Nr.298 39.Jahrgang Ausgabe A nr. 149 Bezugspreis: Bierteljährl. 150.-M., monatl. 50, frei ins Haus, voraus zahlbar. Boſtbezug: Monatlich 50,-, einschl. Zustellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- u Memel gebiet, sowie Oesterreich u. Luxemburg 84, M, für das übrige Ausland 102, M. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark, England, Estland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luremburg. Defterreich, Schweden, Schweiz. Tschechoslowakei und Ungarn. Der Vorwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und geit", der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" ericheint wochentäglich zweimal, Sonn tags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Morgen- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 1,50 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile toftet 16,- M.- Reflamezeile 80,- 2. „ Kleine Anzeigen" das fettgebrudte Wort 4, M.( zulässig zwei fettge. druckte Worte), jedes weitere Wort 3, M. 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Diese Gefahr besteht nicht allein in der systematischen Beseitigung der führenden republikanischen Staatsmänner, fie erhält einen noch ernsteren Charakter durch die Tatsache, daß Hand in Hand mit den Mordtaten reaktionärer Geheimorganisationen weit umfangreichere Bestrebungen gehen, die auf den gewaltsamen Sturz der Republik abzielen. Mögen die deutschnationalen Kreise unter dem Eindrud der ungeheuren Erbitterung, die die Mordtat hervorgerufen hat, auch augenblicklich von der Tat und den Täfern abrüden, so besteht doch die unumstößliche Gewißheit, daß die deutschnationale Preffe und die Reden der deutschnationalen Parlamentarier die vergiffete Atmosphäre geschaffen haben, aus der diese Taten erwachsen sind. Es ist weiter festzuffellen, dah bis heute die Deutschnationale Partei es unterlassen hat, zwischen sich und den terroristischen Kreisen ihrer Anhänger die Trennungslinie zu ziehen. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Verlag, Ervedition und Inseraten. Fernsprecher: Abteilung Moritplatz 11753-54 Abwehr. Vor allem muß die Arbeiterklaffe erkennen, nären Feinde verwendet wird. Damit dies geschieht, muß daß nur durch die Zersplitterung ihrer Einheit die Reaktion der Staatsgerichtshof, der in letzter Instanz über die in Deutschland so start hat anwachsen können. Das beste Anwendung der Verordnung entscheidet, ohne jede Ausnahme Mittel zur Abwehr aller rechtsputschistischen Bestrebungen ist ausschließlich aus solchen Persönlichkeiten zusammengesetzt die Sammlung der gesamten werftätigen Bevölkerung, aller sein, die als zuverlässige Anhänger des republikanischen Arbeiter, Angestellten und Beamten usw. auf dem Boden des Staatsgedankens bewährt find. Sozialismus und der demokratischen Re- Hand in Hand mit der Durchführung und Berbesserung publik, um diese um diese durch eine unüberwindliche, ein- der Verordnung muß die Reinigung aller der ftaatlichen Orheifliche Phalang zu schützen. Damit ist gleichzeitig die ganisationen gehen, in denen sich die Reaffion eingenistet hat. stärkste Möglichkeit gegeben, durch die Machtmittel der Gesetz- Wir fordern in erster Linie die Säuberung der Bergebung und der Regierungsgewalt die Gefahr des reaktio- waltung, der Ministerien und der Schutzpolizei von renären Terrorismus zu erstiden. affionären Elementen. Besonderes Augenmerk ist der Das schaffende Volt muß seine gesamte Macht, feinen Reichswehr zuzuwenden. Waffen fragen darf nur, ganzen Einfluß in die Wagschale werfen, damit durch Regie- wer der Republik bis auf den Tod ergeben ist. Nicht rung und gefeßgebende Körperschaften die Maßnahmen durch- minder dringend ist die einschneidendste Einwirkung auf die geführt werden, die sich mit zwingender Notwendigkeit aus der Justiz, die bisher in der Bekämpfung des reaktionären jetzigen Situation ergeben. Die fozialdemokratischen Ber- Verbrechertums vollkommen versagt hat. Der in der Vertreter in Regierung und Parlament werden alles aufbieten, ordnung begangene Weg, der jetzigen Justiz die Rechtum diese Maßnahmen wirksam zu machen. Aber sprechung mit politischem Charakter aus der Hand zu nehmen da sie fast überall nur starte Minderheiten sind, so bedürfen und diese an zuverlässig republikanische Gerichtshöfe zu übersie der stärksten Unterstützung der Arbeiterschaft, um auch weisen, muß zu Ende gegangen werden. zögernde und unentschloffene Elemente des republikanischen Bürgertums mitzureißen, damit nicht auf halbem Wege stehengeblieben wird. Die Verordnung des Reichspräsidenten zum Schuße der Republik zeigt die Absicht der Reichsregierung, den Kampf gegen den reaktionären Terrorismus aufzunehmen. Aber diese Verordnung weist noch zahlreiche Lücken auf. Wir verlangen, daß sie sobald als möglich durch ein Gefeh zum Schuße der Republik erseht werde, das ihre Mängel beseitigt. Wer die Symptome der letzten Zeit durchgeht, wer die Gesinnung beobachtet hat, von der die sogenannten Regimentsfelern und„ nationalen" Kundgebungen getragen waren, wer die Provolationen und offenen Gewaltalte der Reaktion verfolgt, für den fann fein 3weifel bestehen, daß sich immer noch jeir weite Kreise der Nationalisten mit dem Gedanken eines gewaltsamen Sturzes der Republik tragen und auch Vorbereitungen treffen, diesen Plan in die Tat umzu- Sehr wesentlich für den Erfolg ist die Art ihrer Anwensetzen. dung. Wir fordern, daß die Berordnung getreu den Motiven, Gegen dieses Treiben fann für das werktätige Bolt nur aus denen sie gegeben wurde, allein und ausschließlich als eins gelten: einmütigste und entschlossenste Verteidigungswaffe der Republif gegen ihre reaffiostehende reaktionäre Anschläge abgewehrt werden, muß die Damit dies erreicht wird und damit noch bevorganisation der Sozialdemokratischen PatArbeiterklasse wachsam und alarmbereit bleiben. Die Orfei hat sich beim Kapp- Putsch wie bei allen anderen Gelegenheiten als die eiferne Armee zur Verteidigung der Republik bewährt. Arbeitet unermüdlich, ihre Stärke und Schlagkraft Stelle jeder seinen Mann! Dann ist uns in dem schweren zu erhöhen. Kampfe der Sieg gewiß. Es lebe die Republik! Der Borstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Massenaufmarsch des Berliner Proletariats Arbeiter! Angestellte! Beamte! einjelnen Bezirke von den Parteileitungen für Demonftrationen notwendig werdende Entscheidungen find die in Frage kommenden 5. Alle nicht in Betrieben Tätigen sammeln sich an den für die 9. Notstandsarbeiten sind auszuführen. Für besondere hierfür In Ergänzung unseres gestern abend in der Arbeiterpreffe befanntgegebenen Aufrufes veröffentlichen wir für die heutige Demonstration nachstehend den Organisationsplan: 1. Die Arbeitsruhe beginnt heute mittag Punkt 12 Uhr und endet morgen, Mittwoch, bei Arbeitsbeginn. 2. Die Schichtarbeiter, die sich um 11½ Uhr in ihren Betrieben einzufinden haben, begeben sich mit dem Zuge ihrer Betriebsbelegfchaft zum Demonstrationsort. 3. Die Demonstration findet staff um Punkt 3 Uhr nachmittags im Custgarten, auf dem Schloßplah und auf dem Neuen Markt. 4. Die Betriebsbelegschaften marschieren in geschlossenem Zuge unter Führung selbstgewählter, durch rote Armbinden fenntlich gemachter Ordner zum Demonstrationsort. ffets bekanntgegebenen Plähen und begeben sich von dort gleichfalls Gewerkschaffen zuständig. in geschlossenem Zuge nach dem Lustgarten. 6. Die Betriebe müssen die Aufstellung des Zuges und deffen Abmarsch so einrichten, daß fie Punft 3 Uhr am Demonstrationsorf find. Benachbarte und bezirklich zusammenliegende Betriebe verbekannten Hauptstraßen zu leiten ist. einigen ihre Einzelzüge zu einem großen Gesamtzuge, der durch die 7. Die Betriebe des Westens, Nordwestens und die der westlichen Vororte benutzen vorzugsweise zum Anmarsch folgende Straßenzüge: Berliner Straße oder Bismardstraße oder Kurfürstendamm, ferner Hardenbergstraße, Tauenzienstraße, Wittenbergplah, kleiftftraße, Nollendorfplatz, Potsdamer Straße, Cühowstraße, Flottwell straße, Schöneberger Ufer, Schöneberger Straße, Anhaltstraße, obere Wilhelmstraße, Kochstraße, Charlottenstraße, Französische Straße. 8. Alle Züge haben die Bannmeile zu beachten. 10. 3eitungen dürfen während der Zeit des Demonfirationsstreifs( Punkt 1 dieses Planes) nicht erscheinen. 11. Für Dienstag abend angefehte öffentliche Versammlungen finden nicht statt. 12. Redner bei der Demonstration find Abgeordnete der Parteien. Die Redner treffen sich um Punkt 2 Uhr Breite Straße 8/9. Jeder Redner spricht 15 Minuten. Der Beginn und das Ende der Reden werden durch Trompetenfignal angezeigt. 13. Die Demonstration schließt mit dem Vortrag von Arbeitertampfliedern. 14. Die Arbeiterfänger, die den beauftragten Ordnern ihre Legifimation vorzuzeigen haben, nehmen Aufstellung auf der großzen Museumstreppe, die von anderen Demonstranten freizuhalten ift. 15. Jede Partei muß 100 Ordner stellen. Diese Ordner versammeln sich mittags 12% Uhr Breite Straße 8/9. Armbinden sind mitzubringen. Arbeitende Männer und Frauen Groß- Berlins! Gestaltet diese Demonstration zu einer einheitlichen, machtvollen Kundgebung des Proletariats! Gewerkschaftskommission Berlins und Umgegend. Siegle. AfA- Bund, Ortskartell Groß- Berlin. Flatau, Rogah, Rothe. Bezirksverband der SPD. Theodor Fischer. Bezirksverband der USPD. Hermann Müller. Bezirksverband der KPD. Pfeiffer. Rathenaus letter Gang. Königsplatz gebracht, von wo nach vollzogener Ehrenparade durch die Reichswehr der Tote nach Oberschöneweide zum Erbbegräbnis der Familie Rathenau überführt wird. Hier erfolgt in aller Stille die Beisehung im engsten Familienkreise. * Wirth vorläufiger Reichsaußenminister. Der Reichspräsident hat den Reichskanzler Heute, um die Mittagsstunde, werden der Deutsche Reichstag, Dr. Wirth mit der Führung der Geschäfte des Reichsministe- die Reichsregierung und die Landesregierungen dem meuchlings riums des Auswärtigen beauftragt. dahingemordeten Reichsminister Dr. Rathenau die letzte Ehre geben. Auf dem Präsidentenplatz des Sigungssaales, der in schlichte Trauer Die Ausschmückungskommission des Reichstages hielt am Mongehüllt ist, erfolgt die Aufbahrung der Leiche. Nach einleitender tag eine Sigung ab, um über die Vorbereitungen zur Trauerfeier Trauermufit wird zunächst der Reichspräsident dem Toten für Dr. Walter Rathenau zu beraten. Das Standbild Kaiser im Namen des Volkes die letzten Grüße widmen, für den Wilhelms 1. in der Wandelhalle soll so verhüllt werden. Reichstag spricht Bizepräsident Bell die Abschiedsworte, für die daß es die Gestalt eines Obelisken bekommt. In der nächsten Zeit Demokraten Pfarrer Korell, Nach diesem Abschied wird der fol: diefes Wahrzeichen der Monarchie aus dem Reichstag entfernt Garg unter den Klängen der Trauermusik durch das Portal 1 zum werden. Das Gesetz zum Schutz der Republik. Unter dem Vorsitz des Reichspräsidenten tagte gestern abend das Reichskabinett, um das Gefeß zum Schutz der Republik zu beraten. Heute werden diese Beratungen fortgesetzt. Ein Produkt der Mgst. Niemals hat bisher die deutschnationale Parteileitung es für notwendig gebi.lterr offen und tlo? von de" Gewalt- Politikern abzurücken, die unter dem Schutze ihrer Fittiche den politischen Meuchelmord zum Evan- gelium erklärt haben. Als die K a p p i st e n in Berlin ihre „Schieberbörse" aufmachten, waren die Hergt und Genossen alsbald in eifrigstem Berhandeln mit dieser„neuen Regie- rung". Qirst als die Sache schief gegangen, kamen sie mit der Erklärung zutage, daß sie nur auf verfassungsmäßigem Wege ihre monarchistischen Ziele erreichen wollten. Als Erzberger gefallen war, frohlockte die deutschnatio- nale Provinzpresse in unverhüllter Schadenfreude. Und auch führende Deutschnationale Berliner Blätter machten kein Hehl aus ihrer Genugtuung über das erfolgreiche Attentat von Griesbach. Die deutschnationale Parteileitung aber heul- ineierte darüber, daß man sie mit einem Vorwurf belaste, den sie nicht verdiene und gleichzeitig hetzte sie mit allen Mitteln die bayerische Kahr-Regicrung auf, durch aktiven Widerstand die aus der Not geborenen Ausnahmeverordnun- gen der Reichsregierung zu sabotieren. Jetzt, da nach der Ermordung Rathenaus die Schande allzu offenbar geworden ist, und da im Reichs- tage von mehr als einer Seite den Deutschnationalen die G e- w i s s e n s f r a g e gestellt wurde:„Wo und wann seid ihr von den Deutschvölkischen abgerückt, die als Mitglieder in Eurer Mitte sitzen und die offen die Gewalttat gegen Vertreter der Republik predigen?", jetzt endlich fühlt sich wenigstens der V o r s i tz e n d e der Deutschnationalen Partei veranlaßt, in einer langen Erklärung von diesen gewalttätigen Elementen abzurücken und ihre Entfernung aus der Partei zu fordern. Diese Erklärring ist nach mehr als einer Richtung von Interesse, weshalb wir sie als gefchicht- liches Dokument in ihrem vollen Wortlaute hier wiedergeben: Durch die Erklärungen der dsutschnationalen Fraktionen des Reichstags und des Preußischen Landtags ist die Empörung und E n t r ü st u n g der Deutschnationalen Volkspartei über das schmachvolle Verbrechen, dessen unschuldiges Opfer der Reichsminister Dr. Rathenau geworden ist, zum Ausdruck gekommen. Wiederum ist diese Mordtat zum Anlaß genommen worden, um unerhört«, unbewiesene und nie beweisbar« Beschul- digungen und Verleumdungen gegen unsere Partei, unsere Führer, Mitglieder und Anhänger zu schleudern. Mit Entrüstung weisen wir im Bewußtsein unseres reinen Gewissens diese niederträchtigen Verdächtigungen zurück, die um so verwerflicher sind, als gerade durch sie der Frieden im Lande aufs schwerste bedroht und die Her- stellung einer gemeinsamen Kampsfront gegen die furchtbare Der- wilderung der Sitten, die unter dem Drucke des Diktats von Ver- sailles und all seinen Folgen in unserem Volke immer weiter um sich greift, unmöglich gemacht wird. Mit Verbrechern und Mordbuben hat die Deutschnakionale volkopartei nichts gemein. Seit Gründung der Deutschnationalen Volkspartei haben wir nie einen Zweifel darüber gelassen, daß wir die Erreichung unserer Ziele nur auf verfassungsmäßigem Wege und mit den Mitteln des Rechts und der Ordnung er- streben. Wir wissen, daß dieser Grundsatz Gemeingut aller In der Deutschnationasen Volkspartei organisierten Deutschen ist. Die Parteileitung hat wiederholt in früheren Fällen politischer Der- brechen die Behörden bei ihren Maßnahmen mit allen ihr zu Ge- böte stehenden Mitteln tatkräftig unterstützt. Wir verlangen darum auch von der Regierung, daß sie unsere Partei und die in ihr ver- einten Millionen deutscher Wähler und Wählerinnen gegen verlogene und haßerfüllte Verleumdungen deckt, daß sie aber auch den Schein vermeidet, als ob sie sich solche Verdächtigungen selbst zu eigen machen wollte. Für diesen selbstverständlichen Schutz der staats- bürgerlichen Ehre unserer Mitglieder und Anhänger wird die Partei mit aller Entschiedenheit eintreten. An unsere Freunde im Lande richten wir das dringende Er- suchen, in diesen erregten Zeiten völlige Ruh« zu bewahren und sich auch durch Provokationen nicht zu Unüberlegtheiten hin- reißen zu lassen. Durch die Verordnungen des Reichspräsidenten vom 24. Juni d. I., die nach der eigenen Erklärung der Reichsregie- rung ausschließlich gegen rechts gerichtet sind, sind wir aufs schwerste bedroht. Wir werden' gegen jedes Unrecht, das uns auf diese Weise angetan wird, mit allen gesetzlichen Mitteln ankämp- fen. Wo aber die Staatsbehörden sich für die Wiederherstellung des inneren Friedens gleichmäßig ohne Ansehen der Person und der politischen Parteistellung einsetzen, können und müssen sie der tat- kräftigen Unterstützung der in der Deutschnationalen Volkspartei organisierten, ordnungsliebenden Teile des deutschen Volkes ge- wiß sein. Die Ehre unserer Partei und die Heiligkeit unserer Ziele macht uns zur gebieterischen Pslichl, daß wir unsere eigenen Reihen rein halten von etwaigen Elementen, die es nicht anerkennen wollen, daß unsere politische Arbeit sich nur aus verfassungsmäßiger Grundlage vollziehen kann und darf. Aufgabe unserer Parteigliederungen im ganzen Reiche ist es, über diese Reinhaltung der Partei mit allen Mitteln zu wachen. Gegen jeden, der Gewalttaten predigen, gut- heißen oder sich etwaigen Organisationen anschließen sollte, über ! deren Ziele in dieser Hinsicht Zweifel bestehen könnten, ist rücksichtslos ' der Ausschluß aus unserer Partei zu bewirken. Wenn so durch gemeinsame Arbeit aller wirklich Deusschnatio- nalen für die unbefleckte Ehre unserer Partei Gewähr geboten wird, wissen wir uns mit allen Freunden im Lande einig in der festen i Zuversicht, daß unsere Sache zum besten der Erneuerung und Be- ' freiung unseres Volkes und Vaterlandes auch die schweren Stürme der Gegenwart siegreich überstehen wird. Jeder, der diese Erklärung des Herrn H e r g t liest, wird den Zwiespalt herausfinden, der sie auszeichnet! Zunächst wird mit positiver Gewißheit ausgesprochen, daß alle in der Deutschnationalen Partei„organisierten Deutschen" Gegner der Gewaltaten sind und schließlich wird doch aufgefor- dert, gewalttätige Elemente aus der Partei zu ent- fernen, in der sie angeblich gar nicht vorhanden sind! Vielleicht werden wir in den nächsten Tagen in der deutsch- nationalen Presse diesen Aufruf wieder mit all den tröstlichen Versicherungen begleitet finden, daß immer und zu jeder Zeit die Deutschnationalen auf dem gleichen Standpunkte gestan- den haben, den ihr Vorsitzender Hergt jetzt zu deklarieren sucht. Vielleicht aber wird auch in der Zeitung des früheren deutschnationalen Landtagsabgeordneten Maurcnbrecher wieder ein Mitarbeiter wie nach dem Tode Erzbcrgers schreiben, daß„einem das große Kotzen an- käme" bei soviel Wehleidigkeit, wie sie sich in der deutsch- nationalen Führerschaft über die Mordtat äußere! Man darf Herrn Hergt fragen, ob er die Maurenbrecher und seine Mit- arbeiter noch als Mitglieder der Deutschnationalen Partei ansieht, man darf ihn weiter fragen, ob er Reinhold Wulle und seine deutschvölkischen Sondergenossen noch weiter als Mitglieder der Partei dulden will. Oder ob er etwa die Absicht hat, nachträglich den Ausschluß der„Pommerschen Tagespost" zu veranlassen, die nach dem Tode Erzbergers fönn- lich aufjauchzte, daß dieser Mann zur Strecke gebracht war? Man wird weiter an den Vorsitzenden der Deutschnationalen Partei die klare Frage richten müssen, ob die Till essen und Schulz, die K i l l i n g e r und H o f f m a n n, die T r a u b und all die anderen, die mit ihnen sympathisieren, Mitglieder der Deutschnationalen Partei waren und sind? Villeicht kann auch Herr Hergt darüber Auskunft geben, wie jene Briefe zu verstehen waren, die die Verwandten des Erz- berger-Mörders Schulz einander schrieben und in denen davon die Rede war, daß er die Tat„für seine Partei" voll- bracht habe und daß„die Partei" ihn daher unterstützen müsse! Das find wie gesagt Fragen, die der Beantwortung harren. Aber auch, wenn Hergt in der Lage wäre, sie mit gutem Gewissen alle glatt zu verneinen, so würde doch niemand das Gefühl los werden, daß seine neueste Erklärung ein Vrodukt der Angst ist. Endlich fühlen auch die Deutschnationalen, daß sie unter den Schlitten kommen wür- den, wenn die von den breiten Massen des Volkes gestützte Regierung endlich fest zugreifen würde. Je mehr Tage indessen ins Land gehen, ohne daß den Ausnahme« Verordnungen ihre rücksichtslose Anwendung folgt, desto mehr wird sich die Angst verflüchtigen und desto drei st er wer- den die Reaktionäre ihr Haupt erheben d—*•* Auch die wehleidige Erklärung der Deutschnationalen von heute, daß sie die politische Mordtat verabscheuen, sollte die Reichsregierung und den Reichstag nicht davon abhalten, jetzt fest zuzupacken und die Personen unschädlich zu machen, die bisher den Mittelpunkt der reaktionären Propa- ganda darstellten. Wenn Gefühls momente Geltung haben dürfen, fo nur das eine, daß die Notwehr der Rc- publik dazu zwingt, die T r ä g e r des monarchischen Ge- dankens außer Gefecht zu setzen. Slutschulö unö Heuchelei. Ein dcutschnationales M. d. R. als Mordhefcer. In der„Germania" macht Graf Albrecht Montgelas auf einen Aufsatz aufmerksam, den der deutschnatio nale Reichstagsabgeordnete Major a. D. Wilhelm Henning im Juniheft der„Konservativen Monatsschrift" über den Rapallo-Vertrag veröffentlicht. In diesem vornehmen, schon 1843 gegründeten Monatsblatte, zu dessen ständigen Mitarbeitern auch Graf Westarp gehört, schreibt Herr Henning folgende Pöbeleien: „Bolschewismus ist der Kampf des internatio- nalen Judentums zur Vernichtung des natio- nalen Besitzers."(Im Original gesperrt gedruckt!!) „So lösen sich alle Rätsel— in Rußland, und in vieler Beziehung in der deutschen Außen-, Innen- und Finanzpolitik! So er- scheinen die Abmachungen des Vertrages von Rapallo plötzlich in einem anderen Lichte: der„deutsche" Jude Hilst dem„russischen" Juden zur Erreichung des gemeinschaftlichen Zieles!" Und von der Sühne für die Ermordung des Grafen Mir- dach heißt es, daß bisher stets von einer solchen gesprochen worden sei, bis, ja bis: „Kaum hat der internationale Jude Rathenau die deutsche Ehre in seinen Fingern, so ist davon nicht mehr die Rede." Und dann, wiederum gesperrt gedruckt:„Die deutsche Ehre ist keine Schacherwore für internationale Iudenhönde! In der Ehrenfrage der Völker aber liegt ein tiefer historischer Sinn und eine geschichtliche treibende Kraft— auch wenn Sie kein Verständnis dafür haben! Die deutsche Ehre wird(im Original gesperrt) gesühnt werden. Sie aber. Herr Rathcnau und Ihre hiulerleute werden vom deutschen Volke zur Rechenschaft gezogen werden,„sonst hätte"— um Ihre eigenen Worte zu gebrauchen,—„die Weltgeschichte ihren Sinn verloren!" Entrüstet fügt Graf Montgelas diesen Zitaten hinzu: „So schreiben in dcr Oeffcntlichkeit, so reden im P r i v a t k r e i s e die verantwortlichen Führer einer verblendeten konservativen Schicht der deutschen Bevölkerung. Wo bleibt die „deutsche Ehre", wenn man hinterher zu feige ist. um zu den Taten zu stehen, die auf solche Worte naturgemäß folgen? Man weiß nicht, ob man über die Dummheit solcher Leute oder über ihre Feigheit und Gemeinheit sich mehr entrüsten soll!" Das sind kräftige Worte, die sich auch Herr Hergt und sein Fraktionsgenosse Graf W e st a r p zu Gemüte führen sollten, besonders nach der neuesten„Erklärung" der Deutsch- nationalen._ Der Untersuchungsrichter von Frankfurt. Die Frankfurter Kriminalpolizei hat, wie der„Franks. Generalanzeiger" meldet, gegen den Amtsgerichtsrat Dr. Thormayer in Frankfurt bei der Justizbehörde Beschwerde eingelegt, weil er es abgelehnt hatte, den politischen Agenten, von dem der durch den Abg. Wels in seiner Reichstags- rede benutzte Bericht über die Vorbereitungen zu dem Mordanschlag auf Scheidemann und Rathcnau stammte, zu vernehmen. Die Kriminalpolizei sei durch diese Ablehnung des richterlichen Vorgehens nicht in der Lage gewesen, rechtzeitig die Schritte zu unternehmen, die möglicherweise zur Verhütung des Mordanschlags auf Rathenau geführt hätten. Grabe Rachenaus. Republik! vor dir liegt dein gemordeter Sohn: um deinetwillen der wievielte schon, Republik? Bluthunde zerrissen das Edelwild, bezahlte Verbrecher schmähen dein Bild: Republik— wehr dich! Republik! Deutschland gebar dich aus Strömen von Blut. Sind deine Besten zum Sterben nur gut. Republik? Ludendorsf höhnt dich für englischen Sold— doch Millionen stehen für Schwarz-Rol-Gold: Republik— wehr dich! Republik! Hüte dich vor dem Gelächter der Well! Deutschland ist tot, wenn dein Banner fällt, Republik! Man hat dich für deine Milde genarrt— nun hebe die Fäuste und werde hart, Republik— wehr dich! Republik! Stieb deinen Zorn in der Tollwut Gelechz. greife zur Rotwehr— dein Todseind steht rechts. Republik! Im offenen Kampfe kniffen sie aus. jetzt Pesten sie wie die Ratten durchs haus... Republik— wehr dich! Republik! vor dir liegt dein gemordeter Sohn; um deinetwillen der wievielte schon, Republik? Daß er für immer der Letzte sei, gellt über Deutschland ein einziger Schrei: Republik— wehr dich! Artur Zickler. Sie freuen sich! Ein Leser teilt uns mit: Aus Kissingen wird mir geschrieben: Du kannst dir nicht denken, wie die Leute hier sich freuen. Ueberall wird statt nur am Abend schon am Nach- iniltag„Deutschland, Deutschland über alles" gespielt.— Kissingen ist bekanntlich der Kurort für hcrzverfcttete Agrarier, und ähnliche not- leidende Zeitgenossen. Patriotismus. Von Hans Klabautermann. Der Satiriker hält sich den Leidenschaften fern. Er trägt die zuversichtliche Hoffnung im Herzen, daß es einst besser werde in der Welt. Er glaubt nicht an die böse Absicht, sondern ist nachsichtig gegen die Torheit. Sein Leitwort ist: Herr oergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Die Quelle des Humors rieselt nicht unaufhörlich. Sie versiegt, wenn die warme Hoffnung getäuscht wird. Dann schweigt der Sa- tiriker. Liebknecht, Eisner, Erzberger, Scheidemann..... Der heitere Plauderton stellt sich dem Trauernden nicht ein. Aber auch im Satiriker kreist das heiße Blut. Er kann nicht schweigen, wenn ihm der Ekel in die Kehle steigt. Am Sonnabend vormittag ist Rathenau ermordet worden, ein Mann, der, selbstlos wie selten einer, alle seine Kräfte in den Dienst seines Volkes eingesetzt hat. Am Sonnabend abend schämt man sich nicht, eine Festvorstellung des Fridericus-Rex-Films zu veranstal- ten, jenes geistlosen Machwerks, das auf das verdrillte Gehirn der Unbelehrbaren spekuliert. Auf der Leinwand erscheint der Parademarsch, ausgeführt von Filmstatisten. Und die Menge klatscht, klatscht bei dem Symbol dieses Verhängnis- vollen Ungeistes, klatscht an demselben Tage, an dem ein Unersetz- licher Opfer dieses Ungeistes geworden ist. Kein Widerspruch hat sich erhoben. Die andern dulden es. Run aber ist es genug. Fort mit der Lauheit! Laßt uns beut- lich werden! Mit diesem vaterländischen Aftergcfühl wollen wir nichts zu schaffen haben. Wir lieben unser Vaterland, weil uns tausend Fäden an die Gemeinschaft knüpfen, in der wir leben, die uns vertraut ist. Aber wir rücken ab von dem völkischen Geschrei, das Unheil in die Welt sät. Der Patriotismus der Völkischen ist Lüge, Dummheit, Unkultur. Aus diesem Patriotismus heraus ist ein Brief an die arme Witwe Erzbergers geschrieben, der datiert ist:„A m Tage der Hinrichtung Rathenaus" und an dessen Schluß es heißt:„Mit Güte habt Ihr Männer des Erfüllungswahnsinns nicht hören wollen auf die Stimmen derer, die von der Fortsetzung der Wahnsinnspolitik abraten. So nehme denn das harte Verhäng- nis seinen Lauf, auf daß das Vaterland gedeihe." So mall sich der Vaterlandsgedante im Hirn derer, die nicht umlernen wollen. Das ist die Tradition der Unversöhnlichkeit. Herr Geßler legt Wert auf die Pflege der Tradition. Er sagt: „In den letzten Wochen macht sich das Bestreben bemerkbar, alle Dinge, die sich mit der Tradition des alten Heeres beschäftigen, zu verdächtigen und zu bekämpfen. Im Gegensatz zu diesen Aufsassun- gen halte ich es für gesund und im Geiste auch des neu�n Heeres nur förderlich, daß dem Soldaten die Erinnerung an die Zeit, in der er für fein Vaterland in Ehren gekämpft und gelitten hat, teuer ist." Nein, Herr Geßler, das ist nicht gesund. Nicht der Geist der Ka- meradschaft wächst auf diesem Boden, sondern der Geist der Hand- granaten. Wir wollen uns steucn, wenn der militaristische Gedanke auf der Erde stirbt, trauern, wenn er irgendwo wieder aussebt, und hoffen, daß er kein unausrottbares Ungeziefer ist. Weg mit den Monumenten der Monarchie! Bei der heutigen Trauerfeicr für Walter Rathenau wird das Standbild Wil- Helms I., das in der Wandelhalle des Reichstags steht, verhüllt werden, und es heißt, daß man es später entfernen wolle. Diese Maßnahm« ist selbstverständlich und hätte schon längst erfolgen sollen. In das Parlamentsgebäude einer Republik ge- hören keine Monarchendenkmäler. Aber sie gehören auch nicht auf die Plätze und in die Parkanlagen einer republikanischen Reichs- Hauptstadt. Man könnte sie allenfalls dulden, wenn sie werivolle Kunstwerke find und dem Stadtbilde zum Schmuck dienen. Von den Statuen der Siegesallee und den Marmorarrangements vor dem Brandenburger Tor, von den an die Eharlottenburger Brücke angeklaffchten Gestalten Friedrichs I. und seiner Frau und zahl- reichen anderen Ueberbleibseln der wilhelminischen Aera wird das kein Urteilsfähiger zu behaupten wagen. Wenn man sie bis heute geduldet hat, fo war der Hauptgrund der, daß die junge Republik nicht allzu rigoros erscheinen wollte und Rücksichten auf die Empfindungen der monarchisch gesinnten Minorität der Bevölkerung nahm. Diese Rücksichten fallen jetzt weg, nachdem sich gezeigt hat, daß die Anhänger des alten Regimes und Feinds der Republik um so schamloser und brutaler auftreten, je mehr man ihnen nachgibt� Die Entfernung aller Hohenzollcrn-Monument« und sonstiger Er- innerungszeichen der beseitigten Monarchie ist jetzt eine Forderung, deren Erfüllung sich die staatlichen und städtischen Behörden nicht länger entziehen dürfen. Die Pflicht der republikanischen Presse aber ist es, diese Forderung immer wieder zu erheben und nicht eher zu schweigen, als bis ihr Genüge geschehen ist. Dazu erhalten wir folgende Zuschrift: Rathenau ist auf dem Felde der Republik gefallen. Die Republik hat daher die Pflicht, mit dem größtmöglichen Aufwand von Macht und Repräsentation feinen Märtyrertod zu feiern. Die Feier soll durch ihre Größe zeigen, wm groß der Wille und die Macht der Republik ist, sie soll durch ihre Größe das deutschnationale Mörderdeutfchland de- m ü t i g e n. I chschlage daher vor, daß die Stadt Berlin durch U m- taufe einer Berliner Straße oder eines Plaizes eine Stätte dauernden Gedenkens dafür schafft, daß das republika- nifche Berlin ebenfalls die Märtyrer der Republik ehrt. Zur Um- taufe kommt besonders ein byzantinischer Straßenname in Frage, etwa der Victoria-Louise-Platz. Diese Umtaufe soll aber sofort als republikanische Demonstration stattfinden und nicht etwa«rst mit der allgemeinen großen Umbenennung, die za doch noch Jahre auf sich warten lassen wird. holz aus vaumblöltern. Das sogenannt«„künstliche Holz", wie es teilweise auch im Karosserie- und Flugzeugbau.Verwendung findet, ist bis jetzt aus Sägemehl und Holzmehl hergestellt worden. Neuerdings ist, wie das„Wissen" mitteilt, ein Verfahren patentiert, durch welches sowohl trockene Eichen- als auch Buchen- blätter für denselben Zweck verwandt werden können. Die Blätter werden zuerst gemahlen und mit einem Bindemittel wie Leim, Harz oder Wasserglas vermischt, wonach die Masse in Soda- lauge gekocht und darauf in einer Presse geformt wird. Nach dem Trocknen und dem notwendigen Erhitzen unter Druck entsteht ein fertiges Produkt, das ein guter Ersatz für Holz ist und Farben an- nehmen kann. Der Vorteil dieses Holzes liegt in dem billigen Roh- Material. Preußen im J We gestrige Sitzung des Landtags, die ursprünglich auf 11 Uhr angesetzt war, wurde auf s'-Z Uhr vertagt, da die Regicrungserklä- rung zur Vercrdnung des Reichspräsidenten noch nicht fertiggestellt war. Um 4% Uhr eröffnet Präsident Le inert in Anwesenheit des gesamten Staatsministenums die Sitzung. Zur Verlesung ge- langt ein Schreiben der Landtagssraktion der Deutschnationalen, worin Protest erhoben wird gegenüber dem Verhalten des Präsi- deuten, der am Sonnabend dem Abg. Winckler(Dnat.) das Wort entzog. Die Verlesung wird wiederholt durch Zurufe wie„Papier- korb!" und ähnliche unterbrochen. Präsident Lcinert erklärt, das Schreiben werde dem Protokoll der Sonnabendsitzung angefügt werden. Im übrigen habe der Aeltcstenrat seine Haltung in der Sonnabendsitzung nicht beanstandet. Darauf werden die auf der Tagesordnung stehenden Gegen- stände abgesetzt und folgender Antrag der Koalitionsparteien zur Be- ratung gestellt: „Das Slaaksministerium wird ersucht, alle Matznahmen zu er- greifen, die den Bestand des Staates sicher st eilen. Der Landtag erwartet soforlige Vorlage der Aussührungsbe st immun g e n zu den vom Reich erlassenen Verordnungen.- Mit dieser Beratung verbunden sind die kommunistischen An- träge, die u. a. die Auflösung de r Reichswehr und der konterrevolutionären Organisationen fordern. Ferner steht zur Be- ratung eine große Ausrage der Unabhängigen über das Straf- verfahren betr. die Ermordung von Liebknecht und Rosa Luxem b u-rg. Des weiteren stehen unabhängige Anträge über die Säuberung der Schupo, der Wehrmacht von monarchistischen Cle- mentcn und über die Angliedrung von Verbänden der Mitglieder der gewerkschaftlichen Organisationen an die Schupo für die Dauer des Ausnahmezustandes zur Besprechung. Minifterpräsiüent braun gibt dem Abscheu und der Entrüstung der preußischen Regierung über die feige Mordtat an Rathenau Ausdruck. In kurzen Worten bezeichnet er das Lebensbild Walter Rathenous und sagt, daß kaum jemals der Wahnwitz derer klarer in die Erscheinung getreten ist, die glauben, mit der Waffe des politischen Meuchelmordes dem deutschen Volke Helsen zu können, als durch die feige Mordtat an dem Außenminister Rathenau. Dieser Vorfall zeigt, daß der Wahn- linn in unseren eigenen Reihen haust, und es muß mit Recht dm Frage aufgeworken werden:„Soll das so weiter gehen?" Das politische Leben Deutschlands hat sich immer dadurch ausge- zeichnet, daß der politische Meuchelmord nicht zur politischen Waffe wurde.(Lsbh. Sehr wahr!) Den politisch ganz rechts stehenden Kreisen bliebe es vorbehalten, diesen Zustand zu ändern.(Zustim- mung.) Und das in einer Zeit, wo die politische Freiheit so groß ist wie sie nie zuvor war.(Lebh. Zustimmung.) Im Interesse unseres Vaterlandes müssen wir den Kampf mit den Mord- Kuben aufnehmen, die zweifellos Mitglieder einer weiwer- zweigten Verbrecherbande sind.(Sehr richtig! links. Ruf:„da drüben sitzen die Verbrecher!") Wir müssen den Kampf aufnehmen nicht nur gegen die verwilderten Werkzeug« einer irreführenden Politik, sondern auch gegen jene, die diese ZNordbuben begünstigen. (Sehr richtig!) Nach der- ganzen Ausführung dieser Mordtat unter- liegt es keinem Zweifel, daß diese Mordbuben...(Ruf links: Der Redakteuer der..Deutschen Tageszeitung" da drüben. Herr Baecker!) Zlber auch gegen diejenigen, die Mittel für diese Leute hergeben, muh mit aller Entschiedenheit eingeschritten werden. Der Kampf muß auch denen gelten, die durch ihre gewisienlose Ver- hetzung die Mordatmosphäre geschaffen haben.(Ruf links: Daecker!) Man mag die jetzige Staatsform und deren Repräsentanten mit aller sachlichen Schärfe bekämpfen. Die Art aber, wie besonders in den letzten Monaten der Kampf gegen die Vertreter der Republik geführt worden ist, stellt alles in den Schatten, was jemals in einem Lande darin geleistet worden ist. Es muß sehr schlecht um die Sache derer bestellt sein, die mit solchen Mitteln käinpsen. An alle Organ- und Behörden, die es angeht, möchte ich die Worte richten, daß auch lie sich ihres Eides auf die republikanische Verfassung jederzeit be- wüßt sein mögen.(Unruhe links.) Die Maßnahmen der Reichs- regierung sind bekannt. Der Minister des Innern wird Ihnen im einzelnen darlegen, was die preußische Regierung zu tun gedenkt, um diese Verordnung auszuführen. Es unterliegt keinem Zweifel, daß dieser Kampf mit oller Rücksichtslosigkeit geführt werden muß. Alle Parteien und alle Stände des Volkes, die ein Gefühl des pol,- tischen Anstandes haben und denen die Interessen unseres unglück- lichen deutschen Volkes am Herzen liegen, mögen uns in diesem Kampfe unterstützen.(Lebh. Beikall.) Ich möchte insbesondere die ausführenden Organe Preußens darauf aufmerksanl machen und keinen Zweifel darüber lassen, daß dieser Kampf sich lediglich gegen die rechtsgerichteten Gruppen zu wenden hat, die einerseits die politischen Morde unterstutzen und mit ihrer vergiftenden Hetze die Atmosphäre für diese Schandtaten schaffen. Es wird nötig fein, die Verordnungen des Reiches noch durch einige gesetzliche Maßnahmen Pre u ß e n s zu unterstützen. Der Kampf muß geführt werden unter der Parole: „Kampf gegen all« Feinde der Republik, wo sie auch stehen!(Stur- mischer Beifall links und in der Mitte.) Minister ües Innern Severins: Nach einer Würdigung Rathenaus gibt der Minister der Be- fürchtung Ausdruck, daß als Folge der Mordtat die Verhandlungen der Bergarbeiter organisationen über das Lohn- u n d Ueberfchichtenabkommen fcheitern könnten. Wenn wir unter der Ablehnung der Ueberschichten im nächsten Winter mehr leiden müssen, so ist das allein auf das Konto der Verbrecher zu schreiben. Zlber das ist nicht die einzige Gefahr. Es ist mir gemeldet worden, daß wir in Schlesien nicht nur eine oberschlesische, son- dern eine schlesische Frage im allgemeinen zu lösen haben. Ver- sprengte Selbstschutzkolonnen und andere rechtsgerich- tele Organisationen haben die Ruhe und Ordnung in Schlesien derart gestört, daß selbst Vertreter der Sozialdemokratischen Partei wegen Derhängunq des Ausnahmezustandes in Schlesien vorstellig gewor- den sind. Was zur Bekämpfung der Gefahren getan werden kann, ist getan worden. 'Die Ausführungsbestimmungen zu der Verordnung des Reichs- Präsidenten sind bereits den Oberpräsidenten vorgelegt worden. Der Minister verliest dann die Ausführungsbestimmungen, die wir an anderer Stelle veröffentlichen. Die preußische Staatsregierung und besonders mein Ministerium, so fährt der Minister fort, haben nicht erst der Anregung bedurft, um ihre ganze Aufmerksamkeit den rechts- gerichteten Kreisen zu widmen. Die Verhaftung einiger Mitglieder der Organisaton Eonsul ist der Berliner Polizei zu danken. B e r e i t s vor der Ermordung Rathenaus habe ich mit dem Reichs- kanzler über die Notwendigkeit eben dieser Verordnungen konferiert und habe feststellen können, daß auch bei den zuständigen Reichs- stellen sich die Erkenntnis Bahn gebrochen hat, daß auch die Reichs- regierung die Provokationen nicht rußig hinnehmen kann. Sie können sich darauf verlassen, daß die Verordnung des Reichspräsi- deuten, soweit Preußen in Frage kommt, nickst auf dem Papier stehen bleiben wird. Sie dürfen sich darauf verlasien, daß der die Verordnung gegebene Rechtsboden dazu benutzt wird, den rechtsstehenden Kreisen die Er- kenntnis beizubringen, daß Ausschreitungen, wie die der letzten Wochen nicht geeignet sind, den Bestand der Republik zu erschüttern. Ich spreche dabei von jenen Verbrechern, jenen Wahnsinnigen, die sich zuweilen mit einem parteipolitischen Etikett zieren, die ich aber mit keiner politischen Partei identisizeren möchte. Diesem Ver- brechertum gilt der Kampf der preußischen Re- g i e r u n g.(Stürmischer Beifall links.) Die deutsche Republik ist in ihrem Bestände gesichert, wenn alle, die sich zur Republik bekennen, in diesen schweren Tagen zusammenstehen.(Stürmischer Beifall bei der Mehrheit.) �bg. hettmann(603.): Das politische Motiv und die politische Entstehungsgeschichte der Mordtat an Rathenau stehen außer Zweifel. Eine frivole I u d e n h e tz e, die durch die Freisprüche der Gerichte unterstützt wurde, hat den Glauben ersteh?n lassen, daß jüdische Staatsmänner vogelfrei sind. Wenn die Republik nicht mit äußerster Strenge vor- geht, ist Rathenau vielleicht nicht das letzte Opfer. Diese planmäßig« Abschlachtung deutscher Staatsmänner ist nur möglich, weil hinter diesen Mördern organisierte Mörderbanden stehen. Allen, die sie unterstützen, gilt unser Kampf. Die Verordnungen des Reichspräsidenten sollen die monarchistischen Geheimorganisationen und die Preßhetze treffen und ein neues Gericht gegenüber den völlig versagenden preußischen Gerichten schaffen. Die Ver- ordnungen haben unseren vollen Beifall. Da zum Kampfe gegen das monarchistische Verbrechertum Geld nötig ist, sollte die preußische Regierung das Hohenzollern-Vcrmögen zum Kampf gegen die Feinde der Republik verwenden, wie Bismarck in ähnlicher Situation das Vermögen der Welfenkönige beschlag- nahmt«. Die Verordnung muß in Preußen streng durchgeführt und sorgfältig überwacht werden. Die Zustände in der Reichswehr erfüllen uns mit ernsterer Sorge als den Reichswehrminister. Im Interesse der Reichswehr müssen deren gesetzliche Fahnen, die be- tanntlich schwarzweißrot sind, verschwinden. In das Reichswehr- Ministerium gehört ein Mann, der Gewähr über die Säuberung der Reichswehr gibt. In Preußen handelt es sich vor allem um die Reform der Justiz und der Verwaltung. Es muß ein ganz neues Sondergericht zum Schutze der Republik eingesetzt werden. Aus der Schutzpolizei müssen alle unzuverlässigen Elemente beseitigt werden. Dazu brauchen wir ein neues Difziplinarver- fahren, das die Rechte des Staates gegen politisch ungetreue Beamte energisch wahrnimmt. So rasch wie möglich muß in Preußen die A m n e st i e in weitestem Umfange erfolgen. Es sind uns eine ganze Reihe von Briefen zugegangen, in denen mitgeteilt wird, daß eine Zlnzahl Beamter sich in der gemein st cn Weise zum Tode Rathenaus geäußert haben. Ein Landrat in Schlesien sagte:„Galt sei Dank, daß der Jude verreckt ist!" (Stürmische Entrüstung links und in der Mitte.) Ein Beamter, der den Anschlag der Trauerkundgcbung des Reichstages zu besorgen hatte, erklärte:„Diesen Wijch soll ich jetzt auch noch anheften!" Eine Sekretärin des Auswärtigen Amtes hat geäußert: „Gott sei Dank, daß ein Jude weniger ist!"(Stürmischer Ausbruch der Entrüstung links.) Mit Feuer und Schwert müßte man gegen diese Elemente vorgehen. Für die demokratische Republik muß das ganze freiheitlich gesinnt« werktätige Volk ein- treten. Darum bedauern wir sehr die törichten Zwischenrufe und Angriffe der Kommunisten, mit denen man die Reaktion nicht über- winden kann. Kehren Sie(zu den Kommunisten) zter Vernunft zurück und leisten Sie nicht in dieser kritischen Stunde zur Freude der Reaktion dieser durch einen Kampf der Verteidiger der Republik untereinander Vorschub. Wir brauchen eine Einheitsfront, die marschiert und handelt.(Stürmischer Beifall und Händeklatschen bei den Sozialdemokraten.) Abg. Winckler(Dn.) erhält das Wort. Die S o z i a l d e m o- tratische Fraktion verläßt den Sitzungssaal, während die Unabhängigen und Kommunisten sich um die Redner- tribüne scharen und den Sprecher durch Zwischenrufe fortgesetzt unterbrechen. Präsident L e l n e r t ermahnt vergeblich zur Ruhe. Der Lärm dauert während der ganzen Rede Wincklers an, die sich mit der Erklärung Hcrgts im Reichstage deckt. Abg. Dr. Heß(Z.): Die Prophezeiungen, daß um den 24. Juni herum etwas geschehen werde, haben sich in schrecklichster Weste be- stätigt. Das Wort des„Lokal-Anzeigers":„Rathenau ist auf dem Felde der Ehre gefallen" erfüllt einen mit Ekel und Derachluug. Die Rechte kann sich nicht damit herausreden, daß sie die Folgen ihrer niederträchtigen Hetze nicht hätte voraussehen können. Seit dem Mord auf dem Kniebis hat sich die Hetze in Versammlungen und in der Presse nur noch verstärkt. Am 23. Juni noch forderte Helfserich(Stürmische Zurufe links: Der Mörder!) den Staatsgerichtshof gegen Dr. Rathenau, und am nächsten Tage schon wurde der Minister erschossen. Jetzt kommen die Lobeshymnen aus der Rechtspresse für den Hingemordeten. Das ist eine elende Heuchelei, besonders, wenn ausgerechnet Herr H u s s o n g sich zum Lobrcdncr des Ermordeten aufschwingt. (Stürmischer Beifall b. d. Mehrheit.) So kann es nicht mehr weiter- gehen. Die Mini st er der Republik sind kein Frei- wild. Sie(nach rechts) haben diese Hetze getrieben, weil sie es nicht verschmerzen können, dckß sie nicht mehr die uneingeschränkte Kom- mandogewalt in Händen haben. Ein festgefügter Block der Mitte, der uns aus diesen Zuständen befreit, ist das Gebot der Stunde. (Stürmischer Beifall b. d. Mehrheit.) Abg. Dr. Kalle(D. Vpt.) bezeichnet die Ausnahmebestimmungen. nach diesem furchtbaren Ereignis als bitter notwendig. Abg. Obdurch(US.) bezeichnet es als einen Skandal, daß der Kommissar für öffentlich? Ordnung nicht die Morde verhindert hat. Abg. Dr. Meyer-Ostpreußen(Komm.) verurteilt den Mord. Wenn aber ein Herr Weismann noch heute Hüter der öffentlichen Ordnung sei, so sei das für die Orgeschleute geradezu ein Anreiz, solche Mordtaten zu begehen. Alle Verdächtigen der Organisation C seien vom Polizeipräsidium wieder entlassen worden. Der Leiter der Abteilung la sei gleichzeitig Vertrauensmann der Orgesch.(Lebh. Hört! Hört!) Ein Vertreter des Justizministeriums erklärt, daß hinsichtlich der Verordnung des Reichspräsidenten das Notwendige veranlaßt werde. Abg. Dr. Schreiber(Dem.) führt eine Menge von Beispielen an, wie die Rechtspresse gehetzt hat und wie aus dieser Hetze die Atmosphäre entstanden ist, aus der heraus der politische Mord ent- stand. Abg. Vrodt(Wirstch.-Partei) zieht einen scharfen Strich zwischen seiner Partei und den Deustchnationalen und fordert, daß die p o l i- tische Erziehung der Studenten anders als bisher erfolgt. Durch die Annahme eines Schlußantrages wird dem deustch- nationalen Abg. Koch das Wort abgeschnitten. Abg. Heilmann(Soz.) beantragt, die zur Beratung stehenden Anträge einem Ausschuß zu überweisen. Abg. Leidig(D. Vpt.) beantragt, hierfür den Dcrfassungsaus- schuß zu wählen. Das Haus beschließt so und vertagt sich dann auf Mittwoch 11 Uhr. Schluß 6� Uhr. Maßnahmen in Preußen. Der preußische Minister des Innern erläßt, dem amtlichen Preußischen Pressedienst zufolge, unter dem 26. Juni 1322 folgende Bekanntmachung zur Ausführung der Verordnung des Reichs- Präsidenten zum Schutze der Republik vom 26. Juni 1322. r. Die Verordnung des Reichspräsidenten ist im Sinne der in der Verhandlung des Reichstages vom 2v. Juni 1322 vom Reichsjustiz- minister namens der Rcichsregierung abgegebenen Erklärung zu handhaben. Im einzelnen wird folgendes bestimmt: 1. Außer der Landcszentralbehörde sind zu Maßnahmen nach (5 1 und 8 9 der Verordnung die Oberpräsidenten, für den Bezirk der Stadtgemeinde Kroß-Bcrlin der Polizeipräsident zuständig(vgl. Z 2 Abs. 1 der Verordnung). 2. Die Oberpräsidenten bzw. der Polizeipräsident In Berlin haben alle Vorkehrungen zu treffen, die zu ihrer rechtzeitigen Unter- richtung über Versammlungen. Auszüge und Kundgebungen von Vereinen und Vereinigungen der im lj 1 der Verordnung bezeichneten Art, /dwie über gemäß§ 9 der Verordnung ergehend« Gerichts- beschlüsse erforderlich sind.» 3. Von jedem Verbot auf Grund des � 9 der Verordnung ist mir Anzeige zu machen: soll von einem Verbot Abstand genommen werden, so bedarf es meiner Einwilligung. 4. Es ist darauf hinzuweisen, daß die Beschwerden nach§ 3 und tz 3 gleichzeitig in einem zweiten Stück dem Oberpräsidenten bzw. dem Polizeipräsidenten in Berlin, gegen dessen Verbot sich die Beschwerde richtet, eingereicht werden. Der Oberpräsident bzw. der Polizeipräsident in Berlin hat die Beschwerde mit seiner Stellung- nähme beschleunigt an mich weiterzuleiten. Berlin, den 26. Juni 1322. Der Mini st er des Innern. gez. Severing. II. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 26. Juni 1322 auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten über das Verbot bestimmter Versammlungen vom 26. Juni 1322. Alle Regimcntsfeiern und andere Vcrsammungen von Ange- hörigen ehemaliger Truppenteile werden bis auf weiteres verboten. Verboten werden ferner die für den 28. Juni 1322 geplanten Veranstaltungen zur Erörterung der Annahme des Friedensver- träges und damit zusammenhängender Fragen. Berlin, den 26. Juni 1322. Der Minister des Innern. gez. Severing. Slutiger Zusammenstoß in Hamburg. Hamburg. 26. Juni.(Eig. Drahkbericht.) Hamburg erlebte am Montag nachmittag die größte politische Kundgebung, die es je gesehen hat. Die Parteivorstände der SPD. und USPD. hatten bereits vor dem Eintreffen der Parole für Dienstag in Verbindung mit dem Orksausschuß des DGB. zur Arbeitsruhe von 3 bis SllhramMontag aufgerufen. Solche Menscheamasfeu, wie sie Hamburg unker schwarzrotgoldenen und roten Fahnen durchzogen. sind noch nie auf den Beinen gesehen worden. Von 20 Tri- b ü n e n wurde auf dem heiligengeistseld zu dreimalhunderitausend Menschen gesprochen. Die Kundgebungen schlössen mit einem Bekenntnis zur Republik und mit der Annahme einer gleichlautenden Entschließung, in der verschiedene Forderungen an die Regierung gerichtet werden, um endlich der Reaktion Einhalt zu gebieten. Die in musterhafter Ordnung durchgeführte Riesenkundgebung endete leider mit einem grellen Mißklang. Entgegen den Versicherungen der Polizeibehörde, die Absperrung des Bannkreises unter äußerster Zurückhaltung nnd ohne jedes unnötige Verbot zu sichern, stand in der Rühe des Bismarck-Denkmals am Hafen eine Patrouille von einem Offizier und zehn Mann, die ein Schild mit sich führten, auf dem„halt, wer weiter geht, aus den wird geschossen!" stand. Dies mußte natürlich in den von der Kundgebung abmarschierenden Massen Empörung auslösen, die vielleicht auch wohl von Hetzern geschürt worden sein mag. Es kam zum Handgemenge. Schließlich ließ der Offizler Feuer geben. Ob das nokwendig war, steht sehr dahin. Der Erfolg war. daß ein Toter und drei Verwundete auf dem Platze blieben. Von der Partei sind sofort Schritte eingeleitet war» den, um eine strenge Untersuchung führen und die etwaigen Schul- digen zur Rechenschaft ziehen zu lassen. Verhaftungen in ffelftngfors. h e l s i n g f o r s, 26. Juni. Auf Antrag der deutschen Ge- sandlschafk nahm die Polizei In helsingsors auf dem heute eingelaufenen Dampfer„Rügen" drei unter dem Verdacht der Be- teiligung des Mordes an Rathenau stehende Personen fest, die sich für englische Matrosen ausgeben, die nach Wiborg unterwegs seien. Die Untersuchungen dauern fort. Llopü George unü Jacta an v)irch. WTB. meldet, Lloyd George hat dem Reichskanzler sol- gende Trauerbotschaft übermitteln lassen:„Mit tiefem Be- dauern habe ich die Nachricht von dem Tode Dr. Rathenaus erhalten und möchte meinem Abscheu vor dem entsetzlichen Verbrechen Ausdruck geben, durch welches dos deutsche Volk eines seiner aus- gezeichneten Vertreter beraubt worden ist. Die ganze Welt muß Männern Ehre zollen, die, wie er es tai, im Dienste des Volkswohles, den Gefahren eines öffentlichen Hasses trotzten, lleber- mittel» Sie bitte feiner Familie mein tiefes Mitgefühl." Der italienische Ministerpräsident Facta sprach dein Reichskanzler in folgendem Telegramm fein Beileid aus:„Mit tiefem Schmerz erhalle ich die Nachricht vom Tode des Herrn Rathenau. Deutschland verliert in ihm einen Heroorragenden Mann. dessen Kultur und dessen Geist alle bewunderten. Ich erinnere mich der Zeit, die ich mit ihm in Genua verbrachte und der Sympathien, die er einflößte. Ich bitte Sie, das tiefeinpfundene Beileid entgegenzunehmen, das die italienische Regierung und ich mit lebhafter Anteilnahme übermittelt." Deputationen im Reichstag. Im Reichstag erschienen gestern verschiedene Deputationen aus den Berliner Betrieben, die ihre besonderen Wünsche bezüglich der jetzt zur Anwendung zu bringenden Maßnahmen vortragen wollten. In einigen Fällen handelte es sich dabei um Komitees nach koivmu- nistijchsr Parole, die aus Mitgliedern der KPD., angeblichen Mit- gliedern der SPD. und USP. und„parteilosen Arbeitern" bestanden. Die sozialdemokratische Relchstagsfraktion steht auf dem Stand- punkt, daß die Mitglieder jeder Partei an ihre eigene gesondert herankommen sollen. Am allerwenigsten kann sie sich mit söge- nannten„parteilosen" Arbeitern einlassen, die womöglich gelb und deutschnational sind! Außerdem sind die Abgeordneten so beschäftigt, daß sie nicht imstande sind, Deputationen in beliebiger Zahl zu empfangen, falls nicht die Arbeit des Reichstags in Frage gestellt werden soll. Gaperns Sorgen. München, 26. Juni.(WTB.) Die Landtagssraktion der Bayerischen Dolkspartei hat im Landtage eine Inter- pellation eingebracht, in der zu der vom Reichspräsidenten erlassenen Verordnung zum Schutze der Republik vom 24. Juni Stellung genommen wird, und in der die schärfsten Bedenken„gegen diese tief in die hoheitsrechte der einzelnen Länder eingreifenden Bestimmungen" geltend gemacht werden. Man schreist uns: Die Kasfeediele Kahlbaum in Nürnberg absolvierte am Tage der Ermordung Rathenous folgendes Programm: 1. Deutschland, Deutschland über alles. 2. Stolz weht die Flagge Schwarz-Weiß-Rot. 3. Bayerischer Defiliermarsch. 4. Ich bin ein Preuße. Di« Nrn. 1 und 4 wurden von den Gästen stehend angehört und mitgesungen. Wer nicht mitmacht«, flog. Die Begeisterung war groß. Gewerkschaftsbewegung Betriebsräte! Deputationen einer großen Anzahl Betriebe des Wirtschaftsbezirkes waren heute in der Betriebsrätezentrale und forderten die fofortige Einberufung der Generalversammlung der Betriebsräte, damit diese zu der gegenwärtigen Situation Stellung nehmen solle. Hierzu haben mir folgendes zu erklären: In gemeinsamer Sigung der Gewerkschaftskommission, der Af2, SPD., USPD. und KPD. wurden die Fragen des örtlichen Vorgehens durchgesprochen und einmütig im Sinne des heutigen Aufrufes entschieden. Wir fordern die Betriebsräte auf, in ihren Betrieben dafür zu sorgen, daß entsprechend dem Aufrufe gehandelt mird, daß strengste revolutionäre Disziplin herrscht. Am heutigen Abend tagt der Zentralrat und sämtliche Gruppenräte in gemeinsamer Sigung und es erfolgt die Einberufung einer neralversammlung der Betriebsräte in dem Augenblicke, wo es die Situation, nach Auffassung obengenannter Körperschaften, erfordert. Freigewerkschaftliche Betriebsrätezentrale für den Wirtschaftsbezir? Groß- Berlin. Kaufmännische und Bureanangestellte! Auf Beschluß der Spizenorganisationen, der Berliner Gewerffchaftskommission und des Allgemeinen Freien Angestelltenbundes ( Af2) tritt heute, Dienstag, mittags 12 Uhr völlige Arbeitsruhe ein. Die Funktionäre unseres Verbandes haben sich unverzüglich mit den Bertretern der Arbeiterschaft in Verbindung zu sehen, um gemeinschaftlich das Nähere zu veranlassen. Die Belegschaften verlassen pünktlich um 12 Uhr geschlossen die Betriebe. Die Arbeitsruhe währt bis zum Betriebsbeginn des nächsten Tages. Kolleginnen und Kollegen! Heraus aus den Betrieben! Befundet durch geschlossenen Aufmarsch Euren Willen, die Reaktion niederzuschlagen. Zentralverband der Angestellten, Ortsgruppe Berlin. Arbeitsruhe im Einzelhandel. Das Kartell der freien Gewerkschaften im Einzelhandel fordert alle in den Berliner Waren und Kaufhäusern und Spezialgeschäften tätigen Angestellten, Handelshilfs- und Facharbeiter auf, fich an der Rathenau- Demonstration durch Ar= beitsruhe zu beteiligen. Treffpunkt Dienstag mittags 1 Uhr Dönhoffplaz Ede Kommandantenstraße. Sorgt für die restlofe Stillegung der Betriebe, demonstriert gegen den Meuchelmord! Kartell der freien Gewerkschaften im Einzelhandel. Zum Streik im Buttergroßhandel. Bom Deutschen Transportarbeiter- Verband wird uns geschrieben: Die Tatsache, daß die Arbeiter restlos die Betriebe verließen, beweist, daß es der Arbeiterschaft ernst ist mit der Erkämpfung einigermaßen ausfömmlicher Löhne. Die Stimmung unter den Streifenden ist zuversichtlich und ohne Vorwurf. Die Pflege der Pferde wird von den Streifenden ausgeführt. Um leicht verderb liche Bare wie Butter, Margarine, Marmelade, Kunsthonig, Quark usm. vor dem Berderben zu schützen, wird der Transport dieser Lebensmittel zu den Kühlhäusern ohne Behinderung ausgeführt. Wie gewöhnlich muß auch die Lügenpresse wieder in Aftion treten. So berichtet der Lokalanzeiger", daß die Arbeitnehmer in den Streif treten, obwohl die Arbeitgeber durch Anruf des Demobilmachungskommissars zu erkennen gaben, daß die Berhandlungsmöglichkeiten noch nicht erschöpft waren. Dies trifft nicht zu, denn die Organisationsleitung erfuhr erst am zweiten Tage des Streifs, daß eine Verhandlung vor dem Demobilmachungsfommiffar ftatt finden soll. Es erscheint eigenartig, daß die Arbeitgeber es diesmal so eilig haben, vor dem Demo zu verhandeln, was früher bei ähnlichen Anlässen nicht der Fall war. Die Gründe hierfür sind klar. Irreführend schreibt der Lofalanzeiger":" Der Ausstand wirft vor allem sehr empfindlich, weil es sich hier darum handelt, daß innerhalb ganz kurzer Zeit verderbliche Lebensmittel dem Berbrauch nicht zugeführt werden können." Durch den unbehinderten Transport verderblicher Lebensmittel nach den Kühlhäusern ist ein Verderben ausgeschlossen, es kann sich durch den Nichtverkauf dieser Lebensmittel nur um eine Schmälerung des Profites der Arbeitgeber handeln, was für den Lofalanzeiger" die Hauptsache ist, moran aber die Streifenden keine Schuld tragen. An die Kollegen Kutscher aus den Speditions- und Fuhrwerksbetrieben richten wir das Ersuchen, feine Waren, außer verderblichen Lebensmitteln, aus den bestreiften Betrieben abzurollen. Lohnkampf der Bauschloffer. Die Ortsverwaltung des Deutschen Metallarbeiter- Berbandes schreibt uns: Die Bauschlosser Berlins sowie die Arbeitnehmer in den Betrieben für gelochte Bleche haben in der Branchenversamm lung am 22. Jumi nach dem Bericht der Tariffommission, wonach dieser Branche vom Schlichtungsausschuß ein Zuschlag von 26 Broz. zugesprochen wurde, diesen Schiedssprch fast einstimmig abge lehnt und beschlossen, am Freitag, dem 23. Juni, ihren Arbeitgebern in jedem Betrieb die Forderungen vorzulegen und bei Ablehnung über Arbeitsniederlegung abzustimmen. 58 Betriebe mit 1200 Kollegen haben die Arbeit niedergelegt; eine Anzahl Betriebe hat die Forderungen bewilligt. Am Sonnabend, dem 24. Juni, beschlossen die Arbeitgeber, die Arbeiter auszufperren. Bis zur Stunde find als ausgesperrt gemeldet 8 Betriebe mit 52 Beschäftigten, Wir ersuchen alle Kollegen, wenn ihnen Arbeitsangebote gemacht werden, sich an die Streifleitung. Linienstraße 195, zu wenden. Vor der Entscheidung im Bankgewerbe. Wie der Allgemeine Verband der Deutschen Bankangestellten mitteilt, findet Donnerstag im Großen Saal der Neuen Welt, Hafenheide, eine große öffentliche Kundgebung der gesamten Ber liner Banfangestelltenschaft statt, um zu der Lariffituation, die sich scharf zugespitzt hat, Stellung zu nehmen. Redner aller drei Bankangestelltenorganisationen sowie die Obleute sämtlicher Betriebsräte der Großbanken werden sprechen. Versammlung der Rohrarbeiter. I legen der Branchenfommission von Mißverständnissen Renntnis gegeben wurde, hat die Branchenleitung dem Wunsche der Kollegen entsprochen. In der Diskussion wurde voll und ganz anerkannt, daß alles, was möglich war, erreicht worden ist. Der Kollege Meischack, KPD., erklärte einleitend, daß er zu „ neuem Leben" erwacht sei( er war bisher nicht Mitglied des Deutschen Metallarbeiterverbandes, da er ausgeschlossen war). Er brachte jedoch allerhand Angelegenheiten, die nicht auf der Tagesordnung standen, ver. Wirtschaft Der deutsche Arbeitsmarkt im Juni 1922. Soweit sich die Gefamtlage des deutschen Arbeitsmarktes im Juni nach den Berichten der Landesarbeitsämter bisher übersehen läßt, ist ein weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit und in den meisten Landesteilen eine Zunahme der Vermittlungen einZum 2. Punkt der Tagesordnung wurde der Bericht der Revi- getreten. Besonders starfe Anforderungen stellt die Landwirt. foren gegeben, die Kasse für richtig befunden und dem Kassierer Ent- fchaft für die Heuernte, Rüben- und Kartoffelbearbeitung und für lastung erteilt. Zum 3. Punft der Tagesordnung, Neuwahl der die Vorbereitungen zur Getreideernte. Der Bergbau hat in allen Branchenleitung in jeder Hinsicht eingestanden, daß sie ihre Pflicht weitem noch nicht gedeckt werden kann. Nach Westfalen und in das Branchenleitung, wurde es besonders lebhaft. Hatte man der feinen 3weigen großen Bedarf an Arbeitskräften, der jedoch bei getan hatte, so versuchte man jetzt mit den kleinlichsten Mitteln gegen mitteldeutsche Braunkohlenrevier wurden verschiedene Transporte die Person des Branchenleiters vorzugehen. Die Kommunisten hatten von Berg- und Hüttenarbeitern aus den an Polen abgetretenen eine Stunde vor der eigentlichen Versammlung Kriegsrat abgehalten, Gebieten Oberschlesiens gebracht. Die weiterverarbeitende um sich jedenfalls dafür start zu machen. Der Kollege Schoo dt als Industrie steht durchweg im Zeichen flotter Beschäftigung und Branchenleiter erklärte, daß die alte Branchenleitung bereit wäre, reger Nachfrage nach Arbeitskräften. Das gilt im besonderen Maße wieder zu kandidieren. Als nun zur Wahl selbst geschritten wurde, von der Metall- und Maschinenindustrie, dem Baugewerbe, Holzverließen die Kollegen der KPD. demonstrativ den Saal. Die alte gewerbe und der Textilindustrie. Nach den für 367 deutsche Städte Branchenleitung wurde demnach einstimmig von den Anwesenden( über 10 000 Einwohner) vorliegenden Meldungen betrug die Geauf ein weiteres Jahr wiedergewählt. Zum 4. Bunft der Tages famtzahl der unterstüßten Bollerwerbslosen an diesen Pläßen am ordnung machte Roch I über die Berhandlungen mit dem BBM. I 10. Juni d. 3. 19 232 gegen 23 012 am 27. Mai d. J. Die noch Mitteilungen und ermahnte die Kollegen, im Interesse der Branche vorhandenen Arbeitslosen verteilen sich auf einen verhältnismäßig sowie der Organisation ihre Pflicht und Schuldigkeit zu tun, da es in fleinen Kreis von Großstädten. Es ist besonders interessant, den Betrieben durch die Zerrissenschaft der Arbeiterschaft nicht be- die Zahl der unterstügten Erwerbslofen bei Beginn und am Ende fonders gut aussehe. des ersten Halbjahres zu vergleichen: Urabstimmung der Sattler. Bei der am 24. Juni stattgefundenen Urabstimmung über Festfegung der Lokalbeiträge wurden abgegeben 2272 Stimmen. Für die erhöhten Säge stimmten 1362, dagegen 848, ungültig waren 62 Stimmen. Damit ist die Vorlage der Ortsverwaltung angenommen und betragen ab 1. Juli die Lokalbeiträge: für die 6. Kl. 1 m., 5. Kl. 2 M., 4. RL. 3 M., 3. KI. 4 M., 2. KI. 5 M. und 1 RI. 6 M. Vom amerikanischen Grubenarbeiterstreik. Ueber den amerikanischen Bergarbeiterstreit hat der Bundesrat der christlichen Kirchen in Amerika" Erhebungen veranstaltet, deren Resultat um so bedeutsamer ist, als sie von einer Institution veranstaltet wurden, die in Amerika sonst wenig geneigt ist, das Interesse der Kapitalisten preiszugeben. Es muß allerdings bemerkt werden, daß die Kirche in Amerika in jüngster Zeit ihren profapitaliftischen Charakter etwas revidiert hat. Zahl der unterſtüßten Bollerwerbslosen: 7. Januar 6. Mai 934 58 471 Altona Groß- Berlin Breslau Dresden. Hamburg Kiel Königsberg. Leipzig Lübeck Magdeburg. 507 343 25 381 10. Juni 233 6 742 4047 2574 2229 3826 801 6074 3 230 1990 2 934 1063 38 4 396 590 237 4396 590 396 2659 209 51 1415 409 220 2 353 1 035 561 1 506 88 124 821 280 185 München Blauen Stettin Die auffallend starte Verminderung der Arbeitslosen in Großa Berlin ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, daß in der letzten Zeit die Abwanderung nach der Provinz besonders rege war. Nach dieser Erhebung nehmen in den Vereinigten Staaten rund Sehr geringe Arbeitslofenziffern melden die Städte in den Industrie514 000 Bergarbeiter am Streif teil, von denen 117 000 nicht ge- revieren und in deren nächster Nachbarschaft, so 3. B. Machen 32, werkschaftlich organisiert sind; die den Gewerkschaften angehörigen Chemnitz 27, Krefeld 1, Effen 40, Halle 5, Mainz 22, Mannheim 17, Arbeiter haben bisher so gut wie geschlossen sich am Streif beteiligt. Münster 33 usw. Selbstverständlich kommt in diesen Ziffern nur Es arbeiten jetzt noch rund 121 000 nicht gewerkschaftlich organisierte ein Teil der Arbeitslosigkeit in Betracht, da z. B. Kurzarbeit und Arbeiter, die 4 000 000 Tonnen von dem insgesamt 8 000 000 Zon- Feierschichten nicht berücksichtigt sind. Immerhin ist aber das Ge= nen betragenden Mindestwochenbedarf des Landes fördern. Die samtbild im Vergleich zum ersten Monat des Jahres und erst Reserven über der Erde, die sich am 1. April auf 63 000 000 Tonnen recht im Gegensatz zu den Jahren 1920 und 1921 ein sehr beliefen, find auf 40 000 000 Tonnen zufammengeschmolzen. Der günstiges. Streit ist zum allergrößten Teil in bester Ordnung verlaufen. Die Spannung ist im Gebiet des Anthrazitbergbaues weniger start als in den Distrikten des bituminösen Kohlenbergbaus; im ersteren find die Arbeiter zu fast 100 Proz. organisiert und es scheint hier sehr wohl die Möglichkeit für ein lebereinkommen in absehbarer Zeit zu bestehen, da Konferenzen zwischen Arbeitgebern und Arbeiterführern im Gange sind. Ein scharfer Kampf besteht dagegen im Gebiet der bituminösen Kohle. Der Bericht nimmt dann fernerhin Gelegenheit, auf die tieferen Ursachen hinzuweisen, die den Streifausbruch bewirft haben: die überstarke Entwicklung des Kohlenbergbaus in den Vereinigten Staaten und die daraus folgernde ungleichmäßige Beschäftigung und schwankende Bezahlung der Arbeiter. Die bituminösen Kohlen bergwerfe sind ausgebaut für eine jährliche Leistungsfähigkeit von 750 000 000 Tonnen, währenddem der höchste Jahresbedarf 565 000 000 Tonnen nicht übersteigt. Die Kohlenlager sind über das ganze Land verstreut und so leicht zugänglich, daß bei guter Markt lage beinahe jeder einen Abbau einrichten fann. Die Reingewinne im Kohlenberaban find feinesfalls gleich mäßig hoch. Gerade eben machen die Besizer im Distrikt von WestVirginia, dem Hauptgebiet der nicht organisierten Bergarbeiter, offenbar beträchtliche Gewinne, da die Kohlenpreise infolge des Streits scharf angezogen haben. Internationale der keramischen Arbeiter. Nach vielen Bemühungen und einem Briefwechsel mit den Landesverbänden der keramischen Arbeiter von Dänemark, Deutschland, England, Holland, Italien und der Tschechoslowakei haben sich die Organisationen geeinigt, die Internationale der keramischen Arbeiter, deren Sitz in Berlin und deren Sekretär Georg Wolman mar, wieder zu errichten. Die Konferenz, die über die Wieder errichtung beschließen soll, wird vermutlich im nächsten August stattfinden. Vorträge, Vereine und Versammlungen. biermit vetannt, daß die für Dienstag angefegte Generalversammlung wegen ber Demonstration ausfällt, desgleichen alle für diesen Tag einberufenen Gigungen und Versammlungen. Wir bitten unsere Mitglieder, sich an der Demonstration vollzählig zu beteiligen! Die Ortsverwaltung. Deutscher Bekleidungsarbeiter- Berband. Unseren Mitgliedern geben wir Funktionärversammlung. Die für alle Funktionäre des Zentralverbandes der Angestellten zu Dienstag angesezte Funktionärversammlung fällt wegen der an diesem Tage stattfindenden Demonstration aus. Der neue Termin wird bekanntgegeben. Deutscher Transportarbeiterverband. Branche 2.( Chemie): Die Kolleginnen und Roñegen unserer Branche treffen sich am Dienstag, betr. der Demon ftration, um 1 Uhr an der Waisenbrüde( Wallstraße, Märkisches Museum). Branche 3a( Eisen, Glas usw.): Die für die Betriebsräte der obigen Branche Wir erwarten, daß alle Betriebe vertreten sind. J. A.: Die Branchenleitung. zum Dienstag einberufene Versammlung fällt aus. Der neue Termin wird im Berliner Mitteilungsblatt des Courier" bekanntgegeben. Berband der Polizeibeamten Preußens. Die für Dienstag feftgefekte Berfammlung der Polizeibeamten in der Bögow- Brauerei, Prenzlauer Allee 242, fällt mit Rüdficht auf die augenblicklichen Borgänge aus und findet am Frei tag abend 7 Uhr dortselbst statt. Bund der technischen Angestellten und Beamten. Unsere Mitglieder folgen bezüglich Arbeitsruhe und Demonstration am heutigen Tage den vom Aju. Ortskartell Groß- Berlin herausgegebenen Anweisungen. D. H. B., Groß- Berlin. Zentralverband der Angestellten. Blusen, Kleider, Damen-, Mädchenmäntel, Serren, Knabentonfettion und Herrenwäschebranche: Mitgliederver fammlung Mittwoch nachm. 5½ Uhr in den Musiker- Sälen, Kaiser- WilhelmStraße 31. Deutscher Metallarbeiterverband, Ortsverwaltung Berlin. Achtung! Die Sigung der engeren Verwaltung der Metallarbeiter findet Mittwoch, den 28. Juni, zur felben geit statt. Berband der Kupferschmiede, Filiale Berlin. Am Mittwoch findet im Gewertschaftshaus unsere Mitgliederversammlung statt. Bei ber Wichtigkeit ber Tagesordnung, u. a. Neuwahl für die wichtigsten Posten im Borstand, ist es unbedingt erforderlich, daß alle Kollegen erscheinen. Am Montag, den 18. Juni 1922, fand eine gutbesuchte Branchenpersammlung der Blei-, Drahtkabel- und Papierrohrarbeiter in der Schulaula Weinmeisterfir. 16/17 statt. 3um 1. Bunft der Tages ordnung gab der Branchenleiter, Kollege Mar Schoodt, den Bericht über die Tätigkeit der Branchen des verflossenen Jahres. Schoodt teilte mit, daß 342 Branchenwerkstattversammlungen, Arbeiter- Samariter- Bund, Kolonne Berlin, E. B. Alarm- Dienst an den von der Gewerkschaftskommission bezeichneten Stellen. Der Zentralvorstand. 20 Bertrauensmännertonferenzen und 46 Branchenfommiffions Deutscher Arbeiter- Sänger- Bund, 4. Bezirk. Uebungsstunde am Mittwoch, sigungen stattgefunden hatten. In allen Fällen, wo seitens der Kol- den 28. Juni, abends 7 Uhr, im Schiller- Lyzeum, Pantstraße. " T Nach 60 Millionen einer amtlichen Verlautbarung ist die Gründung der neuen Die Fundierung der neuen österreichischen Notenbank. Notenbank mit einem Aktienkapital von 100 Millionen Schweizer werden sofort, die restlichen 40 Millionen später zur Zeichnung aufFranken zum Regierungsbefchluß erhoben worden. gelegt. Nach den Angaben der Neuen Freien Breffe" erscheint durch das Aktienkapital der neuen Bank und durch den besonderen Devisenporrat der österreichischen Regierung von 3% bis 4 Millionen Pfund Sterling bei dem gegenwärtigen Kurs von 3000 Kronen für einen Schweizer Franken der Betrag von 562 Milliarden Kronen voll gedeckt. Bei dem heutigen Stand des Notenumlaufs wäre die Regierung fogar in der Lage, noch mehr als 250 Milliarden in Noten ausgeben zu können, die unmittelbar durch Gold gedeckt sind. Das Banfgesetz wird die Verpflichtung der Regierung enthalten, wonach jeder weitere Notendrud gegen Schahscheine ausgeschlossen ist und neue Banknoten nur gegen volle Golddeckung ausgegeben werden sollen. Die Neue Freie Presse" stellt zusammenfassend fest, daß nach der Zifferngrundlage die neue österreichische Notenbank zu den bestfundiertesten Banken Europas gehören wird. Briefkasten der Redaktion. Briefliche Auskunft wird nicht erteilt. Jeder für den Brief. fasten bestimmten Anfrage füge man einen Buchstaben und eine Nummer 1. Sof part. links, vor. Schriftstüde und Verträge sind mitzubringen. $. R. 33. Es tann nur die Klage auf Herstellung der häuslichen Gemeinbei. Eilige Anfragen trage man in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, schaft erhoben werden. zuständig ist das Landgericht, bei dem der Bater feinen allgemeinen Gerichtsstand hat. Berantw. für den redatt. Teil: Franz Klübs. Berlin- Lichterfelde; für An zeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin, Lindenstr. 3. Sierzu 1 Bellage. Viele tausend Schritte machst du täglich. Jeder Schritt bedeutet Kraftverlust, erschüttert auf harten Lederabsätzen das Nervensystem und bringt vorzeitige Ermüdung. Die Continental Absätze aus bester Gummimischung legen ein federndes Kissen zwischen Absatz u. Straße, schonen die Nerven u. lassen keine Müdigkeit aufkommen. Sie sind billiger und haltbarer als Leder. Millionen im Gebrauch. Ontinental Absätze und Sohlen Zu haben bei jedem Schuhmacher. So gut wie Continental- Ralfen! Stoffe Alte Reserve für Herren- u.Damen- Bekleidung beste Fabrikate, große Auswahl, Verkauf meterweise Koch& Seeland Gertraudtenstraße 20-21. Winkelhausen die deutsche Weinbrandmarke G. m. b. H. Nr. 298 ♦ ZH. Jahrgang Seilage öes Vorwärts Vkenstag, Sen 27. Juni 1922 Die?agö hinter öen Möröern. M öer Iahnöung. Auf Grund vieler Mitteilungen aus dem Publikum wurden gestern zehn Personen nach dem Polizeipräsidium gebracht, unter dem Verdacht, der Organisation C anzugehören und vielleicht mit dem Verbrechen in irgendeinem Zu- sammcnhang zu stehen. Die Abteilung Ja des Polizeipräsidiums hat alle Meldungen und Angaben der Ängehaltenen sorgfältig nach- geprüft. AllezehnhabenihrAlibieinwandsreinach- gewiesen. Auch sonst liegt keinerlei belastendes Myterial gegen sie vor. Weder bei ihnen selbst, noch in ihren Wohnungen wurde irgend etwas gefunden. Eine andere vorläufige Festnahme, die gleichzeitig erfolgte, ist noch nicht erledigt. Der Angehaltene bleibt vorläufig noch in Gewahrsam, weil die Nachprüfung seines Alibi- beweises noch nicht abgeschlossen ist. Verschiedene Meldungen be- sagen, daß dieser Mann am vergangenen Sonnabend vormittag kurz vor dem Mord in einem Automobil vor der Küstriner Str. 23 in Charlottenburg mit einem anderen und einem Chauffeur hielt. Die beiden Insassen zogen sich Lederjacken und Kappen an. Es kam dann noch ein Mann, der einen dunklen Anzug und nach einer An- gäbe eine Marincmütze, nach einer anderen einen Strohhut trug und eine Aktenmappe unter dem Arm hatte. Kurz darauf setzte sich das Auto in Bewegung. Der dritte Mann fuhr noch ein Stück Weges durch die chektorstraße auf dem Trittbrett mit, sprang dann ob und winkte dem Auto nach. Der angehaltene Mann bestreitet jedwede Beteiligung bei dem Verbrechen und auch jeden Zusammen- hang mit der Organisation Consul. Er hat in der letzten Zeit nicht mehr in seiner elterlichen Wohnung, sondern in mehreren Pensionaten gewohnt. Zu der Wagenfahrt behauptet er, daß es sich um einen harmlosen Ausflug gehandelt habe. Mehrere Beamte sind noch unterwegs, um seine Angaben nachzuprüfen. Von dem Ergebnis hängt es ab, ob er in Haft bleibt oder wieder entlassen wird. Nicht durch die Lust! Vom Luftschiffbau Zeppelin-Staaken wird mit- geteilt: Die gestrigen Abendblätter melden, daß die Mörder Rathenaus in einem Flugzeug von Staaken aus entkommen seien. Dies ent- spricht nicht den Tatsachen. Von der Lloyd-Lufwerkehr Sablatnik sind zwei Flugzeuge, nämlich morgens um 7,4S Uhr eins nach Danzig und um 8 Uhr das zweite nach Bremen aufgestiegen. Von der Deutschen Luftrecderei um 1 Uhr 30 das Flugzeug D74 mit einem Fahrgast nach Hamburg und um 4- Uhr 10 das Flugzeug D 124 nach Dresden mit dem Flugzeugführer Lange. Sämtliche vier Flugzeuge wurden von der Flugpost untersucht. Die vier Flugzeuge waren sämtlich fahrplanmäßig. Nichtfahrplan- mäßige Flugzeuge sind nicht gestartet. Haussuchung bei öen Deutschnationalen. Gestern(Montag) vormittag hat im Bureau des Landesver- bandes Berlin der Deutschnationalen Volkspartei, Schellingstr. 10, durch ein Kommando von 30 Kriminalbeamten im Auftrag des Oberregierungsrats Weih vom Polizeipräsidium Abt. Ja eine Haus- suchung stattgefunden. Der anwesende Generalseretär Kube ver- langte zunächst Vorweisung eines schriftlichen Befehls und erklärte, falls ein solcher nicht existiere, würde er sich der Haussuchung wider- setzen. Di« Kriminalbeamten zogen sich daraufhin zurück, kamen aber nach kurzer Zeit wieder und erklärten, sie hätten sich telephonisch mit Polizeirat Dr. Ossig in Verbindung gesetzt und von ihm An- Weisung erhalten, die Haussuchung sofort, auch ohne schriftlichen Befehl, vorzunehmen, da Gefahr im Verzuge sei. Darauf stellte der Generalsekretär Kube die Archive zur Verfügung, die durchsucht wurden. Es wurden eine Anzahl Listen und Schriftstücke mitge- nommen, in denen bisher nichts Belastendes gefunden wurde. Auch m der Hauptgeschäftsstelle des Verbandes Nationalgcsinnter Soldaten, die sich gleichfalls im Haufe Schellingstr. 10 befindet, wurde im Laufe des gestrigen Vormittags durch Kriminalbeamte der Ab- teilung Ja des Berliner Polizeipräsidiums eine Haussuchung vor- genommen und das gesamte Aktenmaterial des Verbandes einer Durchsicht unterzogen, die bisher nichts von Bedeutung ergab. Die Polizei richtet jetzt ihre Aufmerksamkeit besonders auch auf geheime kleine Zirkel, zu denen sich politische Extremisten zusammenzuschließen pflegen. Manche Meldungen, besonders auch von auswärts, vermuten, daß die Mörder Landesfremde sein können. So bezog sich eine Mitteilung auf ein französisches Automobil, das mit der in Betracht kommenden Personenzahl von Leipzig aus- gefahren war. Dieser Verdacht erwies sich jedoch bald als ganz haltlos. Andere Mitteilungen vermuten die Täter in zaristischen Kreisen, denen die Mißstimmung über den Vertrag von Rapallo Veranlassung gegeben habe, Außenminister Rathenau zu beseitigen. Aber auch dafür fehlt bisher jeder Anhalt._ Dokumente nationalistischer Verrohung. Von einer grenzenlosen Verrohung zeugen Mitteilungen aus der Villa des ermordeten Ministers. Die Mutter und ander.' Angehörige des Ermordeten erhalten dort nach dem ruchlosen Ber- brechen ständig unflätige Zuschriften. Rüpeleien ähnlicher Art werden ihnen durch Fernsprecher zugerufen. Die Abteilung I A hat auch nach dieser Richtung hin ihre Maßregeln ge- troffen. Ferner wird uns mitgeteilt, daß, als der Tod des Mi- uisters in einem in der Neustädtischen Kirchstraße befindlichen S y n- dikatsbureau bekannt wurde, die dort anwesenden Angestell- ten einschließlich der Stenotypistinnen in einen wahren Freudenrausch gerieten. Man zögert unwillkürlich, diese Dinge niederzuschreiben und zu veröffentlichen, weil sie einen so unerhörten sittlichen Tief- stand verraten, daß man di eTäter unmöglich als noch dem deutschen Volke zugehörig beezichnen kann, wiewohl sie selber sich vermutlich als ganz besonders echt germanisch-teutonisch-arisch-völkisch-national vorkommen werden. Alles das gilt dem Juden Rathenau, und die weite Oeffentlichkeit erfährt hierdurch zum erstenmal, welchen u n- ermeßlichen, kaum noch gutzumachenden Schaden der unverhüllte und der noch weit schlimmere ge- Heime Antisemitismus hervorgerufen hat. Der tief- geberigten Mutter des Ermordeten und seinen Angehörigen mag es Trost sein zu wissen, daß das deutsche Volk dafür sorgen wird, daß diesem antisemitchen Lumpengesindel in Zukunft das Handwerk ge- legt wird._ Rathenaus Schwester passiert ahnungslos die Mordstelle. Verbäckst hatte, wie wir mitteilten, ein rotbraunes Auto erregt, das in schneller Gangart mit vier Personen an der Mord- stelle vorbeifuhr, während der erschossene Minister in seinem Wagen lag. Man rechnete mit der Möglichkeit, daß es die Aufgabe gehabt habe, den Wagen der Mörder zu decken. Auch diese Vermutung ist hinfällig. Der Wagen war der des Direktors Meier des Bank- Hauses Hardy und Co. In ihm saßen zwei Herren und eine Dame, darunter eine Schwester Rathenaus mit ihrem Manne. Diese kamen von auswärts und fuhren geschwind, weil sie sich verspätet hatten, ohne Ahnung des Äerbrechens an der Mordstelle vorbei. Sie sahen wohl, daß dort etwas vorgefallen war, achteten aber nicht weiter darauf. Das Auto mit den Mördern war bereits verschwunden._ �ibsperrmaßnahmen öer Schutzpolizei. Die Pressestelle des Polizeipräsidiums teilt mit: „Zur Aufrechterhaltunader Ruhe und Ordnung während der heutigen Beisetzung des Reichs- außen mini st ers Dr. Rathenau sind von der Schutzpolizei besondere Maßnahmen getroffen worden. Zum Schutze der Feierlichkeiten im Reichstag wird der Bannkreis ab 11 Uhr vormittags besetzt. Die Trauerfeier selber findet mittags 12 Uhr im Reichstag statt. Eine Kompagnie Reichswehr wird das Ehrenspalier bilden. Der Fahrzeugdurchgangsverkehr wird von 11 Uhr ab um den Königsplatz herumgeleitct. Die Haltestelle der Straßenbahn in der Sommer- straße wird nach der Haltestelle an der Charlottenburger Chausiee in Höhe des Kaiscr-Friedrich-Dcnkmals verlegt. Im Anschluß an die Feierlichkeiten im Reichstag findet die Ueberführung der Leiche im Leichenkraftwagen nach der Begräbnis- ftätte in Oberschöneweide statt. Der Leichenzug wird durch Personenwagen der Schutzpolizei auf der ganzen Strecke be- gleitet werden. Ferner wird die Freihaltung des ganzen Weges öes Leichenzuges durch Streifen und Postierungen der Schutzpolizei in den betreffenden Straßenzügen gesichert werden. Es darf er- wartet werden, daß das Publikum durch eine dem Anlaß ent- sprechende Zurückhaltung die Maßnahmen der Polizei nach Möglich- keit unterstützt." Ilaggenfkanöal. � Die Tatsache des Fehlens jeglicher Flaggung auf dem Gebäude der ehemaligen Kommandantur und des Kronprinzen-Palais, die wir bereits in unserer Montag-Morgen- ausgäbe feststellten, ist auch allgemein aufgefallen, ebenso die mangelhafte Flaggung der Universität und der Staatsbibliothek. Das Hauptpostamt Franzö- fische Straße hatte überhaupt keine Flagge, obwohl es mehrere Flaggenmaste besitzt. Was soll das eigentlich heißen? Will man dort oder will man nicht? Auf dem Riesengebäude der AEG. in Moabit war noch gestern vormittag keine Spur einer Trauerbezeugung für den ermordeten Präsiden'- ten des Aufsichtsrats zu erblicken. Die Direktion mußte, so wird uns mitgeteilt, erst vom Betriebsrat aufgefordert werden, ihrer Anftandspflicht zu genügen. Es gab nun zunächst ein Hin und Her, woran nicht ausschließlich die Direktion, sondem auch dos Reißen des Drahtes an der Fahnenstange schuld war. Schließlich wurde aber der Vorsitzende des Zentralbetriebsrats der AEG. vom Friedrich-Karl-Ufer herbeigeholt, der zwei diensthabenden Direktoren kurzweg erklärte, man kenne ihre Denkweise über den ermordeten Rathenau und wenn nicht binnen einer Viertel st unde das Gebäude Trauerschmuck trage, dann werde ein roter Wimpel vom Dache wehen. Nach einer Viertelstunde wehte aus einem Dachfenster halbmast schwarzrotgold. Ueber die Tatsache, daß Neuköllns Hauptpostamt obne Reichs- flagge blieb, schreibt man uns: Trotzdem seit Sonnabend mittag von den Ministerien die Ordre ausging, die staatlichen Gebäude halbmast zu flaggen, hielt der Oberpostdirektor Rhesc. Hauptpostamt Neu- k ö l l n, es noch nicht für nötig, am Sonntag das republikanisckc Fahnentuch zu zeigen. Ein persönlicher Besuch oerlies negativ durch seine Abwesenheit, an seinen Stellvertreter, Herrn Naschte,' ver- wiesen, konnte auch dieser Herr nicht ausfindig gemacht werden. Sollten beide sich an den Demonstrationen beteiligt haben? Das übrige Personal erklärte, ohne Genehmigung einer der Herren die Flagge nicht aufziehen zu dürfen. Bis Sonntag soll von der OPD. noch kein Auftrag zum flaggen eingegangen sein. Das in der Nähe der Post liegende Amtsgericht hatte balbmast geflaggt, die Post mit ihrem Fernschreiber aber nicht. Wenn der Fernschreiber nicht in Ordnung sein sollte, wäre es empfehlenswert, Herrn Rhese in Er- innerung zu bringen, daß er Reparaturen rechtzeitig zu melden hat. Im wesentlichen Gegensatz hierzu können wir noch nachtragen, daß am Sonnabend nachmittag selbst die fran- Zöschen, englischen und amerikanischen Bot- schaften ihre Nationalflaggen auf Halbmast ge- setzt hatten._ Ein Generalmajor schmäht die Republik. Ein alter Parteigensse teilt uns folgenden Vorfall aus Pots, dam mit: Als ich am Sonntag, den 25. Juni, zufällig in Potsdam war, las ich nachmittags um 3 Uhr mit ungefähr 30 Personen zusammen im Schaufenster der Redaktion der„Potsdamer Tagesezitunq" den von der Regierung verbreiteten Ausruf des Rcichstagsprsidentcn und des Reichskanzlers. Auf einmal rief ein Herr neben mir in richtigem Kasernenhofton„Nieder m i t d e r Republik!" Ich ließ den Mann sofort feststellen. Auf der Potsdamer Bahnhofswache entpuppte sich dieser Herr als ein G en e r a l m a j o r a. D. H a n s v. Felge n Hauer, Tempclhof, Berliner Str. 48. Anfnglich wollt« er streiten, daß er den Ausrus getan habe. Schließlich gab er es aber doch zu. Er verstieg sich dann noch zu verschiedenen anderen Ausdrücken. Bestimmt gesagt hat er zu mir:„Daß Sie mich haben verhaften lassen, wird Ihnen nach nach zehn Jahren in der Seele brennen." Nebenbei bemerkt, sti der betreffende Ge- ncralmajor a. D. Vorstandsmitglied der Deutschnatio- nalenVolkspartei in Tcmpelhoß Wenn der Generalmajor die Republik so wenig leiden kann, dann möchten wir ihm empfehlen, sich seine Pension in Zukunft von „seinem" Herrn in Holland zahlen zu lassen. 41) Der Ruf durchs Fenster. Roman von Paul Frank. „Wie hat die Drohung gelautet?" „Das... weiß ich nicht mehr genau., „Doch! Besinnen Sie sich nur! „Ich habe die Fäuste geballt...* „Und im nächsten Augenblick haben Sie zugeschlagen... oder gar zugestoßen, nicht wahr...?" Der Präfekt hatte sich von seinem Sitz erhoben und starrte dem Studenten lauernd ins Gesicht. Der hob abwehrend beide Hände hoch.„Nein.. rief er,„nein! Ich habe Erika nicht berührt!" „Das lügen Sie!" knirschte der Präfekt. Dmochowski hielt seinen wütenden Blick aus.„Ich wäre dessen nicht fähig gewesen..." sagte er einfach. Tudolin warf den Bleistift mit einem ärgerlichen Ruck auf den Tisch, auf dem er bis nach vorn an die Kante rollte, wo er durch den rasch zugreifenden Protokollführer aufgehalten und am Fallen gehindert wurde. „Sie haben also nicht zugeschlagen?" wiederholte Tudolin mißmutig.„Sondern?" „Erika hat gerufen.„Zu Hilfe!" hat sie geschrien, zwei- mal hintereinander. Laut und deutlich hat sie gerufen." „Und was haben Sie getan?" „Ich habe bereut: ich habe Angst gehabt, daß man uns sehen oder hören könnte... Ich bin davongelaufen! Wie ein Hase bin ich davongelaufen." „Und dann?" „Nichts weiter. Ich habe mich gar nicht mehr umgedreht." Der Präfekt sah auf seine Uhr. „Und das sollen wir Ihnen glauben?" Der Student zuckte apathisch die Achseln. „Ich schließe das Verhör," sagte der Präfekt und erhob sich. „Verstockter Bursche!" rief er Dmochowski zu.„Aber wir kriegen ihn schon klein! Verlassen Sie sich darauf!" rief er dem Kaufmann Diest zu. Garbislander trat neben ihn, während Dmochowski in- folge der Aufforderung des Präfekten von den beiden Poli- zisten in die Mitte genommen und abgeführt wurde. Es drängte den jungen Schriftsteller, dem Präfekten seine Ansicht über den Studenten mitzuteilen; er hielt jedoch damit nach einiger Ueberlegung zurück; da er vorerst von Herrn Tudolin sich noch Näheres, Wesentliches berichten lasten wollte. 15. Die drei nebeneinander postierten Drehtüren, durch die man den Kastenraum der Rigaer Handels- und Gewerbebank betreten konnte, befanden sich in unaufhörlich rotierender Be- wegung, und die Leute strömten in den geräumigen Saal, an dessen Rückwand im Halbrund die Schalter angebracht waren. Ein Viereck saß neben dem anderen, in die spiegelglatte Marmorwand geschnitten, und nur in der Mitte durch die von ihr sanft ansteigende Freitreppe unterbrochen, deren Stufen aus Porphyr gefertigt und überdies mit einem roten Plüfch- teppich bedeckt waren. Während von der Saaldecke ein milchweißes, mildes Licht aus einer matten Glasschale abwärts fiel, erstrahlte in jedem einzelnen der Kassenschalter auf dem Schreibtisch des Beamten eine freundlich-grüne Schirmlampe. Der Ausschnitt war mit einem bronzierten Gitter versehen, das nur oberhalb des Zahltisches eine kleine Oeffnung frei ließ, die mittels Schiebefensters verschlossen werden konnte. Im Hintergrund kommunizierten die Schalter natürlich, und dort gab es, für den sichtbar, der gerade vor dem Gitter stand, ein Hin und Her, ein emsig-geschäftiges Getriebe, ein Durcheinander von Dienstwilligkeit und Beflissenheit. Ueber diesem Treiben schwang ein Summen und Surren, das, obwohl es zweifellos aus zahllosen, halblaut gemurmelten und erregt gesprochenen Worten und Sätzen gebildet war, durchaus nicht einem aus menschlichen Stimmen bestehenden Chor, fondern weit eher dem dunkel-charakteristischen, dröhnen- den Gesang ähnelte, der in Maschinenhäusern, in Fabrikbe- trieben über den rastlos laufenden Rädern und Treibriemen anzutreffen ist. Immer neue Leute betraten den Saal; die Bescheid wußten, eilten an den Schalter, der gerade nicht übermäßig be- lagert war, stellten sich, wenn es nicht anders ging, in Reih' und Glied an, um geduldig zu warten, bis sie vorgelassen wür- den, andere, die hier fremd waren, die den Kassenraum zum erstenmal betraten, nahmen die Gefälligkeit des bärtigen Portiers im Tressenrock in Anspruch, der, hoch wie eine Säule, unweit der Drehtüren Posto gefaßt hatte, und der die Fragen- den, um Auskunst Heischenden, dorthin wies, wohin sie zu ge- langen wünschten, der den Verkehr in diesem Raum regelte, ihn, in die abzweigenden Adern leitete, der den Hauptstrom die Treppe emporschickte und die vielen, feinen Nebenläufe an die einzelnen Schalter dirigierte. Diener, die durch die dunkelblaue Unisonn, die flache Schirmkappe und nicht zuletzt durch die am Riemen getragene breite Ledertasche kenntlich gemacht wurden, kamen und gingen. Plötzlich erscholl anhaltendes Klingeln, das weithin hörbar war und nicht zur Ruhe kommen wollte. Die Mehrzahl der Anwesenden wußte, daß das Signal den Kassenschluß ankün- digte. Die Uhr oberhalb der Drehtür zeigte, daß die dritte Stunde binnen weniger Minuten vollendet sein würde. War es so weit, wurden die Schiebefenster erbarmungslos herab- gelassen. Darum war auch mit dem Augenblick, da das Klin- geln eingesetzt hatte, vor den einzelnen Schaltern ein arges Ge- dränge entstanden, da, wer am Ende einer langen Kette stand, angstvoll den Uhrzeiger vorrücken sah, und damit rechnen mußte, unverrichteter Dinge abzuziehen. Die Kassierer ar- beiteten fieberhaft, waren bestrebt, die Wartenden, soweit es möglich war, abzufertigen. Die Banknoten wurden von zauber- Haft flink schwirrenden Fingern, in Empfang genommen oder ausgehändigt. Der Türhüter am Eingang hielt die neuerlich zuströmen- den Leute ab und wies sie an, am nächsten Tag wiederzu- kommen, da es heute schon zu spät geworden war und die Kasse unwiderruflich geschlossen werden mußte. Das Schrillen der elektrischen Klingel hielt pausenlos an, wodurch die Nervosität des Publikums noch gesteigert wurde. Jetzt tönten die Schläge der Uhr, dreimal weithin hallend, durch den Raum. Die Mehrzahl der Anwesenden war bereits abgefertigt: vor den Oeffnungen drängte sich ein kleinerKnäuel. Einer, ein stattlich-hochgewachsener Mann, der einen faltigen Mantel und einen breitrandigen schwarzen Hut trug. war ruhig in seiner Reihe stehengeblieben, ohne gleich den übrigen, die vor ihm standen, mitzudrängen und zu stoßen. Er schien der einzige Ruhevolle inmitten dieser jagenden Hast, und wartete, ohne sich zu erhitzen oder durch das Bimmeln der Signalglockc seinen Gleichmut zu verlieren. Er hielt zwei Banknoten in der Hand, schob sich langsam-geduldig um einen Schritt vorwärts, so oft ein Abgefertigter es zuließ, und erreichte schließlich den Schaltertisch in dem Augenblick, als das Schiebe- fenster herabgelassen wurde, das, als es mit dem Holzrand auf die Marmorplatte aufstieß, einen kurzen, harten Klang gab. Zugleich ertönte das Klingelgeräusch. Der Kafsenraum leerte sich, die Leute fluteten ab. Der Mann mit dem Radmantel stand noch immer unbe- weglich vor dem herabgelassenen Schiebefenster. Der Kassierer, ein noch junger Mann, mit aus der Stirn gestrichenem Blondhaar, der, den Bleistift in der Rechten, über seinen Tisch gebeugt stand, und eine auf einem langen Papierstreifen stehende Ziffernsäule zu addieren sich bemühte, hielt mehrmals in seiner Beschäftigung inne und warf einen Blick durch das Gitter auf den Zudringlichen. (Fortsetzung folgt.) AGB. Schüsse getötet wurde. Die tödlichen Schüsse sollen aus der Bistole Taborigkns abgefeuert worden sein. Während Schabelski zugibt, unter dem Rufe:" Für die 3arenfamilie und Rußland!" die Schüsse auf Miljukow abgegeben und zur Befreiung seines Genoffen in den Zuhörerraum hineingeschossen zu haben, bestreitet Taborizky, geschoffen und überhaupt eine Schußwaffe bei sich geführt zu haben. Für die Verhandlung sind 5 Tage angesetzt. Ein ,, Chriftlicher" verteidigt sich! Die Pachtschutzordnung. In der gestrigen Sitzung des Reichstags wurde das Gesetz zur Verlängerung der Geitungsdauer des Wohnungsmangelgejeges bis zum 31. März 1923, das Kündigungsschutzgesetz für Schwerbe. schädigte bis zum 1. Januar 1923 und das Gesetz zur Erhöhung der patentamtlichen Gebühren in allen drei Lesungen in der Ausschußfassung angenommen. Es folgt der Gesetzentwurf zur Verlängerung der Pachtschutzverordnung. Der Abg. Dr. David( Sca.): Ents 1 Die Siedlungsgesetzgebung hat große politische Bedeutung, be fonders im Rheinland. In Erkenntnis der sozialen Notwendigkeit hat die Reichsregierung die Grenze für den Bachtschutz wesentlich erweitert, und zwar auf 10 Heftar jezt. Man glaubt mit dieser Grenze auszureichen; denn ein Land von 10 Hektar fann und muß für eine Bauernfamilie und für ihre Versorgung ausreichend sein, so daß fie feiner weiteren fremden Arbeitskraft bedarf. In Betracht gezogen werden müssen insbesondere dabei die Bodenverhält nisse, die nicht überall die gleichen sind. Aber man glaubt durch diese Grenze von 10 Hektar im großen und ganzer den sozialer Erfordernissen gerecht geworden zu sein. Wir hoffen, daß die im Ausschuß festgesetzte Grenze von 10 Hektar Die alljährliche öffentliche Uebung der zum Arbeiter Samariterbund gehörenden Arbeiter Samaritertolonne Berlin fand Sonntag in den Nachmittagsstunden auf dem Tempelhofer Felde statt. Eine mit großem Interesse zuschauende Menge umringte die dort aufgeschlagene Rettungsstelle, über deren Zelten die Fähnchen mit dem roten ASB. flatterten. Das Gesundheitsamt der Stadt Berlin hatte einen Vertreter entsandt. Er dürfte sich überzeugt haben, daß die Leistungen der durch Aerzte in halbjährigen Unterrichtstursen fachgemäß als Zu unserer Mitteilung( in Nr. 290) über ,, chriftlich- unpolitische wurf fußt auf Vereinbarungen der Regierung mit InteressenverSamariter ausgebildeten Männer und Frauen Werbearbeit" an der Berliner 181. Gemeindeschule in der bänden und dient in erster Linie dem Echutz der Kleinpäch alle Anerkennung verdienen. Pufendorfstraße sendet uns der darin erwähnte Lehrer Döhter. Ein sozialdemokratischer Antrag verlangt, daß das DeputatDie Uebung begann mit einem Alarm aus Anlaß eines fingierten er eine zuschrift. Herr Döhler hatte durch heftographierte Bettel land bis zum Ablauf des Wirtschaftsjahres dem landwirtschaftlichen " Eisenbahnzusammenstoßes", der erste Hilfe für die„ Ver- mit dem Alarmruf der Religionsunterricht ist in Gefahr!" die Arbeiter zur vollen Nugnießung verbleibt. Reichsarbeitsminister Dr. Brauns stimmt der Ausschußbe. wundeten" erforderte. Im Laufschritt eilten die Samariter mit christlich gesinnten Eltern" zum Besuch einer Bersammlung ermunKrankentragen und Verbandmaterial zur Unfallstelle, Radler flogen tert, die von dem nur aus den Linksparteien sich zusammensetzenden schlüssen zu. Die mit der Unterihnen voraus. Noch an der Unfallstelle erhielten die Verwundeten neuen Elternbeirat einberufen worden war. funstgerechte Notverbände, und dann wurden sie zur Rettungs- schrift ,, i. A. Döhler" versehenen Zettel wurden durch Mitglieder stelle geschafft, durch Begleiter unterstützt oder auf Tragen liegend des Lehrerfollegiums der 181. Schule, an der auch Herr oder auch auf den Armen getragen. Die Schwerverletzten wurden in Döhler selber amtiert, an die Schulkinder verteilt, damit einem Auto( das von dem städtischen Krankentransportwesen her- fie fo in die Hände der Eltern gelangten. Herr Döhler hat, wie er geliehen war) fofort einem Krankenhause zugeführt. Eine Filmge- uns meldet, die Zettel gleichfalls verteilt, aber außerhalb der Schulsellschaft ließ die wichtigsten Borgänge aufnehmen, um einen für den räume auf der Straße, nicht als Lehrer der 181. Schule, sondern als ASB. werbenden Propagandafilm zusammenzustellen. Rettungs- Bater feines diese Schule besuchenden Sohnes. Wir verstehen nicht, arbeiten bei einem ausbrand" sahen wir im zweiten Teil der wozu Herr Döhler uns das erzählt, während er seine den Betteln Uebung. Die Samariter benußten dazu einen Rohbau der auf dem hinzugefügte Unterschrift nicht bestreiten kann. Daß er sich Tempelhofer Feld entstehenden Kleinhausfiedlung. Um die für den auch an der Verteilung der Zettel beteiligt habe, wurde ja im Film notwendige„ Naturtreue" vorzutäuschen, wurde in einer Woh- Borwärts" gar nicht gefaat, und wir erfahren das erst jetzt von ihm nung des Erdgeschosses aus Bapier und Bappe ein tüchtig qualmender selber. In seiner Zuschrift vermissen wir übrigens eine Angabe barüber, ob er die Bettel auf der Straße an heimgehende Schüler Brand" entfacht. Da ein paar Feuerwehrleute mitwirften, so war der 181. Schule verteilt hat, wie andere Mitglieder des Lehrerkolle= für die vorgeschriebene Erlaubnis und leberwachung gesorgt. Mit Taschentüchern vor dem Mund drangen die Samariter in das giums das auf dem Schulgrundstück selber getan haben, oder ob er fie etwa nur den vorüberkommenden Erwachsenen in die Hände gebrennende" Haus ein, tappten in gebückter Haltung und fast friechend brückt hat. Unbestritten bleibt, daß Mitglieder des Lehrerkollegiums die verqualmte Treppe hinauf und holten aus dem oberen Stockwerf die gefährdeten Bewohner heraus. Die durch sozusagen offizielle Mitwirtung sich als Helfer her meisten konnten noch über die Treppe gerettet werden, wobei manche gegeben und dabei die Kinder derfelben Eltern benut haben, gegen die das auf Beeinträchtigung des bewußtlos" hinausgetragen werden mußten, einige aber ließ man Bersammlungserfolges abzielende Borgehen sich furz entschlossen an Waschleinen zu den Fenstern hinaus. Die durch richtete. Brandwunden Verletzten oder an Rauchvergiftung Erkrankten wurden zur Rettungsstelle geschafft. An Bewußtlosen wurden Wiederbelebungsversuche gemacht. Auch der Sauerstoffapparat wurde angewendet. Schließlich zeigte die Kolonne noc), wie bei In Groß Berlin arbeiten mehr als 70 Fernsprech einem durch Straßenauflauf verursachten Massen vermittlungsstellen, die Zahl der Teilnehmeranschlüsse beunfall der zufällig anwesende Samariter eingreift. Er benutzt zu trägt 151 595. Da täglich 1863 617 Gespräche vermittelt werden Berbänden, was er gerade bei sich hat. Das Taschentuch ist gewiß( Jahresdurchschnitt von 1921), so ergibt sich daraus, daß jeder Appakein ideales Verbandmaterial, aber nächstliegender Notbehelf. Bei rat im Mittel zwölfmal pro Tag benutzt wird. Der Berkehr drängt der Uebung nahm ein Samariter einem Zuschauer den Spazierstod sich nun aber erfahrungsgemäß in der Hauptfache auf ungefähr zehn ab, um ihn als Schiene für ein gebrochenes Bein zu verwenden. Tagesstunden zusammen; dadurch ist jeder Anschluß alle 45 bis 50 Nach jeder Uebung wurden durch die Aerzte Dr. Arnsberg Minuten einmal in Benutzung. Unter den günstigen Umständen, in und Dr. Messing in einer Kritik die angelegten Notverbände und den neuesten, modern eingerichteten Aemtern, be dient eine Bedie sonstwie geleisteten Hilfen begutachtet. Dr. Arnsberg be- amtin rund 100 Anschlüsse. Durch einfache Berechnung tonte in einleitendem Vortrag die Wichtigkeit gerade der ersten ergibt sich, daß sie also etwa jede halbe Minute eine Verbindung ausHilfe und die Notwendigkeit einer in der Bevölkerung möglichst zuführen hat. Gehören zu den Teilnehmern aber vorwiegend Geverbreiteten Kenntnis des Erforderlichen. Die Arbeiter- Samariter- fchäftshäuser, was ja in allen Innenbezirken der Fall ist, dann kann kolonne Berlin leidet mehr als je an Geldknappheit, aber noch jetzt die Beanspruchung auch erheblich höher sein. bildet sie jährlich etwa 1200 Samariter aus. Eine Schlußansprache des Vorsitzenden Zieger erinnerte daran, wie vor 34 Jahren die Kolonne zu dem Zweck gegründet wurde, bei Veranstaltungen der Arbeiterklasse die etwa nötige Hilfe zu leisten, die das Rote Kreuz" vermissen ließ. Was eine Telephonistin leistet. Was das an Aufmerksamkeit, Selbstbeherrschung und Nervenanspannung während der Dienststunden bedeutet, das fann nur der ermessen, der selbst viel zu telephonieren gezwungen ist. Wem die Nerven so leicht versagen, daß er glaubt schon wegen einer falsch verstandenen vielleicht undeutlich gesprochenen Ziffer ungehalten sein zu dürfen, der sollte sich doch erst einmal die Leistung einer Fernsprechvermittlungsbeamtin in sieben Arbeitsstunden vergegenwärtigen. Der wilde Kohlenhandel. auch vom Blenum angenommen wird. Den Antrag auf Herabsetzung der Grenze auf 7,5 hektar bitten wir abzulehnen. Der gesunkene Geldwert muß bei dieser Verordnung berücksichtigt werden. Er ist allerdings nicht der ausschlaggebende Faktor. Die vorliegende Bachtschutzordnung bedeutet gegenüber der früheren einen großen Fortschritt. Sie greift auf das tieffte in das Verhältnis der armen Leute auf dem Lande ein. Man hat im Ausschuß lange über die Frage der Rechtsmittel instanz verhandelt. Man wollte eine Berufungsinstanz einführen. Wir haben uns dagegen gewandt, weil eine solche Berufungsinstanz nur dem wirtschaftlich Stärkerei Muhen bringt. Er hat das Geld und findet auch die geeigneten Juristen dazu. Eine solche Berufungsinstanz wird aus dem vom Pachtschutzamt gefällten Urteil ein Klassenjustizurtei: machen. Leider sind wir mit unserer Ansicht nicht durchgedrungen. Einem Kompromißantrag zufolge wurde doch die Berufungsinstanz eingeführt, allerdingt mit der Kautel, daß sie nur in Ausnahmefällen zur Nachprüfung der bereits gefällten Ürteile zulässig sein soll. In dem bevorstehenden Reichspachtschutzgesetz wird noch vieles andere geregelt werden müssen. Insbesondere wird dieses Gesez Ausfüh rungsbestimmungen des Artikels 165 der Reichsverfassung enthalten müssen, um das nach der Verfassung gewährleistete Oberhoheitsrecht der Gesamtheit über den Grund und Boden praktisch durchzuführen. Besonders find erreichen Familien sollen gesunde, freundliche und lichte Wohnungen dadurch gegeben werden. Man hat durch Siedung und Heimstättengründung bisher versucht, der Wohnungsnot zu steuern. Auch das neue Bachtschutzgesetz muß diesem sozialen Elend abzuhelfen suchen. Nach weiteren Ausführungen der Abgg. Hagemann( 3.). Horn( U. Soz.) und Korell( Dem.) erklärt Abg. Gildemeister( DBP.), daß seine Partei gegen die Grenze von 10 Hektar fei, aber für 7% Heftar stimmen werde. Abg. Heydemann( Komm.) erklärt, das Gesetz frante daran, daß die Ausführung den Ländern überlassen bleibe. Abg. Jäder( S03.) wendet sich gegen die häufige plötzliche EntTassung von Deputatarbeitern aus geringfügigen Gründen und begründet seinen Antrag auf Ueberlassung der Nuznießung des Deputatlandes bis zum Ablauf des Wirtschaftsjahres. An der Grenze von 10 Hektar hält die sozialistische Partei unbedingt feft. Wean man Brillanten hat. Sommerabenteuer einer Großlaufmannsfrau im Grunewald. Die Abenteuer, die eine Dame im Sommer v. J. im Grune wald erlebte, haben vor einigen Monaten bereits einmal das In der letzten Zeit mehren sich die Fälle, in denen Berbraucher Schwurgericht beschäftigt und bilden wiederum den Gegenstand im Schleichmege unter Ueberschreitung der Höchstpreise marten einer für den 29. d. M. angesetzten Schwurgerichtsverhandlung. frei Steinkohlen und Britetts faufen. Die Abnahme Zwei miteinander befreundete junge Leute aus guten Familien, von Steinkohlen und Briketts darf nach wie vor nur unter Abder Kunstzeichner Paul Fischer und der Assistenzarzt Herbert trennung der Kohlenmarfen erfolgen, jeder andere Kauf und VerSchönflies, lernten in einem hiesigen Luxushotel Unter den fauf der genannten Brennstoffe ist strafbar. Das Kohlenamt Berlin Der demokratische Antrag, die Grenze auf 7% Hettar Linden die aus einer reichen Bremer Großlaufmannsfamilie stam- schreitet auf Grund der Verordnung über die Kohlenverteilung vom her abzusehen, wird zurückgezogen, vom Abg. Gildemeister mende Frau Grete D. kennen. Schönfließ führte sie, als er mit ihr 30. März 1921 in allen Fällen, die der Behörde zur Kenntnis( DBP.) aber wieder aufgenommen und dann gegen die Stimmen der näher befannt geworden war, in verschiedene elegante Lokale und gelangen, rücksichtslos gegen Käufer und Berkäufer Rechten und einzelner Zentrumsabgeordneter sowie der Bayerischen unternahm auch Ausflüge in die Umgebung Berlins. Frau D., die ein und übermittelt diese gegebenenfalls der Staatsanwaltschaft zur Boltspartei abgelehnt. Der Antrag Jäder( Soz.) wird gleichschon eines Tages eine mit Saphiren besette fost- weiteren Verfolgung. Im Hinblick auf die große Anzahl folcher falls abgelehnt Bom Abg. Gildemeister( DBP.) wird verlangt, daß bare Platinnadel vermißte, hatte zu den beiden Schwebenden Verfahren sieht sich das Kohlenamt Berlin veranlaßt, die Vereinbarung von Schiedsgerichten zuläffig sein soll. Freunden das vollste Vertrauen. Eine Partie nach dem die Bevölkerung öffentlich zu warnen, Kohlen im Schleichwege zu Dieser Antrag wird mit 126 Stimmen der Rechten gegen 116 EtimGrunewald brachte die Gelegenheit zur Ausführung eines von den kaufen. In vielen Fällen hat sich auch herausgestellt, daß die Kunden men der Linken und der Demokraten angenommen. Das Gebeiden Freunden lange geplanten Raubüberfalls. Auf einem ein bei solchen strafbaren Käufen taum die Hälfte der Gesetzt wird darauf in dritter Lesung mit der einen in zweiter Lesung famen Waldwege begegnete Fischer zufällig", d. h. rach Berab- wichtsmenge der bezahlten Kohlen erhalten haben. Das redung, Frau Grete und ihren Begleiter Schönfließ und ersuchte ihn Kohlenamt Berlin hat in letzter Zeit eine verschärfte Straßen- und vorgenommenen Menderung einstimmig aufgenommen. Das Haus vertagt sich. Der Präsident erhät die Ermächtigung, um Feuer. Im Gespräche fam es zu einem verabredeten Wort Handelskontrolle eingeführt, und außerdem den Polizeipräsidenten die nächste Sigung und ihre Tagesordnung feftzufezen. Schluß wechsel, der damit endete, daß Fischer den Arzt durch einen ersucht, die Außenbeamten der Polizei anzuweisen, das Kohlenamt 44 Uhr. theatralischen Faustschlag zu Boden warf. Dieser bei seinen Feststellungen gegenüber den wilden Kohlenhändlern zu blieb anscheinend bewußtlos liegen. Fischer verlangte dann von der unterstüßen. verängstigten Dame Geld und Schmucksachen, indem er ihr eine In der Abendsigung erledigte der Reichstag in allen drei Pistole drohend an die Stirn hielt. Frau D. gab ihm Lesungen den Entwurf eines Gesetzes betr. die Bereinbarungen der ihre fostbaren Ringe und die Broche, mit denen Fischer verschwand. deutschen Regierung und der polnischen Regierung mit der InterBesorgt um den anscheinend noch immer unter den Wirkungen des alliierten Regierungs- Plebiszitfommiffion für Oberschlesien über geSchlages stehenden Arzt, brachte Frau D. den Schönfließ im Auto wiffe Fragen der Rechts überleitung im oberschlesi. nach ihrem Hotel, aus dem auch er dann verschwand. Fischer erhielt von dem Erlös der verkauften Schmucksachen einen Tausendmark Hierauf vertagte der Präsident die Sigung auf Mittwoch mittag schein ab, wurde aber festgenommen und ist bereits wegen Raubes Wir fordern unsere Mitglieder auf, sich am Neptun- Brunnen, 1 Uhr. Auf der Tagesordnung stehen 13 Punkte, u. a. erste Beverurteilt worden. Schönflicß, dessen Verteidigung Rechtsanwalt gegenüber des Marstalls, zu versammeln. Es werden sprechen: Ge- ratung des Nachtragsetats zum Reichshaushalt usw. Dr. Fren übernommen hat, wurde iegt im besetzten Gebiet verhaftet noffe Erich Ollenhauer vom Verein Arbeiterjugend Groß- Berlin und nach Berlin transportiert, um als Haupttäter die ungewöhnlich und Ernst Lemmer von der deutschdemokratischen Jugend. dreiste Tat zu fühnen. An die republikanische Jugend Berlins! Die republikanische Jugend Berlins beteiligt sich am Dienstag nachmittag geschlossen an der Kundgebung der republikanischen Bar teien gegen den nationalistischen Meuchelmord und für die Republitschen Abstimmungsgebiet. im Lustgarten. Berein Arbeiterjugend Groß- Berlin. Deutschdemokratische Jugendvereinigung Groß- Berlin. Jungfozialistische Bereinigung der SPD. Groß- Berlin. Streichhölzer. Jeder Republikaner, dem es ernst ist mit der Verteidigung der republikanischen Staatsform, sorgt dafür, daß die republikanische Presse verbreitet wird. Als Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei ist der „ Vorwärts" Ich abonniere den Vorwäris" mit der illustrierten Sonntagsbeilage, Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der 14 tägig erscheinenden illustrierten Beilage Siedlung und Kleingarten" in Groß- Berlin täglich zweimal frei ins Haus. „ Für die Zarenfamile und Rußland". Der Prozeß um den erschossenen Ruffen Nabokow. Zu dem auf den 3. Juli und folgende Tage vor dem Schwurgericht des Landgerichts I angefeßten Hauptverhandlungstermin in Nachdem vor einiger Zeit die Streichhölzer überaus tnapp Sachen des am 28. März in der Philharmonie begangenen Ruffen- waren und furz darauf dann wesentlich im Preise stiegen, find attentats find 35 Zeugen und Sachverständige geladen. Angeklagt erhältlich. Bezeichnenderweise befinden sich unter den im Einzeljetzt wieder Streichhölzer in ausreichender Menge sind zwei ehemalige ruffische Offiziere: der Schriftsteller Beter von handel angebotenen Streichhölzern auch größere Bestände von AusSchabelsti Bort und der Seger Sergius Taborify. landszündhölzern, die zum Preise von 1,50 m. je Schachtel und auch beide aus München hierhergekommen. Sie werden von den Rechts- mehr zum Verkaufe feilgehalten werden. Diese Auslands= anwälten Grünspach und Dr. Sad verteidigt werden, während 3ünd hölzer, unter denen sicher auch manches gute Fabribat der Bannerträger des republikanischen Gedankens in DeutschR.-A. Wolfgang Heine Vertreter der bei der blutigen Affäre ver- fein mag, fcheinen einen doppelten 3wed erfüllen zu sollen. Ein land. Darum werbt neue Leser für ihn! legten Personen ist. mal geht durch diese Hölzchen Deutsches Geld ins Ausland, andererDer Angeklagte von Schabelsti ist des versuchten Mordes feits stellen sie auch die Geduld der Käufer auf eine harte Probe: und der Körperverlegung beschuldigt, Taborify hat sich wegen Die Hölzer taugen jedenfalls nicht zum Feueranmachen und sind im Beihilfe zum Mordversuch und wegen vorfäßlicher Tötung des wahrsten Sinne des Wortes Sicherheitszündhölzer". Als eine ganz Chefredakteurs Wladimir Naboko w und wegen Körperverlegung besonders empfehlenswerte Sorte in dieser Hinsicht seien die Streichmehrerer Personen zu verantworten. Beide eng befreundete An- hölzer mit der Aufschrift ,, Fisher- Matches without suphur without geflagte haben während des Krieges als Offiziere dem Kavallerie- phosphor" hervorgehoben, d. h. der Kopf ist ordnungsmäßig da und regiment der Rautafischen Division angehört. Nach der russischen zündet, doch brennt das Holz nicht. Revolution im Jahre 1917 sind sie aus der Armee ausgeschieden; fie beteiligten sich dann an gegenrevolutionären Bestrebungen, wur den von den Bolschewisten verfolgt und flüchteten nach Berlin. Beide waren geschworene Feinde der Sowjetregie- Der letzte Aft der schweren Schiffstatastrophe im Hamburger rung und propagierten die Wiederaufrichtung des Zarentums. Hafen begann gestern mit der Beisehung der ersten Opfer auf dem Ihren besonderen Haß richteten sie auf die ehemaligen Minister Ohlsdorfer Friedhof. In der Leichenhalle der zehnten Kapelle waren Gutschkom und Miljutow, denen sie die Hauptschuld fünfzehn Tote in gleichmäßigen einfachen schwarzen Särgen aufge an den russischen Umwälzungen aufbürdeten. Am bahrt. Eine große Anzahl Kränze bedeckte die Särge. Die Beis 28. März war hier in der Philharmonie ein Vortrag Miljukoms fegung erfolgte in einem Massengrab, das alle Opfer des Schiffsangefündigt. Als die beiden Angeklagten die Ankündigung in den unglücks aufnehmen soll. Am Montag erfolgt die Beerdigung acht Beitungen lafen, fuhren sie schleunigst von München nach Berlin, weiterer Opfer brasilianischer Nationalität. In der Nähe des Avarein der Absicht, Miljutom zu töten. Sie besuchten die Versammlung Wracks hat man gestern zwei weitere Leichen geborgen. Damit erund es tam nach Beendigung des Vortrages zu der höht sich die Zahl der bisher aufgefundenen Leichen auf 21. betannten Schießerei und Schlägerei, bei welcher auf Miljutow mehrere Schüffe abgegeben wurden, die aber ihr Ziel verfehlten, während Nabokow, der Schabelski festhielt, durch drei streits aus. Die Beisehung der Opfer des Avarc. Name " 1 Wohnung: Straße Nr. Dorn Hof Quergeb.Seitenfl. Tr. lints- rechts SPD.- Holzarbetter. Die Angekündigte Bersammlung fällt wegen des General" bei admi Ausfall der außerordentlichen Stadtverordnetenfihung. Nach 14. st. Zahlabend 7 Uhr in den bekannten Lokalen. 15. Abt. 7 Uhr gemeinsamer 8ahlabend sämtlicher Bezirke in der Schulaula einer Mitteilung des Stadtverordnetenvorstehers Dr. Caspari fällt Bernauer Str. 89/90. Thema: Das Reichsmietengesez und die Wohnungsdie für Dienstag angesetzte außerordentliche Sigung der Stadt- bauabgabe". Referent Genosse Winter. 17. bt. 7% Uhr zahlabend bei Wörpel, Dose und Utnehmer. verordneten wegen der Beijehung des verstorbenen Reichsministers 18. Abt. 7 Uhr Sahlabend im Lokal Gottfried Hochheim, Bankste. 82. Dr. Rathenau aus. In der nächsten Woche sollen dafür 21. Abt. 7 Uhr Sahlabend in den bekannten Lokalen. 25. Abt. Die Bezirkszahlabende fallen in diesem Monat aus. 8wet Armdrei Sigungen stattfinden, und zwar am Montag, Diensbinden sind noch abzuliefern. 28. Abt. 7½ Uhr Bahlabende. Begirte 237, 238/239 bei Altmann, Rykestr. 2; tag und Donnerstag. Bezirke 240, 241, 242b bei Bartheldt, Wörther Str. 19; Bezirke 243a, 243b bei Burisch, Schönhauser Allee 154; Bezirke 244, 245 bei Meyer, Oderberger Straße 39. Studentische Trauer um Rathenau. Die hiesigen Verbindungen im K. C.( Berbindungen der deutschen Studenten jüdischen Glau= bens) Sprevia und Bineta haben beschlossen, zum Zeichen der Trauer um Rathenau, der als jüdischer Deutscher von Mörderhand gefallen ist, für 14 Tage Trauer anzulegen und an den Beerdigungsund Trauerfeierlichkeiten korporativ teilzunehmen. Deutscher Pazifistischer Studentenbund. Am Mittwoch, den 28. Juni, abends 8 Uhr, spricht im Hörsaal 70 der Universität ein hervorragendes Mitglied der englischen Quäferfommission über " Quäfertum und Pazifis mus". Gäste willkommen. Die Deputation für Bildung und Schulwesen des Bezirksamts Friedrichshain vertagt ihr für Dienstag, den 27. Juni, angekündigtes Stonzeit, die Operette von Offenbach bis Lehar" auf Dienstag, den 4. Juli. Die Eintrittskarten behalten ihre Gültigkeit. Groß- Berliner Parteinachrichten. Heute, Dienstag, den 27. Juni: We für heute, Dienstag, einberufenen Versammlungen fallen wegen der Demonstration aus. Die Abteilungsleiter der Partei der Innerberliner Kreise schicken rechtzeitig je zwei Ordner noch der Breiten Straße, sie stehen der Demonstrationsleitung zur Verfügung. Treffpuntie für diejenigen, die nicht von den Betrieben aus zum Lustgarten ziehen: 1. Kreis. 2 Uhr Restaurant Dobrohlaw, Swinemünder Straße, und Bürgerheim, Alte Schönhauser Straße. 3. Kreis. Treffpunkt 12 Uhr Nettelbedplay.. 4. Ricis. 1½ Uhr im Garten der Brauerei Böhow, Prenzlauer Berg. Fahnen und Armbinden mitbringen. 5. Streis. 12% Uhr Weberwiese. 6. Kreis. 22 Uhr Kottbuser Tor. 7. Kreis. 1 Uhr am Knie, Abmarsch um 12 Uhr durch Hardenbergstraße, Nollendorfplag, Billowstraße, Gajöneberger Straße. 9. Kreis. Abmarja) Punft 21 Uhr von der Uhlandstraße, Ede Wilhelmsaue. 10. Streis. Lintstraße, am Durchgang zum Wannsee- Bahnhof. 11. Kreis. Abmarsch Punkt 1½ Uhr vom alten Rathaus. 12. Areis. 1 Uhr Abmarsch vom Marktplay, Düppelstraße, Steglig. 13. Kreis. 1 Uhr Bahnhof Tempelhof, dort Anschluß an die von Tempelhof abmarschierenden Betriebe. 14. Streis. 1 Uhr Kaiser- Friedrich- Straße am Hermannplaz. 15. Streis. 1 Uhr Bahnhof Treptow, Bahnunterführung am ,, Neuen Gesell schaftshaus". 16. Kreis. Die Genossen gehen von ihrem Wohnort direkt zum Luftgarten. 17. Kreis. 1 Uhr Bahnhof Frankfurter Allee. 18. Szeis. 1 Uhr Weißensee, Antonplag. 19. Kreis. 1 Uhr Pankow( Kirche). Abmarsch 1 Uhr. 12. Kreis Steglig- Lichterfelbe- Lantwig. Mittwoch, den 28. Juni, 8 Uhr, öffent liche Verfanimlung in der Oberrealschule Glisenstr. 4 in Steglig. Referent Heinrich Ströbel. Thema:„ Gegen den politischen Meuchelmord". 3. Kreis Webbing. Mittwoch, den 28. Junt, 7' Uhr, bei Meyer, Pantstr. 82, Bersammlung sämtlicher SPD.- Elternbeiräte. Neuwahl der Leitung. Jede Schule muß vertreten sein. Wahlresultat mitbringen. Alle SPD.- Lehrer find eingeladen. 9. Kreis Wilmersdorf. Mittwoch, den 28. Juni, 5% Uhr, treffen sich fämtliche Genoffen aller Abteilungen in folgenden Lokalen: 67. und 68. Abt. bei Güngel, Katharinenstr. 14; 69. Abt. bei Umlang, Gieseler, Ecke Wegenerftraße; 70. Abt. bei Pieper, Holsteinische Str. 60; 71. Abt. bei Jonas, Durlacher Str. 8; 72. und 78. Abt. bei Kollath, Heidelberger Plaz 1. 17. Kreis. Elternbeiräte: Mittwoch, den 28. Juni, 8 Uhr, Fraktionssigung im Zeichensaal der Schule Marktstr. 10/11. Morgen, Mittwoch, den 28. Juni: 1. st. 7½ Uhr Sahlabend in folgenden Lokalen: Spiegel, Ackerstr. 1; Muschner, Am Zirkus 10; Witte, Poststraße. Sotel, Gastwirts- und Restaurant. Lingestellte: Vormittags 10 Uhr Bersammlung im Klubhaus, Biegelstr. 2. Thema: Das Treiben der Realtion". Referent Adolf Buschid. 6. bt. 7% Uhr Zahlabend in den bekannten Lokalen. 7. Abt. 7 Uhr Zahlabend in den bekannten Lokalen. 8. bt. 7 Uhr Zahiabend in der Baugewerkschule, Kurfürstenstr. 141. Refe rat über Das Reichsmietengefet". 9. t. 7 Uhr Rahl und Distuffionsabend über ,, Das Reichsmietengeset" bei Sibner, Wilsnader Str. 34. 10. 5. 7% Uhr bei Trümper, Flensburger Str. 3, Gigung des engeren Kreisvorstandes. Deutscher Metallarbeiterverband( Verw. Berlin) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unfer Kollege, der Arbeiter Lausitzer Paul Sommer Straße 2 am 23. d. W. gestorben ist. Die Einäfcherung findet am Diens tag, den 27 d. M., mittags 122 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg, Kiefholzstraße, statt. Am 23. d. M. starb unser Rollege, der Einrichter Friedr. Arendt udenarder. ftraße 24 Die Einäfcherung findet am Mittwoch, den 28. d. M, nachm 5 Uhr, im Krematorium Berlin, Gerichtstraße, statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Ferner starb am 19. Juni unser Kollege, der Dreher Wilhelm Gröckel Choriner 121/1 straße 22 Ehre ihrem Andenken! Die Ortsverwaltung. Ortsfrontentaffe für das Maurergewerbe 30 Berlin C. 25, Hankestraße 4. In Gemäßheit der Gefeße über Ver ficherungspflicht und Grundlöhne in der 31. 37. Schivelbeiner Str. 34 und bei Goldschmidt, Stolpische Str. 36. Lindenstr. 3. b. 7½ Uhr Zahlabende bei Fürft, Seelower Str. 18; bei Meißner, Abt. 7½ Uhr Bahlabende in folgenden Lotalen: Bezirke Morib und Fried rich bei Kröske, Ebertystr. 6; Bezirk Händler bei Beet, Thaerstr. 32; Be zirt Kutter bei Wrubbel, Seidenfeldstr. 20. 39. Abt. 8 Uhr Abrechnung der Bezirtsführer in der Juristschen Sprechstunde, 40. 41. Abt. 72 Uhr gemeinschaftliche Bersammlung in den Bittoria- Sälen, Thema: Genua". Referent Victor Schiff. 43. Abt. 7% Uhr Sahlabende in den bekannten Lotalen. 45. Abt. 7 Uhr Bahlabende in folgenden Lotalen: Studenberg, Glogauer Straße 18; Wolf, Forster Str. 44; Hebestreit, Reichenberger Str. 128. Die Genossen der Gruppe Laufiger Plaz, Wiener, Stalizer, Laufiger Straße tagen bei Wolf und Hebestreit. Belle- Alliance- Str. 22. 47. bt. 7½ Uhr zahlabende in folgenden Lokalen: Rorarius, Adalbertstr. 19; Krause, Mariannenplay 22; Brandt, Muskauer Str. 1. 48. Abt. 7 Uhr bei Gliefing, Waffertorstr. 68, gemeinsamer Zahlabend für fämtliche Bezirke. Die Bezirksführer werden gebeten, einzuladen. 51. Abi. Charlottenburg. 71 Uhr Abteilungsversammlung bei Schellbach, Königin- Elisabeth- Str. 6. Thema:„ Das Reichsmietengeset". Referent Felgentreu. 83. Abt. Lichterfelde. 8 Uhr öffentliche Bersammlung. Thema:„ Das Reichsmietengefez". Referent Ministerialrat Hans Krüger. 114. Abt. Sichtenberg. 7½ Uhr Bahlabende. 1.- 3. Gruppe bei Fröling, Mainzer Str. 15; 2. Gruppe bei Schwarzer, Gabriel- Mag- Str. 17; 4. Gruppe bei Schulz, Gärtnerstr. 10. 131. Abt. Niederschönhausen. 8 Uhr bei Klinbt, am Friedensplag, gemein famer Zahlabend sämtlicher Bezirke. Thema: Die politischen Ereignisfe". Frauenveranstaltungen: 58. Ast. Charlottenburg. 8 Uhr bei Stein, Passauer Str. 35. Thema: Jugendpflege und Jugendfürsorge". Referent Lehrer Brieger. 51. Abt. Reutönn. 7½ Uhr bei Mäufeler, Münchener Str. 23. Thema:„, Heinrich Heine". Referent Dr. Schütte. 99. Abt. Brig. 7½ Uhr in der Schule Hannemannstraße. Thema: Die Erziehung der Frau zum Sozialismus". Referent Friedrich Senffert. Sozialbemokratischer Männerchor Hallesches Zor". Die Gangesbrüder treffen sich Dienstag mittag 1½ Uhr in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstraße 3. . Ronsumgenossenschaft Berfin und Umgegend. Die Gesamtbelegschaft nimmt morgen Teil an der Demonstration. Die Bertaufsstellen werden um 12 Uhr mittgs geschloffen. Wir bitten unsere Mitglieder, ihren Bedarf rechtzeitig zu decken. Jugendveranstaltungen. Heute, Dienstag, den 27. Juni: Jugendgenofen, beteiligt Euch zahlreich an der heutigen Rundgebung im Luftgarten. Treffpunkt für sämtliche Jugendlichen ist der Begas- Brunnen, gegenüber Breite Straße. Sport. Rennen zu Strausberg am Montag, den 26. Junt. 1. Rennent. 1. Memento( Schneider), 2. Tambur( Sths), 3. Tat.: 15:10, PL: 12, 14:10. Ferner tiefen: Flandern( Mesa). Gallipoli III, Zavalyi. 2. Rennen. 1. Alabaster( Gorsler), 2. Rappelkopf( Bismark), 3. Reichsgräfin( Thalede). Tot.: 15:10, PL: 12, 15, 21:10. Ferner liefen: Sinnig, Adolar, Parma II, Schwanenritter( gef.), Banje( angeh.). 3. Rennen. 1. Jodler( Bismark), 2. Namajos( Rastenberger), 3. Sperling( Kufulics). Tot.: 67:10, I.: 17, 14, 22: 10. Ferner Hefen: Tempelritter, Saarfels, Lolo, Schade( ft. gebl.), Smaragd, Lilienstein, Elga, Friedensjonne, Grandioso, Bokblig. 4. Rennen. 1. Radom( Edler). 2. Balaleila( Rululies), 3. Top Twig( Theilen). Tot.: 20:10, BL.: 12, 12:10. Ferner liefen: Irrfahrt, Miralel. 5. Rennen. 1. Welcome Bliß( Kardel), 2. Meister( Mate), 3. Diamant ( Bismart). Tot.: 32:10, I.: 16, 30, 15: 10. Ferner liefen: Massary Georg, Verbi, Parolus( ausgebr.), Balesta, S'Bärbele, Fairytale, Gebalind, Mispel( angeb.), Märchensee( gef.), Pracht, Wilde Rose, Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin H 54, Linienstraße 83/85. Beſchäftszeit vorm. 9 Uhr bis nachm, 4 Ubr Telephon: Amt Norben 833, 834, 835, 836. Achtung! Achtung! Graveure! Ziseleure! Mittwoch, 28. Jnni, nachm. 4 Uhr, im Ale gandriner, Alegandrinenstr. 37 a ( Saal 1): Außerordentliche Krantenversicherung vom 9. Juni 1922, Branchenversammlung durch welche die Bersicherungsgrenze nunmehr auf 72 000,- M. festgefegt ist, hat der Kolleginnen und Kollegen, die der Vorstand in feiner Sigung vom unter den Bestimmungen des Reichs28. Juni 1922 die Grundlöhne bis auf 90 M. erhöht. tarifs arbeiten. Tagesordnung: Mit Wirkung vom 2. Juli 1922 ab 1. Endgültige treten daher folgende Aenderungen in Kraft: Stellungnahme zu ben legten Reichstarifverhandlungen. 2. Berichiedenes. In Stufe A gehören alle ohne Entgelt Dawichtige Beschliffe gefaßt werden, muß ein beschäftigten Lehrlinge; in Stufe I gehören Raffenmitglieder mit ieber Kollege und jede Kollegin erscheinen. einem täglichen Entgelt bis zu 6 M.; Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. in Stufe Il gehören Raffenmitglieder mit einem täglichen Entgelt von 6,01-12 M.; Donnerstag, 29. Juni. vorm. 11 2hr, Deutscher Bekleidungsarbeiter- Verband in Stufe ill gehören Raffenmitglieder mit in der Brauerei Königstadt, einem täglichen Entgelt von 12,01-18 W.; Schönhauser Allee 10-11: einem späteren Tage statt. Filiale Berlin, Sebastianstr. 37/38 in Stufe IV gehören Raffenmitglieder mit Branchenversammlung Die für heute, Dienstag, angekündigte einem täglichen Entgelt von 18,01-24 202.; außerordentliche Mitgliederversammlung in Stufe V gehören Raffenmitglieder mit findet wegen der Demonstration erst an einem täglichen Entgelt von 24,01-30 m.; der streifenden Betriebe der Bauin Stufe VI gehören Staffenmitglieder mit schlofferelen und der Betriebe für Im übrigen verweisen wir auf den einem täglichen Entgelt von 30,01-36 M.; gelochte Bleche. Aufrufder Berliner Gewerkschaftskommission in Stufe VII gehören Raffenmitglieder mit Tagesordnung: 1. Bericht der und bitten unsere Mitglieder, sich an der einem täglichen Entgelt von 86,01-42; Streitleitung. 2. Berschiedenes. Demonstration zahlreich zu beteiligen. in Gtufe VIII gehören Kaffenmitglieder mit einem täglichen Entgelt von 42,01-48 2.; in Stufe IX gehören Kaffenmitglieder mit einem täglichen Entgelt von 48,01-54 92; Die Ortsvewaltung. 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Juni, nachm. 5 Uhr, einem täglichen Entgelt von 60,01-70 m.; im Lotal Reinide, Grünauer Str. 17: in Stufe XII gehören Kaffenmitglieber mit einem täglichen Entgelt von 70,01-80 02: Versammlung in Stufe Xlil gehören Raffenmitglieder mit der Branchenfommissionsmitglieder einem täglichen Entgelt von mehr als 80 M. Beiträge für je eine Ralenderwoche: a) bet 6 Arbeitstagen: in Stufe A 0,96 9, in Stufe I 2,34 M., in Stufe II 4,68 M., der Gürtler, Drüder, Schleifer, Metalldreher, Metallformer, Graveure und Schnittarbeiter. in Stufe III 7,02 2., in Stufe IV 9,36 M., Rein Rommissionsmitglied der Branche in Stufe V 11,70 M., in Stufe VI 14,04 R., in Stufe VII 16,38 m., in Stufe Vill 18,72 m, in Stufe IX 21,06 m, in Stufe X Achtung! 23,40 9, in Stufe XI 27,30 M., in Stufe darf fehlen. Achtung! XII 31,20 9., in Stuje XIII 35,10 M., b) bei Die Gigung der engeren Berwaltung der 7 Arbeitstagen: in Stufe A 1,12 M., in Metallarbeiter ftudet Mittwoch, 28. 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Jungmännerverein Gütersloh 63: 51; Breuß. Hochschule für Leibesübungen gegen M. E. V. Köln 93: 53; Kaufm. . B. Tondern gegen St. Bonifacius Köln 60: 44; T. B. Saarbrücken gegen Oberschles. Spiel- und Eislaufverband 87:78; Berl. Städtemannschaft gegen M.. B. 79- München 74: 59; Sultfchiner Lengen gegen St. Bonifacius Köln 97: 59. schlesischen Spiel- und Eislaufverband 62:37; Verein Licht und Luftbad Faustball der Männer: Berl. Turnerschaft gegen OberFrankfurt a. M. gegen Gütersloh 49: 18; Berl. Turnerschaft gegen Deutsche Jugendkraft, Abt. Charlottenburg 43: 32; Turnklub Hannover gegen T. V. Pankow 35:31. Frauen: Hamb. Turnerschaft gegen Damen T. V. BrühlBerlin 52: 47. laufverband West gegen Ost 140: 134. BarIauf: Turngem. in Berlin Trommelball: Frauen: Oberschles. Spiel- und EisSchleuderb a II: Oldenburger Turnerbund gegen B. f. 2. 58: 50: 43. gegen Allg. T. V. Rodenkirchen 7: 6. und M. Gebhardt( Frankfurt a. M.) ie 76 Brte.- Barren: 1. Ehrhardt( Berl. Mehrkämpfe: Bierkampf der Männer: Reck: Felsing( Dortmund) ampi ber Frauen: 1. Marg. Furchheim( Jahn- Neukölln) 171 P. Turngenossenschaft) 78 P. Pferd: 1. Schaffert( Bilfen) 75 P. Neun8wölftampf der Männer: 1. Kobe( T. V. Vorwärts Breslau) 233 P. Barren: Osenbrunner( München), Meiser( M. T. V. München) und BickenBierkämpfe der Frauen: Red: 1. Marie Opitz( Bremen) 79 P. bach( Köln) je 75 P.- Pferd: 1. Gölkner( A. D. T. V. Graz) 76 Punkte. Die Sandballmeisterschaft wurde zwischen dem Turn- und Sportverein Spandau sowie Düsseldorfer Turn- und Rasensport zugunsten der Spandauer mit 3: 0 entschieden. Die nächsten Radrennen finden am Mittwoch, den 5. Juli, abends 7% Uhr, auf der Radrennbahn Treptow statt. Es starten: Lewanow, Gawall, Krupkat, Weiß. Arbeitersport. Um die ostdeutsche Fußballmeisterschaft. Umrahmt von leichtathletischen Wettkämpfen fand gestern im Bichtenberger Stadion das Entscheidungsspiel um die oftdeutsche Fußballmeisterschaft statt. Die Mannschaften von Forst und Brandenburg standen gegenüber und lieferten sich ein schönes faires Spiel. Beide spielten gleichwertig. Bor Halbzeit war Brandenburg etwas überlegen und nach der Baufe mit starkem Winde spielend- Forst. Das Spiel, das ganz verteilt war, wogte auf und ab. Der Beste im Felde war der Mittelläufer Brandenburgs und der ganze linke Flügel. Bei Forst überragte die Verteidigung. Kurz vor Halbzeit schoß der Mittelstürmer Brandenburgs das erste und einzige Tor des Tages. Mit 1: 0 für Brandenburg trennten sich unter lebhaftem Applaus der zahlreich vertretenen Zuschauer die Mannschaften. Better bis Mittwoch mittag: Ein wenig fübler, überwiegend be wölkt mit ostwärts fortschreitenden Regenfällen bei ziemlich frischen westlichen Winden. ( Schluß des redaktionellen Zeils.) DUNLOP Gummibereifung Die Weltmarke bürgt für Qualität! 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