenden Volkes, nicht mehr unter dem Drucke der Polizei an der Hand unzähliger Verordnuegen, sondern in sachge mäßer Berständigung der Beteiligten unter Aufsicht durch die Gesamtheit und zum Wohle der Gesamtheit. Die bürgerlichen Parteien aber wollten von diesen ,, Wegen der SozialiDr. Heim( Bayer. Vp.) wendet sich gegen den sozialdemokra- fierung" nichts wissen; sie sahen darin eine unerträgliche Bertischen Antrag auf eine Umlage von 4% Millionen Tonnen und be- gewaltigung des Wirtschaftslebens und forderten den„ freien gründet das mit der diesjährigen geringeren Ernte und dem not lichkeit einer günstigen, wirtschaftlichen Entwicklung. not- Handel", das„ freie Geschäft" für alle als die einzige Mög Wir wendigen starten Verbrauch der landwirtschaftlichen Bevölkerung an Brot. Er wendet sich sowohl gegen die Heranziehung der forstwirt Minderheit und sind bis jetzt in der Minderheit geblieben. Wir Sozialdemokraten waren in dieser Frage damals leider in der schaftlichen wie auch der gesamten landwirtschaftlichen Nuzungs- fonnten es daher nicht verhindern, daß die früheren Wirtflächen. Den Preis des Getreides will er vorher nicht garantieren, schaftsverordnungen fast durchweg ohne weiteres, also ohne er müßte sich weit unter dem Weltmarktpreis halten. jebe neue Regelung des Wirtschaftszweiges, beseitigt wurden Demgegenber sei aber ein Entgegenkommen an die Landwirte auf und der freie" Verkehr sich wieder entfalten konnte. den anderen Gebieten nötig. Er glaubt, es sei sowohl links wie auch rechts ein Weg der Verständigung möglich. 0 barüber, ob sie sich bei der Gestaltung des Brotpreises einer geringen Minderheit, das sind die Interessenten der Landwirtschaft, zu unterwerfen haben oder ob der Reichstag start genug ist, fie vor dem schlimmsten Wucher zu schützen. Der Reichstag hat es bei der Verabschiedung dieser Vorlage in der Hand, sich bas Vertrauen unseres Voltes zu erwerben oder zu verscherzen. Die Anträge der Deutschnationalen Volkspartei bedeuten eine be wußte Sabotage der beabsichtigten verbilligten Brotversorgung und find für uns völlig undiskutabel. Ich darf im Auftrage meiner Fraktion erflären, daß, wenn die Mehrheit dieser Kommission geneigt sein sollte, die Anträge der Deutschnationalen und der Deutschen Boltspartei bei der Beratung mit zugrunde zu legen, daß wir den weiteren Verhandlungen feinerlei Wert mehr beilegen. Die daraus fich ergebenden Folgen schreiben wir denen zu, die die augenblid liche Not der Verbraucher nicht anerkennen wollen. Das Wichtigste bei der Vorlage ist die Preisgestaltung. Wenn, mas wir erwarten, unter Antrag auf 4% Millionen Tonnen Umlage getreide angenommen wird, dann ist die Preisgestaltung nicht allzu fchwierig. Nicht das Prinzip der Umlage ohne Preisermäßigung befriedigt die Verbraucher. Die Verbraucher verlangen Brot zu erschwinglichen Preisen. Das Prinzip des Zwanges ist nicht die Hauptsache, wobei aber doch zu beachten ist, daß ohne Zwangsbewirtschaftung eine Berbilligung Braun über die Schuldfrage. Der Landtag hat heute nach Ablehnung des kommunistischen Antrages auf Bewilligung von 20 Millionen Mark und nach Bewilligung von 5 Millionen Mart für die Hungersnot in Rußland an das Reute Kreuz die zweite Beratung des Haushaltes des Staatsministeriums fortgesetzt. Ministerpräsident Braun: Die Lüge von der Alleinschuld Deutschlands am Siege ist eine der größten und verhängnisvollsten Geschichtslügen. Sie ist so verhängnisvoll, weil sie nicht nur das Verhältnis zahlreicher großer und fleiner Völker der Welt zu Deutschland und dem deutschen Volke auf Jahre hinaus vergiftet hat, sonbern auch weil aus dieser Schuldlüge von unseren ehemaligen Siegesgegnern die moralische Berechtigung hergeleitet wird zu den schier unerträglichen Belastungen und Bedrückungen des deutschen Boltes.( Sehr wahr.) Wir haben daher allen Grund, immer wieder vor aller Welt die Tatsachen aufzuzeigen, die geeignet sind, die Schuldlüge zu erschüttern und schließlich vollens zu vernichten. Ob die Ergebnisse des Münchener Prozesses geeignet sind, für das Ausland hinlänglich überzeugend zu wirken, lasse ich dahingestellt; fie bilben aber ein wertvolles Material zumindest zur Erschütterung der Schuldlüge.( Sehr richtig.) Wenn wir uns darauf beschränken, nicht mehr beweisen zu wollen, als nach Lage der befannten Tatsachen bewiesen werden kann, dann werden wir auch eine geschlossene Front des Boltes zum Kampf gegen die Lüge von der Alleinschuld zu fammenbringen. Wir stehen leider vor der Tatsache, daß diese Kriegswaffe ihren Niederschlag im Versailler Vertrag gefunden hat und heute noch mit faft unverminderter Kraft gegen Deutschland angewendet wird. Die Staatsregierung wird bemüht sein, an ihrem Teile auf die Reichsregierung einzuwirken, alles zu versuchen, um die Schuldfrage zu erschüttern und schließlich vollends zu vernichten.( Sehr gut!) Stegerwald( 3.) ist zu einer Verständigung auf breiter Grundlage bereit. Dazu sei aber nötig, daß alle Beteiligten Entgegentommen zeigten. Die Behauptung der Vertreter der Landwirte, daß die Vorlage eine alleinige Sonderbesteuerung dieses Standes bedeute, weist er unter dem Hinweis auf die Löhne der Arbeiter und der Gehälter der Beamten und Angestellten zurüd. Ein Bertreter der Reichsregierung gibt Erläuterungen über die etwaige Gestaltung des Brotpreises, der Haupt inhalt der Vorlage aber sei der, die Brotversorgung sicherzustellen und jeden schwankenden Preis zu verhüten. Diez( 3.) erklärt, daß sich seine Fraktion bei der Abstimmung über die Anträge der Rechten der Stimme enthalte. Nach längerer Geschäftsordnungsdebatte wird die Einsetzung eines unterausschusses beschlossen, der noch am Nach mittag zusammentreten soll. Wahlen beteiligen und dafür sorgen will, daß auch in diesem Bolfsvertretungersaß die wahre Stimme der Saarbevölkerung zum Ausdruck kommt. Wir verfolgen mit wärmster Anteilnahme den Kampf unserer saarländischen Bevölkerung gegen die Bedrückung und Verführung, die dort fich in der letzten Zeit an sie heranmacht und wobei sie tapfer ihr Deutschtum vertritt. Wir erleben jetzt im besetzten Rheinland eine Erscheinung, die in der Geschichte Europas nicht ganz fremd ist. Im besetzten Rheinrollt heute der Frank land mit dem Ziele, die Bevölkerung zu forrumpieren. Zu meiner großen Freude haben weder die Bedrückungen' noch die Verführungsversuche bisher vermocht, die deutsch fühlende und deutsch denkende rheinische Bevölkerung wankend zu machen. In diesen Tagen werden Hunderttaufende deutsche Volksgenossen durch den Gewaltspruch von Genf von Deutschland losgeriffen. Aber: der Machtspruch des Siegers tann wohl geogra phische Bilder zerreißen und neue Grenzsteine sehen; die geistige und kulturelle Gemeinschaft eines Boltes fann er nicht zerreißen.( Lebhafte Zustimmung.) Den wieder zu Deutschland und Preußen zurückkehrenden Oberschlefiern entbiete ich meinen herzlichen Gruß. Wir müssen im wirtschaftlichen und fulturellen Interesse Oberschlesiens zu einem erträglichen Verhältnis mit dem neuen Grenznachbar fommen. Hoffentlich werden auch die Oberschlesier einsehen, daß es im Interesse Oberschlesiens liegt, ein Bestandteil des großen preußischen Staates zu bleiben. Die berechtigten Wünsche der Oberschlesier werden durch das Gesetz über die Provinzialautonomie, das bereits dem Staatsrat vorliegt, ihre Befriedigung finden. Diese Autonomie muß so gestaltet werden, daß die berechtigten Wünsche der Provinzen befriedigt, aber das Staatsganze nicht nachhaltig gefährdet werden. Bei Schluß des Blattes spricht der Minister wetter. ( Zustimmung.) Kündigungsbeschränkungen zugunsten Schwerbeschädigter. Der Es ist hier gestern erklärt worden, es müßte auch dahin gewirkt Reichsarbeitsminister hat dem Reichstag den Entwurf eines Gewerden, daß der Haß im Auslande gegen Deutschland und setzes über Kündigungsbeschränkung zugunsten Schwerbeschädigter das deutsche Volk abgebaut und bekämpft werde. Diesem Wunsche nebst Begründung rach Zustimmung des Reichsrats zur Beschluß möchte ich mich anschließen und die ernste Mahnung in das Land fassung vorgelegt. Es wird die Bitte ausgesprochen, das Gefeß noch schicken, daß man mit geräuschvollen militärischen Feiern während der jezigen Tagung des Reichstags auf die Tagesordnung zu sehen, weil die gegenwärtig geltenden Kündigungsbeschränkungen für Schwerbeschädigte, die durch den Entwurf und mit Veranstaltungen, in denen die Revanche gepredigt verlängert werden sollen, am 30. September 1922 ablaufen und wird, etwas zurückhaltender sein möge.( Zustimmung links das Gesetz daher mit dem 1. Oftober 1922 ir Kraft treten muß. und in der Mitte.) Diese Veranstaltungen sind nicht dazu angetan, den Haß im Auslande abzubauen und zu zerstören. Tate Jonescu ist gestorben. Als( französischer) Hauptagitator Unter diesem Haß leiden besonders die hinter der Kulisse des für den Eintritt Rumäniens in den Weltkrieg hatte er weit mehr Bölkerbundes vollkommen der franzöfifchen Gewaltpolitik ausge- schwer geschädigten Landes war. Erfolg als später wo er Ministerpräsident des siegreichen", aber lieferten Saardeutschen. Die dort eingeräumte Boltsvertretung ist feine wahre Boltsvertretung. Ich begrüße es, daß die faarländische Bevölkerung sich trotzdem nachdrücklich an den Dollar schwankend, mittags 320. Welche Erfahrungen haben wir damit gemacht? Ist unser Wirtschaftsleben wirklich in den letzten Jahren so gesundet, mie die bürgerlichen Parteien es vorausgefagt haben? Oder ist die Befürchtung der Sozialdemokraten eingetroffen, daß nämlich die neue wirtschaftliche Freiheit" mir die Freiheit des Großkapitals zur um so rücksichtsloseren Ausbeutung des arbeitenden Boltes sein werde? Wie die Arbeiterschaft diese Fragen beantwortet, darüber besteht fein zweifel. Hören wir aber jetzt die Handwerksmeister, die eine treue Gefolgschaft der bürgerlichen Parteien bilden und sich oft genug über die Sozialisierungsforderungen der Sozialdemokraten entrüstet haben. Redner der Handwerksmeister war auf dem Handwerkerund Gewerbekammertage Herr Irl- München; er war vor der Revolution viele Jahre Zentrumsabgeordneter im Reichstage und gehört jetzt dem Landtage an. Er begann seine Rede mit der Feststellung, daß die Industriekartelle in letzter Zeit zu geradezu unerträglichen Zuständen geführt haben, unter denen besonders das Handwerk zu leiden hat. Dann ging Herr Irl auf die Stellung des Reichswirtschaftsministers zu den Kartellen ein und forderte durch greifende Maßnahmen der Gefeßgebung. Wenn es, so führte er aus, den Spizenverbänden der Industrie wirklich ernst wäre mit der Bekämpfung der Mißbräuche, dann hätten sie längst wirksamer einschreiten müssen. Dann hätte aber mancher Aktionär und mancher Syndikus auf einen Teil seines Einkommens verzichten müssen; darum werden wahrscheinlich nur viele schöne Worte gemacht, sonst kommt dabei nichts heraus. Das ist bei Herrn Irl eine sehr bezeichnende Erkenntnis. Noch wichtiger ist die Erklärung des Redners: Ich bin gewiß ein Feind der Zwangswirtschaft und des behördlichen Hineinschnüffelns in Geschäftsbetriebe. Aber die alles Mas übersteigenden Unternehmergewinne, wie sie tagtäglich aus den veröffentlichten Bilanzen der Aktiengesellschaften usw. ersichtlich sind, 3mingen ja dazu, daß eingeschritten wird. Darauf folgt was besonders erfreulich ist eine Abrechnung mit den„ Sachverständigen", die unermüdlich be= haupten, das Großkapital sei ganz unschuldig an der jetzigen Teuerung. Herr Irl sagte weiter: Wir sind es den Tausenden von alten Handwerksmeistern und deren Frauen und Witwen schuldig, die vor der bittersten Not und bor dem Hungertode stehen, wenn diese Breissteigerung so fort geht, laut darauf hingewiesen, daß die übermäßigen Industriegewinne mit eine Hauptschuld an diesen Verhält= nissen tragen. Gewiß liegt die Hauptursache der Teuerung in dem verlorenen Krieg, in der durch Krieg und Revolution verursachten Bernichtung so vieler Werte und Waren, in der Spekulation des Auslandes und in unerfüllbaren Feindesbedingungen aber zu all diesen Ursachen kommen noch die überaus hohen Gewinne, die viele Industriezweige auf ihre Erzeugnisse schlagen, die abfichtliche Zurückhaltung der Waren usw., modurch die Last ins Unerträgliche gesteigert wird. Diese maßlosen Gewinne verteuern die Produktion und die Rohstoffe; sie zwingen den Handwerksmeister, hohe Rechnungen zu stellen; und sie machen damit manche Aufträge unmöglich; fie verderben die Moral des Volkes und bewirken, daß andere Stände ebenfalls immer höhere Forderungen stellen, wodurch das Geld immer mehr entwertet wird. Gegen solchen Bucher, ruft Herr Irl aus, muß auch die Gefezgebung einschreiten. Der Preisabbau muß daurch eingeleitet werden, daß eine Beschränkung in den Rohstoffpreisen eintritt und eine Beschränkung bei den Fabrikations- und Handelsgewinnen. In einer Entschließung wird denn auch gefordert, daß das Kartellwesen gesetzlich geregelt wird, falls nicht durch gegenseitige Verständigung die Schädigungen beseitigt werden, die die Monopolstellung einzelner Gewerbezweige dem Handwerk und der Allgemeinheit zufügen. Der Deutsche Handwerks- und Gewerbekammertag hat dem ein stimmig zugestimmt. So lernt jetzt das Handwert aus eigener, bitterer Erfahrung, wie berechtigt auch die wirtschaftlichen Forderungen der Sozialdemokraten sind. Hinter den KPD.- Kulissen. Unser Breslauer Parteiorgan, die„ Volkswacht", veröffent licht Auszüge aus den Memoiren einer früheren schlesischen KPD.- Größe und Breslauer Stadtverordneten Mar Gruschwizz, gegen den nach dem März- Putsch ein Haftbefehl erlassen wurde und der nach Rußland über Stettin mit anderen " Sowjetfurieren" befördert werden sollte. Da sich die Abfahrt des Dampfers infolge eines Hafenarbeiterstreits verzögerte, hatte er Gelegenheit, das Gebaren dieser Vertrauensmänner Mostaus zu beobachten und war nach wenigen Tagen dermaßen über die Qualität seiner Mitreisenden erbaut, daß er beschloß, nach Berlin zurückzukehren. Er schildert das Treiben dieser Kuriere wie folgt: " Herr Schufter wiederholte das noch einmal meiner Frau gegenüber und sagte:„ Der Mag ist schön dumm, wenn er das nicht tut so schnell kommt er nie wieder zu 20 000 Mart!" Ich lehnte diese Zumutung der Zentrale der KPD. ab." Die KPD. tann nicht umhin, sich zu dieser Darstellung zu äußern, sonst müßte man den Schluß ziehen, daß selbst die tollsten und widerwärtigsten Einzelheiten der Gruschwitzschen Erinnerungen" den Tatsachen entsprechen. * Die Londoner Besprechung. Paris, 22. Juni.( WTB.) Im Senatsausschuß für auswärtige Angelegenheiten berichtete der Borsigende Gaston Doumergue über eine Unterredung mit Poincaré: Poincaré beglückwünschte sich zu dem ihm in London bereiteten Empfange. Es scheine, daß Genua und ihrer Folgen heute besser als früher die Haltung die öffentliche Meinung in England auf Grund der Ereignisse von Frankreichs gegenüber den Sowjets und den Wert der Grundfäße verstehe, die Frankreich auch weiter verteidige. Die Zusammen. Die„ Soz. Korrespondenz" wirft die Frage auf, ob der Kauf- funft mit Loyd George sei von Anfang an schon vor ihrem Meimann und vierzigfache Millionär Max Fröhlich, der wegen nungsaustausch sehr herzlich gewesen. Kupferschiebungen fürzlich verhaftet wurde und der als Stations- Sodann beschäftigte sich der Ausschuß mit der Behauptung, daß fommandant des Stettiner Bahnhofs in der Revolutionszeit eine Briand im Ausschuß gesagt habe, er habe sich in seinen BeRolle gespielt hat, identisch ist mit dem einstigen Führer des sprechungen im Jahre 1921 mit der britischen Regierung dahin verSpartakusbundes und des„ Roten Soldatenbundes", der dann längere ständigt, daß die Besehungsdauer auf dem linken Zeit Chef des kommunistischen Kurierdienstes zwischen Rheinufer noch nicht zu laufen begonnen habe. Poincaré haite Deutschland und Sowjetrußland, d. h. Leiter der Edelstein- dagegen erklärt, er habe darüber nichts erfahren können. Nach fchiebungen war. Prüfung der Angelegenheit wurde festgestellt, daß ein Bericht der Bei der Gelegenheit einer Aeußerung über den Fall Gruschwitz Sachverständigen vom Januar 1921 besteht, in dem die Verfönnte die" Rote Fahne" auch diese Frage beantworten. tagung des Termins des Beginns der Besetzungsdauer als eine der nötigen Sanktionen vorgesehen wurde. Der Oberste Rat hat jedoch über diesen Punkt teine Entscheidung getroffen. Ein ausgebliebener Enthüller. Vor dem Schöffengericht Alt- Moabit sollte sich am Donnerstag Die Kuriere befördern in der Regel offiziell Briefe von Radek der Prozeß unseres Redakteurs Ruttner gegen Georg David an Talheimer und umgekehrt. Die Hauptaufgabe aber ist- Vasohn abspielen. Es wurde aber nichts aus der Verhandlung. Denn lutaschiebung von fremden Geldforten, von Wertgegen- es waren zwar der Privatkläger und zirka 20 Zeugen erschienen, ständen, Gilber und Gold! Als ich einem dieser Kuriere fagte, nicht aber der Angeklagte Davidsohn. Durch Rechtsanwalt Wilhelm Liebknecht ließ er eine Erklärung gegen den Privatdaß dies doch eine Ungeheuerlichkeit ſei, antwortete er mir wörtlich: fläger verlesen, in der sämtliche zur Anklage stehenden Beleidigungen wiederholt werden und in der ferner gesagt ist, daß Davidwarum soll ich mich denn nicht auch gesund machen?" Als das Ge- sohn nicht zu verhandeln gedenke, weil sich sein bisheriger Rechtsspräch auf Klara Zetkin tam, erklärte ein anderer wörtlich: beistand Theodor Liebknecht zurzeit in Moskau aufhält. Der VerWenn bloß die olle Sau schon tot wäre!" treter des Privatklägers, Rechtsanwalt Oborniker, wies darauf hin, daß der Angeklagte Du bist wohl doo? Wir leben doch im kapitalistischen Staat Bon Berlin wurde Gruschwiz nach Oberschlesien entsandt, wo gerade der Aufstand tobte. fyftematische Prozeßverschleppung treibt. Die Klage ist vor zwei Jahren eingereicht worden, ohne daß es bisher infolge der ständigen Ausflüchte des Angeklagten zu einer Hauptverhandlung kommen fonnte. Die vom Gericht gestellte Frist zur Klagebeantwortung hat der Angeklagte sich viermal verlängern und dann noch ungenutzt verstreichen lassen. Im ersten Verhandlungstermin ein halbes Jahr nach der Klage Nach Mitteilungen Doumergues sei auch die englische Regierung entschlossen, teine Herabsetzung der deutschen Schuld ins Auge zu faffen. Nach einer Zeitungsmeldung habe Poincaré vor seiner Reise nach London eine Note an England unterzeichnet, in der gesagt werde, daß Frankreich berechtigt sei, eventuell gegen Deutschland, um zu Reparationszahlungen zu gelangen, je de 3wangsmaßnahme durchzuführen, die es für gut haite und daß Millerand im April 1920 nach der Affäre Frankfurt a. M. nie. mals auf dieses Recht verzichtet habe. Ferner werde der englische Protest gegen die französische Kommission für die Hafenbauten in Tanger bekämpft. Nach den„ Times" ruht die Angelegenheit der Anleihe für Deutschland feineswegs, das Bankierkomitee solle recht bald wieder zum Zusammentritt eingeladen werden. Havas berichtet von mehreren englischen Noten an Frankreich gegen das französische " Sanktionsrecht", auch wegen Tanger. Die Londoner Besprechung scheint also gar keinen Erfolg gehabt zu haben; das sagen auch Daily News". Moskauer Gerichtsbeeinflussung. In Oppeln erreichte ihn ein Kurier der KPD.- Zentrale, der den Auftrag hatte, die Verbindung mit dem offiziell gelästerten Freikorps herzustellen und zu sondieren, ob diese Korps eventuell als Rote Arme e" gegen die Berliner Reichs. regierung verwendet werden könnten. Man denke: KPD. und Freitorps Oberland" gegen die Regierung! Eine edle Verbindung! Bruschwitz fündigt über dieses besondere Thema weitere hat er dann erflärt, er müffe erst jegt die Beweise für seine Beleidigungen sammeln. Den in dieser Sitzung gefaßten GerichtsEnthüllungen an, auf die man gespannt sein kann und die man beschluß, wonach die Parteien innerhalb vier Wochen ihre Beweisabwarten muß, um sich ein Urteil über die Glaubwürdigkeit anträge einreichen sollten, hat der Privattläger zwar befolgt, der diefer etwas phantastisch anmutenden Darstellung bilden zu Angeklagte aber hat wiederum ein halbes Jahr nichts von Das Zentralfomitee der Kommunistischen Partei fönnen. fich hören lassen. Dann hat er bei zwei weiteren Terminen die Rußlands hatte die Arbeiterschaft Rußlands aufge Bon Oppeln wird Gruschwitz nach Bremen als Partei- Bertagung beantragt und so den Prozeß bisher zwei Jahrelang fordert, am 20. Juni, dem Tag der Ermordung Wolofefretär unter falschem Namen entfandt, erfährt jedoch von unerschleppt. Der Privattläger Kuttner wies noch darauf darstis, Protestumzüge gegen die Sozialrev0= glaublichen Mißbräuchen, die seine Breslauer Genoffen mit hin, daß es ein unerhörter Zustand sei, wenn ein im öffentlichen lutionäre als Mörder zu veranstalten. Das Auftreten seiner Privatwohnung treiben, die angeblich als Parteibureau Leben stehender Politiker zwei Jahre lang die schwersten Vorwürfe der drei ausländischen Verteidiger sei nur der Versuchsballon auf sich fizen lassen müsse, ohne den gerichtlichen Gegenbeweis anund in Wirklichkeit als Absteige quartier benutzt wird. treten zu dürfen. Vor zwei Jahren habe sich Davidsohn gerühmt, Schließlich fährt er selbst nach Breslau mit seiner Frau, um er werde den Privatkläger moralisch vernichten, jezt weiche er jeder nach dem Rechten zu sehen: Beweisaufnahme aus, weil er selber genau wisse, daß er die Beweise für seine Verleumdungen nicht erbringen könne. Die hier perlesene Erklärung fennzeichne die Methode des Angeklagten: er fucht seine Berleumdungen Was ich in Breslau und namentlich in meiner Wohnung antraf, übersteigt selbst die kühnfte Phantasie. Ohrenbetäubender Lärm, alberne Disfuffion überall, angetrunkene Funktionäre, veritable Zigeunerinnen, Russen, Polen alles durcheinander. Unsere Betten in efelerregendem Zustand, mit Ungeziefer, Eiterfleden turz eine echte KPD.- Zentrale. Wie mir Hausbewohner erzählten, haben oft bis nachts um 3 Uhr Ringkämpfe in meiner Wohnung stattgefunden, an denen u. a. außer einem Herrn Schlagner auch der Bezirkssekretär Hamann teilnahm!" Darashin verlangte Grufchwih, daß seine Wohnung geräumt werde und, da dies verweigert wurde, nahm er die Hilfe der Polizei in Anspruch. Der Bezirkssekretär Hamann berief sodann ein„ Parteigericht" gegen ihn ein. Als die Genossen" nun erfuhren, daß er seine Erlebnisse in einer Broschüre veröffentlichen wollte, ließen sie ihm durch den 2. Bezirkssekretär Erich Schuster im Auftrage der Zentrale 20 000 Mart anbieten, falls er sich in ein von der Zentrale zu bezeichnendes Sanatorium begeben würde, um fich geistest rant erklären zu lassen.. des europäischen Bürgertums gewesen, vor Beginn der Haager Konferenz zu untersuchen, ob nicht vielleicht die Sowjetmacht das Bertrauen der Arbeiter verloren habe. Die Protestfundgebung habe also den Sinn, das Vertrauen und die Unterstügung der Arbeiter zu befunden und für die am Ausbruch des Bürgerkrieges Schuldigen Rache zu verlangen. An dieser folange als möglich wirken zu laffen, Demonstration nahmen in Mostau nach amtlicher Angabe indem er sie immerfort wiederholt und von neuem in die Deffentlich etwa 300 000 Personen teil. Es wurden zahlreiche teit bringt, aber jede Beweisaufnahme über sein Vorbringen sabo- Fahnen getragen mit Aufschriften: hinweg mit den Verrätern!", tiert. Rechtsanwalt Wilhelm Liebknecht suchte darzutun, Tod den Mördern der Arbeiterklasse!". Der Borbeizug an dem daß dem Angeklagten ein Berhandeln ohne seinen bisherigen Ber- Gerichtsgebäude dauerte fast sechs Stunden. Kamenew, teidiger nicht zuzumuten gewesen sei. Rechtsanwalt Oborniter Krylenko, Radel, Klara Bettin und Bucharin hielten in erwiderte darauf, daß der Angeklagte jedenfalls zunächst vor Gericht verschiedenen Straßen Begrüßungsreden. Der Vorsitzende des hätte erscheinen und dem Gericht darüber die Entscheidung hätte überlassen müssen. Der Privatkläger machte noch darauf auf Tribunals gab eine furze Uebersicht über den bisherigen Bcrmerksam, daß ein Mann, der Mitglied des Reichstages und der lauf des Prozesses. Bandervelde wird der Auslandsdelegation Nationalversammlung und Redakteur der Freiheit" gewesen sei, der S.-R. in Berlin Bericht erstatten. sich ein seltsames geistiges Armutszeugnis ausstelle, wenn er behaupte, ohne einen bestimmten Verteidiger nicht verhandeln Genosse Karl Kautsky ist dieser Tage plöglich an einem Augenleiden erkrankt, das einen sofortigen operativen Eingriff an einem bliebenen Angeklagten Davidsohn zum nächsten Termin zwangs- doch ist absolute Ruhe des Patienten dafür unumgängliche Voraus Das Gericht beschloß, die Sache zu vertagen und den ausge- Auge notwendig machte, Die Operation verspricht guten Erfolg, weise vorführen zu lassen, da sein Ausbleiben nicht als fegung. Genosse Kautsky wird daher den zahlreich an ihn geria teten entschuldigt anzusehen sei. Außerdem hat Davidsohn die Kosten Aufforderungen, sich zu seiner Einigungsaftion weiter zu des durch seine Schuld verfallenen Termins zu tragen. äußern, in der nächsten Zeit nicht nachfommen fönnen. zu können. Halme flehen um Hilfe, die niemand gewähren kann, und nie wieder erwacht die kleine verbrannte Lerche zu feinen bebenden Ein Blitz hat ins Kornfeld geschlagen. Füßen. Bon Mag Kolmsperger- München. das Lynchen für einen berechtigten Brauch hält. Im Senat find nun aber die Vertreter der Südstaaten sehr mächtig, und sie fezzen alles daran, das Antilynchgesetz zu Fall zu bringen, demzufolge auch die Personen, die einen Lynchmord nicht verhindern, demzufolge auch und der Staat, in dem ein solcher Aft vorkommt, eine Strafe von 10 000 Dollar zahlen muß. Plötzlich gegen Abend gewahrten die Tannen des nahen Wäld- brechen, die ein Schandmal der sonst auf ihre Sittlichkeit so stolzen Der Kampf gegen die Lynchjuffiz. Die grausamen Lynchper chens eine kleine, trebfige Wolfe, die sich wie ein Geschwür in das amerikanischen Kultur sind, haben seit furzem wieder bedeutend zu- Ein englischer Gesandter als Stlavenhalter. Nach Meldungen Blau des verbrennenden Tages fraß, unheimlich wachsend, zuneh genommen, so daß die amerikanischen Blätter geradezu von einer englischer Blätter hat sich in Abessinien seit dem Tode Kaiser Menemend und den Horizont verfinsternd. Und raunend warnten sie yn chepidemie sprechen. Im Monat Mai wurden allein acht lits die Sklaverei wieder ausgebreitet. Reisende, die kürzlich aus einander, die großen Schwestern des Schweigens, und es schien, Neger in den Südstaaten dem„ Richter Lynch" überantwortet; vier Addis Abeba und aus den füdlichen Provinzen des Landes zurückals würden sie mit ihren Aesten und Zweigen enger zusammen- von ihnen wurden lebendig verbrannt, während riesige Mengen gefehrt sind, beschreiben mit höchster Entrüstung die Sklavenjagden, rücken zu undurchdringlichem Schuh, und drohend färbten sich ihre dem Schauspiel zusahen. Im ganzen wurde 1922 die Lynchjuftig die gegen Nachbarstämme unternommen werden, und berichten, daß Stämme mit dem Schwarz der heranziehenden Nacht. bis zum 1. Juni 25mal ausgeübt. In den letzten 10 Jahren find Sklavenmärfte wie in alten Zeiten abgehalten werden. Die Sklavendurchschnittlich jedes Jahr 65 Neger gelyncht worden. Die Scheuß- händler sind zwar fast alle Mohammedaner, aber die Käufer setzen Ahnungslos aber ruht das sonnenmüde Kornfeld. Seine un- lichkeiten, die mit den letzten Lynchvorgängen verknüpft waren, fich zum großen Teil aus der chriftlichen Bevölkerung zusammen, und zähligen Halme nicken ihre goldenen Köpfe in traumfüßen Schlaf; haben nun den Kampf gegen diefe von der Deffentlichkeit geduldeten, einige Berichterstatter fenten die Aufmerksamkeit der englischen Renur wenige wachen, aber sie sind mit sich selbst vollauf beschäftigt, ja fogar gebilligten Morde von neuem entflammt, und es ist ein gierung auf die Tatsache, daß sogar die britische Gesandt. mit ihrem Unglück, das mit dem Flug des wilden Taubenpaares am Antilynchgesez eingebracht worden, das im Kongreß bereitschaft in Addis Abeba Stlaven hält. Die Menschenjagden hellen Nachmittag gekommen war; andere, hinfiechend am schwarzen angenommen ist, aber wahrscheinlich im Senat abgelehnt werden haben weite Gebiete entvölkert und sie wieder zur Wildnis werden Ausfahz des Sporenpilzes, fehen herzlose Mäuse um Erlösung von wird, weil es angeblich ungefeßlich sein soll. Die Schilderungen lassen. der letzten Lynchverbrechen zeigen die grausame Wildheit dieses Ber= ihren Qualen an; andere wieder, am Wegerand aufgewachsen, vom fahrens. So wurden in einer fleinen Stadt in Teras am 6. Mai lichen Betriebe will die Erfindung eines Amerikaners hervorbringen, Die fliegende Sämaschine. Eine Umwälzung im landwirtschaftZierstock eines gedankenlosen Menschen geknickt, fuchen sich unter drei Neger an ein und demselben Pfahl verbrannt. unsäglichen Anstrengungen vergebens aufzurichten. Einer von der eine fliegende Sämaschine tonftruiert hat. Dieser Apparat, der ihnen hatte unter der Folter gestanden, daß er sich an einem fieb- menige Fuß über dem Erdboden dahinfliegt, ist imstande, bei einem Wer sollte dich warnen, Feld voll Segen? Es schläft die Lerche, zehnjährigen weißen Mädchen vergangen habe; die beiden anderen einzigen Wurfe Samenförner in Reihen über eine Strecke von dein und Gottes Günstling, und wire nie wieder erwachen. Gestern aber beteuerten auch noch, während die Flammen fie rösteten, ihre 8 Meter zu fäen. Die unteren Tragflächen der Säflugmaschine aber starb um die Mitte der Nacht die letzte Glockenblume am Rain, noch mit Del übergoffen und zu Asche verbrannt. Zwei Tage später liegen und nach der Entfernung eingestellt werden fönnen, die Unschuld. Als die drei tot waren, wurden ihre verfohlten Körper haben eine Reihe von durchlöcherten Metalltrichtern, die parallel die blitzvertraute Wächterin, ihr blaues Seufzen erstickte ungestört fand man einen Neger, der mit demselben Verbrechen zusammen zwischen den einzelnen Furchen liegen soll. Mittels Luftdruck wird im Gepieps prafsender Mäuse. gebracht war, an einem Baum erhängt. Kurz danach er tdeckte die der Samen aus den Trichtern mit der nötigen Kraft herausgeWeit fort in die Tiefe des Waldes sind die wilden Tauben Polizei die Spuren eines Weißen, der das Verbrechen begangen schleudert, so daß er in die richtige Tiefe des Bodens gelangt. Der heimgekehrt und unerreichbar bist du ihrem ängstlichen Gurren. hatte. Am 18. Mai wurde ein fünfzehnjähriger Neger über einem Erfinder behauptet, daß bei den großen Weizenfeldern in den BerVerstummt ist das Gebet des Landmanis, in seinen Träumen futet langsamen Feuer geröstet, ein Schauspiel, das 2000 Anwesende mit einigten Staaten damit eine erstaunliche Beitersparnis erzielt werde. der Goldstrom der Körner, segeln Wolfen schneeigen Mehls. Wer Jubelrufen begrüßten. Endlich gestand er, eine Weiße getötet und Die fliegende Sämaschine fann von einer großen Anzahl Gutsbesitzern der Goldstrom der Körner, segeln Wolken schneeigen Mehls. Wer beraubt zu haben, aber es ist sehr wahrscheinlich, daß er nicht der zusammen gehalten werden, und sie fliegt dann von Feld zu Feld, sollte dich schützen, Feld voll Sorgen? Etwa der milde Jesus mit Verbrecher war. Er wurde daraufhin über ein starkes Feuer ge- um bei jedem die Säarbeit zu verrichten. Die Maschine tann in beschwörenden Händen? Ihn bestürmt ohne Unterlaß der Mensch hängt, und mehr als 200 Schüsse wurden von den Umstehenden einem siebenstündigen Arbeitstag eine Fläche von 400 Hektar besäen. mit ungezählten Klagen. Oder der Hirtenknabe Dionys mit seinem auf den brennenden Körper abgefeuert. Am nächsten Tage wurde Wollte man diese Arbeit in der gleichen Zeit auf die gewöhnliche Weise bunten Drachen? Ihn würde der erste Blitz niederftreden. Oder ein Farbiger, der einen Weißen in Texas erschossen hatte, mit einem verrichten, so müßten 100 Mann mit ebenso vielen Pferdegespannen der Mond mit seiner sanften Sichel? Schon hat ihm das schwarze Seil an einen Kraftwagen festgebunden und zu Tode geschleift. Am eifrig tätig sein. Unheil den weißen Pfad verstellt. Die Wiese verhält ihren grünen 24. Mai wurde ein Neger, der des Liehdiebstahls verdächtig war, Odem, angstvoll durchzittert der Schrei des Feldhuhns das grauen- den Südstaaten sogar gelyncht, wenn sie einen Weißen beschimpfen, Erster Beige" mußte auf den 29. Juni verschoben werden. in einer Stadt von Teras zu Tode geprügelt. Neger werden in Neues Volkstheater. Die Erstaufführung von Wieb und Petersens volle Schweigen. Da bricht das Unheil os, aufspringt der Eturm und sprengt Macht der Weißen auflehnen. Diese Seuche der Gesezlosigkeit ist 29. Juni bis 1. Juli in Augsburg bzw. München ab. Die Tages. wenn sie zuviel Land befizen, wenn sie sich irgendwie gegen die Der Deutsche Werkbund hält seine 11. Jahresversammlung vom gewaltsam die schwarzen Echleusen. Blize wie Feuerteulen von nur möglich, weil die Ortsbehörden, denen die Aburteilung der ordnung bringt u. a. am 29. Juni in Augsburg eine Vorstands und ergrimmten Gottesfäuften geschleudert, Getöse wie vom Bersten Lynchverbrechen obliegt, beide Augen zudrücken und die Anführer Ausschußfizung, sowie eine Mitgliederversammlung, am 1. Juli in München ferner Dämme, Gedröhn wankender Gewölbe, Flüche kommender des Böbels, die gewöhnlich allgemein bekannt sind, nicht verfolgen. einen öffentlichen Vortrag von Gerhart Hauptmann„ Die heilige Hand". Berheerungen. Das einzige Mittel, gegen die Lyncher vorzugehen, wäre die Uebertragung der Aburteilung an das Bundesgericht, in dem der verhäng- Georg Fuchs, der bei seinem jüngst erfolgten Erstauftreten als Am Morgen schaut der Landmann klagend das Unglück. nisvolle Einfluß der Südstaaten nicht mehr herrschend ift. Die Er- offnungsreiches Talent begrüßte Bianiſt, iſt im Alter von 25 Jahren Mitten hinein ins Feld voll Segen hat ein Bliz geschlagen; eine fahrung hat gelehrt, daß in den Südstaaten den Negern fein ge- alljährlich gestorben. Der junge Künstler war letzter Preisträger des bis 1915 ausgeschriebenen Blüthner Preises des Konservatoriums unheilbare Wunde gähnt dem Trauernden entgegen, verfohlte nügender Schuß gewährt werden fann, weil man dort allgemein Selindworth- Scharwenka. Naturschutz eine Volkssache! Gegen Eigennutz und Unverstand. Die Notwendigkeit des Naturschutzes drängt sich dem Groß[ besondere Serie von Rarten vorrätig gehalten wird, von für die Krankenhäuser in den Rolonistengebieten ist in Petersburg denen dann die verlangten Karten verkauft werden, so daß für jeden eingetroffen. Eine Ladung Getreide ist von Bulgarien nach Odessa verfügbaren Plaz tatsächlich nur eine Plazkarte vorhanden ist. unterwegs. Es sollen zuerst die Gebiete um Kronau, dann die Klagen hinsichtlich der Auswahl der Bläge fönnen in Zukunft nur Hungerdistrikte in der Krim und im Donezgebiet besucht werden. noch durch unvorhergesehene Betriebszwischenfälle eintreten. Weitere Getreidesendungen find in Borbereitung. Die Meldungen über den Saatenstand machen die Fortsetzung der Hilfe zur dringenden Notwendigkeit. auf Bienen. In den letzten Tagen hat sie etwa ein Dugend BienenDie Feuerwehr auf der Bienenjagd. Die Feuerwehr macht Jagd Dölfer in der Lützowstraße, Nostiz-, Rigaer, Straßmann-, Turiner, Hermann- und anderen Straßen eingefangen. stehen. 16 Tote aus dem Avare geborgen. Bis gestern abend wurden aus dem gefenterten Dampfer Avare im Hamburger Hafen 16 Tote geborgen. Hiervon find 8 brasilianische und 2 portugiesische Bordstädter auf, als den Bewohnern der Kleinstadt und des Dorfes. Uns Berlinern ist das in den allerletzten Monaten und Wochen Durch Waldverwüstungen schlimmster Art aufs neue gezeigt worden, baß wir gegen den unsere Erholungsstätten ver nichtenden Naturfredel uns mehren müssen. Gerade zu rechter Zeit tommt jetzt ein„ Boltsbund Naturschuh", der gestern in Berlin im Bürgersaal des Rathauses unter Der Arbeiter- Samariter- Bund( Ortsgruppe Groß- Berlin) ver- angestellte, von den übrigen 6 Leichen sind zwei weitere identifiziert starfer Beteiligung namentlich der wanderfrohen Jugend gegründet anstaltet am Sonntag, den 25. Juni, nachmittags 1 Uhr, auf dem worden. wurde. Er verdankt seine Entstehung allerdings nicht der Brotest- Tempelhofer Feld in der Nähe des Bahnhofs Tempelhof eine große Propagandavorführung, die jedem Besucher Ein Millioneneinbruch beschäftigt wieder die Kriminalpolizei. bewegung gegen die Waldverwüstungen, sondern einem Wunsch, einen interessanten Einblick in die Tätigkeit des Arbeiter- Samariter- In dem Hause Kurfürstendamm 22 wohnt im Erdgeschoß die Rentan dessen Verwirklichung ein Kreis von Männern und Frauen Bundes gewähren wird. Der Besuch ist unentgeltlich. Jedermann ist nerin Berliner. Nachdem diese abends ausgegangen war, wurde das schon lange gearbeitet hat. In der Gründungsversammlung wies herzlich eingeladen. Hausmädchen durch den Fernsprecher von einem Manne, der sich für Privatdozent Dr. Potonié in seinem Vortrag über Zwed und einen Geschäftsmann ausgab, angeblich im Auftrage der Hausfrau Ziele des Bundes darauf hin, daß man nicht mit schon bestehenden Zum Kampf um die Zeitungsfioste" ersucht uns die ALA" nach einem Geschäft Unter den Linden gerufen, um ein Bafet abzuNaturschutzvereinen in Wettbewerb treten, sondern durch diese neue( Bereinigte Anzeigen- Gesellschaften), mitzuteilen, daß zwischen der holen. Das Mädchen begab sich auch dorthin, erfuhr aber, daß es Organisation den Naturschuß zur Volkssache machen Buchhandlung Stilte und der„ ALA" teinerlei Beziehungen be- getäuscht worden war. Um zehn Uhr abends zurückgekehrt, entdeckte es, daß Einbrecher die Wohnung mit einem Nachschlüssel geöffnet will. Neben Männern der Wissenschaft haben Freunde der Natur Die nächste Sitzung der Berliner Arbeitsgemeinschaft der und für 1½ Millionen Schmudsachen, Kollies, Brosich längst um Naturschutz bemüht, aber einen auf Naturschutz ge- Kinderfreunde findet morgen, Freitag, 6 Uhr, Lindenstr. 3, im Jugend. fchen, Ringe, Perlen, Brillanten und wertvolle richteten Volkswillen gab es bisher noch nicht und nur das er heim statt. Die Spielleiterinnen und Dbmännin der Kindergruppen werden Gesellschaftstleider gestohlen hatten. Die Verbrecher flärt die Möglichkeit der Waldverwüstungen und anderer nm pünktliches Erscheinen gebeten. hatten augenscheinlich beobachtet, daß die Hausfrau ausging und dann Naturfrevel, die vor unseren Augen sich vollziehen. Der„ Bolks. durch den erdichteten Auftrag das Mädchen aus der Wohnung gelockt. bund Naturschutz" will aber nicht nur unseren vom Eigennutz gefährdeten Wald schützen, sondern auch dem Unverstand entgegentreten, mit dem in manchen Gegenden ganze Pfanzen und Tierarten ausgerottet werden. Welche Schönheitswerte von Vernichtung bedroht find, zeigte Studienrat Dr. Klose in einem Vortrag mit Lichtbildern reizvoller Heimatlandschaften. Die neue Organisation aus dem Bolte heraus, die eine Ergänzung der staatlichen Organisation für Naturbentmal pflege fein will, soll durch Borlesungen und Ausflüge bessere Kenntnis der heimatlichen Natur vermitteln, die Wertschätzung der Naturdenkmäler fördern, Einsicht in die Notwendigkeit ihrer Erhaltung verbreiten. Sie soll auch Mittel aufbringen, gefähr dete Teile der heimatlichen Natur in öffentlichen Besitz zu überführen, wenn die Erhaltung aus gesundheitlichen und sozialen, wissenschaftlich- unterrichtlichen und heimatlichen Gründen wünschenswert ist. Opfer eines Paßfälschers. " Ueber die Notwendigkeit des Krieges" spricht Prof. Dr. Joh. m. Verweyen( Bonn) am Freitag, den 23. Juni, im Bürgersaal des Rathauses in der Ortsgruppe der Deutschen Friedensgesellschaft. Das freigewerkschaftliche Jugendkartell veranstaltet in der Nacht vom Sonnabend, den 24., zum Sonntag, den 25. Juni, in den Goſener Bergen eine Sonnenwendfeier. Beginn der Feier nachts 12 Uhr. Das Programm sieht Festrede, Musit, Gesang, Rezitationen, Sonnenwend. feuer vor. Alle jugendlichen Mitglieder der Gewerkschaften werden aufgefordert, sich an dieser Feier zu beteiligen. Das Feft soll eine Kundgebung für die Befreiung der Jugend, für Jugendschutz und Jugendrecht sein. Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. Ein wenig wärmer, zeitweise heiter, aber fehr beränderlich, bei mäßigen westlichen Winden, etwas Regen und Gewitterneigung. Ein lange gesuchter Süßftoffschwindler wurde jetzt endlich von der Kriminalpolizei unschädlich gemacht. Schon seit länger als einem Jahre suchte ein angeblicher Schokoladenreisender Geschäfte in GroßBerlin auf. Er legte aber weniger Wert auf die Abnahme von Schokolade, ließ vielmehr im Gespräch bald durchblicken, daß er auch Süßftoff habe. Die Geschäftsleute fauften ihm dann auch diesen angeblichen Süßstoff, den er in seinem Rucksack bei sich führte, zu hohen Preisen ab, ohne die Ware erst zu prüfen, weil sie sich auf die„ Originalpackung" der fleinen Tüten verließen. Ihre Kunden aber beschwerten sich bald, weil das Zeug zwar füß schmeckte, aber feinesmeas Süßstoff war. Die„ Originaltüten" enthielten lediglich Zuckerftückchen in Kristallform. Der Schwindler war nicht zu fassen, bis es jetzt endlich der Kriminalpolizei gelang, den Drucker zu ermitteln, der vor mehr als einem Jahr eine große Menge fleiner Tüten mit dem Aufdruck hergestellt hatte. Als sein Auftraggeber wurde jegt ein Reisender Paul Kirsch aus der Müllerstraße festgestellt. In seiner Wohnung fanden und beschlagnahmten die Be amten noch viele Tüten, die zum Teil noch leer, zum Teil schon Eine neue deutsche Hilfsexpedition in Petersburg. Die am 17. Juni von Stettin ausgereifte neue Hilfsexpedition des Deutschen Roten Kreuzes unter Führung von Dr. Sergius Breuer für Südrußland mit Medikamenten und Verbandmitteln mit Kristallzuder gefüllt waren. Kirsch wurde verhaftet 11. Deutscher Gewerkschaftskongreß. Leipzig, 22. Juni.( Eig. Drahtbericht.) Der Versuchung erlegen ist der ehemalige Postbote Schnöll, ber gestern wegen Bestechung, Beihilfe zur Urfundenfälschung und Berlegung des Briefgeheimnisses vor der Straffammer des Landgerichts I stand. Der Angeklagte war als Briefträger bei der Hauptpost beschäftigt. Als solcher hatte er auch täglich die Briefe an das in einem Hause der Poststraße belegene a meritanische Konzu übernehmen, daß alle Schlichtungsmöglichkeiten ohne Eintritt sulat zu besorgen. An ihn machte sich im November 1921 ein Der Entwurf eines ArbeitsDer Rongreß hat heute seinen Höhepunkt überschritten. Das in Arbeitskämpfe erschöpft werden. nach Stellung von 50 000 m. als Raution flüchtig gewordener Kaufmann Maas, der sich mit Paßschiebereien beschäftigte, heran und Referat des Genoffen Prof. Dr. Sinzheimer über das zukünftige Ar- nachweisgesetzes befremdet sowohl durch den bureaukratischen Aufschlug ihm vor, einen aus Leipzig erwarteten, an das amerikanische beitsrecht war ein Ereignis, wenn man will, ein Erlebnis. Noch Meldepflicht und Ueberführung der nichtgewerblichen Arbeitsnachbau der Arbeitsnachweisbehörden als auch durch den Verzicht auf Konsulat gerichteten Brief zweds Einsichtnahme ihm auszuhändigen fein Redner hat so die Aufmerksamkeit des Kongresses gefunden und weise, insbesondere der Arbeitgeberverbände und Angestelltenorgani und bot ihm dafür 2000 M. Schnöll ging darauf ein und lieferte es ist nicht schwer zu sagen, daß auch in den nächsten Tagen fein fationen in den öffentlichen Arbeitsnachweis, und durch die völlig den Brief an Maas aus, der ihn vorsichtig öffnete, die darin ent- Referent mit solcher Aufmerksamkeit, solcher atemlosen Stille, so unverständliche Schonung der gewerbsmäßigen Stellenvermittlungen. haltenen Auskünfte änderte den Brief wieder zumachte und ihn dann ohne jeden Zwischenruf angehört werden wird. Da gibt es aller. Eine solche Regelung des Arbeitsnachweiswesens ist unvereinbar durch Schnöll bestellen ß. Dasselbe Spiel wiederholte sich ein tings nichts zum Dazwischenrufer keine Spur von einer Phrase, mit dem einheitlichen Gedanken des künftigen Arbeitsrechtes und ist zweites Mal. Als Maas zum dritten Male an den Angeklagten wie sie seit Tagen schon von den„ Größen" des Kongresses hundert daher abzulehnen. herantrat und ihm 2000 m. bot, fonnte dieser die Bitte nicht er- mal mit Donnerstimme in den Saal gebrüllt wird. Sinzheimers eit gewrblicher Arbeiter sowie der Angestellten lassen das BeDie vorgelegten Gefeßentwürfe zur Regelung der Arbeitsfüllen, weil er inzwischen ein anderes Bestellrevier erhalten hatte. Er erklärte sich aber bereit, seinen Nachfolger im Revier, den Bost- Referat war in jeder Beziehung hieb- und stichfest. Mancher, der streben erkennen, die Arbeitszeitregelung für die verschiedenen Arboten Mattern, für die Sache zu gewinnen. Er bot dieſem 1000 m., Karl Marg totgesagt hat, wird erkennen müssen, daß er immer noch beitnehmerkreise zu fpezialisieren und zu differenzieren. Vor allem Mattern lehnte aber ab und meldete die Sache seinem Borgesetzten. lebt. Das Referat war nicht nur eine rhetorische Meisterleistung, wird in diesen Entwürfen der gesetzliche Achtstundentag durch ein R.-A. Halbmeyer bat für den unbestraften Angeklagten um es war mehr. Es war ein ernster Ausflug in die ersten Anfänge wahres System von Ausnahmen derart durchlöchert, daß eine milde Strafe, da er doch nur das Opfer der Berfühbes Arbeitsrechtes und zugleich ein fühner Sprung in die Zukunft, die achtstündige Arbeitszeit felbft zur Ausnahme werden wird. Der rungsfünfte des Maas geworden sei. Das Gericht verurteilte gewagt nicht auf dem auf Hoffnungen und Versprechungen gestützten Rongreß erhebt gegen diefe Art von Gesetzgebung den entschiedensten den Angeklagten mit Rücksicht darauf, daß durch solche Berschwankenden Sprungbrett, sondern auf dem festen Bollwert, das Widerspruch und fordert ein einheitliches Gesez für alle Arbeittrauensbrüche das Vertrauen zur Sicherheit der unerschütterlich verankert ist in wissenschaftlicher Erkenntnis. Bon zeit anerkennt. Unter besonderer Boraussetzung ist für bestimmte nehmer, das den Achtstundentag als 5) ö ch st maß der TagesarbeitsPostbestellungen und auch der Ruf der Post im Auslande er: hier aus geht die Fahrt in die Zukunft, zu dem Ziel, das Genosse Berufe eine fürzere Arbeitszeit gefeßlich festzulegen. Ueberarbeit schüttert wird, zu 1 Jahr 5 Monaten Gefängnis unter Sinzheimer mit verblüffender Klarheit zeichnete. Dort steht neber darf nur zulässig fein, soweit die Verbände der Arbeitnehmer und Anrechnung von 5 Monaten Untersuchungshaft. dem Unternehmer der freie Arbeiter als Mitverwalter der Wirt- Arbeitgeber sich darüber vorerst tariflich verständigen. schaft- der Nachfolger des Sklaven und Leibeigenen von ehegestern. Der Gewerkschaftstongreß warnt dringend auf Welch eine gewaltige Entwicklung! diesem Wege der Arbeitsgefeßgebung fortzuschreiten, der sich von dem Ziel eines zeitgemäßen und einheitlichen Arbeitsrechtes weit entfernt und schwere Konflikte mit den Arbeiterorganisationen Die neuen Verkehrstarife. Mit der Erhöhung des Straßenbahntarifs von heute ab ist die Welle der Verkehrstariferhöhungen noch nicht abgeschlossen. Die Hochbahn wird mit dem 1. Juli der Tariferhöhung der Straßenbahn folgen. Noch liegt kein Beschluß über die neuen Preise vor. Bei der Omnibusgesellschaft wird die Erhöhung der Teilstrecken auf 4 und 5 und die Fahrt für eine ganze Strede auf 6 M. am 23. Juni in Kraft treten. Die Dame auf der Liebesjagd. = Kein Wunder, daß dieses Schlußbild den Kongreß zu stürmischem Beifall hinriß, bei dem es aber nicht sein Bewenden haben darf. Das Referat wird gedruckt werden und hinaus ins Land gehen. Möge die Arbeiterschaft daraus die Erkenntnis schöpfen, daß nicht mit ödem Geschimpfe und geistlosem Phrasengedresche die Zukunft erkämpft wird. Unser Ziel erreichen wir nur, wenn wir in ernster Arbeit bemüht find, das Arbeitsrecht so auszubauen, daß wir in ihm die wirtschaftliche Gleichberechtigung schaffen und die Arbeit auch vom letzten Reste der Jahrhunderte alten Sklavenketten befreien fönnen. Jetzt plätschern die trüben Wellen kommunistischer Kritik von der Rednertribüne hinab in den Gaal; aber sie können noch lange nicht die Woger: der Bewegung glätten, die das Referat Sinzheimers bei allen Teilnehmern des Kongresses mit Ausnahme einiger besonders hartgesottener Kommunisten hervorgerufen hat. 4. Verhandlungstag. Vormittagssitzung. helmer über„ Das zufünftige Arbeitsrecht" eröffnet. Der Kongreß Die Sizung wird mit dem Referat des Genossen Prof. Dr. Singzeigt den scharfpointierten Ausführungen Dr. Sinzheimers großes Interesse. Der Redner hatte die Grundgedanken seines Referats in ausführlichen Leitfäßen niedergelegt Eine Unglückliche, die ihre Freiheit nicht zu schäzen weiß, ist eine jezt 42jährige Näherin R., die feit anderthalb Jahrzehnten den Behörden viel Arbeit macht. Wenn sie sich auf Grund pfycho ferueller Störung an einem Mann festbeißt, hat dieser faum eine ruhige Stunde mehr. So ist es im Laufe der Jahre mehr als einem Mann, auch einem Rechtsanwalt und einem befannten Barlamentarier, ergangen. Haltlos pendelt die Krante zwischen Liebe und Haß einher, bereitet den bevorzugten Männern die größten Unannehmlichkeiten. Bor acht Jahren blieb nur die Ueberführung nach ber städtiſchen Irrenanſtalt Herzberge übrig. Die Aerzte bezeichneten die Kranke, die sonst sehr intelligent ist, als" Liebesper folgerin". Nach 6½ jähriger Internierung wurde die K. infolge ihrer flehentlichen Bitten auf Anordnung des Wohlfahrtsministeriums versuchsweise aus der Jrrenanstalt entlassen. Der neue, erheblich jüngere Bormund nahm sie bei seiner Mutter auf und gen ihre Stellungnahme zum verpflegte fie, obwohl gar keine Geldmittel vorhanden waren. Bald aber beglückte fie mit selbstverständlich unerwiderter Liebe den Vormund. Es tam zu den tollsten Szenen, auch wieder zu völlig aus der Luft gegriffenen Beschuldigungen, so daß die mitleidige Familie des Vormundes ganz verzweifelt war. Ein in solchen Sachen sehr erfahrener Arzt hat eine gewisse Operation angeregt, wozu aber die cinfichtslose Kranke nicht ihre Zustimmung gibt. Die Behörden suchen jetzt die Liebesverfolgerin, um fie erneut nach einer öffentlichen Irrenanstalt zu bringen. Da sie hier wohl auf Lebenszeit begraben wäre, foll beantragt werden, fie einer von zwei privaten Spezialanstalten für solche schwierigen Kranten nach Elmensalza in Thüringen oder nach Elberfeld zu überführen. Neue Platkartenregelung. Der Bundesvorstand und der Bundesausschuß des ADGB. brinArbeitsrecht in folgender Entschließung zum Ausdruď: Der 1. Rongreß der Gewerkschaften Deutschlands stimmt den Leitfäßen des Referenten Prof. Dr. Sinzheimer- Frankfurt a. M. zu den vorstehenden Tagesordnungspunkten im allgemeinen zu und fordert, daß Reichsregierung und die gefeßgebenden Körperschaften das neue Arbeitsrecht im Sinne der hier niedergelegten Grundfäße baldmöglichst verwirklichen. auslösen muß. Der Gewerkschaftstongreß appelliert an alle Gewerkschaften, an dem Aufbau eines neuen Arbeitsrechtes im Sinne der einleitend erwähnten Leitsäge mitzuwirken und erwartet von den Arbeitervertretern, daß alle gefeßgebenden Körperschaften feinem Gesehentwurfe zustimmen, der errungene Arbeiterrechte preisgibt oder den Aufbau eines einheitlichen und wirklich sozialen Arbeitsrechtes erschwert." Ergebnis der Lohnbewegung in den Reichsbetrieben. Bon der Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Eisenbahner Verbandes wird uns geschrieben: Die Berhandlungen zwischen den Gewerkschaften und der Regierung begannen am 20. Juni und brachten an diesem Tage das Ergebnis für die Beamten, das bereits durch die Presse bekanntReichsarbeiter festgesetzt. Die Erhöhung der Stundenlöhne geworden ist. Am gestrigen Tage wurden die Löhne für die beträgt in Lohnklasse I 3,70, II 3,60, III 3,60, IV 3,60, V 3,55, VI 3,50, VII 3,45. Diese Zuschläge tommen für alle Alterstlassen und auch für alle Ortsklassen in Frage. Weibliche Bedienstete erhalten 75 Proz. der Lohnsähe der Gruppe VII. Die Kinderzulage erfuhr eine Erhöhung um 20 Bf. die Stunde. Unsere Abficht, eine allgemeine Eisenbahner- Bersammlung einzuberufen, um zur Lohn- und Gehaltsbewegung Stellung zu nehmen, ist durch den raschen Abschluß der Bewegung überholt worden. Die geplante Versammlung findet also nicht statt. Kollegen! Es gilt, um unsere Kräfte zu sammeln, um die Borbereitung für eine neue Bewegung zu treffen, welche uns dem Ausgleich zwischen Preisverhältnis und Einkommen näher bringen muß. Die Ortsverwaltung Berlin des Deutsch. Eisenbahner- Berb. Berliner Abftriche. Das neue Arbeitsrecht soll die Einheit der Arbeitsgesetzgebung für alle Arbeiter, Angestellten und Beamten zum Ausdrud bringen und deshalb sowohl in einheitlichem Geifte aufgebaut, als auch unter einheitlicher Verwaltung geführt werden. Insbesondere schließt sich der Kongreß der Forderung des Vortragenden an, daß die Arbeitsgerichte unabhängig von den ordentlichen Gerichten in direktem Zufammenhange mit den Arbeiterbehörden und unter der DienstaufDie Ausgabe der Blazkarten für die von Berlin ausgehenden sicht des Reichsarbeitsministeriums errichtet werden. Bom Zentralverband der Angestellten wird uns geschrieben: Schnellzüge hat in der letzten Zeit, ab 1. Juni eine Aenderung er- Soweit bis zum Abschluß des Arbeitszeitgesetzbuches In den letzten Tagen erschienen in der Tagespreffe Mitteilungen, fahren, die eine Vereinfachung des bisherigen Verfahrens darstellen für einzelne Materien der Weg der Spezialgesetzgebung nicht zu nach denen der Etats ausschuß der Stadt Berlin an dem Etat der sollte. Infolge dieser Vereinfachung, mit der eine Ersparnis vermeiden ist, müssen diese Spezialgesetze den gleichen Grundsätzen Beamten 50 Millionen Mart, an dem Etat der Hilfskräfte 30 Milverbunden sein sollte und die in der Hauptsache darin bestand, daß sozialer 3wedfestsetzung und Selbstverwaltung entsprechen. lionen Mark gestrichen habe. Es wurde weiter berichtet, daß die vorgedruckten Blazkarten, die für jeden Play in jedem Wagen Der vorgelegte Gefeßentwurf des Reichsarbeitsministeriums er- in sehr vielen Dienststellen ein erheblicher Ueberschuß an Arbeitsnur einmal ausgestellt waren, nicht mehr gedruckt, sondern von scheint nicht geeignet, das fünftige Einheitsarbeitsrecht anzu- Präften, besonders an Hilfskräften, vorhanden sei. Fall zu Fall auf Grund einer zu führenden Lauffarte für den bahnen. Sie sind vom bureaukratischen Verwaltungsgeifte getragen Wenn man berücksichtigt, daß die Zahl der Hilfskräfte der der Bug ausgestellt werden sollten. Jeder einzelne Blakkarten- und suchen die freie Betätigung durch Zwangseingriffe der Behörden Beamten weit nachsteht, ergibt sich daraus, daß besonders mit der Dies entspricht Derfauf mußte also einer Zentralstelle gemeldet und die Bergebung zu erstiden. Hilfsangestelltenfchaft aufgeräumt werden wird. der Karte besonders vermerkt werden. Dieses bereits vor dem Der dem Reichstag vorgelegte Entwurf einer Schlichtungs- durchaus den Bestrebungen, die wir seit einiger Zeit beim Magistrat Kriege gebräuchliche Verfahren hat jedoch seit dem 1. Juni derartig ordnung ist geeignet, das Koalitionsrecht der Arbeitnehmer durch Berlin beobachten tönnen und die darauf hinauslaufen, den freien riele Reflamationen zur Folge gehabt, daß die Eisenbahnverwaltung Schlichtungszwang und Haftungsbedrohung zu unterbinden. Arbeitnehmer aus den Dienststellen des Magistrats zu verdrängen für die Ausgabe der Plagfarten ab 24. d. M. wieder zu dem bis. Der Kongreß lehnt jeden Zwang zur Anrufung der Schlichtungs- und an deren Stelle Beamte zu jezen. Ob dies der Allgemeinheit herigen Berfahren zurückkehren will, bei dem für jeden Zug einel inftanzen ab, da die Gewerkschaften wenig willens sind, die Gewähr 1 zum Borteil gereicht, wagen wir sehr zu bezweifeln. Wenn dem Etatsausschuß von den Magiftratsvertretern weiter berichtet worden ist, daß in verschiedenen Bezirksämtern noch eine erhebliche Zahs von Hilfskräften arbeitslos herumfigt, so heißt das doch, Tatsachen auf den Kopf stellen. Es ist festgestellt, daß die meisten Bezirksämter in der legten Zeit gezwungen waren, infolge Mangel an ständigen Hilfskräften, in größerer Zahl Angestellte auf tägliche Kündigung einzustellen. in einzelnen Bezirksämtern, genau so wie in Kriegszeiten, lange Im Herbst vorigen Jahres wurde so rapide abgebaut, daß sich Bolonäsen von Personen bildeten, die in irgendeiner Dienststelle des Bezirksamtes abgefertigt werden wollten. Wir sind gern bereit, dem Magistrat und dem Etatsausschuß mit Beispielen, wie gespart werden könnte, an die Hand zu gehen. Wir können uns 3. B. sehr gut vorstellen, daß die in Frage fommenden Magistratsstellen angewiesen werden, nicht mit jeder Kleinigkeit zum Schlichtungsausschusses und Demobilmachungstommissar zu laufen, wo dann festgestellt wird, daß man sich in sehr vielen Sachen in einer direkten Verhandlung schnell hätte einigen können. Korbmöbell kaufen Sie am vorteilhaftesten dir. b. Hersteller A. Lesdau Werkstätten für fein.Korbmöbel Fernsprecher: Neukölln 1759. Patente wirken verwerten Ing.Jaeger& Dr. Breslauer Berlin, Gitschiner Straße 105c. Broschüre und Beratung gratis. Gold Silber Ausstell, und Verkauf nur Platin Neukölln, Anzengruberstraße 20. Metallbetten -Bruch Zahngebisse Erich Fuhrmann Stahlmatratz., Kinderbetten dir. an Priv. Gotzkowskystr.13 Kat. 30A frei. Eisenmöbelfabr. Suhl Thür. Der Streik im Malergewerbe. fehr feinen Betrieben zu rechnen haben, durch Softbaritätsbezeu Streit beschlossen haben, sind sie am Mittwoch mit seltener EinNachdem die Maler in der Dienstagmittagversammlung den gungen zu unterstützen. Die Streifleitung. mütigkeit diesem Beschluß gefolgt. Der Streit betrifft allerdings Transportarbeiterverband angeschloffenen Arbeiter im EisengroßEinigung im Eisen- und Eisenwaren- Großhandel. Die dem nur Bau- und Stubenmaler. Maler, die beim Film be- handel, den Eisen- und Eisenwarengeschäften, nahmen am Mittwochschäftigt sind, ferner Theater- und Bühnenmaler, Maler in Waren- abend in der Bockbrauerei Stellung zu dem Resultat der Lohnverund Kaufhäusern, Küchenmöbel- und sonstigen Möbelfabriken, in der dem Kollektivvertrag in der Metallindustrie unterstehen, werden da- ten die Arbeitgeber zuerst nicht mehr als eine Zulage von 10 Proz Karosserie- und Geldschrankbranche sowie in allen Betrieben, die handlungen mit den Arbeitgebern. Der Bericht wurde vom Branchenberater Kohlschmidt gegeben. Wie der Redner ausführte, wollvon nicht berührt. Außerdem ist die Arbeitserlaubnis erteilt im zugestehen. Endlich erhöhten sie das Angebot auf rund 14 Broz, sozialen Baubetriebe( Malereigenossenschaft), jedoch unter der Bedingung, daß jede Zunahme der Arbeit der Nachprüfung der o daß nach diesem Zuschlag die bisherigen Löhne von 1020 - 975 und 960 auf rund 1160-11401110 und 1090 m. Streißleitung unterliegt. Die Maler in den vorhergenannten Betrieben dürfen selbstverständlich Baumalerarbeiten über ihren bis- steigen. Das Abkommen soll für Juni gelten. Die anschließende Diskussion hatte zum Ergebnis, daß das Anherigen Umfang hinaus nicht ausführen. Um zwiftigkeiten darüber zu vermeiden, werden Legitimationen von der Streitleitung herausgegeben. 1000 gebot der Arbeitgeber mit großer Mehrheit angenommen wurde. Wir bitten alle Bauhandwerker sowie die gesamte Arbeiter- Berantw. für den redakt. Teil: Franz Alühs, Berlin- Lichterfelde; für Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: schaft, uns in diesem Kampf, der erschwert wird, weil wir nur mit Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3. 30 Drum prüfe, wer sich ewig bindet! Als Selbsthersteller liefere ich in Qualität und Preis einzig dastehend Trauring 1 Ring Dukatengold v... M. 250.- an D.R.G.M. 1 Ring 585 gestempelt v. M. 200.- an 1 Ring 333 gestempelt v. M. 100.- an H.Wiese, Juwelier Berlin, Passauer Str. 12 N, Artilleriestr. 30 W, Ausführliche Preisliste nach außerhalb gegen Rückporto. Garantieschein für gesetzlichen Goldinhalt. Kinderwagen Bettfedern Korbmöbel 10 000 Mk. f. Borwärtsstreb. und Metall- Bettstellen Fürst, Erfinder Neukölln, Auftt. Anreg., g. BerHermann Ein neuer Gelst. dienstm. biet. Bosch, Str. 38 gat. b. F. Erdmann& Co. Ecke Mahlower Straße. u. Fabrikpreise. Lieferung in Neukölln und angrenzende Gegend frei Haus. Fabr. f. 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