Str. 316 39. Jahrgang Ausgabe A nr. 154 Bezugspreis: Bierteljährlich 180.- R., monatlich 60,- UL. rei ins Haus, voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memel gebiet, sowie Desterreich u Luxemburg 108.-M., ir das übrige Ausland 142, M. Boftbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Efthland, Finnland, Frankreich. Holland. Lettland, Luxemburg, Desterreich. Echweden, Schweiz, Tichecho- Glowatei und Ungarn. Der„ Borwärts" mit der Sonntagsbeilage Bolt und Zeit". der Unterhaltungsbeilage Seimwelt" und der Beilage Giedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonn tags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Morgen- Ansgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 3 Mark Anzeigenpreis: Die ein spaltige Nonpareillegeile toftet 18,-902.- 3letlamegeile 9-. Kleinenzeigen" das fettgedruckte Wort 4,50 M.( zuläffig wei tetige brudte Worte), jedes weitere, Wor 8,50 M. 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Konnte man am land sich behaupten können. Aber da waren es die Nationa- dens geprellt, mit Terror und Lüge den Leidensweg bis in den Mittwoch nach der Rede des deutschnationalen Reichstagsab listen, die Oberste Heeresleitung, die schwerindustriellen Ver- Abgrund zu gehen gezwungen haben. Daß sie ihr im Abgeordneten Düringer, der den Schutz der Republik und die bände usw., die, durch weit überschäzte militärische Anfangs- grund liegendes Opfer nun noch verhöhnen und anschuldigen republikanische Staatsform für notwendig erflärte, an die erfolge benauscht, den Verteidigungskrieg in einen Erobe- felber an seinem Unglück schuld zu sein, entspricht der geistige innere Einlehr wenigstens eines Teiles von ihnen glauben, rungskrieg zu verwandeln fuchten. Diese Eroberungs: Struktur dieser Gesellschaft. fo zerstob 24 Stunden darauf jegliche Illusion. Wie der politik hat die Sozialdemokratie allerdings bekämpft, aus drei deutschnationale Parteiausschuß den Beschluß gefaßt hat, eine Gründen: einmal, weil sie genau so unmoralisch war wie die Trennung von Deutschvölkischen abzulehnen, so arbeiteten Unterdrückungspolitik, die jetzt von der Entente gegen uns Der Reichstag hatte gestern auf der Tagesordnung die Interdie deutschnationalen Fraktionen in den Barlamenten auch geübt wird. Zweitens, weil sie angesichts der tatsäch pellation der Unabhängigen betreffend das Fortbestehen von Selbstnicht mehr mit der scheinheiligen Maske des Berständigungs- lichen Lage, angesichts des ungeheuren Uebergewichts der schußorganisationen, Schabloshaltung von Personen, die wegen Handwillens, sondern mit den Mitteln dreister und unverhüllter Gegner an Menschen und Material eine Unmöglichkeit, ein lungen zur Abwehr hochperräterischer Unternehungen zum SchadenProvotation. Sturmfzenen von unerhörter Heftigkeit waren politischer Wahnsinn war. Drittens, weil gerade die phantafti- erfab verurteilt find; die Hindenburg- Feier in Königsberg und die die Folge. fchen Eroberungspläne der Alldeutschen den Berteidi- ozialdemokratische Interpellation betreffend antirepublikaIm Preußischen Landtag ließen die Deutschnationalen gungswillen des Boltes zermürbten, das durch ifche Rundgebungen von Angehörigen der alten Armee und Beteiligung der Reichswehr an derartigen Veranstaltungen. Herrn Dr. Deerberg reden, einen ungewöhnlich dickfelligen die ihm täglich gepredigten Eroberungsziele den Eindruck geAbg. Dr. Mcjes( U. Scz) begründet die unabhängigen InterKomiter, der sich nicht entblödete, als Angehöriger der wann, daß es nicht mehr um seine Eristenz ringe, sondern nur pellationen und führt dabei aus: durch den Mord am schwersten kompromittierten Partei den noch für die Angliederung irgendwelcher fremden Gebiete an Geist Rathen aus zu zitieren, der die Stirn hatte, von Deutschland bluten müsse. einer Angstgefeßgebung" zu reden in einem Augenblick, wo drei Attentate innerhalb eines einzigen Monats und die Aufdeckung weitverzweigter Mörderorganisationen sogar nach der Anficht seines Parteifollegen Düringer außerordentliche Maß nahmen notwendig machen. So wenig mir die Tätlichkeiten billigen, die sich im Landtag abspielten, so sehr müssen wir betonen, daß das Auftreten eines derartigen Provokateurs das sicherste Mittel war, sie vorzubereiten. Die Oberfte Heeresleitung der Gegenrevolution Die Sozialdemokratie war sich ferner darüber klar, daß scheint das attentatspflichtige Dienstalter herabgesetzt zu haben, denn an den letzten Attentatsvorbereitungen nahmen jogar Jugendliche mit der Dauer des Krieges die Ueberlegenheit der Gegner und teil. Aus deutschnationalen Kreisen werden den Mördern Geld, namentlich die Wirkungen der englischen Hungerblockade Waffen, Autos und Auslandspüsse zur Verfügung gestellt., Deffentlich immer drüdender ins Gewicht fallen würde. Deshalb ftrebto bringen diefelben Herren Abscheu über diese Mordtaten zum die Sozialdemokratie nach einem rechtzeitigen Verstän- Ausdrud. Die Gesinnung der heutigen Jugend ist immer noch dem digungsfrieden. Dieser Verständigungsfriede, den wir noch Schuße des Oberlehrers der Raiserzeit anempfohlen, 1917 hätten haben fönnen, scheiterte aber daran, daß die deffen Stolz es war, Reserveleutnant zu sein. Diese Leute Oberste Heeresleitung von ihren Eroberungsplänen nicht lassen mögen fich au Stallfnechten eignen, aber nicht zu Erziehern. Mit wollte, fortgesetzt die Absichten der zivilen Diplomatie durch- eisernem Besen muß hier ausgefegt werden. Herr Stresemann hat freuzte und nur ein Betspiel den Kanzler Bethmann mit seiner gestrigen Rede nur die Desperados auf der rechten Seite Hollweg wegen seiner Verständigungsabsicht stürzte. Ihre ermutigt.( Sehr wahr! links.) Wir wissen sehr wohl zu unterscheiden zwischen Deutschnationalen, wie Düringer, Hochsch und Behauptung, daß ein Verständigungsfriede niemals möglich Frau Behm auf der einen und Bulle, Henning, Graef und Helferid) gewesen sei, hat Ludendorff selber widerlegt, als er auf ber anderen Seite. Noch kurz vor dem Tode Rathenaus hat im Oktober 1918- nach Eintritt des militärischen Zusammen Major Henning über den„ Juden Rathenau" geschrieben. bruches nunmehr zu einem Verständigungsfrieden sich bereit erflärte. Aber da war es längst zu spät. -U Profeffor Roethe und Student Bierlimpel sind heute die Allegorien des Nationalismus. Es ist besser, die Republit lebt verfassungs widrig, als daß sie verfaffungsmäßig zugrunde geht. Die Regimentsfeiern werden zu Provokationen der Arbeiterschaft ausgenutzt, und in derselben Stunde, in der Kathenau ermordet wurde, schlug Eitel Friedrich in Gegenwart Hin. partei ist in den nationalistischen Dingen immer Schulter on Schulter mit der Deutschnationalen Volkspartei gegangen. Es ist ihre Sache, aus der neuen Situation die nötigen Folgerungen zu ziehen. Das Proletariat ist auf dem Wege zur Einigung und gewifft, aus der jeßigen Mordatmosphäre herauszutommen, in der die Republit ersticken und der Bürgerfrieg geboren werden muß.( Lebhafter Beifall links.) Um 3 Uhr werden die Verhandlungen unterbrochen und in der Gesamtabstimmung der Gefeßentwurf zur Ausführung des Artifels 18 der Reichsverfassung( Neuglieberung) gegen die Stimmen der beiden Rechtsparteien angenommen. Dann erhält zur Begründung der sozialdemokratischen Interpellation das Wort Abg. Vogel- Franken( Soz.): Im Reichstag spielte die gleiche Rolle der deutschnationale Superintendent Hensel. Während der Fraktion, die einen Wulle und einen Major Henning in ihren Reihen zählt, wahrlich in diesem Augenblick zurückhaltendes Benehmen angestanden hätte, gefiel sich Herr Hensel in dreisten Angriffen gegen die sozialistischen Parteien. Der Mann, der das Gebot Du sollst nicht falsch Zeugnis ablegen" sicher einige hundert mal von der Kanzel verkündet hat, wärmte die abgeftandene Richtig ist es auch, daß die Sozialdemokratie den unein Dolch stoßlegende wieder auf. Er warf den Linksparteien in ihrer Gesamtheit vor, die Front„ von hinten erdolcht" geschränkten U- Boot- Krieg bekämpft hat, der nach der Bezu haben, eine Unanständigkeit, über die sich die Sozialdemo- hauptung Helfferichs und der Marineleitung in. spätestens fratie um so mehr entrüsten durfte, als sie, wie der Präsident sechs Monaten England auf die Knie zwingen sollte, in treffend hervorhob, einen ihrer Besten, den unvergeßlichen Wirklichkeit aber trotz zwanzig monatiger Dauer nicht denburgs neue Johanniter- Ritter. An diesen Paraden und ReLudwig Frant, als Kriegsfreiwilligen auf dem Schlachtfeld einen Augenblic Englands Lebensmittelversorgung ernstlich gimentsfeiern betciligten sich nicht nur die ehemaligen, sondern auch geopfert hat. gefährdet hat. Damals sagte Helfferich: Wenn diese jebige Offiziere, die sich von der Republit mästen laffen, um ihr Was fonnte Herr Hensel zum Beweis feiner Berleum arte( der uneingefdyräntie U- Boot- Krieg) nicht sticht, bei gegebener Zeit an den Kragen zu gehen. Die Deutsche Boltsbung anführen? Einen uralten, dugendfach widerlegten sind wir auf Jahrhunderte verloren." Die Ladenhüter, die Aeußerung jenes obsturen Kommunisten U- Boot- Karte hat nicht gestochen, aber nun machen die Bater, der furz nach der Revolution einmal behauptet hat, daß Helfferiche die Sozialdemokratie für die Niederlage ver er und seine Freunde massenweise Deserteure mit falschen Pa- antwortlich! Der uneingeschränkte U- Boot- Krieg brachte uns aber den pieren ausgerüstet und an die Front geschickt hätten, um unter ben Fronttruppen zu agitieren. Das Ganze ist nichts als die Eintritt der letzten neutralen Großmacht, der Vereinigten eitle Renommifterei eines Menschen, der unter seinen Gejin Staaten von Amerika, sowie fast aller südamerikanischen Staa nungsgenossen mit vermeintlichen„ revolutionären Verdiens ten in den Kreis unferer Gegner. Ueber den Ernst dieser ften" prunten wollte. Vielleicht hat er es mirflich in zwei oder Kriegserklärungen suchten die Nationalisten und Militärs das brei Fällen versucht. Aber noch nie hat ein Deutschnationaler Bolt mit leichtfertigen Rebensarten hinwegzutäuschen, als ob die Frage beantwortet, wieviel Deserteure es wohl gibt, die Ameritas militärische Macht gleich Null sei. Herr Hergt, fich freiwillig an die Front zurüdschiden lassen?! heute deutschnationaler Parteivorsißender, erklärte, daß die Dieser Vater und ein paar Zeugnisse gleichen Unwertes amerikanische Armee nicht fliegen, nicht schwimmen follen den Deutschnationalen die offenfundigen ge- und nicht tommen tönne. Im Sommer 1918 aber stan- Im Gegensatz zum Sozialistengeseh trifft das Gesetz zum Schuße chichtlichen Tatsachen aus der Welt schaffen. Mit den zwei Millionen wohlgerüsteter Amerikaner an der der Republik nicht die Gesinnung, sondern es richtet sich ledigentsetzlicher Mühe haben die Deutschnationalen aus Tausenden Westfront und versetzten dem deutschen Heer den Todesstoß. lich gegen Gewalttaten und Verbrechen und ist überdies propo von sozialistischen Reden und Artiteln ein halbes oder ganzes Bereits Ende September 1918 erklärte uden siert worden. In der Monarchie tonnten wir Sozialisten nicht den Duhend Säkchen zusammengeflaubt, die als Material" für dorff den Krieg für völlig verloren und verlangte in sich taufendsten Teil der Agitation treiben, der heute in der Republik für die Monarchie getrieben und geduldet wird. Warum die Verdie Dolchstoßlüge dienen. Aus dem Zusammenhang gerissene, überſtürzenden Telegramynen den Abschluß eines Waffenordnungen nicht genügen, das hat der Reichsjustizminiſter im Hauptmisverstandene oder absichtlich in ihrem Sinne gefälschte, bis stillstandes innerhalb 24 Stunden, andernfalls ausschuß eingehend dargelegt. Die weilen sogar glatt erfundene Säße dienen als fümmerliches er für nichts mehr garantieren fönnte. Die Westfront wit Gerüst für die Konstruktion einer sozialdemokratischen Dolch rettungslos geschlagen und flutete zurück, die Saloniki- Front sto absicht, gegen die mit Leichtigkeit das Hunderttauder Bulgaren und die Palästina- Front der Türken löften si fendfache an ungefälschten Gegenzitaten auf in nichts auf, die Bundesgenossen fapitulierten einer nah dem anderen alles noch Wochen vor der Revolution. Nah gebracht werden könnte. Bor allem aber: Was wollen die angeblichen Zitate" der Aufstellung der DHL. hätte Deutschland nach Verlust der gegen die eherne Bucht der Tatsachen! Ist es den Dolch rumänischen Erdölquellen in amei Monaten U- Boot- Krieg folügnern fremd, daß die Sozialdemokratie von Anfang des und Fliegerkrieg aus Mangel an Benzin einstellen müffen. Krieges bis zum Schluß die Kriegstrebite bewilligt Die Lage war hoffnungslos. Was tat es, daß die Westfront hat und sich in diefer Haltung auch durch die schweren Angriffe noch unter ungeheuren Berluften hielt, dieweil im Often und von linksrahifaler Geite nicht hat erschüttern lassen? Gewiß Süden nach dem Verlust der Bundesgenossen sich weite ungist dies nicht aus Freude am Krieg und auch nicht deshalb ge- deckte Grenzen für den Einmarsch der Gegner auftaten. schehen, weil die Sozialdemokratie etwa die Bolitik der faifer- Angesichts diefer fatastrophalen Lage brach das bis dahin lichen Diplomatie gebilligt hätte, die uns nach dem Wort eines mit falschen Siegeshoffnungen gespeiste deutsche Bolk se elisch Die Regimentsfeiern haben mit der Pflege der Kameradschaft Tirpik in den Krieg hat hineinschlittern" laffen. Aber die zusammen. Die plögliche Erkenntnis der wahren Lage und mit der Erinnerung an gemeinsame Kampftage und alte Tra Sozialdemokratie war der Ansicht, daß das deutsche Volt, nach- tam zu überraschend, um ertragen zu werden. Der seelische dition-nichts zu tun. Es handelt sich dabei um nichts anderes als dem es einmal in die ungeheure Gefahr hineingebracht mor- Busammenbruch, verschärft durch die pinchologischen Auswir- um die Vorbereitung des Revanchefrieges und vm ten mer, mit allen Kräften vor den fatastrophalen Folgen fungen des Hungers. war ein Elementarereignis, das feine die Wiederherstellung der Monarchie. Um so unverständlicher ist cs Simmenbruds gefchüßt werden müßte. Deshalb gab politiche Partei perhindern fonnte. Dieser Zusammenbruch mir, daß ter Reichswehrminister die Sozialdemokratie die Barole der Landesperteibi- mar der Dolchitos". Aber ion haben herbeigeführt die dern offensichtlich jabotiert. Berordnungen des Reichspräsidenten werden in verschiedenen LänVerordnungen des Reichspräsidenten werden in verschiedenen LänObwohl durch die Berordnungen die Regimentsfeiern verboten find, Obwohl durch die Verordnungen die Regimentsfeiern verboten find, wurde erst fürzlich zur Regimentsfeier des bayerischen Regi ments Nr. 105 aufgefordert und dazu bemerkt, die bayerische Regierung habe Ertrazüge zur Verfügung gestellt.( Hört, hört! links.) Ich weiß nicht, ob der Abg. Leicht das Gejet auch ganz für überflüssig gehalten hätte, wenn er Kenntnis gehabt hätte von dem Ausführungserlaß des bayerischen Innenministers vom 28. Juni, Da wird ben Polizeibehörden zur Pflicht gemacht, vor dem Bollzug von Saftbefehlen usw. dem Ministerium die Akten vorzulegen und meitere Weisungen abzuwarten. Bis dahin tönnen natürlich Mörder, wenn fie auf Anweisung des Reichsanwalts verhaftet werden sollen, längst geflohen oder gewarnt worden sein. anna mit allen Mitteln der Volfstraft aus. Deutschnationalen, die das deutsche Bolt vier Jahre trok des offensichtlich antirepublikanischen Charakters dieser Feiern Diese Parole hat sie bis zur letzten Minute des Krieges befolgt. lang über seine wahre Lage belogen und betrogen, in ihrer der Reichswehr die Teilnahme gestattet. Besonders in Bayern * Reichswehr bedarf in jedem Falle der vorherigen Genehmi- 1 Fäusten auf den Tisch des Hauses. Der Präsident Mt nicht in der Lage, die Ruhe wiederherzustellen und unterbricht die Sthung tommt diefer Charakter der Regimentsfeiern sehr scharf zum Aus- gung des Reichswehrministers. Fast durchweg sind brud, Borkommnisse in München, Erlangen und Passau, auf die der die Gedenkfeiern einwandfrei verlaufen. auf eine Viertelstunde. Erst ganz allmählich legt sich der Lärm, Redner näher eingeht, beweisen das zur Genüge. Ein Oberst hat wo Verstöße gegen die Richtlinien des Reichswehrministeriums während die Abgeordneten in erregten Gruppen im Saale beieinander bleiben.) die Teilnahme an einer Trauerfeier für Rathenau abgelehnt festgestellt worden sind, ist sofort eingeschritten worden. Die Regimeil neun Zehntel seiner Leute Monarchisten seien. Der Komman- mentsfeiern follen ein Mittel sein, die Zusammengehörig. Nach Wiedereröffnung der Sißung teilt Präsident Löbe mit, deur eines Truppenübungsplates hat sogar verfügt, daß alle Arteit zu fördern.( Lebhafte Rufe bei den Unabh. und Komm.: die sozialdemokratische Fraktion, zu der gerichtet der Abg. Hensel veiter, die an der Demonstration vom 4. Juli teilgenommen Frechheit! Lüge!" Ordnungsrufe für die Zwischenrufer.) Leider die zu dem Tumult führenden Worte gesprochen hat, fühle sich da haben, fristlos zu entlassen sind. Bei der Enthüllungs- ist nicht zu verkennen, daß die Regimentsfeiern von Persönlichkeiten, durch ganz besonders gefränft, weil ihr Mitglied Ludwig Frank feier des Ulanendenkmals in Potsdam erklärte der Festredner auf die der Reichswehrminister feinen Einfluß hat, zu partei auf dem Schlachtfelde gefallen sei.( Lebh. Sehr richtig! links.) Der Wir fämpfen für Kaiser und Reich".( Lebh. Hört, hört! politischen Zweden mißbraucht worden. Infolgedessen hat der Abg. Hensel habe mitgeteilt, daß er infolge des Lärms nicht in der links und in der Mitte.) Bei derselben Feier senkte der Komman- Reichswehrminister Lage gewesen sei, den Satz zu vollenden. Er habe nämlich diese deur einer republikanischen Truppe vor einem anwesenden Herrn aufgestellte Behauptung durch die Aussage des Unabhängigen Hohenzollern den Degen.( Hört, hört! links.) Die Reichswehr ist zu Bater- Magdeburg erhärten wollen.( Gelächter links.) einem Hort der Reaktion geworden, und die gesamte Arbeiterschaft empfindet die Mitwirkung der Reichswehr an den Regimentsfeiern als eine unerhörte Provokation. Unerfindlich bleibt mir, wie man die Mannschaften zu einer Regimentsfeier in Königsberg mit scharfen Patronen ausrüsten konnte. Die Ernennung v. Löwenfelds zum Kommandanten eines Kreuzers wird uns im Auslande wahrhaftig feine Freunde schaffen. In nicht einer einzigen Kaserne sind die Reden des Reichskanzlers und des Reichstagspräsidenten aus Anlak der Ermordung Rathenaus anaeschlagen.( hört, hört! links.) Jeder Versuch, die republikanische Verfassung gewaltsam zu ändern, würde einen Bürgerkrieg zur Folge haben. Wir erwarten, daß der Reichswehrminister jede dienstliche und außerdienstliche Teilnahme der Reichswehr an Regimentsfeiern verbietet, ebenso jede Berbindung der Reichswehr mit den Offizieren der alten Armee, und endlich. daß in der Reichswehr auch die Fahne der Republik zur Geltung tommt und mit ihr bei Offizieren und Mannschaften der Geist und das Wesen der republikanischen Verfassung. Wir erwarten weiter, daß rücksichtslos vorgegangen wird gegen solche Reichswehrleute, die immer wieder den Geist der Verfassung verlezzen und rufen Ihnen zu: Wollen Sie ein Tänzchen wagen? Wir spielen auf!"( Stürm. Beifall links.) Zur Beantwortung der Interpellation, soweit sie das Reichsjuftizministerium betrifft, nimmt das Wort Reichsjustizminister Dr. Radbruch: 19 einschränkende Bestimmungen erlassen, und im übrigen unterliegt die Frage eines eventuellen Ber bots der Beteiligung der Reichswehr an Regimentsfeiern augenblicklich der Prüfung des gesamten Rabinetts. Reichsminister des Innern Dr. Köfter: nur Dann erteilt der Präsident dem Abg. Hensel erneut das Wort. Als er die Rednertribüne betritt, schallt ihm ein hundertstimmiges ,, Nein!" entgegen. Die weiblichen Mitglieder der sozialistischen Fraktionen, die sich als Vertreterinnen der Mütter, die ihre Söhne im Kriege verloren haben, besonders beleidigt fühlen, dringen auf den Redner ein, und auch die übrigen Mitglieder der sozialistischen Fraktionen fordern in stürmischen Rufen, daß Hensel abtritt. Dieſer ſieht selbst die Unmöglichkeit ein, weiterreden zu können, und perläßt die Tribüne. Daraufhin schließt Präsident Löbe furz nach 7 Uhr und beruft die nächste auf Freitag 4 Uhr ein. * Die Rechtsmittel, mit denen die Reichsregierung vor der letzten Verordnung des Reichspräsidenten vorgehen fonnte, waren fehr gering. Wir haben in dem Bewußtsein, daß die weitere Eristenz gewisser Organisationen nicht nur inner-, sondern auch außenpolitisch eine Quelle von Schwierigkeiten sind, verschiedene Dr ganisationen wie Roßbach, Hubertus, Aulod und Ober, and aufgelöst und sie auch verboten, als fie versuchten, unter anderem Namen weiter zu eristieren. Durch die Verordnung haben Auch die Landtagsfißung nahm ein stürmisches Ende; wir neue Mittel in die Hand bekommen, diese Krankheit zu befämpfen. So können wir jetzt gegen den Stahlhelmbund der Bericht steht in der Beilage dieser Nummer. vorgehen; in Preußen, Sachsen, Thüringen u. a. m. find auf Grund der letzten Verordnung des Reichspräsidenten verschiedene Berbände aufgelöst worden, z. B. der Bund der Aufrechten, der Verband nationalgesinnter Soldaten. Ferner sind verboten worden alle Landes, Bezirks- und Ortsgruppen des deutsch- völkischen Schutzbundes, der deutsch- völkischen Jugend, der alldeutschen Verbände, des jungdeutschen Ordens usw. Schon vor 1½ Jahren ist ein Reichskriminalgesetz 9 Kommt die Linksmehrheit? Die nichtoffizielen Einzelverhandlungen der Roalitionsparteien wurden am Donnerstag nicht fortgesetzt. Zentrum und Demokraten richteten einen gemeinsamen Brief an die Deutsche Volkspartei und die Bayerische Volks= entworfen worden, das Ihnen in den nächsten Tagen erneut zu- partei, der diese Parteien auffordert, sich an der Regierung geht. Wir müssen Machtmittel haben. Wir haben bei den Auf- aktiv zu beteiligen. In maßgebenden Kreisen der lösungen im vorigen Jahre die wurzellosen Eristenzen unterzubringen versucht, um sie neuen Berufen zuzuführen und der ozialdemokratischen Reichstagsfraktion steht man Die Interpellation über die Schabloshaltung solcher, die wegen Wirtschaft dienstbar zu machen. Jetzt muß dasselbe geschehen mit diesem Schritt der bürgerlichen Koalitionsparteien äußerst Schadenersak verurteilt sind, bezieht sich auf die sogenannten affchlesien. Wir haben bereits mit dem Allgemeinen Deutschen Ge- daß ein Gesetz zum Schuße der Republik, wie es unter den Handlungen zur Abwehr hochverräterischer Unternehmungen zum den Mitgliedern der Selbstschuhorganisationen in Ober- pessimistisch gegenüber, zumal man sich flar darüber ist, fenprozesse, die nach dem Kapp- Putsch überall in Deutschland werkschaftsbund und der Industrie Verhandlungen aufgenommen augenblicklichen Verhältnissen notwendig geworden ist, nur angestrengt wurden. Es handelt sich da um Schadenersagforderun- und hoffen, daß den Leuten geholfen werden kann. durch eine Linksmehrheit erledigt werden kann. Diese aen wegen der Beschlagnahme von Waffen durch Aktionsausschüsse. Auf Antrag Hoch( Soz.) wird dann in die Besprechung der Linksmehrheit ist jedoch nur mit Einschluß der UnabhängiDer Zweite Zivilfenat des Oberlandesgerichts Kiel hat entschieden, Interpellation eingetreten. gen zustande zu bringen. daß unter den damals herrschenden Umständen in der BeschlagAbg. Cuno( D. Bv.): Die Beranstaltung in Ostpreußen war nahme von Waffen durch verfassungstreue Personen, die damit die ganz unpolitisch. Hindenburg hat nur noch einmal Gelegenheit gegegenwärtige Staatsform schützen wollten, ein schuldhaftes Bergehen nommen, seine Heimat und die Städte zu besuchen, deren Ehrennicht zu erblicken ist. Die Klage ist in dem betreffenden Prozeß bürger er ist. Einen Mann wie Hindenburg parteipolitisch zu abgewiesen worden. Mit peinlichem Befremden habe ich die Mit- stempeln, ist unerhört.( Lärm links.) Schämen müssen wir uns teilung des Abg. Bogel über einen Erlaß des bayerischen Innen- vor dem Ausland.( Beifall rechts. Händeklatschen auf der Mitministers vernommen. Ich habe von diesem Erlaß noch feine amt- teltribüne. Lärm bei den Unabh. und Komm., die verlangen, liche Mitteilung, weiß auch nicht, ob er ergangen ist. Wäre das der daß die Tribüne geräumt wird, Bizepräsident Bell teilt mit, daß Fall, dann stände er in traffem Gegensatz zur Rechtslage. die fraglichen Tribünenbesucher bereits die Tribünen verlassen haben. Die Reichsanwaltschaft ist, eine vorgefekte Behörde der Staats- Die Unabh. und Komm. zeigen aber noch auf andere Leute, deren anwaltschaft und zwar in den Sachen, für die das Reichsgericht Entfernung fie ebenfalls fordern, und die dann auch von den Die zuständig ist. Die Staatsanwälte haben also in diesen Fällen den Beisungen der Oberreichsanwaltschaft Folge zu leisten, ebenso die Bolizei. Die Ausführungen des Abg. Bogel über den Zweck dieser Berordnung mache ich mir nicht zu eigen, glaube aber, daß der Erlaß die Wirkung haben könnte, die Untersuchung zu hemmen oder aar zu vereiteln. Wir haben volles Verständnis für die politischen wierigkeiten der bayerischen Regierung, fönnen aber nicht darauf verzichten, daß auch in Bayern das Reichsrecht zur Durchführung fommt. Ich werde feststellen, ob ein derartiger Erlaß ergangen ist und bejahendenfalls dafür sorgen, daß er mit der Rechtslage in Einklang gebracht wird. Major Schleicher, als Bertreter des erfrankten Reichswehr ministers, beantwortet die Interpellation, soweit das Reichswehrministerium in Frage kommt und sagt: Die militärische Feier bei der Anwesenheit Hindenburgs in Königsberg war ausdrücklich genern hinausgewiesen werden. Im Hause seht sich der Lärm fort, den Präsident Bell vergebens zu beenden versucht.) Nachdem sich der Lärm gelegt hat, geht der Redner auf die Einzelheiten des Besuches Hindenburgs in Ostpreußen ein, wobei er fortgesetzt durch zwischenrufe der Linten unterbrochen wird. Deutschnationale Provokation. Abg. Hensel( Dnat.): Hindenburg ist teine politische Bersönlich feit und darum waren auch die Feiern, an denen er teilgenommen hat, feine politischen. Wir werden uns die Erinnerung an unser Heer und unsere Marine und an deren Führer nicht nehmen lassen. ( Beifall rechts. Zwischenrufe links, auf die der Redner nach links Wenn die Heimat unserem Heer nicht in den Rüden gefallen wäre. antwortet: Bei der Deutschen Volkspartei scheint seit der Rückkehr Stresemanns die Geneigtheit zur Teilnahme an der Regierung start zu wachſen. Mörderpartei oder nicht? Wie der Sozialdemokratische Parlamentsdienst erfährt, hat der deutsch nationale Parteiausschuß den Bruch mit dem deutschvöllischen Flügel der deutschnationalen Partei mit großer Mehrheit abgelehnt. Auch der besondere Antrag, den Abg. Wulle auszuschließen, fand keine Annahme. gung: Naive Berichtigung. Zu unserer Mitteilung über die Verhaftung des Ingenieurs v. Waßdorf sendet uns dessen Rechtsbeistand folgende BerichtiEs ist unwahr, daß Herr von Waßdorf unter dem Berdacht der Mittäterschaft an der Ermordung Rathenaus verhaftet ist. Es ist auch unwahr, daß Herr von Wahdorf Mitglied der Organi fation Roßbach ist. Die Organisation Roßbach ist seit Mitte Dezember 1921 cuf Grund einer Verordnung der Reichsregierung pom 24. November 1921 aufgelöst worden. Die Organisation Roßbach ist in der Tat aufgelöst nur haben nehmigt worden. Es waren zwischen Festungskommandant und Großer Lärm links. Die Abgeordneten fämtlicher sozialistischer wir sichere Nachricht darüber, daß fie unter verschiedenen Deckfirmen Polizeipräsident Vereinbarungen getroffen, die leider von den De- Parteien drängen mit erhobenen Fäusten auf den Redner ein. weiter besteht! Und daher ist die Behauptung, daß v. Wahmonstranten nicht gehalten wurden. Die Truppe wurde ange- Burufe wie: Lump, Schuft, Schurke, Mörder, unverschämter Rerl, dorf dieser Organisation nicht angehören fönne, da sie doch aufgelöst griffen und mußte sich verteidigen. Zeugenaussagen bestätigen, runter, Schluß, raus und andere werden gegen den Redner ge- sei, höchstens geeignet, auf ganz naive Gemüter irgendwelchen Eindaß diefer Ueberfall vorbereitet war. Die dienstliche Teilnahme der schleudert. Einige Abgeordnete trommeln unausgefeht mit den druck zu machen. Dementis. getragen habe. In Liebessachen war ftets für Abschaffung des Bri-| teten, zu tun haben. Was dies unglückliche Geschöpft begangen vateigentums. Immer feste druff! haben mag, läßt sich nur dunkel ahnen. Da es ein weibliches, anscheinend noch sehr junges Wesen ist, wird es sich nicht um Feigheit, sondern wohl um die uralte Weise von der falschen Liebe handeln, aus der ja auch noch so viel Herzeleid fließt. Jedenfails wurde ihr Bergehen grausam gerächt. Unsere Mitteilungen über das Treiben der Rechtsbolschewisten NB. Auch republikanischem Bolt muß findlicher Glaube an seine haben uns eine Reihe Berichtigungen ehrenwerter Zeitgenossen höchsten Güter erhalten bleiben. Ersuche daher Preußisches Finanzeingebracht, denen wir zu unserem Bedauern zu nahe getreten ministerium um schleunige Uebersendung von paar Millionen, damit waren. Wir halten es für unsere Pflicht, die wichtigsten Zuschriften ich mir Vorhänge vor mein Schlafzimmerfenster machen lassen fann. zu veröffentlichen, damit auch unsere Leser sich von der Unschuld der Herren überzeugen fönnen. So schreibt: Ehrhardt. Es ist nicht wahr, daß ich oder meine Brigabe in irgendeiner Beziehung zur Organisation C( Consul) stehen. Meine Brigade ift aufgelöst, seitdem die Brigade C existiert und mein Spigname„ KonMoorleichenfund. Bud. ful" schreibt sich mit" K". Woraus zu ersehen, daß ich nichts mit feinem schwarzen Schoß, der die Fäulnis verhindert, einzelne voll. fpielte? Das Moor gibt wohl ihren Körper, nicht aber ihr Ge der Geheimorganisation zu tun habe. Im übrigen wiederhole ich nochmals, daß ich durchaus auf dem Boden der Verfassung stand und stehe. Im März 1920 erfuhr ich telephonisch, daß die Regierung gefappt werden sollte und rückte sofort zu ihrem Schuhe in Berlin ein. Erst in einem Budapester Kino erfah ich aus der Meßter- Woche, daß ich eine falsche Regierung geschüßt hatte. NB. 3ft fein Posten in der Reichswehr für mich frei? Reinhold Wulle. Ich habe weder im„ Deutschen Wochenblatt" noch in der Facel" jemals gegen die Regierung gehegt. Meine Artikel waren stets Lobeshymnen. Sollten sie in den fertigen Nummern anders stehen, so ist das wahrscheinlich darauf zurückzuführen, daß bei der Herstellung eintge fommunistische Gezer beschäftigt waren. Ich selbst weiß davon nichts, da ich meine Zeitungen mit Rücksicht auf meine zarte Konstitution grundsäßlich nicht lese. Helfferich. Ich kenne den verhafteten p. p. Günther nicht, habe ihn weder gesehen, noch mit ihm forrespondiert. Und wenn ich ihn gesehen habe, dann nur flüchtig. Jedenfalls aber habe ich nur ganz kurz an ihn geschrieben, aber feinen Fahnenweihspruch. Der Fahnenweih spruch, den ich ihm geschrieben habe, war für die Kinderfahne seines dreimonatigen Neffen bestimmt. Und vor allem war ich schon immer verfassungstreu; sonst wäre ich nicht 1916 Staatskanzler i. B. geworden. hinab in jene Tage, und das Moor schweigt Ihr schön genähtes Oberkleid aus braunem Hirschfell wurde ihr vom Leibe geriffen und um ihre Füße geschnürt, ihr Untergewand aus mühsam gewebtem Flachs oder Hanf zerrissen und zu einem Strid gedreht, der ihr die Hände auf den Rücken zwang und zuBon jenen Menschen, die lange vor dem Eindringen der Römer gleich ihren Hals umbroffelte. So, schimpflich entkleidet und gein Deutschlands die norddeutsche Tiefebene bewohnten, ist faft teine feffelt, ward fie hinausgeführt aus der Reihe der Stammesgenoffen Runde geblieben. Steinbeile und Bronzegeräte nebst einigen Urnen in die wilde Einsamkeit des düstern Moors und hier im schwarzen Schlamm erftict. und Knochenresten sind die einzigen Zeugen ihres Daseins, nur das War es ein solches Drama, das sich hier vor Jahrtausenden abMoor bewahrt in seiner dunklen Tiefe ihr Geheimnis, bewahrt in ständige Körper jener Urmenschen, die uns wenigstens einige Züge und Vermutung reichen ihres Lebens erraten lassen. feine einsame Jetzt hat man im Kanhauser Moor, etwa 15 Rilometer Tiefe ist stumm. Niemand erzählt uns aus jenen Tagen, aber daß. westlich der Stadt Oldenburg, eine dieser merkwürdig erhaltenen wie wir, mit Liebe und Haß im Herzen, das verrät uns der stumme auch damals schon Menschen lebten mit denselben Leidenschaften Leichen gefunden, die neues Licht in jene dunkle Beit zu werfen Mund des armen fleinen gefesselten Mädchens, das eine neugierige Dermag. Ein Torfgräber stieß in etwa einem Meter tiefe auf einen Zeit aus ihrem Grabe hob. harten Gegenstand, grub vorsichtig nach und legte nach mühseliger Und ist unsere Zeit weniger grausam als jene? Man möchte Arbeit den selffamen Fund bloß. Es handelt sich um eine weibliche faft daran zweifeln. Augustinrichs. Leiche von sehr fleiner Gestalt, die Füße waren durch den ersten Spatenstich abgetrennt, der Kopf bereits halb zerfallen, im übrigen aber ist der Körper vollständig erhalten, wenigstens Knochen und Die Deutsche Lichtbild- Gesellschaft E. B. hatte einen InteressenHaut, denn die Fleischteile werden von der Moorfäure rasch auf- tenkreis in den Primus- Palast eingeladen. Durch einen Vortrag gelöst. Die Haut ist noch feft, von grauweißer Farbe, und das wurden zuerst ert- und Kulturfilme erläutert und MaHaar ist noch genau so blond wie bei einem Lebenden. terial herbeigeschafft, um den Beweis zu erbringen, daß man über Und nun das eigentlich Bedeutsame an dem Fund: der Körper den Rahmen industrieller Filme hinaus in den der Kulturfilme hinwar auf eine grausame Art gefesselt, die Füße in einem Fell zu eingewachsen sei. Erst wurden derartige Filme nur gedreht, später fammengeschnürt, die Hände kreuzweise auf dem Rüden mit einem preßte man fie in eine mehr theatermäßige Aufmachung und man Strick gebunden, der nach unten zwischen den Beinen hindurch nach gab oft dem Laien zu viel und unverständliches und dem Fachmann porn über den Leib hinaufgezogen und mit einem starten Knoten nicht genug. In scharfer Selbsttritit lernte man unabläffig, auch um den Hals befestigt war. ein Hirschfell, ist noch mit furzen braunroten Haar besetzt, ein anders. Das Fell um die Füße, anscheinend an den Fehlern, und jetzt wertet man Wert und Kulturfilm ganz Man gibt dem Lernenden leicht faßlichen Unterrichtsstoff, funstvoll gefäumtes Halsloch, aufgesteppte Bierstreifen und der feit dem Fachmann Anregungen und Prüfungsmaterial und dem Forliche Schluß laffen es als ein Dberfleib erscheinen. Der Strid be- scher der Nachwelt reichen Stoff zu Studienzwecken. Vor allen steht aus einem gelblichen, facartigen Gewebe, das mit Nähten zu Dingen wird die Bewegung in voller Naturwahrheit festgehalten, fammengefügt ist. An dem Ende unter dem Nacken verlief er in was die beste, die sauberste Zeichnung nicht vermag. einem verknüllten Ballen, der ausgebreitet ebenfalls ein Gewand- artig rollten Filmausschnitte, die in Bielgestaltigkeit bei vorzüglicher stück vermuten läßt. bildhafter Wirkung zeigten, was deutsche Technit an Wundern schuf. Die Aufnahmen für solche Filme find durchaus nicht leicht und es gehört ein bligartig schnelles Erfassen der Gesamtlage dazu, um sich und die nötigen Beleuchtungsförper immer auf den Boden der Tatfachen zu stellen. Es ist das hohe Lied der Arbeit, das aus den Filmen aus der Echwer, Leicht, Gebrauchs, Nahrungsmittel- und der Verkehrsindustrie erklingt. Dort wird die Achtung vor der Arbeit gelehrt, vor dem Kopf, der solche komplizierten Maschinen erfand, vor den Händen und Armen, die sie bedienen. Man sieht aber auch, wie überall Gefahren auf den Arbeitenden lauern und ebenso wie Feigheit vor dem Feinde mit Erstiden im Sumpf be- wieviel Geschicklichkeit und nie ermüdender Fleiß des Einzelnen oft straften. Und wenn man sich den Zustand dieser Moorleiche ver- dazu gehört, um, bei sich ewig gleichbleibender Arbeitsverrichtung, gegenwärtigt, fo spricht doch alles dafür, daß wir es hier mit einer Werte. zu schaffen. Diesen Filmen schließen sich solche von liebeGerichteten, und zwar auf eine besonders schimpfliche Art Gerich- voller Naturbeobachtung würdig an. Wilhelm der Aeltere zurzeit Doorn. Welches Jahrtausende alte Geheimnis verbirgt sich hier? Mög. Ich protestiere gegen den Vorschlag des ,, Borwärts", die Stand. lich, daß eine Tote bestattet wurde, der man den Gewandrest als bilder der Siegesallee mir auf meine Kosten nach Doorn zu schicken. Polster unter den Kopf leate; das Fesseln der Toten fam noch in unseren Tagen bei wilden Bölkern vor, um den Abgeschiedenen das Denn ich bin stets überzeugter Republikaner gewesen und möchte Wiederkehren als Gespenst oder böser Geist unmöglich zu machen. meine Gesinnungsgenossen von der Demokratischen und Zentrums- Aber brachte man bei einer gewöhnlichen Bestattung einen Toten fraktion der Berliner Stadtverordnetenversammlung nicht fränten. so weit in die Wildnis hinaus? Und versenfie man ihn so völlig Sie haben für die Erhaltung der Kaiserbilder in den Berliner Schulen einfam im Sumpf ohne besondere Ursache? gestimmt und sollen zum Lohn dafür auch die Siegesallee behalten. Schon Tacitus berichtet, daß die Germanen eheliche Untreue Wilhelm der Jüngere zurzeit Wieringen. Konstatiere, daß ich mein ganzes Leben lang wie fein Zweiter durch Rede und Tat zur Unmöglichmachung der Monarchie beiPanoramae. b. Nr. 316 39. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Die preußischen Schuhgesehe. Im Landtag führte gestern Abg. Grzesinsti( S03.) aus: Wir haben bisher trotz aller Be schimpfungen und Berleumdungen an den Grundrechten festgehalten und weitgehende Toleranz geübt. Der Erfolg war die Ent stehung von Mörderbanden, die von politischen Parteien finanziert werden. Jeden Versuch, die Monarchie wieder aufzurichten, wird die Arbeiterschaft im Reime erstiden. Wenn die politischen Machtfattoren im Reich und in den Ländern des Gebot der Stunde nicht erfennen, dann muß eben sofort das Volt befragt werden. Mit halben Maßregeln ist nichts getan. Sie sind schlimmer als gar feine Das Schußschwert der Republit muß haarscharf gefchliffen werden!( Lebhafter Beifall lints.) Der Redner bittet zum Schluß, die Beschlüsse des Verfassungsausschusses zu bestätigen und die neuen Geseze rücksichtslos durchzuführen. Abg. Weißermel( Dnat. Bp.), yen der äußersten Linten fort. feinen Kollegen Henning im Reichstag? In drei Fällen hat dieser Herr Angehörige von Mordorganisationen unterstüßt.( Stürmifches hört, hört! links.) Ein gewiffer Hörnlein aus Osnabrüd, der dringend der Wittäterschaft am Morde Erzbergers verdächtigt ist, ist mit Hilfe der deutschnationaten Partei organisation flüchtig geworden. Die verhafteten Führer der Deutschnationalen haben die Begünstigung zugestanden. Sie haben weiter gestanden, daß der deutschnationale Reichstagsabg. Henning das Geld zur Flucht verschafft hat.( Stürmisches Hört, hört! links.) Haben Sie noch das Gefühl der Unschuld, wenn ich 4. an die unzähligen Zeitungsartikel erinnere, die zum Mord aufreizten? Wenn die Mittelparteien das, was sie beim Tode Rathenaus geschworen haben, nicht bald in die Tat umfeßen, dann werden fie wahrscheinlich bald wieder am Sarge eines Ermordeten stehen. Die Sihung fliegt auf. gefeht durch Zurufe unterbrochen, erklärt, daß seine politischen Freunde mit der Mordorganisation nichts zu tun haben und daß der Borwärts"-Enthüller Claus seinem Kollegen Herrmann- FredersSorff ebensowenig bekannt sei mie dem General v. Gallwiz. Die Massendemonstrationen feien außerordentlich gefährlich und in ihren Folgen für die Boltsernährung unabsehbar.( Drohung mit Lieferstreit?! Red.) Ein geordnetes Staatswesen kann die Kommandierung der Boltsmassen auf die Straße entbehren. Die Vorschläge des Verfassungsausschusses sind nicht Gleichheit und Brüderlichkeit, sondern Terror gegen Andersdenke; wir lehnen fie ab. Abg. Dr. Leidig( D. Vp.): Gesetzgeberische Aktionen, die aus tiefer Erregung entstehen, sind ungemein gefährlich. Wir warnen Davor, über das hinauszugehen, was ruhige Staatskunft gebietet. Das Reich muß sich gegen alle Anschläge auf seine Verfassung und ihre Einrichtungen wehren. Wir wollen die geforderte Gnade für politische Verbrechen nicht verfagen, lehnen aber die Begnadigung der Eisenbahner ab. Was die Disziplinargefeße vorschreiben, wifchen Deutschnationalen und Unabhängigen fommt geht sehr weit, wir werden aber dafür stimmen, machen jedoch noch in letzter Stunde auf das Bedenkliche dieser Borschriften aufmerksam. Der Redner wünscht eine etwas andere Zusammensetzung des Disziplinar- Senats und eine Verabschiedung erst in der nächsten Woche. Hier sei das Preußen in Deutschland voran!" am wenigsten angebracht. Freitag, 7. Juli 1922 Groß- Berliner Parteinachrichten. Bezirksvorstand. Sonnabend, den 8. Juli, findet teine Bezirksvorstandssitung statt. Bezirksjefretariat. Lantwiz. Freitag, den 7. Juli, 8 Uhr, im Gaal von Lehmann, Raifer Wilhelm Straße, große öffentliche Bersammlung der drei sozialisti schen Parteien. Thema: Wer schügt die Republit?" Ref. Reichstagsabgeordneter Giebel. Karlshorst. Freitag, ben 7. Juli, 71 Uhr, auf dem Schulhof, Trescow. Afee 70, große öffentliche Bersammlung der drei sozialistischen Bar. teien. Thema: Die Forderungen des arbeitenden Volkes zum Schug ber Republik und gegen die Neattion". Ref. Staatssekretär Heinrich Schulz. Kreis. Prenzlauer Berg. Der am 25. Juni verschobene Ausflug nach Buch findet nunmehr am Sonntag, den 9. Juli, statt. Sammelplag Arnimplaz, Stolpischestr., 9 Uhr früh. Alles andere wird bekanntgegeben. Heute, Freitag, den 7. Juli: 3. Abt. 7 Uhr wichtige Gigung der Bezirksführer, Betriebsvertrauensleute und Elternbeiräte im Lotal Krüger, Engelufer 23. 5. bt. 7% Uhr Bezirksführersizung bei Engel, Bartelstr. 7. 7. Abt. 7 Uhr Funktionärsigung bei Bärwalde, Schlegelstr. 8. 77. Abt. Schöneberg. 7½ Uhr Funktionärsigung in der Comeniusschule, Fran83. Abt. Lichterfelbe. 7½ Uhr Funktionärkonferens bei Gattenhauer, Kranold93. b. Reutöfn. 7 Uhr Funktionärversammlung im Lokal Amelungsen, fenstraße 10. play. Schwarzaftr. 1. Erscheinen der Gruppen und Bezirksführer, Rassierer, Beitungstommiffionsmitglieder und der Delegierten zur Kreisvertreterversammlung Pflicht. Straße 17. Morgen, Sonnabend, den 8. Juli: beiräte im Werneuchener Schloß, Werneuchener Straße 1. 56. Abt. 7½ Uhr Funktionärversammlung bei Liersch, Kantstr. 64. 25. Abt. 7 Uhr Sigung der Bezirksführer, Betriebsvertrauensleute und ElternBu einer persönlichen Bemerkung wird das Wort dem Abg. Herrmann- Fredersdorf( Dnat.) gegeben. Als er die Rednertribüne betritt, erhebt sich auf der linken Seite ein ungeheurer Sturm, offenbar wegen einer ver einigen Tagen erschienenen Beitungsnotiz, wonach auch Herrmann Angehörige der Mordorganisationen mit Geldmitteln unterstützt hat. Abgeordnete der Linten eilen auf die Rednertribüne, während ihm 114. b. Sichtenberg. 7½ Uhr Funktionärsizung bei Schwarzer, Gabriel- Maz. auf der anderen Seite Freunde des Redners unter Führung des Abg. Rippel zu Hilfe eilen. Während der Präsident vergebens verIn diesem Lärm versucht Abg. Herrmann eine Erklärung zu versucht, Ruhe zu schaffen, ertönen von links andauernde Schlußrufe. lefen, die sich anscheinend auf die erwähnte Zeitungsnotiz bezieht. Schließlich ergreift ein sozialistischer Abgeordneter ein auf dem Tisch des Hauses liegendes Attenstück und wirft es dem Redner an den Kopf. Der Tumult steigert sich ins Unbeschreibliche. mehr für den Abg. Herrmann, als seine Erklärung dem Präsidenten Handgemenge. Schließlich gibt. es teinen anderen Ausweg zu übergeben. Dieser macht den Bersuch, sie zu verlesen, wird aber durch die Kommunisten daran gehindert, die ihm die Erklärung aus der Hand reißen und zerfetzen. Alle weiteren Bemühungen des Präsidenten, Ruhe zu schaffen, find vergebens. Um% 26 Uhr verläßt Abg. Dr. Preuß( Dem.): Die republikanische Sache ist jetzt eins er das Präsidium, während sich unten im Saale der Abg. Jörgen mit der Sache des Vaterlandes. Die bestehende Staatsform muß fen( USP) mit Deutschnationalen herumprügelt. Nach fünf Migeschützt werden. Wir lehnen daher jede Alenderung dieses Ausnuten, als sich der Lärm ein menig gelegt hat, erscheint Präsident drucks in den Gefeßen ab. Die Republik muß sich selbst schüßen: Ceinert wieder und erklärt, daß die Vorgänge den Aeltestenrat bedaher dieser Gefeßefompler. Die Amnestie ist erforderlich, weil schäftigen werden. Nächste Sigung Freitag 11 Uhr. wegen des Kapp- Putsches niemandem ein Haar gekrümmt worden ist und der Unmut des Boltes darüber nur zu berechtigt erfcheint. Auf alle Eisenbahner tonnen wir allerdings die Amnestie nicht ausdehnen. Der Begriff der Grundrechte" darf nicht aus rein doftrinären Erwägungen soweit ausgedehnt werden, daß er der demokratischen Regierung eines demokratischen Staates das Regieren unmöglich macht. Darum ist auch die vorgeschlagene Aenderung des Disziplinarrechts tein Verstoß gegen die Reichsverfassung. Beamte der Republit dürfen diese nicht angreifen und nicht gegen sie agitieren. Bon Ausnahmegesehen fann man nicht reden, eher mag man von einem - Notgefeh sprechen, das die dreijährige Lammsgeduld des Boltes jetzt grforderlich gemacht hat. Abg. Neumann( Bentr.) erklärt die Zustimmung seiner Freunde zu dem Gesetz, wünscht aber, deß gegen Beamte nur vorgegangen werden soll, wenn sie aufreizend und gehässig" gegen die Republik porgehen, anstatt, agitatorisch und demonstrativ", wie die Borlage fagt. Das Strafmaß muß dahin geändert werden, daß in schweren Fällen auf Dienstentlassung ertannt werden kann. Abg. Leid( U. Soz.) findet es besonders charakteristisch, daß man in den Abänderungsanträgen immer wieder auf die veralteten Beamtengefeße zurückgreift. Stets hat sich die Beamtenfchaft bewußt in Gegenfah zum Bolfswillen gefeht, und dieser Bureaufratengeist hat sich bis auf den heutigen Tag erhalten. Aus ihm heraus mächst die Sabotage gegen die Republik und ihre Einrichtungen. Notwendig wäre, daß man zunächst einmal unter den monarchistischen Miniffern aufräumt, und auch die Provinzialschulkollegien find reif für eine gründliche Säuberung von den schlimmen Dunkelmännern, die nicht einen einzigen sozialistischen oder republitanischen Behrer berufen. Abg. Dahlem( Komm.) fordert eine Regierungserklärung, ob sich das Gefeh auch gegen lints richten soll. Auf Demotraten und Zentrum sei fein Berlaß, sie seien nur aus Zweckmäßigteitsgründen Republikaner. Abg. Bieffer( Deutsch- Hannov.) lehnt dieses Gesetz als Aus nahmegefeh" ab; die ordentlichen Gesetze follten fo abgeändert wer den, daß sie allen Bedürfnissen Rechnung tragen. Wirtschaft Valuta und Warenpreise. Am 24. Juni feite im Zusammenhang mit dem Anschlag gegen die Republik der neuerliche Sturz der Mark ein, der sich inzwischen unaufhaltsam fortgesetzt und schließlich dazu geführt hat, daß der Dollar im Freiverkehr der gestrigen Börse bereits mit 460 m. ge= handelt wurde. Seit jenem Tage datiert auch die Hauffe, die auf den Warenmärkten eingesetzt hat und die insbesondere die Großhhandelspreise der Lebensmittel scharf in die Höhe trieb. Nach den amtlichen Netierungen der Berliner Produktenbörse gestaltete sich die Preisbewegung für einige wichtige Lebens, und Futtermittel folgendermaßen: je 50 kg Weizen, märkischer Roggen, märkischer Sommergerste Mais ab Hamburg je 100 kg Weizenmehl Roggenmehl 23. 6. 840-845 5. 7. 1025-1050 602-606 790-818 720-750 910-925 592-596 770-775 2075-2200 2750-2900 1520-1560 2000-2150 Much am gestrigen Martt herrschte fefte Tendenz. Es ist demnach anzunehmen, daß die Preise weiter steigen, wenn nicht ein baldiger Stillstand der Devisenkurse eintritt. Daß man in Interessententreifen ähnlich urteilt, dafür spricht auch die Tatsache, daß die Süddeutsche Mühlenvereinigung ihren Preis für Weizenmehl Spezial 0 bereits auf 3300 t. festgefegt, ihn also gegenüber der letzten Notierung vom 1. Juli um volle 600 M. heraufgesetzt hat. Die Preise für Brotgetreide und Mehl haben sich binnen zwei Bochen um ein Biertel und mehr erhöht. Diefe Preissteigerungen machten sich auch über kurz oder lang im Kleinhandel' be= merkbar, wenn auch wenigstens der Brotpreis durch die Beibehaltung der Getreideumlage für einige Zeit noch feftliegt. Der MehrPreis, den Händler und Agrarier für alte Bestände erzielen, das ist die Steuer, die die breiten massen für die putschistischen Manöver von Mordbuben zu zahlen haben. 31. stration aufgeschoben werden mußte, findet nun am 9. Juli statt. Abmarsch 9 Uhr früh Arnimplos, Stolnischestraße. Mitzubringen ist Raffee, Kaffee. geschirr und pro Familie 1 Brejtohle. Alles übrige wie bekanntgegeben. Die Genofsinnen und Genoffen der Nachbarabteilungen sind dazu eingeladen. bt. Der Familienausflug nach Buch, der am 25. Junt wegen der DemonSport. Rennen zu Grunewald am Donnerstag, den 6. Julf. 1. Rennen. 1. Einnig( Mefa), 2. Malachit( Borowski), 3. Pan 1. Leibfuchs( Thalede), 2. Meister( 3. Mate), 3. Pad Demon( Buhl). Tot.: 33:10. Drei liefen. 2. Rennen. ( B. Streit). Tot.: 92:10, L: 19, 13, 29:10. Ferner liefen: Lieberich, Element, Ladl, Hererei. 3. Rennen. 1. Corona( H. Teichmann), 2. Algebra( Edler), 3. Bendito( v. Bottlenberg). Tot.: 119: 10, PL.: 27, 23, 35:10. Ferner liefen: Talljest, Fontasee, gef., Prise, Noriela. 4. Rennent. 1. Glastirsche( Stutulics), 2. Wilde Nole( B. Schneider). 3. Gebalind( Kränzlein). Tot.: 37:10, BL: 19, 21:10. Ferner lief: Halm, ausgebr. 5. Rennen. 1. Glatteis( Bismark), 2. Ntappelfopf( Theilen), 3. Trompeter II( Burft). Tot.: 35: 10, Bl.: 16, 24, 18:10. Ferner liefen: Maral, Donner, Cymbal, Sage. 6. Rennen. 1. Herzog( Bismart), 2. Cid( D. Bår), 3. Sankt Martin ( M. Müller). Zot.: 18: 10. Drei hejen. 7. 9t enne 11. 1. Medusa( Einfinger), 2. Sonnenrose( Bismark). Zot.: 19:10. Zwei liefen. Arbeitersport. Regatta bes Freien Ruberbundes am Sonntag, 2. Juli. Cingelrefultate: 1. Doppelzweier ohne Steuermann. 1. R.- 3. Collegia Quast, Brünnel, in 9 Min. 4 Set., 2. Bichelsb. Rudergef. Bierer für Junioren. 1. Bortennen: 1. Borwärts I, Boot. 2. Borrennen: 1. Collegia. Hauptrennen: 1. Borwärts, Ehramm, Befie. Benz, Sohlfeld, St. Zad, in 8,26. 2. Waffersportvereinigung Caffel, 4 Gefunden zurütd. Doppelvierer für Junioren: 1. R..B. Freiheit, Höra, Cenegel, Roste, Walter Lehsann, St. Bartste, 8,13. 2. Ruderriege Fichte, 7. Get. zurild. Vierer für Anfänger: 1. Borrennen: 1. Borwärts. 2. Boyrennen: 1. Freiheit. Hauptrennnen. 1. H.-B. Freiheit, Reste, Darveger, Leh niger, Hagen, Steinide, in 8,40. 2. 9.-B. Freiheit, 2. Boot, 2 Set. zurüd. 8. R.-B. Vorwärts, 3 Get. zurüd. Vierer für Senioren: 1. R.-B. Collegia, Wolf, Bierhals, Gorn, Britnnel, St. Riller, 8,16. 2. Sawa", Hannover, 8 Gef. zurild. Doppelvierer für Senioren: 1. Bag. Ruderfreunde, Mitat, Riemer, Rrilger, Mener, St. Müller, in 8,8. 2. Collegia. Leichter Bierer: 1. R.-B. Borwärts, Rähn, Echönthal, Kriegel, Meißner, St. Balm, in 8,37. 2. R.-B. Freiheit, Buckert, Beller, M. Burkert, Genegel, St. Rathmann, eine halbe Länge zurüd. Doppelzweier für Junioren: 1. R.-B. Freiheit, Steinbed, Brandt, St. Bariste, in 9,39. 2. Vorwäris, 4 Get. zurüd. Ciner für Senio ren: 1. Bichelsb. Ruberges., August Meafch, in 10,24. 2. R.-B. Borwärts. Achter für Junioren: 1. Waffersport- Bereinigung Caffel, Lauterbach, Callet, laus, in 7,52 2. M.-B. Borwärts, 8 Get. zurück. Doppelzweier Serbst, Weinhardt, Dippel, W. Dippel, Lindemann, Treber, St. Albert Nito: über 85 Jahr 1. Bereinigung Ruderfreunde, Gdnigge, Fischer, Road, Riemer, St. R. Miller, 8,51. 2.... Freiheit, 2 Längen surid. Junge, Lehmann, Richter, Reister, St. Alfr. Wolff, 7,52. 2. N.-B." Sawa", Sannover. Achter für Senio ren: 1. R.-B. Borwärts, Kurt Scharfschwerdt, Schönthal, Kriegel, Meißner, Wetter bis Sonnabend mittag. Barm und schwül, überwiegend bewölft, an vielen Orten Gewitterregen, später etwas Abkühlung. Ruchlose Taten feiger Meuchelmörder haben die gesamte werftätige Bevölkerung aufgepeitscht. Die Empörung hat sich bei den letzten Demonstrationen sehr deutlich gezeigt. Damit allein ist jedoch ber Kampf gegen die organisierten Verschwörer nicht zu führen. Hierzu bedarf es vielmehr einer ebenfalls gefestigten Abg. Deerberg( Dnat. Bp.) erklärt, daß seine Bartei an dem Abg. Deerberg( Dnat. Bp.) erklärt, daß feine Bartei an dem Morde von Rathenau weder direkt noch indirekt beteiligt ist.( Großer Lärm links.) Das Ausnahmegesetz werde das Entgegengesetzte von dem Erstrebten erreichen. Den Beamten dürfe das Recht der politischen Ueberzeugung nicht genommen werden. Diese Angst gefeßgebung( Lärm lints) entspreche nicht dem Geifte Rathenaus ( Lärm, Schlußrufe, fortgesettes Läuten, des Präsidenten. Der Redner beendet feine Rede unter ungeheurem Lärm, der feine Ausführungen berichten: Am Donnerstag machte die auffe am Berliner und starken leber den weiteren Berlauf der gestrigen Börse ist noch zu unverständlich macht, und verläßt dann die Rednertribüne. Ruf Devisenmarkt weitere Fortschritte. Es beteiligte sich nunmehr lints: Die ganze Gesellschaft müßte rausgejagt werden! auch das Publikum an der Balutenhamsterei. Die Situation gestaltete sich am inländischen Geld- und Devisenmarkt, insofern kritisch, als die Notenpresse durch den Buchdruckerstreit stillgelegt und die Knappheit an inländischen Zahlungsmitteln sich noch verschärft hat. Die Devisen schlossen zu den höchsten Tagestursen Der Dollar, zwischen 430 und 453, erreichte zuletzt den Kurs von 460. Minister des Innern Severing: Wenn wir uns nur gegen Unbefonnenheiten einiger junger Leute zu wenden brauchten, bann fönnten wir es uns eriparen, die sich geradezu um Morbbanden( hört, hört! links) und um falche ganze Gesetzgebungsmaschinerie in Bewegung zu fegen. Es handelt rechtsgerichteten Streife, die diese Mörder gebungen haben. ( hört, hört! links.) Ich kann Ihnen schon sagen, daß die beiden Mordbuben, die, das Attentat auf Harden ausgeführt haben, fchon einen Teil des Mordfoldes erhalten haben.( Stürmisches Hört, hört! lints.) Wenn so im ganzen Lande Mordorganisationen bestehen mit dem Auftrag, die hervorragendsten Führer unserer Wirtschaft und unsere beften Staatsmänner zu befeitigen, dann haben mir die Pflicht, ihnen das Handwerk zu legen. ( Sehr richtig! lints.) Benn mir uns nicht in den nächsten Tagen zu einem entstoffenen Widerstand gegen diese Mordbuben aufraffen, dann hun wir den ersten Schritt zum Selbstmord( Sehr richtig!) Angst haben wir nicht! Solange wir an dieser Stelle stehen, haben wir aber die Pflicht, den Boltsvertretern zu sagen, was zu tun notwendig ist.( Stürmischer Beifall links.) Abg. Meyer- Ostpreußen( Komm.) erklärt, daß alle Beruhigungsmittel nichts nutzen werden, nur die gesamte Arbeiterschaft tönne wirlsam durchgreifen. Abg. Huffner( Soz.): Fettpreise. Die Valutaverschlechterung hat am Fettmarkt ganz außerordentliche Preissteigerungen hervorgerufen. Im Großhandel erhöhten sich allein in der Zeit vom 1. bis 5. Juli nach dem Bericht der Gebr. Gause: Amerikanisches Schmalz( Choice Western Steam) von 59 auf 67 m. je Pfund, in gleichem Berhältnis auch die besseren Sorten. Amerikanischer Sped, ber noch am 1. d. M. mit 57-60 m. je Pfund bezahlt worden mar, ftieg auf 67-70 mt. Die Marga= rinepreise sind gleichfalls im Steigen, man rechnet auf neue Erhöhungen der Fabrikanten. Selbstverständlich folgte auch die Butter der allgemeinen Preisbewegung, fie stieg je Pfund erster Qualität in der gleichen Zeit von 73 auf 83 m. Bor einer neuen Papierverteuerung. Nach der F.- 3." setzte der Breisausschuß der Deutschen Handels- Holzstoff- Industrie für normalen Handelsholzstoff( afferschliff) für den Juli auf 940 m. die 100 Kilogr., lufttroden gedacht, qb Schleiferstation fest, nachdem im Mai und Juni die Richtpreise auf 820 m. lauteten. Aba. Deerbera hätte tie große Moralprebint, die er beim Suffix. Da die Holzstoffpreise von maßgebendem Einfluß auf die Papier. Aba. Deerberg hätte tie große Moralpredigt, die er beim Juftig preise sind, dürfte also auch mit einer neuen Berteuerung des clat hielt. Hieber en feine eigenen Leute richten foten.( Beifall links.) Seine politifage Dickfelligkeit steht in auffälligem Gegenfah 3eitungsbrudpapiers zu rechnen sein, wodurch die ohnehin zu feiner damaligen Gefibisfeligfeit. Herr Deerberg fprad) fchwierige Lage des Zeitungsgewerbes von einer neuen Verschärfung immer von Unschuld. Bezieht sich das Gefühl der Unschulb auch auf bedroht ist. Organisation. Durch Sympathieerklärungen allein wird auch diese zu ihren Kämpfen nicht gestärkt. Man muß sich ihr anschließen und dadurch mittämpfer werden. Wer das will, wer die Republif verteidigen und die Mörderbanden bekämpfen helfen will, der schicke die nachfolgende Beitrittserklärung. deutlich ausgefüllt, an Alex Bagels, Berlin S. 68, Lindenstr. 3,( Postscheckkonto: Berlin Nr. 48 743.) Beitrittserklärung. Hiermit erkläre ich meinen Beitritt zur Sozialdemokr. Partei Deutschlands Bezirk Berlin. Vor- u. Zuname: geboren: Beruf: Wohnung: Geburtsort: Das Eintrittsgeld benägt 2.00 wt., der wüchentliche Beis trag für Männer 2.00 Mt., für Frauen 1.00 Mt. Rücksichtslos Elchenberg herabgesetzt haben wir für Diele millionen Mark Daren! 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Unkosten Steuern Reingewinn 2 085 020 534 48 1314 422 084 61 3 339 442 619 09 459 877 581,57 25 612 010 30 38 087 900 65 868 723 483 20 295 350 482,87 3 319 102 590 42 1. innerhalb 7 Tagen fällig M3 820 433 223,95 2. darüber hinaus bis zu 3 Monaten fällig 3. nach 3 Monaten fällig 0 66 " b) noch nicht eingelöste Schecks Außerdem: Aval- und Bürgschaftsverpflichtungen Dividenden- Rückstände 269 530 783 64 Reingewinn 36 482 034 27 3410 452 93 $ 3 071 581 84 6 407 017 78 1949 000 4 458 01778 10376 188588 24 Gewinn- und Verlust- Rechnung . 999 696 978,51 Passiva. 350 000 000 280 789 63910 41 440 000 3 626 559 58 Kaufe Gebisse auch zerbrochene, zahle f. Zahn 40-800 Knopfzähne weniger. Platin-, GoldSilberBruch höchste Tagespreise Herrmann Wilhelmstr. 39 nahe Leipziger Straße. Zinn Am 5. Juli verschied nach langem Leiden unser Bater, der Geschäftsführer Eugen Simanowski Beilegung am Montag den 10.0 M., nachm.3 Uhr, auf dem Zentral friedhof in Friedrichsfelde. 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Juni 1922 gefchloffen worden. Entsprechend dem Antrage des Vorstandes der Landtrantentaffe Friedenau find gemäß§ 300 der Reichsversiche rungsordnung die versicherungspflichtigen Mitglieder der geschlossenen Landfrantentaffe unferer Ortstrantentasse überwiesen worden. Die versicherungspflichtigen Mitglieder haben das Recht auf Mitgliedschaft bei unserer Rasse. Die übergehenden Mitglieder segen Dabei ihr Versicherungsverhältnis 1.nmittelbar fort. Die versicherungsberech tigten Mitglieder haben gleichfalls das Recht auf Mitgliedschaft bei unserer Raffe. Der Vorstand der gefchloffenen Land. trantentasse widelt die Geschäfte der Raffe ab. Bis die Geschäfte abgewickelt find, gilt die Kaffe als fortbestehend, foweit es der Zweck der Abwideiung cr fordert. Die Geschäftsräume der bisherigen Landfrankenkasse Berlin- Friederau, Kaifer- Allee 67, bleiben vorerst als weig ftelle unferer Raffe bestehen, woselbst die Geschäfte der bisher beteiligten Arbeit geber und Mitglieder weitergeführt werden. Die Vereinigung dieser Zweig. stelle mit der Geschäftsstelle unserer Raffe in Friedenau, Rheinftr. 9, ist in Corbe reitung: Bekanntmachung über den Zeitpunkt der Beseinigung wird noch erDer Vorstand. Sermann Sola. ftellvertr. Borgenbee Gris 613, Schriftführe Heinrich Trapp, Beuthstr. 10 folgen. ( Laden nahe Spittelmarkt) Theater, Lichtspiele usw. 20000000 Staatstheat. Volksbühne ( Schauspielhaus) Operetten- Gastsp. Theater a. Bülowpl. 7½ Uir: Tagl. 7% Uhr: Robert und Bertram Die beiden Lessing- Th. Nachtigallen Sommerspleizeit. Allabendl. 8 Uhr: KAMMERSPIELE des Deutschen Theaters Gastspiel Hugo Thimig vom Wiener Burgtheater Täglich 8 Uhr: Deutsch. Theat. der Schildpatthamm Der Raub der Sabinerinnen 7: Potasch und Perimutter Sbd. 7: Potasch u. Perlmutter Deut. Künstler- Th. Sommerspielzeit Aliabend. 8: Kammerspiele Die erste Kach!" 8: Der Raub der Sabinerinnen Gastspiel Hugo Thimig von Wiener Burgtheater Sbd. 8: Der Raub d. Sabinerinnen Gastspiel Hago Thimig tem Wiener Bargiheater. 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Jetzt bedarf es noch der ergänzenden Anordnung des Magistrats, die insbesondere in der Festsetzung der gesetzlichen Miet- zuschlage zu bestehen hat. Das Hauptmistamt als ausführendes Orgo' des Magistrots befindet sich leider noch in den ersten An- fang n der vorbereitenden Arbeit: erst ganz kürzlich hat es die Wohnungsämter der Bezirke aufgefordert, eine Reihe viyt Typenhäusern auszuwählen, nach denen auf Grund der Preußischen Der- ordnung die übliche Steigerung der Hypotbekenzinsen seit 1914 und die gegenwärtige Höhe der Betriebskosten in einem Durchschnittssatz} zu ermitteln ist. vier Zuschläge zur Hrunömiete. Die geschliche Miete ist die Summe der Grundmiele, der hypo- lhekensteigernng, der Abgaben(Vetriebskosteu) und der Kosten für wu'cnde und große Znstondhallung. Wir haben also mit vier Zu- schlägeu zur Grundmiete zu rechnen. Dabei muß man sich klar machen, wie sich die Grundmiete errechnet und nach welchen Grund- sätzen die Zuschläge berechnet werden, die aus der Grundmiete auf- bauen. Nack der Preußitcken Verordnung ist der MIndestabscklog vou| der Friedensmiete 20 Proz. Diese 20 Proz. stellen ein Pauschale dar für den Teil der Friedensmiete, der die Lasten des Grundstücks i abgelten sollte. Was übrig bleibt, soll die G r u n d stü ck s r e n t e der Vorkriegszeit sein, d. h. die damalige Verzinsung des eigenen und fremden Kapitals am Hause, und das Festhalten an dieser Rente bedeutet gerade vom Standpunkt der Mieterschaft den zwangswirtschastllchen Erfolg des Rdchsmieleugeseh?». Deshalb ist es von besonderer Bedeutung, den Abschlag von der Friedensmiete so ricktig festzusetzen, daß sick die Rente richtig herausschält. Die Möglichkeit dazu gibt der Minister dadurch, daß er den Abschlag von 20 Proz. lediglich als„Regelabzug' bezeichnet und den Ma- gistrat ermächtigt, für besondere„ortsübliche Nebenleistungen' des< Vermieters einen besonderen Abschlag von der Friedensmiete zu I bestimmen. Da man in Berlin mit einem Durchlchnittssatz von 30 Proz. der Vorkrieasmiete für Betriebs- und Reparoturkosten, rechnete, wird der Magistrat zum Zwecke eines besonderen Abschlags in Höhe von 10 Proz. einen Teil der Betriebskosten getrennt ab- rechnen. Die Ermittelung öer Hrunömiete. So kann bestimmt werden, daß zur Ermittlung der Grundmiete einmal die genannten 20 Droz. von der Friedens- miete abgezogen werden, serner aber noch 10 Proz. für Beleuchtung, Feuerversicherung. Haitpflichtversicherung, Hausrcinigung und Der- wallung. Für die Z i n s st e i g e r u n g der Hypotheken kommt ein Zuschlag von etwa 6 Proz. der Friedensmicte, d. i. 9 Proz. der Grundmiete, in Frage. Wie nun weiter gerechnet wird, hängt davon ab, ob sich der Magistrat dafür entscheidet, die Hauslasten mehr in ihrer tatsächlichen Höhe auf die einzelne Hausmieterschaft umlegen zu lasten, anstatt ganz allgemein prozentuale Pauschsätze festzusetzen. Die Umlage der kosten, wie sie im eimelneu hause tatsächlich entstehen, verdient den Vorzug. Auf diese Weise wird keine der Miet- Parteien benachteiligt, und jeder Hausgenoste deckt anteilig die wirk- lichen Abgaben seines Hauses. Soweit die Betriebskosten keine öffentlich-rechtlichen Leistungen sind, hat der Magistrat die Umlage auf einen bestimmten Prozentsatz nach oben zu begrenzen, damit nicht der Vermieter beliebig bohe Ausgaben macht. Das trifft auch für die Beiträge zur Feuerversicherung zu. die Höchstgrenze für sie soll der Prämiensatz der öffentlich-rechtlichen Dersicherungsgesellschaften sein. Di« verwalwngskoste« sind von der Umlage ausocschlosteu. Für sie muh ein allgemeiner Prozent- satz festgesetzt werden. Er soll nach der Preußischen Verordnung„ein billiges Entgelt' für die für das Haus aufgewandte Tätigkeit dar- stellen. In Frage kommen etwa 20 Proz. der Friedensmiete, d. t. SO Proz. der Grundmiete. Die Koste« öer laufende« Instandhaltung. Das System der Umlag« kann der Magistrat zum Teil auch bei den Kosten der laufenden Instandhaltung anwenden. Er kann nämlich bestimmen, daß solche Arbeiten, die mehr der De- koration dienen, nicht prozentual abgegolten, sondern von iedem Mieter nur soweit getragen werden, ass die Arbeiten in seiner eige- nen Wohnung stattfinden. Die Preußische Verordnung nennt das Tapezieren und Anstreichen oder Kalken der Wände und Decken, das Streichen der Fußböden und der Fenster und das Anstreichen der Türen. Je mehr Arbeiten dieser Art für die Umlage bestimmt wer- den, um so niedriger muß natürlich der allgemeine Prozentsatz für die Kosten der laufenden Reparaturen ausfallen. Soweit keine prozentuale Abgeltung stattfindet, kenn der Mieter die Handwerker für die Vornahme der Arbeiten bestimmen und bei genügender De- fähiguna diese Arbeiten selber r!!isfü??ren. Bestreitet er die Not- wendigkeit einer solchen Dekoration� so entscheidet eine von der Ge- meindebebörde einzusetzende paritätische Schlicktungsslolle. Auch hier ist zu wünschen, daß der Magistrat bei entsprechender Niedriger- ha'tung des olloemeinen Zuschlags die Kosten der oennnnten mehr dekorativen Arbeiten im Wege der Umlage abgclten läßt: damit wird außer der Ungcnauigkeit jeder Pauschalrecknuna der Streit der Hausgenossen darüber herabgemindert, welche Wohnungsrevaratur als vordringlich zu bezeichnen und vor den von anderen Mietem gewünschten Reparaturen auszuführen ist. Große Reparaturen. Was die großen Reparaturen betrifft, so ist dringend zu wünschen, daß der Magistrat zur Bildung eines Lasgleichsfonds für bedürftige Häuser schreitet. Zu diesem Zweck ist ein Zuschlag zur WoKn»-v-sbauabgabe. d i der sogenannten Mietsteuer, festzusetzen. Di-se Mietsteuer, die für die Zeit vom 1. Oktober 1921 bis zum 1. April 1922 in Höhe von 10 Proz. der Friedensmiete bereits er- hoben ist, beträgt seitdem SO Proz. Die Mieter werden also mit einem Zuschlag auf diese SO Proz. zu rechnen haben. Während die SO Proz. für die Finanzierung der Neubauten bestimmt sind, wird der neue Zuschlag der baulichen Erhaltung der alten Häuser dienen. Dringend zu wünschen ist, daß der Magistrat das Gelamtaufkommen aus diesem Zuschlag aus die einzelnen Bezirke nach einem Schlüsicl verteilt, der der verschiedenen Leistungsfähigkeit der Mieterschaften in diesen Bez�ken und dem Maße der Klsinwoh- nungen Rechnung trägt. Die Preußische Verordnung bestimmt, daß dieser von der Gemeindebehörde zu verwaltende Revaratiirfonds gleichermaßen in Anwendung kommt, ob nun der Magistrat die großen Reporatiirkosten grundsätzlich prozentual abgelten will oder durch Umlage. Im erstcren Falle sind gesperrte Hauskonten zu führen, damit das aus dem einzelnen Haufe aufkommende Geid sichergestellt ist. Ties System hat den Nachteil, daß es die Mieter von vornherein und laufend mit Zuschlägen belastet und daß sich Gelder als ein Zweckoermögcn des Hauswirts ansammeln, ohne daß Rücksicht darauf genommen wird, wann und in welcher Höhe Repa- raturkosten entstehen Deshalb ist auch hier der Weg der Um- läge derjenigen Kosten zu empfehlen, die im einzelnen Falle entstehen. Ihre Höhe zu bestimmen, ist Aufgabe des M i e t e i n i- gungsamts, das der Vormieter anzurufen hat. Vorher aber muß ermittelt werden, ob nicht das Hans aus dem Ausaleichsfonds, d. h. mit den Mitteln der gesamten Gemeinde, unterstützt werden kann. Erst wenn solche Beihilfe abgelehnt wird, kann das Miet- einigungsamt der Festsetzung eines besonderen Zuschlags nähertreten. Dieser darf aber lediglich in der Höhe berechnet werden, die sich für eine Verzinsung und Amortisierunq auf die Lebensdauer der frag- lichen Reparatur errechnet. Auf die persSnllcheu Verhältnisse der Meter kann Rücksicht genommen werden. Es kann auch der Der- mieter, insbesondere wenn er die Unterhaltung vernachlässigt hat, herangezogen werden. Die HSchsimief-mverordnona ist mit dem 1. d. M. außer Kraft getreten. Dos bestimmt die Preußische Verordnung zum Schluß ousdrücelich: es ist aber auch selbstverständlich, denn die neue gesetz- liche Miete ist eben etwas grundsätzlich anderes als die vormalige Höchstmiete Um di.» gesetzliche Miete zu erreichen, bedarf es ins- besondere nicht mehr' der Aufkündigung des Vertrages, sondern lediglich ihrer schriftlichen Wahs. Sie ist ferner insofern eine Art gesetzlicher I e w e i l s m i« i e, als die Veränderung der Zuschläge durch den Magistrat, die bei Veränderung der hauswirtschaftlichen Verhältnisse erfolgen muß, ohne besonderes Zutun des Vermieters die gesetzliche Miete verändert. Stadtrat Brumby. Sch'nß im Staötparlament. Tie letzte Sitzung vor den Ferien— aufgefloize«; Die Stadtverordneten mußten für ihr« gestrige letzte Sitzung vor den Ferien angesichts der ihnen vorliegenden Tagesordnung sich noch auf Verhandlungen von beträchtlicher Dauer gefaßt machen. Wenn über das ansehnlich« Bündel der zum Teil schon seit Monaten der Erledigung harrenden Reste mit der im Stadtporloment üblichen..Gründlichkeit' debattiert wurde, tonnte der Stoff noch für ein rundes Dutzend Sitzungen, reichen. Die rechts- stehenden Fraktionen sorgten dafür, daß es anders kam. Lebhafte Auseinandersetzungen zwischen ihnen und den drei Parteien der Linken gab es bei der zur Kenntnisnahme vorgelegten Zusammen- stellung über die S t r e i k s ch ä d e n, die mit ihrer Widerlegung des Sabotageschwindels den Dcutschnationalen eine Enttäuschung de- rcitete, und bei der aus dem Ausschuß kommenden Vorlage über die S ch u l g e l d st a f f e l u n g, für die nach dem Wunsch der Deutschen Volkspartci immer noch die rückständigen Grundsätze der hinter uns liegenden Zelten gelten sollen. Um hier das Zustandekommen eines Beschlusies zu verhindern, verließen Deutsche Volkspartei und Deutschnationale fast sämtlich den Saal. Der Deutschnationale Koch bezweifelte dann die Bcschlußfähi�it und die Sitzung mußt« abgebrochen werden. Ein„würdiger" Abschluß der von den Dcutschnationalen im Stadtparlament betriebenen S«- botagetätigkeit! ★ Die letzte Sitzung— es ist aber bereits eine„Feriensitzung' für Ende d. Mts. angekündigt— hat mit den Rückständen an Magi« ftratsoorlagen c; rg.sch ausgeräumt. Zuvor wurde über einen' fast ein halbes Jahr zurückliegenden Antrag der Kommunisten Beschluß gefaßt, die die Zusammen» legung der in Berlin vorhandenen städtischen Be- triebskranten lassen, die Versicherung sämtliche: Versiche- rungspflichtigen bei der zuständigen städtischen Betricbskronkenkass« und schließlich Maßnahmen von Reichs wegen für die Zusammen» legung und Vereinheitlichung des gesamten überaus zersplitterten Versicherungswesens für die Gcsamtgemeinde Berlin verlangen. In der Ausschußberatung dieses Antrages hat man einstimmig seine Annahme mit der Maßgabe empfohlen, daß mit den Betriebskassen Fühlung genommen werden soll, um eine Auslosung herbeizusühren, damit die Mitglieder bei der zuständigen Allgemeinen Ortskranken» lasse angemeldet werden können: das gleiche soll hinsichtlich der Be- zirksämter geschehen, die noch eigene Betricbskrankcnkassen unter- hallen. Dieser Ausschußantrag wurde gestern von S e i p k e(Soz.) warm befürwortet und von der Mehrheit angenommen: ein Antrag der Deutschnationalen, der lediglich bei den kleineren Kassen die Frage des Anschlusses an größere zur Erörterung stellen wollte, wurde abgelehnt. Eine Ueberraschung bedeutete die Beschlußfassung der Versamm» lung zur Magistratsvorloge, welche u. a. zur Gewerbesteuer f ü r 1 9 2 1 eine nachträgliche Zuschlagserhöhung um je 300, 200 und 100 Proz. für die Klassen I— III am 13. März d. Js. ge- fordert hatte. Am 30. März Halle die Versammlung dieser Forde- rung zugestimmt: es war aber die gesetzlich dem Magistrat vorge» schrieben« Anhörung der Handels- und Handwerkerkammer unter- lassen worden. Der Magistrat hat diesem Mangel inzwischen ab- geholfen: die Handwerkskammer hat gar nicht, die Handelskammer ablehnend geantwortet. Am 16. Mai hat der Magistrat um noch- malige Bestätigung des Beschlusses vom 30. März gebeten. Gestern gab der K ä m m e r e r sich nochmals große Muhe, die Versammlung zur Erneuerung des Votums vom 30. März zu bestimmen, da sich in der Finanzlage der Stadt zu deren Gunsten nichts geändert habe: in der Versammlung überwog aber die Ausfassung, das; es nicht an» gängig fei, Stcuerzusch:äge auf mehr als ein Lahr rückwirkend zu verlangen, daß sich für den Wunsch des Magistrats bzw. für den Beschluß vom 30. März auch nicht eine einzige Hand erhob! Di« Gewährung eines Zuschusses von 10000 M. an die Privatschule Marsch in Steglitz wurde von der bürgerlichen Mehrheit mll 83 gegen 83 Stimmen durchgesetzt, obwohl Genosse Dr. L o h m a n n dartat, daß dieses Institut sich damit befasse, in» tellektuell wenig befähigte Schüler für die höheren Schulen vorzu- bereiten, und daß für derartige Anstalten von der Stadt kein Pfennig hergegeben werden sollte. Der Eni- wurf des Ortsgesetzes über das Stimmrecht der Gemeinde- b e a m t e n in den Verwaltungsdeputationen des Magistrats und den Bezirksdeputationen ging an den Ausschuß für das Beamten- recht. Die, modifizierte Kräftdroschken st euer und die Vor- läge wegen Erhöhung des Verpflegungssatzes für dt« städtischen Hospitäler gelangten zur Annahme. Aus Anlaß der vom Magistrat vorgelegten Nachweisung der Schäden aus dem Streit der städtischen Arbeiter machte sich ein letzte? Nachhall von den heftigen Streikdebatten des Februar bemerkbar. Der Sprecher der Deutschnationalen bemängelte, daß der Magistrat gegen die Urheber der Sabotageakte nicht Er» satzansprüche geltend gemacht habe, obwohl von dem Gesamtschaden von 40 Millionen 3� Millionen aus diese Schäden entsielen. Schumacher(Kam.) vermißte seinerseits in der Aufstellung die 2 Millionen, die nach verbürgten Nachrichten das Aufgebot der Der Ruf durchs Zensier. RomanvonPaulFrant. „3ch muß gestehen, daß'ich Herrn Garbislander gar"nicht unrecht geben kann,' bemerkte Frau Tudolin. „Bravo!" rief ihr Gemahl,„das ist wieder einmal Wasser auf dein« Mühle des deplacierten Mitleids, du meine empfind- same ssrauenseele!" „Ganz ernsthast gesprochen, mein verehrter Herr Prä- fett—, ich halte es für einen Fehler, fin eine grobe Ungerechtigkeit dem Beschuldigten gegenüber, wenn der Unter- suchungsrichter ihn von vornherein für den Uebeltäter hall, und wenn es erst die schwierige Aufgabe des Verdächtigten sein muß, sich von einer Schuld reinzuwaschen, mll der er etikettiert erscheint, von der er gebrandmarkt ist, die ihm jedoch noch kein lebender Zeuge nachgewiesen hat...' „Ob das nicht eitel Sophistik ist, mein lieber Herr Garbislander? Schließlich behält der, der das Schlimmste annimmt, weit öfter recht, als der durch die Rosabrill« guckende Beob- achter." „Im Fall Dmochowski wird es bestimmt nicht so sein, Herr Vräfekt." „Sie sind hartnäckig." „Ich frage mich immer wieder, warum er es denn getan haben sollte? Es gibt keinen Grund zwischen Himmel und Erde, der zu erklären vermöchte, weshalb der Student seine Braut, das Mädchen, das er fanatisch und aufrichtig liebte und mit dem er bis vor kurzer Zeit im besten Einvernehmen gewesen, hätte umbringen sollen?" „Bis vor kurzer Zeit... haben Sie selber gesagt..." „Solche Erklärung allein dürfte mir nicht genügen..." „Ein junger, jähzorniger, aufbrausender Mensch., „Diesen Eindruck hat er durchaus nicht auf mich gemacht." „Menschenkenner..." lächelte der Präfekt ironisch. „Sie haben überhaupt kein Gemüse genommen.. klagte Frau Tudolin.„Kohlsprossen! Um diese Zeit! Ich weiß nicht, ob Sie das zu schätzen wissen!" „Voll und ganz..' beteuerte der Schriftsteller. „Ihr könnt doch später weiterdebattieren... Wenn das Souper vorüber ist. Eines nach dem andern. Der Student Dmochowski wird ja noch nicht morgen früh gehenkt!" „Das möge Gott verhüten!" rief Sarbislander. „Kränken wir demnach die Hausfrau nicht länger," sagte Herr Tudolin,„und erweisen wir ihrem Werk die gebührende Ehre. Später, bei einer guten Zigarre, wollen wir uns weiter bekriegen... Nicht wahr, Herr Garbislander?" „Ich halte mich vollständig zu Ihrer Verfügung!" Der Kaffee, der auf türkische Art zubereitet war, wurde im Salon serviert. Man saß in diesem vornehm-gemütlichen Raum, in bequemen, schlanken Empirefauteuils, chatte feine Tasse vor sich auf einem graziösen, kreisrunden Tisch stehen, dessen Platte spiegelte, daß es eine Freude war, und die außer- dem mit verschiedenen Porzellan- und Silberschalen bedeckt war, in denen Zigaretten und Bonbons sich befanden. Die Herren zündeten sich eine Zigarre an, Frau Tudolin biell das unproportioniert lang« Mundstück einer russischen Zigarette zwischen den Zähnen. „Wenn es unserem Gast jetzt beliebt.. lächelte sie. „Meine Frau gestattet uns die Fortsetzung der vorhin abgebrochenen Diskussion." ergänzte der Präfekt. „Ich höre gern zu... versicherte die Hausfrau. „Ich muß zu meinem Bedauern erklären, daß ich keine besondere Lust mehr verspüre, zum Fall Dmochowski zurück- zukehren..." sagte Garbislander. „Geben Sie die Berteidigung des Studenten am Ende auf?" fragte der Präfekt. „Keinesfalls, doch ist die Affäre für mich bestenfalls von sekundärem Interesse, während ich das weitaus stärker« Be- dürfnis fühle, von meinem Freund Renß, dem noch immer auf rätselhafte Weise Verschwundenen, zu sprechen..." „Leider," sagte Tudolin, deften Miene sich plötzlich ver- finsterte, da es ibm offenbar nicht willkommen war, in dieser Angelegenheit interpelliert zu werden. „Der arme Reuß!" sekundierte seine Frau jedoch ihrem Gast. ,,Sie wissen doch, daß wir beide alte Bekannte sind, aus der Jugendzeit her," setzte sie, zu dem Schriftsteller ge- wendet, hinzu. „Ich bedaure sehr, gnädig« Frau, aber davon habe ich bisher nichts gebärt," antwortete Garbislander. „Du hast unserem Gaft noch nickt von bjeser Tatsache Mit- teilung gemocht?" apostrophierte Frau Tudolin erstaunt und erzürnt zugleich ihrem Gatten. „Verzeihe, liebes Kind, aber das habe ich versäumt," ent- gegnet« der Präfekt ein wenig gereizt.„Ich hole es biermit nach und informier« Sie dahin, daß mein« Frau, ehe sie von ! mir geehelicht wurde, Schauspielerin, und als solche Kollegin des Herrn Reuß gewesen ist." „Wir sind zusammen in Deutschland engagiert gewesen." „Sehr interessant," sagte der junge Schriftsteller ein wenig zerstreut. „Welcher Künstler er doch gewesen ist— und was für ein Mensch!" „Ich kann Ihnen in jedem Belang zustimmen, gnädige Frau," erwiderte Klaus Garbislander.„Aber Sie sprechen von unserem Freund, als würde er schon den Toten ange- hören." „Das Gegenteil ist natürlich nicht völlig ausgeschlossen." sagte der Präfekt zögernd. Der junge Schriftsteller sah dem Hausherrn scharf ins Gesicht. „Es besteht natürlich noch immer die Möglichkeit.. fuhr dieser fort. „Albert Reuß zu finden, ihn dem Dunkel zu entreißen, in das er plötzlich getaucht ist.. „Ungefähr" „Sie wollen jedoch gleichzeitig ausdnicken. daß diese Mötz- lichkeit nicht sehr bedeutend ist— Ihrer Ansicht nach.. „Ganz dasselbe wollte ich sagen." „Run denn, dann muß ich Ihnen. Herr Präfekt, wieder einmal erklären, daß ich nicht Ihrer Meiming bin. Obwohl ick nun schon ganze sechs Tage mich in Riga aufhaste, hat sich leider nichts ereignet, was mich zu einer leisen Hoffnungs- freudigkeit berechtigen könnte: diese sechs Tage sind vielmehr verstrichen, ohne mich, ohne uns olle dem ersehnten Ziel. den Vermißten aufzugreifen, näbcrzubringen..." „Leider, leider, Herr Darbislander, obgleich die Behörde alles.getan hat..." „Ich bin bereit, ihr das beste Ze"gnis auszustellen..." „Wir arbeiten, wie Sie sich zu überzeugen Gelegenheit hatten, fieberhaft..." „In der Tat. Dennach: wenn die Situation auch gar nicht trostreich anmutet, bin ich dach nicht imstande, eine ver- zagte Miene zur Schau zu trogen, Im Gegenteil:«ine inner? Stimm« sagt mir..." „Verehrter Freund— wenn Sie kein anderes Argument anzuiübren vermögen, als Ihre innere Stimme... Was soll der Polizeiapparat mit Ihrer inneren Stimme anfangen?' sFortsetzung folgt) Technischen Nothilfe der Stadt getoftet habe. Müntner( Soz.)| und in der Armee verbreitet. Im Anschluß an diese Zeugen-| Spitzenorganisationen fanden einstimmige Annahme. Mit einem und Amberg( l. Soz.) verfochten gegen die Deutschnationalen das aussage tommt es zu langen politischen Debatten, an denen sich die hoch auf die Republik und deren Erhaltung schloß Genosse Olm gute Recht der Streifenden, nachdem schon vorher Käm R.-A. Dr. Sad und Dr. Anderssen als Berteidiger der An- die Bersammlung. Auf dem Bahnhofsplah endete die glänzend vers merer Karding hervorgehoben hatte, daß in der Aufrechnung ein geflagten einerseits und die R.-A. Wolfgang Heine und 5a as laufene Demonstration. Bosten für Sabotagehandlungen gar nicht vorhanden sei. Als An- Karlsruhe als Bertreter der Nebenkläger andererseits beteiligen. walt der„ Lechnischen Nothilfe" trat Fabian( Dnat.) in die Mehrere andere Zeugen wurden wieder über die einzelnen BorSchranken, worauf die Borlage zur Kenntnis genommen wurde. gänge in der Philharmonie vernommen. Die Verhandlung dürfte heute in später Abendstunde zu Ende gehen. Wohlfahrtsamt überwiesen. Für die Kriegsbeschädigten wurde, sofern sie unter 30 000 M. Einkommen haben, eine Fahrpreisermäßigung auf der Straßenbahn auf 50 Broz. bewilligt; ein Antrag, der den Zivilbeschädigten, den Arbeitsinvaliden, unter den gleichen Vorausfegungen dieselbe Vergünstigung zukommen lassen will, wurde dem Bei dem nächsten Gegenstande, der Fixierung der Grundfäße für die Schulgeldermäßigung an den höheren Lehranstalten und an den Mittelschulen, vorüber man sich schon im Ausschuffe nicht hatte einigen fönnen, traten Dr. Lohmann( Soz.) und Dr. Löwenstein( U. Soz.) ebenso lebhaft für die soziale Staffe lung ein, wie ihr nicht minder eifrig Dr. Tropfte( D. Bpt.) widersprach. Vergebens war auch hier der Appell des Kämmerers; Herr Koch( Dnat.), der auf diesem Gebiet schon bewandert ist, be zweifelte die Beschlußfähigkeit und machte der Beratung für diesmal ein Ende. Damit war die Ber mmlung endlich in die Sommerferien entlassen. Das Attentat in der Philharmonie. Der Haß der russischen Rechtsparteien gegen Miljukow. Nach Eröffnung der Sihung in dem Prozeß gegen die des Mordes usw. angeklagten ehemaligen russischen Offiziere von Scha belsti Bort und Laborihli wurde die Beweisauf. nahme fortgesezt und als Sachverständiger für Schußwaffen ufm. der Büchsenmachermeister Bod vernommen, der sich über die Herkunft der in der Leiche des erschossenen Nabokom gefundenen Geschosse äußerte. Landgerichtsrat Dr. Böhmer, der als Untersuchungsrichter die Boruntersuchung in dieser Sache geführt hat, befundet, daß beide Angeflagten die Tat so geschildert hatten, wie fie feinerzeit in ganz vorsichtiger, fahweise verdolmetschter Form von ihnen zu Protokoll gegeben sei. Beide hätten damals ein offenes Geständnis abgelegt und es sei ihm, 3eugen, völlig neu, daß die Angeklagten jest plöglich mit der Behauptung hervortreten, sie hätten den VorJa zur Tötung nur eventuelf" gehabt. Zu einer hoch politischen Debatte fam es bei der Vernehmung des ehemaligen ruffischen Dumamitgliedes Fölfersam, das seinerzeit in ber Dunia anwesend war, als Miljukow seine Rede hielt, die ihm den Haß der ruffischen Rechtsparteien bzw. der beiden Angeklagten eingetragen hätte. Der Beuge schilderte, daß Miljukow, nachdem fájon vorher linksradikale Parteien ähnliche Behauptungen aufgestellt hatten, zum erstenmal als Mitglied einer sog. ftaatserhaltenden Partei, der Kadettenpartei. die Behauptung aufstellte, daß die junge Zarin als hessische Fürstentochter den Kreisen sehr nahe stände, die einen Separatfrieben zwischen Deutsch ( ano und Rußland anstrebten. Miljukow nahm dabei Bezug auf einen Artikel der" Frankfurter Beltung". Eine direkte Anklage gegen die Sarenfamilie set in der Nede Miljukoms nicht enthalten gewesen, sondern erst später sei Kerensti ganz offen mit derartigen Beschuldigungen hervorgetreten. Die Rede Miljukows fei später in Taufenden von Exemplaren gedruckt und gegen das Berbot im Bolte Die Hungerhilfe für Nukland. Irren- Häußers Zeitschrift beschlagnahmt. Auf Grund des§ 5 Biffer 3 der Berordnung zum Schuße der Republit wurde die Zeit. schrift des„ Geistesmonarchen" Häußer wegen eines Artikels " Vive la France, Vive la Guerre" beschlagnahmt. Häußer selbst ist verhaftet worden. Ein Greis als Sifflichkeitsverbrecher. Der 67 Jahre alte Zim. Am 9. Juli wird im großen Berliner Rathaussaale eineinternationale Konferenz der Hungerhilfsorganisa. mermann Gustav G., der in der Straßmannstraße bei seinem Sohn tionen für Rußland eröffnet. Bertreten sind die Amerikanische wohnte, wurde gestern nachmittag auf Veranlassung setnes Hilfsadministration( ARA), die Nansen- Hilfe, das Amsterdamer Sohnes durch die Kriminalpolizei festgenommen, weil er Bureau u. a. Aus Moskau sind zur Konferenz die Vertreter der sich wiederholt an feiner Enteltochter, der noch nicht sowjetamtlichen Hungerhilfskommission Chala to w und Smido 15jährigen Paula G. vergangen hatte. witsch sowie Eidut hier eingetroffen. Aus dem Haag wird auch Kreft insti zur Konferenz erwartet. Am 5. Juli ist in Berlin die Konferenz der ausländischen fommunistischen Arbeiterorganisationen für die russische Hungerhilfe eröffnet worden. Zum Vorsitzenden murde ber deutsche Kommunist Münzenberg gewählt. Eine reichsdeutsche Bitte aus Defterreich. Die Deutsche Krieger. fürsorge in Wien( als amtliche Fürsorgestelle für sämtliche in Deutschösterreich lebende Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene reichs deutscher Staatsangehörigteit) bittet alle Kinderfreunde in der Heimat, die geneigt wären, eines der hier lebenden bedürftigen reichsbeutschen Rin. der für die Ferienzeit aufzunehmen, um Mittel lung und Angabe ihrer Adresse. Zuschriften an Deutsche Krieger. fürsorge, Wien 1, Graben 12. Eine würdige und eindrudsvolle Demonftrafion zur Durchfüh rung des Gefeßes zum Schuß der Republik haben auch die Republifaner des bekannten großen Industrieorts Belten auf der Dorfaue veranstaltet. Bemerkenswert an dieser Rundgebung war, daß Anmeldung zur Kunstgemeinde Neukölln. Der Aufruf zum Eintritt in die fich auch, mit wenigen Ausnahmen, sämtliche Gemeinde neugegründete Kunstgemeinde des Berwaltungsbezirks Neukölln hat allenthalben eine so rege Beteiligung hervorgerufen, daß sich das Boltsbildungsamt genötigt beamte daran beteiligten. Genoffe Dlm eröffnete mit sieht, den Termin für die Annahme der Beitrittserklärungen zur Errichtung einigen markanten Worten die Versammlung und Genosse weiterer Abteilungen bis zum 15. Juli d. J. zu verlängern. Anmeldungen, Sie nach diesem Zeitpunkte erfolgen, tönnen feine Berücksichtigung finben. Als Beißig schilderte sodann die Gefahren, die der Republik pon meldestellen tommen in Frage: 1. Boltsbildungsamt Neukölln, Rathaus, feiten der Geheimorganisationen und dem deutschnationalen Bür- Zimmer 257. 2. Drtsstelle Briß, Rathaus, Simmer 6. 3. Drtsstelle Budom. 5. Borwärts", Redarstr. 2 und Siegfriedste. 28-29. gertum drohen. Besonders wies er darauf hin, daß auch die Bel- Ortsstelle Rudow. fener Arbeiterschaft wachsam sein müffe. Die Veltener Republikaner 6. Bureau der SPD., Jägerstr. 66. dürfen es sich nicht mehr bieten laffen, daß Einwohner mit dem antirepublikanischen Schwarzweißrot flaggen. Die Forderungen der Lebensmittelpreise des Tages. Zufuhr: Fleisch ausreichend, Geschäft sehr still. Fische etwas knapp, Geschäft flau. Obst und Gemüse reichlich, Geschäft ziemlich lebhaft. Schellfisch Am Donnerstag galten in der Zentralmarkthalle folgende Kleinhandelspreise, während die in Klammern vergleichsweise beigefügten Zahlen die Preise aus der Zeit vom 11. bis 18. Juni sind: Rindfleisch 70 M.( 60-65 M.) Schweinefleisch 75-82 M.( 60-75 M.) Kalbfleisch 60-65 M.( 50-65 M.) Hammelfleisch 50-65 M( Preis wenig verändert.) Schnitzel 68-70 M. Speck 92-98 M.( 75-80 M.) Rückenfett 84 M( 55-60 M.) Schabefleisch 60-64 M. Eisbein 40 M. Ohr 32 M. Geräucherter Schinken 115-125 M( 105-115 M.) 12-16 M.( 9-12 M.) Seelachs 16 M.( 9-10 M) Dorsch 12 M.( 8 bis 10 M.) Kabeljau 15-16 M.( 9-12 M. In Eis: Schleie 35-42 M.( 18 bis 25 M.) Hechte 35-40 M.( 25-28 M.) Aale 60 M.( 45 M.) Plötzen 15 bis 26 M.( 13 M.) Lebende Aale 65-80 M.( 60 M) Hechte 65-70 M. ( 50 M.) Plätzen 40 M.( 24-35 M.) Eier 7 M.( 5,20-5,50 M.) Naturbutter 78-80 M.( 64-70 M) Margarina 41-45 M.( 38-45 M.) Kartoffeln 85-90 M. 10 Pfund( 0-85 M.) Kohirabl 15 M. die Mandel. Tomaton 22 M. Pfefferlinge 30 M. Blumenkohl 12-32 M. der Kopf. ( Preis wenig verändert.) Mohrrüben 2,50-15 M. das Bund. Schoten Grüne Bohnen 25-27 M. Zwiebeln 10 M. Spinat 10-13 M.( 6-9 M. 4-9 M. Kirschen 7-16 M( 9-14 M) Johannisbeeren 10-12 M. Blaubeeren 13 M. Stachelbeeren( unreife) 8 M. Saure Kirschen( 10-16 M. Neue " Jugendveranstaltungen. Heute, Freitag, den 7. Juli: Mitgliederversammlungen. Blankenburg. Jugendheim Gemeindeschule Triftstraße. Brig. Jugend Salenfee. Jugendheim Gemeindeschule Joachim- Fried heim Chauffeeftt. 48. ridstraße 35, 36. Neukölln- Süb.. Jugendheim Rogatstr. 53. Moabit, Jugendheim Gemeindeschule Waldenserstr. 21. Niederschönhausen. Jugend. heim Gemeindeschule Blankenburger Str. 69-70. Rorboften. Jugendheim GB meindeschule Heinersdorfer Str. 18. Petersburger Biertel. Jugendheim Ge.. Weißenfee. Jugendheim Ledigenheim, meindeschule Betersburger Str. 4. Woelfpromenade. Panlow. Die Mitgliederversammlung fällt heute abend aus. Lantwig. Seute abend bet Lehmann, Raifer- Wilhelm- Str. 29-31, große Proteftversammlung der drei sozialistischen Jugendgruppen und ber Parteien gegen die Entziehung des Jugendheims. Anfang 8 Uhr. Wir bitten alle Jugendgenoffen, zu erscheinen. Briefkasten der Redaktion. Briefliche Austunft wird nicht erteilt. Seber für den Brief. laten bestimmten Anfrage fülge man einen Buchstaben und eine Nummer bei. Cilige Anfragen trage man in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. B. 1. Sof part. fints, vor. Schriftstüde und Berträge sind mitzubringen. F. V. 52. Die Differenz tönnen wir nicht auffären. Gie hätten die Rahlung ablehnen sollen, worauf das Katasteramt die Feftfegung des Betrages hätte vornehmen können. Wir stellen anheim, fich an das Bezirkssteueramt oder das tönnen Sie nur dann etwas unternehmen, wenn Ihnen der Tarifvertrag dazu Ratasteramt zweds Aufklärung zu wenden. G. 100, Jn ber Angelegenheit. eine Handhabe bietet, A. 94. Wir wiffen nicht, welche Stelle das wertlose Spielzeug verteilt. Moilettes Landauer& Macholl Curacao Teisser Chocoladen- Likör HEILBRONN weiss triple sec Vertreter: Kari Kast, Potsdam, Bismarckstr. 8, Fernsprecher: Amt Potsdam Er. 866 X Wilhelm Wetzel, Berlin- Wilmersdorf, Meek enburgische Str. 20. Fernsprecher: Amt Pi izburg Nr. 8040 Allgem. Orist autentasse für den Stadttreis Charlottenburg. Bekanntmachung. für Mit Wirkung vom 7. Juli 1922 ist burch bas Geieß über Bersicherungspflicht in der Krankenversicherung( RGB. 1922 497) die für die Shankenversicherungspflicht maßgebende Berdienfigrenze für Betriebs. beamie, Bertmeister und andere Angeitelite in ähnlich gehobener Stellung für Hand lungs- und Apothefernebilien, für sämtliche Bühnen und Orchestermitglieder, Lehrer und Erzieher sowie für die Schiffs. besaßung deutscher Fahrzeuge von 40000 Mari au 7200 Mart Jabresarbeitsber dienst erhöht worden. Beschäftigte, die baburch wieder bersicherungspflichtig werben, find von ihrem Arbeitgeber bis spätestens den 21. Juli 1922 bei der Stasse anzumelden. Für Arbeiter, Gehilfen, Gesellen und Sausangestellte ist teine Verdienstgrenze gezogen. Diese Personen unterliegen des halb auch dann noch der Berficherungspflicht, wenn der Jahresarbeitsverdienst 72000 Mart übersteigt. Bom 1. Juli 1922 ab find auf Grund bes Gesezes über Grundiöhne pp. bei den Krantentassen( RGBL. 1922 S. 498) durch Borstandsbeschluß die Grundlöhne auf 90 Mart erhöht worden. Bon diesem Tage ab gehören alle Bersicherten mit einem Tagesentgelt bon 54,01 Mark bis 60 Mart in Stuje X. Darüber hinaus gehören Bersicherte mit einem täglichen Entgelt: bon 60,01 Mart bis 70 Mark in Stufe XI 70,01 80 mehr als 80 mart " " XII XIII Die Grundlöhne für die neuen Stufen werden bis auf weiteres festgesezt: für die Stufe XI auf 70 Mark XII 80 " XIII 90 12 " Demzufolge beträgt das tägliche Krankengeld für die Stufe XI 35 Mart XII 40 XIII 45 An Sassenbeiträgen sind zu entrichten: Stufe I für jeden Arbeitstag 0,51 Mari 1,02 37 1,58 2,04" 2,55 3,06 99 3.57 99 99 IV VI 差 VII VIII " 4,08 99 IX 91 4,59 99. X 5.10 " XI 5.95 " XIT 6,80 93 XIII 7,65 " A 0,26 9 Die Arbeitgeber find verpflichtet, der Kaffe ben zur Beit gezahlten Entgel ( Arbetsverdienst) mitzuteilen, entsprechende Der Saison- Ausverkauf des Herrenkonfektionshauses M. Burgher ist bis Sonnabend, 9. Juli, verlängert Hauptgeschäft: Berlin SO Britzer Str. 20 IT Zweiggeschäft: Wilmersdorf Berliner Str.32.ITT. Die Preise sind bedeutend herabgesetzt! ( an der Uhlandstraße) Resuch lohnend! Wol enSie einen Anzug oder Schlüpfer kaufen? so besichtigen Sie vor anderweitem Kauf meine Riesenläger! In diskreterWeise auf Kredit Das Neueste in Jackett- u. CutawayAnzüge Ulster Wegen Räumung meines Bagers verkaufe ich zu spottbilligen Preisen braune Damenhalbschuhe in allen Größen. Schuh- Fabrik Weinberger Brunnenstrasse 25. WYK Schule. -Föhr o Mildestes Nordseebad Windgeschützter Tannenwald. Vorzügl. Verpflegung. Höhere Bäderschnellz. ab 1. Juni. Kein Paß! WinterSchlüpfer Kuren.- Prosp. durch Badeverwaltg.- Porto beifüg. Gummi- Mäntel. 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Gelb, fam ich erst im November 1921 zu Ihnen aufs Bureau, morgens 9 Uhr. Dort erklärten Sie mir, Sie müßten erst mit der Parteisprechen. Am Nachmittag erhielt ich von Ihnen 2200 Eugen Simanowski Im Preußischen Landtag wurden am Donnerstag über Martbar und mußte Ihnen darüber quittieren und zugleich unterden deutschnationalen Reichstagsabgeordneten Major entei stelle. Auf diesem Schein war ausdrücklich erklärt, daß ich noffen, die jahrzehntelang treu zur Sache der Arbeiterschaft gestanden schreiben, daß ich teine weiteren Ansprüche an die Par Der Tod hält in letzter Zeit reiche Ernte unter den alten Gening Feststellungen gemacht, die so beachtenswert erscheinen, mich verpflichte ins Ausland zu gehen. Es wäre doch ange- haben. Ein Schlaganfall beendete am 5. Juft das arbeitsreiche daß wir sie besonders wiedergeben. Der deutschnationale Ab- bracht, die in Ihrem Bejiz befindliche Quittung zu veröffentlichen. Leben unseres Genossen Eugen Simanowski, des Geschäftsgeordnete Dr. Deerberg hatte von dem„ Gefühl der Un- Ferner könnten Sie sich schließlich darüber äußern, ob Sie jeden an führers des Zentralverbandes der Krankenkassen. Eugen Simaschuld" gesprochen, von dem die Deutschnationalen angesichts Sie herantretenden Bettler 2200 m. geben. Obwohl ich unterschrei= der Ermordung Rathenaus erfüllt seien. Der auf Deerberg ben mußte ins Ausland zu gehen und teine Ansprüche mehr zu nowski ist ein echtes Proletarierkind. Er wurde am 23. October 1858 folgende sozialdemokratische Redner, Genosse Kuttner, haben, schickten Sie mir dennoch im November 450 m. nach Ber in Graudenz geboren und fam, nachdem er das Maurerhandfragte darauf Herrn Deerberg, ob das Gefühl der Unschuld fichin und im Dezember 350 M. nach Recklinghausen. War das wert erlernt und sich in der Welt umgesehen hatte, im Jahre 1885 cuf seine Fraktionsfollegen Paul Beder von der„ Deutschen alles aus falsch angebrachter Gutmütigkeit"? nach Berlin. Hier wurde er Mitglied der Sozialdemokratie und setzte Tageszeitung" und Rektor Hermann- Friedersdorf er heimorganisation angehört zu haben, so frage ich Sie: Waren Sie fation ein. Unter dem Sozialistengesetz war er eines der eifrighten Da Sie in Ihrem Schreiben ferner behaupten, nie einer Ge- seine ganze Kraft für die Partei und die gewerkschaftliche Organi strecke, ganz besonders aber auf den deutschnationalen Reichs- nicht dabei, als in Halle im„ Hotel Stadt Hamburg" während einer und tätigsten Mitglieder. Einen großen Teil seines Lebens widmete tagsabgeordneten Major Henning. Major Henning ist Sigung die Verhaftung des Kommunistén, Leutnant Ferchlandt nicht nur in den Fällen Runge und Claus als Geldgeber beschlossen wurde. Sie wurde am anderen Tage im Portai er ganz der Krankenkassenbewegung und nicht zulegt seinem Wirken für nationalistische Mörder- und Verschwörerorganisationen des Kriegsgerichts in der Blumenthalstraße ausgeführt. In dieser ist es zu danken, daß hier die notwendige Einheitlichkeit erzielt wurde. genannt worden, sondern es liegt noch ein dritter, viel schwere- Sigung führte den Vorsitz Herr Hauptmann Hirsch vom Feld- Zwei Jahrzehnte hindurch gehörte er 3 um Vorstand der Berrer Fall vor. Artillerie- Regiment 75 und dessen Adjutant Lt. Schmidt. Kennen liner Ortstrantenfasse für das Maurergewerbe. In Osnabrück ist ein Mann namens Hörnlein flüchtig Sie diesen Herrn Hirsch? Ferchlandt wurde damals ohne ordnungs- 1887 wurde er Schiedsgerichtsbeisiger für die Ar. In Osnabrück ist ein Mann namens Hörnlein flüchtig gemäßen Haftbefehl verhaftet und nach dem Eden- Hotel Berlin beiterversicherung und 1897 Mitglied des Reichsgeworden, der im dringenden Verdacht der Teilnahme an der gebracht, obwohl der damalige Reichswehrminister Noske seine Freis versicherungsamtes. Lange Jahre war er in der 3 enErmordung Erzbergers steht. Wahrscheinlich ist er laffung von Weimar aus anordncte, wurde er dennoch in Haft be- Persicherungsamtes. Lange Jahre war er in der 3 enneben Schulz und Tillessen als dritter Mittäter zu betrachten. halten. betralkommission der Krantentassen tätig, die er zuJedenfalls wird er gerade von seinen nationalistischen Gesinnungsgenossen dafür angesehen. Dieser Hörnlein ist ins Ausland entkommen, und zwar durch die Unter stügungderdeutschnationalen Parteiorganifation in Osnabrück. Die Führer dieser Organisation find verhaftet worden.( Der Vorwärts" berichtete über diese Verhaftung am 1. Juli; es handelt sich um den deutschnatio= nalen Parteifefretär Landwehr und den deutschnationalen Fabrikanten Friz Froemb= ling sowie um eine dritte Berson, deren Mitschuld aber nicht feststeht und die aus der Haft entlassen worden ist.) Die beiden Berhafteten sind jedenfalls geständig, daß sie dem Hörnlein in der Annahme, daß er an der Ermordung Erzbergers beteiligt ist, mit Geld und falschen Papieren zur Fluchtverholfen haben. Darüber hinaus aber haben fie gestanden, daß der deutschnationale Reichstagsabgeordnete Major Henning in der gleichen Annahme wie sie, daß es sich um einen Mitschuldigen am Erzberger- Mord handelt, die Flucht hörnleins unterstüßt und finan ziert hat Diese Mitteilungen, die aus zuverlässiger Quelle stammen, riefen im Landtag großes Aufsehen hervor. Der Fall hat jedenfalls große prinzipielle Bedeutung, da es sich um ein hervorragendes Mitglied der Deutschnationalen Partei handelt, das in dunkelste Machenschaften verstrickt ist. Es wird sich nun zeigen, welchen Wert die Erklärung des Herrn Hergt hat, daß die Deutschnationale Partei jeden ausschließe, der sich an folchen Dingen beteilige. Jedenfalls aber fönnen die Deutschnationalen ihre Beziehungen zu den Bluttaten und Attentaten jetzt nicht mehr in Abrede stellen. Falsche Alarmgerüchte. Wir sind der Auffassung, daß die Behörde alle Ursache hat, die fammen mit dem Arzt Dr. Friedeberg gründete. Eine ganze Feststellungen des Herrn Claus durch Konfrontration mit Herrn Reihe höchst segensreicher Einrichtungen ist durch die ZentralRechtsanwalt Hirsch nachzuprüfen. tommission oder unter ihrer tatkräftigen Mitwirkung ins Leben gerufen worden. Die Freie Vereinigung der Krantenkassen der Provinz Brandenburg, die heute über eine Million Mitglieder zählt, wurde ebenfalls von dem Verstorbenen Ben zuständiger Seite wird mitgeteilt: Infolge des Nichts während seiner Tätigkeit in der Zentralfommission begründet. erscheinens der bürgerlichen Zeitungen sind in den letzten Tagen in Bor zwei Jahren ereilte ihn ein Schlaganfall, von dem, Berlin eine Reihe wilder Gerüchte verbreitet worden, die in er sich nie mehr recht erholen sollte. Die Beerdigung findet den verschiedensten Kreisen der Bevölkerung lebhafte Beunruhigung am 10. Juli 3 Uhr nachmittags auf dem 3entralfried. hervorgerufen haben. Im besonderen wird verbreitet, daß bekannte hofe in Friedrichsfelde statt. Die Arbeiterschaft wird dieser Persönlichkeiten Mordanschlägen zum Opfer gefallen sein sollen. waderen Kämpen immer ein ehrendes Andenken bewahren. An allen diefen Gerüchten ist fein wahres Wort. Die Bevölkerung wird gebeten, alle Verbreiter derartiger unwahrer Ge rüchte auf das Schädliche ihres Tuns nachdrücklichst hinzuweisen. Beamtenpflicht in der Republik. Ernst Däumig. Die Vorgänge in Zwickau. Der Sozialdemokratische Parteivorstand hat an den Vorstand der Unabhängigen Reichstagsfraktion folgendes Schreiben gerichtet: ,, 3u dem Tode Ernst Däumigs sprechen wir Euch unser herzlichstes Beileid aus. Leider hat sich die Hoffnung auf Wiederherstellung Der Reichsrat befaßte sich am Donnerstag mit dem Gesek- Däumigs nicht erfüllt. Der Tod hat seiner so furzen parlamentarientwurf über die Pflichten der Beamten zum Schutz der Republit. fchen Tätigkeit ein Ziel gefeßt. Däumig wird in der Geschichte der Der Entwurf will flarstellen, daß die Beamten, und zwar zunächst sozialistischen Bewegung Deutschlands wegen seiner unermüdlichen die Reichsbeamten, besondere Pflichten gegenüber der verfassungs- Tätigkeit für die politische Aufklärung der Arbeiterklasse stets ehrenmäßigen Staatsform haben. Darum soll das Reichsbeamten- voll genannt werden." gefek einer Aenderung unterzogen werden. Es wird fest Erfüllung aller Obliegenheiten des ihm übertragenen Amtes zu vergestellt, daß jeder Reichsbeamte auf die Reichsverfassung und die eidigen ist. Die Eidesleistung muß zu einem bestimmten Zeitpunkt stattfinden; Bersagung des Eides hat sofortige Ent. Innenminister Lipinfti aus, die Arbeit hätte am Mittwoch Dresden, 6. Juli.( TU.) Im sächsischen Landtage führte heute lassung zur Folge. Insbesondere ist dem Beamten untersagt, fein wieder aufgenommen werden sollen, aber die meisten Kohlengruben Amt für Bestrebungen zur Aenderung der verfassungsmäßigen und die Metallbetriebe seien nicht in Betrieb gekommen. Er sei republikanischen Staatsform zu mißbrauchen oder unter Miß„ Verbrecherschutz der Deutschnationalen". find, die verfassungsmäßige Staatsform herabzusetzen, oder unter rufen, alles zu tun, um weiteres Blutvergießen zu vermeiden. Es brauch seiner amtlichen Stellung Aeußerungen zu tun, die geeignet von dem Aktionsausschuß der Gewerkschaften und Parteien angeMißbrauch seiner amtlichen Stellung auf die ihm unterstellten Be- sei falsch, daß linksgerichtete Kreise die Macht an sich gerissen hätten. amten, Angestellten, Arbeiter, Zöglinge oder Schüler im Sinne miß- Falsch fei ferner, daß der Stadtrat als Geisel vom Aktionsausschuß achtender Herabsehung der republikanischen Staatsform oder der ver- festgelegt worden sei. Von den zwei entsandten Kommissaren sei fassungsmäßigen Regierungen einzuwirken. ihm geraten worden, entweder die Vorschläge des Aktionsausschusses Nach dem Entwurf soll weiter eine besondere Rate: gorie von Reichsbeamten festgestellt werden, die über das Maß anzunehmen oder mit voller Kraft vorzugehen. Er habe sich bereit der ihnen sonst obliegenden Pflichten hinaus den Schutz der Republik erklärt, dem ersten Vorschlag des Aktionsausschusses zuzustimmen auch insoweit wahrzunehmen haben, daß sie in ihrer Stellung sich unter der Bedingung, daß der Ausschuß die Gewähr für die auch außerhalb ihres Amtes jeder tätigen Teilnahme an öffentliche Sicherheit übernehme. Der Aktionsausschuß verhandelte Bestrebungen zu enthalten haben, durch die etwa die verfassungs- mit den Unternehmern, den städtischen Körperschaften und der Kreismäßige republikanische Staatsform gefährdet werden könnte, auch hauptmannschaft und erhielt die Zusicherung, daß der Ausfall an dann, wenn diese Bestrebungen sich im Rahmen der Reichsverfassung Löhnen gededt werde. Mit den Kommissaren sei vereinbart und der Gesetze halten. Reichsbeamte, die den angegebenen Vor- worden, daß, wenn bis 8 Uhr abends die Ruhe nicht wiederherschriften zuwiderhandeln, follen entlassen werden; vorgesehen ist auch gestellt sei, die staatlichen Machtmittel angewendet werden die Beschreitung des Disziplinarverfahrens. Zur Durchführung des Um 9 Uhr abends habe die organisierte ArbeiterGefeges werden die vorhandenen Disziplinargerichte peritärft. Damit wird eine Aenderung des§ 89 des Beamten- fchaft einen Ordnungs- und Patrouillendienst eingerichtet. Die gefeßes notwendig. Plünderungen, die am Nachmittag begannen, fonnten unterWeiter hat die Regierung vorgeschlagen, für besonders wichtige drüdt werden. Die Ruhe sei also jetzt wiederhergestellt. Schuh gegen die Hige. Im allgemeinen fann man beobachten, Fälle einen besonderen Disziplinarhof einzurichten, und Untner der Zivilbevölkerung seien 14 Tofe und 60 bis 70 Verwundete, daß die Hausfrau bei der„ Lüftung" der Zimmer im heißen Som zwar einen kleinen Disziplinarsenat, der in erster Instanz, und einen bei der Landespolizei sechs Verwundete und zehn Vermiste mer nur wenig zweckmäßig verfährt. In den meisten Fällen zieht großen, der in zweiter Instanz zu beschließen hat. Nach den Be- zu beklagen. fie alle Vorhänge zurück und öffnet die Fenster weit von früh bis schlüssen des Reichsrats erfolgt die Besetzung dieser Senate nur mit abends, damit die„ gute Luft" hereinfomme. Ein solches Berfahren Reichsbeamten. Die Befähigung zum Richteramt brauchen die MitHerr Rechtsanwalt Dr. Hirsch schicht uns eine Berichtigung, in der er behauptet, nichts mit der Kasse der Deutschnationalen Boltspartei zu tun gehabt zu haben, es sei auch eine geradezu lächerliche Unwahrheit" zu behaupten, er sei Rendant der Geheimorganisation C gewesen. Von dieser Organisation habe er erst fürzlich aus einer Beitung etwas erfahren. Er habe Claus nur aus den zur Berteidigung zur Verfügung gestellten Mitteln, teils aus Mitleid, teils um den Läftigen los zu werden", unterstützt. Dazu schreibt uns Herr Claus unter anderem: Ich erkläre Ihre Behauptung, Herr Hirsch, für unwahr, daß ich gleich nach meiner Entlassung an Sie herangetreten bin und Sie um Geld gebeten habe. Nach einem Schreiben an meinen Verteidicer, Herrn Rechtsanwalt John, erhielt ich ein Schreiben von Ihnen nach Klein- Raddow, daß ich mir Geld usw. bei Ihnen abholen könnte. Nachdem ich von Baron D. Knigge mit falschen Bapieren ausgerüstet war und 1000 Mart bares follten. an den heißen Tagen dient nur dazu, die schwere, ſtickige Luft her- glieder in der Mehrheit nicht zu haben. Die Ernennung foll durch Verhandlungen mit der Garantiekommission einzulassen. Der einzige Weg, die Wohnung zu ventilieren und so den Reichspräsidenten für die ganze Dauer des Amtes erfolgen. Die gut wie möglich auszufühlen, ist das Hereinlaffen der fühlen Bestimmungen des Gesetzes follen finngemäß Anwendung auch auf Wie TU. meldet, schreiten die Besprechungen mit Nachtluft, wobei alle Fenster und Innentüren weit geöffnet Angehörige der Reichswehr finden. der Garantietommission vorwärts. Ernste Meiwerden sollten. Wenn die Familie aufsteht, werden die Fenster Die Regierung schlägt in dem Gesetz auch eine Klarstellung und nungsgegenfäße bestehen vorläufig nur in der Frage der auf der Sonnenseite des Hauses geschlossen, und Aenderung des Artikels 129 der Reichsverfaffung vor, der die wohl Kapitalflucht. Die Garantiefommission stehe auf dem die Borhänge vorgezogen. Auf diese Weise kann die Temperatur erworbenen Rechte der Beamten schikt. In dem Gesez, das eine Standpunkt, daß alle Exportwaren unter den Begriff innerhalb der schattigen Räume weit unter der Temperatur erfassungsänderung bedeutet, soll festgestellt werden, daß der Kapitalflucht fielen. Die deutsche Regierung widersetze fic) der Außenluft gehalten werden. Gleichzeitig sind die Zimmer mit eine Reihe von nichtrichterlichen Beamten unter Gewährung eines dieser Auffassung, da sie eine unerträgliche Außenhandelsder fühleren Luft der Nacht angefüllt, die von besonders guter Wartegeldes einstweilen in den Ruhest and versezt werden können. fontrolle bedingen würde. Von besonderer Bedeutung waren Wirkung auf den Organismus ist. Wichtig ist im Sommer auch, In der Beratung wurden Anträge von reaktionären Provinzdaß jedermann möglichst regelmäßig lebt und fich gleichmäßig be- vertretern und von der bayerischen Regierung mit großer Mehrheit außerdem die Verhandlungen im Ausgabenausschuß. Die Bertätigt. Alle Handgriffe mache man möglichst ruhig, unterlaffe, wo abgelehnt. Vor der Gesamtabstimmung gab der bayerische Gesandte treter der Garantiekommission in diesem Ausschuß hatten bei es irgend möglich ist, überanstrengende Leistungen, und vor allem von Breger eine Erklärung ab, die bayerische Regierung werde sich der deutschen Regierung große verborgene Reserven forge man dafür, daß die Kinder sich im Sommer nicht so wild durch das Reichsgesetz nicht veranlaßt sehen, ein ähnliches Gefeß vermutet und waren erstaunt, zu finden, daß nichts der= tummeln wie bei fühlerem Wetter. Hizschlag bei Kindern, der sehr beim bayerischen Landtag einzubringen. ernste Folgen hervorrufen kann, wird fast stets dort vermieden, wo gleichen vorhanden war. Von dem englischen VorIn der Gesamtabstimmung wurde der Gefeßentwurf mit 49 fienden wurde die Bitte ausgesprochen, die Darlegungen fie fich an schattigen Plägen aufhalten und zu ruhigem Spiel ange- gegen 16 Stimmen angenommen. Außer Bayern halten werden. Die Kleidung der Kleinen wird am besten auf ein stimmten gegen das Gesetz die Vertreter von Ostpreußen, Branden. Der deutschen Regierung über die Wirkung der BeMindestmaß beschränkt und ihr Aufenthalt außerhalb des Hauses burg, Pommern, Westfalen, der Rheinprovinz und von Hessen- agungskosten und die trostlose Lage der Reichsver= Nassau. Der Verteter von Oberschlesien enthielt sich der Stimme. während der heißen Stunden möglichst vermieden. Während der heißen Nachmittage schlafen die Kinder, besonders die im zarten Alter, am besten in einem verdunkelten Zimmer. Viel Wasser oder fehr schwacher Tee sind ein gutes. Ableitungsmittel bei großer Hize, begegen sollte man, wenn nur die geringste Abneigung gegen Milch besteht, feinerlei Zwang in dieser Richtung ausüben. Vergleich im Kerkhoff- Prozeß. Der Schreibfehler der Stenotypistin. mögensverwaltung schriftlich zu formulieren, um sie der Reparationsfommission zur Kenntnis zu bringen. Es wurde auch flargestellt, daß die von Deutschland für die Hinterbliebenen fürsorge aufgewendeten Beträge gerade im Vergleich zu den entsprechenden französischen Aufwendungen äußerst bescheiden wären. Der Pariser Kampf gegen den Kokainhandel. 600 Verurtei- Vor der 8 Straftammer des Landgerichts Moabit fand fürzlich lungen wegen Handels mit Kokain und anderen verbotenen Mitteln der Prozeß des Reichstagsabgeordneten van den Kerkhoff ge= Im Reichsministerium für Wiederaufbau fand eine find in den letzten zwei Jahren von den Pariser Gerichten ausge- gen den Vorwärts" statt. Anlaß hierzu gab ein vor mehr Sigung des bei ihm bestehenden Beirates für Wiedergutsprochen worden. Aber der Handel hat feineswegs aufgehört, ja als 1½ Jahren im„ Borwärts" erschienener Artikel, der Herrn van machungsfragen statt. Den Gegenstand der Verhandlungen fogar noch zugenommen. Die Höchststrafe beläuft sich nämlich auf den Rerhoff Berquidung geschäftlicher Interessen mit der Führung bildete die Durchführung des freien Verkehrs bei zwei Jahre Gefängnis, und die Polizei steht auf dem Standpunkt, feines Reichstagsmandats vorwarf. In dem der Verhandlung vor den Reparationslieferungen auf Grund der kürz dah sich die Kokainhändler, die zum großen Teil aus Frauen be- angehenden Schriftwechsel stüßte fich der Kläger auf einen von Repe ſtehen, aber auch Aerzte und Apotheker unter sich zählen, durch solche einer Stenotypistin begangenen Schreibfehler, lich vom Reichstag angenommenen Abkommen mit der Ropafurzen Freiheitsstrafen nicht abschrecken lassen; es wird daher ge- die nicht, wie ihr dittiert worden war, in einem geschäftlichen Brief rationskommission und mit Frankreich plant, das Strafmaß beträchtlich zu verschärfen. unser Abgeordneter, Herr Direktor van den KerkDas Komitee der Berliner Jüdischen Kultur- Liga" verhoff", sondern unser Direktor, Herr Reichstagsab=„ Ein merkwürdiger Sahfehler". Die Buchdruckerei Bürenanstaltet am 8. b. M., abends, in den Räumen des Borochow- Klubs geordneter van den Kerkhoff" geschrieben hatte. Vor Eintritt stein macht uns darauf aufmerksam, daß sie die öffentlich angeLinienſtr. 159, eine Vorlesung der jüdischen Nomanschriftstellerin Rahe Anregung, der der Vertreter des„ Borwärts", Genosse Dr. Beiser, ergeben habe, genau nach dem Wortlaut des Manuftriptes gefekt und in die Verhandlung regte der Borsigende einen Vergleich an, eine fchlagene Rede des Reichsfanglers, wie eine besondere Nachprüfung Fiefenberg. Ein Museum für Monets Seerosenbilder. Claude Monet, der und sein Verteidiger, Justizrat Dr. Werthauer, ohne Bedenken folgen gedruckt habe. Der Fehler" fäme also nicht von ihr. Tatsächlich greife Altmeister des Impreffinismus, bat in seiner letten Schaffensperiode, zu, follen glaubten, da die Angelegenheit selbst heute faum noch po- enthält das Manuskript, wie wir uns felbft überzeugen fonnten, den bie Darstellung eines Weihers, der über und über mit Seerojen bededi litisches Interesse beansprucht. Der Vergleich kam auf der Basis von der im Reichstag gehaltenen Rede des Reichskanzlers untertoar, zum Hauptmotiv feines Schaffens gewählt und eine Fülle großartiger folgender Erklärung zustande: schiedlichen Wortlaut. Bilder nach diesem Thema geschaffen. Er hat nunmehr zehn Stom„ Die im Vorwärts", insbesondere in dem Artikel„ Metallische pofitionen, die neunzehn Bilder unfaffen", dem französischen Staat ge- Ethit" vom 24. November 1920, für welchen ich verantwortlich geschenkt und an diese Stiftung die Bedingung geknüpft, daß die Bilder in zeichnet habe, gegen den Reichstagsabgeordneten van den Kerkhoff eniem besonderen Mufcum aufgehängt werden. Der Staat hat die Echenfung angenommen und einen Teil der Orangerie der Tulerien zu erhobenen ehrenrührigen Vorwürfe nehme ich mit dem Ausdrud des diefem Monet- Museum bestimmt, während der andere Zeil des Gebändes Bedauerns unter liebernahme sämtlicher Resten zurück." Dr. Werner Dorübergehenden Ausstellungen gewidmet wird. Beifer. einige Blätter die Mitteilung, daß der Staatssekretär im preußischen Staatssekretär Mügel nicht deutschnational. Kürzlich ging durch Justizministerium Dr. Mügel Borjizender eines. deutschnationalen Wahlvereins sei. Diese Mitteilung ist nicht zu treffend. Herr Dr. Mügel ist vielmehr seit Begründung der Deutschen Volkspartei deren Mitglied. Zum Buchdruckerstreik. Das Verhalten der Berliner Buchdruckereibefizer, im besonderen Stellungnahme des Scherl- Personal. 17 dienen die deutschen Stuffateure in Holland nach deutschen Berhält nissen hohe Summen, und es ist erklärlich, daß die Zahl derer, die versuchen, durch Arbeit im Auslande ihre Lage zu verbessern, immer größer wurde. Leider ist es nun durch die übergroße Zahl der Gipser und Stuffateure, die nach Holland zur Arbeit zogen, soweit gekommen, daß der Tarifvertrag, den die holländische Stuffateureines Telles von ihnen, ist völlig unverständlich. Sie stützen sich Am Donnerstag nachmittag fand sich das ausständige Personal organisation in jahrelangen Kämpfen den Unternehmern abgerungen auf einen formalen Rechtsstandpunkt in einem Moment, da es auf der Firma August Scherl in den Arminhallen wieder zu einer Be- bat, sehr ernstlich gefährdet ist. Die Unternehmer haben es viel weitergehende Fragen ankommt, als die, ob die Berliner Buch- triebsversammlung zusammen. Nach einem Situationsbericht wurde verstanden, die ihnen günstige Situation auszunuzen, und fie brucker paragraphenmäßig korrekt in den Streit getreten sind oder nicht. in die Diskussion eingetreten, zu der zwei Anträge vorlagen. Der brauchen nun die Deutschen in ganz unverschämter Weise als Lohndrücker. Zwar wird noch der tarifliche Lohn gezahlt, der zirta Das materielle Recht der Berliner Buchdruder, mit ihren derzeitigen eine wollte den Beschluß der Buchdrucker- Generalversammlung betr. 42% Gulden wöchentlich beträgt, aber die Deutschen sind genötigt, Löhnen unzufrieden zu sein, fann ihnen doch kein vernünftiger Grscheinen der Arbeiterpresse wieder aufheben. Dieser wurde in Afford zu arbeiten, der zwar in Holland erlaubt ist, aber den Mensch abstreiten. Hier sollte weitsichtige Auffaffung auch auf gegen wenige Stimmen abgelehnt. Der zweite Antrag verlangt von Unternehmern Gelegenheit zu Lohnabzügen bietet, die die davon der Unternehmerseite soviel Plaz finden, als man auf Seite der am Freitag stattfindenden Buchdrucker- Generalversammlung Betroffenen durch Ueberstunden wettzumachen suchen. Daß damit der Buchdruckergehilfen dauernd wünscht. Die von der einen eventuellen Antrag, die Reichsdruckerei( Notenpresse) wieder die Grundlage zur Vernichtung des Achtstundentages gelegt wird, Firma Scherl vorgenommene Maßregelung der zwölf Funktionäre in Betrieb zu setzen, abzulehnen. quält diese Leute nicht. In Wie das alles wirft, davon nur ein einziges Beispiel: zeigt aber, daß man befürchten muß, daß auf jener Seite mehr als Diese Resolution wurde von der start besuchten Bersammnur fachgewerbliche Interessenwahrnehmung sich durchzusetzen bemüht. lung einstimmig angenommen. Ferner wurde unter Ent- Rotterdam allein arbeiten zurzeit zirfa 250 bis 300 deutsche Stuffa Es bleibt zu hoffen, daß die Buchdrucker, die stets stolz darauf rüstung der ganzen Versammlung davon Kenntnis gegeben, daß teure, während in derselben Stadt über 60 holländische Stuffateure schon wochenlang arbeitslos find. Das ist wohl der beste Beweis waren, die Elite der gewertschaftlich organisierten Arbeiterschaft zu 12 Kollegen durch die Geschäftsleitung fristlos entlassen sind. Hier für die Absichten der Unternehmer, die sogar in Deutschland versein, den Wünschen bestimmter Streise nicht in die Hände arbeiten. zeigt sich der reaktionäre Charakter der Leitung des Berliner Lokal- fchiedene Anwerbebureaus eingerichtet haben. So darf das nicht Es bleibt dabei, daß die Forderungen der Buchdrucker nach befferer Anzeiger" unverblümt; denn diese. 12 Kollegen find durchweg weitergehen, wenn nicht dem Haß der Ausländer gegen die Deutschen Entlohnung find an sich berechtigt. Die Buchdrucker als diejenigen, Funktionäre der Belegschaft, die sich durch gewissenhafte Ausübung Arbeiter neue Nahrung gegeben werden soll. Es darf nicht nu von denen heute die öffentliche Meinung der Reichshauptstadt, der ihrer Funktion nach Meinung der Geschäftsleitung unbeliebt gemacht kein deutscher Gipser oder Stuffateur mehr Arbeit nach Holland intensive Schutz der Republit und darüber hinaus die Gestaltung haben. Durch diese Machination erzielte die Geschäftsleitung aller annehmen, sondern es muß alles daran gefeßt werden, so viele in unferer gesamten wirtschaftlichen Lage abhängt, fie müssen sich aber dings das Gegenteil von dem, was sie wollte. Keine Einschüchterung Holland arbeitende Deutsche zurückzuziehen, wie nur möglich ist. darüber klar sein, daß sie nur in dem Maße die Unterstützung der war der Erfolg, sondern erneute Kampfesstimmung. Bur Sprache Dieser Att der Solidarität ist um so leichter, als feiner der Gipser öffentlichen Meinung und der Arbeiterparteien hinter sich haben, als tam noch die durch Anschlag an den Säulen bekanntgegebene Er- oder Stuffateure ohne Beschäftigung bleiben wird, denn auch in diefe des klaren Einblickes der Buchdrucker in unsere politische Ge- flärung der Berliner Buchdruckereibefizer. Unverkennbar flingt aus Deutschland ist ein Mangel an Facharbeitern vorhanden. ( Alle arbeiterfreundlichen Blätter werben famtlage sicher find. Wir bauen jetzt auf die gewerkschaftliche derselben das Bestreben heraus, gerade die Belegschaft der Firma um Abdrud gebeter) Erfahrung und die politische Klugheit der streikenden Buchdrucker. August Scherl anzuschwärzen. Eine Antwort auf die Erklärung Ein Fehler der heutigen Generalversammlung der Buchdrucker wäre erfolgt an anderer Stelle. Nur soviel sei festgestellt: das Personal für uns alle und auch für die Buchdrucker nicht zu ertragen. hat niemals in irgendeiner Form der Verbandsleitung das VerDie Ausgleichszuschläge für Staatsbeamte find vom 1. Juni trauen abgesprochen, sondern lediglich über taktische Fragen ganz zu 1922 ab weiter erhöht worden.. Da den städtischen Beamtex Eine Antwort der Gehilfen an die Prinzipale. Anfang der Bewegung im Hause Scherl waren Meinungsverein Ausgleichszuschlag nach Maßgabe der für die preußischen une Die Bereinigten" Buchdruckereibesizer und Zeitungsverleger schiedenheiten mit den Berbands funktionären aufgetreten. Diese sind mittelbaren Staatsbeamten jeweils geltenden Borschriften zu zahlen Berlins halten es für notwendig, sich in einer an den Anschlagfäulen aber auch durch den Eintritt der gesamten Buchdrucker in den Streit ist, so wird der allgemeine Ausgleichszuschlag auf Grund erscheinenden langatmigen Erflärung an die Deffentlichkeit zu wen erledigt. gehalt oder Grundvergütung, Ortszuschlag und Kinderbeihilfe einheitlich auf 105 v. 5. vom 1. Juni ben. Es verlohnt sich, einmal auf den Kern der Ursachen des Streifs ab festgesetzt. Hiermit erhöht sich auch der Versorgungszu einzugehen. Was zunächst den Tarifbruch" bei der Firma Scherl Die von Laufenden besuchte öffentliche Leipziger Buchdrucker- fch Iag der städtischen Ruhegehaltsempfänger und betrifft, so ist darüber an anderer Stelle, wo feine„ irreführenden" Mitteilungen möglich sind, gesprochen worden. Wir möchten aber versammlung am Mittwoch abend nahm einstimmig eine Reso- interbliebenen vom 1. Juni ab. Auf die Erhöhung ist cinmal den Herren Buchdruckereibesitzern die Frage vorlegen, ob lution an, die den streifenden Berliner Kollegen die Sympathie fofort ein Borschuß zu zahlen und zwar: für 1. Juni bis 30. Sepnicht auch in ihren eigenen Reihen schon wiederholt Tarif- der Leipziger zusichert. Alle Vertreter der ausländi tember 1922 Ruhegehaltsempfänger der Gruppen 2-5: 500 m., brüche begangen worden sind? Erinnert sei nur an die weitner- chen Organisationen stellten in ihren Reden den Wert der Einig. Gruppen 6-9: 1600 M., Gruppen 10 ufw.: 2700 M.; für Juni 600 M., Gruppen 6-9: 800 M., Gruppen 10 usw.: 1200 m. Außerweigte Sabotage der Prinzipale gegenüber Beschlüssen des feit dar und erhoben mit Wucht die Mahnung an die Deutschen, und Juli 1922 an Witwengeldempfängerinnen der Gruppen 2-5: Tarifamts der deutschen Buchdrucker aus jüngster Zeit. In einer nun endlich zur Einstellung der Richtungsstreitigkeiten und zur Ein- dem ist den Ruhegehaltsempfängern und den Witwen solcher Berganzen Reihe ostpreußischer Städte hatten sich die heit zu kommen, um durch die wieder geschlossene Internationale fonen, die von der vorstehenden Erhöhung nicht betroffen werden, auf die voraussichtlich ab 1. April 1922 eintretende Erhöhung ihrer Buchdruckereibefizer den Beschlüssen nicht gefügt. Da waren es in die sozialistische Arbeiterfache vorwärts zu bringen. Die zurzeit in Leipzig tagende Generalversammlung des Buch- Bezüge ein Vorschuß von je 1000 m. zu zahlen. Die Borschüsse erfter Linie die Gehilfen, die durch wochenlange Arbeitseinftellung in den Betrieben der Mitglieder des Brinzipalvereins den bruderverbandes nahm, wie uns aus Leipzig telephonisch mitgeteilt für die Ruhegehaltempfänger und Hinterbliebenen find auf eine von Beschlüssen der von den Unternehmern selbst gewählten Vertreter wird, eine Sympathie erklärung für die Berliner Kollegen an. Die den Vertretern der EBD. im Etatsausschuß gegebene Anregung Geltung verschaffen mußten. Generalversammlung beschloß am Donnerstag, die Erörterung des zurückzuführen. Zu wünschen wäre, daß auch Staaten und Berlin im Reichstag stattfinden und diefe Berhandlungen nicht durch. Berliner Streits zu vertagen, da gegenwärtig Verhandlungen in Reich bei Erhöhungen sofort berartige Borschüsse zahlen. treuzt werden sollen. Die allgemeinen Tarifverhandlungen beZu den Forderungen der Rotationsmaschinenmeister ist gegen über der einseitigen Darstellung an den Anschlagfäulen festzustellen und wird auch nicht bestritten werden können, daß diese Forderungen schon vor nunmehr 13 Wochen gestellt wurden und seitens der Prinzipale eine gewiffe Berechtigung derfelben anerkannt worden ist. Nur hielt man es für richtig, gemäß dem so oft platonisch betonten sozialen Verständnis", die Verhandlungen hierüber von Woche zu Woche hinzuziehen. Ebenso ist es mit den Forderungen der Gesamtgehilfen schaft. Bei den legten Lohnerhöhungen der Buchdruder wurde vom Tarifausschuß der Deutschen Buchdrucker beschlossen, daß er zu euen Verhandlungen noch vor dem 1. Juli zufammentreten follte, wenn die Preisverhältnisse auf dem Lebensmittelmarkt bis dahin nachweisbar gestiegen sein sollten. Wer bestreiten will, daß diese Bedingung zu dem genannten Termin gegeben war, würde das wider besseres Wissen behaupten. Die Berliner Brinzipale erkannten die Notlage der Gehilfen an, erklärten sich auch zu Verhandlungen bereit und setzten sich dafür ein, den paritätisch zusammengesetzten Tarifausschuß, der über Lohnerhöhungen zu beschließen hat, zu Sonnabend, den 1. Juli, zufammenzuberufen. Die telegraphischen Einladungen hierzu waren bereits geschrieben. Da erhob der in Leipzig wohnende Borsitzende des Deutschen Buchdruckervereins( 3entralvereinigung fämtlicher deutscher Buchdruckereibefizer), Dr. Peters mann, Einspruch, und fofort fügten sich die Berliner Prinzipale mit dem Vorwand, daß er st die Arbeit bei der Firma Scherl wieder aufgenommen werden müßte, eine Forderung, von deren Ab= lehnung sie von vornherein überzeugt waren. Die Buchdrucker Berlins sind sich stets der Verantwor= tung, die sie als Hersteller, der Zeitungen der Deffentlichkeit gegenSolidaritätserklärung in Leipzig. ginnen erst nächste Woche. lebergreifen auf München. Erhöhung der Ausgleichszuschläge. Grund mehrere Anfragen teilen wir mit, daß das Eintrittsgett Das Eintrittsgeld im Deutschen Metallarbeiterverband. Auf auch bei den neuen Beiträgen in der 1. und 2. Klaffe 3 M., in der 3. und 4. Klasse 2 M., in der 5. Klasse 1 M. beträgt. Die Ortsverwaltung. Betriebsversammlung der Reichsdruckerei. Die Streitenden und Ausgesperrten der Reichsbruckerei versammeln sich Freitag mittag 1 Uhr im Deutschen Hof, Luckauer Straße. Der Die Lohnbewegung der Buchdrucker und Hilfsarbeiter hat sich jetzt auch auf München ausgedehnt. In einer Versammlung wurde die Forderung auf eine wöchentliche Erhöhung der jetzigen Bezüge um 300 m. als durchaus berechtigt erflärt. Streit als Mittel zur Durchsetzung dieser Forderungen wurde zwar als Tarifbruch bezeichnet, es wurde aber zum Ausdrud gebracht, daß die ungeheure Teuerung ein solches Vorgehen erklärlich machen werde. o biefer Lohn nicht gezahlt wird, ift dem Bureau fofort Mitteilung zu machen. Glaser. Vom 3. Juli ab beträgt ber Lohn für Glafer 35 Mt. pro Stunde. Deutscher Wertmeisterverbanb, Bezirk 24, Holzindustrie. Freitag 7 Uhr Ar- Bersammlung in der Neuen Philharmonie, Köpenicker Str. 8. Tarif angelegenheiten. Zentralverband der Angestellten. Allgemeine Funktionärversammlung aller Fachgruppen, Freitag, abends 7 Uhr, in den Gophiensälen, Gophienfir. 17-18. Thema: Der Gewerkschaftstongreß. Referent: Erich Flatau. Berbandsbuch und Funktionärausweis legitimiert. Streit und Aussperrung der Buchbinder. Rentralverband der Maschinisten und Seizer. Branche: Einzelhandel. Am Bom Buchbinderverband wird uns geschrieben: Freitag abend 28 Uhr, in der Schule, Niederwallstr. 12, im Beichenfaat, In den Betrieben der Buchbindereien, Geschäftsbücher und Branchenversammlung. Die Tagesordnung wird in der Bersammlung bekanntBriefumschlagfabriken wird seit gestern früh gestreift. Die zentralen gegeben. Es ist Pflicht eines jeben Kollegen, pünktlich zu der Versammlung zu Verhandlungen in Würzburg führten zu feinem Ergebnis. Die erscheinen. Berband der Gemeinde- und Stantsarbeiter, Gektion Staatsbetriebe. FreiUnternehmer erklärten, wie wir bereits mitgeteilt haben, Lohnzu- taa abend 6 Uhr, Königsbant, Gr. Frankfurterstr. 117, Allgemeine Mitgliederlagen für den Monat Juli noch nicht gewähren zu können, da sta versammlung. tistisch noch nicht festgestellt sei, daß eine Teuerung überhaupt eingetreten sei! In überfüllten Bersammlungen in den Rammerfälen, Teltower Straße, welche am Montag, den 3. Juli, um 12 Uhr mittags, und am Dienstag, den 4. Juli, um 11 Uhr vormittags, stattfanden, wurde einmütig der Streif befchloffen. Solidarität wird gefordert! Streitbreder darf es nicht geben! In den Buchdruckereien ist tein Streif! Die Ausgesperrten aus diesen Betrieben haben sich sofort, soweit dies noch nicht geschehen ist, auf unserem Ortsbureau, Engelufer 24 II, zu melden. Die Ortsverwaltung. Berband der Buchbinder und Bapierverarbeiter. Freitag vorm. 10 Uhr, in der neuen Welt, Safenheide, Bersammlung aller streitenden Kolleginnen und Rollegen der Api"-Betriebe. Es haben hierzu also zu erscheinen die Kollegen fchaft der reinen Buchbindereien, der Briefumschlag- Betriebe und der Geschäfts bücher- Fabriken, soweit diese dem„ Api" angehören. Geschlossener Aufmarsch Am Freitag nachm. 4 Uhr, in ben 8entral- Festfälen, Alte Jakobstraße 32, Bersammlung aller Ausgesperrten in den Buchdruckereien. wird erwartet. Geschäftliche Mitteilungen. Für flotternbe Schüler wird in den bevorstehenden Ferien von Dr. Schraders Spezialinftitut, Berlin, Säkorfte. 30, wieder ein besonderer Ferienkursus veranftaltet, zu welchem Anmeldungen bereits jegt entgegengenommen werden. Alles Nähere erfahren Sie aus dem heutigen Inferat. über befizen, bewußt. Das ist schon dadurch bewiesen, daß fie, Bereinbarung vom 23. Juni d. I., durch welche die Gehälter der außergewöhnlich umfangreichen nach Branchen geordneten Adressenmaterials abgesehen von kleineren Arbeitseinstellungen, feit 1891 nie zu einem Streit gefommen Gieran 2 Beilagen. M. SCHULMEISTER M.Schulmeister Hochbahnstation Kottbuser Tor Der Tariffampf im Versicherungsgewerbe beendet. Das BTV. Branchen- Telephon- Abregbuch Groß- Berlin, nach Hanbels-, Industrie, Gewerbe- und Berufszweigen geordnete Fernfprechteilnehmer- BerBom Zentralverband der Angestellten wird uns geschrieben: seichnis Girta 1800 Geiten, Berlag für Handel und Induſtrie G. m. b. H., Berlin Bei der Abstimmung der Kollegenschaft über die vorläufige GB. 48, Wilhelmftr. 118), bas infolge der handlichen Busammenstellung feines bereits ein wertvolles Nachschlagebuch geworden ist, erscheint foeben in 3. er. Direktionsangestellten im Versicherungsgewerbe rüdwirkend Dont weiterter und nach Ratschlägen ber Geschäftswelt verbesserter Ausgabe. 1. März d. 3. ab wiederum zentral festgelegt worden sind, hat sich eine Mehrheit für Annahme ergeben. Da die Hauptversamm Berantw. für den rebatt. Teil: Franz Alübs Berlin- Lichterfelbe; für An find. Um so mehr glauben sie aber auf die Sympathie lung des Arbeitgeberverbandes deutscher Versicherungsunternehmunzeigen: h. Glode, Berlin. Berlag Vorwärts- Berlag 6. m. b.§., Berlin. Drud: weiter Kreise der Berliner Bevölkerung bei der gen der Vereinbarung vom 23. Juni ebenfalls zugestimmt hat, ist Borwärts- Buchbruckerei u. Berlagsanstalt Caul Singer u. Co., Berlin. Lindenstr. 3. jetzigen Lohnbewegung rechnen zu können, zumal sie mit ihrem die Bereinbarung nunmehr endgültig in Kraft getreten. jetzigen Stundenlohn von 22,70 m. gegenüber den Löhnen anderer Ein gleichlautendes Abkommen ist inzwischen auch für die AngeBerufe, die Stundenlöhne bis zu 38 M. zu verzeichnen haben, nicht stellten der Verwaltungs- und Provisions Generalin der Lage find, sich auch nur in bescheidenem Maße bei den agenturen getroffen morden. Damit sind die Lariffämpfe im heutigen Lebensverhältnissen mit ihren Familien durchs Leben zu Bersicherungsgewerbe, die feit März d. I. andauerten und zu einer fchlagen. Der Borstand des Vereins der Berliner Buchdruder Arbeitsniederlegung in Hamburg, Köln, Düsseldorf und Stettin ge. und Schriftgießer. führt hatten, zu ihrem Abschluß gelangt. Wenn das Ergebnis der neuen zentralen Regelung auch feineswegs voll befriedigt, so ist es doch gelungen, die Gehälter der Versicherungsangefteliten einiget Eine am 5. Juli d. I. im Klubhaus", Ohmstraße, vom Deut maßen den herrschenden Teuerungsverhältnissen anzupassen. Auch gen Wertmeisterverband einberufene öffentliche Werk- find Sicherungen geschaffen worden, welche es den Arbeitgebervermeisterversammlung nahm Stellung zum Streit der Arbeiterschaft bänden unmöglich machen, notwendig werdende weitere Ges in den Buchdruckereien, Buchbindereien, Geschäftsbücherfabriken und haltserhöhungen in ähnlicher Weise zu verschleppen, der Briefumschlagbranche. Den Ausführungen der Kollegen Ar Den Ausführungen der Kollegen Armie es in den letzten Monaten versucht worden ist. Die neuen Ber nold und Hölzner folgte stürmischer Beifall und wurde in einer einbarungen laufen bis zum 1. September d. J. Entschließung einstimmig beschlossen, die Forderungen der graphischen Verbände mit allen Mitteln zu unterstützen. An die Gipser und Stuffateure Deutschlands. Taftische Maßnahmen veranlaßten den D., von einer direkten Bom Deutschen Bauarbeiterverband wird uns geschrieben: Teilnahme am Streit zurzeit abzusehen. Sollte sich in den nächsten land, besonders Gipser und Stuftateure, in Holland Beschäftigung Seit dem Jahre 1920 haben zahlreiche Bauarbeiter aus Deutsch Tagen die Streiflage nicht geändert haben, so wird am Dienstag gesucht und gefunden. Während vor dem Kriege regelmäßig holine weitere Bersammlung erneut Stellung nehmen. Mit einem ländische Stuffoteure in Deutschland lohnendere Beschäftigung fanden Appell zum noch festeren Zusammenschluß, insbesondere der Fat- als in ihrer Heimat, ist dies heute infolge der ungeheuerlichen Entoren, an den DWB. wurde die imposante Bersammlung geschlossen. wertung der deutschen Reichsmart völlig umgekehrt. Heute ver = Gesetzlich darf Mervant K Kiedad 10 billige Tage vom 1.- 12. Juli in Herren-, Jüngl- u. 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