St.31839. Jahrgang Ausgabe:. 155 Bezugspreis: Bierteljährlich 180, 90, monatli 60,- 20 rei ins Haus, voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschlana, Danzig, Saar und Memel gebiet, sowie Desterreich u Luxemburg 108,- 9., für das übrige Ausland 14 M. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Esth. land, Finnland, Frankreich. Holland, Lettland, Luremburg, Defterreich. Echweden, Schweiz, Tichecho- Slowakei und Ungarn. Der Borwärts" mit der Sonntags beilage Boit und Zeit", der Unter haltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage Eiedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Morgen- Ausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 3 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezetle Toftet 18,- M.- Reklamezeile 90.-M. Aleinenzeigen" das fettgedruckte Wort 4,50 M.( zulässig mei lettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 2,50 M. Stellengesuche und Schlejftellenanzeigen das erfte Bort 3,- M., jebes weitere Wort 2,50 M. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwe Worte. Familien- Anzeigen für Abon menten Reile 8.- M. Anzeigen flir bie nächste Nummer müffen bis 4%, 2hr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden. ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Expedition: SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Redaktion Moritplan 15195-97 Expedition Morisylas 11753-54 Sonnabend, den 8. Juli 1922 Deutschnationale Waffenkammern. Magdeburg, 7. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Die großen Waffenfunde in Magdeburg führten auf Spuren, die erfennen ließen, daß es sich bei der Anlage der Waffendepots um eine fyftematische Arbeit handelt, die weit über Magdeburg hinausgreift. FestgenomDrendmann. und der Kaufman Fölche verhaftet. Rechts oder links? Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Berlag. Ervedition und InferatenAbteilung Moritplas 11753-54 Dollar 527. Mit dem geftrigen. Tage hat der Dollar an der Berliner Börse den Stand von 500 überschritten. Die Kauffraft der Mart im Ausland ist auf weniger als, Pf. Borkriegswährung herabgefunten. Sprunghaft verteuern sich die vom Ausland eingeführten Lebensmittel und Rohstoffe, in mehr oder weniger fürzerem Abstand folgt der gesamte Warenmarkt. So stehen wir inmitten einer neuen Teuerungs-. melle, die von außen her, von der Bewertung unseres Geldes im Verhältnis zu fremden Geldsorten bestimmt ist. Schien es noch vor kurzem, daß bei einem Dollarstand von 300 die Preisbewegung zum Stillstand kommen würde, weil auf dieser Grundlage die Weltmarktpreise fast überall erreicht waren, fo rasen jezt die Notierungen des Weltmarktes wieder in die Höhe, und ein Ende der Entwicklung ist vorläufig nicht abzusehen. Die Antwort der Deutschen Volkspartei. Der Vorstand der Fraktion der Deutschen Bolkspartei hal men wurde der Oberstleutnant a. D. Raffauf, in dessen Anwesen an die Vorstände der Fraktionen des Zentrums und der das erste Waffenlager in Stallungen hinter Strohhaufen und Bret- Deutschdemokratischen Partei folgenden Brief gerichtet: fern verborgen entdedi wurde. Das zweite Waffenlager wurde Wir sind mit Ihnen der Auffassung, daß die außerordentliche in einem Schuppen des Mühlenbesikers und deutschnationa- Schwierigkeit der Lage das Zusammenwirten aller derer verlangt, Ten Stadtrates a. D. Drendmann gefunden. Drendmann uno die au williger und tätiger Mitarbeit an der Erhaltung und dem sein Schu wurden verhaftet. Als Mitwiffer bzw. Bermittler der Wiederaufbau des Staates auf dem Boden der heutigen Ber Waffen wurde der Hauptmann und hältnisse bereit sind. In den in Uebereinstimmung mit den An Borsigende der Deutschnationalen Partei Magdeburg schauungen der Frattion gehaltenen legten Reben der Abgeordneten Major a. D. Schäfer, Becker, Heinze und Stresemann ist unsere Auffassung zu Mitglied des„ Stahlhelm" und des Deutschvölfischen Schuh- und der außenpolitischen Lage sowie zu der Frage des Schuzes ber Die Mart ist innerhalb der wenigen Wochen seit der ErTruhbundes, festgenommen. Schäfer ist ein Schwiegerjohn des verfaffungsmäßigen Staatsform gegen Verächtlich mordung Rathenaus faft auf die Hälfte ihres Auslandswertes machungen und gegen hochverräterische Unternehmungen im wefent gesunken. Will man die Gründe erkennen, so muß man sich Welter wurden der Kapitän a. D. Hauptmann Paul Steinberg lichen in Uebereinstimmung mit denen von Ihnen vertretenen An- vergegenwärtigen, daß die deutsche Spekulation hier der ausschauungen zum Ausdrud gekommen. Da weiter in dem der Berländischen vorangegangen ist. Deutsche Finanziers schenken Das Waffenlager im Anwesen eines Kaufmanns in der Halber- obschiedung zugehenden großen Finanzgefez eine gedeihliche gemein deutschem Gelb weniger Vertrauen als das Ausland. Aber stedter Straße enthielt u. a.: über 600 Infanteriegewehre und Kara- schaftliche Arbeit auf breiter Grundlage erfolgt ist, wird die auch von noch mehr: Die Reichsbank hat, mit allen ihr zu Gebote biner, 15 Maschinengewehre, Kisten mit Pistolen, annähernd 20 000 Ihnen als Voraussetzung bezeichnete llebereinstimmung in den we stehenden Mitteln, sich der Welle entgegengeworfen. Enorme Schuß Infanterie- Munition und unzählige Mengen Maschinenge- fentlichen grundsäglichen Fragen vorliegen. wehr- Munition, cine halbe kifte Explosivgeschoffe. Die Waffen für möglich und sind bereit, uns an der Regierung Verfügung gestanden hatten, wurden vom Markt geschluckt und Wir halten daher eine Zusammenarbeit auch in der Regierung mittel- und Rohstoffeinfuhren oder zu Reparationszweden zur Beträge an fremden Zahlungsmitteln, die sonst für Lebenstrotzdem ging die Hauffe weiter. Gewiß find die Devisenbeträge gering im Verhältnis zu dem, was die Reparationen Devisenmarites, auf dem das Angebot faft verschwunden, die non uns forderten; aber sie sind ein Nichts im Gewoge des Nachfrage aber stürmisch geworden ist. Immerhin waren sie mehr als nichts im Verhältnis zur Leistungsfähigkeit Deutschlands, das sich jetzt, entblößt von allen Beständen, den nächsten Reparationszahlungen gegenübersieht. Der Markt hat fie aufgenommen. Reiner weiß, ob die Hände, in die diese Beträge gelangt sind, sie so leicht wieder hergeben werden. JedenVerein mit den Butschisten des eigenen Landes dafür sorgen, falls werden sie es nicht fun, solange die Poincaristen im daß die Befizer fremder Werte noch immer recht behalten, daß über alle Anstrengungen der deutschen Regierung und über die allzu zaghaften Versuche einer internationalen Lösung des Reparationsproblems hinweg die Entwertung der Mark immer wieder jortschreitet. waren fachgemäß auseinandergenommen und gestapelt. Hamburg, 7. Juli.( WIB.) In Bergedorf wurden im Gasthof Stadt Hamburg" und an anderen Stellen der Stadt Riften gefunden, die neben Stahlheimen und sonstigen militärischen Aus rüstungsgegenständen auch einige Maschinengewehre mit Crfahläufen mb Traggurten fowie Handgranaten enthielten. Die Besiger der Riften sowie einige an ihrer Unterbringung beteiligte Berfonen wurden verhaftet. Unter den Berhafteten befinden sich u. a. der Sohn bes Fabritbefizers Rufede, der dem Borstand der Ortsgruppe der Deutschen Bolfspartei angehört. zu beteiligen. Namens der Vorstandes der Fraktion der Deutschen Volkspartei: gez. Dr. Strefemann." Da die Sozialdemokratie nicht daran denkt, tatt der Unabhängigen die Partei des Herrn Stresemann in die Koali tion aufzunehmen, handelt es sich bei diesem ganzen Brief wechsel um gar nichts anderes als um ein politisches Luftgeschäft. Es wäre denn, man hielte den Zeitpunt: für geeignet, eine rein bürgerliche Regierung mit bürgerlicher Mehrheit herzustellen, also etwa eine Einheitsfront von Helffe rich bis Petersen zum Schuße der Republik". Spaltung der Deutschnationalen? Für die Bolkspartei ist es fennzeichnend, daß sie in ihrer Mie mir schon meldeten, hat am Dienstag und Mittwoch der Reichsvertretertag der Deutschnationalen Bolts- Antwort durch tunstvolle Umschreibung es sorgfältig verpartei getagt. Es lag eine Anregung vor, eine Entscheidung meidet, das Wort Republi? zu gebrauchen. Und dieie über den Ausschluß der deutschvöltischen Leute, die das Wort Republit nicht einmal in den Mund zu Gruppe aus der Deutschnationalen Volkspartei zu treffen. nehmen wagen, follen die Republit gegen die Monarchisten Mit erbrüdender Mehrheit hat jedoch der Deutschnationale verteidigen die sie selber sind?! 3ft nicht die Zeit für solche Reichsvertretertag sich für die Deutschoöllischen entschieden Scherze zu ernst? und den Ausschluß des deutschvölkischen Abgeordneten Bulle und anderer deutschvölkischer Abgeordneter aus der Partei abgelehnt. Daraufhin find, wie die Dena hört, innerhalb der deutschnatioralen Fraktion ernste Erwägungen der hinter Dr. Düringer stehenden Abgeordneten entstanden, aus der Deutsch: nationalen Partei auszufcheiden und eine neue Partei zu gründen. Merkwürdig berührt diesen Tatsachen gegenüber eine Erklärung der Deutschnationalen Volkspartei, die durch die TU. verbreitet wird; in ihr heißt es unter anderem: Heute Besprechung in der Reichskanzlei. Auch im Laufe des Freitags fanden feine interfrattionellen Besprechungen über die Regierungsumbildung statt. Erst am Sonnabend vormittag 9% Uhr werden die Koalitions parteien unter dem Borsitz des Kanzlers zu einer Besprechung zusammentreten, in der u. a. das Regierungsproblem ein gehend besprochen werden wird. Die Reichsregierung ist über bie Auffassung der Sozialdemokratie bezüglich einer Regie: rungserweiterung nach rechts bereits unterrichtet worden. Die fortschreitende Teuerung. Die nach den Erhebungen des Statistisch en Reichsamts über den Aufwand der Ernährung, Heizung, Beleuchtung und Wohnung berechnete Inder3iffer für die Lebenshaltungskosten ist im Durchs.hnitt des Monats Juni auf 3779 geftiegen gegenüber 3462 im Monat Mai. Die Steigerung beträgt demnach 9,2 Bro 3. gegen 9,0 Proz. vom April zum Mai. Die Ernährungsfoften haben sich in ungefähr gleichem Maße wie die Gesamtausgaben erhöht( um 9,4 Broz.). Die Reichsinder differ für die Ernährungstoften stellt sich im Durchschnitt des monats Juni auf 5119. Wohl ist es richtig, daß die Gefeßgebung gegen die Devisenfpetulation, die das wirtschaftliche Rückgrat der Republik unterhöhlt, noch schärfere Mittel finden muß. Wohl müssen die Spekulationsgewinne und die Gewinne beim arenerport noch stärker von Steuern erfaßt werden. Aber man täusche sich darüber nicht, daß derartige Represalien gegenüber fo stürmischen Schwankungen des Marktes versagen müffen, weil die Gewinnchancen immer noch größer bleiben als eine noch so große Steuerabgabe. Schließlich sprechen auch Gründe allgemeinwirtschaftlicher Art gegen eine lleberSpannung der Steuerschraube. Nicht immer gehen die Devisen fo stürmisch wie in diesen Tagen, wo der Dollar von einem Tage zum anderen zwischen 430 und 535 hin- und herpendelte, sondern es gab lange Berioden, und sie werden hoffentlich bald wiederkehren, wo die Kursschwankungen nur gering sind, wo die Mart zum befferen neigt, und wo eine weitschauende Wirtschaftspolitik verhindern muß, daß die Entwicklung zum besseren dann nicht durch die gleichen Steuern gedrosselt wird, die bei der Spekulation auf die schlechte Mart durchaus begründet sind. der Mart sich ihrem Höhepunkt nähert, wenn sie ihn Sprechen doch mancherlei Anzeichen dafür, daß die Krise nicht erreicht hat. Einmal ist es die allgemeine Geldknappheit, die sich seit längerer Zeit geltend macht und die z. B. ver ftrengung sich auf den Effektenmarkt geworfen hat wie in hinderte, daß die Spekulation diesmal mit der gleichen AnDie Mitteilung, daß der deutschynationale Parteiausschuß den Bruch mit dem deutschvöltischen Flügel der Deutschnationalen Boltspartei abgelehnt habe, und daß auch der besondere Antrag, den Abg. Bulle auszuschließen, feine Annahme gefunden habe, if frei erfunden. Richtig ist, daß überhaupt fein Antrag auf Bruch mit dem deutschvölkischen Flügel vorlag, daß darüber über haupt nicht verhandelt und abgestimmt worden ist. Richtig ist, daß überhaupt fein Antrag auf Ausschluß des Abg. Wulle vorlag und darüber überhaupt nicht verhandelt und abgestimmt worden ist. Die Entschließung der Parteivertretung spricht flar und deutlich aus, worüber verhandelt worden ist. Die zur Behandlung stehenden Bunkie waren danach: Die an den Mord anknüpfende unwahrhaftige Sezze gegen rechts; die Ausnahmeverordnungen und Gefehe; das unentwegt von der Partei festgehaltene Ziel: Die im Geifte chrift licher und deutscher Gefittung erneuerte Bolfsgemeinschaft", derentwegen sie wie jebe Gewalttat auch jede gehäffige und unangenehme wesentliche Breiserhöhungen fü: Nährmittel, Fleisch, Die Steigerung der Lebenshaltungskosten ist hauptsächlich durch Rampfesweise verwirft und mißbilligt. Warum bann das energische Abrücken anständigerer Deutschnatio. ette, 3uder, Gier und Milch verursacht. Auch Brennstoffe früheren Perioden des Marksturzes. Es muß sehr bald der naler von ihrer Parteipolitif, wenn sie nichts weiter will, als„ im fowie Gas und Elektrizität find überall teurer geworden. Anderer- Augenblid tommen, wo man entdeckt, daß sich an der SpekulaGeifte chriftlicher Gesittung" die Bolksgemeinschaft erneuern? Ueber- feits haben sich die in den Bormonaten besonders start im Preise ge- tion mit unterbewerteten Aftien noch mehr verdienen läßt dies liegt das Entscheidende der Erklärung der Deutfcnationalen ftiegenen Startoffeln( alter Ernte) in der Berichtszeit überall wefent als an Devisen, und in demselben Augenblid muß sich das GeBoltspartei gar nicht in jenem Widerspruch mit den Tatsachen, fon- lich verbilligt. Die erheblichen Preiserhöhungen infolae der neuer. dern darin, daß sie ausdrüdlich betont: es wird nicht von dem lichen Balutaverschlechterung tommen in der Inderziffer für Juni präge des deutschen Marites ändern, wenn nicht das Ausland mit großen Marfverfäufen eingreift. Das ist aber noch nicht deutschvölkischen Flügel und von Bulle abgerüdt. Damit ist er noch nicht zum Ausdrud. fo ficher, mie es zunächst scheinen mag. In London hat die wiesen, daß die Deutschnationalen geschlossen die Mörderpartei In den mittleren und fleineren Städten bleiben wollen. zeigt sich diesmal meist ein itärterer Fortschritt der ervosität der deutschen Spekulation manches Kopfschütteln erregt. Dann aber fommt hinzu, daß die Börse auf jedes Teuerung als in den Großstädten. unfontrollierbare Gerücht von einem Butsch oder einem Attentat in einer Weise reagiert, die über alles Maß hinausschießt. Bei manchen, die am Devisengeschäft interessiert sind, ist ja Hindenburg, 7. Juli.( Eig. Drahtbericht.) In Hindenburg fand der Wunsch der Bater des Gedankens. Bei der Mehrzahl ist gestern die Beerdigung der neunzehn Opfer der Schießerei vom das aber unerklärlich. Denn es gibt doch auch in der Finanz 29. Juni unter ungeheurer Teilnahme statt. Bon überall Leute, die wissen, daß Gott sei Dank heute nicht nur die Rewerden neuerliche Vertreibungen der Deutschen gemeldet. Gestern aftion herrscht, und daß eine Kraftprobe ähnlich enden nacht sind in Antonienhütte 48 Familien gewaltsam vertrieben wor- wird wie die lehte: der Kapp- Putsch, nach dessen NiederwerEin neuer parlamentarijder Untersuchungsausschuh. Der Reichswehrminister hat, wie der Reichstagspräsident obe zu Be den. In Königshütte fieht die polnische Polizei tatenlos den Ge fung die Marf plößlich und anhaltend stieg! Jedenfalls saugen ginn der gestrigen Plenarsizung mitteilte, an den Reichstag bas wallaften zu. Die Zahistelle der Bergarbeiter mit 3000 Mitgliedern die Devisenspekulanten aus allen Nachrichten, die das Boik Erjuchen gerichtet, wegen der Anflage und Beschimpfungen gegen wurde vollkommen zerschlagen. Allnächtlich finden Schießereien beunruhigen fönnten, Honig, und das ist ein deutlicher Hindie Reichswehr einen parlamentarischen Untersuchungsausschuß an der Grenze mit Todesopfern cuf beiden Seiten statt. Die, weis darauf, wie sehr Deutschland der Ruhe bedarf. Es ist einzufetzen. Der Antrag wurde dem Aeltestenausschuß überwiesen. Zustände sind unhaltbar. zugleich ein Urteil über die Folgen des Rathenaumordes 11. Auguft: Nationalfeiertag. Die Regierungsparteien werden noch dieser Tage einen Gefehentwurf einbringen, durch den der 11. August, an dem die Verfassung in Weimar verabschiedet wurde, zum Nationalfeiertag erflärt werden soll. Schlesischer Notruf. tausende Unschuldige, UnbetelNgte, ja selbst verblendete Partei» gänger der Monarchisten werden in hohen Preisen für Lebens- mittel und Bedarfsartikel den unermeßlichen wirtschaftlichen Schaden bezahlen müssen, den die Mordbuben dem Vaterland zugefügt haben. Dann aber zeigt das Gebaren der Börse, daß die Arbeiterschaft alles Interesse daran hat, dieses Treiben hintanzuhalten, indem sie sich nicht provozieren läßt, sondern ihrerseits auf die Aufrechterhaltung der Ruhe hinwirkt und dazu nach bester Kraft beiträgt. Die Garantiekommission weilt dieser Tage in Berlin und interessiert sich sehr eifrig für den Reichsetat. Hoffentsich ist ihr der stille, aber erbitterte Kampf nicht entgangen, den die Reichsban? an der Börse gegen die Spekulation geführt Hot: hoffentlich vergißt sie auch nicht, wo die letzten Gründe dafür liegen, daß der Sturm gegen die Mark solche Formen an- nehmen konnte. Wäre Genua das geworden, was man ohne den Einspruch Frankreichs von dort hätte erwarten können, wäre auf den Trümmern des Krieges ein Zusammenschluß der Bölker zum Wiederaufbau der Welt erreicht worden, dann wären alle diese Vorgänge jedenfalls nicht möglich gewesen. So aber sieht sich Deutschland erneut vor den größten Schmie- rigkeiten bei der Erfüllung der nächsten herabgesetzten Zah- lungsraten: keine Hilfe wird seiner Währung gerade von den Völkern, die am meisten an der Zahlungsfähigkeit Deutsch- lands interessiert sind. Es wäre bringend zu wünschen, daß die Garantiekommission daraus ihre Schlüsse zieht und eine wirkliche Lösung des Reparationsproblems mit aller Kraft und größter Beschleunigung anstrebt. Denn selbst wenn der Kurs- tanmel aufhören sollte, die Kräfte, die ihn hervorriefen, bleiben wirksam, und überdies hat die wcchselvolle Geschichte der Mark seit dem Waffenstillstand gezeigt, daß eine erschütterte Währung sich von einem Stoß niemals wieder ganz erholt, sondern daß seine Folgen noch jahrelang nachwirken. «* * Teutschland verlangt Zahlungserleichterung. London. 7. Juli.(EP.) Der Korrespondent der„D« il? 91 e ro s* in Berlin glaubt zu wissen, daß Deutschland ein Moratorium für die Bezahlung der SO Millionen Goldmark verlangen werde, die es am IZ. Juli bezahlen sollte. Deutschland sei bereits in diesem Sinne cm die Alliierten herangetreten. Nach einer gnderen Quelle sei dagegen bis jetzt nur die englische Regie- rung verständigt worden. Der„T e m p»" erklärt, daß man in der Reparationstommisston von dieser Absicht der deutschen Regierung nichts wisse, und daß die Reparationskommission ihrerseits bis jetzt kein derartige, Ge» such erhalten habe. Das„Journal de» Dtbats� schreibt, es scheint, daß diese Meldung nicht richtig sei, wenigsten» wa» die nächsten Zahlungen anbelange. Aber es wäre möglich, daß die deutsche Regierung später ein Moratorium verlangen werde. Der deutsche Kanzler und seine Minister haben in der Tat während des Aufent- Halts des Garantie komitees in Berlin darauf hingewiesen, daß ein großer Teil der ausländischen Devisen, die Im Hinblick auf die Reparationszahlungen aufgekauft worden sind, für die Der- besserung des Markturses verwendet wurden und daß es deshalb für die deutsche Regierung schwer sei, die Reparationsver- pflichtungen zu erfüllen. Notenprelse unü HuÄ>Aruckerstreik. Infolge des Buchdruckerstreik», dem sich die Arbeiter der Reichs- drückerei trotz Bewilligung ihrer Forderungen angeschlossen haben. motzte, wie die Reichobank mitteilt, die Herstellung von Bänknoten vorübergehend eingestellt werden. Da die Bestände der Reichsbank in der verflosienen Woche durch die ganz ungewöhnlich starken Ansprüche zum Dierteljahrsschluss« nahezu erschöpft waren, ist eine empfindliche, auch die Lohnzahlungen erfchwerende Stockung in der Versorgung der Reichsbank- anftalten mit Zahlungsmitteln«ingetreten. Diese Stockung wird jedoch durch die Ausgabe einer HIlfsbanknot« zu SOO M. voraussichtlich in den nächsten Tagen behoben fein, so daß die Reichs- dank bereits in der kommenden Woche in der Lage sein wird, den Dedarf wieder voll zu befriedigen. Shellep. (Zu? 100. Wiederkehr seines Todestages.) Wie fast unüberfchreitbare Schranken die Verschiedenheit der Sprache dem� Streben der Völker nach gegenseitigem Verständni» ihres geistigen Lebens zieht, wird Wi der Betrachtung-dichterischer Persönlichkeiten recht offenbar, in deren Schaffen sich Inhalt und Form so oerbindet, daß das ein« nicht ohne das andere erfaßt wer- den kann. Shakespeare, in drsien Wesen die sprachliche Form nicht die wesentlichste Rolle iplslt, ist fast ein deutscher Dichter geworden: Walter Scott und selbst Byron haben bei un» eine gewiss« Popu- larität erlangen können: wer aber kennt Shelley? Die Reize von Shelleys Rhythmus, die Pracht seiner Bilder hat kein« Ueber- setzung völlig wiederzugeben vermocht. Ihrer Form entkleidet, hatten sein« großen Ideen nicht die Möglichkeit, dem Dichter über die Sprachgrenzen hinaus Gehör zu erzwingen. Und doch hat die Gestalt dieses Dickterjünglings, hat sein stürmisches Leben eigen« artige Anziehungskraft genug, das auch die von ihm wisien sollten, die seine Dichterischen Schöpfungen nicht bi» in ihr« letzten Fein- Helten zu genießen vermögen. Percy Bysih« Shelleys Familie war von altem Adel. Der Dichter, am 4. August 1792 zu Fieldplace geboren, genoß die ge- wohnlich« Erziehung junger Adliger, bot aber schon aus der Schule das Bild einer schrankenlosen Genialität, die den Mitschülern ebenso unverständlich war wi« den Lehrern. Ein Jahr, nachdem er di« Universität Qxsord bezogen hatte, wurde er wegen einer Schrift über di«„Notwendigkeit des Atheismus' relegiert. Harrtet W e st b r o o k, eine Mitschülerin seiner Schwester, di« Tochter eines Mannes, der durch zweifelhaste Geldgeschäft« ein Der- mögen veröient hotte, verliebte sich in di« fast frauenhafte Schönheit des Jünglings, und Shelley, mehr um sie verhaßtem Schulzwana und peinlichen häuslichen Verhältnissen zu entziehen, mehr durch ihr« Hingabe gerührt als selbst von Lieb« ergriffen, entführt« und heiratete die Sechzehnjährige. Die Ehe mit dem nur drei Jahre älteren Dichter, dessen Verheiratung zum völligen Bruch mit seinem Dater führte, gestaltete sich zunächst nicht einmal so unglücklich, wie man hätte erwarten können. Die liebliche Harrict, al» ein halbes Kind noch völlig unter dem Einfluß de, vergötterten Jünglings stehend, wußte nichts einzuwenden, wenn ihr Gatt« geistige An- regungen, die er bei ihr nicht scmd, bei einer exzentrischen Schul- lchrerin. Miß ftitchener, suchte, die sich ebenso wie Shelleys Freund und späterer Biograph Hogq und 5>'!rrietz herrschsüchtige ältere Schwester Elisa, zeitweise zu den beiden gesellt«, den seltsamen Hausstand vervollständigend. Von geringer Rent« lebend, zog man bald dahin, bald dorthin. Der irische Freiheitskampf riß Shelley in seinen Strudel. So selbst- los er sich der Sache hingab, so wenig Erfolg« errang er. Zwischen solchen Stürmen, wachsenden Nahrungesorgen und Zerwürfnissen der Eheleute, die darin ihr« Wurzel hatten, daß Harriets Charakter, als er erst eigene Linien erhielt, sich doch demjenigen Shelleys als zu wenig ebenbürtig erwies, wurden di« idyllischen Ruhcpunkte immer seltener. Der Dicht«? trennt« sich schließlich von seiner Frau, der«r da. Töchterchen überließ, und fand in Mary, der Tochter Die Aufdeckung des Komplotts. Eine weitausgcdehnte Mördcrorganisation. Ein« hiesige Korrespondenz schreibt: Bei der Abteilung 1* de» Polizeipräsidiums ist es keineswegs still geworden, wi« die„Rote Fahne" meint, sondern es wird mehr gearbeitet wie je zuvor, von Düsseldorf ist jetzt der Ingenieur K a u e r tz in Berlin eingetroffen, um hier gründlich oerhört zu wer» den. Er gibt zu, den Kreisen anzugehören, au» denen die poli» tischen Anschläge hervorgegangen sind, bestreitet jedoch, von diesen selbst wie von dem Mordanschlage auf Rathenou irgendwelche Kennt- nis gehabt zu haben. Durch umfangreiche Zeugenvernehmungen ist aber ermittelt worden,, daß er doch darum gewußt hat. Von Olden- bürg haben die dorthin entsandten Beamten der Abteilung 1» den Berlagsbuchhändler Albert Grenz hierher gebracht. Er ist eine Triebfeder bei dem Anschlag aus Haiden. Grenz betreibt w der Mauerstraße zu Oldenburg ein« Berkagsbuch- Handlung, die sich hauptsächlich mit antisemitischer Literatur besaßt. Er leugnet nicht, Weichard zu dem Anschlag auf Har- den veranlaßt zu haben. Die Anregung dazu hat er, wi« er be- hauptet, von anderen, auswärligca Stellen bekommen. Di« Nomen dieser Anreger will er nicht kennen.(I) Nach dieser Richtung sind weiter« Ermittelungen noch im Gange. Der flüchtige Anker- mann ist jetzt wohl au» Berlin verschwunden. Sr muß es doch noch verstanden haben, sich Geld zu verschaffen. Bei allen Untersuchungen, die jetzt die Abteilung In al» Zentral- stell« vornimmt, ltitet und veranlaßt, handelt es sich nicht bloß um die Anschläge auf Rathenau und Horden, sondern auch um den Mord an Erzberger und das Attentat auf S ch e i d e m a n n. Im ganzen Deutschen Reich« wird allen Kreisen und Organisationen, die dabei in Betracht kommen können, bi» in alle Einzelheiten hinein nachgespürt. Es steht fest, daß diese Organisakionen und ihre De- Ziehungen untereinander wclt ausgedehnt und sehr stark verzweigt sind. Viele Fäden laufen bis m kleine Provinzorte hinein. Der Stein, der nach dem Mord« an Raihenau da» Wvsier zuerst auf- rührt«, wirkt im Kreise weiter. In Groh-Berlin ist jetzt alles auf- geklärt, in der Provinz und im Reich« dagegen ist noch viel Arbeit zu verrichten. Roch täglich sendet die Abteilung I» Beamte nach allen Richtungen aus. Sie haben in größeren und kleineren Ort- schoflen Vernehmungen und Durchsuchungen zu bewirken, di« oft auch zu Perhaftungen führen. Alle verhafteten werden nach Berlin gebracht. Hier ist di« Zentralstelle, die unausgesetzt bemüht ist, die Fäden bis zum letzten End« zu entwirren. Gegen 30 Personen befinden sich in Berlin noch in Haft. Andere, bei denen sich der Verdacht als unbegründet erwiesen hat, oder bei denen irgend «ine Mitwirkung oder Mitwisierschaft sich nicht feststellen und nach. weisen ließ, sind im eLufe der Zeit wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Zu denen, di« in Hast geblieben sind, gehören auch Karl T i l l e s s« n und Manfred von Killinger. Sie haben aus verschiedenen Zusammenkünften gewußt, daß gegen Ralhenau et» Anschlag geplant war. und wollen auch dagegen Stellung genommen haben. Ihre Mit» w i s s e r s ch a f t ist also sestgest-llt. Di« ganze Untersuchung zur vollständigen Ausklärung der Organisationen und ihre Verschwörun- gen und Pläne ist noch lange nicht abgeschlossen. * Soweit die Korrespondenz. Auch«Ir«einen, daß nach den zweifellosen Erfolgen, di« von der Abteilung I» in der Aufdeckung der Mörderorganisation erzielt wurden, derartig maß- los« Angriffe, wie sie die„Rote Fahne' gestern gegen die Tätigkeit dieser Stelle richtete, vollkommen unberechtigt sind. Wenn nicht alle Täter bisher verhaftet werden konnten, so ist doch auch zu bedenken, daß die Zuständigkeit de» Berliner Polizeipräst» diums begrenzt ist, und daß auswärtige Polizeistellen Gelegen- heit genug haben, ihre Tüchtigkeit gegenüber der Berliner Polizei zu beweisen. Roch keine deuksch-ukealnssche Verständigung. DI« Meldung des „Ost-Expreß", daß zwischen der deutschen Regierung und der ukrainischen Sowjetregierung wegen der Ausdehnung des Rapallo- Bertroges eine Verständigung erzielt worden wäre, ist, wi« wir von zuständiger Stell« erfahren, völlig unzutreffend. .........________________________ des von- ihm verehrten anarchistischen Schriftsteller» Godwin und der Frauenrechtlerin Wolstonecraft vi« Gefährtin, die ihm geistig gewachsen war und ihn in treuer Liebe bis an fein frühe» Ende begleitet hat. Ruh« ward dem Unsteten freilich auch in dieser Verbindung nicht. Er gelangt« zwar durch den Tod seine. Groß- vaters in den Genuß einer ausreichenden Jahresrente, das verhält- nis zu seiner elterlichen Famili« aber wurde durch da» neu«, eben- falls mit Entführung und Flucht eingeleitet« Verhältnis, da» zu- gleich di« guten Beziehungen zu Godwin zerstörte, nur schlechter. Die verlassen« Horriet sank immer tiefer. Räch ihrem Selbstmord machlen ihm die Westbrooks fein« Tochter und den inzwischen ge. borenen Sohn streitig, di« Shelley als Atheisten dann auch durch richterliche, Urteil abgesprochen wurden. Wieder zog der Dichter durch die Welt, jetzt auf dem Kontinent, wiederum nicht allein mit der ihm nun ehelich verbundenen Mary, sondern auch begleitet von deren Stiefschwester Jane, die in einem illegalen Verhältnis mit Vyron stand. In wiederholtem engeren verkehr mit diesem größten englischen Dichter der Zeit, schließlich ständig in Italien, bracht« Shelley die letzten Jahre sein«, Leben, hin. Auf einer Segelfahrt fand der kaum Dreißigjährig« am 8. Juli l82Z im Gewittersturm den Tod. Die Pestgesetze verlangten di« Verbrennung de» Leichnams, so daß auch Tod und Bestattung den romantisch-ontikisierenden Eharakter an sich trugen, der dem Dichter eigen war. Shelleys Iugenddichtungen sind noch von der Schauerromantik und dem faustischen Drang der Zeit beherrscht. Den ersten nach- haltigen Erfolg errang er dann mit dem Epos von der„Königin M n b', wo ihm die ron einer Fe« geleitet« Traumfahrt«ine? iunaen Mädchens Gelegenheit gibt, seine gegen religiös« und politische Be- drückung gerichteten Ideen zu entwickeln. In den folgenden Werken entfaltet sich sein Dichtertum immer reiner, immer mehr läutern sich die persönlichen Tendenzen leine» Lebens zu einer einheitlichen, tiefen Weltanschaung. Es sprich« dorau» die innerlich stark» Hoff- nung auf eine Erneuerung und Verjüngung der Welt auf sittlichem Grund«. Süße Lyrik strömt in den kleineren Gedichten, und stärkere Gestaltungskraft zeigt sich In dem Drama»vi« C« n c i'. Die Erkenntnis von der tiefsittlichen Grundlage in Shelley» revolu- tionärer Dichtung hat sich bei seinen Landsleuten freilich erst lange nach seinem Tode durchgesetzt. Ein» der schönsten Sonette Herweges ist Shelley gewidmet, von dem e, sagt: Um seinen Gott sich doppelt schmerzlich mühend, War er ihm, selbst errungen, doppelt teuer: Dem Ewigen war keine Seele treuer, Kein Glaube je so imgeschwächt und blühend. Mst allen Pulsen für die Menschheit glühend, Saß immer mit der Hoffnung rr am Steuer, Wenn er auch zürnt«, sein-s Zorne» Feuer Rur gegen Sklaven und Tyrannen soriihend. Ein Elfengeist in einem Menichenleib«, Bon der Ratur Altar ein reiner Funken, Und drum für Enqland» Pöbelsinn die Scheibe: Ein Herz, vom süßen Duft des Himmels trunken, Verflucht vom Bater und geliebt vom Weib«, Zuletzt ein Stern im wilden Meer versunken. verfaffungstreu? Bei der dritten Lesung des Staatshaushaltes nn Preußischen Landtag ereignete sich am Freitag einr Episode, die notiert zu wer- den verdiem. Zum Etat des Unterrichtsministeriums hatte die So- zialdemokratie den Antrag gestellt, daß die neuen Flaggen- tafeln mtt den Flaggen der Deutschen Republik, die jetzt an den Dahnhöfen aushängen, auch in den öffentliche» Lehr- a n st a l t« n ausgehängt werden. Man hätte meinen sollen, daß für diesen Antrag, der doch schließlich eine Selbstverständlichkeit Ist, mindesten» alle L o a l i- tionsparteien gestimmt hätten. Aber sieh« da: bei der Ab- siimmung blieb neben den Deutschnationalen auch die ganze Deutsche voltspartei und der größere Teil des Zentrums sitzen. Nur einige Mitglieder des linken Zentrumsflügels erhoben sich dafür. Da auf der anderen Seite auch die Kommunisten nicht für den Antrag stimmten, sondern ein großes Bergnü- gen dabei zu empfinden schienen, durch Stimmenthaltung den Re- aktionären einen Triumph zu verschaffen, blieb da» Abstimmungs- ergebni» zweifelhaft. Es war Hammelsprung notwendig, der schließ- lich eine knappe Mehrheit für den sozialdemokratischen Antrag er- gab. Die Kommunisten beteiligten sich auch an der Auszählung nicht. Bei der Auszählung wurde vielfach beachtet, daß der Zentrums- minister Hirtsief er zwar für den L:.traz, dagegen der volk». parteilich« Unterrichtsminister Soelitz mit der Ge- samtheit seiner Partei gegen den Antrag stimmte. Herr Boelitz ist also dagegen, daß in den Schulen die republikanische Flagge ge- zeigt wird. Dieser Porgang wurde allgemein als s y m p t o m a- tisch angesehen._ �useinanöersetzungen in dufselüorf. In de? gestrigen Stadtverordnetenversammlung wurden die An- träge des Zentrums, der Sozialdemokraten und der Demokraten auf Umbenennung von Straßen besprochen. Die bürgerlichen Parteien stimmten geschlosien gegen die sozialdemokratischen Parteien, worauf die Sozialdemokraten Bertagung der Sitzung beantragten. In diesem Augenblick wurde von der überfüllten Tribüne«ine große schwarzrotgoldene Fahne entrollt, und Hochruf« aus die Republik ausgebracht. Den Hochrufen folgten Rufe, in denen die A m t s« n t- l a s s u n g des Bürgermeister» Schmidt gefordert wurde. Die Unab- hängigen und Sozialdemokraten verließen den Saal. Die Sitzung wurde daraushin geschlosien. ZusammenPraA mit den Vürgerlichen in Köln. Köln, 7. Juli.(WTB.) In der gestrigen Stadtverordneten. st'zung kam es bei der Beratuno be» Antrages der Sozialdemokrati- fißen Fraktion, für den Kaiser-Wilhelm-Ring und den Hohenzollcrn- ring di« Bezeichnung Walter-Rathenau-Ring und Erz- berger- Ring und für di« Hohenzollernbrücke die Bezeichnung Dombrücke bei der Regierung zu erwirken, zu Lännszenen. Die Sitzung mußt« geschlossen werden. Scharfe Schutzmaßnahmen für Schlesien. Zu der Ausnahmeverordnung, die de? Reichspräsident am S. Juli für Schlesien erlasien hat, hat, wie den PPR. von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, der preußische Minister de» Innern, Severins, auf desien veranlasiung die Ausnahmeverordnung für Schlesien ergangen ist, unter dem gleichen Datum Ausführung?- bestimmungen erlasien. Danach wird der Oberpräsident der Provinz Niederschlesien in Breslau als die Stelle bestimmt, die außer dem preußischen Innenminister ermächtigt ist, die in der Verordnung vorgesehenen Maßnahmen in der Provinz Niederschlesien und in den jeweils nicht mehr besetzten Teilen der Provinz Oberschlesien zu treffen. Der Oberpräsident der Provinz Riederschlesien hat über jede von ihm verfügte Beschränkung der persönlichen Freiheit dem Innen- minister sofort unmittelbar eingehenden B e ri ch t zu erstatten. Die bei dem Oberpräsidentm? der Provinz Niederschlefien eingelegten De- schwerden sind von dicse-m— fall» er ihnen nicht abHilst— mit Stelllmgnahm« dem Innenminister sofort vorzulegen. In Schlesien ist die Lage bekanntlich besonder» gefährdet,«eil dort noch vielfach Banden, di« sich au« Resten de, irregulären Oberschlesischen Selbstschutz«, gebildet haben, ihr Unwesen treiben. Der Jude Kolumbu». Wie au» Rew Pdrt gemekdet wird, Hot der Direktor der Abteilung für Information und Statistik de» American Iewish Eommittee von dem amerikanischen Konsul in Palermo, Edward I. Nathan, folgenden Brief erhalten:„Als ich in der Nähe der Stadt Pontevedro Konsul war. erfuhr ick), daß Meinungen besteheir Kolumbu», auch Colon genannt, sei in der spanischen Provinz Galicia geboren. E» wurde mir erzählt, in der Stadt Pontevedro befinden sich Dokumente, die diesen Glauben be- stätigen. Ich selbst sah solche Dokumente. In dem dortigen Dom zeigte man mir ferner«ine Nische, weich« einem„Juan de Colon' geweiht ist. Daß Kolumbus seine Herkunft verschleiert hat, ist auf die Totsache zurückzuführen, daß di« Familie Colon au» übergetretenen Juden bestand und daß sich die Herr- scher Galicia» mit denen der Provinz Castilien, an di« sich Kolumbu, seinerzeit um Unterstützung seiner Reise nach Indien gewandt hat, im Kriege befanden. St gibt mehrere Beweis«, die diese Theorie al, annehmbor erscheinen lasien.' Unseren nationalistischen Kreisen kann dl« Rachricht. bah Ks- lumbus Jude gewesen ist. nicht mehr viel nützen. Der Mann ist lange tot und daher al» Objekt für deutschvölkisch« Heldentaten nicht zu verwerten. Immerhin dürfte e» nicht ohne Jnteresie sein, fest- zustellen, daß e» natürlich wieder einmal«in Jude gewesen ist. der dos Land entdeckte da» nachher im Weltkrieg auf unfaire Weise (Schwimmen und Fliegen) die Entscheidung zu Ungunsten Deutsch- land» herbeigeführt hat. Reu« ägyptische Funde. Die neuesten Ausgrabungen ägyv-ilcher Altertümer, die von den englischen Archäologen unter der Führung von Prof. Flinder» Petrie im letzten Winter unternommen worden sind, haben«ine große Anzahl interesionter Funde an» Licht ge. fördert, di« jetzt in der Londoner Universität au»gestellt werden. Darunter befindet sich ein Grabstein de»„ältesten Reporter»'. Reporter wird der Mann, der etwa um 24(10 v. Chr. lebte, genannt, well nach den Angaben der Inschrift sein Amt darin bestand, dem König über die neuesten Ereignisie möglichst rasch Bericht zu er- statten. Toilettengeheimnisie der ägypt.schen Damenwelt au» der- selben Zeit werden enthüllt durch«ine Anzahl von Gegenständen. Da ist ein« klein« Elsenbeinschol«, die sür di« grüne Schminke benutzt wurde, mit der die Schönen ihre Augen anmalten. Ein anderer Farbstoff wurde in alabasternen Töpsen verwahrt, und seh: schön« Spiegel wurden benutzt. In einer toptischen Einsiedelei zu Lbydos fand man einen Feuerherd mit zwei Eimern voll Holzkohle, die sich der Einsiedler sorgsältig für Tage der Kälte aufbewahrt hatte. An den Wänden der Einsiedelei befanden sich 22 Pflöcke, an denen er sein« Kleider aufhängte. Also auch die Eremiten lebten nicht ganz ohne Toilettenluxu»! Die zu früh unkerbrochene Eoerest Expedlttoa. Der plötzliche Abbruch der Versuche, den Gipfel de» Eoerest zu erklimmen, hat unicr den Mitgliedern der Expedition«inen Streit entfesselt, da einige der Fachleute den Befehl de» Führer» Genrral Bruce sür voreilig erklärt haben. Als Grund wurde nämlich angegeben, daß da» frühe Einsetzen der Regenzeit die Eroberung des Lerggipse!» unmöglich mache. Di« eingeborenen Träger erklären aber, daß die Indische Regenzeit auf die höheren Gebiete de» Himalaja» überhaupt keinen klimatischen Einfluß ausübe. Wo» man für den gefährlicken Monsum hielt, soll nur«in vorübergehender Sturm gewesen sein. Nr. 31839. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts David gegen die Dolchstoßlüge. In der geftrigen Reichstagsfißung teilte Präsident Löbel mit, daß das Gesetz über die Pflicht der Beamten zum Schuße der Republik eingegangen ist. Dem Abg. Wulle( Dnat. Bp.) ist für 14 Tage Urlaub erteilt worden wegen Krantheit.( Gelächter lants.) Aus der Antwort der Regierung auf eine Anfrage über die Biehlieferungen an die Entente geht hervor, daß bis jett geliefert worden sind: 143 525 Pferde, 177 606 Rinder, 209 231 Cafe, 21 441 3iegen und 245 700 Hühner. Zu liefern sind noch: 81 712 Pferde, 92 100 Rinder, 77 400 Schafe. Hierauf wird die gestern unterbrochene Aussprache über die Interpellationen betr. antirepublikanische Kundgebungen und die Teilnahme der Reichswehr daran fortgesetzt. Das Wert erhält zunächst Abg. Hensel( Dnat. Bp.), der seine Rede gestern nicht zu Ende Als er die Rednertribüne betritt, verläßt die gefamte Sinte mit Einschluß der Demokraten und eines Teils der Bayerischen Bolispartei den Saal. ' führen fonnte. Bröfident 2öbe ruft die Abgg. Wels, Sollmann, Dr. Mofes, Bootherr und Malhan nachträglich wegen unparlamentarischer Zwischenrufe in der gestrigen Eizung zur Ordnung. Sonnabend, 8. Juli 1922 ,, Schenblüte", die ja auch zu einer erheblichen Vermehrung der Bant geschäfte geführt hat) betrug ihre Zahl 19 422. Im Jahre 1913 erhielten die Aktionäre als Reingewinn 25 Millionen Goldmark, die Angestellten 23,4 Mill. M.( das neuerdings wieder den Aktionären gewährte Bezugsrecht rechnet man ja wie üblich nicht als Ausschüttung). Im vergangenen Jahre betrugen die Personalunkosten Hindenburg soll seine Ansicht nachher forrigiert haben. Jezt aber 651 Mill. M., während die Aktionäre 96 Mill. M. erhielten. Die will man das heldenhafte deutsche Volk für das verantwortlich wirtschaftliche Situation sei direkt gefahrdrohend. Die Preise der machen, was die Generale verschuldet haben. Erst meisten Waren übertreffen die Weltparität. Es die Dolchstoßlüge und dann das Verlangen nach nationaler Eins bedarf daher großer Entsagungen und Entbehrungen sowie einer heitsfront, wie stimmt das zusammen, Herr Hensel? Zurückschraubung der überspannten Ansprüche, um das Gleichgewicht Die Reichswehr ist heute ein Fremdförper im republikanischen unserer Wirtschaft wiederherzustellen. Die Landwirtschaft müsse in Staatsorganismus, der unter Umständen lebensgefährlich werden den Stand gesetzt werden, den einheimischen Bedarf aus ihrer eigenen Produktion zu decken. Andererseits müssen wir zur Beschäftigung fann. Auch wir wollen feine parteipolitische Einstellung, aber die unserer Arbeiter und Angestellten ausländische Rohstoffe einführen. Reichswehr muß fest auf dem Boden der Republik stehen. Diese Einfuhr sei möglichst einzuschränken. Es müßHeute ist sie ein Moment der Beunruhigung. Im Offizierten Aenderungen in deren Beschaffung eintreten. Was die Deutsche forps wird der antirepublikanische Geist gepflegt, die monarchistische Bank selbst anbetreffe, so sehe man den kommenden schweren Zeiten Gesinnung gilt als die einzig gesellschaftsfähige. Deshalb sind die mit Ruhe entgegen. Monarchisten fühn geworden. Sie fühlen, daß sie in der Reichswehr eine Rückenftüße haben.( Sehr wahr! links.) Daß die monarchistischen Mäuse, die sich im November 1918 in ihre Löcher zurückgezogen, heute auf dem republikanischen Tisch tanzen, hat seinen Grund in dem Vertrauen, das sie auf die Reichswehr sehen. Ich verstehe ja die Gefühle der alten Regierung, aber die Herren müffen umlernen, fie müssen erkennen, daß es politischer Unsinn ist, die Monarchie wiederherzustellen. Den Widerspruch zwischen Herz und Vernunft müssen die Herren überwinden. nicht zu haben, Abg. Dr. Gök( Dem.): Herr Hensel hat gestern die Dolchstoß- Das Doppelziel: Monarchie und Revanchefrieg ist ein Unsinn. Legende aufs neue vorgetragen. Der Sturm der Entrüstung, der Beide schlagen einander tot. Kein Krieg fann mehr ohne Deswegen ausgebrochen ist, hat gezeigt, daß die Mehrheit des Deut- die industrielle Arbeiterschaft geführt werden, ihr passiver WiderJen Reichstages sich diesen Vorwurf nicht gefallen läßt.( Bei- stand macht jeden Krieg unmöglich, und fall links.) Nicht nur als Deutscher, sondern als Geschichtsforscher für den Obrigkeitsstaat der Monarchie sind die Arbeiter fage ich, daß das, was Herr Hensel gestern hier vorgetragen hat, eine unwahrheit ist. Ihm scheint unbekannt zu sein, daß eine große Anzahl von Generälen dieser Legende in feiner Weise dafür opfert sich fein Arbeiter mehr. Die Wiederherstellung der Monarchie ist unmöglich. Diletzustimmt und daß auch der ehemalige Kronprinz in seinen Erinnerungen ausdrücklich feststellt, daß der Zusammenbruch der deut- tanten von Gottes Gnaden" können keinen modernen Staat reschen Armee seit Anfang August des Jahres 1918 besiegelt war, gieren, dazu gehören Männer von Fachkenntnis und Erfahrung, als die Franzosen unsere Front zu durchbrechen begannen. Das die das Vertrauen des Volkes genießen. Wilhelm II. ist ein abdarüber sind wir deutsche Heer schmolz im Auguft zufammen wie Schnee an der schredendes Beispiel. Seine Begabung war, unter normal, gering, aber sein SelbstGonne. In demselben Maße wuchsen die Heere der Gegner. Im wohl alle einig September 1918 besaßen wir nur noch 45 Divisionen, von denen gefühl groß. Nach seiner Laune konnte er den Reichskanzler aus nicht mehr als 14 ausgeruhte Formationen waren, und Anfang No- feinem Balais hinauswerfen. Heute erklären die Monarchisten, sie wollten einen Kaiser nach rember waren nur noch 36 Divisionen vorhanden, von denen nur Aber ein solcher Schattenfaiser ist ein foftnoch fünf ausgeruht waren. Zur selben Zeit verfügte die Entente englischem Muster. spieliges Dekorationsstück. In Wirklichkeit wollen fie einen Volksüber 103 zum größten Teile ganz frische Divisionen. Es ist im Angesicht dieser Tatsachen gerade vom nationalen faiser gar nicht. Deutsch und monarchistisch sind ganz verschiedene Ctandpunit aus unbegreiflich, wie man unserem alten Heer und der Begriffe. Das deutsche Dynastentum ist kein deutsches Gewächs. Seimat, die gemeinsam Unendliches geleistet haben, den Vorwurf Die deutschen Fürsten waren die schärfsten Gegner der deut Biele von ihnen haben ihre Kronen aus Namachen fann, fie hätten das Boit verraten.( Stürmischer Beifall schen Reichseinheit. fints.) Gegen eine derartige Berleumdung erheben wir im Namen poleons Hand durch Verrat am Deutschen Reid) erworben. Bon angestammten Landesherren kann bei diesen teine des deutschen Boltes energifchen Protest.( Erneutes lebhaftes Bravo! Rede sein. Die Wiederaufnahme der Monarchie wäre die 3er bei der Mehrheit.) brechung der Reichseinheit. Noch im Juli 1916 hat der frühere Kronprinz Ruprecht in einem Bricfe an Hertling als fein Biel die Umgestaltung Deutschlands aus einem Bundesstaat in einen Etaatenbund bezeichnet. Niemals hat eine Republit im Anfang eine so starte republikanische Bartei gehabt wie die deutsche Republik, die sich auch in allen Abstimmungsgebieten, im Rheinland und im Saargebiet, bewährt hat. Die Republi? wird getragen von der Masse der Arbeiterschaft. Die Republit hat schwere Aufgaben, aber sie werden gelöst werden.( Beifall bei den Soz.) Wir lassen uns das Bewußtsein der erfüllten Pflicht nicht nehmen, am allerwenigsten von jenen, die einen solchen Vorwurf zu crheben nicht das Recht haben.( Neuer stürmischer Beifall bei der Mehrheit.) Ebensowenig wie eine demokratische Beamtenschaft fönnen wir cin neues Heer mit republikanischer Gesinnung aus der Erde Stampfen. Dazu ist eine Uebergangszeit notwendig, in der nichts perffort werden darf, was im Werden ist. Wir sind der Ansicht, daß in der Reichswehr etwas im Wachsen ist, das man nicht zerschlagen ollte, wenn man zu einer republitanischen Wehrmacht fommen will. Man fann den Offizieren, die zum Teil aus der alten Armee stammen, nicht den alten Geift mit Gewalt austreiben. Der fann nur burch die Ueberzeugung überwunden werden, daß alle Angehörigen der Reichswehr der Republik zu dienen haben. Der Redner stellt fest, daß der Reichswehrminister, entgegen Für 11,2 Milliarden neue Noten. Im Zusammenhang mit dem Quartalsende weist der Wochenbericht der Reichsbant vom 30. Juni eine starke Steigerung des Notenumlaufes, nämlich um 11,27 auf 169,2 Milliarden Mart auf. Die starke Belastung des Zentralnoteninstituts durch die Anforderungen des Reiches geht daraus hervor, daß ihr Bestand an diskontierten Reichsschazanweisungen in der letzten Juniwoche um 18,5 auf 186,1 Milliarden Mark angewachsen ist. Eine Straffteuer auf Produktionssteigerung. Zu eigenartigen Ronsequenzen fürhte die Baisse am Kautschukmarkt. Nachdem man sich schon einmal zu einer Produktionseinschränkung entschlossen hatte, hat man jetzt erkannt, daß auch dieses Mittel nicht hilft, weil hier die Interessen der britischen und die der holländischen Pflanzer aufeinanderstoßen. In dem unlängst erschienenen Bericht des britischen Untersuchungsausschusses über die gegenwärtige Lage der Kautschukplantagen in den britischen Ueberseebesizungen wird der Welt= vorrat zu Beginn des Jahres auf 310000 Zonnen beziffert, während der Verbrauch im laufenden Jahr auf 260-300000 Tonnen( lettere 3iffer stellt den Durchschnitt des Konsums für die letzten drei Jahre dar) geschätzt wird. Der Ausschuß vertritt die Auffassung, daß die britisch- indischen Behörden machtlos sind, wenn nicht auch die niederländisch- indischen Behörden eingreifen; denn an der Kautschukweltproduktion ist Malaya mit 57, Ceylon mit 12 und Niederländisch- Indien mit 25 v. 5. beteiligt, während die übrigen 6 v. H. sich auf verschiedene Länder verteilen. Der englische Ausschuß schlägt nun als Heilmittel eine Straffteuer für die über einen gewissen Satz hinausgehende Kautschukgewinnung der einzelnen Ge sellschaften Dor. Man denkt daran, 60 v. H. der Ausbeute in der Zeit von November 1919 bis Oftober 1920 als Grundlage zu nehmen und mit einem Bence aufs Gewichtspfund zu be= steuern, während bei einer Ausbeute von 90 v. 5. beispielsweise 10 Pence aufs Gewichtspfund jeder über 60 v. H. hinausgehenden Menge zu zahlen wären. Während also noch weite Gebiete der Welt infolge der Valutawirrnis und der hohen Breise als Verbraucher von Kautschuk ausman dente nur an die Möglichkeiten der Automobilindu scheiden streben die Kautschukproduzenten nicht firie in Sowjetrußland einer Berbilligung, sondern einer Verteuerung dieses Rohstoffes zu. indem sie auf die Arbeit, die uns angeblich allein retten" tann, eine Straffteuer legen wollen und so das beliebte Mittel zur Hochhaltung der Preise, die Betriebseinschränkung, zeitgemäß ausbauen. enderslautenden Meldungen tatsächlich frant ist und im Hause girmeyer- 3widau( S03.) geht auf die Borgärge in 3widau Jahre find 675 Konture eröffnet worden gegen 1610 im 1. Halbfeinen Mann stehen wird, sobald er wieder gesund ist. Der Redner führt meiter eine Reihe von Fällen an, die zu Reschwerden über die Reichswehr Anlaß gegeben haben, bei denen sich eber herousgestellt hat, daß der Tatbestand sich anders darstellt, als in den Anschuldigungen geschildert wurde. Zum Beispiel habe in München die Reichswehr feineswegs vor dem Erfronprinzen paradiert, sondern ihm nur die üblichen Ehrenbezeugun gen erwiesen. Der Wehrminister hat darauf fofort verordnet, daß Ehrenbezeugungen, nur af tiven Vorgesetzten zu erweisen sind. Die Reichswehr ist wieder eine militärische Die Reichswehr ist wieder eine, militärische Truppe gewordea, Die sich sehen loffen fann. Lieber eine tüchtige Truppe, unter der fich monarchistisch gefinnte Offiziere befinden, als eine aus lauter Republikanern, die nichts leistet.( Unruhe links.) Rüdgang der Konturje. Die Kontursstatistik ist einer der wich. tigsten Gradmesser der industriellen Konjunktur. Sie beseitigt für Abg. Fröhlich( Kemm.): Der Wehrminifter soll an nichts schuld das 1. Halbjahr 1922 die auch aus den übrigen Industrieberichten fein; wir haben überhaupt keinen Reichswehrminister, sondern bekannte Tatsache, daß der günstige Beschäftigungsgrad der Ineinen Kriegsminister, der Seeckt heißt. Die Regierung hat duftrie auch im Juni angehalten hat. Die Anzahl der Konkursbisher nicht genug gegen die militaristische und monarchistische Ge- eröffnungen ist im Laufe des 1. Halbjahres ständig zurück. fahr getan. Der Redner fordert von der Sozialdemokratie Bruch mit der Stinnes- Partei und warnt die Unabhängigen, in die Re- gegangen und hat im Juni mit 88 Konkursen den tiefst en Stand der legten zwei Jahre erreicht. Im ganzen HalbAbg. jahr 1921. Bedauerlicherweise ist der Ausdehnung des englisch- russischen englisch- russischen Handelsvertrages auf Kanada. Wie die Berliner Sowjetmission dem Ostexpreß mitteilt, sind am 3. Juli zwischen der sowjetrussischen Vertretung in London und dem britischen Auswärtigen Amt Noten ausgetauscht worden, wonach der englisch- russische Handelsvertrag vom Jahre 1921 ohne Abänderungen auf Rarada ausgedehnt wird. Die Sowjetrenierung erhält das Recht, nach den für die sowjetrussische Delegation in London geltenden Grundsätzen eine Delegation nach Kanada 31. entsenden. ein und stellt die übertriebenen Gerüchte richtig. Es hat in Zwickau 2 Tote und 29 Verwundete gegeben. Minister Lipinski falsch unterichtet worden. Die Demonstration ist ohne jeden Zwischenfall verlaufen. Erst nachher hat ein Arzt auf die sich verlaufenden Demonstranten aus seinem Fenffer geschossen. Das hat dann die Mißverständnisse und TuNächste Sigung: Montag abend 5 Uhr. multe verursacht. Wirtschaft Die Mart im englischen Lichte. Die Reichswehr ist größtenteils entpolitifiert.( Lachen links.) Rönnen Sie mir einen Fall nennen, in dem sich die Reichswehr Nach einer Londoner Meldung der Franff. 3tg." betrachten antirepublikanischer Handlungen schuldig gemacht hat? Die die englischen Berichte aus Deutschland die durch die ErRegimentsfeiern brauchen an fich fein lebel zu sein, aber es wäre mordung Rathenaus zerrütteten innerpolitischen Verhältnisse als baffer, sie würden in dieser erregten Zeit nicht abgehalten. neuerdings erheblich konsolidiert und beurteilen auch die AusBrinzen sollten sich daran schon gar nicht beteiligen. sichten der Verhandlungen mit der tom mission nicht ungünstig. Um so mehr Ueberraschung und Bedenken ruft die fatalistische Einschätzung der deutschen Baluta an den deutschen Börsen und die erneute panikartige Flucht vor Je mehr wir der Reichswehr zeigen, wir wollen mit ihr zu femmenarbeiten, desto besser wird sich die Umformung vollziehen. Wir teilen nicht die Befürchtung, daß die schwarzweißroten Fahnen eine Gefahr für die Republik find. Wenn das der Fall wäre, dann der Mart hervor. Zum Schluß erhebt wäre die Republit feine drei Pfennig wert. Der Redner Einspruch gegen das Verlangen der fächsischen Regierung, den Wehrminister zu entlaffen, und gibt der Hoffnung Ausdrud, Starke Erhöhung der Baustoffpreise. Garantic= Für eine Wohnung von 70 Quadratmeter Wohnfläche stellten daß das Band, das die Republik und die Reichswehr umschlingt, sich die Baustoffpreise in Deutschland Anfang Juni nach den Ererhalten bleibt.( Lebhafter Beifall bei den Demokraten.) mittlungen der„ Sozialen Bauwirtschaft" wie folgt: Abg. Dr. David( Soz.): Wir müssen immer wieder tie Rüge von dem Dolchstoß in den Müden des Heeres zurückweifen. Auch ich habe für Hindenburg im Kriege ein hohes Maß von Berehrung gehabt. Aber am 18. Nonember 1919 habe ich einen Strich dadurch gemacht. An diesem Tage hat Hindenburg im Untersuchungsausschuß des Reichstages tie Lüge vom Dolcftok aufgenommen und gegen das deutsche Bolt geschleudert. Als Beweis für die Richtigkeit dieser Dolchftoßlegende führte Hindenburg hat Baustoffe Mauersteine. Bement Stüdenfalt Gips Dachsteine Rohrgewebe Rantholz Fußboden Zinf Summa • • • " " " 1. Juli 1914 1. Juni 1922 700,- M. 60 784,- M. 60, 73, 12,50 243 50 3 206,25 M 5 413,10 771, " 17 919,90 " 23 50 264, 1 508, " " 24 850, " 152,50 • • " 10 668,80 55,50 4 169,75 • 1584 50 W. 120 290,- wt. dann ist bis zum 1. Juni 1922 eine Preissteigerung um rund 8160 cingetreten. Anfang Juni betrug also die Inderziffer 8150, das heißt, die Baustoffpreise sind von Anfang Mai bis Anfang Juni, also in einem Monat, pom 67,80fachen des Friedenspreises auf das 81,60f a che gestiegen. Erhöhung der Preise für Stickstoffdünger. Die am 1. Juli ein getretene Erhöhung der Kohlenpreise um mehr als ein Drittel der bisherigen Preise hat zur Folge, daß auch die Stidstoffpreise vom 7. Juli d. 3. ab eine entsprechende Erhöhung erfahren. Die neuen Preise für Eldstoffdünger vom 7. Juli ab find folgende: per kg Stiditofi im schwefelsauren Ammoniak, gewöhnliche Ware. im schwefelsauren Ammoniat, gedarrt und gemahlen. im falzfauren Ammoniak im Kaliammonsalpeter 72.20 20. 73,90 72,20 72,20 fr 17 " Daneben wird der Kaligehalt mit den für Kali in Chlorfalium für die jeweilige Abladung geltenden Preisen in Rechnung gestellt im Natronsalpeter im Kalfstickstoff 86,90 m. 64,40 " 1 Bei dem heutigen Stand der Mart sind die neuen Preise etwa halb fo hoch mie die Auslandspreise. Das Gold ollaufgeld wird fünftig nach dem Dollarkurs der vorhergehenden Wochen( nicht, wie es irrtümlich in unserer gestrigen Meldung hieß Weche") festgesetzt. " Oberschlesische Kohle für die Utraine. Nach sowjetamtlich. Meldung hat eine Warschauer Handelsgesellschaft der Abteilung des fowjetufrainischen Außenhandelstommiffariats in Kiew einen großen Bosten oberschlesischer Pohle zur Berforgung der Bahnlinie Zdolbuncmo- Schmerinta angebeten. Die Lieferung foll im Austausch gegen Manganerz und Eisen erfolgen. Filmschau. Amerikanische Filme. Wor er das Feuanis eines englischen Generals an. biefer fürchterlichen Anflage gegen das eigene Bolt eine agita= Die Preise der hauptsächlichsten Baustoffe für eine Wohnung torische Note negeben. Aber diese Anklage bricht zusammen, renn man die Dokumente durchficht, die Hindenburg selbst find also von 1534.50 m. am 1. Juli 1914 auf 129 290 m. am 1. Juni Wohin das Kintopp- Auge reicht, Amerika, Amerika und nochman. in den Tagen des Bufanmenbruds niedergelegt hat. Es genügt, 1922 gestiegen. Wird der Preis vom 1. Juli 1914 gleich 100 gefeßt, Amerika. Immer wieder diefelben orange, gelben Bebenfen. 3 missen, dah Hindenburg in den lehien Ingen des September 1918 age: Ausgeglichenes Spiel, ökonomisches Zurückdrängen allen Startums, Le Reiheregierung dringend um Waffenstillstand gebeten hat. Tempo, grotesker Humor, Einfälle des Regisseurs, flare, plastische hote graphic. Bedenken: Unserem Geschmad zuwiderlaufende gleichsam Die Oberste Heeresleitung hatte vollkommen bankerott gemacht, europamude Anschauungen, auf der Schneide balancierende Logit. Niot und da waren es mir Sozialdemokraten, die in die Bresche spran anders ergeht es auch in dem Paramount- Film Vom Diener zum gen, weil wir nicht wollten, daß Deutschland zertrümmert om Boden Serrscher", den man unter Cecil B. de Milles dezenter und doch fiegen bleibt. Hindenburn hot austrüdfch erflärt, es sei notwen auf static Wifung bedachter Regie im Marmorhaus sah. Die Handbig, den Kampf obzubrechen. Die Gbestfront war zusam. Tung ist bon entwaffnender Naivetät und stellt eine Lordfamilie, die durc mengebrochen. Deu land mar ifoliert. feine Sträfte völlig erschöpft, Deutsche Bant. In der Generalversammlung der Deutschen Schiffbruch an eine unbewohnte Insel verschlagen wird, in den Mittelwährend die Geaner täglich neue Kräfte heranführten. Das waren Bant wurde an die Berwaltung die Frage gestellt, warum die punkt romantisch angeregten Interesses. Der Diener ist der einzige Herr Hindenburgs Gründe für den sofortigen Waffenstillstand. Da un fost en in der Bilang nicht ebenso wie der Umsatz, die der Situation und wird auch Herrscher über die ganze Gesellschaft. Zum mals fragte mich ein General, ob nicht noch einmal eine Boffs. fremden Gelder und die Dividende in Goldparität umgerechnet Schluß wendet sich alles zum alten. Der Herr wird wieder Diener. Naib, sentimental aber eine nette, durch Humor aufgefrischte Robinsonade.. erhebung möglich wäre. Ich sagte" nein", denn unser Bolt war feien. Die Berwaltung erklärte hierzu, daß dies hauptsächlich bedingt Vorher eine telle, von wirbelndem Rhythmus erfüllte cost amerikanische erichöpft. Auch fagte der General, daß wir nur noch einige fei durch die vollkommene Veränderung der Struktur der Bank in- Artistengroteste atty in der Garage". Wochen bestenfalls fämpfen könnten. Auf meine Frage, folge der wirtschaftlichen Verhältnisse. Im Jahre 1913 arbeitete die trunkene ins Bild übersetzte Varieténummer, die man herzlich belacht. ps mas damit für unsere Lage gewonnen sei, blieb er mir die Antwort Bank mit 6566 Angestellten, im Jahre 1921( also nach ihrer beschuldig. deutenden Erweiterung und der durch die Geldentwertung bedingten Eine von Uebermut Sunde- Rennen. Der Berliner Sunde- Renn- Club( E. B.) erläßt foeber Arbeitersport. But der Alhambra felt man sex tn Amerika gedrehtest Film Bes] Rommunistische Parte? gezwungen, en in der Gewerkschaftsbe rss Teddy". Er ist ganz danach angetan, den Schwarm von Ber- wegung einen anderen Rurs einzuschlagen. Aber diese neue Bolitif eine Ausschreibungen für die am Sonntag, den 16. Juli, nachmittags 3 Uhr, im Stadion Lichtenberg, Herzbergstraße, ftatifindenden Hunderennen. Das Pro ehrern und Berehrerinnen des Wunderkindes Peppy zu verstärken. Das ist von denselben Widersprüchen erfüllt wie die Kommunistische amm weist Flach- und Hürdenrennen, mit 1 Ehrenpreis und 6000 Mart felbe gilt van der Dogge Zebby. Sie ist auch der lebende Beweis für die Bartei und die Regierung selbst. Sie sucht den Anforderungen der önreifen auf. Die einzelnen Prüfungen find offen für Deutsche Süfer, Behauptung der gelehrten Tierfenner, bie sagen, gerade die Doggen haben habe. Dobermänner, Binscher- und Windhundrassen. In zwei Konkurrenzex mimisches Talent. Der Photograph ist stets auf dem Besten gewesen, um Arbeiterbewegung entgegenzufommen, indem fie, mindestens auf find alle Bolizeihundrassen startberechtigt. Melbeschluß: Mittwoch, 12. Juli. gefchidt den wechselnden Gefichtsausbrud des Tieres festzuhalten. Die Regie dem Bapier, die Streits legalisiert und das Prinzip der freiwilligen Intereffenten erhalten Rennbedingungen und Meldescheine durch den Renn hat frische Einfälle und ist lebendig, nur ist das Manuskript mangelhaft. Mitgliedschaft und der Rollettivverträge proflamiert. Aber zu leiter. Buchelt, Berlin O. 17, Fruchtfir. 18, sowie weitere Auskünfte durch den Aus einem ganz unzulänglichen Manuskript beraus aber entstand gleicher Beit nimmt fie gegenüber den Streits in den staatlichen Be- orfizenden Baul Elgner, Pankow Niederschönhausen, Kaiserweg 13( Fernruf: Amt Bantow 8330), er Gauller box Paris". Will man sechs Atte lang von einem trieben eine Haltung ein, die einem Berbot des Streits gleich Räuberhauptmann berichten, so muß man ihm, fchon der Schmackhaftigteit fommt, was selbstverständlich zur Folge haben muß, daß auch das belber, doch mindestens edle Motive unterschieben. Der Nur- Taugenichts" ist nicht sympathisch und das Publikum fanx beim allerbesten Willen fein Streifrecht der Arbeiter in den Privatbetrieben illusoris gemacht Jubiläumssportfest der Arbeitersportler. Intereffe für ihn aufbringen. Im Film ist auch nicht eine Handlung so wird. Die Gewerkschaften haben nicht nur feinen Einfluß auf die Aus Anlaß des 60jährigen Bestehens veranstaltet der geftaltet, daß fie irgendwie die Kraft sum Erleben in sich trägt. Selbst der Leitung der Produktion, fie dürfen sich auch nicht in die innere Behineinspielende Berrat ist schal. Alles ist matt. Reftüme und Masten der triebsordnung einmischen und besitzen vielfach nicht einmal das Bezirk Wedding der Freien Turnerschaft GroßSchauspieler, die sur Augenweide werben fönnten, find nicht genügend Recht der Kontrolle über Einstellung und Entlassung der Arbeiter. Berlin am Sonntag auf dem Dominicus- Sportplah in Schöneberg Haratterisierend herausgearbeitet. Carl de Bogt berlagt gänglich in der Auch unter dem neuen Rurs" find die russischen Gewerkschaften,( Sachsendamm, Ede Priesterweg) sportliche Wettkämpfe. Ein großes Kelle des Cartouche, über ein paar lichte Augenblide kommt er nicht hinderen papierene Millionenzahlen den Hauptposten der Roten Ge- und abwechselungsreiches Programm ist vorgesehen. Anfang 2 Uhr aus. Dieser Selländer ist eben in den Sagenbed- filmen an seinem Plas, werffchaftsinternationale ausmachen, teine Rampfesorgani nachmittags. Fahrverbindung: Stadt- und Ringbahn bis Bahnhof als der frisch- fröhliche Juftrator gefährlicher Reiseerlebnisse. Ebenso war bei Clare Botte die Rolle der Lifette nicht gut aufgehoben. Die Massex- fationen des Proletariats, sondern im besten Falle Ber- Ebersstraße, Straßenbahnen bis Schöneberg, Hauptstraße bzw. Szenen wirkten direkt peinlich wegen ihrer autortatifchen Bewegungen.mittlungsburaus und Schlichtungsausschüsse. Aber Tempelhofer Straße. Um zahlreichen Besuch aller Freunde des Ara Buber macht diefer Rational- Film auch noch den Eindruck, als sb irgend- auch in dieser Funktion haben sie teine selbständige macht, beitersports wird gebeten. eine Schere in ihn hineingefahren wäre. sondern find bei allen wichtigen Entscheidungen vom Zentralfomitee Die Richard- Cewald- Richtspiele bringen sier Gratesfen, die sicher, der Rommunistischen Bartet abhängig! Auch auf dem Gebiet der fo liegen die Dinge nämlich beute, für eine Woche ein überfülltes Theater Sozialpolitit ist die Rolle der Gewerkschaften außerordentlich bezur Folge haben werden. In der Deulig sche muß man swar schränti; sa ist die Fabritinspektion ausschließlich dem Boltstomzuerit Hindenburg in Sönigsberg beim Feldgottesdienst über sich ergehen missariat für Arbeit untergeordnet. Auch die neue" Gewerkschaftslaffen. Ferner fiebt max den brasilianischen Dampfer„ Avare", ber in Samburg beim Ferlaffen des Dods, weil er nicht durch genügenden Ballaftolitit der Rommunistischen Bariei sermag ber Bantrait ber fchwimmjäbig geballen war, umschlug. 23ie ein toter Niesenwatfish, den Staten Gemertschaftsinternationale in Rußland nicht man burch Ausbleien vor dem lintergang bewahrt, liegt er im Fabrwasser. aufzuhalten, da ihre Grundlagen im wesentlichen dieselben geblieben Nachher wird's auf der Leinwand sehr luftig. Da ist erst einmal der find, während der Zwiespelt zwischen Detonomie und Politit sich 3 unberaffe Jimmy. Er ist wirklich ein gefährlicher Konkurrent immer mehr verschärft. aller weibändigen Remiler. Der Film fommt aus Amerifa, dem Lande der unbegrenztex Möglichleiten, und daher find begrenzte Unmöglichkeiten in diese gwei Alte gepreßt. Er hat viel Eigenwerte und die Tie- dressurex ( Affe, Elefant und Löwen) find tatsächlich unerreicht. Der zweite Amerifaner, > t Meilenfresser"( Der Rönig der Radfabrer), zeigt Lee Moran, ben befannten amerikanischen Stadfahrer, in der Hauptrolle. Dem Buschauer werden allerlei Bumutungen geftelt, aber er felgt willig. Die Amerifaner haben unglaublichen Sinn für Situationsfomit, jeder lustige Einfall wird aufgegriffen und zu Geld gemacht. Dröbnende Lachfalven ruft z. B. ein ramponiertes Automobil hervor, das wie ein labmgeschlagener Hund feinen Beg friecht. In zwei anderen Grotesken siegt man Charlie Chaplin. " Die b. ⚫. b. 11. Groß- Berliner Parteinachrichten. Szels. Gineberg- Friebezan. Die Ferienhaagekolonie nach Zehlendorf Mitte beginnt Mentes, bex 10. Suli. Axmeldungen hierzu nehmen ent gegen und zähere Auskunft ezteilex: Restaurant Berg, Feurigstraße 16, 6. Bendt, Gofexfte. 15, Frau Bäumler, Meininger Str. 8, Hans Wolf, Fregeftr. 19, Bahr, Golffte. 5, Sandt, Baefte. 9, r. Martens, Ebers frage 59, Frau Araxe, Rempelsfer Str. 16, Bielinski, Peter- Fischer. Straße 13, Jabe, Sanbjergfiz. 60-61, Rebisele, Sebanfte. 53, Wirth, Schwalbeger Str. 2. Heute, Sonnabend, den 8. Juli: Freie Sarnerschaft Groß- Berlin. Die Fahrgelber zum Bundesfeft in Leipsie erwachsene 34 M., Jugendliche bis 20 Jahren 25,50 M. für einfache Fahrt) müffen fofort durch die Bezirke beim Bereinskassierer eingezahlt werder wird Rüdfahriaus benust, ist ber doppelte Fahrpreis einzuzahlen. Abfahr mit Sug 8 um 8,33 Uhr nach., Rüdfahrt 26. Juli früh. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Eszialdemokratischer Männerier, Arcis Brenzlauer Tor. Sonnabend uhr Mitglieber- Generalversammlung im Setal son Gelbfchmidt, Stolbise erase 36. Zentralverband der Angestelltex. Seute, Sonnabend, nachmittags 8 Uhz in der Brauerei Friedrichshain, Feier bes 25jährigen Jubiläums des Sentrat verbandes der Angestellten. Mitwirkende: Blüthner- Orchester, Männergefang verein Typographia, Harry Steier, Lotte Stein( Deutfches Opernhaus). Für die Aleinen: Marionetten- Theater und Spiele. Nach dem Ronzert großes Feuer werk. Eintrittkarten zum Preise von 12 M. einschließlich Steuer, und Tanzfarten zum Preise von 8 Mt. einschließlich Steuer für Mitglieder und deren Angehörige find an der Abendkaffe zu haben. Betriebsversammlung der Reichsbenderei. Für alle am Streit Beteiligten und Ausgesperrten findet eine Betriebsverfammlung morgen, Sonnabend, den 8. Juli, vormittags 9 Uhr, in der Neuen Welt, Hafenheide, statt. Deutscher Hutarbeiterverband. Am Montag, den 10., abends 5% Uhr, Seca fammlung aller in Damen- und Umpreßbetrieben Beschäftigten in den Residenz Festfälen, Landsberger Str. 51. Verband der Buchbinder und Papierverarbeiter: File die Rolegenfchaft der 6. Kreis. Kreuzberg. Männerchor Hallesches Tor. Sonnabens abens The Gefchäftsbuch branche findet am Gonnabend, mittags 1 Uhr, im Gewerkschafts. Saf, titgliederversammlung. haus, Engelufer 24, Gaal 1, eine wichtige Bersammlung fiait. Erscheinen aller ist Pflicht. Gewerkschaftsbewegung in Rußland. Chanlokenburg- Speber. Box 5 Uhr im Sugenbheim, Roffenfit. 4, SuriRise 24. t. Coxxabend, abends 7 Uhr, im Sofal Röhler, am Bahnhof Weißensee, Funktionärung. 2. st. Cheslottenburg.& The Funktionärsigung im Lokal Syiszad, RaiferixAugusta- kee 45. .. Reutils.& he Funktionärstigung bei Sidede, Karlsgarten, Ede Fontanestraße. Erscheinen fämtlicher Fuxttisuäre und Funktionärinnen erforderlich. Bernau. 8 Uhr im fum Gruppenkonferenz.„ Kommunalpolitit". Morgen, Sonntag, den 9. Juli: 88. Stettiner Barartbahnhof. Mahsügler mit der Straßenbahn direkt nach Jörs. felbe. Arbeiterjugens, Gruppe Sarden. Treffpunkt Gesundbrunnen. 6. taxing, bex 10. Suit, Saffeetechex ber Sexoffinnen im Reglerheim", Ereptam, Um Treptower Bart. Treffpunt 2 Uhr Emmaustirche. Unter der dreijährigen Herrschaft des Rriesfommunismus ift die russische Gewerkschaftsbewegung allmählich liquidiert worden. Aus Rampforganen des Proletariats find die Gewertschaften in Bestand teile des staatlichen bureaukratischen Apparates verwandelt morden. Den Gewerkschaften wurde zwar anfangs die Rolle zugewiesen, bie wirtschaftlichen Organisationen bei der Leitung der Produktion zu unterstützen, aber allmählich wurde ihnen auch diese Funktion genommen, die sich dann ausschließlich in den Händen der fommu- 15. 6. Familienpartie za Särsfelbe, Badestrand. Treffpunkt früh he nistischen Bureaufratie fonzentrierte. Innerhalb der Gewerkschaftsverbände war durch die Diftatur der kommunistischen Bellen" und der Gewerkschaftsbureaukratie ein Regime der Retlosig. 47. feit der Berbandsmitglieder geschaffen worden. Aus Organen, die der Berteidigung der proletarischen Intereffen dienen follten, wurden die Gewerkschaften in gehorsame ertzeuge der Sowjetbureautratie verwandelt, die auf die Arbeitermassen im Interesse der herrschenden Bartei einwirten mußten. Das hatte zur Folge, daß die Gewerkschaften sich immer mehr von den Massen loslöften und gemeinsam mit den übrigen Organen der Sowjetbureautratie die fozialpolitische Bosition des Broletariats schwächtex und die Industrie serstörten. Gegenwärtig ist die Lage die, daß das Broletariat ohne jeben organisatorischen Busammenhalt der anfteigenden Belle des Rapitalismus gegenübersteht und der wich tigftex Baffex beraubt ist, um der immer mächtiger werdenden militärischex uxb zivilex Bureaufratie Widerstand zu leisten. Der Wechsel in der Wirtschaftspolitik und die Förderung des ruffischen und des ausländischen Rapitals in der Industrie hat die st. Lighterfelbe. 12 hz Bramensbentonzert in bex Bartanlagex am Teltowlanel zum Beftex ber Rinderferienspiele unter Mitwirkung bes Frauerund Mädchenchers sowie bes Männerchors ,, Einigkeit" und der Sichterfelber Bläservereinigung. Zahlreiche Beteiligung erwünscht. Treffpunkt 11 Uhe Sändelplag. Sport. Was koche ich morgen Ein Gericht aus Teigwaren Nudel- Auflauf mit Fleischresten Dezu brauche ich:% Pfd. Nudeln, 120 Gr. Fleischhrefte oder Schinken, 2 Eier mit Milch ver rührt, Salz, lagenweise in die Form gelegt. 20 Minuten Bedzeit. Salat dazu. M. SCHULMEISTER user Thr Jnternationale Breistingtämpfe in Sport- Bittoria.Garten. Sx bem schönen Naturgarten 1 b. t. graße Breis- Ringtämpfe, su weldex, xampefte singerstößex wie sikler- Müzitembee Bispo MSchulmeister ambafie limann Berlin, Roc Elfa- Lothringen, Regerchempien Bidiam Therefox- Amerita, Juchem Solland, wilbe- Sibirien, Gebhardt.neutedy und Charuchin- Rusland ire Seilnahme zu fagt aber. Süe jeben Rams Rab Brämiez ausgefeßs, avox der Sieger 60 Prez. und der Besiegte 40 Bros. erhält. Bei der vorzüglidex Beſegung loz. ex wie mit faxxender Sämpfer auf ber Matte regex. Ber dex Ringflex wir ein gutes foxseriprogramm für sie Unterhaltung der Besucher fargen. XV. Gut Ding findet überall freundlichen Zuspruch. Nichts aber for dert eine Sache mehr als freiwillige, impulsive Empfehlung von Mund zu Mund. Das sei hier danfend anerkannt. Maffary- Defft, edel wie dér Name. KON LINON Allgemeine Ortstrantentasse Berlin- Wilmersdorf. Durg Reisgefes vom 9. Juni d. 3. ist die Bersicherungsgrenge auf 72 000 Mart erhöht werben. Diejenigen Ber foxen, welche babura wieber serfiche. zungspflichtig werben, And spätestens bis zum 21, Juli cz. bei bez Rane exJumelben. Laut Bertaxbsbeflug vom 26. Suxi 1922 it be Grundlshx auf 90 Mart beraufgelegt werden. Zu den bisheri Zehnstufex werben brei neue mit einer Steigerung x je 10 Mart hinzugefügt. Der vom Ausschuß beschlossene 8. uxb 9. Matreg ist umehe vom Ober serficherungsamt Berlin genehmigt und tritt ebenfalls em 1. Juli b. S. in reft. Die Raffexbeiträge xd mit Ausnahme bee unständig Beschäftigten Herrens Knaben Kleidund Hochbahnstation Kottbuser Tor billige Tage Herren-, Jüngl- u. Knabenkleidung 10 vom 1.- 12. 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Die Familienhilfe ebenfalls er im Becbandshaus, Linienstraße 83,83 weitert. with gewährt unter ben ix 34 bes 8. unb 8. Nachtrages feftselestex Bedingungen und Berfchriften: ( Gigungsfaa): C. August Hilbridi Bersteigerer, Berlin SW, Schüßenfte. 72, Telephon C 4598. Versammlung Die Firma befteht über 30 Jahre und is File 1 Sexfultetisx des Krates bis zu der Hauptgruppe II, Inter15.; für 1 Befu bes Urstes bis zu 25 M. für 1 Operatiex bis su 100 St. Susu su Arantenhaustoftex file Er wachfene yrs Tag bis 25 M.; Zuschus su Krankenhaustosten für Six. bez bis 12,50 St.; Erfes füle Argneiteften sur Sälfte bis höchfiens fährlich 208 2. gruppex 3 und 4. Tagessrbnung: 1. Aufgaben bes Des Betriebsrates. 2. Gruppen angelegenheiten, Berschiedenes. Berbandsbuch legitimiert. Montag, den 10. Jull, abends 7 Uhr, in Beelers Jestfalen, Weberftr. 17: Zahn- und undbehandlung in der Branchenversammlung eigenen Bahnflinit vollständig ux. extgeltlie), mit Ausnahme von aller Kollegen der Schmiede. 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Lauf doch nicht 7: Die Maschi immer nackt herum Stg. 7: Die Ma- Neues Operett.- Th. schinenstürmer 8 Uhr: Die Mädels Die wunderlich. Geschichten Kapellmeisters des von Davos Neues Th. am Zoo 8 Uhr: Scampolo Kreisler" im Th. Neues Volkstheat. i. d. Königgrätzer 7 Sir. tägi.& Uhr Uhr: Die erste Geige Schiller- Th. Charl. Operettenspielzeit: 8 Uhr: Berliner Th. Die kl. Sünderin 7 45: Madame Filrt Von Jean Gilbert. Xleines Theater 830 Schäfer stündchen Ber Sektkübel Ballett Celly Th. a. Nollendorfpl. 7 Uhr: Verliebte Leute Theater d.Westens 8 Uhr: Ital Ballett Ileana Leonidotf Komische 73% Oper 734 Der Meister vom Montmartre Offenbachs Liebesleb. d. Rheid Residenz- Th. und Salomé TAUENTZIER Täglich 8 Uhr: Eine Frau ohne Bedeutung Trianon- Th. Täglich 8 Uhr: VARIETE Moral im TauentelenPalnat $ 30 Das WeltstadtVarietéProgramm. 4 Uhr Tanztee Kalte und warme Küche. Keln Welnzwang. Schiller- Theater Täglich Die kleine Sünderin ( Gilbert) Berliner PraterTheater Kastanienallee 7-9. 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Che das Luch entwässert und urbar gemacht wurde, hatte der Wald eine größere Ausdehnung. Das Gebiet hatte für Menschen und gezähmtes Bieh nur sehr wenig Nuzen, dagegen war es portrefflich für das Wild geeignet. Un Raubtieren tamen hier Luchse, Bären und Wölfe vor; Kraniche und Störche hielten sich in großer Anzahl auf, das Wasser wurde von einem unendlichen Heer von Enten und anderen Wasservögeln belebt, und Riebige, Rohr fänger, Birthähne und andere die Bruchgegenden liebenden Bögel waren in Menge zu finden. Außer dem unübersehbaren Heer der Frösche enthielten die Wasserläufe viele Schildkröten, und der 3ogen zeichnete sich durch viele Schlangen aus. Jezt ist dieser Lierreichtum arg vermindert, und viele Tierarten find völlig ausgestorben. Wir kommen am Forsthaus Wagenizer 3ogen vorbei, überschreiten ein Fließ und wenden uns nach) 12 Minuten von der Straße links ab zum Forsthaus Briefener 3ozen. Auf dem Wege zum Borwert Kleffener 3ogen weiter. Rurz vor dieser Siedlung rechts am Wege die Schwedenschanzen, eine dreifache Wallanlage. Sogleich hinter den Schanzen rechts ab über eine Niederung an einen anderen Weg zum Vorwert und auf ihm zurück zum Forsthous Brandstelle. Nach 20 Minuten lints ab, bald aus dem Bald heraus, und durch das Luch nach Brunne, am Südrand des Ländchens Bellin. Dieses Ländchen schiebt sich von Often her als Hochfläche zwischen das Havelländische Luch( Berliner Urstromtal) südlich von ihm und das Rhinluch( Eberswalder Urstromtal) nördlich. Der Bellin ragt wie eine Halbinsel aus der umgebenden Luchniederung empor. Die Besiedelung ist nur an den Rändern vor sich gegangen, die von einer Reihe blühender Ortschaften bekränzt sind, deren bedeutendste Fehrbellin ist. Nun durchwandern wir das große Dorf Brunne. Um Oftende führt nach Süden der Brunner Damm durch das Luch wieder zum Bogen. Jezt bleiben wir entweder auf der Straße, oder mir gehen nach einigen Minuten links ab und halten uns immer in der Nähe des Waldrandes, bis wir wieder zur Straße von Brunne tommen. Auf ihr gelangen wir am Forsthaus Wageniker Botzen vorüber, auf dem gleichen Weg wie am Beginn der Wanderung zum Bahnhof Biezniz. Weglänge 28 Kilometer. Am Störihsee. Bon den Bahnhöfen der Stadtbahn fahren wir bis Erter und wandern dann rechts unter die Bahn hindurch. Die Bahnhof straße führt über das Berbindungsgewässer des Flatensees( lints) mit dem Dämeritsee( rechts). Durch die Friedrichstraße tommen wir zur Kirche des Ortes und wandern nun durch die Fürstenwalder Straße aus Erfner hinaus. Der Weg führt am Friedhof Berbei, am Rande des Kiefernwaldes gelegen. Bir haben jent den als er reicht, der sich fast ununterbrochen von Ertner bis Fürstenwalde er strect. Das Gelände ist eben, nahezu flach wie ein Teller; leichte Bodenwellen, die vom Binde zusammengeweht, else Dünen fins, verstärken noch den Eindruck der Ebene. Bir find im Tal des altex Urstroms, deshalb ist das Gelände so eben, und deshalb ist der Boden fandig; größere Steine werden wir faum in ihm finden. Der fanbige Grund ist auch die Ursache, daß hier so ausgedehnte Riefernwälder vorkommen. Der nährstoffarme Boden eignet sich nicht recht zur Beaderung, und auch anspruchsvollere Bäume gedeihen nicht; so ist denn die Kiefer der geeignetste Baum, unt hier fortzukommen. Der Weg, der anfangs in der Nähe der Bahn bleibt, entfernt folgen wir in füdwestlicher Richtung fis zu feinem Ende in der Nähe des Walbrands. Alsdann rechts ab um Spreetal und xux möglichst nahe an deffen Stand weiter. 3m Berhältnis zum mehrere Rilometer breiten Urftromtal nimmt ich der female, reich gemundene Bafferlauf aus, wie die aus im Räfig eines Löwen". Zahlreiche Siedlungen liegen an der Spree. Wir femmen an Freienbrint, Jäger bube, Hohenbinde und Alte Hausstelle vorüber; som jenseitigen Ufer grüßen uns Steinfuhrt, Burig und Neu- Zittau. Bei Alte Hausstelle wenden wir uns von der Spree fort nach Morden. Um Rande der Talniederung gelangen wir am Rarussee( links) ssrüber nach Ertner zurüd. Beglänge 20 RiTometer. Wie wird das Sonntagswetter? MW W SW.. N. TITENTI NO ´s so GU Sturm Regen und Veränderlich Schön Wind Gewitter 30T 30 20-20 10 10 0 0 10 10 Sonnabend, 8. Juli 1922 vätern an dem Herrn Dottor manches auf, was ihr trauen wedte. Endlich im Juni 1922 entschloß sich der Stadtoerord= netenvorsteher, unfer Gencffe Hermann Boigt, in das Borleben des Bürgermeisters hineinzuleuchten. Ceine Anfrage beim Reftor der Universität Zürich wurde vom Reitorat durch folgendes Schreiben beantwortet: ,, Auf Ihre Anfrage vom 14. d. m. teile ich Ihnen mit, daß in den Berzeichnissen der Studierenden der Universität Zürih wom Jahre 1909 an bis auf die jüngste Beit ein Studierender des Stamens Walther Röder von Elberfeld( geb. 21. 11. 81) nicht erwähnt ist und ein solcher an der hiesigen Universität au rie zum Dottor promoviert wurde. Hochachtungsvoll E. Hafter Daraufhin fagte Genosse Boigt dem Bürgermeister in Gegens wart eines Magistratsmitgliedes ins Gesicht, daß die„ Dottor würde" Schwindel sei. Der Bürgermeister wurde aufgefordert, bis auf weiteres das Rathaus zu verlassen, was er auch ohne ein Wort der Erwiderung tat. Später aber ging ,, Dr." Röder nochmals zum Bürgermeisterzimmer zurück und danach fand Genosse Boigt und einige Beamte in dem Ofen einen Haufen brennender Bas piere. Aus den geretteten eften war zu ersehen, daß ,, Dr." Röder noch andere Gemeinden bei Bewerbungen belogen hat. Genoffe Boigt bestellte nun die Magiftratsmitglieder ins Rathaus, und der Bürgermeister wurde herbeigeholt. Angesichts der auf der Erde liegenden halbverbrannten Bapiere gab er auf Befragen endlich zu, feine Universität besucht zu haben. Er lieferte dann die Schlüssel aus und erklärte sich bereit, sich zu Hause solange zur Berfügung zu halten, bis der Regierungspräsident eingreifen werde. Die Biesenthaler sind also das Opfer eines Schwindlers gewer den. Barum hat die Regierung, die das Bestätigungsrecht ausübte, nicht sein Borleben geprüft? Wir wissen, wie man noch heute darauf achtet, bei der Besetzung fommunaler Stellen mit lintsstehenden Berfonen deren ganzen Lebenswandel zu erforschen. Die Regierung wurde im Januar 1920 bei Ablieferung der Personalaften Röders darauf aufmerksam gemacht, daß die„ Doftorwürde" noch nicht nachgeprüft sei. Man beschränkte sich aber darauf, Herrn Möber wissen zu lassen, daß der Züricher Dottortitel im mte nicht geführt werden dürfe. Inzwischen hat die Stadtverordnetenversammlung Biesenthals sich mit dem Fall Röder beschäftigt. Röder hat erklärt, sein Amt niederlegen zu wollen. Die Stadtverordnetenversammlung hat ihn unter Bewilligung des Gehalts für ein Gnadenquartal" mit schlichtem Abschied entlassen. Zu Beginn der Woche trat auf Annäherung eines umfangreichen atlantischen Tiefdruckgebietes in ganz Deutschland eine stärkere Fahrpreisermäßigung auf der Straßenbahn. Erwärmung ein. Sehon am Sonntag wurden in den meisten Gezenden in Ost- und Süddeutschland 25 Grad Celsius überschritten, Bei der Erhöhung der Straßenbahnfahrpreise auf 4 t. wurde am Dienstag z. B. in Grünberg, Oppeln und Karlsruhe 30 Grad für.inder bis zu 14 Jahren der Fahrpreis mit 2. feftCelsius erreicht. A der dostseite des atlantischen Tiefdruck- gefeht. Diese Ermäßigung ist auf Verlangen der Stadtverordneten gebietes bildeten sich mehrere Teiltiefs aus, bei deren Verüber- versammlung vom 1. Juli ab auch auf die über 14 Jahre bis 17 gang in Nordwestdeutschland seit Sonntag nachmittag wieder ziemlich zahlreiche. besonders an der Nordsee ergiebige Gewitter Jahre alten wirtschaftlich Unselbständigen ausgedehnt worden, d. h. und Regenfälle stattfanden. Oestlich der Elbe hingegen und im auf Schüler und Lehrlinge, die weniger als 6000 M. Jahress Süden hielt bei veränderlicher Bewölkung das trockene, sehr einfemmen haben. Auf der Straßenbahn erhalten diese Schüler warme und schwüle Wetter mit nur geringen Unterbrechungen und Lehrlinge den Fahrschein zu 2 m. gegen Borzeigung eines mit durch leichten Sprühregen bis nach Mitte der Weche an. Erst Lichtbild versehenen Ausweises, den die Straßenbahnverwaltung als am Donnerstag ein neues kräftigeres Tief, in dessen Mitte der auf Grund einer Bescheinigung der Schule oder des Lehrherrn ausLuftdruck auf 785 mm heruntergegangen war, Tom Ozean über ftellt. In der festen Stadtverordnetenjigung ist nun, wie bereits England nach der Nordsee vordrang, stellten sich aus Nordostdeutschland stärkere Gewitterregen ein, die sich dann öfter gemeldet, auch für riegsbeschädigte der halbe Straßenwiederholten. Verher hatten lebhafte, glühendheiße, südliche Bahnfahrpreis genehmigt worden. Die Ermäßigung sell bei einent Winde die Temperatur noch höher emporgetrieben. Se brachte es Jahreseinfommen bis zu 30 000 m. gewährt werden, Berlin am Donnerstag nachmittag bis auf 36 Grad Celsius. Nach nach Brüfung des einzureichenden Antrages durch die zuständige dem sich aber am Donnerstag der Wind xseh Westen gedrehtürjeraestelle für Kriegsbeschädigte, die bei Bewilligung einen mit hatte, ging das Thermometer in der Nacht zu Freitag bis auf Lichtbild zu seriehenden Ausweis erteilt. Die Ermäßigung erstreckt 14 Grad Celsius herunter, Jetzt ist das Tiefdruckgebiet nach der fich auf Gefährte und Beinbeschädigte mit mindestens 30 Brozent europäischen Nerdmeer weitergezegen, während ein neues Hech Erwerbsminderung, Herzfrante mit mindestens 40 Brezent, Kopfvon Südwest- nach Mitteleuropa verzudringen scheint. Wir fchußverlekte mit mindestens 40 Prozent, fermer unter Zustimmung haben daher zwar für Sonnabend ziemileh veränderliches Wetter und vielleicht noch öfter etwas der Hauptfürsorgestelle auch auf sonstige Kriegsbeschädigte mit Regen. für Sonntag jedoch überwiegend heiteren mindestens 50 Prozent Erwerbsminderung, wenn sie infolge der Himmel und bei mäßigen Süd- bis Südostwinden eine Beschädigung den ganzen Arbeitsweg mit der Straßenbahn zurüc nene Temparaturzunahme zu erwarten. legen müssen. Hoffentlich fetzt der Magistrat diesen Beschluß bal digit in Kraft. Die Stadtverordnetenversammlung hat sich auch für Ausdehnung der Ermäßigung auf 3ivilbeschädigte ausge fich bald von ihr und führt in südöstlicher Richtung durch den hoch. Der Züricher Doktor" als Bürgermeister. prochen. stämmigen Kiefernwald. Wir wandern auf der alten Bost= straße, die sich durch besondere Breite auszeichnet. Nach etwa zwei Stunden( vom Bahnhof Ertner) haben wir den Störigsee er reicht. Inmitten des Baldes liegt er, faft freisrund von Gestalt. Die Bäume spiegeln fid) in seinen flaren Fluten. Am Nordufer des Sees liegt das Forsthaus Störig, fonft ist teine menischliche Siedlung| in der Nähe. Fernab dem Getriebe der Großstadt tönnen wir hier die köstliche Ruhe des Waldes, die erquidende Rühle des Gees genießen. Ein reges Badeleben entwidelt sich an dem schönen See. Wir wandern am Seeufer entlang bis zu dem Fahrweg, der im Südosten dicht am See vorüberführt; es ist das Rönigsgeftell. Ihm 47] Der Ruf durchs Fenster. Roman von Paul Frant. ,, Das ist lange nicht so wichtig, wie Sie anzunehmen belieben. Die Hauptsache ist, daß ich selbst damit das richtige anzufangen meiß. Und ich gebe daher die Hoffnung nicht auf." Wohl Ihnen." 11 Wie ich Herrn Garbislander um seinen schönen Optimismus beneide!" sagte Frau Tudolin. Die Stadt Biefenthal i. t. hat eine Bürgermeisteraffäre. tan schreibt uns von dort: Im Dezember 1919 wählte man zum Stebtoberhaupt einen Herrn alther Rober, geboren zu Elberfeld im Jahre 1881. 3n seiner Kandidatenrede fagte er, daß er an den Universitäten Bürich, Bonn, Heidelberg, Basel und Freiburg Geschichte, Boltswirts fchaft, Erd- und Böltertunde studiert habe und im Jahre 1912 ix 3ürich zum Dr. phil. promoviert worben sei. Die Wahl zum Bürgermeister erfolgte einftimmig, weil der Doftor fich als neutral gab. Nux fiel aber bald dex Beamtex fowie einzelnex Stadt bringen, da ich zu feinem anderen 3wed nach Miga getommen bin. Benn Sie aber endlich doch unserrichteter Dinge abziehen müssen?" Borläufig gestatte ich mir noch nicht diese Annahme." Das fahrille Signal der Telephonglode ertönte im Nebenzimmer, worauf Herr und Frau Ludolin einen Blick besorgten Einverständnisses wechselten. Halb zehn 1hr," murmelte er, während er sich erhob. „ Das wird das Bureau sein." Sie doch mal nach, Rind!" rief er, auf halbem eg umtehrend. Ich bin natürlich nur in ganz dringlichem Fall su fpredjen." Sie fönnen mir glauben," versicherte der Präfett treu herzig, daß niemand über den günstigen Ausgang der Affäre Am Ende hat Dmochowsti gestanden," fagte CarbisReuß erfreuter wäre als ich. Nicht bloß aus persönlicher An- lander. Das wäre both genügend bringend?" teilnahme für Sie, mein junger Freund, fondern vor allem," Da würden wir dann gemeinsam ins Bureau fahren... weil es doch die Erledigung eines ganz besonders fomplizierten, Er horchte eine Beile, verstand jedoch anscheinend nicht, was schwierigen Falles gilt. Im Laufe der Jahre, während der ich seine Frau fagte. Ich fürchte," fegte er fort, daß ich allein die mühevolle Arbeit der Rigaer Polizeimaschine tontrolliere, fahren muß..." " Rommissär Ljubatschow wünscht dich zu sprechen," meldete die Hausfrau, als fie ins Bimmer trat. " Am Ende handelt es sich um den Fall Neuß..." rief Garbislander. hat es eine ganze Reihe von ähnlichen geheimnisvollen Affären" Das wäre jammerschade," erwiderte der Schriftsteller. gegeben. Nun ist der Polizeidienst hier besonders erfchwert- Reine Ruh' bei Tag und Nacht." wie in allen Hafenstädten. Das unaufhörliche Fluftuieren Als ob man ein Geburtshelfer wäre... Ich darf mir lichtscheuer Elemente, das Aufeinanderpraffeln der während feinen Gast einladen." einer langen Seereise wider Willen gezügelten Leidenschaften, die hier, zum erstenmal festen Boden unter den Füßen, sich austoben wollen, die Schrankenlosigkeit eines die Hafen ,, as will er denn?" fragte der Bräfett ärgerlich. frelunken füllenden Spielervolts, die Noheit volltrunkener" Das hat er mir nicht verraten. Er hat ausdrücklich nach Matrosen, die uns allnächtlich zu tun gibt.. Es ist ein heißer dir verlangt. Es sei fehr dringend, meinte er." Boden, auf dem wir uns befinden trotz des falten Rlimas!" Ich bin weit davon entfernt, diese Dinge zu unterschäzen," erwiderte Garbislander. Trotzdem. " Sie dürfen ferner nicht glauben, daß irgend etwas außer acht gelassen wurde, da wir, wie ftets in folchen Fällen, alle in Betracht kommenden Lokale, Bars, Spelunten und Kneipen nach verdächtigen Individuen abgesucht haben, eine Tätigfeit, mit der eine sehr respektable Schar von Agenten ständig beschäftigt ist, von denen bis zur Stunde jedoch noch feiner in der Lage gewesen ist, eine Meldung zu erstatten, auf Grund deren die Nachforschung in einer bestimmten Richtung hätte betrieben werden fönnen. Trog alledem will ich Ihnen Shren beneidenswerten Mut nicht nehmen; ich wünsche Ihnen nur, daß Sie vor einer Enttäuschung verschont bleiben mögen." fehen in einer halben Stunbel" Ich muß Albert Reuß einfach finden und ihn nach Haufe Se geb bas Schlußfignal, Ich bitte um Bergebung," sagte der Präfett, der sich aus dem Fauteuil erhob, in dem er wieder Blak genommen hatte, und begab sich ins Nebenzimmer. Seine Frau und der Schriftsteller folgten ihm langsam nach. Herr Tubolin hielt die Hörmuschel lange ax fein Dhr gepreßt; feine Miene war ernst, beinahe finster geworden. Er sprach vorerst tein Wort und nagte an seiner Unterppe. Neue Milchpreise. Milchamt www Das Ernährungsamt der Stadt Berlin - gibt befannt: Box Montag, den 10. Juli d. 3., beträgt der Preis für Sartenmilch 8 M. je Biter, für freie Bollmilch 11 m. je iter. Die Preise sind für Kleinhandelsgeschäfte und Abmelt. wirtschaften( Moltereien) die gleichen. Die A I- und A II- Milch farten werden wie bisher mit je 1 Liter, die B I und BII- Milchfarten sowie die Karten für werdende Mütter( A- Rarten) wie bisher mit je% Liter Frischmilch täglich beliefert. tun?" fragte Garbislander. „ Es handelt sich nicht um eine alte, wir haben vielmehr eine neue Affäre," fagte er refigniert. Was denn schon wieder, um Himmelswillen...?" fragte Frau Tudolin. Mir wird selbst ein wenig unheimlich," erwiderte er. „ Das Gesez der Serie. " 1 41 „ Etwas Schlimmes? Bieder ein Mord am Ende gar?" " Unterschlagung." Gott sei Dant! Ich dachte schon an etwas Aergeres, weil du so ein böses Gesicht gemacht hast!" Hundertvierzigtausend Rubel veruntreut; in der Han dels- und Gewerbebant." ,, und der Täter?" fragte der Schriftsteller neugierig, ,, den müssen Shre Agenten jetzt fuchen?" tein," antwortete der Präfeft. Den hat man schon." " Bravo!" rief Frau Tudolin ehrlich erfreut. Benigstens einer, den man hat." ,, Ein Angestellter des Instituts, den man knapp vierund. 3wanaig Stunden nach Berübung der Tat festgenommen hat und mit dem Dr. Ljubatschon seit vier Uhr nachmittags fich jede erdrentliche Mühe gibt, um aus ihm etwas herauszu bringen, ohne daß ihm das jedoch bis zur Stunde gelungen wäre!" Jetzt sollst du natürlich den Burschen zum Reden bringen!" rief Frau Tudolin. Ja," antwortete er. un soll ich mein Glück versuchen." " Du wirst ihn schon tlein friegen!" Ihr tönnt euch darauf verlassen! Und wenn es bis zum Morgen dauern sollte! Aber vom Hause fort muß ich doch! Es ist wahrhaftig zum Teufelholen! Sie fönnen sich jetzt eine ungefähre Borstellung von den Annehmlichkeiten machen, die mit meiner Stellung verbunden find, Herr Garbislander!" ,, Ein Unglüd fommt jelten allein...." sagte der Schrift. fteller. as wollen Sie damit fagen?" fragte der Präfeft. " Mir ist, als ob abermals ein breites Hindernis zwischen weich und meinen Freund Reuß sich stellte. Borhin war ich " Es ist gut," fagte se endlich. Su einer halben Stunde noch fo hoffnungsfroh... Wohl auch darum, weil ich annahm, bin ich im Bureau. Der Mann jok so lange warten. ie das wir morgen früh gemeinsam uns feiner Sache würden heißt er übrigens? Faltin? Richard Faltin? Auf Bieber- widmen tönnen... Und nun gerät uns wieder dieser unglück( Fortfehung folgt.) felige Defraudant in die Quere!" auch eine menschliche Seite! Bom menschlichen Standpunkt aus ist Vom Bau der Nord- Südbahu. diefer Mord wie jeder Mord zu verwerfen. Alle Parteien haben zu Die Fertigstellung des Rohbaues der Nord- Südbahn macht auf gegeben, daß Rathenau ein Mensch war, der das Beste gewollt hat, den wichtigsten Strecken immer nur langsame Fortschritte, so daß so wie er's nun einmal aufgefaßt hat. Vor allen Dingen ist die eine Hinausschiebung des Termins der Inbetriebnahme, der durch Familie zu beklagen, die einen solchen Verluft erlitten hat. Un den Beschluß eines Stadtverordnetenausschusses auf den 1. Januar erhört aber ist es, wenn die Ermordung von den Parteien ausge- n. 3. festgesetzt worden ist, immer wahrscheinlicher wird. Die fäen, bas boch endlich Ruhe nötig hat. Dies Geheß gewisser Barteien älteste Baustelle iſt unzweifelhaft die auf dem Weddingplay nützt wird, um wieder Haß und Zwiefracht ins deutſche Bolt zu ist um so unerhörter und unverantwortlicher, als man bis jetzt von im Norden und das Stück freie Strecke zwischen der Gasanstalt in Einzelheiten des Mordes nichts weiß; wie es noch nicht einmal fest, der Chausseestraße und Ringbahnnuterführung am Bahnhof Wedsteht, daß es ein politischer Mord gewesen ist. Wenn es ein poli- ding. Hier liegt noch immer der Notbelag aus Holzbohlen und an tischer Mord sein sollte, so trägt das Ausland die Schuld; ich fann den Stellen, wo er zum Einbau der Tunneldecke beseitigt ist, tritt die mir nur denken, daß der Mordgebante entstanden ist aus der Ver- verrostete Eisentonstruktion des Tunnels zutage, die auch erst wieder zweiflung über das Unglüd des Baterlandes. Ich wiederhole also gründlicher Reniigung durch Sandstrahlgebläse bedarf, bevor daran noch einmal: den Mord als solchen wird jeder anständige Mensch gedacht werden kann, diese mit einem Delfarbeanstrich zu versehen. verurteilen; aber ebenso wird es auch jeder anständige Mensch ver- Die Baustelle Friedrichstraße schließt sich allmählich. Streckenweise urteilen, den Mord politischen Parteien zur Last zu legen. Ueber ist der Längsverkehr über das vorläufige Straßenpflaster freigegeben das Leben Rathenaus fann ich Euch nichts sagen; denn ich habe worden und an den Stellen zwischen dem Oranienburger Tor und crst vor% Stunden den Befehl der Behörde erhalten, hatte also der Karlstraße ist man bereits mit der Herstellung des endgülti. feine Beit, mich zu orientieren. Jetzt tönnt Ihr in Eure Klassen gen Straßenpflasters, der Verlegung der Straßenbahngleise gehen!" beschäftigt, während der südliche Teil der Friedrichstraße zwischen Diese Trauerrede ist ein trauriges Gerede, und man kann sich Koch- und Besselstraße und Belle- Allianceplag noch wegen einer eines Gefühls tiefer Beschämung nicht erwehren, wenn man ein furzen Strede an der Kochstraße nicht in Angriff genommen werden derartiges törichtes findisches Geftammel hört und daran denkt, daß fann, so daß diese Arbeit bis zum Frühjahr 1923 verschoben der Mann, der dieses greisenhafte Geschwäß von sich gegeben hat, werden muß. berufen sein soll, eine höhere Schule zu leiten. Tiefer Mann gibt selber zu, daß er unfähig und nicht imstande ist, als Pädagoge feinen Kindern die Bedeutung des Mordes und des Ermordeten fiar zu machen. Was tut er also noch in seinem Amt, wenn er feine Lehrbefähigung hat? -Das Attentat in der Philharmonie. Die Täter zu 12 und 14 Jahren Zuchthaus verurteilt. In dem letzten Teil der Beweisaufnahme in dem Prozeß gegen die ehemaligen russischen Offiziere von Schabelski- Bork und Taborizli beteiligten sich auch die Geschworenn sehr lebhaft burch wiedrholte Befragung der Zeugen nach Einzelheiten der Tat, ebenso versuchte der Sachverständige Professor Dr. Strauch durch durch wiederholte Befragung der Zeugen nach Einzelheiten der Tat, einen besonders erregten Eindruck gemacht hätten oder ob sie falt blütig auf Miljukow bzw. in die Menge hineingeschossen hatten. Die Zeugen erklärten, daß sie eine besondere Erregung im Moment der Tat nicht wahrgenommen hätten. Hierauf wurde die Beweisaufnahme geschlossen und Staatsanwaltschaftsrat Dr. Burchardy nahm das Wort zur Begrün. dung der Anklage. Der Anklagevertreter ging auf das Bor. leben der beiden Angeklagten ein und begründete eingehend den Standpunkt der Anklage, daß bei Schabelski die Schuld. frage nach versuchtem Mord zu bejahen sei. Die Ueberlegung sei zweifellos festgestellt, denn der Plan, Miljutow zu töten, sei von beiden Angeklagten schon 5 Jahre vorher gefaßt und seitdem dauernd verfolgt worden. Schabelstis jetzige Behauptung, daß er in plötzlicher Erregung gehandelt habe, sei ganz abwegig. Außer wegen versuchten Mordes müsse er auch wegen teils vorfäglicher, teils fahrlässiger Körperverlegung verurteilt werden. Der Angeklagte Taboriti sei der Teil nahme an dem versuchten Morde schuldig, denn er habe sich mindestens als Gehilfe des Schabelsti betätigt. Bei der Erschießung des Senators Na bofoff liege Dorsägliche Tötung vor. Der Staatsanwalt trat für die Verneinung der mildernden Umstände ein. Wenn auch die Jugend der Angeklagten zu berücksichtigen sei und die Tatsache, daß sie nicht aus niedrigen, eigensüchtigen Motiven gehandelt haben, so sei es doch eine Anmaßung ohne gleichen, eine Selbstüberschätzung und Selbstüberhebung, wenn sich zwei junge muß angesichts der polifischen Situation Leute anmaßen, Richter zu sein über politische Persönlichkeiten, die ihren Ansichten nicht entsprechen. Dazu komme die Gefühl. Tofigkeit, die darin lag, wahllos in das Publikum hineinzuschießen, und die feltene hartnädigteit werden. Freiwillige Beiträge für ihn überweise man auf des verbrecherischen Vorsatzes. Schließlich liege doch Postschecktonto Berlin, Nr. 48 743 an Aleg pagels, eine eklatante Verlegung der deutschen Gastfreund schaft vor, die den Russen in ausgedehntem Maße gewährt und Bezirksverband der SPD., Berlin SW 68, Lindenstr. 3. schon in mehreren Fällen durch solche Mordanschläge verlegt worden sei. Die Verneinung mildernder Umstände werde eine Warnung an alle blindmütigen Fanatiker sein. Es folgten längere Ausführungen der Vertreter der Nebenfläger. Rechtsanwalt a as Karlsruhe betonte, daß es sich für die Nebenklager nicht darum handle, die einzelnen Berlegungen festzustellen, sondern um die Tat als Ganzes, um den zu fammenhang zwischen dem Mordversuch und der ganz frivolen Gefährdung vieler Menschen durch bas plan- und finnlose Hineinschießen in das Publikum. Rechtsanwalt Wolfgang Heine als Bertreter der Nebenfläger ergänzte die tatsächlichen, juristischen und politischen Ausführungen des Rechtsanwalts ha as noch in mehreren Punkten und erwiderte auf die Plaidoners der Verteidiger Rechtsanwälte Dr. Sad und Dr. Anderssen Die Geschworenen bejahten alle Punkte der Anklage und der Staatsanwalt beantragte für Schabelski 10 Jahre Zuchthaus und für Laboriti 12 Jahre Zuchthaus. Das Gericht aber ging darüber hinaus und verurteilte Schabelski zu 12 und Tabo. rizti zu 14 Jahren Zuchthaus unter Anrechnung der Untersuchungshaft. Die Angeklagten haben den Wahrspruch mit fichtlicher Beunruhigung entgegengenommen. Des Waffers Tücke. Der Wahlfonds der SPD. gestärkt Zur Verpachtung der städtischen Güter. Der Magistrat hat sich mit den mit der Konsortia G. m. b. 5. zu schließenden Gründungs- und Bewirtschaf tungsverträgen über die städtischen Güter in der in der Sitzung festgesetzten Fassung in erster Lesung einverstanden er klärt und die Magistratskommission, bestehend aus Stadtfynditus ange, Stadtfämmerer Dr. Karding, Stadtbaurat Hahn und Stadtrat Wuzky, zur Weiterverhandlung mit den Bertretern der Konsortia G. m. b. 5. ermächtigt. Unbeliebte Zonentarife. ortbahn ist am 1. Juli auf den Berliner Streden eingeführt worden. Ein neuer Zonentarif auf der Berliner Stadts, Ring- und VorNeben wesentlichen Fahrpreiserhöhungen, die sich etwa zwischen 40 bis 60 v. H. bewegen, ist auf der Eisenbahn ein ganz neu artiges System der Fahrpreisberechnung eingeführt, welches alles andere als für die Benuger verständlich ist. Das Vorortneß ist in eine Reihe von Zonen eingeteilt worden, nicht etwa die burchfahrene Strede, und darin liegt zunächst eine große Benachteiligung der Reisenden. Man will z. B. vom Stettiner Bahnhof nach Stolpe fahren, muß dann aber statt bisher 3 Mart jest 6 mart als neuen Fahrpreis bezahlen. Dafür gibt aber eine großmütige Zwischen Gatow und Kladow wurde die Leiche eines Eisenbahnverwaltung eine Fahrkarte aus, die bis nach Borgsdorf etra 30 Jahre alten Mannes aus dem Wannsee gelandet, gilt, also zumeist bis nach Oranienburg reicht. Die Großmut der die nur mit einer Badehose bekleidet war. Allem Anschein nach ist Eisenbahnverwaltung ist in diesem Falle billig, denn nur die wenig aljo der Unbekannte beim Baden ertrunken. Im Leiche sten Reisenden fönnen die Strecke bis Borgsdorf benutzen, während der Kolonie Lindenhof bei Schöneberg ist der 19jährige die meisten Reisenden schon viel früher aussteigen. Eine noch finnArbeiter Frig Hauffe, der auch in der genannten Kolonie wohnte, lofere Freigebigkeit macht sich nun aber auf der Rückreise beebenfalls beim Baden ertrunten. Die Leiche fonnte geborgen werden merkbar. Die Eisenbahnverwaltung gibt zur Fahrt nach Berlin und wurde nach dem Schouhause in Schöneberg gebracht. Gegen Fahrkarten aus, die zwar in Stolpe gelöst und auch nur von Stolpe über dem elterlichen Wohnhause Schleswiger Ufer 5 ertrant aus benutzt werden, die aber wieder von Borgsdorf gelten und gestern nachmittag der 4jährige Günther Herwig. Er hatte von über die Strede Borgsdorf- Stettiner Bahnhof ausgegeben werden. der Uferböschung aus die Füße ins Waffer gestreckt, dabei das Der Reisende muß also, ob er will oder nicht, die rückliegende Strede Gleichgewicht verloren und war dabei ins Wasser gestürzt. Ein Borgsdorf- Stolpe mit bezahlen. Weiter aber geht noch die ,, GeWachtmeister der Schutzpolizei fprang ihm nach, fonnte jedoch rechtigkeit" der Eisenbahndirektion. Will man nämlich nicht nach dem Stettiner Bahnhof, sondern z. B. nach Frankfurter Allee, und will Beim Bootfahren ertrank auf dem Tegeler See in der man zu diesem Zwede umsteigen und in Gesundbrunnen auf die Nähe von Tegelort der 23 Jahre alte Kellner Josef Hoffmann Ringbahn übergehen, dann bekommt man eine Fahrkarte, die einen aus der Auguststraße 81. Die Leiche konnte geborgen werden und berechtigt, nicht nur bis Frankfurter Allee zu fahren, sondern z. B. wurde dem Schauhause zugeführt. Schließlich tenterte in der nach Halensee über Stralau- Rummelsburg zu reisen. Die neue Nähe der Abteibrücke in Treptow ein mit drei Personen Fahrkartenreform im Berliner Stadt, Ring- und besettes Boot. Alle drei wären unfehlbar ertrunten, wenn Borortverkehr scheint also befonders für die nicht ein Boot des Reichswasserschutzes sofort herbeigecilt wäre, das jenigen der Reisenden hervorragend geeignet, alle drei Personen retten fonnte. nur noch die Leiche bergen. „ Judenbrägen". Was sich„ Beamte der Republik" erlauben. Die Gefühlsroheit, die ausgeprägte Schlächtermoral, die fich anläßlich der Ermordung Walter Rathenous bei einem Teil der Gegner der Republic offenbarte, wird auch durch einen Ausspruch des im Telegraphenamt Moabit beschäftigten Telegraphensekretärs illut illustriert. Dieser Beamte der Republi? machte auf dem Fernsprechamt die Ermordung Rathenaus mit folgenden Worten bekannt: " Heute mittag gibt's 3ndenbrägen, meine Damen, Rathenau ist im Grunewald ermordet." die nicht genau wissen, wohin fie fahren wollen und aus diesem Grunde auch öfter als normale Reisende über die Bielftation fahren. Will die Eisenbahnverwaliung einen 3onen tarif, der sicherlich gewisse Borteile gegenüber dem bisherigen hat, einführen, so sollte fie fich dabei vielleicht an den früheren RingbahnStation berechnen. Will sie aber das jetzige neue System beibehalten, tarif anlehnen und die Fahrten bis zur fünften, achten, zwölften so sollte sie zum mindesten Billigkeitsgründe gelten laffen, denn wenn die neue Zonengrenze z. B. 200-300 Meter vor einem Bahnhof verläuft, dann wäre es billig, wenn der Bahnhof in die niedrigere Bone einbezogen würde. " Ein amfliches Publitaffensorgan gegen die Republ. In den Straßen Berlins wird feit einigen Tagen die Potsdamer Tageszeitung" verkauft, die unverschämte Heartitel aber es sollen, wie uns mitgeteilt wird, Bemühungen im Bange fein, Bie verträgt sich der amtliche Charakter dieses Blattes mit seiner Die Behörde foll fich nun mit dieser Angelegenheit beschäftigen, gegen die Republit veröffentlicht. Das Blatt bezeichnet sich als amtliches Publitationsorgan von Behörden". diesen und ähnliche in der Postverwaltung vorgekommen Fälle zu vertuschen. Es wird dringend notwendig, sich diese Art von Be- gegen die Republit gerichteten Schreibweise? amten näher anzusehen. Gerade aus den Kreifen der Postbeamten Candaufenthalt für Schuffinder. Beim Jugendamt ist noch die werden wir darauf hingewiesen, daß sich dort manche Beamte wäh- Möglichkeit vorhanden, einige erholungsbedürftige rend des Dienstes die schwersten Beschimpfungen des Schultinder im Alter von mindestens 11 Jahren von fofort bis Reichspräsidenten, der Reichsregierung usw. er. Ende September in einzelnen Stellen auf dem Lande in verschie lauben und daß verfassungstreue Beamte oft in der raffiniertesten benen brandenburgischen Kreifen unterzubringen. Melbungen find Welje drangfaliert werden. Es ist höchste Beit, daß mit diesem Bu an die Rindererholungsfürsorge im Stadthaus, Türrschmidt and gründlich aufgeräumt wird. ftraße 25, 3immer 31, zu richten. Die traurige Rede des Dr. Jacobsthal. Ble erinnerlich, hatten wir vor einigen Tagen in einem Best über die leẞte Neuköllner Bezirksversammlung auch von ber Rennzeichnung Mitteilung gemacht, die die kommunistische Bezirts verordnete Fräulein Beffer dem Berhalten des Direttors des Neutöllner Lyzeums Dr. Jacobsthal anläßlich der angesetzten Schulfeiert 31m Tode Reihenaus zuteil werden ließ. Wir sind nunmehr in der Cage, unseren Lejern den genauen Wortlaut ber Trauerrede des Herrn Jacobsthal zur Kenntnis zu bringen: Lebensmittelpreise des Tages. Zufuhr: Fleisch ausreichend, Geschäft etwas lobhafter. Fische knapp, Geschäft mäßig. Obst und Gemüse ausreichend, Geschäft flott. handelspreise: Aale 58-60 M. Ausdehnung des Ein- Mann- Wagenbetriebs. Nachdem sich bei der Straßenbahn die Einführung der Ein. Mann- Wagen auf der Strede Friedrichshagen. Müggelsee bebwährt hat, beabsichtigt die Direktion der Berliner Straßenbahn, diesen Wagentyp auch auf anderen Berort ftreden, auf den Köpenicker Bahnen und eventuell auf den Leltower Kreisbahnen versuchsweise einzuführen. Die auf der Friedrichs hagener Etrecke gemachten Erfahrungen haben gezeigt, daß das Bublifum nach anfänglichen Schwierigkeiten sich durchaus an diese neue Einrichtung gewöhnt hat und daß der Betrieb, merigstens auf diesen nicht zu start frequentierten Streden, bei diesem System feine Störung erleidet. Alt- Berlin am Lehrter Bahnhof. erſtanden: von Baiufchet entworfen und zu einer freundlichen KomIm Landesausft. llungspart am Lehrter Bahnhof ist Alt- Berlin pofition von Etud, Farbe und Leinwand vereinigt. Aus dem eigentlichen„ Univerfum Landesausstellungspart", der mit einer Gebirgs. bahn von fabelhafter Länge geziert" ist( die Alpen werden später aufgemalt), geht es durch ein altes Stadttor, wie es noch die Leute von 1820 fonnten, in das Berlin jener Zeit. Erst schmal, dunkel sich plötzlich ein Platz, der so ziemlich alles enthält, was das Berlin und heimelig am Krögel und dem alten Rathaus vorbei, weitet von damals an intereffanten Bauten aufweisen konnte. Ein Stüdchen Molfenmarft, ein Stückchen Mühlendamm, elles zu einem einheitlichen Bilde zufammengefaßt. Dann springt das alte Rosen. taler Tor hervor und rechts tut fich eine Bache mit alten Stadtfoldaten auf. Das sommerliche Berlin von 1922 wird an diesem Berlin vor 100 Jahren seine Freude haben. Rargierers Tod. Der 20 Johre alte Rangierer Walter Kühlig aus der Friedrichsberger Straße 15 wurde beim Rangieren auf dem der Stelle getötet. Ostbahnhof von einem Güterzuge überfahren und auf gebühren vom 1. Juli ab erfordert die Herstellung weiterer Aufbrauch der affen Poffwertzeichen. Die Erhöhung der Boft. neuer Postmertzeichen und Barfreimachungsstempel. Die Bostverwaltung hat fo frühzeitig, wie die Berabschiebung der Ge neuen Markenwerte herstellen lassen. Es wird aber nicht mög bührenvorlage im Reichstag es zuließ, die hauptsächlich benötigten ich sein, alle Postanstalten in der furzen verfügbaren Zeit damit zu beliefern, so daß zum Teil noch die vorhandenen Boftwertzeichen abgegeben werden müffen, wozu auch wirtſchaftliche Gründe zwingen. I Metallfiegelverschluß bei Postpateten. Als Berschlußmittel für Wertpafete von mehr als 500 bis 3000 m. merden vom 1. Juli an neben den bisher vorgeschriebenen Lacksiegeln auch Bleisiegel und Stahlblechfiegel versuchsweise zugelassen. Nähere Auskunft erteilen die Postanstalten. Die Bezüge der Ruhestandsbeamten und Witmen. Die im Ber lag für Politik und Wirtschaft in Berlin W. 35, Potsdamer Str. 45, waifengeld enthält auch die vom 1. Juni 1922 ab geltenden erschienene Tabelle für Ruhegehalt, Bitmen und Gewährung von Kinderbeihilfen in gefeßlich nicht geregelten Fällen. neuen Teuerungszuschlagsfähe sowie die Bestimmungen über die Einige Beispiele erleichtern die Benußung der Tabelle, die den Ruhe. gehaltsempfängern und Witwen ein unentbehrliches Hilfsmittel für die Nachprüfung der ihnen zusichenden Bezüge geworden ist. Da Ein ärztlicher Fortbildungslehrgang über die gesundheit. liche Bedeutung der Leibesübungen unter Leitung des Geheimrats Brofeffor Bier wird in der Zeit vom 24. Juli bis 6. Auguft d. 3. vom Reichsausschuß für ärztliches Fortbildungswesen und der Deutschen Hochschule für Leibesübungen veranstaltet. Der 3wed des Lehrganges ist, den Aerzten einen Einblid in das Wesen von Turnen und Sport zu geben. dieser nur durch Selbst betätigung gewonnen werden kann, enthält der Lehrgang verbindliche förperliche Betätigung in den lichen Verfassung der Teilnehmer( täglich 3 Stunden) und theoretische Leibesübungen unter Berücksichtigung des Alters und der förperVorträge und wissenschaftliche Aussprache( täglich etwa 3-4 Stun den). Kursgebühr 955 M. für den 13tägigen Lehrgang, einschließ lich Unterkunft und ausreichender Berpflegung im Stadion. Be stimmungen find beim Sekretariat der Deutschen Hochschule für Leibesübungen, Charlottenburg 9, Stadion, einzufordern. Ebendorthin find Anmeldungen zu richten. Verein Proletarischer Kinderfreunde. Kreis Tiergarten. Tagesausflüge für soulbflichtige Kinder, Begian Dienstag, den 11. Trefpunkt 9 Uhr Aleiner Tiergarten, Striegerdenkmal, Abmarich 9 Uhr nach der Bogelwiese, Plögensee. Proviant und Getränke mitbringen. Schwere Wetterschäden in Stettin. Durch ein über Stettin niedergegangenes Gewitter, bem Safen drei über das Ufer hinausragende Ladefräne aus den ein Wirbelsturm vorausging, wurden im Reiherwerber Schienen gehoben, wodurch die Masten von drei Dampfern und einem Seeleichter umgerissen wurden. Die umstürzenden Masten zerschlugen zahlreiche Aufbauten der Dampfer; auch ein Schwimmfran wurde beschädigt. Der Ladeverfehr im Reiherwerder Hafen ist dadurch für einige Zeit ftillgelegt. Auf der Oder fenterte ein mit drei Personen befektes Segelboot. Von den Insassen konnten nur zwei gerettet werden, ein Matrose ist ertrunken. Auf dem Dammfchen See fenterte im Wirbelsturm ein mit fünf Berfonen befehtes Segelboot, von den Insassen fehlt bisher jede Spur. bauten der Grube Bertha und Grube Friedrich- Ernst in Brand Grubenbrände. Infolge der anhaltenden Hige sind die Tage geraten. Die Zahl der Brände in Deutschland hat trotz der wesentlichen Berringerung des deutschen Gebiets durch die Abtretung von ElfazLothringen, Posen, Oberschlesien, Westpreußen, Danzig, Memel, des hulifchiner Ländchens, des Saarreciers ufm. erheblich zuge. nommen. Besonders gestiegen sind die Großfeuer mit ber Bernichtung von Millionenwerten in Stadt und Land. Am Freitag galten in der Zentralmarkthalle folgende Klein68 M. Schweinefisisch 75-83 M Rindfleisch 62-65 M., ohne Knochen 66-71 M. Kalbfleisch 55 bis Hammelfleisch 48--65 M Leber 56 bis 58 M. Rückenfett 84 M Schellfisch 12-16 M. Schollen 21-22 M. Liebe Kinder! Ihr fönnt Euch denken, warum Ihr hier ver Rotzungen 15-17 M Flundern 10-12 M. In Eis: Schlele 35-40 M. iammelt seid! Die Behörde hat den Befehl gegeben, die Trauerfeier Hechte 35-44 M. Lebende Barsche 40-42 M. Blele für den ermordeten Minister Rathenau abzuhalten. Eler 7 M. das Stück. Naturbutter 78 bis Ich muß ge- 35-38 M. Aale 65-50 M. tehen ich fage dies offen heraus Kartoffeln( alte) denn ich fann nicht heucheln 82 M. Margarine 41-45 M. Schweineschmalz 55 M. daß es mir schwer fällt, mit Euch darüber zu sprechen. Die Er: 22-28 M. 10 Pfund Zwiebeln 9-10 M. Zitronen 3,75-125 M. Mohr mordung ist nun mal von politischen Dingen nicht zu trennen. Politit en 4-15 M. das Bund. Kohlrabi 15-18 M. die Mandel. Kirschen Die größte Zunahme der Brände ist auf dem Lande zu verzeichnen, 7-15 M. Erdbeeren 20-21 M. Apfelsinen 2,50-4,50 M. das Stück. Backobst: Aprikosen 80 M., Aepfel 60 M., Birnen 10-45 M., Pflaumen aber auch in Berlin, Stettin, Breslau, Hannover, Köln, Nürnberg, 24 M, Gemischtes 25-48 M. Gänse 60-70 M. Hühner 58-62 M. Frankfurt, Raffel, Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Dortmund find in Reh 65-70 M. den letzten Jahren große Wertobjekte durch Feuer vernichtet worden. aber gehört nicht in die Schule! Ihr seid zu klein, um etwas davon zu verstehen, und auch die wenigsten Erwachsenen verstehen etwas davon. Ich will also vom Politischen nicht reden; die Sache hat aber Die holländischen Wahlen. Amfterdam, 7. Juli.( WTB.) Die geftrigen Wahlen zur Zweiten holländischen Kammer haben nach einer vorläufigen nichtamtlichen Feststellung folgendes Ergebnis gehabt: Rechtsparteien 48, 50 zialisten 25, Lintsliberale 11, Rommunisten 3, verschiedene fleinere Parteigruppen 13 Mandate. Niederlage der irischen Republikaner. London, 7. Juli.( Dena.) Die Regierungstruppen des Freistaats Irland haben heute nacht die letzten Stellungen der republikanischen Truppen in Dublin eingenommen. Nach einem allgemeinen Angriff, der heute nacht unternommen wurde, verließen die Republifaner bie letzten von ihnen noch gehaltenen Stellungen am Justizpalaft und zogen sich fluchtartig zurüd. 55 Republikaner wurden gefangen. Die Straßenkämpfe erforderten in den letzten acht Tagen 56 Tote und mehr als 250 Berwundete. Das Einkommensteuergesetz. USP. und Volkspartei. Forderungen der Beamtenschaft. Die politischen Strategen der Demofraten und der Zen- In Rücksicht auf die fortschreitende Gcfbentwertung und weiter. trumsfrattion glaubten sehr flug zu handeln, als sie ihre An- hin zunehmende Teuerung finden zurzeit Berhandlungen frage an die Deutsche Volkspartei richteten. Sie war gewiffer- wischen den einzelnen Beamtenorganisationen maßen als eine Leftion an die Sozialdemokratie gedacht, die Baufe der tommenden Woche dürfte eine Einigung über die Bera statt, um eine neue Leuerungsaktion in die Wege zu leiten. Im es gewagt hatte, die USP. aufzufordern, in die Regierung handlungsgrundlage mit der Regierung erfolgen. Danach sollen die einzutreten. Was Ihr fönnt, fönnen wir auch!" meinten neuen Forderungen der Regierung überreicht werden. wohl die Herren Petersen und Marg, Koch und Herold und hatten offenbar zehn Tage nach der Ermordung Rathenaus bereits jeden Sinn für das Gebot der Stunde wie für den Geist der Situation verloren. Der Steuerausschuß des Reichstags begann am Freitag die erste Die vorliegende Vergleichstabelle soll ihnen das Ge- Lesung der Abänderung des Einkommensteuergeseges. Im Namen dächtnis etwas auffrischen und beweisen, daß der Schritt der der bayerischen Regierung und der übrigen LandesregieGBD. bei der USB. eine politische Selbstverständlich- rungen machte Staatsrat Wolf Bedenken geltend, da eine Ermäßiteit war, während ihre Anfrage bei der DVP. als eine gung der Einkommensteuersäge den Anteil der Länder und Gemeinden an dem Steuercuffommen erheblich schmälern fönnte, was bei politische Tattlosigkeit bezeichnet werden muß, zumal ber finanziellen Notlage der Länder und besonders der Gemeinden in einer Zeit, wo es gilt, die Republit zu schüßen, die Reaktion schwer zu ertragen wäre. Für den Ausfall müsse das Reich einen zu bekämpfen und die bisherige Außenpolitik fortzusehen: Ausgleich schaffen. Staatssekretär 3 apf erwidert, daß das Reich Warschau, 7. Juli.( WTB.) Das Exposé des MinisterpräsidenUsp. ist republikanisch. D. ist monarchistisch. bemokratischer Seite wird demgegenüber darauf hingewiesen, USP. feinesfalls eine Erfahpflicht übernehmen könne. Bon sozialten wird in der ganzen polnischen Preffe ungünstig besprochen. Nur USP. ist für die Außen- DBP. hat in allen kritischen daß die finanzielle Lebensmöglichkeit der Länder und Gemeinden Rurier Boliti" ergreift die Partei des neuen Ministerpräsidenten politit der Regierung Birth Situationen( Londoner Ultima gewahrt werden muß und zu diesem Zweck eine grundlegende Regeund warnt die Rechtsparteien, die von ihrem Siege berauscht seien. Rathenau stets eingetreten. tum, oberschlesische Entscheidung, lung durch eine schleunige Revision des LandessteuerDer Klub der konstitutionellen Arbeit der cest den Ministerpräsiden= Ultimatum der Reparationsfomten unterstützte, entzieht ihm jezt das Vertrauen und hat bereits miffion zum 31. Mai) mit den gefeges erfolgen foll. einen neuen Kandidaten, Kucharzewski, als Nachfolger LiDeutschnationalen die Regierung winstis, mit dessen Abdantung man rechnet, vorgeschlagen. Heute Wirth- Rathenau zu stürzen muß es fich entscheiden, ob das Vertrauensvotum abgelehnt wird versucht. oder nicht. Liroinfti betonte in feinem Expofé, daß Bolen bisher USP. hat sofort nach der Erfein Finanzprogramm hatte. Das Defizit, das auf 132 Milliarden mordung Rathenaus alle MaßMart angesetzt worden sei, betrage jetzt bereits 400 Milliarden Mart. nahmen der Regierung unter Ein Drittel der Bevölkerung Polens sind- Nichtpolen. stützt. Die polnische Ministerkrise. Warschau, 7. Juft.( TU.) Nach einem Bericht, den das ftatistische Hauptamt auf Grund der legten Lolkszählung herausgegeben hat, hat Polen gegenwärtig ohne Wilna und Oberschlesien und ohne die Armee rund 25 Millionen Einwohner, darunter nur 17,3 millionen Bolen. Die Zahl der Nichtpolen beträgt 8,0 Millionen, d. h. 31,6 Prozent. Der Radoslawoff- Prozeß. 16. tämpft mit der Sozialdemokratie für eine gerechte Stenerpolitik und gegen den Brotwucher. USB. hat den Trennungs. Sofia, 5. Juli.( BTB.) Im Brozeß gegen den ehemaligen Ministerprfidenten Radoslawoff führte der Staatsanwalt in ftrich nach der kommunistischen feiner Anflagerede aus, aus den Aussagen der Angeffagten und Seite scharf gezogen. Beugen, fowie aus den Aufzeichnungen des ehemaligen Ministers Beschoff gehe hervor, daß das Kabinett Radoslawoff feit langem einen Offenfivfrieg im Sinne gehabt und diesen planmäßig vorbereitet habe. Die Kriegserklärung ohne Bewilligung der Sobranje jei als Landesverrat anzusehen. Die französische Schande. Die Genoffen Soffmann und 3örrgiebel haben folgende Anfrage im Reichstag gestellt:„ Nachdem in Bahn bei Köln im Monat März d. J. ein Bürger grundlos von franzöfifchen Soldaten erstochen worden ist, hat sich nach Berichten an uns in diefer fleinen Gemeinde schon wieder ein fchweres Berbrechen durch Befahungs foldaten zugetragen. Am Sonntag, den 21. Mai d. 3., wurde eine nach vorliegenden Zeugnissen unbescholtene Arbeiterin, die sich mit ihrem Bräutigam auf einem Spaziergang befand, am hellen Tage in unmittelbarer Nähe von bewohnten Häusern von einem Trupp maroffanischer Soldaten überfallen. Während der Bräutigam von Soldaten mit Waffengewalt in Schach gehalten wurde, vergemattigten drei Maroffaner das Mädchen. Die Bergewaltigte, die mit ihrer Mutter in dürftigen Berhältnissen lebt, ist seit dem Borfall förperlich und seelisch gebrochen. Wir fragen, ob der Reichsregie rung diefes Verbrechen bekannt geworden ist und was sie getan hat, um dem schwergeschädigten Mädchen Genugtuung und Entschädigung zu verschaffen." Ein deutscher General als polnischer Armeeinspekteur. Bromberger Meldungen zufolge ist der frühere deutsche General renben Generals der Bofener Truppen inne hatte, zum In Don Raszewski, der bisher den Bosten eines fommandie fpefteur ber IV. polnischen Armeeinspektion in Thorn ernannt morden. unb wäre man nicht so plötzlich herabgeklettert, sondern hätte auf einer Höhe von 20 000 Fuß gewartet, so würde man Tage der größten Windstille und des herrlichsten Sonnenscheins erlebt haben, Die den Endspurt auf den Gipfel verhältnismäßig leicht gemacht hätten. Verbindung von 3mpfung und Operation. Zwei Bariser Chirur gen, Pierre und Louis Bay, haben ein neues Berfahren in Anwendung gebracht, um den besonderen Schwierigkeiten zu begegnen, die chirurgische Operationen an Organen, die von infettiösen Prozeffen ergriffen find, häufig bieten. Sie versuchten, die Gefahr des Eingriffs herabzumindern und gleichzeitig den Organismus gegen die Operation widerstandsfähiger zu machen, indem sie eine entsprechende Impfung des Patienten vorhergehen ließen. Wie die beiden Ge Ichrten jetzt ber franzöfifchen Afademie der Wissenschaften mitteilten, haben fie dabei gute Erfolge erzielt. Da das Allgemeinbefinden sich in vielen Fällen gebeffert und die infettiösen Erscheinungen zurüdgegangen waren, fonnten die Operationen unter wesentlich günstigeren Vorbedingungen ausgeführt werden. " Usp. hat ein einziges Mal die Regierung Wirth zu stürzen versucht, nämlich nach dem Eisenbahnerstreit. Eine beträchtliche Minderheit der USB. Fraftion hat diese Haltung als Fehler er fannt und durch Stimmenthal. tung den Sturz des Kabinetts verhindert. DB. hat zuerst gegen das öffentliche Anschlagen der Trauerreden Löbes und Births gestimmt, sodann die Ausnahmeverordnungen als ein feitig geta belt und versucht, bas Schußgefeß zu Fall zu bringen. DBP. fündigt bei jeder Ge legenheit das Steuerkompromiß und stimmt mit den Deutschnationalen und Großagrariern gegen die Getreideumlage. Beschlossen wurde, die Tarife folgendermaßen festzusetzen: für die ersten angefangenen oder vollen 100 000 Mart des steuerbaren Einkommens 10 vom Hundert, für die weiteren angefangenen oder vollen 50 000 Mart des steuer. baren Einkommens 15 vom Hundert, für die weiteren angefangene er vollen 50 000 Mart des steuer. baren Einkommens 20 vom Hundert, für die meiteren angefangenen oder vollen 50 000 Mart des steuerbaren Einkommens 25 Dom Hundert, für die meiteren angefangenen oder vollen 150 000 Mart des fteuerbaren Einfommens 30 vom Hundert, für die weiteren angefangenen oder vollen 200 000 Mart des steuerbaren Einkommens 35 vom Hundert, für die weiteren angefangenen oder vollen 200 000 Mart des Steuerbaren Einkommens 40 vom Hundert, für die weiteren angefangenen oder vollen 200 000 Mart des steuerbaren Einkommens 45 vom Hundert, für die weiteren angefangenen oder vollen 1000 000 Mart des Steuerbaren Einkommens 50 vom Hundert, für die weiteren angefangenen oder vollen 1 000 000 Mart des steuerbaren Einkommens 55 vom Hundert, für die weiteren Beträge 60 vom Hundert. DBP. geht in den meisten Fragen mit der Deutschnationalen Mörderpartei fonform, in Bayern, wo die Reaktion am gefährlichsten ist, bildet sie sogar mit ihr eine gemeinsame Partei, die Mittelpartei". Die Marezfy, Der abzugsfähige Betrag für den Steuerpflichtigen und jede zu Quaaz und Genoffen fönnten seinem Haushalt zählende Berfon, die nicht selbständig zu ebensogut in der Deutschnationa- veranlagen ist, wird auf 960 Marf erhöht. Die Erhöhung der len Boltspartei figen. Die meisten Werbungsfoften wurde bis zur zweiten Lesung ausgesetzt. Außer volksparteilichen Blätter sind zu dem einigte fich der Ausschuß vorbehaltlich der endgültigen For50 Broz. deutschnational. mulierung bahin, für Steuerpflichtige, deren Einkommen lediglich aus DRP. hat gerade bei dieser Kapitalrente, Sozialrente oder Leibrente unter einer bestimmten Gelegenheit genau dasselbe Grenze besteht, die Einkommensteuer zu erlassen. Die getan, nur daß sie geschlossen Cinfommensgrenze, bis zu der die gezahlten Kapitalertragssteuern gegen bas Bertrauensvotum auf die Einkommensteuern angerechnet werden können, wurde verstimmte. doppelt. Zentrum und Demokraten dürfen sich daher nicht wun bern, wenn ihre Anfrage an die Deutsche Bollspartei auf die sozialdemokratischen Arbeitermassen Deutschlands geradezu als eine Herausforderung wirft und der Ruf nach Auflösung des Reichstages immer lauter erfönt. Die Pressehilfe. Um der Notlage ber Preffe wirffam entgegentrefen zu tönnen, hat Gefeßentwurf erledigt, der den gesetzgeberischen Körperschaften zuge das Reichskabinett, wie bereits mitgeteilt ist, einen dementsprechenden gangen ist. Der Gesetzentwurf fah im wesentlichen vor, daß aus den Erzeugnissen der Holzverläufe der Länder ein Fonds gebildet werden solle, der für die Notlage der Preffe verwendet werden solle. Im Reichswirtschaftsrat ist in dem Gesetzentwurf der Grundsatz eingearbeitet worden, daß der Notfonds nicht nur aus den Erträgnissen der Holzverkäufe allein gebildet werden solle, sondern aus ben Erport Erträgnissen der gesamten Industrie. Der Reichsrat hat jetzt bei den Beratungen des Gefeßentwurfes die Streichung der Heranziehung der Erträgnisse der Holzverfäufe der Länder beschloffen. Die Reichsregierung wird nunmehr dem Reichstag einen doppelten Entwurf vorlegen. 1. Den Regierungsentwurf in feiner ur fprünglichen Form und 2. den durch den Reichswirtschaftsrat und Reichsrat abgeänderten Entwurf. Neue Postgebühren. Boftministerium gegen Boftbeamte. In einer Sigung des Post gebührenausschusses des Reichstages teilte der Reichspoftminister mit, daß sich das Defizit der Bostverwaltung im Rechnungsjahr 1922 fchon jetzt auf 11 mil. liarden stelle. Er fündigt neue Erhöhungen der Post- und Telegrammgebühren mit Wirkung vom 1. Oftober an. Zuständen teine Schuld. Die vom Vereinfachungsausschuß vorge schlagenen Maßnahmen ließen sich nicht durchführen, weil das Bersonal nicht wolle. Die Aenderungen sollen mit dem neuen Veranlagungsjahr in, Kraft treten; der Wunsch, ihnen rückwirkende Kraft zu geben, wurde aus technischen und finanziellen Gründen abgelehnt. Der Fall Henning. Unsere Darstellung des Falls Henning in Nr. 316 des Bora wärts" bedarf infofern einer Richtigstellung, als wir unter den in Osnabrüd verhafteten und geständigen Begünstigern des Erzberger Mordes neben dem deutschnationalen Parteisekretär Landwehr. den deutschnationalen Fabrikanten Friß Frömbling nannten. Hierbei ist insofern eine Personenverwechslung unterlaufen, als der Fabrikant Frömbling die wegen nicht erwiesener Mitschuld aus der Fabrifdirektor Paul Maner ist, der in der Deutschnationalen haft entlassene dritte Person ist, während der verhaftete und geständige zweite mittäter der ebenfalls deutschnationale Partei Osnabrücks eine beträchtliche Rolle spielt. An der Belastung des Reichstagsabgeordneten Henning ändert das natürlich nichts. Denn Landwehr und Mayer find beide dahin geständig, daß ihnen der flüchtige und bis dahin unbekannte Hörnlein durch den Reichstagsabgeordneten Henning erst zugeführt und zur Begünstigung seiner Flucht empfohlen worden ist. Kommen sie wieder aus dem Manfeloch? Die wiebererwachende Frechheit der Deutschnationalen zeigt sich in einer Interpellation, die sie im Reichstage eingebracht haben. Sie behaupten, daß in Thüringen Unruhen und Anarchie herrschen. Organisationen, die auf dem Boden der Berfassung ständen, sogar Bereine der Deutschnationalen Volkspartei, seien verboten worden. Die Polizei läge in den Händen von bewaffneten Arbeitern. Es feien weber Personen noch sonstige Rechte geschüßt. Es herrsche Gewalt und Terror. Sie verlangen von der Reichsregierung, daß Eine sie mit Nachdrud gegen die Thüringer Regierung vorgehe. weitere Interpellation murde eingebracht von der Deutschen Bolkspartei, die fich mit den Tumulten in Darmstadt beschäftigt. " " Die Straße des Aufruhrs. Sadville Street, Dublins Berdrehungskünfte. Unser Raum ist uns zu schade, um auf all Hauptstraße, die für die irische Hauptstadt bedeutet, was die Linden die gehäffigen und unwahrhaftigen Angriffe zu antworten, mit denen für Berlin find, hat in den letzten 20 Jahren mehr Straßenfämpfe die Rote Fahne" ihren Willen zur Einheitsfront" dokumentiert. und Aufruhrszenen erlebt, als irgendeine andere Straße der Welt. Bostrat Rindsland machte Mitteilung über seine Erfahrun Aber an einem Beispiel soll doch einmal die Methode dieser ränkeHier war und ist das Sturmzentrum der irischen Revolution, und mit Recht nennt daher James Dunn in einer Schilderung dieses geschicht- gen als Sparkommissar und erklärte, daß das Personal allen Be- haften Bolemit beleuchtet werden: Am Donnerstag begann im lich denkwürdigen Drtes Sadville- Street die Straße des Aufstrebungen, innerhalb der achtstündigen Arbeitszeit eine Erhöhung Preußischen Landtag die Beratung der Gesetzesvorlagen zum Schuße ruhrs". In den letzten fünf Jahren", schreibt er, find alle Auf- der Arbeitsleistung herbeizuführen, Widerstand entgegen der Republif, wie das üblich ist, mit der Berichterstattung des Aus stät de und Berschwörungen Irlands von hier ausgegangen; fie hat fee. Das Bersonal habe sich daran gewöhnt, menig zu ar schusses, der die Borlagen bearbeitet hat. Berichterstatter war zufällig Genoffe Heilmann. Nun weiß jeder parlamentarische Die feltfamiten Klubs beherbergt, und ihre Hotels find die Zufluchts- beiten. Die Poftverwaltung treffe an den jeßigen unerquidlichen Abc- Schüße, daß ein Berichterstatter nicht für sich oder seine stätte der merkwürdigsten Bersönlichkeiten. Der Osteraufstand von Bartei redet, sondern daß es ihm allein obliegt, den Standpunkt 1916 tonzentrierte fich in Sadville- Street, wo das prachtvolle Bost der Ausschußmehrheit darzutun. Das hat Genosse Heilgebäude, zwei Hotels und eine Reihe vornehmer Läden durch Feuer mann getan. Die Rote Fahne" aber polemisiert in ausgedehntester zerstört wurden. Das Postgebäude, einst der Stolz der Stadt, ist Da der Ausschuß in eine Aussprache über die Referate nicht ein- Weise gegen die Rede Heilmanns von der SPD.", so daß noch ein Trümmerhaufen; aber in den letzten drei bis vier Jahren trat er will erst den Bericht des Vereinfachungsausschusses ab- jeder untundige Leser annehmen muß, Genosse Heilmann hätte für find die Läden wieber aufgebaut worden, und bei den jeßigen auf regenden Beiten droht ihnen das Schidfal ihrer Borgänger. Das warten, der in der nächsten Woche tagen soll, wiesen tie Abgeord. Die Sozialdemokratie gefprochen. Daß Heilmann Berichterstatter bes Grasham- Hotel ist stets der Versammlungspunkt der irischen Bolitiker neten 3ubeil( US03.) und Steintopf( S03.) in einer Ge- Ausschusses, nicht Fraktionsredner war, verfweigt dagegen der gewesen. Ich war selbst in dem hotel, als brei britische Offiziere fchäftsordnungsdebatte die ungeheuren Berwürfe gegen das Post- Bericht der Roten Fahne" völlig. Solche Methoden der Bolemi? am Frühstückstisch erschossen wurden. Ich habe im Rauchzimmer personal scharf zurüd; sie behl.lten sich eine weitere Stellung- richten sich selber. Beschwerden über Verbote von Bersammlungen, Bereinigungen Leute, auf deren Köpfe Preise gefeht waren, gemütlich plaudern sehen nahme vor. und Druckschriften auf Grund der Ausnahmeverordnungen des und fah britische Offiziere, die im selben Zimmer mit Leuten faßen, Reichspräsidenten müssen an die Landeszentralbehörden und nach denen sie suchten." Mammut Fund im Elfak. In einem alten Baffergraben bei öffentlicht eine Unterrebung mit dem Reichstagsabgeordneten nicht an die Reichsbehörden gerichtet werden. Die LandeszentralDermingen( Streis Saarunion) wurden gewaltige Reite eines Steppen- Breitscheid, nach der Breitscheid gesagt haben soll, Frankreich behörden müssen die Beschwerde, wenn sie ihr nicht abhelfen, an Mammut bloggelegt und ins Prähistorische Museum zu Straßburg ver- habe in feiner Haltung der deutschen Republik gegenüber zum Teil den Staatsgerichtshof abgeben. In den letzten Tagen sind Beschwerden wiederholt an die Reichsregierung, das Reichsbracht. Dieler gigantische Pflanzenfresser befak zwei Stonzähne von 1,5 m recht, wenn man auch in Boris mitunter zu weit gegangen fei. Man ministerium des Innern, gelangt. Dadurch, daß die Beschwerben an Range und 20 cm Dide und Fußknochen vor: fast 1 m Höbe. fönne leider Deutschland noch nicht in jeder Hinsicht vertrauen. Die Cine dänische Belarerpedition im Flugzeug. Die dänische Regierung Dena" wird vom Abg. Breitscheid ermächtigt, zu erklären, daß er diese nicht zuständige Stelle gefchickt werden, tritt lediglich eine Berzögerung bei der Entscheidung ein. Es liegt daher im hat eine italienische Flugzeugfabrik beauftragt, Baupläne für zwei Flug weder derartige Aeußerungen getan habe noch überhaupt einen Bermaschinen auszuarbeiten, die für eine noch in diesem Jahr zu unter- treter des„ Telegraaf" fenne. Im besonderen habe er die Haltung Intereffe der Beschwerdeführer selbst, die Beschwerde unmittel nehmende Polarerpedition bestimmt sind. Die Apparate müssen imftande fein, zahlreiche wissenschaftliche Instrumente mit fich su führen und sollen Frankreichs der deutschen Republik gegenüber niemals für auch bar an die zuständige Landeszentralbehörde gelangen zu laffen. Handelsvertrag zwischen Spanien und Frankreich. Der spanische über 2 bis 4 Motoren verfügen, während bekanntlich Kapitän Amundsens nur teilweise berechtigt erklärt und ebensowenig habe er bei fonftigen Telarflugzeug nur einen Motor befist. Die Flugzeuge für die dänische Gesprächen mit ausländischen Journalisten irgendwie geäußert, Ministerrat billigte ben handelsvertrag mit Frankreich. Polarexpedition follen ferner mit Schlitten- und Schwimmtufen ausgerüstet daß man Deutschland leider tatsächlich noch nicht in jeder Hinsicht Der Vertrag wird sofort ratifiziert, sobald der französische Botschafter vertrauen tönne. im Besige der nötigen Bollmachten sein wird. fein. Ein Cügen- Interview des„ Telegraaf". Der„ Telegraaf ver. Veränderte Situation im Buchdruckerstreik. Der Vorschlag des Reichsarbeitsministers. Die Stellungnahme der Unternehmer.. Der Generalversammlung der Berliner Buchdruder am Freitag, den 7. Juli, lag folgender Borschlag des Reichsarbeitsministers vor: „ Unter Würdigung der Gesamtlage ersuche ich die Partelen, fich auf folgender Grundlage zu einigen: 1. Die Arbeit wird möglichst fofort aufgenommen. 2. Bei Wiederaufnahme ist jedem Arbeiter eine einmalige Wirtschaftsbeihilfe von 300 2. zu zahlen. 3. Vom Tage der Wiederaufnahme der Arbeit an werden die neuen Löhne gezahlt, die der Reichstarijausschuß festsetzt." Rach einftündiger Diskussion wurde dieser Borschlag von der Bersammlung angenommen und diese darauf bis nach mittags 4 Uhr vertagt. Das Verhalten der Unternehmer. In der Zwischenzeit fanten auf Beranlassung des Reichsarbeits. ministers Verhandlungen zwischen den Buchdruckereibesizern und den Gehilfenvertretern statt. Die fich angeblich mit den Einzelheiten zur Durchführung des obigen Borschlages beschäftigen sollten. Wider Erwarten wurden aber von der Prinzipalen Abänderungsanträge und Bedingungen gestellt, die den Vorschlag des Reichsarbeitsministers vollständig illusorisch gemacht hätten. Refuitallos ging man deshalb auseinander. Die Nachmittagsversammlung nahm mit Entrüstung von den Manövern der Prinzipalität Kenntnis. Trotzdem der Vorfigende, Kollege Massini, auf den Ernst der Situation und auf ein diesbezügliches Gespräch mit dem Reichskanzler Dr. Mirth hinwies, lehnte die Bersammlung alle Vorschläge, die Streiftaftif zu ändern, ab und beschloß, verschärfte Maßnahmen zu ergreifen. Die Verantwortung für die Fortdauer des Streifs frifft nunmehr die Unternehmer im Buchdrudgewerbe, die den Vermittlungsvorschlag des Reichsarbeitsministers abgelehnt haben, während die Gehilfenschaft nicht davon abweichen kann. Der Beschluß der Generalversammlung in Leipzig. Die 11. ordentliche Generalversammlung des Verbandes der Deutschen Buchdrucker, welche zurzeit in Leipzig tagt, hat folgende Resolution Ebel und Genossen einstimmig angenommen: gen der Bergarbeiter glatt a b. Anfang dieses Jahres ist von den Gewerkschaften das Reichsarbeitsministerium um Bermittlung angerufen worden. Selbst das persönliche Eingreifen und die Bemühungen des Reichsarbeitsministers Dr. Brauns vermochten die Zechenverbandvertreter nicht zu bewegen, nennenswerte Zugeständniffe zu machen. Ein vom Reichsarbeitsministerium eingefeztes Schiedsgericht fällte nach achttägigen Verhandlungen am 24. Mai dieses Jahres einen Schiedsspruch, der von allen beteiligten Gewerfschaften einmütig abgelehnt wurde, weil er neben einigen Berbesse rungen wesentliche Berschlechterungen für die Bergarbeiter enthielt. Auch die Unternehmer lehnten den Schiedsspruch ab, da sie grundfäglich feine Zugeständnisse machen wollten. Wenn ein auch nur einigermaßen annehmbarer Tarif für die Bergarbeiter erreicht werden soll, bleibt nichts anderes übrig, als alle gemertschaft. lichen Mittel zur Anwendung zu bringen. Deshalb richten die beteiligten freigewerkschaftlichen Verbönde an die gesamte Ruhr. bergarbeiterschaft die Aufforderung, fich dem einstimmigen Beschluß der Renierionferenz der freien Gewerkschaften vom 29. Juni d. J. anzuschließen und fofort die Mafienfündigung vorzubereiten. unterzeichnet ist der Aufruf vom Verband der Bergarbeiter Deutschlands: Husemann; vom Deutschen Metallarbeiterverband: Wolf; vom Rentralverband der Maschinisten und Heizer: Rosenberg, und vom Berband der Fabritarbeiter Deutschlands: Heering. Romödie. Eine Verhandlungskomödie. Der Kampf der Terfilarbeiter. Nationalistische Propaganda bei Borsig. Zum Schutz der Republif erläßt die Regierung Verordnungen, nach denen fich jeder strafbar macht, wenn er durch Wort und Schrift die Regierung verächtlich macht oder schädigt. Die Diration der Firma A. Borsig, Berlin- Tegel, vertritt den Standpunkt, daß fie die Republik schüße, wenn sie den Ausspruch dcs Schweden Swen Hedin im Betriebe anschlägt und die Der Inhalt aber Plakate mit schwarzweißrotem Rand versieht. lautet folgendermaßen: Der 9. November. Man schaudert bei der Erinnnerung an diesen Tag. In Zus funft werden seine Schatten Jahr für Jahr alle echten Germanent verfolgen. An diesem Tage zerriß das stärkste, stolzeste Reich der Erde zu einem Fezzen, der seitdem von seinen Feinden mit empörender Grausamkeit und Berachtung behandelt wurde. Wann wird der Tag anbrechen, an dem ein Deutscher, der es offen wagt, die Erinnerung an diesen Tag zu preisen, von seinem Bolt gesteinigt wird? Swen Hedin, 1921. Wann wird der Tag fommen, an dem es überzeugte Repu blifaner nicht mehr nötig haben, fich mit derartigen Brovofationen zu beschäftigen? Forderungen der Innungsschmiede. In einer Bollversammlung der Innungsschmiede am Donners tag wurde Stellung zu dem Ergebnis der Lohnver. handlungen mit den Innungsmeistern genommen. Die Verhandlungen find vom Gesellenausschuß mit den Arbeitgebern mit dem Erfolg geführt worden, daß diese sich bereit erklärten, für Juli eine Zulage Don 3 Mart auf ben Stundenlohn zu bewilligen. Rusche bemerkte zu seinem Bericht, daß nicht mehr von den Meistern erreicht werden fonnte. Die Aussprache er gab, daß die Bersammlung mit diesem Angebot nicht Schließlich wurde ein Antrag angenommen, zufrieden war. nach dem der Gesellenausschuß unverzüglich nochmals mit der In nung verhandeln und eine Forderung von 6 Mart für Juli ftellen foll. Ueber den Ausgang der neuen Berhandlung foll in einer nächsten Versammlung berichtet werden. Betriebsrat und Arbeitswissenschaft. eine Das reaktionäre Unternehmertum in der Textilindustrie will die Arbeiterschaft im Kampf niederringen. Die vom Arbeitsmini fterium eingeleiteten Verhandlungen, die am 6. Juli ihren Abschluß fanden, find ergebnislos verlaufen. Es ist außerordentlich bezeichnend, daß in der ganzen langen Sitzung von den Unternehmern nicht ein einziger Vorschlag zur Berständigung gemacht worden ist. Und mit zynischer Offenheit erklärte einer der Alle, die sich für wirtschaftliche Gestaltung intereffieren, wird ein Fabritanten aus Bielefeld ausdrücklich am Ende der Verhandlungen, daß von seiten der Arbeitgeber irgendein Vorschlag nicht gemacht vom Berlag Gesellschaft und Erziehung herausgegebenes Buch: Betriebsrat und Arbeitswissenschaft", worden wäre. Die ganze Verhandlung war also lediglich eine arbeitswissenschaftliche Besprechung an der Berliner BetriebsräteDie Arbeitervertreter erflärten einmütig ihre Zustimmung im shule, die unter Mitwirkung anerkannter Fachmänner von Hans " Die Generalversammlung des Verbandes der Deutschen Falle wirtschaftlicher Notwendigkeit, dem einzelnen Betrieb Ueber- rauß herausgegeben wurde, willkommen sein. Es wird hier Buchdrucker spricht den im Kampf stehenden Berliner Kollegen stunden zu bewilligen. Eie verlangten nur, daß sie entsprechend dem versucht, dem Leser das Wesen der Arbeitswiffenfajt ihre wärmste Sympathie aus. Sie erklärt, daß dieser Kampf§ 78 des Betriebsrätegefeges bei Einlegung der Ueberstunden ein und Binchotech nit verständlich zu machen. Außer der Berufsdurch das unverantwortliche Verhalten des Unternehmertums im Mitprüfungs- und Mitwirkungsrecht der gesetzlich vorgeschriebenen wahl und Berufsausbildung des induftriellen Arbeiters und der Buchdruckgewerbe verschuldet worden ist. Vom Verbandsvorstand Arbeitervertretung zugestanden erhalten. Sie willigten weiter ein, psychotechnischen Eignungsprüfungen und Anlernverfahren, wird perlangt die Generalversammlung, daß bei den bevorstehenden daß, falls eine Berständigung zwischen Unternehmern und Betriebs. insbesondere das Taylorsystem eingehend behandelt. Un Berhandlungen des Tarifausschusses alles getan wird, um die Lebensverhältnisse der Gehilfenschaft auf ein Niveau zu bringen, vertretung nicht zustande kommt, die tariflich festgelegte Schieds- gezählte Arbeitermassen sind heute vom schärfften Mißtrauen gegen welches die Existenz der Gehilsen und ihrer Familien garantiert. ftelle endgültig entscheiden soll. Die Unternehmer lehnten rundweg dieses System erfüllt. Es fann auch nicht geleugnet werden, daß alles ab. Sie verlangen, daß die Arbeiter Ueberstunden machen, es in der Hand böswilliger Betriebsleiter ein furchtbares Mittel zur Um dies zu erreichen, wird dem Verbandsvorstand freie Hand ge- sobald die Anordnung von seiten der Unternehmer erfolgt. Die geben, alle die Maßnahmen zu treffen, die im Interesse der Ber: 46- Stunden- Woche wurde von den Tertilarbeitern unmittelbar im liner Gehilfenschaft sowie der Gesamtgehülfenschaft notwendig find." Anschluß an die Novemberrevolution erkämpft. Unter dem Druck Die Generalversammlung gibt der bestimmten Erwartung Aus der Revolution wurden die Zugeständnisse gemacht. Seitdem find drud, daß das Erscheinen der Gewertschaftspreffe 3 Jahre vergangen. Die politische Reaktion ist außer 3½ gesichert wird. ordentlich erftartt und das Unternehmertum glaubt, die Er. rungenschaften der Novembertage beseitigen zu fönnen. Die Tertilindustriellen gehören politisch als Angehörige der Deutschen Bolts partei und der Deutschnationalen Partei zu den reaktionär rüdständigsten Elementen. Aus ihrem Verhalten muß die Arbeiterschaft erkennen, daß hier nur einiges und entschlossenes Handeln Zugeständnisse erzwingen kann. Im Laufe der nächsten Woche wird das Arbeitsministerium ein Schiedsgericht einsetzen. Ob der Deutsche Tertilarbeiterverband an diesem Schiedsgericht sich beteiligt, ist angesichts der in Sachen der Arbeitszeit arbeiterfeindlichen Stellung des Arbeitsministeriums noch sehr fraglich. Jedenfalls Die am Bergbau des Ruhrgebiets beteiligten freien Gemertschaf dürfte in den nächsten zwei bis drei Wochen der Streit um die ten haben foeben einen Aufruf an die organisierte Arbeiterschaft er 46- Stunden- Woche in der Textilindustrie ausbrechen. Mögen des laffen, in dem gesagt wird, daß bereits zum März 1921 der Tarif- halb die Textilarbeiter allerorts auf Stärkung ihrer Kaffen bedacht vertrag für das rheinisch- westfälische Steinfohlenrevier von den an sein und die seit dem 23. Juni eingeführten Doppelbeiträge unterihm beteiligten Arbeiterorganisationen gekündigt worden ist, und schiedslos leisten. Die Tertilarbeiterschaft hat ihr Schicksal selbst in daß seitdem fortgefeht Verhandlungen stattgefunden haben, ohne der Hand. Wer die doppelte Beitragszahlung verweigert, verlegt zu einem Ergebnis zu tommen. Die Unternehmer feine Pflicht gegen den Verband und verfündigt sich an der Textilvertreter des Ruhrbergbaues lehnen alle Forderun⚫arbeiterschaft und an seiner eigenen Familie. Betrieb Aug. Scherl G. m. b. H. Die Betriebsversammlung findet erst heute, Sonnabend, 1 Uhr nachmittags, in den Armin hallen, Kommandanten str. 58/59, statt. Andere Meldungen über Ausfall der Bersammlung find falsch. Erscheinen aller im Streit befindlichen unbedingt erforderlich. Sturmzeichen im Ruhrbergbau. Bollständig unerwartet verschied am 5. Juli durch Herzschlag unser vielgeliebter Sohn und Bruder Ingenieur Samuel Rath im 39. Lebensjahre. Die Beerdigung findet am Sonn tag. 9. Juli, vorm. 10 Uhr, von der Salle des alten Friedho es der fiidischen Gemeinde in Weißensee statt. Die fieftrauernde Familie Rath Bei Schwäche, Neurasthenie beiderlei Geschlechts Dr.Hofbauers. Yohimbin- Lecithin- Präparate Eine vollwertige Ergänzung des im Körper verbraucht.Nervstoffes Ausfuh: liche Literatur kostenfrei! Elefanten- Apotheke, Berlin SW., Leipziger Straße 74 am Dönhoffplatz Fernsprecher: Zentrum 7192 Deutscher Metallrbiterverband. Verw. Berlin Hasenröte, Sommersprossen Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Gürtler Heinrich Brendel Neukölln, Ringbahnstr. 17 am 4 Juli gestorben ist. Die Einäscherung findet am Sonnabend, den 8. Juli, nachm. 2 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg, Kie holzstraße, statt. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Klempner Albert Hintze einsberger Straße 17 am 29. v. M. Derstorben ist. Die Einäfcherung findet am Sonnabend, den 8. Jult, vorm. 9% Uhr, im Krematorium Berlin, Gerichtste, statt. Den Mitgliedern aur Nachricht, daß unser Rollege, der Schleifer Ferdinand Ritz allee 57 am 4. Juli verstorben ist. Die Einäicherung findet ant Dienstag. den 11. Juli, nadm. 5 Uhr. im Krematorium Berlin, Gerichtstr., statt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung wird erwartet. 120/12 Die Ortsverwaltung. 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Juli, bormittags 9 Uhr, im Gewerkschaftsbaus, Engelufer 24, Saal 1, Branchenversammlung. frag: Regiffeur Berger. Box= Montag, den 10. Juli, abends 8 Uhr, finbet im total bon Magwis, Barnimfiraße 13, eine allgemeine Verfammlung der Beerdigungstuffcher ftatt. faffung. 3. Berfchiedenes. Beim Besuch der Versammlung bitten wir um Tagesordnung: 1. Kündigen wir die Lohnfäße? 2. Disfuffion und Beschlus Südgabe des Auberts am Saaleingang. Mitgliedsbuch ist mitzubringen und vorzuzeigen. Branche 3b( Grubbe Rurs, Galanterie, Ebielwaren). Montag, 10. Juli, Be abends 6 Uhr, bei Nönisch, Inselstr. 1b, Gruppenberfammlung. ridt der Lohnfommission. acigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag 6. m. b. S.. Berlin. Drud: Berantw. für den rebatt. Teil: Frans Klübs. Berlin- Lichterfelbe; für An Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin. Lindenstr. B. Gieran 2 Bellagen. Direction der Disconto- Gesellschaft bezahlt Berlin Der Gewinnanteilschein Nr. 96 unserer Kommandit- Antelle wird mit M. 12C.- für die Stücke von 600 Mark M. 200.- für die Stücke von 1000 Mark M. 240.- für die Stücke von 1200 Mark unter Abzug von 10% Kapitalertragsteuer vom 3. Juli 1922 an bei der Direction der Disconto- Gesellschaft in Berlin, der Norddeutschen Bank in Hamburg oder dem A. Schaaffhausenschen Bankverein A.-G. in Köln oder bei einer Filiale oder Zweigstelle der vorgenannten Banken an anderen Plätzen in den Vormittagsstunden von 9 bis 12 Uhr oder in Augsburg bei der Bayerischen Disconto u. Wechselbank A.-G. Barmen bei dem Barmer Bank- Verela Hinsberg, Fischer& Comp. Breslau, außer bei der Direction der Disconto- Gesellschaft, Filiale Breslau " " k " " TH 19 " 99 19 9 97 " " Vaffauer Straße 12 5 Minuten vom Bahnhof Zoo. Telephen Horden 1030 u. Steinping 11803 bei dem Bankhause E. Heimann Cassel bei dem Bankhause L. Pfeiffer Dresden bei der Allgemeinen Deutschen Credit- Anstalt, Abteilung Dresden bei dem Bankhause Philipp Elimeyer, Elberfeld, außer bei der Direction der Disconto- Gesellschaft, Filiale Elberfeld bei dem Bankhause von der Heydt- Kersten& Söhne Frankfurt a. M., außer bei der Direction der Disconte- Gesellschaft, Filiale Frankfurt a. M. bei der Deutschen Effecten- und Wechsel- Bank bei dem Bankhause E. Ladenburg Halle a. d. S., außer bei der Direction der Disconto- Gesellschaft, Fillale Halle a. d. S. bei dem Halleschen Bankverein von Kulisch, Kaempf& Co. Bankhause Reinhold Steckner 19 Hamburg, außer bei der Norddeutschen Bank in Hamburg bei der Vereinsbank in Hamburg Hannover, außer bei der Direction der Disconto- Gesellschaft, Filiale Hannover bei dem Bankhause Ephraim Meyer& Sohn A. Spiegelberg Karlsruhe 1. B. bei der Süddeutschen Disconto- Gesellschaft A.-G. bei dem Bankhause Velt L. Homburger " مو Straus& Co. Köln, außer bei dem A. Schaaffhausenschen Bankverein A.-G. bei dem Bankhause A. Levy Sal. Oppenheim jr.& Cle. Leipzig bei der Allgemeinen Deutschen Credit- Anstalt und bel deren Abteilung Becker& Co. Magdeburg, außer bei der Direction der Disconto- Gesellschaft. Filiale Magdeburg bei dem Bankhause F. A. Neubauer Mannhelm bei der Süddeutschen Disconto- Gesellschaft A.-G. Meiningen bei der Bank für Thüringen vormals B. M. Strupp A.- G München, außer bei der Direction der Disconto- Gesellschaft Filiale München bei der Bayerischen Hypotheken- und Wechsel- Bank Bayerischen Vereinsbank Nürnberg bei der Bayerischen Disconto. u. Wechsel- Bank A.- G bei dem Bankhause Anton Kohn Berlin, den 1. Juli 1922. Direction der Disconto- Gesellschaft