Nr.322 39.Jahrgang Ausgabe A nr. 157 Bezugspreis: Bierteljährlich 180.-, monafli 60. rei ms Haus, voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memel gebiet, somie Defterreich u Luxemburg 108.-M., für das übrige Ausland 142 M. Boftbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Esth land, Finnland, Frankreich Holland, Lettland. Luremburg, Desterreich, Schweden, Schweiz, Tichecho- Glowatei und Ungarn. Der Borwärts" mit der Gonntags beilage Bolt und Beit". Der Unterhaltungsbeilage Seimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonn tags und Montags einmal. Telegramm- Abreffe: Sozialdemokrat Berlin Morgen- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 3 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezetle Loftet 18,-M.- Retlamezeile 90,-. Aleine Anzeigen" das fettgedruckte Bort 4,50 M.( zulässig zwei fettgebrudte Worte), jedes weitere Wort 8,50 M. Stellengesuche und Schlafftellenanzeigen das erste Wort 3,-., febes weitere Wort 2,50 M. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Familien- Anzeigen für Abonnenten geile 8,- M. Bährend des Buchdruckerstreits wird infolge der start erhöhten Auflage ein Beilenpreis von 30 M. und für Wortanzeigen 7.50/ 6.- M. erhoben. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 42 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Expedition: SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Redaktion Morinplay 15195-97 Expedition Morisplas 11753-54 Dienstag, den 11. Juli 1922 Kampffront gegen die Reaktion! Kameraden! Das Bureau des Internationalen Gewerkschaftsbundes| Indem wir in dieser historischen Stunde von der deutschen richtet nachstehenden Aufruf an alle dem Bunde angehörigen Arbeiterschaft fordern, daß sie ihre Pflicht voll erfülle, gebietet es Organisationen: uns unsere Pflicht, auch die attive Wajamkeit aller dem 36B. angeschlossenen Landeszentralen zu verlangen. Die GemeinDas Bureau des Internationalen Gewerkschaftsbundes hat nach famkeit der Ideale und der Ziele bedingt die gemeinsame PflichtSenninisnahme der allgemeinen Cage in Deutschland erfüllung. Jeder verfolge mit Aufmerksamkeit die Entwicklung der Ereigmit Befriedigung festgestellt, daß die deutschen Arbeiterorganisafionen entschlossen sind, mit äußerster Kraft sich dem Treiben der niffe in Deutschland. Das deutsche Proletariat fühle fich umgeben Reaktion zu widersetzen und die republikanische Verfassung zu ver- von den Sympathien der Arbeiterschaft aller Länder. Jeder wirke feidigen. Die deutsche Arbeiterklasse hat den festen Willen, die so darauf hin, daß die Politit der Regierung feines feuer und schwer ertauften polifischen und sozialen Freiheiten zu Landes fchüßen und weiter zu entwideln. Gegen die Reaktionäre jeden Schlages nicht die Stellung der deutschen Reaktionäre stärke und die Bestrebungen der sozialen Demokratie Deutschlands fruchtlos mache. find die deutschen Arbeiter entfchloffen, alle in ihrer Macht stehenden Im Hinblick auf das allgemeine Vertrauen der arbeitenden Mittel anzuwenden, um die Eroberungen der Revolution zu schüßen. Maffen in allen Ländern und in dem tiefen Bewußtsein, daß ihr meinen Uffionsplan der deutschen Arbeiterschaft Kenntnis genom- wir gewiß, daß die deutschen Proletarier den Sieg werden gewinnen Mit Genugtuung hat das Bureau des JGB. von dem allge- Kampf gleichzeitig der Kampf der Arbeiterinternationale ist, find men. Der Internationale Gewerkschaftsbund erklärt sich rückhalt- fönnen. los bereit, diesen Aktionsplan mit allen Kräften zu Die Republik triumphiere endgültig über die monarchiffische unterflühen. Der JGB. weiß, daß die Niederlage der Ar- Reaffion! Jeder fei start! Ein jeder zeige sich der Gefahr gebeiter und der Demokratie in Deutschland die Niederlage der wachsen! Das deutsche Proletariat hat das Recht, die Hilfe der internationalen Demokratie bedeuten würde, daß der Internationale zu beanspruchen, so wie das internationale ProleSieg der Monarchisten und Nationalisten der Triumph der Reaffion tariat berechtigt ist, von ihm zu verlangen, daß es In allen Ländern wäre. Gestützt auf die stolze Cofung des Weltproletariats: Arbeiter aller Länder vereinigt Euch!" fordert der JGB. von allen seinen Anhängern eine aftive Solidarität während der bevorstehenden Ereignisse. Memand darf gleichgülfig bleiben angesichts des Kampfes, den das deutsche Proletariat wider die deutsche Reaffion zu führen hat. Der Weltfriede ist abhängig vom Ausgange diefes Kampfes. Der wirtschaftliche Fortschritt steht auf dem Spiele. Ohne die Deutsche Volkspartei. Beschluß der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion beschäftigte sich am Montagnachmittag eingehend mit der gegenwärti. gen politischen Lage. Nach einem Referat des Genoffen Hermann Müller und einer fürzeren Debatte wurde folgender Beschluß gefaßt: feine Schwäche zeige in dem Kampfe zwischen den möchten des Fortschritts und denen der Knechtung, in dem Kampfe zwischen der Vergangenheit und der Zukunft. Unterstüht durch die Solidarität der Internationale werden die Proletarier Deutschlands fiegen! Berlin, 9. Juli 1922. Das Bureau des Internationalen Gewerkschaftsbundes. 2. Jouhaug. Th. Ceipart. C. Mertens. Edo Fimmen. 3. Oudegeeft. 2 zum mindesten Unteroffizier gewesen sein muß. Mehrere Trupps bilden eine Gruppe. Diese werden von Gruppenführern inspiziert( Gruppenführer werden nur Fähnriche oder ehemalige Schüler des Radettentorps Groß- Lichterfelde). Mehrere Gruppen werden in Kreisgruppen eingeteilt und unterstehen einem Kreisgrupper führer( Leutnant oder Unterleutnant a. D.). Die ganze Leitung führt der Leutnant a. D. Müller sowie Oberleutnant zur See Helmut Flörke, dessen Stabsquartier in der Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion erflärt, daß die zum Gastwirtschaft von Wilhelm Zahn, Klein- Raddow, ift. Den Borsiz Schutz der Republik zu beschließenden Geseze nur von einer entführt ein Herr v. Blücher in der Nähe von Labes. fchieden republitanischen Regierung durchgeführt Ein treuer Berater der beiden Leiter ist der Reichstagsabgeord merden fönnen. Die Deutsche Volkspartei hat bis in die letzte Zeit in ihrer Bekämpfung einer Reihe wichtiger Regierungsvorlagen die notwendige Rüdsicht auf das Intereffe des Staats und die Bedürfniffe der breiten Boltsmasse vermissen laffen. Sie hat noch nach der Ermordung Rathenaus die Vorlage über die Ge treideumlage abgelehnt Unter diesen Umständen würde die Einbeziehung der Deutschen Boltspartei in die Regierungsfoa lition bei den breitesten republikanischen Maffen das Vertrauen in die Absicht der Regierung, die Gefeße zum Schutze der Republik energisch durchzuführen, aufs tiefste erschüttern. Für die sozialdemofratische Reichstagsfraktion kommt daher die Mitarbeit in einer nach .rechts erweiterten Regierung nicht in Frage." Genoffe Hermann Müller wurde von der Fraktion beauf. tragt, diesen Beschluß dem Reichskanzler zu übergeben und ihn gleichzeitig näher zu begründen. Arbeitsgemeinschaft„ Müller". nete der Deutschnationaler Volkspartei Willi Jandrey, melcher in Klein- Raddow wohnt und der bei den von ihm abgehaltenen Ber. fammlungen seine„ Echutztruppe" aus den Reihen der Arbeitsgemeinschaft zusammenstellt, die auf der Schreibstube der Arbeitsgemeinschaft mit dem fogenannten„ Kunze- Totschläger" ausgerüstet werden. Bemerken will ich nech, daß Herr Jandrey Amtsvorsteher in diesem Amtsbezirk ift. Was treibt nun der Leiter Leutnant Müller"? Er ist dauernd unterwegs, meist ist er in München, Berlin und Stettin, und zwar gewöhnlich in Stettin im Bureau des Pommerschen andbundes mo der Herr v. Dremit und ein ehemaliger Generalmajor refidieren. Von hier aus erhält auch die Arbeitsgemeinschaft Müller die finanzielle Unterstützung. In Labes unterstützt Herr Mühlenbefizer Jung und der Geschäftsführer der Deutschvältischen Bant die Arbeitsgemein schaft. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Berlag. Expedition und Juseraten. Abteilung Morigplak 11753-54 An die Demokraten! Heute sind es vierzehn Tage, seit man die zerschossene Leiche Walter Rathenaus aus dem Reichstag hinaustrug. Heute versammelt sich die Partei Rathenaus im Reichstag, um Beschlüsse zu fassen, die für die Zukunft unseres Landes von schwerwiegender Bedeutung sind. Was wir jetzt vor zwei Wochen erlebten, war, wie jede echte Tragödie, nicht nur niederdrückend, sondern zugleich auch erhebend. Aus Schmerz und Scham erhob sich das Bekenntnis zur jungen deutschen Republik, und Männer schienen zu sein, die es ablegten. Was man feither erlebt hat, war nur niederdrückend. Denn an der Stelle, an der damals das Hoch auf die Republik empordonnerte, hörte man nur noch schlürfende Schritte und hüftelnde Bedenken. Es ist ein großes tattisches Geschiebe, ein zähes parlamentarisches Geerre entstanden um Paragraphen und Konstellationen, und während es dem Volk draußen grau an den Augen vorübergeht, versichert drinnen politische Altersweisheit mit lächelnder Zuversicht, daß aus dem großen Durcheinander schon eine Koalitionspolitit als eine unumgängliche Notwendigkeit ge " Berständigung" zutage treten werde. Von dieser Stelle, an der oft mit Ueberzeugung für die sprochen wurde, mag es erlaubt sein, der Demokratischen Partei einige offene Worte zu sagen. Was wir heute erleben, das soll mur, so will es scheinen, ein neues Kapitel aus der Elendsgeschichte des deutschen Liberalismus werden, die ja in ihrem Kern die Unglücksgeschichte unseres ganzen Bolles ist. Auf jedem ihrer Blätter stehen die Worte zu und Freiheit hat dieses Bürgertum einst geschwärmt unter lesen: Bersagen des deutschen Bürgertums." Für Einheit schwarzrotgoldenen Farben. Aber die Einheit ist von einem Junter gmacht worden, und für die Freiheit haben die Arbeiter gefämpft-vergebens, bis aus den Trimmern des großpreußischen Kaiserreichs die Deutsche Republik entstand. Unterdes hat es in den liberalen Parteien manchen trefflichen Mann gegeben, aber stets waren es die Besten, die sich in Hoffnungslosigkeit verzehrten, wenn sie nicht die Kraft fanden, das neue Ufer jenseits der großen Klassenscheide zu erreichen. Ein Theodor Barth fämpfte vergebens für das Zusammenwirken des demokratischen Bürgertums mit der Arbeiterschaft, er starb schließlich in dem Gefühl, sein Leben nuglos vertan zu haben. Der Feind, der alles demokratische Wollen im deutschen Bürgertum erwürgte, war der Nationalliberalis= mus, der sich in seinem Wesen charakterisieren läßt als ein ideenloses Sichhingeben an vollendete Tatsachen. Dieses Sichhingeben wird ebenso durch die Unterwürfigkeit gekennzeichnet, mit der man den Uebergang von Bismarck zu Wilhelm II vollzog, wie heute durch die Erklärung der Deutschen Volkspartei:" Wir sind der Ueberzeugung, daß der Wiederaufbau Deutschlands nur auf dem Boden der republikanischen Verfassung möglich ist." Nie handelt es sich um eine selbständige Lebensäußerung, immer nur um ein Weichen vor einem Stärkeren, um ein Sichabfinden mit dem Ungemollten. Sie haben Königsmördern Ruhm verliehn Und haben Könige gelobt. Sie haben Hoch die Republik" geschrien Und später gegen Republik getobt. Jezt sind sie tief loyal und gern erbötig, Den Rock zu wechseln und das Hemd, wenn nötig. Berfolgt man die bisherige Haltung der Demofraten, so ist es unmöglich, den Verdacht zu unterdrücken, daß auch für manche von ihnen das Bekenntnis zur Republik und zur Koalition mit der Sozialdemokratie nur ein Sichabfinden mit dem Ungewollten ist. Sie fühlen sich vom Nationalliberalismus magnetisch angezogen. Wie wäre es sonst möglich, daß der Gedanke einer Er weiterung der Koalition nach links, zu den Unabhän= Ein Kundiger schreibt uns: Die Arbeitsgemeinschaften sind die In der Organisation untersteht die Arbeitsgemeinschaft dem aus Handlanger der Realtion. Ich will hier die Berhältnisse der in dem Kapp- Putsch berüchtigten Hauptmann Auerbach, Stettin, Klein- Rabbom, Kreis Lebes in Pommern, stationierten Arbeits der auch durch den Kurier Siegfried Rasche( ehemaliger Groß- gigen, einen solchen panischen Schrecken auslösen fonnte, gemeinschaft Müller" schildern, der ich selbst angehörte. Lichterfelder Kadett) die Was treibt diese von der Reaktion so dankbar unterstützte Truppe Berbindung mit dem„ Fürsten" Awoloff Bermondt und umb welche Eristenzen sind darin vertreten? dem Grafen v. d. Goltz, In Berlin W., Kaldreuthstr. 16, befindet sich das Bureau dieser den berüchtigten Baltikumfämpfern, aufrechterhält. Leute, hier merden die Opfer, die fich der Arbeitsgemeinschaft an- Im Reichstage müßte Herr Jandren einmal gefragt werden, Broletariats hervorgebracht wird, so beschleicht einen ein Gefchließen wollen, angeworben. Bedingung: treu deutsche Gefinnung, ledig und eine minimale Löhnung. Sobald die wo die von der Arbeitsgemeinschaft Müller daß man sich, von dieser Angst bedrängt, in die Arme der Deutschen Boltspartei flüchtete? Liest man in der bürgerlichen Provinzpreffe, was da an Angstprodukten über die drohende sozialistische Schreckensherrschaft und Diktatur des fühl des Bedauerns, das sich von Achtung weit entfernt hält. Man kann als Demokrat die sozialistische Ideenwelt befämpfen, tut man das aber als Demokrat, dann muß man auch das Vertrauen haben, daß sich das, was man selber für gut und vernünftig hält, auch durchsetzen wird. Dafür nun aber diese Angst...! Leute nach Labes bzw. Klein- Raddom kommen, werden sie einem aus Oberschlesien mitgebrachten Maschinengewehre geblieben sind, Truppführer zugeteilt und müssen Landarbeit" verrichten, d. h. bie auf der Schreibstube der Arbeitsgemeinschaft Müller von dem im geeigneten Augenblid die von der Reafiton jo ehrenwert ge- Kurier Siegfried Kasche, dem Gruppenführer Jansen und dem fundene Streifbrecherarbeit leiften. Gegebenenfalls wird ehemaligen Unteroffizier, jeßigen Schreiber der Arbeitsgemeinschaft, ihnen auch Gewehr, Munition, Hardgranaten und Maschinengewehr eingefettet wurden Sollte Herr Jandren vielleicht diese Angst wovor? Man fürchtet, man würde untergebuckt anvertraut, um in ein Aufstandsgebiet geschickt zu werden, zu räubern Kleinigkeiten vergessen haben? Es könnte sein Gedächtnis dann etwas werden, wenn sich zu den 109 Sozialdemokraten, die jetzt in und die Kaffe der Arbeitsgemeinschaft zu füllen, wie es 1921 in aufgefrischt werden. der Koalition figen, meitere 71 gesellen würden. Ist das nicht Oberschlesien der Fall war, wo man Rutschen, Pferde, ein beflagenswerter Mangel an Selbstvertrauen? Jede BarMaschinengewehre usw. nach Labes schickte. Die Führer dieser Geßlers Sorgen. Auf Anregung mehrerer Landesregierungen tei, die mehr als ein bloßes Anhängsel der Politik fein will, Räuberbonde waren der sich„ töniglich preußisch" nennende hat sich das Reichswehrminifterium damit einverstanden erklärt, daß muß Führerfraft in sich verspüren, Führerkraft ist aber Oberleutnania D. Schäfer und ein Leutnant Kling- neuerdings auch auf dem Stahlhelm des Reichsheeres ein lands, überall dort, wo Willen, Ideen, Persönlichkeiten vorhanden mannschaftliches Abzeichen getragen wird. Es besteht aus einem Heinen, an der linken Seite des Stahlhelmes aufgemelten find, auf die bloße Mandatszahl tommts nicht an. Ich schildere nun die Einteilung dieser so glänzend bewährten" appenschild in ben Farben des betreffenden Landes. Nun Benn sich jetzt die Demokratie unter lauten Hilferufen Luppe. Ginem einzelnen Trupp steht ein Truppführer vor, der sage noch einer, daß Herr Geßler die Reichswehr nicht reformiert! an die Türe lehnen will, um den Eintritt ber Unabhängigen fpot. JU»erhindtt«. iwft wen* sie de* etwas größere**attsnas- liberalen Bruder zum Schutz heranholt, dann bietet sie wahr- haftig kein Bild, das geeignet wäre, Begeisterung zu wecke* und neue Anhänger zu werben I Schließlich müsien die Demokraten ja fekber Wiste*, was sie zu tun haben, aber deslöegen sei ihnen hier doch gesagt, daß es verhängnisvoll wäre, wenn sie sich auf ihr Beto gegen den Eintritt der Unabhängigen in die Regierung versteiften. Dadurch wird die Klassenscheidung nur noch weiter aufgerissen, also das gerade Gegenteil von dem er reicht, was sie selber wollen. Können sie es den Arbeitern verübeln, wenn sie dann sogen:.Aha, diese bürgerlichen Demokraten! Aus Angst vor uns laufen sie zu den Mon- archisten über!"? Die bürgerliche Demokratie Deutschlands Ist am Ratio- nalliberalisrnus schon hundert Tode gestorben: dies wäre der hunderterste— und vielleicht der letzte. Denn die ersten Jahre der Deutschen Republik sind die letzten Probejahre ihrer Lebensfähigkeit. Einen neuen Nervenzusammenbruch kann sie sich kaum noch gestatten. Der Rest wäre ein elendes Dahin- vegetieren, bis das Ideal der weisen Greise, das endgültige Aufgehen im politischen Nirwana des Nationalliberalismus feine Erfüllung gefunden hätte. Solchen Eventualitäten müsien wir Sozialdemokraten, die wir nicht nur Sozialisten, sondern auch ebenso aufrichtige Demokraten sind, gesaßt entgegensehen. Unser Kampf um eine ruhige Ueberleitung der heutigen Wirtschaftsformen in neue werdende würde dadurch nicht erleichtert werden— auf der anderen Seite wird die von bloßer Angst diktierte Taktik einer bürgerlichen Partei große Notwendigkeiten der der natürlichen Gesellschaftsentwickluna nicht aufhalten. So sind auch wir an der Entscheidung der Demokraten, die ja auch auf die Haltung der anderen bürgerlich-demokrattschen Partei, des Zentrums, ihren Einfluß haben wird, lebhaft interessiert. Kurz gesagt: Mit der Entscheidung der Demokraten über die Frage, ob sie die Bildung der großen republik a- Nischen Mehrheit fördern oder ob sie ihr einen Riegel vorschieben wollen, entscheidet sich auch die andere Frage, od zwischen deutschen Arbeiterparteien und deutschen Bürger- Parteien ein Verhältnis des Vertrauens, ein Zusammenstehen zus dem Boden der demokratischen Republik zu ihrer gemein- samen Verteidigung möglich sein wird Dieser Tag kann zer- schlagen. was>n vier Jahren mit Mühe aufgebaut worden ist. Dann aber wird R a t h e n a u.nicht vergebens gestorben fr in*— für die F e i n d e der Deutschen Republik! Kostgänger als Revolutionäre. Da» Berliner Blatt der Moskauer Sowjetregter»»§. Me „Rate Fahne', übt sich jetzt täglich wieder im Beschimpfen der Sozialdemokraten. Da» ist nicht weiter auffällig. Um so interessanter aber ist die Feststellung, die ein Kundiger heute in der„Frelhett" trifft. In dem unabhängigen Organ ist zu lesen: Auf de« KPD-Parteitag in Sex« war»es Anhänger» der sagenannte* Leviten der Antrag gestellt: .Angesichts der fürchterlichen Hungersnet I» Rußland auf jede «eitere llntnrsiützuvg von dort zu verzichte* und die russischen Gesinnungsgenossen z« bltten, die Summen für die Hungern- den»* verwenden.' Der Antrag wurde t* einer geheime* Sitzu*g*ach Aus- ku*st der Zentrale der KPD. abgelehnt, weil„alles zu Grunde gehe* müßte, wen* die Zuschüsse aus Rußland aufHärle*." Die deutschen Arbeiter, allen voran die sozialistischen und gewerkschaftlich organisierten, haben für die in Rußland Hun» gernden fleißig gesammelt, trotzdem sie selbst täglich der Rot ins Luge sehen. Die deutschen Kommunisten aber beziehen russische Gelder, um ihren Zerstörungskampf gegen die beut» fchen sozialistischen Organisationen fortsetzen zu können. Denn ohne russische Subsidien würde bei ihnen„all«» zu- s a m m e n b r e ch e n'. Volitisthes Temperament. Nm» Ha«» Sauer.. Ich ke*»««i*e» Kommunisten, der Sowjets für Deutschland wünscht und i» seine? Wohnung keine* Wert darauf legt, ei* oo* Fliege* bedreckeries Bild»on der Wand»u nehmen, das die Fomili« des Kaiser» darstellt. Ich dem« eine* Sozialisten, der bei jeder Wahl sein« Pflicht tut, aber i» Restaurant leise das Deutschland-Lied vor sich hin- pfeift, wen* es die Kapell» spielt. Ich t»*n«»wen Demakraten, der überzeugter Republikaner ist, sbar feine Zigarven bei einem Manne taust, ber jede* Monat mindeste»» einmal eine Gelegenheit ausknobelt, bei der er feine sch«»ar»weihrote Fahne heraushängen kann. Ich knne noch einige, die eine republikanische Ueberzeugung und eine«»»jj*Mlfansichen Will»*, Me abee kein politisches Tempe- rament hoben. Dieser Mangei m IndenstM des republikanische» Gefühls ist irofilos. Ach Gott, sage« diese RepubManer, wir stnd doch»ichi kleinlich. U»d da lächeln sie und lasten das bedreckert« Bild hängen und das MonarchistenNed spielen und meinen es sehr gut und haben Ber- söhnlichteit im Herzen und mache* stch nichts aus Aeußerlichteiten — und erweisen in ihrem gottverdammten Temperamentsmangel ihr« politische Würdelofigkeit. Wer als Privatman* Monarchist ist und al» Privatina** au» fei*** politischen lleberzeugung kew Hehl macht, gege* de* ist ja gewiß isfentltch nichts einzuwenden. Wer aber auch*ur!* der wlmzigsden Kleinigkeit der veffentlichteit als Nichtrepublikaner gegen- übertritt, dem sich nicht entgegenzustellen, ist ein, Erbärmlichkeit. E, darf in der Republik niemand mehr das Recht haben, von einem ihm kln bekannten»oeouszusetzen. daß er Segner der Republik ist. Wer da» t*t. beleidigt uns. Wer uns beleidigt,»«rdient zurechtgewiesen|*«erden. Wer»erdient zueechtgewtefen zu«erdeuck Der Kolporteur, der uns in«inem öffentliche»»skal fude*- dorff-Postkarten anbietet, der Kapellmeister, der Deutschland über alles spielt, der Herr, der unter der Annohm« unserer Ueberein. stimmung«it ihm im Cafe das republikanisch« Blatt demonstrativ i* die Ecke wirft, der Student, der vo* der Kneipe kommt u»d auf der Straße die Wacht am Rhri* johlt. Gelegentlich kann die Zurechtweisung»icht direkt erfeige*, dann soll sie wdirett erfolgen. Durch Boykott zum Beispiel der So- schäftsleut«, d!« Kaiserbüsten im Schaufenster ausstelle*, der Firmen, die ihrem Erzeugnis die schwarzweißrote Fahne als Signum auf- prägen. Es ist Zeit, da ß<> er Republikaner endlich lernt, z» fühl»«, daß er e<« Recht daranf hat, respektiert Rekchsgesetzliche Feiertage. D» Xeichsminist-rium des Innern hat dem Reichsrat einen Gesetzentwurk zugehen lassen, durch de* die Frage der Feier- tage reichsgesetzlich gelöst werden soll. Als gesetzliche Feiertag« des Reichs werden bestimmt die beiden O st« r t a g e, die beiden P f i n g st t a g e, die Seiden Weihnachtstage, der 11. August und in Süddeutschlarid� der Fronleichnamstag, In Norddeutschland der Karfreitag. Der lande sgesetzli chen Regelung bleibt es überlasten, das Reformationsfest, die 2et. und Bußtage und der 1. Mai. Weitere Feiertage können nur durch Reichsgesetz eingeführt werden. Für den verfastungsfeiertag ist vorgesehen, daß die Landesregierungen nach Rohmenanweisungen des Reichs näher« Bestimmungen zu seiner würdigen Ausgestaltung treffen können. Neue waffenfunüe in Magüeburg. Magdeburg, 10. Zufl.(Eigener vrahkbericht.) Bei neuerlich vorgenommenen Unkerfuchungen wurde bei elaem Angehörigen rechtsstehender Organifalionen ein voll st Snd Ig es neues Artilleriegeschütz gefunden. 3n anderen Fällen find einmal 8 llnfanleriegewehre mit vollständiger Zusanterieausrüflung für 8 Mann und in einem alten Gebäude Zü Karabiner und neue Gewehre gefunden worden. Selbstmord eines der Waffenschmuggler. Magdeburg, 10. Juli.(DA.) Einer der Hauptbeteiligten, die durch die Magdeburger Waffenfunde kompromittiert worden stnd, hat, nachdem er ein umfassend/s Geständnis abgelegt hatte, durch Erhängen Selbstmord oerübt. „DeutstbfbAtal'" verboten- Brannschwcig, 10. Juli.(©IB.) Auf Grund der Serardnung zum Schutze der Republik hat das Staatsministerium sämtliche im Freistaat Braunschwelg bestehenden Gruppen der„Deutsch- sozialen Partei" ausgelöst und oerboten. Das Rmnestieaesetz. Las de« Reichstag vo* der Regierung vorgelegte und jetzt im Ausschuß beratene Amnestiegesetz besagt u. a. folgendes: Personen, die im Jahre 1920 nach dem 4. August und im Jahr» 1921 an einem hochverräterischen Unternehmen gegen das Reich als Täter oder Teilnehmer mitgewirkt haben, wird Straf- fr e i h e i t gewährt. Dies gilt nicht für Straftaten, die stch in das Jahr 1922 fortgesetzt haben. Ferner wird Straffreiheit gewährt Personen, die von den auf Anordnung des Reichsministers der Justiz im Jahre 1921 errichteten außerordentlichen Ge- richten wegen Handlungen verurteilt worden stnd, die mit einem gegen das Reich gerichteten hochverräterischen Unternehmen im Zu- sommenhang stehen, sofern die Handlungen nicht lediglich auf Roheit, Eigennutz oder sonstigen nichtpolitischen Beweggründen beruhen. Bo* der Straffteihett ausgeschlossen sind die Personen, die zur Durchführung des hochverräterischen Unternehmens oder im Zu- sammenhange mit dem hochverräterischen Unternehmen ein Der» brechen gegen das Leben, ein Derbrechen der schweren Körperverletzung, ein verbrechen des schweren Raubes, ein Derbrechen der Brandstiftung, ein Derbrechen der vorsätzlichen Gefährdung eines Eisenbahntransportes,»in Derbrechen gegen das Gesetz über den verbrecherischen und gemeingefährlichen Verbrauch von Sprengstoffen usw. begangen haben. Im übrigen finden die Vorschriften der§5 2, Z des Gesetzes vom 4. August 1920 mtt der Maßgabe Anwendung, daß auch die rückständigen Geldbußen und Kosten erlassen werden, und daß auf Antrag des verurteilten auch vermerke über bereits verbüßte Strafen, die unter die Straffreiheit fallen würden, im Strafregister zu tilgen sind. Das Gefetz beschäftigte bereits am Montagnachmittag den Rechtsausfchuß. Don den sozialdemokratischen Parteien(die Kommunisten sind nicht im Ausschuß vertreten) wurde in mehr- facher Hinsicht ein« Erweiterung gefordert. U. a. wiesen die Redner der genannten Parteien darauf hin, daß Richter der zu werde», daß er das verliert, was er Großzügigteit nennt und was Kaltschnäuzigkeit ist. Laßt sie doch zetern, die Feinde der Republlk. Laßt sie uns rigoros nennen. Wir sind Selbstmörder, wen* wir nicht kleinlich und rigoros in der Abwehr der Unterstellung werden, daß wir keine Republikaner sind. Wie, wenn es darauf ankommt, stehen Sie auf der Barrikade Ihren Mann? Seien Sie so Neb und führen Die erst einmal den Kaiserbild- Oeldruck auf Ihrem Klosett der einzig geeigneten Verwendung zu. Dann wird es nie darauf ankommen. Kabarett Größenwahn. Eine Preste»»rstellung im Kabarett Größe*«»h*«m Kurfür st endamm soll hier«ine über den Rahmen des Ueb- liche* hinausgehende Würdigung erfahren. Wir werden gleich sehen, warum. Der fuhfteien Muse eine angemessene Stätte zu schaffen, ist schon vor einer Reih» von Iahren allseitig als dringen- de, Kulturbedürfnis anerkannt worden. Dennoch haben sich die abseits von der bürgerlichen Moral ragenden Kunsttempel, die Kabarets oder Kabaretts oder Eabarcts, nicht so mit der Voltsseele verbündet, daß man ihr« Lllgemeinbekanntheit voraussetzen dürfte. Wir ersteigen eine teppichschwellende Treppe, nachdem unsere aufkeimende Angst durch die mehrfach verkündete Zusicherung „Kein Weinzwang" beschwichtigt ist. An der Kasse erfahren wir erstens, daß es auch im Kabarett Logen gibt, ja, scheinbar mehr Logen als Rcihenplätze, zweitens, daß sich die Eintrittspreis« in denselben bescheidenen Grenzen halten wie im Theater— z. B. Seitenloge 120 M. pro Person. Indessen wird un, beim Betreten de, Allerheiligsten, des eigentlichen der Kunst gewidmeten Raumes, die von vornherein gehegt« Hoffnung gütigst belassen, etwas ganz anderes als ein Theater zu erleben. Es springen nämlich sogleich «ine Anzahl blühweis gedeckter Tische in die Augen, auf denen er- wartungsfroh Weingläser blinken. Das Portemonnaie beginnt ängstlich in der Hosentasch« zu zittern. Um den Aufenthatt so be- guem wie möglich zu machen, nimmt dir der Kellner sogar die Arbeit des Entfaltens der Getränkekarte ab. Wenn du nicht darauf achtest, rückt er sie dir in Lesenähe. Disinger Sekt tostet einschließ. [Ich vergnügnugssteuer 520 M. die Flasche und Tee(kein Wein- zwang, bitte sehr!) 3S M. Dies ist der wahr« Grund meiner aus- führliche* Darstellung— der einsichtsvoll« Leser wird es ohnehin scho* gemerkt habe*. Di« früheren wohlhabenden Kreis« könne» sich infolge ihrer ungeheure* Rotlage nicht m<.hr am Born dieser Kunstgattung laben. Es wäre verfehlt, in diesem Blatt das Wesen des Kabaretts zu schildern, da ja dos reichgeword«*« Proletariat (bedenken Tft die hohen Löhne!) als Hauptzuschauermasse- die Sänkelbühn« besucht und daher genau kennt. Der„Vorwärts" kommt aber heut« auch in die Hände von Zlgrariern, Industriellen und anderen Armgewordenen. Für diese sind diese Zeile* bestimmt. Der Lorhang spreizt auseinander, und eine Schauspielerin detlamiett wie eine höhere Tochter ein Gedicht. Vis sie sagt» es sei Nepuökik F e i* d e der repuLManffche* Waatssorm gering oder gar nicht bestraft haben, während Freunde der Republik bei den geringsten vergehen mit schweren Strafen belegt wurden. Schon dadurch ergebe sich die Notwendigkeit der Amnestte. Luch in Bayern müßten die politischen Gefangenen befreit werden, und es sei eine Schmach für Deutschland, Toller noch weiter hinter Gcfängnismauern festzuhalten. Aufhören müsse auch die Rache- Politik gegen die Eisenbahner. Gewisse Eisenbahn» direktionen hätten die Gelegenheit benutzt, um anläßlich des letzten Streiks mißliebige Beamte zu entfernen, wenn sie auch gegen den Streik gearbeitet haben. Die Eisenbahner wünschten mit Recht ihre gemaßregellen Kameraden in den Dienst zurückversetzt. In der Abstimmung wurden die soziatdemokratischen An» träge fast ausschließlich abgelehnt. Als Absatz Z wurde auf Antrag der Sozialdemokraten folgendes eingefügt: „Wird die von den Beschuldigten oder Verurteilten auf Grund dieses Gesetzes in Anspruch genommene Straffteihett durch eine gerichlliche Entscheidung verneint, so stnd die Akten einem Ausschuß vorzulegen, den der Reichsjustizminister beruft. Erachtet der Ausschuß die Voraussetzungen der Straffreiheit für gegeben, so legt er die Akten dem Reichsminister zur wetteren Entschließung vor. Angenommen wurde noch folgende Resolution, die vom Zentrum, den Demokraten und der Deutschen Dolkspartet gestellt wer- den war:„Der Reichstag spricht die Erwartung aus, daß die Eisenbahnoerwaltung bei Handhabung der Disziplinar- gewalt gegen die am Eisenbahnerstreik im Februar d. I. beteiligten Beamten, die äußerste mtt dem Gebot der Ausrechterhaltung der Ordnung vereinbare Milde walten läßt. Er erwartet ferner, daß der Herr Reichsverkehrsminister nach denselben Gesichte- punkten bei der Beurteilung von Gnadengesuchen verfährt in all den Fällen, in denen Beamte wegen de bezeichneten Der- fehlungcn durch rechtekräftigles Erkenntnis eines Disziplinargerichts oder der zuständigen Verwaltungsbehörde abgeurteilt stnd." Die Hilfsaktion für üie preffe. Der Reichsrat hat bekanntlich am Sonnabend den Eni- wurf eines Gesetzes über Mahnahmen gegen die Wirtschaft- liche Notlage der Presse abermals einem Unterausschuß überwiesen, um am Montag mittag endgültig zu dieser Frage Siel- lung zu nehmen. Anschließend an diese Lusschußsttzungen fand am Montag unter dem Vorsitz des Reichswirtschastsministers, Genossen Schmidt, eine neue Vollsitzung des Reichsrats statt, in der Ministerialdirektor R o b i s Bericht erstattete. Er wies darauf hin. daß entgegen allen anderslautenden Mcl- düngen im Reichsrat von Anfang an Uebcreinstimmung darüber bestanden habe, daß Maßnahmen notwendig sind, um die Wirtschaft- liche Rot der Presse bekämpfen zu können. Die Frage sei nur ge- wesen: Wie läßt stch das Problem lösen? Die Regierung hatte vorgeschlagen, daß die Länder zur Unterstützung der Presse«ine Notkasse einrichten und in diese 8 M. pro Kopf der Bevölkerung einzahlen sollten. Den Ländern sollte es überlassen bleiben, dicftn Leftag auf die Holzproduzenten umzulegen. Auf diese Weise hoffte man, 500 Millionen Mark aufbringen zu können. Die Länder lehnten aber diesen Dorschlag ab. Jetzt ist sich der Ausschuß des Reichsrats schlüssig geworden. Es soll zur Deckung des Bcftagcs eine Ausfuhrabgabe von 2�4 pro Mille erhoben werden. Ohne Aussprache wird folgender Antrag Preußens mit 44 gegen 22 Stimmen angenommen: „Bei der Veräußerung von Holz durch die zur Ge- winnung de» Holzes von forstwirtschostlichen Grundstücken Berechtigten wird eine Abgabe von Proz. de» Berkaufspreise« er- hoben. Nutznießer von forstwirtschaftlichen Grundstücken unter zehn Hektar bleiben von der Abgabe frei. Die Erhebung der Abgabe liegt den Ländern ob, die auch die hierzu erforderlichen Bor- schritten zu erlassen haben. Die Reichsfinanzverwaltung hat auf verlangen eines Landes die Veranlagung und Erhebung dieser Abgabe zu übernehmen. Die Abgabe ist nach Abzug der Ein- ziehungstosten an die Rückvergütungskasse für die deutsche Presse abzuliefern. Die Rückoergütungskasse besitzt Rechtspersönlichkeit." Die Ausfuhrabgabe wird auf l� pro Mille herabgesetzt, so daß nunmehr die im preußischen Anftag vorgesehene Abgabe von 1H Proz. von allen Holzverkäufen und außerdem eine Aus- fuhrabgabe von lii pro Mille zugunsten der Rückoergütungskasse für die deutsche Presse abgeliefert werden müssen. von Goethe, fährt den Zuschauern der Schreck i* die Beine, lim Gottes willen, das ist hier doch nicht etwa ein lit«. arische, Kabarett? Aber wir beruhigen un, sogleich. Nach einer Pause— Pausen ge- hören zum Programm, damtt serviert werden kann— erscheint die höhere Tochter noch einmal auf der Bühne. Diesmal aber im Nacht. Hemd und im Bett mtt noch einem Backfisch, Die beiden spielen eine Szene von Maupassant, in der es sich um„das" dreht, wovon sie noch nichts wissen, was sie aber brennend gern wissen möchten, nämlich, worum es sich eigentlich in der Brautnacht handelt. Es ist unwahrscheinlich, daß es die Theaterbesucher audj nicht wissen, aber sie möchten es einmal hören. Hiermit, meine lieben Leser, haben sie das Programm sämtlicher Kabaretts. Dies ist das Thema, ohne das jede Bönkelei unrettbar der Pleite verfallen wäre. Es werden Chansons gesungen oder Lauten gezupft oder Sketchs gespielt: „Das" muß vorkommen. Im Rahmen dieses Haupterfordernisses HM stch auch die von dem rührigen Theaterdirektor Dr. Eugen Robert geleitete Größenwahnbühne. In diesem Nahmen steht st« aber, dos wollen wir anerkennen, durchaus über dem Durchschnitt. Dr. Robert hat einen Hausdichter und Hauskomponssten Erich E i n« g. der die Kunst des Chansons meisterlich beherrscht. Seine Lieder, für den Augenblick berechnet, zünden. Eineg bricht sogar«ine Lanze für die Republik, was im Hinblick auf den Kurfürstendamm nicht so ohne ist. Ein Sketch„Getrennte Schlafzimmer" von Friedrich Lobe besteht eigentlich nur aus(teilweise saftigen) Pointen, und dem Akt„Ich b i*«, nicht" von Erich P a b st liegt eine witzig-originelle Idee zugrunde, die dem unverwüstlichen Hans Iunkermann Gelegenheit gibt, das Zwe-chftll der Zu- schauer in Gefahr zu bringen. Eine persönlich« Rot« hat auch H e d y Ries, die eine neue Kunst raus hat, lustige Lieder mtt elegischem Gesichtsausdruck zu singen. Wirffam erheitert verlassen wir die Stätte der Miniatur- kunst um 12 Uhr nachts. Da fällt un? ein, wo sind hier eigentlich die Mittellogen? Unter Mittellogen versteht man, wie uns er- klärende Karten versichern. Tisch« und Stühle, die in der Mitte des Saals ihren Platz haben. Aha! E. D— r. Was der Film enthüllt. Nicht vo*„Enthüllungen" sensatio» neller Art soll hier die Rode sein, die gewisse Filmgattungen diskre- ditiert hoben, sondern von jenen Enthüllungen neuer Erkenntnisse und Beobachtungen, die der Film als Helfer der wissenschaftlichen Forschung darbietet. Die Heilwissenschaft und besonders der medizi- nifche Unterricht haben sich in letzter Zeit immer mehr der Kinema» tographie bemächtigt. S, gibt jetzt Aufnahmen von Operation«?,. aus denen der Student sehr viel mehr lernen tan* al» au» der Be- obachtung der Operationen selbst. Mit Hilfe der �Zeitlupe" ist es nämlich möglich, jede Bewegung der Hände oder de» Messers des Chirurgen so ,u verlangsamen, doß ma* sich über dl« feinsten Einzelk>eiten und Handgriffe klar werden kann. Auch sonst wftd der Film in immer ausgedehnterem Maß« für die Wissenschast nutzbar gemacht. Die Lagerung der Atome beim Stahl wftd z.». aus kine- matographischcm Wege festgestellt, und es gelingt, durch auber- ordentliche Vergrößerung gewisse Fehler zu erkennen, die bei der Verwendung diese, Stahls die Maschine unbrauchbar und gefährlich machen würden. Andere interessante Filmaufnahmen sind z. L. die Nr. 322 39. Jahrgang Wirtschaft Verschärftes Anziehen der Großhandelspreise. 1. Beilage des Vorwärts Vom 1. Juni bis zum 1. Juli ist der Dollar an der Berliner Börse von 272 auf 401,50 gestiegen, und inzwischen hat die Ent. wertung der Mart bekanntlich weitere Fortschritte gemacht. Die Devisenteuerung pflegt sich zuerst auf die Großhandelspreise zu übertragen und erst allmählich auch die Kleinhandelspreise in die Höhe zu treiben. So sehr die Erhöhung der Preise einzelner Waren schon jetzt dem Verbraucher spürbar ist, läßt sich doch ein ab schließendes Bild über die Gestaltung der Lebenshaltungskosten in folge des Balutensturzes jetzt noch nicht gewinnen, eben weil die Answirkung der Geldverschlechterung auf das allgemeine Preisniveau noch längere Zeit erfordert. Dagegen ist jetzt schon ein erafter Ueberblick über die Entwicklung der Großhandelspreise im Ichten Monat durd, die neuerdings auf 98 Waren ausgedehnte Indegziffer der Franff. 3tg." gegeben. Diese zeigen ein verschärftes Tempo der Teuerung an. Befanntlich ließen die Inderziffern des Statistischen Reichsamts für die Lebenshaltung im Juni eine Teuerung um 9,2 Proz. erkennen. Die Großhandelspreise aber maren von Anfang Juni bis Anfang Juli um 16,6 Proz. gestiegen. Daraus geht hervor, was das Statistische Reichsamt in seinem Bericht auch betonte, daß die durch die Baluta bedingte Teuerung der letzten Zeit in der Statistik der Lebenshaltungskosten noch nicht zur Geltung gefommen ist. Da die der Berechnung zugrunde gelegten Preise für Mitte des Jahres 1914 mit 100 eingesetzt wurden, ergibt sich, daß die Warenpreise im Großhandel Anfang Juli be. reits den 91fachen Friedensstand überschritten hatten und daß sie jetzt, wo der Dollar noch um mehr als ein Biertel schlechter steht Mein Leber Mann, unser geliebter Bater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und. Onkel Selig Freuthal ift im 81. Lebensjahre von langem Leiden durch einen sanften Tod erlöst worden. Beerdigung: Weißenfee, Neue Salle, Mittwoch 10 Uhr. Beileidsbefuche danfend verbeten. Die Hinterbliebenen. Schöneberg, den 8. Juli 1922. Wielandstr 27. [ 19415 Ein sanfter Tod erlöste von jahrelangem schweren, mit unsagbarer Geduld ertragenem Leiden am Sonnabend. den 8. Juli nachts 1,12 Uhr meine heißgeliebte Lebensgefährtin, meine herzenspute, türsorgliche Mutter, unsere liebe Schwiegertochter. Schwester Schwägerin und Tante Frau Sascha Garnmann geb Lendt 1792 b im vollendeten 42 Lebensjahre Im Namen der Hinterbriebenen NorbertGarnmann AliceGarnmann. Berlin NO.. 9. Juli 1922 Bötzowstr. 30 1. Die Beerdigung findet am Dienstan, den 11 Juli, 11 Uhr von der alien Halle des Jüdischen Friedhofes Weißensee aus statt Beileidsbesuche dank. abgelehnt. Unerio. u. blogt wurde ins mein lieber, guter Mann, unfer treusorg. Bater, der Gastwirt Nobert Hentschel m blüh Alter von 44 Jahren inmitt jeiner Schaffensfreude gewalts. durch d Zod entrissen. Dies zeig. tiefbetrübt an Frau 3da Hentichel, aeb. Deriner und Kinder, Wiener Straße 58 b. Die Einäich, find.am 13. Juri, nchm.4 Uhr im Kremator. Baumsch lenweg statt. und wo weite Marktgebiete dieser Entwicklung gefolgt find, bereits den 100fachen Stand. überschritten haben. Dienstag, 11. Juli 1922 im Buchdruckerstreit und in der Montanindustrie sind ein Beweis dafür, wie wenig Berständnis auf dieser Seite für die Lohnfragen vorhanden ist. Bei den einzelnen Warengruppen ist die Teuerung verschieden schnell fortgeschritten. Lebens. und Genußmittel stiegen Don 6967 auf 8323, und zwar waren es hier die von der Valuta Rußland geht nicht zur Oftmeffe. Die Sowjetregierung sieht beeinflußten Waren, die zuerst in die Höhe gingen. Nur Kartoffeln, fich nicht in der Lage, a diesem Jahre an der Königsberger Ostdie im Winter zurückgehalten worden waren, sind hier im Preise messe teilzunehmen. Dieser Verzicht erklärt sich, wie der Berliner gefallen. Aehnlich, nämlich von 11 891 auf. 13 938, find Leder und Sowjethandelsmission aus Moskau amtlich mitgeteilt wird, einer. Tertilwaren gestiegen. Bei Mineralien, die von 10 141 auf 12 168 feits dadurch, daß die Wirtschaftsbehörden Sowjetrußlands augenangezogen waren, spielt nicht nur die große Abhängigkeit der Me- blicklich ihre ganze Aufmerksamkeit dem Kampfe gegen den Hunger tallpreise von der Baluta eine Rolle, auch die Kohlenpreise haben und der Belieferung des Landes mit Herbstsaaten widmen, andererin der fraglichen Zeit sich stark erhöht. Bei verschiedenen Waren, zu seits durch den späten Eingang der Einladung zur Ausstellung. Doch denen Kali, Stidstoff, Spiritus usw. gehören, ist die Steigerung beabsichtigt die Berliner Sowjethandelsmiffion, zu Informa. verhältnismäßig gering. Ihr Inder hob sich von 6413 auf 6881, tions3weden einen Vertreter zur Königsberger Ostmesse zu also noch nicht um 10 Broz, auch die industriellen End entfenden. Wegen der Ueberlastung des ruffischen Transportwesens produkte haben den Balutasturz nicht sofort in ihre Preise auf- muß die Berliner Sowjethandelsmission sich auch gegenüber den genommen, fie ftiegen von 5859 auf 6750. Angeboten deutscher Firmen zur Teilnahme an der NishniDer Abstand zwischen Groß- und Kleinhandelspreifen hat sich, Nowgoroder Messe Beschränkung auferlegen, ungeachtet des infolge des scharfen Tempos mit dem ersten gestiegen, wieder ver- regen Interesses, welches die deutschen Firmen dieser Messe entgegengrößert. Jezt folgt der Kleinhandel, ohne daß vorerst noch eine bringen. obere Grenze gesetzt ist, da die Entwicklung der Mart noch un durchsichtig ist. Jedenfalls zeigen schon die einwandfrei ermittelten Großhandelspreise, wohin der Weg geht. Wir haben mit einer verschärften Teuerung zu rechnen. Es ist daher auf das entschiedenste zu verwerfen, wenn sich die Unternehmer bei den schwebenden Lohn. verhandlungen darauf berufen, daß die veralteten Zahlen des Vormonats das Bild der Teuerung in wesentlich milderem Lichte er. scheinen laffen. Doppelt zu verwerfen darum, weil die breite Masse die steigenden Preise mit wachsender Erregung beobachtet und am eigenen Leibe zu spüren bekommt. Es ist nichts anderes als eine leere Geste, wenn die Unternehmer immer wieder auf die Notwendigkeit einer Produktionssteigerung hinweisen, ohne daß sie durch eine vernünftige Lohnpolitit die beschleunigte Minderung des Reallohnes anzuhalten suchen. Die Auseinandersetzungen| M. SCHULMEISTER M.Schulmeister Hochbahnstation Kottbuser Tor billige Tage vom 1.- 12. Juli in Herren-, Jüngl- u. Knabenkleidung Herra Knabe Kleidung 10 Stoffe Deutscher Metallarbeiter- Berband Juwelen- Ankauf Verwaltungsstelle Berlin N. 54, Linienſtr. 83/85 Geschäftszeit von vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr. 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Achtung! Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Donnerstag, 13, Juli, abbs. 7! Uhr, im Lotal Weltrestaurant", Hirschgarten: Wegen der außerordentlichen Wichtigkeit 1. Edelmetalle zu höchst. Preisen G.Schliephacke Juwelier Friedrichstraße 210 Ecke Rochstr. Geöffnet von 9-4 Uhr. Anzugstoffe Alleinverkauf Die Handelsabteilung eines Ia organisierten Unternehmens, Sit Berlin, sucht den Alleinverkauf guter Artikel möglichst für die ganze Welt Buschriften erbeten unter M. 45 Vorwärts. Deberall inZigarrengeschäften erhältl.ist d. echte Kapitän- Kautabak nur mit 8etteleinlage( Rollen, Schleifen, Stangen, Twift). Berkaufsstellen durch piinifliches Erscheinen unbedingt notwendig. Bezirks- Versammlung prima Qualität. 3,10 Cari Röcker, Sichtenberg.Str.22( Rgft 3861) Donnerstag, 13. Juli, abends 7 Uhr, bei Döhling, Brunnenstr. 79: 7 des 22. Bezirks. Tagesordnung: 1. Bericht vom nahme zur Wahl des Bevollmächtigten. Meter 1500 mt. Gewerkschaftstongreß. 2 Stenung privat Versammlung Obne Mitgliedsbuch kein Zutritt verfäuft. Schendet, Es ist Pflicht eines jeben Kollegen zu dorfer Straße 46, il. Wilmersdorf, Duffel Uhland 5202 aller in der Fachgruppe der Wickeleien und Motorenfabriken beschäft. Kolleginnen n. Kollegen. Tagesordnung: 1. Bericht von den Lohnverhandlungen Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt.] erscheinen. Kommission der Eisendreher. Heute Dienstag, den 11. Juli, Sigung im Verbandshaus, Zimmer Nr. 10. Achtung! Urabstimmung Achtung! Frauenleiden Zu der am Sonnabend, den 15. Juli, Sonntag, den 16. Juli, Montag, den 17. Juli, #tattfindenden Urwahl des Bevollmächtigten können nur Mitglieder Möbliertes Zimmer sucht per sofort junges kinderloses Ehepaar Pretsofferten an Dito Stern, Berlin N. 31, beibe beruflich tätig. Bernauer Str. 11. Jurdd Dr. Erich Lewy Facharzt für Haut, Harn- ut Segualletd. 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Geschlechts krankheiten Tempelhofer Ufer 5 Lützow 4779 Kisten liefert auf Bestellung Buchhdig. Vorwärts prompt, preiswt. Im Anschluß an unfere Bekannt Oberschöneweide: Verbandsbureau, Laufener Straße 5, Berlin SW 68, Lindenstr 2 machung über die Schließung ber Landtrantentasse Berlin- Friedenau außerdem in unserem Verbandsbureau, Linienftr. 83/85, wird hierdurch bekanntgegeben, daß die Bereinigung der Zweigstelle mit unserer Geschäftsstelle in Friedenau. Rheinftraße 9, am 11. Juli 1922 erfolgt. Die Geschäftsräume der bisherigen Landtrantentasse Friedenau. Raiferallee 67, bleiben lediglich zum Zwede der Abwicke lung der Geschäfte der Landtrantentaffe bestehen. Berlin Schöneberg, ben 10. Juli 1922. Der Borstand. 167/17 Friz Senß, Schriftführer. A. Schuldt, Borsigender. Sterbetasse ehem.Pflug'scher Arbeiter( Hegel'sche Kaffe) Sonntag, den 23. Juli, vormittags 10 Uhr, im Rosenthaler Hof, Rosenthaler Str.11/ 12 Generalversammlung Tagesordnung: 1. Raffenbericht und Bericht der Revisoren 2, Erhöhung der Beiträge bezw. Leiftungen und Aenderungen der diesbezilal. SS 3. Feitfegung der Publikationsorgane. 4 Erhöhung der Entschädigung für Kaffenverwaltung. 5. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert! Der Vorstand. J A: J. Eisele. Dampfmaschine Brauche eine gebrauchte, moderne ampfmaschine von 80-100 PS An gebote mit Breisen an S. Nikolitch, Berlin N 4, Chauffeestraße 34. Fabrikräume Confettionsfähneiderei geeignet, gesucht Wintler, Schwedler Straße 231.[ 35/7 Zimmer 2 und 3, tleben laffen. Die Ortsverwaltung. Ehrlich bedient beim Verkauf von Bolz bearbeitungsGesellschaft Gr.Franff.Str.133 Segft. 8671. Brillanten- Platin Gold, Silber] Filbernen Besteden, Münzen, Ringen, Zahngebissen werden Sie bei der renommierten Firma, die durch ihre großzügigen Beziehungen fich den besten Ruf gesichert hat Juwelier H. Wiefe Artilleriestraße 30 5 Minuten v. Bahnhof Friedrichfir. Passauer Straße 12 5 Minuten vom Bahnhof 300. Telephon Norden 1030 u. 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Sabinerinnen times Theater Gastspiel Hugo Thimig vom 8: Die Peitsche und? Wiener Burgtheater. Laut doch nicht Gr.Schauspielh. Immer nackt herum Nenes Operett.- Th. ( Karlstraße) 72 Die Maschi nenstürmer Mittw. 7: Die Ma 8 Uhr: Die Mädels von Davos Kleines Theater 830 Schäfer stündchen Der Sektkübel Ballett Celly d. Rheidt und Salomé Weiche mit Henko die Wasche ein! Henko Henkel's Wasch. u Bleich- Soda für Wäsche und Hausputz. Henkel& Cie. Düsseldorf Bekanntmachung. Wafferpreis. Füs bas Bersorgungsgebiet der aus ben bisherigen Gemeindewafferwerten, xämlich ben ehemaligen Berliner, Char Lottenburger, Lichtenberger, Spandauer, Bantower, Reinidendorfer, Tegeler, Sermsdorfer, Stofenthaler, Rieber und Hohenschönhaufener, Copenider Wasserwetten unb bem früheren Verbandswafferwerk Alt- Glienice mit Wasser belieferten Teile der Stadt Berlin wird ber Preis für 1 Rubikmeter aus dem Wafferrohrnek abgegebenen Wafers, beginnend mit dem Tage der Berkinbung, auf 8,50 2. festgefeht. Für die wifchen ben Sag ber Berfindung und bie barauf folgende WaffermenterabTefung fallenbe Beit wird als Wailer serbrauch ber durchschnittliche tagliche Berbraud besjenigen Beitabschnittes sugrunde gelegt, der burch die lette por dem Stichtage und durch die naghile hinter dem Stichtage liegende Wassermefferablefung begrenzt ist. Die nebex bem Waferpreis bisher erhobenen Gebühren bleiben bis aur Einführung einheitlicher Wasserliese. rungsbedingungen bestehen. Berlin, den 7. Juni 1922. Magiftrat bee Stadt Berlin. Sitter. A 150 affer 28AM 14. JULL Spielplan rem 7. bis 13. Juli 1922 Näheres Anschlagsäulen UFA- PALAST Am ZOO Sie u. die Drei TAUENTZIEN- PALAST Die schwarze Rose v. Cruska UT. KURFÜRSTEND. UT. NOLLENDORFPL. Brigantenliebe KAMMERLICHTSPIELE TAUENTZIEN Friedericus Rex schinenstormer Neues Volkstheater VARIETE Geschichten des Uhr: eerste teine TauentzienDie wunderlich. 7 Kapellmeisters Kreisler im Th. 1. d. Königgrätzer Str. tägl.& Uhr Schiller- Th.Charlbg. 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Außerhalb Groß im Grunde nichts anderes als die ehemalige Dorfane des alten Berlins, weit draußen in der Mart bei Sommerfeld im Osthavelland, Auf dem Weg von dem 14. Berwaltungsbezirf Neukölln um den Dorfes Lühow, und die Lügowstraße in Berlin ist eine Erinnerung liegt zur Behandlung von Tuberkulosen das modern eingerichtete Berliner Often und Norden herum haben wir Bezirke besucht, die daran, daß die Ländereien der alter Lühower Bauern bis in jene großstädtische Waldhaus Charlottenburg. Um die Mollwigstraße fämtlich aus einer oder mehr minder großen Anzahl after felb. Die Frau des Rurfürften Friedrich III., Sophie Charlotte, die eine dem Auguste- Bittoria- Haus, der städtischen Pulsschen AltersverGegend reichten. Wie ist nun daraus Charlottenburg geworden? zwischen der Sophie- Charlotten- Straße und dem Schloßpart ist mit ständiger Gemeinden zusammengesezt worden sind. Im 7. Bezirt, beschauliche philosophische Natur war, sehnte fich von den rauschenden forgungsanstalt und das städtische Bürgerhaus für Siechenpflege Charlottenburg, betreten wir einen Bezirf, der im Grunde genommen Feften in Berlin hinweg und ihr Mann ließ ihr in der Nähe des ein eigenes Wohlfahrtsviertel entstanden. Der Volkspart in der auch heute noch seine alte stadtcharlottenburgische Grenze gewahrt Dorfes Lüzom ein Schlößchen bauen, das auch zuerst den Namen Jungfernheide wird, da Vorbeugung immer noch die beste Wohl hat, denn hinzuggekommen find nur die Gutsbezirke Blögensee, Lüheburg erhielt. Der frühe Tod seiner Frau traf den Kurfürsten fahrtspflege ist, ständig erweitert. Auch im Westen des Bezirks wird Heerstraße füdlicher Teil und Jungfernheide südlicher Teil hart. Ihr zu Ehren nannte er das Schloß Charlottenburg und ging auf dem Gelände des ehemaligen Egerzierplages des Elisabeth- Regi mit insgesamt etwa 2200 Einwohnern, während Charlottenburg jegt dann bazu über, um das Schloß herum eine gleichnamige Stabt zu ments ein Sport- und Erholungspart errichtet. Nicht unerwähnt 341 000, zusammen also 343000 Einwohner hat, und bamit gründen. In dieser ging das alte Dörfchen um 1705 auf. Das mag schließlich bleiben, daß Charlottenburg eine der größten und der größte der neu zu Berlin gekommenen Gebietsteile ist. Auch später auf 500 Meter Länge ausgebaute Schloß mit seinem pracht- modernsten Bolfsbücherelen Deutschlands hat. Und der alte luftige gilt es gleich eingangs die Legende zu zerstören, als ob CharlottenSpottvers: Berliner Kind, Spandauer Bind, Charlotten burg eine ausschließlich plutokratische Stadt sei. Neben Bierteln, burger Pferd sind alle drei nichts wert, verweist auf den auch die die üppigsten und luguriösesten Stätten des Reichtums bergen, heute noch bestehenden Charlottenburger Pferdemarkt. find Teile und Straßenzüge verhanden, bie start proletarischen Charakter tragen. Die sechs Hauptstraßen. Das äußere Stadtbild wird wesentlich burch sechs Haupt- und Berkehrsstraßen beftimmt, die als Gesamtheit in ihrer besonderen Prägung in Groß- Berlin einzig dafiehen. Von dem AugusteBittoria- Blah weiter gehen bie Hardenberg-, die Kantstraße und der Surfürstendamm ab. Die Rantstraße ist eine reine Verkehrs- und Geschäftsstraße und gewinnt erst in ihrem westlichen Teil ein freundliches Aussehen. Dort führt sie über den Liehenfee, der einst ein trübes schlammiges Gewässer war, heute aber mit dem zu einem Boltspart ausgestalteten ehemaligen Bart Wigleben ein gärtnerisches Jumel ist. Ganz anders die Hardenbergstraße, die vornehmlich hinter der Stadtbahnführung den Churafter ciner zun genießenden Schlendern einladenden Parkstraße hat. An dem Steinplag liegt die Staatliche Hochschule der bildenden Rünfte und Mujit, unmittelbar hinter dem Bahnhof 30s das Gebäude des Oberverwaltungsgerichts. Der Rurfürstendamm, immer noch feudaffte Wohnstraße des neuen Westens, wird gleichzeitig von Tag zu Tag mehr eine reine Bergnügungsstraße. Ein abenoither sang zeigt in faft ununter- vollen Park, der den Charlottenburgern den fehlenden Stadtpart brochener Reihe bis zur Halenseer Brüde Cafés, Bierreftaurants, ersehen mußte, dem Mausoleum und dem an die schlimmste preußische Beinstuben, Lugusiofale, Dielen, Bars, Litörftuben, Rabaretts, Reaktionszeit erinnernden Belvedere- Pavillon ist der architektonische Kinos und Klubs und dazwischen eingeftreut fleine vornehme Ge- Sentralpunft Charlottenburgs. schäfte, Bücherstuben, Kunsthandlungen, Bus- und Modesalons, Die geographisch richtige Fortsetzung der Berliner Straße an der Lurusmöbel-, Konfitürengeschäfte. Bas im Osten der 50- Mart- Schein, Strece am Knie wäre die Bismarckstraße, einst eine unbedeutende ift hier der Laufenbmartschein. Die Hardenbergstraße trifft am Knie ichmale Straße, heute aber eine impofante Ausfallstraße, wie sie eine auf zwei weitere bedeutende Straßen, bie Berliner- und die Bismard- Beltstadt eigentlich nach allen Seiten brauchte. Schiller- Theater firaße. Die erstere fonimt com Bahnhof Tiergarten und muß sich und Deutsches Opernhaus sind ihre schönsten Schmuckstücke. Beide auf der Charlottenburger Brüde über die Spree diesen ganz im Stil Bühnen gehören der ehemaligen Stadt Charlottenburg und find von und Geschmad Wilhelms II. gehaltenen überflüffigen und progigen ihr an gemeinnüßige Gesellschaften verpachtet worden, die ich vermonumentalen Brüdenschmud gefallen laffen und bilbet hinter ber pflichtet haben, alljährlich eine bestimmte Anzahl Borstellungen zu Brüde jene befannte prachtvolle, mit fechs Reihen uralter Linden ganz billigen Preisen für die Schüler der Boltsschulen, der Fort geschmückte Zufahrtsstraße. Zur Linken touchen bald die imposanten bildungsschulen und der höheren Lehranstalten zu veranstalten. Und Gebäude der Technischen Hochschule auf. Hinter der Hochschule macht dann geht diese machtvolle Straße in einem einzigen Zug bis zur dann die Straße den meriwürdigen Knid, die der Stelle den Höhe des Reichsfanglerplages empor. Bon dem Sophle- Charlotte offiziellen Namen Am nie eingetragen hat. Die Weiterführung Blah geht noch die fechfte, bie Schloßffraße, ab, eine breite, behäbige der Straße geschieht in der bisherigen bewunderswerten riefen Straße, die schnurgerade auf das Schloß zuläuft und es dem Fußbaumgefchmüdten Breite. Durch die Cauerstraße gelangt man zur gänger fchon aus weiter Ferne bedeutsam in das Blidfelb rüdt. Fraunhoferstraße, in der die befannte staatliche Ständige Ausstellung für Arbeiterwohfahet liegt. Bon der Leibnizstraße ab bis hinauf zum Schloß wird diese schöne alte Straße eine von reidhem Berkehr und Leben durchpuiste moderne Großstadtstraße. Mittel- Charlottenburg hat vor dem Kriege zu den Gemeinden gehört, punft des Ganzen ist das aus dem Jahre 1905 stammende Rathaus, die finanziell verhältnismäßig gut daftanden. Infolgedessen war es dessen Borderfront für den maffigen hohen Turm viel zu schmal ist. Einen überraschenden Eindruck von dem hier herrschenden tommu nalen Sonderleben bekommt man, menn man die schönen und noch 1919 bedeutend erweiterten Räume der städtischen und Giro- SparPaffe betritt. Der Lühow. Borher fommt man noch an der alten Rosinenstraße vorbei, in der sich das erste wirklich große und bedeutende Warenhaus der Konsumgenossenschaft Groß- Berlin befindet. Und dann ist man auf dem Lüßow, der Urzelle Charlottenburgs. Der Platz ist auch heute ") Siehe auch Nr. 133, 145, 157, 169, 208, 230 und 266 des Borwärts". 49] Der Ruf durchs Fenster. Roman von Baul Frant. Böllig unvermittelt jedoch, im hartnädigen Bestreben, sich von solchen trüben Erinnerungen zu trennen, um der liebenswürdigen Hausfrau vor allem ein besserer, tauglicherer Gesprächspartner fein zu fönnen, gedachte er des jugendlichen Bantdiebes, um desseniwillen Herr Tudolin abberufen worden war, verglich mit diesem die Figur, die er selbst erschaffen, die er im dritten Att feines Behrwolfs" verwendet hatte, hielt, von der unwahrscheinlichen lebereinstimmung von Dichtung und Wahrheit in Erstaunen verfeßt, inne und wurde im An, schluß von einem Gedanken angefallen, der geradezu stürmisch in ihm aufgetaucht war, der ihm überraschend und neu er schien, so daß er ihn vollständig beherrschte und in Anspruch nahm. In seinen Gesicht mußte eine auffallende Veränderung vergegangen sein, da Frau Tudolin die Stetigkeit ihres Rebeflusses unterbrach und ihm einen verwundert teilnahmsvollen Blid zuwarf, Was haben Sie denn, mein lieber Doftor?" fragte fie. Nichts, verehrte gnädige Frau, nichts Wesentliches vielmehr," antwortete der junge Schriftsteller rasch. Nichts, was der Mühe wert wäre, erwähnt zu werden." " Doch." beharrte die Hausfrau. Irgend etwas ist mit Ihnen vorgegangen. Sie haben fich ordentlich verfärbt. Haben Sie sich an irgend etwas unangenehmes erinnert?" 1 Durchaus nicht." Ah, ich errate und verstehe! Eine neue Idee, der Stoff zu einem Stück ist Ihnen eingefallen." Garbislander verneinte. Dann wohl zu einem Roman. Sie müssen mir die Bahr heit sagen. Ich bin so neugierig." Rein, fagte er, nichts bergleichen. Mir ist im Augenblid, um mich präzis auszubrüden, weniger etwas eingefallen, als vielmehr etwas aufgefallen. Und zwar eine fonderbare Aehnlichkeit..." Bas für eine Aehnlichkeit?" Ich sehe voraus, daß ich zugleich erzeugt bin, daß es fich nur um Zufall oder Spielerei handeln fann Sagen Sie doch endlich... 522 Die Stadt hatte zwar eine vollkommene eigene selbständige Bermaltung, hatte ein eigenes fommunales Gepräge. Und doch wäre Charlottenburg ohne Berlin ein undenfbares Nichts. Fedor von Bebeltig sagt in seinem Werf: Berlin und die Mart das wahre Wort: Sein Aufblühen hat Charlottenburg allein Berlin zu verdanken. Panit. Im Theater oder Kino ist's. Irgendein ängstliches Gemüt fommt zu allerhand beklemmenden Ueberlegungen und äußert halb. laut zu seinem Nachbar oder seiner Nachbarin:„ Wenn jetzt Fauer ausfäme, fein Mensch würde mit dem Leben davonkommen. Das ist hier wie eine Maufefalle." Ein anderer hört das, rückt ängstlich hin und her und gibt das Gehörte wieder an seinen Nachbar weiter. Ein Dritter fragt laut: Feuer? Wo ist Feuer? Es soll brennen!" Da fpringt auch schon irgendein Nervöser auf und schreit: Feuer!" Die Banif ist fertig. 2lle gesunde Besinnung ist zum Teufel und rücksichtslos beherrscht der Gedanke der Rettung und der Selbsterhaltung alle die Menschen. Es entstehen dann jene graufigen Ratastrophen, bei denen nachweislich durch die topfloſe Unvernunft der Menschen selber wieder und wieder viel mehr Menschen, besonders aber Frauen und Kinder, ums Leben kommen als durch bas entfesselte Element. Das Merkwürdige aber ist, daß sich in allen solchen Fällen niemals ein Mann oder ein paar besonnene Männer finden, die die fühle Gelaffenheit aufbringen, unter Einfegung der eigenen Person für die Rettung der übrigen Menschen au forgen. Als vor Jahren in einer spanischen Stadt einmal ein Theaterbrand ausbrach und alles in wildem Entsetzen auf die wenigen Ausgänge zustürmte, die natürlich im umsehen verstopft waren, sprang ein mutiger Mann auf einen Bartettfig, holte einen Revolver heraus und brüllte in die Menge:„ Ruhel Besinnung, ihr Revolver heraus und brüllte in die Menge: Ruhel Besinnung, ihr Leute! Die Ausgänge frei! Frauen und Kinder zuerst raus! Ber nicht auf mich hört, den schieße ich nteber!" Mirklich gelang es ihm, eine gewiffe Ordnung in das Chaos zu bringen und dadurch zu verhindern, daß die Schwachen von den Rücksichtslosen zertreten wurden. Der mutige Mann ging als letter aus dem Zuschauerraum und hinter ihm stürzte das brennende Gebält zusammen. Es darf in Deutschland auch nicht vergessen werden, daß gerade unsere Polizei ihr möglich, eine Menge fommunal- sozialer Einrichtungen zu treffen, um die sie andere Städte beneideten. Ein besonderes Interesse mehr als die Polizeibehörden anderer Länder darum besorgt ist, bestand in ber immer als liberal verschrienen Stadt für die moder- alle nur erdenklichen Sicherheitsmaßnahmen zu treffen. Die feuernen Schulprobleme. Die Stadt hat für die schwächlichen, strofu gefährlichen Rinoapparate werden hermetisch vom Zuschauerraum lösen und lungenleidenden Schüler der höheren und der Boltsschulen abgeschlossen. Hinter den Kulissen der Theater steht ständig ein im Grunewald je eine Waldschule eingerichtet, die während des Trupp Feuerwehrleute bereit, der auf jeden Borgang achtet. Die Krieges leider gefchloffen werden mußten, jebt aber wieder eröffnet Stühle der Zuschauer müffen zu Sigreihen zusammengeschlossen find. Auch find die Gemeindeschulen mit Sonderklassen für befähigte und womöglich noch am Fußboden befestigt sein, damit, wenn die Schüler ausgestattet, die fremdsprachlichen Unterricht erhalten, Massen bei einer Banif auffpringen, die Stühle sich nicht zwischen ferner mit Sprachheil, orthopädischem, Schwimm- und Handfertigfeitsunterricht. Schulärzte waren 1920 nicht weniger als 22 vor die Menschen schieben und sie zu Fall bringen, und was dergleichen handen. Bon den höheren Schulen ist mit der Sophie- Charlotten- Borsichtsmaßregeln mehr find. Es fommt in der Tat bei solchen Mädchenschule eine Frauenfchule verbunden. Reich ausgebildet ist Unglücksfällen fast immer auf die Menschen selber und auf ihre auch die fommunale Wohlfahrtspflege, die sich ganz besonders die Ruhe und Kaltblütigkeit an. Schulreformen und Wohlfahrtspflege. ,, Es besteht eine merkwürdige Aehnlichkeit zwischen dem Inhalt meines Stückes, den ich Ihnen vorhin erzählt habe, und den Dingen, die sich hier in Riga ereigneten... Eine fleine Bause entstand. " Der beharrlich fehlende Anlaß zur gedanklichen Ronzentration, der Merger darüber, zur Untätigkeit verdammt zu fein, verleitet naturgemäß zu diesen und ähnlichen Spielereien..." jeste er gleichsam zu seiner Entschuldigung hinzu. Frau Tudolin fah ihm eine Sefunde lang ins Gesicht. Bufall, weiter nichts." Obzwar man sich dieser bequemen Erklärung niemals bedienen sollte," entgegnete er, durch ihren Widerspruch gereigt. Benn man näher zufieht verfolgen Sie doch einmal die Geschehnisse, die die Wirklichkeit sich geleistet, gnädige Frau: Zuerst das Verschwinden der Kaufmannstochter Erita Diest, die meiner Leonore ungefähr gleichwertig ist..." Bei einigem guten Willen. " Hierauf den Bankdiebstahl, der den Herrn Gemahl vor einer Stunde aus dem Hause gezwungen, und der auch in meinem Stüd, im dritten Aft, zu finden ist... " Sonderbar..." murmelte Frau Tudolin.„ Wirklich im höchsten Grade fonderbar." Und gewiß nicht ohne weiteres von der Hand zu weifen." „ Reinesfalls." Bedauerlich, ärgerlich nur, daß die dritte, die wichtigste Parallele, sich nicht herstellen lassen will..." " Ich verstehe nicht.. " Der dritte, respektive der erste Fall..." Welcher?" " Der Fall Reuß... Was ist's mit ihm?" " Er bleibt ohne Pendant. Ich hätte lieber zu seinen Gunsten auf die beiden anderen verzichtet." Abermals entstand eine Pause, und auch Frau Tudolin schwieg. " Garbislander bebedte die Augen mit der Hand. Ich muß um Bergebung bitten," sagte er, aber ich bin einigermaßen fonfus geworden und möchte Ihnen darum nicht länger fäftig fallen... Ich will Sie darum bitten, mich verabschieden zu dürfen." Sie wollen wirklich?" Ueber die Dummheit von vorhin vorerst ein wenig nach denken, da ich glaube, daß die Angelegenheit eingehenderer Betrachtung mert ift" „ Ob Sie dem Zufall nicht doch mehr an Wichtigkeit beimeffen, als er verdient?" Wieviel Wichtigkeit ihm zukommt, läßt sich vielleicht gegenwärtig noch gar nicht beurteilen." Er erhob sich.„ Es fehlt bloß noch jeder Zusammenhang." ,, Es wird Sie immerhin genug Anstrengung foften, diesen zu konstruieren..." „ Glauben Sie?" Im übrigen dürfen Sie nicht unbescheiden sein. Sie wollen alles auf einmal haben." " Ich empfehle mich, gnädige Frau," fagte Garbislander. Wenn ich meinem Mann von Ihrer Entdeckung erzähle, wird er sich föstlich amüsieren." " Ich bin überzeugt davon, möchte Sie jedoch bitten, ihm davon noch feine Mitteilung zu machen." Wie Sie wollen. Leben Sie wohl, lieber Freund. Aber das darf ich doch sagen, daß ich es bedaure, daß Ihnen die dumme Geschichte eingefallen ist?" Ich will sie für diese eine Nacht wenigstens ernst nehmen." ,, Schlafen Sie sich lieber ordentlich aus." Er tüßte ihr die Hand, verbat sich höflich, aber bestimmt jede Begleitung, ließ sich vom Stubenmädchen mittels Drucks auf den Kontakttafter die Haustür öffnen, lief eilig die teppich. belegte Treppe hinab und frat auf die Straße. 17. Ein Bindstoß schlug ihm ins Gesicht und ließ ihm den Manteltragen um die Ohren flattern, ohne daß er die auf ihn eindringende Kälte unangenehm empfunden hätte, da die Kontrastwirkung ihm, der aus überheizten Räumen unmittel bar in die frische Luft geraten war, fogar wohltat. Im näch ften Augenblic faßte er jedoch den Mantel, 30g ihn über der Brust zufammen, während ein eisiger Schauer ihm über den Rüden rann. Unschlüssig stand er da, fpähte die Straße hinab, war bemüht, da er mit einemmal die Orientierung verloren hatte, sich zurechtzufinden, inmitten des Schneegestöbers bie Augen offenzuhalten, und ahnte nicht einmal, welche von den Häuferfilhouetten hinter feinem Rüden er vor wenigen Minuten verlassen hatte. In feinem Ropf ging es wirr gemug zu, und was thm am peinlichsten berührte, war, daß er nicht die Kraft zu befigen schien, eine Gedankenreihe bis ans Ende zu verfolgen. ( fortjebung folgt.) Cotenklage der AEG.- Arbeiterschaft. Im Zirkus Busch hatten sich gestern abend die Angestellten und Arbeiter des AEG.- Konzerns versammelt, um die Totenflage für Walter Rathenau zu erheben. Chor- und Orchestervorträge leiteten die Feier ein. Dann sprachen Bertreter des Betriebs- und Angestelltenrats, die die Bedeutung des Ermordeten würdigten. gefangenen nach der Charitee, wo man ihn später als den 29 Jahre alten Dreher Ernst Moshammer aus der Kleinstr. 41 feststellte. Der Pistolenschüße ist entlommen. Bevorzugung" jüdischer Aerzte. Eine deutschnationale Legende. Jugendveranstaltungen. Dienstag, den 11. Juli: Reinidendorf- Oft. Jugendheim Rinderhort, Seebab, Residenzstr. Bortrag: as ist Sozialismus". Chdwesten. Jugendheim, Lindenstr. 3, 2. Hof III, lints. Bortrag: Die geologische Entwicklung der Mark Brandenburg". Segel. Jugendheim, Bahnhofstr. 15, Sumoristische Vorträge. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Deutscher Berföhnungsbund. Bom 29. B13 31. Jult findet in Wilhelm3( Leiter D. Fr. Siegmund Sule.) Es wird gesprochen über: ReSport. Hunde- Rennen. Der Berliner Gunde- Menn- Club( E. 3.) hielt am Sonntag feinen fechten tenntag im Lichtenberger Stabion unter größter Beteiligung Die Deutsche Zeitung" hat sich bemüßigt gefühlt, auf die BorFünfzigtausend Arbeiter der AEG. erheben durch diese Bergänge im Etais ausschuß der Stadtverordnetenver. fammlung die Totentlage, führte unser Genosse Walff aus, der fammlung zurüdzukommen, wo der deutsch nationale nach den beiden Vertretern der anderen sozialistischen Richtungen Stadtverordnete Rirchner Angriffe gegen den Berliner Magistrat das Wort nahm. Unendlich schwer ist es, den Schrei nach Rache richtete, weil in Berlin an leitenben Stellen angeblich nur agen bei Berlin die erfte Konferens des Deutschen Bersöhnungsbundes statt. und Vergeltung zu unterdrücken, aber die Disziplin der organisier jüdische oder sozialdemokratische Aerzte An- ligion und Berföhnungsarbeit( Brst. Ott, Marburg, Brälat Gieß. ten Arbeiterschaft bürgt dafür, daß die Bergeltung eine andere sein stellung fänden. Die Deutsche Zeitung" beflagt sich darüber, daß wein, Budapest), Eostalismus und Berföhnungsarbeit( Seinrich Stroebel, Die Geschäftsstelle, Ber wird als diejenigen Kreife glauben, die einen Rathenau er. Genoffe Stadtmedizinalrat Rabnowden Kern der Anfrage des Berlin), über die Stellung der Jugend u. a. m. lin D. 17, Fruchtstr. 64, bersenbet Programme. mordet haben. Beleidigt ist die Menschheit, beleidigt Herrn Kirchner in seiner Antwort nicht berührt" habe. Der ganze Italienische Bortragsabende des Romanischen Seminars. Dienstag, den durch eine vertierte Minderheit, die sich herausnimmt, über Men Artikel bringt nur eine Rette von Unwahrheiten. Herr Kirch- 11. Juli, 6½ Uhr, spricht verr Prof. Paolo Mantica aus Reggio di Calabria schenleben zu richten, die schier unerfeßlich sind. Kopf- und Hand- ner hat die angeführten Aeußerungen bezüglich der Wiederwahl des im Neuen Aulagebäude der Universität, Saal 1, über„ Roma e gli albori del papato". Eintritt ift frei. Säfte find willkommen. arbeiter der AEG. haben sich zu gemeinsamem Tun zusammenge- Chirurgen am Urbantrantenhause und der Nichtwahl eines anderen Der Berliner Gängerchor( M. b. ASB.) veranstaltet heute Dienstag, abends funden. Was war uns Rathenau? Wer Gelegenheit hatte, ihn bekannten Arztes wegen seiner antisemitischen Gesinnung überhaupt 8 Uhr, ein öffentliches Ronzert im Mariannenpart. Sum Vortrag gelangen Pennen zu lernen, fann sich furz faffen: Rathenau war ein mit sich nicht getan. Hingegen hat er die Legende vom Lantwiger Bolkslieder. selbst ringender Mensch, der beste Deutsche, der nicht geruht und Rassentrantenhause vorgebracht, in dem 28 jüdische Aerzte gerastet hat, der alles tat, um Deutschland aus dem Elend heraus- und fein chriftlicher tätig seien. In der Tat sind im Lantwiger zuführen, der sich in der selbstlosesten Weise, dem Drängen seiner Krankenhause, auf dessen Verwaltung der Berliner Magistrat Freunde folgend, in schwerer Zeit mit seinem reichen Wissen, seiner natürlich überhaupt teinen Einfluß hat, im ganzen gewaltigen Lattraft als Minister der Republik zur Verfügung stellte. nur 21 Aerzte tätig, unetr denen sich, um mit Herrn Kirchner zu spre Nie dürfen wir einen Ausspruch vergessen, den der Republikaner chen, 8,, Deutsche" und 13 Juben" befinden. Den ,, Kern der Anfrage Rathenau getan:" Die erste und dringendste Aufgabe des Herrn Kirchner über die Belegung der kommunalen Stellen aber der Arbeiterschaft muß es sein, das Haus der Rehat Gen. Stadtmedizinalrat Rabnow flipp und flar dahin be. publif uneinstürzbar zu machen, um die Ausst at antwortet, daß für die Belegung der Stellen in Berlin ausschließlich tung der Innenräume möge sich die Arbeiter die fachliche Eignung ber Randidaten ausschlaggebend Ichaft nachher fagbalgen." So sieht Rathenau aus, den sei und daß sämtliche während seiner Amtstätigkeit angestellten ein Dr. Stresemann, der mit seiner Partei die Republit Aerzte mit den Stimmen des Herrn Kirchner und der ihm politisch schützen" will, für sich in Anspruch nimmt, indem er erklärt, daß nahestehenden Herren gewählt wurden. Genosse Rabnow hat nicht auch die Deutschnationalen geschüßt werden müßten, denn Rathenau bestritten, daß die gewählten Krantenhausärzte größtenteils Juden sei Monarchist gewesen. Das Gesetz zum Schuße der Republik muß feien; hingegen seien im Hauptgefundheitsamt nur ein im Sinne der Arbeiterschaft ausgestaltet werden. Wir verlangen einziger Jude und Sozialbemotrat" und ein zweiter energisches Durchgreifen und werden es zu erzwingen wissen. Mir Arzt angestellt worden, der allerdings verdächtig sei, Jude zu sein. richten die Warnung, die Bitte an das Bürgertum, das die Re- Barum fich um leitende städtische Stellen tatsächlich in großer Anpublie will, uns nicht allein zu lassen, wenn wir die Republit zahl jüdische Aerzte zu bewerben pflegen, sollte Herr Kirchner am schützen. Jeder ist willkommen, der hier mithelfen will. Und dann besten wissen; leider herrscht ja an den Universitäten noch jetzt so noch eins: Noch niemals ist der Nationalismus so geschändet wor- sehr die Herrn Sirchner naheftehende reaktionäre Clique, den wie durch diesen Mord, aber noch niemals stand der Inter. daß wissenschaftlich hervorragenden jüdischen Aerzten die Univernationalismus so hoch, hehr und heilig da wie in diesen Tagen. fitätslaufbahn verfchloffen ist und sie auf die städtischen KrantenMögen die Bölfer die Signale hören! häuser angewiesen sind, um ihre Tätigteit entsprechend verwerten zu tönnen. Darum ist es Bflicht der Stadt dafür zu sorgen, den Tüchtigen freie Bahn zu schaffen ohne Rücksicht auf ihre Ronfeffion. Der gemeinsame Gefang der Internationale schloß die Ge dächtnisfeier. Brausend hallte das Kampflied wieder. Möge diese Begeisterung Kraft und Entschlossenheit immer und dann vor allem im rechten Augenblick bei der Arbeiterschaft zu finden sein. Die Berliner Feuerwehr in Senftenberg. 500 000 Quadratmeter brennendes Grubenfeld abgedämmt. Den vereinten Bemühungen der Berliner Feuerwehr und der Löschmannschaften der von dem Grubenbrand betroffenen Werke ist es gelungen, eine weitere Ausdehnung des Feuers zu verhindern und die Bekämpfung des Brandes so erfolgreich durchzu führen, daß mit einer vollständigen Ablöschung in Kürze gerechnet werden kann. Am Sonntag weilte Branddirektor Reichel aus Berlin an der Brandstelle, um die Löschaktion der Berliner Feuerwehr, die inzwischen durch eine weitere Motorsprige verstärkt worden war, felbst zu organisieren. Da die nächsten Hydranten zu weit von der brennenden Grube entfernt lagen, ließ er durch die beiden Motorsprizen die über das Braunkohlen feld verteilten Rohre einer Wasserleitung unter Drud halten und durch kleine Trupps von Löschmannschaften und Bergarbeitern von den zahlreichen Anschlußstellen der Leitung aus die Ablöschung der brennenden Brauntohle in Angriff nehmen. Auf diese Weise gelang es auf der Grube Marie III der Anhaltischen Kohlenwerte, deren Tagebau in seiner vollen Ausdehnung von 1 Rilometer Länge und 500 meter Breite brannte, das Feuer start einzudämmen, während auf den benachbarten Gruben der se- Gesellschaft, die nicht so start in Mitleidenschaft ge zogen worden waren, die Löschaktion bereits vor ihrem Abschluß steht. Der angerichtete Materialschaden ist sehr groß, da die Flammen die in dem Tagebau befindlichen Feldbahnanlagen, Lichtfabel, Bagger usw. zerstört haben. Die Auf räumungs- und Wiederinstandsetzungsarbeiten, an denen sich die gesamte Belegschaft beteiligt, find, soweit dies möglich ist, bereits im Gange, um eine längere Stillegung des Grubenbetriebes zu vermeiden. Brötchen und frisches Trintwaffer zu mäßigen Preisen sollen nach einer Anordnung des Reichsverkehrsministers von den Bahnhofswirten an den Bügen bereitgehalten werden, soweit das Bebürfnis anzuerkennen ist. -3. Preis der Nire bon ben gelten, 300 meter. 1. Strolch, beutsche Schäferhunde. 20 liefen. Beit 23,2 Gefunden. 6. Preis von bes Tublifums ab. Infolge starlet Belegung der eingeinen Prüfungen mußten einige Mennen in awei Abteilungen und Entscheidungsläufen gestartet werden. die Ronturrensen brachten hodintereffanten Sport und packende Endlampse. ErgebRiffe: 1. Preis von Niederschönhausen, Ausgleich, 300 Meter. 1. Rolf bon Eblingsburg, 2. Helter von Soberdorf, 3. Stoiet. Sämtlich deutsche Schäferhunde. 14 liefen. Seit 24,0 Gefunden. 2. Breis ber Bona, Ausgleich, 300 meter. 1 tell I, 2. Harras II, 3. Lur H. Samilie Debermann. 12 liefen. Beit 24,0 Selunben. 2. Bring, 8. Les. Sämtlich Airedale Terrier. 3 liefen. Beit 25,0 Sekunden. 4. Breis ber Frisi, Ausgleich, 250 meter. 1. Siffi, 2. Cta, 3. Sorel Sämtlich sor- Terrier. 5 liefen. Beit 23,0 Sekunden. 5, Jubiläums- Breis, Hürden tennen, 300 meter. 1. Stopp b. b. Rauben Bergen, 2. viet, 3. Rolf. Sämtlich Almasta, 300 meter. 1. Pepita b. Ottmuth,+2. Obin b. b. Wassertante, +2. unfo b. Ottmuth. Sämtlich Grebbounds. 3 liefen, Kopf, totes Rennen. Seit 23,7 Gefunden. rennen, 800 Meter. 1. Rolf, Deutscher Schäferhund, 2. Leo Airedale Terrier, 3. Lug S., Tobermann. 19 liefen. Beit 28,0 Eefunden.- 8. Preis von Almasta, Abteilung für Whippets, 300 meter. 1. Dias v. Kiebigburg, Whippet. Sing allein über die Babn. Beit 21,0 Sefunden. Die Rabrennen auf der Blympia- Kabrennbahn, Die am legten Sonntag serregneten sabrennen auf der Berliner Olympia- Radrennbahn gelangen am tommenben Mittwoch, abends& Uhr, zur Entscheidung. Es ist vorgesehen: Cin Awei- Stunden- Rennen hinter Schrittmacherführung und ein Salb- StundenBrämienfahren für Flieger. In dem Zwei- Stunden- Rennen treffen sich fechs unserer besten Dauerfahrer wie Sawall, Lewanow, Galbow, Beiß, Stellbrink und Bawke. Es ist dies das längste Rennen, das überhaupt in der Saison in Berlin geboten wird. In ben Fliegertennen startet unsere beste Mittelklasse an 7. Preis von Stropp b. b. Rauben Bergen, Hürden der Spige mit Tedmann, Tadewald, Säusler, Rendelbacher usw. Die Rennen beginnen erst abends 6 Uhr. Arbeitersport. Ausschreibung. Am 13. Auguft veranstaltet die 22. Männer- Abteilung des Turnvereins wehren in der Stadt Berlin hat der Magistrat einem Entwurfe der hiereu find 12 Läufer au ftellen, 800, 600, 8X 400, 4X 300, 3X 200 Meter, Zur Unfallfürsorge für die Mitglieder der freiwilligen Feuer- Site auf dem Sportplay in Hohenschönhausen ein großes Sportmeeting, berbunden mit einem Propaganda Straßenlauf über 4,4 kilometer; Ausführungsvorschriften in der abgeänderten Fassung zugestimmt. Biel im Innenraum des Epsriplages, we noch eine Runde au leiften ist. Er ist ferner damit einverstanden, daß bis zur Genehmigung des Stafetten für aben und Mädchen 10 X 100 teter, für Frauen Entwurfs durch die Stadtverordnetenversammlung bei ein. 4X100 teter. Eingellauf für Männer 3000 teter, für Jugendliche tretenden Unfällen Entschädigungen in der im Ent II: 1. und 2. Mannschaft, Stralau- Site- Olt. Start: 8 Ubr, Umkleide 1000 Meter. Raffball: Jugendliche Weißenfee- Hohenschönhausen. FußIstal Berliner Str. 85 im Mestaurant Sportsheim". wurf vorgesehenen Höhe vorläufig gewährt werden. Meldeschluß: 1. Auguft. Bahlreiche Beteiligung wird gewünscht und erwartet. Anschrift: findet ins. Stanislaus, Berlin- Hohenschönhausen, Berliner Str. 72a II. Ein Lehrfurjus des Arbeiter- Samariter- Bundes nächster Beit in Treptow statt. Partei- und Gewerkschaftsmitglieder, die sich daran beteiligen wollen, werden um Abgabe ihrer Adressen an den Genoffen Balter Dau, Treptow, Beermannstr. 9, gebeten. Bezirksbildungsausschuh Greh- Berlin. Feitfonzerte. Die Aus. gabe der Zeichnungslisten ist erfolgt. Lihten liegen aus bei allen Abteilungs und Bildungsausschußmitgliedern der Streise und im Bureau des Bezirks. bildungsausichuffes, Lindenstraße 3, 2. Sof. 2 Trp., Bimmer 8. Berlosung von Stunstblättern: Bir bitten sofort bie Rofe abzurechnen. Wetter bis Mittwoch mittag: Bielfach heiter, in den Tagesstunden ziemlich warm, nur vorübergehend etwas starter bewölkt und im Küstengebiet ellenweise geringe Regenfäde. Groß- Berliner Parteinachrichten. Die Abteilungstaffierer, die schriftlich oder telephonisch Partelabzeichen im Bureau bestellt haben, werden ersucht, diese schleunigst abzuholen, well fie sonst anderweitig verkauft werden müffen. Die legfe Sendung ist beinahe schon wieder vergriffen, während ein großer Teil der Abteilungen feinen Bedarf noch nicht deden fonnte. 3. A. Aler Pagels. Heute, Dienstag, den 11. Juli: 7. Ein Einbrecher schießt den anderen nieder. In der vorvergangenen Nacht brachen zwei Männer in das Gold. 6. marengeschäft von N. u. S. Graez, Marburger Straße 1, Ede der Tauenhienstr. 15, ein. Als sie von dem Portier überrascht wurden, ging einer der Einbrecher sogleich gegen den Hüter des Hauses vor und feuerte auf ihn einen Schuß ab. Der Schuß traf aber nicht ben Portier, sondern den andern Täter und stredte 114. ihn auf der Stelle nieder. Man brachte den BesinnungsLosen, dem die Kugel in den Unterleib gedrungen war, als Polizei. 74. tionare. st. T½ Uhr bei Dobrohlaw, Swinemünder Str. 11, Sigung aller Funk. t. 7% Uhr in Ashlers Seßfälen, Stedste, 24, Mitgliederversammlung. Das hat die Rirhe zu den legten Tagesereignissen zu sagen?" Referent Genoffe Pfarrer Frande. bt. Hehlendorf. 7 Uhr im Raiferhof, Botsdamer Str. 25, Mitgliederver. fammlung. Im Rampf gegen die Reaktion." Referent Genoffe Häußler. st. Sitenberg. 7% Uhr bei Rienäder, Aroffener Str. 14, Abteilungsver Jangsosialisten. Grappe Tankow: Vortrag des Genoffen Pätsch im Jugendheim fammlung. 3m Rampf um die Republik." Referent Genosse Celigsohn. Breite Str. 32. Gäste herzlich willkommen. Kauf ohne Sorge- bei Korge Empfindliche Füße können Continental- Absätze und-Sohlen nicht entbehren. 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Mai 1907(„ Reichsgefegblatt" S. 245) wird wie folgt geändert: A.§ 3 erhält folgende Fassung: Jeber Reichsbeamte ist auf die eichsver fassung( Artikel 176) und auf die gewissenhafte Erfüllung aller Obliegenheiten des ihm übertragenen Amtes eidlich zu verpflichten. Die Eidesleistung soll bei der Aushändigung der Beftallung oder dem Dienstantritt, spätestens in unmittelbarem Anschluß an den Dienstantritt stattfinden. Wird sie verweigert, so ist der Beamte durch die vorgefeßte Reichsbehörde zu entIaffen. Ueber den Ersatz der Eidesleistung durch eine andere feierliche Erklärung bei Angehörigen einer Religionsgemeinschaft, denen die Eidesleistung aus religiösen Gründen verboten ist, bestimmt der Reichsminister des Innern im einzelnen Falle. eingefügt: § 10a. Jede Disziplinartammer besteht aus elf Mitgliedern. Der Präsident und wenigstens fünf andere Mitglieder müssen richterlicher Stellung in einem Lande sein. Für den Bräsidenten und jedes Mitglied find Stellvertreter zu ernennen. in Die mündliche Berhandlung und Entscheidung in den einzelnen Disziplinarfachen erfolgt durch fünf Mitglieder. Der Vorsitzende und wenigstens zwei Beisiger müffen zu den richterlichen mit gliedern gehören. Auf bas Berfahren sind die Gerichtsferien der ordentlichen Gerichte ohne Einfluß. E. Hinter dem§ 101 find folgende§§ 101a und 101b einzufügen: $ 101a. djul. Material über nichtbeschäftigie Junglehrer und überfüllte tlassen balbmöglichst dem Ausschuß vorzulegen. Die Reichsregierung wird ersucht, mit den Ländern in Berhandlungen einzutreten wegen lebernahme verbrängter Lehrer in den Schuldienst der Länder, über Austausch von Junglehrern, Ge währung von Unterhaltungszuschüssen, Anrechnung der unver fchuldeten Wartezeit und ähnlicher Maßnahmen, die geeignet sind, die Notlage der Junglehrer zu mindern. Für Studien. affefforen sollen gleichartige Maßnahmen getroffen werden. Für die Mehrkosten soll das Reich den Ländern Zuschüsse leisten. Der Antrag des Bildungsausschusses wird angenommen. Es folgt die zweite Beratung des Schuhgesehentwurfes. ausführlich berichteten, erstattete Abg. Dr. Bell( 3ir.). Der Bericht Den Bericht des Rechtsausschusses, über dessen Sigungen wir erstatter schließt: Die außerordentlich gespannte Situation erfordert eine unverzügliche, dem Gebot der Stunde Rechnung tragende Ente scheidung. Namens des Ausschusses empfehle ich die Annahme feiner Beschlüsse und des Gesetzes zum Schuße der Republik. Bayerischer Gesandter v. Preger erklärt, daß die bayerische Res gierung grundfählich der Absicht zustimmt, verbrecherische Angriffe Hat der Reichsbeamte durch das ihm zur Last gelegte Dienst- auf die Derfaffungsmäßige Staatsform mit den fchärfften Mitteln vergehen nach der Ansicht der obersten Reichsbehörde die ihm ob zu befämpfen. Sie hält daher auch eine Verschärfung der bestehenden liegenden Pflichten zum Schuße der Republit verBorschriften für geboten. Der vorliegende Gelegentwurf der Schmere oder der grundfählichen Bedeutung des Falles an- weit über das zur Erreichung des gesetzten Bieles notwendige Maß legt, so fann die oberste Reichsbehörde, wenn ihr dies wegen ist aber in seiner jezigen Form für die bayerische Regie. rung unannehmbar. Er geht in seinen Strafandrohungen gezeigt erscheint, statt der Berweisung an die Disziplinartammer die Berweisung der Sache an einen für das ganze Reich gebildeten hinaus und enthält in dem Staatsgerichtshof auch ein nach der Ber Disziplinarsenat beschließen. faffung nicht zugelassenes Ausnahmegericht, das in die ver. Diefer Senat entscheidet in erster Instanz als Kleiner Senat in B. Hinter dem§ 10 werden folgende Bestimmungen der Besetzung von drei Mitgliedern, von benen eins ein Mitglied lints: Mörderzentrale!) und überdies in seiner Zusammensetzung auf Diefer Senat entscheidet in erster Instanz als Reiner Senat in faffungsmäßigen Zuständigkeiten der Länder tief eingreift( 3urufe eine bebentliche Bolitifierung der Strafregts. werden bei einem großen Teil des deutschen Bolles neue Beunruhi pflege hinausläuft. Die Bestimmungen des fünften Abschnittes gung in hohem Maße hervorzurufen geeignet sein.( Bachen lints.) Durch den Rechtsausschuß ist zwar ein Teil der Bedenten der bayeris schen Regierung beseitigt oder doch gemildert worden.( Lebhaftes hört, hört!) Dagegen hat der Rechtsausschuß eine Reihe grund legender Bestimmungen der ursprünglichen Regierungsvorlage bei behalten oder sogar noch verschärft, die es ber bayerischen Re gierung unmöglich machen, dem Gelegentwurf in der ihm vom Ausschuß gegebenen Fassung zuzustimmen.( Unruhe links.) Das gilt namentlich von den Bestimmungen über den Staatsgerichts hof und seine Zusammensetzung.( Lachen links.) Es werden Ihnen Anträge vorgelegt werden, die geeignet wären, wenigstens die aller schwersten Bedenten der bayerischen Regierung zu beseitigen. Ich bitte Sie, diesen Anträgen zuzustimmen und nicht durch ihre Abe lehnung das Gefeß für Bayern und die gegenwärtige bayerische Regierung untragbar zu machen.( Unruhe links.) des Reichsgerichts sein muß, in zweiter Instanz als Großer Senat in einer Belegung von sieben Mitgliedern, von denen brei mitDer Reichsbeamte ist verpflichtet, in feiner amflichen Tätigteit glieder des Reichsgerichts sein müssen. für die verfassungsmäßige republikanische Staatsgewalt einzutreten. Die Mitglieder werden vom Reichspräsidenten erEr hat alles zu unterlassen, was mit seiner Stellung als Benannt. Die nicht aus den Mitgliedern bes Reichsgerichts eramter der Republit nicht zu vereinen ist. Insbesondere ist ihm nannten Mitglieder Des Disziplinarfenats müssen untersagt: Reichsbeamte fein; fie brauchen nicht die Befähigung zum 1. sein Amt für Bestrebungen zur Henderung der ver- Richteramte zu haben. Für die ordentlichen Mitglieder sind Stell fassungsmäßigen republikanischen Staatsform zu mißbrauchen; vertreter zu ernennen. Die Ernennung der Mitglieder und ihrer 2. bei Ausübung der Amtstätigkeit oder unter Mißbrauch Stellvertreter erfolgt auf die Dauer des von ihnen bekleideten feiner amtlichen Stellung über die verfassungsmäßige republi- Hauptamtes. tanische Staatsform oder über die verfassungsmäßigen Regierungen des Reiches oder eines Landes zur Bekundung der Mißachtung Aeußerungen zu tun, die geeignet sind, fie in der öffentlichen Meinung herabzusetzen; 3. bei Ausübung der Amtstätigkeit oder unter Mißbrauch feiner amtlichen Stellung auf die ihm unterstellten oder zuge wiesenen Beamten, Angestellten und Arbeiter, 3öglinge oder Schüler im Sinne mißachtender herabsehung der verfassungsmäßigen republikanischen Staatsform oder der ver faffungsmäßigen Regierungen des Reiches oder eines Landes ein. zuwirken; 4. folche Handlungen ber vorgebachten Art bei bienftlich unterstellten Personen zu dulden. § 10b. Weitergehende Berpflichtungen, die fich für den Reichsbeamten innerhalb oder außerhalb seines Amtes über die Bestimmungen des§ 10a hinaus aus den besonderen Aufgaben des ihm übertragenen Amtes oder den Umständen des Falles nach den allgemeinen Borschriften über die Pflichten der Reichsbeamten ergeben, bleiben unberührt. § 101b. Auf das Verfahren vor dem Disziplinarsenat finden die für das Verfahren vor den entscheidenden Disziplinarbehörden gegebenen Bestimmungen des Reichsbeamtengesetzes entsprechende Anwendung. Die notwendigen ergänzenden Anordnungen trifft der Reichs minister des Innern mit Zustimmung des Reichsrats. Artikel II. Die Beftimmungen der§§ 3, 10a und 10b des Reichsbeamtengefehes gelten finngemäß auch für Soldaten, ohne daß hierdurch die weitergehenden Borschriften des Wehrgefeges vom 23. März 1921 ( Reichsgefeßblatt" G. 329), insbesondere die Borschriften des§ 36 über das Berbot politischer Betätigung, berührt werden. Artikel III. Durch Reichs- oder Landesgesetz fann über die bestehenden Borschriften hinaus bestimmt werden, daß im Intereffe der Feffigung der verfaffungsmäßigen republikanischen Staatsform nicht richterliche Beamte, die den jetzigen Besoldungsgruppen von A XII Reichsbeamte, die in leitender, berichtender oder ausführender an aufwärts angehören und die entweder sich in leitender Stellung Stellung mit dem Schuhe der Republit gegen Bestrebungen zur oder in der Stellung von Stellvertretern leitender Beamten be Alenderung der verfaffungsmäßigen republikanischen Staatsform be- finden oder politische Entscheidungen zu treffen haben oder mit jonders befraut find, haben fich auch außerhalb ihres Amtes jeder Aufgaben zum Schuße der Republit befonders betraut sind, jeber tällgen Teilnahme an Bestrebungen zur Aenderung der verfaffungszeit mäßigen republikanischen Staatsform zu enthalten, auch wenn diese Bestrebungen sich im Rahmen der Reichsverfassung und der Gefege halten. Die Reichsregierung hat diese Beamtenstellungen durch Bekanntmachung im Reichsanzeiger" zu bezeichnen. C. Dem§ 76 wird als Absatz 2 angefügt: In den Fällen des§ 10a Absatz 2 r. 1 bis 4 und bes 10 Absatz 2 ist auf Dienstentlaffung gemäß§ 75 Nr. 2 zu er tennen. In leichteren Fällen tann von der Dienstentlaffung Ab. ftand genommen und auf die übrigen Disziplinarstrafen erfannt Danach wird die Weiterberatung dieses Gegenstandes auf morgen vertagt. Das Gesez über die Bflichten ber Beamten zum Schuhe der Republit foll nach dem Borschlag des Präsidenten Löbe dem Rechtsausschuß überwiesen werden. Ein Antrag der Deutschnationalen, die Beratung am Mittwoch ohne Ueberweisung an den Ausschuß vorzunehmen, wird abgelehnt. entwurfes erflärt In der nunmehr erfolgenden ersten Beratung des Gesetz Abg. Deglert( Dnail.) den Gesezentwurf für seine Partei als unannehmbar, da er den Berfaffungsbruch veranfert. Das Gesez fei gemacht worden nicht, um die republikanische Staatsform zu sichern, sondern nur um die Parteimacht der Linksparteien aufzurichten.( Lachen links.) Der Gefeßentwurf wird bem Rechtsaus' chuß überwiesen. fehung der zweiten Beratung des Schutzgesetzes und des Amnestie Das Haus vertagt sich auf Dienstag nachmittag 2 Uhr.( Forbe gesetzes). Schluß 8% Uhr. Die holländischen Wahlen. zeit durch die vorgefehte oberste Reichs- oder Landesbehörde mit Gewährung des gesetzlichen Wartegeldes einstweilen in den uhestand verfest werden fönnen. Dabei ist es unerheblich, ob die betroffenen Beamten vor oder nach dem Inkrafttreten der J. F. Anterimit, schreibt uns: Reichsverfassung angestellt worden find. Der Chefredakteur van Het Bolf", Amsterdam, Genoffe wendbar ist, im Rahmen der Ermächtigung des Abs. 1 näher zu Gieg gebracht. Hatte bas jezige Barlament, im Sommer Das Gesetz hat die Kategorien von Beamten, auf die es an Frauenwahlrechts haben einen großen fleritalen Die ersten Generalwahlen nach der Einführung bes bezeichnen. Artikel IV. Auf Grund des Artikels III wird für xichtrichterlige Reichsbeamte folgendes bestimmt: Durch die vorgesetzte oberste Reichsbehörde fönnen mit e währung des gesetzlichen Wartegeldes im Interesse der Festigung der verfassungsmäßigen republikanischen Staatsform jederzeit einst weilen in den Ruhestand verseht werden: 1. Beiter von Reichsbehörden, die ber jetzigen Besoldungsgruppe A XIII oder einer höheren Gruppe ange hören, 2. Ministerialräte in Dirigentenstellungen, 8. Beamte, die den jezigen Besoldungsgruppen von A XII an aufwärts angehören, wenn sie mit Aufgaben zum Schutze der Republik besonders betraut sind. Die Reichsregierung hat diese Beamtenstellungen durch Bekanntmachung im Reichsanzeiger" zu bezeichnen. Photographie von Billardfugeln, die von Meistern des Billardspiels gestoßen werden und in ihrem Lauf Aufschlüsse über die Kunst bes Spieles bieten. Nicht minder erstaunliche Enthüllungen gewährt die Kinematographie der Beine eines Rennpferdes, das in vollster Schnelligkeit beim Endspurt aufgenommen ist, oder man orientiert fich im Film über die Bewegungen der Wünschelrute in der Hand eines Quellenfuchers, wodurch bewiesen werden tann, daß die Rute nicht etwa durch bestimmte Willensäußerungen des Trägers gelentt wird. Alle diese Enthüllungen werden mit Hilfe der Zeitlupe gewonnen. Man bedient sich bei diesen Aufnahmen einer Kamera, bie von dem gewöhnlichen Filmapparat verschieden ist, und zwar bedarf man zur Aufnahme dieser verlangsamten Bilder einer schnelleren Ramera, die nicht weniger als 240 Bilder in der Sefunde auf nimmt, während der gewöhnliche Apparat nur 16 Biber in der Sefunde festhält. Der zu wissenschaftlichen Zweden benutzte Apparat ist viel schwerer als der gewöhnliche, muß stabiler gebaut sein, damit Die Folgen der Berweigerung des Eides auf die Reichsver. er ganz feststeht, und fostet das Doppelte. Die Bilder, die auf biefe faffung regeln fich für die Beamten, die beim Intrafttreten, dieses Weise aufgenommen werden, fönnen auf der Leinwand 16mal Gefeges bereits angestellt sind, nach den bisher geltenden Bestim langfamer projiziert werden als die gewöhnlichen. Ein Mann z. B., mungen. der einen Sprung ausführt, erscheint dann in der Luft schwimmend, mährend die Stellungen eines Tänzers in alle Einzelheiten der Bewegung zerlegt sind. Ruffifche Bücherpreije. Interessante Angaben über jegige ruffi sche Bücherpreise werden in der Deutschen Berleger- Beitung" mit. geteilt. Danach loftet eine Nummer der Petersburger Halbmonat schrift„ Letopis doma literatorow" 30 000 Rubel, die Gedichte von 2. Biot 60 000 Rubel und ebensoviel die Geschichte meiner Zeit" Don Rorolento. Für das Handbuch der Logit" von Loffi werden 90 000 Rubel gefordert, für den von der Eugenetischen Gesellschaft herausgegebenen Sammelband Somoff" 250 000 Rubel, für die illustrierte Ausgabe des Geizigen Ritters" von Dobuschensti 400 000 Rubel. Auf diese Preise wird vom 1. März ab noch ein ,, Teuerungszuschlag" von 50 Prog. erhoben. Kammerspiele des Deutschen Theaters. Als nächste Erft auf führung geht noch in diefem Monat Die ewig lamelnbe grau, eine Tragikomödie von Amiel und Dboy mit Berner Strauß und Artifel V. Bayern gegen das Schutzgeseh. Am Montag stand im Reichstag zur Beratung die erfte und zweite Lefung der von allen Parteien mit Ausnahme der Un abhängigen und Kommunisten eingebrachte Gefeßentwurf über die Erhöhung der Bezüge von Sozialrentnern. Der Gefeßentwurf sieht eine Erhöhung der Leistungen bei den In validen, Alters- und Witwenrenten um jährlich 3000 m. und die Dedung ber badurch entstehenden Mehrausgaben durch die Schaffung neuer Lohntlassen vor. Abg. Hodh( Soz.): 1918 gewählt, mur 50 Broz. fleritale Mandate, jetzt ist dieser ihrer mandate verloren. Unsere Partei finft von 22 auf Prozentsag 59. Dabei hat die liberale Partei die Hälfte 20 Broz. Die„ revolutionäre Frattion", die 1918 mit vier Mann zum ersten Male ins Parlament eintrat, fah ihre Zahl auf zwei Mandate finten. Die Ursachen des flerifalen Wahlsieges sind zweifach. Erstens das Frauenwahlrecht. Das Männerwahlrecht hatte, menn es auch erst 1910 allgemein wurde, doch schon eine lange Braris hinter sich; viele Hunderttausende von Arbeitern find demnach politisch schon längst geschult. Die Frauen, bisher ohne Wahlrecht hatten sich in ihrer Maffe bisher um politische Wahlrechts traf ihre große Mehrheit unvorbereitet; sie wurden Angelegenheiten gar nicht gefümmert; die Einführung des dadurch eine leichte Beute für die fleritale Demagogie. Daß es auch anders fann, beweist Amsterdam, wo wir irog Frauenwahlrecht unsern Prozentsaz der Stimmen von 27 auf 30 steigerten. In den fleineren Städten aber, auf dem platten Lande und besonders in den flerifalen Provinzen hat die Kirche auch noch ihren vollen politischen Einfluß auf die Frauen. Sogar Frauen von organisierten Parteigenossen haben in vielen Fällen flerifal abgestimmt. Infoweit beantwortet das Wahlresultat unsere Erwartun benachteiligen würde, afzepierten es dennoch mit Freude, weil gen. Wir wußten, daß das Frauenwahlrecht uns anfänglich es uns die Möglichkeit der politischen Aufklärung der Frauen erweitert. Daß wir nur auf 10 Broz. fanten, verbürgt uns, Scharte bald genug ausgewekt haben wird. daß unsere weitere agitatorische Tätigkeit die jetzt erlittene Einsturz des Liberalismus. Die Liberalen waren in diesem Die zweite Ursache des fleritalen Sieges lieg im völligen Wahlkampf die wildesten Schreier; der schlechte Stand der Staatsfinanzen, die hohen Steuern als Folge von Krieg und Das Gefes will die Bezüge der Sozialrentner wenigftens Teuerung wurden von ihnen ausgebeutet zu einer wüften einigermaßen den Teuerungsverhältnissen anpassen. Leider war es nicht möglich, die hierfür erforderlichen Mittel der Reichstasse auf Seze gegen die„ loftspielige" Sozialgefeggebung, gegen die zuerlegen, da entweder neue Steuerquellen erschlossen oder mehr hohen" Forderungen der Arbeiter, gegen den AchtstundenLina Lossen in den Hauptrollen in Szene. Regie Bernhard Reich. Bapiergelb hätte gebrudt werden müssen. Daher bleibt leiber nur tag ufw. Da haben sich mehr als hunderttausend liberale Eine wiffenfchaftlich- technische Ausstellung findet in eipsis übrig, die Beiträge zu erhöhen. Dabei fonnte bedauer- Wähler gesagt, daß fie, wenn es schon Reaktion_sein sollte, in den Sallen der Tecnifchen Meffe und ber Sygiene- Messe vom licherweise nicht entschieden werden, ob mit der Erhöhung der Bei- auch gleich zu den Kleritalen übergehen fonnten. So stieg die 16. bis 24. September bei Gelegenheit der Bundertjahrieter der Gesellschaft träge der Invalidenversicherung auch eine Erhöhung der Leiftungen am meisten tonfequent- reattionäre der drei flerifalen BarDeutscher Naturforscher und erste ftatt. Sie umfaßt den nelamten For eintreten soll. Für solch eine Entscheidung fehlen die erforderlichen teien die„ chriftlich- historische" von 7 auf 11 Broz. an Stimmen fungs, Unterrichts- und Betriebsbedarf der Naturwissenschaften und der Medizin. einschließlich der Hochschulen, Kliniken, Strantenhänser, Heil- und Grundlagen. Im Herbst wird diefe Frage aber gründlich geprüft und Mandaten. merden müssen. Sollten fich inzwischen Erhöhungen notwendig Vom nenen Brockhaus ist feeben der 2. axb erfchienen. Er machen, so wird die Regierung diefe unter Zustimmung des Reichs feinen Charatter als realtionärer Sieg. Die allgemeine Diese Erscheinung insbesondere gibt dem Wahlrefultat umfaßt die Buchstaben bis St, gibt elteftes, Neues und Aderneueftes. tages und auf Grund des Ermächtigungsgefehes vorzunehmen haben. Mealtion, die überall in Europa wütet, hat auch in unserem Stichproben erwiesen uns seine Buverlässigkeit. Nur einen Frrium ente In zweiter Lesung wird der Gefeßentwurf mit der Wenderung dedten wir: Dito Grich Sartleben ist nicht, wie Brodbaus behauptet, in angenommen, die Unterstügung von Rentenempfängern noch durch Land feine Wellen geschlagen. Wir gehen aller Wahrschein Gardone, sondern in Calo gestorben. Der Breis bes Bandes beträgt in bejon bere aitanbsmaßnahmen zu erleichtern. Dar lichkeit nach einer Beriode schärferer Reaktion entgegen. Die Halbleinen 540 M., in Halbpergament 680 m. Die beiden Schlußbände fallen in Zwischenräumen von je acht Monaten erscheinen. auf wird das Gefes in dritter Lefung angenommen. Ein Gelegent- einzige starte und festgeschlossene Oppofition werden dabet Japanische Svende für Deutschland. In Sofi bat am 3. De wurf über die Ermächtigung zu Sollerhöhungen geht an dex Bolts- unfere gwanzig Bertreter bilben. Es wird eine lehrreiche zember 1921 bie Japan Universal Music Society" ein Stonzert augunsten wirtschaftlichen Ausschuß. deutscher Studenten stattgefunden. Der Erlös von 500 Men 40 850 M. ift Es folgt dann der Bericht des Bildungsausschusses über jezt dem Buniche der Veranstalter entsprechend zur Hälfte der Berliner Universität und dem Konferbatorium für Mufil in Leipzig überwiesen worden. Pflegeanstalten und Canatorien. die Not der Junglehrer. Beriode eingeleitet für diejenigen Elemente der Arbeiterklasse, bie noch bem Ríeritalismus Gefolgschaft leisten. An unserer auftlärenden Tätigkeit wird es nicht fehlen. Des Erfolges Der Ausschuß hat beantragt, bas bei den Bändern norhandene find wir ficher. Gewerkschaftsbewegung Zum Buchdruckerstreik. us Bugbrudertreifen wird uns geschrieben: Nach den gescheiterten Berhandlungen vom Sonnabend scheint ber Buchbrucerstreit auf einen toten Bunft geraten zu sein. Was TUTT? Rollege Walther gehört ber Rommunistischen Bartet an feits, abgeschloffene Tarifvertrag ist mit Birtung vom 1. Januar 1922 und seine Kandidatenaufstellung ist nur erfolgt, um an Stelle des unter dem Aftenzeichen VI 1105/37 für allgemein verbind. Gewerkschaftlers der Amsterdamer Richtung einen Vertreter Mos. lich erklärt worden. taus an leitende Stelle in die größte Berwaltungsstelle unseres Berbandes zu bringen. Die KPD. will unter allen Umtänden sich hier eine Machtposition erobern. CBD. Bertrauensleute bez AGG., Rabelwerk Oberschönemeibe. Am Mitt moch, den 12. Sult, findet um 4 Uhr im Luisenhof, Oberschöneweide, eine Bertrauensleute statt. Ronferens aller Betriebsräte und Tagesordnung: Stellungnahme zu den legten Borkommnissen im Wert. Es ist Pflicht der Rollegen dort zu erfcheinen. Parteibuch ist mitzubringen., Ju AfA- Verbänden organisierte Mitglieder der Barmer Krankenkasse! Am Mittwoch, abends 7 Uhr, im Luifenfaal" der Saverlands Festfäle", Berlin, Neue Friebrichfir. 35, Versammlung. AfA- Bund, Ortstartell Groß- Berlin. Bunb ber technischen Angestellten und Beamten. mittivo, Mitglieder Bersammlung Norden II, Lamperts Festfäle, Schönhauser Allee 129, 7½ Uhr. Funktionärverfammlung Metallindustrie im Weißen Gaal ber Sophienfäie, Sophienstraße 17/18, abends 7 Uhr. Donnerstag, den 15. Juli, Mit aliederversammlung, Lichtenberg, Zur Sütte, Frankfurter Alee 226, Norden I, Car. Berliner, Brunnenstr. 140, 7 Uhr. abends 7½ Uhr. Often I, Sochbahnrestaurant, Stralauer Allee 48, 7% Uhr. Reinidenborf, Bürgerheim, Brovinzftr. 84, 7½ Uhr. Südmeft, Göbels Reſtaurant, Tempelhofer Ufer 6, 7½ Uhr. Zentralverband der Schuhmacher. Branchenberfamanlung für Stebberinnen und Vorrichterinnen aus den Fabriten Dienstag abend Uhr, Köpenider Straße 127a; für Swider und 3widerinnen abends 5½ Uhr, Weberstr. 17. Branchenversammlung der Friedrichstädtischen Maßbranche, Donnerstag abend 7 Uhr in Billes Festfalen, Sebaftianstr. 39. Run fann bekanntlich die Tätigkeit eines Gemertschaftsfunktionärs, der politisch zu der KPD. gehört, nicht unparteiisch sein. Die leitenden Stellen der KPD üben einen solchen Einfluß aus, auch auf Die. Großen unter den Druckereibefizern, die es am Sonn die Funktionäre einer Gewerkschaft, die dieser Partei angehören, daß abend darauf ankommen ließen, den Verhandlungsjaal unter nich man von freien Entschließungen und fachlichen Hand tigen, fabenscheinigen Borwänden zu verlassen, haben sich natürlich I ungen bei diesen nicht reden tann. In den Richtlinien, die etwas dabei gedacht. Denn so ganz zufällig brüstiert man nicht die KPD. bzw. deren Gewerkschaftszentrale aufgestellt hat, ist folgendie Reichsregierung, die sich bemüht hatte, die Parteien an den der Satz zu lesen: Alle Funktionäre find ihrer Partei und Berhandlungstisch zu bringen. Es fann auch nicht ohne besondere den tommunistischen Fraktionen, von welchen sie als Kandidat aufAbsicht geschehen sein, daß man durch ein derart herausforderndes gestellt sind, verantwortlich und fönnen jederzeit von Auftreten die Situation verschärfte, damit die Beilegung des Kon ihrem Poften durch Beschluß der Fraktion und des Parteivorstandes fliftes erschwerte, den Kampf verlängerte. Denn darauf fommt( in Zweifelsfällen entscheidet die Bezirksleitung) abberufen doch das Verhalten der Arbeitgebervertreter in der Pragis hinaus. werden." Welches sind nun die unmittelbaren Folgen der Haltung der Es kann sich jeder selbst vorstellen, wie die Tätigkeit eines BeZentralverband ber Hotel, Restaurant. und Cafeangeftelten. Mittwoch fint Rach Unternehmer? Der Kampf wird verallgemeinert und verlängert. vollmächtigten aussehen wird, der politisch zu der KPD. gehört und große Allgemeine Mitgliederversammlungen. Nachts 1 Uhr: Daraus folgt, daß die gesamten Betriebe, besonders viele mittlere von ihr feine Weisungen empfängt. Daß dann nach gewerkschaft mittags 5 Uhr: Mufifer- Säle, Raiser Wilhelm- Straße 31. Sophien- Säle, Sophienstr. 17/18. Residenz- Festfäle, Bandsberger Str. 81. und fleine Betriebe, die sicher bereit wären, die Forderungen der lichen Grundsähen gehandelt wird und daß nur die gewerkschaft- Friedrichshof, Friedrichstr., Ede Rochstr., Eingang Friedrichstr. Augufta Gehilfen zu bewilligen, nicht in der Lage sind, den Großen eine lichen Interessen der Kollegen maßgebend sind, ist nicht anzunehmen. Biltoria- Sale, Lutherstr. 31/32. Tagesordnung: Annahme ober ablehnung des wenig erwünschte Konkurrenz zu machen. Im Gegenteil, je länger Zu einer solchen politischen Spielerei dürfen die Kol. Schiedsspruches vom 5. Juli 1922. Reichsbruckerei! Budruder! Die Bertrauensleute und Delegierte der Streit dauert, desto schwieriger wird die Lage der Kleinen", legen der Verwaltungsstelle Berlin ihre Hand nicht bieten. Es treffen fich um 10 Uhr im Sof des Gewerkschaftshauses. Die ohnehin nur schwer gegen die„ Großen" auffommen. müssen darum alle Meinungsverschiedenheiten und sonstigen Diffe Reichsbruderet. Betriebsversammlung aller Streifenden am Dienstag, den Damit nicht genug, wird durch diese Verschärfung des Kampfes renzen zwischen den Anhängern der Richtung Amsterdam zurüd- 11. 3ult, abends 6 Uhr, im Sportpalast, Botsdamer Straße 72, Der bie gesamte in Berlin erscheinende Gewertgestellt werden und jeder Kollege, der die Gewerkschaften vor Deutscher Metallarbeiter- Berbaub. Bezirksmitgliederversammlung bes Be fafts preffe lahmgelegt. 50 000 Buchbinder stehen gegen politischer 3erlegung bewahren will, muß unter Hint- irts 21 am Mittwoch, nachm. 4 Uhr, im Lotal Wilhelminenhof, Oberschöneweide. Tagesordnung: 1. Bericht des Kollegen Urich vom Gewerkschaftstongrès. märtig in einem schweren Lohnfampf, ohne daß ihnen die unent ansetzung seiner sonstigen Auffassung für den Kandidaten der 2. Stellungnahme zur Neuwahl des Bevollmächtigten. 8ahlreiches Erscheinen behrliche Waffe ihres Fachblattes zur Verfügung stände. Die Textil- Amsterdamer Richtung bei der Wahl des 1. Bevollmächtigten ber Mitglieder ist Vflicht. arbeiter Deutschlands stehen unmittelbar vor einem Riefenkampf, in Berlin eintreten. Deshalb ist es notwendig, da diese Wahl unter um eine Berlängerung der Arbeitszeit abzumehren. In diesem der Parole Amsterdam oder Mostau vorgenommen wird, Augenblick ist das Mittel der Aufklärung der Maffen, das Berbands, daß alle Mitglieder unferes Verbandes am Wahltage ihre Stimme organ, unentbehrlicher als je. Auch dieses Mittel versagt durch dem Kollegen 3ista geben. Nur dann find weitere Streitig teiten und sonstige, unserer Organisation schädlichen Bestrebungen unmöglich gemacht, wenn die Amster. damer Richtung bei dieser Wahl den Sieg davon trägt, d. h. wenn Rollege 3ista mit großer Stimmenzahl zum 1. Bevoll ben Streit. Sollte bas alles fo zufällig sein? Sollte wirklich zwischen den Scharfmachern in ber Textilindustrie, die es ohne Not zum Kampfe treiben, und der höchst merkwürdigen Haltung der Berliner Buch brudereibefizer bzw. deren Bertreter, teinerlei Zusammenhang bemächtigten wiedergewählt wird. ftehen? Bir perfen für heute nur diese beiden Fragen auf. Wir wollen der Entscheidung der Buchdruckerversammlung in feiner Weise vor greifen. Wir geben ihr aber zu bedenken, ob es immer flug gehandeft ift, gerade auf die Tattil einzugehen, die der Gegner offenbar felbst wünscht. Metallarbeiter, merket auf! Wahl des 1. Bevollmächtigten von Berlin. Uus Berliner Metallarbeiterfreifen wird uns geschrieben: In den nächsten Tagen findet die Wahl des 1. Bevollmächtigten her Berliner Verwaltungsstelle des Deutschen Metallarbeiterver bandes statt. Bekanntlich hat die letzte Generalversammlung eine Urabstimmung für diese Wahl beschlossen. Da zwei Kandi baten für diefen Bosten vorgeschlagen sind, soll die Mitgliedschaft entfcheiden, wer von diesen beiden, Walcher oder 3ista, für das nächste Geschäftsjahr die Tätigkeit des 1. Bevollmächtigten ausüben foll Der bisherige Bevollmächtigte, Rollege Zista, hat in sady licher Beziehung bisher Peine Beranlaffung zur Unzufriedenheit gegeben. Es ist daher keine Beranlassung vorhanden, durch eine Brabftimmung zu entscheiden, ob Kollege Bista als 1. Bevollmäch. figter meiter tätig sein soll oder nicht. Aus welchem Grunde hat nun ein Teil der Generalversammlung verlangt, daß ein anderer Rollege, in diesem Falle Walcher, diefen Bosten befleiben foll? Da faglig, wie oben erwähnt, fein Grund dazu vorliegt, fönnen mur politische Beweggründe bestimmend sein. Zum drohenden Bergarbeiterstreik. Betriebsausschuß. Nähmaschinenbranche! Heute Dienstag, naom. 5 Uhr, wichtige Bersamm lung in der Schulaula, Roppenplag, nahe Linienſtr. Beranim. für ben rebat. Teil: Franz Klühs Berlin- Lichterfelde; für Anacigen: h. Glode, Berlin. Berlag Vorwärts- Verlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderei u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3. Sierau 2 Beilagen. Achtung, Buchdrucker! Hente, Dienstag, den 11. Juli, vormittags 11 Uhr Auf Wunsch der Leipziger Generalbersammlungs- Delegierten Angesichts der äußerst gefährlichen Situation im Ruhrkohlenbergbau begab fich der Reichsarbeitsminister Dr. Brauns gestern abend nach Effen, um persönlich die schwierigen Berhandlungen mit den Bergarbeitern zu führen. Die Verhandlungen werden heute vormittag 210 Uhr ihren Anfang nehmen. Am Freitag findet dann in Dortmund die Revierkonferenz der Bergleute statt, auf der zu dem Ergebnis der Verhandlungen Stellung genommen werden wird. Ist das Ergebnis negativ, so sollen am 15. d. M. die kündigungsscheine den Werten zugestellt werden. Für diesen Fall ist dann mit dem Ausbruch des Streits etwa für Ende Juli oder die Erscheinen sämtlicher Delegierten und Vertrauensleute ist notwendig. ersten Tage des Monats August zu rechnen. Außerordentl. General- Versammlung im ,, Gewerkschaftshaus", Engelufer 24/25. Vorstandsmitglieder um 9 Uhr: Sigung. Der Gauvorstand. Achtung, Buchdrudereihilfsarbeiter! im ,, Gewerkschaftshaus"( Saal 1): Neuer Lohntarif für Handelshilfsarbeiter. Monate Juni und Juli für die Handelshilfsarbeiter im Einzelhandel Nach wochenlangen Verhandlungen ist der Lohntarif für die abgeschloffen. Der Schlichtungsausschuß hatte Anfang Juni laut Schiedsspruch eine zehnprozentige Erhöhung der Löhne für den Monat Juni festgelegt. Dieser ganz minimalen Erhöhung der so über. Sente, Dienstag, den 11. Juli, vormittags 11 Uhr, aus niedrigen Lohnfäße der Handelshilfsarbeiter haben die Funktio näre des Einzelhandels ihre Zustimmung nicht erteilt und den Schiedsspruch abgelehnt. Am 30. Juni fanden dann abermals Deutschen Transportarbeiterverband statt. Das Resultat der BerVerhandlungen zwischen der Einzelhandelsgemeinschaft und dem handlungen war, daß die Arbeitgeber über den abgelehnten Schiedsspruch hinausgingen und eine Zulage für den Juni für die Berheirateten von 15% Proz. gewährten. 15% Proz. gewährten. Der Tarifabschluß für Vorstandsmitglieder( und Lohukommission) um 9 Uhr ben Monat Juli hat eine weitere Erhöhung von 11% Prozent für die Erwachsenen gebracht. Die Funktionäre haben zum Abschluß Bersammlung der Bertrauenspersonen Sigung ebenda. Der Vorstand. J. A.. Grohmann. Das trifft in diesem Falle zu. Stollege Bista gehört bekanntlich 34 denjenigen Gewerkschaftlern, die der Amsterdamer Rich. ihre 3ustimmung erteilt, weil in der augenblidlichen Situation Einzelzahler um 1 Uhr bei, Henning, Alexandrinenfiraße 44. tung angehören. Nach den Beschlüssen und Bestrebungen des nach reiflicher Ueberlegung nicht mehr zu erreichen war. Die gedruckten Tarifverträge sind im Deutschen TransportInternationalen Gewertschaftsbundes find auch die Handlungen des arbeiter- Berband, Engelufer 24/25, 2 Tr., Zimmer 31, zum Breife Kollegen Zista zu bewerten. Wenn man prattisch und nur als von 1 M. unter Vorlegung des Mitgliedsbuches zu haben Gemerffchaftler diese Angelegenheit beurteilt, wird man zu dez Auffassung kommen, daß Kollege Zista seine Pflicht und SchulVerbindlichkeitserklärung eines Tarifvertrages. Der zwischen bigkeit nach jeder Richtung hin erfüllt hat. Das ist dem Berein der Lichtspieltheater- Befizer Groß- Berlin und Broving auch die Meinung des übergroßen Teils nicht nur der Mitglieder Brandenburg E. B. und dem Wirtschaftsbund deutscher Filmtheater des Deutschen Metallarbeiterverbandes, sondern aller gewerkschaft E. B., Landesgruppe Berlin und Provinz Brandenburg, einerseits fich organisierten Arbeiter. und dem Deutschen Musikerverband, Ortsverwaltung Berlin, anderer5 PLUVIUS verhütet GROSSFEUER Zeugnisse über gelöschte Brände kostenlos, Pluvius: Feuerlöscher Gesellschaft m. b. H. Berlin- Charlottenburg 2: Gegründet 1905. KON LINON Maffary. Delft edel wie der Name Urteilen Gie selbst! Fritzi Maffary eine Zigarette von Rang