Nr.332 39.Jahrgang Ausgabe Nr. 162 Bezugspreis: Vierteljährlich 180.-., monatlich 60,-. rei ins Haus, voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet, sowie Defterreich u Luxemburg 108,-, für das übrige Ausland 142, M. Rostbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Efthland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luxemburg, Desterreich, Schweden, Schweiz, Tschecho- Glowakei und Ungarn. Der Vorwärts" mit der Sonntags. beilage Bolt und Reit", der Unterhaltungsbeilage Seimwelt" und der Beilage Giedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonn tags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: „ Sozialdemokrat Berlin" Sonntags- Ansgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 4 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Stompare Nezeile loftet 25,- M. Reklamezeile 125.-M. Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 7, M.( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 6, M. Stellengesuche und SchlafStellenanzeigen das erste Wort 4,- M., jedes weitere Wort 3,- M. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten geile 10,- M. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 42 2he nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geöffnet non 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: GW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: unb 2506 bis 2507 Dönhoff: 292-295 Sonntag, den 16. Juli 1922 An die Partei! Parteigenossen! Auf Grund des Organisationsstatutes der Partei beruft der Parteivorstand den nächsten Parteitag auf Sonntag, den 17. September, abends 6 Uhr, nach Augsburg( Stadtgarten) ein. Als vorläufige Tagesordnung ist festgesezt: 1. Bericht des Barteivorstandes: a) Allgemeines. Referent: Dr. Adolf Braun; b) Die Internationale. Referent: Otto Wels. c) Agitation, Organisation und Kassenbericht. Referent: Friedrich Bartels. 2. Bericht der Kontrollkommission. Referent: Friedrich Brühne. 3. Bericht der Reichstagsfraktion. Referent: Hans 4. Die Sozialdemokratie im Kampfe um die soziale StelVogel. lung der Frau. Referentin: Johanna Reize. 5. Justizreform. Referent: Saenger- München. 6. Bericht der Kommission für das Gesundheitsprogramm. Referent: Dr. Grotjahn. Englands Absichten- Frankreichs Einwände Gewährung des Moratoriums- Schuldenerlaß an Frankreich Einberufung des Bankierausschusses. Paris, 15. Juli.( WIB.) Der„ Temps" glaubt auf Grund von Mitteilungen seines Condener Korrespondenten folgendes Programm für die Verhandlungen über die letzte deutsche Note foll. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW68, Lindenste. 3 Fernsprecher: Verlag, Hauptegpedition n. InseratenAbteilung: önhoff 2506-2507 Mischmasch. Rückkehr zur bürgerlichen Sammelpolitik? Herr Adam Stegerwald hat den staatsmännischen Ge7. Wahl des Parteivorstandes, der Kontrollkommission danken in die Welt geworfen, zur Antwort auf die Bildung und des Ortes, an dem der nächste Parteitag stattfinden der sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft eine bürger8. Anträge, soweit sie durch die vorstehende Tagesordnung und ähnlicher Geister Meinung besteht Politik darin, daß man liche Arbeitsgemeinschaft zu gründen. Nach seiner noch nicht erledigt sind. Barteigenossen! Wir fordern Euch auf, die Vorarbeiten umgekehrt nachmacht, was der andere vormacht. Die Sozialfür den Parteitcg, besonders die Wahl der Delegierten demokratische Partei schreibt einen Brief an die Unabhängigen. und die Stellung von Anträgen rechtzeitig zu bewirten. Die parteiler. Die Sozialdemokratie bildet mit den unabhängigen " Machen wir auch!" jagt man und schreibt an die BolksMachen wir auch!" sagt man und schreibt an die BolksAnträge der Parteiorganisationen müssen spätestens am 21. August im Besitz des Parteivorstandes sein, wenn sie eine Arbeitsgemeinschaft. ,, Machen wir auch!" heißt es nach den Bestimmungen des Organisationsstatutes veröffent- wiederum, und man geht hin und versucht, eine Arbeitsgemeinlicht werden und in der gedruckten Vorlage Ausnahme finden schaft von Zentrum und Volkspartei herzustellen, der sich wosollen. Die an den Parteivorstand einzureichenden Anträge möglich auch die Demokraten und die Bayerische Volkspartei find jeder für sich auf ein besonderes Blatt Papier zu schreiben. anschließen sollen. Nur eine Seite des Papiers darf beschrieben werden. " Das Ganze ist mäßiges Sommertheater und könnte Volkes nach solchen Methoden gemacht werden soll, muß heißen:„ Wurst wider Burst." Daß die Politi? eines großen Staunen erregen. In allen örtlichen Parteitagsangelegenheiten und wegen Wohnungsbeschaffung wenden sich die Delegierten möglichst sofort nach ihrer Wahl, spätestens aber bis zum 30. August an den Vorsitzenden des Hauptausschusses und der Wohnungs- klar. Bis zum Jahre 1916 gab es in Deutschland links von fommission, Adresse: Clemens högg, Augsburg, Mittleres den bürgerlichen Barteien nur eine Arbeiterpartei, die Kreuz 280. Berlin, den 14. Juli 1922. Der Parteivorstand. Auflösung des Selbstschutzes. Also, weil es sein muß, machen wir uns die Unterschiede Sozialdemokratie. Bon ihr löste sich während des Krieges ein Stück ab, das wiederum in mehrere Stücke zerfiel. Nach mancherlei Umbildungen steht jegt neben der Sozialdemokratie eine zweite sozialdemokratische Partei, die Partei der Unabhängigen, die feit mehr als einem Jahre die Politik der sog. " Mehrheitssozialisten" und die Regierung in wichtigen Fragen Der Regierungspräsident in Oppeln hat am Sonnabend einen unterstützt hat. Wären diese Parteien heute wieder in einer Erlaß herausgegeben, wonach in Uebereinstimmung mit dem vereinigt was bekanntlich nicht der Fall ist, so wäre das preußischen Innenminister vom Sonntag ab den bisherigen An- nur die Rückkehr zu einem Zustand, wie er vor sechs Jahren gehörigen des oberschlesischen Selbstschutes das Tragen von bestand. Waffen verboten wird. Beim oberschlesischen Selbstschutz, der Der Ruf nach Bildung einer bürgerlichen Ar= teilweise straff organisiert und mit allerlei Waffen ausgerüstet ist, beitsgemeinschaft bedeutet auch nur eine Wiederkehr find reguläre und irreguläre Selbstschuleute zu unter- zu einem alten Zustand, freilich in ganz anderem Sinne. Go1. Etappe: Die Reparationsfommiffion wird nach dem Studium fcheiden. Es hat den Anschein, als ob besonders der irreguläre lange es eine einige Sozialdemokratie gab, flang dieser Ruf des Berichtes des Garantieausschusses mit Stimmenmehrheit Selbstschuß sich weigert, sich aufzulösen und die Waffen abzulegen. durch ganz Deutschland, aber niemals hatte er vollen Erfolg. Deutschland das verlangte Moratorium gewähren. 2. Etappe: Nach dieser Entscheidung wird gegen Ende Juli die Doch sind die preußischen Behörden, in deren Berwaltung das ober- Die bürgerlichen Barteien waren viel zu verschieden zusammenbrifische und die französische Regierung in London beraten und Eng- schlesische Abstimmungsgebiet wieder zurückgekehrt ist, entschlossen, gefeßt, als daß sie sich auf die Dauer zu„ einer reaktionären britische und die französische Regierung in London beraten und Eng- mit aller Energie durchzugreifen. Andererseits sind in Verbindung Masse" hätten zusammenschließen können. land wird seinen Alliierten einen teilweisen oder ganzen mit den Gewerkschaften Arbeitsnachweise eingerichtet worden, die Erlaß der bei ihm während des Krieges kontrahierten Schulden den bisherigen Selbstschuhleuten die Rüdehr in bürgerliche vorschlagen. Berufe ermöglichen sollen. an die Reparationskommission mitteilen zu fönnen: 3. Etappe: Die Bankiertonferenz wird sich aufs neue zusammenfinden, um eine Anleihe vorzubreiten. 1907 geriet das Zentrum in eine gemeinsame Defensivfront mit der Sozialdemokratie. Konservative, Nationalliberale und Demokraten spielten damals, nach Albert Trägers launigem Wort, die Paarung zwischen dem Karpfen und dem KaSchwere Krise in Polen. ninchen." Aber in dem Reichstag, der aus den damaligen Der Temps" glaubt nicht, daß die französische Regierung Wahlen, den fog. Hottentottenwahlen hervorging, jemals Mitteilungen eines solchen Blanes erhalten habe. Nach seiner Korfanty- deutscher Kriegspropagandist? bildete sich alsbald der sog.„ schwarzblaue Block" aus den KonAnsicht würde Deutschland durch die Erlangung des Moratoriums Warschau, 15. Juli.( DE.) Die Rücktrittsdrohung des Staats- fervativen und Zentrum. 1912 fam die Abrechnung, die einen finanziellen und politischen Erfolg erzielen, und chefs Pilsudski zieht die Konsequenz aus der Tatsache, daß die niedergerittene" Sozialdemokratie erschien wieder hoch zu dann bliebe Frankreich immer noch mit seiner Schuld gegenüber rechten Parteien durch die Designierung Korfantys zum Minister- Roß und schloß mit den bürgerlichen Demokraten ein StichEngland belastet. Es tönnten also zwischen Lloyd George und präsidenten den Konflitt gesucht haben. Der weitere Berlauf läßt sich wahlbündnis, dem stellenweise und verschämt sich sogar auch Poincaré feine Berhandlungen auf gleichem Fuße eingeleitet werden, nicht überblicken. Die Rechte hält für den Posten des Staatschefs die Nationalliberalen anschlossen. weil Lloyd George gegen Frankreich das Moratorium zum Siege die Kandidaturen des Sejmmarschalls Tramczynski und Pade- Selbst unter dem junkerpreußischen Terror, der jedes geführt haben würde, während Poincaré sich gegenüber England in rewstis bereit. Doch ist die Drohung Pilsudflis angesichts seiner bürgerliche Zusammengehen mit der Sozialdemokratie als der Lage eines Schuldners befände. Frankreich würde also durch großen Popularität ein gewichtiger Fattor im Kampf. Vorerst läuft staasfeindlich" ächtete und an jedem erreichbaren Haupt hart einen endgültigen Zahlungsplan gebunden sein, während Deutsch- die Linke Sturm gegen die Wahl Korfantys. Schon die Sihung bestrafte, ist die vollständige Sammlung gegen die land es nicht sei. des Sejm Hauptausschusses, auf welcher die Wahl mit geringer Sozialdemokratie niemals gelungen. Sie blieb das Wenn Lloyd George den gesamten Erlaß der englischen Mehrheit erfolgte, nahm einen äußerst dramatischen Berlauf. unerfüllbare Ideal der Konservativen, die immer vornean Forderungen vorschlage, werde er auch verlangen, daß alle deut- Die Kandidatur Korfantys wurde von Rosset, dem Führer der waren, wo es galt, gegen den Umsturz Attacke zu reiten. schen Pfänder einem internationalen Syndikat von Geldleihern Mittelstandsfraktion, begründer, der Korfanty als„ Polens ersten Sammlungspolitik treiben hieß fapitulieren vor der äußersten ausgeliefert würden sowie daß die militärische Besehung baldigst Bürger" bezeichnete. Die Linksparteien und die nationalen Minder- Reaktion. ein Ende nehme und eine spätere Aktion einer oder mehrerer ver- heiten gaben schärffte Erklärungen gegen Korfanty ab. Die Deutsche Wenn heute, unter so gründlich veränderten Berhältnissen, bündeter Regierungen ausgeschloffen sei. Werde Frankreich ähn- Partei erklärte diese Kandidatur für einen Schlag ins Ge- wieder zum Sammeln gegen die Sozialdemokratie geblasen liche Bedingungen nicht annehmen, dann werde man ihm zu versicht der nationalen Minderheiten. Nicht nur die wird, so fann das Resultat nur noch fläglicher sein als je zuvor. stehen geben, daß seine Beigerung die nächste Zusammenfunft der politische Haltung, sondern auch die Persönlichkeit Korfantys wurde Wir leben in einer te publit, deren stärkste Stüze die Bantiers verhindere. Man werde ihm erklären, daß es die oufs heftigste angegriffen. Der Sozialistenführer Daszynfti er fozialdemokratische Arbeiterschaft bildet. 3wei bürgerliche Berantwortung auf sich nehme, die Reparationsanleihe zu durch klärte:„ Wir besigen Dokumente, die beweisen, daß Korfanty Parteien, Zentrum und Demokraten, haben sich in unzweifreuzen und man werde von einer kleinen Anleihe sprechen, die ein Propagandabeauftragter Erzbergers gewesen deutiger Weise zur Republik bekannt, und unter der Macht der einzig und allein die belgische Priorität decke Durch diese kalte ist und daß er Geld vom Generalgouverneur Beseler Tatsachen beginnt sich sogar die Deutsche Volkspartei allund warme Dusche, also durch Drohungen und Angebote, werde genommen hat; daß er als polnischer Führer eine oberschlesische mählich zu einem sanften Vernunftrepublikanertum zu entman Frankreich der Vorrechte berauben, die es in der Zukunft aus Beitung an die Gegenpartei verkauft und sich überall be wideln. Auf der andern Seite steht der finnlose, aber darum üben könne. Der Temps" jagt schließlich, daß nach seiner Ansicht reichert hat." Der Sozialist Bali di perangte, daß Korfanty desto wütendere Ansturm des Monarchismus, der das Moratorium auf Grund des§ 13, Anhang 2 zu Artikel 234 Rechenschaft über das von ihm für die oberschlesische Sache ver- sich in Butschen und Attentaten austobt. nicht durch Mehrheitsbeschluß gewährt werden könne, und betont, wandte Geld aablege, ehe er Ministerpräsident werde. Auch die Was fann die bürgerliche Sammlung unter solchen Berdaß ihm nichts davon bekannt jei, daß eine Zusammenkunft zwischen Bresse der Linksparteien nimmt entrüstet gegen Korfanty Stellung. hältnissen erreichen? Wir leben nicht nur in der Republik, Boincaré und Lloyd George schon in Aussicht genommen wäre. Wenn die Reparationstommission das Moratorium gegen die Wiener Genoffen für den Anschluß. die Stimme Frankreichs bewilligen würde, über welche Entscheidung fönnten sich wohl die beiden Regierungschefs dann noch zu verständigen haben? Der Pariser Attentäter. sondern auch unter dem demokratisch- parlamentarischen Ohne die Sozialdemokratie fann aber feine ReichstagsmehrSystem. Ohne Reichstagsmehrheit kann nicht regiert. werden. heit gebildet werden, wenn man nicht die Monarchisten in sie einbeziehen will. Gegen die Sozialdemokratie fann nicht regiert werden! Wien, 15. Juli.( BTB.) Gestern abend fanden 22 von der fozialdemokratischen Partei einberufene Massenver sammlungen statt, worin gegen den Finanzplan der Regierung Stellung genommen und als einzige Rettung Defter Auf der andern Seite: die Sozialdemokratie tann nicht reichs der Anschluß an Deutschland bezeichnet wurde. allein regieren. Gie fann es nicht, weil sie nicht die MehrParis, 15. Juli.( WTB.) Der wegen des gestrigen Anschlages Im Parlament traten zwischen den Parteien über das heit hat. Ihre Aussichten und auch die Aussichten der neuen auf den Präsidenten der Republik verhaftete Kommunist Gustave Arbeitsprogramm insofern Schwierigkeiten ein, als die sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft, die Mehrheit zu erBouvet hat bei seiner Bernehmung erflärt, seine Demonstration Sozialdemokraten die Erledigung einer Reihe sozial ringen, sind verschlechtert, solange ein- menn auch nur kleiner habe einer Lage gegolten, in der aufs neue vom Krieg gesprochen politischer Vorlagen, wie die Verbesserung des Arbeitslosenversiche Teil der Arbeiterschaft blind genug ist, mit den Kommu werde. Bouvet ist Gründer dez anarchistischen Wochen rungsgefeßes und die Erhöhung der Arbeitslosenunter- nisten zu laufen. Die Eriftenz der KPD. ist für die bürgerlichen schrift„ La Jeunesse Anarite" und bereits zweimal wegen Auf- stützung sowie die rasche Erledigung des Wohnungsanforderungs- Bartelen die beste Garantie gegen die Entstehung einer reizung von Militärpersonen zum Ungehorsam bestraft worden. gesetzes und die Revision des Mieterschutzgesetzes verlangten. sozialdemokratischen Arbeiterregierung. Das Uebergewicht des sozialistischen Teils der Koalitionsmehrheit und regierung wird sich danach nur verstärken, mit dem Erfolg, daß das Hindrängen auf die Bildung einer reinfozialistischen Regierung einen immer stürmischeren Charakter annehmen wird. Bei grundsätzlicher Aufrechterhaltung der Rechtsgleichheit in Deutschland hätte man diesem Treiben der Linksparteien mit großer Ruhe entgegensehen können, denn daß wir in Deutschland niemals zu einer sozialistischen Wähler mehrheit tommen würden, wenn und solange die Parteien mit gleichen Waffen zu kämpfen in der Lage sind, darüber besteht wohl weder hüben noch drüben ein ernsthafter Zweifel. Bei der Gestalt indeffen, die die neuesten Gesetze zum Schuge der Republit angenommen haben. kann von dieser Rechtsgleichheit fernerhin in Deutschland nicht mehr die Rede sein. Es muß anerkannt werden, daß die sozialiftischen Parteien sehr zielbewußt an die Ausnutzung der Vorteile, die ihnen damit verbürgt erscheinen, herangehen, und es ist nicht abzusehen, wie sich die Parteiverhältnisse unter diesen Umständen weiterhin entwickeln werden. Die Partei der Mörder. Armes Papier! schhau", deren Leferpublikum jedoch vorwiegend städtisch ist Solange es eine RPD. in ihrer gegenwärtigen Gestalt und wird aber zu der gleichen Rede ganz anders Stellung ges mit ihren gegenwärtigen limgangsformen gibt, und solange Bon dem verhafteten Studenten Günther ist befannt, nommen: nicht bei den Wählermassen ein entscheidender Umschwung Vor der Annahme des Wuchergesetzes gab der Reichswirts eintritt der eben durch die Existenz der KPD. verhindert daß er außer anderen Organisationen auch dem inzwischen wird, ist die sozialistische Gefahr" ein Schredge- verbotenen Bund der Aufrechten" angehört hat. fchaftsminister Schmidt vielleicht eine in ihrer Erregung vers spenst für Spießbürger. Und die bürgerlichen Bolitiker, die Ciner der Hauptmitarbeiter in diesem„ Bund der Aufrechten" griffene Erklärung ab, daß die Reichsregierung nicht daran dächte, mit diesem Schreckgespenst arbeiten, bewegen sich bewußt oder ist bekanntlich der deutschnationale Reichstagsabgeord- sich dieses Gesetz verändern zu lassen. Wenn aber Herr unbewußt an Fäden, die von der monarchistischen Re- nete Lizentiat Mumm, der Schwiegersohn und Adlatus Schmidt davon sprach, daß es bedauerlich wäre. des früheren Hof- und Dompredigers Adolf Stöcker, der wenn bei den bürgerlichen Parteien stets von aftion gezogen werden. Es ist ergözlich zu sehen, wie der deutschnationale ,, Ber- als Gründer der„ Chriftlichsozialen Partei" sich in der Ge- Handel und Industrie, nie vom Verbraucher die liner Lokalanzeiger" schon Morgenluft wittert und die Geschichte einen traurigen Ruhm erworben hat. Bon Stöder Rebe gewesen wäre, fo fann man- in aller Freundschaft legenheit für seine Zwecke wahrzunehmen versucht, indem er stammte der bekannte Scheiterhaufenbrief, der die Anweisung und Hand auss Herz- dem Manne nicht ganz unrecht geben." Dieses Geständnis offenbart den tiefen inneren 3wiespalt, zur Bildung der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft gab, wie man den Nationalheros Bismardaus der Hof gunst ausräuchern" fönnte. Seiner Chriftlichsozialen der sich in letzter Zeit in der deutschnationalen, Partei schon Schreibt: Partei gehörten die beiden Attentäter Hödel und Nobiling an, vor dem Rathenau- Mord offenbart hatte. Die nur von den vor dem Rathenau- Mord offenbart hatte. Die nur von den beren Schüsse auf den alten Wilhelm bekanntlich das Sozia- Agrarierinteressen, diktierte Haltung der Deutschnationalen in liftengesetz mit all seinen Schrecken auslösten. Das Berliner der Frage der Getreideumlage hat breiten städtischen KonsuTageblatt" erinnert jetzt daran, daß der Sekretär der Christlich- mentenschichten, die bisher den deutschnationalen Phrasenfozialen Partei, Grüneberg, im Jahre 1884 einige Angaben dreschern nachgelaufen waren, die Augen geöffnet. Indem über den Zusammenhang zwischen den beiden Attentätern des der„ Täglichen Rundschau" dieses Geständnis entschlüpft, beJahres 1878 und Herrn Stöcker machte. Grüneberg sagte stätigt sie nicht nur die Richtigkeit der sozialdemokratischen Erüber Hödel: nährungspolitit, sondern auch die aus Interessengegensägen Herr Stöder war natürlich sehr entrüstet über diese entstandene Verwirrung in den Reihen der Nationalisten am Mitgliedschaft, ließ den Namen sofort flreichen und mahnte zur Vor- Vorabend einer Reichstagsauflösung, die man nicht zu fürch ten vorgibt. sicht bei der Aufnahme. Aber wie hätte ich Vorsicht üben sollen, war doch Herr Stöcker umgeben von einer Schar schiffbrüchiger Existenzen studierender Doktoren und zweifelhafter Größen aller Art. Solche Leute erschienen dann bei mir und verlangten im Namen Stöckers Aufnahme in die Partei. So ging es auch mit Nobiling. Nobiling war ebenfalls Mitglied der Chriftlich- fozialen Partei, und die Chriftlichsoziale Partei fann nur Gott danken, daß die Mitgliedskarte nicht wie bei Hödel so auch bei Nobiling gefunden worden ist. Ich habe Wer denkt da nicht an das alte Berliner Wort: Machti- diesen Menschen nur einmal gefehen, als er mich um Aufnahme bat, gall, ich hör dir laufen?" Der Bürgerblock soll noch geschwind indem er mir versicherte, schon vorher mit Herrn Hof- und Domdazu dienen, die Gesetze zum Schuß der Republit zu torpe- prediger Stöder Rücksprache genommen zu haben. So trug ich ihn dieren, und geht das nicht mehr auf dem Weg der Gesetz- in die Mitgliederliste ein und habe von ihm richt eher etwas gehört, als am Tage des Attentats. Damals vernichtete ich sofort die alte gebung, so geht das immer noch auf dem der Verwaltung. Der Gebante des Bürgerblocks, dem neben Herrn Steger- Mitgliederliste und fertigte eine neue unter Weglaffung des Namens wald auch Herr Stresemann Bate gestanden haben soll, Nobiling an. Indessen war die Vorsicht überflüssig, denn die Polizei Schon hat Wels alle fommunistischen Presseäußerungen ist das Probuft einer spießbürgerlichen Angst nahm in diesem Falle Abstand davon, bei uns zu recherchieren." politit. Rann man sich etwas Grotesferes denfen? Unter Damals wie heute leugnete man die Mitgliedschaft der gesammelt, die ein Antikommunistengeset rechtfertigen. dem Eindruck, den die schändliche Ermordung eines bürger- Mordbuben ab und suchte die Empörung auf ganz andere In den Verhandlungen der Spizenorganisationen hat Herr Wels lichen Ministers hervorgerufen hat, schart sich die gesamte unschuldige Kreise abzulenken. Damals wie heute nahm man's fein Material verlesen, und dieser Sozialdemokrat war ganz sprachsozialdemokratische Arbeiterschaft geschlossen um den bedrohten mit den Mitgliederlisten nicht so genau. Was Herr Grüne- los, als unsere Genossen feststellten, wozu das Material dienen soll. Staat. Unfere politischen Spießbürger aber, statt diese Entwick- berg aus eigener Initiative tat, das hat Herr Hergt für die Und Stampfer wegt bereits die Feder, die im Namen der lung freudig und dankbar zu begrüßen, laffen sich vom Feurio- Deutschnationalen jetzt offiziell angewiesen: Verdächtige Demokratie, die feine persönliche" Meinung ist, die Kommu Gefchrei reaktionärer Nachtwächter aufschreden, laufen aufge- amen aus der Mitgliederliste zu entfernen! niften den reaktionären Scharfmachern regt durcheinander und halten Rat, was sie nun zu ihrem Damals gelang es allerdings unter Bismards großer Autori- liefern foll." Schuhe unternehmen sollen. tät, das geängstigte Bürgertum gegen die Sozialdemokratie aufzuheßen, die mit feinem Attentat das geringste zu tun hatte. Heute wird es nicht gelingen, die Berantwortung von den Mörderparteien abzuwälzen, auch wenn der Bund der Aufrechten" nach seinem Berbot noch die neueste Nummer Feitgehalten sei deshalb mit aller Klarheit: die Attentäter von feines Bundesorgans in 500 Eremplaren verschicken fonnte. 1878 gehörten zur Partei Stöder, die Börder von 1922 gehören zur Partei Mumm! Damals christlichsozial", heute Bund der Aufrechten" oder" deutschnational"! Es ist abzuwarten, ob sich besonnene Männer finden, die imstande sind, dieser Schreckensszene ein Ende zu bereiten. Die Dena meldet: * Die bürgerlichen Parteien sind durch die Bildung der sozialisti schen Fraktions- Arbeitsgemeinschaft sehr überrascht und per wirrt worden, besonders bei den Demokraten macht sich eine erhebliche Bestürzung bemerkbar. Man diskutiert eifrig, Pläne ciner Abwehraktion. Der Stresemannsche Plan einer bürgerEs Hört! hört! lichen Frationsgemeinschaft ist wieder aufgenommen worden. wurden Besprechungen zwischen der Deutschen Bolfspartei und dem Zentrum geführt wegen der Bildung einer Arbeits- Die furze, aber energische Erklärung, die der Reichswirt gemeinschaft, die die Deutsche Volkspartei, die Bayerische Voltspartei, das Zentrum und die Demokraten umfaffen soll. Diese Besprechungen sind vorläufig noch unverbindlicher Natur und völlig im Anfangs stadium. Die Aussichten für die Vermirklichung eines solchen Planes sind sehr gering. Die Bayerische Boltspartei ist keineswegs gewifft, einer solchen bürgerlichen Fraktionsgemeinschaft sich anzuschließen. Andererseits bestehen aber auch zwischen dem Zentrum und der Deutschen Bolkspartei so mesent liche Differenzen in vielen sozialen und Steuerfragen, daß eine prettische Wirkung einer solchen Arbeitsgemeinschaft kaum zu erwarten märe. Wie der Teufel mit leeren Händen heimkam. Bon Emi! Rath- Schönholz. Die Arbeitsgemeinschaft im KPD.- Spiegel. „ Die Arbeitsgemeinschaft der sozialdemokratischen Reichstags= fraktionen wird zu einem Schlag gegen die Arbeitera tiasse, wie er schwerer und hinterlistiger in der ganzen Geschichte der Arbeiterbewegung nicht geführt worden ist. Zur selben Zeit, wo die Arbeiterschaft geschlossen sich formiert, um der Reaktion ein Ende zu sehen, zu derselben Zeit treten die Führer der beiden sozialdemokratischen Reichstagsfraktionen zusammen und erklären die Kapitulation der gesamten Arbeiterschaft. Seit dem 1. August ist nicht größerer Berrat am Proletariat geübt worden. aus# Das unglückliche Papier, das dies alles und noch mehr aus* halten mußte, ist gestern nachmittag durch die Bresse der Roten Fahne" gelaufen. Mag es ihm ein Troft sein, daß es vielen Lesern in ernster Zeit einige fröhliche Augenblicke verschafft hat! Nur einer ist betrübt: Tobias Pemberlein. Er sagt, da fönnte er nicht mehr mit. Waffenablieferung in Oberschlesien. Oppeln, 15. Juli. Eine Verordnung des Regierungspräsidenten von Oppeln fordert die Bevölkerung auf, alle Militärwaffen und Militärmunition freiwillig bis zum 15. August abzuliefern. Für den Zeitverlust und die Transportloften, die durch die Ablieferung entstehen, wird Entschädigung gezahlt. Nach dem 15. August wird mit 8 wangsmaßnahmen gegen alle diejenigen vorgegangen, die sich in unbefugtem Besiz von Militär waffen befinden. Die Jagdscheininhaber fönnen ihre Jagdwaffen behalten. Soweit ein Bedürfnis für das Tragen anderer Waffen als Militärwaffen vorhanden ist, sind die ortspolizeilichen, Behörden fchaftsminister Genoffe Robert Schmidt am Schlusse der geftrigen Reichstagsdebatte über das Buchergesez unter dem stürmischen Beifall der sozialistischen Parteien abgegeben hat, wird in der Kreuz- Zeitung", dem Organ der deutschnationalen abligen Großgrundbefizer, wie folgt besprochen: " Der fezialdemokratische Reichswirtschaftsminister Schmidt befugt, neue Waffenfcheine auszustellen. hielt die Gelegenheit für günstig, eine fieine Dividenden= Neue Berbole. Oberpräsident Hörfing hat die Magdeburgische tanonade gegen die Rechte zu richten, was ihm natürlich geitung" wegen eines Artikels mur nicht der Polizeipräsident" den lebhaften Beifall feiner internationalen Gesinnungsauf 14 Tage verboten. Die Ortsgruppe Hamburg des genossen eintrug. 2m 7% Uhr hatte Herr Schmidt ausgetobt." teichs bundes ehemaliger Kadetten ist von der PolizeiIn der ebenfalls deutschnationalen ,, Täglichen Rund- behörde aufgelöst worden. cöhne der Bergarbeiter. Die müffen wir zahlen wegen der enormen " Tja, verehrter Herr," meinte der bedauernd, das machen die Brotpreise. Geh zum Bäcker!" Der Bäcker machte große Augen, als der Teufel mit DonnerBeelzebubs Großmutter räkelte sich wieder einmal im Lehn- gepolter durch den Backofen gerutscht kam. Zu den teuflischen Vorstuhl. Manche Chroniſten fagen, es fei im Jahre 1922 gewefen, es würfen machte er allerdings noch größere Augen. mag aber auch einige Jahre früher oder später gewesen sein. Kurz ,, Was? und gut: Des Teufels Großmutter war vom Mittagsschläfchen er den Bund der Landwirte. Die wissen, wie man Preise macht!" Ich bin schuld am hohen Brotpreise? Frage einmal wacht und schrie nach dem Hauptbuch, schlug es Beelzebub, der den Ohne Anmeldung plagte der Teufel in eine Versammlung des dicken Mälzer ihrer Ansicht nach nicht schnell genug brachte, 66 mal Landbundes. Cin Redner eiferte gerade vom Bult herab:" Man um die Ohren, daß ihm die Hörner mackelten, und blätterte mit nach- wirft uns vor, wir seien schuld on den unerhörten Getreidepreisen. denklich benektem Finger bis zum Konto Deutschland. Kommunisten in die Welt gesetzt haben." Mein, meine Herren, das ist der Achtstundentag, den die verfluchten Der Teufel sah ein, daß nur die Kommunisten die wirklichen Sündenböcke sein könnten. Er ersuchte um ein Interview bei Lenin, der sich gerade auf einer Propagandareise durch Deutschland befand, und erhielt es auch bewilligt Attentäter. Bor Dr. L. Galin. Der Prozeß über das Attentat in der Philharmonie ist zu Ende. Die paar kläglichen verwahrloſten Burschen, die, nach dem trefflichen Ausdruck des Staatsanwalts, zugleich den Ankläger, Henter und Richter spielen wollten, und statt Miljukow den Senator Nabotof getötet haben, gehen auf viele Jahre ins Zuchthaus. Ihre Hintermäner bereiten sich auf neue Taten vor und benutzen dezu andere entgleiste Jünglinge, Referrecffiziere. Der politische Mord ist als Machtmittel in unser Leben tief eingedrungen und erwarb sich sein Bürgerrecht". 11 er Auf der Debetfcite fand sie einen verlorenen Krieg, einige abgefette Fürsten, 2383 politische Morte, von anderem Kleintram gar nicht zu reden. Auf der Kreditfeite waren nur drei abgeschiedene Seelen gebucht. Die eine gehörte früher einem Redakteur, der an Herzverfettung gestorben war, die zweite einem Beamten, der rechtzeitig die Teuerungszulage erhalten hatte, die dritte einem General Lieber Genosse!". feufzte Lenin und ließ traurig das Haupt a. D., der feine„ Memoahrer." geschrieben hatte. Des Teufels Groß- finfen.„ Wir stellen jetzt schon das größte Kontingent an ver- wortung fich zu entziehen, und nie wollten sie dabei einen Nichtbemutter fand zwischen Debet und Kredit eine selbst für die Hölle un- dammten" Seelen, und nun möchtest du uns auch noch ein solches erträaliche Differenz und befahl Beelzebub mit nicht mißzuverstehen- Delift aufhalfen. Wären die verfluchten Kapitalisten nicht die der Gebärde, dieses Manko durch fetten Nachwuchs auszugleichen. Beelzebub verschwand mit dem üblichen Abschiedsgruß, aus jenigen, die uns an der Ausführung unseres Programms hinderten, Schwefelgestant und faulem Giergeruch gemischt, und lustwandelte in stände es um die ganze Welt besser; sie wäre ein wirkliches Paradeutschen Gauen die kreuz und quer, allmo er überall argen Zuder- Das Wort„ Baradies" verursachte dem Teufel Erbrechen, und mangel rügen und beflagen hörte. Er schloß aus dieser UniversalEinen letzten Sprung wollte er noch flage, daß er in diesem Ressort den besten Fang machen werde, und er empfahl sich schleunigft. fuchte zunächst einen Bauern heim, der gerade Zuckerrüben ver- oagen, und so raffelte er in eine Shimmdiele hinein, wo eben ein füttere. Er stellte diefem feiner lleberzeugung nach größten Böse- Kapibalift die ganze Zeche für die Anwesenden bezahlte. Der Teufel, wicht die ärgsten Qualen der Hölle, als da find Wackeltopf, ewige der wußte, was fich ziemt, überreichte ihm höflichst seine Karte und Lektüre von Courths Mahler, einen Sittenfilm in 98 Aften usw., in brachte verschämt sein Anliegen vor, seinem Gegenüber auf pikante Art das Genic umdrehen zu wollen. Aussicht. Doch der Wackere entgegnete mit betrübter Miene: ,, Lieber Satanas, ich sehe bei dem Geschäft nur zu. Es iſt wirklich ein Opfer, wenn ich überhaupt noch Zuckerrüven baue, von denen ich die eine Hälfte den deutschen Wasserköpfen in der Stadt, die andere den Schweinen zur Verfügung stelle, was übrigens auf dasselbe herauskommt. Ich bin wirklich nicht schuld am Zuckermangel. Bemühe dich nur zum Fabrikanten, der weiß schon, wo der Schuh nicht drückt dies!" " Der Kapitalist grinfte unverschämt.„ Oberrrr! Eine Flasche Pommern! Und ein neues Glas!" „ Mein lieber Bruder," sagte der Felthals, als der Seft perite, und trank zwischendurch einen Schluck. Man hat Ihnen einen netten Bären aufgebunden. Wir tragen sicherlich nicht schuld. Wenn Sie schon jemandem das Genid umdrehen wollen, dani wenden Sie sich, bitte, an den Böbel, in sozialdemokratischen Zeitungen Der Teufel begab sich treu und bieder zum Zuckerfabrikanten, Bolt" genannt. Dert fihen die Schuldigen, die durch Streifs und den er unter gleichen Vorwürfen nicht gar sanft beim Kragen pacte. andere Erpressungen die urzweifelhaft nur die durch das Kapital Der Fabrikant frie Zeter und Mordio. Nicht er, das Gyndifat gefchaffenen Werte ihren rechtmäßigen Eigentümern derart schmälern, Preiserhöhung, fünft mache die Preise. Er würde gern billiger verkaufen. Im Groß- daß mir uns durch energische Maßnahmen handel sei der Zucker billiger als im Kleinhandel. Die Kleinliche Hausse, Spekulation auf Devisen und Ausland notdürftig händler strichen unerhörte Gewinne ein. über Baffer holten tönnen. Es tut mir leid, daß Sie sich umsonst Ghmurftreds nahm der Teufel den ersten besten Kleinhandler bemüht haben!" beim Fitch und hatte ihn unter heftigen Anflagen schon ein Stück Beelzebub fah schließlich diese tiefe Wahrheit ein und nahm durch die Luft geschleift, liez den„ Bedauernswerten" ober fofort den Freinimeg zwischen die Füße oder auch Flügel, trok des un fahren. Denn dieser machte ihm mit unwiderlegbarer Logif flar, meinerlich drehenden arohmütterlichen Gewitters. In feinem fabak die teuren Transportpreise am Zuckermangel schuld seien. Er tanischen Herzen hatte nur der eine Gedanke Raum: Dah Deutschland folle sich lieber einmal den Berkehrsminister vornehmen. Der Teufel von einem Millionenheere unbefleckter Engel bewohnt fei, die für dankte für den guten Rat, den er sogleich zur Ausführung zu bringen Himmel und Höile zu gut wären. gedachte. Der Berkehrsminister zuckte die Achseln: Lieber Freund! Mache ich die Kohlenpreise? Geh' zum Kohlensyndikat!" Ohne 3ägern stattete Beelzebub dem Direktor des Kohlenfyndifats einen unerwarteten Besuch ab. Arthur Sickler left om Sonntag, den 23. oli, mittags 12 Uhr. im leinen Theater aus eigenen Werten. Eintritt acht und zehn Mark. Wenn wir uns aber auf die Haltung der politischen Attentäter vor dem Gericht fonzentrieren wollen, fo müßten wir uns allerdings vorher an die ruffischen Terroristen Sozialrevolutionäre innern. Mit Mut und Entschlossenheit töteten diese die Tyrannen des russischen Volfes, aber nie dachten sie daran, vor dem Gericht ihre Tat zu verleugnen, durch juristische Spitfindigt it der Berant teiligten verlegen, gefchweige denn töten: Iwan Kaljajew, der den, Großfürsten Eerjus getötet hat, gab eine furze Zeit vordem ein enderes Attentat auf ihn auf, weil er im Wagen mit ihm seine Gattin, die Großfürstin, sah. Von der Polizei erfaßt und vors Ge richt gestellt, gaben die Sozialrevolutionäre mit aller Offenheit ihre Tat zu und schleuderten mutig dem Zarengericht von der Anklagetank die Worte des Hasses seitens des russischen Voltes, die leidenschaftliche Anklage gegen das Barenregime ins Gesicht, so daß die Barenrichter öfter ihre Augen sinten ließen und nicht die Rühnheit hatten, die Revolutionäre zum Tode verurteilten. Aber auch die zum Tode Berurteilten gingen zum Galgen mit erhobenem Haupt und ihre legten Worte waren ein hoch auf die Freiheit und die Revo tution. Ich erinnere an Beromstaja, Geljabow, Kaljajem, Barlas schow, Leutnant Schmidt, Gerschuni und andere. Man kann über biefe Attentate urteilen wie man will( die Sozialdemokraten haben fie immer bekämpft), aber eins muß man zugeben, daß diese Menschen es verstanden haben, mit reinem Herzen für ihre Idee zu fämpfen und zu sterben, und hatten sie sich zu einer Tat entschlossen, so verleugneten sie diefelbe nie. Man lese die Berichte über den jezigen Prozeß der Sozialrevolutionäre in Moskau und man wird sehen, mit welcher Energie trotz des drohenden Todesurteils und mit welcher Offenheit sie vor dem bolichemistischen Gericht ihren Standpunkt verteidigen.„ Nie werden Sie von diesen Bänken eine Bitte um Gnode hören," sagte der Sozialrevolutionär Gendelmann dem obersten. Tribunal. Man erinnere sich der deutschen Sozialdemokraten während des Sozialistengeleges und der ruffischen Sozialdemokraten während der Zarenzeit und ihrer Haltung vor Gericht. Haben sie sich jemals hier zu verleugnen versucht, auch wenn Zuchthaus trohta? lind jegt blide man in den Gerichtsjaal, in dem die Mörder Nabokofs figen. Zwei Wilowest- Jünglinge, die, um Miljukom zu töten, eine wilde Schießerei in einem vollgepackten Gaal eröffnen und eine ganze Reihe von Personen, darunter auch Frauen, schmer verlegen. Es gelang, sie zu erfaffen und vor Gericht zu stellen. Schon ihr degeneriertes Antlih wirkte abstoßend: Taborigli mit feinen grauen, ausdrucksiesen Augen und„ kahlem Schädel", Echas Nr. 332 39. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Die Fahndung bei Gardelegen. Bon Victor Schiff. Sonntag, 16. Juli 1922 Ludendorffs im Namen der Kriegsbeschädigten" für die war für solchen Fremdenandrang nicht eingerichtet, die Schupo hat Ludendorff- Spende. Der Herr Kreisfefretär lebt also noch immer sich inzwischen versorgt, ich befomme jahließlich noch ein Gofa im im Geifte von 1917-18. Und damit er ja nicht irre werde in Billardzimmer, werde aber wenig davon haben. Denn nun befeinen Gefühlen für die Deutsche Republik hat er gleich zwei Erem- ginnt die Besprechung über die Situation, an der ich teilnehmen Es gibt in der französischen Waidmannssprache ein fleines, plare dieses Bildes angebracht, an zwei verschiedenen Eden..... darf. Die einzelnen Kommiffare informieren ihren Chef eingehend bitteres, schadenfrohes Wort, das allen Spott zum Ausdruck bringt, über ihre bisherigen Feststellungen und Absichten. An der Hand Die Spur nach Oebisfelde. den man für den Jäger empfindet, der nichts geschoffen hat: Don Generalstabskarten werden Möglichkeiten deduziert und Maßs bredouille. Der Deutsche kennt zwar fein entsprechendes Wort, Rurz vor unserer Ankunft in Gardelegen ist als erste wichtigere nahmen besprochen. Erst nach 4 Uhr ist die Besprechung beendet. wohl aber den Begriff und seinen höhnischen Beigeschmack. Der Nachricht seit dem vorigen Lage, an dem die Spur bei Pacebusch um 8 Uhr morgens sind alle wieder auf dem Landratsamt verGroßstädter und nicht zuletzt der Berliner dürfte jetzt dazu neigen, perlorengegangen ist, die Bekundung des Dabisfelder Volksschul- sammelt; drei Kommiffare erhalten ihre besonderen Aufträge und diesen Begriff auch auf das bisher negative Ergebnis der Jagd lehrers Bartels eingelaufen. Wir sehen die Reise dorthin fahren gleich los. nach den zwei flüchtigen Mördern Rathenaus, Fischer und 35 Kilometer weiter westlich fort und treffen furz vor 9 Uhr ein. Die Bevölkerung weiß von nichts. Kern, auszudehnen. Wenn er hört, daß eine bestimmte Spur Eine Streife radfahrender Schupobeamter soll mit dem nächsten wiedergefunden, daß ein bestimmtes Gebiet um stellt wurde, Personenzuge dorthin nachkommen, und sämtliche Kriminal- außer der Schwerfälligkeit vieler Behörden die erstaunliche InEs hat sich bei der Besprechung vor allem eins ergeben: dann denkt er wohl, daß die Festnahme nur noch eine Frage von kommissare, die gegenwärtig die Gegend in Kraftwagen abstreifen, dolenz und Ahnungslosigkeit der Bevölkerung wenigen Stunden ist. Man stellt sich eben die Dinge viel, viel leich- fullen, sobald sie erreicht werden, sich dorthin begeben. Der Lehrer ter vor, als fie in Wirklichkeit sind. Außerdem ist man durch die wohnt im Hause des Redakteurs des„ Debisfelder General- auf dem Lande. Gewisse Fälle, bei denen die Kommissare von bisherigen Erfolge der Polizei etwas verwöhnt, verfällt allzu leicht Anzeigers" und hat dadurch verhältnismäßig frühzeitig von dem Bauern, Gastwirten und dergleichen direkt unfreundlich empvon der größten Bewunderung und Dankbarkeit ins andere Extrem. Berliner Aufruf Kenntnis erhalten. Er wird sogleich im Redaf- fangen wurden, als sie den Zweck ihrer Tätigkeit angaben, beweisen, Man macht sich von den wahren Verhältnissen feine richtige Vor- tionszimmer von Oberregierungsrat Weiß vernommen und macht daß in dieser vielfach rechtsradikalen Agrariergegend viele Leute das stellung, hat keine Ahnung von den ungeheuren Schwierigkeiten feine Aussagen ziemlich bestimmt und, wie fich später herausstellen liche(!)„ Kreisanzeiger" in Gardelegen gehört übrigens zu den Entkommen der Mörder zunächst nicht ungern sähen.( Der amteiner solchen Fahndungsaktion und vergißt allzu leicht, welche un sollte, genau den Tatsachen entsprechend. Die zwei Radfahrer mach: Blättern, die Genosse Hörsing nach dem Rathenau- Mord auf Grund geheure Leistung der Berliner Kriminalpolizei schon darin liegt, daß ten auf ihn den Eindruck von Berufskollegen, weshalb er sie sich der Ausnahmeverordnung verbieten mußte.) Aber noch mehr fie, ganz abgesehen von der Verhaftung der Techow, Günther und etwas näher angesehen habe, als sie ihn nach dem Wege nach fällt die Gleichgültigkeit der Landbevölkerung auf. Die Leute sind Konsorten, so rasch auch die Anwesenheit Fischers und Kerns in Weferlingen fragten. Die Bilder der Flüchtigen werden ihm voreinem bestimmten Teil des riesigen Deutschen Reiches bis zu einem gelegt. Auf Kerns Bild will er sich nicht entschieden festlegen, die zu dieser Jahreszeit meist auf dem Felde und interessieren sich nur bestimmten Zeitpunkt( Nacht vom 9. zum 10. Juli,% 3 Uhr mor- Aehnlichkeit mit Fischers Zügen bejaht er. Zeit, Entfernung, Rich- für ihre Ernte. Ein Ortsvorsteher( 1) bei Salzwedel gens) und bis zu einer bestimmten Straßenkreuzung( zwischen den tung entsprechen durchweg der letzten unzweifelhaften Feststellung. Rathenau gab, der ermordet worden war!„ Ich lese wußte überhaupt nicht, daß es einen Minister Dörfern Arendsee und Backebusch in der Altmark) feststellen Alfo offenbar eine ernsthafte Spur. Es iſt inzwischen zehn Uhr feine Zeitungen," antwortete er gelassen dem erstaunten Kommissar. geworden. Ein Telephongespräch mit der Gardelegener ZentralIch habe nun die Tätigkeit der Abteilung Ia in diesen legten ftelle ift nicht mehr möglich. Das einzige Mittel, die Zentralstelle Tage der Ermordung der öffentlichen Anschlag der Hier drängt sich folgende Frage auf: Der Reichstag hat am Tagen aus nächster Nähe verfolgen können, ich habe die Arbeit und zu benachrichtigen, ist die Benutzung des bahnamtlichen Fern: Trauerreden Löbes und Births gegen die Stimmen der Rechtsdas Leben der Berliner Kriminalkommissare in den drei kritischen sprechers. Der Gardelegener Stationsvorsteher soll nach dem LandTagen( von Dienstag bis Donnerstag) mitgelebt und will nun verratsamt schiden 25 Minuten Entfernung! daß der dienstsuchen, diese Erlebnisse und Eindrücke einem größeren Leserkreis tuende Kriminalkommissar ans Telephon komme. darzustellen. Ich hätte es gewiß vorgezogen, wenn dieser Bericht dabei verlorengegangen ist, kann man sich leicht denken. Dadurch mit der Schilderung der Verhaftung Fischers und Kerns, mit ihrem tomme ich auf eine Tatsache zu sprechen, die für die Berhältnisse, ersten Berhör usw. schließen tönnte. Aber auch ohne diesen fenfatio. unter der die polizeiliche Aktion zu leiden hat, bezeichnend ist. nellen, von uns allen erwünschten Höhepunkt dürfte dieser Bericht feinen Zweck erfüllen: nämlich nicht nur falsche Borstellungen vieler Leser über diese Mörderjagd und ihre vermeintliche Leichtigkeit zu forrigieren, sondern auch manches über die politischen und geistigen Zustände auf dem Lande zur Sprache zu bringen. fcnnte. Die Eisenbahn streikt! Das Telephon geht nicht! Wieviel Zeit parteien beschlossen. Wenn in Frankreich das Parlament ähnliches anordnet, dann vergehen feine 48 Stunden, und der Anschlag hängt bereits im kleinsten entlegensten Dorf in den Byrenäen. Und wehe dem Unterpräfeften, dem man nachweisen könnte, daß ein Ge meindehaus in seinem Verwaltungsbezirk das Plakat nicht erhalten habe, wehe dem Ortsvorsteher, der diesen Anschlag schlechter bea handelt hätte als einen Befehl zur allgemeinen Mobilmachung, wehe dem Bürger, der sich am Plakat, deffen Inhalt ihm etwa nicht geDer Telephondienst hört in fleinen Orten auf dem Lande um fallen hätte, vergreifen würde! Nach Jahren bleibt noch die Rede fieben, in den meisten Kleinstädten um neun Uhr abends auf. an den Mauern. Ich bin nun in diesen drei Tagen durch mindestens Einem Kommissar, der um 7 Uhr 10 Minuten eine wichtige mit zweihundert Dörfer der Mark und der Provinz Sachfen gefahren. teilung nach Berlin durchgeben wollte, wurde dies zuerst vom Bost- nicht ein einziges solches Plakat habe ich gesehen, und die beamten mit den Worten abgelehnt, sein Dienst sei zu Ende Polizeibeamten, die noch viel mehr Kleinstädte und Dörfer in der Dienstag mittag. Der Aufruf des Polizeipräsidenten an die und er sei dazu nicht verpflichtet. Erst die Drohung, den Fall als letzten Woche besucht haben, bestätigen mir, daß auch sie dieses Bevölkerung über die festgestellte Anwesenheit der Mörder in der Begünstigung der Mörder höheren Orts zu melden, veran- Plakat nicht gesehen hätten, dafür allerdings an einzelnen Orten Altmart ist in 20 000 Exemplaren in aller Eile gedruckt worden. laßte ihn, die Verbindung herzustellen. In Gardelegen hörte der eine andere Rundgebung des Reichskanzlers und des ReichspoftEin Kommando radfahrender Schupobeamten soll ihn nach Telephondienst um 9 Uhr auf, als höchstes Entgegenkommen wurde ministers. Man mag nun einwenden, daß dies für den VerwalGardelegen bringen und ihn in allen Dörfern der dortigen eine ein stündige Verlängerung zugefagt. Ein formeller An- tungsapparat eine Neuerung bedeutet, die erst gelernt werden müsse. Umgebung verteilen. Die Eisenbahndirektion Berlin hat trag bei der Oberpostdirektion Magdeburg, Nacht- Es fragt sich aber nur, ob die Herren Kreissekretäre mit den Ludenjedoch die vom Polizeipräsidium erbetene Stellung eines Son dienst für Gardelegen während der Tätigkeit des Fahndungsdorffbildern so etwas überhaupt lernen wollen. Liegen die Kundberzuges abgelehnt. Ebenfalls abgelehnt wurde das Anhängen fommandos einzuführen, wurde von dieser Behörde glatt gebungen nicht etwa noch in Stößen in den Kellern der Landratseines Sonderwagens an den internationalen D- Zug nach Hannover- abgelehnt. Bon zehn Uhr abends ab bis morgens Paris, der gegen 2 Uhr den Bahnhof Friedrichstraße verläßt. An- um acht Uhr war die Zentral Nachrichtenfammelstelle der Reichstag muß sich unbedingt Respekt verschaffen. Der Minister ämter oder der Regierungspräsidien oder gar der Ministerien? Der geblich ist dieser Zug bereits zu überlastet. Es gilt auch nur, die Berliner Polizei in Garbelegen förmlich DON der des Innern sollte sich über diesen Borgang aus seinem gesamten Mörder Rathenaus zu verfolgen. Tja, wenn Hindenburg zu einer übrigen Welt abgeschnitten. Wenn also die Täter Regimentsfeier nach Garbelegen fahren wollte, dann hätte die nach 7 Uhr in einem Dorfe, oder nach 9 Uhr in einer Kleinstadt löbliche Eisenbahndirektion wahrscheinlich zwei Sonderwagen an gesehen worden, so hätte erst am nächsten Morgen die diesen Zug mit Leichtigkeit anhängen fönnen. Kriminalpolizei benachrichtigt werden können! 3st Also fann dies Schupodetachement nur mit dem fahrplan das nicht ein Skandal, der zum Himmel schreit. Beinahe gewinnt mäßigen Bummelzug vom Lehrter Bahnhof gegen halb drei ab man den Eindruck, als ob es sich dabei nicht mehr um Bureaufrafahren und wird drei Stunden später anfommen. tismus handelt, sondern um bewußte Erschwerung der Ermittelungen durch gewisse Behörden. II 478. Wir verlassen den Bahnhof nach Abfahrt des Zuges. Oberregierungsrat Weiß und ich besteigen einen großen, braunen Mercedes- Wagen, Nr. II 478, in dem außer dem Chauffeur noch zwei Bolizeibeamte und Bill, von Beruf Polizeihund, bereits sizen. war hätte. Die Fahrt nach dem Harz. Bereich Bericht erstatten lassen und die schärften Maßregein gegen den Lichtbildern der Mörder waren fast nirgends zu sehen.( Daß die Schuldigen ergreifen. Auch die Fahndungsplatate mit die neuesten, mit den jüngsten Ermittelungen versehenen nur mit gewaltiger Verspätung verbreitet werden konnten, liegt nicht zuletzt am Berliner Buchdruckerstreik!) Kurz und gut: die Bevölkerung, auf deren Mitarbeit die Polizei hauptsächlich angewiesen ist, wußte I Nach Erledigung der Telephongespräche tehren wir zum Gene- in den kritischen Tagen nen nichts, und ich bin überzeugt, daß bei Nach Erledigung der Telephongespräche tehren wir zum Generalanzeiger" zurüd. Die Straße bietet dort ein ganz eigenartiges einer rechtzeitigen Benachrichtigung die Mörderjagd Erfolg gehabt Bild. Ganz Debisfelde hat sich dort in höchster Aufregung angefammelt und umlagert die Autos. Denn inzwischen sind die übrigen Kriminalkommissare sowie die Streife Berliner Schupo eingetroffen. Es ergab sich jedenfalls die Notwendigkeit, das Berfäumte sofort II 478. Es ist für mich zuerst ein etwas schauriges Gefühl, Man begibt sich wieder in den Redaktionsraum des„ General- nachzuholen und die Bevölkerung der Magdeburger und Braundiesen Wagen zu besteigen. Er gehörte nämlich noch vor 14 Tagen anzeigers" welch ein Triumph gegenüber der„ Konkurrens", dem schweiger Gegend aufzurütteln. Am Mittwoch morgen wurden einem Herrn Küchenmeister in Freiberg i. Sa. Bon dem Debisfelder Neuen Tageblatt"! dort wird der Lehrer Bartels von Gardeleger aus die Regierungsbehörden dieser Städte verBlaze aus, auf dem ich fize, wurde Walter Rathenau erschossen. wieder eingehend vernommen. Danach werden Anordnungen für ständigt, und unsere Parteiblätter. Die Magdeburger„ Volksstimme" Jetzt ist der Wagen beschlagnahmt und dient der Verfolgung der den nächsten Morgen getroffen. Ein paar Landjäger und Schupos und der Braunschweiger Volksfreund", lieferten mit bewunderns flüchtigen Mörder. Ein prachtvolles Auto übrigens. Rann bis 100 Kilo- follen in südlicher Richtung die Gegend abradeln, Flugblätter ver- werter Firigkeit Tausende von Aufrufen, die noch am Nachmittag meter Geschwindigkeit fahren. Nach wenigen Minuten liegt Berlin teilen, Mitteilungen entgegennehmen und der Zentrale weiterleiten. auf dem Lande durch Motorradfahrer usw. verteilt wurden. Erst hinter uns, über Spandau, Nauen, Rathenow eilen wir der Elbe zu. burch die großzügige Flugblattaftion fonnte die Zusammenarbeit Zurück nach Gardelegen. zwischen Landbevölkerung und Polizei erreicht werden. sofort eine Fülle vor Meldungen ein, die meisten offenkundig belanglos, manche sogar grotest, einzelne jedoch ernsthafter Natur. Die Debisfelder Spur gewann immer mehr an Wahrscheinlichkeit, zugleich erschien auch die Genthiner Spur ernsthaft. Legtere fonnte noch am gleichen Abend restlos aufgeflärt werden. Zur Bei Tangermünde feßt uns eine Fähre über. Am Spätnachmittag " Es lief. treffen wir in Gardelegen ein. Im Landratsamt ist ein größeres Und nun zurüd nach Gardelegen! In stocfinsterer und fühler Zimmer für das dortige Kommando der Berliner Polizei zur Ber- Nacht faufen wir auf der Landstraße. Auf unserem Mörder- Auto fügung gestellt worden. Der Herr Kreisfekretär soll über diese fizt ein alter Landjägermeister, der sozusagen jeden Baum in seinem Störung etwas ungehalten gewesen sein. Das kann ich mir lebhaft und den Nachbarkreisen kennt. Daher treffen wir lange vor den vorstellen. Als einziger Wandschmud nämlich eine Reproduktion des anderen wieder ein. Die Beschaffung eines Nachtquartiers um bekannten Bogelschen Hindenburg- Ludendorff- Bildes mit dem Dank% 1 Uhr nachts erweist sich für mich als notwendig. Gardelegen gleichen Zeit aber erreichte der nach Benthin entsandten Beamten Mengenabgabe Saison- Ausverk Tisch- und Hauswäsche Tischtücher reinlein. Jacquard| Frottierhandtuch 130X355.- 160x437.- 280765.weißes 45 X 100 cm Servietten 60x60 cm St. 69.50 Stubenhandtuch Kaffeedecke doppelseitig 120 × kräftig, reinlein. 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Erst als die letzten nern bedeutet, die ich am Werte gesehen habe. Es wäre nur zu Bekundungen von Augenzeugen die Richtigkeit dieser Spur zu be- Zweifel durch telephonische Rücksprache mit den Behörden ihres wünschen, daß die sonstigen Beamten der Deutschen Republik auch meisen schien. Zwei Polizeiautos waren bereits nach dieser Gegend Wohnorts beseitigt waren, wurden die jungen Lehrer entlassen. nur den zehnten Teil der Opferfreudigkeit, Ausdauer und Gewissenentsandt, das dritte sollte von Genthin aus dorthin fahren, Sammel- Es zeigte sich übrigens, daß alle Angaben des Debisfelder Lehrers haftigkeit aufbringen würden, die ich zweieinhalb Tage lang selbst punkt Thale. Am Donnerstag um fechs Uhr früh ging die Reise Bartels richtig gewesen waren, namentlich jene über die an den beobachten fonnte. Und diese Männer führen dieses sogenannte los, bei strömendem Regen, über Burg, Magdeburg, Quedlinburg. Rädern angeschnaliten Spazierstöcke, die den Leiter der Abteilung la Leben schon seit zehn Tagen und werden es, wenn nötig, noch weiter Kurz vor dieser Stadt freuzten wir zufällig einen aus Thale bereits gleich stuhig und etwas skeptisch gemacht hatten. zehn Tage führen. Diejenigen, die nur nach dem Enderfolg urteilen, zurückkehrenden anderen Polizeitraftwagen. Unsere Enttäuschung Auch ohne den unaufhörlichen Landregen wären wir wie be- die nicht einsehen, daß die rasche Aufklärung einer falschen Spur war groß, als wir hörten, daß auch diese Spur noch in der Nacht in goffene Pudel nach zehnstündiger resender Fahrt bis 90 Kilometer faft ebenso schwer und wichtig ist wie die Feststellung einer richtigen, Thale aufgeklärt worden war und sich ebenfalls als irrtümlich er- Geschwindigkeit auf durchnäßten, elenden Straßen in Gardelegen mögen wohl höhnen. Nühicher wäre es allerdings, daran mitzuwiesen habe. Mit tätiger Hilfe der dortigen proletarischen Bevölke- wieder eingetroffen: bredouille!... Es ist natürlich leicht, beim arbeiten, daß die teils überfüffigen, teils standalöfen Erschwerungen rung war es den beiden Kriminalkommissaren außerordentlich rasch behaglichen Morgenkaffe oder am Biertisch über die Erfolglosigkeit der polizcilichen Arbeiten, von denen ich nur die merkwürdigsten er gelungen, die vermeintlichen Täter zu erreichen. Ihre Aehnlichkeit dieser Jagd nach den Mördern mehr oder minder gute Wize zu wähnt habe, für die Zukunft beseitigt werden. 08, i. d. Theater, Lichtspiele usw. Königgrätzer Str. Staatstheat. Volksbilhne ( Schauspielhaus) Operetten- Gastsp. Tägl. 72 Uhr: Tägl. 7% Uhr: Robert und Bertram 3 Uhr nachm. Die beiden Undine Nachtigallen Lessing- Th. Deutsch. Theat. Sommerspielzeit. 7: Potasch und Allabendl. 8 Uhr: Perlmutter Mtg. 72: Potasch Der Schildpattkamm Volkstümliche Montags- Vorstellung nur zu ermäßigten Preisen: I. Rang 60 Mark II. Rang 30 Mark E Montag, 17.Juli Die wunderlichen Geschichten des u. Perlmutter Dent. Künstler- Th. Kapellmeisters Kreisler Kammerspiele Sommerspielzeit 8: Der Raub der Sabinerinnen Gastspiel Hugo Thimig vom Wiener Burgtheater Mtg. 8: Der Raub d. Sabinerinnen Gastspiel Hugo Thimig vom Wiener Burgtheater. Allabend!. 8: Die erste Nacht" Komische 734 Oper 734 Der Meister Gr.Schauspielh. vom Montmartre ( Karlstraße) 7% Die Maschinenstürmer Offenbachs Liebesleb. Mtg. 72: Die Ma- Residenz- Th. schinenstürmer Theater i. d. Königgrätz. Str. 8: Die wunderl. Geschicht. d. KaTäglich 8 Uhr: Eine Frau pelimeistKreisler ohne Bedeutung Komödienhaus 8.U. ,, Gretchen Trianon- Th. Berliner Th. 7.45: Madame Flirt Central- Theater J. Ein Prachtmädel U Täglich 8 Uhr: Moral Intimes Theater WINTEN 8: Die Peltsche und? Laut doch nicht Varieté- Spielplan immer nackt herum Neues Operett.- Th. Rauchen gestattet! 8 Unr: Die Mädels von Davos Neues Volkstheater Die erste Geige Schiller- Th.Charibg. Uhr: Operettenspielzeit. 8 Uhr: AUENTZEN Z Die kl. Sünderin VARIETE Von Jean Gilbert. Th. a. Nollendorfpl. 74 Uhr: Verliebte Leute 4 Uhr: Pfarrhauskomödie Theater desWestens Dienstag: Italien Ballett Stagione Ileana Leonicoif Spielplan vom 14. bis 20.Juli 1922 Näheres Anschlagsäulen UFA- PALAST AM ZOO Vier neue Chaplinfilme TAUENTZIEN- P. GentlemenGauner KURFÜRSTEND NOLLEND.- PL.4 Das blonde Verbängals KAMMER- LICHT Fridericus Rex L. 1. 11. Teil MOZARTSAAL FRIEDRICHSTR SCHÖNEBERG Sie n. die Drel ALEXANDERPL WEINBERGSW. Dr. Mabuse, der Spieler, fl.j HASENHEIDE 28 Brigantenliebe $ Berliner PraterTheater Kastanienallee 7-9. Täglich: Die Prinzessin v. Mil Operette in 3 Akten sowie Spezialitäten. Beginn 5 Uhr. Ima TanentalenPalast. 330 Das WeltstadtVarietéProgramm. 4 Uhr Tanztee Kalte und warme Küche. Koln Weinzwang. WIEN Jägerstraße 63a 830 Das Riesenin 42 Bildern. Zwei Karten geg. 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CUNARD, ANCHOR UND ANCHOR- DONALDSON- LINIEN Nächste Abfahrten der Post- 11. Schnelldampfer von Cherbourg und englischen Häfen nach New York Laconia" 20. Juli Canada..Antonia" New York fameronia" New York ,, Aqui ania Canada Ausonia" Wegen Passagenu. Frachten wende man sich an 20. Juli 22. Juri 22. Juli 27. Juli m.b. Cunard See Transport Gesellschaft H. Hamburg, Heuer Jungfernstieg 5 oder an Cunard Linie HAMBURG- AMERIKA LINE Reisebureau G. m. b. H. HAMBURG und deren Vertreter in: BERLIN W 8, Unter den Linden Potsdamer Platz 3 und Leipziger Straße( Kaufhaus Tietz). Berlin, Hotel Bristol, Unter den Linden 6 auch Sonntags Nr. 332 39. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Im ostdeutschen Winkel. Sonntag, 16. Juli 1922 Der Elefant als Genesender. Der stattlichste Bewohner unseres Zoologischen Gartens ist zweifellos der asiatische Elefant, der in dem Geyege an der NordBreit, ruhig, spiegelgleich, wie Wasser in einem großen Teller bald jenes schufen, an dem sie Jahr um Jahr im harten Rampf mit feite des Dickhäuterhauses weilt und schon den Insassen der Stadtliegt die Ostsee da und mitten drauf schwimmt das in allen Fugen dem durch die Zeit bedingten Verfall lagen und in das sich demnach bahnzüge durch seine mächtige Figur auffällt. Vor einigen Jahren zitternde Schiffsungetüm, dessen Bug die oftpreußische Küste sucht manches Neuzeitliche eingeschmuggelt hat. Der ganze maffige Bau wurde ihm seine Gefährtin durch den Tod entrissen. Jetzt bestand und das wie ein Omnibus, der zwischen dem Wedding und Neukölln ragt nun über dem Häusermeer wie ein Symbol der Menschheit, Gefahr, auch ihn zu verlieren. An seinem Maule entwickelte sich fährt, dauernd zwischen Swinemünde und Billau dampft. Seine tie oft genug fest am Alten klebt und sich doch des Neuen nicht er unter dem Stummel des linken Bahnes eine große Geschwulst und wehren kann. Dann der schöne, alte Dom, in dem Kant begraben Schrauben wühlen das Wasser in breiten Wirbeln auf und feine liegt, und der Zeugnis ablegt vom fühnen Geiste seiner Schöpfer. nahm einen bedrohlichen Charakter an. Besucher hörte man schon Rauchfahne hängt filometerweit elegisch über der vom Gluthauch Dann ist aber auch die Börse da, mitten in der Altstadt am fich sehr besorgt darüber äußern. Glücklicherweise aber hat sich sein einer sommerlichen Sonne überzogenen und von einem wollenlos Pregel im Angesicht der alten Speicher. Hier vereinigen sich wie Befinden zum Guten gewandt. Die Geschwulst ist abgefallen und blauen Himmel abgeschlossenen Wasserfläche. Es ist, als ob man überall in der Welt die Jünger des Kapitals, hier regiert wie über der Riese bewegt sich mit altgewohnter Gemütlichkeit in seinem auf irgendeinem der großen Ozeane schwämme und nicht auf dem all das Geld und das werktätige Schaffen sinft in den Hintergrund Heim. Der Fall erinnert an einen mit dem ersten Nashorn unseres fleinen„ Ententeich". Aber bald ist die Illusion vorbei, die Küste zurück. Auch ein Gewerkschaftshaus hat Rönigsberg, ein 300. Es wurde 1869 von einer Hagenbedschen Sendung gekauft taucht auf aus morgendichtem Schleier und läßt das Schiff nicht prächtiges Gebäude, nicht allzuweit von dem schönen Schloßteich und erregte gewaltiges Aufsehen waren doch Nashörner damats eher los, als bis die Danziger Bucht das Land zurückbiegt und nur entfernt. Den eingesessenen Spießer überläuft ein gelindes noch Schiff und Himmel und Waffer hinterläßt. Bald aber schneidet„ Roten", jene Gesellschaft, die sich über schwarzweißrote Fahnen worden sind. An seinem Horn bildete sich ein Geschwür und drohte, Gruseln, wenn dieses Haus erwähnt wird, denn da herrschen die bei uns ebenso selten, wie sie es seit dem Weltkriege wieder gedie Berlängerung der Fahrtlinie einen schwachen gelben Streifen am aufregt und die nicht einsehen will, daß Hindenburg unbedingt als einen bösartigen Verlauf zu nehmen. Aerzte erkannten, daß nur Horizont, bald tauchen Häuser auf, die ein blanker, schlanker Leucht- Vorspann für deutschnationale Hezarbeit gebraucht werden muß. eine Operation helfen konnte. Der Chirurg, welcher sie übernahm, turm überragt. Die Passagiere drängen nach vorn. Wie nach langer Königsberg am Bregelstrande ist die schönste Stadt im Lande", gewöhnte das Tier an sich, indem er ihm täglich durch das Gitter Seefahrt suchen sie das Land. Immer näher friecht es heran, wie fingen die Kinder und sicherlich ist sie schön diese Stadt am sein Lieblingsfutter reichte. Das Nashorn fraß es ihm aus der zwei Arme umfangen die beiden Molen des Pillauer Tiefs das Pregel und die Menschen sind hier genau so flug oder damlich wie Hand und wurde immer zutraulicher, so daß er schließlich die Opes Schiff, die Sirene heult, leise schwankt der Dampfer in den Hafen. überall. ration wagen durfte. Sie gelang und rettete das kostbare Lui. Wir dürfen jetzt froh sein, daß bei unserem Elefanten eine folge Operation nicht notwendig geworden ist, wäre sie doch etwas schwer zu bewerkstelligen gewesen. Quer durch das Land. Aus der guten alten Zeit". Wieder rattert der Zug durch die fruchtstrohenden Ebenen. Da Billau hat einen großen" Markt. Drei, vielleicht auch vier weiden fette ostpreußische Kühe und Schafe und brüllen laut und Bäume stehen darauf und man muß sich in acht nehmen, daß man eindringlich, als ob sie alle Welt von ihrer Intelligenz überzeugen sich bei einer unvorsichtigen Wendung nicht an den umgebenden wollten. Ueberall lugen rote Dächer hervor, die auf sauberen, rechtHäusern stößt", sagt ein Matrose, der schwankend über das holprige winflig errichteten Bauten thronen. Ostpreußen ist aus der Asche Pflaster torfelt. Er hätte recht, auch wenn er nüchtern wäre. des Krieges neu erstanden und kein noch so attiver BerschönerungsBillau ist von aller Welt verlassen wie ein Ueberbleibsel aus der verein" hätte eine größere Wirksamkeit entfalten fönnen, als es hier " guten alten Zeit" und jedem Deutschnationalen muß hier das Herz auf durchaus legalem Wege durch die kämpfenden Truppen gehöher schlagen. Schon wenn die Rohre der Küstenbatterie aus ihren schehen ist. Nur hin und wieder finden wir die Chalupen", jene für Schutzschilden hervorglogen und dann wenn er das immer noch den Often so typischen grauen Holzhäuser, die fich so gut der Gegend Rönigliche Realgymnasium" sieht und schließlich, wenn anpassen, ja in einem Grenzdorf waren fleißige Zimmerleute mit er in den kleinen Läden die Bilder von dem Hindenburg- Empfang dem Neubau eines solchen Blockhauses beschäftigt. Aber auch ins entdeckt, die schwarze Gehröcke und weiße Binden, Angströhren Innere dieser Holzhäuser hat die moderne Industrie ihre Produkte und Glazen, hohe Kragen und blanke Sporen zeigen. Pillau ist entsandt. Nähmaschinen und landwirtschaftliche Maschinen von der ein Dredneft, behaupten einige Soldaten der Küstenwehr. Doch Bentrifuge, die die Misch entfahnt, bis zur Säe- und Mähmaschine diese Anschauung hat mit republikanischer Gesinnung nichts zu tun. ist alles da. Und dann die soliden und nach neuen Schnitten geEs stimmt auch nicht, denn das Städtchen ist sonst recht fauber, sicher- arbeiteten Kleider und oft genug wunderbares Eßgeschirr, das täglich lich läßt's sich auch in Pillau leben, wie überall in der Welt. Wer bis zum Rande gefüllt mit nahrhaften Dingen auf dem Tische über das Wasser nach Ostpreußen fährt, den nimmt Billau in prangt. Not ist auch auf dem Lande bei den Besitzlosen zu finden, Empfang, es ist gleichsam der Türhüter zu diesem stillen euro- aber es gibt niemanden, der leugnet, daß die abgebrannten Landpäischen Winkel, der von fremden Staaten und von etwas Salz- wirte, die durch den Krieg gelitten haben, längst wieder gefund" waffer umgeben, so viel Zeit in der Erinnerung an das Vergangene geworden sind. Sie nehmen für sich das Recht der Lebenden in Anspruch, die Toten des Krieges ruhen lange schon in den Heldengräbern", die wie stumme Anflagen im ganzen Land verstreut zu finden sind. verträumt. In der Stadt am pregel. * *, Ueber 30 junge oftpreußische Schwäne haben im Zoologischen Garten in den legten Tagen auf sehr künstliche Weise das Licht der Welt erblickt. Bekanntlich setzte nach dem Kriege ein großes Schwänemorden auf der Havel ein. Hunderte der stolzen Tiere wurden bis auf 4 oder 5 Stüd eingefangen und geschlachtet. Um nun das Havellandschaftsbild wieder mit Schwänen zu beleben, hat sich in selbstloser Weise ein Potsdamer Naturfreund, Geheimrat Ernst Albrecht, um Schwanenbruteier bemüht, die unter großen Schwierigkeiten aus Ostpreußen herbeigeschafft wurden. Die jungen Schwäne werden vorerst in einem stillen Gewässer, in einem großen Leich bei Potsdam ausgesetzt und erst im Herbst, wenn sie sich mehren fönnen, wird die offizielle Schwanenaussetzung auf der Havel stattfinden. Freibad Plößensee! Das vor einiger Zeit im Norden Berlins am Blößensee eröffnete Freibad ist ein Beweis für die Kraft, die eine zielbewußte Selbsthilfe entfalten kann. Das Bad ist nämlich von fünf Schwimmvereinen, darunter zwei Arbeiterschwimmvereinen, in Gemeinschaft mit der Stadt Berlin als eine Gesellschaft m. b. H. gegründet worden. Umgeben von Wasser und Wald liegt es idyllisch in einer hügeligen Gegend. Die Kasse befindet sich am Moabiter Schüßenhaus. Die Eintrittspreise sind gering, um der Berliner Bevölkerung des Nordens ausgiebige Gelegenheit zum Baden, Schwimmen und Turnen zu geben. Bis Ende Juni war ein Besuch von über Längs der Bahn blitzt das Haff. Braune Segel schwanken leise, Dampfer tommen und gehen durch den Königsberger Seefanal. Ein besonderes Kapitel sind die Kreis- und KleinstadtMetgethen, Juditten, Rathshof fliegen vorbei und dann ist blätter. Sie dringen überall hin wie Staub, bis in die fernsten Rönigsberg da, die Stadt Rants mit ihrem unphilosophischen Winkel. Sie machen die öffentliche Meinung, sie beherrschen die Großstadtlärm. Hier ist ein Bogen, ein Haften und Jagen, hier Durchschnittsmenschen und verzapfen ein merkwürdiges, monar- 40 000 Personen zu verzeichnen, ein Beweis, wie sehr ein solches boren Plakate und Parteien. Hier gibt es Theater und Konzerte, chistisch- republikanisches Geistesgemisch. Die Redaktionen bemühen Freibad der Berliner Bevölkerung des Nordens gefehlt hat. Ferner Universität und Volkshochschule, Straßenbahn und Droschten. Die sich, nirgends, insbesondere aber nicht bei den Anhängern der Rechts- wurden 3000 Freifarten an wirklich unbemittelte alten Festungsmauern fallen, welche Unmenge von Steinen werden parteien, anzustoßen und sie sind demnach so unpolitisch", daß diesen ausgegeben. Schulen des Bezirks Wedding haben unter Führung dabei gewonnen und darüber hinaus dehnt sich die alte Stadt, das Herz im Leibe lachen muß. Es wird eifrig für Boltsauf des Lehrers freien Eintritt. An der linken Seite der unteren Hälfte wird jung, neu und so modern wie alle andern Städte: Eigenart flärung" gesorgt und das Wichtigste, was diese Blätter bringen, ist soll in der nächsten Zeit eine lebungsstä te für Turnvereine, an verschwindet, die neuzeitliche Architektur trägt ihre Gedanken sieg- daher im lokalen Teil zu finden. Sonntagsnachmittags- Gedanken, der rechten Seite der unteren Hälfte von der Stadt ein Buddelhaft in alle Städte, sie mögen hier oder auf dem anderen Ende der Johannifeiern, vom ersten Schmetterling des Jahres, vom Ferkel, plag für kleinere Kinder errichtet werden. Ebenso plant Welt. gewachsen sein. Aber noch ragt am Bregel das alte das mit drei Beinen zur Welt tam ujw. Am meisten Beachtung man eine 100 Meter lange Laufbahn und auf dem See einen Speicherviertel auf mit seinen Fachwerkbauten und spiken aber findet der Inseratenteil. Was gibt's da nicht für interessante 100 Meter langen Schwimmsteg mit Sprunganlage. Ein Brunnen Giebeln und überall an den Kais löschen und laden Dampfer, wo Dinge: Verlobung und Hochzeit usw., Pferdemarkt und Tanzmusit". bietet die so notwendige Trinkgelegenheit. Den Sanitätsdienst zur Geburtsstunde dieser Bauten nur Segelschiffe aller Art zu finden hin und wieder gibt es auch politische Versammlungen. versehen der Arbeiter- Samariter- Bund mit zwei Mann täglich, den waren. Aber weiter draußen am Pregel liegen die neuen Speicher, Deutschnationale erzählen dem Arbeiter, was ihm die Revolution ge- Rettungsdienst die Schwimmvereine mit ca. fünf Mann tägdie mit ihren maschinellen Einrichtungen die Waren der Schiffe bracht hat und der Landbund preist Kartoffeln an, die er seinen Mit- lich. Die Helfer arbeiten unentgeltlich. Das Bad ist wochentags fressen und die mit andern Augen gesehen werden müssen als ihre gliedern für billiges Geld liefert. Kommunisten durchziehen das von morgens 8 bis abends 8 Uhr und Sonntags von 7 Uhr morgens greisenhaften Vorgänger. Land, schimpfen auf die Regierung und die Sozialdemokratie und bis 8 Uhr abends geöffnet. Durch Eröffnung dieses Bades ist wieder arbeiten ihren Freunden von rechts in die Arme. In den Kirchen einmal weiten Kreisen der Bevölkerung Gelegenheit geboten, eine hört man Gebete für den, armen Berbannten" in Haus Doorn und soziale Einrichtung zu unterstüßen und damit das eigene persönliche vorsichtige Hinweise auf die herrliche Zeit von früher. Das Volt Wohlergehen zu fördern. Alle drei Beteiligten, die Stadt sowie aber, das schaffen muß, weil es leben will und sich nicht so rajch die übrigen Gesellschafter, haben es sich zur Aufgabe gemacht, das frei machen fann aus jahrhundertalter Gewöhnung, findet sich nicht Freibad trotz der schwierigen Geldverhältnisse weiter auszubauen. zurecht in diesem Wirrwarr. Es bedarf großer Anstrengungen, um Darum muß dieses Unternehmen, das einer so guten Zukunft enthier wirksame Arbeit für die Republit zu leisten. Steigende Not, gegenfieht, nach bestem Können unterstützt werden. Wer seine freie Tradition und Bersplitterung der Arbeiterbewegung sind auch hier Zeit oder den Urlaub in Berlin verlebt, wird hier draußen einen ihre größten Feinde. guten Erholungsaufenthalt haben. An der Fischbrücke" handeln heute noch wie früher die berühmten Fischfrauen, die so wundervoll grob werden fönnen, wenn man ihre Fische nicht kauft. Stundenlang fann man sich hier unterhalten, besser wie im großstädtischen Varieté. Und dann die übrigen Händler mit ihrem Singfang. Ein Stück Mittelalter zwischen Straßenbahn und Autos, die so gar nicht in die Gegend am Bregel hineinpassen wollen und die Idylle nur stören. Was es sonst noch in der Stadt am Bregel gibt? Nun, da ist zunächst das Schloß, an dem die Menschen viele Jahrhunderte bald dies und 54] Der Ruf durchs Fenster. Roman von Paul Frant. Wie erklären Sie sich nun jenes von Grund auf veränderte Benehmen des jungen Menschen, verehrter Herr Direftor?" " Darüber weiß ich leider nichts Bestimmtes zu sagen, obgleich ich mehrere Bermutungen hege. Aber auch unser sehr geschätzter Herr Polizeipräfeft beliebte bereits einige Male zu bemerken, daß er sich gleichfalls vor einem Rätsel befinde." Herr Tudolin, der diese Worte gehört hatte, hieb mit der flachen Hand auf den Tisch und rief: Ein ganz abgefeimter Schurke ist dieser Faltin; ein gefinfelter Verbrecher, den ich fortan ganz anders behandeln werde!" Ich bitte um Verzeihung, Herr Präfett," sagte der Schriftsteller bestimmt und trotzdem bescheiden. Ich möchte dieser Behauptung nach allem, was ich über den Dieb gehört habe, widersprechen, da die Art, wie er die Veruntreuung begangen, nach dem Ausspruch des Herrn Direktors Roos findisch, hilflos und plump gewesen ist, während ein abgefeimter Berbrecher doch ganz anders zu Werke zu gehen pflegt." Ich spreche einzig und allein von seinem Betragen mir gegenüber!" rief der Präfekt. Diese Halsstarrigkeit und Zugeknöpftheit! Er ist störrisch wie ein Bock und durch nichts zu bewegen, den Mund aufzutun!" Dieser Faltin würde mich in der Tat interessieren," erflärte Klaus Garbislander. 17 Das Zimmer war inzwischen von mehreren Personen verlassen worden und bloß der Herr Kommissär Ljubatshow, dem die Affäre Faltin ursprünglich anvertraut worden war, hatte sich nicht zurückgezogen, sondern wartete gleichfalls auf das Erscheinen des Häftlings. " Wie haben Sie übrigens die Nacht verbracht?" fragte der Präfekt den jungen Schriftsteller. Meine Frau hat mir berichtet, daß Sie sie bald nachher verlassen hätten, angeblich, weil Sie müde gewesen wären... Hand aufs Herz: sind Sie wirklich nach Hause gegangen?... Obgleich es mich ja garnichts angeht... Auf dem kürzesten Wege, Herr Tudolin. Ich habe mich in dieser Nacht mit einem interessanten Problem beschäftigt." Mit dem Fall Reuß natürlich." " Nein, Herr Präfekt." Gibt es denn neben diesem noch irgendein anderes Problem, das Sie interessant finden?" Ich habe festgestellt, daß zwischen meinem Stüd, dessen Inhalt ich Ihnen gestern abend erzählt habe, und den Rigaer Borfällen eine auffallende Aehnlichkeit besteht, so daß man anzunehmen versucht wäre, daß mein Stück hier, in die Wirtlichkeit umgesetzt allerdings, aufgeführt würde..." Eine Bemerkung, die ich natürlich als geistreichen Scherz auffasse, verehrter Freund." Bobei Sie unrecht tun, Herr Präfekt." Wenn ich hier raten darf," begann Doflor Jordan, der jedoch durch die beiden eintretenden Schutzleute, die in ihrer Mitte den Häftling führten, gehindert wurde, den angefangenen Sak zu vollenden. an, worauf das eine der Organe einen Stuhl herbeiholte, auf den das andere den Häftling niederdrückte, der, völlig energielos, wie eine Marionette, alles mit sich geschehen ließ. Nun saß Richard Faltin vornübergebeugt, mit überhängenden Schultern, gekrümmtem Rücken da, als sei er bereit, in jedem Augenblick von seinem Siz herab auf den Boden zu gleiten. " Dieser Mensch soll ein gefintelter Verbrecher sein?" fragte Garbislander mit einem Blick auf Tudolin. ,, Versuchen Sie es doch selbit, aus ihm herauszubringen wie er heißt...!" rief der Präfett höhnisch. Ich bin neu gierig! Ich denke nur, daß Sie lange fragen werden, ehe Sie eine Antwort erhalten! Nicht einmal seinen Namen läßt er hören viel weniger etwas anderes!" " Vielleicht beurteilen Sie den Mann doch nicht ganz richtig, Herr Präfekt." ließ der Arzt sich hier bescheiden und doch zugleich bestimmt vernehmen. Ich glaube nämlich nicht, daß mein junger Freund Garbislander die geeignete Persön lichkeit ist, dem Häftling irgendein Geheimnis zu entlocken ,, Bitte sehr, Herr Doktor," rief der Präfekt, ich habe nichts dagegen, wenn Sie uns diese Ihrer Ansicht nach geeignete Person in Vorschlag bringen wollen!" Vielleicht fann der Mann gar nicht antworten," fuhr der Arzt unbeirrt fort. Und was Sie für böse Absicht, Bosheit. Berstocktheit oder Eigensinn halten, ist nichts anderes als ein unnatürlicher, frankhafter Zustand, in dem er sich befindet und von dem man ihn vorerst befreien müßte, um ihn verneh mungsfähig zu machen." " „ Wenn ich Sie richtig verstanden habe, so wollen Sie es felbst mit dem Häftling versuchen, Herr Doftor," sagte Ludolin. Bitte sehr; dem steht durchaus nichts im Wege." Der Arzt trat vor Richard Faltin hin und wendete sich Wollen. Gie uns nicht fagen, wer Sie find?" Der Angefprochene faltete die Hände, krampfte hierauf die Finger ineinander, prehte die Lippen zusammen und blieb stumm. " Ihr Stück in Ehren!" rief Tudolin lächelnd dem Schrift steller zu, der fein Intereffe jedoch schon dem soeben angefomMich auch..." ." pflichtete Dottor Jordan bei. Aller- menen Faltin zugewendet hatte, der in der Tat jenen bedings," flüsterte er dem Schriftsteller ins Ohr, haben wir jammernswerten Eindruck hervorrief, den der Bankdirektor in gütigem, teilnahmsvollem Ton an ihn: Wie heißen Sie? Herrn Ludolin noch nicht gejagt, weshalb wir eigentlich zu vorhin im Rahmen seiner Schilderung entworfen hatte. Sein ihm gekommen sind, und daß wir die Ueberzeugung befiken, Gesicht war unterhalb einer pergamentgelben Stirn grünlichdaß für unsern armen Freund viel zu wenig getan wird, dessen blaß, die Augenlider, die zumeist nach unten geklappt lagen, Fall mit dem aktuellen nichts anderes gemeinsam hat, als daß waren dunkelbraun con Farbe, und blondes, langes Haar, er für die Polizei ebenfalls ein Rätsel bedeutet." dos sonst wohl sorgfältig frisiert sein mochte, hing ihm wirr in Der Präfekt hatte unterdessen Auftrag gegeben, Richard die Stirn. Das Kinn flebte förmlich vorn auf der Brust, die Faltin vorzuführen. Mögen die Herren sich selbst über- 2rme hingen schlaff herab, und der ganze Mensch, der wie zeugen," fagte er siegesficher, Sie, Herr Garbislander, mögen irunten zwischen den beiden Schuyleuten torfelte, schien vollhoffentlich Ihre helle Freude haben und endlich dies ewige ständig gebrochen zu sein. Widersprechen bleiben lassen." „ Er soll sich niedersehen!" herrschte der Präfekt die Wache " Sehen Sie..." fagte Tudolin triumphierend ,,, er will nicht, und er mag nicht, und er hält uns alle zum Narren." Diefer Meinung bin ich nun gar nicht..." entgegnete der Arzt. Ich glaube vielmehr ersehen zu können, daß er sich alle Mühe gibt, jedoch nicht imftande ist, unser Verlangen zu erfüllen., ( Fortsetzung folgt.) Die rad- und gleislofe Eisenbahn. Eine phantaftis- friminelle Finanzierungsgeschichte. Ein umfangreicher Betrugsprozeß, der Einblicke in gewisse Berhältnisse der Nachkriegszeit gestattet, wird in der kommenden Woche die Ferienstraffammer des Landgerichts II beschäftigen. Angeklagt wegen Betruges ist der Privaterzieher des Erb prinzen von Lippe, der cand. theol. Karl Rumier, während sich der Kaufmann Leopold Brieger wegen Beihilfe zum Betruge und Hehlerei zu veranworten hat. " 19 Uhr 15 min. morgens. Das Fahrgeld der Kinder beträgt für die Hin- und Rückfahrt bei beiden Ausflügen 1,50 M. Die Genoffen und Freunde werden nochmals gebeten, ihre Kinder recht zahlreich an diesen Veranstaltungen teilnehmen zu lassen. Im Zoologischen Garten spielen am Sonntag von 4 Uhr nachm. ab zwei Stapellen unter Veitung der Obermusitmeister Knoch und Zoeser. An jedem Wochentag von 5 Uhr ab Konzert. Allgemeine Funktionär- Bersammlung Groß- Berliner Parteinachrichten. Montag, den 17. Juli: 47. st. 7 Uhr bei Gesche, Wrangelstr. 21, Ede Püdlerstraße, Sigung aller Funktionäre. 48. t. Kaffeekochen in Sadowa, Waldschenke( gleich am Bahnhof). Treffpunkt 22 Uhr Jannowitbrilde. Gäste willkommen. 7½ Uhr Borstandssigung bei Wittkowski, Martin77. Abt. Scöneberg. Luther- Str. 83. 96. Abt. Neulöilu. 7 Uhr bei Lewandowski, Emfer Str. 119, Gigung sämtlicher Funktionäre. Eämtliche Gewertschafts- und Parteifunktionäre haben die Pflicht, zu erscheinen. Dienstag, den 18. Juli: AbrechKreis Friedrichshain. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde spielt am Dienstag und Freitag von 2-6 Uhr auf der Spielwiese Nr. 8 in Treptow. Treffpunkt der Kinder, Helfer und Helferinnen pünktlich 1 Uhr Baltenplag, Andreasplay, Rudolfplay. 7. Kreis Charlottenburg. Ausflug mit den Kindern nach dem Grunewald. Treffpunkt Spandauer Berg, Ede Fürstenbrunner Weg, 22 Uhr. Gäste willkommen. Lokal wird nicht besucht. 17. Kreis Lichtenberg. Große Borstandssigung bei Rothe, Große Frankfurter, Ecke Gudrunstraße. Alle Abteilungen müssen vertreten sein. Adressenverzeichnisse und Abrechnungen mitbringen. Um 4 Uhr veranstalten die Grauen Lichtenbergs in Schwarz' Commertheater, Möllendorfstr. 25, ein gemütliches Kaffeetochen. 8ithertonzert, turnerische Aufführungen sowie Kinderbeiuftigungen aller Art. Eintritt frei. Brot und Mehl. In der Woche vom 17.- 23. Juli 1922 darf Brot und Mehl nur auf die Brotfarte abgegeben und entnommen werden, deren Abschnitte das Stichwort„ üchenabfälle" tragen. Brot und Mehl auf die Starte mit dem Stichwort Küchenabfälle" darf erst von Montag, dem 17. Juli, ab abgegeben und entnommen werden. Ein Pfund Zucker für jedes kleine Kind. In Berlin wird vom 17. Juli 1922 ab aus den Restbeständen der Säuglings- Zuckerverteilungen Die Verhandlung leuchtet in das Milieu gewisser adliger vom Mai und Juni d. I. in den durch Aushängeschilder in blauer Farbe Kreise hinein, welche früher von dem 3insgewinn fenntlich gemachten Kleinhandelsgeschäften sowie in den Verkaufsstellen der 4. Kreis Prenzlauer Berg. 6½ Uhr Kreisvorstandssitzung mit den Abteilungen und dem Bildungsausschuß bei Stösner, Immanuelkirchstr. 25. ihres immerhin ansehnlichen Vermögens gut Sonsumgenossenschaft und des Beamtenwirtschaftsbereins, soweit die Restbestände reichen, ein Pfund nung der Lose. leben fonnten, nach Krieg und Revolution aber gezwungen waren, 3 ud er für jedes Kind im 2. Lebensjahre gegen Vor- 5. zwecks Erlangung einer höheren Verzinsung mit ihrem Kapital nach legung der Juli- Milchkarte, A II" zum Preise von 13,40 zur Ausgabe kaufmännischen Grundfäßen zu operieren. Zu den Leuten, welche gelangen. notgedrungen plöglich ihre faufmännischen Talente" anwenden mußten, gehörte auch der Angeklagte Rumler, welcher bis dahin als Erzieher des Erbprinzen und des Prinzen von Lippe sowie eines Herrn von Moser ein gutes Auskommen hatte, aber durch die fortDurch gefeht zunehmende Teuerung in Schulden geraten war. einen Kaufmann Loewenthal war er mit dem angeblich geistesfranken Erfinder der rad und gleislosen Eisenbahn Göbel näher befannt geworden, welcher zur Herstellung eines Modells die Summe von 250000 m. fuchte. Gleichzeitig wurde R. auch mit dem zweiten Angeklagten Brieger bekannt. Durch seinen Rögling von Moser suchte R. nun in adligen Kreisen Geldleute, melche die Göbelsche Erfindung finanzieren follten, und murde in dieser Weise mit der Mutter des von M., einer jezigen Frau von Pfannenberg und deren Mutter, der 76 jährigen Frau von Bogel, bekannt. Wie die Anklage behauptet, soll es R. gelungen sein, Frau von V. zur Hergabe von 92 200 m. in Wertpapieren zu bewegen. Kurze Zeit darauf verlangte R. nochmals 40 000., foll fich aber statt der 40000 m. gleich für 125200 m. Wertpapiere angeeignet haben. Die 76jährige Frau Don Bogelist fast um ihr ganzes Vermögen gebracht worden. Die Angeklagten bestreiten, sich irgendwie strafbar gemacht zu haben, insbesondere will Rumler durch Rechtsanwalt Dr. Kurt Fontheim den Beweis dafür antreten, daß er selbst der von dem geisteskranken Göbel Betrogene sei. Die Verhandlung wird deshalb einen erheblichen Umfang annehmen. Auf zum fröhlichen Spiel. Die Ferienspiele der Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde" haben begonnen. Hunderte von Großstadtkindern, zu deren Erholung die kommunalen Mittel nicht ausreichen, erfreuen sich am frischen, fröhlichen Spiel auf grünen Rasenflächen. Die Spielleitung führen unsere Genoffianen, die sich im Spielleiterkursus dazu vor bereiteten. Gie versuchen außerdem, soweit die gesammelten Beiträge und die lokalen Verhältnisse dics erlauben, die lustigen Gäste an heißen Tagen durch) fleine Erfrischungen zu erquiden. Mit jedem Spieltage mächst die Kinderzahl und es ist zu hoffen, daß auch die Mittel mochsen werden. Genoffen und Genoffinnen, unter stützt die Bestrebungen der Kinderfreunde, sammelt Beiträge und freiwillige Gaben Geldspenden find zu richten auf das Ronto Alex Pagels, Nr. 48 743 beim Posticheckami Beriin. Die im Umlauf befindlichen Sammellisten sind so schnell wie möglich abzurechnen bei den Stellen, von denen fie entnommen sind. Die Spiele der Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde finden statt: Pionierplay an der Hasenheide: Mittwoch und Sonnabend von 2½ bis 6½ Uhr. Spielplag an der einsamen Bappel( Schönhauser Allee): Dienstag und Freitag von 2½ bis 6% Uhr. Plötzensee, Bogelwiese, Spielplag an der Wiesenstraße( Wedding): Dienstag und Freitag von 2 bis 6½ Uhr. Moabit: Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag von 9 bis 5 Uhr. Treffpunkt ½9 Uhr morgens am Kleinen Tiergarten( Kriegerdenkmal). Essen und Getränke mit bringen. Lichtenberg: Spielplatz am Wagnerplatz, Mittwoch und Connabend von 2½ bis 6½ Uhr. Treptow: Spielwiese 8( rechts vom Denkmal), Dienstag und Freitag von 2½ bis 6½ 1hr. Südente: Parkreftaurant, Dienstag und Freitag von 2% bis 6½ 1hr. Schöneberg Friedenau: Spielplatz Rubensstr., Sonnabend von 3 bis 8 Uhr. Pankow( 19. Bezirk): wechselnder Spielplatz. Näheres bei der Leiterin Frau Bisnewsti, Heinersdorf, Tiniusstr. 58. Donnerstag, den 20. Juli. Die Funffionäre werden gebeten, sich an diesem Abend von anderen Arbeiten frei zu halten. Wintergarten. Man merkt in der Besetzung des Wintergartens nichts vom Sommer. Schon vor Beginn der Vorstellung fann man Wintererlebnisse genießen. Von der Beinterrasse wird ein start angeheiterter Zechpreller fröhlich hinausbefördert. Die stärksten Eindrücke sind im Juli- Programm zweifellos die beiden Hartwells am Doppelschwungseil. Ihre Vorführungen finden im Zuschauerraum in schwindeluder Höhe statt, die Bühne reicht für das von ihnen benutte technische Format nicht aus. Ihre Vorführungen gehen auf die Nerven. Herbert und Schüller, die lustigen Virtuosen, machen Schade, man hätte ihnen gern geistreiche musikalische Randbemerkungen. noch zehn Minuten länger zugehört. Eine bewährte Glanzleistung brachte der Bauchredner Richard Na drage, das ist der Gaukler in hoher Kultur. Die Tänze der Gejwister Severus waren sehr fein durchdacht und von schönem Rhythmus getragen. Die Komit fam mit am stärksten bei den vier Arconis zu ihrem Recht. Sie leiſten nicht nur selbst Beachtenswertes, fie haben auch einen start wirkenden grotest fomischen Partner. Der Trid tam im Mhilby- Trio zu seinem Recht. Die elegante Songleurkunst fam in den hübschen Bühnenbildern der Georg Riggs Co. zum Ausdrud. Der Gesang machte auf das Publikum teinen besonderen Eindruck, auch die besonders start angefündigten Tänze litten unter ichwachen leberdies war Gerda Heim wegen Krankheit entschuldigt. Das Stellen. Tanzbild aus Darlekarlien wirkte noch am stärksten. Die lacoris und die drei Meteors gaben saubere artistische Arbeit. So wurde für den Sommermonat Juli den Gästen reichliches geboten. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin.( Feftfonzerte.) Die Ausgabe der Zeichnungslisten ist erfolgt. Listen liegen aus bei allen Abteilungs- und Bildungsausichußmitgliedern der Kreise und im Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstraße 3, 2. Hof, 2 Treppen, Zimmer 8. Wir bitten, sofort die Zoje abzurechnen. Mord an einer Bäuerin. Nahe der Stadt München wurde in Johannist rchen die 36 jährige Bauernfrau Therese Ullmann von einem Unbekannten durch Revolverschüsse ermordet. Der Mörder raubte 25 000 Mark und entfam. Lebensmittelpreise der Woche. * Zufuhr: Fleisch ausreichend, Geschäft still. Fische schwach, Geschäft flau. Obst und Gemüse reichlich, Geschäft flott. In der Woche vom 9. bis 15. Juli galten in der Zentralmarkthalle folgende Kleinhandelspreise: Rindfleisch 60-70 M., ohne Knochen 70-85 M. Schweinefleisch 70-90 M. Kalbfleisch 55-75 M. Hammelfleisch 60-70 M. Geräucherter Schinken 110-120 M., gekochter 140 M. Speck 75-100 M. Schellfisch 10-14 M. Kabeljau 14-18 M. Schollen 20 M Dorsch 6-9 M. In Schleie 40-45 M. Zander 30-66 M. Lebende Eis: Aale 60-80 M. Aale 85-100 M. Barsche 30-50 ML. Zander 55-70 M. Hechte 60 bis Eier 7,10 M. das Stück. Naturbutter 98-102 M. Margarine 48-60 M. Schweineschmalz 65-69 M. Kartoffeln( alte) 24-31 M. 10 Pfund. Blumenkohl 25-35 M. der Kopf. Kohlrabi 10-18 M. die Mandel. Spinat 7-8 M. Grüne Bohnen 15-20 M. Schoten 10-12 M. Grüne Gurken 10-15 M. das Stück. Pfefferlinge 25-30 M. Kirschen 10-18 M. Erdbeeren 20-35 M. Stachelbeeran( reife) 10-20 M. Reh ( Rücken und Keule) 75-80 M. Wildschwein 75 M. Hühner 65-100 M. Gänse 78-80 M. Enten 68-70 M. 70 M. 60 M. zwei Stück. Jugendveranstaltungen. Montag, den 17. Juli: Puten 45 M. Tauben 58 bis Die Ferienausflüge der Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde" im 19. Verwaltungsbezirk( Pankow, Niederschönhausen, Buch, Buchholz, Heinersdorf, Karow und Blankenburg) führen demnächst am Die Marlenausgabe für den Monat Juli findet nunmehr bestimmt am Dienstag, den 18. Juli, nach Buch, von dort in Loren Mittwoch und Freitag von 5-7 Uhr statt. Gleichzeitig werden die Marken für mit Gespannen nach dem Gorinfee. Treffpunkte: Bahnhof den Monat August mit ausgegeben. Wir bitten alle Staffierer, an den beiden Bantow Schönhausen- Bankow, Heinersdorf, Blankenburg morgens Tagen beftimmt zu erscheinen. 8 Uhr 15 Min. Am Donnerstag, den 20. Juli, Ausflug Steglih- Friedenau. Jugendheine Gemeindeschule Offenbacher Str. 5a, Bornach Karow. Treffpunkte wie vorher angegeben, jedoch erst um trag: ,, Erste Hilfe bei Unglücksfällen". BERLIN C2 Breitestrasse * 43. bt. 7 Uhr Bezirksführersigung bei Kniep, Safenheide 11. Eine Stunde früher Borstendsigung in einer wichtigen Angelegenheit.. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Prenzlauer Berg. Dienstags und Freitags von 23 bis 6 Uhr wird auf dem Egerzierplag, Schönhauser Allee, hinter der Mauer gespielt. Helfer und Helferinnen werden um rege Beteiligung gebeten. 40. 41. st. Der Frauenleseabend findet aus besonderen Gründen in diefem Monat erst am 4. Montag fiatt. Näheres wird noch bekanntgegeben. bt. Richterfelde. Die Kinderferienspiele werden vom 18. Juli bis 4. August jeden Dienstag und Freitag nachmittag veranstaltet. Treffpunkt der Kinder um 22 Uhr Parkstraße, Ede Hindenburgdamm. 83. Sport. Rennen zu Grunewald am Sonnabend, den 15. Juli. 1. Rennen. 1. Seremana( Gorsler), 2. Lall( P. Lewidi), 3. Element ( Bismart). Tot.: 20:10, 1: 12, 14, 18:10. Ferner liefen: Jessy, icberich, Gludstaube, Maggie. Trugschluß gef., Bennälder. 2. Renne it. 1. Andr. Werburg( R. Sollfrant), 2. Bitnau( Grabsch), 3. Eieg( Hanske). Tot.: 45:10, p. 16, 26, 7, 9:10. Ferner liefen: Bad, Livia, Faltor, Herzog, Auer. 3. Rennen. 1. Laland( D. Schmidt), 2. Baltasar( Bleuler), 3. Sultane VIII( G. Bittner). Ferner Zot.: 11:10, L: 10, 11:10. lief: Bonifazius. 4. Rennen. 1. Quzifer( P. Lewidi). 2. Cid( K. Bär), 3. Hagelschlag ( D. Faltenbaus). Tot.: 28:10, 1. 18, 23:10. Ferner liefen: Glatteis gei., Waffenbund angeh. 1. Aberglaube( 3. Janel), 2. Goldersatz( Saiser), 3. Starros( 5. Jentsch). Tot.: 31: 10, BL.: 15, 38, 18:10. Ferner liefen: Mausi, Grad Ferry, Lotse, Schaumschläger. 5. Hennen. 6. Rennen. 1. Exzelsior(. Teichmann), 2, Radiola( Kränzlein), 3. Fuhrpart(. Kufulies). Zot.: 15:10, PL: 11, 11: 10. Ferner liejen: Weile, Humboldt ausgebr. 7. Renne it. 1. Dunft(. Conrad), 2. General( Ebert), 3. Parze ( Dlejnit). Tol.: 42:10, Bl.: 21, 33, 20:10. Ferner liefen: Alarid, Rader, Chicaneur, Leibfuchs, Berliner, Credo, Räthl, Maikotten, Bolaca. Geschäftliche Mitteilungen. 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Für die herzliche Teilnahme sowie für die zahlreichen, schönen Kranzfpenden bei der Einäscherung meines lieben Mannes, des Gastwirts Robert Hentschel sage ich allen Freunden und Kollegen des Entschlafenen meinen herzlichsten Dank. Ww. Ida Hentschel, geb. Oertner, Berlin SO 36, Wiener Str. 58 b. Nach Auflösung des von mir geleiteten Sanatoriums übe ich meine 37/1 nervenärztliche Privat- nud Kaffenpraxis in meiner Privatwohnung, Charlottenburg, Berliner Straße 17( Bartenvilla) aus. Dort befindet sich auch mein Cabocatorium für Blut- u. Cignor- Unterfuchungen. Sprechstunden 5-6 Uhr, außer Sonnabends. Tel.: Steinpl. 10414. Dr. Emanuel, Facharzt fir nervöse und seelische Leiden. Ab 16. Jult find wir unter 36/19 Amt Dönhoff Nr.3310u.3311 telephonisch angeschlossen Zeitungs- Zentrale( Z. Z.) A.-G. Jerufalemer Straße 5-6 Anzeigen- Annahme ben Groß- Barliner" fr Wohnungsanzeiger". alle Berliner und auswärtigen 8eitungen. 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Geändert sind die§§ 1, 6, 11, 19, 20, 29, 30, 33, 47, 50, 51, 52, 67 und 79. Die Beiträge betragen vom 17. Juli 1922 ab 8%, des Grundlohnes, und zwar 1. Bericht von pro Arbeitstag Vollversammlung der Jnnungsschmiede. Tagesordnung: der lezten Verhandlung vom 12. Juli. file Lehrlinge ohne Entgelt Stufe A= 0,08 m. 2. Diskussion. 3. Branchenangelegenheiten bis 6 M. Tagesverdienst 1= 0,48 4. Beschiedenes. Konferenz 222 " " 9 12 " " " Montag, den 17. Juli, nachm. 4 2hr," Badstraße 40/41: 18 " " 24 " " W 30 " " " 2= 0,96 3= 1,44 4= 1,92 5= 2,40 17 " " 36 " " " 42 " " 1 " 48 6= 2.88 7= 3,36 8= 3,84 " " " " " 54 94.32 " " " " 60 " 10= 4,80 " " 70 " " N 11= 5,60 " 80 " 12= 6,40 " " " Dienstag, den 18. Juli, nadm. 4 Uhr, über 80 in der Schulaula, Baniftraße( Eingang " 11 13= 7,20 " 1 Böttgerstraße): d. Vertrauensmänner u. Betriebs räte der Geldschrankindustrie. Tagesordnung: Bericht der Tariftommiffion. Beröffentlicht mit dem Bemerken, daß Drudegemplare obiger Aenderungen im gelangen. Branchenversammlung Raffenlotal ausliegen und zur Ausgabe aller in der Geldschrankindustrie beschäftigten Arbeitnehmer. Tagesordnung: 1. Bericht der Tariftommiffion. 2. Branchenangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Achtung! Greveure! 3ifeleure! Dienstag, 18. Juli, nachm. 5 Uhr, im ,, Alegandeiner", Alegandrinenfte. 37a ( Saal 1): Berlin- Pankow, den 14. Juli 1922. Der Vorstand O. Gütig Borsigender. 167/20 Geschlechtsleiden thre Erkennung und Heilung - ohne zu sprigen. Aräuferfuren und ihre Miefung. Ohne Berufsstörung! Nachwl vieles Außerordentliche Erfolge. Ausführl. Brosch. versender portofrei gegen Einsendung von 7 M Branchenversammlung aller Kolleginnen und Kollegen, die unter den Bestimmungen des Reichstarifs arbeiten. Dr. u. G. Raneifer, med. Verlag, Hannover, Odeonftraße 3. Zähne 20.Teilzahl.3jGar.Kronen Zalane von 20 an 50M., Zahnz.m.Einspr. Tagesordnung: 1. Bericht von h.schmerzid. Umarb. schlechts.Geb. Rep.sof. der Reichstarifverhandlung am 17. Juli. Zahnarzt Dr. Wolf, Peisdamer Str. 55. Hochbahn- St. Snrz. 9-7 Aussprache über unseren Streit 2 3. Verschiedenes. Bollzähliges Erscheinen unbeding! notwendig. Dienstag, den 18. Juli, abends 6 Uhr, in der Schulaula, Roppenplag 12: Branchenversammlung der Einrichter und Revisoren. Tagesordnung: 1. Wiewelt wied Die Ausgleichszulage gewährt? 2. Branchenangelegenheiten. 3 Berschiedenes. Weibliche Betreuenstente! Dienstag, den 18. Juli, abends Gyr im Verbandshaus, Linienftraße 83/85 ( Sigungsfaa): Konferenz. 1. VerbandsTagesordnung: angelegenheiten. 2. Berschiedenes. Die Ortsverwaltung. 122/8 Biesdorf- Mahlsdorf Parzellen mit hervorrag. Gartenboden. Verkaufsstellen a. Bahnh. Nieschalke& Nitsche Berlin, Neue Königstraße 16 Alex. 3376 und 3623 Ständiges Lager Bb. 150 Standuhren lib. tall.Sol. Gilari. Shriftliche Garantie 14 Karat Gold- Armband- Uhren jomie Morren- Uhren, Gov. Trauringe. enwelen, tilberkästen nach Gewicht, Alpaka- Bestecke Alts Jawsian, Gold- u. 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Wenn Frankreich heute eine endgültige Lösung des Die stürmischen Bewegungen am Devisenmarkt haben in Reparationsproblems anstrebt, nachdem das letzte Gesuch der deut der letzten Woche etwas nachgelassen. 3mar pendelten die Kurje fchen Regierung um Zahlungserleichterung erneut die Augen der der fremden Zahlungsmittel immer noch aufgeregt hin und her, aber ganzen Welt auf den Widerspruch zwischen an uns gestellten Fordedie dauernde Aufwärtsbewegung der ausländischen rungen und unserer Zahlungsfähigkeit gezeigt hat, so tann uns das Wechsel, wie sie seit der Ermordung Rathenaus beobachtet werden nur erwünscht sein. Aber man wird sich daran erinnern müssen, tonnte, ist vorläufig unterbrochen. In der letzten Woche schien daß die Hilfe schnell femmen muß, wenn sie wirksam sein soll es, daß die Mar? sich auf einem Stand von nicht ganz einem Pfennig und daran, daß die letzten Stöße der Mark die deutsche Zahlungs Goldwährung halten würde. Der Dollar notierte am Wochende fähigkeit weiter vermindert haben. Man gräbt jetzt manchen alten 439. Ob er sich freilich auch für längere Zeit eben auf dieser Plan zur Sicherstellung der deutschen Zahlungen aus. Insbesondere Höhe halten kann, das hängt von einer Fülle außen- und innen- scheint man wieder an eine Beteiligung der Entente an der politischer Momente ab, die zu übersehen heute noch nicht möglich deutschen Industrie zu denken. Auch hier wird man aus ift. Jedenfalls steht die Mark noch jetzt um vieles schlechter als Bergangenem lernen müssen. Die Erfassung der Sachwerte ist beetwa in der ersten Hälfte des Juni und davon profitiert der Erfanntlich vor allem daran gescheitert, daß die Industrie sich geport, der jetzt wieder imftande ist, die Weltmarktpreise erheblich schlossen gegen eine Goldhypothek wehrte, die nur als Ratenzahlung zu unterbieten. Das begünstigt natürlich die Bestrebungen des Aus- auf eine Schuld von untragbarer Höhe dienen sollte. Will man landes, sich gegen die deutsche Schleuderausfuhr zu wehren. Es ist jetzt die Erfassung der Sachwerte für Reparationszwecke und dardaher nichts mehr als begründet, wenn Organe des deutschen über hinaus sogar ein Programm der Finanzkontrolle aufstellen, Außenhandels gegen das Balutadumping" Front machten. Uebri- so wird man der Mehrheit des deutschen Bolkes klar machen müffen, gens zeigt gerade die rapide Verschlechterung der Mark in der letzten daß das eine wirklich endgültige und für Deutschland trag Zeit, wie unentbehrlich heute noch die ueberwachung des fähige Regelung der Reparationen ist. Notwendig ist dazu ein Außenhandels ist. Sich selbst überlassen, bringt das Unter- längerer Zahlungsaufschub. Ebenso wichtig aber if eine Festlegung nehmertum nicht genügend Disziplin auf, um die Verschleuderung der Reparationspflichten in Geld und in Sachleistungen, die den deutdeutscher Ware nach dem Ausland zu verhindern. schen Reichsfinanzen noch einigen Spielraum läßt und die EinschränIndustrie und Handel stellen sich im Inland auf die Berfung der Rotenpresse ermöglicht. Sonst wird, was auch bei den schlechterung des Geldes ein, indem sie ihre Breife her- Beratungen in Paris herauskommen mag, doch nur Stückwerk sein: aufsetzen, und es gibt bereits einige Gebiete, auf denen die Preis- man kann es beschließen, aber die Durchführung wird an unüberbewegung sich überschlagen hat. In der eifrigen Jagd nach der windlichen Schwierigkeiten scheitern. Wirklichen Nutzen haben davon Baluta waren z. B. die Mehl, die Margarine- und die Metallpreise weder Gläubiger noch Schuldner. Je mehr diese Einsicht wächst bereits derart heraufgegangen, daß man jetzt wieder zu geringfügi- dafür, daß sie wächst, sind Anzeichen vorhanden um so gen Preisabschlägen tommt. So wird die Unsicherheit der eher wird man zu dem Ziel eines wirklichen Bölkerfriedens gelangen, Kalkulation durch die Valutaschwankungen gefördert. Es bleibt da- der erst die Grundlage zur Gesundung der Wirtschaft ist. her unverständlich, wie wenig Industrie und Handel ihrerseits auf eine vorsichtige Preisstellung einwirken. Um so notwendiger ist es, daß die Bestimmungen der Wuchergeseze mit aller Entschiedenheit gegen unlautere Preistreibereien angewandt werden, um so beschämender aber, wenn manche Kreise der deutschen Wirtschaft aus Sorge um die in vereinzelten Fällen auftretenden Härten für den ehrlichen Kaufmann die Schranken der Buchergefehgebung noch mehr einreißen möchten. Sie haben sich im Reichstag sowohl von den Rednern der sozialistischen Parteien wie vom Reichswirtschaftsminister manche bittere Wahrheit anhören müssen. Doch auch die schärfsten Wucherparagraphen können nur die Uebertreibung der Preisbildung fassen. Das große Gesez, das die Geldentwertung der Preisbewegung aufzwingt und das die Preise mehr oder minder schnell nach oben treibt, bleibt pon solchen Regierungsmaßnahmen so gut wie unberührt. Hier tann nur eine Erleichterung von außen her helfen. Der ungeheure Druck der Reparationslasten, vor allem aber die Ueberschäzung der deutschen Leistungsfähigkeit und die immer wieder gegen den zahlungswilligen Schuldner ausgesprochenen Drohungen haben nicht nur der inneren Bolitit viel Schaden getan, sie haben auch eine finanzielle und wirtschaftliche Konsolidierung Deutschlands immer wieder hinausgezögert. Sie haben die Mauern, die man zum Wiedraufbau der Staatsfinanzen und der Wirtschaft zu errichten begann, immer wieder ein gestürzt. Auch jetzt, nach der neuen Marttatastrophe, sind nicht nur die Reparationszahlungen, sondern der gesamte öffentliche Haushalt über den Haufen geworfen und es wird unendliche Mühe fosten, die Etats des Reiches, der Länder und der Gemeinden auch nur wieder auf den Bunft zu bringen, wo sie vor dem Marksturz waren. Unaufhaltsam schreitet die Teuerung fort. Sie mindert die Kauftraft der Massen und bedroht damit nicht nur die Abfagfähigkeit der Industrie im Inland, sondern auch die Steuerkraft des Volkes. Berilos sind demgegenüber alle Versuche, die Steuerleistung Deutschlands etwa mit der Frankreichs zu vergleichen, wie das manchmal geschieht, wenn man wieder einmal die angebliche Zahlungsfähigkeit des deutschen Volkes berechnen will. Alle Aufstellungen dieser Art enthalten nicht die grausame und rücksichtslose Steuer der Gelb entwertung, die die Arbeiter, Testbesoldeten und vor allen anderen die Altersreniner und sonstigen Benfionäre leisten müssen, indem sie den Wert des eben erhaltenen Geldes innerhalb furzer Zeit auf die Hälfte vermindert sehen, ohne ihre Bezüge entsprechend erhöhen zu können. Will man die Preisschraube zum Stillstand bringen, will man verhindern, daß täglich wachsende Mengen von deutschem Papiergeld sich vor dem Schwund zu schützen suchen und bei dem geringsten Anlaß in fremde Währung flüchten, will man die Kapitaiflucht wirksam befämpfen, so genügt es nicht, wenn man mit noch fo guter Absicht an den Symptomen herumfuriert und feine Schutzmaßnahmen trifft. Deutschland muß eben seiner Finanzen und seiner Währung Herr werben, und dazu bedarf es der Sonntag, 16. Juli 1922 Verbandstag der Kupferschmiede. lung des Verbandes der Kupferschmiede statt. Im Mittelpunkt der Bom 3. bis zum 7. Juli fand in Cassel die GeneralversammBerhandlungen stand die Berschmelzungsfrage, die im Jahre 1920 von den Mitgliedern in negativem Sinne beantwortet worden ist, aber durch den bekannten Beschluß des Gewerkschaftskongresses wieder aktuell geworden ist. Im Laufe der Diskussion verflüchtigte sich zusehends die Gegnerschaft, oder richtiger gesagt, sie nahm besonders radikale Formen an. Die Verschmelzung mit dem Metallarbeiterverband sei nur eine halbe Maßregel, die bald auch überholt sein werde. Man müsse die diefer Forderung alles beim alten lassen. Einheitsorganisation fordern und bis zur Berwirklichung Die Sturm- und Dißmann, der als Vertreter des Metallarbeiterverbandes den Berhandlungen beiwohnte, führte u. a. aus: Es ist ein Irrtum, zu glauben, daß durch die Resolution des Leipziger Gewerkschaftsfongreffes in der Frage der Industrieverbände auf die Organifationen ein 3wang ausgeübt werden soll. In der Metallindustrie muß Ordnung geschaffen werden. Es geht heute nicht mehr an, daß 25 Organisationen nebeneinander arbeiten. Die Kräfte müssen fonfleinen Krauter, die sie früher verschmäht haben, in ihre Organi zentriert werden. Die Großindustriellen nehmen heufe auch die fationen auf, um ihnen zu dikteren, welche Löhne sie zu zahlen haben. Wir befirden uns in einem unerträglichen Zustand. Wir organisieren nicht mehr Unorganisierte, sondern organisieren uns in der Metallindustrie gegenseitig die Mitglieder weg. Sezt den Unternehmern eine geschlossene Organisation entgegen, laßt uns alle Kräfte zusammenfassen. Wir nehmen sie mit offenen Armen auf. Es foll Euch gar nichts genommen werden. Drangperiode im Metallarbeiterverband, die die Kupferschmiede abfchreckte, liegt hinter uns. Mit möglichst viel Toleranz tommt man am meitesten. Man kann keine politische Richtung totmachen, man muß sich mit ihr geistig auseinanderseßen und mit ihr so lange adern, bis man zu Rande fommt. Die Einheit der Organisationen muß unter allen Umständen gewahrt werden. Stellen Sie das große Ganze in den Bordergrund. Kommen Sie als ein aftives Glied innerhalb der Metallindustrie zum Metallarbeiterverband. Auch der Vorsitzende Hecht, Fleischmann( Berlin) und noch eine Reihe anderer Delegierten traten für die Verschmelzung Schließlich wurde mit 34 gegen 16 Stimmen folgende, von Fleischmann begründete Entschließung angenommen: Vorträge, Vereine und Versammlungen. Die 10. ordentliche Generalversammlung in Caffel erkennt die Berband der Gärtner und Gärtnereiarbeiter. Gruppe Landschaftsgärtnerei: Bestrebungen des Zentralvorstands in bezug auf den Uebertritt zum Dienstag abend 8 Uhr Gruppenversammlung im Gewerkschaftshaus, Berlin, Deutschen Metallarbeiterverband im Jahre 1920 als berechtigt an. Engelufer 24/25, Gaal 5. Tagesordnung: Vericht über die Tarifverhandlungen In der Erkenntnis, daß seit 1920 die Konzentration des Kapitals mit dem Arbeitgeberverband. Deutscher Solzarbeiterverband, Ortsverwaltung Berlin. Tischler, Bezirk wesentlich fortgeschritten ist und dadurch die Machtposition unserer Often 3: Versammlung am Montag nachm. 4½ Uhr in der Schulaula Peters- Gegner bedeutend gestiegen ist, und unter Berücksichtigung des auf der Schulaula Petersburger Str. 4. Tischbranche: Versammlung am Dienstag nachm. 4½ Uhr in dem Leipziger Gewerkschaftsfongreß gefaßten Beschlusses, IndustrieHolzbildhauer- Lehrlinge: Versammlung aller Lehrlinge der Holzbildhauerelen am Mittwoch abend 7 Uhr im Arbeits organisationen zu bilden, beschließt die Generalversammlung erneut, Tofensaal, Berbandshaus, Rungestr. 30. Alle Maschinenarbeiter und Schneide- eine Bereinigung mit dem Deutschen Metallarbeiterverband anzumiller Groß- Berlins: Versammlung am Donnerstag abend 6 Uhr in der Schul- streben. aula Martusstr. 49. Einfeger: Becammlung am Donnerstag nagm. 5 Uhr im Verbandshaus, Rungestr. 30, Arbeitslosensaal. Jugendabteilung Süden: versammlung am Donnerstag im Verbandshaus, Arbeitslosensaal, Stunge straße 30. Die Tagesordnung ist in allen Bersammlungen( außer in den Jugendversammlungen): Stellungnahme zur Beitragserhöhung und Bezirksburger Str. 4. angelegenheiten. Zentralverband der Schuhmacher. Branchenversammlung der Maschinenarbeiter Montag nachmittag 4% Uhr im Parkushof, Mariusste. 18; für Seim ſtepperinnen und Stepperinnen der Hausschuhindustrie abends 6 Uhr Köpenicker Straße 127a; für Ballschuhmacher nachmittags 4 Uhr bei Boeter, Weberstr. 17. Branchenversammlung der Schäftemacher: Dienstag abend 6 Uhr Köpenider Straße 127a. Deutscher Transportarbeiterverband. Gruppe Rohprodukte: Dienstag abend Uhr im Lokal Englischer Hof, Alexanderstr. 27c, allgemeine Bersammlung. Tagesordnung: 1. Bericht der Lohntommiffion von den lett stattgefundenen Lohnverhandlungen. 2. Diskussion und Beschlußfassung. 3. Berschiedenes. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung ist das Erscheinen aller bringend erforderlich. Mitgliedsbuch ist mitzubringen. Gruppe Dele und Fette: Dienstag abend 7 Uhr im Lokal von Prasser, Michaellirchstr. 29, Gruppenver fammlung. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zur Lohnbewegung. 2. Berschiedenes. Bollzähliges Erscheinen ist Pflicht. 4 ein. Ais Grundlage dieser Vereinigung sollen die Vereinbarungen gelten, die bereits im Jahre 1920 für die Verschmelzung vorgesehen waren. Die Generalversammlung steht auf dem Standpunkt, daß auch nach einer Verschmelzung der enge Zusammenhalt unserer Kollegen, sowie die Förderung unserer besonderen Berufsinteressen, im Rahmen der Gesamtinteressen des Deutschen Metallarbeiterverbandes gewahrt bleiben müssen. Die Generalversammlung empfiehlt den Verbandskollegen aufs dringendste, bei der vorzunehmenden Urabstimmung der Vereinigung mit dem Deutschen Metallarbeiterverband möglichst einmütig zuzuſtimmen; fie beauftragt den Vorstand, vor der Urabstimmung eine fachliche Aufklärung über die Notwendigkeit dieser Vereinigung vorzunehmen und möglichst umgehend alle erforderlichen Schritte einguleiten. Bon den weiteren Verhandlungen ist besonders zu erwähnen, daß fünftig die Beitragszahlung auf Grund des durchschnittlichen Stundenlohns von 21 Filialen vom Zentralvorstand festgesetzt werden soll. Eingehend beschäftigte sich der Verbandstag auch mit Zu einer lebhaften, Debatte fam es bei der Regelung der Streifunterstügung, bei der die Frage der UnterStügung bei wilden Streiks zur Debatte stand. Es wurde schließlich folgender Antrag angenommen:„ Die Streitunterstügung wird auch an folche Mitglieder gezahlt, die ohne ihre Schuld in eine Bewegung mit hineingezogen werden, wenn der Streit von der führenden Organisation sanktioniert ist. Werden Mitglieder unseres Verbandes ohne ihr Verschulden bei wirtschaftlichen Kämpfen in eine nicht fanktionierte Bewegung hineingezogen, so wird ihnen vom ersten Tage ihrer Arbeitslosigkeit an die Arbeitslosenunterstützung für die Dauer dieser Bewegung gezahlt". Deutscher Bauarbeiterverband. Gettion Tiefbau: Dienstag abend 7 Uhr bei Boeker, Weberfir. 17, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Bericht von der Lohnverhandlung. Mitgliedsbuch legitimiert, ohne dasselbe kein Bu trilt. Die Baudelegierten treffen sich bei Boeker um 6 Uhr zur Materialaus Straße 96, Baudelegiertenversammlung für das Hoch- und Tiefbaugewerbe. der Lehrlingsfrage. gabe. Achtung, Baudelegierte! Am Mittwoch nachmittag 4 Uhr, Dresdener Da in der Bersammlung die Fragebogen ausgegeben werden, müssen alle Baustellen mit dem erforderlic en Material vertreten fein. Af- Funktionäre der Metallindustrie. Mittwoch abend 7 Uhr im Großen Gaal ber Gophien- Sale, Sophienstr. 17/18. Tagesordnung: Das Berhandlungsergebnis. Mitgliedsbuch eines Af- Verbandes legitimiert. Betriebsräte Teltows und Umgegend. Montag abend 7 Uhr Vollverfammlung im Lotal Stahr. Zentralverband der Angestellten. Buchhandel: Mitgliederversammlung Montag 7 Uhr in den Mutter- Sälen, Kaiser- Wilhelm- Str. 31. Barband der Fabritarbeiter Deutschlands, Ortsverwaltung Groß- Berlin. Das Mitteilungsblatt für Juli konnte wegen des Buchdruckerstreifs nicht erscheinen. Bezirk Charlottenburg: Montag abend 7 Uhr im Lokal von Grabowsti, Friedrich- Karl- Blas 15, wichtige Funktionärkonferenz. Bezirk Neutöln: Montag abend 27 Uhr im Lolal von Lohan, Wipperftr. 18, wichtige Funttionärkonferenz. Rentraiverband der Maschinisten unb Seizer. Dienstag abend 7 Uhr bei Boefer, Weberstr. 17, Heiner Gaal, Bersammlung aller im Tiefbau beschäftig aschinisten und Heizer. Tagesordnung: 1. Bericht von der Lohnrevision. 2. Gewerkschaftsangelegenheiten. Es ist unbedingt Pflicht eines jeden dienstfreien Kollegen, an der Versammlung teilzunehmen. Mitgliedsbud legitimiert. Glaser. Montag abend 7 Uhr im Gewerkschaftshaus Quartalsversammlung. Tagesordnung: Kaffenbericht, Bericht der Tariffommission, Erhöhung der BelDie Ortsträge. Bericht über die Verhandlung, Hilfsarbeiter betreffend. verwaltung. * Der Mieterverein Charlottenburg, C. B., richtet für seine gewerbetreibenden Mieter eine besondere Abteilung ein und finden die Sprechstunden für dieſe Abteilung jeden Dienstag vormittag von 10-1 Uhr in der Gefäftsstelle, Windscheidstr. 29, statt, woselbst auch neue Mitglieder aufgenommen werden. Wetter bis Montag mittag. Etwas fühler, zeitweise beiter, jedoch überwiegend bewölki, im Norden vielfach ergiebige, im Süden schwächere Regenfälle. 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Preger, zu einem fetz über die Ersaßpflicht für beschädigte Reichsbant, ster Weise formuliert. Der diesbezügliche Erlaß bringt In der gestrigen Sigung des Reichstags wurde das Ge- Staatsministerium noch am 31. Oftober 1918 in schärf politischen Ereignis. Nachdem der Reichsminister des ſez neben den Unterschriften von Dr. Friedberg, Graf Rödern, Innern Dr. Köster zunächst die Dringlichkeit und Notwendigkeit noten in allen drei Lesungen ohne Aussprache angenommen. einer polizeilichen Reichsexekutive dargelegt hatte, unter Hinweis und Reichart( D. Vp.) wird Nach kurzen Bemerkungen der Abgg. Helfferich( Dnat.) Spahn und Prinz Mag von Baden auch die des Kollegen darauf, daß gewisse Anfäße zu einer solchen heute schon vorhanden des Geiger ber die geleentwurf betr. die Ab. Hergt.( Große Heiterkeit links.) Die Reichsregierung vertraut darfeien, und der Gefeßentwurf daher nur gewisse Erweiterungen anderung des Gesetzes über die Metallreserven der auf, daß die Beamten die staatsbürgerliche Notwendigkeit dieses Gesetzes einsehen werden.( Lebhaftes Bravo! links.) bringe, nahm der bayerische Gesandte v. Preger das Wort und Privatnotenbanken in allen drei Lesungen erledigt. trug die Bedenken der bayerischen Regierung gegenüber dem Es folgt dann die Beratung eines Antrages aller Parteien betr. Abg. Dr. Levi( US03.): Bon einem Ausnahmegesetz und einem Entwurf vor. Er wies einleitend auf das besonders start aus fürsorge, der verlangt, daß die Zuständigkeit für diese Fragen vom die Fragen der Wohlfahrtspflege einschließlich der Armengeprägte Stammes und Staatsbewußtsein des Bayernvolkes hin, das sich in das Gefüge des Deutschen Reichsministerium des Innern auf das ReichsarbeitsReichs zuerst nur schwer habe einordnen wollen, dann sich aber ministerium übergeht. im Reichsverbande durchaus wohl gefühlt habe. Heute mässe aber Abg. Meyer Zwickau( Soz.): eine weitgehende Reichsmüdigkeit in Bagern = nicht gesprochen werden. Neue Grundsäge werden mit dem Gesez Eingriff in die wohlerworbenen Rechte der Beamten kann hier nicht eingeführt. Es handelt sich nur um eine neue Definition dessen, was der§ 10 des Beamtengesetzes bereits sagt. Die große Mehrzahl der Beamten, die innerlich mit dem alten Staat nicht ge= brochen hat, stellt sich nicht etwa auf den Boden der„ gegebenen Tatsachen", sondern lediglich auf den Boden der fort= gejezten Nahrung.( Heiterfeit und Sehr gut! links.) Das Gesetz fell eine Sabotage des Beamtentums brechen. Darum be= Richter bezicht. Zahlreiche Vergewalitgungen des Rechts sind auf dauern wir lebhaft, daß es sich nicht auch auf die beamicten die Tatsache zurückzuführen, daß die Richter fich infolge ihrer Unab= die Tatsache zurückzuführen, daß die Richter sich infolge ihrer Unab= fehbarkeit sicher fühlen. Solange es nicht gelingt, das Richtertum der Forderung auf Errichtung eines Disziplinarsenats für fauber zu halten, so lange wird auch nicht der Widerstand der Verwaltungsbeamten in hinreichendem Maße gebrochen werden. An das ganze Reich, wie ihn die Regierungsvorlage vorsah, halten wir fest.( Beifall links.) dann sind die Methoden des alten Systems berechtigt, die wir sonst Abg. Dr. Haas( Dem.): Wenn die Staatsautorität bebroht ist, verurteilen. Dieses Gesez hat aber mit den alten Methoden nichts zu tun und richtet sich auch nicht gegen die Beamten, die in der zu tun und richtet sich auch nicht gegen die Beamten, die in der Mehrzahl Republikaner sind. Das Wesen der Demokratie besteht in erster Linie auch nicht in der Freiheit, sondern in der Pflichterfüllung.( Beifall i. d. Mitte.) In ihrer monarchistischen Gefinnung haben einzelne Beamte eine Haftung eingenommen, die mit dem Staatswohl nicht vertraglich ist. Wir können es nicht dulden, daß Beamte den Staat und feine Führer verächtlich machen. Das Gesetz ist in wahrstem Sinne des Wortes ein staatserhaltendes Gefes. Die furchtbar steigende Teuerung hat in den legten Monaten zu Erhöhungen der Unterstützung hilfsbedürftiger Volksgenossen fonstatiert werden. Diese gehe einmal auf die Kriegs- geführt. Leider gibt es aber in Deutschland noch ca. 500 000 3wangswirtschaft zurück, sodann auf die feit der Rentenlose, die man als„ Bergessene" bezeichnen muß. Sie Nationalversammlung immer stärker in die Erscheinung tretende find im Erwerbsleben ergraut, erwerbsbeschränkt oder erwerbs Tendenz zur unitarischen Reichsorganisation. Wenn auch der unfähig geworden, aus dem Erwerbsleben ausgeschieden und haben Cinheitsstaat heute noch nicht in allen Teilen verwirklicht sei, so feinerlei Anspruch auf Rente. Sie haben feine Mittel mehr und feien doch den Ländern die meisten wesentlichen Rechte ihrer find grenzenloser Berelendung preisgegeben. Der Bayern nicht immer leicht gemacht, sich mit der Weimarer Ber- ftüßung sind so gering, daß auch dort, wo sie von einzelnen GeStaatshoheit heute entzogen. Die Neichsregierung habe es den einzige Anspruch ist die Armenpflege. Die Säge der Armenunterfassung abzufinden, man hätte daher erwarten dürfen, daß nun meinden der Geldentwertung angepaßt wurden, die Unterstützung wenigstens weitere Eingriffe in die Hoheit der Länder unterbleiben noch sehr viel zu wünschen übrig läßt. Die Lösung dieses Problems würden. Das Gegenteil sei aber der Fall gewesen. Breger verwies ist nicht leicht. Vor allen Dingen muß eine Definition des Begriffs auf das Vorgehen gegen die Einwohnerwehren, den Aus- Rentenloser geschaffen werden. Unser Antrag verlangt, die Ueber nahmezustand und die Verordnung des Reichs tragung der Zuständigkeit für die Fragen, der Wohlfahrtspflege ein präsidenten. Das Reichstriminalpolizeigesetz bedeute die schließlich der Armenfürsorge unverzüglich auf das Reichsarbeitsschwerste Antasiung der Justizhoheit der Länder. ministerium vorzunehmen. Ferner foll dem Reichstag bei seinem Ein Staat ohne Justiz- und Polizeihoheit verdiene den Namen Wiederzusammentritt baldigst eine Denkschrift vorgelegt werden, in eines Staates nicht mehr. Von Bayern habe die Repu- der zu der Frage einer Neuordnung dieser Materie und insbesondere blik keine Gefahren zu erwarten. Wenn ein bayerischer zu der Frage, welche gesetzlichen Maßnahmen zur Behebung der Abgeordneter im Reichstage erklärt hätte, 80 Proz. aller Bayern Not der von der sozialen Gesetzgebung des Reiches noch nicht er seien Anhänger der Monarchie, so erkläre er, daß mindestens faßten Volksfreise erforderlich sind. Die Länder sollen ersucht ebenso viele Bayern die Errichtung einer Monarchie unter den werden, auf die Orts- und Landarmenverbände dahin zu wirken, daß gegenwärtigen Verhältnissen für eine Berrüdtheit anfähen. eine Anpassung der Unterstügungsfäße an die jetzigen Der Redner bestritt zum Schluß seiner Ausführungen die Be- Teuerungsverhältnisse erfolgt. Ohne weitere Erörterung wird dann der Antrag ange hauptungen, daß die nach München entsandten Berliner Polizeibeamten nicht in jeder, Weise die Unterstügung der dortigen nommen. Behörden gefunden hätten. Der Entwurf eines Reichstriminalgesetzes geht ohne Aussprache an den Rechtsausschuß. Es folgt dann die zweite Beratung des Gesetzentwurfes über die Pflichten der Beamten zum Schuße der Republik. Abg. Schulz( Dnat.) erkennt das Recht des Staates an, sich gegen gewaltsame Angriffe zu schützen, lehnt aber den vorliegen- Abg. Deermann( Bayr. Vp.) protestiert gegen die Politik, die den Gesetzentwurf als zu weitgehend ganz entschieden a b. hier in den letzten Tagen in Berlin getrieben wurde und lehnt Das Ziel des Gesetzes ist nicht der Schutz der Republik, sondern die die Vorlage ab, wenn die Bedenken seiner Partei nicht beseitigt völlige Beseitigung des Berufsbeamtentums und werden. die gänzliche Entrechtung der Beamten. Durch Ausnahmegesetze fann man die Republik nicht schützen. Für die Demokraten mies der Abg. Koch darauf hin, daß möhrend seiner Amtsführung als Reichsminister des Innern in zahlreichen Fällen notwendige Polizeimaßnahmen infolge Widerspruchs der Länder nicht hätten zur Durchführung gebracht werden fönnen. Die Morde an Erzberger und Rathenau hätte eine polizeiliche Reichserefutive zweifels: ohne verhindern können. Das Reichskriminalpolizeigefez fei für die Bekämpfung des Verbrechertums und den Schutz der Republik wichtiger als die anderen in dieser Richtung liegenden Gesetze. Dr. Bell( 3tr.) behielt seiner Fraktion die Stellungnahme vor. Dem bayerischen Gesandten entgegnete sodann Minister Dr. Köfter. Er betonte, daß mit Ausnahme der bayerischen Regierung fämtliche Länderregierungen im Reichsrat dem Entwurf ihre 3 ustimmung erteilt hätten. Wenn erst die Deffentlichkeit einmal erfahren werde, wie große Schwierigkeiten bei der Verfolgung der Rathenau- Mörder und dadurch entstanden seien, daß das Material über die Organisation Conful bei den verschiedensten Behörden verstreut gewesen sei, dann werde man wohl ertennen, daß das Gefeß eine abfolute Jotmendigkeit sei. Die von Bayern vorgeschlagene Vereinbarung über die Errichtung eines Reichspolizeiamts und von Landeskriminalpolizeibehörden genüge nicht. Nach weiteren Ausführungen der Aogg. Hoffmann- Kaiserslautern( S03.), v. kardorff( DVP.), Leicht ( Bayer. VP.), Dr. Spahn( 3.), Unterleitner( USP.), Dr. Barth ( Dem.), Dr. Levi( USP.) und Lübbring( Soz.) vertagte der Ausschuß die Weiterberatung auf Sonntag nachmittag 3 Uhr. Die Arbeitsgemeinschaft. In dem so betitelten Zeitaufsatz unferer gestrigen Abendausgabe ist durch ein Versehen der Druckerei ein Zitat aus der Freiheit" mitten in ein Zitat aus der Roten Fahne" geraten, wo es fich sichtbar nicht wohl fühlt. Wir bedauern, die Freiheit" in eine so schlechte Gesellschaft gebracht zu haben.. belski mit seinen schwarzen, tiefsitzenden Augen und großer Stirn, mit seinem spöttischen Lächeln, beide konnten feine Sympathien er wecken. Bei der Verhandlung weiß Taborizki von nichts zu sagen, er hatte keinen Revolver in der Hand, war zufällig im Saal, wollte rur seinem Kollegen helfen, als auf diesen die Zuhörer sich nach dem Attentat stürzten. Der Zeuge Kriminalbeomier Stöder befundet: wie ein Vich habe Taborihli auf den Menschenknäuel gefeuert," aber Taborigli ſchüttelt seinen tablen Schädel, er weiß von nichts. Und erst als die Zeugenaussagen ihn ertrüden, gibt sein Verteidiger Die Erfiärung ab, Taborigfi fei sich nicht bewußt", geschoffen zu haben. Trogdem fein Todesurteil beiden trohte, suchten fie mit allen Mitteln ihre Tat zu vertuschen: sie hätten auf Miljukom nicht geschossen, wenn er in seinem Vortrage sich als gebeffert gezeigt und seine frühere Tätigkeit bereut hätte. Als das aber nicht der Fail war, hat Schabelski im Affektzustande gefeuert. Beide ver zichten auf das letzte Wort, und bitten. das Gericht um Milde und Gnade und waren beide freidebleich, ols sie das Urteil wahrnahmen. Wie geprügelte bissige Hunde saßen sie da. Und das sollen Idealisten, Fanatiker fein, die ihr Recht zu er fämpfen denken? Bedauernswerte Burschen, die die entwertete Bapiermark zum Mord anreizt! Gonderbar ist, daß sich gerade die Herren der Rechten zu Hütern der Freiheit der Beamtenschaft machen.( Lachen und Sehr wahr! i. d. Mitte). Angesichts der früheren Methoden müßten Sie( nach rechts). ein Gefühl der Scham empfinden. Wir verlangen, daß der Beamte der Republik im Menft für die Republik eintritt. Wir leisten der Beamtenschaft und der Republik einen Dienst, wenn wir die Borlage annehmen.( Beifall b. d. Dem.) Abg. Steinkopf( Soz.): Wir halten das Gesez für dringend notwendig. Abg. Dr. Höfle( 3.): Biel des Gesetzentwurfs ist es, das Ber- der Beamtenschaft ist es jetzt glücklich schon so weit gekommen, daß hältnis der Beamten zum republikanischen Staat so zu regeln, daß es als unanständig gilt, Republikaner zu sein. Beschimpa einerseits die staatsbürgerliche Freiheit des Beamten möglichst unfungen des Reichspräsidenten sind an der Tagesordnung, und mit anget aftet bleibt, daß aber andererseits der Staat genügend Bedauern muß man feststellen, daß selbst Reichsminister geschützt und gekräftigt wird. Das letzte Ziel ist das Entscheidende, über diese Tatsachen ganz einfach hinweggegangen find. 1921 ist und jeder Beamte hat die Pflicht, an seiner Erreichung mitzu noch in der Republik Bayern ein Gymnafialprofessor wegen Berarbeiten. Der alte Staat hat die staatsbürgerliche Freiheit viel ächlichmachung der Monarchie zur Dienstentlassung verurteilt worden. enger aufgefaßt als der heutige, obwohl er nach außen und innen Solche und ähnliche Fälle laffen sich duzendweise anführen und be viel fräftiger war als die Republit. Die Linke warnen wir davor, weisen, daß bei einem großen Teil der Beamtenschaft weder Loyali Geseke zu machen, die die Zustände, die im Kaiserreich bestanden, tät gegenüber der Republik geübt, noch die Pflichten eines republiauf die Republik übertragen. Die Forderung, jede monarchistische fonischen Beamten erfüllt werden. Die Vorlage hält unbedingt die Agitation zu verbieten, muß verurteilt werden. Beim Dienfteid Meinungsfreiheit des Beamten aufrecht, aber sie bere muß der Beamte nicht auf die bestehende Staatsform, sondern auf langt Respekt vor der Republik. die Verfassung festgelegt werden. Politische Beamte müssen sich Beschränkungen gefallen lassen, wie das unter Bismard auch Die republikanischen Beamten begrüßen das Gefeh und haben volles der Fall war. Wir haben in den Ausschußverhandlungen versucht, Berständnis dafür, weil sie wissen, daß sie dadurch von den Schi das Ziel, die bestehende Staatsform zu stärken, zu erreichen. Eine fanen und. Quälereien befreit werden, denen sie bisher ausVerschärfung des Gesetzes ist für uns un annehmbar. gesetzt sind. Auch die wohlerworbenen Rechte finden in dem Wohl ( Beifall in der Mitte.) und der Existenzberechtigung der Republik eine Grenze. Das sollte Abg. Dr. Scholz( D. Bp.): In den Ausschußverhandlungen ver- sich auch der deutsche Beamterbund zu Herzen nehmen, der zwar rieten die Linksparteien starke Sehnsucht nach dem von ihnen benach der Ermordung Rathenaus eine Loyalitätserklärung für die fämpften Obrigkeitsstact und Sympathien für mittelalterliche Regierung abgegeben hat, das Gesez aber ablehnt, weil es angeb Schredenstammern. Wir halten das ganze Gesetz für un= lich die wohlerworbenen Rechte der Beamten beeinträchtigt. Besonnötig, was ja erfreulicherweise der Zentrumsredner auch zum deren Wert legen wir auf die Wiederherstellung der RegierungsAusdruck brachte. Wohin ist der freieste republikanische Staat der vorlage in bezug auf den Disziplinarhof. Aber die HauptWelt entschwunden, als den die Linke die Deutsche Republik be- fache ist die Ausführung des Gesetzes. Die Republik ist immer zeichnet? Eine Gesetzesmacherei, die damit beginnt, den Beamten großmütig gewesen, aber jetzt muß sie sich nicht nur die Grundrechte des Beamten, sondern die Grundrechte des Menschen zu nehmen, ist mit freiheitlicher Auffassung überhaupt nicht mehr zu vereinigen. Trotz der im Ausfchuß erfolgten Verbesserung fönnen wir dem Entwurf unsere Zuftimmung nicht geben. Reichsminister des Innern Dr. Köster: Die Herren Scholz und Schulz haben sich als besondere Anwälte der Beamtenfreiheit empfohlen. Ich möchte nicht die Frage auswerfen, ob nach ihren Anschauungen gegen einen Ministerialdirektor, der sich als Kommunist bekennt, auf keinen Fall etwas getan werden darf.( Heiterkeit.) Wir reichen durchaus nicht an das heran, was die früheren Regierungen, mit denen man uns heute vergleicht, gemacht haben. Eine Rede des Fürsten Bülow auf die heutige Regierungsform übertragen, müßte ungefähr dahin lauten:„ Ein Beamter fann nicht der Deutschnationalen Bolkspartei angehören, ein solcher Beamter bricht seinen Eid, macht sich des Treubruchs schuldig. Einen solchen Beamten werde ich nicht dulden!" Fürst Bülow hat das, im umgekehrten Verhältnis natürlich, einmal über einen Sozialdemokraten gesagt. Ein Der Fall Bestelmener. Die auch von uns gestern gebrachte Mit- pom bayerischen Staatsministerium im Jahre 1911 herausteilung, daß der Architekt Prof. German Bestelmeyer den gegebener Erlaß würde heute etwa wie folgt lauten:„ Ein StaatsRuf nach München abgelehnt hat und Berlin erhalten bleiben wird, beamter darf sich nicht zu einer Partei bekennen, die monarchistische soll unrichtig. fein. Es heißt, daß Bestelmeyer das Amt eines Bestrebungen verfolgt. Das ergibt sich ohne weiteres aus seiner Leiters der Bouabteilung der Münchener Technischen Hochschule Stellung zur Republik. Ebensowenig darf er einem Verein angeangenommen hat. Ihm find in München mehrere bedeutungs- hören, der antirepublikanische Bestrebungen verfolgt." Der Minister immer auf die Republik übervolle Aufgeben, unter anderem die Erweiterung der Technischen v. Podemils hat jenen Erlaß Hochschule, übertragen worden. In Berlin, wo er als Leiter des tragen noch dahin erläntert, daß der Beamte nicht bloß dem. GeMeisterateliers für Architektur an der Kunstakademie wirfte, ist fete Gehorsam zu leisten hat, sondern mit seinem Treugelöbnis Bestelmeyer in den Ministerien, namentlich in der dem Finanz- auch dem republitanischen Prinzip verpflichtet minifterium unterstellten Bauverwaltung, auf derartige Schwie- ist. Ein Staatsbeamter, der die Grundlage der Republit verneint, rigkeiten durch die Baubureaukratie gestoßen, daß ihm bisher die feßt sich zu seinem feierlich geschworenen Eide in Gegensaz. Der Ausführung irgendwelcher fünstlerischen Pläne in der Reichshaupt Staat muß verlangen, daß der Beamte diese Grundlage restadt nicht möglich war. Danach wären also die Bemühungen des Kultusministeriums, Besielmeyer in Berlin zu halten, durch das Finan 3ministerium wirkungslos gemacht worden. Ein Fall, der wieder beweist, mie notwendig es ist, alle künstlerischen Angelegenheiten einer amtlichen Bentralinstanz zu unterstellen. Daß diese Instanz, folange ein Kunstministerium nicht eristiert, nur das Kultusmini fterium sein kann, unterliegt feinem Zweifel. spektiert. gegen den Mißbrauch ihrer Großmut ganz entschieden zur Mehr sehen.( Beifall links.) Abg. Eichhorn( Komm.): Der Gefehentwurf geht nicht weit genug. Wenn unsere Anträge zur Berschärfung der Bestimmungen nicht angenommen werden, fönnen wir der Vorlage nicht zuftimmen. Damit schließt die allgemeine Aussprache. Aus§ 10a wird die Bestimmung gestrichen, daß den Reichsbeamten auch die Berächtlichmachung einer früheren repu blitanisch- parlamentarischen Regierung" verboten ist. Im übrigen werden die Ausschußbeschlüsse angenommen, und ebenso die Entschließungen. steuergeseh. Es folgt die zweite Beratung der Novelle zum EinfommenThüringischer Finanzminister Hartmann weift auf die schweren Es gäbe in DeutschBedenken der Länder gegen die Vorlage hin. land genug Steuern, die ungerechter wirken und die viel mehr der Geldentwertung angepaßt werden müßten als die Einkommensteuer. Die besonders Notleidenden müßten Bergünstigungen erhalten, aber der geforderten allgemeinen Kenderung der SteuerDen notleidenden gefeze könne die Regierung nicht zustimmen. Ländern und Gemeinden müßten neue Geldquellen eröffnet, und so weitgehende Steuervorlagen wie diese dürften nicht ohne vorhergehende Verständigung mit den Landesvertretern eingebracht werden. Abg. Kahmann( Soz.): Wir haben für die finanziellen Schwierigkeiten der Länder und Gemeinden volles Verständnis und wünschen. daß das Reichsfinanzministerium sich in Zukunft bei derartigen Gesetzesänderungen vorher mit den Ländern und Kommunen ins Benehmen setzt. Die deutschnationalen Abänderungsanträge lehnt die sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft ab. Geldentwertung Rechnung zu tragen, es gelte vielmehr, die untersten Einkommen ganz fteuerfrei zu laffen. Abg. Roenen( Komm.) sagt, es fomme nicht darauf an, der Abg. Hartwig( Dnatl.) wünscht Berücksichtigung der findera reichen Familien. Abg. Dr. Hertz( 11. Soz.) wendet sich gegen diesen Antrag und gegen die von den Kommunisten beantragte Beseitigung des Lohnabzugsverfahrens. Ein Bertagungsantrag der Kommunisten wird um 9 Uhr abgelehnt und in die zweite Beratung der Novelle zum Erbschaftssteuergesetz eingetreten. Und nun vergleichen Sie( nach rechts) das, was in diesen Erlaffen der alten Regierungen stand und von den Beamten gefordert wurde mit dem, was wir von den Beanten der Republik verlangen. Der Mißbrauch des Amtes und der Mißbrauch von Aeußerungen im Amte wird verboten. Wollen Sie Nach weiteren Ausführungen der Abgg. Koenen una ( nach rechts) das freistellen und solche Amtshandlungen im Dienste Dr. Her wird der Gesetzentwurf mit unwesentlichen Aenderungen dulden? Dannn stimmen Sie gegen das Gesetz! Wollen Sie, daß in der Ausschußfassung angenommen. der Beamte außerhalb des Dienstes in der Deffentlichkeit gehässig Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht( Botsdamer oder aufreizend gegen die Republie vorgeht? Dann stimmen Sie Strafe 120). Im Rahmen der Ausländer Woche 4 finden unter Abänderung des Programms drei Vorträge statt über; Landerziehungs- gegen das Gesek! Wenn Sie das aber nicht wollen, dann müssen Sie für das Gesetz stimmen. Die erklären das Gesetz für überbeim, freie Schulgemeinde und die Berwirklichung ihrer Prinzipien im öffentlichen Schulwesen von Dr. Else Hildebrandt, und zwar Montag, den flüssig. Nach unserer Meinung fann es von guter und heilsamer Wirkung sein. Wir haben es bei dem Gesetz durchaus nicht mit 17., Dienstag, den 18., Freitag, den 21. Suli, nachm. 4 bis 5 Uhr. Caspers Kunstsalon( Surjitrstendamm) eröffnet die Sommeraus einem neuen Recht, sondern mit einer Interpretation des bestehen stellung mit Stollektionen von Liebermann, Corinth, Fritz Scherer sowie den Rechts zu tun. Das geht auch aus einem oft zitierten Urteil In der Abstimmung wird die Vorlage in den ersten sieben Einzelwerfen von Slevoat. Habermann, Trübner, Stamp, Drlit; außerdem des Reichsdisziplinarhofs flar hervor. Es ist auch ein großes Ge- Riffern angenommen. Bei der Abstimmung über Ziffer 8 bezweifelt im Graphischen Stabinett Reidnungen von Paul Paeschke, Mar Schenke u a. Das neue Serum für Augenkrebs und andere Leiden, das Dr. Leo rei gemacht worden über die Erweiterung der Liste der jederzeit Abg. Koenen( Romm.) die Beschlußfähigkeit des Hauses, Infolgedessen vertagt sich, das Haus Mühlenbein in Renchen eriunden bat, ist bereits in dem Stressinstitut von in den einstweiligen Ruhestand versehbaren Beamten. In dieser die das Bureau feststellt. Brofeffor Dr. Czerny in Heidelberg eingeführt worden. Es soll jekt in Beziehung haben die früheren Regierungen furzen Prozeß gemacht. auf Montag 1 Uhr.( Not der Presse, Zwangsanleihe, ErbschaftsBafel begutachtet werden. Die Obliegenheiten der politischen Beamten hat das preußische steuergefeß, Reichstriminalgefeh.)- Schluß nach 9 Uhr. Abg. Heydemann( Komm.): Eine wirklich durch greifende Erbschaftssteuer muß anders aussehen. Diejenigen, die das Volk ins Unglück gebrant haben, müssen mit ihrem Vermögen Dief schärfer herangezogen werden. Gewerkschaftsbewegung Zu den heutigen Wahlen. Achtung, Metallarbeiter! Otto Ziska Lohnbewegung der Buchbinder. Bei der heute, Sonntag und Montag stattfindenden Wahl den Buchdruckereibetrieben beschäftigten Buchbinder ausgesperrt Während des Berliner Buchdruckerstreits ist ein Teil der in geben alle Anhänger der SPD. ihre Stimmen für worden. Da sich die Prinzipale vielfach weigerten, den Buchbindern eine Wirtschaftsbeihilfe in derselben Höhe wie den Buchdruckern zu In den zwei größten Gewerkschaften Berlins, den Metallarbei- ab. Das Wahlrecht wird gleich nach Schluß der Arbeitszeit zahlen, haben die Buchbinder die Arbeit erst einen Tag nach Be tern mit rund 150 000, den Transportarbeitern mit 120 000 Mit- ausgeübt. Das genaue Verzeichnis der Wahllokale ist im endigung des Buchdruckerstreits wieder aufgenommen. Eine geringe gliedern, wird heute gewählt. Die Transportarbeiter wählen ihre Inseratenteil der Morgenausgabe vom Sonnabend veröffentlicht. fer Wirtschaftsbeihilfe In der Branchenversammlung der in den Anzahl von Buchbindern streift noch heute um die Bewilligung dieFreiwillige Wahlhelfer stellen sich dem Zentralwahlbureau Buchdruckereien beschäftigten Buchbinder, die am Sonnabendnachmit der Amsterdamer Richtung bei Spiegel, Ackerstr. 1( Telephon: tag in den Arminhallen tagte, berichtete Safe über das Resultat Norden 2736) zur Verfügung. Delegierten zum Verbandstag, die Metallarbeiter, die bereits am Sonnabend die Wahlhandlung begonnen haben und am Montag erst abschließen, wählen ihren 1. Bevollmächtigten. Wir wollen hoffen, daß diese Wahlkämpfe zu den letzten innerhalb der Gewerkschaften gehören werden. Gewiß gab es auch früher geteilte Ansichten über die jeweils einzuschlagende Taktik; auch früher zog der eine diesen, der andere jenen Kollegen für dies oder jenes Amt vor. Man disfutierte leidenschaftlich, es kam zur Abstimmung und damit war die Sache gewöhnlich entschieden. Die Mitglieder hatten gesprochen und jeder fand sich damit wohl oder übel ab. Heute ist es leider ganz anders. Ein Wahlkampf zwischen Parteien, die verschiedenen Klassen angehören, könnte nicht erbitterter geführt werden. Warum ist es heute so? Flugblätter sind dort sofort abzuholen! der kürzlich gepflogenen Lohnverhandlungen. Die Verhandlungen find auf der Grundlage der von den Buchbindern in reinen Buchbindereibetrieben gestellten Forderungen, die sich die in Buchdrucke Ende des Streiks der Bauschloffer. reien beschäftigten Arbeitnehmer derselben Branche zu eigen gemacht haben, geführt worden. Erschwert wurden die VerhandlunAm 12. Juli 1922 nahmen die streifenden Bauschlosser in ihrer gen durch den Umstand, daß für die Entlohnung der in Buchdrucke Branchenversammlung in der Brauerei Königstadt Stellung zu dem reien arbeitenden Hilfsarbeiter bisher der Reichstarif der BuchAngebot der Arbeitgeber. Nach dem Bericht der Tariffommission sind drucker maßgebend war. Außerdem wirkte die niedrige Entdie Arbeitgeber bereit, vom 16. Juni bis zum Tage der Arbeits- lohnung der Steindrucker erschwerend auf den Gang der niederlegung für alle Schlosser und Helfer eine Nachzahlung von Berhandlungen. Nach dem Angebot der Unternehmer soll ab 8 M., für Junggesellen 6 M., für Transportarbeiter über 20 Jahre 10. Juli für männliche Arbeiter eine wöchentliche Zulage von 300 7 M., für Frauen 5 M., für Schweißerinnen 5,50 M., für Jugend Mart, für Arbeiterinnen eine solche von 165 M.( 55 Proz.) gezahlt Weil die kommunistischen Gewerkschaftszerstöliche von 14-15 Jahren 2,25 M., von 15-16 Jahren 2,50 M., von werden. Die Verhandlungskommission hatte eine Bindung an diesen rer, die nicht das Recht haben, selbständig zu denken, denen 16-17 Jahren 2,75 W., von 17-18 Jahren 3, M., Arbeiter von Vorschlag abgelehnt. Auch eine Versammlung der Betriebsräte und es verboten ist, sich mit ihren andersdenkenden Kollegen zu ver- 18-20 Jahren 4, M. pro Stunde zu zahlen. Ab 13. Juli bis Vertrauensleute hielt sich nicht für kompetent, die neue Regelung anzunehmen. Die Branchenversammlung, die zu dem Angebot der tragen, die auf Befehl von Moskau mit Lügen und Ver- 31. Juli wurden folgende Lohnfäße festgelegt: Für selbständige Schlosser M. 32,50, Helfer M. 31,50, Jung Unternehmer Stellung nehmen sollte, nahm einen stürmileumdungen gegen ihre eigenen Klaffengenossen arbeiten müssen, gefellen im 1. Gesellenjahr M. 24,-, im 2. Gefellenjahr M. 25, schen Verlauf. Ein Teil der Diskussionsredner hielt einen Streif sich der Gewerkschaften bemächtigen wollen. Berge- Frauen M. 21,-, Transportarbeiter M. 29,-, Jugendliche von 14 im gegenwärtigen Augenblick nicht für aussichtsreich, ein anderer hoch schwillt die Lügenflut, die sie in ihrem von russischen Geldern bis 15 Jahren M. 10,-, von 15-16 Jahren M. 11, von 16-17 Teil wieder vertrat die Auffassung, daß von den Unternehmern im ausgehaltenen Hetzblatt, in Flugblättern und in Versammlungen ge- Jahren M. 12, von 17-18 Jahren M. 13, Arbeiter von 18 guten nichts mehr zu erreichen sei, daß vielmehr im Notfalle auch häuft haben. Sie alle nochmals widerlegen, hieße den beschränkten bis 19 Jahren M. 20,-, von 19-20 Jahren M. 22,- pro Stunde. zur Arbeitseinstellung gegriffen werden müsse. In seinem SchlußRaum dieser Zeitung mißbrauchen.. Zu diesen Lohnsätzen erhalten Ledige eine Teuerungszulage von wort propagierte der Berichterstatter den IndustrieverbandsgedanGegen wen hetzen und lügen die Kommunisten? Gegen die M. 1,20, Verheiratete M. 2. Verheiratete mit Kindern erhalten fen. Angenommen wurde eine Resolution, die die Entrüstung Feinde der Arbeiterklasse? Gegen die Aushungerer des Volkes? M. 2,85, Jugendliche von 14-18 Jahren M. 1, Teuerungszulage. Der Arbeiterinnen über die auch diesmal nur gewährte Dieses Angebot der Unternehmer wurde von einigen Dis- 55 proz. Zulage für Arbeiterinnen zum Ausdruck bringt. Auf der Gegen die Mörderbanden? tuffionsrednern als für noch nicht ausreichend erachtet, in der Ab- Grundlage der Forderung einer 75 proz. Zulage follen sofort neue Stimmung jedoch angenommen. Nach den Mitteilungen der Berhandlungen aufgenommen werden. Im übrigen sollen die neuen Streitenden mußte festgestellt werden, daß in einzelnen Betrieben Lohnsäge in den Betrieben unter Vorbehalt angenommen werden. die Werkmeister Streitarbeit verrichtet haben. Achtung, Buchbinder! Die streitenden Kolleginnen Die neuen Holzarbeiterlöhne. und Kollegen der reinen Buchbindereien und Briefs ihre Bedenken zurückstellen zu müssen und für eine gemeinsame Der Holzarbeiter- Verband ersucht uns um Aufnahme folgender umschlagbetriebe finden sich am Montag, en 17. Juli, Lifte eintreten zu sollen. Man glaubte sich geeinigt zu haben. Ber- Richtigstellung: bormittags 10 Uhr, in den Kammersälen, Teltower Straße, in gebens! Treulos wie immer, oder vielmehr, weil sie nicht Frie- Bei der Veröffentlichung der Löhne für die gesamte Mufit- einer großen Versammlung zusammen. Streiftarte den haben dürfen, haben die Kommunisten das Abkommen ge- instrumenten- Industrie muß es heißen: Die Teuerungszulagen werden legitimiert! Diese wird am Eingang des Saales abgestempelt, brochen. als Ausgleich für den Monat Juli gezahlt. Die Auszahlung erfolgt so daß an diesem Tage die Stempellofale nicht zu besuchen sind. So war es ftets und überall gewesen. Den Bergarbei- nach Vereinbarung in zwei Raten und zwar am 15. Juli( erste Rate), Album-, Mappen- und Galanteriebranche. Am Dienstag, den tern, die im schwersten Kampfe standen, fielen sie mitten im am 29. Juli( zweite Rate). Die veröffentlichten Tariflöhne gelten 18. Juli, nachmittags 5 Uhr, findet bei Wilke, Sebastianstr. 39, eine Kampfe in den Rücken und versuchten die Organisation, diesen ein- für alle Branchen der Musikinstrumenten- Industrie ab 1. August 1922. Branchenversammlung mit den Sattlern und Portefeuillern gemeinsam statt. Pünktliches Erscheinen zigen Rückhalt gegenüber einem übermächtigen Rapital, auseinander zu sprengen. Den Bankangestellten, bei denen sogar ihre aller Kolleginnen und Kollegen erforderlich. eigenen Parteigenossen in der Leitung saßen, fielen fie gleichfalls mitten im Rampfe in den Rücken. Beim Buchdruckerstreit gingen fie sogar bis zum Streitbruch. Nein! Gegen Arbeiter, gegen Gewerkschafter, gegen Sozialisten. Diese Tatsache allein richtet die Kommuniften. Bei der Wahl der Transportarbeiter glaubten die Gewerkschafter aller Richtungen im Interesse des Friedens zwischen den Arbeitern Das sind nur einige Beispiele der letzten Tage. Damit muß ein für allemal Schluß gemacht werden. Es muß wieder möglich sein, fameradschaftlich zu verkehren. Die Versamm lungen müssen wieder die Stätten der Geselligkeit und der Aufflärung werden. Wir sind auf dem besten Wege dazu. Damit es aber wirklich so werde, müssen alle sich aufrütteln, auch die, die von den kommunistischen Stänkereien angewidert, sich zurückgezogen, müssen endlich mit entschlossener Hand den kommunistisch en Terror abschütteln., Freie Bahn für den Gewerkschaftsaufbau! Achtung, Transportarbeiter! Am heutigen Sonntag in der Zeit von 9 Uhr vorm. bis 3 2hr nachm. finden in den am Freitag veröffentlichten Cofalen die Wahl der Delegierten zum diesjährigen Verbandstag ftatt. Jedes Mitglied ist verpflichtet, sich an der Wahl zu beteiligen und sein Wahlrecht auszuüben. Zeigt durch zahlreiche Stimmenabgabe, daß Ihr Fntereffe für die wirtschaftliche Intereffenvertretung befigt. Wählt Gewerkschaftler, die auf dem Boden des Internationalen Gewerkschaftsbundes ftehen. Streicht die fommunistischen Organisationszerstörer. Leipziger Straße ( Versand- Abteilung) Königstraße Glas Einmachegläser 70 pt. b. 390 m. Schraub- 350 b. 590 Honigglas.deckel Konservengläser Globus mit Deckel u. 1250 b. 1950 Gummiring v. ..725 Bierbecher glatt....... Bierbecher mit Bordüre..12M Teebecher glatt.... ...... 690 Wassergläser gepreßt... 525 Wassergläser Rundboden.. 625 Wassergläser Mundwasser. 225 Milchgläser gepreßt.. 575 675 Butterglocken glatt... 29 M Saftkrüge glatt........ 1150 Honigdosen gepreft... 1750 Kompottschüss.pre 8 bis 47M Kuchenteller geprent... 65M Sturzflaschen mit Glas..2250 1450 Bierbecher geschliffen... Leicht und reich geschliffene Trinkglasgarnituren und Römer ( Fabrikat St. Louis) Die Berliner Buchdrucker zum neuen Lohnabkommen. Die neue Teuerungszulage der Buchdrucker beträgt, wie bereits mitgeteilt, unter Anlehnung an die bisherige LohnzuschlagsStaffelung, 250 bis 300 m. und erhöht sich ab 1. August nochmals um 50 bis 60 M. Ledige erhalten in allen Altersklassen und Staffeln 11 bzw. 3 M. weniger. Der bei Abschluß des Abkommens in Leipzig noch versammelte Verbandstag nahm zu diesem eingehend Stellung. Nach mehrstündiger Debatte wurde die folgende Entschließung angenommen: ,, Der Verbandstag ist von dem vorgeschlagenen Lohnabkommen nicht befriedigt, erklärt aber, unter Berücksichtigung der gegebenen Berhältnisse sein Einverständnis. Er erwartet bestimmt, daß bei weiterer rapider Steigerung der Lebensunterhaltskosten die zuständigen Körperschaften einer früheren Einberufung des Tarifausschusses nicht wieder Schwierigkeiten bereiten werden." Gestern nachmittag berichtete Albrecht in einer Generalversammlung der Berliner Buchdrucker über den Verlauf und das Ergebnis der Tarifausschußfizung. Auch er betonte die geringe materielle Auswirkung der Verhandlungen. Immerhin sei man jedoch wieder ein Stück vorwärtsgekommen und bei den nächsten Berhandlungen müsse versucht werden, das zu erreichen, was jeht nicht ge= lungen sei. Nach kurzer Debatte machte man sich den Standpunkt des Verbandstages zu eigen. Ueber den Berliner Streit wurden dann noch einige Mitteilungen gemacht. Die Beihilfe in Höhe von 300 m. ist an jeden männlichen Arbeiter, auch an Urlauber, zu zahlen. Die in Buchdruckereien beschäftigten Buchbinder und Transportarbeiter sollen die Beihilfe ebenfalls erhalten. Die Lohnbewegungen im chemischen Großhandel sowie für die Verbandmittelhersteller sind beendet. Für die gewerblichen Ar beiter und Arbeiterinnen der oben benannten Branchen sind zwischen den betreffenden Arbeitgeberorganisationen und dem Deutschen Transportarbeiterverband vor dem Demobilmachungsfommissar neue Lohnabtommen für die Monate Juni und Juli abgeschlossen. Die gebrudten Tarife find gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches im Bureau des Deutschen Transportarbeiterverbandes, Berlin SO, Engelufer 24/25, gimmer 31, erhältlich. Berantw. für den redakt. Teil: Franz Klühs. Berlin- Lichterfelde; für Aneigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Verlag G. m. b. 5., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3. Hierzu 3 Beilagen. Alle Weltraucht A.Wertheim Speiseteller T Kompotteller. Terrinen Saucieren.. 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