Re.335 39.Jahrgang Ausgabe Br. 161 Bezugspreis: Biertelfhell 180,- M monatlich 60,- feel ins Haus, Derans zahlbar. Unter Streugbaub für Deutsch land, Danzig, Gaar- und Memel geblet, fowie Defterreich u. Luxemburg 108-9, fte das übrige Ausland 142,-. Boftbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Efthland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luxemburg, Defterreich, Schweden, Schweiz, Zschecho- Glowatei und Ungarn. Der Borwärts" mit der Sonntagsbellage Bolt und Belt", der Unterhaltungsbellage Heimwelt" und der Bellage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialbemofrat Berlin Abend- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 2 Mark Anzetgenpreis: Die einfpaltige Stonpareillezetle taftet 25,-M. Steflamezelle 125,-. ,, AleineAnzeigen" bas fettgedruckte Bort 7, W.( zufüffig ei fettgebrudte Worte), jobes weitere Wort 6.-M. Stellengefuse unb Echia Stellenanzeigen das erfte Bort 4.-M., jedes weitere Wert 3.-M. Worte über 15 Buchstaben zahlen für zwet Worte. Familten- Anzeigen Mir Abon 1 nenten Belle 18,- St. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin E 68, LindenStraße 3, abgegeben werben. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: GW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Donhoff 292-295 und 2506-2507 Dienstag, den 18. Juli 1922 Selbstmord der Mörder. Vor der Festnahme erschossen. Vorwärts- Verlag G.m.b. H., SW68, Lindenstr. 3 Wernsprecher: Berlag, Hauptexpedition n. InseratenAbteilung: Dönhoff 2506-2507 Raubritter- Schicksal. In der malerisch gelegenen Ruine der Burg Scaled bei der Rudelsburg haben die beiden verfolgten athenauMörder sich selbst gerichtet, bevor der Strafrichter fie vor sein Tribunal ziehen fonnte. Die letzte Zufluchtsstätte, die Halle, 17. Juft. Die Rafhenau- Mörder wurden gestern befanntgegebene Signalement der Rathenau- Mörder paßte. Der jie fanden, ist gleichzeitig ein Symbol der verfallen. abend durch Hallesche friminalbeamte auf Burg Scaled bei Kriminalinspektor Holters ging fofort auf die Ungaben ein und den Welt, in der ihr geistiges Leben sich bewegte. Das FaustBad Kösen ermittelt. Sie haben sich vor ihrer Festnahme ichidte Montag früh zwei zuverlässige Beamten der Halleschen Sri- recht des Raubrittertums lebte in diesen Landsknechtsnaturen im Burgturm erschossen. minalpolizei nach Naumburg. Als diese auf der Saaleds- Burg an- der Ehrhardt- Brigade fort und führte sie in jene mittelalterlangten, fanden fie die Angaben der beiden jungen Kaufleute be- lichen Geheim- und Fembünde, die das industrielle Deutschland stätigt. Sie verfuchten vergebens in den Burgtuem einzudringen, unserer Tage von einer Erschütterung in die andere werfen. der von innen versperrt war. Der Deffnungsversuch eines hinzu- Wie die zerfallenen Mauern der Saale und der Andelsburg gezogenen Schloffers schelferte an der Eigenart der dort noch im Ge- an der Saale grünem Strande" von einer längst verschollenen brauch befindlichen altertümlichen Türschlösser. Unter Epoche des deutschen Lebens zeugen, se ragen die Mannen des Beobachtung aller Vorsichtsmaßnahmen hollen die belden Krimina- Consuls Ehrhardt aus dem wilhelminischen Zeitalter in das listen von der Naumburger Schugpolizei Verstärkung. Die Burg neue hinüber, das nach dem Zusammenbruch des militawurde um stellt und die Beamten gingen mit Gewalt gegen das ristischen begann und fein demokratisch- republikanisches System Mördernest vor. Nachdem die Tür mit einer Art gewaltsam erbrochen mühsam aber sicher auszugestalten firebi. mar, drangen die Beamten in das Innere ein. Sie konnten leider die Selbstentleibung der beiden Mörder nicht mehr verhindern, die durch Pistolenschüffe ihrem Dasein ein Ende gemacht hatten. Ein Hoch auf Ehrhardt. Halle, 18. Juli.( WIB.) Zur Auffindung der RafhenauMörder ist noch folgendes zu berichten: Am Sonntag abend meldeten hier zwei an Burg Saaled vorbeigekommene Ferientouriffen, daß sie im Turm der Burg Licht bemerkt hätten und daß nach ihren Feststellungen sich dort die Mörder Rathenaus aufhalten müßten, obwohl der Schriftsteller Dr. Stein, der auf der Burg ein Einsiedlerleben führt, verreist sei. Kriminalbeamte aus Halle begaben sich sofort nach Bad Kösen und versuchten am Montag, den Zutritt zu dem abgeschlossenen Turm zn erzwingen. Während Verstärkungen herbeigeholt wurden, erschienen die beiden Mörder auf der Balustrade vor dem Turm, winkten den an dem Turm Vorüberkommenden zu und brachten ein Hoch auf Ehrhardt aus. Als die Kriminalbeamten um 7 Uhr abends zurücteheten und die Zür mit Agthieben zerfrümmert hatten, fanden sie die beiden Mörder mit Kopfschüssen tot auf. Beide trugen die bezeichnete Kleidung. Das Versteck im Turm. Zur Zeit, als die alten Burgen noch von wirklichen waffenklirrenden Rittern bewohnt waren, gab es weder Recht noch Gesetz im Lande, als das Recht des Stärkeren über den Starten und des Starten über den Schwachen. Diesen 34Magdeburg, 18. Juft.( S03. Parlamentsdienst.) Im Laufe des völlisch, deutschnational oder sonstwie nennen mögen. Unter stand wieder herbeizuführen ist das Ideal aller, die sich deutschSonntags wurde der Kriminalpolizei in Halle a. d. S. mitgeteilt, daß den schillernden Uniformen des faiferlichen Heeres bargen fich zwei Männer, auf die die Beschreibungen der Rathenau- Mörder zu die Sehnsüchte nach alter Ritterherrlichkeit und was wir in den treffen, auf Burg Saaled sich aufhalten und zwar in einer auf der letzten Jahrzehnten an militaristischen Ausschreitungen gegen Burg eingerichteten Wohnung, die von einem Dr. Stein bewohnt das Zivilpad" erlebten, ist nichts anderes als die lieberwird. Am Sonntag vormittag begaben sich zwei Kriminalbeamte lieferung jener Ritterzeit, die die Kaufleute auf der Landstraße nach Saaled. Sie stellten fest, daß der Besitzer der Wohnung ab- mit bewaffneter Gewalt aufhob" und nur gegen Lösegelb gereift war. Bermutlich hat Dr. Stein seine Wohnung den beiben Rathenau- Mördern freiwillig überlassen und sich dann entfernt. Bis zum Nachmittag beobachteten die beiden KrimiHalle, 18. Jull.( Eigener Drahtbericht.) Nuweit von Naum- nalbeamten die Wohnung und konnten dann feststellen, daß tatsäch burg, gegenüber der Rudelsburg, erhebt sich das halbverfallene Ge- lich zwei Personen in der Wohnung sich befinden. Sie drangen in mäuer der Saaleds- Burg. Seit Jahren wohnt dort ein Einfled- den Turm ein und standen schließlich vor einer verfchloffe fulturellen Ueberreste aus der Zeit der Ruinen aufs neue Der Mord an Rathenau hat die Gefährlichkeit dieser, ler, der Schriftsteller Dr. Stein, der in einem noch erhaltenen nen Dachlammertür, die nicht zu öffnen war. Darauf holten offenbart. Gleichzeitig aber hat er mit erfrischender Klarheit Raume des Burgfurmes fein Domizil aufgeschlagen hat. Dieser fie Verstärkung von der Naumburger Schußpolizei. Die Tür wurde gezeigt, daß die Zeit der Ritter endgültig vorbei Dr. Stein ist nun seit einigen Tagen flüchtig. Jn feinem gewaltfam geöffnet. In der Dachlammer lagen die zwei ist. Eine Zeit, deren Wirtschaft auf den Schultern von MillioWohnraum haben sich die beiden Mörder feit Donnerstag aufge Gefuchten tot am Boden. Sie hatten sich beide Kopf- nen arbeitender Menschen ruht, tann nicht mehr beherrscht halfen. Die Hallesche Kriminalpolizei erhielt die erste Nachricht über schüsse beigebracht. Borher follen sie sich noch am Fenster sehen werden nach der Methode des mittelalterlichen Fauftrechtes den Aufenthalt der Gesuchten Sonntag nachmittag. Zwei hiesige gelaffen und ein Hoch auf Ehrhardt ausgebracht haben. Die Orts- und nicht mehr von Personen, die gedanklich und gefühlsfaufleute entdedten im Burggemäuer zwei junge Leute, auf die das besichtigung findet im Laufe des Dienstag vormittag statt. Das Nest beim Einsiedler. # Der Potsdamer Waffenfund. Die bisherigen amtlichen Ermittlungen haben ergeben, daß unsere Meldung über den großen Waffenfund in der Bots damer Raferne der ehemaligen Garde- du- Corps zutreffend sind. Allein das Vorhandensein von Dum Dum Geschossen wird in Abrede gestellt. freigab, die die hörigen Bauern waldwund behte und ein Menschenleben nicht achtete, es sei denn, daß er der eigenen ritterlichen Raste angehörte und sich mit bewaffneter Hand verteidigen konnte. mäßig wurzeln in einer verfuntenen Stulturepoche. Mögen auch einzelne Freischärler, unterstützt mit Riefenfammen aus nebelhaften Quellen ihr verbrecherisches Handwerk weiter treiben, fie fönnen nicht entscheidend rütteln an den Grund fagen des neuen republitanischen Staatswesens. Die Massen der Arbeiter und Angestellten von heute sind die sicherste Gewähr dafür, daß das absolutistische System im Staate wie in der Wirtschaft endgültig überwunden bleibt. " Der Bazille der Nationalen". Stürmische Schlußigung des Reichstags. Die heutige Sigung des Reichstages, die die letzte vor den Sommerferien sein soll, gestaltete sich in ihren Anfängen Aber noch ein Erfreuliches hat der Rathenau- Mord und zu einer Sturmfizung. Anlaß dazu gab eine Rede, die die Verfolgung der Mörder an den Tag gebracht. Die der deutschnationale Abgeordnete Bazille zum GesezRichtig ist es ferner, daß die Waffen vom Reichswehr- In- Arbeit der polizeilichen Organe hat so umfassend Richtig ist es ferner, daß die Waffen vom Reichswehr- In entwurf über den Schutz der Republik hielt. Herr Bazille, ein fanterieregiment Nr. 9 als ihren rechtmäßigen Besitz" beansprucht und intensiv gewirkt, daß man geneigt sein darf, zu glauben, Mann von französischer Abstammung, von aus werden. Das ist ein ganz unmöglicher Standpunkt, denn die Baht daß der neue Staat auch in feinem Beamtenförper hiejenige los für das deutsch nationale Tun, sprach von der den Friedensvertrag und andere Abkommen mit der Entente genau Ehrhardt frei herum und es ist mehr als wahrscheinlich, gesprochen französischem Gesichtsschnitt, begeisterte sich maß der Baffen und Rüstungsgegenstände der Reichswehr ist durch freiwillige Hingabe findet, die erforderlich ist, um das Gebäude zu stützen. Noch läuft der oberste Consul" des Kapp Butsches genannten Republik" und rief dadurch Stürme des Profestes hervor. Er verteidigte seine Partei gegen den Vorsfestgelegt und fann nicht beliebig erhöht oder herabgesetzt werden. wurf, den politischen Mord zu begünstigen, zeigte aber bald Daß diefe Waffen nicht etatmäßig geführt wurden, geht schon aus daß er nach zuweilen, wenn nicht dauernd, in Bayern eine wieder nach den Samipfötchen die Krallen und rief durch der Tatsache hervor, daß die Stahlhelme noch immer mit Hafen nicht gefaßt, noch sind die Lüttwig und Bauer trok steckbrief. Gaststätte findet. Noch sind die Erzberger Mörber treuzen versehen sind. Es handelt sich um Gegenstände, die früher Stürme der Entrüstung hervor, an denen sich Demokraten spruch darauf, und mir fordern, daß die Beschlagnahme untnecht zu fassen. Oft schien es, als wenn alle Anstrengungen Stürme der Entrüstung hervor, an denen sich Demokraten den Baltitumern gehörten. Die Reichswehr hat feinen An- licher Verfolgung auf freiem Fuße. Noch immer ist es nicht gelungen, die Mörder von Rosa Luremburg und Karl Liebund Zentrum hervorragend beteiligten. bebingt aufrecht erhalten bleibt. Als Herr Bazille zu Ende war, betrat der württem bergische Arbeitsminister Genosse Keil die das Vorhandensein des Waffenlagers verheimlicht und nach dessen instanzen es nicht fertig brachten, diese Verbrecher dingfest Eine Berhaftung der schuldigen Reichswehroffiziere, die Bersagen verurteilt wären, weil die sonst so findigen Polizeider Regierung und der hinter thr stehenden Volksmassen zum Rednertribüne und nun wurde die Szene zum Tribunal. Reil Entdeckung noch versucht haben, es zu verschieben, versteht sich von zu machen. Die Zersplitterung des Reiches und der Bolizeiwies nämlich an Hand von Aften nach, daß Herr Bazille, felbst. feines Zeichens württembergischer Staatsbeamter, in gewalten, insbesondere das Bersagen bayerischer Bolizeiverschiedenen Stellen den württembergischen Staat organe hat das Bertrauen in die 3uverffsigteit der Kriminalin betrügerischer Weise geschädigt hat. Es han polizei start erschüttert. Durch das rasche, enfchloffene und delt sich dabei nicht gerade um große Hochstapeleien, vielmehr satkräftige Arbeiten nach dem Rathenan- Morb ist es in vieler aber um eine ganze Reihe von Fällen, in denen Herr Bazille Obwohl die innerpolitische Lage sich seit gestern mesent Hinsicht wieder gestärkt worden. Das Reichsfriminalpolizeihen württembergischen Staat burch Erhebung doppel- lich geklärt hat, war am Berliner Devisenmarkt gefeß, das heute mit den anderen Gesezen zum Schuße der ter Gehaltsbezüge. Anrechnung nicht vorhandener teine Verminderung der Nachfrage zu spüren. Es scheint Republit vom Reichstage verabschiedet werden soll, ist eine Reisekosten usw. nach allen Regeln der Kunst beschubst, be- vielmehr, als ob das in den letzten Tagen niedergegangene zwangsläufige Folge jenes Versagens. Das erfolgreiche Armogelt und über das Ohr gehauen hatte. Das ist der Mann, Unwetter die Ernte aussichten wesentlich beeinbeiten der Berliner politischen Bolizei gegenüber den verbrecheder von der Dentschnationalen Partei dazu berufen ist, sich trächtigt habe, und als ob im Zusammenhang damit die rischen Geheimbünden wird indes die Ueberzeugung stärfen, über die„ Mißwirtschaft in der deutschen Republit" gutacht- Produktenbörse sich stärker mit ausländischen Zahlungs- daß das Reichskriminalpolizeiamt in Zukunft gegen das monlich zu äußern. mitteln eindeckt. Infolgedessen waren befonders Dollar.archistische Verbrechertum eine träftige Stüge bei den vornoten heute sehr gesucht. Im Vormittagsverkehr stellte handenen Organen finden wird. Nach Keil nahm für das Zentrum Fehrenbach das fich der Kurs für den Dollar auf etwa 460, an der Börse Wort, um in Ausdrüden tiefster Entrüstung gegen die scham- schwantte er zwischen 465 und 486. 2n der Effektenbörse ist der Schande ein Ende machten, scheiden jest aus der Erörte Die Fischer und Kern, die auf der Sealed ihrem Leben lofen Heyreden der Deutschnationalen zu protestieren. Er das Geschäft in Industriepapieren nach wie vor still, in aus- rung aus. Sie find in dem großen Kreis der Mördergesellschloß unter stürmischem Beifall fast des ganzen Haufes mit der ländischen Renten, besonders Türken, Merikanern, Ungarn schaften ja mur fleine Figuren gewesen, die nicht einErflärung, daß für anständige Menschen tein jedoch sehr lebhaft. Blah in der Deutschnationalen Bol? spartei fei. Hierauf ergriff Abgeordneter Emminger von der Bayerischen Volkspartei das Wort, um sich zu dem Gefeßenthalt hat das Crscheinen der deutschnationalen An haitischen Die„ Anhaltische Rundschau" verboten. Der Stectsret fü: An. murf selbst zu äußern. Rundschau" wegen eines Artikels in Nr. 194 Bildeste Partei( Reichstagsbericht fiehe 3. Seite.) herrschaft statt Demokratie" auf vier Wochen verboten. Dollar: 460-480 Mark! mal den geringsten Schatten von politischer Größe an den Tag zu legen suchten, indem sie sich selbst dem Gericht und all ihren raftionären Freunden verleugnet werden. damit der Geschichte stellten. Sie fönnen heute wie bisher von Niemand will sie fennen, niemand die Verantwortung für ihr Treiben tragen. Ein verurteilter Verleumder. Der Prozeß gegen ihren Gehilfen Techow und die ande-! Im Grunde genommen sind sich also sowohl Demokraten ren Mitwisser des Einzelverbrechens wird aber seinen Gang als auch Zentrum darüber im flaren, daß die Deutsche VolksLeipzig, 17. Juli.( Eigener Bericht.) Das Landgericht gehen. Der Staatsgerichtshof wird über sie das Urteil zu partei feine geeignete Genoffin im Kampfe für die Republik ist. Stettin hat am 12. Februar den Postagenten Albert fällen haben, und wir hoffen, daß er keine unangebrachte Die sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft Milde an den Tag legen wird. Er wird unnachsichtig in die sollte aus diesen Geständnissen ihre Lehre ziehen. Für die Behl wegen Beleidigung zu 2000 m. Geldstrafe verurteilt. Zusammenhänge leuchten müffen, die den Mord beein- bürgerlichen Barteien ist der Gedante einer Arbeitsgemein- Der Angeklagte fam im November 1920 in einem Gespräch mit flußten. Ueber die Angeklagten in diesem Prozeß hinaus schaft nur eine Frage der Tattif. Die Zentrums mehreren Beamten auf den deutschen Reichspräsidenten zu sprechen. stehen alle jene auf der Anklagebant der Geschichte, forrespondenz fennzeichnet die Situation sehr flar, wenn sie Dabei ließ er sich zu folgenden Bemerkungen hinreißen:„ Was sollen die diese Mört organisationen offen und heimlich unter die Koalition der beiden sozialistischen Fraktionen unter feinen wir denn mit einem solchen Sattiergehilfen! Jetzt läßt er sich wieder stützten und die durch ihre politische Berbegung erst die Stim- Umständen als eine Frattionsgemeinschaft anerkennen roill. eine Billa mit 66 Zimmern bauen! Wozu schluckt denn dieser Mann mung schufen, aus der die Verbrechen emporwuchsen. Es ist deshalb erfreulich, wenn auch die Freiheit" einer das viele Geld? Wir müßten es eigentlich alle so wie Ebert machen Es ist sicher fein Zufall, daß der„ Einsiedler" von organisatorischen Einigung über eine Frat- und uns die Taschen füllen!" Diese Aeußerungen sind nach Ansicht Saaled, der Schriftsteller Dr. Stein, nach glaubwürdigen tionsverschmelzung hinaus das Wort redet. Es des Gerichts geeignet, das Ansehen des Reichspräsidenten in der Mitteilungen, die uns wurden, noch vor kurzem deutsch mag dahingestellt bleiben, ob als zweiter Schritt nach Grün öffentlichen Meinung herabzuroürdigen und dessen Ehre zu tränken. nationaler Parteisekretär gewesen ist. Es ist dung der Arbeitsgemeinschaft nicht die Fraktionsverschmelzung Nach den Worten des Angeklagten müsse man zu der Annahme ficher ebensowenig ein Zufall, daß der Besitzer der Burg das Gegebene gewesen wäre und ob sie den Weg zur Einigung fommen, daß Ebert die Absicht habe, seine verantwortungsvolle Saaled, die zum Rittergut Rreipitsch gehört, jener Herr von nicht geebnet hätte; jedenfalls bemerfen wir es mit Genug Stellung dazu zu mißbrauchen, sich auf jede nur mögliche Weise an Schönberg ist, bei dem schon im vorigen Jahre erhebliche tuung, wenn es in der Freiheit" heißt: dem Staatsvermögen zu bereichern, während das Bolk darbe und leide. Die Bemerkungen des Angeklagten erfüllen nach Ansicht des Waffenfunde gemacht werden fonnten. Gerichts den Tatbestand der Beleidigung. Die Revision, welche Behl gegen das Urteil eingelegt hatte, wurde vom Reichsgericht als Alle diese Herrschaften, die den Mördern vor und nach der Tat Unterstützung und Hilfe zuteil werden ließen, gehören merkwürdigerweise den Rechtsparteien an. Die Abrechnung mit ihnen fann nicht der Staatsgerichtshof vornehmen, fie muß vom Bolte selbst vollzogen werden, und wir zweifeln nicht daran, daß das zu gegebener Zeit in ausgiebigem Maße erfolgen wird. Dadurch, daß fie diese Abrechnung vorbereiteten, haben selbst die Rathenau- Mörder sich ein Verdienst erworben. Der Weg zur Einigkeit. " unbegründet verworfen. Die Sachlieferungen. „ Das sozialistische Gesamtproletariat darf sich nicht wieder aus einander manövericien lassen Es muß im Gegenteil aus den ErEs muß im Gegenteil aus den Ereignissen der letzten Tage die Lehre ziehen, daß es die jetzige Kampf. gemeinschaft zu einer dauernden machen muß und die organifatorischen und prgrammatischen Vorausfegungen dafür in nächster Beit zu schaffen hat, damit der tommende Herbst beim Wiederzusammentritt des Reichstags bereits eine feste sozialistische Paris, 18. Juli.( WTB.) Nach Ansicht des Petit Parifien" RI assentampfgemeinschaft vorfinder, die parlamentarisch wird Frankreich im Laufe des Jahres 1922 nicht mehr in der Lage und außerparlamentarisch als Einheit auftritt und den geschlosse fein, für 950 Millionen Goldmark Sachlieferungen aufzunen Maffenbrud des ganzen sozialistischen deutschen Prole- nehmen. Man schätzt den Betrag der Lieferungen, die noch in tariats hinter ihre Forderungen zu setzen vermag." diesem Jahre in Frage kommen fönnten, auf 200 Millionen GoldDie bürgerlichen Parteien haben der sozialdemokratischen die beiden sozialistischen Fraktionen im Reichstag zusammenDas ist auch unser Ziel, und wenn die Grundlagen, die Arbeitsgemeinschaft die bürgerliche Arbeitsgemeinschaft entgegengesetzt. Mit einiger Spannung durfte man der Entwick- geführt haben, auch die Grundlagen für die Gesamteinilung zur bürgerlichen Einheitsfront entgegensehen. Skeptiker gung der Parteien sind, dann ist es schwer erfindlich, wollten von vornherein wissen, daß diese Arbeitsgemeinschaft was einer Rückkehr zur vereinigten Sozialdemokratie noch im überhaupt keine Arbeitsgemeinschaft sei. Die. Skeptiker haben Bege steht. recht behalten. Das Berliner Tageblatt" fragt heute, mie die Deutsche Volkspartei die zarten Bande, die sie mit den Deutschnationalen verbinden, lösen wolle. Es gebe zu denken, menn erst vor einigen Tagen das amtliche Organ der Deut schen Bolkspartei erklärt habe, daß von irgendwelchem Aufgeben des im Leipziger Brogramm enthaltenen Bekenntnisses zum monarchistischen Gedanken keine Rede ist", und es sei ein stimmungsgemäßes Symptom, wenn sie gestern dem Arbeitsgemeinschaft, in der sie eine Preisgabe der Parteidemokratischen Antrag, den Berfassungstag zum gefeglichen grundsätze sieht und ersucht die Demokratische Reichstagsfraktion, Festtag zu erheben, widersprochen und den 18. Januar als von diefem die Partei schädigenden Verhalten Abstand zu nehmen." Feiertag in Borschlag gebracht habe. Derartige Bedenken erinnern an einen bekannten Ausspruch Gretchens im" Faust", Der Klub der Harmlofen. und man ist nicht erstaunt, wenn das„ Berliner Tageblatt" zu dem Schluß tommt: " ,, Es steht also noch nicht fest, ob die Arbeitsgemeinschaft in Kraft treten wird. War ihre Anfündigung nur ein taftischer 3ug zur Berhinderung einer einseitigen Berbreiterung der Roalition nach lints, so ist dieser 3 wed nach den gestrigen Beschlüssen der Unabhängigen Sozialdemokratie erreicht, wobei dahingestellt bleiben kann, ob dics taktische Vorgehen oder das Eingreifen des Reichspräsidenten oder die leere Parteikasse am meisten zu diesem Resultat beigetragen hat." Auch die Zentrumsforrespondenz ist alles andere als entzückt. Sie schreibt: „ Ist der Gedanke an sich durchaus gefund, so wird man sich vor Uebereilungen und Uebertreibungen doch hüten wollen. Deshalb werden die Einzelfragen erst in einer Reihe weiterer Befprechungen endgültig geflärt werden können. Eins steht jedoch fchon heute bereits fest, daß die Selbständigkeit der Frat tionen im vollen Umfange gewahrt bleibt. Es handelt sich nicht um eine programmatische, sondern um eine taktische An= näherung. Im übrigen sind wir uns bei einer etwaigen Bildung der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft, die noch in ihren Anfängen steckt und als vollzogen noch nicht angesehen merden darf, ganz klar darüber, daß es auch in der Deutsch en Volkspartei eine Gruppe mit starfem Einfluß gibt, die der mittleren Politik wenig oder gar nicht zugeneigt ist, und daß eine Arbeitsgemeinschaft dadurch eine gewisse Belastung erhält." weitert. Station Oppeln. Bon Hans Bauer. Der Kampf gegen die Reaktion ist schon längst nicht mehr nur ein Kampf der einen politischen Auffaffung gegen eine gleichwertige andere: er hat sich zum Ringen gewaltiger Gedankenfomplere erReaktion bedeutet heute nicht mehr nur Wille zur Rückwärtsrevidierung der Staatsform, es bedeutet darüber hinaus: Unterordnung aller wesentlichen sittlichen Anschauungen unter diejen Willen. hatten. besorgen, das hoffentlich alsbald bemüht wird. marf. Paris, 13. Juli.( WTB.) Ein Teil des Garantieausschusses ist bereits in Paris eingetroffen. Der Vorsitzende Mauclerc wird heute nacht zurückerwartet. Die Uebermittlung des Berichtes erfolgt am Mittwoch. Von Donnerstag ab wird die Reparationstommiffion mit dessen Prüfung beginnen. Der Kampf Lloyd George- Poincaré.. Demotrafen gegen bürgerliche Arbeitsgemeinschaft. Eine gestern abend in Frankfurt a. M. abgehaltene Obmännerversammlung der Demokratischen Partei faßte nach der London, 18. Juni.( WTB.) Der Pariser Rorrespondent der Frantf. 3tg." folgende Entschließung, die auch an die Reichstags. Times" schreibt, die Reparationsfrise habe sich etwas fraktion der DDP. weitergeleitet wurde:„ Die Obmännerversamm verschärft. Es scheine, daß Lloyd George nach den Bclung des Demokratischen Vereins Frankfurt a. M. mißbilligt ratungen der letzten Tage sich gegen einen Berzicht auf die einstimmig aufs schärffte die Anbahnung einer bürgerlichen England von Frankreich geschuldeten Summen ausgesprochen habe, bis Frankreich vernünftig geworden sei. Ohne eine Kompensation aber werde Frankreich unnachgiebig bleiben. Wenn jebe Regierung, sagt der Korrespondent, auf eine großmütige Gefte der anderen warte, dann müsse man notwendigerweise zu etwas kommen, was schlimmer als Stillstand fei. Der Besuch Poincarés in London scheine in Frage gestellt zu sein. In der Reparationstommiffion ständen sich offenbar zwei Parteien gegenüber: die englische sei für das Moratorium, während die franzöfifche eine ab. fichtliche Nichterfüllung Deutschlands mit allen Schlußfolgerungen festzustellen wünscht. Ehrhardt über die Organisation ,, C". München, 18. Juli.( TU.) Der frühere Kommandant der Marinebrigade Ehrhardt, Korvettenfapitän Ehrhardt, veröffentlicht in Münchener Blättern eine Erflärung über die Drganifation C, worin es am Schlusse heißt: Die Organisation C ift aufgelöst und zerschlagen, es schadet nichts, der Geist läßt sich nicht durch Verbote und Paragraphen töten. Ich weiß, daß die alten Mitglieder der 2. Marinebrigade sich wieder zusammenfinden werden, auch ohne Organi fation und Berein. Sie werden ihre Pflicht zu tun wissen, wenn auch Deutschland ein bolschewistischer Rätestaat werden sollte. Ein anderes Ziel als dieses Ziel der Abwehr hat die gehaßte, gefürchtete und schamlos verleumdete Organisation C nicht gehabt. Als Aufgabe der Organisation C wird in dem Schreiben bezeichnet, daß bei bolfchemistischen Unruhen sich ihre Mitglieder, falls die Machtmittel des Staates nicht ausreichen oder versagen foliten, der gefeßmäßigen Regierung zur Verfügung stellen. Man weiß nicht, ob man die Frechheit oder die Dummheit dieser Briganten mehr bewundern foll, mit der sie jedesmal das Märchen vom Bolscherismus auftischen, wenn ihre eigene Gemeingefährlichfeit festgestellt worden ist. Bezeichnend ist es, daß die Münchener Beitungen ihre Spalten einem Mann zur Verfügung stellen, der von der Bolizei als flüchtig gesucht wird. Das nennt man in Bayern Maßnahmen zum Schuße der Republik! * Lloyd George stellt die Vertrauensfrage. London, 18. Juli.( WTB.) Im Unterhause fam gestern der Antrag auf Einsetzung eines Ausschusses zur Untersuchung der Frage der Verleihung von Titeln zur Berhandlung. Die Regierung hatte diesen Antrag, der von 297 Mitgliedern unterzeichnet war, für unannehmbar erklärt. Der Antragsteller Locker Lampson führte einige Fälle an, in denen Bersonen, die weder durch ihre Leistungen noch auf Grund ihres Charakters Anspruch darauf hätten, den Beer- eder Barontitel zu erhalten. Lloyd George fagte in feiner Erwiderung, es werde eine königliche Kommission ernannt werden, welche der Regierung Vorschläge über etwa notwendige Abänderungen bei der Methode der Verleihung von Titeln machen solle. Hieran schloß sich eine Debatte, die gegen 11 Uhr abgebrochen wurde, ohne daß es zu einer Abstimmung fam. Im Oberhause brachte der neue Führer der Die- Hardgruppe, Salisbury, eine ähnliche Resolution ein, auf die der Lordfanzler mit der gleichen Anfündigung wie Lloyd George antwortete. Das Oberhaus stimmte dieser Erklärung der Regierung zu. K. L. auch Bernsteinfdmud aus, der in dieser Gegend ja nicht selten in der Erde gefunden wird. Erfreulicherweise sind sofort die Sachver ständigen der Königsberger Altertumsgesellschaft Bruffia" hinzugezogen worden, die den Fund in das dritte Jahrtausend oor Christi Geburt datieren. daß sie diesem Lande ein größeres Opfer bringe, als der fette Stadtbaurat, Bruno Laut, tam gen Magdeburg und gedachte, Patriot. der alten Elbestadt lediglich ein buntfarbenes, fröhliches Gewand zu Die Dirne ist in der Literatur häufig besser gemacht worden geben, wie es in geringem Ausmaße die alten Harzstädte Quedlinals sie ist. Es ist ein Glorienschein um sie gewoben worden, den sie burg und Halberstadt, bieder und schlicht freilich, früher besaßen. nicht verdient. Aber daß die Schmuzigfte unter ihnen immer noch Magdeburg sollte neuzeitlich fatt- bunt werden. Und- trotz manchen ein reinlicherer Mensch ist als die Leute der Deutschen Zeitung", Entrüstungsschreies zog der neue Stadtbaurat der Elbestadt auch das die finsteres Mittelalter in bestimmtem Maße entschuldbar" finden bunte Kleid an, so daß als neueste Sehenswürdigkeit zurzeit diese und grauenhafte Roheitsdelikte zivilen und uniformierten Ge- modern- bunte Stadt" zu gelten hat. lichters als„ Boltsgericht" bezeichnen, diese Erkenntnis sollte endlich, endlich in Gestalt einer Abkehr aller Anständigen von solchen natio- geschrieben: Es sind nun bald achtzig Jahre her, daß nördlich des Ein Phahlbaufund in Ostpreußen. Aus Königsberg wird uns nalen Kulturbredfleden ein wahres Boltsgericht heraufbeschwören. Bodensees durch Grabungen bei Schussenried ganze Phahlbaudörfer Station Oppeln! Ja, das ist doch wohl nun die äußerste mit noch gut erhaltenen Häusern aufgededt wurden, die fich durch Station. Oppeln ist wieder einmal ein Beleg. Nach dem Abmarsch der das ringsum emporgemadhiene Moos so wunderbar fonferviert französischen Befagungstruppen hat nationales Gesindel in dieser katten, daß die fahlbauforschung dadurch eine feste Grundlage erStadt unter bgefang des deutsch- völkischen Parteiliedes Deutsch- Die Ruine Saaled, in deren Mauern die beiden Rathenau- hiei: und erst ten rechten Anstoß zum Studium unserer Ber- und land über alles" und des Revancheidiotengefanges von der Wacht Mörder Selbstmord begingen, ist in einer der lieblichsten Gegenden Frühgefchichte gab. Erft in diesen Wochen ist im Küftengebiete Ost. am Rhein die gräßlichsten Schändlichkeiten an Fraue: begangen. Bindungen sich hinziehenden Saale erheben sich ihre beiden runden ein neuer ähnlicher Fund von großer Bedeutung gemacht worden: Deutschlands gelegen. Ueber dem hohen Ufer der hier in anmutigen preußens bei dem Dorfe Pr.. Bahnau im Kreise Heiliger beil die mit den Befagungssoldaten in Geschlechtsverkehr gestanden Türme und in der Nähe liegt die Rudelsburg, die romantische bei Bewäfferungsarbeiten ftieß man auf Refte einer neuſteinzeitEs wäre nuzlos, sich mit diesen verstrolchten Kreaturen aus- Stätte, an der vor jest genau hundert Jahren Franz Kugler fein lidhen Bhahlbausiedlung, wie sie in dieser Gegend noch niemals festeinanderzufezen. Diese Auseinandersehung fann nur das Zuchthaus Lied" An der Saale hellem Strande" dichtere. In den verfallenen gestellt worden sind. Im einzelnen grub man u. a. Gefäßscherben, Räumen Saaleds hauft gegenwärtig der Schriftsteller, Hans Wil- Teile vom Authirsch und Urstier, Stein- und Knochengeräte und Wenn aber die" Deutsche Zeitung" die Handlungen diefer helm Etein, Herausgeber einer Monatsschrift Berg, Burg und Schufte als„ Voltsgericht" bezeichnet und sie in bestimmtem Maße Wald" und Freund des Einsiedleriebens. In der Nähe hat Paul entschuldbar" findet, so versucht sie um die Motive eines infamen Schulze- Naumburg, der Reformator der deutschen Geschmackstuitur, Berbrechens ein Gerüst zu bauen, das selbst für nationale Berhält feinen Wohnsiz und seine Arbeitsstätte. Im benachbarten Kösen niffe feiner Dummbreistigkeit megen einen Seltenheitswert hat. aber versammeln sich alljährlich zur Pfingstzeit die deutschen Die Nationalen denken so wenig wir irgend sonst eine politische und ähnliche zeitgemäße Probleme zu diskutieren und zu lösen. furz gemeldet, ist der französische Fünfmaster France" gesunken. Korpsstudenten, um in harter Geiftesarbeit Kommenifragen Der Untergang des größten Segelschiffes der Welt. Wie schon Gemeinschaft daran, von allen unverheirateten Frauen Keuschheit und allen verheirateten unbedingte Treue zu verlangen. Sie mögen Bei diesen Zusammenfünften spielt auch die Rudelsburg nebit Um- Das 5633 Registertonnen fassende Schiff, das bei einer Länge von das tun und es soll gewiß in einem furzen Zeitungsartikel gegend eine bedeutungsvolle Rolle, denn hier pflegen die akademi- 140 Metern und einer Breite von rund 18 Metern das größte das Problem der Geschlechtlichkeit nicht erörtert werden. Sie haben schen Ritter vom Hakenkreuz und Bierzipfel sich nach ihren anfiren Gegelschiff der Welt war und mit seinen Hilfsmaschinen eine auch gegen die Proffitution nichts Grundsägliches einzuwenden. genden Beratungen durch ausgedehnte Saufaelage zu erholen. Diese Schnelligkeit von 12-17 Knoten erreichte, war auf ein Riff an der Rom Deutschen Offiziersbund menigstens oder vom Bund der Land-" Weihe" des Ortes dürfte auch der Magnet gewesen sein, der die Küste von Neu- Kaledonien aufgelaufen. Das Schiff hatte sich somirte sind noch feine prinzipiellen Bedenten gegen diese Institution zwei deutschvölkischen Mörder dorthin gelockt hat. fort auf die Seite gelegt und fant rasch, so daß sich die Lage der Behörbar geworden. Auch darüber soll fein böses Wort fallen. Die bunte Stadt. Man schreibt uns: München mit seinen Ver- fazung verzweifelt gestaltete. Auf die drahtlose Meldung des in Aber nun kommen die Nationalen plötzlich daher und drücken fuchen, Hausfronten bunt zu temalen, und Leipzig mit seinem grell- Seenet befindlichen Schiffes war ein fanadischer Dampfer, den stillschweigend das eine Auge zu und meinen damit: Prostitution bunt neubemalten Echauspielhause sind von Magdeburg meit in 220 Secmeilen entfernt der drahtlose Hilferuf erreicht hatte, herbei hin und her! Schon gut! Na ja, laßt man indessen: und den Schatten gestellt worden: Magdeburg ist in diesem Sommer zur geeilt. Unterwegs erhielt er die drahtlose Nachricht:„ Bemüht Euch indeffen: für franzö- wirklichen bunten Stadt" geworden. Farbenfroh bemalt sind nicht nicht, uns ist nicht zu helfen!" Einer späteren Meldung zufolge war fische Franken? Kriterium der Sittlichkeit ist nicht mehr die Be- allein die Fassaden von Wohn- und Geschäftshäusern, sondern es der Mannschaft unter großer Mühe gelungen. die Boote herunter zabltheit oder Illegitimität der Hingobe: Kriterium ist die Natio- auch ernsthafte, öffentliche Gebäude, wohin zuerst das Rathaus zulassen und sich in diese zu retten. Das Schiff war erst 10 Jahre zu rechnen wäre. Dos niedere, sonst menig ansehnliche Ge- alt und ist im Filmbild festgehalten, ta Shadleton bei seiner Es wird den Frauen, denen nachgesehen wird, daß sie aus der bäude prangt in frischem Rot und Gilber den früheren Stadt- legten Ausreise auf der Quest" dem Schiff begegnet war und es Liebe einen Geldermerb machen als Berbrechen angetreidet, daß farben und es wird damit eine recht gute Wirkung erzielt. In wesen seiner ungewöhnlichen Größenverhältnisse auf voller Fahrt sie diesen Gelderwerb gegenüber Ausländern geübt haben. der Umgegend des Rathauses eifern zahlreiche Geschäftshäuser gefilmt hatte. Herr Stinnes, die Wirtschaftsverbände dürfen an Frankreich nach, Bon denen sich besonders ein zweistödiges hoch verdienen. Reinen nationalen Phrafeur schiert das. Milliarden giebeliges Haus in ähnlichem farbenfrohen Gewande präsentiert. lind dürfen fie verdienen. Die Prostituierte aber, die von Deutschland auffallend modern bemalt ist, aus Reflamegründen natürlich, das häufig nur weiß, daß es ein Land ist, in dem es für sie teine andere alte Gebäude cines Barenhauses auf dem Breiten Wege. Hier, Möglichkeit gab, anders zu werden, als das, was sie ward, und die wie bei den Zeitungstiosten, die die Form einer auf die Spitze gemit dem Begriff Baterland" das Land meint, in dem sie als Lehte stellten sechsedigen Pyramide mit eingeferbtem Dach haben, vermutet und Burüdgefekte gilt, pon ber perlangt dieses Heuchlergefindet, man irgendeinen Jemus.... Aber nichts davon! Ein neuer zornfunfeind bebt dann das andere Muac, nalität des Partners. Der Freiburger Münster- Turm. Nach jahrelanger Umrüstung zeigt das Freiburger Münster jetzt wieder seinen herrlichen Turm mit dem durch. brochenen Helm, dem vollendetsten der deutschen Gotit. Seit dem Juni 1913 64,5 Meter hoch den Turm unsichtbar gemacht. Dahinter fomunten die Er bat ein 17stödiges Gerüst, das bis zur Streuzblume und Wetterfabne reichte, neuerungsarbeiten an der oberen Turmhälfte ausgeführt werden. Zur Wieder herstellung der unteren Hälfte und anderer Zeile des Münsters fehlen noch die Mittel Physiognomie des Wetters. Sturmfzenen im Reichstag. Deutschnationale Provokationen. Auf der umfangreichen Tagesordnung der heutigen Reichstags-! Also um es turz zu machen: Das Wetter hat ein Gesicht wie brei Tage Regen und es denkt offenbar gar nicht daran, sein Gesicht zu ändern. Man weiß bald gar nicht mehr, wie schön' Wetter ausfieht. Mal regnet es Bindfaden, mal Stride, mal gießt es mii Mollen, mal mit Eimern, mal ,, drippelt" es, immer aber tommt es naß von oben herunter und bringt naß unten ein durch die undich ten Sohlen, deren Dichtigkeit man anscheinend kaum noch durch Preise über Weltmarkt erzielen bann. In den Bäumen des Partes und den grünen Straßen der Vororte hat der tolle Sturm und der wilde Regen der letzten Nacht ganz unjagbar gewütet. Nicht nur daß der Sturm wie üblich Zweige niedergebrochen, hat der Schlagregen auch brutal riesige Mengen im frischesten Grün glänzender Blätter abgeschlagen, so daß die Straßen und Bartwege einen fläglichen Anblid bieten. Und im Regen ziehen die Glücklichen, die jetzt Urlaub, Ferien und das Geld dazu haben, hinaus aus Berlin, aus dem Anhalter, Potsdamer und Stettiner Bahnhof und denken verschmitt: Wenn wir man erst draußen sind, dann wird schon besser Better werden". Sie werden sich irren, die Biederen, denn aus allen Sommerfrischen stöhnt es, um Porto zu sparen, auf 50- Pf.Ansichtskarten mit den postalisch erlaubten fünf Worten: Regen schwere Grüße und Glückwünsche sendet. Da weiß man fchon genug. Die Freis, Fluß, Luft- und sonstigen Naturbäder stehen leer und die Badewärter haben Ruhe und Muße ihr Pfeifchen zu rauchen. Jeder aber fragt: Soll das denn nun so bleiben? Will denn das Wetter seine finstere, grämliche Physiognomie gar nicht mehr ändern. Soll dieser Sommer, der so spät eingefeßt hat, polemisiert Abg. Bazille( Dnat.) erneut gegen das Gefeß. Der Reichsdenn schon wieder zu Ende sein? Das kann und mag sich feiner fanzler habe mit seiner Kampfansage gegen rechts in einer Minute vorstellen und unsere vertrauten Berliner Wetterfundigen, mehr gesagt, als er in seinem ganzen Leben verantworten fönne. denen die Nachrichten aus dem ganzen Reich und darüber hinaus( Gelächter links.) Alle unheilvollen Folgen fallen auf das Haupt zufließen, find denn auch nicht ganz ohne Trost für die des Reichskanzlers.( Unruhe und Rufe bei den Soz.: Das war eine des Regens müden Leute. Ein großes Tiefdruckgebiet ist spreche allen Grundsägen der Demokratie und mache jede BerföhBedrohung des Reichskanzlers!) Das Gesetz widervom Nordwesten über die Ostsee nach Nordosten und Osten gewannung unmöglich. In diesem sogenannten Gesetz zum Schutze der dert und hat sich dort festgesetzt und sogar noch vertieft. Die Folge sogenannten deutschen Republik....( stürmische Entwar, daß man im Osten noch ganz andere Regengüsse gehabt als in rüstungstunogebungen auf der Linken.) Berlin. Die Grenzmart Westpreußen verzeichnet 49 Millimeter, Präsident Löbe ersucht den Redner, die Stimmung im Haufe Grünberg in Schlesien 46 Millimeter Regenhöhe und Berlin immer nicht unnötig zu verschärfen. hin noch 27 Millimeter. Wer das Wort Regenhöhe nicht versteht, Weitere Bemerkungen des Redners, die gegen die Republik gec weiteren Ausführungen des Abg. Bazille unverständlich. waren Sie In die fisung, die um 10 Uhr vormittags eröffnet wurde, steht zunächst der führungen den Saal. Dem schließen sich an Demokraten, das ZenFast die gesamte Linte verläßt während der weiteren AusAntrag der Koalitionsparteien auf Einfegung eines Unter- trum und ein Teil der Deutschen Volkspartei. fuchungsausschusses zur Prüfung der Vorwürfe, die gegen die Reichswehr erhoben worden sind, sowie gegen die Art und Weise, wie die Borwürfe von dem Reichswehrminister erwird zurückgestellt. ledigt wurden. Eine Debatte entwickelt sich nicht, die Abstimmung weise schlagen die Regierungsparteien in die Flucht. Dann geht er Abg. Bazille ruft den Abgeordneten nach: Ich sehe, meine Be auf die Angriffe auf seine Partei ein und erklärt: Gewiß haben wir Erzberger sehr scharf bekämpft, aber wenn dadurch die Morda In allen drei Lesungen wird ohne Erörterung ein von demofraten und das Zentrum schuld. Niemals hätte ein Kanzier sich atmosphäre geschaffen wurde, so sind daran ebenso sehr die Sozials allen Parteien mit Ausnahme der Kommunisten eingebrachter Ge- so weit vergessen dürfen, Millionen deutscher Männer und Frauen fegentwurf erledigt, der die Reichsregierung ermächtigt, im Einver- als Feinde des Baterlandes hinzustellen. Riesengroß ist die Schuld nehmen mit dem Reichsrat während der Parlamentspause der Parteien, die dem Kanzler auf seinem verderblichen Wege ge die am und nach dem 31. Oftober 1922 ablaufenden Fristen des folgt sind, aber die Sozialdemokratie versündigt sich Ermächtigungsgesetzes zur Verlängerung der Geltungsdauer von Monat nach Zusammentritt des Reichstages zu verlängern. Demobilmachungsverordnungen bis spätestens einen männer wie Ludendorff und Hindenburg als Verbrecher am meisten am Wohl des Volkes. Es ist unerhört, daß man hinstellt und die schwarzweißrote Fahne als die Mörderist auch die Regierung schuld. Der Kanzler ruft, der Feind steht fahne bezeichnet. An dieser Bersumpfung des öffentlichen Lebens rechts, und bei den Demonstrationen gibt es Dugende von Toten und Hunderte von Verwundeten.( Stürmischer Ausbruch der Ent rüstung auf der Linken, die zum Teil wieder in den Saal zurüdgefehrt ist.) eine Reihe fleinerer Vorlagen und das Gesetz über Maßnahmen Ohne Aussprache wurden dann in allen drei Lesungen gegen die wirtschaftliche Not der Presse angenommen. Bei der dann folgenden dritten Beratung des Gesetzes zum Schuh der Republik Abg. André( 3.) ruft Heuchler. Bon links wird Lump gerufen. Präsident Löbe bemüht sich vergebens, die Ruhe wiederherzus stellen, und hält dem Redner vor, daß er sich trotz aller Ermahnungen wieder in fchärfften Angriffen gegen die Regierung gefallen hat. Als der Redner versucht, weiter zu sprechen, erhebt sich neuer 2ärm auf der Linken. er die Sigung unterbrechen müßte. Präsident Löbe ermahnt dringend, Ruhe zu halten, anderenfalls Abg. Bazille bestreitet dann, den Kanzler persönlich angegriffen und habe davor gewarnt, diesen Weg meiter zu beschreiten. Für zu haben, er habe die Politit des Kanzlers für verderblich gehalten das, was er gesagt habe, übernehme er die die Berantwortung. Präsident Löbe unterbricht den Redner wieder und ermahnt ihn dem sei gesagt, daß, wenn die gesamte in den legten Tagen in Berlin richtet sind, veranlassen den Abg. Keil( S03.) zu lauten Rufen: nochmals dringend, neue Szenen hervorzurufen. gefallene Regenmenge nicht abgelaufen, sondern stehengeblieben wäre, das Wasser in ganz Berlin etwa 3 Zentimeter hoch stehen würde. Nun aber kommt endlich der Trost für alle Bedrückten. Das Tiefdrudgebiet wandert sehr langsam und gemächlich, dennoch aber stetig nach Often ab, während sich bereits im Südwesten ein Hochdruckgebiet bildet, das uns von neuem mit Sonne und Lebensfreude beschenden will. Aber da der alte, langweilige Regenfact sich gar zu langsam nach Often wälzt, fann der sonnenfreudige Jüngling aus dem Südwesten gleichfalls nur sehr langsam nachrücken. Aber er wird dennoch den Sturm zum Schweigen bringen, er wird vermutlich noch einige Tage mit starten Händen die Wolfen beiseite schieben. Na, und dann ist natürlich alles wieder gut! Der schwere Sturm in der vergangenen Nacht hat wieder man cherlei Schaden angerichtet, besonders in den Waldungen und Obstgärten. In Buchholz hätte er auf der Straßenbahn beinahe Unheil angerichtet. Dort brach unter seiner Wucht eine große Pappel um, als gerade ein Zug der Linie 116 pobei war. Er legte sich ummittelbar hinter dem legten Wagen quer über die Straße, indem er die Leitung zerriß. Auch aus dem Reich wird schweres Unwetter und dadurch hervorgerufene Schäden gemeldet. Auf den Feldern machen sich gleichfalls die Unwetterschäden bemerkbar, so daß bereits Befürchtungen für eine schlechte Getreideernte entstehen. In Tirol mußten infolge anhaltenden Regens auf verschiedenen Eisenbahnstrecken der Personen- und Güterverkehr infolge des anhaltenden Regens zeitweilig unterbrochen worden. Die letzten Meldungen teilen allerdings mit, daß die Störungen teilweise bereits wieder behoben sind. Infolge des starken Temperaturrüdganges ist auf dem Feldberg und in den höheren Lagen des Schwarzwaldes gestern und heute Schnee gefallen. Das nennt sich„ Wohnung"! Abg. Bazille( fortf.), seine Partei sei für die deutschoölkische Bewegung nur foweit verantwortlich, wie sie sich im Rahmen der Deutfcnationalen Partei bewege. Die deutschvölkische Bewegung fei die notwendige Reaktion gegen den Internationalismus. An diesem großen deutschvölfischen Gedanken würde seine Partei festhalten. Der Redner versucht unter stürmischer Heiterkeit der gesamten Linfen und unter Kopfschütteln des Abg. Stresemann aus dem Alten Testament zu beweisen, daß die Juden den politischen Mord verherrlicht hätten, wie der Fall Judith- Holofernes beweise. Der Redner versucht dann an Sand des Vormärts. Kalenders nachzuweisen, daß die Sozialdemokraten durchaus nicht immer Gegner der politischen Attentate waren. Abg. Bazille fann es aber trotz aller Ermahnungen nicht unters laffen, fortgesezt neue Provokationen gegen die Regierungsparteien zu schleudern. Daran, daß die Revolution nicht noch schlimmere Auswüchse gezeitigt habe, sei nicht die Republik schuld, das sei vielmehr ein Berdienst des Raisertum s. Im übrigen wer den die Deutschnationalen bleiben, was sie waren, die Vorfämpfer des deutschen Volkes.( Beifall bei den Deutschnationalen, Widerspruch und Pfeifen links.) Der Haushaltsausschuß des Reichstags behandelte heute den Gefeßentwurf fiber die Bereitstellung von Mite teln zum Schuhe der Republit und bewilligte unter Ablehnung eines deutschynationalen Antrags, der 25 Millionen für ausreichend erachtet, die angeforderten 75 Millionen Mart. Bubilligung mildernder Umstände und eine mide Strafe. Das Gericht hat sich zur Zahlung von 80 M. für Erwachsene und 20 M. für folgte der Berteidigung insofern, daß es trop der hohen Summen Kinder bereit erklärt. Der Magiftrat ersucht die Stadtverordneten und des raffinierten Vorgehens nur auf 5 Monate Sefängnis um Zustimmung. erfannte. Neneinkleidung wider Willen. Der Ankauf von Gold für das Reich durch die Reichsbank und die Post erfolgt in der Woche vom 17. bis 23. Juli d. J. underändert wie in der Vorwoche zum Preise von 1700 Mart für ein Zwanzigmartstid, 850 Mart für ein Zehnmartstid. Für die aus ländischen Goldmünzen werden entsprechende Preise gezahlt. Der Ankauf von Reichssilbermünzen durch die Reichsbank und Post findet unverändert zum 40fachen Betrage des Neunwertes statt. Berliner Abenteuer eines jungen Hamburgers. Ein junger Mann aus Hamburg, den sein Vater, ein Beinhändler, zu einem Einkauf mit 40 000 Mart nach Berlin geschickt hatte, erlebte hier ein ungewöhnliches Abenteuer. Bom Lehrter Bahnhof ging der junge Mann nach dem Potsdamer Platz, Eine neue Polizeiverordnung über das Theater und theaterum dort in einer Wirtschaft zu essen. Hierbei kam er in eine Unter- ähnliche Veranstaltungen, sofern sie nicht einen regelmäßigen, durch baltung mit zwei Männern, die sich erboten, ihm in der Schloß- Beitung bekannten Spielplan haben, ist vom Polizeipräsidenten erstraße 26 zu Charlottenburg ein Unterkommen zu verschaffen. Nach lassen worden. Sie legt jedem die Pflicht aaf, derartige Veranstal einer Becherei fuhr man gemeinsam dort hin. Am nächsten Morgen tungen mindestens zwei Wochen vorher dem zuständigen Bolizeiamt fand sich der Hamburger vollständig angekleidet in einem Zimmer schriftlich anzumelden. Unter diese Vorschrift fallen ferner Tanzim Bette wieder. Er trug aber nicht feine eigene lei aufführungen, Ausstellungen, Bazare, Ring- und Borlämpfe, Bei vielen Hauswirten war die Neigung, in den Wohnungen dung, sondern statt deren einen schäbigen feld- Schaustellungen und ähnliche Darbietungen, soweit sie gewerbsder fleinsten Mieter die nötigen Reparaturen ausführen zu laffen, grauen Anzug. Die beiden Gastfreunde, die ihm das Zimmer mäßig oder nichtgewerbsmäßig veranstaltet werden. Für öffentliche schon immer nicht groß. Die durch den Krieg verursachte außer- perschafft und ihn hineingeführt hatten, waren verschwunden, nach- Tanzluftbarkeiten ist gleichfalls polizeiliche Erlaubnis einzuholen. ordentliche Steigerung der Kosten solcher Reparaturen hat dazu ge- dem sie ihn bis aufs Hemd umgekleidet hatten. Seinen guten Berstöße werden mit einer Geldstrafe bis zu 300 m. bestraft. führt, daß an den meisten Kleinwohnungen Berlins gar nichts mehr Anzug und seine Brieftasche mit dem Gelde hatten sie mitgenom- Näheres erfahren die Interessenten bei den Polizeiämtern. gemacht wurde, so daß eine früher faum für möglich ge- einem 36 Jahre alten Adolf Sommerfeld aus Berlin gehörte und men. haltene Verwahrlosung zur Regel geworden ist. Vor Das Elisabeth- Hospital in Oberschöneweide fann infolge Geld. furzem hatten mir Gelegenheit, im Hause Memeler Straße 41 nahm diesen fest. Bei ihm fanden sich auch die Kleider des Aus- mangels den Betrieb nicht weiterführen, wenn es nicht wirksame eine sehr üble Kleinwohnung fennen zu lernen. Sie ist vom geplünderten wieder. Seine Spießgefellen will Sommerfeld nicht und der an dem Fortbestand des Hospitals start interessierten Hilfe erhält. Zwischen dem Hospitalfuratorium, der Stadt Berlin Wohnungsamt zum April dieses Jahres einem Mieter zugewiefen fennen. Angaben zu ihrer Ermittlung nimmt Kriminalkommissar AEG. soll eine Arbeitsgemeini& aft geschaffen werden, worden, nachdem er in einem anderen Hause die Portierstelle auf- Dr. Riemann im Zimmer 34 des Berliner Polizeipräsidiums ent- die zur Deckung des Fehlbetrages die Mittel aufbringt. Pro Jahr negeben hatte. Der frühere Inhaber dieses Quartiers, der es über gegen. 30 Jahre benutte, foll zeitweise darin Schmiedearbeiten ausgeführt will Berlin bis 150 000 m., die AEG. bis 850 000 m. dazu beihoben. Das erscheint glaublich, wenn man den Zustand der Drohende Erhöhung der Milchpreise. tragen, auch will zur Wiederherstellung der Gebäude und des InWohnung" betrachtet. Die Rüche ist so geschwärzt, daß sie hierin ventars die AEG. ein Darlehen bis zu einer Million mit einer Schmiedewerkstatt fast einen Gegeüber der Meldung, daß vorläufig feine neue Erhöhung des Mart geben. Wett= Das Elisabeth- Hospital ist keine Gemeindeanstalt, bewerb aushalten tönnte. Auch das aus dem oberen Milchpreises zu erwarten ist, erfährt die BS.- Korrespondenz von sondern eine Stiftung. In ähnlichen Schwierigkeiten befinden sich Stockwerk durch die Decke gelaufene Waffer, dessen Spuren man unterrichteter Seite, daß mit einer solchen Maßnahme be- jetzt die meisten anderen Stiftungsanstalten. an den Wänden sieht, hat den Schmutz nicht abzuwaschen vermocht. reits in fürzester Zeit zu rechnen ist. Für die Zeit vom Wer ist der Tofe? Im Grunewald erschossen aufgefunden In der Stube macht die Decke noch den Eindruck, daß an ihr mal 23. Juli bis 5. Auguft ist auf Grund der amtlichen Butternotierung wurde ein junger Mann, der selbst Hand an sich gelegt hat. Seine etwas getan worden ist. Aber von den vier Wänden find drei ein Milcheinfuhrpreis frei Berlin von 8,65 M. festgesetzt worden, was Persönlichkeit konnte noch nicht festgestellt werden, weil er feinerlei nahezu vollständig ohne Tapeten, die wohl schon vor gegenüber dem augenblicklichen Einfuhrpreis eine Erhöhung von Papiere bei sich hatte. Er ist einige 20 Jahre alt, war gut gefleidet reichlich langer Zeit heruntergefeht wurden. Der dem Auge fich dar- 2,20 m. bedeutet. Da die Kartenmilch im Handel zurzeit 8 M. foftet, und machte den Eindruck eines aflatischen Studenten. bietende nackte Buh ist schwärzlich, so daß man glaubt, in eine Höhle so würde schon mit dieser amtlichen Festsetzung allein sich ein Milchhineinzukommen. Der Wirt hat bisher nichts machen lassen, und auch preis von über 10 m. ergeben. Es ist aber damit zu rechnen, daß das Wohnungsamt erklärt, hier nicht helfen zu können. Der jezige Wohnungsinhaber sagt aus, er sei froh, wenn er morgens aus diesem es dabei nicht bleiben wird. Von den Interessenten des MilchBoch hinauskommt, um sich an seine Arbeitsstätte zu begeben. Man handels ist bei den zuständigen Stellen mit Rücksicht auf die ständige begreift es, daß seine Frau es noch nicht über sich gewinnen konnte, Steigerung der Unkosten, namentlich der Fuhrlöhne eine Erhöhung die widerwärtige Höhle mit Gardinen auszuftatten. Hauswirte halten sämtlicher Verdienstpreise beantragt worden, und am heutigen meist zu den Leuten, die sich in Deklamationen über die Familie als Dienstag vormittag haben bereits diesbezügliche Verhandlungen in statt, von wo aus Lebensmitteltransporte in die Hungergebiete geGrundlage des Staates ergehen. Aber durch Wohnungen, die fo ver- dem städtischen Ernährungsamt stattgefunden. Es ist demnach eine wahrloft sind, wird jedes Familienleben vernichtet. Die Pflegekosten der Heimstätten. Die genauen aus Charkom gemeldet, daß die für Südrußland bestimmte SaniDie deutsche Sanitätsmiffion in Rußland. Dem Roten Kreuz wird tätsmission unter Führung von Dr. Breuer dort am 9. Juli eingetroffen und freundlich empfangen worden ist. Den Universitätsinstituten und der ukrainischen Sanitätsorganisation wurden Meditamente überwiesen. Am 11. Juli fand die Weiterfahrt nach Odessa leitet werden. Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. Ein wenig wärmer, zeitweise auffärend, aber noch überwiegend trübe mit schwächeren Regenfällen und langsam nachlassenden westlichen Winden. Sport. recht beträchtliche Preiserhöhung, wahrscheinlich auf Von Stufe zu Stufe. über 11 M. zu erwarten. Dementsprechend würde sich auch der Preis für Freimilch, der augenblicklich 11 m. beDer Abstieg eines ehemaligen Offiziers aum trägt, in gleichem Umfange erhöhen. Schwindler und hoch stapler beschäftigte gestern die 7. Straf- Preisfestsehungen werden erst nach dem Ausgang der im Erfammer des Landgerichts III. Angeklagt wegen Betruges und nährungsamt geführten Verhandlungen zu erwarten fein. schwerer Urkundenfälschung war der Leutnant a. D. Mar Engelschall. Der Angeklagte war feinerzeit direft von der Schule als Sunterennen. Die am Sonntag vom Berliner Hunderenntinb im Kriegsfreiwillger eingetreten und im Felde Offizier geworden. Als Stadion Lichtenberg abgehaltenen Hunderennen hatten sich eines zahlreichen der Krieg beendet war, waren feine Nerven zerrüttet. Der Weg zur Bejuches zu erfreuen. In den Heimstätten der Stadt wurden wegen der bedenten elder und sportlich recht interessante Endkämpfe. Auch dieser Tag brachte In den einzelnen Stonlurrenzen gab es starte Bollendung seiner Schulbildung behagte ihm nicht und so verfiel er den Kosten steigerung die Verpflegungsfäße vom 1. April 1922 dem rührigen Slub in sportlicher Hinsicht einen vollen Erfolg. Era darauf, sich ohne jede Borkenntnisse faufmännisch zu betätigen. Die ab weiter erhöht. Gezahlt wurden seitdem pro Tag 12 M. für er gebnisse: I. Rosenpreis, offen für deutsche Schäferhunde( Hündinnen), paar Mart, die er dabei verdiente, reichten nicht aus, um ein Leben wachsene Selbstzahler, 20 M. für erwachsene Patienten der Wohl- lachrennen, 250 Meter: 1. Senta, 2. Senta II, 3. Sere, 5 liefen, scharfer zu führen, zu welchem er als ehemaliger Leutnant sich berechtigt hielt, fahrts- und Fürsorgestellen und der Krantentassen, 10 M. für Kinder. Stampf, Seit 24 Set. II. Nelfenpreis, offen für Dobermannhündinnen, und es tam zur ersten Straftat. Als er mit seinem damaligen Ber- Auch das blieb noch weit hinter den damaligen Selbstkosten zurück, lachennen, 250 Meter: 1. Nire, 2. Bella, 3. Hella, 3 liefen, Zeit 21 Set. teidiger, Rechtsanwalt Fren, fonferierte, erlag er der Versuchung und die sich im Durchschnitt des Rechnungsjahres 1921 auf 62,50 M. 1. Strolch, 2. Anni, 3. Alice, 7 liefen, Zeit: 20 Sekunden. III. Beilchenausgleich, offen für Pinscherrassen, Flachrennen 250 Meter. entwendete dessen goldenes 3igarettenetui im pro Kopf und Tag stellten. Inzwischen sind die Ausgaben weiter Julipreis, Ehrenpreis und 2000 m., offen für alle Polizeihundrassen, IV. Großer Werte vonzirta 50000 Mart, welches ihm aber am nächsten gestiegen, so daß für das Rechnungsjahr 1922 schon nach den jezigen lachrennen 300 Meter. 1. Lug, 2. Rolf; 3. Stropp. 13 liefen. Zeit: Tage von dem Bestohlenen selbst wieder abgejagt wurde. Nun Verhältnissen ein Selbstkostenbetrag von 70-80 M. zit erwarten ist. V. Resedapreis, offen für deutsche Schäferhunde, Hürden. völlig gegenüber dem Nichts, verübte er die jetzt zur Anklage stehen- Daber fordert der Magistrat eine neue Erhöhung der Ver- rennen, 300 Meter. 1. Sevier, 2. Lug, 3. Hettor. 9 liefen. Zeit:-Gefunden. den Betrügereien, indem er allen möglichen Leuten Beträge bis zu pflegungsfäße auf 30 M. für Erwachsene und 20 M. für 1. Qug, 2. Tell, 3. Hella. 4 Hejen. Beit: 28 Gefunden. VII. Hortenfien - VI. Soinblumenpreis, offen für Dobermänner, Hürdenrennen, 300 Meter. 50 000. abnahm und sogar eine Urkunde fälschte. Vor Gericht Kinder. Selbstzahlern mit nicht über 35 000 M. Ginfommen foll preis. I. Abteilung je Greyhounds. Flachrennen 300 Meter. 1. Burich, bat Rechtsanwalt Dr. Kurt Fontheim, auf das überaus traurige nur die Hälfte dieser Säge( für Erwachsene und auch für Kinder) 2 liefen. Seit: 23 Sekunden. II. Abteilung für Whippets. 1. Dia Schicksal des im Felde nervenkrant gewordenen Angeklagten um abgenommen werden. Der Verband der Krankenkassen Groß- Berlins 2 liefen. Beit: 22 Sefunden. Sefunden. Gewerkschaftsbewegung Masse. hinterzogen. Die Strafverfolgungsbehörden werden daher angewiesen, derartigen Auswüchsen, soweit sie der strafrechtlichen Ahndung unterliegen, mit Nachdruck entgegenzutreten und durch Stellung entsprechend höherer Strafanträge unter Ausnutzung der durch das Geldstrafengesez vom 21. Dezember 1921 erhöhten Strafrahmen auf eine empfindliche Bestrafung hinzuwirken. fammen 30-40 Brog. der Bertreter verfügten, wurden auf ber handes in den Großstädten hervorgetreten. Diese Ausa ganzen Linie tot manövriert durch die Gompersschen Taktiken, der in wüchse find geeignet, der Allgemeinheit schweren Schaden zuzu feiner Eröffnungsrede scharfen Protest erhob wegen der neuerlichen fügen. Nicht nur werden die Kauflustigen häufig mit Waren bes Entscheidungen des Obersten Gerichtshofs gegen die Gewerkschaften. dient, die geheime Fehler haben oder sonst minderwertig sind, sonDie Lehren einer Wahl. Ein Antrag der radikaleren Clemente auf Verschmelzung der Fach- dern es werden auch auf diese Weise den Dieben und Hehlern beBoroehl wir zur Stunde das endgültige Resultat der Bevoll gewerkschaften in eine große Einheitsgewerfschaft wurde abgelehnt, fonders leichte Absatzmöglichkeiten für gestohlene Waren geboten. mächtigtenwahl im metallarbeiterverband noch nicht befizen, tönnen besgleichen ein Antrag der jüdischen Delegierten, gegen die Maß- und zugleich dem Staate und den Gemeinden vielfach Steuern wir doch schon dazu Stellung nehmen. Bon den 147 000 Mitgliedern nahmen zur Beschränkung der Einwanderung eine Entschließung zu Ser Orisserwaltung haben sich etwa 60 000 an der Abstimmung befaffen. Angenommen wurden Refolutionen gegen die Schiffahrtsteiligt, alle frapp 40 Prozent. Diese geringe Wahlbeteiligung ist in fubfidierungsbill und für eine Biederaufnahme des Berfahrens im Fall der zum Lebe verurteilten Kommunisten Sacco und Banzetti. mehr als einer Hinsicht bemerkenswert. Sie fann zunächst als ein hinsichtlich Rußlands wurde eine Tagesordnung befchloffen des „ Erfolg der Kommunisten angesehen werden. Es ist den Rom Sinnes, daß sich der Bund nicht berechtigt fühle, etwas zu untermunisten durch ihre fortgefehte wüfte Heze gelungen, der Mehrheit nehmen oder zu beschließen, das als Unterstügung oder als Billi der Berliner Metallarbeiter jebe attive Beteiligung an dem Bergung der Gemjets ausgelegt werden könnte, daß er jedoch dem russibandsleben zu verefeln. Darauf läuft ja die ganze bolfchemistische feen Bolt seine Sympathie bezeuge und hoffe, doß es bald vom Konjumvereine und Kohlenhandel. Der Zentralverband der Iefuit hinaus: die Aufrichtung ihrer Dittatur über eine indifferente Sowjetregiment befreit werden würde. Weit anderen Worten, der Rohlenhändler Deutschlands und sein Organ, die„ Deutsche ameritanische Gewerkschaftsbund lehnt jede Beziehung, auch jede Kohlenzeitung", bemühen fich seit dem Bestehen des Gefehes über Stan braucht gar nicht nach Rußland zu gehen, um diese Tat- Handelsbeziehung zu Sowjetrußland ab. Mit dieser Stellungnahme bie Regelung ber Rohlenwirtschaft und der Errichtung des ReichsStan braucht gar nicht nach Rußland zu gehen, um diese Tat ist der amerikanische Gewerkschaftsbund nicht nur in der Arbeiter foylenrats im Jahre 1919 nachzuweisen, daß es nicht möglich fei, fade erhärtet zu finden. Man befuche die Bersammlung eines bewegung der ganzen Welt ifoliert, er bleibt fogar hinter der franzö die Konjumgenossenschaften und deren Handelszentralen dem RohlenZweigvereins, wo die Kommunisten die unbestrittene Herrschaft be- fifchen Regierung zurü, die sich für die Wiederaufnahme der handel gleich zu stellen. Bei den Kohlensynditaten figen, und man wird verblüfft sein über die geistige Leere, die einem Handelsbeziehungen mit Sowjetrußland erklärt hat. ist das gleiche Bestreben vorhanden. In den Ausführungsbestim da entgegengähnt. Von den Mitgliedern nimmt gewöhnlich über- Es ist notwendig, das zu unterstreichen. Die amerikanischen mungen zum Gesez über die Regelung der Rohlenwirtschaft wird haupt niemand das Wort, jetenfalls wagt fein Kommunist fritische Gewerkschaften sind heute die einzige größere Macht der organi im 47 vom Reichsfohlenrat gefagt, er leitet die Brennstoffwirt Einwendungen gegen die Maßnahmen der Leitung vorzubringen. fierten Arbeiter Nordamerikas. Die sozialistischen Parteien find nur schaft einschließlich der Ein- und Ausfuhr nach gemeinwirt. Tut aber wirklich jemand den Mund zu einer ernsten Auseinander ehnmachtige Gruppen. Man darf also, wenn man auf die Hilfe haftlichen Grundfäßen unter Oberaufsicht des Reiches noch merifas für den europäischen iederaufbau rechnet, dabei nicht maßgabe der folgenden Borschriften". Bom Reichstohlenverbande fegung auf, dann wird er niedergebrüllt, die Füße beginnen ganz hoffen, daß uns seitens der amerikanischen Arbeiterbewegung irgend( Bereinigung der Syndifate) heißt es im§ 63: Er forgt dafür, automatisch eine Scharrbewegung, so daß der Waghalsige schnell welche ernsthafte Hilfe zuteil werden könnte. Diese traurige Wahr- daß Berbrauchergenossenschaften und deren Ver. wieder in den allgemeinen Stumpffinn untertaucht. heit darf nicht vergessen werben. einigungen bei sonst gleichen Boraussetzungen mit Wiederverkäufern gleichbehandelt werden." Nachdem dieses festgelegt war, glaubten viele Genossenschafter, daß endlich die Bahn frei sei zum gemeinsamen Bezuge von Brennstoffen. Wenn auch die Kohlenfnappheit große Schwierigkeiten in der Beschaffung, bedeutet, so ver langen die Genossenschaften nicht mehr als in gleicher Weise be liefert zu werden wie der Kohlenhandel. Alle Schwierigkeiten, die durch die Zwangswirtschaft im Kohlenhandel bestehen, würden für die Genossenschaften nicht so schwer wiegen, wenn nicht immer noch eine offene 3urüdhaltung in der Belieferung durch die Synditate und deren Vertriebsgesellschaften bestände. Seit der Errichtung des Reichskohlenrats findet ein Kampf der Vertretung der Genossenschaften gegen dieses Unrecht ohne Erfolg statt. Wenn es so weitergeht, wird der Reichstag alle Urfache haben, nachzuprüfen, ob dies Berhalten seinen im Gefeg zum Ausdruck gebrachten Wünschen entspricht. Es wird wieder geschossen. Die Geringfügigkeit der Wahlbeteiligung ist im Metallarbeiter. verbank in Berlin, jeit die Kommunisten mit ihrer wüsten Hezze den meisten Urbeitern der Besuch der Bersammlungen verefeln, freilich Eine Meldung aus Washington von gestern, fündigte energische feine neue Erscheinung. Bei der letzten Bevollmächtigterwahl, im Maßnahmen der amerikanischen Regierung gegen die Streifenden Dezember 1920, war die Beteiligung nicht größer. Damals erhielt an. Diese Drohung ist schon verwirklicht worden. Nach einer 3ista 31 611 Stimmen, der Kommunist Rusch 30 272. Das Endelbung der„ Chicago Tribune" wurden bei Zusammenstößen refultat wird diesmal für die Kommunisten günstiger, für Ziska zwischen Polizei und ftreifenden Bergarbeitern in West- Birginien günstiger ausfallen. Bei den dazwischen liegenden Wahlen zum insgesamt 25 Berfonen getötet und mehr als 41 Personen verlegt. Berbandstag und zum Gewerkschaftstongreß war die Beteiligung Die Behörden, heißt es weiter in der Depesche, find Herren der Lage. noch geringer. Freilich haben vor den Kommunisten auch die Un- Deutfeer Holzarbeiterverband. Für folgende Bezirke und Branchen finden am abhängigen reichlich gefündigt. Diese nun seit Jahren fortgesezte Mühlarbeit mußte sich auswirken. Das Resultat ist offenfundig. Denn von den rund 85 000 Mitgliedern, die der Wahl fern blieben, maren sicher feine 500 Kommunisten. Diese 85 000 Nichtwähler gehören in ihrer großen Maffe zu den Angeefelten, die von dem ganzen 3ant und Stent„ bie Räse voll haben". Andererseits ist der Abstieg, auf dem sich die Kommunisten beRinden, unverkennbar. Gegenüber der Wahl vom Dezember 1920, die allein mit der legten ahl in Bergleich gezogen werden darf, haben sie einen Südgang erlisten, der ziffernmäßig erft im Laufe des heutigen Tages genau festgestellt werden wird. Und doch haben ste nichts unverfut gelaffen, um ihren Kandidaten burchzubringen. Es werden uns barüber die haarsträubendsten Dinge berichtet. So wurde in einem Spanbauer Betrieb ber Beluß gefaßt, daß alle geschlossen für 2Belcher zu stimmen hätten; wer für Ziska stimme, müsse 35 m. Strafe zahlen. In einem anderen Betrieb wurden bte Arbeiter und Arbeiterinnen unter der Bebeffung der fommunistischen Betriebsrate ins Babilofal geführt und es wurde ihnen gesagt, daß jeder und jede, die für Zista stimmten, den nächsten Tag entlassen würden. Bundern muß man sich allerdings, wie Berliner Arbeiter fich einen Bahlterror gefallen lassen tönnen, ber an die schlimmsten Beiten der preußischen Sunterherrschaft erinnert. Wir reben schon gar nicht von der beispiellosen Lügenkampagne in der„ Roten Fahne" und in den tommunistischen Flugblättern. Alles in allem, besonders im Bergleich mit der letzten Wahl, zeigt diefes Nefuítat, daß des Heil im Zusammenschluß und im ent fchloffenen Hardeln des alten gemertschaftlichen, sozialdemokratisch geschultex Serns der Organisation liegt. Diefer muß dafür sorgen, baß die große Masse der Angeefelten und Hinausgegraulten wieder Luft bekommt, fi an den Beranstaltungen ber Organisation zu beteiligen. Die Kritik der Kommunisten soll nicht unter bunden werden, folange sie fachlich bleibt. Kritik ist gesund. Aber die maßlose Heße und persönliche Berreißung muß unterbunden werden. Dann wer. den die Kommunisten bald vor aller Augen sein, was sie wirklich find: eine ficine Minderheit unerfahrener Unzufriedener. Der amerikanische Gewerkschaftskongreß. Der 42. Jahrestongreß der amerikanischen Federation of Labor verlief im gewohnten, ausgetretenen Gleise. Ueber den Geist, der diefen Gewerkschaftstongreß t.och beherrscht, wird man sich ein Bild machen, wenn wir erwähnen, daß er mit einem Festgottesdienst eingemeist und daß dem Rongreß von einem Paftoren der Segen erteilt wurde. mittwo, ben 19 Juli 1922, zu derfelben geit und in demfelben Lokal, wo die am erſten tittwoch bes Monats stattfindenben Berfammingen aan ander trauensmänereeriammlungen ftatt, aut benen auch Betriebsräte zu erscheinen heben. Begirfe: Süden, Gülboft. Güdwest und Schöneberg, Charlottenburg. Oberföneweide, Daftliche Bororte, Often I, Often II, Nordoft, Norden, Lichterfelbe, Nord. weft. Brandje bet Baben- und Rontormöbeltischler, Drechsler. Bolierer( Bez. Südsft), Stearbeiter, Theater- und Filmtischler, Korbmacher, Dautischler 1, Kamm und Soarfajumdarbeiter, Jalousiearbeiter, Alichenmöbeltischler. Tagesordnung wird in den Die Ortsverwaltung. Betriebsräte ist Bit. erfaringen befanntgegeben. Restloses Erscheinen aller Vertrauensmänner und Wirtschaft Die Welttonnage. Es sind im letzten Jahre 4 341 679 Tonnen als 1920, immerhi aber eine Million mehr als 1913, obwohl neue Handelsschiffe in der Welt gebaut worden, 1520 000 weniger dieses Jahr den Höhepunkt im Handelsschiffbau vor dem Kriege darstellte. Es sind zumeist bereits im Bau begriffene Schiffe 1921 beendet worden; im Jahre 1922 hat man in der ganzen Welt mit dem Bau von nur 150 000 Tonnen neu begonnen. Das amerikanische Parlament beschäftigt sich gegenwärtig mit einem Gefeßentwurf, woUnterstützung deutscher wirtschaftlicher Auslandstätigkeit. nach die Handelsschiffahrt som Staat fubventioniert werden soll. Die Das Auslands- und Relenialschäbengesetz vom Juli 1921 sieht amerikanische Handelsflotte hat befanntlich seit dem Kriege eine unerhörte Zunahme erfahren; während le 1914 etwas über eine er, as im Reisshaushalt jährlich ein Betrag festgesetzt wird, aus million Lonnen betrug, war sie 1921 auf mehr als 11 Millionen anbem Auslandsdeutschen Unterfügung gewährt werden fann. Das soll besonders felchen Auslandsdeutschen gegenüber ge- gemachen, eine über taufenbprozentige Zunahme. Ben dem Zufchehen, an beren wirtschaftlicher Tätigkeit die Gesamtheit ein wachs entfielen auf das staatliche Schiffahrtsamt beinahe acht Millio erhebliches Interesse hat. Zur genauen Brüfung dieser Frage ist nen Tonnen, d. h. 80 Broz. Nun wird aber der Staat diese Schiffe an Brivatunternehmer verkaufen; tein Zweifel, daß dabei die Die Mithilfe aller Berufszmeise erforderlich, und das Reichsminifte. Schiffahrtskapitalisten große Werte zu geringen Breifen erwerben rium für den Wiederaufbau hat daher vorgeschlagen, daß aus Berwerden. Da jedoch die Inbetriebhaltung der Schiffe infolge der freiern ber deutschen Gewerbe ein Aus fub gebudet wird, her rise augenblicklich nicht lohnend ist, sollen die Schiffahrtsgesellschaf untersucht. Man glaubt, daß mit Hilfe dieses Ausschusses am ehesten ten außerdem noch staatliche Subvention auf Resten der Steuer diese Dinge vom Standpunkt der deutschen Wirtschaft aus gründlich festgestellt werden fann, ob ein über das Einzelinteresse hinaus, dahler und zur Störung der Konturenzverhältnisse der ausländischen gehendes gesamtdeutsches Interesse vorliegt und deshalb ein beson Schiffahrt erhalten. derer Grund zur Förderung des betreffenden Auslandsunternehmens vorhanden ist. Dieser Ausschuß soll zufammen mit dem Aufbauministerium die einzelnen Fölle genau prüfen und entscheiden, was zu geschehen hat. Max wird die Schaffung dieses Ausschusses nur begrüßen und hoffen dürfen, daß es mit seiner hilfe gelingen wird, die wirtschaftliche Tätigkeit im Auslande wieder in Gang zu bringen. Die Tätigkeit der Auslandsdeutschen ist vor dem Krieg für die deutsche Wirtschaft von erheblicher Bedeutung gewesen, und es wäre erfreulich, wenn sie bald wieder einen neuen Aufschwung nähme. Besonders würde es von großem Rugen sein, wenn auf diese Weise die Gründung von Filialen und Tochtergesellschaften draußen befonders über Sce- gefördert und es dem deutschen Handel dadurch erleichtert würbe, auch dann Auslandsgeschäfte zu machen, wenn die die Ausfuhr begünstigenden gegenwärtigen Balutaverhältnisse sich geändert haben werden. Daß deutsche Ges schäftsleute im Ausland wieder festen Fuß fassen, ist um fo nötiger, als bekanntlich die Liquidation der deutschen Auslandsunternehmun. gen infolge des Friedensdiftats die wirtschaftliche Tätigkeit äußerst eridymert hat. Für den Ausschuß find legthin vom Reichswirt. fchaftsrat 12 ordentliche sowie 12 stellvertretende Mitglieder ernannt worden. Man fann annehmen, daß der Ausschuß bald mit seiner Arbeit beginnen wird. v. w. k. Gegen Auswüchse im Wandergewerbe und Straßenhandel. Der preußische Justizminister hat folgende Verfügung er Die Lage der russischen Terfilindustrie. Der wirtschaftsamtlichen Etonomitijestaja Shifa" zufolge, hat die sowjetrussische Textil induftrie nach ihrer Zusammenfaffung zu autonomen Trufts einen Die Produktion der erheblichen Aufichwung genommen. 14 Trusts, in denen die Mehrzahl der Baumwollwebe- Industrie mit 80 Proz. der Gesamtzahl der Spindeln und 70 Broz. der Webstühle zusammengefaßt ist, stieg im Halbjahr Ottober 1921 bis März 1922 mit 205 Millionen Arschin auf 10 bis 12 Broz der Bor friegszeit, während sie für die Jahre 1921 und 1920 nur 4 bzw. 3 Proz. betragen hatte. Gleichzeitig wurde eine beffere Ausnutung der Betriebsmittel und eine Hebung der Produktivität der Arbeiter erreicht. Die im März eingetretene 2bsah rise hat jedoch die Broduktion wieder unterbunden; fie nimmt feit dem April wieder ab und neuerdings wird die Stillegung von 25 Broz. der Betriebe erwogen. Die Berichte der einzelnen Lertiltrusts geben als weiteres Hindernis, außer der Kreditnot, den angel an Farben, Schmieröl, Erfaßteilen und Maschinen usw. an, die früher aus dem Auslande bezogen wurden. Der Bericht eines Mosfauer Baumwollwebetrusts weist ferner auf den in naher Zufunit drohenden Mangel an Rohbaumwolle hin und äußert die Befürch tung, daß die Baumwoll- Monopolverwaltung den Bedarf der Industrie nicht werde decken tönnen. Liebesgabenfendungen für die Sowjetuftaine. Der Rat der Boltskommissare der trainifden Sowjetrepublif hat am 6. Juni 1922 eine Verfügung über die zollfreie Einfuhr Don Lebensmitteln und Bedarfsartiteln erlaffen, die vom Auslande nach der Ukraine an die Adresse von Wohl. Es muß allerdings bemerkt werden, daß gerade die fortschrittlichsten Gewerkschaften dem amerikanischen Gewerkschaftsbunde nicht angehören. Die Mitgliederzahlen, die der amerikanische Gewer?. schaftsbund aufweift, ftehen in feinem Berhältnis zur Größe des Landes und seiner Industrie. Ende 1921 zählte er im ganzen, wie laffen: wir dem Foreign Pres- Service" entnehmen, 3 165 635 Mitglieber, Nach mannigfachen Wahrnehmungen haben sich im Wanderwas gegenfiber dem Berjahre einen Rückgang von 790 893 bebeutet. gewerbe erhebliche Mißstände herausgebildet. Insbesondere wird fahrtsorganisationen geschickt werden. Diese Verfügung Die Wiederwahl von Gompers haben mir feinerzeit bereits ge- über das starte Auftreten von fogenannten wilden händlern ist vorläufig bis zum 1. Januar 1923 gültig und bezieht sich auf meldet. Die Biederwahl von Gompers, feine 41., ist in diesem geflagt, die, ohne in dem Besiz ordnungsmäßiger Ausweispapiere Lebensmittel, Kleider, Wäsche, Schuhzeug, Seife, Medikamente, ärzt. Jahr sogar einstimmig erfolgt. Die raditalen Elemente innerhalb zu sein und ohne sich um die im§ 56 der Reichsgewerbeordnung liche Instrumente usw. Nähere Ausfünfte erteilt die uttainische der Federation, vertreten in den Eisenbahner- Fachverbänden( abge- festgelegten oder sonst ergangenen Verkaufsverbote bestimmter Handelsvertretung in Deutschland, Berlin 23. 15, Joachimsthaler sehen von den vier großen Eisenbahner, brotherhoods", die der Febc- Waren zu fümmern, vorzugsweise in ländlichen Ortschaften Straße 35. ration nicht angeschloffen find) und dem Bergarbeiterverband, die waren von oft zweifelhafter Beschaffenheit und beide auf den drei legten Jahresversammlungen eine beachtliche Herkunft abzusehen versuchen. Aehnliche Mißstände sind in Beranto. für den rebatt. Teil: Franz Klühs, Berlin- Lichterfelbe; für An. zeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts.Verlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Oppofition aufgeboten hatten und auch in diesem Jahre über zu steigendem Maße in dem sogenannten wilden Straßen Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. S. 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