Mr.295 39.Jahrgang Ausgabe B Nr. 145 Bezugspreis: Bterteljährl. 150.-M., monatl. 50,-99 frei ins Haus, voraus zahlbar. Bost bezug: Monatlich 50,-, einschl. 8u stellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- u Memel gebiet, sowie Oesterreich u. Luxemburg 84 M für das übrige Ausland 102, M. Boftbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Estland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luremburg, Defterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowatei und Ungarn. Der Borwärts" mit der Sonntagsbeilage Bolt und geit", der Unter haltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Gonn tags und Montags einmal. Telegramm- Abreffe: Sozialdemokrat Berlin Abend- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 1 Mark Anzeigenpreis: Die etnfpaltige Nonparellegetfe toftet 16,-202- Reflamezeile 80,- M. AleineAnzeigen" das fettgedruckte Wort 4, M.( zulässig zwei fettge brudte Worte), jedes weitere Wort 8,-. 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Der Täter fuhr im Auto nebenher und sanfte nach vollbrachter Tat weiter. Von einem Augenzeugen werden uns über das Attentat| tage. Er biffe aber, die Erregung zu meiffern und Tatlich- Entrüstung erregte allein der Umstand, daß Scheidemann auf folgende Einzelheiten mitgeteilt: 2lls Dr. Rathenau heute vor- feiten im Saale zu unterlassen. den Attentäter geschossen und dadurch sein Leben gerettet miffag 11 Uhr fein Automobil vor feinem Hause in der Gegen 12,30 erschienen zwei gut getteidete, mit hatte. Und ähnlich ber Chor der übrigen deutschnationalen Königsallee im Grunewald bestiegen hatte, näherte sich von Kriegsauszeichnungen geschmüdte Jünglinge im Reichs- Bresse. Und dies nennt man dann„ Dom Mord abrüden". der entgegengesetzten Seite ein elegantes schwarzladiertes tag und warfen zwei große Blumenbuketts mit schwarz- Wir nennen es: zu neuen Mordtaten aufreizen. Privatautomobil, das den Wagen des Ministers bis zur weißroter Schleife in die Wandelhalle. Sie wurden An der Verantwortlichkeit für den Mord fann fein Königsallee, Ede Wallofstraße, verfolgte. Hier überholte das durch das tatkräftige Eingreifen unferer Genoffen fofort 3weifel fein. Aber es handelt sich im Augenblick um viel Privatautomobil, in dem sich drei Leute mit dunklen Brillen verhaftet. schwerere, ernstene Dinge. Es handelt sich um die Frage, ob befanden, das Automobil des Ministers. In demselben dieser Mord nicht den Auftatt zu noch ganz anAugenblid, als das Auto in die Wallotstraße einbog, erhob deren Ereignissen bedeutet. Vor furzer Zeit verfich einer der bebrillten Leute und warf eine Handgranate in das Auto des Ministers. Die Granate exploBartholomäusnacht" eine Warmung. In dieser Wardierte, Rathenau richtete sich einen Augenblick auf und brach Das Reichstabinett i fofort nach Bekanntwerden der nung hieß es: dann zusammen. Es wurden dann noch 10 Schüsse ruchlofen Tat zu einer Sigung im Reichstage zufammengetreten, an auf den Außenminiffer abgegeben. Der Chauffeur fuhr mit der auch der Reichspräsident und der Preußische Midem sterbenden Minister sofort in deffen Wohnung zurüd, nisterpräsident teilnahmen. Der Reichstanzler widmete dem während einige Paffanten die Verfolgung des flüchtigen Autos ermordeten Ministerfollegen Worte des verehrungsvollsten Dankes aufnahmen. für die Aufopferung und die frene Arbeit, die der Tote zuerst als Reichsminiffer des Wiederaufbanes und dann als Reichsminister des Aeußern dem Baterlande geleistet hat. Der Eindruck im Reichstag. Der Sozialdemokratische Barlamentsdienst" berichtet: " Schärfste Maßnahmen der Regierung. öffentlichte die Freiheit unter der Ueberschrift Bor einer In der Johannisnacht werden die gesamten Berbände thre letzten Parolen erhalten. Seid auf der Hut! Augen auf, es geht ums ganze! Das Gemetzel und Blutvergießen wird schwerer als im Januar 1919. Ohne Erbarmen geht diesmal die Militärpartei gegen die Führer der linksstehenden Parteien vor. Die Ermordung Rathenaus genau zu dem angegebenen Datum ist eine unheimliche Bestätigung dieser Warnung, von der wir nach der Lage nicht mehr annehmen können, daß sie auf Zufall beruht. Soeben geht uns die Meldung zu, daß heute früh Escherich mit seinem gesamten Stab in Berlin eingetroffen sei. 3met Stumben später war Rathenau eine Leiche. Zufall? Es wäre leichtsinnig, diese Frage furzerhand zu bejahen. Das Kabinett trat fodann in eine Beratung der durch den Morb Der Reichstanzler brachte die Nachricht in den Reichstag von der Ermordung des Außenministers Dr. Scharfbeleuchteten inner politischen Lage ein. Da an dem Rathenau. Die Ausschüsse unterbrachen sofort ihre politischen Charakter der Tat jeder Zweifel ausgefchloffen ist, wird Sigungen. Im Hauptausschuß frat unmittelbar nach dem das Kabinett noch heute die schärften Maßregeln befchließen, Eintreffen der Nachricht der Abgeordnete Genoffe Bernstein um die Republik und ihr durch organisierte Verschwörungen bedrohten auf den Abgeordneten Helfferich zu und erklärte ihm, die Einrichtungen zu schützen. Aber auch noch andere Zusammenhänge tauchen auf: Mordtat sei eine unmittelbare Folge seiner geftrigen Die monarchistischen und nationalistischen Kundgebungen, die Hetrede. Auch in anderen Ausschüssen und auf den korrimilitärischen Paraden und Regimentsfeiern, die doren wurden deutschnationale Abgeordnete von Mitgliedern gerade in letzter Zeit einen besonderen Häufigkeitsgrad er der Linken als die geistigen Urheber der Tat bezeichnet. In reicht haben, treten nun wieder in ganz besonderer Bedeutung der Wandelhalle des Reichstages herrscht eine ungeheure Der in Leipzig tagende Gewerkschaftstongreß der Monarchistenrummel in München, die Bombenanschläge vor Augen. Die Hindenburgreife nach Ostpreußen, Aufregung. Abgeordnete und Minifter stehen in Gruppen bei- nahm mit größter Entrüftung von der Ermordung Rathenaus in Hamburg, die Attentate auf die schwarzrotgoldene einander und erörtern die Bedeutung dieses neuen furchtbaren Kenntnis. Alle Redner verlangten die schärfften Maß- Fahne, das Attentat auf Scheidemann, das sind die politischen Mordes. Die heutige Plenarjihung wird ver- nahmen der Regierung. Der kongreß wird noch im Ereignisse, die die allerengste Umrahmung zu der Mordtat an muflich ausfallen müffen, da es undentbar scheint, in Berlauf der nächsten Stunden Beschlüffe über die Ma- Walter Rathenau bilden. Hier ist oft genug warnend auf dieser Erregung eine geordnete Sigung abhalten zu fönnen. nahmen der Gewertschaften, die sich aus dieser diese Dinge hingewiesen worden. Im Preußischen Landtag Der deutschnationale Führer Hergt, dem„ Mörder" zuge- Tat ergeben, zum kampfe gegen die Reaktion diese Dinge hingewiesen worden. Im Preußischen Landtag rufen wurde, hat das Reichstagsgebäude verlassen. Helfferich hat sich unter dem Schuh eines Boten und eines Hausmeisters, deffen deutschnationale Gesinnung aus abfälligen Aeußerungen über die Sozialdemokratie, die heutige Regierung noch insbesondere den Reichstagspräsident Cöbe bekannt ist und den fich der Reichstagspräsident einmal etwas genauer ansehen sollte, in einem entlegenen Teil des Gebäudes zurückgezogen. Appell des Gewerkschaftskongresses. treffen. Die Erregung im Landtag. Kampfe gegen die fich immer frecher gebärdende Reaktion Von der Regierung verlangen wir, daß sie im die Führung ergreift und unverzügliche Maße nahmen trifft, die einen wirksamen Schutz der Republik und ihrer führenden Männer gewährleisten. Es find Maßnahmen notwendig, aus denen flar hervorgeht, daß die demokratische Freiheit nicht die Freiheit für Mörder und ihre Helfershelfer bedeutet, nicht die Freiheit, durch Komplott und Attentat die Republit zu Tode zu hetzen. haben noch vor wenigen Tagen der Ministerpräsident Braun und der Innenminister Severing mit nachdrücklichen Worten auf die bevorstehenden Gefahren der nächsten Tage hingewiesen und der nationalistischen Rechten die Im Preußischen Landtag traf die Nachricht von der Er Folgen ihrer Handlungsweise vor Augen gestellt. Die Antmordung Rathenaus während der Vormittagsfizung ein und wort ist das Attentat auf Rathenau. erregte ebenfalls ungeheure Aufregung. Die Sigung wurde Die Situation ist ungeheuer ernst. Die auf eine Stunde unterbrochen. Nach Wiedereintritt in die Arbeiterschaft muß auf alles vorbereitet sein. Schon die Tagesordnung gab zunächst Präsident Leinert in einer Er nächsten Stunden und Tage fönnen Ereignisse von ungeAuch in den Kreisen des Zentrums und der Demo- flärung der tiefen Entrüftung des Landtages über die Tat heurer Tragweite bringen. Die Barole lautet: Auf die Praten herricht eine ungeheure Erbitterung Ausdrud. Ihm schloß sich in einer Erklärung für die sozial- Schanzen! Bollfie Rampfbereitschaft gegen Zentrumsabgeordnete bezeichnen die Ermordung Rathenaus als das unmittelbare Echo auf die gestrige verbrecherische Rede demokratische Fraktion Genoffe Heilman n an, es folgten bie Reaktion! An dem eisernen Willen der ArbeiterHelfferichs. Selbst Männer aus den Mittelparteien nationale Wintler auch seinerseits die Frechheit besaß, für der Reaktion zuschanden werden. Bertreter der übrigen Parteien. Als jedoch der Deutsch schaft müssen und werden auch diesmal die Machenschaften des Reichstages, die von ruhigem Temperament find, erklären, seine Fraktion eine Erklärung abgeben zu wollen, wurde er daß man Helfferich als Schutten und Mörder an- durch die allgemeine Empörung gezwungen, abzutreten fprechen müffe. Es ist zur Stunde im Reichstage Pein deutsch nationales Mitglied mehr sichtbar. Das zweite Opfer. Alle haben das Gebäude schnellstens verlassen, weil sie sich dem Zorn und der Empörung der anderen Abgeordneten nicht ausHelfferich hetzt- Erzberger wird ermordet. zusetzen wagten. Helfferich hetzt- Rathenau wird ermordet. Unheimlich nahe stehen die Begriffe Deutschnational und Meuchelmord beieinander. Der Vizekanzler a. D. Helffe Um 14 nach 12 Uhr betrat der Abgeordnete Roeside rich, der einst um sein eigenes teures Leben in Moskau fo beden Reichstagsfaal. Einige Abgeordnete der Cinfen traten sorgt war, hält heherische Reden, und kurz darauf fallen die Die Folgen des Attentats find zurzeit unübersehbar, ihm mit dem Ruf„ 3hr Mörder bande" entgegen. Zwi- Schüsse oder trepieren die Handgranaten eines Mordbuben, innenpolitisch und außenpolitisch. Außenpolitisch werden schen ihm und fie ftellte fich der volksparteiliche Abgeordnete von dem dann Herr Helfferich mit den Seinen fein forrekt und sie zum schwersten Schaden Deutschlands gereichen, den unver v. Brüninghaus. Es entspann sich ein Wortgefecht, in säuberlich abrückt. Was können sie dafür? föhnlichen Feinden Deutschlands Wasser auf die Mühlen leiten dem Abgeordneter Stampfer auf die begreifliche Aufregung Wiederum flagen wir die Deutsch nationalen und ihnen neue Argumente für ihre Vernichtungspolis der Abgeordneten hinwies. Herr v. Brüninghaus begann des Mordes an. Wenn noch irgendein Zweifel an der tit Deutschland gegenüber in die Hand spielen. Das vers feine Erwiderung mit den Worten: 3ch finde es fo- moralischen Urheberschaft dieser Partei, an ihrer ständige Ausland sollte allerdings gerade aus dieser Tat einmisch," worauf ihm lebhaft zugerufen wurde:„ An dieser Verantwortlichkeit für die nicht abreißende Kette der fehen, wie unberechtigt ein Mißtrauen der Regierung und der Situation ist nichts komisch". Einige Abgeordnete, die die Meuchelmorde bestanden hätte, so hat ihr Verhalten nach dem Parteiführern gegenüber ist, die ihr Eintreten für VerständiWorte des Herrn v. Brüninghaus gehört und auf den Mord Scheidemann Attentat den vollgültigen Beweis er- gung und Erfüllungspolitik mit dem Leben bezahlen. an Rathenau bezogen hatten, stürzten fich in großer Erregung bracht. Heute sind es drei Wochen her, daß aus einem Ballon Die Republik ist jedenfalls um einen Kopf fürzer gemacht auf Brüninghaus und warfen ihn aus dem Saal die Blausäure gegen den Genossen Scheidemann gespritzt worden- und um einen sehr bedeutenden Kopf. Er war eine Das gleiche Schicfal widerfuhr dem volksparteilichen Abge- wurde, und heute sind es drei Wochen her, daß diese ruch Bersönlichkeit von einem Ausmaß, wie wir nur ganz wenige ordneten v. Schoch, der Brüninghaus zu Hilfe fommen lose Tat die" Deutsche Tageszeitung" in einem Artikel in Deutschland befigen. Er war ein Mann, der in seinen wollfe. Roefide war inzwischen verschwunden. Nach einigen behandelt wurde, der die Ueberschrift trug" Der Mord Konferenzen mit englischen Staatsmännern oft genug gezeigt Minuten erschien Präsident Loebe und erklärte, die Sigung mit der Instiersprize". Die" Deutsche Tageszeitung" hat, daß er ein befähigter Sachwalter der deutschen Interessen tönne noch nicht stattfinden, da der Aeltestenausschuß noch fand das Attentat amüsant" und komisch". Ihre war, vor dessen Einsicht und Urteilsfähigkeit auch das Ausland Erregte Szenen. $ Respekt hatte. Ein paar fümmerliche Fanatiker, deren geistige Fähigkeit zu denen eines Rathenau etwa wie die eines Gorilla zu denen eines Menschen stehen mögen, haben mit robusten Handgranaten ein fein organisiertes Hirn vernichtet. Jener allbeutsche Rowdy- Geist hat einen fläglichen Triumph errungen, der sich in den Versen austobte: Knallt ab den Walter Rathenau die gottverdammte Judensau. der Demokratie triumphieren. Rathenaus außenpolitsches Wirken. und geschickte Rede, in der er sich zu der Erfüllungspolitik bekannte, ermordet set. Der junge Mann legitimierte sich als ein gewisser machte in der gesamten Welt außerordentlich starken Eindruck. Die Flasch und berief sich auf die Bekanntschaft des deutschnationalen erste Tat Rathenaus als Wiederaufbauminister war das Wies Abgeordneter General v. Gallwig. v. Gallwitz, der sofort erbadener Sachleistungsabkommen, das eine entschiedene schien, bestätigte, daß der Festgenommene ein Herr Flesch ist. Er Erleichterung gegenüber dem Londoner Ultimatum und zugleich eine fagte, er habe diesen Herrn, der einen gutpatriotischen Eindruck auf Rückversicherung gegenüber dem drohenden Gespenst der Arbeits- ihn gemacht habe, öfter Tribünenfarten besorgt. Gallwitz gab seiner Tofigkeit bedeutete. Dieses Abkommen wurde sofort von den Meinung dahin Ausdruck, daß das Attentat auf Rathenau und das Rechtsparteien unter Führung der Schwerindustrie wüst befämpft Unterbringen eines Blumenstraußes für Dr. Helfferich ein unund gab Anlaß zu der jüngsten Reichstagsdebatte und den Hezreden glüdliches Zusammentreffen seien. des Agb. Reichert. Es wurde erst gestern abend vom Reichstag gegen die Rechtsparteien angenommen. Verfolgung der Mörder. Hindenburg in Potsdam. Der alldeutsche Ungeist, der nur in Herostratenmanier zu vernichten mag, hat einen„ Sieg" errungen. Es wird ein furzlebiger Sieg fein, dafür wollen und werden die Arbeiter Deutschlands sorgen. Ueber den Ungeist des brutalen MeuchelRathenau mar eingeschriebenes Mitglied der Demokratischen Eine von der Kriminalpolizei gebildete Mordkommission hat mordes, über den Ungeist der nationalunkischen Gewalttat Partei. Als diese bei der Oberschlesischen Entscheidung des Völker- fofort die Verfolgung des Täters übernommen, nachdem wird der Geist der Freiheit, der Selbst bestimmung, fügte er sich aus Disziplin dem Beschluß der Fraktion, obwohl er Attentat das Auto des Täters verfolgt hatten. bundrats aus der Regierung Wirth austreten zu müssen glaubte, bereits Radfahrstreifen der Schuhpolizei unmittelbar nach dem Der Kampf muß nach festem Plan und mit eiferner feine 3wed: ofigkeit erkannte. Doch war die Zeit, in der er außer- Der Polizeipräsident Richter, der Chef der Kriminalpolizei, Energie geführt werden. Keine fopflofen Sonderaktionen! halb der Regierung wirkte, für Deutschland besonders segensreich. Oberregierungsrat Hoppe und fein Vertreter, Regierungsrat Sondern eiserner 3usammenschluß und eisern Er fuhr als offiziöser Beauftragter des Reichskabinetts nach Lon- Hagemann, haben sich mit einem Stabe von Kriminalbeamten entschlossenes Handeln! don, wo er durch Verhandlungen mit Loyd George, Horne und an den Ort des Attentats auf den Reichsminister Rathenau begeben, der Bank von England jene Erklärungen erreichte, die den An- um dort persönlich die ersten kriminalpolizeilichen Feststellungen zu fang der Revision des Reparationsultimatums bedeuteten. machen. Die weiteren Ermittlungen werden in Gemeinschaft mit Sodann fuhr er, auf besonderen Wunsch von Lloyd George, nach der Abteilung Ia geführt. Für die Ergreifung der Täter Bereits während des Krieges hatte Dr. Rathenau als in Cannes, wo seine Ausführungen starten Eindruck auf die Alliier- wird eine außergewöhnlich hohe Belohnung in Kürze ausgeseht reger und Schöpfer der Kriegsrohstoffabteilung des ten machten. Der Sturz Briands unterbrach damals vorübergehend werden. Kriegsministeriums mehr Verständnis für die tatsächliche Lage diese günstige Entwicklung. Doch fand die in Cannes beschloffene Deutschlands gezeigt als sämtliche zuständigen" kaiserlichen In- Konferenz von Genu a troh Poincaré doch statt. Rathenau, der stanzen zusammengenommen, die sich nur auf einen zehnwöchigen inzwischen auf allgemeinen Wunsch aller Koalitionsparteien in die Weltkrieg eingestellt hatten. Im weiteren Verlaufe der Kriegsjahre Regierung wieder eingetreten war, nunmehr als Außenminister, fegte er sich in wiederholten viel beachteten Auffäßen des„ Berliner fpielte er in Genua eine hervorragende Rolle. Der RaTageblatts" und der" Bossischen Zeitung" für vernünftige Kriegs- pallo- Bertrag brachte zwar einige Berstimmung, zumal verschiedene ziele ein und bekämpfte mit Sachlichkeit und Geschid die wahn- Regiefehler deutscherseits geschehen waren, aber nach kurzer Zeit wizige Politik der Annexionisten und U- Boot- Kriegler, in der er, war es Rathenau und Wirth durch ihr offenes Auftreten gelungen, im Gegensatz zu dem Stinnes Flügel der Schwerindustrie, die Sympathie aller Teilnehmer, mit Ausnahme der Franzosen, die Ursachen des kommenden Verderbens erblickte. Wie sehr er da- wieder zu erlangen. Und so tam es, daß in der Schlußsizung von bei von rein vaterländischen Motiven getrieben wurde, mag man Genua die Rede Rathenaus, die mit einem pathetischen Appell aus der Tatsache erkennen, daß er im Herbst 1918, als alles ver- an den Frieden zwischen den Bölkern schloß, begeisterten Toren war, die ,, levée en masse" in einem Artikel der Bossischen und minuten langen Applaus der meisten Delegierten Beitung" zu propagieren versuchte. Doch war dieser Vorschlag so und Presseberichterstatter entfesselte. offenkundig durch die Ereignisse überholt, da sogar die Oberste Heeresleitung mit Ludendorff an der Spize einen sofortigen Waffenstillstand für unerläßlich erklärte, da er auch bei den Rechtsparteien steptisch aufgenommen wurde. Nach der Revolution zeigte Rathenau im Gegensatz zu den meisten Führern der Wirtschaft hier ein Verständnis für die Forderungen der Arbeitnehmerschaft. Innerhalb seines eigenen Unternehmens, der AEG., nahm er wiederholt als Referent das Wort in großen Arbeiterversammlungen, bei allen Lohn- und sonstigen Ronflitten wirfte er, oft zum Entfehen seiner Direktoren, für ein weitgehendes Entgegenkommen. Vor allem nahm er in der SDzialisierungsfrage eine Haltung ein, die ihm bei den meisten anderen Kapitalisten verdächtig erscheinen ließ. Als Mitglied der Sozialisierungsfommission fegte er sich für den Silberbergschen Vorschlag der Sozialisierung des Rohlenbergbaues ein. Als Sachverständiger der deutschen Delegation in Spa spielte er bei den dortigen Berhandlungen eine entscheidende Rolle. Ihm ist es in erster Linie zu verdanken, wenn nicht schon damals die Ratastrophenpolitik der Deutschnationalen und der StinnesFlügel der Schwerindustrie triumphierte und die Besetzung des Ruhrgebiets erfolgte. In legter Stunde gelang es ihm das mals mit Dernburg, Melchior und Bonn den bereits im umgekehrten Sinne beeinflußten Minister Dr. Simons von der Berderblichkeit Dieser Politik zu überzeugen. Von dieser Zeit besonders datiert der unerbittliche Haß der Rechtsparteien gegen ihn. Seine jüdische Abstammung, zu der er sich, im Gegensaß zu manchem Wirtschaftsführer, immer mit Stolz bekannte, tam der Hezze der Deutschnationalen und ganz bejonders ihrem völlischen Flügel zugute. Als die Politik der bürgerlichen Regierung Fehrenbach- Simons im Mai 1921 totalen Schiffbruch erlitt und mit demselben Unheil zu enden drohte, das er in Spa noch knapp abgewehrt hatte, da sprang er mit der Sozialdemokratie, dem Zentrum und einem Teil der Demokraten mutig in die Bresche und nahm in schwerster Stunde den Posten des Wiederaufbauminister an. Eine tapfere Blühende Wiesen. Bon Erna Büsing. Blühende Wiesen! In leichten Wellen trägt lauer Wind ihren würzigen Duft. Von ihm ist die Luft schwer, man schmeckt sie förmlich. Im Grafe leuchten die Blumen, farbgewordene Sonnenfüsse. Im anmutigen Muster verschönen sie das Grün zum Gebetsteppich für den Gläubigen, der niederknien will und auf das Gutseinwollen im Menschen hofft. In Potsdam ist Hindenburg eben eingetroffen. Er will mit dem Prinzen Eitel angeblich an einer Johannisfeier teilnehmen. Die Reichswehr zieht mit Musik durch die Straßen, der Schupokommandeur, im Schmuck aller Kriegsorden, läßt umfangreiche Absperrungen vornehmen. Die Potsdamer Arbeiter verlassen die Betriebe. Es herrscht größte Empörung. Escherich in Berlin. Bon zuverlässiger Seite wird uns mitgeteilt, daß zwei Stunden vor der Ermordung Rathenaus der bekannte Forstrat Escherich in Berlin mit einem großen Stabe von Führern der Orgesch Dieser Mann, der unter schwersten persönlichen Opfern in eingetroffen und im Hotel Kaiserhof" abgestiegen ist. Auf telein fritischer Stunde seine Kräfte in den Dienst des schwergeprüften phonische Anfrage wurde uns im Hotel Raiserhof" gesagt, daß deutschen Volkes gestellt hatte und dabei überraschend schnelle Escherich bereits wieder abgefahren sei, wohin, konnten wir und greifbare Erfolge erzielte, die nur der bornierte nicht erfahren. Die plötzliche Ankunft Escherichs berührt jedenfalls Fanatismus und der schlechte Glauben der Banebenso seltsam wie die plögliche Abreise nac, wenigen Stunden. terotteure des alten Regimes zu bestreiten wagen fonnten, ist nun unter den Mordgranaten deutsch nationaler Mord buben gefallen. Rathenau als Schriftsteller. England und die Monarchisten. Alles was wirklich deutsch fühlt, zieht heute in Ehrfurcht wood, ob der Premierminister über Mitteilungen oder Infor London, 22. Juni.( WTB.) Im Unterhaus fragte Webg und Dankbarkeit vor ihm den Hut! mationen bezüglich eines möglicherweise bevorstehenden reaftionär monarchistischen Staatsstreiches in Deutschland verfüge und ob er erflären fönne, daß die alliierten und assoziierten Mächte jede Wiedereinsehung des Hauses Hohenzollern oder Wittelsbach als unfreundlichen Akt ansehen würden. zollern oder Wittelsbach als unfreundlichen Akt ansehen würden. Der Regierungsvertreter erklärte, daß unbestätigte Gerüchte von Beit zu Zeit der Regierung zur Kenntnis tämen, sie verfüge jedoch über feine genauen Informationen. Walter Rathenau hatte sich auch als Schriftsteller einen ge= achteten Namen erworben. Vor zwanzig Jahren erregten die feinen und geistigen Essais, die er unter dem Titel„ Impressionen" veröffentlichte, Aufsehen in literarischen Kreisen. Bon seinen Werfen hat das im Jahre 1912 erschienene Buch„ 3ur Kritit der 3eit" die weiteste Berbreitung gefunden. Rathenau stand in regem, teilweise freundschaftlichem Berlehr mit modernen deutschen und ausländischen Schriftstellern und Künstlern. Bekannt ist das lebensgroße Bildnis in ganzer Figur, das Edward Munch von ihm malte und das zu den flajjischen Werken der zeitgenössischen Porträtkunst zählt. Der schwarzweißrote Blumenstrauß. Zu dem Zwischenfall in der Wandelhalle wird uns noch mit geteilt: Ein junger Mann, der das Eiserne Kreuz trug, schlich sich auf Seitentüren in das Gebäude ein, um dem Abgeordneten Dr. Helfferich einen Blumenstrauß mit schwarzweißroter Schleife zu bringen. Mehrere Abgeordnete hielten den Mann fest und ließen feine Personalien feststellen. Auf der schwarzweißroten Schleife steht: ,, Dem Verteidiger vaterländischer Intereffen Erzellenz Dr. Helfferich, Mitglied des Reichstages". Deutscher Kriegerbund Amerita. Der junge Mann behauptet, man habe ihm den Blumenstrauß zur Besorgung an Helfferich gegeben. Er habe keine Ahnung davon gehabt, daß Rathenau Schwedische Fahnen. Eine Schwedin schreibt uns: Niemand liebt so sehr seine Fahne wie der Schwede. Und sie ist auch eine der schönsten. Hellblau mit gelbem Kreuz. Himmel und Sonne, Schwedens Sommer. Ueberall wo nicht die blaugelbe Fahne flattert. Kommt man in ein Hotel, fieht man sie. Es gibt keinen Dampfer, feinen Kahn, kein Landhaus, ein Restaurant, eine Konditorei, auf jedem Tisch steht so ein schmuckes Fähnchen. im letzten Sommer sah man sie auch am deutschen Ostseestrande, Man sieht diese blaugelben Fahnen nicht nur in Schweden, in Binz auf Rügen. Man sah fie! Denn die Binger Badegäste duldeten sie nicht lange. Man hat die Fähnchen von den Burgen" herabgeholt. Heber Nacht! Man hat sie zerbrochen vor die Burg" geworfen. Man hat fie beschmutzt. Der überflüssige Staatsrat. rat ist ein staatsrechtlicher Konflitt ausgebrochen, der Zwischen der preußischen Regierung und dem Staatsnoch weitere Erörterungen nach sich ziehen dürfte. Der Staatsrat hatte eine Diskussion über die Schuldfrage gewünscht. Die preußische Regierung hat zu der dafür in Aussicht genommenen Staatsratssitzung keinen Vertreter entfandt und erklärt nunmehr, der Staatsrat sei teine erste Kammer und könne infolgedessen auch nicht verlangen, über eine Frage gleichfalls eine politische Debatte herbeizuführen, die eben erst im Landtag durch die preußische Regierung beantwortet sei. In einem zweiten Falle der Staatsrat hatte eine Interpellation zur Groß- Hamburger Frage eingebracht preußische Staatsregierung die Beantwortung der Interhat die pellation abgelehnt, weil sie der Auffassung ist, daß dem Staatsrat verfassungsrechtlich nicht das Recht zu solchen Interpellationen zusteht. fich, wohl aber für die kleine Gemeinde, die an diesem Tage mit beschafften. ihnen ins Grüne ratterie. Magenschmud" war es, den sie sich billig besorgt sein zu müssen glaubtet. Euch fehlt die große, die wahre Armselige Schächer, die ihr vor allem für euer Wohl Freude noch, die das Glück der Boltsgemeinschaft über die eigene tlärung soll man euch aus eurer menschlichen Schwäche erlösen. Möge Luft zu stellen vermag! Nicht durch Strafmandate, nein, durch Aufgerade zu euch die Stimme des Bundes am mächtigsten flingen, baSommer lang aller Augen jauchzen zu machen. E. H. Meyer. mit der Abendsonne welfen und doch bestimmt sind, einen ganzen mit ihr euch fünftig schämt, Zweige zu brechen zur furzer Freude, die Ein Bauer geht über die Wiesen. Seine Weiden stehen prächtig und träftiges, vielversprechendes Jungrich geht auf ihnen spazieren. Eine gemütliche Schar. Sie gloßen und wedeln vergeblich mit den Ohren nach ihren Augeneden, um aus ihnen die Fiegen zu ver- Die Binzer oder beffer die Binz- Berliner scheinen sehr gereizt zu treiben. Dann und wann fullert eine dide Träne aus den Augen, fein, obgleich man annehmen sollte, daß Deutsche, die die Ferien für einen Augenblick die Fliegen verjagent, weil die den Ertrinfungs- in Binz verbringen fönnen, die mit dem Auto von Berlin kommen tod fürchten. Der Bauer sieht weber seine Weiden, noch sein Bich, und für ein Zimmer für eine Macht 300 Mart zahlen können, zeigen, daß Mensch und Tier, insofern es sich um gefunde und nornoch seinen ganzen behüteten Wohlstand; er sieht nur fernhin ein weniger Beranlaffung zu frankhafter Ueberreizung hätten. Die Stückchen Wiese. Das wird in Jahren Bahngelände sein. Und es Träger der blaugelben Fahnen sind vielleicht in zu großen Scharen gehört seinem Nachbar. Wie der verdienen wird! Der Bauer gekommen. Dies hätte vermieden werden können, wenn man von kneift die Lippen zusammen, feine Finger trampfen sich und ein deutscher Seite meniger Bäffe für den Juli ausgegeben und nicht grüner Schein, wie ihn oft Schwertranke in ihrem Geficht haben, noch durch Reklame befonders für billige Rügen- Pässe die Schweben kommt um feine Augen. Nein, wie der Kerl verdienen wird! Der angelockt hätte. Aber die Augen waren größer als der Magen. Auch Bauer kneift die Augen zu, um keine Ablenkung zu haben, um die hat der Schwede drei Monate Ferien und braucht also nicht gerade Wiese noch besser sehen zu können. Was fümmert ihn Grögeruch im Suli zu kommen, wenn sich die deutschen Feriengäste einstellen. und Wiesendust, sanfter Wind und das Gold des Sonnenscheins; Wie wird man in diesem Sommer den blaugelben Fahnen drüben die Wiese wird demnächst Bahngelände fein und sie gehört begegnen? dem Nachbar. Das zerrt an feinem Körper, wie ein Fieber, das sich Ich denke an all die Kinderscharen, die während der schlimmen an einen schwachen Menschen geschlichen hat, damit es ihn im Jahre von deutscher Grenze mit schwedischen Schiffen abgeholt wurmollüftigen Behagen stüdweise auffreffen kann. Nein, wie der Kert perdienen wird! Unter Wie man atmen soll. Daß das beste und gesündeste Atmen durch die Nase erfolge, ist eine Belehrung, die im Turnunterricht, beim Militär und auch von Aerzten immer wieder gegeben wird. Gegen diese Anweisungen wendet sich Sanitätsrat Bruno Alexander in einem Auffaz der Deutschen Medizinischen Wochenschrift", der sich mit der falschen Atmung" beschäftigt. Alle Beobachtungen male Individuen handelt, in der Ruhe durch die Nase, bei größeren förperlichen Anstrengungen aber durch den Mund atmen. Eine beständige und fonfequente Atmung durch die Nase, die man sich fünftlich aneignet, übt schädliche Wirkungen auf das Herz und die Gefäße aus. Es tritt dann eine Zwangsstellung des Atmungsapparates ein, non der der Berfasser sagt:„ Bauchatmung ist nicht zu erkennen, das Individuum atmet wie in einem festzugeschnürten Korseti, wie bei Der militärischen Paradestellung: Brust rous, Bauch rein. den Kranken, welche glauben, an Afthma" zu leiden, gibt es immer eine Anzahl, die nur ein Opfer der Irrlehre Catlins Atmet durch die Nase!" find und ohne„ Kur" durch einfache Belehrung geheilt werden können. Gemiß ist anzuerkennen, daß die Nase vollkomme nere Schuhvorrichtungen als der Mund hat und daß man die Zuführung schädlicher Bazillen bei der Rasenatmung beschränkt. Aber Stadtbewohner, solche, die das Talent befißen, die Stadt immer größere törperliche Anstrengungen verlangen unbedingt Mundunvorteilhaft zu repräsentieren, gehen über die Wiesen. Aus denen atmung. An der Wertschäzung der Nasenatmung in der Ruhe wird leuchten neugierige Blumengesichert hervor. deshalb nicht gerüttelt, aber neben sie muß die Mundatmung treten. Aber die Städter schauen fie nicht an. Die haben Kulturbedürfnisse und suchen daher „ Die ideale imung", sagt Alerander, wird durch ein feines das Wirtshaus auf, das ein Grammophon hat und für dieses die Naturschuh ist Voltsfache! Unter diesem Motto wurde von der Wechselspiel zwischen Nasen- und Mundatmung ermöglicht. Dieses neuesten Platten. Alle Schlager trakeelen der Reihe nach. Bald Gründung des Volksbundes Naturschutz" berichtet, der unter fann nicht gelehrt werden, sondern stellt sich bei angestrengter förperist das Bier alle, und die Herren der Schöpfung trinken, um ihrer anderem auch durch Aufklärung Freude an den Schätzen der Natur Von einer Bevorzugung der Nasen- oder der Mundatmung darf licher Arbeit in höchster Entwidlung beim Sport von selbst ein. Seele Schwung zu verleihen, Schnaps. Ein blauer Dunft zwängt feines Erlebnis, daß der Schreiber dieser Seilen vor furzem batte: malisch zusammenwirten, als ob sie nicht getrennt, fondern vereint weden will. 2Sie bitter notwendig das heute ist, beweist ein fich aus der offenen Wirtshaustür und streicht über die Wiesen. rein blauer überhaupt feine Rede sein. Die beiden Atmungswege müssen autoJuhr da eines Junimorgens ein leerer Autobus durch die finden: malisch zufammenwirken, als ob sie nicht getrennt, sondern vereint Auf einer Wiefe liegt, wachäugig träumend, ein junger Mensch. umfäumte Straße Alt- Moabit.„ Bestellt" verriet ein großes Schild werden, um dem Luftstrom immer ein genügend weites Eingangstor Er ist eristenzlos. Er möchte arbeiten, etwas Gutes schaffen und an seiner Stirn. in der Arbeit Befriedigung finden. Aber das Glück verteilt pro- Allee, als fäme er immer noch rechtzeitig zu seinen ausflugsfeligen Aber er schlenderte ganz gemächlich durch die zu bieten." grammilos feine Gaben. Und zur erfolggekrönten Größe wird der Gästen. Das wunderte mich. Bald jedoch löfte sich mir das Theater: Die Heine Sünderin"; Neues Boltstheater:„ Die ber Woche. Donnerst.: Schillerjunge Mensch es sowieso nie bringen, denn dazu fehit ihm die Ge- Rätsel: Auf dem hohen Verdeck des Gefährts standen nämlich zwei erite Geige"; miffenlosigkeit. Doch was fümmert's ihn? Als stiller Genießer Männer in Zivil, die aus den Baumkronen ihnen zu Häupten große fürmer"; Breit.: Gr. Schauspielhau3:" Die Maschiner streckt er sich wohlig in Gras und Blumen. Er denkt, für heute habe 3weige grünen Laubes brachen, um sie auf dem Boden des Berdecks 3entraltheater: Ein Prachtmädel". Connab.: Bolfsbühne: Robert und Bertram"; ich noch ein großes Stück Brot, ich habe noch fo piel Geld, daß ich auszubreiten, gerade fo, als wollten sie wie einft Christus auf lebenmorgen leben kann, und drei Tage lang trage ich den Duft der dem Grün in die Stadt einziehen. Urania Vorträge. Sonntag und Montag:„ Unser schönes 23iefer in meinen Kleidern. D, Welt, wie bist du schön, Leben, Herzen, als ich den Frevel fah, und ich war nahe daran, den Kadi Mittwoch: Bom Fels zum Meer"; Donnerstag: Das schöne Mir brannte der Zorn im Riefengebirge"; Dienstag und Freitag:" Der Einsteinfilm"; wie tostbar bist dul zu rufen. Dann aber begriff ich: Die Männer sorgten nicht für Schwabenland"; Sonnabend:. Dér Harz". den. Mit schwarzweißroten Fahnen geschmückt! Ich denke an den Empfang diefer Scheren auf dem Stockholmer Bahnhof. Deutsche Musik und deutsche Fahnen! Himmel und Sonne! Ginen schwedischen Sommer lang! Ob er wohl wiederfchrt? Erstaufführungen B Landbundlicher Brotwucher. Dokumente aus Lippe. Sezession der Deutschen. Der Mann am Pranger. fei B ständig von Zwischenrufen unterbrochen wurde, der Aufforderung| Die 3uschläge zur staatlichen Steuer, die bisher kn nicht Folge leistete, entzog ihm der Vorsitzende das Wort Haushaltsentwurf mit 1800, 1500, 1200 und 500 Prez. für die vier und unterbrach die Sizung. Er berief eine Klubobmänner- Kon- Klassen vorgesehen waren, wären dann zu erhöhen auf 2200, 1800, Die„ Lippische Landeszeitung"( volksparteilich) bringt fol- ferenz. Gegen diese Maßnahme protestierten die Deutschnationalen 1500 und 500 Proz., Mehrertrag gleich 520 Millionen. 3. Wirts gende Meldung: in förmlicher Weise und forderten den Abgeordneten Jung, der auch schaftliche Verwertung der städtischen Güter Bad Nenndorf, 21. Juni. In zwei sehr startbesuchten Bersamm- während der Sitzungspause auf der Rednertribüne geblieben war, es durch Verpachtung, sei es durch Bewirtschaftung in einer überhingen in Nenndorf und Rinteín nahm der Schaumburger Land- auf, auf seinem Plaz zu verharren. wiegend städtischen Gesellschaft- würde cinen weiteren Mehrertrag perband einstimmig folgende Entschließung an: Einmütig verwirft von 50 Millionen bringen. 4. Die Einführung von Beibie Bersammlung jede Art von Zwangswirtschaft, insbesondere die trägen für die Straßenreinigung ab 1. Oftober 1922 Betreideumlage in jeder Form. Die Organe des Land- Um 7 Uhr 45 Minuten eröffnete der Präsident des Abgeord- weitere 75 Millionen. Endlich würden aus der erwarteten Erbundes lehnen eine Mitwirtung bei der Ein- netenhauses zum zweiten Male die Sigung und ersuchte den Ordner, höhung des Gemeindeanteils an der Umsatzsteuer und einer Anziehung der Umlage unter allen Umständen ab." Abg. Masata, Ordnung zu schaffen. Der Abg. Masata bemühte paffung der städtischen Gebühren an die Geldentwer In der Rintelner Versammlung sprach unter stürmischem Beifall sich, den Abg Jung zu bewegen, von der Rednertribüne zu steigen, tung weitere 100 Millionen erzielt werden können und damit ber Landbunddirektor Hillger- Spiegelberg. Sein Vortrag gipfelte was ihm jedoch nicht gelang. Inzwischen erklärte der Präsident, der Fehlbetrag von 845 Millionen gedeckt werden.- Der HausIn der Forderung, daß den deutschen Landwirten endlich die Mög- daß er den Abg. Jung von der Sigung ausschließe. haltsausschuß wird bei der endgültigen Beratung der Steuereinnahlichkeit gegeben werde, als freie Bauern auf freier Scholle in freier Bor den Regierungsbänken fam es zwischen den tschechischen und men über diese Vorschläge des Magistrats zu beschließen haben. Wirtschaft zu arbeiten. Der Schaumburger Landverband hat sich den deutschen Abgeordneten zu einem 5) andgemenge, in dessen bem Hannoverschen 2andbund angeschlossen, dessen Direk- Berlaufe die Parlamentswache in den Saal gerufen wurde, tor, Freiherr von Hammerstein, den neuen Unterverband Schaum- die vor den Regierungsbänken und den Bänken der Deutschnatioburg begrüßte. Als Beitrag wurde ein Pfund Roggen pro Morgen nalen Aufstellung nahm. Im weiteren Verlaufe des Tumults wurde stauen sich Menschen vor einem kleinen unscheinbare. Laden. Es ist Vor dem Hause der Kantstraße 75 in Charlottenburg bes landwirtschaftlich genutzten Bodens festgesezt. der Abg. Jung von der Rednertribüne weggeführt, und einige eine Annoncenerpedition und neben Zeitungen aller deutsche Abgeordnete wurden aus dem Saale gedrängt, Die Lär m- Schattierungen ist auffällig der Vorwärts" mit dem Brief= szene dauerte weiter an, so daß der Präsident die Sigung von faksimile des Junkers v. Oldenburg- Januschau an das neuem unterbrach. Fenster geflebt. Darunter hat der Inhaber aus einer illustrierten Um 9% Uhr schritt der Präsident zur dritten Eröffnung der Zeitschrift das Bild herausgeschnitten, das diesen Mann im Schmuck unterbrochenen Sigung. Er beantragte den Ausschluß des feiner Baradeuniform und des E. K. I zeigt. Mit Rotstift sind die 26 g. Jung für fünf Sigungen und die Entziehung der flage weisen diese zwei Werte auf das heuchlerische Gebaren des Worte verzeichnet:„ Der Briefschreiber." Wie eine An. Diäten für den Monat Juni. Das Haus beschloß gegen die Stim- flage weifen diese zwei Werte auf das heuchlerische Gebaren des men der Kommunisten die Ausschließung. Die Beratung wurde zehn Mann aus Baterlandsinteresse" zum Teufel jagen wollte, der Mannes hin, der einstmals den Reichstag mit einem Leutnant und sodann fortgesetzt. 500 Morgen Land nicht bestellte, weil ihm die Verordnungen nicht gefielen und wei er fein Vertrauen zur Obersten Heeresleitung hatte. Das Verfahren der Anprangerung verdient Nachahmung, da. mit alle Kreise des Volkes den„ edlen teutschen Januschauer" fennen lernen., Der Mord bei Hohenneuendorf. Spürhunde auf der Fährte. In Lippe( Detmold) ist seitens des Landbundes eine ähnliche Kampagne gegen die Umlage eingeleitet. Der Landbund hat dort, wie an vielen anderen Stellen, Richtlinien erlassen, die ähnlich denen fürzlich auch vom Vorwärts" veröffentlichten lauten. So dürfen z. B. die lippischen Gemeindeporfteher, die Mitglieder des Landbundes find, bei der Umlage nicht mitwirken, auch bei den Vorarbeiten nicht. Die Mitglieder des Landbundes sollen außerdem, wie sie ganz offen erklären, der Behörde möglichst tonfuse Angaben machen, um dadurch die Umlage unmöglich zu machen. Geliefert und an der Umlage mitgewirkt wird nur, wenn die Umlage zum... Tagespreise bezahlt wird. Deutschnationaler Schwindel. Abg. Cermak gab namens feines Klubs( Deutsche Sozialbemofraten) eine Erklärung ab, in der er fagte, er halte es für seine Pflicht, in diesem Augenblick gegen die Methoden der Gewalt feierlichsten und schärfften Protest einzulegen. Die deutschen Sozialdemokraten seien unter dem Eindruck über die in den letzten Stunden erfolgte Schändung des Parlaments nicht in Das Deutsche Rote Kreuz verbreitet durch Wolffs Bureau fol- der Lage, an der Gigung teilzunehmen. Darauf vergende Mitteilung: ließen sie unter Protest das Haus. Der Klub wird über sein wei- Zur Aufklärung des geheimnisvollen Verbrechens, auf das der Auf eine Einladung des Central Relief Committee in teres Verhalten entsprechende Beschlüsse fassen. Abg. Dr. LodgLeichenfund in der Säge tute" bei Hohenneuendorf zurückzuNew York hielt Gustav Frenssen, der Dichter des„ Jörn Uhl", in den großen Städten Nordamerikas Vorträge über man gab namens des Deutschen Parlamentarischen Berbandes und führen ist, hat die Kriminalpolizei, deren Aufruf heute morgen namens des Klubs der deutsch- madjarischen christlichsozialen Abge- an den Säulen erschienen ist, zugleich außergewöhnliche Maßregeln Deutschland, deren für die Stärkung des deutschen Ansehens ordneten ebenfalls eine Erklärung ab, in der er sich der Erklärung getroffen. Schon in aller Frühe rückte ein starkes 2 ufgebot bedeutsame Erfolge vor allem dem großen Liebeswerke der Ameri- des Abg. Cermat anschloß. Die deutschen Parteien perführer, mit ihren Diensthunden unter der Leitung der Kriminalvon Kriminalbeamten, darunter dreißig Spürhund. kaner, der deutschen Kinderfürsorge, zugute tamen. Unließen hierauf in voller Ruhe den Saal. erklärlicherweise beschäftigte sich mit dieser Reise Frenssens, die ihm tommissare Trettin und Dräger nach Hohenneuendorf aus. Zur Das Gesetz über die Verstaatlichung der Aufsig- Unterstützung wurde noch eine Hundertschaft der Schußpolizei unter und seinen amerikanischen Gastgebern in Deutschland großen Dank Teplitzer Eisenbahn wurde dann mit den Stimmen der Hauptmann Dettmann zugezogen. Ferner Beamte des Reichswasserfichern sollte, eine im Reichstag eingebrachte deutsch natio tschechischen Parteien angenommen. Die slowakischen Bolts- schuzes, die auf Lastkraftwagen auch einige Boote mitnahmen. Das nale! Interpellation, in der gefragt wird, ob es richtig sei, parteiler hatten vor der Abstimmung den. Saal verlassen. Die ganze Gelände von Hohenneuendorf und Umgebung wird daß die deutsche Reichsregierung dem Dichter Frenssen die Reise- Beratung der weiteren Tagesordnung wurde dann in Ruhe fort nun nach den noch fehlenden Leichenteilen und etwaigen anderen foften bezahlte...? Darauf erhielt heute das Deutsche Rote Kreuz folgende Kabeldepesche vom Central Relief gesetzt und die nächste Sigung auf Sonnabend, den 24. Juni, vertagt. Spuren des Verbrechens gründlich abgesucht. Die Mitnahme von Booten war zum Absuchen der Sägefute" und der Natürliche Freiheitsrechte" in agrarischer Beleuchtung. Mit anderen größeren und fleineren Gewässer jener Gegend erforder. lich, weil sich auf ihnen feine Boote befinden. ,, Verneint aufs bestimmtefte die in einer parlamentarischen sittlichem Pathos deklamiert der Landbund gegen das Umlagever= Die Nachforschungen an Ort und Stelle begannen schon um Anfrage des Deutschen Reichstages gemachte Angabe, daß fahren, weil eine Zwangsumlage den natürlichen Freiheitsrechten" 6 Uhr morgens. Cefunden wurden bisher Kleidungsstü ct e Frenssens Ausgaben von der deutschen Regierung bezahlt feien. Der Agrarier widerspreche, nämlich dem Recht, unbegrenzt zu und Schuhe. Ob sie aber mit dem Mord in Berbindung stehen, Macht ausdrücklich in den Zeitungen aufmerksam, daß ihn das wuchern. Derselbe Landbund aber verlangt 3 mangsmaßCentral Relief Committee eingeladen hat zur Unterstützung nahmen gegen die Abwanderung von Landarbei- läßt sich noch nicht sagen. Der Reichswasserschuß förderte mit einem großen Rez aus der Sägetute" einen mit Steinen beschwerten des Hilfswerks für Deutschland, und daß es alle feine Austern in die Städte und ist fiilidy entrüftet, weil der preußife ad autage, ber nochen und Fleischteile enthielt. Ob gaben bezahlt." Die Helfferiche werden sich auch durch diese Ohrfeigen aus Freizügigkeit für unmöglich erklärt hat. Besonders die Deutsche biefe von einem Menschen oder einem Tiere stammen, muß noch Amerika nicht von ihrer Sucht abbringen lassen, alles auf ihr ist vor Zorn ganz und gar aus dem Häuschen. Natürliche Freiheits- noch an. Sie lodien schon früh eine große Menge Neugieriger an. Tageszeitung", das Orgon des„ Freiheitsapostels" Paul Baeder, untersucht werden. Die Arbeiten des gejainten Aufgebots dauern Niveau herabzuziehen. Committee: Republikanische Flaggen. Bor einigen Tagen fand in Potsdam, natürlich in Anwesenheit bes Brinzen Eitel Friedrich, eine Dentmaisenthüllung für im Kriege funft; diese Frage will man noch prüfen. rechte der Lanbarbeiter? Ja, Bauer, das ist ganz was anders! Schulelend und Finanznot. Die Frosperspektive des Schulbeamtenfums. " 45 Millionen Kampffonds der Hausbesitzer. In der Generalversammlung des Münchener Haus- und Grundbesigervereins ist, wie die Berliner Mieterzeitung" mitteilt, der Beschluß gefaßt worden, den Jahresbeitrag von 30 auf 200 m. zu erhöhen und hiervon die Hälfte einem Kampffonds zuzuführen. Dieser Beschluß wurde in der Borstandssitung des Bentralverbandes der deutschen Haus- und Grundbesigervereine wiederholt. Der zu fammelnde Fonds soll dazu dienen, das Wetter für morgen. Krefelder Sänger in Berlin. Auf Einladung des Berliner Lehrergefonguereins und des Bereins der Rheinländer in Berlin trifft am 29. Juni 12% Uhr mittags der Strefelder Männergesang verein in Stärte von 300 Mann auf dem Lehrter Hauptbahnhof ein, wo die Begrüßung stattfindet. Gefallene in der üblichen Form statt. Auch die Reichswehr beteiligte Geit drei Tagen berät der Berliner Etatsausschuß über den fich an dieser Feier. Zum Abschluß fand ein Borbeimarsch der Haushaltsplan der städtischen Schulen. Man durfte dieser BeReichswehr statt. Fälschlicherweise vermutete die Linkspresje, ratung mit einer gewissen Spannung entgegensehen; war doch hier Reichswehr statt. Fälschlicherweise vermutete die Linkspreise, die Gelegenheit gegeben, die großen Gesichtspunkte herauszustellen, daß dieser Parademarsch eine Huldigung für den Hohenzollernprinzen bie die Erfüllung der wesentlichen tfulturellen Aufgaben im Rahmen tungsdauer hat, die Mietervertretungen, die Sozialisierungsplä.ne Reichsmieten gefeg, bas bekanntlich nur eine begrenzte Geldarstellte. Demgegenüber läßt, laut P., die Pressestelle unferer wirtschaftlichen Not ermöglichen. Der Ernst der Situation des Reichswehrminifteriums erklären, daß der Borbeimarsch der re- wurde dadurch erhöht, daß der Kämmerer gestern inmitten usw. zu bekämpfen. Bei dem festen Zusammenhalten der publikanischen Reichswehr nicht dem Hohenzollernprinzen, sondern dieser Beratungen bas Wort ergriff, um die augenblickliche Finanz- örtlichen Bereine dem Befchluffe des Zentralverbandes entsprechen Hausbesizerorganisationen ist zu erwarten, daß so ziemlich alle ihre bem Denkmal der Gefallenen gegolten habe. Auf die weitere An- lage der Stadt zu erläutern. frage, ob Prinz Eitel während des Vorbeimarsdyes nicht vor dem Danach sind nicht weniger als 845 mislionen durch neue werden. Das würde bei rund 1500 Vereinen mit 450 000 Denkmal gestanden und dieses mit seiner umfangreichen Körperfülle Einnahmen zu decken, für die der Haushaltsplan noch feine liedern jährlich eine Gumme von 45 Millionen Mark ergeben. Man sieht, daß die Hausbefizer troh ihrer betonte. Notlage es sich verdeckt habe, weiß man im Reichswehrministerium noch keine Aus- Borforge getroffen hat. Wer nicht auf dem Standpunkt steht, etwas foften laffen, um ihre geldlichen Interessen durchzudrücken. der unlängst auf der Tagung der entschiedenen Schulreformer" in Die zu mindestens 50 Broz. recht gleichgültige Mieterschaft wird noch Mainz vertreten sein soll, daß gerade jezt, wo ein Etat so wie so Reichs- und Staatsbehörden hatten angeordnet, daß am Tage nicht zu balanzieren sei, bie beste Gelegenheit zur Erfüllung großer viel hun müssen, um gegen diese geldbeschwerte Kampfansage gerüstet zu sein. des Beginns der Räumung Oberschlesiens aus Trauer für den Verlust tultureller Aufgaben gegeben sei wer also nicht des findlichen der an Polen fallenden Teile sämtliche öffentliche Gebäude Halbmaft Glaubens lebt, daß Gelder, die man nicht hat, sich am besten zu flaggen hätten. Mit zu den imposantesten und augenfälligsten ausgeben lassen, der müßte mit doppeltem Ernst an die hier Berlin und Imgegend. Gebäuden, die sich in Berlin im Besize des Reiches befinden, zählen vorliegenden fulturellen Probleme herantreten. Leider war von Zeitweise heiter, jedoch ziemlich fühl und veränderlich, mit wiederholten Regenfällen und frischen, zwischen Südwest zweifellos die großen Bahnhöfe: Anhalter, Potsdamer, Stettiner, diesem Ernst, leider war von den großen Gesichtspunkten, leider war Lehrier, Schlesischer Bahnhof usw. Nahezu auf keinem tiefer Ge- pon praktischen Vorschlägen zur Reorganisation unseres Schulwesens und Nordwest schwankenden Winden. bäude wehte die Reichsflagge Halbmast. Zur Rede gestellt, weiß die im Rahmen der wirtschaftlichen Net überhaupt nicht die Rede. Die Versuche der sozialdemokratischen Fraktion, die Beratung Bergnügungssteuer und Geldentwerfung. Die Finanzdeputation Bressestelle des Reichsverkehrsministeriums folgendes zu sagen: auf diese Grundlage zu stellen, scheiterten an der Gag stirnig. des Berliner Magistrats befchloß, die beantragte sofortige Aende Die Flaggen in den neuen republikanischen Reichsfarben seien bereit der Schulmänner", die die bürgerlichen Fraktionen zu diesen rung der Bergnügungssteuer für die Lichtbildtheater abzuiehen. reits feit langer 3eit bestellt, aber immer noch nicht Sigungen abgeordnet hatten. Reftoren der Deutschnationalen Gs wurde befchloffen, für die gesamte Bergnügungssteuer eine Na ch. geliefert. Daher sei eine Beflaggung, wie vorgeschrieben, un- fämpften im trauten Berein mit volksparteilichen( und kommunisti. Prüfung der Tarife im Hinblick auf die Geldentmermöglich gewesen! fchen!) Direttoren für die Befreiung ihrer Dienstwohnungen vom tung vorzunehmen. Bielleicht erkundigt sich das Reichsverkehrsministerium und die Wasserpreis und für die besonderen Wünsche ihrer eigenen Anstalten ihm unterstellten Behörden einmal beim Reichstagspräsi stunden- und tagelang. Was gehen diese Herren auch die ful denten Löbe, woher er in verhältnismäßig furzer Zeit die schwarz- turellen Röte unseres Bolles, was die sozialen ungerechtig denten Löbe, woher er in verhältnismäßig furzer Zeit die schwarz- teiten unseres Schulmesens, was die Verschwendung von Ge rotgoldenen Flaggen bezogen habe, die feit einigen Monaten an dern der Allgemeinheit für die Sonderbedürfnisse höherer" Schulen Gizungstagen auf dem Reichstagsgebäude wehen. Wir machen das ant kann man es dem Stadttämmerer verdenken, wenn er feinen Reichsverkehrsministerium und die Bahnhofsvorsteher schon heute Eindruck von diesen Debatten aus der Froschperspettive darauf aufmerksam, daß am 11. August, dem Verfassungstag, die des Schulbeamtentums in die klassischen Worte zusammen. Pflicht zum Beflaggen der staatlichen Gebäude wieder ge- faßte: Wenn ich jeden Etat so wie den Schuletat vor einem geben ist. Man komme uns dann nicht noch einmal, drei Jahre Kreise persönlich interessierter Beamter vertreten sollte, so würde ich nach Schaffung der Weimarer Verfassung, mit der lächerlichen Aus mir vor der Etatsberatung einen Strid taufen und mich auf rede, das schwarzrotgoldene Flaggen immer noch nicht zu beschaffen hängen!" Es erübrigt sich, auf die Einzelanträge und beschlüsse näher gewesen seien. einzugehen. Erwähnt sei nur ein Beschluß, durch den die Lehrmittel für die Schule um insgesamt 10 Millionen erhöht sind, und ein Antrag der sozialdemokratischen Fraktion, der die Genehmigung des Lärm im Prager Parlament. erhöhten Schulgeldes davon abhängig macht, daß vor der Ein- 30. Die Jüdin. 1. Die Meistersinger von Nürnberg. 2. Tosca. Schiller. Prag, 23. Juni.( Tschechoslowakisches Pressebureau.) Die ziehung dieses höheren Schulgeldes Grundsätze für die Befreiung heater: 25. bis 28. Charleys Tante. Ab 20. Die fleine Sünderin. Ab 30. Die MaschinenBerhandlungen über die Regierungsvorlage betreffend verstaat- und Ermäßigung aufgestellt werden, die die Bittgefuche in cases of Theater: 28. Be Neues Bolts- Sheater: 25, 1. 28. Seuchĭer. 26. u. 27. Gchufter lichung der Aufsig- Teplißer Eisenbahn führte in der der bisherigen Form überflüssig machen. Und nun hat, nach- Aiolos. Ab 29. Die erste Geige. Die Tribüne: Der Tyrann. Die Unschuldige. heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses zu Lärmszenen. dem der Etatsausschuß se tläglich versagt hat, die Stadtver- Barieté. Deutsches Künstler- Theater: Die erste Nacht. Komödienhaus: Gret. Trianon Theater: Moral.- MeftDer deutsche Antrag, diesen Gegenstand von der Tagesordnung ab- ordnetenversammlung das Wort, um zu entscheiden, ob die Selbst- benz- Theater: Cine Frau ohne Bedeutung. Zentral- heater: 25.- 30. Die Mädels zusetzen und ihn morgen zu behandeln, wurde unter stürmischem perwaltung auf dem Gebiete unseres Schulwesens bestehen von Davos. Ab 1. 7. Ein Brachtmädel. Komische Opee: Der Meister von MontBuftspielhaus: Der Werwolf. Metropol- Theater: 25.- 30. Die BajaWiderspruch der deutsch- bürgerlichen Abgeord bleiben soll oder nicht. Berteidiger der Selbstverwal- martre. dere. 1.- 31. Sufi gefchloffen. Neues Operetten- Theater: Bultan. ThaliaTheater: Der Herren von und zu. Theater am Mollendorfplag: Berliebte neten abgelehnt. Der Lärm dauerte auch während der Ausfüh- tung an die Front! Leute. Sheater bes Besteus: Vis früh um fünfe. Kleines Theater: 25. bis rungen der Berichterstatter an. Die Redezeit wurde entgegen 30. Knock out. Die letzte Slacht, Ballett Celly de Rheidt. Ab 1. 7. Schäfer. Wallner Theater: dem Antrag der Deutschnationalen, welche 60 Minuten gefordert Mit der außerordentlich ungünstigen finanziellen Lage der stündchen. Die Dame ohne Kopf. Ballet Celly de Rheidt. hatten, auf 30 Minuten festgesetzt, was wiederum auf den Bänken Stadt Berlin hat sich der Magistrat am Donnerstag beschäftigt und Deutsch Bürgerlichen Widerspruch folgenden Maßnahmen grundsäglich zugestimmt: 1. Die Grund hervorrief. und Gebäudesteuer ist statt auf das Doppelte auf das Sodann ergriff der deutschnationale Abgeordnete Jung das Dreifache zu erhöhen; Mehrertrag gleich 100 millionen. Bort. Er wurde vom Präsidenten zweimal zur Ordnung 2. Die Gewerbesteuer ist für 1922 noch mit Buschlägen zur gerufen und wiederholt aufgefordert, seine Ausführungen zu Staatssteuer zu veranlagen. Die neue Steuerordnung ist noch schließen. Er sprach aber 1% Stunden. Da Jung, deffen Rede nicht genehmigt, ihre Durchführung für 1922 dadurch behindert. ber lärmenden " Dedungsbeschlüsse des Magiffrafs. = Theater der Woche. Bom 25. Juni bis 2. Juli. Boltsbilhne: 25., 27., 29. 11. 30. Der Verschwender. 26. t. 28. Der Traum, ein Leben. Ab 1. 7. Robert und Perttam. Opernhaus: 25. Tristan und Stolbe. 28. Cavalleria rusticana. Bajazzo. 27. Liesland. 28. Lohengrin. spielhaus: 24., 26., 29. Napoleon. 25., 28. Beer Gynt. 27. Maria Stuart. 29. Cosi fan tutte. 30.( Leste Vorstellung vor den Ferien) Balestrina. Deutsches Theater: Botasch und Perlmutter. Reffing- Theater: Die Ballerina des tönigs. Theater in der Königgräger Straße: Die wunderlichen Geschich 29. Margarete. Großes ten des Kapellmeisters Kreisler. 26. Tristan und Sfolde. 27. Der Prophet. 28. Carmen. Deutsches Opernhaus: 25. Lohengrin. ftilemer. 1 chen.. Berlince Theater: Madame Flirt. 25. bis 30. Die beiden Nachtigallen. b 1. 7. im Staatstheater Schauspielhaus, Gastspiel: Die beiden Nachtigallen. Walhalla Theater: Das Gasthaus Theater Theater am Kurfürstendamm. Der schwarze Pierrot. zur Liebe. bestens( Nose- Theater): 25, bis 30. Berlin- Wien- Konstantinopel. Ab 1. 7. Dorns Rest. Meues Theater am 800: Scampolo, Intimes Theater: Die Peitsche und? Lauf doch nicht immer natt herum. Nachmittagsssreffungen. Wolfsbühne: 25. Ueber die Kraft, 2. Teil.- Deutsches Opernhaus: 25. u. 2. 7. Bar und Zimmermann. Neues Sheater am Rollendorfplak: 25. u. 2. 7. Bells- Theater: 25. u. 2. 7. Scuchler. Die Pfarrhausfomödie. 1. 7. Konservatorium des Westens. Wallner- Theater: 25. Carmen. 11. Deutscher Gewerkschaftskongreß. hältnisse die Zuftimmung der Arbeiter erhalten, aber nicht die Unterschrift der Organisationsleitung. Wenn die Arbeiter den neuen Tarif anerkennen, sollen sie eine Zulage von 10 Proz. auf die Stundenlöhne erhalten, sonst nicht. Mit dieser Bedingung war feiner der folgenben Rebner en Achtung, Emaillierarbeiter! Der 11. deutsche Gewerkschaftstongreß fällte in feiner heutigen[ Der Bundesvorstand fann fein Verbot für Industrieorganisa- verstanden, und bei der Abstimmung wurde das Angebot gegen Bormittagssigung eine für die deutsche Gewerkschaftsbewegung un- tionen erlassen. Den Vertretern der Berufsorganisationen reichen 2 Stimmen abgelehnt. geheuer bedeutungsvolle Entscheidung. Nach einem heftigen Rede- wir zur Berständigung die Hand. Die Frage des Ausbaus der Inkampf, der sich gestern bis nach Mitternacht hinzog und heute morgen duftrieorganisationen ist eine Frage der 3 medmäßigkeit. Ein fortgesetzt wurde, nahm die Versammlung in namentlicher Abstim Rechnung und muß daher erfolgen.( Lebhafter Beifall.) Beschluß für die Industrieorganisationen trägt den Zeitbedürfnissen mung mit überwältigender Majorität eine Entscheidung an, die den Borstand und Ausschuß des ADGB. beauftragt, in türzester Frist eine Vorlage auszuarbeiten, die einen Leipzig, 23. Juni.( Eigener Drahlbericht.) ( Schluß der gestrigen Abendsizung.) In den Emaillierwerfen Groß- Berlins steht die Arbeiterschaft wegen Lohndifferenzen im Streit. Dichanz, Fischer, Rabe, Barsch, Elle, Elle u. Sohn, Lichtenstein, Ueber die nachstehenden Firmen ist die Sperre verhängt: Weidenauer u. Elle, Grothka. Deutscher Metallarbeiterverband. Berband der Porzellanarbeiter. Lohnforderungen der Hutmacher. Tarnow fagt in seinem Schlußwort, Dißmann zieht aus den bestehenden Tatsachen falsche Schlüsse. Die Kapitalsftonzentration bedingt nicht die Industrieorganisation. Auch mir wollen die Entorganisatorischen Ausbau von Industrieverbänden wicklung vorwärts drängen, aber nicht auf dem Wege des Zwanges, vorsieht. Diese Entschließung ist unterschrieben von dem Borsigen nicht zusammengeschlossen werden, was nicht zusammen gehört. Man sondern der organischen Entwidlung. Durch Zwang tann den der Verbände der Metallarbeiter, Bauarbeiter, hat den ADBB. das wohnliche Haus genannt, in dem alle Gewer? Bergarbeiter, Brauerei und Mühlenarbeiter, schaften unterfommen fönnen. Wollen Sie jetzt daraus einen in den Damenhut- und Umpreßbetrieben beschäftigten Arbeiter und Der Deutsche Hutarbeiterverband hatte zum Freitagabend alle Buchbinder, Dachdecker, Fleischerverband, Ge Löwenkäfig machen, in dem die Löwen der Gewerkschaften die Arbeiterinnen zu einer Versammlung in den Prachtfälen Alt- Berlin meinde und Staatsarbeiter, Schuhmacher, Tex- Lämmer fortschleppen? Dißmann hat weiter nicht gefagt, wie er einberufen, in der über die geführten Lohnverhandlungen tilarbeiter und Transportarbeiter. Das Ergebnis der sich den Ausbau der Industrieorganisation denkt. Niemand hat uns berichtet wurde. Der Bericht wurde von Arit gegeben und von Abstimmung liegt zur Stunde noch nicht zahlenmäßig fest. die Form genannt, in die die neue Organisation gegossen werden soll. Model ergänzt. Das letzte Angebot der Arbeitgeber ging dahin, Wie wird es z. B. mit den Gemeinde. und Staatsarbeitern werden, ab 9. Juni den Spizenlohn auf 22 M. zu erhöhen und auf die Afford die doch auch der Industrieorganisation zustimmen, weil sie hoffen, arbeit 10 Broz. Zuschlag zu bewilligen. Ab Juli soll der Lohn auf alle Reichs, und Staatsbeamte dann für sich zu bekommen?( 3u- 25 M. erhöht werden und der Akkordzuschlag auf 25 Broz. für Filz, teiung in der Tasche. Warum legt er ihn nicht vor? Ich glaube, lohnes von 32 M. ab Juni wurde von den Arbeitgebern abgelehnt; rufe: Eisenbahn, Deutsche Werke!) Dißmann hat den Plan der Auf- für Stroh von 95 auf 200 Proz. Die Forderung eines Stundener hat Angst, den fleinen Gewerkschaften zu sagen, welches Schid- euch 28 M. wollten sie nicht bewilligen. Die Ablehnung begründeten fal fie in der Industrieorganisation erleiden follen. Eine Bedeutung fie damit, daß ihnen die Geschäftslage das nicht geftatte. Sollte das hat die Resolution Dißmann, sie wird die Kameradschaftlichkeit zer- Angebot von der Kollegenschaft abgelehnt werden, so bleibe- wie beuterei treten,( Lebhafter Widerspruch. Zuruf: Uebertreibt doch des Reichsarbeitsministeriums übrig. Die Diskussion bekundete eine reißen. An die Stelle des gewerktschaftlichen Rechts wird die Frei- von den Rednern ausgeführt wurde zunächst nur die Anrufung nicht!) Das ist feine lebertreibung. Schon jest pürschen einige starte Unzufriedenheit mit dem Berhalten der Arbeitgeber, während Organisationen in fremden Revieren, Die Entscheidung ist nicht die Bemühungen der Lohntommission anerkannt und gebilligt leicht. Glauben Sie, daß die vielen Organisatonen, benen es jegt wurden. Das Angebot wurde von der Versammlung einstimmig ans Leben gehen soll, nicht auch den Gedanken der Fabritarbeiter abgelehnt. Hierauf gelangte ein Antrag zur Annahme, die nachgehen fönnten, aus dem Bunde auszutreten?( Große Be- Arbeitgeber ulitmativ aufzufordern, sich bis zum nächsten Diens wegung.) Denten Sie an die Interessen der Gewerkschaften, schaffen tagabend zu einer neuen Verhandlung bereit zu erflären. Sie zur politischen Zerrissenheit der Arbeiterbewegung nicht noch die Spaltung der Gewerkschaften.( Lebhafter Beifall.) Ein AnUm 10 Uhr beginnt die Debatte, die Schönfelder( Zimmerer) eröffnet. Er stimmt den Ausführungen Tarnows zu. Man foll nicht zwangsläufig die Gewerkschaften in andere Bege drängen. Die Entschließung Dißmanns ist nur der erste Schritt zur Strangulierung ber Gewerkschaften und muß daher abgelehnt werden. hänger der Industrieorganisation sagt, die Verteidiger der Berufsorganisation feien noch von fleinlichem Zunftgeist erfüllt. Bren( Fabritarbeiter) feht sich für die Resolution Tarnows ein, die der Gewerkschaftsbemegung Nuhen bringen werde. Reichelf( Metallarbeiter) erwartet, daß der Gewerkschaftstongres den Mut aufbringt, einen Schritt vorwärts zu tun auf dem Wege zur Industrieorganisation. Schlichting( Maschinisten und Heizer) erflärt für seine Organisation, daß sie diesen Schritt nicht mitmacht. Sie werde sich mit aller Kraft gegen einen Gewaltbeschluß des Kongresses mehren. Scherff( Transportarbeiter) tritt für die Resolution Tarnows Nach einem raschen Gang persönlicher Bemertungen ein. Die Industrieorganisation fönne heute noch nicht verwirklicht tritt der Kongres in die namentliche Abstimmung über die werden, weil der Standesdünkel leider nicht nur bei den Beamten, Resolution Dißmann ein. Vorher erklären die Landarbeiter, daß fie sondern in hohem Maße auch bei den Arbeitern besteht. Graßmann vom Bundesvorstand zeigt noch einmal die enthalten. Die Transportarbeiter und Eisenbahner erklären, Schwierigkeiten, die der Durchführung eines Beschlusses zur Schaffung für die Resolution Dißmann zu stimmen, ohne sich seine Begrün. von Industrieorganisationen entgegenstehen und weist auf die Gedung zu eigen zu machen. fahr einer zwangsweisen Umgestaltung der Organisationsform hin. Zur Abstimmung steht zunächst die Resolution Dismann. Sie Inzwischen sind eine Reihe von Schlußanträgen eingelaufen. zeichnet die ökonomische Entwicklung mit ihrer gewaltigen Konzen Beantragt wird weiter namentlich abzustimmen über die Ent- tration des Kapitals und sagt, dem straff organisierten Unternehmerschließungen Tarnows und die der Metallarbeiter. Die Abstimmungen merden um 12 Uhr nachts nach furzer Debatte auf Sonnabend, 9 Uhr, vertagt. Leipzig, 24. Juni.( Eigener. Drahtbericht.) 6. Verhandlungsfag. Bormittagsfißung. Ein Antrag auf Schluß der Debatte wird angenommen. In seinem Schlußwort betont Dißmann nochmals, daß nicht nur für die hoch entwickelte Industrie, sondern ganz allgemein die Inbuftrieorganisationen notwendig sind. Wenn heute schon für verschiedene Berufe gemeinsame Arbeitspläge vorhanden sind und gemeinsame Lohnverhandlungen geführt werden müssen, dann ist es eine Kraftvergeudung, verschiedene Organisationen nebeneinander bestehen zu lassen. Wenn man nach der Beschlußfassung des Kongresses eine intensive Aufklärungsarbeit unter den Mitgliedern betreibt, dann werden sie einsehen, daß die Industrieorganisationen die bessere Form ist. Die Former und Schmiede haben sich auch erst nach anfänglichem und hartnädigem Sträuben unserem Verbande angeschlossen. Heute fühlen fie fich wohl darin und arbeiten weit über die Interessen ihrer Berufsgenossen hinaus für die Interessen der Allgemeinheit. ,, Niedrigste Gesinnung" im Weinhaus Traube. Ueber die Zustände im Weinhaus Traube mußten wir wiederhelt hier berichten. Der tödliche Unfall, der dadurch verursacht wurde, daß eine Angestellte gezwungen wurde, nachts die Fenster zu puken, scheint die Firma feineswegs zur Einkehr peranlaßt zu haben. Dies geht aus folgendem Schreiben hervor, bas wir ohne Kommentar hier niedriger hängen. Das Schreiben ist an den Anwalt der Schwester der Getöteten gerichtet, als Antwort auf den Antrag zur Erfezung der Beerdigungskosten. Auf das im Auftrage des Fräuleins E. W., die sich übrigens bei uns als Frau R. ausgegeben bat, an uns gerichtete Schreiben vom 9. d. M. haben wir Ihnen folgendes mitzuteilen: Es war zunächst unsere Absicht, die Beerdigungskosten zu tragen, wie wir ja auch Ihrer Auftraggeberin zu verstehen gegeben hatten. Abgesehen davon, daß diese aber erklärte, fie bezahle alle Beifegungskosten aus ihrer eigenen Tasche, sie nehme von der Firma nichts an, ließ uns das Benehmen derselben wie auch des Herrn K. und die Redensarten, welche im Hause geführt wurden, sofort ertennen, daß hier eine Organisation am Werte war, die mit niedrigfter Gesinnung fogar einen solchen Unglücksfall zu Parteizwecken aus nuzte. Die Artikel der Hezblätter dieser Parteirichtung bestätigen unsere Annahme und ihre Auftraggeberin erklärte uns selbst, daß fie vom Verband genötigt worden ist, gegen uns vorzugehen. Unter diesen Umständen lehnen wir es natürlich ab, Schadenersatz zu leisten. Wir weisen die aufgestellte Behauptung, daß der tödliche Unfall auf Fahrlässigkeit der Direktion zurückzuführen ist, ganz entschieden zurüd, wir haben die Feststellung des Tatbestandes nicht zu scheuen und sehen der angedrohten Klage entgegen. Außerordentlich bedauerlich ist es nur, daß die Ausbeutung diefes Unglüdsfalles zu Propagandazweden auch wieder auf Roften der Mitglieder der Organisation bzw. ihrer Angehörigen geht. Hochachtungsvoll Beingroßhandlung und Weinrestaurant Traube, G. m. b.§. gez. Unterschrift. Lohnkampf der Banschloffer. Eine sehr start besuchte Bersammlung der Bauschloffer und der in den Betrieben für gelochte Bleche beschäftigten Arbeiterschaft beschäftigte sich am Donnerstag in der Brauerei Königstadt" mit der Allgemeine Ortskrankenkasse Berlin- Wilmersdorf, Kaiserallee 173 a. Die Vertreter der Arbeitgeber und Ber ficherten im Ausschuß werden hiermit gemäß§ 80 Abs. 1 der Sagung zu einer" außerordentlichen Ausschußigung am Montag, den 3. Juli 1922, abbs. 8 Uhr, nach dem Restaurant Bittoria- Garten Berlin- Wilmersdorf, Wilhelmsaue 114, ergebenst eingeladen. " Tagesordnung: 1. Bericht über Neueinteilung der Grundlöhne 2. Erläuterung über Heilstätte Elrich. 3. Verschiebenes. Berlin- Wilmersdorf, den 23. Juni 1922. R. Engelhardt, Borsigender. 166/7 Deberall inZigarrengeschäften erhältl.ist d. echte Kapitän- Kantabak nur mit 8etteleinlage( Stollen, Schleifen, Stangen, Twist). Berkaufsstellen burch Carl Röcker, Sichtenberg.Str.22( Rgft.3861) " 1 Metzner Kinderwagen Welthaus Motall- Bettstellen, Kinder u. Korbmöbel, Korbwaren, Runestühle, Puppenwagen, Alle Kinder- Fahrzeuge usw. Größte Auswahl Berlins. Andreasstr. 23, Andreasplatz Brunnenstr. 95, Beusselstr. 67 Leipziger Str. 54, Neukölln, Bergstr. 133 Spandau, Charlottenstr. 24a. tum müßten ebenso Iciffungsfähige Industrieorganisationen gegenübergestellt werden, die ohne unnötigen Berbrauch an Kräften und Mitteln und ohne Benachteiligung des Gewerkschaftskampfes die gewaltig gestiegenen Anforderungen an die Gewerkschaften er füllen fönnen. Die Resolution fordert daher eine grundlegende Aenderung der bisherigen Gewerkschaftsformen und des damit verbundenen Gewerkschaftsrechts. Für große, zusammenhängende Industrien, z. B. Bergbau, Hütten- und Metallindustrie, Baugewerbe, graphisches Gewerbe, Transport- und Verkehrsgewerbe, öffentliche Betriebe und Verwaltungen, Textilindustrie, wiederher steilende oder verarbeitende Industrien, Holzindustrie, Lebens- und Genußmittelindustrie, Landbund, Forstwirtschaft, einschließlich Weinbau und Gärtnerei, sind einheitliche Industrieverbände anzuerkennen oder zu schaffen. Das geschieht durch den Zusammen schluß der heute noch vorhandenen Berufsorganisationen. Ausgehend von dieser Anschauung wird der Bundesvorstand und ausschuß beauftragt, in fürzester Frist eine Borlage aus zuarbeiten, die einen organischen Ausbau von Industrieverbänden, deren Abgrenzung usw., Dorfieht. Generalversammlung der Transportarbeiter. Eine Delegiertenversammlung der Bezirksverwaltung Berlin des mit dem am 3. September in Berlin stattfindenden 11. Verbands. Deutschen Transportarbeiterverbandes beschäftigte sich am Mittwoch tag. Die Wahl der Berliner Delegierten findet Sonntag, den 16. Juli, in etwa 40 Lokalen statt, die noch bekannt gegeben werden. Die 8 Settionen haben ihrer Stärfe entsprechend Randi daten in Vorschlag gebracht. Mehr als 60 Anträge wurden in den Mitgliederversammlungen der einzelnen Gruppen und Branchen angenommen, zu denen bereits die erweiterte Ortsverwaltung Stellung genommen hatte. In längerer und fachlicher Debatte wurden die Anträge von den Delegierten einer eingehenden Erörterung unterzogen. Bei der Abstimmung über die einzelnen Anträge stimmte man im wesentlichen den Richtlinien der erweiterten Drtsverwaltung bei. Es wurden dann noch einige Mitteilungen über die Neuregelung der Beiträge, die Bücherkontrolle, Sammelliften usw. gemacht. Generalversammlung der Buchbinder. Die am Dienstag stattgefundene Generalversammlung nahm wieder einmal einen zum Teil recht stürmischen Verlauf. Die kom munistischen Delegierten werden also mit diesem Erfolge" beson ders zufrieden sein, da sie ihre Anhänger in der Roten Fahne" auf gerufen hatten, die Opposition mit erneuter Kraft in dieser Generalversammlung aufzunehmen". Wohlgemerkt, obwohl sie selbst in der Ortsverwaltung fizen. Zunächst wurde die Diskussion über die Berichterstattung vom Verbandstage zu Ende geführt, bei der die Kommunisten ihre befannten Tiraden von Gewerkschaftsbureaukratie",„ Einheitsfront"- wie sie sie auffassen brachten. t " Dor Das Resultat der Abstimmung bringen wir an anderer Stelle. Nach einer heftigen Debatte über Gehaltsfragen wurde noch die Frage der Erhöhung der lotalen Beiträge diskutiert, Lohnfrage. Wie vom Referenten, Branchenleiter Krüger, be die durch Urabstimmung vom 22.- 24. Juni erledigt werden soll. richtet wurde, war eine Verständigung mit den Arbeitgebern über Die meisten Redner sprachen sich für die notwendige Erhöhung aus. die eingereichte Forderung, 10 M. Zuschlag auf alle Stundenlöhne, Bei der folgenden Wahl zum Tarifausschuß wurden, entgegen nicht zu erreichen, obgleich die Notlage der Arbeiterschaft eingehend dem Beschluß des lekten Verbandstages, der nur ein ordentliches dargestellt wurde. Es kam zu Verhandlungen vor dem Schlichtungs- Mitglied für Berlin vorsicht, die Kollegen Czerny und Brieausschuß, der in seinem Spruch einen Zuschlag von 26 Pro3. auf mer bestimmt. Zu der in nächster Zeit stattfindenden Beiratsalle Löhne zubilligte. Umgerechnet in Mart würde sich hierauswahl wurde nicht weiter diskutiert, sondern lediglich zur Kenntnis eine Erhöhung der Stundenlöhne um 5,25 M. für selbständige genommen, daß gegenwärtig noch Berhandlungen zwischen den drei Schloffer und Kolonnenführer, 3,65 bis 3,73 m. für Junggesellen Fraktionen schweben und durch eine voraussichtliche Einigung über und 4,81 M. für Transportarbeiter und Frauen ergeben. die Kandidaten eine Urabstimmung nicht nötig sein wird. Ionnenführer 19,95 bis 20,25 M., Junggesellen 13,90 bis 19,25 M., Die derzeitigen Löhne find für selbständige Schloffer und Ko Transportarbeiter 18,20 bis 18,50., Frauen über 18 Jahre 12,25 bis 12,55 M. Hierzu kommen Teuerungszulagen. Bie eine Depesche aus Cincinnati meldet, ist Samuel Goms Die Lohnkommission hat den Spruch abgelehnt, ebenso auch die pers wieder zum Präsidenten des Amerikanischen Gewerkschafts. Die lakonische Depesche fagt sogar: einMehrheit der Bertrauensmännerfonferenz. Der Hauptvorstand hat bundes gewählt worden. die Zustimmung für einen etwaigen Streit gegeben. Nach Schluß stimmig. Da, wie wir in unserem Leitartikel in Nr. 279 des der anschließenden Aussprache wurde der Schiedsspruch fast ein,, Vorwärts" dargetan, trotz der wachsenden Unzufriedenheit fein fiimmig abgelehnt. Hierauf wurde mittels Stimmzettel die Ab- ernsthafter Gegenkandidat vorhanden war, fonnte an der Wieder ftimmung über den Streit vorgenommen. Das Ergebnis war: für wahl von Gompers fein Zweifel bestehen. Wir werden, wenn uns den Streik 796, gegen den Streif 192, ungültig 11 Stimmen. die amerikanischen Blätter vorliegen, auf die Verhandlungen des 1268 Kollegen in Frage tommen, ist die Dreiviertelmehrheit für den Rongreffes noch zurückommen. Streit nicht erreicht worden. Nach der in der Besammlung vorherrschenden Stimmung dürfte es aber zu partiellen Streifs kommen. Drohender Streit in den Emaillewerken. Da Was vorauszusehen war. Die Streitkämpfe in Amerika. Wie aus New Dort gemeldet wird, find die großen Unruhen in dem Kohlenbecken von Herrin in Illinois noch immer nicht beDie in den Emailliermerken und verwandten Betrieben be dauern nach einem furzen Waffenstillstand an. endet. Die Kämpfe zwischen den Streifenden und den Streitbrechern schäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen waren am Donnerstag zahlIm ganzen zählte reich in den Residenz- Festsälen versammelt, um den Bericht über man bisher 44 Tote, doch besteht die Möglichkeit, daß die Zahl sich den Ausgang der Lohnverhandlungen mit den Arbeitgebern ent- werden berichtet. Der Gouverneur von Illinois bot 1000 Mann auf 57 erhöht. Szenen von ungeheurer Grausamteit gegenzunehmen. Der Bericht wurde von Balfe gegeben. Die Arbeitgeber haben einen Tarif gemacht, der eine wesentliche staatlicher Truppen auf, um die Ordnung in den Bergwerken wieder. Berschlechterung der Arbeitsbedingungen enthält. Es sollen daß von der Regierung alles geschehen solle, um diejenigen zu be herzustellen. Der Staatssekretär für Arbeiten, Davis, versprach, Staffelungen vorgenommen werden, die von den Arbeitern nicht strafen, die für die Kämpfe in den Bergwerfen verantwortlich sind. gebilligt werden können und jeder Arbeiter soll erst drei Wochen nach( Offenbar soll der Bergarbeiterstreif, der seit dem 1. April dauert, der Einstellung in den Genuß des Höchstlohnes kommen. Zurzeit im Blut erstickt werden.) erhalten Emaillierer, Brenner und Aufträger über 21 Jahre 20,35 m. und die unter diesem Alter 18,55 M. Stundenlohn. Der Tarif ist bereits im Mai vorgelegt worden und hat infolge zeigen: h. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Berantw. für ben rebatt. Teil: Franz Klühs. Berlin- Lichterfelbe; für An. von Berschleppungsmanövern und der damals vorherrschenden Ber- Borwärts- Buchdruderei u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. B. 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