Str. 320 39.Jahre ang Ausgabe nc. 156 Bezugspreis: Bierteljährlich 180,-., monatlich 60.- 0. rei ins Haus, voraus zahlbar. Unter Kreuzband riit Deutschlane, Danzig. Saar- und Memel gebiet, sowie Desterreich u Vugemburg 108.- 90, ir das übrige Ausland 142,- 2. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England. Efthland, Finnland, Frankreich Holland, Lettland. Luremburg, Desterreich. Gaweden, Schweiz. Tichecho- Glowatei und Ungarn. Der Vorwärts" mit der Sonntags beilage Vol und Zeit der Unter haltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage„ Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Abreffe: Sozialdemokrat Berlin" Sonntags- Ansgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 4 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezetle loftet 18,-.- Reklamezeile 90.-M. Aleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 4,50 W.( zuläffig zwei lettge= brudte Worte), jedes weitere Wort 3,50 M. Stellengesuche und SchlafStellenanzeigen das erste Wort 3,- M., jebes weitere Wort 2,50 M. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Zelle 8,- M Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Expedition: SW 68, Lindenstr. 3 Wernsprecher: Redaktion Mortsplay 15195-97 Expedition Morigolas 11753-54 Republikanische Mehrheit! Der Aufruf, den wir an der Spitze der gestrigen Abendausgabe veröffentlichten, zeigt an, daß die Aktionsge meinschaft der großen Gewerkschaftsver bände mit den beiben fozialdemokratisch en Barteten weiter besteht, daß aber die Kommunistische Partei aus ihr ausgeschieben ist. Dieses Ausscheiden ist das Ergebnis von wochenlangen zeitraubenden Berhand fungen, in denen sich immer wieder heraussteüte, daß bei den Rommunisten eine ernste Absicht zur Gemeinschaft nicht besteht. Wenn sie bei der gemeinsamen Demonstration vom letzten gemeinsamen Demonstration vom letzten Dienstag in Berlin ein Flugblatt verbreiteten, in dem sie die beiden fozialdemokratischen Parteien beschimpften, so ist das nur cin Fall von vielen. Wenn fommunistische Jünglinge in Hagen Funktionäre der USB. blutig schlagen, so ist das auch nur ein Fall, wenn auch ein besonders abscheulicher. Ausschreitungen, die an anderen Orten begangen wurden, wären Dermieden worden, wenn die Kommunisten die gleiche Entfchloffenheit gezeigt hätten, ihnen zu begegnen, wie die beiden fozialdemokratischen Parteien. Den Kommunisten tommt es aber nicht darauf an, die Bewegung durch einheitliche Bucht zum Erfolg zu führen, sie wollen nur wieder einmal im trüben fifchen, und darum mußte der Trennungsstrich gezogen werden. = Sonntag, den 9. Juli 1922 Vorwärts- Verlag 6.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Berlag, Expedition und Inseraten. Abteilung Morisplat 11753-54 auch nicht daran, daß aus solchen Wahlen eine überwältigende republikanische Mehrheit hervorgehen wird. Auflösung vermeiden müsse, weil das Land Ruhe brauche. Sie fürchten von Neuwahlen bei dem gegenwärtigen Zustand der politischen Erregung die schlimmsten Gefahren. Die Sache Wollen die bürgerlichen Koalitionsparteien die Auflösung liegt gerade umgekehrt. Wenn das Gesetz zum Schutz der Repubiik dennoch vermeiden, so bleibt nur der Weg offen, den die eine unbefriedigende Gestalt erhält oder überhaupt nicht zustande Sozialdemokratie zeigt. Es ist der Weg zum Schutz der Refommt, wenn den Massen der Bevölkerung die Beruhigung ver publik und zum inneren Frieden. Die Ergebnisse der behörd sagt bleibt, daß eine starke, auf eine republikanische Mehrheit lichen Nachforschungen zeigen mit jedem Tage deutlicher die gestützte Regierung vorhanden ist, und wenn es dann auch noch Größe der Verschwörung, die Haupt und Herz der deutschen so bleiben foll- glaubt man dadurch die vorhandene tief Republik bedroht. Daß in solcher Stunde die bürgerlichen berechtigte Erregung dämpfen zu können? Nein, Parteien die Stresemanniche Bürgergarde zum dann bleibt nur ein Mittel, die unheildrohende Spannung zu Schutz der Republik aufmarschieren lassen wollten, die Partei erleichtern, und das besteht darin, daß man das Notventil der Rathenaus der Partei des Herrn Qua at ihren Mantel Verfassung öffnet und dem Volt Jelbst in gefeßlich ge- unter die Füße legte, das ist ein Kapitel, über das auch ein regelten Wahlen die Entscheidung überläßt. Wir zweifeln bürgerlicher Republikaner bald nicht mehr wird sprechen regelten Wahlen die Entscheidung überläßt. nicht daran, daß sich bei solchen Wahlen der tief eingewurzelte fönnen, ohne zu erröten. Ihr Herren die Stunde ist ernst. Sie for. Sinn der Massen für Ordnung und Rechtlichkeit, ebenso wie bei allen bisherigen Wahlen, bewähren wird, und wir zweifeln dert männliche Entschlüsse! e Briefe deutscher Treubündler. Onkel Ludwig und Onfel Emil. Wenn man die Namen fiest, denkt man an zwei gemüt-| Berbindung willen, für sehr wichtig. Ich wiederhole aber die Bitte: fiche ältere Herren mit Bonbons für Neffen und Nichten in rechtzeitige Nachricht! den Rocktaschen. Die beiden Ontels" find aber durchaus nicht Mit beften Empfehlungen Reventlom. von der gemütlichen Sorte. Onkel Ludwig und Onkel Emil Thr ergebener sind die Deck namen für Ludendorff und Esche Der General, pcn dem hier die Rede ist, ist natürlich Ge rich in der Korrespondenz der Verschwörer von der Geheim- neral& ubendorff, der im übrigen Briefwechsel der Deutschorganisation C. Der verhaftete Günther hat diesen Zusammen- Bölfischen ständig als hang gestanden. Genau wie in die Rapp Affäre, fo ragt auch in die mordgeschichten der letzten Zeit die Gestalt Luden dorffs herein. Er stand mit den Berschwörern auf vertrautem Fuße, er wird in ihrer Korrespondenz häufig genannt und feineswegs in harmlosem Sinne. Wir verweisen auf die nachfolgende Darstellung. getan hat. 17 „ Onkel Emil"- Escherich „ Onfel£." oder„ Onkel Cudwig" bezeichnet wird. Neben ihm spielt in diesem Briefwechsel Ontel Emil eine Hauptrolle, mit welchem Namen Forstrat Esche rich gemeint ist. Der Kongreß, von dem die Rede ist, ist entweder der russische Monarchisten- Rongreß in Bad Reichenhall oder eine ähnliche Monarchistenveranstaltung. Wer mit Herr v. S. gemeint ist, hat sich bisher nicht feststellen lassen. Der zweite Brief rührt von einem gewissen Petersen, einem Mitarbeiter Reventlows am„ Reichswart", her und ist gerichtet an den Sanitätsrat Dr. Pitfinger in München, Potsdam, den 13. April 1922. Große Weinmeister- Str. 62. Sehr verehrter Herr Doktor! Endlich habe ich eine Gelegenheit, Ihnen zu schreiben und zu nächst meiner Freude über Ihre Wiedergenesung Ausdruck zu gesen. Sonst bin ich seit vielen Wochen über die dortigen Vorgänge und Verhältnisse leider sehr wenig unterrichtet, und richte hiermit die Bitte an Sie, die Lücken meines Wissens wieder wie früher auf irgendwelche Weise auszufüllen. Wie ich höre, ist Herr Sontag dauernd noch Berlin zurüdaefehr. Ich halte das aus verschiedenen Gründen für gut, obgleich infolgedessen bis jetzt eine Nachrichtenperbindung für mich und andere beinahe vollkommen aufgehört hat. Ich bin jetzt nach Botsdam gezogen, fahre aber von nächster Woche an jeden Tag nach Berlin, Dessauerstr. 6, wo ich über Bulle bis auf weiteres jedenfalls das Bureau des Reichsmart" habe. Das Beste wäre, wenn Sie oder Ihr Geschäftsfreund einmal wieder herfämen. Hier werden über die dortigen Verhältnisse unendliche Klatschgeschichten verbreitet. Bald wird dieses geglaubt, bald jenes. Das Neueste ist: Wenn freilich ein Teil der bürgerlichen Provinzpreffe in leicht erkennbarer Absicht die Gefahr des Bolsche wis mus" an die Band malt, so ist das nur zum Lachen. Deutschland wird dem Bolschemismus nicht verfallen, weil die Deutschen Arbeiter zu neun Zehnteln oder neunundneunzig Hundertsteln antibolfchemistisch sind. Sind aber die deutschen Kommunisten noch Bolschewisten? Dieses Thema wäre reiz noll zu erörtern, für heute wollen wir nur bemerken, daß wir in der fommunistischen Breffe zwar sehr viel Ronfusion finden, aber sehr wenig Bolschewismus". Auch die Kommunisten wissen, daß man mit dem glorreichen ruffifchen Beispiel in Deutschland feinen Hund mehr vom Ofen lockt. Einstweilen mögen sie überlegen, ob es tutzen für sie verspricht, gegen die geschlossene Arbeiterfront der GewerkschaftsNatürlich wird der gute Onkel Ludwig wieder behaupten, verbände und der beiden sozialdemokratischen Parteien anzurennen. Schließlich könnte auch der Blindeste sehen lernen, daß alles nur Bufall" gewefen fei. Genau so ein Zufall wer die proletarische Einheitsfront" will und wer sie nicht will. wie der, der Onkel Ludwig am 13. März 1920 um 6 Uhr früh am Brandenburger Tor spazieren gehen ließ. Aber gerade den Nachfolger Escherichs in der Leitung seiner bewaffne Der gemeinsame Aufruf fündigt an, daß die Aktionsge diesen Bufall" klären die Briefe der Verschwörer grausam ten Organisationen. Der Brief lautet: meinschaft der vier Spizenverbände ihre weiteren Entschlüsse auf. Diese Briefe betonen, daß eine Wiederaufnahme des von dem Ergebnis der Reichstagsverhand Jagow- Brozesses nicht stattfinden dürfe, denn durch eine ers Iungen abhängig macht. Wir wollen den Tag vor dem neute Berhandlung werde" Onkel Ludwig" vollends Abend weder loben noch tadeln, aber daß unserer Attion tompromittiert werden, wenn es dem Vorsitzenden einernste Schwierigkeiten im Wege stehen, fann feinem fiele, etwas gründlicher„ Onkel Ludwigs" Rolle im Kappverborgen bleiben. Die gestrige interfrattionelle Unternehmen zu studieren, als der Herr Pelargus seinerzeit Ronferenz beim Reichsfanzler über die Frage der Regierungsumbildung ist wie das Hornberger Schießen veraber steht in allerhand verlaufen, weil es den bürgerlichen Parteien versagt geblieben ift, die Zeichen der Zeit zu erkennen. Sie innen sich noch dächtigen Beziehungen zu dem flüchtigen Ehrhardt. Als immer nicht dazu entschließen, rasch zu tun, was doch getan Dritter im Bunde tritt der deutschvölkische Graf Reventlow werden muß, und fämpfen angesichts der sozialdemokratischen hinzu. Forderung, durch Eintritt der Unabhängigen in die Regierung Immer deutlicher zeigt sich, daß es sich bei der Mord- und eine feste republikanische Mehrheit herzustellen, noch immer Verschwörerorganisation nicht nur um untergeordnete Bermit fleinlichen taktischen Bedenken. sönlichkeiten handelt, sondern daß die Hauptführer Bollten doch die bürgerlichen Parteien endlich aus den der deutschvölkischen Bewegung an der Spize Fehlern der Vergangenheit lernen! Die Blindheit und des Treibens gestanden haben. die Schwäche des deutschen Bürgertums haben uns genötigt, das persönliche Regiment eines unmöglichen Auch über die Kreise, aus denen die Mörder Rathenaus E. fei mit Mosfau in dirette Verbindung gefreten. Monarchen jahrzehntelang zu ertragen. Sie tragen Schuld stammen, hat die Kriminalpolizei weitere Feststellungen machen daran, daß wir erst in eine weltgeschichtliche Katastrophe hin- fönnen. Bei dem Studenten Günther, der als Anstifter und Das würde ich für sehr töricht halten und für sehr gefährlich, denn die Wahrscheinlichtrit besteht im höchsten Grade, daß er von jenen einschlitterten, bevor wir uns zu den normalen Berfaffungs mittäter des Rathenau- Mordes feftgenommen ist, wurden zwei Beuten nach allen Regeln der Kunst übers Ohr gehauen wird. Ich formen eines europäischen Staatswesens entwickeln durften. verschlossene Briefe gefunden, die Günther, der ständig als Rurier fenne auch den Unterhändler und würde größten Wert darauf legen, Wenn die Sozialdemokraten vordem gegen Halbabfolutismus zwischen Berlin und München hin- und herfuhr, offenbar in dak E. sich vielleicht mit mir in Verbindung setze. Ich könnte ihm und Dreiklassenwahlrecht, für Demokratie und vernünftige München hatte abgeben sollen, ober aus irgendwelchen Gründen verschiedenes Wichtige erzählen und vor gefährlichen Fallstricken zum Friedenspolitik kämpften, blieben sie isoliert, weil das Bürger- nicht abgegeben, sondern bei sich behalten hat. Der eine Brief Nutzen der gesamten Sache bewahren. Ist es möglich, so handeln fum schredensvoll auf das rote Gespenst starrte und darüber stammt vom Sie schnell, ehe Unheil entstanden ist. Ein anderes hiesiges Gerücht die wirkliche ungeheure Gefahr übersah. behauptet, E. hätte Sollen wir heute ähnliches erleben? Eine Wiederholung dem früheren Redakteur der„ Deutschen Tageszeitung" und jebigen Schließlich würde ich für unbedingt nötig halten, daß Sie und ich fich Onkel Emil zur Verfügung gestellt. unter veränderten Umständen hätte einen Stich ins Groteske, Herausgeber des Reichsmarts". Der Brief ist gerichtet an einen einmal über Herrn v. S. fprechen. Bis jekt wird er hier vielfach da es ja heute nur noch die Sozialdemokraten von der anderen Dr. v. Scheubner Richter in München, Georgenstr. 42, der als ganz unmöglich angefeben, aber es ist mir mehr als zmeifelhaft, Fakultät, die Unabhängigen, sind, die in der Phantasie des dort einen irtschaftsverband. Aufbau" leitet. Dieser ob fich diefe bequeme Methode wird durchführen lassen. Mit Nei Bürgertums dieselbe Rolle spielen, wie einst die Sozial foll angeblich eine rein wirtschaftliche Organisation für die deutsch aungen und Abneigungen fann man feine Bolitit machen, höchftens demokratie als Ganzes. Kinderei, wenn man drüben glaubt, russische Annäherung sein, ist aber nach den Feststellungen der Bo- eine sehr üble. Mir wird es vorläufig wahrscheinlich nicht möglich fönne zwischen Sozialdemokraten und Sozialdemokraten einen Kreideftrich ziehen, der die zei nichts anderes als die Berbindungsstelle zwischen den deut- fein, zu Ihnen zu fommen... schen und russischen Monarchisten extremer Richtung. Böde von den Schafen trennt! Torheit, wenn man glaubt, Der Brief lautet: die gefahrdrohende Situation dieses gewitterschwangeren Juli mit fleinen taktischen Schlauheiten meistern zu können! Potsdam, den 13. April 1922. Große Weinmeister- Str. 62. Sehr verehrter Herr Doktor! Wollen Sie bitte dem General fagen, ich hätte feine vor ichen Mehrheit gemacht werden oder es wird nicht zustande zeitige Abreise außerordent'ich bedauert. Ich habe nämlich, mie tommen. Die Regierung Wirth wird mit einer republi wir verabredet hatten, die Unterhaltung mit Herrn v. S. gehabt, ,, E.", von dem in diesem Brief mehrfach die Rede ist, ist Kafanischen Mehrheit regleren oder sie wird stürzen, dieser auch über Bolen mit ihm gesprochen und ihn bereitwillig ge- pitänleutnant Ehrhardt. Der Brief zeigt, daß Reichstag wird von einer republitanischen Mehrheit funden, durch einen Vertreter mit dem General zu forechen, wo Chchardt mit Reventlow und Wulle in dauerndem Zusammenhang geführt werden oder er wird der Auflösung verfallen. Eine möglich in einer Weife, daß er zum Kongre etwas Rückenftärten über München hinweg gestanden hat. Die Andeutung des Briefes, republikanische Mehrheit fann aber im Reichstag nur durch des mitnehmen fann. Das Beste wäre mithin, wenn er felbft her baß Ehrhardt versucht hat, mit der Räteregierung in Mostau in Be fäme und es G. entsprechend zeitig wiffen ließe. Ich wohne jetzt dah Zuziehung der Unabhängigen gebildet werden. hier in Potsdam, bin aber von Dftern ab jeden Tag im Bureau des ziehung zu treten, ist durch die Nachforschungen der Bolizei bestätigt Bürgerliche Politifer sagen immer wieder, daß man die Reichswart", Dessauerstr. 6. Die Sache halte ich, schon um der worden. So sei es noch einmal in alle Ohren geschrien: Das Gesetz zum Schutz der Republik wird von einer republikani. Grafen Ernst zu Revenflow, Auch die russischen Geschäftsfreunde machen mir Kummer und einige Sorgen, die ich in einem furzen Brief nicht erlebigen fann, teils auch im Zusammenhang mit Herrn v. S. Kurz: alles dieses perlanat eine recht baldige mündliche Aussprache zwischen nen und mir und noch einem anderen Herrn. Im übrigen macht mir der bieline Streis fon feiner Größe halber einige Sorge". ( Folgen die üblichen Schlußwendungen.) Außer diesen Briefen fand fich bet dem Studenten Günther ein! Bettel über seinen Besuch bei Herrn v. Jagow in der Festung Gollnow und die daran anschließende Reise nach München. In München hat sich Günther zu einem gewissen Hemeter begeben, der als Nach folger des bekannten Herrn v. Killinger die militärische Abteilung C geleitet hat. Günther hat ihm die Frage vorgelegt, ob in München ein Verfuch zur Wiederaufnahme des Jagow- Prozesses gern gesehen würde. Hemeter hat darauf erwidert, eine neue Berhandlung des Jagowo- Prozesses wäre in München unerwünscht, denn man Jei in Bayern auf die„ Helden" des Kapp- Putsches schlecht zu sprechen, weil sie versucht hätten, Bayern einen ganz unreifen Menschen als Minister aufzudrängen. Außerdem würde durch eine neue Berhandlung des Jagow- Prozesses Onkel Ludwig vollends fompromiffiert werden. Günther hat sich dann an Onkel Ludwig( Ludendorff) ge wandt und ihn um seine Meinung gefragt. Günther fannte Hemeter ebenso wie Ludendorff aus der Nationalen Vereinigung, der befannten Borbereiterin des Kapp- Putsches. Ludendorff erwiderte nach Günthers Aufzeichnungen er tönne fich zu der Frage nicht äußern, er müsse erst mit Traub fprechen, der erst Ende der Woche nach München zurückkehre. Endlich hat die Polizei zur Aufdedung dieser Geheimorgani richtige Zengen ermittelt. fationen einige Durch einen dieser Zeugen wurde festgestellt, daß eine weitere Zentrale der Organisation C ihren Sit in Elberfeld hat. Ihr dortiger Leiter ist ein ehemaliger Offizier, der ebenfalls Günther heißt. Bon dort werden Leute, die für die deutschvölkischen Anschläge geeignet erscheinen mit einem Ausweis versehen und nach München gefandt, wo fie fich nad; vorheriger telephonischer Anmel dung unter 31 316 bet Müldner, Franz- Joseph- Str. 3, melden müssen. Ein weiteres früher in wichtigen Stellungen verwendetes Mitglied der Organisation C hat ausgesagt, daß die Arbeit dieser Drganisation in engstem Einvernehmen mit Oberamtmann Frid und Kriminalfommiffar Glafer in München vor sich gehe. Der Mann, um den es sich hier handelt und der Anlaß hatte, nicht in nahe Berührung mit der Polizei oder den Gerichten zu fommen, ist in München gemefen, so lange Polizeipräsident Böhner im Amte war. Nach dessen Abschied wurde er gebeten, München zu verlaffen, da feine absolute Sicherheit mehr gegeben sei. Die genannten Briefe und Feststellungen haben der Reichsanwaltschaft Anlaß gegeben, den aufgedeckten Spuren forgfältig nachzugehen. Es haben daher am gestrigen Sonnabend, zwischen 7 Uhr und 7 Uhr 3 Minuten morgens umfangreiche Haussuchungen und Festnahmen Die Besprechung beim Reichskanzler. Schmach und Schande für Deutschland § 2. Mit Gefängnis von drei Monaten bis zu fünf Jahren wird, foweit nicht andere Vorschriften eine schwerere Strafe androhen, bestraft: feien. Schon aus diesen Gründen fordere die Sozialdemokratie Die Führer der Koalitionsparteien traten am Sonnabend mehr Laienrichter. nachmittag unter dem Borsig des Reichskanzlers zur Be Abg. Dr. Bell berichtet dann über die Arbeiten des Unteraussprechung der politischen Situation und insbesondere der parla- schusses zu§ 2, deren Ergebnis in folgender Form angenom. mentarischen Lage, zusammen. Der wesentliche Teil der Be- men wird: ratungen bezog sich auf die Umbildung der Regie. rung, verlief jedoch ohne pofitives Ergebnis, da sowohl die Demokraten wie das Zentrum zu dem stattgefundenen Briefwechsel zwischen den einzelnen Parteien noch feine endgültige Stellung genommen haben. Bevor die Demokraten zu einer endgültigen Beschlußfassung fommen, beabsichtigen sie zunächst noch, den Parteiausschuß zu hören, der zu Beginn der Woche zusammentritt. Die Bertreter der Sozialdemokra tischen Reichstagsfraktion haben im Verlauf der Besprechungen äußerst ernst betrachten und feineswegs daran mehrfach zu erkennen gegeben, daß sie die Situation als denken, sich mit einem verwässerten Gesez zum Schutz der Republif zufrieden zugeben, tritt die Auflösung des Reichstages immer mehr in Unter den obwaltenden parlamentarischen Berhältnissen den Bordergrund. Das Verhalten der bürgerlichen Parteien, Berständnis zeigen und alle Borkommnisse der letzten Tage be die für die ungeheure Erregung im Lande nicht das geringste reits wieder vergessen zu haben scheinen, trägt zu einer Ber schärfung der politischen Situation wesentlich bei. Die vorfäufigen Beschlüsse des Rechtsausschusses bei der Beratung des Gesetzes zum Schutze der Republit tönnen die Sozialdemo fratie nicht befriedigen. Nach dem bisherigen Berlauf der Beratungen im Rechtsausschuß ist anzunehmen, daß die kom menden Beratungen über das von der Regierung vorgelegte Reichsbeamtengefez usm. auch einen Gang nehmen werden, dem sich kein ehrlicher Republikaner anschließen fann. tag nachmittag 3 hr zur Besprechung der gesamten Die sozialdemokratische Reichstagsfrattion tritt am Monpolitischen Lage zusammen. Der Kampf im Rechtsausschuf. In der Fortfehung der Beratungen über ben Gefeßent. murf zum Schug der Republit im Rechtsausschuß wandte fich zunächst der unabhängige Abg. Rosenfeld gegen den bayerischen Minister Hamm und warf ihm, wie Levi, Sabotage bes Reichsgedantens vor. Rosenfeld verlangt u. a., daß der Sih des Staatsgerichtshofs für Berlin festgelegt wird. Deffent iche Anfläger fellen nicht der Reichsanwalt, sondern ein zu ernennender Reichstommiffar fein. Genoffe Wissell stellt fest, daß durch das Auftreten des Ministers Hamm, der fich für bayerische Eigenheiten sehr einfette, eine Berschärfung der Situation Der bayerische Gesandte v. Preger versucht dann, den von in Berlin, Elberfeld und München stattgefunden. Nach München hat sich ein Vertreter des Oberreichsonwalts mit 13 Kriminalbeamten eingetreten sei. Im weiteren stellt der sozialdemokratische Redner begeben. Obwohl die Hoffnung gering ist, auf diese Weise mesent fest, daß die Sozialbemofrafie fein Bertrauen zu den Berufsrichtern liches Material zu finden, well anzunehmen ist, daß die meisten habe, deshalb fei die Gestaltung des Staatsgerichtshofes ein aus. Mitverschworenen den Berhaltungsmaßregeln, alle Briefe und Tele- fchlaggebender Punft für die Zuftimmung zu dem Gefeße überhaupt. gramme zu vernichten, nachgekommen find, foll doch das Möglichste unserem Genossen Bogel in feiner letzten Reichstagsrede befann versucht werden, um meitere Aufklärung herbeizuführen. Ueber den Charakter der aufgedeckten Beziehungen fann fein gegebenen Erlaß der banerischen Regierung zu verteidigen. 3meifel bestehen, wenn Reichsjuftigminister Rabbruch weist dem eifrigen Berteidiger man sich vergegenwärtigt, daß die bei bayerischer Interessen in juristischen Ausführungen die geseh Günther aufgefundenen Briefe genau diefelbe geschäftsmäßige Dedliche Unmöglichkeit des Erfalles nach. Rabbruch ist für form tragen wie der Briefwechsel zwischen Grenz und Anter. Beipzig als eig des Etaatsgerichtshofes und spricht sich für einen mann. Ueberaus bezeichnend ist auch die Wendung, daß der Ber- starten juristischen Einschlag diefes Gerichtes aus. Einen Reichs liner Kreis ,, wegen feiner Größe Gorge" mache. Aus dieser Wen- tommiffar als Anttäner hält der Justizminifter nicht für erforderlich. dung geht deutlich hervor, daß man nicht an poffiifche Propaganda Abg. Marr( 3) münscht die Mitwirtung der Länder bei gedacht, sondern eine richtige Berschwörertätigtett aus der Zusammensehung des Staatsgerichtshofes. Auch er spricht sich geübt hat. für Leipzig ols Siz des Gerichts nus. Hanssuchung bei Reventlow. In Berlin fanden nach einer TU. Meldung im Laufe des Sonn chend nachmittags eine Reihe von Haussuchungen bei befannten Berfönlichkeiten statt, von denen die Abteilung Ia des Berliner Bolizeipräsidiums annimmt, daß sie in Berbindung mit den berbotenen Organisationen ständen. 1. a. murde bei dem bekannten Politiker, dem Grafen Ernst Reventlom, ine Haus fuchung vorgenommen und der Graf auf das Polizei präsidium zum Berhör gebracht. Abg. Düringer( Dnat.) wünscht die Zustimmung des Reichsrats zur Ernennung der Richter. Levi( U. Soz.), ftellt feft, daß der Staatsgerichtshof fo wenig Ausnahmegericht fei mie die Schöffen und Geschworenengerichte. Der Glaube an die Autorität des Reichsgerichts ist dem Redner durch die von ihm gemachten Erfahrungen erschüttert worden. Banerle( Bayr. Vp.) beharrt trotzdem auf seiner Auffaffung, daß der Staatsgerichtshof ein Ausnahmeqericht ist. Redner fest, daß zahlreiche Prozesse politischer Art der legten Beit Genoffe Wiffell stellt auf Grund der Ausführungen bürgerlicher geradezu eine Rafpar tummelte fic; felig in den Fluten, hob zeitweilig ben| Bravo, Kajpar. Warum ich meinen Brathering erschlug. Stopf aus den Wellen und blinzelte vergnügt. Bon Tobias emberlein. Ziehen Sie sich aus, Herr Bemberlein," sagte der Arzt zu mir. Borauf ich mein Geblöße enthüllte. Der Psychiaterich braute die Runzeln, runzelte die Brauen, schlug mich auf die Kniescheiben, figelte meinen Nabel, brüfte thich an, ließ mich müllern, brüllte mich wieder an. Rm, rm Sie sind nervös, Herr Bemberlein! Hat Ihre Großmutter Jawohl, Herr Doftor, fie hat!" „ Sofo. Sie müssen Ruhe haben, eine ruhige, runde Ruhe müssen Sie haben. Am bester ift, Sie treiben einen ruhigen Sport. Bas möchten Sie denn treiben?" „ Kraftfahren Er wog fein Haupt.„ Nein, das geht nicht. Sie würden sich zu sehr über die Benzinpreise aufregen. Wollen Sie nicht angeln?" * Natürlich!" rief ich begeistert, aber wie macht man das?" Er verschrieb mir eine Angel mit fünfundzwanzig Regen. mürmern." Angeln Sie mit Gott!" fagte er und schüttelte mir die Hand. Dann schwamm er an das Bralinee, wippte es nedisch mit dem Fisch! Er war sein Geld mert. Schwanze und trollte wieder von hinnen. Ein ulfiger Hund pon 1. mer gegen Mitglieder der republikanischen Regierung des Reiches oder eines Landes eine Gewalttätigteit begeht oder mit einem anderen verabredet oder mer zu einer folchen Gewalttätigkeit auffordert oder aufwiegelt; 2. mer einen anderen, der als Mitglied einer republifa. nischen Regierung des Reiches oder eines Landes durch eine gegen ihn gerichtete Gewalttätigteit getötet worden ist, öffent< lich oder in einer Berfammlung verfeumbet oder beschimpft; 3. mer öffentlich oder in einer Bersammlung ein Ber brechen gegen§ 1, einen begangenen Hochverrat(§§ 81. 82 bes Strafgesetzbuches) obrr Gewalttätigteiten, die gegen Mitglieder ber republikanischen Regierung des Reiches oder eines Landes begangen worden sind, verherrlicht, ausdrücklich billigt, belohnt oder den Täter oder Teilnehmer einer solchen Tat begünstigt(§ 257 des Strafgesetzbuchs); 4. mer an einer geheimen oder staatsf eindlichen Ber bindung(§§ 128, 129 des Strafgesetzbuchs) teilnimmt oder fie durch Zuwendungen unterstützt, wenn die Berbindung den Bwed hat, die verfassungsmäßige republikanische Staatsform des Reiches oder eines Landes zu untergraben. In besonders schweren Fällen ist die Strafe 3uchthaus. Meben der Freiheitsstrafe ist auf Geldstrafe bis zu fünf Millionen Mart zu erfennen. § 2a. Mit Gefängnis bis zu fünf Jahren, neben dem auf Geldstrafe bis zu einer million mari erfannt werden tann, wird bestraft: 1. Wer öffentlich oder in einer Bersammlung die ver faffungsmäßige republikanische Staatsform des Reichs oder eines Landes befchimpft oder durch Berleumdung oder BeSchimpfung von Mitgliedern der republikanischen Regierung des Reichs oder eines Landes herabwürdigt; 2. wer öffentlich oder in einer Bersammlung die Reichs. oder Landesfarben beschimpft. § 4 erhält folgende Fassung: Die Berurteilung zum Tode oder zu Zuchthaus wegen Hoch Derrais oder einer in den§§ 1 bis 1e, 2 bezeichneten strafbaren Handlung hat außer den in§ 31 des Strafgesetzbuches genannten Folgen den Berlust der aus öffentlichen Wahlen hervorgegangenen Rechte und bei Beamten und Mi. lilärpersonen den Verlust des Gehalts und, wenn fie nicht mehr im Amte sind, des Nuhegehalts von Rechts wegen zur Folge. Wird wegen der in Abf. 1 genannten strafbaren Handlungen ober megen eines Bergehens gegen den§ 2a auf Gefängnis ober Feftungshaft erkannt, fo fann zugleich auf Verlust der beileideten öffentlichen Aemter, bei Militärpersonen auf Dienstente laffung, dauernde oder zeitweilige Unfähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter, den gänzlichen oder teilweisen, den dauernden oder zeitweiligen Berlust des Gehalts oder des Ruhegehalts t fannt werden. Soweit nach anderen Borschriften auf Berlust der aus öffentlichen Wahlen hervorgegangenen Rechte erkannt werden fann, behält es dabei sein Bewenden. Menderung des Strafgesetzbuches durch Einfügung des§ 49b bent Beiter wurde beschlossen, neben der bereits vorgenommenent ersten Saß des zweiten Absages des§ 111 folgenden Zufaß zu geben: war die Aufforderung auf eine Tötung gerichtet, so ist die Strafe Gefängnis nicht unter drei Monaten, neben dem auf Geld. Strafe bis zu einer Million Mart ertannt werden fann." Bei der Beratung der Bestimmungen über den Staatsgerichts. hof wird von den bürgerlichen Barteien gefordert, daß dem Reichsrat ein Mitbestimmungsrecht bei der Auswahl der Mitglieder des Staatsgerichtshofes gewährt wird. Beschlossen wird, die brei richterlichen Mitglieder des Staatsgerichtshofes auf Borschlag des Reichsgerichtspräsidenten vom Reichspräsidenten ernennen zu laffen. Die Anflagebehörde soll nach den Beschlüffent der ersten Lesung nicht der Reichsanwalt, sondern ein vom Justizminifter zu ernennender Kommiffar fein.( Da diese Bestim men ist, muß damit gerechnet werden, aß fie in der nächsten Befung mung aber nur durch eine 3 ufalls mehrheit zuftande gekom. wieder gestrichen wird.) Die Bestimmungen über das Berbot Don " " F Bollmar als Berfammlungsredner. Ein Genosse schreibt uns: Als ich während meiner Wanderzei 1909-10 in München arbeitete, reizte es mich eingeschworenen radikalen Genoffen, diesen Berireter des süddeutschen dreimal gefreuzigten Revisionismus fennen zu lernen. In einem ber Bräus" mar es. Rechtzeitig sicherte ich mir einen vorn gelegenen Blah. Ich beobachtete vorher noch, mie Bir amüsierten uns stundenlang. Bis ich Hunger befam. fein Automobil vor einem Seitenaufgang der Bühne hielt. Ais dampf?" Raspar!" rie ich, es ist Mittag! haft du feinen Rohlfeine himmellange Erjaheinung auf der Bühne auftauchte- neben ihm seine Frau bekamen die Hände der Münchener Arbeiter Im Nu schoß er hinzu, biß in das Pralinee, und ich angelte ihn. Leben. Und man tann flatschen in München. Sogar janz rabiFröhlich zogen wir heimmärts, ich fühlte, wie wohltuend ber Sport tal". Während der Bersammlungsleiter einleitend speechte, nahm auf meine Nerverie mirfte. Raspar faute behaglich an feinem Schorschl" feelenruhig auf einem erhöhten Sih Blah und fichtete Konfeft. Daheim schloß ich ihn in den Schreibtisch; denn es ist feine Dispofitionen. Welch außergewöhnliches Maß von Seelen. nicht gut, Fische herumliegen zu loffen. ftärte mußte diefem Mann eigen gewesen sein, der bei solch star? Wirklich ich habe meinem Brathering viele frohe Tage und mitnehmendem förperlichen Leiden als das Urbild der Ruhe er. Stunden zu tanten. Trogdem habe ich ihn erschlagen, mußte ich schien. Sob er die Hand zum Kopfe, oder blätterte er während ihn erschlagen. Ich bin ihm nicht böse, warum foll auch ein Hering feiner Rede in seinem Manuftript, so zitterte, ja schüttelte die Hand nicht seine menschlichen Schwächen haben? Dennoch: ich hatte ihn gewaltig. Ich war entsetzt. 3m Saal war alles mäuschenstill. für mein schwer erpemberleintes Geld gekauft, und er hätte zu mir Bollmar sprach gedämpft, vertraut, fachtundig und einleuchtend. halten müssen, unbedingt. Ich bin doch fein Affe! Kurz und gut, trotzdem der Saal gesteckt voll war folch ein Bräu hat's in sich, fonnte man ihn mohl bis zur hintersten Ede hören. O schöne Zeit, wo das politische Leben ein Quell des Genuffes wor und nicht, wie feit einigen Jahren, ein Quell des Stanks und der Hehe. Bollmar sprach zu Ende. Das Händeflatschen glich einem Blazregen. Seine mächtige Figur hatte sich erhoben und mit starrer Ruhe nahm er, das Antlig steinern über die Menschenmenge gerichtet, die Manifestation hin. Es wurde mir wundersam liar, daß man als GSozialdemokrat nicht nur ein gewöhnlicher Statist im Millionenheer, fondern eine Persönlichkeit fein fann. F. D. Germanischen Museums in Nürnberg, ist von ihrer doppei Die Kürnberger Madonna", das berühmte Bildwert des zum ersten Male wieder in der alten Bracht ihrer spätgotischen ten Uebermalung befreit worden und zeigt sich feit Jahrhunderten Farben. Das erste Unheil brach in der Barodzeit über sie herein, Sie besaß eine Angel, bie sich ausziehen ließ wie ein Fernrohr, wo man das mittelalterliche Runstwert im Stil des 17. Jahrhunderts und daran hänate fie einen ganz poolen Renenwurm. Buerft anpinfelte. Dann vergewaltigte ein flaffigiftischer Schulprofesser die Schwante mir nichts Böses, mein Gott- Rafpar und ein Regenwurm, Madonna und überzog fie um 1825 mit dem tonlosen Delfarben einfach lachhaft! Doch um wieder auf den Fisch zu fommen: in der Angler 3eitung" hatte ein Artikel über Kaspar geftanden und zur Folge gehabt, daß sich täglich Duhende von Anglern am Kanal einfanden, um mir meinen Brathering abfpenftig zu machen. Sie hängten Es machte im ganzen einhundertundvierzig Mart ohne Angel. blieb mir treu. Und ich war stolz auf ihn. Alles was recht ist. ganze Milchblocks und Pfundpadungen an die Leine Kaspar jedoch Am nächsten Tage foß ich am Teltower Schiffahrtskanal und angelte. Zuerst fing ich einen halben Damenstiefel, Größe einund- man Freitags nicht angeln foll, weber Fische noch sonst etwas. Ich bin nicht abergläubisch, jedoch nunmehr der Meinung, daß vierzig, veralteter Form, zwei Stunden später ein Milchsieb aus der Diluvialzeit, gleich darauf eine frischgeborene Kinderleiche. Ain jenem verhängnisvollen Freitag erschien plößlich eine hübsch sogar. Schnedenfrisur, das Gesicht von Mar Jungnickel, die Angler in auf der Bildfläche. Bugegeben: fie war hübsch, Jehr Beine von Cafar Flaifchlen entworfen Borzellan, ihr Blid Biskuit und einen Gang hatte sie wie Weiße fnorte! Ihr Lächeln war mit Him. Noch einmal: fnorfe! Das war allerhand. hinderte aber nicht, daß ich mir ursprünglich Fische eingebildet hatte. Doch. wie gesagt, ich bin, was Angeln anbetrifft, ein blutiger Laie. Enttäuscht zoq ich heim und flagte bem Tütenkrämer, der meine Kaffee- Ersatz- Bersorgung organisiert, mein Leid. „ Kaufen Sie sich doch einen Fisch," meinte der. „ Damit der wegfchwimmt- no!" Sie dürfen natürlich teinen wilden Fisch faufen, sondern einen, ber feine Erfahrungen hinter sich hat und eine regelmäßige Beschäftigung mit gesicherter Ernährung zu schäßen weiß. Ich habe da einen Brathering im Kasten liegen, ein besonnenes Lier und absolut stubenrein. Er heißt Kaspar und frist Pralinees, aber nicht mehr als acht Etüd pro Tag. Was soll er fosten?" „ Es wird mir sehr schwer, mich von Rafpar zu trennen, aber weil Sie es find, follen Sie ihn für fünfundsiebzig Mart haben." „ Donnerwetter fluchte ich, faufte den Brathering aber doch, wegen meiner Nerven. Am folgenden Morgen pallte ich wieder, Angel und Kaspar unter den Arm geflemmt. zum Teltowkanal hinaus. Raspar," flüsterte ich leise und fraute ihm die Kiemen, Raspar, du hast ein Bermögen getoftet, dent an meine Nerven und tomm wieder!" Dann warf ich ihn in das faulenzende Gewässer. Wickelte die Angelschnur auf, ftach ein Pralince auf den Hafen und hing den Köver ins Wasser. Nanu! Schließlich merkte ich jedoch, daß Kalpar unruhig wurde. Er schwamm nervös hin und her, achtete nicht auf meinen warnenden Bfiff, näherte fich lüftern der Regenwurmangel Und das Unglaubliche geschah... Kaspar biß auf den Regen wurm. Ich griff mir an den Kopf, aber es half nicht. Die Schneden frisurige( ein Haarnet trug fie auch noch, ein Haarneg! das Aas...) 30g meinen Kaspar aus dem, um mit der Courths Mahler zu sprechen, heimischen Element und lachte höhnisch. Ich hin und dem Kaspar die Schädeldede zertrümmern war eins. Lebendig follte sie ihn nicht haben. Dann hielt ich den entfeelten Körper meines Bratherings in den Händen und grübelte darüber nach, warum wohl der meschuggene Fisch Eine Ahnung dämmerte in mir auf, ich rip Raspars Unterleib entzwei: richtig, ein milcherner Hering, ein Mann! Er war ein Opfer feiner Berliebtheit geworden. Ja, ja es geht uns Männern wie den Fischen, den Fischen wie uns Männern: Das ewig Weibliche zieht uns hinan.. Grau, das ihr die eble Einfalt" der griechischen Statuen geben sollte. In dieser Berunstaltung hat die Nürnbergerin ein Jahr. hundert dagestanden und noch jetzt sind Stimmen laut geworden, die den grauen Anstrich erhalten wissen wollten, weil man sich an ihn gewöhnt habe". Die Driginalfarben, die nun wieder ans Licht gefommen find, zeigen ein Geficht von frischestem Fleischton mit auffallend roten Wangen und Lippen, und lebhafte dunkelbraune Augen mit großen Bupillen. Mattes Weißgrau der Haube und des Hals. tuches umrahmt wundervoll die leuchtenden Farben des Gesichts. Das rote, mit einem Granatapfelmufter verzierte Untergemand und das blaue Obergemand mit zwei Silberborten laffen durch die far. bigem Kontrafte erst den rhythmischen Aufbau des Bildmerfes zur Geltung fommen. So bedeutet die Freilegung der alten Faffung für das herrliche Werf nicht nur eine Richtigstellung, sondern eine wesentliche Bereicherung feiner pleftischen Erscheinung. Die verschwindenden Rothäute. Troß der Schuhmaßnahmen, durch die man die lehten Refte der Indianer in besonderen Re. fervaten" zu erhalten sucht, läßt sich das Aussterben des roten Nr. 320 39. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Sonntag, 9. Juli 1922 Bergarbeiterstreik vor der Tür! Daß die Bergleute versuchen, dieſen unhaltbaren Zustand bal- arbettet flar und plaftich und fördert die ſtarfe Spanningstraft des Films. " Ruchlose Taten p- s. den Entwertung des Geldes natürlich stark lohntürzend wirkt. die den Rhythmus des Börsenfiebers gescht einfangen. Die Photographie Die Darsteller dieses groß angelegten wirkungssicheren Sittendramas- in digst aufzuheben, ist verständlich. Aehnliche Mißstände herr- der Hauptrolle zeigt fich Sascha Gura tommt allerdings über herkömm Von Kurt Burbs( Bochum). schen übrigens auch im Gedingesystem, der Festsetzung des liches taum hinaus. Nur Curd Cappi ist als verkrachter und wahnsinnig Wenn nicht in letzter Stunde unvorhergesehene Er- Mindestlohnes für die Gedingearbeiter u. a. Besonderes Ge- gewordener Bantier von start mitteilsamer Bucht.- Ein amerikanischer eignisse eintreten, gerät die schon jetzt in arger Not befindliche wicht legt die Bergarbeiterschaft auf eine schleunige Verab- Scherz Er und zwanzig Minuten Augst" mit dem Chaplin Nacheiserer Harald 2ley d fordert mit hundert blizschnell vorüberhuichenden deutsche Wirtschaft in eine Krise, deren Tragweite vorläufig schiedung der Richtlinien für die Betriebsräte grotesten Einfällen zu allgemeinem Lachen heraus. Die Bühnenschau bringt unabsehbar ist. Alle am Kohlenbergbau des Ruhrgebiets des Bergbaues, da die augenblicklichen Verhältnisse die Arbei- einen unbedeutenden pantomimischen Stetsch„ Der Vericumte", in dem Georg interessierten freien Gewerkschaften erlassen einen Aufruf ,, An terschaft von jedem Rechte ausschließen. Man fomme uns Blanvalet die tänzerische Kunst des Staatsball: tis zeigt. die Ruhrbergleute", in dem zur Kündigung des entgegen in der Zuteilung unserer Rechte und nur einigerArbeitsverhältnisses, das heißt also zum Streif, aufgefor-, maßen annehmbarer Löhne und wir sind bereit zu dert wird. Egtraleistungen" war die Auslassung aller Reden, Es wäre unnük, ausführlich die Folgen eines im jezi- die in den bisherigen Zusammenfünften der Arbeiter gehalten gen Augenblick ausbrechenden Kohlenarbeiterstreiks darzu- wurden. feiger Meuchelmörder haben die gesamte werftätige Bestellen, soweit diese Land, Wirtschaft und die gesamte Arbeiter- Heute ist die Abgabe der Kündigungsscheine bereits in völkerung aufgepeitscht. Die Empörung hat sich bei den letzten tlaffe beträfen. Sie sind jedem auch nur oberflächlich das vollem Gange und von einer am 14. d. M. zusammen- Demonstrationen sehr deutlich gezeigt. Damit allein ist jedoch Wirtschaftsleben Betrachtenden nicht unbekannt. Notwendig treten Revierfonferenz hängt das weitere Geschehen ab. Der Kampf gegen die organisierten Verschwörer nicht zu wäre höchstens, auf die außenpolitischen Möglichkeiten Leider ließ sich eine Einheitsfront aller Bergarbeiterver- führen. Hierzu bedarf es vielmehr einer ebenfalls gefestigten noch besonders hinzuweisen, die sich aus einem Versagen der bände bisher nicht erzielen. Entgegen den Wünschen und starken deutschen Kohlenlieferungen an die Entente ergeben können, und Forderungen ihrer Mitglieder lehnen die Organisationssowie auf die unzweifelhaft eintretende weitere Verschär leitungen der Christen und Polen eine Beteiligung an fung der Valutakrise, die im Falle des Stillstandes der Aktion ab und beginnen eine Propaganda gegen die freien eines großen Teiles der deutschen Industrie vielleicht zur Ka- Gewerkschaften, die echt christlich anmutet, wofür sie aber betastrophe würde. stimmt die gebührende Antwort auch aus den eigenen Reihen erhalten dürften. Ein Streit von so ungeheurer Bedeutung fann von den Arbeitern nur dann gewagt werden, wenn ihre Gründe für die Anwendung des letzten gewerkschaftlichen Mittels auch folche sind, daß ihre Berechtigung als unbestreitbar von jeder mann empfunden wird. Noch ehe jedoch der Streik faktisch gegeben ist, beginnt die bürgerliche Presse, insbesondere natür lich die den Bergbauunternehmern nahestehende, diese Berechtigung abzuleugnen, und dieses Urcerfangen vollzieht sich mit Mitteln, die für die Zukunft noch allerhand Niedagewesenes erwarten lassen. Allen Verdrehungen der schwerindustriellen Presse gegenüber muß aber mit Nachdruck betont werden, daß die Möglichkeiten der Berständigung bis zum Lehten erschöpft worden sind, daß die Führer der Bergarbeiter nach An sicht ihrer Mitglieder das Maß des Entgegentom mens schon weit überschritten, sich selbst dann noch immer vermittelnd zeigten, als es schon längst Zeit gewesen wäre, dem brutal jede Verständigung ablehnenden Unter nehmertum die Faust zu weisen. Dabei hängt von einer Einigung über den Tarif, um dessen Abschluß sich seit Monaten die Bergarbeiter vergeblich bemühen, und wegen dessen nie zustandekom mendem Abschluß der Streit droht, nicht nur die Beilegung der im Bergbau chronischen Tarifftreitigkeiten ab, sondern auch im wesentlichen die Frage der Ueberschich= ten, die besonders in letzter Zeit brennend geworden ist. Die Unternehmer erflären jetzt, nur dann der Annahme des Schiedsspruches und der weiterhin getroffenen Ver= einbarungen zustimmen zu wollen, wenn zugleich auch die Annahme der eberarbeit seitens der Arbeiter erfolge. Diese gewerkschaftliche Ungeheuerlichkeit, die eine glatte efeitigung des GSiebenstundentages bedeutet hätte, wurde chon im Vorjahre in Vorschlag gebracht, infolge des Wider Standes der Bergarbeiter aber wieder fallengelassen. Dabei ist noch in Erwägung zu ziehen, daß der vorgelegte Tarifentwurf in der Tat Bestimmungen enthält, die in jedem anderen Beruf einfach unmöglich wären. So erhalten die Bergarbeiter ihren Lohn erst nach 4 bis 6 Wochen, was bei der rapiOrganisation. Beitrittserklärung. Hiermit erkläre ich meinen Beitritt zur Sozialdemokr. Partei Deutschlands, Bezirk Berlin. Durch Sympathieerklärungen allein wird auch diese zu ihren Kämpfen nicht gestärkt. Man muß sich ihr anschließen und dadurch Mitkämpfer werden. Wer das will, wer die ReEs ist ohne Zweifel, daß ein ausbrechender Kohlen publik verteidigen und die Mörderbanden bekämpfen arbeiterstreit( der übrigens nicht auf das Ruhrgebiet helfen will, der schicke die nachfolgende Beitrittserklärung, beschränkt bliebe, da auch am vorlegten Sonntag die Ber deutlich ausgefüllt, an Alex Pagels, Berlin SW. 68, trauensleute des Erzbergbaues, Metallerzbergbaues und Lindenstr. 3,( Postscheckkonto: Berlin Nr. 48 743.) Braunkohlenbergbaues des Lohngebiets in Gießen be- indenstr. 3,( Postscheckkonto: Berlin Nr. 48 743.) schlossen haben, in den Streit zu treten, wenn nicht sofort eine befriedigende Regelung in bezug auf den Manteltarif ge troffen wird) unheilvolle Wirkungen für unser gesamtes Wirtschaftsleben auslösen müßte. Die Gewerkschaften haben nach ihren vielfachen erfolglosen Versuchen nur noch das Mittel des Streifs. Eine Iegte Möglichkeit dünft uns einzig das Eingreifen der Neibsregierung, die vielleicht die Einberufung eines neuen Schiedsgerichts veranlassen fönnte. Jedenfalls darf tein Mittel unversucht bleiben, das den Kampf zu verhindern vermag. Denn darüber ist für den Kenner der hiesigen Verhältnisse ein Zweifel unmöglich, daß ein Bergarbeiterstreit mit zähe ter Erbitterung und unter Formen geführt werden wird, die alles Dagewesene in den Schatten stellen. Die Empörung der Bergleute ist einejo maßlose, daß es aus vielerlei Gründen gefähr lich wäre, untätig dem Ausbruch des verderblichen Bulkans zuzuschauen, solange es noch Zeit ist. Filmschau. Ein Sittenfilm. Vor- u. Zuname: geboren: Beruf: Wohnung: Geburtsort: Das Eintrittsgeld beträgt 2.00 Mt., der wöchentliche Beitrag für Männer 2.00 Mt., für Frauen 1.00 Mf. Um gleichzeitige Einsendung des Eintrittsgeldes und der ersten Beiträge im Brief, oder an obiges Postscheckkonto, wird der Portoersparnis halber höflichst gebeten. Jogal hervorragend bewährt bei: Grippe Degenschuß Nervenschmerzen. Gicht Rheuma Ischias In der Alhambra am Kurfürstendamm rolt jetzt ein Eilienfilm Der Roman einer Qalbweltbame" von Jane Belie. Der itel birgt Gefahren; riecht er doch nach Kolportagelchund und Diruens sentimentalität, womit uns das Kino schon allzu reichlich bedacht hat. Er. geftelite Svctulation. Der Film felbit bringt die schon im Manuffript logische freulicherweise ist aber nur der Titel eine auf ihmaßendes Senfationsbebagen und gut dramatisch gesteigerte Befchichte einer Frau, die etliche Männer uiniert, die an der Börie mit Vermögen und Echidfalen spielt und schließlich, an dem Einzigen, den sie liebt, zerbrochen, zu einem ibrer Dufer gelt, von Togal stillt die Schmerzen und scheidet die Harnsäure aus. In allen dem sie erwürgt wird. In dieser Geschichte iit feine neue Note, aber die Apotheken erhältlich. Best. 64.3% Acid. acet. salic., 0406% Chinin, alte wird unter der Regie von Siegfried Deilauer sehr anständig, sehr 12.6%, Lithium, ad 100 Amylum. lebendig, sehr eindringlich angeichlagen. Es gibt ein paar padende Bilder, Ausführl. Broschüre gratis und franko. Fabrik Pharmacia, München 27. KON LINON Maffary. Delft edel wie der Name Fritzi Masary eine Zigarette von Rang D.R.G.M. Drum prüfe, wer sich ewig bindet! 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Königgrätzer Str. tägl. 8 Uhr Täglich& Uhr: Moral Schiller- Theater Tä lich Komödienhaus SU, Gretchen" Die kleine Gläßner. Roberts. Sünderin Berliner Th.( Gilbert) 7:45: Madame Flirt 8 Central- Theater Berliner Prater3. Ein Prachtmädel Deutsch Opernhaus 7 Uhr: Theater Kastanienallee 7-9 Täglich: Einmalige volkstümliche Vorstellung nur zum ermässigten Preise: I. Rang 50 Mark = Montag, 10 Juli Die wunderlichen Geschichten des Kapellmeisters Kreisler in 42 Bildern. 1-4 Karten gegen Abgabe dieser Anzeige an der Abendkasse. R Richard- Oswald- Lichtspiele Kantstr. 163 Verlängerung der erfolgreichen Burlesken- Woche mit Charli Chaplin, Joe Martin und Lee Moran Vorstellungen: 3, 5, 7, 9 Uhr Schillertheater Carmen Die Prinzessin v. Nil OperettenOperette in 3 Akten Intimes Theater sowie Spezialitäten.spielzeit 8: Die Peitsche und? Lauf doch nicht immer nackt herum Neues Operett.- Th 8 Uhr: Die Mädels von Davos Beginn 5 Uhr. Urania Uhr: Thüringen 8 Uhr: Schwarzwald Neues Th. am Zoo Theater des Oslens 8 Uhr: Scampolo Neues Volkstheat. 71/2 ( Rose- Theater) SUhr: Bunter Tei Ole. Die erste Geige U. Doras Resi Schiller- Th. Charl. Operettenspielzeit. 8 Uhr: Die kl. Sünderin Von Jean Gilbert Th. a. Nollendorfpl 1 Uhr: Verliebte Leute Uhr Pfarhauskomödie Theater d. Westens In Vorbereitg.: Ital Ballett Stagione Komische 78% Oper 734 Der Meister Vom Montmartre Offenbacks Liebesleb. Kleines Theater 833 Schäfer stündchen Ber Sektkübel Ballett Celly d. Rheidt und Salomé 8 Uhr Die lleine Sünderin von H. H. Zerlett und Billy Prager Musik: Jeau Gilbert Vorzügliche Küche, wohlgepflegte Biere bei Musik u. Gesang bietet das Heim d. Berliner Arbeiterschaft „ Gewerkschaftshaus" Engel- Ufer 25 Jandorf .... 1450 Brunnenstr. Hottbuser Damm ULAP UNIVERSUM LANDES. AUSSTELLUNGS.PARK AM LEHRTER BAHNHOF ALT- BERLIN ULA- PALAIS " Habarett- Bonbonnière: Freiluft Tanzparkett: Dantes Höllenröhren:: Tanagra- Varicté Satans- Wirbelrad:: Massen- Luftschlacht:: PrachtGlaskarussell Die größte Wolkensturzbahn der Welt! An Höhe, Sturztiefe u.grotesker Fahrtlinie untbertroffen! Heute erster Parade- Sonntag mit 8 Orchestern und 4 Mark Eintritt 5 M. Stebor Im vollen Betriebe! Staatstheater Schauspielhaus 7% 2 Operettengastspiel Direktion: Willy Bredschneider Täglich 7112 Die beiden Nachtigallen Text von Leo Waiter Steia/ Musik von Willy Bredschneider Carl Clewing Cordy Millowitsch* Alfred Läufer Else Kuepel Herbert Stock* Braun Sondermann Thornegg* Stelmann Pape* Leonard Wilmersdorfer Str. KAMMERSPIELE des Deutschen Theaters Gastspiel Hugo Thimig vom Wiener Burgtheater Täglich 7, Uhr: Der Raub der Sabinerinnen Hugo Thimig/ Schwanneke/ Pabst Schweikart/ Völcker Else Bäck/ Margarete v. Bukovics Grete Berger MAGDEBURG JUILL OKT ALW FREUND CELIANILPZ Varieté- Spielplan Rauchen gestaltet! Reichshailen.Th. Allaben it 7 Uhr: Stettiner Sänger Canhoff Brettl Aufl. 70 Etablissement Café Zielka Friedrichstr. 59-60 Ecke Leipziger Str. Täglich nachm. 3 u. 5 U, abends 7 u.9 U. BillardTurniere Es spie en im Turniersaal II. Etage Erich Hagenlocher Jean Bruno Kari Schweinböck Har Weiß u. 2. Voranzeige! Vom 18 bis 22. Jull spielen Hagenlocher mit Bruno Theater a. Kottb.Ter Meritzpl. 16 077 Allabdi 71% Elite- Sänger 16. bis 31. Juli Gastspiel Freyer Leipziger Sänger MIAMA Zelt I. AUSSTELLUNG DES WIEDER AUFBAUS UFA- PALAST AM ZOO Ab Mittwoch, den 12. Juli: LUSTSPIEL- WOCHE! NUR NEUE CHAPLIN Beginn der Vorstellungen FILME 1/27 UNT 49U Uhr Vorverkaul 11-1 Ubr. Direktion: Richard Weise. Täglich ab 6 Uhr Das große VarietéProgramm Nachm. 3-6 Uhr und Sonntags mitta: 11 Lis 2 Uhr Militär freikonzerte ausgeführt von den Kapeilen der Reichswehr Zoologischer Garten Täplich Großes Konzert Sonnt. 2 Kapellen Aquarium Gelfinet von 9-7 Uhr Nr. 32C» 39. Iahrgong 2. Seilage öes vorwärts Sonntag, 9. JuK?922 Hei den wannfeeaten. Des Sonntags in der Frühe beugen sich aus den Fenstern der Verliner Mietskasernen Tausende von lang- und kurzhaarigen Köpfen und blinzeln in den Himmel hinauf: ob er blau ist— und ob er wohl blau bleibt.„Justov, det Wetta is schnicke, wa machen uns uff de Beene nach'n Wannsee!" Iustao räkelt sich im Bett, tut einen großen Gähner unH meint:„Det könn'n wa machen, putz man de Jähren uff!* Zwei Stunden später ächzen und schnaufen schon die Lokomotiven der Wannseebahn und der Stadtbahn unter schweren Losten. In den Ahteilep könnte ein Apfel auch dann nicht zur Erde, wenn jemand einan hätte, Kinder singen und Korsettstangen krachen: Berlin schwürmt aus! Der nackichte Riese. In blendenher Weiße heizt die Sommersonne hernieder. Wenn man mit dem Sterndampfer um die Mittagszeit nach Cladow hin- überfährt, biet/t ein Blick nach dem-Freibad hinüber ein Bild, das helles Lachen weckt: Zehntausende„nackichter" Leiber glänzen und schimmeln rosig im Lichte. So dicht ist das Menschengewühl am Strande und im Wasser, daß man glaubt' den einzigen Leib eines gewaltigen Riefen zu sehen, der sich behäbig im Wasier wälzt. Die Füße dieses Riesen stoßen an das Wannseeschlößchen, der waldige Kopf liegt bei Schwanenwerder, der fette, alles überwälzende Bauch aber ist das Freibad Wannfe«. Erst wenn der sanfte Abend rotschimmernd von Pnisdam herüberkommt, schrumpft dieser dicke Bauch zusammen, rollt sich der Riese ein, um sich in die heimfahrenden Züge zu verkrümeln. Man zieht sich aus: halb halb— halb ganz. Wenn der Sand von unten und die Sonne von oben brennt, wird es in den Kleidern ungemütlich. Die Kleinen werden ousgc- pellt und quackeln, wie sie Gott geschaffen hat, im Wasser und im Sande herum: die reifere Jugend schlüpft in Bodetrikots oder macht das Hemd mit einem kühnen Griff zu einem solchen— Vater und Mutter aber, wo kein solches haben, tun als ob sie zu Hause wären. Sie zeigen ihr frischgewaschenes Unterzeug(Gott sei Dank! Immer noch!) und Vater macht sich aus den Frostbeulen so wenig wie Mutter aus den Krampfadern. Braucht ja keiner hinzutieken! Die goldene Jugend aber stelzt selbstbewußt und sich gegenseitig taxierend dahin. Die.staut ist dankbar für Luft und Llcht, blüht auf. dehm sich und atinei. Stullenpavicr knistert auf, von flüssiger Butter glänzend, mit Seelust schmeckt alles nochmal fo gut, und die ganz Feinen haben einen Kocher mitgebracht, darin bruzzeln die Koteletts. Bon den Sommeraärten wehen die Melodien der Blasinstrumente herüber: „Schlaf Püppchen Liese.." Zerre, zerre, zick, zick, zick! Wir haben den Obulus entrichtet und sausen die Bohlentreppe zum Strand hinunter. In den Zelten werden wir unsere Kleider los und hüpfen adomhaft in die allgemeine Nacktheit hinaus. Es gibt allerhand fliegende Bereine im Freibad, von den„Waünseeaten* angefangen bis zum Gcfelligkeitsvereln„Kalte Geige". Das hat sich in Klumpen zusammengeballt, spielt auf der„Sehnsuchtsbrat- pfanne*(Zupfgeige) und dem-..„Wimmerkürbis*(Mandoline)— und was dazu gesungen wird,«st nicht immer ganz hormlos. Be- sonders ein gewisfer Gymnäsiastenklüngel, nackt mit schiefer Bunt- mutz«, ist schon wacker hinter der„Wirtin von der Lahn* her.„Au, au, au— zerre, zerr«, zick, zick, au!* Auch das Kraftmenschenwm ist hier zu stause. Box- und Ringkämpfe werden ausgesochten, und hier wie anderwärts brüllt ein eifriges Publikum:„Schiebung!!!* Rch ein sjefu*' isi üabei. Er liegt gleich beim ersten Zelt und raucht dicke Zigarren. Sein lange? Haar fällt sorgfältig gescheitelt auf die Schultern und auch das Bärtchen ist vorschriftsmäßig. Augen hat er wie ein Bern- hardinrr, und weil er wirklich schöne Zähne hat. liebt er es, zu lachen. Dauernd ist ein Kreis um ihn, der ihn zu foppen sucht, aber er wehrt sich, manchmal plump, öfter mit gutem Witz. Zum Schluß> wird ex ober offiziell häußerhast, schimpft aus die verderbte Welt, macht einen eigenen Gottssladen aus, spricht in Dibelworten und wird zur peinlichen Karikatur dessen, den er kopiert. Und raucht dabei wie ein Stinnes-Schlot... Und üas Vasier... Im Wannsee, wenigstens im Freibad am Sonntag, kann man überhaupt nicht baden, sondern nur„baden". Das heißt: wenn man vom„Baden" nach Hause kommt, tut man gut, sich den ganzen Körper abzuwaschen: denn das Wasser am Wannscestrande ist so ein Mittelding zwischen Schlamm und Brei. Kein Wunder— Zehntausend« quaddcln im seichten Wasser umher, und was sie nicht mit- gebracht haben, wühlen sie vom Grunde auf. Zehntausende Ber- liner auf einmal im Wannsee, kein Wunder, wenn die Fische sterben.. Aufbruch. Zwischen sechs und sieben Uhr abends flutet die Dölkerwanderung zurück. Aus den Mädchen werden wieder halbe Filmdivas, aus den Burschen kesse Kavaliere, Mutter schmeißt sich ins Halbseidene, Bater deckt die Hosenträger zu, quält sich in den Stehkragen. Fünf i Drehorgeln quengeln an der Straße zum Bahnhof, da handelt einer mit sauren Gurken, dort einer mit Britzer Knoublinchen, eine alte � Frau will dich wiegen, eine Waffelbäckerei duftet, Karussells kreiseln, j Luftgondeln schwingen...„Schokolade, Z'gretten?* I Am Bahnhof Nikolassee aber tobt die Fahrkartenschlacht. Zwischen den Beinen der ungeduldig Wartenden krauchen einge- borene Kinder und putzen ungebeten die Stiefel— ärgerlich greift man in die Tasche und läßt einen Markschein in die kleinen, gierigen, schmutzigen Hände gleiten. Es ist nun mal Sonntag! Bon der Heimfahrt aber schweigt des Sängers Höflichkeit... ___ ArturZickler. Wir winden einen bunten Kranz. Auf der kleinen Spielwiese im Treptower Park geht's lustig zu. Mancher Vorübergehende bleibt mit lachendem Staunen stehen. Da spielen ßt!— 70 Erwachsene die Spiele der Kleinen und Kleinsten. Da fügen sich Männer in die Spielregeln der kleinsten Mädchen, die immer so gerne„Große Wäsche— kleine Wäsche" spielen und eine Biertelstunde später bemühen sich dann die Frauen beim „Völkerball", den Männern nicht nachzustehen und sie versuchen lachend, durch kräftiges Werfen und die gewagtesten Sprünge das Spiel zu gewinnen. Ein Lehrer verkündet die Spielregeln und leitet den ganzen Kreis, der in wenigen Stunden scheinbar alle Freuden des Spiclalters auskosten will. Endlich tritt eine kurze Pause ein, so daß wir eine Teilnehme- rin fragen können: Wer sind denn diese Glücklichen alle, die sich so dem Frohmut der Kinderzeit zu erhalten verstehen und mit 30 und 40 Jahren noch heiter und jung wie Kinder sein können?— Das ist, lautet die Antwort, die Berliner Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde: sie hält hier einen Spielleiterkursus ab, damit ihre Mitglieder in den Ferien mit den Kindern des Prole- tariats Ferienspiele veranstalten können. Einträchtig spielen hier Genossen und Genossinnen aller drei Parteien zusammen. Nie- mand denkt hier an Parteipolitik und alle denken nur daran, wie man den armen Großstadtkindern Freude und Gesundheit verschafft. Für die Kinder des Proletariats fanden sich warmherzige Menschen zusammen, um mit vereinten Kräften ihnen zu helfen. Das ist die Auskunft, die man erhält. Und dann geht das Spiel auch schon weiter:„Wir winden einen bunten Kranz und singen hell zum frohen Tanz.* � Darum ergeht an alle Genosien und Genossinnen die Bitte: Unterstützt die Arbeitsgemeinschaft der Kindersreunde! Helft ihr den bunten Kranz der Lebensfreude für die Jugend winden! Ferienspiele der„Arbeitsgemeinschaft der Kin» derfreunde* finden statt: Pionierplatz an der Hasen» Heide: Mittwoch und Sonnabend von Ü3 bis 547 Uhr. Exerzierplatz an der einsamen Pappel: Dienstag und Frei- tag von H3 bis H7 Uhr. Spielplatz Wiesen st raße: Dienstag und Freitag von 2 bis �>7 Uhr. Lichtenberg, Wagnerplatz: Mittwoch und Sonnabend von 143 bis%7 Uhr. S ü d e n d e, Parkrestaurant: Dienstag und Freitag von �>3 bis]/j7 Uhr. Nähere Auskunft erteilen die Leiterinnen: 3. Bezirk (Wedding): Vogt, Usedomstr. 18a: Weißkrodt, Christianiastr. III. 4. Bezirk(Prenzlauer Berg): Wendt, Iablonskistr. 30; Müller, Kopenhagene? Straße 5. 5. Bezirk(Friedrichshain): Schmidt, An- dreasstr. 12; Pohlitz, Goßlerstr. 6. 6. Bezirk(Kreuzberg): Döltz, Forster Str. 44: Wollstein, Lietzmannstr. 5. 11. Bezirk(Schöneberg): Krone, Tempelhofer Str. 16: Roeder, Hauptstr. 97. 12. Bezirk (Südende): Jerman, Brandenburgstr. 5. 17. Bezirk(Lichtenberg): Grosche, Bürgerhcimstr. S. • Die Arbeitsgemeinschaft der stinderfrcunde im 19. verwalkungs- bezirk(Pankow, Ricderschönhausen, Heinersdorf, BuchhMZ, Karow, Blankenburg und Buch) veranstaltet jeden Dienstag und Donnerstag in ihrem Bezirk Ferienausflüge und Spiel«. Di« Aufgab« der Helfer und Helferinnen ist es, den Kindern unserer Genossen und Freunde fröhliche Stunden zu be» reiten. Die Arbeitsgemeinschaft bittet die Genossen, ihre Kinder' recht zahlreich an diesen Beranstaltungen teilnehmen zu lassen An» Meldungen nehmen die Konsumzweigstellen und die Bezirks» leiter der Sozialdemokratischen Partei entgegen. Auch an den Spiel» tagen werden Anmeldungen entgegengenommen. 1. Ferien- spiel am Dienstag, den 11. Juli, nachmittags 2—6 Uhr, Spielplatz (Schloßpark Schönhausen) Restaurant Mendel, neben dem Restaurant Strauchwiese. 2. F e r i e n a u s f l u g: Donneretag, den 13. Juli, nach Tegel- Fließ, Freibaden und Waldspiele. Treffpunkt 8�4 Uhr am Bahnhof Pankow(Nordbahn). Badeanzug und Mundvorrat mit». bringen. Fahrgeld 2 M. Kein unnützes Geld mitgeben, da für Er- frischungen gesorgt ist. Ellern willkommen. Helfer und Helferinnen müssen pünktlich am Platze sein. Die neuen �lektrizitäts- unü Wasserpreise. Der Magistrat gibt folgendes bekannt: Die Gemeindebehörden haben im Versorgungsgebiet sämtlicher Elektrizitätswerk« der neuen Stadtgemeinde Berlin die Tarife für die Abgabe elektrischer Kraft wie folgt festgesetzt: 1. Einheitstarif für Wohnungen, Werkstätten und chausbeleuchtung(Treppen, Keller usw.): Strompreis 5 M. für die Kilowattstunde. 2. Pauschaltarif: Leistung in Watt: 60 80 100 140 200 250 300 Jahresgebühr: 300 402 501 702 1002 1251 1500 3. Besonderer Sichttarif: 9 M. für 1 Kilowattstunde. 4. Besonderer Tarif für D e t r i e b s k r a f t und ge» werbliche Zwecke: 5 M. je Kilowattstunde. Diese erhöhten Gebühren und Preise gelangen von der auf diesen Beschluß folgenden Zählerablesung zur Berrechnung. Für das Versorgungsgebiet der aus den bisherigen G e» meindewasserwerken mit Wasser belieferten Teile der Stadt Groß-Berlins wird der Preis für 1 Kubikmeter aus dem Wasserrohrnetz abgegebenen Wassers, beginnend mit dem Tag» der Verkündung. auf 3,50 M. festgesetzt. Für die zwischen den Tag der Verkündung und die darauf folgende Wassermesserablesung fallende Zeit wird als Wasserverbrauch der durchschnittliche tägliche Verbrauch desjenigen Zeitabschnittes zugrunde gelegt, der durch die letzte vor dem Stichtage und durch die nächste hinter dem Stichtags liegende Wassermesserablesung begrenzt ist. Die neben dem Wasser» preis bisher erhobenen Gebühren bleiben bis zur Einführung ein- heitlicher Wasserlieferungsbedingungen bestehen. Trauerfeier für Ernst väumig. Im Krematorium in der Gerichtstraße fand am Sonnahend,. nachmittag die Trauerfeier für Ernst Däumig unter großer Beteiii» gung statt. Nach einleitendem Orgelspiel trug«in Arbeiterchor da» Lied:„Ein Sohn des Volkes wollt er sein* vor. Für die USP. sprach dann i>er Parteivorsitzende C r i s p i e n, der das Leben und Werden des Verstorbenen schilderte, für den der Sozialismus nicht nur eine Idee, sondern eine Religion gewesen sei. Namens der Frei- religiösen Gemeinde Berlins, deren Prediger und Lehrer Däumig war. ergriff Adolf Hoffmann das Wort. Für die Reichstags- � fraktion der USP. sprach Dr. Paul L e v i. Däumig sei so früh ge. starben, so führte er aus, weil er den Rückschlag, den die vorwärts- dringende Arbeiterschaft erlitten habe, innerlich habe nie verwinde«- können. Für die Kommunisten widmeten Richard Müller und Emil Eichhorn dem Verstorbenen letzte Abschiedsworte. Ztach Vortrag des Liedes„Tord Foleson* sank der von reichen Kranz. spenden bedeckte Sarg unter Orgelklängen in die Tiefe.— Die Beisetzung der Urne mit den Aschcnresten findet am Dienstagnachmittag auf dem Friedhof der Freireligiösen Gemeinde statt. «I Der Ruf durchs Fenster. Roman von Paul Frank. Das Mädchen hatte mittlerweile Hut und Pelz gebracht. „Aengstigen Sie sich darum nicht," tröstete ihn Herr Tudplin. Bis dahin ist noch lange Zeit. Ich werde den Bur- fchen rasch genug zur Räson gebracht haben. Vor mir wird ihm die Lust vergehen, den Obstinaten zu spielen! Und nun entschuldigt mich, meine Herrschaften... Gute Nacht, mein Kind..." Er küßte seine Frau auf Stirn und Wangen, reichte Garbislander die Hand, verabschiedete sich herzlich von ihm und rief, schon in der Tür stehend, zurück:„Sie lassen sich natürlich nicht stören, bleiben, solange es Ihnen gefällt... Und morgen vormittag sehen wir uns in meinem Bureau, nicht wahr? Und Kopf hoch! Es wird schon alles gut gehen!* Damit ließ er seine Frau mit ihrem Gast allein, die sich in den Salon zurückbegaben, wo sie ihre frühere Plätze einnahmen. .Wenn ich der Zeit denke," sagte Frau Tudolin schwärme- risch,„da Reuß mein Partner war... Mit ihm zu spielen, ist ein wahres Glück gewesen...* „Das glaube ich gern." entgegnete Klaus Garbislander. „Ich habe etwas ganz ähnliches über ihn zu sagen...* „Nämlich?" „Es ist vollends ein Glück, von ihm gespielt zu werden... für ihn schreiben zu dürfen." „Natürlich! Er hat doch die Hauptrolle in Ihrem Stück dargestellt!" „Wie er sie gespielt hat, gnädige Frau? Ich verdanke diesem Mann alles, was ich bin... was zwar noch nicht über- mäßig viel bedeutet..." ..Nicht so bescheiden! Ich bedaure es von ganzem Herzen. daß�ch der Aufführung Ihres Stückes nicht beiwohnen durste. Da Sie mir den Inhalt vorhin erzählt haben, brenne ich eigent- lich daraus, das Stück auf der Bühne kennenzulernen. Außer- dem mltß die Rolle der Leonore ja geradezu brillant sein." „Ich darf wohl sagen, daß das Stück durchweg gute Rallen enthält, und was den Melchior Krafft anlangt, den Albert Reuß dargestellt hat...* „Nicht böf« sein, lieber Dichter— aber mich interessiert begreiflicherweise nur die Leonore! Dieses beklagenswerte, liebenswürdige Geschöpf, ganz in den bösen Bann des Wehr- wolfs geraten... Als Sie vorhin nur andeutungsweise davon gesprochen haben, habe ich diese Mädchengestalt lebendig vor mir gesehen. Und nun raten Sie bloß, durch wen verkörpert? Durch mich selbst, mein lieber Dichter! Denn wenn ich auch längst die ehrsame Frau des Rigaer Polizeipräfekten geworden bin, so lebe ich dennoch mit jedem Atemzug in der Erinnerung an jene Zeit, da ich noch der Bühne angehört habe. Sie können mir glauben, daß ich nur schweren Herzens der Stimme der Vernunft Gehör geschenkt und dem Theater Ade gesagt habe! Warum haben Sie Ihren„Wehrwolf" nicht damals schon geschrieben, als ich noch Albert Reuß' Partnerin gewesen bin?" „Ob er ihn jemals wieder spielen wird?" seufzte Garbis- lander sinnend versunken,„ob er überhaupt noch einmal auf- treten wird?" „Vor einer halben Stunde waren Sie noch voll Hoffnung, und jetzt finde ich Sie zu Tode betrübt? Wie reimt sich das?" „Stimmungsumschwung, gnädige Frau..." „Ganz umsonst haben Sie diese Reise nach Riga dennoch nicht unternommen!" „Bisher allerdings..- Die Ehre, Sie, gnädige Frau, kennengelernt zu haben, natürlich ausgenommen!" „Sie haben aus jeden Fall neue Eindrücke gewonnen, und nichts ist für den Schriftsteller notwendiger, als daß er seiner Umgebung entflieht. Ich bin überzeugt, daß manches entstehen wird, zu dem Sie in Riga den Keim empfangen haben. Ge- rade diese Häufung der absonderlichsten Ereignisse, deren un- freiwilliger Zeuge Sie geworden sind... Ich bin wahrhaftig neugierig, wie Sic die hier geholten Impressionen verwerten werden..." „Vorläufig denke ich noch gar nicht daran." 7/ „Nur Geduld." „Vorbedingung für das Schaffen ist die Ruhe des Ge- mütcs." „Die stellt sich später ein; automatisch, unbewußt, nicht wahr?" „Ungefähr." „Wenn der Keim an die Oberfläche drängt und sich ent- falten will... Schließlich arbeitet jeder Künstler nach der Natur..." „Er sollte es wenigstens tun..." „Der Schriftsteller am meisten... Die Menschen, die ihm tagsüber begegnen, die verwendet er hinterher, die fetzt er, nachdem er sie entspreckzend umgeformt hat. in die eigene, er- dichtete Welt hinein... So stelle ich mir's wenigstens vor." Da Garbislander vorerst keine Antwort gab, entstand eine kleine Pause. Diese Konversation zu führen, dachte er, bereitet mir gründliche Schwierigkeiten, da ich wahrhaftig nicht in der Verfassung bin, schöngeistige Eröffnungen aus der Werk- statt zum besten zu geben, die die Dame anscheinend von mir erwartet... Frau Tudolin. die den Ehrgeiz zu besitzen schien, den Dialog nicht ins Stocken geraten zu lasten, nahm einen kleinen Anlauf und gab sich jede erdenkliche Mühe, das Gespräch nicht zur Ruhe kommen zu lassen; sie war um einen Uebergang, wenn dieser vonnöten war, nicht allzu mühselig besorgt und sprang hierhin und dorthin, schwelgte erneut-entzückt in Bühnen- und Garderobeerinnerungen, prahlte mit den vielen vornehmen Bekanntschaften aus jener glücklichen Zeit, wußte von zahllosen Heiratsanträgen zu berichten, die die höchst» gestellten Persönlichkeiten ihr gemacht, von den mehr als glän- zendcn Kontrakten, die ihr vorgelegen, als sie es dennoch vor- gezogen hatte, der Welt des Scheins zu entsagen, um in die einer ftigendsamen Ehcftau zu treten. Anschließend schwärmte sie von den Autoren, die ihre erklärten Lieblinge waren, von denen auch, die ihrem Bekanntenkreis angehörten, sie pries die Zukunft der jungrussischen Literatur und rühmte die Fülle der Begabungen, die in diesem Lande unerkannt aufwuchs. Garbislander fühlte der Aufgeräumtheit und über» sprudelnden Lebhaftigkeit seiner Gastgeberin gegenüber seine Müdigkeit tiefer und tiefer werden; er weilte weit entfernt von Frau Tudolin und ihrer Unermüdlichkeit, war ebenso nur mehr ganz oberflächlich bei dem Gespräch, das sie entfesselt hatte, das er fern seinem Ohr vorbeiplätschern hörte, und das ihn gar nicht interessierte. Ein Unerklärliches peinigte, bedrückte ihn, so daß er w eine böse Stimmung geraten war, der er sich natürlich nicht hingeben durfte. Ihm war, als versäume er Allerwichtigstes. während er hier untätig verharrte, als gehe kostbarste Zeit unwiederbringlich verloren und mit ihr eine Chance, die nimmer wiederkehrte. Er vernahm Frau Tudolins angeregtes Geplauder, das er verwünschte, weil es den eigenen Gedanken- gang störte und die fortlaufende Kette der Assoziationen unter- brach, die er zu knüpfen liebte. Er sehnte sich fort von hier, und nur seine Wohlerzogenheit ließ ihn verweilen. Erdachte an Frau Hedwig, die sich in ihrem kahlen Hotelzimmer in Ungewißheit und Sehnsucht verzehrte, an den braven Dokwr Jordan, der ebensowenig in der Lage war, ihr Trost oder Hilfe zu bringen. (Fortsetzung folgt.).' Es geht schon wieder los. Die deutschvölkische Hehe gegen die Republik. Die Freyheit der Deutschnationalen und ihres deutschvölkischen Anhangs fennt feine Grenzen. Kaum ist das legte Opfer ihrer infamen Heze beigefeht, da beginnt die Hege gegen die Republik und ihre Anhänger schon wieder. Nicht nur, daß dumme Ingen Berzeihung! begeisterte Idealisten" für einige tausend Märker zu taufen provozierend die Mörderabzeichen: das Hakenkreuz und das schwarzweißrote Bändchen tragen, nein, schon prangen auch antisemitische Hebblätter wieder an den Wänden. In den westlichen Bororten, den Hochburgen der Anhänger des Mordgesindels, sieht man sie. Da sind auf blutroter Wolfe gemästete Juden als Götter dargestellt, wie sie Sozialisten, darunter den Reichspräsidenten, als ihre Marionetten an Fäden halten, während Frankreich als grinsende Marianne mit gefülltem Geldbeutel dabei steht. Dotunter liest man:" Michel, mach auf!" und einen gemeinen Schimpfvers. Selbst am Eingang zum Bahnhof Lichterfelde Weft prangt seit Sonnabend morgen solch ein Schandblatt, ohne daß es einer der Beamten für nötig hielte, es au entfernen. Fahrgäste, die zum Zuge eilen, zerschrapen es mühselig. Man sieht, der Mord an Rathenau ist der Mörder- Clique offenbar ganz gut bekommen. Solange Zentrum und Demokraten die Deutsche Volkspartei bitten, am Schutze der Republik mitzuarbeiten, so lange brauchen allerdings die Hezapostel keine Sorge zu haben. Und wenn Demokraten und Zentrum ihren Schwur am Grabe Rathenaus wieder vergessen, dann wird das Morden luftig weiter gehen! Die Stichflamme im Kino. Während einer Borstellung am Freitag, den 7. d. M., hatten sich in bem in der Meierei Bolle, Alt- Moabit, gelegenen Weltfino vermutlich die Bürsten des an der Dede befindlichen Bentilators in den Anker gefressen, so daß, währenddem der Film lief, unter großem Rnall eine Stich flamme herausschlug und der Ventilator stehen blieb. Die Folge davon mar, daß eine große Panit entstand und das Bublifum, hauptsächlich die Frauen, unter Entsetzensschreien ben rtans ängen zustrebten. In diesem wilden Gedränge tamen natürlich nur die wenigsten hinaus, und wäre tatsächlich eine ernste Gefahr vorhanden gewesen, fo wäre ein großes Unglüd nicht zu vermeiden gewesen. Vielen Besuchern sind dabei GegenStände abhanden gekommen resp. gestohlen worden. Erst nachdem das Licht wieder eingeschaltet wurde und die Masse sich beruhigt hatte, fonnte die Borstellung zu Ende geführt werden. Es ist in diesem Falle eine Katastrophe vermieden worden. Es fann aber dem Bublikum, zumal den Frauen, nicht oft genug ans Herz gelegt merben, im eigenen Intereffe bei folchen Vorfällen die Ruhe zu be wahren und das Theater nicht überstürzt zu verlassen. Nächtliche Jagd auf Telephoudrahtdiebe. In der vergangenen Nacht gegen 3 1hr meldete das Post amt Oberschönemelde der bortigen Polizeiftelle, daß in der Buhlheide Drahtdiebe an der Arbeit seien. Ein sofort dorthin entfandter Beamter bemerkte in der Nähe von Sadowa ein verdächtines Auto, in dem zwei Personen, ein Mann und eine Frau, faßen. Gleich banach tauchte noch ein Mann aus dem Balde auf, bestieg das Auto und rafte mit den beiden anderen Infassen davon. Beim Durchstreifen des Waldes bemerfte der Beamte noch zwei Personen, die auf feine Haltrufe eiligst davoneilten und im Gebüsch verschmanden. Unweit dieser Stelle fand der Beamte etwa 10 000 meter Telephondraht, der offenbar auf dem Auto wegtransportiert merden sollte. Die abgejagte Beute wurde auf dem Polizeirevier fichergestellt. Der Amateurdetektiv. Er wollte die Sache schmeißen"! Recht unangenehme Erfahrungen mit einem Menschen, der als fleißiger Rientopp". Besucher auf Grund der gesehenen Kriminal und Detektivfilme fich plöglich zu großen Detektivheldentaten berufen fühlte, hatte der Kaufmann Gadow gemacht, der sich gestern unter der Antlage der versuchten Berleitung zum meineide vor der Straffammer des Landgerichts II zu verantmorten hatte. Lebensmittelpreise der Woche. Zufuhr: Fleisch ausreichend, Geschäft flau. Fische ausreichend, Geschäft ziemlich lebhaft. Obst und Gemüse reichlich. Geschäft flott. In der Woche vom 2. bis 8. Juli galten in der Zentralmarkthalle folgende Kleinhandelspreise: Rindfleisch 55-70 M., ohne Knochen 70-75 M. Schweinefleisch 3. Kreis. Dienstag, ben 11. Juli, abends 7 UT, bei Schade, Rösliner Str. 9, Gigung der Zeitungstommissionsmitglieder. Heute, Sonntag, den 9. Juli: 1. Abt. Abends 7 Uhr bei Dietrich, Schulftr. 108, gemütliches Beifammenfein. Konzert, Gefang, Rezitationen usw. Sungfozialisten. Die„ Jungsozialistischen Blätter find bis auf weiteres bei dem Zentralbildungsausschuß, Lindenstr. 3, 2. Sof, 4 Treppen, abzuholen. Empfangsbescheinigungen müssen unter allen vtänden mitgebracht werden. Morgen, Montag, den 10. Juli: und Betriebsvertrauensleute. 70-85 M. Kalbfleisch 60-70 M. Hammelfleisch 65-70 M. Geräucherter Schinken 120-130 M. und Speck 112-120 M. Hirsch 60-65 M. Reh 4. bt. 714 Uhr erweiterte Vorstandssitung sämtlicher Funktionäre bet Lötschert, 70 M. Wildschwein 20-62 M Hühner 50-100 M. Gänse 70-75 M Neue Friedrid ftraße 108. Enten 58-60 M. Tauben 60-64 M. zwei Stück. Schellfisch 10-15 M. 8. Abt. 1½ Uhr bei Ridert, Steinmegstr. 36a, Gigung der Parteifunktionära Kabeljau 14-16 M. Flandern 15 M Rotzungen 12-25 M. In Eis: 9. 2bt. 7 Uhr Funktionärsigung bei Hübner, Bilenader Str. 84. Schleie 50 M. Hechte 35-50 M. Aale 55-70 M. Zander 40-70 M. 10. bt. 7% Uhr bei Trümper, Flensburger Str. 3, Fuutsionärigung. Lebende Barsche 35-70 M. Bleie 35 M Plötzen 25-38 M. Aale 60 12. bt. 7% Lhr unitionärsgung bei Ed midt ,, Bielefffir. 17. bis 80 M Hechte 70 M. Eier i M. das Stück. Naturbutter 85-90 M. 15. bt. 7 Uhr Sinilionatsitung bei Obligo, Gtralfundar Gir. 11 Weiße Bohnen 10-12 M. Linsen 18 M. Graupen 10-11 M. Eiernudeln Margarine 40-50 M. Erbsen 10-14 M. 16. 20 M. Reis 10-20 M. Kartoffeln( alte) 24-31 M. 10 Pfund. Kartoffeln ( neue, ausländische) 85-90 M. 10 Pfund. Blumenkohl 25-35 M. der Kopf. Kohlrabi 10-18 M. die Mandel. Spinat 10-12 M. Grüne Bohnen 15-20 M. Mohrrüben 6-12 M. das Bund. Schoten 10-14 M. Spargel 15-18 M. Gurken 10-15 M. Pfeiferlinge 25-35 M. Kirschen 6-12 M. Erdbeeren 18-30 M. Himbeeren 20-25 M. Stachelbeeren 10-15 M. Blaubeeren 10-12 M. Bananen 50-60 M. das Pfund. Schweineschmalz 68-70 M. Erhöhung des Kraftdroschkentarifs. 18. 19. 20. t. 7½ Uhr bei Krüger, Suffitenstr. 34, Sigung mtlicher Funktionäre Die Mitglieder uerben hiermit aufgefordert, an der am Montag, 8 Uhr, is Friedrichsfelde( Bentralfriedhof), stattfindenden Beendigung des Genossen Gimanowsky zahlreich teilzunehmen. bt. 7 Uhr Konferenz fämtlider Funktionäre bei Hochheim, Pantsir. 82. bt. 7½ Uhr bei Wiielsch, Chriftianiastraße, Borstandssung mit den Bo bt. 7% Uhr Sigung der Parteifunktionäre und Betriebsvertrauensleute bei girlsführern. Pose, Koloniefir. 15. 21. bt. 7½ Uhr Funktionärßigung bei Marzahn, Utrechter St.29. 23. bt. 7 Uhr Gigung der Bezirksführer und Betriebsve trauensleute bei Taube, Müllerstr. 62a. 27. Abt. 6 Uhr im bekannten Zimmer her Schule Sonnenburger Str. 20, Sigung aller Funktionäre. 31. Der Magistrat hat beschlossen, angesichts der steigenden Teuerung der Betriebsmittel ben Fahrpreis für die Kraftdrosch- 35. ten vom 25. bzw. 30fachen auf das 40fache des Friedens. preises, Tage 3. zu erhöhen. Gleichzeitig wird den eleftrischen Droschten aufgegeben, die Vollreifen zu gegebener Zeit durch Luftreifen zu ersetzen. Die Zeit des Infrafttretens wird vom Bolizeipräsidium bekanntgegeben werden. Die Erhöhung der Tage für die Pferdedroschken erfolgt noch nicht, vielmehr bleibt es hierbei bis auf weiteres bei dem 20fachen der Friedenstare. Gute Zeiten für Taschendiebe. Ein Deutsch- Amerikaner hatte gestern in Berlin auf dem Polnischen Konsulat zu tun. Mit vielen anderen wartete er, bis der Pförtner aufschloß. Jetzt stürmte alles hinein und ein Taschendieb benutzte das Gedränge, ihm aus der Jakettasche 500 Dollar zu stehlen Einem anderen Amerikaner wurden auf dem Hauptbahnhof in Hamburg ein Scheck über 222000 Mart und 40000 Mart Bargeld gestohlen. Er vermutet, daß der Dieb mit ihm im Zuge nach Berlin gefahren ist. Ein hiesiger Kaufmann büßte in einem Lotal am Schlesischen Bahn hof feine Brieftasche mit 10000 Mart ein. Die Bestohlenen leben für die Wiederherbeischaffung entsprechende Belohnungen aus: der Deutsch- Amerikaner 10 000 Mart, der Kaufmann 20 Proz. der wiederherbeizuschaffenden Summe. Mitteilungen nimmt die Dienstftelle BI 16 der Kriminalpolizei im Berliner Polizeipräsidium entgegen. Eine Umbenennung von Straßen mit monarchistischen Namen ist bereits vorgenommen worden. Die Königstraße trägt jetzt den Namen Rathenaustraße, bie Kaiser FriedrichStraße hat den Namen Bahnhofstraße befommen und der Königsplatz heißt in Zukunft Friedensplatz. Das ist ein ganz erfreulicher Anfang, nur ist dieser Anfang nicht aus Berlin zu melden, sondern aus der freundlichen Stadt Genthin im Bezirk Magdeburg, woselbst der Bürgermeister Struz die Umbenennung in die Wege geleitet hat. Wann wird Berlin folgen? Der Betriebsvertrauensleute und Elternbeiräte. beiräte bei Edonad, Samariter, Ede Rigcer Straße. fitate 3. 01 bt. 8 Uhr bei Goldschmidt, Stolpische Str. 36, Sigung der Bezirksführer, bt. 7 Uhr Gigung der Funktionäre, Betriebsvertrauenslaute und Eltern39. bt. 7½ Uhr Funktionärsigung in der Juristischen Sprechstunde, Linden. 41. Abt. 7 Uhr Funktionärsigung bei Schult, Mariendorfer Str. 5. 44. Abt. 7% Uhr Slottbuser User 39-40, Stantine, Sigung der Funktionäre, Betriebsvertrauensleute und Elternbeiräte. 46. bt. 72 Uhr Gigung des Abteilungsvorstandes, Bezirtstaffierez, Betriebs vertrauensleute und Elternbeiräte im Lofal Geisler, Claliger Str. 50. 48. Abt. 7½ Uhr bei Niespodziani, Brandenburgstr. 54, Funktionäronferenz. Charlottenburg. 57. bt. 7 Uhr Funktionärisung bei Grunert, Schlüter Straße 47.58. Abt. 7% Uhr bei Stein, Passauer Str. 35, Funttipaärfizung. 81. bt. Fricbenau. 8 Uhr Vorstandssigung bei Ulbrich, Sanbjernftt. 86. Die SPD.- Elternbeiratsmitglieder sind eingeladen. 86. st. Mariendorf. 7½ Uhr Lotal Niendorf, Chauffeeftr. 19, Funktionär fizung. Alle anderen Genossen treffen sich 6 Uhr spätestens im felben Lotal. 103. Abt. Ebers neweite. 8 Uhr im Konferenzzimmer der Rottmenor- Schule, Eingang Frischenstraße, Vorstands- und Funktionärßigung. 1. 7. 13. 33. Uebermorgen, Dienstag, den 11. Juli: Abt. 714 Uhr bei Spiegel, Aderstr. 1, Vorstandssigung mit den Bezirksicitern und Betriebsvertrauensleuten. Erscheinen Pflicht. bt. Urt Sigung der Bezirksführer und Betriebsvertrauensleute bei Otte b. Uhr in Röhlers Festsälen, Tiedstr. 24, Mitol.ebernetfammlung. Thema: Acs hat die Airde zu den Tegien Tagesereignissen zu fagen". Ref.: Pfarrer Frande. Schmidt, Stromstr. 40. Dienstag um 10 Uhr am Bahnhof Stralau- Rummelsburg. 38. bt. Alle Frauen, die sich an dem Ausflug beteiligen wollen, treffen sich bt. 7 Uhr bei Bauer, Große Frankfurter Straße 1, Gigung fämtlicher Funktionäre, Betriebsvertrauensleute und Elternbeiräte. bt. Zehlendorf. 7 Uhr im Kaiserhof, Boisdamer Straße, Mitgliederver fammlung. Thema: 3m Kampfe gegen die Reaktion". Ref.: Arthur Häußler. abt. Edöneberg. Frauenausflug mit Kindern nach Blankenfelde. Treff punkt 1½ Uhr Bahnhof Papeftcage. Fahrt bis Dahlewig. Für Nachzigler Blonfenfelde, Feft. Rike. Gäste willkommen, 74. 79. 85. bt. Tempelhof. 6 Uhr Borstandssigung bei Sanfen, Boruffteftr. 62. 114. Abt. Bid tenberg. 7% Uhr Mitgliederversammlung bei Rienäder, Reoljenet Straße 14. Jungfozieliften Gruppe Lichtenberg. Ruderpartie auf ber Spree. Treffpunkt 6½ Uhr Bahnhof Stralau- Rummeleburg. Bei ungünstigem Better Befudy der Sternwarte. Treffpunkt 6% Uhr Stralan- Rummelsburg. * Berliner Cancer! Dienstag, den 11. Sufi, 8 Uhr, auf dem MariannenInselstr. 2/5. Jugendveranstaltungen. Morgen, Montag, den 10. Jul: Verkauf von verbilligtem Schweinefleisch in Neukölln. Verlauf von verbilligtem Echweinefleisch wird nach einer Mitteilung des plak öffentlid es Gefangstonzert. Webungsstunde Freitag von 8-10 Uhr Schule Wohlfahrtsamts Neukölln am Montag, den 10. Juli 1922, bon 8 Uhr vor: mittags bis 2 Ubr rachmittags und von 4-7 Uhr abends, in der Berkaufsstelle der Neutölner Großhandelsgesellschaft, Bergftr. 21, fortgeickt. Bezugicheine werden nur an folgende Personengruppen abcegeben: lofenunterstügung, an Empfänger von Sozialrenten und an solche Minder an Empanger laufender Aimerunterfügung, an Empfänger ban Erwerbs. bemittelte, die ihre Bedürftigkeit durch eine Bescheinigung des für ibre Wohnung zuständigen Bezicisvorstehers nachweisen. Kriegsbeschädigte und Stiegsbinter bliebene tönnen, worauf ausdrüdlich hingewiesen wird, diefes Mal bei dem Fleischverlauf nicht beiüdüchtigt werden. Die Ausgabe der Bezugscheine erfolgt gleichfalls am Montag, den 10. Juli 1922, von 8 1hr vormittags bis 2 Uhr nachmittags in den Räumen der früheren Vollstüche Stannerstr. 46 in Neukölln. Von 2 Uhr bis 4 Uhr nachmittags findet lein Fleischverkauf statt. Volksmusit. Bir weiteren Verbreitung der Volksmufit veranstaltet der Bandonion- Verein Dur und Moll" Bertin Tempelhof am Dienstag, den 11. Juli, abends 7, Uhr, ein öffentliches Stonzert auf dem Rathausplay in Mariendorf. Montag früh erscheint angesichts der gespannten politischen Cage und zur Orientierung über den Stand des Buchdruderftreits eine Morgenausgabe des„ Vorwärts". Sie wird im Straßenhandel zu haben sein. Der Grubenbrand bei Senftenberg. Cire Mädchenfonferenz findet abends 7 Uhr im Jugenbheim, Bindenftr. 8, 2. Sof 8 rp., statt. Fortrag: Soziale Sygiene". Ref.: Genoffin Wegscheiber. Berfchiedenes. Alle Abteilungen müssen vertreten fein. Distuffionsabend: Hermsdorf. Jugendheim Gemeindeschule Roonftraße. Stralauet Biertel. Jugendheim Was ist und was will der Sozialismus?" Reichenberger Biertet. Gemeindeschule Naglerstr. 3. Bortrag: Offritismus". Jugendheim Gemeindeschule Glogauer Straße 12/16. Mitgliederversammlung. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Arbeiter- Abstinenten- Bunb, Ortsgruppe Groß- Berlin! Ausflug nach bem Faltenhagener See. Treffpunkt vor dem Sauptbahnhof Spandau, morgens 7 Uhr. Reichsbund der Kriegsbefch äbigten, Ariegsteilnehmer und Kriegerhinterbliebenen, Lichtenberg, Bezirk 81. Mitgliederversammlung am Dienstag, ben 11. Juli, im Cecilien- Erzeum, Rathausfir. 8, abends 7% Uhr. Sages. ordnung: Referat über Reichsmietengefeg. Crisperein Steglik, Gonntag, nachm. 4 Uhr, im Logenrestaurant, Albrechtstraße. Sommerfest. Mitwirkende: Männergefangverein Friedenau Steglia( M.d.DAGB.), Frete Turnerschaft Gteglig. Gäfte wiltommen, Bezirk Norden 14. Montag, den 10. Juli, in Büttner's Festilen, Schmedter Straße 23-24, Mitgliederversammlung. Zahlreiches Erscheinen er wünscht. Mieterverband Treptow- Baumschul- nweg. Funktionär Bersammlung Mon Sport. Der Angeklagte rar in einem neben feinem Chefcheidungsprozeß schwebenden Alimentationsprozeß als angeblicher Vater eines unehelich geborenen Kindes in Anspruch genommen worden und hatte, ba er fich wirklich unschuldig fühlte, in einer hicfigen Zeitung ein Inferat erlassen, durch welches er einen in Alimentationssachen erfahrenen" Detettio fuchte. Es meldete sich ein gewisser Nach Meldungen, die bei der Leitung der Berliner Feuerwehr Rostowifi, der neben feiner Tätigkeit als Reisender Detektiv- eingetroffen sind, ist der zur Bekämpfung des Brandes auf der Ilfe- tag, den 10. Juli, abends 8 Uhr, Lokal Banse, Krüllstraße 1. talente in fich spürte und sich anbot, die Sache zu schmeißen". Grube nach Senftenberg entfandte Berliner Löschzug, beWie der Angeklagte vor Gericht behauptete, habe sich K. sogar stehend aus Motorsprize und Schlauchwagen, feit Sonnabendmittag angeboten, vor Gericht zu erflären, daß er die eigentliche Ursache 1 Uhr an der Brandstelle tätig. Das Feuer, das vor einigen des bewußten füßen Geheimnisses" sei. Als G. später nicht mit Tagen durch Selbstentzündung von Braunkohlen. den Schmalzstullen herüber fam", d. h. nicht zahlte, versuchte ft aub auf dem Tagebau der Grube Marie III der BraunkohlenInternationale Breis- Ringkämpfe im Biftorie- Garten, Bilmersbort, i Rostoriti, nach Behauptung des Angeklagten, von ihm 800 Mart gesellschaft Ilfe zum Ausbruch gekommen ist, hat dadurch eine außerhelmsau 115. In dem schönen Naturgarten beginnen am 10. b. Mis. große zu erlangen. Als G. ablehnte, erstattete Koslowski Strafanzeige ordentlich große Ausdehnung erfahren, daß ein einsehender Wirbel- Breis- Rinatämpfe, au welchen namhafte Ringergrößen wie Rigler- Württemberg, mit der Behauptung, daß G den Verfuch unternommen habe, ihn ft urm die glimmenden Teile des an und für sich ungefährlichen Ent- Altmann- Berlin, Koch- Elsaß- Lothringen, Negerhampton William ThompsonAmerika, Juchem- Holland, Wilde- Sibirien, Gebhardt- Neukölln und Czarudin zu verleiten, unter Eid auszusagen, daß er in der in Frage kommen zündungsherbes angefacht und auf andere Gruben übertragen hat. Rukland ihre Teilnahme zugefaat haben. Für jeben Rampf find Brämien ben„ Maienzeit" in näheren Beziehungen zu der Kindesmutter ge- Nach Eintreffen der Berliner Wehr, die Berlin in den ersten Morgen- ausgefekt, movon der Sieger 60 Proz. und der Besiegte 40 Bros. erhält. Bei ftanden habe. In der jezigen Verhandlung wurde der Beuge K. Stunden des Sonnabends verlassen hatte, wurde der bis dahin an der der vorzüglichen Befehung können wir mit spannenden Rämpfen auf der Matte rechnen. Bor den Ringkämpfen wird ein gutes Ronzertprogramm für die in feinen Aussagen so schwankend, daß Rechtsanwalt Dr. Puppe Brandstelle arbeitende Dresdener Löschzug abgelöst. Die Lösch- unterhaltung der Besucher sorgen. unter Hinweis barauf, daß auf die Aussage eines derartigen Zeugen arbeiten gestalten sich äußerst schwierig, da die nächsten Wafferentüberhaupt nichts zu geben sei. Die Freisprechung auf Kosten nahmestellen 700-800 Meter von den brennenden Gruben entder Staatstaffe beantragte, auf welche das Gericht dann auch fernt find. erkannte. Auf der Straße erstochen. Der 74 Jahre alte Gastwirt Robert Hentschel wurde vor feinem Lotal, Wiener Straße 58, von dem 24 Jahre alten Kaufmann Willi Spremberg aus der Wrangelstr. 54 mit einem Messer angegriffen und durch einen Stich in die linke Brustseite fhmer verlegt. Man trua den alten Mann in feine Wohnung, wo ihm ein Arzt die ersten Berbände anlegte. Im Berlaufe des gestrigen Tages verschlimmerte sich der Zustand des Greises derart, baß alle Hoffnung auf Rettung aufgegeben werden mußte. Bercits gestern abend erlag er ber schweren Berlegung. Der Täter ist festgenommen worden. Ungewöhnlicher Berufsunfall. In der bergangenen Nacht erlitt der Chauffeur Semrau einen entfeßlichen Unglücksfall. Als er sich vor dem Haufe Nur fürstendamm 9 an seinem Motor zu schaffen machte, sprigte ihm plöglich Säure in beide Augen, so daß er nicht mehr zu feben bermote. Man brachte ihn nach der nahen Rettungsstelle am Zoo, wo der Arzt Erblindung beider Augen feftftellte und seine Ueberführung nach der Augenklinik in der Biegelstraße beranlagte. Ein schwerer Zusammenstoß ereignete sich in der Siegesalfee. Dort stießen zwei Graftwagen mit solcher Gewalt zusammen, daß einer von ihnen vollständig zertrümmert wurde. Der Führer dieses Wagens, Augufta e dice aus der Bleibtreuftr. 4 in Charlottenburg, trug jo fchwere Ropfperlegungen davon, daß er fchleunigst nach ber Rettungsstelle in der Eichhorn straße geschafft werden mußte. Eine Dame fam mit leichteren Ber legungen banon. Groß- Berliner Parteinachrichten. Allen Funktionären und den Delegierten zum Bezirtstag feilen wir mit, daß die heute fälligen SPD- Mittellungen", die auch den Bericht an den Bezirtstag enthalten, infolge des Buchdruckerstreiks nicht fertiggestellt worden sind. Der Jahresbericht fann erit einige Tage nach Beendigung des Streits zur Ausgabe gelangen. 9. Das Bezirkssekretariat. Kreis. Wilmersdorf. Sonntag, den 9. Juli, gemeinsamer Ausflug nach Michent dorf. Banner und Fahnen mitbringen. Treffpunkt Charlottenburg, Fera bahnsteig, zum Borortzug um 11,42 Uhr. Dienstag, den 11. Juli, 7% Uhr pünktlich, Cigung des erweiterten Bildungsausschusses in der Wohnung des Obmannes, Augustaftr. 6. 4. Streis. Prenzlauer Berg. Montag, ben 10. Juli, 7 Uhr, bei Burg, Prenzlauer Allee 189, wichtige Besprechung der Funktionärinnen. Dienstag pünktlich 6 Uhr erweiterte Vorstandsfizung bei Burg, Prenzlauer Allee 189. Diens tag, 11 Suli, 2-6 Uhr, Rinderferienspiele. Spielplag an der Einsamen Bappel, Echönhauser Quee. Die Rinder der Genoffen beteiligen fich daran. Kreis. Montag abend 6 Uhr in Tempelhof, Gymnasium, Germaniaftr. 6. BeSpielleiter und Helfer der SPD. vollzählig erscheinen. 8. zirksversammlung. 9. Streis. Montag abend 7½ Uhr Kreisbelegierten und Funktionärverfamm Tung im Stadtpart, Raiser- Allee 51/52, bei Rohr. Der erweiterte Kreisvor stand trifft sich eine halbe Stunde vorher. 10. Reis. Arbeitereltern! Echickt am Montag, den 10. Juli, 6 Uhr, eure Kinder au den Ferienspielen. Treffpunkt 6 Uhr an der Oberrealschule. Streis. Edöneberg- Friedenen. Die Beerdigung unseres verunglückten Genoffen Fris Sauffe erfolgt Montag, den 10. Juli, nachmittags 3% Uhr, auf dem Friedhofe Blante Hölle". Die Abteilungen werden gebeten, sich mit ihren Bennern zu beteiligen. 21 11. 18. 13. reis. Weißenfee. Montag, ben 10. Juli, 8 Uhr, Areisfunktionärversamm. Jung im Rathaus. Sikungszimmer 21. Areis. Tempelhof- Warienbort. Montag, den 10. Juli, 6 Uhr, Bezittsver. fammlung in Tempelhof, Cermaniaftraße. 14. 2. Kreis. Stergarten. Tagesausflüge in der Ferienzeit für schulpflich reis. Reutölln- Brig. Montag, den 10. Jult, 7 Uhr, Areisvertreterversammlung in ber Aula bes Realgymnasiums, Raifer- Friedrich- Str. 210. Die gegenwärtige politische Lage". Ref. Kurt Heinig. tige Rinder jeden Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag. Treffpunt früh 8½ Uhr im Kleinen Tiergarten, Jägerdenkmal. Then und Getränke mitbringen. Arbeitersport. Sollen die Landstraßen den Autos ausgeliefert bleiben? Wie der Arbeiter Radfahrer" in seiner neuesten Nummer mitteilt, baben bie SPD: Abgeordneten Sollmann( Köln) und Schred( Bielefeld) eine mit den Ländern bereit ist, ein Berbot des Lurus- Autofahrens an Sonn Anfrage im Reichstag eingebracht, ob die Reichsregierung im Einvernehmen und Feiertagen außerhalb der Städte herbeizuführen. Die fürchte: liche Berpeitung der Landstraßen durch die Staub- und Benzinwolfen der Automobile und die fortgesette Gefährdung der Menschen, besonders der Nadjahrer, ist nicht mehr zu ertragen. Nach einer Anjage, die ein Barteig noise an das Preußische Ministerium für yandel und Gewerbe in worden ist, scheint sich dort tein„ Dezernat" gejunden zu haben, das dafür einer ähnlichen Angelegenheit gerichtet hat und die einfach nicht beantwortet zuständig ist. Geschäftliche Mitteilungen. Die Damen- Mäntel- Fabrit M. Mosezyk, Berlin C., Landsberger Straße 59, beginnt ihren diesjährigen großen Saison- Ausverkauf. Wir verweisen auf die heutige Anzeige. M. 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Oberschlesiens die deutsche Wirtschaft in einer äußerst kritischen Lage Bon zuständiger Stelle wird dazu mitgeteilt: Es kann sich bei den Koblenlieferungen auf keinen Fall um deutsche Kohle handeln, da der Reichskohlenkommissar für diese die Ausfuhrgenehmigung nicht erteilen würde. Es ist möglich, daß es sich um fremde Kohle, pielleicht um solche aus dem jetzt polnischen Teile Oberschlesiens handle. trifft. Mit Oberschlesien gehen Deutschland 20 Broz. seiner Gesamtsteinkohlenförderung und 77 Proz. der oberschlesischen Förde rung verloren. Für das Jahr ergibt das eine Menge von 33 726 000 Tonnen, das sind monatlich 2 450 000 Tonnen, wenn man den Verbrauch der Industrie, des Hausbrandes, der Eisenbahn usw. im abgetretenen Teil mit 350 000 Tonnen veranschlagt. Mit dem augenblicklichen Förderverlust von 35 000 Tonnen arbeitstäglich beläuft sich der monatliche Ausfall in der deutschen Kohlen wurden mit Rücksicht auf den Valutasturz von den Fabrikanten um Preissteigerungen am Fettmacft. Die Margarinepreise wirtschaft sodann auf 3 325 000 Tonnen, der somit erheblich 6 M. pro Pfund heraufgesetzt und stellen sich jetzt im Großhandel auf größer ist, als das gesamte Programm der Reparationskommission. 51 bis CO m. pro Pfund je nach Qualität. Auch amerikanisches Die Reparationsfommission wird naturgemäß diesen veränderten Schmalz geht start in die Höhe. So wurden im Großhandel bei Berhältnissen Rechnung tragen müssen. geringen Umfägen 75 bis 78 M. für das Pfund Schmalz billigster Sorte gezahlt. Brasch war ein Dukendstudent, frech, weingeistig. sonst weniger geiſtvoll, aber prahlerisch. Er nipple an den Dingen des Daseins, redete aber tiefgründig scheinend über sie mit dem Brustton der Ueberzeugung. Da die meisten Menschen von den eigenen engbegrenzten Berufsinteressen erfüllt waren und von all den Sachen, über die Brasch sprach, teine Ahnung haben fonnten, hielt es nicht schwer, Brasch zu einem der flügsten jungen Geister der Stadt zu stempeln, wie es auch seine Freunde taten, obgleich mancher ahnte, daß bei Brasch nicht alles gediegenes Wissen und Können war. Aber wehe! hätte einer gewagt, ihm das auch nur mit Milde abzu streiten, Brasch hätte ihm seine Bauernfaust gezeigt, denn er war überdies knorrig, stiernodig und daher gewalttätig. So erlangte er auch eines Tages von seinem Freund, einem Redakteur bei einem politische Opposition mit unlauteren Mitteln treibenden Blatt, daß in dieser Zeitung, die es mit der Wahrheit Das äußerst mögliche Maß für die Form, in welcher dies nicht allzu genau nahm, stand: Alfons Brasch, ein Sohn unserer geschehen kann, wäre nach Auffassung der Reichsregierung die KürStadt, hat ein Drama„ Der Echeinheilige" geschrieben, das der erste zung des letzten Lieferprogramms von 1,916 Millionen Tonnen um Theaterdirektor unserer Reichshauptstadt( die Geschichte spielt in 20 Broz. für den Ausfall Oberschlesiens und um 10 Proz. für den cinem cstelbischen Provinznest) focben zur Uraufführung an Rückgang der Förderung besonders an der Ruhr. Diese 30 Broz. nahm. Der Bauerrjurge hatte damit erreicht, daß wenigstens einige ergeben einen Abzug von zirka 575 000 Tonnen oder eine Bros Looe lang die Gesellschaft der Stadt, in die er als Dorfbube bar- grammenge von 1.340 Millionen Tonnen. Der Umstand, daß die fühig d'e lepfelförbe seiner durch schlauen Obsthandel reichgemors Reparationsfommission sich daran gewöhnt hat, sich zuerst mit den denen Mutter getragen hatte, über fein Stück„ Der Scheinheilige" besten Kohlenforten einzudecken, zwingt außerdem zur Beantragung redete. Er erreichte dadurch, daß einige snobistische Fakten ihren eines anderen Sortenprogramms, durch welches die deutschen BeDichter gefunden zu haben glaubten; man frante unterwürfig an, dürfnisse besser geschüßt werden. Hier muz besonders auf eine ob der becabte Dramatiker geneigt wäre, den Borsiz in einer lite- Ermäßigung der Kotsmengen bestanden werden, sowie rarischen Bereinigung zu übernehmen, der Bauernjunge rieb sich auf Seranziehung der Braunkohlenbriketts. Lch die breiten Hände, grinste über das fettglänzende Gesicht und machte teres Brennmaterial fand in den letzten Programmen eine immer mit innerlichem Hochgenuß des seinem Ziel sich immer mehr nähern- geringere Berücksichtigung, so daß zurzeit praktisch nur zirka 30 000 den Emporfömmlings die Gründung mit. Er hielt eine bombaitische bis 40 000 Tonnen geliefert werden. Diefes Quantum entspricht Rede, warf dem zur Gründungsversammlung erschienenen Bubli- nicht im entferntesten einer gerechten Berteilung der Laften auf die fum Grobheiten ins Gesicht, dessen Lauheit verdammend, aber verschiedenen Sorten und Reviere. Braschs Ruhm war so dicht um ihn versammelt, daß keiner mehr gegen seine andachtsvoll erlaufchten Worte anzuftürmen wagte. Ain nächsten Tage brachten, die Zeitungen Lobhymnen auf die durch rüttelnde, herzerquidende Ansprache des jungen, hoffnungsvollen Dichters. Cogar einige auswärtige Blätter nahmen davon Notiz, und schließlich stand ein längerer Artikel von unbekannter Feder in einer großen Zeitung der Reichshauptstadt; hier war allerdings merfwürdigerweise nichts von der Aufführung des Dramos erwähnt. Den Artikel hatte Brasch selbst geschrieben. Indessen gründete man fleißig weiter um Braschs„ Ruhm" herum. Vom Drama bekam man zwar weder etwas zu sehen noch au hören. Brasch aber wurde dafür Leiter einer Zeitschrift, die ein literaturintereffierter Millionär für ihn gründete; Brasch schrieb darin bauernfrech seine Artikel und Kritiken, warf gelegen lich ein mal dazwischen, es wäre eigentlich eine Schande, daß die hiesigen Theaterdirefioren sich um fein Stück nicht gefümmert hätten. Der eine der Direktoren reiste voller Gewissensbisse und angetrieben vom künstlerischen Beirat der Stadt am nächsten Tage in die Reichshauptstadt, die Uraufführung dem Reichstheaterdirektor abzukaufen. Dieser aber hatte keine 2ihnung. Der Provinzialtheaterdirektor fehrte wutschnaubend zurüd. Inzwischen hatte aber Brasch bereits von der Reise gehört und kurzerhand in seiner vielgclefenen Zeitschrift erflärt: Das Stück würde er dem hiesigen Theater überlassen. Der Direftor wußte nicht mehr ein noch aus. Er wußte nur dies: die Stadt wartete auf das Stück- doch es war ja Schwindel man Rasende Teuerung in Wien. In der kommenden Woche erhöht sich in Wien der Preis für einen Laib Brot von 13 000 auf 16000 Kronen. Gegenüber dem Bormenat beträgt die Steigerung der Inderziffer für die Lebenshaltung bereits heute wiederum mehr als 20 Brez. Schlenmangel in Deutschland- Kohlenüberfluß in der Tschechoslowakei. Mit der Balutaverschlechterung scheidet Deutschland, das jegt unter verschärftem Kohlenmangel leidet, auch als Bezieher tschechischer Kohle mehr und mehr aus. Die Tschechoslowakei hingegen hat Kohlenüberfluß. Die mährisch- oftrauischen Gesellschaften haben beim Prager Bergamt um die Einschränkung der Rohlenförderung bis Ende des Jahres auf 3 Tage in der Woche nachgesucht. Als Grund dafür wird die Stockung im Kohlenhandel und die Arhäufung großer Borräte angegeben, die durch Selbstentzündung zugrunde gehen. Abflauen der amerikanischen Wirtschaftstrife. Das Handels= Aus der Notwendigkeit der Einfuhr ausländischer Kohle überhaupt wird am besten die Unhaltbarkeit der deutschen Kohlenlage departement der Vereinigten Staaten veröffentlicht einen Bericht, erwiesen. Es sind im Monat Juni d. I. rund 1,2 millionen aus dem hervorgeht, daß von 42 Industriezweigen 38 während des Monats März eine Produktionserhöhung aufzuweisen Tonnen fremder Kohle eingeführt worden gegenüber einer heben. Man zählte im Monat Juni in den Bereinigten Staaten Menge von zirka 750 000 Tonnen monatlich im Frieden. 1056 Konfurie, d. h. 6,7 Pro3. meniger als im Mai und 40 Proz. wenn auch in einigen wenigen Sorten eine Preisangleichung weniger als im Januar. zwischen englischer und deutscher Kohle in allerlegter Zeit eingetreten ist, so ist doch das Einfuhrgeschäft in der Hauptsache abhängig und wird entscheidend beeinflußt durch die Gestaltung der Valuta. Wenn trotz des ungeheuren hieraus entspringenden Risikos sich die deutsche Eisenbahn und die deutsche Industrie mit englischer Kohle eindecken, so ist hieraus ganz besonders die Kohlennet zu erkennen. Bei dem Transport ergeben sich hierdurch widerfinnige Zustände, wie z. B. die Lieferung von deutscher Kohle auf Reparationskonto nach Rot terdam und die Hereinnahme von englischer Kohle derselben Sorte auf denselben Kähnen für die rheinisch- westfälische Industrie und den übrigen deutschen Verbrauch. Die Ankäufe der Petersburger Wirtschaftskommission. Die vom Petersburger Wirtschaftsrat nach Deutschland entwitsch ist nach Petersburg zurückgekehrt. würde aber dem berühmten Brasch mehr glauben-, furz und gut, fandte Wirtschaftskommission unter Führung von G. 3ypero er bat Brasch um das Manuskript des Dramas. Drama? Ja, ich habe doch gar feins gefahrieben... Das enfeignete ausländische Kapital in Ruhland. Nach Berechnungen des Petersburger Instituts für wirtschaftliche Forschungen beläuft sich die Gesamtfumme des zu Beginn des Jahres 1917 in Rußland investierten ausländischen Kapitals auf 2242,9 Millionen Goldrubel. Davon maren 1986,7 Millionen Aktienkapital und 256,2 Millionen Obligationsfanital. Nach der Nationalität entfielen davon auf Frankreich 32,6 Proz., auf England 22,6 Broz., auf Deutschland 19,7 Broz, auf Belgien 14,3 Broz, auf Amerika 5.2 Broz, auf Holland 1,6 Broz, auf die Schweiz 1,5 Broz., auf Schweden 1,1 Broz, auf Denemark 0.7 Broz, auf Desterreich 0,4 Broz., auf Italien 0,1 Broz. usw. Es ergibt sich daraus, daß das franzöfifch- belgische Kavital faft die Hälfte des gesamten in Rußfond investierten ausländischen Rapitals ausmachte. Der Anteil der einzelnen Staaten an den tatsächlich enteigneten Kapitalien verschiebt fich insofern, als Deutschland und Desterreich sowie die neutralen Staaten einen größeren Teil ihres Kapitals als die Ententeländer in den von Rußland abgetrennten Gebieten investiert hatten; der Anteil der Entente an den enteigneten Rapitalien beträgt daher, nach den genannten Berechnungen, 78,7 Broz., der von Deutschland und Desterreich 16,1 Broz., der von den neutralen Ländern 5.2 roz. Die Aufstellung läßt die im Auslande placierten ruffischen Anleihen und die vorhältnismäßig geringen in Landgütern und Villen investierten Rapitalien unberüdsichtigt. Wie die" Dena" erfährt, hat die Kommission während ihres Aufenthaltes in Deutschland den Eindrud gewonnen, daß Deutschland bereits beginne, fein nationales Vermögen aufzuAm nächsten Morgen fand es in allen Blättern der Stadt, am zehren. 3war gefchche das sehr ökonomisch und vollkommen Abend in allen Blättern der Provinz, am folgenden Morgen in allen Blättern des Reiches:„ Ein gelungener Studentenstreich"," Dra- organisatorisch, doch habe dieser Aufzehrungsprozeß bereits be matiker und doch fein Dramatifer". Ruhm aus dem Nichts"," Die gonnen. Die Kommission ist weiter der Ansicht, daß nicht zuletzt blamierte Provinz"," Die leichtgläubigen X- Städter"," Der Held dieser Aufzehrungsprozeß dazu geführt hat, die Anbahnung direkter Wirtschaftsbeziehungen mit Sowjetrußland zu beschleunigen und vor allem die industriellen Kreise von der Notwendigkeit des Abschlusses tühler bei ausstischenden, vorherrschend westlichen Winden. Don Lieferungsverträgen zu überzeugen. In Kürze erwartet die Kommission die Anfunft prominenter Persönlichkeiten der deutschen Industrie in Petersburg zur Beendigung der in Berlin begonnenen Verhandlungen. bes Tages". Brasch war berühmter denn je. Und blieb berühmt. Nun erst schrieb er sein Drama. Schon nach Beendigung eines Aftes ließ er in alien Zeitungen ausrosaunen, daß er nun wirklich an einem Drama schriebe. Dreißig Bühnen boten sich zur Uraufführung an. Als es fertig war, hatte Brasch eine halbe Million Bestechungsgelder in der Tasche dafür, daß er zuerst sein Drama dieser und jener Bühne cab. Die ersten Aufführungen waren tagelang vorher ausverkauft. Es gab zerquetschte Tote an den Theatertartenfchaltern. Das Drama taugte nichts. Die Kritifer schrien: Mist!! Die Mengen aber strömten allabendlich in die Theater, Brasch ward zum ge feierten Autor der Lage. Er konnte fich eine Billa kaufen, blieb zeitlebens der berühmte Brasch, dachte gar nicht mehr ans Dramenschreiben, erhielt Ehrenämter und Titel und Orden, und lebte wie fein zweiter zufrieden, frech und fröhlich. Wirtschaft Die Rommiffion hat während ihres Aufenthaltes in Deutschland Käufe und Lieferungen großen limfangs abgeschlossen. Es wurden u. a. angeblich 600 000 Bud Steinkohle und Kots angekauft. Mit befristeter Lieferungsfrist sollen in nächster Beit in Petersburg 3 Millionen Bud Kohle eintreffen, die für den Maschinentrust bestimmt sind. Außerdem hat die Kommission große Anfäufe im Auftrage des Tegtiltrustes getätigt und Lieferungsverträge über Dampfturbinen, Webstühle und Maschinenteile abgeschlossen. Weiterhin wurden Waren und Maschinen im Auftrage des Ledertrustes, des Tabaftruftes und des Maschinenirustes angekauft. Alle von der Kommission abgeschlossenen Kauf- und Lieferungsverträge müssen bis zum 15. August d. J. ausgeführt sein. Die Kommission hat während ihres Aufenthalts in Deutschland die Verhandlungen mit deutschen Wirtschaftskreisen und der deutschen Die deutsche Denkschrift über die Kohlenlage. Bekanntlich ist von deutscher Seite eine Denkschrift über Schwerindustrie auf der Grundlage geführt, daß deutsche Firmen und wirtschaftliche Bereinigungen fich verpflichten, Rußland mit Madie Kohleniage ausgearbeitet und der Reparationsfomschinen und Werkzeugen zu versorgen, während Rußland sich vermission durch Vermittlung des Garantiefomitees zugeleitet wor- pflichtet, nach Deutschland Rohstoffe aller Art einzuführen, die den. In dieser Denkschrift wird cingehend begründet, warum die aber gegenüber den deutschen Wirtschaftskonzernen nicht als EntC C G G C Wetter bis Mentag mittag. Zunächst sehr warm und überwiegend betöltt mit oitwärts fortschreitenden Gewittern, später besonders im Westen ( Schluß des redaktionellen Teils.) Kaufe Deinen Trauring d.rekt in der Fabrik H. Schneider& Sohn Brunnenstraße 41 ähne 20 u. 25 M. mit Friedenskautschuk 3 Jahre schriftl. Garantie. Zahnziehen mit Betäubung bei Bestellung von Gebissen gratis. Kronen v. 53 M. an. Spez.: Zähne ohne Gaumen. Keine Luxuspreise. ahn- Praxis Matvani, Danziger Straße 1. Jut passende Kinderstiefel! C G Für die Ferien! Kinder- Hausschuhe aus prima Stoff, mit Kordelsohle, in schönen frischen Farben. preiswert. Grösse 31-35 54,00. 27-30 4800 Kinder Schnürstiefel schwarz, echt Chevreau, sehr bequeme Kinder Schnürschuhe 19 in braun, schwarz und weiss Segeltuch, mit angegossene: Gummisobie. Spott53 00 billiges Angebot. 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Lebensjahres mein innigftgeliebter Mann, unfer treuforgender, guter Vater, Schwager und Dntel Otto Berlowitz Berlin- Schöneberg, den 8. Juli 1922. Hauptstraße 107. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Else Berlowitz, geb. Rarminsti. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 11. Juli, nachmittags 2 Uhr von der Neuen Halle, BerlinBeißensee, aus ftatt. SPD. 89. Abteilung 18, Bezirk Am 7. Juli per starb unsere Genoff n, Frau Beria Schade Reutözn, Raiser. Friedrich Sir. 9. D. Beerdigung findet am 11.Juli, nachm 2 Uhr vom Neuköllner Ge meinde- Friedhof. Mariend. Weg, aus statt. Um rege Betei ligung wird gebeten. Der Borstand. Bezirks- Verb. Berlin 97. Abt. Schöneberg. Beim Baden er trant unser jun ger Genosse Fritz Hauffe. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung erfolgt Montag 31 Uhr auf dem Friedhofe Blante Hölle. Zahlreiche Beteiligung er. 4/13 martet Der Abteilungsvorstand. Am 7 Juli ver Schieb an Bingen. entzündug.meine liebe Frau, unsere gute Blutter Beria Schade. Beilegung am Dienstag, D 11.7 nachm 2 Uhr, auf d Gemeindefried. hof Mariendorfer Beg. 1707b Die Hinterbliebenen PROHNA U. 1733b Berlin nur Chausseestraße 29-30 Der unterzeichnete Berband übernimmt hiermit die Pflicht, allen Jn. teressenten und Freunden die trau Juli rige Rachricht von dem am 5. Buti 1922 erfolgten Ableben unseres Herrn Eugen Simanowski zu fibermitteln. Als Mitbegründer und Borsigenber der früheren 8entraltommiffion ber Krantenfaffen Berlins und der Bororte hatte er sich weit über die Grenzen feines Wirtungsfreifes einen flangvollen Namen gemacht Drit der Eirichtung und geschäftlichen Leitung unserer Anstalt in der Alleganderstr. 39 40 hat er den Krantentassen und der leibenden Menschheit unschägbare Dienste geleistet. Alle diejenigen, welche den Borzug hatten, mit dem Berstorbenen au jammen zu arbeiten, werden mit uns nicht nur den tüchtigen Kranten faffen- Fachmann, fondern auch den ehrlichen, biederen Menschen betrauern, dessen ganzes Leben ausgefüllt war von der Arbeit für die Fartentwicklung der Sozialversicher rung. Er hat Kulturarbeit im wahren Sinne des Bortes ge.eiftet. Chre seinem Andenkey! Die Beerdigung findet am Mon tag, den 10. Juli 1922, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Städtischen Friedhofes in Friedrichsfelde ftatt. Wir bitten, daiür Gorge zu tragen, daß sich die Beteiligung an der Beerdigungsfeier zu einer würdigen Ehrung des Berstorbenen gestaltet. Lorstand und Geschäftsleitung des Berbandes d. Krautentassen Berlins, Aleganderstraße 39-40. Versteigere am Montag, den 10. 7. 22, nachm. 2 Uhr freiw. in Schöneberg. Rnfitemeritr. 5, wegen Berzug die gesamte einrichtung einer 3weizimmerwohnung: Schlafzimmer. Bu fett, Schreibtisch, Klubfeffel, Ausziehtisch. Chaiselongue m. 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Juni 1922 ift die Höchftverdienstgrenze für die im $ 165 jag 1 Riffer 2 bis 5 Bezeichneten auf 72000 Mart erhöht worden. Durch Beschluß des Vorstandes vom 27. Juni 1922 wird der Grundlahn bis auf 90,- Mark erhöht. Zu den vorhandenen 10 Bohnstufen werben brei neue hinzugefügt. Im übrigen wird auf das allen Arbeitgebern au gegangene Rundschreiben verwiefen Die Bestimmung tritt mit dem 1 Juli 1922 in Kraft Berlin, ben 30. Juni 1922. Der Vorstand. Karl Röder Borsigenber. [ 167/18 Ostar Runtschte Schriftführer. Geschlechtsleiden thre Erkennung und Heilung ohne au sprigen. Kräuterturen und ihre Bietung. Ohne Berufsstörung! Nachwi piele Erfolge. Ausführl. Brosch. versendet portofrei gegen Einsendung von 7 M. Dr. 2. G. Raueifer, meb. Berlag. Hannover, Odecaftraße 3. Ich suche dringend: 3ahngebiffe, auch zerbrochene. taufe pro Bayn von 50 bis 1000 mr. Gold- und Silberbruch, Gegenstände. Uhren, Ketten, Singe. Bom Publitum felbft anerkannt als höchftzahlende u reelle Anlaufstelle. 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Speisezimmer Herrenz mmer Wohnsalons Rächen Klubgarnituren Standuhren Einzelmöbel Große Auswahl Enorm billige Preise Möbelhaus Hans Lennert Beriin N 54 Bothringeritr. 55 a RosenthalerPl. für Rechnung cerselben übernommenen Verbindlichkeiten Bankrebäude Sor stiger Grundbesitz Verschiedenes Ausgaben Handlungs- Unkosten Steuern und Abgaben einschl. Zinsborens euer Wohtfahrtseinrichtungen für die Beamten( Klub, Kan inen, Erholungshefm u. dergl.) und Beiträge der Bank zum Beamtenfürsorge- Verein Abschreibungen auf Einrichtung. " 37 Zur Verteilung verbleibender Ueberschuß: • Bankgebäude Gewinn aus 1921 Vortrag aus 1920 Abschluß am 31. Dezember 1921 1 478 681 296/05 3 863 343 814 72 24 244 4 0 441: 39 33 470 029301 791 954 64 1 022 153 961 95 Grundvermögen Rücklagen gesetzlich vorgeschriebene freie. Gläubiger in laufender Rechnung Verpflichtungen für eigene Rechnung. seitens der Kundschait bei Dritien benutzte Kredite Guthaben deutscher Banken und Bankfirmen Einlagen auf gebührenfreier Rechnung innerhalb 7 Tagen fälli darüber hinaus bis zu 3 Monaten fällig Verbindlichkeiten 4 343 944 39 400 000.000) 450 000 000-* 850 000 000 312 471 323 43 137 528 676 57 399 379 923 17 1 528 953 493 71 • M. 18 759 858 300.14 10 690 278/77 4 009 904 218 40 10 30 954 561 776 52 nach 3 Mona en fällig. 3 154 403 588 05 23 924 166 306 59 14 932 967 57 71 647 425 21 sonstige Gläubiger innerhalb 7 Taren fällig. M. 10 099 299 983.91 27 074 560 10 113 654 932 88 59 553 516 06 159 836 606 darüber hinaus bis zu 3 Mo70 306 194 87 590 974 378 53 10 760 580 557 31 38 617 424 225197 6 071 188 840 2 7 608 441 719 82 8 679 630 560 04 116 437 500 55 6.5 000 Mark 40 139 339 913 50 naten fällig 4 nach 3 Monaten fällig. Akzepte ( außerdem: geleistete Bürgschaften 1681 Millionen) Für Rechnung des Reichs und der Reichsbank übernommene Verbindlichkeiten Sonstige Verbindlichkeiten Unerhobene Dividende Dr. Georg von Siemens Fonds Jubiläums- Fonds Rückstellung für Zinsbogensteuer Uebergangsposten der eigen Steilen untereinander Zur Verteilung verbleibender Ueberschuß Gewinns und Verlust- Rechnung Vortrag aus 1920 Gewinn auf Zinsen und Wechsel Gebühren . 116 437 500 2 303 459 69 19 906 937 82 10 317 996 60 4 750 000 7 546 122 49 Mark 218 546 12163 44 824 516 60 292 107 549 75 40 139 339 913150 Binnahmen 134 549 039 42 1.159 037 905 .G. M. Allen voran beim Einkauf von Brillanten+ Platin Gold u. Silber- Bruch Uhted, Zahissen, Ketten, Münzen die renommierte Firma eller H.Wiese Artilleriestraße 30 Min. v. Bahnho Friedrichstr. Passauer Str. 12 Ecke Aur burger Straße) .v.Witteber pl- Bnt. 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Bereinigungen und die Beschlagnahme und das Berbot von Druck. schriften werden im wesentlichen ohne Alenderung angenommen. Geftrichen tourbe der§ 13, der bestimmte, daß Mitglieder Dormals landesherrlicher Familien, wenn sie wegen einer der im Gesetz bezeichneten strafbaren Handlungen verurteilt worden sind, durch Beschluß der Reichsregierung aus dem Reichsgebiet aus ge. In der Morgenausgabe des Borwärts" vom 7. Juli 1922 Schrittes die Staatssekretäre Fischer und Schröder vom Reichswiesen werden tönnen. Die Streichung dieses Baragraphen fam dadurch zustande, daß sich die Demofraten und die Vertreter des Zen-( Nr. 316) ist ein Artikel enthalten mit der Ueberschrift Der Fall finanzministerium nach Paris entsandt. Erstrebt wird mit dem frums auf die Selle der monarchistischen Bartelen fchlagen. Sie er. Henning", in welchem Angaben aus einer Rebe des Abgeordneten Moratorium eine Verteilung der für 1922 festgelegten Reflärten, daß die Strafe der Verbannung nur Erbitterung er. Ruttner im Preußischen Landtage gebracht werden, die schwere Bor parationszahlungen auflängere Zeiträume. meden fünne, und man dürfe selbst dem verbrecherischen Staatswürfe gegen mich enthalten. Es wird mir darin vorgewerfen, daß Es soll auf diese Weise eine Atempause erzielt werden, in der bürger nicht seine Heimat rauben. Im übrigen müsse man trop ich in dem Fall Runge und Claus Geldgeber für nationalistische eine Festigung der Mart und eine wirtschaftliche Gesundung aller Provokationen fortfahren, moralisch Eroberungen für die Mörder- und Verschwörerorganisationen gewesen sei, und daß ich herbeigeführt werden kann. Die Frage der Zahlung am Republik zu machen. ferner in dem Fall eines gewissen Hörnlein, welcher der Mitschuld 15. Juli ist bereits geflärt, so daß für diese Zahlung keinerlei am Erzberger Mord verdächtigt war, die Flucht dieses Hörnlein Schwierigkeiten zu befürchten sind. unterstüßt und finanziert" habe. Die Moratoriumsverhandlungen. Auf Grund des§ 11 des Breffegesetzes ersucht uns Major Die deutsche Regierung hat, wie wir bereits meldeten, mit Henning um umgehende Aufnahme der nachfolgenden Beden alliterten Finanzsachverständigen Berhandlungen über ein richtigung: Moratorium angebahnt und zur Borbereitung eines offiziellen Demgegenüber erkläre ich, daß die gegen mich gerichteten Be hauptungen in allen drei Fällen völlig aus der Luft gegriffen und unwahr sind. Bon dem Fall ,, Runge" meiß ich bis heute noch nichts Näheres und habe mich auch in der Bresse nie dafür interessiert, geschweige denn irgendwie etwas damit zu tun gehabt. Dagegen wurde befchloffen, im§ 14 des Gefeßen wurfs zu be. ftimmen, daß Mitgliedern vormals landesherrlicher Familien tas Betreten des Reichsgebiets unterlagt oder auf bestimmte Zeile oder auch des Reiches ihr Aufenthalt beschränkt werden fann, wenn sie ihren Bohnsitz oder dauernden Aufenthalt im Aus. lande haben. Im Falle der Zuwiderhandlung fönnei folche mit alicder früherer landesherrlicher Familien durch Beschlüsse der Reichsregierung aus dem Reichsgebiet ausgewiesen werden. Zu diesem Abschnitt des Gesetzes batten unfere Genoffen, einen Ueber den Fall Claus" ist durch die Deutschnationale Bolts Antreg eingebracht, der forderte, daß für die Dauer von 25 Jahren partei dem„ Borwärts" schon vor mehreren Tagen eine Berichtigung vom Infrafttreten der Reichsverfassung an Mitglieder im November 1918 entthronten fendesherrlichen Familie nicht als Reichspräugegangen, aus der sich die unwahrheit der gegen mich aufgestell fident, als Mitglieder der Reichsregierung oder ten Behauptungen ergibt. Ich habe Claus weder Geld gegeben, einer Landesregierung gewählt der bestellt werben noch ihn, wie behauptet wurde, an irgendeine geheime Organisation förmen. Nach dem Antrage follten auch für die gleiche Zeitdauer gewiesen. Claus hatte sich lediglich im Reichstage an den Abgeord Mitglieder der genannten Familie von der Einstellung in die neten General von Gallwig und mich gewandt mit der Bitte, ihm Reichswehr ausgefchloffen bleiben. eine Anstellung auf dem Lande zu vermitteln. Mir gegenüber hat er hierbei nut zum Ausdruck gebracht, daß er seinerzeit in Mitteldeutschland bei der Niederwerfung des fommunistischen Aufstandes in allen Stellen terrorisiert werde, so daß er jetzt eine Stellung auf mitgefämpft habe und seitdem von der linksradikalen Arbeiters hf dem Lande fuchen wolle. Auf meine ausorüdliche Frage, ob er wegen irgendeiner strafbaren Handlung verfolgt werde, hat er diese ausdrücklich verneint. Daraufhin habe ich ihm zugefagt, ich wolle mit einigen landwirtschaftlichen Fraktions follegen sprechen, um zu hören, ob ihm einer derselben zu einer Anstellung in der Landwirt Schaft verhelfen könne. Alle anderen Behauptungen des Claus, ins besondere die, daß er mir mitgeteilt habe, daß er an irgendeiner Mordtat beteiligt fci, sind erlegen. Nach einer kurzen Debotte wurde dann noch bestimmt, daß das Gefeß fünf Jahre vom Tage der Verfändung ab Ccftung haben folt. Darauf verlagt sich der Ausschuß, um am Sonntag nachmittag 3 Uhr die zweite Befung zu beginnen. Die Internationale des Meuchelmordes. Budapest, 8. Jull.( p.) Der Verein der Erwachen den Ungarn" hat durch Vermittelung des ungarischen foglaldemofrafischen Abgeordneten payer sich mit der Bitte an die Zweite Infernationale gewandt, bei der deutschen Regierung dafür einzutreten, daß sie den Attentätern Rathe. naus und Hardens ungarische riftliche Ver- Was den Fall Hörnlein anbetrifft, fo ist es völlig unwahr, doß felbiger stellen möge.(!) Der Verein beruft sich darauf, ich deffen Flucht irgendwie unterstützt oder finanziert hätte. Die Ausdaß die Zweife Internationale bei einer anderen Regierung, der lagen der in Osnabrück anfäßlich dieses Falles verhafteten Personen cufficca Sowjetregierung bereits für cine folde Maßnahme ein- find mir unbekannt, es ist aber ausgefchloffen, daß irgendwe he mich getreten sei und auch erwirkt habe, daß zur Verteidigung der So. belaftenden Aussagen gemacht fein fönnen, da jegliche Grundlage giairevolutionäre cusländische Verteidiger zugelassen wur- fehlt, mich mit dem Fall in Busammenhang zu bringen. Die Un den,(!) Der Berela spricht die Hoffnung aus, daß die Zweite Inter- finnigkeit der ganzen Beschuldigung geht ja wohl am besten daraus hervor, daß das Gericht in Osnabrüd sich an mich überhaupt nicht nationale auch diesmal in der gleichen Welle vorgehen werde. gewandt hat, und ich als 3chge nicht vorgeladen bin, vos dach zweifellos geschehen wäre, wenn sich aus den Aussagen irgendwelche Belastungen oder auch nur Berdächtigungen meiner Person ergeben hätten. Henning, Major a. D., Mon. Zwei Deutsche in Vigo verhaftet. * Die Aussichten der neuerlichen Bemühungen, die durch den Kurssturz der Mart mehr als ausreichend begründet sind, werden nach den Vorverhandlungen als günstig bezeichnet. Daß man in Paris die Meldung von der neuen deutfchen Forderung mit einiger Bestürzung aufgenommen hat, ist nicht mehr als begreiflich. Man weiß in Frankreich, daß die fatastrophale Entwerfung der Mart das ganze System der Reparationszahlungen in feiner inneren altlosigteit entlarot, scheut sich aber trotzdem, jetzt das Gegenteil von dem zuzugeben, was man dort seit Jahr und Tag als einzige Weisheit und als Rezept für alle Finanznöte gepredigt hat: daß der Deutsche ja zahlen kann. Die Besorgnis der Franzosen über den Sturz der Mark ist aber im Wachsen, da man deutlich beobachten tann, daß der französische Frank ebenfalls, wenn auch nicht im gleichen Patastrophalen Tempo, mit der Mark fällt. Ende Mai beFrank, Anfang Juli bereits 52,80 Frant, in den letzten fam man an der Londoner Börse für 1 Pfund Sterling 48,90 Tagen aber bereits 56% Franf. So gering die Schwantungen scheinen, sind sie doch für Frankreichs Wirtschaft und Finanzen ein bebentliches Gymptom, zumal der Frank ohnehin gegenüber dem Bfund erheblich minderwertig ist. Galt doch vor dem Kriege das englische Pfund nur 25,22 Frant. So wirkt die gegenwärtige Lage der deutschen Zahlungsbilanz auf die französischen Wechselkurse ein. Daß man den Frant nicht damit aufhelfen fann, daß man durch weitere Forderungen an Deutschland den Wert der Mark noch mehr drückt, liegt auf der Hand. Deutschland bedarf mehr als je der schon seit langem geforderten Atempause in seinen 3ahlungspflichten an das Ausland, und zwar im Intereffe beider Länder. Polenterror in Oberschlesien. Berlin, 8. Juli.( WTB.) Nach einer hier vorliegenden Meldung sind im polnischen Oberschlesien auf eine Reihe von deutschen 3eitungsbetrieben Bomenattentate verübt worden. Deutsche Beamte und Arbeiter murben mißhandelt und Madrid, 7. Juli.( TB.) Nach einer Havasmeldung erfährt terrorifiert. Gestern ist der Bürgermeister von Königshütte ABC." aus Vigo( Portugal), daß ein deutscher Dampfer aus Hamburg 8 mei elegant gefleidete Personen gelandet habe, von Herr Major Henning weiß also von nichts. Nur die mit Bertretern der Gewerkschaften bei dem Wojwoben deswegen vor. denen man vermutet, daß sie an der Ermordung Rathenaus Unterstützung des Claus gibt er so halb und halb zu. Danach seiner Macht stehe. Es soll ein Aufruf zur Abgabe der Wallen stellig geworden. Dieser hat zugesagt, alles zu tun, was in beteiligt waren. Beide wurden von einer Abteilung bewaffneter muß unter den Deutschnationalen eine Art Henning- Manie" feiner Macht stehe. Es foll ein Aufruf zur Abgabe der Wallen Metrofen als Gefangene nach ber Raserne gebracht. Der Mi- ausgebrochen sein, indem sich eine Anzahl Deutsch natio ergehen, die Bolizei foll verschärfte Anweisungen erhalten, die Be nister des Innern hat, wie das Blatt weiterhört, eine amtliche naler grundlos einbilden, Herr Henning unterstüße und beamten, die den Terror unterstützen, folien aus ihren Aemtern ent Nachricht darüber noch nicht erhalten. Anmerkung des WTB.: günstige Mordhelfer und Geheimorganisationen. Aus dieser fernt werden und landfremde Elemente abgefcheben werden. Sollte Auch an Berliner amtlichen Stellen ist über den Vorfall noch Art Einbildung heraus rät z. B. der deutschnationale trotzdem keine Besserung eintreten, soll die Berhängung des Belage Dr. Fischer dem Mordgehilfen Runge, sich an den Reichs- rungszustandes erwogen werden. tasabgeordneten Henning um Unterstützung zu wenden. Aus Lugau, 8. Juli.( Tul.) In Berbindung mit dem Scheidemann einer ähnlichen Einbildung heraus behauptet der verhaftete Sturz des neuen polnischen Kabinetts. deutsch nationale Parteisetretär Landwehr, Attentat wurde hier ein fürzlich aus Halle zugereifter Chemiker daß ihm der flüchtige Hörnlein von dem Reichstagsabgeord Stimmen der Rechten und eines Telles des Jenfrums gegen 195 Warschau, 8. Juli 1922. Der polnijoje Sejm hat mit 201 namens Gtorta, der sich hier als Bergprattikant betätigte, verneten Henning zugeführt worden sei. An der gleichen Einbilhaftet und dem Amtsgericht Stollberg zugeführt. dung leidet der deutschnationale Fabrikant Mayer, der die Stimmen der Linken und des anderen Telles des Zentrums das Flucht Hörnleins begünstigt zu haben ebenfalls geständig ist. von den Nationaldemokraten eingebrachte Mißtrauensvotum Ganz ungefährlich! Wie die Deutschnationalen die Mörder. Herr Henning fennt die Aussagen dieser beiden nicht, aber für das neue Kabinett Siiwifnki angenommen. organisationen beden, zeigt die Potsdamer Tageszeitung" pont wir tennen sie. Und wenn Herr Henning naiv betont, 5. Juli 1922, in der die Organisation C als ein„ onventiel baß ihn doch das Gericht in Osnabrück als 3 eugen geladen Die Tragödie der russischen Kirchenschähe. ungefährlicher Maulhelden" bezeichnet wird. Höher hätte, wenn er mit der Sache in Bebindung stände, so wird nichts befannt. Berhaftung zum Scheidemann- Attentat. geht's allerdings nimmer. " " ihm selbst ein Laie auseinandersetzen können, daß er bei dem hier dargestellten Tatbestand nicht als Zeuge, sondern nur als Angeklagter in Betracht käme und daß ihn hier gegen einstweilen feine Immunität als Reichstagsabges ordneter schützt. Verhafteter Hetzer. Anwendung der Verordnung des Reichspräsidenten. Todesurteile gegen Geiftliche. Condon, 7. Jull.( Reuter.) Nach einer Meldung aus Mostan ift in Petersburg das Uriell gegen die Gelftlichen gefällt worden, die fich der Requirierung von lirchlichem Eigentum widersetzt hatten. Elf Geistliche wurden zum Tode verurteilt, darunter der Metropolit Benjamin, ein Bischof, mettere Priester und Professoren. 53 erhielten Gefängnisstrafen von fünf Jahren aufwärts. Der Gerichtshof beschloß weller, gegen den Patriarchen Tichon ein Strafverfahren einzuleiten. Die Verschwörung gegen die Republit, Mannes doch nicht aufhalten. Dies geht aus einem Auffah von Charles E. Alford hervor, der fich in" Chombers Journal" mit den Rothäuten der nordpazifischen Küfte" beschäftigt. Die Stämme, die hier noch in ihren Refervaten leben, ernähren sich hauptsächlich durch ihre Geschicklichkeit im Fischen. Über die Lebensbedingungen, an denen sie festhalten, sind sehr primitiv und unhygienisch. Es gibt in ihren Wohnungen feine Schornsteine und feine Deffnung außer der Tür, die sie selten öffnen," schreibt Alford. Die Folgen dieses Hausens fönnen nur als furchtbar geschildert werden. Man stelle fich bie entsetzliche Luft vor, in der die Indianer leben, mitten unter dem heißen Gestank der Fische und der Dellampen, in Dunstwolfen, durch die man faum sehen fann. Lachse liegen überall herum, auf dem Boden, auf den Stühlen, selbst auf den hölzernen Bänken, die den Bewohnern als Betten dienen. In einer Ecke bei der Tür stehen ein paar Gewehre und Speere, mit denen die Lachle getötet wer den. Auf dem Tisch aber, im Hintergrund des Raumes, befinden fich geleerte Schnapsflaschen, die davon Runde geben, daß die On dianer dem Feuerwasser" des meißen Mannes sehr eifrig zu sprechen. Die Wände sind vom Boden bis zur Dede leer; höchstens, daß die Bewohner sich ein paar Bilder aus illuftrierten Zeitschrif ten angenagelt haben. Das Ganze macht einen höchft ärmlichen und perfommenen Eindrud." Der Berfasser stellt mit dem Ausdrud tiefen Bedauerns fest, daß die Rothäute bem lintergang geweiht find und in einiger Zeit die letzten diefes einft fo ftolzen, vom Der Dresdener Polizeipräsident abgesetzt. Schimmer der Romantik verklärten Boltes zu den glücklicheren JagdDresden, 8. Juli.( TU.) Auf Beschluß des sächsischen Gesamt ist als Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei von jeher gründen versammelt sein werden. minifteriums ist der Dresdener Polizeipräsident Dr. Grille von Borfämpfer des republikanischen Gedankens gewesen. Des Die E. Th. A. Hoffmann- Eusstellung der Staatsbibliother bleibt feinem Boften enthoben worden. Ueber seine anderweitige Ber. halb ist es dringende Pflicht, ihm neue Leser zuzuführen. auf vielfach geäußerten Bunich und wegen des starken Bufbruches noch wendung wird noch Beschluß gefaßt werden. Mit der Wahrnehmung Nachstehender Bestellzettel ist auszufüllen und an die weitere acht Lage wochentäglich 9-3 Uhr geöffnet. Außerdem ist sie Sonn- des Dresdener Belizeipräsidiums ist der erste Staatsanwalt Hauptgeschäftsstelle des Borwärts", Berlin SW. 68, Linden. tag, den 9. und Sonntag, den 16.( den letzten Tag der Gröffnung) von Dr. Thomas, bisher Hilfsreferent im Justizminifterium, beauftragt ftraße 3, einzusenden.( In Orten außerhalb Groß- Berlins worden. Außerdem wurden eine Reihe weiterer Per ist der Vorwärts" bei der Post zu bestellen.) Thalia Theater. Am Sonntag, den 16. Juli findet die lebte Auf- fonalveränderungen vorgenommen. führung der Operette Die geren ban und au statt. Bom 17. bis 20. bleibt das Theater gefchloffen. Am 21. findet die Premiere von Bring Don Juan", Operette von Bittor Corzilius, statt. Der Borderlauf bat begonnen. Das Presseamt Thüringen teilt mit: Am 6. Juli 1922 ift in Weimar der Graf von Schlip genannt von Görk und von Wrisberg verhaftet worden. Es wird ihm zur Last gelegt, fich eines Bergehens gegen§ 5 3iffer 1 der Verordnung zum Schuße der Republik vom 26. Juni 1922 infofern schuldig gemacht zu haben, als er öffentlich vor Zeugen die Ermordung eines die durch die umfassenden Nachforschungen der Polizei immer Mitgliedes der jegigen Reichsregierung und die Ermordung eines flarer in Erscheinung tritt, macht die entschlossene Mitgliedes einer republikenischen Landesreglerung gebilligt hat. Gegenwehr aller republikanischen Kreise des Wolfes nötig Graf von Schlib genannt von Gör ist ein prominentes Aus diesem Grunde erfordert es das Gebot der Selbsterhal Mitglied der Deutschnationalen Boltspartei Thütung, der republikanischen Presse weiteste Berbreitung zu ringens und für diese auch agitatorisch tätig. fichern. Der Bibliothek Führungen statt. Vollmars Beisehung. Der Maler Ferdinand Keller, früherer Präsident der Münchener München, 8. Jull. Heute nachmittag fand in München unter Akademie und langjähriger Ditettor der Akademie der bildenden Künste in Startsrube, ist Sonnabend früh im Alter von 80 Jahren in Baden- Baden Teilnahme von Tausenden die Bestattungsfeier für Georg v. Bollmar gestorben. Er hat sich als Beifertiger theatralisch belerativer Siltorien statt. Um 5% Uhr jeẞte sich von den Ausstellungspläßen aus der bilder( botbeofe Wilhelms L. u. dergl.) belannt gemacht und war, ob große, auf seinem ganzen Wege von einem zahlreichen Zuschauergleich Süddenticher, ein typischer Vertreter des neuberlinischen Siegesalleestus. Die Zahl der Aerzte in Deutschland. Die Zahl der in Deutschland spalier eingefäumte Bug, in dem zahlreiche Parteifahnen von Sozialtätigen Arzte bat fid gegenüber der Vorfriegszeit vermehrt. Während demokraten und Unabhängigen getragen wurden, in Bewegung. damals auf rund 2000 Einwohner ein Arzt fam, to trifft bas 1920 fchon Bahllose prachtvolle Kranz- und Blumenfpenden wurden im Zuge auf 1581 Einwooner zu. In den Vereinigten Staaten gibt es übrigens ungefähr bobbelt so viele Aerzte. Da lam im Jabre 1921 ein rat auf mitgeführt. Sturz vor 6 Uhr traf der Zug an der großen Aus. 726 Bewohner. Die Zahl der deutschen Aerzte betrug nach einem Bericht ftellungshalle des östlichen Friehofes ein. Nach feierlichen Musikder Deutschen Medizinischen Wochenschrift 1920: 37 389. Dian hat nun und Sangesflängen hielt namens der bayerischen Sozialdemokatischen nach dem Zuwachs der erste in den lezten Jahren eine große Ueberiüllung Partei der frühere Abgeordnete Franz Schmitt dem langjährigen des Berztenlandes prophezeit und die Zahl der Aerzte für 1923 auf 56 389, Rampfgenossen einen Nachruf. Ramens der fozialdemokratischen b. b. ein Arzt auf 1028 Einwohner, geschäßt. Diese Berechnung ist aber viel zu boch gegriffen, da man den Abgang durch Tob der erste nicht in Landtagsfraktion sprach Abgeordneter Segni. Für die sozial Betracht zog. Es nerben durchschnittlich in Deutschland 800 Aerzte jährlich. demokratische Reichstagsfraktion und den Parteivorstand der deutDie Aerztezabl dürfte alio 1925 etwa 43 000 betragen, fo daß ein Arzt auf fchen Gesamtpartet würdigte Abgeordneter Hildenbrand. 1400 Einwohner tame. Die Zahl der Medizinstudierenden ist gegenwärtig im Rudgang; fie betrug im Wintersemester 1919/20 20 888, im Sommer Stuttgart die Bedeutung Bomars als geistiger Führer der deutschen femefter 1921 16 787. Sozialdemokratie. " " „ Vorwärts" Ich abonniere den Borwärts" mit der illustrierten Sonntagsbeilage Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der 14 tägig erscheinenden illustrierten Bellage Siedlung und Kleingarten" in Groß Berlin täglich zweimal frei ins Haus. Name Wohnung: -Straße Nr. Dorn Tr. linfs Sof- Quergeb.- Seit nf. rechts bet Gewerkschaftsbewegung Zum Buchdruckerstreik. Die Schlichtungsverhandlungen ergebnislos. Zur Beilegung des Buchdruderstreifs hatte der Reichsarbeitsminister, wie wir bereits gemeldet, auf Sonnabend nachmittag einen Schlichtungsausschuß unter Bersih eines Vertreters des Reichsarbeitsministeriums einberufen, für den er als Beisitzer auf Wunsch der Parteien von ihnen benannte Bertreter ernannt hatte, und zwar brei Arbeitgeberbeifizer als Vertreter der privaten Buchdruckerei befizer, einen Arbeitgeberbeisiger als Vertreter der dem Reichspost. minister unterstehenden Reichstruderei und vier Arbeitnehmerbei. fizer aus den beteiligten Verbänden. Nachdem diese Zusammenfegung des Schlichtungsausschusses vom Berfizenden bekanntgegeben morden war, zog sich der Schlichtungsausschuß zunächst zu einer Die Beamten gegen Provokationslügen. Der Allgemeine Deutsche Beamtenbund, in dessen Leitung inzwischen auch der bisherige Leiter der Preffeabteilung des Deutschen Beamtenbundes, Ministerialrat a. D. Faltenberg, eingetreten ist, teilt uns mit, daß die von einer Berliner Tageszeitung veröffentlichte Mitteilung über einen bevorstehenden Demonftrationsstreit des Eisenbahnpersonals, die wir schon in unserem gestrigen Abendblatt als völlig unbegründet gefennzeichnet haben, lediglich als Lügen meldung zu werten sei. Es sei höchste Zeit, daß die Beamtenschaft gegen derartige Veröffentlichungen unverantwortlicher Stellen energischste Verwahrung einlege. Man braucht übrigens nur feststellen, von welcher Seite solche Meldungen ausgehen, um deren Bwed sofort zu erkennen. Das die Rote Fahne" in die gleiche Kerbe haut, und von einem geplanten Ausnahmegesetz gegen die Buchdruder faselt, wird niemanden überraschen. Lohn- und Organisationsfragen der Maschinisten. Eine Funktionärversammlung des Zentralverbandes der MaBesprechung zurüd. Im Berlauf dieser Besprechung wurde von schinisten und heizer nahm am Freitag den Bericht von der letzten einem Berireter der Arbeitgeberpartei erklärt, daß die Parteiver. Lohnverhandlung entgegen. Reinefeld führte aus, daß die treter der Arbeitgeber den Sizungsraum verlassen hätten, da die Lohnverhandlung bei der Stadt Berlin ein anderes Ergebnis gezeiParteivertreter der Arbeitnehmer nicht erschienen feien und deshalb tigt habe, als erst erwartet wurde. Für den Monat Juni ist der cine Berhandlung nicht möglich sei. Die Arbeitnehmerbeifizer Stunderlohn um 3,60 m. erhöht worden. Die Kinderzulage beträgt hatten bereits zu Anfang erklärt, daß sie Parteipertreter nicht zu- jest 1,20 M und für die Ehefrau 1 M. Leider kommt der bewilligte Lohn nur sehr langsam zur Auszahlung und verliert durch die steis gezogen hätten, weil diese im Schlichtungsausschus felbft fäßen. Die Arbeitgebervertreter erklärten nunmehr nach längeren Ber- gende Geldentwertung immer mehr seinen Bert. Bei den MEM. handlungen, daß sie an fachlichen Schlichtungsverhandlungen nicht erhalten jetzt die Gruppen 1 bis 4 wöchentlich 200 m. und die Gruppen 5 und 6 150 M. mehr. Die Berhandlungen in der Meteilnehmen würden, da ein Vertreter der Reichsdruckerei auf tallindustrie endinten mit dem Ergebnis, daß 20 Broz. Zuschlag auf Arbeitgeberseite mitfäße(!) und die Parteien vor dem Schlichtungs- alle Kategorien für Juli gezahlt werden. Hier beträgt die Zulage ausschuß nicht vertreten seien! Auch hielten sie das Schlichtungsver- für das Kind 1,75 M. und für die Ehefrau 1,25 M. Redner erfahren nach dem Tarifvertrage nicht für zulässig! Alle Versuche des läuterte dann noch die Tarife der einzelnen Branchen. Borfizenden, unter Darlegung der Rechtslage die Arbeitgeberbeisiger Nach kurzer Diskussion gab Reinefeld den Bericht von der lebten zum Eintritt in die fachlichen. Berhandlungen zu bewegen, Beiratssigung, die sich mit der auf dem Gewertschaftsfengreß anscheiterten. Diese verließen vielmehr die Sigung. Der Ver- genommenen Resolution Dißmann beschäftigte. Die Beiratssitzung treter der Reichsdruckerei erklärte, daß er namens des Reichs- hat eine Entschließung ausgearbeitet. Die fich scharf negen Dißmann poftministers zur Einigung auf der Grundlage des Bermitt. wendet; sie wird der kommenden Mitgliederversammlung am näch lungsvorschlages des Reichsarbeitsministers vom ften Donnerstag zur Abstimmung vorgelegt werden. Darauf polemisierte noch. Müller gegen Dismann und die Dißmannsche Ent7. Juli 1922 bereit sei. schließung. Eine sofort vorgenommene Abstimmung unter den Funk tionären ergab einstimmige Annahme der Entschließung des Bei Wir werden in unserer Morgenausgabe vom Montag auf das Ergebnis der Verhandlungen noch zurüdfommen. Uchtung, Buchdrucker! Die außerordentliche Generalverfammlung findet infolge der unveränderten Streiffage am Montag, vormittags 9% Uhr, im Gewerkschaftshaus statt. Die Personale versammeln sich am Montag mittag 12 1hr in den bekannten Lokalen. Der Gauvorstand. Achtung, Hilfsarbeiter! Die Bertrauensleute treffen sich Montag 10 Uhr im Gewerkschaftshaus, Saal 1. J. A.: Grohmann. Zum Streik der Buchbinder. Für die in der Geschäftsbuchbranche beschäftigten Buchbinder und Arbeiterinnen war zum Sonnabendmittag eine Versammlung nach dem Gewerkschaftshaus einberufen worden, in der Czerny einen Bericht über die Streiflage gab. In seinen Ausführungen er flärte er, daß der Kampf in der Geschäftsbücherfabrication nicht um bie Arbeitszeit gehe, sondern um die aufgestellten Lohnfor de rungen. Wenn auch die Arbeit seitens der Buchdrucker jetzt oder in einigen Tagen wieder aufgenommen werden sollte, so müssen unfere in Frage tommenden Kollegen und Kolleginnen doch weiter im Streit cusharren, bis von der Ortsleitung die Unweisung zur Aufnahme der Arbeit erfolgt. Diese Anweisung wird gegeben wer ben, sobald eine Berständigung mit den Arbeitgebern über unsere Forderungen erreicht ist. Die Betriebsräte und Bertrauensleute find bereits am vorigen Sonnabend aufgefordert worden, den Unter. nehmern unsere Forderungen zu unterbreiten. Wir verlangen eine Erhöhung der Gehilfenlöhne um 50 Broz., 25 Broz. Zuschlag für Spezialarbeiten und ebenfall. 25 Brez. für Montagearbeiten. Für Urbeiterinnen 75 Broz. der Gehilfenlöhne. Seitens der Arbeitgeber ist ein Schreiben eingegangen, in dem gefagt wird, daß fie mit Rücksicht auf die im Juli gestiegenen Inder. ziffern zu einer Lohnerhöhung bereit sind. Am Schluß forderte der Rebner die Kollegenschaft auf, einig und geschlossen zusammenzu stehen, bis das Ziel erreicht sei. BERLIN C2 Breitestrasse rats. Achtung, Transportarbeiter! Am Sonntag, den 16. Juli 1922, von vormittags 9 bis nachmittags 3 Uhr, findet in 49 Wahllofalen die Wahl der Delee gierten zum diesjährigen Verbandstag statt. Durch den Buch druckerstreif war es uns nicht möglich, das Mitteilungsblatt mit Befanntgabe der Wahllokale herauszubringen. Wir weisen unsere Mitglieder schon jetzt auf die Wahl hin mit dem Ersuchen, rege Propaganda dafür zu entfalten. Die Veröffentlichung der Wahllotale erfolgt in den drei Arbeiterzeitungen am Freitag, den 14. Juli 1922. Jedes Mitglied ist verpflichtet, die Anzeigen auszufchneiden und in den Betrieben für Bekanntgabe derselben zu sorgen. Die Bezirksverwaltung. Neue Löhne für Mineralwafferarbeiter. Für die in den Berliner Mineralwasserfabriten beschäftigten Arociter, Arbeiterinnen und Rutscher sind mit dem Arbeitgeberverband für den Monat Juli neue Löhne vereinbart worden. Gedruckte Exemplare der Julilöhne find im Deutschen Transportarbeiterverband, Engelufer 24/25, Simmer 38 11, gegen Borzeigung des Mitgliedsbuches in Empfang zu nehmen. Handelshilfsarbeiter der Bekleidungsindustrie! Die Lohntarise für Juli find in sämtlichen Fachgruppen nunmehr erledigt, so daß Tarifcbzüge im Bureau, Zimmer 31, gegen Borzeigung des Mitgliedsbuches in Empfang genommen werden können. Deutscher Transportarbeiterverband, Seftion I. Achtung, SPD.- Metallarbeiter! Dienstag abend 7 Uhr in den Sophiensälen, Sophienstr. 17/18, große Versammlung. Tagesordnung: Wie soll in Zukunft unsere Verwaltungsstelle geleitet werden?" Das Erscheinen aller Kollegen ist Pflicht. Hufeinzelhandel. Der Zentralverband der Angestellten hat für die in diesem Wirtschaftszweig tätigen faufmännischen Angestellten einen neuen Zarifvertrag abgeschlossen, der die Gehälter für den Monat Juni regelt: Der Bertrag ist in der BroschürenStraße 7/10, zu haben. Ueber die Juli- Gehälter schweben verkaufsstelle des Zentralverbandes der Angestellten, Belle- Alliance. Verhandlungen. Von deren Verlauf wird die Organisation Kennt nis geben. Achtung Reisbendezet! Alle Streifende und Ausgesperrte versammeln fich Safenheide. am Montag mittag 12 Uhr im Wintergarten, Unionsbrauerei( Schultheiz), Einige Verbandsangelegenheiten fanden noch ihre Erledigung, wobei einer Resolution zwecks Schutz der Republik Zustim Yung aller 8. b. A.- Mitglieder Montag nach m. 4 Uhr im Rcfino der Angemung erteilt wurde. sind Verband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Die Abflempelungslotale für Streifende aller Branchen folgende: Rathmann, Wilhelm str. 118, Telephon: Kurfürst 6540. Grünbler, 3mmerstr. 30, Telephon: Rentrum 8857. Mierisch, Friedrichstr. 16, Telephon: Morippla 4798. Rohy, Brandenburgstr. 22, Telephon: Morigplatz 12269. Fenfara, Melchierstr. 15, Telephon: Morigplay 1854. Krau, Ludauer Str. 6, Telephon: Morikplatz 11786. Baum, Etallschreiberfir. 47, Telephon: Merikplay 11195. Stolz, Holzmarktstr. 4, Telephon: Alexander 2830. Mogwig, Barnimfir. 13, Telephon: Königstadt 9675. Giers, Kreuzbergstr. 1, Telephon: Lüzom 3979. merer, Lühorstr. 7, Telephon: Nollendorf 2474. Klippert, Neue Friedrichstr. 47, Telephon: Rorben 3563. für den Wedding: Edart, Müllerstr. 163, Telephon: Moabit 1599. Für Schöneberg: Echopmeier, Stubenrauchstr. 5a, Stephen 3220. für Tempelhof: Redlich, Mingbahnstr. 42, Telephon: Südring 437. für Weißenfee: Koch, Calit. 61, Telephon: Weißenfee 492. Verband der Buchbinder und Papierverarbeiter! Montag nach mittag 4% Uhr in den Kammerfälen, Teltower Straße, Ber. fammlung aller in Buchdruckereien Beschäftigten, sowie der ausgesperrien Kolleginnen und Kollegen. Tagesordnung: Bericht über den Stand der Lohnbewegung in den Buchdruckereien. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist das Erscheinen aller Pflicht. Dienstag abend 7 Uhr in der Königsbant, Große Frankfurter Str. 117, gemeinfame Brandenversammlung mit den Satilern und Portefeuillern Tagesordnung: Bericht von den Lohnverhandlungen in Frankfurt a M. Bollzähliges Erscheinen aller Beteiligten unbedingt erforderlich. Achtung! Perfonal, Deutsche Tageszeitung"! Nächste Bersammlung Montag, Der Arbeiterrat. mittags 1 Uhr, im Wilhelmshof, Anhaltstraße 12. Zentralverband der Angestellten. Gektion Bergmann- Ronzern. Berfomun stellten, Eeestraße 57. Tagesordnung: Unsere Juliforderungen. Deutscher Solzarbeiter- Verband, Verwaltungsstelle Berlin. mentenarbeiter aller Branchen: Montag abend 5 Uhr, Mitgliederversammlung in der Brauerei Friedrichshain, großer Gaal. Tagesordnung: Beschlußfassung Monat Auguſt. Musikinstru ber die Teverungszulage für den Monat Juli und Lohnabkommen für den Modell- und Fabrittischler, die in Brivatbetrieben beschäftigt find: Montag nachmittag 5 Uhr, Brandenverfammlung im Berbendshaus, Rungestraße 30. Deutscher Transportarbeiter- Verkand, Bezirk Groß- Berlin, Sektion II Glas- und Teppichreinigungsbranche, Dienstag nachm. 4 Uhr, große Berfdmmlung im Englischen Sof", großer Gaal, Alexanderstraße 276. Rolltutscher, Spebitionsarbeiter usw. Dienstag abend 7 Uhr, in den Tagesordnung: Residenz- Festsälen, Landsbergerstraße 81, Vollversammlung. Bericht der Lohntommiffion. Mitgliedsbuch legitimiert. Textilbranche Gruppe C" Samt und Seiden. Dienstag abend 5 Uhr, bet Soppe. Fischerstraße 24: Bertrauensmännerßigung. Handelshilfsarbeiter aus allen Betrieben der Hut, Mühen- und Pelzwaren. branche. Dienstag abend 6 Uhr, bei Witte, Poststraße 29, Gruppenversammlung. Rohlenatheiter und Kutsechr. Dienstag abend 7 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Saal 4, Bersammlung. Gruppe Kartoninischer. Dienstag abend 7 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24-25, Aufg. B, vorn part., 8immer 3, allgemeine Berfammlung. Tagesordnung: 1. Wie flellen wir uns zu der jetzt bestehenden Entschädigung ber Sonntagsarbeit? 2. Diskussion und Beschlußfaffung; 8... Verschiedenes. Wegen der wichtigkeit der Tagesordnung ist das Erscheinen Aller bringend erforderlich. Mitgliedbuch ist mitzubringen und vorzuzeigen. Wir bitten, zur festgefesten Reit zu erscheinen. Berantw. flir ben rebatt. Teil: Frans Klubs Berlin Sichterfelde; für An zeigen: Th. Glede, Berlin. Bering Borwärts Berlag G.'m. b. S., Berlin. Druden Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin. Lindenstr. 3. Hierzu 3 Beilagen. 3 PLUVIUS verhütet GROSSFEUER Zeugnisse über gelöschte Brände kostenlos. Pluvius: Feuerlöscher Gesellschaft m, b. H. Berlin- Charlottenburg 2:: Gegründet 1905. Rudolph Hertzog BERLIN C2 Brüderstrasse Inventur- Verkauf vom 3. bis 10. Juli d. Js. Vorteilhafte Angebote in allen Abteilungen Damen- Regenschirm Herren- Regenschirm Korsett aus farbigem Drell. Korsett aus grauem Drell. Damen- Regenhüte vorzügliche Halbseido 29000 glanzreiche Qualität aus Gummistoff Herren- P schwarz Rindbox- Schnürstiefel 542.- 502.- 480.9 ansatz ringsherum. 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