F841394 Nr. 302 39.Jahrgang Ausgabe Nr. 150 Bezugspreis: eincsterjährl. 150.-, monatl. 50,-. Mörbe Saus, voraus zahlbar. BoftMonatlich 50,- M., einschl. 8ugebühr. Unter Kreuzband für Di nd, Danzig, Saar- u Memel gebennie Defterreich u. Luremburg 102, eltir für das übrige Ausland 84.Bostbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark, England, Estland, Finnland, Frankreich, Holland, Bettland, Luremburg, Desterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der„ Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Beit", der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erfcheint wochentäglich zweimal, Sonn tags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemotrat Berlin" Morgen- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 1,50 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezetle Loftet 16,-.- Reflamezeile 80,- M Aleine Anzeigen" das fettgedruckte Mort 4, M.( zulässig zwei fettge. bruckte Worte), jebes weitere Wort 8,- M. Stellengesuche und Schlaf ftellenanzeigen das erste Wort 2,50.. fedes weitere Wort 2, M. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien- Anzeigen fitr Abonnenten Beile 8,- M. Anzeigen für die nächste Summer milfsen bis 42 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden. straße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Expedition: SW 68, Lindenstr. 3 Hernsprecher: Medaktion Morigplatz 15195-97 Expedition Morinvlas 11753-54 Donnerstag, den 29. Juni 1922 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Berlag, Gebedition und InseratenAbteilung Moritplat 11753-54 Proletarische Einheitsforderungen. night Ende, sondern Anfang! An die Neichsregierung und den Reichstag! einer außerordentlichen Sigung einberufen. Berlin, 27. Juni 1922. Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund: Leipart. Graßmann. Allgemeiner Freier Angestelltenbund: Aufhäuser. Urban. Urban. Staehr. Sozialdemokratische Partei Deutschlands: Müller. Braun. In unserer heutigen Sonderausgabe veröffentlichten ausschüsse des ADGB. und des AfA- Bundes noch für diese Woche zu selbst bürgerliche Kreise, die sonst dem Massenaufgebot der Arwir bereits einen Aufruf, den die Vorstände des 2lgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes, des AfABundes und die Leitungen der beiden sozialistischen Barteien gemeinsam mit der KPD. erlassen haben. Bei der beschleunigten Herstellung der Sonderausgabe waren leider infolge technischen Versehens die Unterschriften fortgefallen, so daß der Aufruf verstümmelt erscheint. Deshalb und da vermutlich manche unserer Leser die Sondernummer nicht erhalten haben, wiederholen wir die Veröffentlichung des für die politische Entwickelung bedeutfomen Aufrufs. Red. des„ Vorwärts". Der Borstand des Allgemeinen Deutschen Gewertschaftsbundes hat in Ausführung des Beschlusses des Leipziger Gewerkschaftskongresses sich mit dem Borstand des AfA Bundes und den drei politischen Arbeiterparteien in Verbindung gefeßt. In gemeinschaftUnabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands: Crifpien. Dittmann. Kommunistische Partei Deutschlands: Meyer. Koenen. lichen Beratungen find von den Unterzeichneten die folgenden Reichstagsauflösung in Sicht. Forderungen beschlossen worden: Die gewaltigen Rundgebungen zum Schuße der Republik, die am Dienstag in ganz Deutschland stattgefunden haben, dürfen nicht ergebnislos verpuffen. Darüber besteht in den sozialistischen Arbeiterkreisen feinerlei Zweifel. Und beiter nur mit Rittern und 3agen entgegensahen, beginnen langsam zu begreifen, daß die ungeheure Welle der Empörung über den neuesten politischen Meuchelmord nicht ohne greifbare Resultate für die Sicherung der republikanischen Staatsform bleiben fann. Der Aufruf der großen Arbeiterorganisationen, den wir heute wiederholen, zeigt die Wege, die jetzt beschritten werden müssen. Jedermann weiß, daß wir Sozialdemokraten die politische Entwicklung mit den Mitteln parlamentarischer Gesetzgebung zu beeinflussen suchen und daß wir gewaltsamen Aenderungen ablehnend gegenüberstehen. Aber auch darüber darf fein 3weifel obwalten, daß zu den parlamentarischen Mitteln nicht nur Verhandlungen und Beschlüsse im Reichstage gehören, wenn sie auch an erster Stelle zu nennen sind. Die Bertreter der bürgerlichen Parteien, die im Reichstage zu der Notverordnung des Reichspräsidenten Stellung genommen, haben, von den Rechtsparteien abgesehen, übereinstimmend befundet, daß auch sie den Schutz der Republit für notwendig halten. Diese Erklärungen dürfen keine platonischen bleiben. Die Parteien, die sich zur Republik befannten, müssen sich ganz klar darüber sein, daß eine 3erEmpörung wachrufen würde als der Mord an Rathenau. ögerung der notwendigen Maßnahmen und die Vertröftung der wartenden Massen noch schlimmere Empörung wachrufen würde als der Mord an Rathenau. An die Reichsregierung und den Reichstag. Keine Einigung in der Brotfrage. Morgen fommt im Reichstag die Regierungsvorlage über Das Gefch zum Schutze der Republik muß enthalten: die Getreideumlage zur zweifen Lesung, ohne daß es Sofortiges Verbot und strenge Bestrafung jeder mon- bisher gelungen iff, eine Einigung über sie zu erzielen. Swifden archistischen oder anfirepublikanischen Agitation in Wort, Bild den Forderungen der Sozialdemokratie und dem Standpunkt Angriffe auf die Republit und ihre Organe irgendwie verherr- bisher ein unüberbrüdbarer Gegensah. Die Soand Schrift. Bestrafung auch derjenigen, die solche Agitation oder der bürgerlichen Koalitionsparteien in der Preisfrage klafft ligen, belohnen oder begünstigen. Berbot und fofortige zialdemokratie besteht darauf, daß der Roggenpreis nicht höher Auflösung aller monarchistischen oder anfirepublikanischen Ber- als auf 6300 m. pro Tonne und der Weizenpreis nicht über Die notwendigen Gefeße zum Schuße der Republit, wie fie bindungen. Berbot der monarchistischen Fahan und Farben. 6900 m. feffgefeht wird; die Bürgerlichen wollen anscheinend der Aufruf der Arbeiterorganisationen fordert, bedürfen Sofortige Beteiligung aller monarchistischen Embleme in den bestenfalls einen Roggenpreis von 7600 M. zugestehen. zweifellos in mehreren Punkten der parlamentarischen öffentlichen Gebäuden und Anstalten. Bestrafung jedes Angriffes Mit der dadurch entstandenen Situation beschäftigte sich weidrittelmehrheit, um zur Annahme zu gelangen. in I at, Worf oder Schrift auf die republikanischen Farben und die sozialdemokratische Reichstagsfraktion geffern abend in einer Es besteht nun nicht mit Unrecht die Befürchtung, daß gewisse Fahnen. Strenge Vorschriften zur Säuberung der Regie. Sigung, die fich bis in die späte Nachtstunde hineinzog. Die Teile der bürgerlichen Parteien im entscheidenden Augenblic rungsstellen und Behörden, einschließlich der Gerichte und Meinung überwog, daß eine Verständigung nicht mehr zu erberfagen möchten, wenn es zu den wichtigsten Abstimmun der Reichswehr von allen monarchistischen oder anfirepublikani- zielen sei und die Reimstagsau lösung damit un gen kommt. Leider ist nicht unbekannt, daß sogar manche Defchen Elementen. Aufhebung derjenigen Rechte, die dieser Säube- vermeidlich sein wird. mokraten, die in Rathenau doch ihr hervorragendes Parteirung entgegenstehen. Berbot des Waffentragens außermitglied betrauern, eine gewisse Angst vor der eigenen halb des Dienstes. Verbot des Uniformfragens für ehemalige Courage" an den Tag legen, sobald sie von der abstrakten Offiziere. Untersagung weiterer Ernennung von Reserveoffizieren. Sympathieerklärung zu fon treten Handlungen übergehen Einfehung eines Außerordentlichen Gerichtshofes in sollen. Ihnen und ähnlichen weichherzigen Gemütern in den Alle drei Ehrhardt- Offiziere. Berlin, dessen Sammern aus je einem Richter und sechs Laienbeiübrigen bürgerlichen Parteien wird deshalb der Aufruf der Arfigern bestehen, die vom Reichspräsidenten zu ernennen sind. UeberAmtlich wird in später Abendstunde gemeldet: Nachdem die beiterorganisationen und Parteien eine willkommene Rückentragung der Anklageerhebung an einen vom Reichsjuftiz- Abteilung la des Berliner Polizeipräsidiums bereits am Diens- stärkung sein. Sie werden aus der Entschiedenheit, mit der minister zu ernennenden republikanischen Reichstommiffat. tag den bei Ermordung des Minifters Rathenau benutten diese Vertretung der arbeitenden Massen ihre Forderungen Schaffung einer Reichsegefutive, insbesondere einer Reichs- kraftwagen ermittelt und im Polizeipräsidium sicherge- nicht nur aufstellt, sondern auch ihre Durchführung sicherfriminalpolizei. Vorschriften zur Erleichterung der Verhaffung und stellt hatte, ist es jetzt gelungen, die Mordiat in vollem Umfange zustellen bestrebt ist, entnehmen können, daß diesmal eine Anordnung fofortiger Verhaffung solcher Personen, die gegen Gesetze aufzuklären und die Namen der Täter festzustellen. Es Verwässerung der Zusagen wie nach dem Kapp- Butsch zum Shu je der Republik verstoßen. Bestimmungen über Beschlag- find: nicht angängig sein darf, wenn anders nicht alles Vernahme und Einziehung des Vermögens der Verurteilten sowie über 1. Techow, Ernst Werner, 21 Jahre alt, in Berlin ge- trauen zu dieser Republik auch in Arbeiterfreisen verschwinden Entziehung von Penfionen und Bezügen. boren und zuleht hier wohnhaft; foll. Die Geltungsdauer des Gesetzes ist zunächst auf mindestens 3wei Jahre festzusetzen. Bom Reichstag erwarten wir, daß er dieses Gesetz in fürzester Frist verabschiedet und nicht früher auseinandergeht, bis es in Kraft getreten ist. Die Mörder festgestellt. name Bécheur, früherer Aufenthalt Flöha i. Sachsen, auch 2. Fischer, Hermann, auch Bogel genannt, SpigChemnih: nicht älter als 25 Jahre. 17 gerade sozialdemokratischer Organisationen, die eine soAus allen Teilen Deutschlands kommen die Forderungen fortige Auflösung des Reichstages und als= 3. nauer, audy Körner und Kern genannt, gleich- baldige Neuwahlen unter der Parole Schutz der Refalls nicht älter als 25 Jahre. publik!"„ Nieder mit der monarchistischen Mordpropaganda" Unabhängig hiervon fordern roir: Sofortige Amnestie Alle drei Genannten gehören der Organisation C verlangen. im Reiche und in den Ländern für alle wegen politischer Bergehen und früher der Brigade Ehrhardt an. Knauer gehörte Berurteilten mit Ausnahme derjenigen, die im Sinne diefes Gefehes beim Kapp- Putsch zur fogenannten Stabswache der Betriebsrätezentrale des Wirtschaftsbezirks GroßZentralrat und Gruppenräte der Freigewerkschaftlichen strafbare Handlungen begangen haben. Amnestie auch für die Reichstanzlei. Alle drei haben sich aus Berlin entfernt, Berlin haben neuerdings einmütig diese Forderungen aufaus Anlaß des Eisenbahnerstreits zur Verantwortung fie hatten jedoch nach den Ermittlungen zuletzt feine erheblichen gestellt: Gezogenen, Einstellung aller aus demselben Anlaß eingeleiteten Mittel und auch feine Päffe. Techow ist am Sonntag abend 1. Gofortige Reorganisation der Reichswehr, Disziplinarverfahren. mit dem D- Jug 8,35 Uhr nach Halle abgefahren. Die beiden der Polizei, der Justiz, der Reichs, Staats- und Kommunalbehörden Die politischen Arbeiterparteien haben sich ver- anderen haben vermutlich am Dienstag Berlin verlaffen und dergestalt, daß alle antirepublikanischen Elemente daraus beseitigt pflichtet, diese Forderungen gemeinsam durchzusehen und alle fich nach Norden begeben. Eine Anzahl weiterer Personen, die und durch befähigte zuverlässige Republikaner ersetzt werden, entMaßnahmen der Regierung zur Erreichung dieses Zieles zu unter- der mittäterschaft überführt sind, sind von der sprechend dem Bielefelder Abkommen von 1920. Polizei verhaftet worden. ffüßen. I Von den Gewerkschaftsmitgliedern und den gesamten Arbeitnehmern Deutschlands verlangen wir jetzt absolute Einigteit, gejdloffene Disziplin, festen Willen und Bereitschaft zur Unterstützung unseres Vorgehens, jebald wir sie dazu aufrufen. Von den Gewerkschaften und Arbeiterparteien .des Auslandes, Annahme des Bemelmans- Abkommens. Paris, 22. Juni.( Havas.) Die Reparationstommisfion hat gestern die Abänderungen geprüft und gebilligt, die das Abkommen vom 15. März 1922 betreffs der Sachlieferungen durch die Vereinbarungen vom 6. bis 9. Juni erfahren hat. 2. Sofortige Amnestie aller politisch Inhaftierten und Angeklagten, die gegen die monarhistische Reaktion gerichtete Handlungen begangen haben. 3. Die fofortige Anflageerhebung gegen alle geistigen Urheber der Attentate der Reaktion sowie deren sofortige Ueberführung in Untersuchungshaft. 2- Bund sind verpflichtet, die heutigen Demonstrationen im ganzen 4. Die politischen Parteien im Verein mit dem ADGB. und Reiche nicht als den Abschluß, sondern als den Beginn des entschiedenen Handelns zur Durchführung vorstehender Forde Die deutsche Arbeit für Frankreich. die uns wiederholt ihre Unterstützung zur Erhaltung der deutrungen zu betrachten und haben die Verpflichtung, unter Einsetzung Paris, 28. Juni. Der ,, Eclair" hat aus dem Ministerium für ihrer gesamten Machtmittel fchen Republik zugefichert haben, fordern wir jetzt eine ft a rfe parlamentarisch und außerparlamenCinwirtung auf ihre Regierungen in der Rich- öffentliche Arbeiten erfahren, daß die deutschen Arbeiter, tarisch deren Durchführung zu erzwingen. tung, daß die Entente von ihrer Gewaltpolifir die für die Ausführung der öffentlichen Arbeiten außerhalb der Hierbei verpflichten die Versammelten die drei Parteien, den gegen das deutsche Volf, die den Nationalisten und Monarchisten Kriegsgebiete nach Frankreich fommen sollen, zum größten Teil 2DGB. und Afa- Bund, bei evtl. Weigerung der gegenwärtigen In Deutschland immer neuen Agitationsstoff geliefert hat, end- in Mart bezahlt werden. Die Nahrungsmittel werden Regierung gemeinschaftlich eine Arbeiterregierung zu bilden und die lich abläßt. ihnen von Deutschland geschickt werden. Ein Drittel der Liefe hieraus resultierenden Wahlen gemeinschaftlich zu führen. Sollte rung für die auszuführenden Arbeiten wird der französischen bei einer evtl. Weigerung der gegenwärtigen Regierung, die vorgeIndustrie übertragen werden. Dieses Verhältnis werde aber je nannten Forderungen zu bewilligen, diese nicht freiwillig zurücknach den verschiedenen Lieferungen variieri merden. Frankreich treten, so ist deren Rücktritt zu erzwingen. merden 66 Proz. des Kaffes und bes Zemenics, 50 Proz. der Eisen-! Die Stimmung in allen sozialistischen Arbeiterkreisen Zur Beschlußfassung über die welteren Mahnahmen und die und Stahllieferungen und 33 Proz. des Werkzeuges und der ist gegenwärtig fo, daß man nicht den Bersuch machen sollte, Mitwirkung der gesamten Arbeitnehmerschaft find die beiden Bundes- Maschinenlieferungen übernehmen. I durch Ausweichen" und Lavieren" Entscheidungen hinaus An alle republikanisch gesinnten Organisationen richten wir die Aufforderung, sich unseren Forderungen anzuschließen und auch ihre Kräfte für ihre Durchführung einzuschen. F84 1393 zufchieben. Die Reaktion weiß, daß nur eine harte hand anderer Stelle wiedergeben, dürfte ble Aufgabe etwas erleich aber es wäre richtig und gut gewesen, wenn man Rathenau und fie selbst in Schach halten kann. Ihre Geheimorganisationen, tern. In dem Schreiben wird die Behauptung aufgestellt, Genossen jeden Morgen abgeholt und ihnen 25 Stodhiebe die mit unglaublich reichen Mitteln ausgestattet find an daß die deutschnationalen Reichstagsmitglieder General ton auf den nadten...." gegeben hätte. anderer Stelle finden die Leser einen neuen Beleg dafür Gallwig, Major a. D.) enning und 3andreŋ einem Borries, fönne diese Ansicht gut vertreten, denn er gehöre zur gegeben hätte. Er, der Rechtsanwalt pfeifen auf alle schwächlichen gesetzlichen Maßnahmen. Mitglied der Geheimorganisation C. das des politischen Mor- Deutschnationalen Bolts partei, und es hätten feir Sie verstehen eher ein scheinbares Unrecht, wenn es nur fonfe- des verdächtig war, Beihilfe geleistet haben. Es wird Fremdrassige" in einer deutschen Regierung etwas zu tun. quent ist als die peinlichste Gesetzlichkeit, die eine Schwäche weiter behauptet, daß die Reichstagsfraktion als solche der Parteigenosse den Herrn aufmerksam machte, daß er von offenbart. eine Sammlung für den Verdächtigen veranstaltet hat. Geld- Aeußerungen öffentlich Gebrauch machen werde, fiel diesem Nicht nur bei den Deutschnationalen, sondern auch in geber waren nach diesen Angaben ferner das Bureau der fo mutigen Herrn das Herz in die Hose, und er bat, davr weiter links stehenden bürgerlichen Schichten wird noch immer Deutschnationalen Bolfspartei in der Bernbur- stand zu nehmen, weil er trante Füße habe und d Bismard als ein Halbgott verehrt. Das Sozialistengesez ger Straße. faßt sein müsse, bei der nächsten Gelegenheit von den Kon.. tätlich angegriffen zu werden. Was kommen mußte. mit seiner Verfolgung und Aechtung aller sozialistischen Propaganda nicht nur der gewaltsamen, denn solche gab es nichtwird noch heute von weiten Schichten des reaktionären Bürgertums als eine Meisterleistung staatsmännischer Energie geDie deutschnationale Breffe hat nichts eiligeres zu tun, als priesen. Aber selbst von diesem brutalen Ausnahmegesez abge- die wenigen 3wischenfälle, die sich bei der spontanen sehen: Kann sich jemand Bismard vorstellen, daß er, nachdem Kundgebung des deutschen Volkes am Dienstag ereignet haben, die Cumberländer von ihren Thronen in Hannover für ihre Zwecke auszuschlachten. Man setzt wieder einmal die und Braunschweig durch ihn verjagt waren, diesen selben bekannte Tartüffemaske auf und schreit Beter und Mordio Cumberländern gestattet hätte, im Lande zu bleiben und über die Gewalttätigkeit von links. So heißt es in der Baraden bei Regimentsfeiern abzunehmen? Was die deut- kreuzzeitung": schen Reaktionären an Bismarc priesen, dem Vertreter eng-„ Es war unvermeidlich, daß die Art, wie die Ermorftirnigen Preußentums, das muß jetzt die Republik als die vom dung Rathenaus in unseren Barlamenten behandelt worden ist, zu Bolt bestimmte freiheitliche Staatsgestaltung wenigstens zu neuen Gewalttaten führen mußte. Die von jener Seite beeinm bescheidenen Teile wiederholen: Sie darf gegen ihre liebte maßlosigkeit in der politischen Ausbeutung des VerFeinde nicht schwach werden, sondern muß start und brechens fönnte uns damit zu 3 u ständen führen, die sich von unerbittlich sein, wenn es sich darum handelt, ihre eigene benen im alten Rom zur Zeit des Marius und Sulla nicht weEriftenz gegen gewaltsame Angriffe zu verteidigen. fentlich unterscheiden würden." Aber nicht nur die Niederhaltung der Meuchelmörder, auch Von dieser Seite würde man es allerdings lieber sehen, die Sicherung der Lebenseriste nz der breiten Bolfs- wenn das deutsche Volt noch weiter in Lammesgeduld die massen gehört zu den Aufgaben, die der Tag erfordert. Unter Partei für König gegen das Vaterland" ihr sauberes Meuchdem Druck der landwirtschaftlichen Organisationen fönnen sich lerhandwerk vollenden ließe. Wie bodenlos gemein man die bürgerlichen Parteien nicht entschließen, die von der Re- auf jener Seite verfährt, zeigt das Blatt des deutschnationagierung geforderte Brotgetreideumlage mit noch er- len Reichstagsmitgliedes Wulle aufs neue, indem es das entschwinglichen Preisen zu bewilligen. Anstatt die sofort not- fegliche Eisenbahnunglüd an der Schönhauser Allee als wendigen Maßnahmen gegen die monarchistische Reaktion zu eine Folge des Demonstrationsstreit's hinstellt. treffen, suchen sie zunächst den Profit der Agrarier sicherzustellen, ohne Rücksicht auf die Lebensmöglichkeit der arbeitenden Boltsmaffen. Sie vereinfachen deshalb ungewollt die Lage. Es wird so ganz plöhlich schon aus diesem Grunde Wieber wie nach der Ermordung Erzbergers halten Morddie Auflösung des Reichstages in greifbare Nähe patrioten Feierlichkeiten bei Wein und Seft ab. An Geld mangelt gerüdt. es ihnen nicht, man läßt sich die Ermordung republikanischer Führer Die sozialistischen Parteien, die sich zur Ab mehr schon etwas fosten, und um den„ teutschen Geist" hochzuhalten, reaftionärer Anschläge zusammengefunden haben, trinkt man bei den Mordfeiern auf die baldige Ermordung Eberis, werden deshalb automatisch auch eine gemeinsame Front Scheidemanns und Wirths. In Karlsruhe feierte eine Stugegendie Brotwucherer zu bilden haben. Wir werden dentengruppe den Mord an Rathenau in einem öffentlichen Lokal; unfererseits nichts tun, um diese gemeinsame Abwehrfront zu eine Flasche Wein folgte der anderen, verschiedentlich hieß es nach stören, aber wir werden alles aufbieten, um die Neu- einem fräftigen Ruhschluck":" Hoffentlich wird er nicht mehr wahlen, wenn sie infolge bürgerlichen Bersagens anberaumt lebendig!" Nachdem der Spaß schon manchen grauen Schein gewerden, zu einem großen Siege des fozialistischen und foftet hatte und die Stimmung gehoben war, zog ein Gründes republikanischen Gedankens werden zu lassen. In- bemüßter ein Papier aus der Tasche und verlas unter Gejohle und fofern sollen die Rundgebungen der letzten Tage nicht das Gelächter eine Ende, sondern der Anfang der Aktion zur Sicherung Grabrede auf Rathenan, der Republik sein. Der Trennungsstric). Theorie und Praris bei den Deutschnationalen. Die Deutsche Tageszeitung" fommt noch ein11al auf die Erklärung der Deutschnationalen Volkspartei zu rüd, in der es u. a. heißt: Mörderjubel. die an Roheit und Gemeinheit nicht zu überbieten ist. Die„ Grabrebe" verhöhnte Himmel, Jesus und Betrus und lief dem Sinn nach, wie der Karlsruher Boltsfreund" mitteilt, auf folgenden Schluß hinaus: Blötzlich kam ein großer Geftant auf die Himmelstüre zu, und Betrus fragte: Was ist denn das?" Es wurde ihm geantwortet: Das ist Rathenau!"" Bravo!" riefen die Engel, " hoffentlich kommt Wirth auch bald." ,, Gegen jeden, der Gewalttaten predigen, gutheißen Die Polizei wurde von diesem haarsträubenden Standal sofort oder sich etwaigen Organifationen anschließen follte, über benachrichtigt und erschien mit einem größeren Aufgebot. Nach dem deren Biele in dieser Hinsicht Zweifel bestehen könnten, ist rück Berhör und der Besudelung der Räume auf der Polizeiwache durch rück- Berhör sichtslos der Ausschluß aus unserer Partei zu bewirken." die betrunkenen Studenten wurde deren Entlassung angeDas Agrarierorgan stimmt der Kundgebung rüd- ordnet. Am Montag abend erfolgte dann eine neue Festnahme, die fichtslos und in all ihren etwaigen onse bisher noch aufrechterhalten ist. quenzen" zu. Schwierig sei es nur, die Forderung in der Bragis durchzuführen, da keine Partei wissen fönne, wer In Duisburg besuchte ein Parteigenosse am Sonnabend ihr bei den Wahlen die Stimme gibt, und da eine Kontrolle feinen Rechtsanwalt. In dessen Bureauräumen erfuhr er von der über alle eingeschriebenen Mitglieder rucht einfac; sei. Der Ermordung Rathenaus. Anläßlich der Ermordung äußerte der offene Brief an die Deutschnationale Volkspartei, den wir an Rechtsanwalt Borries u. a., er verurteile den politischen Mord, „ Organisation G." Bon Paul Gutmann. = geisten Darmstadt, 28. Juni.( 3.) Ministerpräsident Ulrich erhielt einen Drohbrief aus Mainz des Inhalts, die Organisation C habe ihm als nächsten das gleiche Schicksal bestimmt, wie cs Rathenau widerfahren fei. Sachsen gegen Geßler. Dresden, 28. Juni.( WTB.) Als in der heutigen Landtags. fizung Präsident Fräßdorf dem ermordeten. Rathenau einen Nachruf widmen wollte, erhob sich auf der Linken anhaltender Lärm gegen den deutschmonarchistischen Bizepräsidenten Dr. Wagner. Sozialisten und Kommunisten verlangten, daß sich Dr. Wagner fofort entferne. Da Wagner sich diesem Verlangen widerfekte, verließ die gesamte Linke den Saal und veranstaltete feier für Dr. Rathenau. in dem Saal der früheren ersten Kammer eine besondere TrauerAuch diese Sigung war öffentlich. Nachdem Abg. Wirth( Soz.) zum Präsidenten gewählt worden war, ergriff Landtagspräsident Fräßdorf auch in dieser Berfammlung das Wort und führte nach Wiederholung der tatsächlichen Borkommnisse aus, daß die Deutschmonarchisten mit dem Attentat gegen Rathenau wieder die Erfüllungspolitik der Regierung hätten treffen wollen. Um die Republik zu sichern, müsse vorübergehend mit Ausnahmegefeßen gearbeitet werden. In absehbarer Zeit werden voraussichtlich die Wähler zu entscheiden haben. Mit einem Hoch auf die Republik wurde diese Sondertrauerfeier gefchloffen. In der Nachmittagssigung verlas Innenminister Lipinski Regierungserklärung, eine in der zunächst der Teilnahme der fächsischen Regierung aus Anlaß regierung sei auch die sächsische Regierung der Auffassung, daß der der Ermordung Rathenaus Ausdruck gegeben wird. Mit der ReichsMord wohlvorbereitet und überlegt ausgeführt worden ist. Die Mordbuben werden durch weitverzweigte Organisationen unterstützt und gedeckt, die alle im Zusammenhang mit der deutschnationalen Volkspartei stehen. Die fächsische Regierung hat bereits alles getan, um Ruhe und Ordnung aufrechtzuerhalten und alle nationalistischen Kundgebungen verboten. Sie hat aber darüber hinaus in einer Profeffnote an die Reichsregierung darauf hingewiesen, daß die Reichswehr die monarchistische Agitation durch Beistellung geschlossener Formationen zu Regi. mentsfeiern begünstigt und daß dies vom Reichswehrminister angeordnet wurde ohne vorherige Kenntnis der fächfischen Regierung. Sie hat darauf aufmerksam gemacht, daß die getroffen hat und verlangt, daß Demonstrationen der Reichswehr Reichswehr trotz des Mordes teine Vorbeugungsmaßregeln bei Regimentsfeiern und die Agitation hierfür verboten werden. Die sächsische Regierung hält es für geboten, durch einen Wechsel in der Person des Reichswehrministers die Vorausfehung dafür zu schaffen, daß die Reichswehr ein Mittel zum Schuhe der Republik werde. Die sächsische Regierung würde es begrüßen, wenn der Landtag die noch ausstehenden Gesetze und den Etat ohne viele Worte verabschieden würde. Die Regierung weist den Vorwurf, fie flebe an ihren Aemtern" mit Entrüstung einmütigen Abwehr aller staats- und verfassungsfeindlichen zurück. Zum Schluffe wird die republikanische Bevölkerung zur Bestrebungen aufgefordert. . Weimar, 28. Juni.( BTB.) Landtag. Als Abg. Dr. Herfurth( Dnatl.)[ prechen wollte, gab es Szenen, die in Tätlichkeiten auszuarten drohten. Der Präsident unterbrach die Sitzung auf eine des Innern die Maßnahmen der Regierung zum Schuße der Republit bekannt. wird, daß sie damit die Gimpel ins Garn loden fönnen. Ein König| Grabmäler des Reihengräberfelbes. Industrie und Grabmalgewerbe wäre ihren dunklen Machenschaften erwünschter als die Kontrolle haben den ernsten Willen ausgesprochen, ihre weitere Arbeit im Eindurch eine Volksvertretung. Die Leiter jener Organisation er- vernehmen mit den maßgeblichen behördlichen und Künstlerfreisen dreisten sich, alles modern Freiheitliche zu schmälern, man verhöhnt zu gestalten. Durch die Enthüllungen, die unser politischer Teil heute bringt, fennt, feiert dagegen national gesinnte Mittelmäßigkeiten und Lobeinen Riesen wie Dostojewsti, den man taum dem Namen nach wird die allgemeine Aufmerksamkeit auf die Mörderzentrale preiser mittelalterlicher Roheit. Heine war ein Judenbengel, Ger- das im Jahre 1485 erbaut wurde, als Richard III. bei Bosworth " Organisation" gelenkt. Das soll uns aber nicht abhalten, zu- hart Hauptmann, der Dichter der„ Weber", iſt eine anrüchige besiegt und erschlagen wurde und als Heinrich VII. auf den Thron gleich auf eine andere Organisation hinzuweisen, die es ebenfalls verdient, unter die kritische Lupe genommen zu werden. Es ist die scheinbar harmlose, in Wirklichkeit aber in hohem Grade gemeingefährliche Organisation G". Sie erstreckt sich über ganz Deutschland und hat den Borteil für sich, daß sie nicht nur vom Staat geduldet, sondern sogar teilweise subventioniert wird. Unter der Maste allgemeiner Nützlichfeit versteht sie es ausgezeichnet, jene Gesinnung vorzubereiten oder Mitglieder in die Arme führt. wesen sein. Person. Ein transportables Haus aus dem 15. Jahrhundert. Ein Haus, gelangte, wird in einem englischen Blatt zum Bertauf ausgeboten, aufordern, ist ein jesuitisches Mittel jener Männer, die für ihre bauen" bezeichnet. Das Bauwerk besitzt eine Banketthalle mit schö Die Feigheit, die darin besteht, wehrlofe Untergebene heraus- und zwar wird es als transportabel und überall wieder aufzu 3wede nötigen Stlavenseelen zurechtzufneten. Es wird geftichelt nem Schnitzwert, sowie verschiedene Wohn- und Schlafzimmer, eine und gehetzt, Gesinnungen werden bespielt, Berdächtige zu Fall Bibliothek und ein Frauengemach. Ein großer Teil der inneren gebracht. Warum verdient die Revolution von 1918 die lächerliche Einrichtung stammt noch aus der Zeit vor 1500. Der Verkäufer genannt zu werden?" so fragt einer der hohen Priester jener Ge- versichert, daß sich alle Einzelheiten des Hauses, Biegel, Fenstermeinde seinen freiheitlicher Gesinnung verdächtigen Zögling bei der rahmen, Dachschiefer usw. auseinandernehmen und an einer belieder Lügenreife. Weil Sie, der Fragesteller, ähnlichen gegen den jezigen Staat gerichteten Verschwörerzentralen Bruder des kläglichen Reichskanzlers, im Amt gelassen wurden! rifaner, der das Bauwerk über den Ozean verfrachten läßt, um es Der ahnungslose, Staatsbürger, der im Alter völliger Unreife So ist die Organisation G", gemeinhin auch Gymnasium in der neuen Welt wieder aufzurichten." in die„ Organisation G" aufgenommen wird, muß sich verpflichten, genannt, die wahre Berderberin unseres Bolts. Bon hier ergießen Käfer als Nahrungsmittel. Schon zur Zeit des Plinius, so erdie feinem widerstandslosen Gehirn eingeimpften Anschauungen sich ich Ströme eines schleichenden Leichengifts unaufhörlich über die zählt Prof. Dr. Friz Zetolizky- Wien in der„ koleopteroloso einzuverleiben, daß er imftande ist, darüber von Zeit zu Zeit Nation, vergiften die Moral der Besitzenden, die Justiz, die höhere gischen Rundschau", kamen auf den Luxusspeisetisch der Römer eine Brüfung abzulegen, die über fein weiteres Aufsteigen entscheidet. Beamtenschaft, die Universitäten. Diese Organisation G" ist mit übergroße Würmer", Coffus genannt, die mit Mehl gemäftet Wie mit Klostermauern verfchließt ihn die Organisation gegen alles, verantwortlich zu machen für alle Berbrechen am feimenden Leben wurden. Linné verstand darunter die Raupe des Weidenbohrers. was irgendwie von neuzeitlichem Geist berührt ist. Maßgebend für der Republik, für alle Feigheit der sogenannten Republikaner. Wer man hielt ihm entgegen, daß sie einen äkenden Saft ausscheide und ihre Scheinethit sind die Heldensagen halbwilder Völker. Da trieft durch fie gegangen ist, hat zu fämpfen, wenn er feinen offenen, ftinte. Diese Eigenschaft ist nach der Ansicht Betolizkys durchaus Da werden in langatmigen Gefängen Waffen und ehrlichen Sinn bewahren will. Republikaner, wappnet nicht für eine Berurteilung maßgebend; denn es gibt genug scharfe Rüstungen beschrieben, da beschimpft man den Feind, bevor man euch gegen das Gymnasium! ihn abschlachtet! Einer der am meisten befungenen Helden schleift und stinkende Gewürze, die der Mensch durchaus nicht verschmäht. seinen zur Strede gebrachten Gegner, den er mit den Haaren an Andere Autoren machten aus dem„ Cossus" Larven des Nashornfeinen Siegeswagen gebunden hat, nochmals um die Mauern der Ein Reichsausschuß für Friedhof und Denkmal. Die Bestrebun- und des Maifäfers. Der Kirchenvater Hieronymus beschreibt den eroberten Stadt. Die Könige werden als gottähnlich gepriesen, gen, das wenig erfreuliche Ausschen unserer Friedhöfe zu verbessern, urm als weiß, fett, mit schwärzlichem Kopfe. Es hat sich nach mögen sie auch Betrüger, Dummköpfe, blutgierige Bestien ge- haben bisher zwar einige recht günftige Teilerfolge aufzuweisen, dieser Beschreibung wohl um die Larve eines Eichenbewohners aus es ist aber noch nicht gelungen, das industrielle Grabmalswesen, das der Familie der Bockfäfer gehandelt. Das Essen von BockfäferGut ist in jener Welt, was überlebt ist. Der Mörder ist ein den Friedhöfen ihr Gepräge gibt, wirkungsvoll zu beeinflussen. Auf larven ist übrigens fein Privilegium des Altertums. Zetolitzky weist Heiliger, wenn er den Königspurpur trägt oder dem König dient. dem ersten deutschen Steintag in Eisenach ist nun von seiten der barauf hin, daß auf der Insel Et. Thomè im Golf von Guinea die Es gibt einige erhabene Dichtungen aus jener Zeit, aber die meisten Steinindustrie selbst die Anregung ausgegangen, alle an der Fried- bis 10 3entimeter lange Larve des Bockkäfers Macrotoma edulis Schriften sind so langweilig und hofprig, daß sie selbst ein deutsch hofskultur beteiligten Kreise zu gemeinsamer Arbeit an dieser auf den Markt gebracht und in Palmöl gefocht gegessen wird. Und völkisches Blatt heut nicht drucken würde. Dennoch werden die wichtigen Aufgabe aufzurufen. Es ist ein Reichsausschuß auch in Brasilien gilt diese Larve als Leckerbissen. Dasselbe allt Namen von hundert verstorbenen Eseln in den Himmel erhoben, für Friedhof und Denkmal" mit dem Sig in Dresden für die Antillen und Guyana, gilt für die Insel Mauritius, für bamit fein Blaz mehr für die beunruhigenden Geister von heut ins Leben gerufen worden. der den verschiedenen Interessen- Samoa und Australien. Man kann demnach die Behauptung aufübrig bleibt. Jahrtausendalter Unsinn wird als Offenbarung ge- gruppen die Möglichkeit zu gemeinsamer Aussprache geben soll, so ftellen, daß das Essen von Bockkäfern seit dem Altertum bis auf die priesen. Die Entwicklungslehre wird verleugnet. Wahr ist, was daß sich die Widerstände, die sich bisher einer wirksamen Friedhofsstande" nicht bald der Kappzaum angelegt wird, so werden auch wir geübt wird. Und wenn unserm agrarischen„ NährDie fo tagaus, tagein breffierten Mitglieder der„ Organisation foll zugleich Richtlinien für die Anlage der Friedhöfe und für die in absehbarer Zeit so weit sein, daß sich jeder nicht schiebende Gfönnen natürlich nicht hermetisch vom heutigen Leben abge- Behandlung der Denkmäler geben und die gemeinsamen Beschlüsse Deutsche glücklich schäßt, wenn er Sonntags feinen Bockfäfer im schlossen werden. Auf der Straße, im Theater, zu Haus und aus bei den Behörden, bei Industrie und Handwerk durchzusehen suchen. Topf hat. den Zeitungen erfahren sie viel tausend Dinge, die alles Gelernte Es haben zwei Sigungen in Dresden und Frankfurt a. M. stattge. 300 Millionen für ein Aino! Von den Ausmaßen und der toffbaren Ein. als lächerlich erscheinen lassen. Da sie aber von ihren ehrwürdig funden, auf denen die politischen Gemeinden( Städtetag,) die firch- richtung der amerikanischen Rinos( fowie von den amerikanischen Breifen) dreinschauenden Verführern verpflichtet wurden, den Mederkram zu lichen Körperschaften, die kulturellen Berbände( Werkbund, Heimat- fann man sich einen einen Begriff machen, wenn man in der„ Lichtbild schäßen, dringt die Lüge in ihre Herzen. Sie glauben nicht an das, schutz), die Künstlerverbände, die Steinindustrie, das Grabmalge- größten Kinos( nicht das größte!) für 850 000 Dollars verkauft worden ist. Bühne" liest, daß in Cincinnati, alfo immerhin einer Provingstadt, eines der mas fie sprechen, und halten daher auch den Glauben der andern merbe und die Arbeitnehmer vertreten waren. Das dort aufgestellte für Lüge. So werden sie gleichgültig, frech und zynisch. Sie find Programm ist so umfangreich, daß besondere Arbeitsausschüsse für mittel un Ronacitaat einzuführen, find sehr befriedigend ausgefallen. Der lugverkehr am Kongo. Die Verfuche, das Flugzeug als Transportschlau genug, zu erkennen, daß die Organisation G" nur auf Be- die Sondergebiete gebildet wurden. Die zunächst behandelten belgische iugdienst am Kongo für das Jahr 1921 berzeichnete 800 g trug ausgeht, um Macht, Einfluß und Stellung im Staat zu be- Fragen find Richtlinien für die Anlage von Friedhöfen, für Fried Stunden, in denen über 100 000 stilometer surüdgelegt wurden. Es wurden tommen. Sie machen den Schwindel mit, bis er ihnen so geläufig bofsordnungen, für Form und Materialien der Grabanlage, für 190 Bassagiere und 1800 Kilo Bostfachen befördert. nach Moder stinkt. reform entgegenstellten, leichter überwinden lassen. Der Ausschuß Verbrecherschutz der Deutschnationalen Sozialpolitik im Reichstage. Wir veröffentlichen hiermit folgenden Offenen Brief eines ehemaligen Angehörigen der Organisation C. an die Mörderpartei, der feines meiteren Kommentars bedarf: ich vor Gericht zu verantworten. Die Reichstagssigung am Mittwoch mittag eröffnete Präsident Löbe mit folgender Ansprache: Schuld auf mich zu übernehmen. Falsche Papiere und Geld stünden Meine Damen und Herren! Nach der Trauerversammlung, die mir zur Verfügung. wir hier gestern abgehalten haben und nach der großen Kundgebung, Ich hatte dazu feine Luft, als man mir aber andeutete, es könne die gestern in Berlin stattgefunden hat, haben durch ein schreckliches mir von„ fommunistischer Seite" nach meinem Leben getrachtet Eisenbahnunglück 29 Berliner Bürger, darunter zwei Frauen, ihr werden, ging ich scheinbar darauf ein, fuhr aber nach Schneide- Leben verloren, und fast die doppelte Anzahl von Personen ist schwer mühl, wo ich mich bei dem Verband nationalgesinnter Soldaten verletzt worden. Ein schweres Unheil ist dem anderen gefolgt, und meldete. Von diesem Verbande sowie von dem dortigen Vorsigenden der Deutschnationalen, Studienrat Dr. furchtbaren Unglüd betroffenen Familien spreche ich das Beileid des wir haben weitere Menschenverluste zu beklagen. Den von dem Böckler, wurde ich mit Geld unterstützt und zu dem Baron v. Knigge( nebenbei der Schwiegervater des vom Baltikum her be- Hauses aus. rühmten Generals von der Golt), Grunau, Kreis Flatow i. Bestpr., Das Haus hatte sich bei den Worten des Präsidenten von seinen geschickt. Blägen erhoben. Baron v. Knigge nahm mich drei Wochen lang auf und stellte mir in seiner Eigenschaft als Amtsvorsteher eine Reihe gefälschter Bapiere( Ausweis mit Lichtbild, Invalidenkarte, Abmeldung, Arbeitsbescheinigung, polizeiliches Führungszeugnis) aus, die er mit den amitlichen Stempeln und feiner Unterschrift versah. Der Nachtragshaushalt, der die Teuerungszulage für die Bes amten um 40 Proz. erhöht, wird mit einer Entschließung ange= nommen, bei der nächsten Erhöhung der Teuerungszulagen auch die sozialen Zulagen auszubauen; angenommen werden die Gesetze über Neuregelung der statistischen Gebühr und Geltungsdauer des Zöllen bis zum 30. Juni 1923; das Gesetz über die Erklärungen Gesetzes über vorübergehende Herabfekung oder' Aufhebung von der deutschen und polnischen Regierung zu dem Genfer Abkommen über Oberschlesien, zwar feinen An die Deutschnationale Bolkspartei!. Wenn ich diese Zeilen der Deffentlichkeit unterbreite, fo erkläre ich gleichzeitig, daß ich die volle Verantwortung für die darin beaupteten Laffachen übernehme und bereit bin, diese Behauptungen Der deutschnationale Fraktionsführer, Staatsminister a. D. Hergt, gebraucht in dem Aufrufe an die Mitglieder seiner Partei die Worte:„ Die Einigkeit unserer Partei und die Heiligkeit unserer Ziele machen es uns zur gebieterischen Pflicht, unseren Namen reinzuhalten und über die Reinhaltung unserer Partei mit allen Mitteln zu wachen." Angesichts dieser großen Geste, Herr Minister, fühle ich mich verpflichtet, die Deffentlichkeit darüber zu unterrichten, daß die Deutschnationale Volkspartei in Wirklichkeit eine Partei ist, welche politische Verbrecher unterstügt, ja nicht davor zurüd- Diese Papiere liegen jetzt noch bei meinen Akten in der Schutz schredt, öffentliche Aemter in straffälliger Weise polizei zu Recklinghausen i. W., deren Beschlagnahme zu mißbrauchen. Ich tue das felbft auf die Gefahr hin, einem inzwischen verfügt ist. Der Gutsverwalter des Barons, Fritsche, " Selbstmord" oder einem Unglüdsfall" ausgeliefert zu werden, fann bezeugen, daß der Baron zu diesem Zwecke die Stempel und aus dem reinen Bestreben heraus, bei der Reinigung des rechts. Vordrucke aus dem Amtszimmer holte, wobei Fritsche noch bepolitischen Sumpfes meine Pflicht zu tun. Es mag sein, daß meine merkte: Hier fann sich mancher verstecken, der gesucht wird, hier ist nach welchem Polen deutsche Gefeße in Kraft beläßt, sich nur auf Befundungen in settfamem Kontrast zu ihrer Behauptung stehen, alles da!" Nachdem mir Baron v. Knigge noch 1000 Mt. ausge- scheidung der Interalliierten Kommission gewesen ist und die im fciche Geseze bezieht, deren Gültigerhaltung Gegenstand der Ents Ihre Partei habe mit Verbrechern und Mordbuben nichts gemein, händigt hatte, fuhr ich nach Halle a. d. S., wo ich mich zur Empfang- Amtsblatt verkündet worden sind; ebenso das deutsch- polnische Aba doch es wird Ihnen schwer fallen, die restlose Wahrheit meiner Be- nahme weiterer Gelder bei Rechtsanwalt Hirsch einfinden sollte. kommen über Erleichterungen des Grenzverkehrs. Gegen die dritte hauptungen zu widerlegen. Hirsch gab mir neue 3000 m. unter der abermaligen Bedingung, ins Lesung erheben die Deutsch monarchischen Nun zu den Tatsachen: Im Jahre 1919 wurde in Halle a. Ausland zu gehen, um Huberti den Weg nach der Heimat freizu widerspruch, stellen aber fest, daß es ihnen nicht möglich war, den d. S. anläßlich der Märzunruhen der Kommunistenführer Mese machen. Ich fuhr jedoch nach Berlin, wo ich mich bei dem mir schon vom Gesetzentwurf eingehend zu prüfen. Darauf wird auch die dritte berg erschossen. Der Fähnrich Aurel von Petersdorff, Edenhotel her bekannten Hauptmann Siebert in der Neuen Kantdie Freiwilligen Fritsche, Henseling und ich wurden wegen des straße, Charlottenburg, meldete, der mir einen geschlossenen Brief Lesung erledigt. Nachdem auch das deutsch- polnische Abkommen über Berdachtes, den Mord an Meseberg begangen zu haben, am übergab mit der Anweisung, mich mit diesem Briefe bei der Suverabschiedet ist, folgte die zweite Lesung des Gesehentwurfs über das berg- und hüttenfiskalische Eigentum in Polnisch- Oberschlesien 23. März 1919 im Edenhotel zu Berlin, wo ich damals bei der polizei Redlinghausen vorzustellen. Ich fuhr nach verabschiedet ist, folgte die zweite Lesung des Gesetzentwurfs über Gardefavallerie- Schüßendivision stand, verhaftet. Das Verfahren Recklinghausen und wurde sofort bei der dortigen Schußpolizei in die Arbeitszeit im Steinkohlenbergbau. gegen uns mußte jedoch eingestellt werden und wurde lediglich gegen die erste Hundertschaft unter meinem falschen Namen und mit den den Streifenführer Leutnant Huberti alias Roth weiterge von Baron v. Knigge gefälschten Papieren eingestellt. Als sich die führt, der jedoch ins Ausland, wie es heißt nach Argentinien, Organisation C, vor allem Kornalemsfi- München, wieder an mich flüchtete. Ich selbst wurde wegen eines anderen, rein politischen wandte, und Arbeit( politische Erkundigungen usw.) von mir verDelittes bestraft und am 21. April 1921 bedingt begnadigt. Die langte, ging ich heimlich von Recklinghausen fort. Als ich wieder Mittel für unsere Verteidigung in der Angelegenheit Meseberg nach Berlin tam, wurde ich hier von dem Fähnrich Röder, Sohn wurden uns von der Deutschnationalen Bolkspartei eines Gefängnisdirettors aus Tegel oder Plößensee, den ich von der urch den Rechtsanwalt Hirsch Halle a. d. S., Rathausstraße 9, Garde- Kavallerie- Schüßendivifion her fannte, wieder zu mehreren gar Berfügung gestellt. Herr Hirsch ist eingeschriebenes mitglied Sizungen der Geheimorganisation geschleift, über die ich in den der Denischnationalen Volkspartei und zugleich Rendant der Geheim- nächsten Tagen noch besonders berichten werde, habe aber feinerlei organisation C., die damals noch den Namen„ Geheimorganisation Aufträge mehr angenommen. der Gardefavallerie- Schüßendivision" führte. Leiter dieser Organ Zum Schluß möchte ich noch feststellen, daß ich nicht nur von der sation war Oberleutnant Franz, der merkwürdigerweise im deutschnationalen Fraktion des Reichstages, sondern auch von Abg. Stöder( Komm.) befürwortet einige Abänderungsanträge, Kriegsgerichtsprozeß wegen der Ermordung Karl Liebknechts und der Fraktion der gleichen Partei des Preußischen Landtags u. a., daß auch die Salinen einbegriffen werden, die tägliche ArbeitsFrau Rosa Luxemburg die Würde eines Beisigers vertrat. durch die Vermittlung des deutschnationalen Abgeordneten für den zeit auf sieben Stunden festgefekt wird, die sich in Betriebspunkten Nach meiner Begnadigung 1921 meldete ich mich bei der Deutsch- Wahlkreis Merseburg Rektor Louis Herrmann( Friedersdorf) unter- mit über 25 bis 30 Grad auf fechs Stunden, für noch wärmere Be nationalen Reichstagsfraktion, wo ich von dem Herren General v. stüßt worden bin. Dieser selbe Abgeordnete fagte mir, daß ich bei triebspunkte auf fünf Stunden und bei über 34 Grad auf vier Ballwig und Major a. D. Henning herzlich begrüßt wurde, Hirsch- Halle a. d. S. noch weitere und größere Summen Stunden ermäßigen soll, weiter Berbot der Beschäftigung Jugendja man überreichte mir sogar für mich in der Fraktion ge erhalten könne. Ferner habe ich mir im Bureau der Deutschlicher bis zu 18 Jahren unter Lag. jammelte Gelder( ungefähr 500 m.). Beide rieten mir, nationalen Partei in der Bernburger Straße bei nach München zu fahren, und mich bei Rechtsanwalt Müller zu Herrn Hauptmann Schnorrenpfeil Geld abgeholt. Meine melden, in dessen Räumen auch die Geheimorganisation C unter- Papiere, die von Herrn Baron v. Knigge ausgestellt worden sind, gebracht war. Ich traf aber nicht den eigentlichen Leiter der Orga tragen folgenden falschen Namen: Emil Ra datus aus Krotoschin. nisation, den inzwischen berühmt" gewordenen Kapitänleutnant Sollten Sie, Herr Staatsminister Hergt, an diesen Tatsachen Killinger, an, sondern deffen Stellvertrefer, Oberleutnant noch nicht Genüge finden, so bin ich gern bereit, Ihnen noch D. Rornalewski, der mich dazu überredete, der Geheimorgani- meitere Personen Ihrer Bartei zu nennen, die rechtsbolschefation beizutreten, was ich auch tat. Nunmehr fuhr ich nach Berlin wistische Flüchtige mit Barmitteln unterstützten. zurüd und wurde von dem deutschnationalen Reichstagsab. Felig Claus, Zeit, zurzeit Berlin, ehemaliges Mitglied Nr. 341 geordneten Jandrey der Arbeitsgemeinschaft Müller zugewiesen, die damals Landarbeit" in Pommern verrichtete, später Oberschlesien unsicher machte. = In dieser Zeit trat die Partei durch den Rechtsanwalt Hirsch in Halle a. d. S. brieflich an mich heran und forderte mich auf, ich follie ins Ausland gehen, um die Rückkehr des in der Mordsache Mejeberg flüchtigen Leutnants Huberti zu ermöglichen, d. h. dessen Demokratisierung der Verwaltung. der Organisation C. Wir bemerken, daß alle Angaben dieses Briefes auch den zuständigen Behörden unterbreitet worden sind. Von ihnen erwarten wir restlose Nachprüfung und schonungslose Aufdeckung der Verschwörergesellschaft. Bon den Deutschnationalen erwarten wir nichts! Wenn der Volkszorn überschäumt. Nach den Ausschußbeschlüssen foll diese Borlage auf alle Bergwerfe ausgedehnt werden und bis zur endgültigen gesetzlichen Regelung in Kraft bleiben. Die Schichtzeit unter Tage soll vom Betreten des Förderforbes oder Stollenmundleches bei der Einfahrt bis zum Berlassen des Förderforbes oder Stollenmundloches bei der Ausfahrt berechnet werden. Als tägliche Arbeitszeit gilt die am 1. Ottober 1921 in den Tarifverträgen festgesetzte Schichtzeit. Durch einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag tönnen Ueberstunden über diese Beit hinaus gemacht werden. Für Betriebspunkte mit über 28 Grad Wärme ist in den Tarifverträgen eine Kürzung der Arbeitszeit zu vereinbaren. Reichsarbeitsminister Dr. Brauns wendet sich gegen diese Anträge. Die Salinen unter Lag werden sowieso zu den Bergwerken gerechnet. Die allgemeine Festlegung der siebenstündigen Schicht würde die Produktion beträchtlich vermindern, ebenso ein Verbot der Jugendarbeit. Die Vorlage beruhe auf weitgehendem Einverständnis der Parteien im Ausschuß. Auch die Unabhängigen hätten daran mitgearbeitet, wofür der Minister ihnen dankbar ist. Abg. Piper( U. Soz.): Troß der Ausschußbeschlüsse tann uns der Entwurf nicht befriedigen. Wir stimmen aber dennoch für ihn, meil es zunächst nur ein Notgeset ist. Die Begründung läßt aller. lleberschichten handelt, aber die Bergarbeiter verlangen mit Recht, dings feinen Zweifel darüber, daß es sich um einen Köder für daß zunächst ihre berechtigten Forderungen erfüllt werden, insbe sondere das Versprechen der Regierung, den Bergbau zu sozialisieren. Arbeitsminister Dr. Brauns wendet sich gegen die Bezeichnung der Vorlage als einen Köder und sagt, die Regierung wolle mit diesem Gesetz den Bergarbeitern die Befürchtung nehmen, daß mit der Leistung von Ueberschichten der Achtstundentag wieder eingeführt werden soll. Abg. Jansched( Soz.) erflärt für seine Fraktion, daß fie für den Antrag der Kommunisten auf Beschränkung der Arbeitszeit auf 7 Stunden stimmen werde. Begenüber der Aufforderung der Kommunisten, aus der Arbeitsgemeinschaft auszutreten, wies er darauf hin, daß ein solcher Bes fchluß Sache der zuständigen gewerkschaftlichen Organisation sei. Unter Ablehnung der fommunistischen Abänderungsanträge wird der Gesetzentwurf angenommen mit einer Entschließung des Ausschusses auf Erhebungen über die Arbeitszeit der Angestellten im Bergbau und gefeßliche Regelung ihrer Arbeitszeit. Arbeitsnachweis- Geseh. Das Interesse in der gestrigen Landtagssigung, in der Hamburg, 28. Juni.( WTB.) In Elmshorn drangen einzelne Etats durch beraten wurden, konzentrierte sich auf das gestern nach Beendigung der Demonstration einige junge Leute, die Problem einer Demokratisierung der Verwaltung, die durch das Verhalten einer Anzahl Schüler herausgefordert worden sich immer brennender in der Vordergrund drängt, da die rechts- sein sollen, in die Bismarckschule und in das Lyzeum ein, rissen dort bolschewistischen Mörderkreise mehr denn je zeigen, daß es ihr blu- die Bilder von Heerführern und andere Gemälde von den Wänden, tiger Ernst ist, mit der Republit aufzuräumen. Was in dieser Hin- vernichteten fie und warfen sie aus dem Fenster. Aus dem Lyzeum sicht der Demokrat Berendt fagte, ist durchaus zu unterschreiben. wurden zwei ich warzweißrote Fahnen herausgeholt und zer,, Die Reaktionäre," so rief er aus ,,, wollen sich gar nicht mit dem rissen. Andere drangen in das Privatkontor des Verlegers der Staat aussöhnen. Sie streben vielmehr auf die Wiederaufrichtung Elmshorner Nachrichten" ein und verlangten die Herausgabe von einer neuen reaktionären Klassenherrschaft hin. Es geht um die ganze Kaiserbildern, die zerrissen und auf die Straße geworfen Es folgt das Zukunft des deutschen Boltes und darum fann nur ein rücksichts- wurden. Außerdem wurde das Bersonas einiger Banten gezwungen, loses Borschreiten auch gegenüber den reaktionären Beamten, die Geschäftsräume zu verlassen. Geschäftsinhaber wurden ver- Es sieht im wesentlichen den 3 wang zur Errichtung von Arbeitsdie sich an der Republik vergehen, empfohlen werden." Wie start anlaßt, ihre Geschäfte zu schließen. nachweisen mit paritätisch zusammengefeßten Berwaltungsausschüs die Gefahr ist, die in dieser Richtung aus dem Lager der Reaktionäre Darmstadt, 28. Juni.( WTB.) Der bei den gestrigen Aus- fen, ferner Landesämter und ein Reichsamt für Arbeitsvermittlung vor. tommen fann, wies unser Swinemünder Genosse Rönig in treff schreitungen schwerverletzte Abg. Dr. Dingeldey befindet sich Die Arbeitsvermittlung geschieht unentgeltlich. Die Kosten tragen lichen Ausführungen nach.„ Es ist Tatsache," so sagt er ,,, baß in der auf dem Wege der Besserung, Dr. Orfann fonnte sich retten. für die Arbeitsnachweise die Gemeinden, für die Landesämter die Berwaltung mindestens 75 bis 80 roz. Monar- Worms, 28. Juni.( MTB.) Gestern nachmittag setzte sich im Länder und für das Reichsamt das Reich. Für die Arbeitgeber ist chisten tätig sind, die gegen den Staat Stellung nehmen. Die Anschluß an die Demonstration ein Zug nach der Wormser die Pflicht zur Anmeldung offener Stellen vorgeschen. Die Bes Feinde der Republik müssen aus allen Stellen der Berwaltung be3eitung" und nach der Wohnung des verantwortlichen Schrift ab 1. Januar 1931 verboten werden, wurde vom Ausschuß das seitigt werden." Wie wahr es ist, wenn er weiter ausführte, daß leiters in Bewegung, um diesem die Mißbilligung des Artikels hin gemildert, daß von diesem Zeitpunkt ab private Stellenver. das Fundament der Republik die Arbeiterschaft ist, er sind die Mörder?" auszusprechen. Unter den Burufen mittlungen nicht mehr genehmigt werden dürfen. Die nicht gewerbs. ohne die sie längst nicht mehr lebte, das hat der Kapp- Butsch be- einer tausendföpfigen Menschenmenge und unter der Versicherung mäßigen Arbeitsnachweise sollen bestehen bleiben, haben sich aber wiesen und das bewiesen auch gestern wieder die Demonstrationen einer Abordnung, daß dies die einzige Möglichkeit sei, eine Be den Gefeßesbestimmungen und der Aufsicht der Landesämter zu in Deutschen Reiche, die in einer mustergültigen Ordnung und in schädigung des Betriebes zu verhüten, wurde die Schriftleitung unterwerfen. einer straffen Diszipini verliefen, von einer Ausnahme abgesehen, veranlaßt, eine Erklärung abzugeben, daß sie den am Montag Reichsarbeitsminister Dr. Brauns Unverständlich war es, wenn Finanzminister v. Richter ge- abend erschienenen Artikel widerrufe und zurücknehme. Inzwischen gibt einen Ueberblick über die geschichtliche Entwicklung der Arbeits rade diesen Augenblick für gelegen hielt, vor einer zu weitgehenden drang eine Anzahl Demonstranten in den Betrieb ein, beschädigte nachweise und weist dann Angriffe auf den Gefeßentwurf zurück. Bolitisierung der Verwaltungsbeamten zu warnen, und es die Gegmaschinen, schlug eine Anzahl Stühle zusammen und warf unbegründet sei der Vorwurf, es müßten 3000 neue Aemter und ist zu verstehen, wenn das die Linke des Hauses erregte. Gewiß den im Sezzersaale stehenden Satz durcheinander. ein Heer von Beamten geschaffen werden. Die Organisation ist be ist es berechtigt, wenn der Herr Finanzminister die Geschäfte von einem Stab fachverständiger Beamter geführt zu fehen aus Heidelberg meldet, ereignete sich dort gestern nachmittag ein vermindert als vermehrt. Dem Gedanken der wirtschaftlichen und Frankfurt a. M., 28. Juni.( WTB.) Wie die„ Franks. Stg." reits lange vorhanden, soll aber jetzt auf eine gefeßliche Grundlage gestellt werden. Die bestehenden Arbeitsnachweise werden eher münscht, aber was nüßt ein folder Generalstab, wenn er feine ernster Zwischenfall, als der Nobelpreisträger Geheimrat Lenard fozialen Selbstverwaltung wird in weitestem Umfange dadurch Rech Aufgaben in einem Sinne durchführt, der das stritte Gegen gegen die Anordnung des Reffors im Radiologischen Institut der nung getragen, daß Arbeitgebern und Arbeitnehmern entscheidender teil dessen ist, was der deutschen Republik dient. Herr v. Richter Universität feine Vorlesung hielt. Andrängende Arbeitermassen wur- Einfluß auf die Geschäftsführung gewährt wird. hat unseren Abgeordneten Lüdemann gründlich mißperstanden, wenn den aus Hydranten bespritzt und von Studenten mit er der Sozialdemokratie unterstellen zu können glaubt, daß sie sich Steinen beworfen. Als Geheimrat Lenard nebst einigen hat es verhindert, daß das Gesetz eine zweckmäßigere und plan Die Zersplitterung der Arbeiterschaft mit Beamten begnüge, die jetzt unter diesen Umständen ihre Pflicht Studenten verhaftet war, drängten ihnen die Arbeitermassen mäßigere Gestaltung erhielt. Den Sonderarbeitsnachweisen wird für den Staat tun, gleichgültig wie sie persönlich zum Staat über die Neuenheimer Brüde nach und drohten sie in den Nedar Einheitlichfei: ihrer Arbeit gesichert. Die Unparteilichfeit aller Ar stehen. Mit solchen lauen Parolen ist es heute nicht mehr abgetan. zu werfen. Die Berhafteten wurden in das Gewerkschaftshaus und beitsnachweise ist, soweit überhaupt möglich, garantiert. Das Gesetz Heute heißt es: Monarchie oder demokratische Repubann in das Gerichtsgefängnis gebracht. Erft gegen 10 Uhr abends garantiert insbesondere für die Seiten wirtschaftlicher Krisen einen blit. Ein Drittes gibt es nicht. größeren Einfluß der Arbeitsnachweise auf die Erfassung der ArLöbau( Sachsen), 28. Juni.( WTB.) Bei den gestrigen Kund- beitsgelegenheiten. In bezug auf die gewerbsmäßige Stellenvermitt gebungen drang die Menge in das Grundstück des„ Sächsischen lung scheint die Wiederherstellung der Regierungsvorlage dringend Bostillon" und suchte den Verleger und verantwortlichen Schriftleiter barer Zeit gänzlich zu beseitigen. Von allergrößtem Wert ist, daß notwendig, um die gewerbsmäßige Stellenvermittlung in abschTravemünde, 28. Juni.( Tul.) Nach einer hier stattgefundenen Bitte, den sie schließlich ausfindig machte. Als Witte einen die Finanzierung auf eine sichere Grundlage gestellt ist. Das Demonstration zogen die Demonftranten vor die im Hafen liegende Schredschuß abgab, fiel die Menge über ihn her, mobei Witte ist um so wichtiger, als ein großer Tei der Arbeitsnachweise vor Yacht Ayesha" des Prinzen Heinrich, der an der Trave- eine Kopfverlegung davontrug. Witte wurde dann auf einem Wegen dem finanziellen 3usammenbruch steht. Zur vollen Wirkung münder Woche teilnimmt. Eine Abordnung forderte den Brinzen, durch die Straßen gefahren, bis er im Amtsgericht Aufnahme fand. wird das Gesetz aber erst im Zusammenhang mit der Arbeitslofender sich an Bord befand, auf, die schwarzweißrote Nordheim, 28. Juni.( TU.) Hier zog eine große Anzahl De- versicherung fommen. Die Arbeitsnachweise müssen gesichert sein, Flagge, die er im Top führte, herunterzuholen, was der Brinz monstranten zum Gesundbrunnen, um die vom Jung deutschen um die Arbeitslosenversicherung überhaupt möglich zu machen und aber verweigerte. Erft dis ein Schupobeamter erschien Orden veranstaltete Aufführung der Hermannschlacht" zu unter- daher ist die Annahme des Gefehes dringend notwendig. und den Prinzen aufforderte, die Flagge herunterzuholen, um binden. Hierbei kam es zu müsten Zusammenstößen zwischen den Abg. Kaiser( S03.): Swischenfälle zu vermeiden, und dieser diesem Wunsch sofort Demonstranten und den Ordensbrüdern, wobei auch das Hotel Sur! Mit der Regierungsvorlage war meine Fraktion ebenso wie nachlam, beruhigte sich die Menge und zog ab. Sonne" schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde. lein Teil der Unabhängigen einverstanden. Auf die Ausschußfaffung Heinrich der Mutige. verliefen sich die Massen vor dem Gefängnistor. trifft das aber nicht mehr zu. Unverständlich bleibt uns, daß die Alle die Arbeiter, Beamten, Angestellten, alle die empörten Re-| tümlichen Standpuntt, birette Berhandlungen abzulehnen. Hirsch- Dunckerschen der Vorlage mit so großem Mißtrauen gegen- publikaner haben auch ohne solche Deputationen und papierenen Sie wollen ein Schiedsgericht anrufen, dem die Arbeitnehmer zum überstehen und daß insbesondere die. Christlichen ihren eigenen Beschlüsse in größtem Maße Gelegenheit, ihren Gefühlen Ausdrud mindesten sehr skeptisch gegenüberstehen. Bei den Arbeitgebern find Minister im Stiche lassen. Die freien Gewerkschaften haben, das zeigt ihre Geschichte, niemals ihre Macht einseitig ausgenugt." Dar- u geben und ihre Forderungen zu verwirklichen und zwar in un- Kräfte am Wert, die es zu einem Kampftreiben wollen, um ist es auch unbegründet, zu fürchten, daß eine gesetzliche Mono- endlich wirksamerer Weise as durch Handaufheben bei einer Ab- die immer neues Del ins Feuer gießen. Nicht allein, daß man die Vertreter der Arbeitnehmer provoziert und beleidigt, versuchen die polisierung des Arbeitsnachweises den freien Gewerkschaften zum ſtimmung. Sie brauchen nur täglich in ihren Bekanntenkreisen, wo Arbeitgeber nunmehr den Spieß umzudrehen und von Beleidigungen Schaden der anderen ein startes Machtinstrument in die Hände immer fie auch sind, die Sache des Sozialismus und der Republik feitens der Arbeitnehmer zu sprechen. Die Anmaßung der Arbeitgibt. Die freien Gewerkschaften wollen den Arbeitsnachweis dem zu verteidigen. Sie brauchen weiter nichts zu tun, als ihre Ge- geber im Gastwirtsgewerbe geht fogar soweit, den Arbeitnehmer. politischen Kampfe entziehen und fordern daher die Zusammen- wertschaftsversammlungen regelmäßig zu besuchen und dort darüber vertretern in schulmeisterlichem Ton Borhaltungen über die von faffung in öffentlichen Arbeitsnachweisen. Leider haben unsere zu wachen, daß die fähigen Gewerkschafter nicht durch Maulhelden den Arbeitnehmern beliebte Art der Verhandlungen zu machen. Hinweise darauf, daß durch die Zulassung privater Arbeitsnachweise, an die Wand gedrückt werden. Sie brauchen nur dafür zu forgen, wenn nicht die vernünftigen Elemente bei den Arbeitgebern die die zumeist daß statt der bürgerlichen Preffe die sozialistische Presse verbreitet Oberhand gewinnen, sind weitere Komplikationen nicht ausge und gelesen wird. Es gibt noch genug neue Abonnenten für den schlossen. Am Donnerstag, nachts bzw. nachmittags, werden vier große Versammlungen der Arbeitnehmer zu der augenblicklichen Borwärts" zu werben. Situation Stellung nehmen. " politische Maßregelungsbureaus der Unternehmer darstellen und den Wirtschaftsfrieden gefährden, feinen Erfolg gehabt. Die gewerbsmäßigen Arbeitsnachweise müssen so schnell wie Und schließlich ist nicht zu vergessen, daß, mer politisch wirken nur irgend möglich verschwinden, ebenso alle nichtöffentlichen will, sich zunächst der Sozialdemokratischen Partei anschließen muß. Nachweise, die nicht gewerbsmäßig betrieben werden. Wir müssen| Da ist der Platz, wo er wirksam dafür eintreten kann, daß ein verlangen, daß entsprechend der Regierungsvorlage die zuletzt ge- neuer Zug in unser politisches Leben kommt. Papierene Entnannten Arbeitsnachweise innerhalb zwei Jahren aufgelöst mer schließungen, und wenn sie noch so radika: gehalten sind und den, wenn sie es nicht vorziehen, im öffentlichen Arbeitsnachweis manche, die uns zuging, war in dieser Beziehung sehr unglücklich aufzugehen. Die Wiederherstellung der Regierungsvorlage fordern rebigiert- turn es nicht, tun nichts. Nur wer sich selbst be wir mit dem Verbot der gewerbsmäßigen Stellenvermittlung nicht erst ab 1. Januar 1931, sondern bereits ab 1. Januar 1925. tätigt, Tag für Tag, der allein vollbringt wirklich, was diese EntFerner verlangen wir, daß die Angestellten der Arbeitsnachweise schließungen von anderen fordern: die Lat. durch privatrechtlichen Dienstvertrag auf Grund einer Dienstordnung anzustellen sind. Wenn Sie ein Gesetz machen, von dem nur die Arbeitgeber Gebrauch machen können, dann dürfen Sie sich nicht murdern, wenn der Arbeitsnachweis nicht funktioniert. Der Ausschuß will die Machtbefugnisse in die Hände der obersten Lan. desbehörden legen, die wiederum für offene Arbeitsplätze den Ar. beitgebern die Anmeldepflicht auferlegen fönnen. Wir haben aber fein Vertrauen tazu, wie etwa in Bayern und anderen Ländern diese Befugnis gehandhabt wird. Nach§ 51 soll die Anmeldepflicht sich nicht auf die Landwirtschaft und Hauswirtschaft erstrecken und auch Betriebe unter 5 Arbeitnehmern sollen davon befreit sein. Wir beantragen Anmeldepflicht für alle Arbeitnehmer und ausschließliche Belegung der Arbeitsplätze durch die Vermittlung der Arbeitsnach meise. Die Regierungsvorlage ist durch den Ausschuß wesentlich verschlechtert worden, und wir werden unsere endgültige Stellungnahme von den Beschlüssen des Reichstags in zweiter Lesung abhängig machen. Wird an den Ausschußbeschlüssen festgehalten, dann müssen mir das Gesez ablehnen. Abg. Aufhäuser( U. Soz.) wendet sich scharf gegen die Aus schußbeschlüsse. Reichsarbeitsminister Dr. Brauns bestreitet, baß die Borlage. dem allgemeinen Kurs der Regierung widerfpreche. Nach weiteren Reden der Sozialreaktionäre rechts und der Kommunisten wird die Weiterberatung auf Freitag 1 Uhr vertagt. Außerdem Getreideumlage. Schluß 8 Uhr. Gewerkschaftsbewegung Die Tat. Kampfstimmung der Berliner Buchdrucker. Bom Frankfurter Technikerstreik. Man war In drei Versammlungen beschäftigten sich die Techniker und Wertmeister mit der Frage der Fortsetzung des Streits der Ansicht, den Streit unter allen Umständen weiterzuführen, auch dann, wenn eine Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches durch fen 2100 Technifer und Wertmeister. Durch die Stillegung der den Demobilmachungskommissar erfolgen sollte. Gegenwärtig streiBetriebe find bis jetzt über 18 000 Arbeiter in Mitleidenschaft ge. zogen worden und zwar 15 000 Metallarbeiter, 3000 Fabritarbeiter 800 Arbeiter der chemischen Industrie. Die Funktionäre des deutschen Metallarbeiterverbandes sprachen ihre wärmste Sympathie für die Streifenden aus. Achtung! Buchbinderverband! Bei der Urabstimmung über die Erhöhung der Lokalbeiträge ist diese abgelehnt worden. Für Ja" wurden abgegeben 4344. Stimmen und für ein 6290 Kraft: Lehrlingsflaffe 1,50 mt., 2. Klaffe 7,20 Mt., 3. Klaffe Stimmen. Es treten somit vom 1. Juli folgende Beiträge in sind von der 27. Woche ab zu zahlen. Es ist im eigenen Interesse 11,50 mt., 4. Klasse 16,30 mt., 5. Klaffe 20,50 mt. Diese Beiträge eines jeden einzelnen streng darauf zu achten, evtl. Restwochen sobarb wie möglich nachzuzahlen, weil sonst Restwochen mit den höheren Teiträgen beglichen werden müssen. Die Ortsverwaltung. Die Kurzsichtigkeit der Buchdruckunternehmer hat dahin geführt, daß das seit nunmehr 26 Jahren bestehende Tarifgebäude in seinen Grundfesten zu erschüttern droht. Zu zentralen Berhandlungen waren fie im Monat Juni nicht zu bewegen und beginnen diese erst am 11. Juli in Leipzig. In Gehilfenfreifen besteht wegen des späten Generalversammlung gestern abend zur Entladung tam. Mehrere Berhandlungstermins eine große Erregung, die in der Berliner Anträge und Resolutionen wurden eingereicht, die sich alle scharf gegen die Unternehmer wandten und eine sofortige Linderung der Notlage der Kollegenschaft forderten. Nach längerer Debatte wurde beschlossen, den Unternehmern sofort eine Lohnforderung in Höhe von 300 m. pro Woche zu unterbreiten. Jalousiearbeiter! Die Branche der Jalousiearbeiter steht in Ergebnis der Verhandlungen soll einer Vertrauensmänner- Bersamm- bewilligt haben, erhalten von der Branchenleitung eine weiße leber das einer Lohnbewegung. Die Arbeiter der Firmen, die die Forderungen lung Sonnabendvormittag 8½ Uhr im Gewerkschaftshaus Bericht Aus meistarte. Die Jalousiearbeiter der Firma Freese, Berlinerstattet werden. Sollte ein früherer Termin möglich sein, so er- Niederschönhausen, Blankenburger Str. 27, find Arbeitswillige. folgt Bekanntgabe durch Inserat in den Arbeiterblättern. Wir ersuchen die Bauarbeiter, dieses besonders zu beachten. Stillstand bei Scherl. Deutscher Holzarbeiterverband, Berwaltungsstelle Berlin. Der italienische Metallarbeiterstreik. Nach den gescheiterten Bermittlungsversuchen der Regierung hat am Montag in ganz Italien der Generalstreit der Metallarbeiter begonnen. Nach den uns vorliegenden Meldungen aus Rom, Mailand, Turin, Genua und Triest ist der Streit überall mit großer Disziplin durchgeführt. Die Arbeit ruht vollständig. Nur in Brescia und einigen fleinen Industriezentren wird teilweise gearbeitet. Der Arbeitsminister de la Barba erklärte, troß des Ausbruchs des Landesstreits der Metallarbeiter habe er noch alle Hoffnung auf eine Beilegung dieser Bewegung. Durch seine Bemühungen habe er jezt die Wiederaufnahme der Verständigungsverhandlungen in Mailand erwirkt, wo am Montag eine Aussprache zwischen den Industriellen und den Arbeitersekretären stattfindet. Jm Betriebe August Scherl G. m. b. 5. ist eine Lohnforderung von 300 m. eingereicht worden, von denen bis zu 50 Proz. auf eintretende tarifliche Regelung angerechnet werden fönnten. Auf diese Forderungen erteilte die Geschäftsleitung an die Belegschaft bis zur festgefeßten Frist- Mittwoch früh- feinen Bescheid. Die Belegschaft fah sich daher gezwungen, Mittwoch früh in einer Betriebsversammlung hierzu Stellung zu nehmen. Gleichzeitig wurde auch eine Forderung mit eingereicht, die besagte:„ Mit Rücksicht darauf, daß der Berliner Lokal- Anzeiger" in seinen sämtlichen Ausgaben nach dem Mord an dem Minister Rathenau ebenfalls diese Tat als ruchlos und verabscheuungswürdig bezeichnet hat, ist die GeschäftsJu den letzten Tagen sind uns von den Organisationen der teststreit verluftig gegangenen Stunden zu bezahlen. leitung auch moralisch verpflichtet, dem Personal die durch den ProAuch hier Beamten, Arbeiter und Angestellten eine Fülle von Entschließungen auf wurde fein Bescheid erteilt, und so faßte die Belegschaft ein- Bom amerikanischen Bergarbeiterstreit. Der Präsident der zugegangen, wovon mir nur einen Teil auszugsweise wiedergeben stimmig in der genannten Betriebsversammlung den Beschluß, mit amerikanischen Gewerkschaften John Lewis und der Staatsfonnten. Außer diesen Entschließungen gehen uns noch fortgesetzt der Arbeitsaufnahme folange zu warten, bis die Geschäftsleitung sekretär für öffentliche Arbeiten frühstückten gestern mit dem Präfifolche der Betriebsräte der großen Industriemerke zu. Hierzu sind bereit ist, die Generalstreifftunden zu bezahlen und in eine befriedi- denten Harding und erörterten den amerikanischen Bergarbeiter. noch zu rechnen die zahlreichen Deputationen, die von den Betrieben gende Berhandlung über den geforderten Betrag von 300 M. ein- streif. Lewis erklärte, daß die Bergarbeiter es ablehnen würin den Reichstag entfandt werden, um der Volksvertretung und der nur bedingt zugebilligt und in betreff der 300 m. tein Zugeständnis Grundlage für die Lohnzahlungen geschaffen würde. zutreten. Die Bezahlung der Generalstreifftunden wurde darauf den, mit den Unternehmern zu fonferieren, wenn nicht vorher eine Regierung die Forderungen und Wünsche der Arbeitenden zu unter- gemacht, so daß die Arbeitsaufnahme verweigert wurde. breiten. Auch hiervon war es uns nicht möglich, in dem Maße, in dem wir es selbst gewünscht hätten, der Deffentlichkeit Kenntnis zu geben. Wir stellen nur mit Genugtuung fest, daß die Rechnung der Mörderreaktion, durch Terrorafte die Arbeiter und Republikaner einzuschüchtern, eine falsche Rechnung war und daß nichts der Reaktion mehr schaden und der Entwicklung zur fozialen Republik mehr nügen fonnte als gerade diese Terrorakte, die auch den ruhig. ften und gleichgültigsten Bürger zur Empörung treiben müffen. So erfreulich die Aufrüttelung der Massen ist, so müssen wir dabei den Organisationen und Betriebsräten, die diese Entschließungen faffen, oder Deputationen in den Reichstag oder zu den Spizen. organisationen schicken, einiges zu bedenken geben. Der Zweck dieser Deputationen und Entschließungen ist zweifellos, den Spitzenorganisationen, dem Parlament und der Regierung ,, das Gewissen zu schärfen", sie zu energischer Tat anzuspornen. Aber durch nichts werden unsere Genossen in den Organisationen, im Parlament und in der Regierung gerade jeßt, wo schnelles und cntschlossenes Durchgreifen notwendiger als je ist, mehr an der Zirbeit behindert, als gerade durch den Empfang jener Organisa. tionen. Sie find nicht allein zeitraubend. Sie laffen meist auf Seite der Deputationen und deren Auftraggeber ein Gefühl der Enttäuschung zurüd. Sie fühlen sich als lästige Bittsteller schnell abgefertigt, während es gerade die Rücksicht auf die Wünsche und Intereffen der Arbeiter ist, die unsere Genossen an verantwortlicher Stelle zwingen, fich möglichst schnell aller Störungen bei dieser Arbeit zu entledigen. Man verseze sich doch einmal in die Lage von Arbeitern, die mehrmals am Tage die Arbeit einstellen müßten, um die gutgemeinten Reden von Leuten anzuhören, die ihnen auseinanderseßen, daß nur intensive Arbeit uns retten tönne. Die Arbeiter würden diese Moralprediger schnell zum Teufel jagen. Von den Kommunisten ist ein derartiges Vorgehen durchaus begreiflich. Sie pfeifen auf die parlamentarische Arbeit. Deshalb ist es durchaus begreiflich, daß man bei diesen Deputationen sehr häufig als Führer Kommunisten, oder Leute, die es zu sein glauben, findet, die fordern, was sie ablehnen selbst zu tun. Lohnregelung der Elbeschiffer. Bom Deutschen Verkehrsbund wird uns mitgeteilt: Die Verhandlungen zwischen den Vertragsparteien baben auf nachfolgender Grundlage zu einer Verständigung geführt. Der Wochenlohn wird um 254 m. bis 806 m. erhöht und beträgt: bom 2. bis vom 30. Juli 29. Juli bis 12. Auguft 1 270 M. Kapitäne und leitende Maschiniften. 1. Dampfersteuerleute u. 2. Maschinisten 1230 1. Heizer 2. Kahnsteuerleute Decleute und Heizer. 2. Schiffsjungen im 1. Jahr( 14-16 Jahre). ( 15-17 3.( 16-18 1 820 M. 1280 AP 1 190 1 240 1 230 1280 1150 1 200 854 375 453 475 N 650 675 Ueberstunden: Kapitäne und Maschinisten. Steuerleute, Decleute und Heizer Schiffejungen . p. St. 32 " 81 15 83 82 16 Sollte der Bergarbeiterstreit nicht bad beigelegt werden, so würde das Land in eine schwierige Lage geraten, denn die Eisenbahnen wären nicht imstande, fich die für den kommenden Winter notwendigen Kohlen zu beschaffen. Eine rasche Beilegung des Konflikt sei daher notding eine Unterredung, über deren Inhalt jedoch bisher nichts ver. wendig. Später hatten Staatssekretär Hoover und Präsident Haröffentlicht worden ist. Deutscher Hutarbeiterverband. Am Donnerstag, abends 5%, Uhr, Bersammung der Damenstroh- und Reparaturbetriebe bei Wille, Gebaftianstraße 39. 8entralverband der Hotel-, Restaurant nnb Cafe- Angestellten. Donners tag pier große allgemeine Mitgliederversammlungen. Nachmittags 5 Uhr: Sophien- Gäle, Sophienstr. 17/18; nachts 1 Uhr: Residenz- Festfäle, Landsberger Straße 31; Arminhallen, Kommandantenstr. 58; Augusta- Vittoria- Gale, Lutherstraße 81/32. Deutscher Transportarbeiterverband. Gruppe Del und Fette: Gruppenverfammlung Donnerstag abend 7 Uhr in Wiltes Festfälen, Sebastianstr. 39. Tagesordnung: Bericht über unsere Lohnverhandlungen vor dem Demobilmachungskommissar und Beschlußfaffung über Streit oder nicht Streit. Branche( Tertilgroßhandel). Betriebsräte und Funktionäre aus dem Tertilgroßhandel: Donnerstag nachm. 5 Uhr in der Schulaula, Hinter der Garnison firche( Neue Friedrichstraße), Sigung obengenannter Funktionäre. Textilbranche, Handelshilfsarbeiter und arbeiterinnen, Rutscher aus den Polstermarenhandlungen und Tapeziererwerkstättss: Freitag abend 6 Uhr bei Witte, Poststr. 29, Gruppenversammlung. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt zu diesen Bersammlungen. Berband der Sattler, Tapezierer und Bortefeuiller. Donnerstag abend Die Schiffsbesaßungen werden ersucht, die Durchführung dieses 7 Uhr Fortlegung der Generalversammlung bei Boeker, Beberstr. 17. Fret. Abkommens zu überwachen. Zum Lohnkampf im Gasthausgewerbe. ftellten wird uns geschrieben: Bom Zentralverband der Hotel, Restaurant- und Café- Angetag abend 45 Uhr Versammlung aller in der Lederwarenbranche beschäftigten Kollegen in der Königsbant, Große Frankfurter Str. 117. Die in der Branche beschäftigten Buchbinder haben ebenfalls zu erscheinen. Pünktliches Erscheinen erwünscht, da der Saal um 7 Uhr geräumt werden muß. Gewerkschaftshaus, Gaal 1, Gettionsversammlung. Die wichtige Tagesordnung Verband der Maler, Ladierer- Gektion. Ladierer! Freitag abend 7 Uhr im erfordert das Erscheinen der Kollegen fämtlicher Branchen. In einem Teil der Presse murde in den letzten Tagen von einem Berband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Album, Mappen und bevorstehenden Kellnerstreit geschrieben. Es scheint die Absicht der Galanteriewarenbranche: Die am Dienstag abgesagte, gemeinsam mit den Arbeitgeber im Gastwirtsgewerbe zu sein, dem Publikum einen tag nachmittag 5 Uhr in der Königsbank, Große Frankfurter Str. 117, statt. Sattlern und Portefeuillern angefeßte Branchenversammlung findet am Frei Kellnerstreit zu suggerieren. Demgegenüber fann festgestellt werden, Tagesordnung: Stellungnahme zu den eingereichten Forderungen für die Ver. daß, wenn von einem solchen Kampf gesprochen wird, nur von bandlungen am 4. und 5. Juni in Frankfurt a. Main. einem Kampf der gesamten gastwirtschaftlichen Ar- Branchenversammlung der Gruppe Gemeindearbeiter im Restaurant von Schulz, Freitag abend 7 Uhr beitnehmer die Rede sein kann. Zu den im Lohntampf sich Berlin, Elisabethstr. 30. Wichtige Tagesordnung, deshalb Erscheinen dringend Kellner, Köche, männliches und weibliches Hilfspersonal im Gastbefindlichen Gruppen gehören u. a. faufmännische Angestellte, notwendig. wirtsgewerbe, Musiker, Heizer und Maschinisten und Handwerker Berantw. für ben redakt. Seil: Franz Klühs. Berlin- Lichterfelbe; für An. aller Art. Die Gefahr eines solchen Kampfes ist feineswegs ab- Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin. Lindenstr. 8. zeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: gewendet. Die Arbeitgeber stehen nach wie vor auf dem eigenHierzu eine Beilage und Unterhaltungsbeilage ,, Heimwelt". Verband der Gärtner und Gärtnereiarbeiter. Tietz BILLIGE BILLIGE Lebensmittel Verkauf nur soweit Vorrat Süsse Kirschen Rhabarber... 87 Pfund 325 Leipziger Str. Pfund 50pl ..... Pfund 50 PAD Corned beef Plund 3000 3000 Salat........... Kopf von Rotwurst...... Plund 45.00 Schnittlauch.............. Bund 75P. Landleberwurst..... Plund 45.00 Möhren...... ...... Bund 4.95 Bauernmettwurst grobe. Pid. 58.00. Schlangengurken Stock v. 7.50 an Weinbrand- Verschnitt**%, Fl. 3750 1, Fl. 6750 Deutscher Weinbrand 1½ Fl. 42501, FL. 7850 Preise ohne Flasche Fleisch Alexanderpl. Pjund ohne Knochen, 00 Kalbsrücken Irish......... Plund 36° Kalbskamm u. Brust frisch Pid. 3800 40° 0 Kalbskeulen Irish Rindfleisch gefroren....... Plund 3800 Hammelrücken gefroren und 2800 Plund Hammelblatt gefroren Pfund 3000 Schweinenleren gefroren Pund 1100 Verkauf nur soweit Vorrat Neue Kartoffeln Matjes- Heringe ....... Pfund 8°° 00 Stück 575 Stachelbeeren Pfund 700 700 Kaninchen gefroren Blaubeeren............ Plund 12.75 ..Plund 12.75 Grüne Schoten...... Pfund 8.00 Seeladis ohne Kopi... ( Nordsee), im ganzen, Plund 12.50 Rehblätter Plund 1350 Rehblätter........... Phund 44.00 Camembert Volljell.. Schachtel 12.75 Weisser Käse........ Plund 13.00 1920er Partenheim. Geiersberg, Flasche 2250 Montagna- Rotwein. Rackles Export- Apfelwein 120 Himbeer, Johannisbeer, Kirschsaft 35% 62% Johannisbeerwein# 2500 Flasche 3250 20% Steuerzuschlag auf Wein Nr. 302+ 39. Jahrgang Beilage des Vorwärts Die Todesfahrt auf dem Trittbrett. An der Stätte des Eisenbahnunglücks auf dem Nordring. Nach den neuesten Feststellungen beläuft sich die Zahl der Toten jetzt auf 40, so daß noch 36 Schwerverletzte der Wiederherstellung harren. Eingerahmt von hohen Häusern mit langweiligen Fronten, echte find, taum vorkommen. Es ist zu hoffen, daß das furchtbare UnMietstafernen, übertoft von dem Donnern der Hochbahn, die dort glück den Berliner zu größerer Selbstdisziplin in verkehrstechnischer ihre Endhaltestelle hat, liegt die Stätte der furchtbaren Eisenbahn- Hinsicht erzieht. fatastrophe vom 27. Juni. Das Gitter der Dänenstraße ist besetzt von Frauen und Männern, die in eifrigem Gespräch auf die Stelle weisen, an der die zerrissenen und von den Rädern der Bahn zermalmten Körper lagen. Auf den Balkons der Häuser stehen Menschen und erklären neugierigen Besuchern den Borgang. An der abgedeckten Brücke Schönhauser Allee flirren im Alltag die Straßenbahnen vorüber, nur daß ab und zu dieser oder jener auf dem Hinterperron seinem Nachbar das furchtbare Ereignis schildert. Die ganze Gegend zittet noch von der Erregung. Aufgeräumt liegt die Stätte, gut geschottert, und in regelmäßigen Abständen ziehen die Züge darüber hin, und das Poltern der Räder erstickt die Erinnerung. Nichts zeugt mehr davon, was geschehen. Das tägliche Leben nimmt alles wieder in seinen Bann. Die Unglücksstrecke. Donnerstag, den 29. Juni 1922 Die Mörderspuren. Im Interesse der Förderung der polizeilichen Ermittelungen zur Aufklärung des Mordes an dem Reichsminister Dr. Rathenau ist es wünschenswert, sämtliche Angaben, die sich auf die Angelegen. heit beziehen, unmittelbar an den Oberregierungsrat Weiß im Berliner Polizeipräsidium zu richten, der von dem Oberreichsanwalt mit der Führung der polizeilichen Ermittelungen beauftragt worden ist. der Führung der polizeilichen Ermittelungen beauftragt worden ist. Nachruf: * Deutschnationale Sonnenwendfeier. Gendarmen zu ihrem Schuh. Unter den Bergen von Anzeigen ist vieles von vornherein ganz wertlos und hält nur wichtige Arbeiten auf. Die Leute sollten sich mit der Angabe solcher Beobachtungen, die zum Teil schon weit zu rückliegen, nicht gleich an die Mordkommission, sondern an die nächste Eine Mahnung der Eisenbahndirektion. Bolizeidienststelle wenden. In der Dienstag- Morgenausgabe hatten wir eine uns von der Korrespondenz Steinberg zugegangene Die Eisenbahndirektion Berlin teilt folgendes mit: Zur Bewäl- Mitteilung wiedergegeben, wonach Direktor Meier vom Banktigung des Verkehrs, der am Beisehungstage des Ministers Rathe- haus Hardy u. Co., mit noch einem Herrn und mit der Schwester nau aus Anlaß des früheren Arbeitsschlusses auf der Ringbahn zu des Ministers Rathenau kurz nach der Tat an der Mordſtätte im erwarten war, wurde nach dem Sonnabendfahrplan, verstärkt durch Auto vorbeigefahren seien. Der Geschäftsführer Meier der Firma Reservezüge, gefahren, der auf den früheren Arbeitsschluß Hardy u. Co. war allerdings mit seinem Auto an jenem Vormittag Rücksicht nimmt und vom Mittag ab Fünfminuten- Zugfolge auf dem thenau befand sich nicht in diesem Auto, da sie mit ihrem Gatten, an der Stelle vorbeigfahren, aber die Schwester des Ministers RaNordring für mehrere Stunden vorsieht. Diese Maßnahme ist auf der gleichfalls ein Geschäftsführer der Firma Hardy u. Co. ist, zu den Bahnhöfen durch Aushang bekanntgemacht worden. Infolge der jener Zeit noch in Köln weilte. gegen Mittag erfolgten Einstellung des Betriebs bei der Straßenund Hoch- und Untergrundbahn war der Andrang der Reisenden bei Die AEG. zum Tode Rathenaus. Die Stelle des furchtbaren Eisenbahnunglücks tegt etwa der Eisenbahn auf turze Zeit außergewöhnlich start. Auf 150 Meter vom Bahnsteig des Bahnhofs Schönhauser Allee entfernt, dem Bahnhof Gesundbrunnen wurde der Andrang dadurch Aufsichtsrat und Vorstand der AEG. veröffentlichen folgenden zwischen der Schönfließer und Schönhauser- Allee- Brüde. Es laufen besonders hervorgerufen, daß die Reifenden von Hennigsdorf in Gein diesem Zwischenstück der Strede 6 Gleisanlagen in starten Kurven sundbrunnen zum großen Teil auf den Ring übergingen, anstatt ge ist einem furchtbaren Verhängnis zum Opfer gefallen. Präsident Unser bester Mann, unser liebster Freund Dr. Walter Rathenau, nebeneinander. Die auf der rechten Seite im Zuge der Dänenstraße schlossen nach dem Stettiner Vorortbahnhof zu fahren, wie dies mit und Vorsitzender des Aufsichtsrats hat er, der Sohn des Begründers werden befahren von dem Nordring, während die übrigen vier Gleise dem Güterverkehr dienen. Unmittelbar hinter dem Bahnsteig dem Betriebsrat der AEG. in Hennigsdorf verabredet worden war. der AEG., unserer Gesellschaft einen großen Teil seiner kostbaren der Schönhauser Allee wendet sich das Gleis Richtung Gesundbrunnen Dieser gewaltige Andrang zeitigte das in Berlin so häufig zu beob- Lebensarbeit gewidmet. Jeder von uns war stolz darauf, daß er scharf nach links herüber, um in Normalweite neben der Spur des achtende Verkehrsbild, daß die Reisenden auf den Trittbrettern, uns gehörte. Ünfer Schmerz ist ohne Grenzen, unser Verlust unerZuges Gesundbrunnen- Schönhauser Allee herzulaufen. In nicht so Puffern und Bremsleitern stehend und auf den Wagendächern meßlich. scharfer Krümmung läuft das Gleis von Richtung Gesundbrunnen fizend mitzukommen suchen. Die Eisenbahnbeamten waren in den Bahnhof Schönhauser Allee ein. Eine besonders gefährliche hiergegen trog aller Bemühungen. die Reisenden Enge in den Gleisanlagen ist trop der Kurven nicht geschaffen. Lints von den Trittbrettern zu entfernen, machtlos; noch in der Trennung der Anlagen der Nordring- und Güterstränge liegt nach der Abfahrt der Züge wurden die Trittbretter besetzt, obwohl der Weichenblock B. P. R., während rechts von dem Nordring an der Beliche Deutschnationale Sonnenmendfeiern, Regimentsfeiern und ähn Böschung die Vorsignale stehen. Von diesen Signalen bis zu den angesichts der vorgesehenen reichlichen Anzahl Züge zu dieser Be- liche Veranstaltungen, die als Rundgebungen gegen die Repubit Kurven der Nordringgleise hat sich in einer Strecke von etwa förderungsart durchaus keine Veranlassung vorlag. Die Eisenbahn- zu betrachten sind, wurden sofort nach Bekanntwerden der Ermor 50 Meter um 1,10 Uhr das Unglück abgespielt: Der Zug 1815, der verwaltung hat angesichts der überaus großen Gefahren für die dung Rathenaus verboten. Wir erfahren erst jetzt, daß dessenfahrplanmäßig abgelassen wurde vom Bahnhof Schönhauser Allee, Reifenden gegen die Unfitte des Mitfahrens außerhalb der Abteile ungeachtet in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag der traf in der Kurve etwa mit drei Viertel seiner Achsen den von Ge- durch wiederholte Bekanntgabe in der Presse, durch besondere deutsch nationale Jugendbund Ortsgruppe Tem fundbrunnen herabkommenden Zug 1814, der mit etwas abgebremster, leberwachungsabteilungen und empfindliche bahnpolizeiliche Strafen pelhof feine Sonnenwendfeier im Freibad Rangsdorf be ordnungsmäßiger Schnelligkeit in die Kurve einfuhr. Bom Gesund- dauernd angekämpft. Auch das Bahnsteigpersonal läßt es an Er- gangen hat. Bei der Aufschichtung des Holzstoßes fah fogar der brunnen herab, beginnend bei der Schönfließer Brücke, fällt die Strede ab und geht im Bahnhof Schönhauser Allee wieder in eine mahnungen nicht fehlen, stößt aber häufig nicht nur auf kein Ver- Herr Amtsvorsteher nach, ob alles in Ordnung war, und ständnis für seine auf den Schutz der Reisenden gerichteten Be- dann ging er befriedigt nach Hause. Gesungen wurden die bei den geebnete Strecke über. mühungen, sondern muß sich hierfür auch noch Grobheiten gefallen die Hohenzollern verherrlichte und versprach: Deutschnationale Deutschnationalen üblichen Lieder, darunter ein Bundeslied, das laffen. Alle unsere Bemühungen sind vergeblich, wenn die Reifenden Jugend bleibt Dir treu!" 3wei Gendarmen sorgten für Fern nicht Selbstzucht üben und die gefahrvolle Außenfahrt von felbft haltung von„ Ruheftörern". unterlassen. Mit großen Gefahren für die Reisenden ist auch das Drängen auf den Bahnsteigen bei der Einfahrt von Zügen verbunden, wie der gestrige Fall in Fürstenbrunn wieder be- Als Trauerfundgebung hielt die gewerkschaftlich und poweist, wo eine Frau unter den einfahrenden Zug gedrückt und dabei litisch organisierte Arbeiterschaft Potsdams eine start besuchte tödlich verletzt wurde. Unter Hinweis auf die schweren Opfer, die Protestversammlung ab, an der zum Zeichen der politischen die gefchilderten Unfitten auf dem Nordring und in Fürstenbrunn Uebereinstimmung Anhänger der Demokratischen Para gefordert haben, richten wir deshalb an die Reifenden nochmals die tei geschlossen teilnahmen, die auch durch ihre Redner ihre Zustim dringende Mahnung, das gefahroolle Mitfahren mung zu der gefaßten Resolution vorbehaltlos erklären außerhalb der Abteile und das Drängen auf den ließen. Der Hauptrebner stellte in seinen Ausführungen feft, daß Bahnsteigen bei der Einfahrt der Züge zu unter- in Potsdam die Vergiftung der politischen Atmosphäre so weit forts laffen. Bei der dichten Zugfolge bedarf es nur einer furzen geschritten sei, daß bei der trotz des Berbofs abgehaltenen Sonnen. Wartezeit, um ungefährdet mitzukommen. Sollte unserer Mahnung wendfeier auf dem Brauhausberg einige Teilnehmer die der Erfolg versagt bleiben, bliebe uns fünftig zu unserem Bedauern Mörder Erzbergers und Rathenaus hochleben ließen. nichts anderes übrig, als im Falle des Nichtverkehrens der anderen In der einstimmig angenommenen Resolution wurde die sofortige Berliner Verkehrsmittel auch den Stadt- und Ringbahnbetrieb einzu- Abberufung des Polizeipräsidenten v. Bizemiß, die Entfernung aller stellen. Wir weisen bei dieser Gelegenheit erneut auch auf die großen reaktionären und monarchistischen Offiziere aus der Reichswehr und Gefahren hin, die mit dem vorzeitigen Deffnen der Wagentüren für Schupo und die Säuberung des Verwaltungsapparates von den die auf den Bahnsteigen stehenden Reisenden verbunden sind, und Beamten gefordert, die planmäßig gegen die Republit arbeiten. Anersuchen, auch dies zu unterlassen. An die Fabriken und Industrie- schließend daran fand ein Umzug durch die Straßen Potsdams statt. werke richten wir die Bitte, im Sinne der vorstehenden Ausführungen aufklärend auf die Arbeitnehmer einwirken zu wollen. Der Augenblick der Katastrophe. Als in dem Augenblid der Zug 1814 in der Kurve lag, mähte die offenstehende Tür eines anderen Zuges die Leute von den Trittbrettern herab, die den Boden unter den Füßen verloren und zwischen den Trittbrettern hindurchmirbelten und mit Kopf, Armen und Beinen unter die Räder gerieten. Furchtbare Schreie zerrissen die Buft. Funkenstiebend knirschten die Bremsen, und mit Rucken und Rütteln hielten die Züge. Furchtbar sah es zwischen den Gleifen Tus," sagte der diensttuende Stationsvorsteher des Bahnhofes Schönhauser Allee. Die Schuhpolizei sperrte sofort die Gegend ab und Die herbeigeeilte Feuerwehr transportierte in den alarmierten dno Krankenautos die Toten und Schwerverlegten in die umliegenden Krankenhäuser und die Rettungsstelle 6, Gaudystraße. In ununterbrochener Reihenfolge wurden die laut stöhnenden Schwerverletzten abtransportiert. Ein Stück mühseliger Arbeit war es, an Ort und Stelle die Personalien festzustellen. Blutüberströmte hatten ihre Barschaft und Papiere verloren und lagen apathisch auf dem Rasen der Böschung. Aerzte arbeiteten fieberhaft. Die Meldung des großen Unglücks hatten Ströme von Menschen in die Nähe des Unglüdsortes geführt, die trotz des strömenden Regens ausharrten und jedem davonfnatternden Auto mit Toten oder Verwundeten ehrfurchtsvoll nachsahen. Wasser wurde herbeigeschleppt. Nachdem die Gleise freigemacht waren, fonnten die Züge/ weitergeleitet werden. Die nervöse Unruhe, die über den Menschen lag, drückte fich immer wieder darin aus, daß alle das Unglück einmal tommen sahen, und alle waren sich darin einig, daß die Unfitte des Trittbrettfahrens hoffentlich jeht endlich einmal aufhören wird. Man muß es an dieser Stelle erwähnen, daß in London und New York trog des riesenhaften Verkehrs solche Massenunfälle, die durch das fahrende Publikum selbst verschuldet 42] Der Ruf durchs Fenster. Roman von Paul Frant. Er schien unruhig, ärgerlich geworden und begann die Addition ein zweites und drittes Mal. Schließlich, da der Mann noch immer vor dem Schalter stand, warf er den Bleistift fort, trat an das Schiebefenster und zog diefes mit einem Ruck in die Höhe. Er war im Begriff, den Fremden schroff abzuweisen, als sein Blick den großen, dunklen Augen des Mannes begegnete, die ihn fefundenlang feffelten, so daß er sich überwand und fanster sagte, als es seine Absicht gewesen wäre: „ Die Kasse ich schon geschlossen." Haben Sie die große Freundlichkeit, eine Ausnahme zu machen..." antwortete der Fremde höflich und doch bestimmt. " Das dürfen wir nicht," entgegnete der Raffierer. Rommen Sie doch morgen wieder." Zugleich wollte er das Schiebefenster herablassen. Da drückte der Fremde die Hand, die die beiden Banknoten hielt, durch die Deffnung nach innen und verhinderte derart, daß die Lute geschlossen wurde. " Sie würden mir einen großen Gefallen tun, da ich hier in der Stadt fremd bin und feinen Rubel mehr besige... Nur Dieses hier, ausländisches Geld. Ich bitte Sie daher in ständigst, mir die beiden Scheine in Rubel umzuwechseln. ,, Wir haben strengen Auftrag." sagte der Kassierer, peinlich berührt. Wir dürfen keine Ausnahme machen, und Sie fönnen auch in einer Privatbant wechseln, wo bis zum Abend amtiert wird... " Bitte..." sagte der Fremde, sonst nichts. Er sah den jungen Beamten zugleich flehend- durchdringend an. Dieser stand ratlos. Schließlich ergriff der die beiden Banknoten, die der Mann vor dem Schalter ihm noch immmer entgegenhielt.„ Kronen." fragte er mechanisch. Ganz richtig, österreichische Kronen..." wiederholte der andere. 3weitausend Kronen österreichischer Währung Der Kassierer hatte den Bleistift ergriffen, den er vorhin hatte fallen laffen, und schrieb in Eile ein paar 3iffernzetlen neben und untereinander. Hierauf tat er einen Griff in die hinter ihm stehende Kasse, ble er mit seinem Nachbar gemeinsam benüßte, holte eine An4 Gegen die Mordheter von Potsdam. Die Schule im Dienst der Republik. Dem Schmerz über das furchtbare Unglück, der Berlins BeGegen die antirepublikanische gitat ion, die in pölkerung erschüttert, gab auch Genosse Löbe bei Eröffnung der vielen Schulen immer noch von Lehrern und Lehrerinnen getrieben wird, hat die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokra gestrigen Reichstagssigung bewegten Ausdruck. Die Abge- tischer Lehrer, Bezirksgruppe Grok- Berlin, eine Entschließung ordneten hörten die Trauerworte des Präsidenten stehend an. angenommen. Sie fordert, daß alle Schulen mit republika. zahl Banknoten hervor, fügte aus einer Schale, die auf seinem| bietet, Ihnen nochmals für Ihre großen Liebenswürdigkeit zu Schreibtisch stand, einige Silber- und Kupfermünzen hinzu und danken, durch die Sie mir eine peinliche Berlegenheit erspart zählte das Ganze auf die Marmorplatte. Hier sind die ge- haben wünschten Rubel..." sagte er. Die Hände des Fremden nahmen das Geld in Empfang. Meinen verbindlichsten Dant..." sagte der Mann im Radmantel. Der Kassierer schloß das Schiebefenster und betrachtete, auf einem Stuhl fizend, aufmerksam den Fremden, der sich nun zum Gehen anschickte, nochmals den Hut höflich lüftete und den er schließlich in der Drehtür verschwinden sah. " Reine Ursache..." murmelte der Kassierer und traf Anstalten, sich zu entfernen. Der Fremde tat, als ob er solche Absicht nicht bemerkte. ,, Es ist für einen Ausländer stets ein Gefühl der Beruhigung, mit der landesüblichen Münze ausreichend versehen zu sein. „ Sind Sie Ausländer?" fragte der Kassierer, der im gleichen Augenblick festzusteilen vermochte, daß er diese Worte feineswegs aus Interesse gesprochen hatte, daß vielmehr irgendein unerklärliches ihn diese Frage hatte stellen lassen. Der junge Raffierer tat unwillkürlich einen tiefen AtemDer junge Kassierer tat unwillkürlich einen tiefen Atemzug, ergriff abermals den Bleistift und begann die vorhin unterbrochene Addition von neuem. Er kam jedoch wieder nicht vom Fleck, da ihn ein Unertlärliches verwirrte und bedrüdte. zur Antwort. Einer flopste ihm auf die Schulter. Noch nicht fertig...?" fragte der, der sein Nachbar war. Nein..." antwortete jener. " Ich möchte die Kaffe zusperren," entgegnete der andere. " Ich weiß nicht, wie mir plötzlich ist..." flagte der junge Raffierer. Stimmt's mit, dem Addieren nicht? Laß doch einmal sehen.. Damit setzte der Helfer sich, den Hut auf dem Ropf, an den Tisch. Nach furzer Zeit stand er wieder auf. Jezt ist die Geschichte in Ordnung," sagte er.„ Und nun die Kaffe zuge Ich habe Eile." macht! Der junge Kassierer betonte seine Dankbarkeit, verabschiedete sich von seinem Kollegen, nahm hierauf Hut und Mantel aus dem Schrank, fleidete sich langsam an und verließ das Bureau. Der Türhüter grüßte, das heißt, er griff salutierend an die Mütze. Der junge Raffierer trat, noch immer sinnend, in die Drehtiir. Draußen auf der Straße stand der Mann im Radmantel. Der junge Kaflsierer war unangenehm berührt. Er hätte diese Begegnung, vor der er sich während der letzten fünf Minuten uneingestandenermaßen gefürchtet, lieber vermieden. haben Sie etwa auf mich gewartet...?" fragte er zögernd und mißtrauisch. " Durchaus nicht," entgegnete der Fremde; auf jeden Fall nehme ich jedoch die Gelegenheit wahr, die unverhofft sich mir| " Ganz recht. Ich bin fremd hier am Ort," gab der andere „ Soeben erst angekommen?" Seit einigen Tagen bereits in Riga, wo es mir außer ordentlich gut gefällt." haben, fommen Sie wohl aus Destereich?" " Den Banknoten nach zu urteilen, die Sie umgewechselt haben, tommen Sie wohl aus Destereich?" „ Ach das will nichts besagen. Ich hätte Ihnen ebenso italienisches oder französisches Geld präsentieren können. Die Banknoten beweisen nichts. Ein weitgereifter Mann, dachte der junge Kassierer, der recht interessant zu plaudern zu verstehen scheint. Da ich ohnehin nichts Dringendes vorhabe und er mich nicht mehr aufhält, wie vorhin, mag er mir, wenn er will, immerhin eine Beitlang Gesellschaft leisten. Wenn es dem Herrn recht ist." sagte er, freundlicher als vorhin, fönnen wir ein Stück Weges gemeinsam zurücklegen. Ich weiß am Ende mit einigen Winten und Ratschlägen aufzuwarten." " Wie liebenswürdig," beeilte sich der Fremde zu bemerken. Wir gehen ein wenig spazieren. Vortrefflich! Das wird sehr hübsch werden. " 4 Mein Name ist Faltin," sagte der junge Bantbeamte und verneigte sich leicht. Richard Faltin." Der Fremde ergriff die ihm dargebotene Hand und schüttelte fie. Sehr erfreut. Sie sind natürlich ein Deutscher, Herr Faltin?" noch dort." ,, Gewiß. Ich stamme aus Königsberg. Mein Bater lebt Königsberge • Sehr schöne Stadt." ( Fortsegung folgt.) nischen Flaggen versehen werden und ihr Gebrauch vorge- genannte Berein am 3. Jufi, abends 8 Uhr, im Restaurant Kaiserhof schrieben wird", und daß endlich mit der Entfernung aller der in Zehlendorf, Botsdamer Straße 49a, ebenfalls eine öffentliche jenigen Schulbeamten und Lehrer Ernst gemacht wird, die im Dienst Versammlung mit dem gleichen Thema ab. fich antirepublikanischer Aeußerungen oder der Ver= ächtlich machung leitender republitanischer Per fonen schuldig machen“. Dieselbe Entschließung forderte auch, ,, baß für alle Schulen eine Gedächtnisfeier für den ermordeten Minister Rathenau angeordnet wird". Diese Anordnung ist wohl inzwischen bereits ergangen. Die neue Müllbeseitigung. Holsteinische Str. 19, sondern Gasteiner Str. 12, 2aden. Wilmersdorf. Unsere Vorwärtsspedition befindet sich jetzt nicht mehr Bestellungen fönnen auch abgegeben werden in der Privatwohnung unseres Epediteurs, Genossen Bischoff, Wilheimsauè 42. Die Spedition Tübinger Str. 2 a bleibt. Sozialist. Studentenbund. Heute Donnerstag, den 29. Juni, abds. 8 Uhr, in der alten Aula: Kundgebung anläßlich des Mordes B. Rathenaus für die Republik. Es sprechen: stud. rer. pol. Nölting, Prof. Schüding, Desterreich, stud. phil. Wittvogel. Der Finder wird Die neue Polizeiverordnung über die Müllbeseitigung, der die Sommerfest des 3. Kreises, wedding, im Babenhofer Ausschant, Zustimmung des Verwaltungsrats für den Stadtfuhrpark sowie des Chauffeeftr. 64, Sonnabend, den 1. Juli. Eröffnung 3 Uhr, Anjang 4 Uhr. Magistrats bereits erteilt worden ist, wird jetzt vom Berliner Polizei- Stonzert, gesangliche Darbietungen, Mitwirkung des Meinedschen Männerpräsidenten für den Bezirk der Stadtgemeinde Berlin veröffentlicht.chors. Eintrittskarten find in den Abteilungen zu haben. Danach wird die für bisher engere Berlin vorgeschriebene Berpflichtung zur Müllbeseitigung auf alle Benoffin eine silberne Broche verloren gegangen. Bei der Sonnenwendfeier in den Gosener Bergen ist einer GeBirte Groß- Berlins ausgedehnt. In den Verwaltungsbezirken, wo freundlichst gebeten, dieselbe in der Buchhandlung Vorwärts( Laden) abdie Sammlung und Beseitigung des Mülls durch Ortsgesetz der zugeben. Stadtverwaltung obliegt oder in Zukunft übertragen wird, bleiben die Ortsgefeße und die in Verbindung mit ihnen erlassenten Polizei- Ausgabe der Zeichnungslisten ist erfolgt. Listen liegen aus bei allen AbBezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Fest tonzerte. Die verordnungen in Kraft. Jeder Grundstückseigentümer hat dafür zu teilungs- und Bildungsausschußmitgliedern der Kreise und im Bureau des forgen, daß sein Hausmüll in der von der Polizeiverordnung näher Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr. 3, 2. Hof. 2 Treppen, Zimmer 8. vorgeschriebenen staubfreien Weise abgefahren wird. Auf der Verlosung von Runstblättern. Ziehung am 1. Juli 1922. Straße darf Müll nur in völlig undurchlässigen Behäl- oile à 3 M. bei allen Abteilungs- und Bildungsausschußmitgliedern der tern befördert werden. Erleichternde Bestimmungen trifft die Kreise und im Bureau des B.B.A. neue Bolizeiverordnung für die Einrichtung von Müllabladeplägen. Es ist dazu die Genehmigung des örtlich zuständigen Polizeiamtes einzuholen. Jeder berartige Abladeplats muß von Eiſenbahnen, öf: An unsere Leser und Freunde! fentlichen Wegen und Brücken mindestens 100 Meter und von den nächstgelegenen bewohnten Gebäuden mindestens 500 Meter entfernt fein. Jeber 2 bladeplab muß mit einer festen und dichten Einfriedigung von genügender Höhe versehen sein. Die Müllablagerungen find mit einer genügenden Erbschicht zu bedecken, so daß rungen find mit einer genügenden Erbschicht zu bedecken, so daß Papier und Staubrefte nicht fortgeweht werden. In ländlichen Bezirfen Groß- Berlins ist die Verwendung von Müll zu Kulturzwecken auf landwirtschaftlich oder gärtnerisch genugten Grundstücken freigegeben. Auto- Omnibus Mariendorf- Lichtenrade. Der Wahlverein in Königswusterhausen Kriegsprozeß Dr. Michelson. Erster Tag V. d. 3. Leipzig, 28. Juni. Vor dem Reichsgericht steht heute der 1878 geborene Spezialarzt für Frauenkrankheiten und Geburtshilfe Dr. Ostar Michelson aus Berlin- Wilmersdorf, von der französischen Regierung beschuldigt, hauptsächlich 1917 und 1918 in den Lazaretten Effry und Thrélon franke Kriegsgefangene mishandelt oder deren Mißhandlung geduldet zu haben. Weiter wird Dr. Michelson beschuldigt, hauptsächlich 1916 bis 1918 in mehreren Fällen den Tot von Kriegsgefangenen durch fahrlässige Behandlung verschuldet zu haben. Außerdem soll er Unterschlagungen zu ungunsten der französischen Bevölkerung begangen haben. Es sind 34 deutsche und 14 französische Zeugen geladen. Als Sachverständige sind geladen: vom Gericht OberPotsdam und Generalarzt a. D. Dr. Roste- Magdeburg, von der Berregierungsrat und Medizinalrat Generalarzt a. D. Dr. Schneiderteidigung Wirklicher Admiralitätsrat Dr. Fehlisch; als militärische Sachverständige Generalmajor a. D. Hopf aus Arnstadt und Geheimer Kriegsrat Pfiffel vom Reichswehrministerium. Die Anklage vertritt Oberreichsanwalt Ebermeyer. Verteidiger find Dr. Binkus, Justizrat Dr. Löwenstein, Gronemann, Klee, Friz Simon und Lewer aus Berlin. Vorsitzender ist Senatspräsident Dr. Schmidt. Die franzöfifchen Zeugen sind nicht erschienen; ihren Fortgang. Die Preise werden von den Unternehmern für Die fprunghafte Steigerung der Preise für alle Waren nimmt alle Gebrauchs- und Bedarfsactitel sowie Lebensmittel ohne Rüd- auch eine französische Kommission ist nicht anwesend, ebenso wenig ficht auf die Kaufmöglichkeit der breiten Maffe der Bevölkerung feft- französische Pressevertreter. Das Interesse an diesem Prozeß ist Rechnung tragen und nehmen nur zögernd, doch gezwungen durch gejeti. Nur die Zeitungsunternehmungen müssen ihren Lesern auch beim Publikum nicht so groß wie früher. den Preisdrud aller Herstellungsmaterialien für die Zeitungen, willig zur Verfügung gestellt. Von 1915 bis August 1918 leitete Angeklagter Dr. Michelson hat sich bei Kriegsausbruch frei Abonnementspreiserhöhungen vor, die bei weitem nicht die Her- er als Garnisonarzt ein Lazarett zuerst in Dizy- le- Gros und ab stellungskosten deden. Einen für längere Zeit feststehenden Abonne- 17. Februar 1917 in Effry. Später war er im Gefangenenlager mentspreis festzusehen, wird durch die zum guten Teil auf rücksichts- Thrélon. Gegenüber den Beschuldigungen weist er darauf hin, daß Um einem langgehegten Wunsche der Bewohner von Lichten- lofer Spekulation beruhende Entwerfung unserer Mart ihm von angesehenen französischen Zivilpersonen für„ ausgezeichnete rade auf eine bessere Berbindung mit der Stadt zu entsprechen, wird zur Unmöglichkeit. Behandlung" Dant ausgesprochen worden sei. Er schildert die nunmehr, nachdem ein Ausbau der Straßenbahn aus wirtschaftDie für einen Monat unter größter Rüdfichinahme auf die Be- fchwierigen fanitären Verhältnisse in den nordfranzösischen Lazalichen Gründen vorläufig unmöglich ist, auf Grund wiederholter laffung der Abonnenten aufgestellte Kalkulation für den Bezugsretten infolge unzulänglicher und ungenügender Einrichtungen. Verhandlungen des städtischen Verkehrsamts mit der Allgemeinen preis ist in einigen Wochen, oft schon in Tagen wieder ganz unhali- Dant seiner organisatorischen Bemühungen sei es gelungen, in DizyBerliner Omnibus G.-G. ab 1. Juli eine regelmäßige Kraftomnibus- bar. Vor allem leidet die Preise unter der ganz abnormen le- Gros den Typhus so gut wie zu beseitigen. Allerdings habe es verbindung von Mariendorf( Kirche) bis Lichtenrade( Bahnhof) ein- Preissteigerung für Papier. Unsere Berechnung für dazu strenger janitärer Maßnahmen bedurft, deren Notwendigkeit gerichtet. Der Preis für die ganze Strecke wird 4 m. betragen, den Bezugspreis pro Juni basierte auf dem im Monat Mai be- von der französischen Bevölkerung vielfach nicht eingesehen wurde. während für fürzere Entfernungen, etwa von Lichtenrade( Budo- flehenden, 80 fagen Preis des Papiers gegenüber der Vor- In der Zurückhaltung von Bazillenträgern im Lazarett habe wer Straße) Bahnhof, der Fahrpreis auf 3 M. festgelegt wird. friegszeit. 3m Juni sprang bereits dieser Preis auf das 83 fa che man oft Eingriffe in franzöfifche Rechte sehen wollen. Seine Tätig Bon der Straßenbahn zum Omnibus und umgekehrt werden die und ist für 3uli auf das 97 fache des Friedenspreises feit fand aber auch Anerkennung, das habe ihm der Bürger. normalen Umsteigefahrscheine der Straßenbahn zu 7 m. verausgabt von dem Papiersyndikat angefündigt. meister von Dizy- le- Gros auch ausdrücklich erklärt. Er habe nie werden. Borläufig soll der Betrieb einmal stündlich erfolgen. Das heißt, daß die Ausgaben für Papier, die in der Borkriegszeit Lebensmittel, die ihm gebracht wurden. Die Lazarettverhältnisse in Geld von der französischen Zivilbevölkerung angenommen, wohl aber den fünften Teil des Abonnementspreises betrugen, jetzt schon Effry waren äußerst mangelhaft. Das Lazarett war in einer großen % in Anspruch nehmen, da wir bei dem gegenwärtigen Umfang ca. Ofenfabrit untergebracht, zum Teil mit altem Gerümpel angefüllt. 34 M. von einem Monatsabonnement allein für pasier aus- Der Angeklagte bemühte sich um andere Gebäude, aber ohne Erfolg, geben. Alle Bemühungen der Preffe, die Preise für Pavierholz da andere Räumlichkeiten aus militärischen Gründen nicht freidie ins uferloje steigen, zu stabilisieren, find bisher ergebnislos ge- gemacht werden konnten. Ungefähr 500 Stranke wurden von Dizywesen.. Die Kosten für Drud, Transport, 3uftellungslohn, Angestellten- acht Tagen auf 1200. Die Verpflegung war mangelhaft, Betten und le- Gros nach Effry gebracht. Die Belegschaft wuchs aber innerhalb und Redaktionsgehälter ufw. erhöhen sich naturgemäß mit der Stroh waren nicht vorhanden. Der Angeklagte traf durchgreifende fortlaufenden allgemeinen Preissteigerung. Wir müssen deshalb, so außerordentlich wir es bedauern, den eine Wasserleitung nach dem Lazarett, sorgte für Defen, ließ Maßnahmen, um die dringendsten Mißstände abzustellen. Er legte Abonnementspreis pro Juli auf 60 m. erhöhen. oder seine sonstige Einnahmen den ganz unnatürlichen Preissprüngen fie ins Lazarett kamen, vielfach schon so herunter, daß ein geringer Wir wissen, daß ein großer Teil unserer Cefer feinen Cohn hindern, daß die Kranken dahinstarben. Sie waren aber, wenn Fensterscheiben einsetzen usw. Trotz alledem war es aber nicht zu verfür alle Bedarfsartitel nicht anpaffen fann, weshalb auch der Anlaß genügte, um sie wie Fliegen dahinsterben zu lassen. Der " Borwärts" fortgesetzt bemüht ist, die Preissteigerungen, die durch Angeklagte erinnert an die Erfahrungen, die man verwerfliche Spefulation hervorgerufen werden, mit allem Nachdruc Der in dem Moabiter Untersuchungsgefängnis befindliche zu bekämpfen und für Gehalts- und Cohnerhöhung, die sich infolge in rumänischen Gefangenenlagern Frauenmörder Karl Großmann hat dort in seiner Belle in der dieser Preistreibereien notwendig macht, eintritt. Die sozialdemoNacht zum Mittwoch einen Selbstmordverfuch unternommen. trafische Preffe muß aber als Borkämpferin für Kultur, politische gemacht hat. Auf Befragen des Vorsitzenden äußert sich der AngeGroßmann befindet sich dort in der sog. Mörderzelle, d. h. in einer Freiheit und wirtschaftliche Besserstellung der wertiäfigen Klassen flagte zu Einzelheiten. So ist ihm vorgeworfen worden, ein junges besonders eingerichteten Zelle, welche von außen ständig beobachtet bleiben. Mädchen nicht richtig behandelt und einen ärztlichen Eingriff unterwerden kann und in der es feinerlei bewegliche Gegenstände gibt, Wir zweifeln nicht, daß die von unsern Lesern und Freunden laffen zu haben. Ein Luftröhrenschnitt sei aber bei dem Zustand mit denen sich der Belleninfaffe irgendwelche Verletzungen bei bisher gezeigte Einsicht in die Lage und Bedeutung des„ Vorwärts" der Patientin nicht möglich gewesen, er habe sich daher auf eine Trotzdem gelang es Großmann, die Fenſter mit bei der fast allmonatlich notwendigen neuen Erhöhung des Bezugs- Serumeinspritzung beschränkt. Auch bei einem amerikanischen Arzt, Zeitungspapier zu verfieben und dann einen Selbstmordversuch preises sich auch weiterhin bewährt und daß unsere Freunde nicht der bei einem Sturz aus dem Flugzeug einen Schenkelbruch erlitten burch Erhängen zu unternehmen, der aber rechtzeitig entdeckt wurde. nur am Abonnement festhalten, sondern auch neue Abonnenten hatte, hätte er nicht operativ eingreifen können, da der Krante fich Ob die Verhandlung gegen Großmann am 1. Juli nicht doch werben werden. erst erholen mußte. Hätte er ihn operiert, so wäre ihm sicher der noch der Bertagung_anheimfallen wird, erscheint fraglich, da von Berlag und Redaktion des„ Vorwärts." Vorwurf gemacht worden, daß er nur operiert hätte, um den Kranten Rechtsanwalt Dr. Fren noch in legter Stunde Professor Dr. zu töten. Bei einem Zivilarbeiter habe seine Diagnose auf Typhus Schuster von der Universität Berlin, Prof. Dr. Forster von gelautet, er habe ihn der Station des ihm zugeteilten französi der Charité und der Sanitätsrat Dr. Friedrich Leppmann als schen Arztes Pichard überwiesen. Dort sei er gestorben. Seine Sachverständige geladen worden sind. Diagnose habe sich bei der Obduktion als richtig erwiesen. Das Lazarett Thrélon, als bayerisches Kriegslazarett eingerichtet, habe Sonnabend, den 1. Juli, abends& Uhr, im Sekretariat, Lindenstr. 3, with reichte der Platz nicht aus, daher wurden Sammelbetten aufgestellt, durchaus den Anforderungen in sanitärer Hinsicht genügt, nur auch mußten ist seit Jahrzehnten der Stützpunkt der Partei in diesem ganzen Bezirt gewesen. Sein Bestehen datiert seit dem Jahre 1902. Dies gibt Veranlassung in diesem Jahre das 20. Stiftungsfest des Vereins besonders festlich zu begehen. Viele Berliner Parteigenossen werden mit Freude und Genugtuung an ihre Agitationszüge, die von diesem Stühpunite ausgingen, denten. Die Königswusterhaufener Genossen wollen am Sonntag, den 30. Juli, das Ereignis Des Zusammenschlusses zur Organisation besonders festlich begehen ung laden dazu alle Berliner Parteigen offen, insbesondere die früheren und jetzigen Mitglieder der Lanbagitations tommission sowie auch die Gesang- und Sportvereine ein. Selbstmordversuch des Frauenmörders. Groß- Berliner Parteinachrichten. Bezirksvorstand! Waffer auf Demonftranten? Zu der Demonstration vom Dienstag teilt man uns noch mit, daß in der Burgstraße auf tige Sigung. Alle Mitglieder müssen anwesend sein. Bezirkssekretariat. die vorbeiziehenden Demonstranten aus einem Fenster des Hauses Nr. 27 ein Gefäß mit Waffer ausgeschüttet worden sei. Vielleicht interessiert sich nachträglich die Polizei für den Borgang und stellt fest, Don wem diese provozierende„ Gegendemonstration" ausgegangen ist. 7. 15. Der Teuerungszuschlag zu den Fernsprechgebühren wird vom 1. Juli ab von 80 Broz. auf 160 Proz. erhöht. Diese Bestimmung ist in den Kreisen des Bublifumus und auch in Grörterungen in den Beitungen vielfach dahin mißverstanden worden, als ob die gegen wärtig zur Erhebung fommenden Gebühren, die gegenüber den Sätzen des Fernsprechgebührengeſehes und der Fernsprechordnung um 80 Proz. erhöht sind, um weitere 160 Broz. gesteigert werden follen. Es wird deshalb darauf aufmerksam gemacht, daß lediglich statt des bisherigen Teuerungszuschlages von 80 Proz. zu den gefeßlichen Fernsprechgebühren ein solcher von 7. 160 Pro3. erhoben wird. Entfernung der Hohenzollernbilder aus den Moabiter Schwurgerichtsjälen. In den beiden Schwurgerichtsfälen des alten. Kriminalgerichtsgebäudes hängen feit vier Jahrzehnten die Bilder Wilhelms I., Friedrich Wilhelms III. und IV. Diese sind jetzt auf befondere Anordnung des Justizministeriums entfernt worden und, obmohl sie Werte bekannter Künstler sind und deshalb hohe Berte repräsentieren, in einem Gerümpelfeller des Neuen Kriminalgerichtsgebäudes untergebracht worden. Die Schulreaffion greift an. In Staaten erschien am Tage der Beisehung Rathenaus der Rektor der christlichen Schule plötzlich in den weltlichen Klassen und revidierte das Inventar. Da die freie Schule Staatens durch von der Behörde erzwungene besondere Elternbeiratswahl anerkannt ist, wird das Borgehen des Rettors sehr merkwürdig gefunden. Sonderbar ist auch, daß auf Anfragen die Erklärung abgegeben wurde, die Revision am Lage der Beilegung Rathenaus erfolge auf Anordnung der Behörde. 5. Bichtenrade. Seute, Donnerstag, den 29. Juni, 8 Uhr, öffentliche Bollsversammlung im Waldrestaurant, Silbertstraße( Inhaber Rohrmann). Thema: Gegen ben Meuchelmord". Referent Landtagsabgeordneter Erich Kuttner. Kreis Charlottenburg. Donnerstag, den 29. Juni, 8 Uhr, Sigung des Bereis. Donnerstag, den 29. Juni, 7½ Uhr, Kreisvorstandssigung mit den Kreis Friebrid shain. Frauenleiterinnen der Abteilungen und Mitglieder des Kreiswohlfahrtsausschusses: Freitag, den 30. Juni, 7 Uhr, bei Gaudert, Rüdersdorfer Str. 8, wichtige Besprechung. Erscheinen Pflicht. zirksausschusses für Arbeiterwohlfahrt im Rathaus, Zimmer 304. Abteilungsleitern bei Richter, Haffelwerder Str. 36. Heute, Donnerstag, den 29. Juni: Azets. Charlottenburg. 7½ Uhr in der Aula des Schiller- Realgymnasiums, Schillerstraße 26, Mitgliederversammlung der freien Schulgemeinde. Tagesordnung: Die Beratung und Beschlußfassung betreffend die neuen Sagungen. 30. Abt. 33. Maimarken und Beiträge abrechnen. Albert Gebhardt. die korridore belegt werden. Zur angeblichen Unterschlagung erflärt der Angeklagte, er habe sich pflegen müssen, um nicht bei der Ueberlastung zusammenzubrechen. Er habe nichts verbraucht, was ihm nicht zustand oder was er nicht ehrlich erworben habe. Auch die Patete an seine Mutter hätten nur ehrlich erworbene Sachen enthalten. Abtreibung gestorben, den Tod soll der Angeklagte durch falsche Ein im Lazarett als Wäscherin beschäftigtes Mädchen ist nach Behandlung verschuldet haben. Er habe von dem Abort nichts gemußt, sondern nach den Angaben des Mädchens auf Gallensteine behandelt. Zu den Mißhandlungen gibt der Angeklagte zu, geäußert zu haben, Beute, die seine Anordnungen fabotierten und Sprengkapseln oder sonstige Widerspenstigteiten, verdienten Das Lazarett gefährdeten, durch Rauchen oder Spielen mit Brügel. Er bestreitet aber entschieden, dahingehende Anordnungen getroffen zu haben, im Gegenteil habe er ausdrücklich das Schlagen von Kranten verboten. In einem Falle set er energisch dagegen eingeschritten. Von der " Errichtung einer Prügelftube, in der ein Russe Wassilij den Hentersinecht gespielt habe, habe er nie etwas gehört. Zu Unrecht habe man das Lazarett das ältnis zur Belegschaft sehr gering gewesen. In einem Jahre starben Schlachthaus von Effry" genannt. Die Sterblichkeit sei im Bernur etwa 12-14 Personen. In dem Maße, wie die Verhältnisse beffer wurden, habe sich die Sterblichkeit vermindert. 7 Uhr Funktionärsigung bei A. Carl, Wichertstr. 69. Bezirksführer! Abt. 7 Uhr bei Murrer, Capriviste. 8, Sigung sämtlicher Funktionäre, Frauenagitations- und Elternbeiratsmitglieder. Abrechnung der Mai. 55. Abt. Charlottenburg. 7½ Uhr Abteilungsversammlung bei Jakob, Bisund Beitragsmarken. Billetts und Rassiererbücher mitbringen. mardstraße 38. Thema: Finanzwirtschaft und Anleihe". Ref. Genosse 103. Abt. Oberschöneweide. 8 Uhr in der Kottmeyer- Schule, Cingang, Frischen straße, Vorstands- und Funktionärsigung. Thema: Die politije Lage". 128./130. Abt. Pankow. 7½ Uhr Abteilungsvorstands- und Funktionärsigung 136. st. Reinickendorf- Oft. Alle Genoffinnen und Genoffen beteiligen sich an der öffentlichen Boltsversammlung, die um 7 Uhr im Garten des Seebabes Reinickendorf- Ost, Residensstr. 49, von den drei sozialistischen Parteien aus ftattfindet. Generalarzt Dr. Schneider, damals vorgesetzter Etappenarzt Sungsozialisten. Gruppe Süden: 7½ Uhr in der Juristischen Sprechstunde, des Dr. Michelson, erklärt, daß Michelson, als er Effry übernahm, Lindenstr. 8 ,,, Rathenau- Abend". Gruppe Schöneberg- Friebenau: 7 Uhr feinen Bosten bis dahin durchaus gut und fachgemäß ausgefüllt hatte. bei Groß, Gebanstr. 17, Bortrag von Walter Nicolaus:„ Die Erfindung der Das Lazarett litt unter mangelhafter Unterbringung. Michelson ungfozialisten. Gruppe Neukölln und Brig. 7 Uhr im Jugendheim Brih, hätte aber Abhilfe geschaffen, soweit er fonnte. Gegenüber den Chauffeestraße 48, Bortrag der Genoffin Frau Jife Mader- Destreich: Re- iderfeglichkeiten, insbesondere gegenüber den Uebertretungen des formkleidung und Reformwohnung"." Gäste willkommen. Das Kriegsfürsorgeamt Neukölln hält seine interbliebe= nenabteilung vom 29. Juni bis 5. Juli geschlossen zur Borbereitung der Auszahlung der Teuerungszuschüsse für den Juli, 48. für die vom Reichsarbeitsministerium neue Richtlinien herausgegeben 35. worden sind. Ueber die Zahlung der Teuerungszuschüsse wird noch Näheres mitgeteilt werden. Für Abfertigung von Krankenhausauf- 111. nahmen und ähnlichen eiligen Fällen ist Borsorge getroffen. Eine öffentliche Mieterversammlung veranstaltet der Mieterverein des Groß- Berliner Westens am Freitag, den 30. Juni, abends 8% Uhr, im Restaurant Biktoriagarten, Wilhelmsaue 114/115. Der 1. Borsigende Rechtsanwalt Dr. Goegel spricht über des Thema: Was hat der Mieter nach dem Reichsmietengesez zu zahlen." Für bie Bewohner von Zehlendorf und Schlachtensee hält der i im Jugendheim. Snellpreffe". rechnung. Morgen, Freitag, den 30. Juni: Rauchverbotes habe er Michelson bei seinem ersten Besuch größte Energie anempfohlen, um feine Autorität zu wahren. Insbe t. 7% Uhr bei Jaged, Allegandrinenstr. 137, Funktionärtenferens. Ab- fondere habe der Angeklagte mit Erfolg die Isolierung durchgeführt, Abt. Reukölln. 7% Uhr bei Grieger, Leffing, Ede Kopfstraße, Gigung fämt fuche habe er erfreuliche Fortschritte in den hygienischen Einrich so daß feine Uebertragungsfälle vortamen. Bei einem zweiten Be st. Bohnsdorf. 7½ Uhr in der Schule Elternverfamintung. Thema: fennend über das Geleistete ausgesprochen, ebenso Geheimrat Dr. tungen festgestellt. Der Armeearzt habe sich durchaus anerGoldscheider aus Berlin. Ticher Funktionäre und Betriebsvertrauensleute. Abrechnung mit allem Material. ,, Bebenstunde". Referent Erwin Marquardt. * PD.- Angestellte bez Ronfumgensenschaft Berlin und gegend. 714 Uhr sich sehr günstig für den Angeklagten geäußert hatte, wandte fich Nachdem dieser Sachverständige und Generalmajor a. D. Hopf im Lokal Birgerheim, Alte Schönhauser Str. 28/24, wichtige Versammlung. Tagesordnung: Bericht der gemeinsamen Pesprechung der Fraktionsvor der Borsitzende gegen die Auffassung, daß die Felddienstordftände. Stellungnahme zur Arbeiter und Betriebsreismahl. Männerchor Friedrichshain. Freitag, den 30. b. M.,. 7 Uhr, Vierteljahres. nung fanttioniere, daß in den Lazaretten geprügelt werden harf. verfammlung im Andreas- Rafino, Andreasstraße 3. Erscheinen allet Wit Die weitere Berhandlung verläuft für den Angeklagten günstig. Fortsetzung Donnerstag. glieder ist Pflicht. Aus der Partei. Viktor Adlers Auffäße, Reden und Briefe. Zum 70. Geburtstage Bittor Adlers erscheint in den nächsten Tagen das erste Heft einer Sammlung seiner Auffäze, Reden und Briefe im Verlag der Wiener Bolfsbuchhandlung, VI, Gumpendorferstr. 18.( heft I. 192 Seiten. thre Arbeit in Berbindung mit Friedrich Adler, in dessen Obhut sich, Stuftein war bazu zur Stelle, um elmes noch nie Gezeigtes fich anzusehen. Der der Nachlaß seines Vaters befindet, ausführen. Jugendveranstaltungen. Heute, Donnerstag, den 29. Juni: Preis 64 m., auf holzfreiem Papier 68 M. und 25 Proz. Zuschlag.) Beitschrift". Reukölln- Rorb: Jugendheim Münchener Str. 52, Diskussionsabend: Unsere Norden: Jugendheim Gemeindesaule Putbuser Str. 3/6, Bortrag: Sie beginnt mit dem Briefwechsel von Viktor Adler und Friedrich| Starkstromtechnik". Stralauer Biertel: Jugendheim Gemeindeschule NaglerEngels, dem die Auffäße Adlers über die Klassiker des Sozialis- straße 3, Leseabend: Im Tollhaus". Süben: Jugendheim Gemeindeschule mus angeschloffen sind. Jedes der Hefte soll ein abgerundetes Ganzes Stallschreiberstr. 54, Bortrag:„ Erste Hilfe bei Unglüdsfällen". bilden. Die Gliederung des Stoffes fann sich endgültig erst im Laufe der Arbeit ergeben, doch ist vorläufig die Teilung in folgende zwölf Hefte geplant: 1. Bittor Adler und Friedrich Engels. II. Viktor Adler und Engelbert Pernerstorfer. Briefe aus der Jugendzeit. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Sozialdemokratischer Männerdor, Kreis Prenzlauer Tor. Die UebungsIII. Viktor Adler und die Gründung der österreichischen Sozial- ftunde findet am Donnerstag, 8 Uhr, Bögow- Brauerei, statt. Arbeiter- Wanderverein Berlin. Sonntag, 2. Juli, Badetour zum Störizdemokratie. IV. Viktor Adlers Reden und Aufsätze über sozial- fee. Abfahrt 5.35 Schief. Bhf. nach Ertner. demokratische Laftit. V. Bittor Adler und der Wahlrechtstampf in Verband Volksgesundheit. Donnerstag, den 29. Juni, 28 Uhr, Vortrag Desterreich. V I. Bittor Adler und die Arbeiter- Zeitung". VII. Bit- bes Genossen D. Stüger:„ Grenzen unseres Wissens" in der Oberrealschule, Niederwallstraße 12. Gäste willkommen. Eintritt frei. tor Adler als Barlamentarier. VIII. Bittor Adler, die Gewerf= schaften und Genossenschaften. IX. Bittor Adler als Arzt, Hygienifer und Sozialpolitiker. X. Viktor Adler und August Bebel. Aus dem Briefwechsel. XI. Bittor Adler und die Internationale. XII. Materialien zu einer Biographie Bittor Adlers. Bibliographie. Die Redaktion der einzelnen Hefte werden Genossen, die mit der betreffenden Materie besonders vertraut sind, übertragen. Sie werden Diese Arbeitersport. große Beifall zeugte fic guies Ceiingen des eigens. Am Sonntag fand das Wettschwimmen statt, das sich auch eines guten Zuspruches erfreute. Rolgen, Stafetten und Einzeltämpfe wechselten in rascher Folge. Nachstehend die Resultate der Wettkämpfe: Männerbrustschwimmen: 1. Möbus- Neufölln 1,383; 2. G. Klein- Neukölln 1,404; 3. Dahle- Neukölln 1,421. Männerfeitefchwimmen: 1. Montag- Neukölln 1,35; 2. Gcherim- Charlottenburg 1,38. Jugendbrustschwimmen: 1. Kühnel 51,00; 2. Climte- Küftrin 51,3; 3. Griz 52,3. Männerlagen staffel: 1. Neukölln 2,531; 2. Charlottenburg 3,5. Männerfchwimmen( beliebig): 1. Götte 37,3; 2. Montag und G. Klein 42,3, sämtlich Neuköllner.- Jugendbruststaffel: 1. Charlottenburg 2,59; 2. Rüstrin 3,5. Männerbruststaffel: 1. Neukölln 5,30. Männerspringen: 1. Stegliz- Charlottenburg 22%; 2. Tafel- Küstrin 21%.- Wasserballspiel: NeuköllnCharlottenburg 1: 0. Kinbersport- und spielfest in Köpenid. Sonntag, den 2. Juli, nachmittags 2 Uhr, Kreis- Kindersport- und spielfest auf dem Eiche"-Sportplate. Um regen Besuch bitten die Rinderabteilungen von Röpenid, Friedrichshagen, Bohnsdorf, Grünau, Alt- Glienicke, Schönweide, Treptow. Briefkasten der Redaktion. Briefliche Auskunft wird nicht erteilt. Jeder für den Brieftaften bestimmten Anfrage füge man einen Buchstaben und eine Nummer bei. Eilige Anfragen trage man in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3. 1. Sof part. links, vor. Schriftstücke und Verträge sind mitzubringen. F. R. 100. 1. Sie müssen sich an eine der in Frage tommenden Genossenschaften wenden. 2. Gewiß fönenn fich Kriegsbeschädigte an Siedlungen beteiligen. Diesen Zwecken dient ja auch die Kapitalsabfindung. Berliner Arbeiterschwimmer in Rüstrin. In Rüstrin fand fürzlich das 1. Schwimmfest der Freien Schwimmer statt. Das gute Better hatte großen furt a. b. D. waren Vertreter der Vereine anwesend. Am Sonnabend wurde bewölkt, im Norden vielfach ergiebige, im Süden schwächere Regenfälle. Besuch herangelockt. Aus Charlottenburg, Neukölln und Frant. Wetter bis Freitagmittag. Zeitweise heiter, jedoch überwiegend von Charlottenburg ein Lampionreigen in der Warthe geschwommen. Ganz Mäßige westliche Winde. Temperatur menig geändert. billigen Preise sind ein einmaliges Braune Sandalen genarbt Rindleder, durchgenähte Ledersohle, ganz besonders billig. Grösse 36-37 159,-, Grösse 31-35 129,-, Grösse 27-30 Leder- Reiseschlüpfer schwarz Chromleder, mit farbigem Satinfutter, la biegsamer Ledersohle und grossem Pompon in vielen Farben, Grösse 36-42 95, 195. Leiser 25. früh, entAchtung! Achtung! Ortskrankenkasse für das Buchdruckgewerbe zu Berlin Allg. Oriskrankenkasse Spandau ſchlief fanft nach langent, fewerem Allg. Leiden im Auguste- Bittoria- Krankenhaus, Berlin- Schöneberg, meine liebe, gute Tochter und über alles geliebte fingite Schwefter, Schwägerin und Tante, Frau Gertrud Maart im blühenden Alter von 27 Jahren. In tiefer Trauer Witwe Marie Poelke nebst Geschwistern und Verwandten. Königsberg Heidelberg Rathenow { 28. Juni 1922 Die Beerdigung findet Freitag, nachm. 3 Uhr, auf dem Emmaus- Friebhof, Neukölln, Hermannstraße, statt. Durch Beschluß des Borstandes vom 27. Juni 1922 wird auf Grund des mehrt. Extra- Angebot für die Reise. Rotbraun Boxcalf Kinder- Schnürstiefel, brelle bequeme Form, vorzügl. 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Die Lohn- löhne und Vorstandswahl bei den Kranten- folgt festgesezt: rungspflicht in der Krantenfasse vom für die Stufe 9. Juni 1922, RGBl. 41 G. 497, ift die Ver- stufen werden hierdurch um drei ver- taffen vom 9. Juni 1922 treten mit Wir für die Stufe ficherungsgrenze für die nach§ 165 Abs. Iteilung, Söhe des Grundlohns, der Bei- ein Bezüglich der Lohnstufenein- fung ab 1. Juli 1922 folgende Aenderungen A auf 1. RVO. Versicherungspflichtigen mit Wir träge und des Krankengeldes ver Zur Feftfegung des Grundlohnes tung vom 7. Juli 1922 von 40 000,- weisen wir auf das an alle Arbeit werden die Kaffenmitglieder in 14 Stufen auf 72000,- t. erhöht. Anmeldungen geber gesandte Rundschreiben Dom eingeteilt. find spätestens bis zum 21. Sult 1922 bei 28. Juni 1922. Drudegemplare von der In Stufe A gehören alle ohne Entgelt Der Kaffe zu bewirken. Des weiteren sind auf Grund des Ge- lokal zu haben. neuen Gagungsänderung sind im Kaffen beschäftigten Lehrlinge und die im§ 3 Die Lohnstufenände- Absatz 1b genannten Familienangehörigen Die Rassenbeiträge werden auf sechs assa- Konto. feges über Grundlöhne usw. bei den rung und der neue Grundlohn treten des Arbeitgebers, die ohne Entgelt im Sundertstel des Grundlohnes bemessen Bant- konto. Strantentassen vom 9. Juni 1922, RGBl. mit dem 3. Juli 1922 in Kraft und Betriebe beschäftigt werden. 41& 498 und Borstandsbeschluß der Staffe haben auch von diesem Tage auf schwe- In Stufe gehören Kaffenmitglieder mit vom 19. Juni 1922 mit Wirkung v. 1. Jult bende Unterstützungsfälle Geltung. 1922 die Grundlöhne bis 90,- t. pro Weiter geben wir bekannt, daß durch Tag erhöht. Demzufolge find alle Be- Gefeß vom 9. Juni 1922 im§ 165 und Ichäftigte, die bisher über 54,- t. pro§ 577 der Reichsversicherungsordnung die Sag verdient haben von ihren Arbeit- versicherungspflichtige Grenze für Avgebern innerhalb 4 Wochen bei der Kaffe gestellte und Betriebsbeamte von 40 000 Mart auf 72 000 Mart erhöht worden umzumelden. Es gehören vom 1. Juli 1922 ab Mit- ift. Diese Bestimmung tritt mit dem glieder mit einem Arbeitsverdienst von 7. Juli 1922 in Kraft. 54,01 m. bis einschl. 60,- Mt. pro Tag zur 10. Stufe, bazit kommen neu von 60,01 m. bis 70 m. pr. Tag zur 11. Stufe 70,01 80 " " b. 80, Berlin, den 28. Juni 1922. Der Borstand. 12. n " " 料 " Mag Cbel, 13. Vorsitzender. Alfred Ekström, Schriftführer. Effetten- Ronto tägl. monatl. Grundstück- Konto Gebäude- Konto in Stufe M. Maschinen- Konto. Konto- Korrent- Sonto Gie betragen: tägl. monatl. einem täglichen Entgelt in Stufe 1 bis 6,-. von 6,01 12, A 0,05. 1,25 7 2,25. 63, 1 0,36 8 2,88 72, Inventar- Konto 9 " " " " " 12,01 18, 2 0,72 " " " " 18,01 " " 1 24, 3 1,08 18, 27, 27 9 3,24 81, Gespann- Konto " " " " P 10 3,60 90, " 24,01 80. 4 1,44 36, " " 11 4,20 105, " " " " " " " 30,01 36, 5 1,80 45, 12 4,80 120, " " " " 36,01 42, 6 2,16 54, P " 13 5,40 135, 17 " " " " " " 42,01 48, " 48.01 54, " " " 54.01 60, " " 60,01 70, 70,01 80, mehr als 80, " " " " 1234567890123 Passiva 108 541, 16 080, 3965, 12 352,57 12 637,25 250, 33 000, 143 000, 1, 1, 16 000, 42 283.68 88810,50 Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 83/85, Nach den erfolgten Ummeldungen bleibt der Beitrag in den Stufen A bis 10 in Das Krankengeld beträgt 60 Proz. des Guthaben der Genossen Grundlohnes. Darlehns- Konto Das Sterbegeld für Mitglieder be- Hypotheken- Konto trägt das Vierzigfache des Grundlohnes. Reservefonds- Konto Dev Vorstand 166/13 Ronto- Rorrent- Konto A. Rennan, ftello Bors. W. Lindemann, Schriftf 105/1 in b. neuen 21. Stufe betage de 7 m. pr. s. Allgemeine Oriskrankenkasse für Berlin- Steglitz Deutscher Holzarbeiterverband Höhe bestehen, beträgt er M. g. 8 " " " " " 9 " " 113 12. 27 " 13. " 11 Bekanntmachung Das Oberversicherungsamt Berlin hat den in der Ausschuß900, 95 300, 175 050, 12747.71 104 112,79 388 110,50 Jm Laufe des Geschäftsjahres hat sich die Mitgliederzahl nicht verändert und beträgt 18 Genossen. Das GeschäftsgutVerwaltungsstelle Berlin SO. 16, Rungestraße 30 baben der Mitglieder sowie die Saftfumme betragen am 31. Dezember 1921 je 900 m. Freitag, den 30. Juni, abends 7 Uhr, Berlin- Reinickendorf, den 24. Juni 1922. Geschäftszeit vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr Telephon: Amt Norden£ 33, 834, 835, 836. Die Beiträge" müssen" also vom 1. Juli 1922 in der obengenannten Söhe zur sizung am 26. Mai 1922 befchloffenen IX. Nachtrag ber in den Kammerfälen, Teltower Straße 1/4 Rob. Engel. Karl Marschel. Karl Höpfner. Richtung! Junitionäre. Achtung! Staffe abgeführt werden. genehmigt. Durch diesen Nachtrag werden die§§ 19, 20, 49, 70 Bom felben Zeitpunkt ab beträgt das geändert bzw. ergänzt. Die SS 20 und 70 treten am 1. Mat Freitag, 30. Juni, nachmittags 5 Uhr Krankengelb im Kriegervereinshaus, Chauffeefiraße 94 Versammlung affer Funktionäre aus den Betrieben, welche dem Verband Berliner Metallindustrieller angeschlossen sind und Mitglich einer zum Metallkartell gehörenden Organisation sind. Tagesordnung: für die 11. Stufe 35.- Mt. pro Tag 12. 13. " 40, 45, " " 1922, bie§ 19 und 49 am 1. Juli 1922 in Kraft. Abdruce des Sagungsnachtrages stehen den Mitgliedern unb ben Arbeitgebern im Raffenlo.al, Körnerstr. 55, zur Verfügung. Auf Grund des Gesetzes vom 9. Juni 1922 über GrundAuch bereits eingetretene interfügungs- 13hne und Borstandswahlen bei den Strantentassen hat der fälle haben von da ab Anspruch auf die Raffenvorstand in seiner Sihung am 27. Juni d. 3. befchloffen, höheren Leistungen. Spandau, den 26. Juni 1922. Der Vorstand. G. Richter, Borsitzender. Bertrauensmännerund Betriebsräte- Berjammlung [ 166,9 den im§ 19 der Sagung vorgesehenen Grundlohn auf M 90. der dem Reichsmanteltarif unterstehenden Betriebe. Berliner Candpacht- Genoffeni. Bericht über die Berhandlung mit eingetr. Genossensch. m. beschr. Saftpflicht dem BBMJ. Zutritt haben nur Kolleginnen und 7 2hr, im Berliner GewerkschaftsMontag, den 10. Juli 1922, abends Stoflegen, welche sich durch ihr Mithaus, Engelufer 25, Saal 1: gliedsbuch und die mit dem Stempel MJ veriehene Funtionärtarte aus Generalversammlung weisen tönnen. Das Metallkartell. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht. 2. Bekanntgabe der fichtsrates. 4. Anträge und Geschäftliches. J. A.: Deutscher Metallarbeiterverband. Bilanz. 3. Wahl des Borstandes und AufAchtung! Funktionäre. Achtung! Anträge seitens der Genoffen find spätestens Freitag, 20. Juni, nachmittags 5 Uhe bis zum 6. Jull b. 3. zu Sänden des Borstandes einzureichen. Gemeinsame Versammlung jahres 1921 liegt zur Einsichtnahme ber Ge der Funktionäre, die nicht in den Betrieben des Verbandes Berliner Metallindustrieller beschäftigt find, in den Andreas- Festfälen, Andreasstraße 21. Tagesordnung: Bericht über die Verhandlung mit dem BBMJ. Butritt nur gegen Borzeigung der Funktionärtarte und des Mitglieds. buches. Sonnabend, 1. Juli, abends Z he Branchenversammlung Don ber Autogen- und Elektro- Schweißer sowie Schweißerinnen im Lotal Neumann, Gubener Straße 45. Tagesordnung: 1. Das Reichsarbeitsministerium und unsere Forderungen. 2. Diskussion. 3. Branchenangelegenheiten fchiedenes. und Ver! 8ahlreiches Erscheinen erwartet Die Ortsverwaltung. Tagesordnung: au erhöhen.§ 19 Abs. 1 und 2 hat mummehr folgende Faffung: Die baren Leistungen der Kaffe werden nach einem Grundlohn bemessen. Als solcher gilt der nach der verschiedenen Lohnhöhe stufenweile feftgefeßte durchschnittliche Tagesentgelt der Kaffen- 1. Das Ergebnis unserer Lohnverhandlungen mitglieder bis M. 90 für den Arbeitstag. Zur Festfeking 2. Aussprache und Beschlußfassung. des Grundlohnes werden die Staffenmitglieder in 19 Stufen eingeteilt. Es gehören 3. Verbandsangelegenheiten. 40/12 bis 3 M. Verwaltungsmitglieder treten vorher um 5 Uhr Die Ortsverwaltung. Bilanz der gemeinnützigen Bauhütte Berlin e. G. m. b. H. Berlin W. 35, Genthiner Straße 34 " " 1 Verf. mit einem täglichen Entgelt inStufe A elle ohne Entgelt beschäftiaten Lehrlinge 2 " " von über 3 M. " " 6 baselbst im Drnamentsaal zusammen. Ohne Ver 3 6 9 " " " " " 4 9 " bandsbuch und Funktionärkarte fein Zutritt! " " " "" " 5 12 15 "" 1 " 15 20 " 17 . "" 11 20 " "" " 25 30 " " " 30 35 " " " " " " 40 " " " " " " 11 40 45 " " " " 12 45 50 " " # " 13 50 56 " " 17" " Y 14 56 62 " " " " 11 " " " 15 62 68 Aktiva: Passiva: " 17 " 19 " "" " 16 68 74 Städtische Sparkasse " " " " " # 1 17 74 80 Neukölln M. 38 410• " " " " " 7" " 18 80 " M. 38 410. " 1 " " Stammanteile M. 24 810. Darlehn 13 600 M. 38 410.99 1. 3, Siernach wird der Grundlohn bis auf weiteres festgesetzt: Stufe A 1,50 M. Stufe 6 20,- 22. Stufe 12 50,-. " " F 7 25, " " 13 56, " 2 6, 79 " 8 30, " " 14 62, " 3 9, " P " 9 35, " " 15 68, " 4 12, 10 40, " " 29 " 16 74, " 5 15, " " 11 45, 17.80, " 18 90, Der Rechnungsabschluß des Geschäftsnoffen von heute ab in der Geschäftsstelle SO 16, Köpenider Str. 32a, in den Geschäftsstunden von 9-1 und 3-7 Uhr, aus." Berlin, den 26 Juni 1922. 106/2" Der Aufsichterat: Martin Krüger. Der Borstand: Gustav Rehie, Sugo Müller. Kunstspielpianos u. Flügel VIRTUOLA Fußbetrieb Elektrisch beides vereinigt ermöglichen gleichzeitig Wiedergabe der Musikstücke nach Auffassung des Künstlers und Selbstnuancierung Leipziger Str. 119 Römbildi A- G., his 120, L. Stock " Sm vorlegten Abfah lekter Sah heißt es ftatt 80 m. 90 m. $ 49 Abi 2 Gag 2( IX. Nachtrag) fautet: Sie werden täglich berechnet und betragen für den Arbeitstag: Stufe A 0,10 M. Stufe 6 2, M. Stufe 12 5, M. 1 0,30 7 2,50 13 5,60 " " " " " 2.0.60 " " " 83, 14 6.20 " " 17 3.0,90 9 3,50 15 6,80 " " " 4 1,20 10 4, 16 7,40 " 19 " " " " 5 1,50 11 4,50 17 8, " " " 189, " Borstehende Aenderung tritt am 1. Juli 1922 in Kraft. Gleichzeitig bringen wir hierdurch zur Kenntnis, daß durch Gefes vom 9. Juni 1922 über Versicherungspflicht in den Krantentafsen die Versicherungsgrenze auf 72 000 M. vom 7. Jult 1922 ab erhöht worden ist. Berlin- Steglig, den 28. Juni 1922. Der Borstand. 106/12 Rich, Bocsibenden Albert Wagener, Schriftführer per 31. Dezember 1921. Bestand der Genossen bei der Gründung 13 Zugang 1921 Bestand am 31. Dezember 1921 Berlin, den 26. Juni 1922. • 3 .16 D. R. G. M. Allen voran beim Einkauf von Brillanten → Platin Gemeinnützige Baugenossenschaft„ Bauhütte Berlin" e. G. m. h. H. Gold- u. Silbergez. Otto Hanke. Für den Aufsichtsrat. 100 M. sparen Sie Max Anton. gez. Felix Breiske. bei jedem Großdedailverkauf Paar Schuhe Braune Damen- Schuhe zu Fabrikpreisen Schuhfabrik Weinberger Brunnenstr. 25, Hof hochparterre. -Bruch Uhren, Zahngebissen, Ketten, Münzen die renommierte Firma Juwelier E.Wiese Artilleriestraße 30 5 Min. v. Bahnhof Friedrichstr. u. Passauer Str.12 ( Ecke Augsburger Straße) 1 Min. v.Wittenbergpl- Bhi.Zoo unmittelbar Nähe Kadewe handelsger. eingetr.Firma Telephon Norden 1030. Steinplatz 11803. Eigene Schmelze Glauben Sie an Sympathie? snit gelungen fein, Jo bitten wir hiermit aufrichtig barum, von 1-4 Jahren. 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