Nr. 337 39.Jahrgang Ausgabe B Nr.162 Bezugspreis: Bierteljährlich 180,-, monatlich 60,- W. frei ins Haus, voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memel gebiet, fowie Defterreich u Lugemburg 108,-, für das übrige Ausland 142, M. Boftbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Esth land, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Lugemburg, Defterreich, Schweden, Schweiz, Tschecho- Glowatei und Ungarn. Der Borwärts" mit der Sonntags bellage Bolt und 8eit", der unter haltungsbeilage Heimwelt" und ber Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Gonn tags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: „ Sozialbemotrat Berlin Abend- Ausgabe Vorwärts Berliner Dolksblaff 2 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile toftet 25,-. Metlamezeile 125,-M. Aleinenzeigen" das feitgedruckte Wort 7, M.( aufäffig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Bort 6, M. 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Nach einer Meldung der Agence mission nicht ernst, meint aber, es wäre sehr zu bedauern, wenn wirtschaftlichen Beziehungen Deutschlands und Bolens vorHavas hat Poincaré gestern abend die brifische Regierung davon Dubois in der Kommiffion wieder isoliert würde, verständigt, daß er nicht in der Lage sei, das Datum anzugeben ,. wann er mit Cloyd George in London zusammentreffen ausschusses genommen habe, der eventuell eine ernfiliche Grundkönne, bevor er kenntnis von dem Bericht des Garantie. Auswärtiger Ausschuß des Reichstages. Der Auswärtige Ausschuß des Reichstages trat lage für die geplanten Besprechungen über die Reparationen abgeben heute vormittag 11 Uhr unter dem Vorsiz Dr. Stresemanns könnte. Die dem brifischen Geschäftsträger in Paris übermittelte zu einer vertraulichen Sitzung zusammen. Es berichtet zu Note schließe daher, so heißt es in der Havasmitteilung weiter, nächst der Reichskanzler über amerikanisch- deutsche Entschädi teineswegs die Möglichkeit eines Zusammentreffens der beiden Staatsmänner aus, das übrigens in Paris wie auch in London minister Dr. Hermes einen Bericht über die Berhand gungsverhandlungen. Dann erstattete der Reichsfinanzwünschenswert erscheine. Der franzöfifche Ministerpräsident behalte lungen mit dem Garantiefomitee, die am Diensfich nur vor, den Augenblid auszuwählen, den er für den günstigsten tagabend zum Abschluß gekommen find. An der Sigung nahm auch der deutsche Botschafter in aris, Dr. Mayer, teil. halte. Nach dem„ Oeuvre foll Poincaré gemeinsam mit dem Finanzminister de Lastenrie eine Zusammenstellung machen, durch die er beweisen will, daß das Deutsche Reich seit Beginn dieses Jahres jeden Monat für 12 Milliarden Papiermart ausgegeben habe, also Der Dollar steigt wieder. In Warschau begannen die Vorbesprechungen über die Gegenstände und Reihenfolge der Verhandlungen, welche die aussichtlich für eine lange Periode regeln sollen. Die ersten Verhandlungen über diese Gegenstände wurden durch eine polnische Delegation unter Führung des Bizeministers Brobjähes Ende. Später wurden sie erneuert und schließlich nach oberschlesischen Aufstandes bereitete diesen Verhandlungen ein Paris übertragen. Sie schlossen mit der Unterzeichnung eines Bertrages ab, der jedoch nicht zur Ausführung gelangte, weil inzwischen der Versailler Vertrag zustandekam, der den versuchte. In der Folgezeit wurden nun Abkommen hinsichtdeutsch- polnischen Austausch auf anderer Basis zu normieren lich einzelner Buntte geschlossen, z. B. in der Korridorfrage. zu allgemeinen Verhandlungen tam es nicht mehr, troh mehrfacher Anregung, bis zur Liquidierung der oberschlesischen Streitfragen. Nunmehr ist der Augenblick gekommen, da man beiderseits empfindet, daß die völlig anormalen, für beide Seiten gleich schädlichen Verhältnisse ohne weiteren Berug geregelt werden müssen. Während der Konferenz Ministern Rathenau und Stirmunt festgefekt, daß pon Genua wurde in Besprechungen zwischen den die neuen Verhandlungen unmittelbar nach lebernahme der schlesischen Territorien durch die beiden Regierungen erneuert lewsti im Auguſt 1919 in Berlin geführt. Der Ausbruch des fyftematisch an der Entwertung feines Geldes gearbeitet habe. Der Am Mittwoch fezte sich am Berliner Devisen martt Bankrott sei also vorbedacht, die verfehlung gegen die die Aufwärtsbewegung fort. Der Dollar, der in den VorBorschriften der Reparationsfommiffion bewußt, so daß also auf mittagsstunden noch mit 466 gehandelt worden war, fette an Grund des§ 18 Anhang 2 Abschnitt 3 die Alliierten das Recht hätten, der Börse mit 480 ein und erreicht um die Mittagsstunde jeder für sich gegenüber dem brankrotten Schuldner die Maß einen Kurs von 496. Die Ursache diefer erneuten Haufſe werben ollen. nahmen zu ergreifen, die die Umstände notwendig machten, ist in der Verzögerung der Antwort auf das Lloyd George dagegen habe, ohne ein Aftenstück zufammenzustellen, oratoriumsgesuch und in den, angeblich durch das denn er sei ja kein Advokat, erklärt, fein Gegner übertreibe und feine Unwetter wesentlich verschlechterten Ernteaussichten zu suchen. gerechtfertigten Schlußfolgerungen feien sehr gefährlich. Das sei die Besonders start kauft die Produktenbörse und die Industrie Devisen. Meinungsverschiedenheit, die im Augenblic eine frifische Spannung zwischen der englischen und der französischen Regierung herbeigeführt habe. Ereignisse der Erledigung der dringenden Forderungen des Im letzten Augenblick schien es, als ob wiederum politische wirtschaftlichen Lebens hemmend in den Weg treten sollten. Der tragische Tod des deutschen Außenministers und der Sturz des unter Umständen sicherlich eine neue Verzögerung herbeieben erst zustande gekommenen polnischen Kabinetts hätten führen können. Es siegte jedoch die Einsicht, daß es sich zunächst nur um Vorbesprechungen handle, die das Programm der BerAm Effettenmarfte war heute die Stimmung etwas freundlicher als gestern. Man nimmt an, daß die wilde Der Pariser Korrespondent der„ Times" schreibt, in der fran- Hausse am Markte der ausländischen Renten bald zum Stehen zöfifchen öffentlichen Meinung finde die Auffaffung große Berbrei- fommt und die Spekulation ihr Interesse in starkem Maße handlungen festsetzen sollen. Bis es zu Entscheidungen und den bisher Industriepapieren zuwenden rungen miteinander beraten würden, bevor es zu einer offi-• ständigen Persönlichkeiten auf ihrem Plage sein. Im übrigen 3iellen Spaltung in der Reparationskommission tomme. Sollte Wien, 19. Juli.( WTB.) Infolge der vermehrten Geldentwer- ruhen beiderseits die fachmännischen Borarbeiten in den Häneine folche mal eintreten, so würde es für die führenden Staats- tung tritt am Mittwoch, den 19. d. m., eine Brotpreis- ben von Ministerialbeamten, die von dem Wechsel des Portemänner der beiden Länder Poincaré und Lloyd George schwierig erhöhung auf 2170 Rronen ein. Eine weitere Berteuerung feuille- Inhabers nicht berührt werden. sein, sich zu verständigen. Der Korrespondent nimmt das Gerede über des Brotpreises steht bevor. Die übrigen Lebensmittel, ein eventuelles Ausscheiden Frankreichs aus der Reparationstom- wie Fett, Zuder und Mehl haben sich im gleichen Maße verteuert. Erposés, das eine von der deutschen, das andere von der Die Grundlage der ersten Besprechungen bilden zwei polnischen Delegation ausgearbeitet. Das deutsche Die Mordorganisation C. für den Bedarf der Gruppe ist gestattet. Außerdem wird ein Auf- Exposé umfaßt nicht weniger als 25 Punfte. Es genügt, nahmegelb von 10. erhoben, wofür die Nabel lethweise über. nur einige davon herauszugreifen, um die weitreichende BeWas man in Thüringen fand. laffen wird. Die Nadeln werben vorläufig auf der deutung der kommenden Berhandlungen zu beleuchten. Ueber den Aufbau und die Tattit der aus der Mabel zurückzugeben, erst dann erfolgt Aushändigung der Baßbilder. umfaßt zunächst die finanzielle Auseinander Wefte getragen( also verded t). Bei etwaigem Austritt ist die Einen gewaltigen überaus perwidelten Fragenkompleg Ehrhardt- Brigade hervorgegangenen berüchtigten mordum von privater Seite Geld hereinzubekommen, sind von der Gau- fegung: Die Verwaltungs- Abrechnung, gegenseitige Fororganisation C( Consul) werden auf Grund des in feitung Quittungsblods auszugeben. Von den hierauf vereinnahm derungen, Schadenersatzansprüche, dann aber das große Thüringen an verschiedenen Stellen aufgefundenen ten Geldern find 50 Broz. an die Gauleitung abzuführen, während Problem der Währung, die Gleichstellung der deutschen und mannigfachen Materials einige besonders bemerkenswerte 50 Proz. im Befiß der Gruppe bleiben, Einzelheiten mitgeteilt. Aus den bei einem Gothaer Meldungen: Am 1. jeben Monats ist die Höhe der im polnischen Mart. Führer aufgefundenen Dokumenten ergibt sich, daß die Drga Art ber leberweisung des an die Gauleitung abzuführenden Betrags tommen bilden, worunter ein vollständiger HandelsverLaufe des vergangenen Monats gesammelten Spenden zu melden. Den zweiten Hauptkomplex wird das wirtschaftliche Abnisation C im Deutschen Reiche in eine Reihe von Gauen ein wird daraufhin angerechnet. Ferner iff zum 1. jeden Monats eine trag zu verstehen ist. Ausfuhr, Einfuhr, Durchfuhr, aber geteilt ist, die mit den Buchstaben des Alphabetes von- Stärkemeldung einzureichen nach Anzahl und letzten Dienfigraden auch die Frage des Niederlassungsrechtes, des gewerblicher bezeichnet werden. Thüringen ist als der" Gau L vor fowie Bestandsmeldung der vorhandenen Waffen( Gewehre und Eigentums, Zoll, Eisenbahn, Schiffahrts, Fischerei- Fragen gesehen. Die Gauleitung hatte ihren Siz bis zur Geft- Karabiner= Kartoffeln, 5. M. G.= Gerste, 2. M..und zahlreiche andere Gegenstände wird diefes Abkommen zu nahme der leitenden Personen in Gotha. Vertrauens- a fer, Piftolen Bertrauens afer, Pistolen= Stedrüben, handgranaten= Stroh, männer der Organisation C waren dort auch in anderen rechts- Inf.- Munition Eier). stehenden Organisationen tätig. Bei der Gauleitung des Gaues L wurde eine geheime Anweisung folgenden Wortlautes aufgefunden: Gau„ L. Besondere Anweisung für die Gruppenleiter. Auflösung: Da bei der Suche nach den Mördern Erzbergers die Staatsanwaltschaft von dem Bestehen unserer Organi fation offiziell Kenntnis bekommen hatte, fah fich die Leitung genötigt, die Organisation aufzulösen und ihren Siz zu verlegen. Es liegt im Interesse der Sache, daß die einzelnen Gaue weiter beflehen und vorläufig auch felt ständig weiter ausbauen. Neugründung: Damit man uns nicht auflösen kann, haben wir hier in Gotha die Rameradschaftliche Vereinigung ehemaliger Front- und Freikorpstämpfer" gegründet. Der Deffentlichkeit gegenüber sind wir nur diese Bereinigung. Was wir in Wirklichkeit sind, muß jeder Angehörige unferer Organisation wiffen, ebenso wie auch jeder auf die eigent lichen Sagungen verpflichtet sein muß. Werbung: Alle Angehörigen der Organisation sind von Zeit zu Zeit nach Adressen von geeigneten Herren im Gau" L" zu be fragen. Alsbaldige Weiterleitung unter Angabe des Bürgen an die Gauleitung erwünscht. S. regeln haben. Den Hauptpunkt bildet natürlich die Beseiti Liften: Die Stammrollen find nach Art der Aufnahme- gung der zurzeit bestehenden Lähmung des Warenaustausches, gesuche anzulegen und besonders sorgfältig aufzubewahren. den man polnischerseits als einen von der deutschen Regierung. Beobachtungen: Beobachtungen über fommunistische über Polen verhängten Bontott bezeichnet, während man in Butschabsichten, Pläne oder Waffenlager find der Gauleitung fofort Deutschland nur von einer partiellen Erschwerung der Aus mitzuteilen. Briefwechsel: Der Briefwechsel erfolgt im doppelten Um- fuhrbewilligungen für valutaschwache Länder überhaupt wissen fchlag unter Dedadreffe und Dednamen( äußerer Briefumschlag mög mill lichst mit Schreibmaschine geschrieben). Decadreffe der Gauleitung Dann erst tommen die überaus dornigen Probleme, welche lautet zurzeit: Herrn Alfred König, Gotha, Schöne- Allee 17 pt. mit politischen Gesichtspunkten zusammenhängen: Die Liqui ( Innerer Umschlag trägt die Bezeichnung" Troden".) Mit diesem dierung deutschen Eigentums, die Ansiedlerfrage, Amnestie Namen werden alle Briefe von mir unterzeichnet. Außerdem steht für fahnenflüchtige Deutsche und der Minoritätenschut bei der Unterschrift ein Kennwort, welches sich aus vier Buchstaben Hart werden hier wohl die entgegengesetzten Auffassungen der zusammensetzt, und zwar: den beiden letzten und den beiden ersten verhandelnden Teile aufeinander prallen. Deutschland Buchstaben aus dem Legt des Briefes.( Rückwärts gelesen.) 3. B. weist darauf hin, daß die deutsche Bevölkerung von 1 100 000 Bielen Dank usw. hören Neiv. Bei dem Briefdatum ist Seelen in Bolen sich im Laufe von zwei Jahren um 550 000 die Jahreszahl 1921 einzusetzen. Besonderer Chiffre- Schlüffel ift verringert hat, was mur auf einen Drud feitens der polnischen mündlich befannt gegeben. Behörden zurückgeführt werden kann. Eine solche Politik ver günstigungen zu quittieren. Bolen steht anderseits auf dem möge Deutschland nicht ohne weiteres durch wirtschaftliche Be Standpunkt, daß man ihm nicht zumuten fönne, nach der Er ringung der Unabhängigkeit die Folgen der deutschen Polonis sierungspolitik noch lange zu ertragen. Ferner wird polnischer feits bekanntlich behauptet, daß der Minderheitenschutz bereits im Versailler Vertrag geregelt fei und daß Polen feinen Grund habe, weitere Eingriffe in seine Souveränitätsrechte sich gefallen zu lassen. Alle Briefe find nach Erledigung fofort zu vernichten. martscheine finden keine Berwendung mehr als Ausweis für die Kuriere: Die mit dem Witing- Stempel versehenen ZweiRuriere. Neuer Ausweis ist mündlich bekanntgegeben. Beobachtung dieser Anweisung verantwortlich. Die Gruppenleiter bzw. deren Stellvertreter sind für genaueste Frühere Anweisungen werden durch diese hinfällig. Aufnahme: Die Aufnahme erfolgt fortab bei selbständigen Wie aus diesem Material, das noch erweitert werden foll, Gruppen durch die Gruppenleiter. Aufnahme finden nur Front- hervorgeht, find die Geheimorganisationen trotz der Auflösung und Freikorpstämpfer- Ausnahmen in besonderen noch immer munter am Werke. Wir hoffen, daß das neue Fällen zuläffig.Bei der Aufnahme hat jeder 2 Baßbilder ab. Gefeß zum Schuße der Republik und das Reichstriminalgeset zuliefern.( 3ived: Schulz gegen Berrat( Fahne) und gestempelt als endlich die Möglichkeit schafft, diese Verschwörernester voll- Es ist zwar richtig, daß im Versailler Vertrag die Rechte der Deutschland fann dieser Ansicht nur zum Teil beipflichten. Ausweis für den Ernstfall.) Verpflichtungsscheine verbleiben vor ständig auszuräuchern. läufig im Besitz der Gruppenleiter. deutschen Minderheiten in Polen festgelegt worden sind, aber Geldbeschaffung: Ein monatlicher Beitrag von 3 M. für Wieder ein Schimpfblatt verboten. Der Staatsrat von Anhalt man fonnte bisher nicht behaupten, daß die polnische Regierung jedes Mitglied ist an die Gauleitung 3. 5. des Kaffenwarts Herrn hat das Erscheinen der Anhaltischen Rundschau" in Dessau auf vier den Rechtsschutz in loyaler Weise berücksichtigt hat. Auch der Alfred König, Gotha, Schöne Allee 17 pt., abzuführen. Ein Zuschlag Wochen verboten. polnischen Regierung werden die Beschwerden bekannt Der Bürgerblock. sein, mit denen sich die Bertreter des Deutschtums] wie Profeffor Hoesch, Fran Behm und vielleicht noch ein in Polen an den Bölkerbund gewendet haben und sie paar andere begreifen werden, daß sie ihre fonservative wird faum ableugnen können, daß das in den Denkschriften Grundanschauung befudeln, wenn sie in dieser Partei der angehäufte Beweismaterial den Tatsachen entspricht. Nichts Mordheter und Mörder verbleiben. wäre verfehlter, als der deutschen Regierung einen Eingriff in die polnischen Souveränitätsrechte vorzuwerfen, wenn sie eine Umstellung des deutschfeindlichen Kurses verlangt. Denn darüber muß sich auch die polnische Regierung im flaren sein, daß sie freundschaftliche Beziehungen zu Deutschland nur haben kann, wenn sie eine deutschfreundliche Politik im Innern des Landes betreibt. Das eine ohne das andere ist eine gefchichtliche Unmöglichkeit. $ Gerade im Hinblick auf die Geschichte wäre es undant bar von Polen, Gehässigkeit gegen die Einwohner deutscher Nationalität zu üben. Polen ist nicht durch den Einfluß der westeuropäischen Kultur groß geworden. Deutsche Siedler find es gewesen, die das Land in aller Freundschaft erschließen halfen. Die Spuren der deutschen Gesetzgebung und Rechtsprechung finden sich auch heute noch in manchen Gebieten Rongreßpolens und es hat Zeiten gegeben, in denen man die Deutschen ins Land rief, weil man wußte, daß sie ein aufbauendes und fein zerstörendes Moment in der Geschichte Bolens find. Bolen sieht heute vor einem neuen Anfang. Estann sich auf die Dauer nicht durch Barrie ren von seinen Grenznachbarn abschließen. Wir wissen, daß die Erkenntnis diefer Tatsache innerhalb Bolens im Bachen begriffen ist und sind bereit, unsere Politik darauf einzustellen. Unehrlich aber wäre es von uns, wenn bei dem Beginn der deutsch- polnischen Berhandlungen eine Frage scheinbar nebensächlich behandelt würde, die tatfächlich mit im Mittelpunkt der fünftigen Entwicklung Bolens steht. Führerbesprechungen im Reichstag. sürgerlichen Mittelparteien, die Abgeordneten Petersen Im Reichstag versammelten sich heute die Führer der ( Dem.), Dr. Marr( 3.) und Dr. Stresemann( D. Vp.) zu einer Besprechung, deren Zwed es war, einen gemeinsamen Aufruf an die Mitglieder ihrer Parteien zu formulieren, der zur Bildung einer Arbeitsgemeinschaft auffordert. Der Reichsauhuß der Demokratischen Bartei trat heute ebenfalls im Reichstag zusammen, um über die politische Lage und die Bildung einer Arbeitsgemeinschaft der bürgerlichen Parteien zu beraten. Der Prüfstein für Bayern. Der„ Mies= Reform des Chefcheidungsrechts. Die Sozialdemokratische Fraktion hat, wie der Sozialdemokra tische Parlamentsdienst" meldet, im Reichstage einen Initiativantrag zur Reform der Ehescheidungsparagraphen des Bür gerlichen Gesetzbuches eingebracht. Sie beantragt, den§ 1312 zu streichen, der folgenden Wortlaut hat: Eine Ehe darf nicht geschloffen werden zwischen einem wegen bruch in dem Scheidungsurteil als Grund der Scheidung fest Ehebruchs geschiedenen Ehegatten und demjenigen, mit welchem der gestellt ist. Von dieser Vorschrift kann Befreiung bewilligt werden." Für den§ 1568 wird folgende Fassung vorgeschlagen: ,, Ein Ehegatte fann auf Scheidung flagen, wenn eine fo tefe Zerrüttung des ehelichen Verhältnisses besteht, daß feine begründete Aussicht auf Herstellung der ehelichen Gemeinschaft vorhanden ist. Diese Vorausfegung liegt ohne weiteres vor, wenn beide Ehe. gatten auf Scheidung antragen." Der§ 1635 foll folgende Fassung erhalten: Ist die Ehe aus einem der in den§§ 1565 bis 1568 bestimmten Gründe geschieden, so steht, solange die geschiedenen Ehegatten leben, die Sorge für die Person des Kindes, wenn ein Ehegatte allein für fchuldig erklärt ist, dem anderen Ehegatten zu. Das Voreine solche aus besonderen Gründen im Interesse des Rin. mundschaftsgericht fann eine abweichende Anordnung treffen, wenn des geboten ist oder eine Bereinbarung der Ehegatten über die Sorge der Person des Kindes getroffen ist. Es kann die Anordnung aufheben, wenn sie nicht mehr erforderlich ist. Sind beide Ehegatten oder teiner der Ehegatten für schuldig erflärt, so entscheidet das Vormundschaftsgericht für jedes zuKind, welchem Ehegatten die Sorge für die Berson des Kindes zu steht. Dabei find Vereinbarungen der Ehegatten über die Sorge für die Person des Kindes zu berücksichtigen." München, 19. Juli.( Eigener Drahtbericht). 6a cher Anzeiger" scheint das Gesetz zum Schuße der Republit förmlich herausfordern zu wollen durch einen Artikel, in dem er den mord an Rathenau verherrlicht als eine eble und wertvolle Tat, die von der Geschichte gewürdigt worden wäre, wenn die Mörder sich selbst dem Gericht gestellt hätten". Er macht fich luftig über jämmerliche Wehleidigkeit, die Heuchelei und die Feigheit", mit der sich die Rechtsparteien um die Mordtat berumdrückten, die Parteien, denen es sicher lieber gewesen wäre, wenn sich Rathenau„ bei einem Autounglück das Genid Zweifellos wird sich auch für diese Fragen ein Ver- gebrochen oder wenn ihn der Schlag getroffen hätte". Die ständigungsmodus finden, doch sind langwierige Kompen dieses Blatt neuerdings wieder mit Buglumpen". Dieser ArReichsfahnen auf dem Münchener Hauptbahnhof vergleicht sationsverhandlungen vorauszusehen. An einem befriedigen- tikel wird ein Prüfstein dafür sein, ob es der bayerischen Reden Endergebnis ist umso weniger zu zweifeln, als auf beiden Seiten der entschiedene Wunsch besteht, sich nicht mit Pallia- gierung, welche bis jetzt auf Grund der Verordnung des Reichstiven zu begnügen, sondern ganze Arbeit zu leisten, um für die präsidenten nur linksstehende Blätter verboten hat, mit der nahm nach einem Referat des Abg. Ulizka über die neue Lage Angehörigen beider Nationen in jeder Hinsicht erträgliche Zu- ernst ist. Durchführung des Gesezes zum Schutze der Republik gegen rechts stände zu schaffen. Abbröckelung bei den Deutschnationalen? Dr. Düringer scheidet aus. Die furz nach der Ermordung Walter Rathenaus in der Breffe veröffentlichte Nachricht, daß unter der Führung des Abg. Prof. Düringer mehrere Mitglieder der deutschnationalen Frattion ihrer bisherigen Partei den Rücken kehren wollten, hatte bisher keine Bestätigung gefunden. Nun ist heute vormittag bekanntgeworden, daß Prof. Düringer in einem Shreiben an den Reichstagspräsidenetn Löbe seinen Austritt aus der deutschnationalen Frattion offiziell mitgeteilt hat. Republikanische Straßennamen. Köln, 19. Juli.( WTB.) In der gestrigen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung wurde beschlossen, den Teil des Deutschen Ringes von der Meußerstraße bis zur Groostbergerstraße nach der Republit, ferner je eine Straße oder einen Platz nach Rathenau und Erzberger zu benennen, worüber die Verfassungskommission Vorschläge machen soll. Die Spuren der Mörder. Das schlesische Zentrum zur Autonomie. Scharfe Erklärung gegen den Regierungspräsidenten. Breslau, 18. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Die Vertrauens männerversammlung für Oberschlesiens Zentrumspartei in der Autonomiebewegung und nach einer ausführlichen Diskusfion eine Resolution einstimmig an, die in ihrem wichtigsten Teile besagt: " Die Vertrauensmännerversammlung der katholischen Volkspartei( Zentrum) teilt die von ihren Abgeordneten im Reichs- und Landtag vertretene Auffassung, daß dieses Gesetz Sicherung für die Erfüllung der dringendsten Bedürfnisse und Wünsche des oberschlesischen Volkes im Sinne einer verständnisvollen und gerechten Behandlung der Bevölkerung gibt und daß infolgedessen für unsere Partei keine Beranlassung vorliegt, in der Abstimmung am 3. September für die Bildung eines eigenen Landes( Gliedstaates Oberschlesien) einzutreten." Eine weitere einstimmig angenommene Entschließung ver Zu dem Selbstmord der beiden Mörder Rathenaus langt die Schaffung von Arbeitsgelegenheiten und wird mitgeteilt, daß der Inhalt ihrer Rucksäcke schon gewisse An- Wohnstätten für die aus dem polnischen Oberschlesien ver. Dareus müßte man den Schluß ziehen, daß es Prof. haltspunkte für die Ermittlung ihres Aufenthalts seit ihrer Flucht triebenen Volksgenossen, besonders Beschleunigung der Be Düringer nicht gelungen ist, andere Mitglieder der aus Lenzen geliefert hat. Eine Bierflasche z. B. weist auf den mühungen um Erschließung neuer Kohlenlager und zur Schaffung deutschnationalen Reichstagsfraktion davon zu überzeugen, Beamte der Abteilung Ia des Berliner Polizeipräsidiums haben fleinen Ort Lüchow in der Gegend von Gardelegen hin. neuer Betriebe durch den preußischen Handelsminister. daß es für anständige Menschen keinen Plaz mehr in der auch andere Orte bereits festgestellt. Es ist jedoch nicht ratsam, mener Beschluß gegen den jetzigen kommissarischen RegieBemerkenswert ist schließlich noch folgender ebenfalls angenomDeutfehnationalen Partei gibt, wie es gestern auch der ehe- Einzelheiten darüber mitzuteilen, bevor die Rette lüdenlos ist. Wo rungspräsidenten von Oberschlesien, der sich ganz kürzlich malige Reichstanzler Fehrenbach befundet hat. Nachdem die Deutschnationale Bartei geweigert hat, den Tren- und bei welcher Gelegenheit Kern die Schrotschüsse erhalten durch Erwerbung der Mitgliedschaft der Zentrums. nungsfrish nach der deutschvölkischen Seite zu ziehen, müssen hat, deren Spuren sich an feiner Leiche zeigen, steht noch nicht fest. partei politisch zu mastieren sucht:„ Beseelt von dem Bestreben, nungshirish nach der deutschvölkischen Seite zu ziehen, müssen Der Inhaber der Wohnung in dem Burgturm von Saaled, ein erträgliches Verhältnis für Oberschlesiens Bevölkerung zum fich ihre titglieder dafür entscheiden, ob sie weiter die ent- Dr. Stein, der unter dem Berdacht der Begünstigung verhaftet Staate anzubahnen, halten wir es für unsere Pflicht, die ehrende Gemeinschaft mit den Bulle, von Graefe, Henning, wurde, ist noch nicht in Berlin eingetroffen. Westarp und sonstigen Hezbazillen pflegen oder dieser Gefellschaft den tüfen für immer fehren sollen. Ansheinend hat sich der frühere Reichsgerichtsrat und Tefen wir:" Der deutschnationale pommeriche Landrat in Speel, Herr von Jagow fährt zum Diner. In der„ Roten Fahne" badische Justizminister Düringer bisher allein zu der Herr v. Flüge, lädt Herrn v. Jagow, der bekanntlich eine„ ebrenzweiten Lösung entschließen können. Er ist damit den Weg hafte Festungshaft" in Gollnow verbüßt, öfters zum Diner oder gegangen, den vor ihm, bereits im Winter 1920, zwei deutsch- aur Jagd ein, wobei er den adligen Hochverräter persönlich in seiner nationale Abgeordnete der Nationalversammlung, Herr von Stutsche abbolt." Eine Nachprüfung dieser Behauptungen ist dringend Kardorff und Frl. von Gierte, beschritten haben, die notwendig. in der Deutschen Bolkspartei Aufnahme gefunden haben und keineswegs auf dem rechten Flügel ihrer neuen Partei stehen. Wir sind aber überzeugt, daß noch in diesem Sommer Leute, Max Liebermann. Ben John Schitowsti. Der Künstler, der morgen seinen 75. Geburtstag feiert, war in jungen Jahren der erfolgreichste Vorfämpfer und ist heute als Greis der hervorragendste Vertreter des Impressionismus in der deutschen Malerei. Zum Attentat auf Millerand. Reichspräsident Ebert über fandte Millerand aus Anlaß des mißglückten Anschlags ein Glück wunschtelegramm. dem sie den Menschen aus der umgebenden Natur hervorgehen, ihn als ein Stück des Grundes und Bodens erscheinen laffen, der sie trägt. In dieser Fähigkeit, Natur und Menschen einheitlich zu sehen, liegt ein Teil von Liebermanns Größe. In dieser Art, die Personen aus der Landschaft heraus zu erklären und die Landschaft in den Figuren gewissermaßen zu personifizieren, liegen aber zugleich die Keime zu einem neuen, über den reinen Naturalismus hinausführenden, monumentalen Stil. Die Negeflickerinnen, die Frau mit den Ziegen, der Wandersmann in den Dünen, sie alle sind symbolische Verförperungen der Natur, in der sie sich bewegen in demselben Sinne, wie Bödlins Fabelwesen es find. preußische Regierung darauf aufmerksam zu machen, daß die Berufung des Geheimrats Braumeiler zum RegierungspräsiBefremden erregt hat, weil er als Mitarbeiter mit ver denten von Oberschlesien, und auch nur zum Kommiffar, äußerstes haßten hakatisten in der Aera von Schwerin- Küfter bekannt ift. Seine Berufung erschwert uns das Eintreten für das Ver. bleiben Oberschlesiens bei Breußen ungemein. Jedenfalls wollen wir die preußische Regierung nicht im Zweifel darüber lassen, daß unsere Partei zur Belassung des Herrn von Brauweiler im Amte eines Regierungspräsidenten von Oberschlesien niemals ihre 3ustimmung geben fann." noch durch die Farbe unter der Wirkung des Lichts hervorgebracht werden, war seine Flachsscheuer in Laren", die jezt in unserer Nationalgalerie hängt. Mit einer wahren Inbrunst vertiefte sich Liebermann in das Studium des Lichts. Bon einfachen schritt er zu immer schwierigeren Problemen vor. Bon den schimmernden Sonnenflecken, die durch die Kronen grüner Laubbäume fallen ( Münchener Biergarten" in der Nationalgalerie), gelangte er zur Darstellung des Sonnenglanzes auf nackten Körpern, auf glitzerndem Die geege Umwälzung der fünstlerischen Anschauungen in Sand und auf bewegtem Wasser. Das Licht wurde der eigentliche Europa, die um die Mitte des vorigen Jahrhunderts eintrat, zeigte Gegenstand aller seiner Bilder, es war für ihn das Mittel, durch fich zunächst auf stofflichem Gebiet. Jener romantische Schön das er alle Einzelheiten einer malerischen Darstellung der großen heitsbegriff, ben Dina Dorff in Jbfens Stüßen der Gesellschaft" in Wichtiger noch als die stofflichen waren die technisch en einheitlichen Gesamtwirkung unterordnete. Immer feiner, immer die Borto Meidet: Etwas Schönes, das ist, was großartig ist und Umwälzungen in der Malerei des 19. Jahrhunderts. Es galt, an vornehmer wurden seine Löne. Obwohl er selten ganz reine Farben weit fort von hier," rar bis dahin herrschend gewesen. Das Leben Stelle eines veralteten, vertnöcherten akademischen Handwerks eine gibt und meistens die gebrochenen bevorzugt, ist das foloristische der Gegenwart, das Treiben des Alltags galt nicht als schön, galt neue Techmit zu sehen, die den verschärften und verfeinerten Sinnen Ensemble seiner Bilder doch niemals flau und schwächlich, sondern nicht als eine würbige Aufgabe künstlerischer Darstellung. Die erste des modernen Menschen in höherem Maße gerecht wurde. Die stets von frischer, oft derber Kraft. Wandlung in diesen Anschauungen brachte für die Figurenmalerei dunklen Farbentöne, der alten Meister, die sogenannten braunen Wenn die Kunst, die heute im Werden ist, auch andere Wege der Franzose Courbet( 1819-77). Er erweiterte das Stoffgebiet in Saucen, mußten überwunden werden. Das Studium der spanischen einschlägt, so darf der 75jährige Meister sich doch sagen, daß er ein einer damals unerhörten Weise, indem er auf seinen Gemälden häß- Maler Velasquez( 1599-1660) und Gona( 1746-1828) fowie der Lebenswert geschaffen hat, das ihm als einem Markstein in der Ge liche Broletarier und Spießbürger darstellte. In seine Fußtapfen Rototomaler zeigte, daß man schon früher in der Malerei lichtere schichte der deutschen Malerei und als dem Bollender des malerischen trat dann Millet( 1814-75), einer der größten unter den franzö- Farben gekannt hatte. Eine unermüdliche, vorurteilsfreie, intime Naturalismus Unsterblichkeit sichert. Und wenn ihm das Wollen und fischen Matern des 19. Jahrhunderts. Er war anders geartet als Beobachtung der Natur eröffnete neue, ungeahnte Berspektiven. Schaffen der heutigen jungen Generation auch zweifellos fremd und Courbet. Er hatte nichts von deffen bäuerischem Troß und massiver Eduard Manet( 1832-83) in Frankreich war der Begründer der im innersten Herzen vielleicht zuwider ist, so muß ihm die moderne Brutalität. Er war eine empfindsame, lyrische Natur und schuf neuen Richtung, die man Impressionismus und Freilichtmalerei Rünstlerjugend doch dankbaren Herzens das Zeugnis ausstellen, daß seine Bauern und Arbeiter teils als glückliche Wesen, die sorglos nannte. Der Impreffionismus, die Eindrucksmalerei, will nicht die er feinen Einfluß nie dazu benutzt hat, das Neue zu unterdrücken, durch felige Gefilde wanderter, teils als liebenswürdige Dümmlinge, Gegenstände selbst, sondern den Eindruck, den sie auf das Maler- sondern stets vorurteilslos und hochherzig bemüht war, dem Keimen. teils als michelangeleste Heroen oder als elende geplagte Gefchöpfe, auge machen, fünstlerisch darstellen. Nur das, was das Auge wirt den und Werdenden Licht und Luft und freie Bahn zum Wachstum die das Mitleid des rührseligen Publikums anriefen. Liebermann, lich sah, nicht das, wovon man durch Erfahrung wußte, daß es da zu schaffen. der von Courbet und Millet viel gelernt hat, war der erste, der seine war, follte wiedergegeben werden. Durch diese Art des Sehens geGestalten aus den sogenannten niederen Volksschichten völlig tendenz- langte man zu einer Feinheit und Schärfe der Beobachtung, wie Für die nofleidenden Gelehrten Rußlands. Frithjof Nansen los, ohne alle Rebenabsichten auf die Leinwand brachte. Er wollte man sie bis dahin nicht gekannt und geahnt hatte. Man lernte die hat mit den Sowjetbehörden cine Bereinbarung zur Unter mit seinen Bildern weder beluftigen noch rühren. Er bemühte sich raschesten Bewegungen, die flüchtigsten Eindrücke des Moments sehen stützung der notteidenden russischen Professoren einfach, die Wirklichkeit so hinzustellen, wie er fie fah. Alte Frauen, und im Bilde festhalten. Und alle diese Impreffionen, diese Augen- und Lehrer getroffen, die vor allem die regelmäßige Versorgung die in dampfer Scheune mit dem Rupfen von Gänsen beschäftigt blidseindrücke, erschienen nicht mehr in der künstlich regulierten Be- der hungernder Gelehrten mit Lebensmittelpaketen, die in find, Arbeider, die ein Rübenfeld beadern, einen Handelsmann, der leuchtung des Ateliers, sondern im freien, natürlichen Licht. Die Riga zusammengestellt werden, bezweckt. Es wurde eine Liste der die Dünen durusandert, den Sajuster in seiner Werkstatt, den Weber Freilichtmaler gaben alle Dinge farbig so wieder, wie sie in der besonders Bedürftigen aufgestellt, die zunächst die Versorgung von im Webstahl, das Leben auf der regenfeuchten Dorfstraße, Kirchen- Natur standen. Alle akademischen Vorschriften wurden über den etwa 2000 Professoren und Lehrern vorsieht. Das Genfer Komitee gänge, Biergärten usw. wählte er als Motive für feine Gemälde. Haufen geworfen und die Natur als einzige und unfehlbare Lehr- weist in einem Appell auf die dringende Notwendigkeit hin, außerUnd wie uns im gewöhnlichen Alltagsleben nicht fortwährend meisterin anerkannt. dem auch Bücher, missenschaftliche Instrumente usw. Charaktermasten und interessante Typen umgeben, so zeigt uns der Auch diese Errungenschaften hat Liebermann als einer der für die russischen Gelehrten zu sammeln, da hierin die Not besonders Künstler auch auf feinen Gemälden einfache, unauffällige Menschen- Erften sich zu eigen gemacht. Die Anregungen, die er namentlich groß ist. Biele berühmte Gelehrte waren gezwungen, ihren Besiz gestalten. Gr verzichtet auf amüsante Nebensächlichkeiten, die den in Paris erfahren hatte, gaben seiner Kunst die Richtung. Was er darunter auch ihre Kleider und Bücher, zu verkaufen und müssen jetzt geistreichen und mitigen Beobachter verraten, aber mit der Malerei aus eigenem hinzutat, machte ihn zum Meister. Das Studium der mit ihren Familien in einem einzigen Zimmer hausen. felbst nichts zu tun haben. Luft und des Lichts wurde die Grundlage feines Schaffens. In Benzinlokomotiven auf franzöfifchen Bahnen. Die französische Au in seinen Landschaftsbildern verzichtet Liebermann auf Holland, dem Lande der farbigen Nebel, fant er seine fünft Staatseisenbahn hat soeben mit Erfolg Versuche über die Verwen jebe Gönheit im fonventionellen Sinn. Er erkannte als einer der lerische Heimat. Hier wurde ihm die Luft erst eigentlich förperlich dung von Benzinlokomotiven auf einer Strecke von 1300 erften, daß jedes Ghid Natur Stimmung hat, und zwar in jedem sichtbar. Sie verwischte die Konturen der Dinge und zeigte dem Kilometern gemacht. Es wurde eine Schnelligkeit von 52 Kilometern Augenblick ſeine besondere. Diese fortwährend wechselnden, dem Auge nur die großen Massen. Hier lernte Liebermann im impreffio- in der Stunde erreicht. Der Benzinverbrauch belief sich auf 70 Liter Auge des nüchternen Beschavers kaum bemerkbaren intimen Stim- nistischen Einne malen, anstatt zu zeichnen und zu folorieren. In bei 100 Kilometer Fahrt, was eine erhebliche Ersparnis gegenüber mungen bemüht er sich im Bilde festzuhalten. Und zwar gibt er dem er die Farben, wie er sie in der Natur sah, nebeneinander auf der Dampflokomotive bedeutet. Es wird geplant, die Benzinlokomo nicht, wie es in der älteren Kunst üblich war, Landschaften mit trug, entstanden von selbst die Konturen und die plastisch heraus- tiven auf den französischen Nebenbahnen einzuführen. Staffage", sondern er vereinigt das Landschafts- und das Figuren- gearbeiteten Körper. Es war dies für jene Beit eine neue Art der bild. Seine Rübenarbeiter, seine Negeflickerinnen, seine Frau mit malerischen Wiedergabe der Natur, und das erste Bild, auf dem die den Ziegen sind, wenn man so sagen will, Milieudarstellungen, in- zeichnerische Durchbildung vollständig zurücktritt und die Formen nur " Zum 75. Geburtstage Mag Liebermanns erscheinen im Berlag von Bruno Caffirer zwei neue Illuftrationswerke des Meisters: Goethes Novelle" und Goethes Mann von 50 Jahren". Major Vebersteüts SartholomSusnacht. ,,Jch sehn- mich danach, dah Fach in Berlin einzieht." Von unterrichteter Seite erfahren wir: Der Schriftleiter der Zeitschrift„Volk und Wehr', Organ des Verbandes„national" gesinnter Soldaten(der be- kanntlich aufgelöst wurde), schrieb in einem vom 7. April 1921 datierten Brief von Berlin: „Ich werde hier auch demnächst Vorträge über Kriegsverbrecher" halten, da das ja mein Spezialgebiet ist. Uebrigens würde ich Dir raten, bei Eurem Vortrag meine Schriftenfolge„D i e B e st i e n im Weltkriege" zu verkaufen und in Massen zu verbreiten... Im Vertrauen will ich Dir noch mitteilen, daß Ende des Mo- nats bei Lehmann-München eine von mir aufgestellte Gegenliste erscheint. Da die Regierung zu feige und zu schlapp ist, habe ich mich an die Arbeit gemacht. Titel:„Kriegsverbrecher" Eine deutsches egenliste an Frankreich, ausgestellt auf Grund amtlichen Materials, nach den Vernehmungen der Kriegsgefangenen in den Durchgangslagern usw. usw. von einem Deutschen. Sie wird, hoffe ich, riesiges Aufsehen machen. Alphabetisch stelle ich etwa 600 französische Offiziere, Unteroffiziere, Mannschaften, Aerzte, Sanitäter, Schwestern und Dolmetscher an den Pranger. Sie wird in fast allen Sprachen übersetzt. Wirkung hat sie natürlich nur, wenn sie in Millionen von Exemplaren in die breite Masse geht... Falls sie einschlägt, soll auch England darankommen. Der Reichswehrminister bekommt«Volk und Wehr" regelmäßig, so daß er auch Deinen Artikel liest." Briefschreiber ist der Major W e b e r st e d t, der am 21. April 1921 in einem anderen Briefe anzeigt, daß er in die Redaktion des„Deutschen Tageblatt"(eine Gründung Wulles!) eingetreten und dort Schriftleiter der jeden Mittwoch er- scheinenden Beilage„Deutsche Wehrkraf t", Wochen- beilage für Heerwesen und Wehrkraft, geworden ist. Weberstedt ist auch zweifellos der geeignete Mann für Wulle wie auch als Referent über Kriegsverbrecher und Herausgeber der deutschen Gegenliste, denn am 18. April 1921 hatte er an denselben Adressaten geschrieben: «Eine Möglichkeit für Dich, Dich ganz der Arbeit des Verbandes zu widmen, bestünde nur dann, wenn der Landesverband so stark und leistungsfähig würde, daß Du besoldeter Geschäftsführer würdest. Vielleicht erreichst Du es und Du bist dazu berufen, die Erhebung Ostpreußens, wenn die Stunde kommt, vorzubereiten und zu leiten. Denn letzten Endes arbeiten wir doch alle auf ein zweites IStZ hin. Und je mehr sie uns knechten und treten, desto eher wird der Tag kommen! Ich sehne mich danach, daß Foch in Berlin einzieht, denn eher wacht das deutsche Volk nicht aus! DielleichtistderTag nicht mehr fern. Mein Ideal ist eine zweite Bartholomäusnacht, ln der wir die Eindringlinge nicht nur erledigen, sondern uns ihrer schwere» Waffen bemächtigen, das ist die Hauptsache!" Und der Briefempfänger schreibt in einem Artikel, dessen Manuskript uns vorliegt: «Und die da nicht zurückschauen wollen, den verlorenen Kaiser, ihre verlorene Volks- und Waffenehre nicht sehen, nicht mehr erkennen wollen, die in ihrem neuen republikanischen,„demo- kratischen" Deutschland sich häuslich einnisten und ihr Glaubens- bckcnntnis aller Welt gar ins Gesicht schreien: auch unter der Re- publik kann man«ein guter Deutscher" sein— es sind unbedingt die Berworsencn.... Das deutsche Volk wird nicht eher vor Gott und der Geschichte wieder gerecht dastehen, bis es nicht einen großen Fehltritt zurückgetan und seinen schmäh- lich verratenen Kaiser gefragt haben wird: Wollen Euer Majestät die Gnade haben, uns wieder zu regieren?" Deshalb also waren Ludendorff, Litzmann, Lettow-Vorbeck und zuletzt Hindenburg in Ost- preußenl_ die„Korruption" ües„vorwärts". Vor der 11. Strafkammer des Landgerichts I Berlin fand am Sonnabend die Berufungsvcrhandlung des„Vorwärts" gegen das „Deutsche Abendblatt" statt. In einem Artikel vom 17. November 1021 hatte da-„Deutsche Abendblatt" Rcinhold Mulles den„Vor- wärts" wegen eines Aussatzes über dänische Kulturprcpaganda in ziemlich unvcrhüllter Form den Vorwurf der Korruption und der Arbeit in fremdem Solde gemacht. Namens des „Vorwärts" strengte der damalige verantwortliche Redakteur Ge- nosie Dr. Peiser Beleidigungsklage gegen das Wulleblatt an. Im ersten Termin suchte sich der Verantwortliche Wulles dadurch her- auszureden, daß er unter Korruption eine„zusammengebrochene Weltanschauung"(!) verstanden wissen wollte! Diese saule Ausrede, die mit völkischem Monncsmut herzlich wenig zu tun hatte, ver- fehlte ihre Wirkung. Der Mann wurde verurteilt, legte aber Be- rufung ein. In der Berufungsinstanz versuchte Wulles Vertreter die Aktivlegitimation des Klägers zu bestreiten. Der Vorsitzende regte vor Eintritt in die Verhandlung einen Vergleich an, mit dem sich Genosse Dr. Peiser schließlich einverstanden erklärte. Der An- geklagte mußte sich zu folgender Erklärung bereitfinden: „Ich habe in dem Artikel„Korruption" in Nr. 1S6 des„Deut- schen Abendblattes" vom 17. November 1921 denVorwursder Bestechlichkeit gegen den„Vorwärts" oder dessen Mitarbei- ter, insbesondere gegen Herrn Dr. P-iser, den damaligen verant- wortlichen Redakteur, nicht erheben wollen. Sollte aus der Fassung des Artikels ein solcher Vorwurf herausgelesen werden können, so bedauere ich, daß diese Fassang gewählt worden ist. Ich bin damit einverstanden, daß diese Erklärung je einmal in einer Ausgabe des„Vorwärts" und des„Deutschen Abendblattes" veröffentlicht wird." Der Angeklagte mußte sich ferner verpflichten, sämtliche gericht- lichen und außergerichllichen Kosten des Verfahrens zu übernehmen. >Heutschsozia!e Msröpropaganüa. Ein Demokrat, Mitglied des Bundes jüdischer Frontsol- baten, schildert uns, was er kürzlich in einer Berliner Versammlung der Deutschsozialcn Partei erlebt hat. Er schreibt: „Unter dem Vorsitz des Herrn Dr. med. Früh, Gleimstr. 39 wohnhaft, sprach der Parteisekretär Scheibel unter anderm folgendes: „Unter ollen Umständen Befreiung vom Judentum, auch wenn der Eegn-r es mit seinem Leben bezahlen müßte." Die weitere Ausführung, die auch in dieser Versammlung gemacht wurde, möchte ich der Raumersparnis wegen nicht wieder- geben. Auf unsere lebhaften Zwischenrufe erklärte der Vorsitzende Dr. Früh: „Di« Judenbengel mögen machen, daß si« herauskommen!' Die Partei hatte sich zum Schutz einen Polizeiober- Wachtmeister mit Namen Karge oder Krage bestellt, der dann meinem Ersuchen, die Personalien des Vorsitzenden usw. fest- zustellen, nicht nachkam. Ich bin dann zu dem nächsten Revier, Wörther Straße, gegangen, wo ich auf mein Verlangen zwei Be- amte erhielt, die di« Feststellung wunschg«mäß vornahmen." Das fachgemäße Eingreifen der Schupo findet hoffentlich feine Fortsetzung in ebenso raschen Maßnahmen der Justiz: ebenso rasch muß ober auch der deutschsoziale Polizsioberwachtmeister über feine Pflichten belehrt«erde». Das MCN. Einen lehrreichen und teilweise auch unterh astsamen Einblick konnte man anläßlich einer Presseführung in die Organisation und den Betrieb des Mitteleuropäischen Reise- b ü r o s nehmen, das sich im Erdgeschoß des Potsdamer Bahnhofs am Potsdamer Platz befindet. Der Zweck dieser halbamtlichen kurz nach den Anfangsbuchstaben MER. genannten Einrichtung ist die Zusammenfassung des zersplitterten Reifebürowefens in Deutschland und Förderung des Reiseverkehrs durch, nach und in Deutschland. Das MER. besitzt den Alleinvertrieb von Fahrscheinen und Fahrkarten außerhalb der Bahnhöfe. Alle seine Vertretungen sind zu kostenloser Auskunfterteilung verpflichtet. In Deutschland gibt es bereits 160, im Ausland etwa 200 MER-Büros. 73 v. H. des Reingewinns fließen an die Reichsbahn zu Verkehrs- werbungszwecken. Eines der größten Büros der Welt ist das MER-Büro im Potpdamer Bahnhof: während des Ferienvcrkehrs in den ersten Tagen des Juli wurden hier täglich etwa 10 000 Reisende bedient. Aeußerst sympatisch berührt es den weniger bemittelten Reisenden, wenn er beim Betreten des unteren Raumes gleich zur rechten Hand eine Verkaufsstelle für Fahrkarten 4. Klasse sämtlicher von Berlin mit 4. Klasse abgehenden Züge findet, w»? denn auch die gleichfalls in den unteren Räumen befindliche Auskunftsstelle jederzeit Auskunft über einfachere und billigere Bäder, Kurorte und Sommcrftischen erteilt. Rur sollte sich das Publikum daran gewöhnen, feine An- fragen kurz und bestimmt ohne lange Redereien zu machen, wie man es verschiedentlich beobachten konnte. Eine besondere Abteilung des Bureaus befackt sich mit der Ausgabe von Fahrscheinen für Seereisen im europäischen und Ueberseeverkehr, von Flug- scheinen für den deutschen und internationalen Luftverkehr, von Sichtvermerken für Reisepässe und mit der Entgegen- Msschneiöen! IM" Aufheben! Mit der Eröffnung des Fernsprechamtes Dönhoff gelten für die Bureaus im Vorwärts-Gebäude nur die folgenden Telephonnummern: Redaktion vnd Verlag: Dönhoff 292. 293. 294. 295. -— 2506, 2507. 5ozd. Parlamentsdienst: Dönhoff 4196, 4197, 4198. Rachlexpedition des Vorwärts: Dönhoff 293(Rachtruf). Druckerei und Buchhandlung: Dönhoff 5190—94, 1863. Bezirksvorstand Groh-Berlin: Dönhoff 5086—88. Brandenburger Bureau: Dönhoff 3170. Parteivorftand: Dönhoff 740—741. Zentralbildungsausschutz: Dönhoff 717. Verband der Arbeilerjngendvereine: Dönhoff 743. Ver«SozialdemokralischeParlameuksdienst" bittet besonders, die Fernanrufe und Ortsgespräche für den„Sozjaldem. parlamenlsdienst" in Zukunft nur auf de« oben für ihn an- gegebenen Leiluugeu zu bewisken. nähme von Aufträgen auf amtliche Gepäckabfertigung in der Wohnung, auf Gepäck- und Unfallversiche- r u n g. Im MER 10 ist die Laufkartenführung für die von Berlin ausgehenden Schlafwagen zusammengefaßt: zur Zeit verkehren von Verlin täglich 38 bis 60 Schlafwagen 1. und 2. Klasse i�Eo drei Liegewagen 3. Klasse mit insgesamt rund 1200 Plätzen, die Plätze werden nach der Reihenfolge des Eingangs der Be- stellungen vergeben. Der größte Teil d«r Bettkarten ist fast ständig Regierungsvertretern, Reichs- und Landtagsabgeordneten und Mit- gliedern der Ententekommissionen reserviert. Um den Rest entsteht ein Kampf unter den Valutastarten. Große Unzufriedenheit hat eine Zeitlang auch die Unzulänglichkeit der O-Zug-Platzkarten erregt, ein Zustand, der jetzt mit einem erheblichen Aufwand von Mitteln und Kräften beseitigt ist. Durchschnittlich gehen von Berlin täg- lich 50 bis 60 v-Züge ab, für die die 19 Berliner MCR-B'.ireaus Platzkarten ausgeben, außerdem 110 Personenzüge. In»en 60 D-Zügen stehen rund 18 0 0 0 Plätze 1. bis 3. Klasse zur Verfügung. Außerdem laufen in den Zügen(einschl. der drei Schlafwag enz ll ge nach München, Köln und Frankfurt a. M.l täglich etwa 60 Schlafwagen mit rund 1200 Bettplätzen. In den 110 Personenzügen stehen rund 53 000 Plätze zur Verfügung. Der Personenzug führt durchschnittlich 30 Plätze 2. Klasse. 130 Plätze 3. Klasse und 300 Plätze 4. Klasse. Weiter hatte man Gelegenheit, einen der neuen Wagen der 4. Wagenklasse zu besichtigen, die durchweg mit Sitzbänken ausgestattet sind, deren An- ordnung ein Mitnehmen der vielfach die Reisenden behindernden Traglasten in diese Wagen verhindere. Die Wagen machen einen recht freundlichen hellen Eindruck und werden vermutlich unter der Net der Zeit zu einem Einheitstyp für die weitesten Kreise der Be- völkerung werden. Die neuen D-zugmäßig beförderten Personenzüge mit 4. Klasse fahren jetzt bereits auf den Strecken von Berlin nach Köln, Dreslau, Königsberg i. Pr. und Frankfurt a. M. Der Gesamteindruck des Gesehenen und Gehörten war ein durchaus er- freulicher und läßt mancherlei Hoffnungen auch für eine Erweite- rung und Vervollkommnung des eisimbahnlichen Volks-Schnellver- kehrs aufkommen._ Säuglings milch mit Soda. Ein Rotsignal der Berliner Kinderärzte. Die im Verein für innere Medizin und Kinderheilkunde zu- sammengeschlossenen Berliner Kinderärzte geben folgende Er- klärung ab: Die Berliner Säuglings- und Kindermilch hat sich in ihrer Beschaffenheit in der Nachkriegszeit ständig ver- schlechter t. ver Gehalt an Fett, diesem wichtigsten NiM- stofs der Milch für den Säugling, ist um mehr als ein Drittel gegen- über der Friedenszeit g e f u n-k e n. Die Milch hat durch K o n s e r- vierungsmittel, derrfi Zusatz früher gesetzlich verboten war, lebenswichtige Stoffe(Vitamme) verloren. Eine besonders verderb- liche Rolle spielt unter den Konservierungsmitteln der Zusatz von Soda und Wasser st osssuperoxyd. Die Sauberkeit der Milch, die in früherer Zeit selbstverständlich war, ist einer b e- denklichen Verschmutzung gewichen und ihr Batterien- geholt ist infolgedessen weit über das zulässige Maß gestiegen. Ge- sundheitsstörungen ernster Art sind bei unseren Säuglingen in steigendem Maße zur Beobachtung gekommen. Namentlich der Skorbut der steinen Mnder hat sich in letzter Zeit bedenklich gehäuft. Angesichts dieser Uebelstände fürchten die Berliner Kinderärzte ver- hängnisoolle Folgen für unseren Nachwuchs, wenn nicht bald für Abhilfe Sorge getragen wird. Si« fordern: 1. Wiedereinführung der früheren Reinlichkeit bei der Gewinnung und dem Transport der Säuglingsmilch, sowie Beachtung der bereits bestehenden ge- sundhcitspolizeilichen Vorschriften. 2. Verbot der tonservierenden Zusätze. 3. Bekämpfung der Milchverfälschung, besonder» der Eni- rahmung. Neben dieser verschlechterten Beschaffenheit der Milch verdient die dauernd« Verminderung der vorhandenen Milchmengen ernsteste Beachtung. Bei der Knappheit und Teuerung der Nahrungsmittel kommt der Milch als wesentlicher Bestandteil der Kost auch unserer Kleinkinder eine höhere Bedeutung als früher zu. Weiteres Sinken der zur Verfügung stehenden Milch- mengen muß unbedingt vermieden werden, damit nicht schwere Ge- sundheitsschädigungen der Kinder eintreten. Es gilt hier zu warnen, bevor es zu spät ist. Die Kinderärzte lenken die Aufmerksamkeit maßgebender Kreise, besonders der Gemeinden, auf die Bereit- stellung guter Trockenmilch, die in periodisch wiederkehrenden Zeiten knapper Milchversorgung als zweckmäßig empfohlen werden kann. Schließlich betonen die Kinderärzte nachdrücklich, daß Reich, Staat und Gemeinden auf einen erschwinglichen Breis der Milch mit allen Mitteln hinwirken müssen. Der Aufruf, der unterschrieben ist von Vrofessor Dr. Erich Müller als Vorsitzenden und Professor L. Meyer als Schriftfüher, beleuchtet mit einemmal die ungeheure Gefahr, in der unser junger und jüngster Nachwuchs schwebt, eine Gefahr, di« durch die soeben erfolgte Nachricht über die angeblich unabwendbare Milchpreiserhöhung noch verschärft wird. Sturmwetter und 5ernsprechstörungen. In den durch die stürmische Witterung verursachten Störungen der von Berttn ausgehenden Fernfprechleitungen ist gegen gestern eine leichte Besserung eingetreten. Störungen liegen noch vor im Verkehr mit Holberstadt, Wernigerode, Simlsund, Neubrandenburg, 1 Srcifcurg(Breisgau), Neustrelitz. Lychen, Strausberg und Muncheberg(Mark). Der Verkehr wird, soweit möglich, durch Umlsitung der Gespräche aufrechterhalten. Im Verkehr mit dem Auslande fehlt die Verbindung nach Wien, Kopenhagen, Mailand. Budapest und Zürich. Der bei jedem Unwetter erfolgende Zu- sammenbruch des Telogrophen- und Fernsprcchwesens ist eine ß«des unbefriedigenden Zuftandes des ober» r � � � � betriebssicherer und wirtschaftlich arbeitender Fernverkehr kann mir durch Verkabelung der wichtigsten Verkehrslinien erreicht werde». Die Telogravhenver- waltung hat bereits vor mehreren Jahren mit dieser Arbeit be- gönnen, di« jedoch wegen Mangel an Geldmitteln nicht so schnell vorwärts kam,� wie es im Interesse des Wirtschaftslebens dringend erforderlich wäre.— In den Mittagsstunden hellte sich übrigens das Wetter heute ganz erheblich auf. Stücke des blauen Himmels waren schon wieder zu sehen. Man kann also hoffen, daß die Rsoi-n- zeit sich ihrem Ende zuneigt._ Cölar Thiele. Der Senior der Berliner Journalisten, der In- haber der«G e r i ch t s k o r r e s p o n d e n z Oskar Thiele", ist in der Nacht zum heutigen Mittwoch im Alter von 74 Jahren plötzlich verstorben. Nicht nur die Berliner, die gesamte deutsche Presje verliert in ihm«inen der befähigtesten und gewandtesten Jour- nalisten, der seit einem halben Jahrhundert dem Leserkreis der Ber- liner Zeitungen und zahlreicher Zeitungen im Reich die Nachrichten aus den� Moabiter Eerichtssälen übermittelte. Trotz seines hohen Alters ist Thiele bis zum gestrigen Dienstag unermüdlich an seiner gewohnten Arbeitsstelle tätig gewesen, bis in der Nacht ein Herz» schlag seinem arbeitsreichen Leben ein Ende mochte. Er ist als arbeitsfteudiger Journalist in den Sielen gestorben. Wartehallen und Verkaufskioske. Die Verkehrsdeputation hat einem Vertrag zwischen der Berliner Straßenbahn und einem Privatunternehmer zugestimmt, wonach an zunächst etwa 30 Verkehrspunkten bis zum l. Oktober 1925 Wartehallen zur Benutzung der Straßenbahn- f ihr gaste aufgestellt werden sollen. Zunächst sollen mindestens 3 Hallen bis zum 1. April 1923 möglichst jm Bezirk Ait-Berlin und mindestens weitere 35 Hallen bis zum 1. Oktober 1923 errichtet werden. Die Wartehallen müssen neben Stehplätzen auch Sitz» gelegenheit für etwa 10 bis 12 Personen bieten und außerdem einen kleinen Raum zum Unterstellen von Gerätschofim und für einen Straßenbahn-Dienstfernsprecher enthalten. Die Wirtschaftlichkeit dieser Wartehallen wird für den Unternehmer dadurch begründet, daß Läden und Fernsprechzellen angebracht werden. Zn den Läden sollen Gegenstände aller Art verkaust oder zugelassene Gewerbe be- trieben werden. Der Ausschank und Berkaus von Alkohol ist unter allen Umständen verboten. Damit kommt Berlin endlich zu einer Einrichtung, die in anderen Stödten schon längst besteht, z. B. in Leipzig seit über 30 Jahren. Der Magistrat will jetzt auch den Plan ausführen, Verkaufs» kioske auf verkehrsreichen Plätzen durch private Unternehm>''r gegen Pocht aufstellen zu lassen. Zum Berkauf sollen i(i erster Linie Zigarren. Konfitüren und Blumen zuge- lassen werden, aber auch an Benutzung der Kioske als Wechsel- st u b e n wird gedacht. Die Stadtverordneten ersucht der Ma- gistrct um Zustimmung zu Verträgen mit drei verschied.'» eu Unter- uehmern, die im ganzen 14 Kioske aufstellen wollen und dafür eine Iahrespacht von zusammen 1 380 000 2!T. zu zahlen hätten. Die Pacht soll betragen je 60 000 M. für einen Kiosk auf dem Haus- vogteiplatz und zwei auf dem Beve-Allions'-Platz, je 75 000 M. für je einen auf dem Spitlelmarkt, dem Dönhoffplatz, dem Askanilchen Pidtz und Unter den Linden, je 100 000 M. für einen anderen Kiosk Unter den Linden(gegenüber Kranzler) und zwei auf dem Alexanderplatz, je 130 000 M für vier auf dem Leipziger Platz. Vorgesehen ist, daß bei Valutaschwankungen die Pacht sich entsprechend erhöht oder ermäßigt. Obige Beträge sind errechnet unter der Voraussetzung, daß der An- taufswert von 20 M. in Gold 1200 Papiermark ist. Nach dem gegenwärtigen Stand von 20 Goldmark— 1700 Pcviermark würbe die Gesamtpacht für die 14 Kioske bereits 1 935 000 Papiermark betragen. Das Gerücht von einem ZUordanschlag war gestern in der Nähe des Friedrickshains verbreitet. Vor dem Haufe Nr. 27 in der Kochhannstraße fand man auf dem Dürgersteige einen besinnungslosen Mann liegen, der aus einer Scbnßwunde am Kopfe stark blutete. Man brachte ihn mit Hilfe der Schutzpolizei in einem Kräftwagen nach dem Krankenhause am Friedrichshain, wo die Aerzte feststellten, daß eine Kugel in der rechten Schläfe stecken geblieben war. Die sofort aufgenommenen Ermittlungen ergaben, daß nicht ein Mordanschlag, sondern ein Versuch von Selbstmord vorliegt. Der Schwerverwundete wurde festgestellt als ein 20 Jahre alter Schlosser Paul Ehnert, dessen Wohnung noch unbekannt ist. Riescnbrand eines New. Barker Warenhauses. Bei einem Brande in einem großen New Parker Warenlzauje, bei dem zahl- reiche Explosionen erfolgten, wurden zwei Personen getötet und dreißig verletzt. Nach den vorliegenden Berichten ist dieses der größte Brand seit dem Brande des Nixty-Eable-Gebäudes. Sämt- liche New Porker Feuerwehren waren an der Brandstelle versammelt. Arbeitersport. Der 3. Kongreß des Internationalen Arbciteroerbandes für Sport und Körperkultur wird im Anschluß an das 1. Deutsche Ar» beiter-Turn- und Sportfest in Leipzig vom 26.— 27. Juli im Pfauensaal des Leipziger Zoologischen Gartens tagen. Seine wichtigsten Verhandlungsgegenstände sind ein Referat über Arbeitersport und Arbeiterklasse und die Verständigung über die technische Zusammenarbeit der angeschlossenen Länder. Dem Bunde sind an- geschlossen: Deutschland, Frankreich, Belgien, England, Italien, die Schweiz, Tschechoslowakei, Oesterreich und Finnland. Ueber da» Ergebnis ber Verhandlungen werden wir berichten. Ruf dem Ptortuna-Zportplah treffen lich heute Mittwoch, den 19. Juli abends 0 Uhr 80, Viktoria-Tcmpelhos, 1. Männermannschaft gegen„Rüstig- Vorwärts" 1913, 1. Männermannschast. Beide Mannschasteu treten in bester Aujsteüuug est, daher ist guter Sport fa erwarten. Gewerkschaftsbewegung Moderne Sklaven. Man schreibt uns vom Deutschen Portier- Berband, Seftion des Transportarbeiterverbandes: Im Juni d. J. ging eine Notiz durch die Presse über die unerquidlichen Verhältnisse, welche fich in Groß- Berlin auf dem Ge: biete der Hausreinigung dadurch entwickelt hätten, daß nicht wenige Portierleute nur deswegen eine solche Stellung annehmen, um nur eine Wohnung zu bekommen, und dann nach einiger Zeit die Lust an ordnungsmäßiger Hausreinigung verlieren; dadurch sehen sich die Hauswirte veranlaßt, die Portierwohnung, wie jede freie Wohnung, dem Wohnungsamt zur Verfügung zu stellen. Daß eine Reihe von Portierleuten, um eine Wohnung zu betommen, eine Portierstelle annehmen, ist zutreffend. Man lese aber nur einmal einen Portiertontraft durch, was da alles vom Portier verlangt wird. Jeden Tag soll gefegt werden, jede Woche das Die Streillage in Amerika. erfolgte die Wiederherstellung der Deffentlichkeit. Eine Anzahl das Eine Reuter- Meldung aus Washington bejagt, daß Präsident Verbandsorgan betreffende Anträge wurden dem Vorstand und der Harding es bei den Bergwerksarbeitern und Zechenbefizern durch. Redaktion als Material, bezw. zur Erwägung überwiesen. Ein Anezte, baß ein Schiedsgericht eingesetzt wird. Harding lud die trag, die Verbandsstatistit weiter auszubauen, sowie Veröffentlichung Bechenbesizer ein, die Bergwerfe für die Arbeiter wieder zu öffnen, ferner solche auf Abschluß von Tarifverträgen für die Emaille, resp. Berbreitung von Borstandsmitteilungen betreffende Anträge, bis eine endgültige Regelung der Lohnfrage erzielt wäre. Dies jei Terrafotta- und Figurenbranche, Anträge auf Anstellung weiterer um so notwendiger, als dem amerikanischen Bolte sonst die Kohle Gauleiter wurden der Verbandsleitung zur Prüfung überwiesen. ausginge. Andererseits fagt eine Wolff- Meldung aus Washington, Angenommen wurde ein Antrag betr. Förderung des BildungsPräsident Harding hat den verschiedenen Staaten empfohlen, durch wesens; weiter der Antrag: Die Generalversammlung fordert vom Truppen die Bergwerke schüßen zu lassen, in denen die Borstand, den Zahlstellenverwaltungen, den Betriebsräten und allen Arbeit wieder aufgenommen wurde. Mitgliedern, unaufhörlich und mit allen Mitteln auf dem Gebiete der Nach einer Reuter- Meldung aus Washington, ist zwischen dem Gewerbehygiene fördernd und beffernd zu wirken. Ein Antrag, den roten Gewerkschaftskongreß durch Delegierte zu beschicken, wurde Direktor ber Pensylvania- Eisenbahngesellschaft und den streifenden abgelehnt. Eisenbahnern in der Lohnfrage eine Bereinbarung erzielt worden, wonach die Werkstättenarbeiter, insgesamt vierzigtausend, die Arbeiten wieder aufnahmen. Die Beratung der zum Statut gestellten Anträge ergab eine Reihe Statutänderungen interner Natur, wovon auch das Beitragswefen erfaßt wurde. Die Gehälter der Verbandsangestellten erfuhren eine zeitgemäße Berbesserung. Der alte Borstand murde wiedergewählt, jedoch um brei Personen verstärkt. An die Stelle Delegierten von 12 Bahlstellen sich zusammensetzt. Der nächste Verbandstag findet in drei Jahren in Koburg statt. Wirtschaft Meſſing gepußt, die Genfter jeben Monat gereinigt, bie äulen Generalversammlung der Porzellanarbeiter. des verstorbenen Redakteurs Schneider wurde Menniger- Bansorgt, im Winter der Fußsteig vom Schnee gereinigt werden; etwaige Die Generalversammlung der Porzellan- und verwandten ArBolizeiftrafen muß der Portier selbst tragen. Im Kontraft steht beiter und Arbeiterinnen tagte vom 9. bis 16. Juli im Voltshaus ferner, sämtliche Utensilien, welche zur Instandhaltung und Reini- in Dresden. Der Bundesvorstand war durch Badert vergung des Hauses gebraucht werden, werden vom Hauswirt geliefert. treten, die Bruderorganisationen in der Tschechoslowakei und Holland Das klingt sehr schön. Hier aber gerade fezt die Unluft zur hatten Begrüßungsschreiben gesandt. Bei einem von der Zahlstelle Arbeit ein Wenn man verlangt, daß das Haus fauber sein soll, Dresden arrangierten Kommers begrüßte der Ministerpräsident muß auch das Handwertszeug in guter Ordnung sein. Es ist nicht Bud die Delegierten. felten, daß es bei vier Aufgängen im ganzen Monat zwei Scheuer- Den Geschäftsbericht des Borstandes gab der Berbandsvorlappen gibt, obwohl verlangt wird, daß zweimal in der Woche ge- fihende Wollmann. Wir entnehmen aus demselben folgendes: Einführung in das Studium der Konjunktur." Bon Professor wischt werden soll. Diese Scheuerlappen sind außerdem von schlech- Seit der letzten Generalversammlung im Jahre 1919 hat der Ber- Dr. P. Mom bert.( C. A. Glöckners Verlagsbuchhandlung, Leipzig. tester Qualität. Werden zum Fensterpuzen Lappen verlangt, haben band durch den Tod einer Anzahl an führender Stelle Stehender Breis 60 M.) Ein Buch, das in die Konjunkturkunde einführen verschiedene Portierfrauen zur Antwort bekommen: Waschen Sie schwere Berluste erlitten. Infolge dieser Lüden und der vielen Tarif- will, fann der Arbeiterschaft nicht gleichgültig bleiben, je mehr fie fich die Stücke aus, welche vom Scheuerlappen übrig geblieben sind, verhandlungen waren die Funktionäre in der Verbandsleitung sehr selbst durch Entsendung von Bertretern in verantwortliche Stellen Damit tönnen Sie die Fenster waschen und pußen." ftart mit Arbeit überlastet. In den Gauleitungen Schlesiens, der Wirtschaft sich genötigt sieht, den Verlauf der Konjunktur zu beDaß es durch die unhaltbaren Zustände dann zwischen Mietern Sachsens und Thüringens sind Personenwechsel vorgekommen und obachten. Das vorliegende Buch des Freiburger Universitätsund Portiers zu Mißhelligkeiten fommt, ist ganz natürlich. Die für Rheinland- Westfalen wurde ebenfalls ein Gauleiter angestellt. professors ist als wissenschaftliche Einführung gedacht. Es bringt Klagen, welche vom Hauswirt gegen die Bortiers beim Mieteini- Die Zahl der von den größeren Zahlstellen Angestellten hat sich in eine furze Würdigung der Krisentheorie und Darstellungen der eingungsamt geführt werden, sind aber meist zugunsten der Portiers der Berichtszeit von 3 auf 16 gehoben. In einem Grenzstreit mit zelnen Merkmale der Konjunktur, insbesondere für die Zeit von der ausgefallen. dem Wertmeisterverband wurde eine Vereinbarung getroffen. Be. Jahrhundertwende bis zum Kriegsbeginn. Mit vielen Hinweisen auf Eine weitere Unluft zur Arbeit ist die gänzlich unzulängliche Bezüglich des Planes einer Verschmelzung mit den verwandten die einschlägige Literatur versehen, erfüllt es seinen Zwed als zahlung. Man nehme an, ein Bortier ist feit 1914 in feiner Stellung. Organisationen( Glasarbeitern und Töpfern) sind Fortschritte nicht Führer, ohne in seinem fritischen Teil wenigstens Neues zu bieten. Beim Antritt hat er für eine Treppe 20 m. befommen. Hat er drei zu verzeichnen. Die Internationale der Keramarbeiter ist umfassend und interessant dargestellt sind die Beziehungen zwischen Treppen zu reinigen, so steigt der Betrag auf 60 M. Boh! ift öfter wieder im Aufleben begriffen; voraussichtlich fann deren erste Ta- Banten, Geldmarkt und Wirtschaftsverlauf. Ein wesentlicher Mangel eine Zulage erfolgt, so daß die Gesamtsumme fich auf 75 m. be- gung nach dem Kriege im Frühjahr 1923 stattfinden. Die Organi- des Buches jedoch ist es, daß es außer menigen allgemeinen Beläuft; aber auch die Mieten sind in die Höhe gegangen, und auch fation ist an der Bentral- und der Reichsarbeitsgemein- mertungen über die Wirtschaftslage nach dem Kriege nichts bedavon ist der Bortier nicht verschont geblieben. Gine Portier- chaft für Steine und Erden beteiligt und ist von deren Zmed richtet, obwohl zum Zeitpunti feiner Herausgabe dafür sehr wichtiges mohnung, bestehend aus Stube und Küche nebst Korridor, foftet mäßigkeit überzeugt. Aus dem Bericht des Verbands. Material vorgelegen hat. Enthalten doch gerade diese, in das Zeit54,50 M., dazu kommen die Abzüge für Kranken- und Invaliden- assierers Herden heben wir hervor: Der Großstreit im alter der Geldentwertung fallenden Jahre eine Fülle von wesentgeld in Abrechnung. An Hand dieses fann sich wohl jeder auslichen Merkmalen der wirtschaftlichen Entwicklung. Ueber die unrechnen, was für einen horrenden Lohn ein solcher Portier erhält. gebeure Rapitalvergeudung durch die Kapitalverwässerungen, die das wie fie die Gründe der jezt drohenden Geldmarktpreise beleuchten, Besen der kapitalistischen Profitwirtschaft ebenso scharf kennzeichnen ist nichts gesagt. Man bezahle dem Bortier einen auskömmlichen Lohn und behandle ihn menschlich, dann werden alle Härten und Mishelligkeiten zwischen Portier, Hauswirt und Mietern verschwinden. Seit Jahren kämpfen die Portiers um eine beffere Existenz und um gesunde, menschenwürdige Berhältnisse. Seit Jahren sträuben fich die Hausnung zu tragen. wirte, den allgemeinen, berechtigten Forderungen der Portiers RechHierzu trägt die Lauheit des Portiers einen großen Teil Schuld, denn wüßten die Hauswirte, daß fie es mit einer festen, fompaften Maffe organisierter Bortiers zu tun hätten, würden sie sich nicht so ablehnend verhalten. Die Zustände im Kleinhandel. In letzter Zeit laufen von den im Kleinhandelsgewerbe beschäftigten Lehrlingen und Kontoriftinnen Beschwerden darüber ein, daß der in der Gewerbeordnung festgelegte Achtstundentag nicht ein gehalten wird. Besonders die Lehrlinge find vollständig der Willfür ihrer Lehrherren ausgefeßt. Ueberstunden werden nicht vergütet. Ebenso steht es mit dem Urlaub, trotzdem diefer in allen mittleren Betrieben, Staats- und Kommunalbetrieben Allgemeingut geworden ist. Wo bleibt hier die Aufsicht der Gewerbeinspektion, wo bleiben die Durchführungsbestimmungen der Gewerbeordnung zum Jugendschuh? Wir erwarten von den zuständigen Stellen, daß in diese Betriebe hineingeleuchtet wird. Es geht nicht weiter an, daß eine große Schicht von jugendlichen Arbeitern und weiblichen Angestellten des Schutzes der gefeßlichen Bestimmungen beraubt werden. Der Achtstundentag darf für diese meist jungen Menschen nicht nur auf dem Papier stehen. Die gefeßlichen Schutzbestimmungen sind vor allem dazu da, um die Arbeiter, die sich mangels eines genügenden Einflusses der Gewerkschaften, und das ist besonders im Kleinhandels. gewerbe der Fall, nicht selbst zu schüßen vermögen, durch die Behörden gegen übermäßige Ausbeutung zu schützen. Wir hoffen, daß diefer Hinweis genügen wird, um der allzu großen Nachficht gegen über den festgesezten Gesegesverlegungen im Kleinhandel ein Ende zu machen. Korb- u.Rohrmöbel Perser- Teppiche Eig.Fabrik, stets hervorrag. Neuh. Gr.Aus- Klaviere, Flügel wahl. Billige Preise. höchste Tagesor. zahlt Edmund VoB, Bin- Neukölln Herer, Pallasstr. 9. 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Als Angriffspunkte dienten dabei vor 376 Milliarden mehr als am 1. Januar d. J. An der Diskussion über die Tätigkeitsberichte beteiligte die find 33 Milliarden mehr als in der vorhergegangenen Woche und Der Währungsallem die Arbeitsgemeinschaften. Ferner wurde dem Vorstand zum verfall Deutschösterreichs schreitet also in verschärftem Tempo fort. anderen Organisationen und die Wiederherstellung der feramischen Borwurf gemacht, daß er die Frage des Zusammenschlusses mit Internationale nicht genügend gefördert habe. Bezüglich des Berbandsorgans wurde eine Aenderung der Form und der Schreib weise gewünscht, besonders Einschränkung der bisher üblichen Verfammlungsberichte. Bezüglich der den Zahlstellen zur Berfügung stehenden Geldbeträge wurde angeregt, diese bei den Konsumgenossenfchaften zu deponieren. Der Verbandsvorfizende Bollmann betonte in seinem Schlußwort, die Arbeitsgemeinschaften seien auch für die Arbeiter. schaft eine Notwendigkeit. Der Borstand habe nach dem Willen der früheren Generalversammlung gehandelt. Er hob einige Fälle zum Beweis dafür, daß sich auch im Borzellanarbeiterverband 3 er ehungsbestrebungen bemerkbar machten, hervor. Sum Schluffe rechnete er unter lebhafter Bustimmung mit dem Führer der Opposition auf der Generalversammlung ab und stellte dabei unter anderem fest, daß sich dieser gegen die Abführung der Extrabeiträge wandte, die Ende 1921 erhoben werden mußten, weil ein großer Streit die Verbandskasse start angegriffen hatte. Bei der Abstimmung über ein Vertrauensvotum für den Vorstand wurden 85 Stimmen dafür und 35 dagegen abgegeben. Nach erfolgter Abstimmung gaben mehrere Delegierte Erklärungen ab, die besagten, daß fie nicht gegen das Vertrauensvotum gestimmt hätten, weil sie dadurch dem Vorstand das Vertrauen hätten ab. fprechen wollen, sondern weil ihnen die Formulierung eines Teiles Des Bertrauensvotums die Zustimmung unmöglich gemacht habe. Gauleiter Griesbach erstattete einen Bericht über den Leipwurden von der Opposition die bereits bekannten Einwendungen ziger Gewerkschaftstongreß. In der Diskussion darüber betr. Arbeitsgemeinschaften und 10 Buntte erhoben. In ge schlossener Stzung referierte dann Verbandsschriftführer Korl über das Tarifwefen. Nach mehrstündiger Diskussion darüber Geschlechtskranke+ Syphilis, Männerschwäche, Frauenleiden. Hart. näckige veraltete Ausflüsse finden schnelle Hilfe ohne Berufsstörung durch Phorosanos neues deutsches Reichspatent Tausende, auch die schwersten Fälle, die anderweitig jahrelang ohne Erfolg behandelt waren, werden d Phorosanos kurzfristig geheilt. Täglich viele Danksagungen u Dankschreiben. Untersuchung und Aufklärung kostenlos. Teilzahlung. Gewissenhafte ärztliche Leitung. Phorosanos Hellanstalten: Potsdamer Str. 109, nahe Steglitzer Str., Brunnenstr. 191, nahe Rosenthaler Platz. Getrennt für Herren und Damen. Sprechst. 10-1, 4-7, Sonntags 10-12. Kaufe Gebisse auch zerbrochene, zahle f. Zabin 800 M. Knopfzähne weniger. Platin-, GoldSilberBruch höchste Tegespreise Herrmann Wilhelmstr. 39 nabe Leipziger Straße. Budget und Notenemission in Sowjetrußland. Nach den neueften Feststellungen in den sowjetamtlichen Moskauer„ Jsweftija“ hat die Gesamtsumme der Notenemission in Sowjetrußland zum 1. Mai d. J. 121000 milliarden Rubel alter Muster( gleich 22,1 Milliarden Muster 1922) erreicht. Doch sei eine relative Beffe rung infofern zu verzeichnen, als der Anteil der staatlichen Ausgaben, der durch Notenemission gedeckt wurde, seit dem Januar d. 3. regelmäßig abnehme. Er betrug im Januar mit 12,580 Milliarden Rubel 90,5 Proz. der Ausgaben, im März 75 Broz. und im Mai 63,5 Broz. Nach den vorläufigen Berichten dürfte er im Juli 50 Proz. kaum überschreiten. Durch den Ertrag der Steuereingänge find 2,7 Broz.( Januar) bis 12,5 Broz.( Mai), und durch Ertrag der staatlichen Industrie 6,8 Proz( Januar) bis 24 Proz.( Mai) der staatlichen Ausgaben gedeckt worden. Berantw. Für ben rebatt. Teil: grama Best 30. m. 1. D., Berlin. Drud: Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. b. Borwärts- Bumbruderzi u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin, Lindenftr. 8. Zum Sport mar Bären- Stiefel Der Stiefel für schwere Beanspruchung. Hochschäftige Schnürstiefel bis zum Knie, wasserdichte Jagdstiefel, Bergsteiger, Tourenstiefel, Haferlschuhe in höchster Vollendung. Biederlagen in Krummhübel( Riesengebg.), Oberhof( Thiringon), Schierke( Harz), Garmisch- Partenkirchen und anderen Städten. Erkenntlich durch Reklameschilder ,, Bärenstiefel". Evtl. fordern Sie illustrierten Katalog direkt von Hans Bähr, Berlin, Spezialhaus für Sportstiefel Einzelverkauf Spittelmarkt 4-7, ( vor der Brücke). Engres/ Export/ Lager. 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Balensee, Grunewald: Salenfee, Johann Sigismund- Str. 13. Hennigsdorf: Frau Korbafinsti, Nathenauftr. 3. Hohenneuendorf: Giegeris, Bismardstraße. Johannisthal. Alwin Gammisch Ge. Karlshorst: Otto, Seiligenbergstr. 10. Raulsborf: 2iebig, Finsterberger Str. 14. Bismardstr. 8. Baumschulenweg: Frau Röpte Riefholaftr. 180. Baben. Rönigswusterhausen: E. Meyer. Botsdamer Str. 9. Bernau, Röntgental, Repernia. Schönbrüd, Rarow und Buch: Rövenic, Hirschgarten: Schlag. Rieker Str. 6( Laben). Lichtenberg 1: Lichtenberg, Wartenbergstr. 1. Lichtenberg II, Rummelsburg, Strales: Lichtenberg. Bor. hagener Str. 62. Niederschöneweide: Schindler, Fennstr. 23. Nowawes: Rari Rrohnberg. Eisenbahnftr. 10. Oranienburg: Heinr. 8oenhardt, Stralsunder Str. Oberschöneweide: Robert Baul. Mathildenftr. 5. Bantow: Rikmann Bithlenftr. 70. Botsdam: Frau 2 ad, Rurfürstenstr. 11. Rahnsdorf: Teichert, Forststr. 7. Reinickendorf- Oft. Schönbola: Albert Bable. Broving Reinidendorf- Rosenthal: W. Buro. Prinz- Heinrich- Str. 84. Schmargendorf: Rehab, Breite Str. 4. Schöneberg: Belziger Str. 27. Straße 56( Laben). Zegel, Borsigwalde, Reinickendorf- West, Tegelort, Joers felbe, Conradshöhe, Wittenau, Waidmannsluft, Herms. dorf, Hohenneuendorf, Birkenwerder: Paul sienaft, Borfigwalde, Stäufchitr 10. Teltow: Säfel, Ritterstr. 29. Tempelhof: Raiser- Wilhelm- Str. 13. Tempelhof: Randler, Hohenzollerntorso 5. Trebbin: Göring. Bahnhofstr. 62. Treptow: Weiß, Stiefholaftr. 18b. 6. Weißenice: Greune, Berliner Aee 54. Seinrich Brofe Bernau. Mühlenfte. 5. Biesborf:. Danneberg Bittoriaftr. 11. Bohnsdorf: Sorlemann, Genossenschaftshaus Parabies. Senzig. Mittenwalde, Schenkendorf, Rieberlehme, Rene Buchholz, Blankenburg: Wagner, Blankenburg, Burgwall. Lichtenberg III, Friedrimsfelbe: Frankfurter Allee 185. Laden. Mühle, Bernsdorf, Cablow: Friebewalb, Genais, Straße 63. Lichtenrade: Franz Wichura, Raiser- Friedrich- Str. 9, Chauffeeftr. 51. Restaurant. Siemensstadt: Friefe, Böbiderteig 10. Lichterfelbe- Off, Lantwik: S. Benaet, Bankwik. Raifer- Staaten: Böllel. Eschenwintel 16. Wilhelm Str. B. Steglig: Frost, Düppelstr. 35. Lichterfelbe- West: Berndt, Stegliger Str. 19. sübende: 2udwig, Salsteftr. 86. Charlottenburg I: Gefenheimer Str, 1. Charlottenburg II: Sauroggener Str. 11. Charlottenburg III: Raiserdamm 101. Charlottenburg IV: Regensburger Straße 10. " Gillmann, Carmen- Sylva- Straße 57. Wilbau- Hoherlehme: Rud. Bettom. Wilhelmshagen, Seffenwinkel: Schulze, Wilhelmshagen, Wilhelmstr. 31. Wilmersdorf: Bischoff, Gasteiner Str. 12 und Wilhelms Tübinger Str. 2a. aue 42 Bittenau: 11 h. 8immermann, Rofenthaler Str. 46. Woltersborf: Gurbaum, Eichendamm 22. Zehlendorf, Schlachtenfee, Ritolasfee: Zehlendorf, Teltower Straße 3. Zeuthen, Miersdorf: A. Behling, Bahnhofstr. 2. Boffen: Witt, Bahnhofstr. 25. Sämtliche Literatur fowie alle wiffenfchaftlichen Werke werden geliefert. Sonntags Kub bie Gefchäftsstellen gefchloffen.