Nr. 331 39.Jahrgang Ausgabe Nr. 159 Bezugspreis: Bierteljährlich 180,- M., monatlich 60,-. frei ins Haus, voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memel gebiet, fowie Desterreich u Luxemburg 108,-M., für das übrige Ausland 142, M. Bostbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Efthland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luremburg, Defterreich, Schweden, Schweiz, Tschecho- Slowakei und Ungarn. Der Vorwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage„ Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonn tags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Abend- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 2 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezetle fostet 25,- M. Reklamezeile 125,- Mr. „ Aleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 7, M.( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 6, M. 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Ueber die internationale Lage, wie sie durch die deutschen Zahlungsschwierigkeiten entstanden testen nach einer Beschneidung der Reparationslasten rufen, fich aber wie die Wilden gebärden, wenn der Gläubiger Einficht in die Bücher verlangt. Jouhaux über den Marksturz. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Verlag, Haupterpedition n. JuferatenAbteilung: Dönhoff 2506-2507 Die Arbeitsgemeinschaft. Der Beschluß der beiden sozialdemokratischen Reichstagsfraktionen, sich zu einer Arbeitsgemeinschaft zu= sammenzuschließen, wird von der gesamten Berliner Presse als das bedeutsamste Ereignis des gestrigen Tages an hervorragender Stelle und in auffallendem Druck veröffentlicht. Da er aber erst in später Abendstunde gefaßt wurde, beschränken fich die meisten Blätter auf seine Wiedergabe, der fich in vereinzelten Fällen kurze Kommentare anknüpfen." " Verhandlungen zwischen Frankreich und Amerika. fei, sagte er, es sei fein Grund vorhanden, zu verzweifeln. Er Paris, 14. Juli.( WTB.) Ueber die gestrige erste Besprechung glaube, es werde ein Weg gefunden werden, um die ernsten der französischen Finanzdelegierten Parmentier, Leneveu und Das Berliner Tageblatt" schreibt: Gefahren auf finanzillem Gebiete zu vermeiden, und in dieser Bayer mit dem amerikanischen Schazsekretär Mellon in Washing- Dieser Beschluß der beiden sozialistischen Parteien ist von Beziehung werde England eine große Rolle spielen ton erfährt der Vertreter von Havas, daß das amerikanische Schahz großer politischer Tragweite und ist geeignet, wesentkönnen. England verzichtet für seinen Teil also a den Schul- amt Parmentier um Einreichung von Berichten über die franzölich zur Klärung der gegenwärtigen politischen Krise beizutragen. denausgleich. Darüber hinaus kann die Andeutung Robert fischen Budgets des vergangenen, des laufenden und des Ob die Arbeitsgemeinschaft nur der erste Schritt für eine Ver. Hornes bedeuten, daß England trotzdem bereit ist, der Frage tommenden Jahres, um die Statistik der französischen Produktion, fchmelzung beider Parteien sein oder ob, bei der ungleichartigen eines Schuldenverzichts Frankreich und vielleicht auch seiner des französischen Handels und der französischen Aus- und Einfuhr Zusammensetzung der unabhängigen sozialistischen Fraktion, in der anderen Gläubiger Belgien und Italien gegenüber näherzu- ersucht habe, die ihm nur unvollständig vorlägen. Selbstverständlich Persönlichkeiten wie Adolf Hoffmann, Levi, Ledebour mit Breits treten. Auch in der englischen Presse. finden sich nun- fönnten auch über alle übrigen Fragen zweddienliche Ausscheid und Criſpien zusammenfißen, der Versuch einer Gemeinschaftsmehr derartige Andeutungen. So sagt die frankreichfreund- fünfte gefordert werden. Nach Zusammenstellung des Aften arbeit, wie in der ersten Zeit nach der Revolution, auch diesmal liche, zu der englischen Regierung in Opposition stehende stückes werde Mellon sofort die Kommission zusammenrufen, vor der scheitern wird, muß die nächste Zukunft lehren. Nicht zuletzt wird ,, Times", das Problem der Bezahlung der britischen Schul- Barmentier die nötigen Erflärungen abgeben werde. man jedenfalls in den Gewerkschaften das treibende den an Amerika im Zusammenhang mit dem Verzicht auf die Element für diese Arbeitsgemeinschaft erbliden fönnen. Alliiertenschulden an England, um dadurch die unhaltbare Die Vertreter der Gewerkschaftsverbände, die heute früh Lage in Europa zu beheben, stelle einen Appell an eine großzügige Voraussicht dar, durch die man den höchsten internatio- Jouhaur schreibt zur Zusammenschlußbewegung der internatio- froher Ueberraschung gelesen haben, werden sich der ihnen Paris, 15. Juli.( WTB.) Der französische sozialistische Führer die Nachricht von dem Beschluß der beiden Fraktionen mit nalen Interessen diene. England müsse sich an nalen sozialdemokratischen Parteien zur Unterstützung der zugemuteten Urheberschaft gewiß nicht schämen. Indes wissen dieses große internationale Unternehmen deutschen Demokratie: Der finanzielle Zusammenbruch unsere Leser bereits, daß der Vorschlag vom Vorstand der heranwagen. Reichstagsfraktion Auch Daily Mail“ und„ Daily Telegraph" Deutschlands stellt ein neues Problem dar, das eng mit demjenigen sozialdemokratischen halten es für notwendig, daß England in dieser Hinsicht die der Aufrechterhaltung der Demokratie verknüpft ist. Der Sturz ohne jeglichen Druck" von anderer Seite ausgegangen war. Die Berliner Volkszeitung" beschränkt sich auf Initiative ergreift und im Evening Standard" heißt der Mart und die Teuerung, die notwendigerweise daraus het die Bemerkung, die durch die Bildung der Arbeitsgemeindie vorgehen wird, können für die über den Alliierten werde von der englischen Regie rung ernsthaft in Erwägung gezogen. Das End: ziel diefer Maßnahme sei, durch eine gleichzeitige Herabjegung der Reparationsschuld eine große internationale Anleihe für Deutschland möglich zu machen. Das Blatt erinnert daran, 1 Milliarde 187 Millionen Pfd. Sterling belaufen, wovon auf 1 Milliarde 187 Millionen Pfund Sterlin belaufen, wovon auf Frankreich 58 Millionen, auf Italien 500 und auf Belgien 103 Millionen entfallen. Daraus ist ersichtlich, welche Anforderungen an den Opfermut Englands gestellt werden, und man fann sich wohl auch in Frankreich faum der Einsicht verschließen, daß es Englands gutes Recht ist, wenn es angesichts dieser Opfer die Vorhand in der Reparationsfrage für sich in Anspruch nimmt. ihr Berzweiflung im Gefolge haben. Jouhaur verlangt deshalb einen einmütigen Druck der Arbeiterschaft, der die Regierungen nötigen soll, bei der Sanierung der deutschen Finanzen mitzuwirken. Das deutsche Proletariat unterſtüßen, sagt er weiter, heißt aber nicht zugeben, daß die Regierungen durch ge= fährliche politische Maßnahmen, die übrigens auch unwirksam sein würden, die Propaganda der Platzhalter des alten Regimes verstärken. Abreise des Garantiekomitees. = Das Garantiefomitee hat, wie die Dena erfährt, seine Arbeiten beendet und wird am Sonntag nach Paris zurückkehren. Die Differenzen, die mit der deutschen Regierung bezüglich der Maßnahmen gegen die Kapitalflucht Die französische Schuldenkommission hat bestanden, sind behoben. Eine Anzahl von Gefeß in Washington die ersten Besprechungen mit den amerikani- entwürfen sind aus diesen Beratungen entstanden, die schen Gläubigern gehabt. Die sereinigten Staaten verlangen die Reichsregierung in nächster Zeit durchzuführen die Abzunächst einen genauen Einblick in die Staatshaushalt- ficht hat. Das Garantiekomitee wird Anfang der nächsten pläne Frankreichs und wirtschaftliche Statisti- Woche in Paris seinen Bericht erstatten. Nach der jezigen fen. Auch Frankreich bleibt also die Bitterfeit eines Berfah- Stimmung der Mitglieder zu urteilen, kann dieser im allgerens nicht erspart, das sich bei einem mit seinen Zahlungen meinen günstig ausfallen. Das Garantiekomitee hat die ins Hintertreffen gelangten Schuldner nun einmal nicht um- Ueberzeugung gewonnen, daß die deutsche Regierung den gehen läßt. Ein Vergleich mit Deutschland liegt nahe. Er besten Willen hat, die notwendigen Maßnahmen zur Saniezeigt, wie unfinnig das Verhalten derer ist, die zwar am lau- rung der deutschen Finanzen zu treffen. Staatskrise in Polen. Präsident Pilsudski droht mit dem Rücktritt. Warschau, 14. Jull.( WTB.) Der Staatschef Pilsudski richtete an den Sejm- Marschall Trampczynffi ein Schreiben, in dem er sagt, daß die Wahl Korfantys zum Ministerpräsidenten mit seinen Ansichten über die innere Lage des Staates in Widerspruch stehe und er sich daher gezwungen sehen werde, in kürzester Zeit jein Amt niederzulegen. ten. Präsident Pilsudski scheint derselben Auffassung zu sein. Seine Rücktrittsdrohung bringt ein neues Moment in den Verfassungskampf, der nun schon seit Wochen zwischen dem Staatschef und dem Parlament droht und der kein Ende finden kann, weil die Parteifonstellation im Sejm dieses Parlament verhindert, von der Macht einen dienlichen Gebrauch zu machen, die es gerne für sich in Anspruch nehmen möchte. Noch verwickelter wird der Verfaffungskampf durch die Tatsache, daß er sich bereits unter dem Zeichen der Neuwahlen abspielt. Appell an Sowjetrußland. Gegen einen Racheakt. Prof. Dr. Albert Einstein, Helmuth v. Gerlach und Graf e Bler haben, wie die„ Dena" erfährt, folgenden Appell an die Sowjetregierung gerichtet: fchaft vollzogene Tatsache sei geeignet, die Schwierig. feiten, die der Lösung der parlamentarischen Krise entgegenstehen, wesentlich, vielleicht gar entscheidend zu mindern". Ueber dieselbe Frage äußert sich die Bossische Zei tung" etwas zweifelhafter, wenn auch immer noch recht zuversichtlich. Sie beschäftigt sich mit dem Leitaufsak des ,, Borwärts" von gestern abend, der den Vorschlag zur Bildung der Arbeitsgemeinschaft bereits enthielt, und meint, wir dürften darüber unterrichtet sein, daß Zentrum und Demokraten bereit seien, im Fall einer Verschmelzung beider Fraktionen die Koalition mit der neuen Gesamtfraktion fortzufezen. An ihrer zahlenmäßigen Stärte von 180 Mann würden sie sich nicht stoßen. Bedenken würden nur dagegen erhoben, die USP. als vierten selbständigen Koalitionspartner aufzunehmen. Der ganze schwere Streit um die Koalitionserweite rung hätte nach der Boff. 3tg." vermieden werden können, wenn alle Unabhängigen oder wenigstens jene überwiegende Mehrheit der Unabhängigen, die heute innerlich auf dem Boden der Sozialdemokratischen Partei stehen, in deren Fraftion eingetreten wären, genau so, wie im vergangenen Jahr nach dem Halleschen Parteitag ein großer Teil der Unabhängigen zu den Kommunisten übergegangen ist. Das Blatt tommt zu folgendem Schluß: " " Inzwischen ist die im Borwärts" bereits angekündigte Arbeitsgemeinschaft der beiden sozialdemokratischen Reichstagsfraktionen tatsächlich zustande gekommen. Wie sich die anderen Koalitionsparteien dazu stellen werden, ob sie diese Arbeitsgemeinschaft einer Verschmelzung der beiden Fraktionen gleichwertig erachten werden, muß ab gewartet werden. Das wird der schwierigste Punkt der Verhand lungen werden. Hat man sich erst darüber verständigt, dann darf bie Sorge um die dritten Abstimmungen am Dienstag sehr gering sein. Die Germania" gibt die Nachricht an leitender Stelle wieder und antwortet auf unsere Ausführungen von gestern u. a. das folgende: Die Wahl Korfantys zum Ministerpräsidenten ist Wenn der ,, Vorwärts" die von niemandem aufgeworfene Frage, offenbar eine Verlegenheitsmaßnahme des polnischen Parlaments. die ja eigentlich überhaupt feine ist, anschneidet, was Das Stimmenverhältnis von 219 gegen 206 zeigt, wie schwach die man von einem Ausscheiden der Sozialdemokratie aus der RegieMehrheit ist, die hinter Korfanty steht. Korfanty galt bisher als rung erwarte, so scheint er uns die Rollen zu vertauschen; denn an Anhänger der Aeußersten nationalen Rechten. Seine Tätigkeit als ein Herausdrängen der Sozialdemokratie aus der Regierung denkt Abstimmungskommissar in Oberschlesien ist noch in frischer Erinneim entferntesten fein Mensch und davon war auch in unserem Arrung. Er arbeitete mit allen Mitteln. Als er sich seinerzeit an die " Die Unterzeichneten sind tief ergriffen von den Umständen, titel nicht mit einem Worte die Rede. Vielmehr war in unseren Spitze der polnischen Aufrührer stellte und das Abstimmungsresultat unter denen sich der Prozeß der Sozialrevolutionäre vollzieht. Sie Kreisen auf Grund der Haltung der Sozialdemokratie die Aufmit Terror und Waffengewalt gegen Entente und Interalliierte fürchten ein unwiderrufliches Urteil und richten deshalb im Namen fassung entstanden, daß man das Zentrum als nebenfächlich beRommission zu„, revidieren" versuchte, wurde die polnische Regierung der Menschlichkeit und der allgemeinen Beruhigung einen dringen- handeln und ihm eine Rolle zuweisen wolle, die mit der Koalitions. ron den Alliierten gezwungen, Korfanty abzuberufen. Obwohl die den Appell an die Sowjetregierung, um sie zu bitten, sich jedweder politik nicht gut zu vereinbaren ist. polnische Regierung versicherte, mit den Butschisten nichts zu tun zu Maßnahmen zu enthalten, die von der zivilisierten Welt als die haben, fand Korfanty in Bolen bald einen Ehrenplatz. Er war einer Bollziehung eines Ra che attes angesehen werden könnten." der Gründer des Polnischen Verbandes zum Schuhe der Westmarten", der die Turner, der vor zwei Jahren Rußland besuchte, London, 15. Juli.( Eẞ.) Der Abgeordnete der Arbeiterpartei, Gebiete als Hauptziel auf seine Fahne geschrieben hat. Er nahm ein Telegramm an Lenin, worin er die Aufhebung der hat sie nach der„ Einheitsfront" geheult, gebrüllt, gefreischt lebhaften Anteil an der deutschfeindlichen Propaganda in Ostpreußen, Todesstrafe in Rußland und die Begnadigung der verurteilten und gezetert. Nun ist die Einheitsfront da ihr unsolidarischon seit langem als zukünftigen Ministerpräsidenten, doch hatte es Sozialrevolutionäre fordert. Das Telegramm ist von fches intrigantes Verhalten selber aus ihr ausgeschlossen haben, bisher den Anschein, daß er als Mehrheitskandidat nicht in Frage dem Direktor des„ Daily Herald" mitunterzeichnet. fam, da man in ihm den Vertreter der extrem- deutschfeindlichen Richtung fah. Auch wenn man berücksichtigt, wie wandlungsfähig Kor- Nachrichten" melden, gelangen zurzeit bei der 3meigstelle München das Sozialisten gefeß!" schreibt sie: Waffenzerstörung in München. Wie die„ Münchener Neuesten USP. SPD. tapitulieren!", SD. und USP. für fanty ist, muß feine Romierung zum Ministerpräsidenten an dem der Reichstreuhandgesellschaft die auf Befehl der Ententekommission Die Bourgeoisie hat nichts mehr dagegen, daß Hilfer. Tage, an dem die deutsch polnischen Wirtschaftsver im Münchener Zollamt beschlagnahmten neuen Jagdwaffen von ding oder Breitscheid, oder auch beide, Miniſter werden. Sie hat handlungen beginnen, wie eine Propotation Deutschlands mire etwa 9000 Stück zur Zerstörung. ihren Widerstand aufgegeben, fomie fie erkannte, daß es den UnabAus dem wesentlich beruhigten Ton der Germania" glauben wir schließen zu dürfen, daß sie sich selbst von der Irrigkeit ihrer Auffassung überzeugt hat. Die Rote Fahne" tobt wie besessen. Monatelang und wie heißt es nun? Unter fnallenden Ueberschriften wie " hängigen nicht um die Durchsetzung von Bedingungen, nicht um die Erringung von Machtpositionen für die Arbeiterschaft, sondern um die Ergatterung von Ministersesseln zu tun ist. Nur die Arbeiter, die hinter chilferding und Breitscheid stehen, machen den Herrschaften Sorge. Darum haben ste eine Garantie dafür ver- langt, daß die staatsmännische Aktion der Führer nicht von den Arbeitern durchkreuzt werde. Diese Garantie ist das Aufgehen der USP. in den mächtigen und schwerfälligen Apparat der alten Sozialdemokrat» »> Jetzt ist es offenbar, für welche Einheitsfront die Führer der SPD. und USP. sich eingesetzt haben. Es ist die Einheit-- front der Arbeiterführer mit der Bourgeoisie, die Einheitsfront des Burgfriedens, des kampflosen Zurückweichens vor der Konterrevolution. Es ist anzunehmen, daß selbst die meisten Leser der „Roten Fahne" angesichts solcher Schreibübungen in ein helles Gelächter ausbrechen werden. Denn wäre die Verdummung der Arbeiterhirne, wie sie die KPD. betreibt, so weit fortge- schritten, daß sie diesen Unsinn für bare Münze nehmen könnten, so wäre das einfach grauenerregend. Auf alle Fälle hallen wir es für unsere Pflicht, auch von unserer Seite gegen die schmutzigen Unterstellungen, mit denen das Kommunistenblatt gegen die Unabhängigen arbeitet, nach- drücklich Verwahrung einzulegen. Wenn sich die Arbeiterparteien zusammenschließen, um im Reichstag in der Stärke von 180 Mann aufzumarschieren, so bedeutet das. nach KPD.-Logik Schwächung des Arbeiter- cinflufses und„Arbeiteroerrat",„Arbeiterbetrug". Wenn so etwas noch Zustimmung findet, so kann man das nur nach dem bekannten Sprichwort erklären:„Es ist auf Erden nichts so dumm, usw." Selbst der verrückte Sektprvphet Häußer hat Zulauf! Vernünftigen Menschen braucht man nicht erst zu er- klären, daß die Arbeitsgemeinschaft der sozialdemokratischen Reichstagsfrattionen anderes zu tun hat, als sich mit den Geistern von der KPD. herumzuschlagen. Ihr Zweck ist, den Einfluß der Arbeiter, Angestellten und Beamten, die unter sozialistischer Fahne stehen, zu stärken, die Kräfte gegen rechts zu konzentrieren. Wäre der Zusammenschluß schon früher erfolgt, so wäre manches nicht geschehen, was wir jetzt zu beklagen haben, und auch der Kampf, den wir jetzt führen müssen, wäre leichter. Nun gilt es, ohne zurückzuschauen, die Kräfte für kommende Kämpfe zusammenzufassen. Das aber kann nicht bloß durch Verabredungen im Reichstag geschehen, dazu bedarf es auch der politischen Einsicht und des kraftvollen Mitwirkens der Massen, die nicht dulden dürfen, daß das Werk der Eini- gung durch schofle Hetzereien gestört wird. Ein Brief Karl Kautskys. Von Genossen Karl Kautsky, über dessen bedauer- liche Erkrankung wir berichteten, geht uns folgendes Schrei- den zu Anläßlich meiner Augenerkrankung find mir so viele Beweise von Sympathie zugegangen, daß es mir unmöglich ist, jedem meiner Freunde besonders zu danken. Ich bitte sie, meinen Dank an dieser Stelle entgegenzunehmen. Leider sind die Aus- sichten gering, daß das erkrankte Auge seine volle Sehkraft wieder gewinnt. Indes hoffe ich, daß mir vergönnt fem wird, auch mit einem Auge noch manches für unsere Sache zu leisten und Großes und Erhebendes zu sehen, so vor allem die organi- satorische Einigung der deutschen Sozialdemokratie und den Wahlsieg der britischen Arbeiterpartei. Diese beiden gewaltgen Ereignisie werden Epoche machen in der Geschichte des proletarischen Aufstiegs zum Sozialismus. Sie werden der fortschreitenden Reaktion einen unübersteiglichen Damm entgegensetzen und das Proletariat aller Länder befähigen, von der Defensive, in die es gedrängt ist, zur Offensiv« überzugehen. Dies« frohe Erwartung, die eben jetzt so nachdrücklich bekräftig: Die„hiösthra" Alohammeös. Genau 1300 Jahre sind seit dem Tage vergangen, wo der Islam geboren wurde und wo er mit der Geburt seinen Siegeszug an- getreten hat. Als Mohammed am 16. Juli 622 von Mekka nach Medina ging, war dies kaum mehr als ein persönliches Erlebnis; er wollte nur sein Leben gegen die durch seine neue Lehre herauf- beschworenen Verfolgungen in Sicherheit bringen. Erst die Folge- zeit hat diese„H i d s ch r a"(„Auszug") als soweittragende Tat von so eminenter Wichtigkeit erkannt, daß sie von diesem Tage an die ganze islamische Zeitrechnung datierte. Mit Recht, denn aus diesem Nichts entwickelte sich in kürzester Zeit eine alle übrigen Völker her- ousfordernde gewaltige Macht. Wir kennen den Siegeszug dieses kleinen arabischen Wüstenvolks, das bald Syrien, Aegypten, im Westen Persien unterworfen hatte, das nach Besitzergreifung der ganzen nordaftikanischen Küste in Spanien dem Westgotenreich ein Ende machte, das. wenn es sich hier auch nicht auf die Dauer hielt, doch dem Lande einen unvergänglichen Stempel aufdrückte, ihm eine hohe Kultur hinterließ. Wenn der Islam hier zurückweichen mußte, so entschädigte er sich dafür über Persien hinaus in Indien(heute 65 Millionen) bis weit nach China hinein und setzte seinem Werke die Krone auf durch die Einnahme der byzantinischen Kaiserstadt Konstantinopel(1453). Vor Wien scheiterte er zu unserem Glück. Mohammed wollte mit seinem„Isla m"(d. h. volle Hingebung an Gott) zunächst nur dem Polytheismus seiner arabischen Lands- leute ein Ende machen. Di« christliche Dreieinigkeitslehre erschien ihm nicht rein genug, denn„es ist kein Gott außer Gott, und Mo- hammed ist sein Prophet". Sonst steht seine Lehre auf dem Boden des Christen- wie auch des Judentums. Er glaubt an Engel, Auf- erstehung. Paradies, Hölle; von den Juden hat er z. B. die Be- schneidung. Er hat natürlich auch Eigenes. Als Ueberbleibsel vom allen arabischen Heidenglauben ist die Verehrung der ,.K a'a b a", des„Hauses� Gottes" mit dem heiligen Meteorstein in Mekka, an- zusehen. Die Vorschrift, daß jeder gläubige Moslem wenigstens einmal im Leben dorthin gepilgert fein muß, ist ein sehr festes Band, das auch den Fernsten an das Mutterland kettet. Der Islam ist nicht bloß religiös von Bedeutung, er war ein- mal ein sehr wichtiger Kulturfaktor. Man denke nur an die Herr- lichen Denkmäler arabischer Baukunst, an die A l h a m b r a in Gra- nada, die leider jetzt ganz verfällt, an die Moscheen zu Cordooa, Kairo, Jerusalem; man denke an die Wunderpracht der moslemi- nischen Residenzen Bagdad, Damaskus; man denke an die hohe Blüte der Wissenschaften, der Philosophie, der Mathematik— un- fere arabisch-(indischen) Zahlen stammen daher—. der Naturwissen- schaften, und dann der Poesie! Als Kinder haben wir unsere Phan- tasie in den„Märchen von 1001 Nacht" mit ihrem Helden Harun al Raschid— er sieht in der Geschichte etwas anders aus— schwelgen lassen; als Erwachsene bewundern wir mit Goethe den großen Sänger Hasis(-i- 1389) und freuen uns der Befruchtung unserer Poesie durch die arabische; welche Perlen bieten Goethes west-öst- licher„Dioan", Lessings„Nathan", Bodenstedts„Mirza Schaffy" und andere,.._________..._ wird durch den Abschluß der Arbeitsgemeinschaft der beiden sozial- demokratischen Fraktionen, muh uns hinweghelsen über all das Trübe, was uns die letzte Zeit gebracht hat. Mit Parteigruß Karl Kautsky. Der Drief öes Januschauers. Ein Helfer der englischen Blockade. In der Reichstagssitzung vom 22. Juni hatte Genosie Stampfer einen Brief des Herrn v. Oldenburg-Ja- n u s ch a u vom Frühjahr 1915 zur Verlesung gebracht, in dem dieser dem damaligen Minister des Innern v. L o e b e l l mit- teilte, er bestelle aus Aerger über die vielen Verordnungen 500 Morgen seines Gutes überhaupt nicht mehr, und so mach- ten es viele. Der Brief, den unsere Leser aus einer vhoto- graphischen Wiedergabe kennen, schlug damals in die Reihen der Rechten wie eine Bombe ein. Stampfer nannte das Ver- halten des Ianuschauers Schurkerei und glatten Landesverrat, und Herr Mumm rief voller Schrecken:„Herr v. Oldenburg ist kein Deutschnationaler." Am Tage darauf erklärte H e l f f e r i ch in seiner Rede, die als Vorspiel zu Rathenaus Ermordung zu traurigem Ruhm gelangte, Herr Mumm habe geirrt. Herr v. Oldenburg sei ein„eingeschriebenes und geschätzt-s Mitglied" der deutsch- nationalen Partei. Seine Mitteilung an den Minister sei nur eine temperamentvolle Aeußerung des Unmuts gewesen, tat- sächlich habe Oldenburg die 500 Morgen Land bestellt, wie Herr R o e s i ck e aus eigener Erfahrung bestätigen könne. Ein paar Tage später gab Herr v. L o e b e l l eine Er- klärung gleichen Inhalts ab. Nun passiert den drei Leuten das Pech, daß Herr o. O l- denburg selbst sie öffentlich der Lüge zeiht. Er weist die alberne Ausrede feiner drei Nothelfer, die nie- mand ernst nahm, zurück, indem er in der„Weichsel-Zeitung" erklärt: ... Ich habe schließlich die Form der Getreidezwangswirtschaft bekämpft, als den Landwirken verwehrt wurde, ihre Angespannc auskömmlich zu ernähren. Das müßte die Landwirte vor die Wahl stellen, entweder ihren Acker schlecht zu bestellen, oder einen Teil vorschriftsmäßig zu bestellen und den anderen gar nicht. Ich kam zu dem Schluß, daß bei meinen Bodenverhältnissen ich beispielsweise mehr produzieren würde, wenn ich 500 Morgen brach liegen ließe, und ähnlich ist es vielen Landwirten ergangen. Diese Notlage hat sich schließlich durch den Ankauf von Zugochsen einschränken lasten; wer mir zutraut, daß ich mich um den Ertrag von 500 Morgen brin- gen lassen wollte, um das Baterland zu schädigen, gehört ins Irren- haus. Also Oldenburg hat die 500 Morgen nicht bebaut, wie das Trio Helfferich-Roesicke-Loebell aus dem Handgelenk be- haupteten, sondern er hat sie tatsächlich brach liegen lassen, angeblich, weil er auf diese Weise mehr produzierte! Eine gute Ausrede ist einen Taler wert, aber zwei, die einander widersprechen, gelten keinen Pfifferling. Herr v. Oldenburg meint, ihm sei nicht zuzutrauen, daß er sich um den Ertrag von 500 Morgen bringen lasse, bloß um das Vaterland zu schädigen. Diesen negativen Idealis- mus traut ihm allerdings niemand zu. Aber er hat aus Junkertrotz und weil er sich davon keinen Gewinn versprach, weite Landstrecken brach liegen lassen, während der Feind Deutschland blockierte und das Volk hungerte. Und viele an- dere haben es ebenso gemacht. Das wäscht ihm und ihnen kein Regen wieder ab. Eben- sowenig kann sich der Minister v. Loebell von dem Vorwurf reinigen, daß er die Mitteilung von dem strafwürdigen Ver- halten der westpreußischen Gutsbesitzer zur Kenntnis nahm, ohne das Geringste dagegen zu veranlassen. Das war die Musterverwalwng von Iunkerpreußen! Frau Däumigs Dank. Frau Däumig bittet uns, die folgende Danksagung zu veröffentlichen:„Von dieser Stelle aus möchte ich allen, die mir zum Tode meines Mannes Beilcidskundgebungen dargebracht haben, wie auch allen, die teilnahmen an den Trauer- feiern, meinen innigstgefühlten Dank aussprechen. Wenn ich mich auch auf diese generelle Danksagung beschränken muß, so möchte ich doch hinzufügen, daß die mir bezeugte Teilnahme ein wohltuender Trost in diesen schweren Tagen gewesen ist." Die Türken hatten 1916 zur Unterstützung Deutschlands den „heiligen Krieg" proklamiert, d. h. den Krieg aller Moslems, also auch derjenigen, die in Indien, Algier usw. den Engländern und Franzosen Untertan sind. Im Grunde genommen sind alle ihre Kriege„heilig"; denn ihr Glaube sieht als heiligste Pflicht die Unter- werfung aller Völker unter den Islam an. Und daß der Moslem gern in den Krieg zieht, dafür sorgt der Islam durch den Glauben an ein- vorherbestimmtes, unentrinnbares Fatum und durch die Der. heißung der Paradiesfreuden, die hauptsächlich im Genuß der Frauenliebe bestehen. Diese Vielweiberei bildet ja für den Westen den schlimmsten Stein des Anstoßes. Aber die Mohammedaner fangen an, dem Rechnung zu tragen. Obgleich ihre religiösen Grundgesetze, der Koran und die Sünna(Tradition), die Dielehe befehlen, sind sie doch keine starren Buchstabengebildc, sondern können der Zeit angepaßt werden. Seit 1917 hat die Frau das Recht, in einem Ehevsrtrag festzulegen, daß der Mann keine zweite Frau hinzu- nehmen darf; tut er es, so ist die Ehe gelöst. Die muselmännischc Frau tritt auch sonst mehr hervor und ist jetzt schon, wie bei uns, in den Verwaltungsämtern, bei der Post, dem Telephon, in den Bureaus tätig. Politische Probleme im Schulunterricht. Eine Bekanntmachung des preußischen Kultusministers nimmt zur Frage der Behandlung politischer Probleme im Schulunterricht Stellung. Herr Boelitz knüpft an die Beschwerde eines Studienrates gegen eine seine Unter- richtsart verurteilende Verfügung seines Provinzialschultollegiums an. Durfte, so sagt die Entscheidung des Ministers, das Provinzial- schulkollegium von der Voraussetzung ausgehen, daß Sie im Unter- richt unzulässigen politischen Erörterungen Raum gegeben haben, so war es berechtigt und verpflichtet, Ihnen nahe zu legen, in- der damaligen erregten Zeit alles zu vermeiden, was Andersdenkend« ver- letzen könnte, und sich der gebotenen Vorsicht und Zurückhaltung zu befleißigen... Zwecks völliger Klarstellung füge ich noch aus- drücklich hinzu, daß das Verbot parteipolitischer Beeinflussung der Schüler im Unterricht den Lehrer nicht hindern soll, dann, wenn es die Zwecke des Unterrichts erfordern, auch politische Probleme mit den Schülern zu besprechen. Abgesehen davon, daß Gegenstand und Art dieser Besprechung sich natürlich dem Alter und dem Auf- fassungs- und Urteilsvermögen der Kinder anzupasten hat, kommt es ausschlaggebend darauf an, daß der Lehrer den politischen Ge- genstand als Problem behandelt, den Schülern die oerschie. denen Seiten des Problems unparteiisch vorführt und sie mit allen oeachtlichen Antworten und Lösungen bekannt macht, nicht nur— das eben wäre parteipolitische Beeinflussung— mit seinem eigenen Werturteil. An dieser schon pädagogisch selbstverständlichen Pflicht des Lehrers ändert auch Artikel 148 Absatz 1 und 2 der Reichsver- fassung nichts, der im übrigen bereits heute geltendes Recht dar- stellt. Nach den bisher gemachten Erfahrungen ist leider zu befürchten, daß als„b e a ch t l i ch e Antworten und Lösungen" nur die im reaktionären Sinne gehaltenen angesehen werden. Und so- lange Schulräte von der Art des neulich von uns charakterisierten Herrn Michaelis im Amt belasten werden, wird sich darin auch kaum etwas ändern. Ankunft öes Reichspräjlüenten. Der Reichspräsident traf heule morgen, aus Freuden- stadt kommend, in Berlin ein und empfing um 11 Uhr vormittags den Reichskanzler. An diese Besprechung werden sich weitere Konserenzen mit den Parteiführern anschließen. Der Reichspräsident hatte nach seiner heute vormittag erfolgten Rückkehr nach Berlin mit dem Reichskanzler und dem Vizekanzler Bauer eine längere Besprechung über die innen- und außenpolitische Lage._ Anarchie und Aufruhr in Thüringen. Dei Deutschnationalen, stech und auf die Rückständigkeit vieler ihrer Anhänger vertrauend, geben sich alle Mühe, der Oeffentlichkeit klarzumachen, daß z. B. in Thüringen Anarchie und Aufruhr herrsche, weil dort eine energische Regierung gegen die deutsch- völkische und jungdeutsche Ordensbewegung kräftig vorgegangen ist. Die thüringische Regierung hat allen Grund dazu gehabt, fest zu- zufassen. Sie hat dabei rechtzeitig eine deutschnationale Verschwörung aufgedeckt, die mit Waffengewalt die Regierung zu stürzen beabsichtigte. Die Vernehmungen der Verhafteten haben ergeben, daß die Mitglieder des Iungdos Südthüringcns am Dienstag, den 4; Juli auf Veranlassung des Komtur, eines Herrn Ingenieurs L e ß n c r in Zella-Mehlis, zusammenberufen worden sind. Doch lassen wir darüber einige Verhaftete selbst sprechen. Bei den Vernehmungen gibt an: 1. Pfarrer Bohn: „Ich bin Mitglied des Iungdeutschen Ordens. Am 4. Juli mittags wurde mir durch telephonischen Zuspruch mitgeteilt, daß Mitglieder des Iungdeutschen Ordens, der Deutschnationalen Volkspartei und der Deut- schen Dolkspartei sich gegen Abend auf der Schleusingcr Straße treffen wollten." 2. Der Landwirtsgehilfe Friedrich Ullrich gibt folgendes an: „Am 4. Juli, vormittags 8 Uhr, erhielt ich von dem 2. Großmeister den Auftrag, da ich Mitglied des Jung- deutschen Ordens bin, michnachderSchleusingerStraße zu begeben, da dort ein Zusammentreffen sämt- licher Ordensbrüder von Hildburghausen, Bir- kenfeld, Hehberg, Leimrieth stattfinden würde. Ich selber war im Besitze eines Revolvers. Soweit mir bekannt, hat auch der 2. Großmeister einen Revolver mit Munition bei sich gehabt." 3. Der Landwirt Ernst Ullrich sagt aus: „Am Dienstag, den 4. Juli, erhielt ich den Austrag, mich nach der Schleusinger Straße zu begeben und gegen 6 Uhr dort einzu- treffen. Waffen und Proviant, welches für meh- rere Tage ausreichen sollte, ist mitzubringen." 4. Ein Herr Heinrich Müller sagt aus: „Am 4. Juli erschien der Schultheiß Erwin R ö h r i g persön- lich mit dem Auftrag, ich solle mich so gut als möglich bewaffnen, mit Berpflegung für einige Tage o e r s e h e n und zum Abmarsch nachmittags 5 Uhr bereit sein. Ich hatte mich mit einem Revolver versehen." Am 3. Juli sind auf einem Rittergut in Berka vor dem Hainich Maschinengewehre, Jnfanteriegcwehre, Munition und Gas- masken gefunden worden. Die im Zusammenhang damit Ver- hafteten geben an, daß sie Mitglieder des Jung- deutschen Ordens sind; sie bestätigen weiter, daß ihnen die Waffen in der Nacht vom 24. zum 25. Juni von einem Führer des Iungdeutschen Ordens in Eisenach überbracht worden seien. Der Führer, ein Herr K o b e l i n s k i in Eisenach, ist flüchtig. Die Verhafteten er- klären weiter, daß auch nach anderen Orten Waffen und Munition geschafft worden sind. Wir zweifeln keinen Augenblick daran, daß die Dcutschnatio- nalen wie auch die führenden Mitglieder des Iungdo auch weiterhin behaupten werden, daß dieser auf dem Boden der Verfassung stehe und daß die Wasfenschiebungen und die Organisierung bewaffneter Banden ausschließlich zum Schutze der Republik erfolgt sei. Die Thüringer Landesregierung ist anderer Meinung. Wenn schon von anarchischen Zuständen gesprochen werden soll, dann sind es die Kreise der Beschwerdeführer, die eine Anarchie herbeizuführen beabsichtigen._ Zur Frage der unehelichen Mutterschaft. Der Reichsrat erhob Einspruch gegen die vom Reichstage beschlostene Aenderung des Reichsbeamtengesetzes, nach welchem die uneheliche Mutterschaft allein nicht eine Disziplinarbestrafung zur Folge hat. Wenn ein neues Diamantfeld eröffnet wird. Das größte Er- eignis in den Diamantgegenden von Südafrika ist die Eröffnung eines neuen Feldes. Wie diese„Einweihung" des Feldes vor sich geht, schildert uns ein alter Diamantgräber in lebendigen Farben: „Schon Wochen vor dem Tage der Eröffnung kommen Leute von weit und breit her in allen möglichen Gefährten, die von Ochsen, von Eseln oder Mauleseln gezogen sind, mit all ihrer Ausrüstung, um sogleich mit dem Graben beginnen zu können, wenn sie ihren „Anteil" abgesteckt haben. Am Tage der feierlichen Verkündigung sind all« Wege belebt, und alles strebt nach dem„Bold" in der Nachbarschaft, wo man sich versammelt. Da stehen Kraftwagen neben Ochsenwagen, Reitpferde neben Fahrrädern, und zwischen den Ochsen und Eseln weiden Ziegen, flattern Hühner, die für die Ansiedlung mitgebracht worden lind. Rasch aufgeführte Zelte und Wellblechbaracken sind über den Platz oerstreut. Tausende von Menschen wandern über die Hügel und Flächen des neuen Diamant- fcldes, betrachten aufmerksam den Boden und spüren nach Anzeichen dafür, daß dort Edelsteine verborgen sind. Man sucht sich unter, dessen seinen Anteil aus. Eine Stunde etwa vor der„Einweihung" säubert die Polizei das Diamantfeld von den Besichtigern, und die zukünftigen Diamantgräber werden hinter eine Linie von weißen Fähnchen gedrängt. Die britische Flagge wird gehißt und ma» weiß, daß ihr Niedergehen das Signal zum Wettlauf nach den einzelnen Stellen gibt. Jeder Mann trägt vier Stöcke, deren jeder seinen Namen enthält, und wenn das Feld von den Beamten er- öffnet ist, dann fallen die Fähnchen, und auf der ganzen sechs Kilo- mcter langen Linie stürmen nun die Diamantenjäger vorwärts, jeder in dem Bestreben, die Stell«, die er sich als die günstigste aus- gesucht hat, abzustecken und für sein Eigentum zu erklären. Ein solcher Anteil mißt 15 Quadratmeter, und die Stäbe müssen an allen vier Ecken sichtbor eingepflanzt sein. Natürlich entsteht eine wilde Verwirrung; der eine steckt hier seinen Stock hinein, der andere dort, man kommt sich ins Gehege, man gerät in Streit, und nicht selten geben die Fäuste den Ausschlag, bis der Inspektor mit der Polizei herbeieilt, die Kämpsenden trennt und den Streitfall ent. scheidet. Ist die Ruhe wieder eingctveren, sind alle Anteile in die Listen eingetragen, dann beginnen manche Eifrigen sofort zu graben und sind mit ihren eingeborenen„Boys" emsig tätig. Der größte Teil begnügt sich aber damit, sich die Stell« gesichert zu haben. Diese Geduldigeren kehren in ihre Behausung zurück und warten zunächst eintnal ab, was die andern finden. Erst wenn bedeutendere Fund« gemeldet sind, machen sie sich ans Werk. Kleine Edelsteine findet man meistens. Aber nur selten gelingt die Entdeckung der „großen Steine", die der Traum jedes Diamontengräbers sind." Erstaufkübruiigen der Woche. Mittwoch Kammcrsplcle:„Die ewig lächelnde Frau".— Freitag Thalia-Theater:„Prinz Don Ina»-. Urania-Borträge. Sonntag:„Im Schwarzwald"(t'/, nachm.:- „Unser schönes Nicieng cbirg e"): Montag:„Von der Zugipide zum Dahm ann'; Dienstag: Das schöne S chwab enland': Mittwoch: „Die malerische Marl"; Donnerstag:„Frühling am Neckar'; Freitag u. Sonnabend:„Der Etnsteinsilm'. Tobias Pcmberlein wird am kommenden Freitag, den 2t. Juli. abends 8 Uhr, im Programm der.AIhambra' am Moritzplatz zum ersten Male eigene heitere Schöpsimge» vortragen.. Deutschvölkische Wühlarbeit. Durchsetzung der Zeitungen, Vereine und Regierungen. Bei einem hervorragenden Mitgliede des Jung- deutschen Ordens wurden Richtlinien„für die höheren Grade des Ordens" gefunden. Wir geben einige der wesent- liehen Stellen dieses„Kultur"-Dokumentes wieder. Richtlinien für die höheren Grade des Bundes. Verschwiegenheit, Tatkraft und Selbstbeherrschung sind die ersten Tugenden, die von einem Bundesmitglied verlangt werden müssen. Gilt dies schon im Verkehr mit deutschen Volksgenossen, so in un- gemein verstärktem Maße vom Verkehr mit Juden und sonstigen Fremdstämmigen. Der geschäftliche und persönliche Verkehr mit diesen ist ans das allernökigste zu beschränken und nur so weit zugelassen. als es aus taktischen Gründen nötig erscheint. Man bewahre also immer die Ueberlegenheit und Selbst- beherrschung, lasse auch seine eigentlichen Gedanken nicht erraten und den Gegner im Zweifel über die eigenen Ab- sichten: um so eher wird er seine wahren Absichten enthüllen. Um die mit jedem menschlichen Zusammenleben u n v e r- träglichen Grundsätze des Judaismus kennen zu lernen, ist ein eindringliches Studium der semitischen und antisemitischen Literatur unumgänglich. Die wert- volleren antisemitischen Handbücher sind größtenteils vergriffen: ihr Neudruck wird in die Wege geleitet. Ein Verzeichnis der- selben wird folgen. An Einzelforderungen für heute dies: Es darf nichts in oder von jüdischen Geschäften gekauft, bei jüdischen Bankhäusern keine Depots gestellt oder sonstige Geschäftsverbindungen angeknüpst und unterhalten werden; keine jüdische Zeitung ist zu halten oder zu kaufen; dagegen die deutsche Presse in jeder Beziehung zu fördern. Die noch scheinbar unabhängigen Zcilurrgeu sind zu beobachten und allmählich zum Deulschbewußtsein zu erziehen: auf einflußreichere und gut eingeführte Zeitungen durch Auftauf oder durch Erwerbung der Mehrzahl der Aktien oder Geschäfts- antelle Einfluß zu gewinnen, ist nachdrücklich zu er st reden. Anzeigen und Mitarbeit nach Möglichkeit nur an deutsch- bewußten Zeitungen. Ich möchte dabei auf die„Deutsche Zeitung" in Berlin SW. 11, Hedemannstr. 12, hinweisen, die sich zum Hauptblakt der nationalen Bewegung bewußtermaßen auszugestalten strebt. Wer gewohnt ist, für Zeitungen und Zeitschriften zu schreiben, versäume nie, jedesmal die Bedeutung dieses oder jenes führenden deutschen Menschen gebührend hervorzuheben; es muß dem Volke die ihm vom Judaismus eingehämmerte Vorstellung ge- nommen werden, als ob alles Große und Bedeutende nur vom Judentum ausgehe, daß die Juden die geborenen Führer der Welt ieien. Die Erziehung der deutschen Sortiments buch- Händler zur Empfehlung und Bevorzugung deutscher Schriftsteller und Verlagsanstalten ist nicht minder wichtig: ebenso die der Leih- büchereien. Beide sind hervorragend berufen, an der Wiederge- wöhnung des Volkes an deutsche Schriftsteller mitzuarbeiten. Wenn gewisse Vorfragen erledigt sind, wird hierüber sowie über die Befreiung der deutschen S ch rif t st e l le r w e l t von der.jüdischen Hörigkeit noch besonders berichtet werden. Ein weites Feld der Betätigung bietet sich in der Sammlung, Sichtung und Weitergabe an den Dormann von jüdischen Vor« gängen in der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Wird diese Arbeit folgerichtig durchgeführt, so wird die Geschäftsstelle sehr bald zu einer umfangreichen Sammlung von Unterlagen aus- gestaltet werden können, die, richtig verarbeitet, von großem Nutzen werden können. Eine wichtig« Aufgabe ist auch die Sammlung und Weitergabe der Namen derjenigen Personen, die in völkischer Beziehung unzuverlässig sind. insbesondere derjenigen, die bewußt im geistigen Bann« oder im Solde oder in wirtschaftlicher Abhängigkeit vom Judentum stehen. Der Bund muß seine Leute auch in alle wirtschaftlichen, sozialen imd politischen Bereine hineinbringen, dort allmählich die G e- 'innung der Mitglieder beeinflussen und sie zum Deutschbewußtfein erziehen. Innerhalb dieser Bereine müssen die führenden Posten nach und noch mit unseren Gesinnungsgenossen besetzt werden. Das kann natürlich nicht auf einmal geschehen, muß aber mit eiserner Folgerichtigkeit und Zähigkeit verfolgt werden; denn auf die führenden Köpfe kommt es vor allen Dingen an. Das ist das Entscheidende. Im Laufe eines Menschenalters müssen wir die leitenden Stellen im Reiche, in den B u n d e s st a a t e n, in den Provinzen, den Kreisen, den Städten und Landgemeinden mit Deutschbewußten, den Judaismus bewußt bekämpefnden Menschen besetzt haben. Dann erst kommen wir dem Siege nahe. Ein wesentliches Mittel dazu ist die Gewinnung der Jugend, der akademischen Jugend, der Handels- und Gewerbeschüler und dergleichen. Sie darf ober nicht bei den Jünglingen Halt machen; sie muß auch die weibliche Jugend heranziehen, wie denn überlzaupt die Heranziehung des weiblichen Geschlechts zum Deutschbewußtsein eine der Hauptaufgaben ist. Hat die deutsche Frau erst die wahre Gefahr des Judaismus er- kannt, so ist sie die b e st e Stütz e. Das ist die Organisation einer beispiellosen Maulwurfs- arbeit. Es wird sich lohnen. Organisationen, Verwaltungen, Ministerien usw. einmal daraufhin durchzuprüfen, inwieweit der Jungdeutsche-Orden in ihnen bisher schon Personal- fragen beeinflußt hat. Gründliche Säuberung ist drin» gend notwendig. i_ �Kontrollausschüjse�. Die Kommunisten, die nicht recht wissen, ob sie noch für„poli- tische Arbeiterräte" sind, haben sich neuerdings auf die Bildung von „K o n t r o l l a u s s ch ü s s e n" geworfen. Der„Kontrollausschuß" ist ein.« Korpovation, deren Aufgaben unklar sind, die ober offcnsicht- lich dem Zweck dient, Gewerkschaften und sozialdemokratische Par- teien unter die Führung kommunistischer Drahtzieher zu bringen. Sachlich bleibt der„Kontrollausschuß" leere Spielerei, solange er sich nicht behördliche Funktionen anmaßt. Tut er aber das, so kommt er mit den Gesetzen in Konflikt und schafft statt Ordnung ein unsinniges Durcheinander. Wenn sich an einzelnen Orten Mitglieder unserer Partei an der Bildung von„Kontrollausschüssen" beteiligten, so kann das nur zu dem Zweck geschehen sein, den Unsinn für die Arbeiter ungefähr- lich zu machen. Trotzdem ist es richtiger, draußen zu bleiben und vor dem Spiel mit dem Feuer nachdrücklich zu warnen. Nur fo läßt sich verhindern, daß neue wilde Aktionen angekurbelt wer- den, die mit dem Geschrei„Feste druff!" beginnen und mit dem Jammerruf nach einem Amnestiegesetz enden. Bei den Berliner zentralen Verhandlungen haben die Kom- munisten sich selbst durch unehrliches Verhalten aus der Aktions- gcmeinschaft der Gewerkschaften und der Arbeiterparteien ausge- scholfsen. Aus dieser Tatfach« müssen unsere Parteigenossen aus- nahmslos die Konsequenzen ziehen, die sich von selbst aus ihr ergeben.__________~„,; iki Der Menschenauflauf. Der Menschenauflauf war schon beträchtlich und wurde zusehends immer noch größer. Selbst die Nepp-Bar verlor, nachdem die ge heimnisvoll und zugleich anregend verdunkenden Gardinen Vorsicht! zur Seite geschoben waren, ihre Gäste. Die Herren gesellten sie frank und frei der Masse zu, und das gehörte sonst durchaus nicht zu ihren Gepflogenheiten(denn sie ließen die Masse nur als Ausbeutungsobjekt gelten) und selbst die kornährenblonde Mixerin stellte sich auf die Spitzen ihrer mit übertrieben hohen Absätzen versehenen Schuhe. Der angestaunte Mittelpunkt das Kreises waren zwei Grüne, die schrieben, und zwei Männer mit blutenden Händen. Auf der Erde sollte der tot« entkleidete Körper einer Frau liegen. Die vorn stehenden hatten ihn schon gesehen und die anderen drängten nach und hofften, auch noch ihn sehen zu können. Aus der Mücke wird oft ein Elefant gemacht, das weiß ein jeder; jedoch denkt keiner daran oder will absichtlich nicht daran den- ken, denn es ist doch gar zu schön, wenn man das Gruseln lernen kann. Ja, all den braven Spießern juckt förmlich das Fell nach einer Gänsehaut. Der Kreis wurde größer und größer. In der nahen Wirtschan hielt der Stammtisch„Bismarck" mitten in seinen politischen Kanne- gießereicn inne, selbst verbissene Skatbrüder gingen auf die Straße. Ja, fo was muh man gesehen haben.„Nein, diese Zeiten heutzu- tage." Die Leute drängten sich, als ob es Zucker gäbe oder ein Bauer mal plötzlich und unerwartet menschenfreundlich geworden wäre und Gemüse zu erschwinglichen Preisen verkaufte. Die Grünen schrieben, die beiden Männer mit den blutenden Händen fuchtelten fürchterlich und auf der Erde sollte der entseelte Fraunkörper liegen.— Schließlich kam ein Depeschenbote. Der war von der Eiligkeit seiner Angelegenheiten und der Wichtigkeit seiner Persönlichkeit überzeugt. Darum durchbrach er den Kreis, und dann klärte er schimpfend die Menge auf: �Nee, so wat, die beeden da haben sich geprügelt und die Scheibed es Friseurs injedonnert und dabei is de Büste uf de Straße gefallen. Darum stehen nun die Jrünen da und schreiben und ihr Affen steht und gafft." Schreckensbilöer aus Hunger-Nußlanö. Eine lehrreiche Ausstellung. Die in Berlin stattfindende Ausstellung„Hungersnot und Hungerhilfe in Sowjet-Rußlan d", auf die wir bereits kurz hinwiesen, sei hiermit nochmals der Beachtung empfohlen. Sie ist unter dem Beistand der hiesigen Vertretung der russischen Sowjet-Republik veranstaltet worden aus Anlaß des zweiten Jnter- nationalen Hungerhilfe-Kongreffes, der hler am 9. und 19. Juli getagt hat. Zeigen soll sie den Umfang der grauenvollen Hungersnot, unter der viele Millionen des russischen Volkes leiden und hinsiechen, und die Hilfe, die bisher den Hungernden teils durch Rußland selber, teils durch das Ausland gebracht worden ist. Die Ausstellung bietet hauptsächlich bildliche Darstellungen und Statistiken, aber schon das genügt, die ganze Größe des russischen Hunger- e l e n d s erkennen zu lassen. Mit Entsetzen betrachtet man die Photographien von Hungernden, von Leichen der Verhungerten. Zu sehen sind auch Proben des Mehlersatzes, zu dem die Hungernden greifen, und Proben des„Brotes", das sie daraus bereiten. Da liegt„Brot" aus Eicheln, aus Lindenblättern, aus Baumrinden, ja aus Lehm. Uebcr die Kläglichkeit der im Jahre 1921 in manchen Teilen Rußlands erzielten Ernte miterrichtet ein Büschel Getreidehalme, die nur 39 Zentimeter lang sind und die dürftigsten Aehren tragen. Die Hungerkatastrophe war am schlimm- sten im Winter 1921'22, aber noch im M a i 1922 hungerten in weiten Gebieten 69 Proz. der gesamten Bevöl- k e r u n g. In der Ausstellung fehlen leider Sterblichkeitsstatistiken, die zur Jllustrierung der Wirkungen des Hungerelends dienen könnten. Die Hilfeleistungen aus Amerika und aus Schweden und das Eingreifen der Internationalen Arbeiterhilfe und der Amster- damcr Internationale vermochten gegenüber solcher Not wenig aus- zurichten. Zur Förderung der Nahrungsmittelerzcu- g u n g verteilte die Sowjetregierung an die ackerbautreibende Be- völkerung Saatgetreide und Saatkartoffeln, aber oft ließen die Hun- gernden sich nicht abhalten, hiermit sofort ihren Hunger zu stillen. Weitere Hilfsaktionen der Regierung, von denen sie sich Erfolg ver- spricht, sind die Noturalsteuer, agrartechnische Maßnahmen, die Schaffung von Großgütern im Staatseigentum. Auch von der Tätigkeit der Dorfgenossenschaften, die sich gemehrt haben, wird viel für die Produktionssteigerung erwartet.— Die Ausstellung kann in Räumen des Hauses Unter den Linden 11 noch bis 2 3. Juli wochentags von früh 914 Uhr bis abends 8 Uhr und Sonntags von früh 19 Uhr bis abends 7 Uhr besichtigt werden. Der Eintrittspreis beträgt 6 M., für organisierte Arbeiter und Angestellte bei Ausweis 3 Mark._ „öerliner Staötgüter-G. m. b. h." Die Ueberführung der städtischen Güterverwaltung in eine andere Rechts» und Wirtschaftsform ist Gegenstand einer Dringlichkeitsooriage des Magistrats, welche die Stadtverordnetensitzung am nächsten Donnerstag beschäftigen wird. Aus der Vorlage teilt das Nachrichtenamt des Magistrats mit: „Das Problem der Bewirtschaftung der städtischen Güter ist ein Finanzproblem und ein Ernährungsproblem. Der nicht ausreichende Ertrag des riesigen Grundbesitzes macht sich im städtischen Haushall immer fühlbarer und besonders bei der jetzigen Lebensmittelteuerung werden weite Schichten der werktäti- gen Bevölkerung vermutlich mit Recht fragen, warum die städtischen Güter die Einwohner der Stadt nicht stärker beliefern können. Schon vordemKrieg« bestand dieses Problem, aber die Lösung wurde trotz aufmerksamer Leitung seitens der zuständigen Stelle leider nicht voll erreicht, weil im Rahmen einer großen Verwaltung für jede Frage mehrere Instanzen und Ressorts in Frage kommen, die sich untereinander verständigen müssen. Die Verhältnisse der Vor- kriegs- und Nachkriegszeit, besonders die starken Preisschwankungen der landwirtschaftlichen Erzeugnisse sowohl wie andererseits der von der Landwirffchaft benötigten Materialien haben das Problem zwangsläufig ungeheuer verschärft. Die Aenderung der Be- wirffchaftsverhältnisse ist unter keinen Umständen länger aufzu- schieben. Die Gesamtverpachtuna der Güter oder eine Teilver- gebung ist unzweckmäßig. Der Magistrat müßte trotz aller Borteile eines solchen Versahrens grundsätzlich darauf bedacht sein, die Ber- waltung selbst in der Hand zu behalten. Die Ertragssteigerung der Güter ist aber für den Haushalt ebenso eine kategorische Forderung, wie sie für die Ernährung unserer Stadt lebenswichtig ist. Aber nur eine völlig steie Regelung kann die Güteroerwaltung in den Stand setzen, die Güter so zu bewirtschaften, daß alle neuzeitlichen Mittel schnell und an der richtigen Stelle eingesetzt werden. Diese Wirtschaftsführung erfordert die Anlage eines großen Kapi- tals. Mindestens hundert Millionen sind nötig, um auf den Stadtgütern das tote Inventar und den landwirt- schaftlichen Maschinenpark zu verbessern und auf- zu frischen. Die Lage des Stadthausholts läßt hie Einstellung dieser hundert Millionen nicht mehr zu. Rur der Ausweg eines kurzfristig sich tilgenden Darlehens aus dritter Hand ist offen. Der Magistrat will mit Geldgebern eine„Berliner Stadt- g ü t e r G. m. b. H." bilden, bei der die Geldgeber mit 5 Prozent und die Stadt mit 9ö Prozent beteiligt sind. Die neue G. m. b. H. soll nur die Güteroerwaltung stet beweglich gestalten, denn sie be- wirtschaftet die Güter sozusagen nur als Beauftragte der Stadt. Die Stadt selbst behält den entscheidenden Einfluß. Der Aufsichsrat besteht aus zwölf Herren der Stadtverwaltung, aus zwei Landwirten, die von der Stadt, und sechs Landwirten, die von den Geldgebern benannt werden, Geschäftsführer wird ein Beamter der bisherigen Güterverwaltung. Die Bewirffchaftung der Liegenj-bof- tsn wird � der G. m. b. H. auf 18 Jahre Übertrag e n. Die Stadt würde nach sachverständiger Schätzung bei einem Roggen- Zentnerpreis von 699 2)1 k. vertragsmäßig 50 Millionen erhalten. während bisher die Güter ohne Ertrag waren. Das Gütererträg- >: dient serner der 3?Lprozentigen Tilgung und Sprozentigen Ver- .'Nsung der neu in die Güter von den Geldgebern hineinzusteckenden 199 Millionen von 8% Millionen. Bei Vcrtragsabiauf werden also die 199 Millionen getilgt sein. Alle Investierungen verbleiben und dienen dann der Stadt und nicht den Geldgebern. Die Acnde- rung des Kurses der Mark ist durch Stellung der zu leistenden Be- träge auf Roggenzentner berücksichtigt. Die Vertragserfüllung ist zugesichert, einmal durch ein Darlehen von 699 Millionen Mark. gegen welches die Stadt ihre etwaigen Ansprüche ausrechnen wird, andererseits durch eine zu stellende Sicherheit im Werte von jährlich 19 099 Zentner Roggen, die von Jahr zu Jahr wertvoller wird. Die Geldgeber werden auch die Arbeiterwohnungen neu- zeitlich ausgestalten, und zwar aus eigenen Mitteln, wogegen die Stadt die Arbeiterwohnungen seinerseits zum Taxpreise übernehmen wird. Die Rechte der städtischen Arbeiter, Ange- stellten und Beamten sind im Vertrage gewährleistet. Be- sonders wichtig erscheint angesichts der katastrophalen Verhältnisse des Berliner Lebensmittelmarktes die Vereinbarung, daß nicht nur das Brotgetreide der städtischen Güter, sondern auch das Brotgetreide sämtlicher von den Geldgebern bewirtschafteten Güter und außerdem die erheblichen Mengen von 699 969 Zentner Kar- tosfeln dem Berliner Markt zuzuführen sind," Die wertlosen Schecks. Ein gewerbsmäßiger Scheckschwindler wurde gestern in der Leipziger Straße auf frischer Tat ertappt und u n- schädlich gemacht. Schon seit längerer Zeit machte ein Mann, der sich R e u m a n n nannte, in verschiedenen Geschäften größere Einkäufe und bezahlte mit Schecks, für die jedoch kein« Deckung vorhanden war. Die Kriminalpolizei warnte die Geschäftswelt vor ihm, namentlich Schreibmaschinen- und Teppichhandlungen, aus die er es besonders abgesehen hatte und so gelang es gestern ihn zu fassen.„Neumann" kaufte in der Leipziger Straße für 84 999 M, Teppiche und gab dem Boten, der die Ware nach der von ihm be- zeichneten Stelle brachte, wieder einen Scheck. Der gewarnte Ge- schäftsmann aber hatte unterdessen die Polizei benachrichtigt und diese nahm den Schwindler fest. Die Kriminalpolizei entlarvte ihn als einen Kaufmann Tobias Abrahamsohn, her bald hier, bald da ein möbliertes Zimmer bewohnte. In der Kirchstraß« wurde ihm vor einem halben Jahre irrtümlich ein Brief ausgehän- digt, der für einen anderen in dem gleichen Hause wohnenden Kauf- mann Abrahamsohn bestimmt war. Der Brief enthielt einen Ver- rechnungsscheck. Abrahamsohn behielt ihn für sich und legte, um den Scheck zu Geld machen zu können, bei einer Bank ein Koma an, und ließ sich auch ein Scheckbuch geben. Nachdem er nun den Betrag des unterschlagenen Schecks ausgegeben hatte, benutzte er den Rest feines Scheckbuches gewerbsmäßig zu seinen Schwindeleien, bei denen ihm ein Kellner"Fritz Klammer behilflich war, der ebenfalls verhaftet wurde. Nach dem Schecksormular und der Hand- schrift stellte die Inspektion B II, 1 fest, daß Abrahamsohn eine ganze Reihe von Betrügereien aus dem Kerbholz hol. Er und sein Spießgeselle wurden dem Untersuchungsrichter vorge- führt._ Ein verhängnisvoller z?«nd. Die Sehnsucht nach einem Fahrrad hat den Schüler Rudolf K., der gestern vor der Strafkammer unter der Anklage der Unterschla- gung und Urkundenfälschung stand, zu einer Straftat geführt, deren Tragweite er wohl nicht ganz zu erfassen vermochte. Der Knabe, Sohn eines Offiziers, hatte das„Glück", eines Tages in der Duis- burger Straße ein kleines Paket zu finden, in dem sich eine sehr wertvolle Brillantbrosche befand. Cr hielt sich fiir den glücklichsten der Sterblichen, teilte niemand seinen Fund mit, sondern wiegte sich in der Hoffnung, durch den Verkauf seines Fundstückes seinen brennenden Wunsch, sich ein Fahrrad kaufen zu können, in rosenrote Zukunftsttäume. Er ging mit senem kostbaren Funde zu einem Juwelier und verlangte unter Vorzeigung einer von ihm selbst geschriebenen Verkaufslegittmation 5999 M. Der Juwelier, dem die Sache gleich verdächtig vorkam, bot ihm pro korma 300 M. und ersuchte schließlich den Jungen, noch einmal wiederzukommen. Als der Knabe dann wirklich wiederkam, wurde er von einem 51riminalbeomten festgenommen. Der Staatsanwalt beantragte 3 Tage Gefängnis, das Gericht erkannte auf einen Verweis.— Jnter- essant ist, daß sich noch kein Eigentümer der Brosche ge- meldet hat, so daß sie am Ende nach Jahresfrist noch dem glück- lichen Finder als Eigentum zugesprochen werden könnte. Eine jechsköpfige Bande von jugendlichen Einbrechern, die fast jede Nacht in Hermsdorf und Frohnau Villen heimsuchte, wurde gestern von der dortigen Kriminalpolizei sestgenommen. Es sind alles Burschen von 16 bis 19 Jahren, zum größten Teil Söhne achtbarer Eltern, die von dem Häuptling, einem schon vorbestraften T o s s i n, verleitet worden sind. Durch große Geld- ausgaben erregten einige Mitglieder der Bande Verdacht, un"? so kam man ihr auf die Spur. Die Burschen sind dringend verdächtig, in der dortigen Gegend auch mehrere Raubüberfäll« verübt zu .haben. Der kraftomnibusbetrieb ZNariendorf— Lichtenrade, der am 1. Juli aufgenommen worden ist, hat sich in der kurzen Zeit seines Bestehens bewährt. Die stündlich in beiden Richtungen oerkehren- den Wagen sind st eis besetzt und zu den Zeiten des Hauptvcr- kehrs sogar teilweise überfüllt, so daß eine Erweiterung des Verkehrs ins Auge gefaßt werden muß. Die ursprünglich be- fürchteten Schwierigkeiten in der Durchführung des Umsteige- Verkehrs zwischen Straßenbahn und Kraftomni- b u s haben sich in keiner Weise gezeigt, so daß der Bersuchsverkehr durch eine Erweiterung der Wagenfolge demnächst zu einer ständi- gen Einrichtung ausgebaut werden wird. Die Eisenbahnabteile für Kriegsbeschädigte sollen, wie die Eisenbahndirektion Berlin uns mitteilt, nicht eingezogen werden. Das Gerücht, daß dies beabsichtigt sei. ist unzutreffend. Um Berliner Aquarium sind nach langer Zeit wieder zwei große nordamerilanische Ochsenfrösche, als ver- größerte Ausgabe unseres grünen Wafferstosches, angekommen. Die laute Stimme, nach der sie ihren Namen haben, ist nicht so klangvoll und abwechselnd, wie die der heimischen Form. Da ihnen wegen des schmackhaften Fleisches stark nachgestellt wird, sind sie in den Oststaaten schon selten geworden. Die beiden neuen Pfleglinge Hausen mit zwei ebenso großen südamerikanischen Horn- stöschen, die sich meist in die Erde oergraben, in dem Sumpf- terrarium Rr. 25 des zweiten Stockwerkes. Ein großer Brand vernichtete gestern nacht einen Teil einer großen Weberei in Wetteren(Belgien). Der Schaden wird auf mehrere Millionen geschätzt. Nahezu 1599 Arbeiter müssen feiern. Zwei Nachtwächter sind verschwunden: man nimmt an, daß sie in den Flammen umgekommen sind. Eisenbahnunglück in Frankreich. Kurz vor dem Pariser Nord- bahnhofe hat sich gestern abend infolge der Unvorsichtigkeit eines Weichenstellers ein schweres Eisenbahnunglück ereignet. Ein von Ausflüglern voll besetzter Vorortzug sprang infolge falscher Weichenstellung aus dem Geleis, so daß mehrere Wagen in Triim- mern gingen. Man zählt bis jetzt drei Tote und gegen vierzig Verwundete. Der Materialschaden ist be- deutend. Eine Untersuchung ist eingeleitet. Wetter für morgen. Berlin und Ilmgegend. Zunächst etwas wärmer, zeitweise heiter bei ziemlich südlichen bis südwestlichen Winden. Nachher neue Trübunz, Re-zcn und Ablühlung. Gewerkschaftsbewegung Der Malerstreik beendet. vorragendes Rennen; er wies alle Angriffe ficher ab und gewann so das Ren nen vom Start bis durchs Ziel an der Spige liegend. Am besten hielt sich eiß zu Saldo w und auch Stellbrint hatte viele gute Momente. Die durch Radschäden weit ins Hintertreffen geratenen eigentlichen Favoriten Bewanow und Gawall waren aber auch dann frühzeitig mit ihren Kräften am Ende. Der sechste Teilnehmer, Pawte, hat in einer solch fahren für Flieger bot ein buntes und bewegtes Bild; hier erwiesen sich auserlesenen Gesellschaft heute teine Chancen mehr. Ein Halbstunden- Prämienechmer, Siepel und Behrendt als die besten Leute im Dreißigerfelde. Ergebnisse: 3 we i stundenrennen: 1. Galdo w 147 230 Kilometer, 2. Weiß 145,010 Rilometer, 3. Gtellbrin f 126,520 Kilometer, Halbstunden- Prämienfahren. 1. Techmer, Differenzen im Warenhaus Wertheim. Anläßlich und infolge des letzten Demonstrationsstreifs find bei Wertheim Differenzen ausgebrochen, die die Geschäftsleitung flüger getan hätte, nicht hervorzurufen, mindestens jedoch beizulegen. Wenn die Geschäftsleitung aus Rücksicht auf die sogenannte beffere In der am Freitag vormittag stattgefundenen Mitgliederver- Kundschaft oder aus politischer Ueberzeugung jede Sympathie mit sammlung des Verbandes der Maler berichtete der Vorsitzende der Republik zu verleugnen für gut findet, so wollen wir ihr das Bözer über die letzten Lohnverhandlungen, die vom Haupttarif- nicht besonders anrechnen. Aber kann das nicht in Formen ge- 4. Ga wa II 122,550 Kilometer, 5. Bawie 121,390 Kilometer; Lewanow amt geführt wurden. Die Verhandlungen wurden dadurch erschwert, schehen, die das immerhin erhebliche Publikum aus Arbeiter- und aufgegeben. daß nicht nur in Berlin, sondern auch in anderen Städten Beamtenkreisen nicht verlegt? Ist es vor allem notwendig, daß 2. Siepel, 3. Behrendt, 4. Petri, 5. Säusler, 6. Frei Deutschlands größere Arbeitseinstellungen vorge= durch ungerechtfertigte Maßnahmen, die einer Maßregelung sehr wald, 7. Hensch; Münaner und Krahner gestürzt. kommen sind, die von den Arbeitgebern als Tarifbruch bezeichnet ähnlich sehen, im Bersonal eine Stimung erzeugt wird, die sich früher oder später in unliebsamer Weise entladen muß? Theater der Woche. werden. Nachdem in der Haupttarifamtssigung eine Einigung über die Lohnfestsetzung nicht erzielt werden konnte, wurde über die einzelnen Bezirke weiter verhandelt, u. a. auch über Berlin mit den örtlichen Organisationsvertretern. Auch hier bei den örtlichen Verhandlungen fonnte über Berlin feine Einigung zustandekommen, da die Arbeitgeber den Forderungen der Gehilfen von 36 Mt. pro Stunde teine annehmbaren Angebote gegenüberstellten. Infolgedessen zerschlugen fich die Verhandlungen über Berlin, und das Haupttarifamt mußte durch Schiedsspruch die Löhne feftfezen. Der Schiedsspruch des Haupttarifamts lautet: ab 15. Juli bis 31. Juli 1922 auf 35 M. pro Stunde, ab 1. Auguft bis 15. August 1922 auf 36 m. pro Stunde. Daß die Haupttarifamtsentscheidung fast restlos die Forderungen der Gehilfenschaft erfüllt hat, ist wohl zum größten Teil auf die Machtposition zurückzuführen, die die Gehilfenschaft sich durch ihren Streit errungen hat. Dieser dreiwöchige Streit ist mit großer Geschlossenheit geführt worden und nicht ohne Eindruck auf die Arbeitgeber geblieben. Infolgedessen empfahl der Borsigende im Auftrage der Streifleitung und der Funktionäre, die sich mit dieser Angelegenheit schon vorher zu beschäftigen hatten, die Biederaufnahme der Arbeit zu beschließen. In der Diskussion wurde der Erfolg des Streits nicht in Abrede gestellt, aber verlangt, daß die geforderten 36 M. Stundenlohn vom ersten Tage der Arbeitsaufnahme gezahlt werden müffen. Die Redner sprachen sich in diesem Sinne dann auch gegen die Aufnahme der Arbeit aus. Im übrigen vermißten sie die prinzipielle Anerkennung der Forderung auf Zahlung des jeweiligen Maurerlohnes. Die Abstimmung efgab 1421 Stimmen für den Schiedsspruch, 388 Stimmen dagegen und 16 Stimmen ungültig bzw. weiß. Die syndikalistische Organisation mit ihren 110 Mitgliedern ließ selbstverständlich erklären, daß sie an der Parole, den Generalstreit weiterzuführen festhalte. Mit der Mahnung des Vorsitzenden, nun diesen Erfolg des Streits zu einem dauernden zu machen und in jeder Beziehung organisatorisch und agitatorisch für die Organisation tätig zu sein, wurde die Versammlung geschlossen. Wir wollen für heute auf die unliebsamen Vorfälle nicht näher eingehen. Wir wollen hoffen, daß die Geschäftsleitung, ehe es zu spät ist, einlenkt und die Dinge nicht auf die Spize treibt. 27 # 1 Vom 16. bis 23. Juli. Baltsbühne: Robert und Bertram. Schau Opernhaus: Geschlossen. spielhaus: Operetten- Gastspiel: Die beiden Nachtigallen. Deutsches Theater: Botasch und Perlmutter. Rammerspiele: Der Raub der Sabinerinnen. Leffing- Theater: Der Schildpattkamm. Theater in der Königgräger Straße: Die deutsche Filmgewertschaft teilt mit, daß die Sperre über Die wunderlichen Geschichten des Kapellmeisters Kreisler.- Deutsches Operndie" Prater- Lichtspiele", Kastanienallee, Puhlmann haus: Geschlossen. Schiller- Theater: Die kleine Sünderin. Großes Schau. Lichtspiele", Schönhauser Allee, sowie Filmpalast Kam- pielhaus. Die Maschinenstürment Renes Volks- Theater: Am 21. Heuchler; mersale", Berlin SW., Teltower Straße, weiter besteht. Die Komödienhaus: Gretchen. sonst erste Geige. Deutsches Künstler- Theater: Die erste Nacht. Berliner Theater: Madame Flirt. Trianon dort beschäftigten Borführer wurden anläßlich des Vorführerstreits Sheater: Moral. Residenz- Theater: Eine Frau ohne Bedeutung. Bentral gemaßregelt. Die Solidarität der Arbeiter und Parteigenossen er- Theater: Ein Prachtmädel. Komische Oper: Der Meister vom Montmartre. fordert einmütige Zurückweisung dieses Vorgehens. Die Gewerk- 16. Die Herren von und zu Neues Operetten- Theater: Die Mädels von Davos. Thalia- Theater: fchaften sowie Parteiorganisationen werden gebeten, in dem Prater- Bring Don Juan. Montag bis Donnerstag geschlossen. Ab 21.: Theater am Rollendorfplat: Verliebte Leute. Theater Garten keinerlei Veranstaltungen abzuhalten, da dieser dem Besitzer beseftens: Ab Dienstag: Stalienisches Gallett Kleines Theater: Celly der„ Prater- Lichtspiele" gehört. de Rheidt. Theater des Oftens( Rose- Theater): Dorns Refi. Intimes Theater: Die Beitsche und.? Besuch im Bett. Lauf doch nicht immer nadt herum. Nachmittagsvorstellungen: Boltsbühne: 16., 22. und 23. Neues Bolls- Theater: 16. und 23. Heuchler. Theater am Rollen. dorfpiak: 16. und 23. Die Pfarrhauskomödie. Wallner- Theater: 23. Rigoletto. Berantw. für den redakt. Teil: Franz Klühs. Berlin- Lichterfelde; für Aneigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Verlag G. m. b. 5., Berlin. Drud: Die großen Streifs in Amerika. Der Streit der Eisenbahner und Kohlenar beiter verschärft sich immer mehr. Die Kohlenvorräte sind bereits sehr zusammengeschmolzen, so daß die Eisenbahngesellschaften schon zahlreiche Züge ausfallen lassen mußten. Der Präsident der Gewerkschaft der amerikanischen Bergarbeiter John Lewis telegraphierte Mitgliedern der Gewerkschaft, sie möchten die Vorschläge des Präsidenten über die Einsetzung eines Schiedsgerichts, das sich mit der Lohnfrage befassen soll, ablehnen. Auch die Zechenbefizer protestieren gegen die Vorschläge Hardings, weil sie fürchten, daß die dann zu zahlenden Löhne die Betriebe unrentabel machten. Sport. Salbow Sieger im Zweistundenrennen. Das zweimal verregnete Rennen tam gestern abend bei schönem Wetter zum Austrag. Der Besuch der Olympiabahn war jedoch nur ein mittelmäßiger. Der Reiz des langen Rennens wurde dem Sieger Saldow, hatten alle anderen Teilnehmer mehr oder weniger durch zahlreiche Rad- und Motorschäden stark beeinträchtigt. 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