Nr. 340 39.Jahrgang Ausgabe A nr. 166 Bezugspreis: Bierteljährlich 180,-, monatlich 60, ret ins Haus, voraus zahlbar. Unter Kreuzband flir Deutsch land, Danzig, Saar- und Memel gebiet, fowie Defterreich u Luxemburg 108,-, für das übrige Auslanb 142, M. Voftbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Efth land, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luxemburg, Defterreich, Schweden, Schweiz, Tschecho- Glowatei und Ungarn. Der„ Borwärts" mit ber Gonntags beilage Bolt und Zeit", der Unter haltungsbeilage Seimwelt" und ber Beilage Giedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonn tags und Montags einmal. Telegramm- Abreffe: Sozialdemokrat Berlin" Morgen- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 3 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezetle foftet 25,- M. Reklamezeile 125,-M. Aleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 7, M.( zulässig zwei fettgebruckte Worte), jedes weitere Wort 6.-M. 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Auf feiten des Garantiefomitees wird anerkannt, daß es sich zum Teil um schwere Opfer handelt, die von deutscher Seite gebracht werden müssen. Man hat sich jedoch auf feiten des Garantiefomitees bemüht, nach Möglichkeit Die Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Verlag, Hauptegpedition u. InferatenAbteilung: Dönhoff 2506-2507 Das Garantiekomitee. Seine Aufgaben und Befugnisse. Wie die„ Dena" aus wohlinformierten, der Reparationskom Rontrollapparat des Reichsfinanzminifteriums funktioniert. Die Forderungen des Garantiekomitees und die Zumission nahestehenden Kreisen erfährt, ist das Garantiefomitee der Tätigkeit dieses alliierten Begleitfommissars ist aber unter allen sprochen worden ist, lassen sich nur im Zusammenhang der stimmung, die von der deutschen Regierung zu ihnen ausge= Ansicht, daß ein mindestens zweijähriges Moratorium Umständen streng begrenzt durch die Wahrung der von Ereignisse verstehen, die in den legten vier Jahren über für die deutsche Regierung gewährt werden muß, wenn eine Ge- der deutschen Regierung heute wie stets beanspruchten Rechte des Deutschland hereingebrochen sind. Durch den Vertrag von fundung der finanziellen Berhältnisse eintreten soll. Das Garantie Steuergeheimnisses, der Aufrechterhaltung der Steuersouveränität Versailles ist die Reparationstommission enttomitee wird seinen Bericht in Paris in diesem Sinne erstatten, hat und der Verhinderung jedes Eingriffs in die Verwaltung. Aus ftanden, der die Befugnis zusteht, die von Deutschland zu jedoch gleichzeitig der deutschen Regierung die Bedingungen diesen Angaben ist schon ersichtlich, daß ein Vergleich mit der otto- leistenden Zahlungen festzusehen, Erleichterungen zu gewähren mitgeteilt, unter denen allein nach seiner Ansicht das erste( drei- bis manischen„ Dette publique" nicht zulässig ist. Die Forderungen und im Fall von Zahlungsschwierigkeiten zu befinden, ob diese fechsmonatiges Verfuchsmoratorium) wie das zweite Moratorium des Garantiefomitees laufen nicht auf eine Unterstellung bestimmter durch Verschulden des Schuldners oder ohne dieses entstanden bewilligt werden können. staatlicher Einnahmequellen zwecks direkter Befriedigung der Alliier- find. Die unsinnigen Forderungen, die an Deutschlands Zahten aus diesen Quellen hinaus, sondern auf eine Prüfung, beffer lungskraft im Londoner Finanzultimatum gestellt gefagt: Nachprüfung des deutschen Finanzwesens. Ueber die Nachprüfung der deutschen Finanzen hinaus erftreden es in die Notwendigkeit verjeßt, um Aufschub und Erleichtewurden, haben Deutschland tatsächlich in Berzug gebracht und sich die vom Garantiefomitee geforderten Maßnahmen auf wirt. famere Bekämpfung der Kapitalflucht und Wiederausbau der Ein Wünschen Deutschlands willfahren wird oder ob durch sein rungen zu ersuchen. Die Entscheidung darüber, ob den und Ausfuhrstatistik auf die Höhe des Borkriegsstandes. Drastische Berschulden ein Recht der Gläubiger zu ZwangsmaßMaßnahmen zum Rampf gegen die Kapitalflucht find nament- nahmen gegeben ist, liegt in der Hand der Reparationslich von den Franzosen immer wieder gefordert worden unter tommiffion. Diese hat sich im Garantiefomitee ein Unterorgan hinweis auf ihre eigene weit wirksamere Gesetzgebung als die geschaffen, dem die Funktion eines Begutachters obliegt. Das deutsche. Wenn dabei auch nicht vergessen werden darf, daß die Garantiefomitee hat an die deutsche Regierung das Verlangen ftraffer organisierte Zentralisation des französischen Beamten gestellt, ihm die Möglichkeiten zur Ausübung der ihm überDie deutsche Regierung verpflichtet sich, sowohl den Etat wie apparates nach dieser Richtung hin wesentlich beffer arbeiten fann tragenen Funktion zu verschaffen, und die deutsche Regierung alle finanziellen Gesezentwürfe zwei Delegierten der Re- und muß als der deutsche, so hat doch die deutsche Regierung nicht hat diesem Verlangen Rechnung getragen. parationsfommission, die sich in Berlin zum Zwecke der verkennen fönnen, daß tatsächlich die Ausgestaltung der deutschen finanziellen Beobachtung ständig aufhalten werden, vorzulegen. Es Rapitalfluchtbekämpfung noch wirksamer zu erfolgen hat. Fortan muß indessen ausdrücklich betont werden, daß diese Verpflichtung zur wird daher Borlage erst dann Geltung gewinnt, wenn die in Frage kommenden Gefeßentwürfe( Etat, Nachtragstredite, Steuergeseße) ohnehin das Kabinett paffiert haben und den parlamenta rischen Rörperschaften bereits zur Beschlußfassung zuge gangen find. Daraus ergibt sich schon, daß die Delegierten den Entwürfen gegenüber ein direktes Einspruchsrecht nicht haben, jede Berlegung der deutschen Souveränität zu vermeiden. wenn ihnen auch das Recht der Kritik daran unbenommen bleibt. Die Entscheidung über die Gestalt der finanziellen Gefeßentwürfe bleibt, das sei noch einmal hervorgehoben, beim Parlament und bei der deutschen Regierung. Die deutsche Regierung hat ferner zugesagt, daß sie nunmehr ihren alten Plan eines fliegenden Kontrolldienstes verwirklichen will. Besondere Beamten und Rommissionen des Reichsfinanzminifteriums werden bei den einzelnen Finanzämtern Einficht in die Durchführung der Beranlagung und Steuererhebung nehmen und die genaue Durchführung der Steuergesetze überwachen. Diese fliegenden Inspektionen werden von Zeit zu Zeit von einem Bertreter der Interalliierten Finanzfontrollfommiffion begleitet sein, der sich selbst davon überzeugen tann durch Stichproben oder durch eine andere Art der Prüfung ob und wie der laufende Deutschland und Polen. Am Mittwoch wurde zwischen dem deutschen Bevollmäch tigten, Ministerialdirektor v. Sto dhammern, und dem polnischen Bevollmächtigten Minister D1zewski das Pro gramm für die deutsch- polnischen Berhandlungen auf Grund der beiderseits aufgestellten Listen vereinbart. Es umfaßt in weitem Umfange politische, finanzielle und wirtschaftliche Fragen. Bugleich wurde schon jetzt vereinbart, daß Bolen den Transit nach Rusland für Deutschland freigibt und daß Deutschland hinsichtlich der Warenausfuhr Bolen ebenso wie andere valutaschwache Länder behandelt. Die in Der Kommission zu erledigenden Berhandlungen werden vor aussichtlich am Montag beginnen. deutsche Republik als Erbin des banterotten KaiferNiemand kann bestreiten, daß die Lage, in die sich die jede Kapitalausfuhr der Genehmigung unterliegen. reichs versetzt sieht, überaus drückend und peinlich ist. Ihren Organen, die verpflichtet werden, den Bertretern frember Eine Ausnahme foll nur da erfolgen dürfen, wo es sich um Mächte Einblick in die Obliegenheiten ihres Amtes zu gePersonen oder Firmen handelt, die berufsmäßig und ständig mit dem währen, fällt eine harte Aufgabe zu. Ihnen und mit ihnen Auslande Geschäfte machen. Hier soll eine generelle Bescheinigung uns allen ist die Rolle des zahlungsunfähigen der Handelstammer ausreichen. Diese Regelung ist getroffen wor- Schuldners zugefallen, der den Gläubigern seine Bücher den, weil anders der Exportverkehr tötlich getroffen würde. Die in aufschlagen, ja, alle seine Habfeligkeiten vorweisen muß, um Börsen und Finanzfreisen gerüchtweise behauptete Wiederbelebung den Nachweis zu führen, daß er sie nicht betrügt. Wir müssen der Devisenkontrolle durch eine zentrale Stelle tommt in feiner uns in fie fügen, wie ein redlicher Mann, der durch unverWeise in Frage. Schließlich hat sich die deutsche Regierung noch verschuldetes Unglück in diese traurige Lage geraten ist. pflichtet, gewisse finanzstatistische Einrichtungen zu treffen, um den interalliierten Rontrollorganen auch auf diesem Ge- zu beschönigen, in der wir uns befinden, so entschieden müssen Soweit wir also auch davon entfernt sind, die Situation biete ihre Tätigkeit zu erleichtern. mir auch vor Uebertreibungen warnen. Gesagten geht hervor, daß das Garantiefomitee zwar das Recht befigt, in die Finanzwirtschaft Einblick zu nehmen, daß ihm aber nicht das Recht zusteht, über ihre Gestaltung orschriften zu machen. Seine Aufgabe ist, der Reparationskommission Gutachten zu erstatten. Auch dieser steht nicht das Recht zu, in die Souveränität des Reiches einzugreifen, wie in dem Schriftverkehr, der der Unterzeich Seite ausdrücklich festgestellt worden ist. mung des Bersailler Dokuments voranging, von alliierter Die Gütigkeit der vorstehend geschilderten Finanzkontrolle wird beschränkt werden auf die Dauer der Gültigkeit des Moratoriums. Paris, 20. Juli. Wie die Havas- Agentur meldet, wird von der Reparationstommission die Nachricht der„ Chicago Tribune", Deutschland sei mit Zustimmung Frankreichs versuchsweise ein mo ratorium von brei bis sechs Monaten für seine Barzahlungen bewilligt worden, für unrichtig erflärt. Paris, 20. Juli.( WTB.) Ministerpräsident Poincaré hat heute vormittag den Präsidenten des Garantieausschusses, Mauclère, und den Finanzminister de Lasteyrie empfangen. bestehe auch nicht die Absicht, irgendeine Debatte daran zu knüpfen. Obwohl der Präsident des Landesrats den Abgeordneten soweit Redebefugnis gab, als es ihm nach den Bestimmungen möglich war, konnte die Berlefung der Erklärungen zunächst nicht erreicht werden. Auf Antrag des Abg. Kiefer( 3.) wurde Staatskommissar Dr. Maurer beauftragt, während einer furzen Bertagung der Regierungsfemmiffion die endgültige Frage vorzulegen, ob sie die Berlesung der Parteierflärungen gestatte. Nach einstündiger Bause wurde die Sigung abermals aufgenom men. Der Bräsident gab eine Erklärung ab, daß der Präsident der Regierungstommiffion, ohne einen Präzedenzfall zu schaffen, mit ber Berlesung der Grflärungen einverstanden fei. Die barauf folgenden Parteiertlärungen waren durchweg ruhig gehalten, um von vornherein den Eindruck der Opposition zu vermeiden. Mit Ausnahme der Kommunistischen Partei sprachen alle Barteien ihre Bereitwilligkeit aus, mit der Regierungstommiffion zum Wohle der Saarbevölkerung zusammen zuarbeiten, wenn die Regierungstommiffion ihren Kurs grundfählich ändern. Alle Erklärungen protestieren gegen die Berordnungen über den Landesrat und verlangen deren baldige Abänderung, insbesondere werden gefordert: Erklärungen im Saar- Landesrat. Ein Sieg der Stummen. Saarbrüden, 20. Juli.( WTB.) Die erste Sigung des Landesrats wurde nach etwa 1½stündiger Unterbrechung wieder eröffnet. Nach der Berordnung der Regierungsfommission vom 24. März über die Das Recht der Interpellation, das Beschwerde- und das Initiativ. Schaffung eines Landesrats ist letzterer nur berufen, über diejenigen antragsrecht, die Ernennung des Präsidenten durch den Landesrat, Gegenstände zu beraten, die auf der von der Regierungskommission Mitbestimmung der Tagesordnung, Immunität, Aufhebung der Beallgemein festgelegten Tagesordnung angeführt sind. Auf diese Be- ffimmungen, wodurch die nicht hier geborenen Deutschen von der stimmung stüzte sich die Weigerung des Präsidenten, den Abgeord wählbarkeit ausgeschloffen find. Verlangt wird ferner die Entneten zur Berlesung der Erklärungen der Parteien das Wort zu erteifen. In den ich är fften Ausdrücken wurde von den Abge. fernung des franzöfifchen Millfärs, die Aufhebung der Saarein ordneten aller Parteien das Berhalten der Saarregie- wohnerverordnung, die Beseitigung der franzöfifchen Schule in ihrer rung gegeißelt, nur der Abgeordnete Schmoll, der Bertreter gegenwärtigen Geftalt, die Entfernung der franzöfifchen Beainten der Haus und Grunt befizerpartei. fand versöhnliche Worte. Es aus der jaarländischen Verwaltung und das völlige Aufgeben der wurde mehrfach betont, daß die Zulaffung von Parteierflärungen bisherigen Franzöfterungspolitik. der Berordnung der Regierungskommission nicht widerspreche. Die Regierungsbotschaft stehe auf der Tagesordnung und dürfe daher auch besprochen werden. Uebrigens fei es eine Höflichkeitspflicht, auf eine verlesene Botschaft eine Antwort entgegenzunehmen. Aus dem Allerdings sind die Grenzen der deutschen Finanzsouveränität einigermaßen flüssig geworden. An Versuchen, fie zu verschieben, hat es nicht gefehlt. Die juristische Konstruktion, auf Grund derer solche Verfuche unternommen werden, ist diese: Die Reparationstommission hat das Recht, Deutschland Zahlungsaufschübe und Erleichterungen zu bewilligen oder zu verweigern, also hat sie auch das Recht, Deutschland Bedingungen zu stellen, unter denen sie ihre Entscheidung in dem Deutschland günstigen Sinne zu fällen gewillt ist. Auf Grund dieser Konstruktion ist von Deutschland in der Note vom 21. März die Erhebung weiterer Steuern im Betrage von 60 Milliarden Papiermart, über das Finanzkompromiß hinaus, gefordert worden. Diese Forderung ist als unerfüllbar zurückgewiefen worden, und bie Reparationsfommission hat sich damit beschieden. rung liegt, die Befugnisse des Garantiefomitees als möglichst Es ist flar, daß es im Interesse der franzöfifchen Regieweitgehend darzustellen. Denn diese Befugnisse sind sozusagen " Sanktionsersat". Bom Einmarsch in das Ruhrrevier ist es stiller und stiller geworden, und so muß der Eifer der Regierung, die Gläubigerinterssen des finanziell schwer notleidenden Frankreich wahrzunehmen, auf anderem Gebiet nachgewiesen werden. Ohne den Beweis dieses Eifers wäre es unmöglich, von der französischen Regierung das Zugeständnis zu erhalten, daß ein längeres Moratorium unerläßlich sei. Die französische Regierung focht es wenig an, daß sie durch ihr Vorgehen abermals dem Nationalismus in eigenen nationalen Blod zu falmieren, und sie beachtet nicht, daß sie dadurch in Deutschland der nationalistischen Agitation Deutschland Vorschub leistete. Sie denkt nur daran, ihren Vorschub leistet, die schon behauptet, die Tätigkeit des Garantiefomitees bedeute das Ende der deutschen Finanzhoheit und die deutsche Regierung habe alles hingegeben, ohne etwas dafür zu erhalten. Die nationalistische Agitation übersieht absichtlich, daß die deutsche Regierung mit ihrer angefochtenen„ Erfüllungspolitie" Der Schlußatt der Haager Konferenz wurde gestern vollzogen. tatsächlich schon etwas erreicht hat, nämlich die allgemeine Die nichtrussischen Delegierten nahmen eine Entschließung an, in der Anerkennung, daß der Londoner Finanzplan unden Regierungen empfohlen wird, zu verhindern, daß ihre durchführbar ist und daß jede Aussicht fehlt, seine Durch Estandseigentum erwerben. Staatsangehörigen in Somjetrußland nationalisiertes Ausführung mit Gewaltmaßregeln erzwingen zu fönnen. Daß damit noch nicht genug erreicht ist, gibt niemand williger Bayerischer Wirrwarr. zu als wir. Was fehlt, das ist die praktische Auswirkung dieser terrichts, Umgestaltung der Lehrbücher und Lehr-] Erkenntnis, die bestehen muß in der Gewährung eines lang pläne, Ausbildung und Fortbildung der Lehrer aller Schulfristigen Moratoriums, im Zustandebringen einer internatio- gattungen, andererseits auf e Bnahmen der Schulord= München, 20. Juli.( Eig. Drahtbericht.) Die politische nalen Anleihe, im internationalen Finanzausgleich, in der ordnung und Disziplin. Die Veröffentlichung der Lage in Bayern ist durch die unablässige Hehe der rechtsstehenden Verwandlung der Schulden Deutschlands an die Entente- Richtlinien wird in nächster Zeit erfolgen. Presse außerordentlich verschärft worden. Der Ministerstaaten in Schulden an Privatgläubiger und infolgeReinigung von Monarchistenbildern. rat beschäftigte sich heute den ganzen Tag mit der Frage der Ueberdessen auch im Verzicht auf staatliche Zwangsmaßregeln mie nahme der Schutzgesetze des Reiches auf das bayerische Landesgebiet. Hamburg, 20. Juli Offupationen, Sanktionen und dergleichen. Aber das sind ( TU.) Die Oberschulbehörde hat am Die Vorschläge der Regierung werden noch heute den Fraktionen schwierige Probleme, die nur mit Geduld gelöst werden 11. Juli folgenden Beschluß gefaßt: Alle Bildwerke von Anzugehen. Die Parteiausschüsse werden sich heute und übermorgen können. Ließe sich die Politik Deutschlands von der natio- gehörigen der ehemaligen deutschen Fürstenhäuser sind aus mit ihnen befassen. Während das offizielle Bayern noch immer nalistischen Kritik beeinflussen, so hätte das deutsche Volk da- den Räumen der Schulgebäude zu entfernen, sofern sie Personen nach einer für das Land annehmbaren Lösung ringt, weist die von nichts anderes zu erwarten als schwerste Rückschläge. darstellen, die nach 1870 gelebt, ebenso find aus den Bayerische Volkspartei- Korrespondenz dazu die Wege mit den Sätzen: Daß die Richtung, die mit der Tätigkeit des Garantie- Schulgebäuden zu entfernen Bildwerke, die Kriegshelden aus der Zwischen Verrat und Separation vom Reich und wider. fomitees eingeschlagen ist, Gefahren in sich birgt, ist nicht gleichen Epoche darstellen, sowie sämtliche Schlachtenbilder. stands loser Beugung unter alle Gebote der neuen Gesetze zu leugnen. Die Durchleuchtung der deutschen Finanzwirt- Bildwerke dieser Art dürfen fortan in der Schule nicht angebracht liegt ein weites Gebiet von Möglichkeiten zur Wahrung der schaft durch eine fremde Gutachterfommission ist als vor- werden. Die Schulleiter werden ersucht, das zur Ausführung dieses bayerischen Interessen." Die deutschnationale Presse aber übergehende Maßnahme zu ertragen, fie fann sogar Beschlusses erforderliche bis zum 24. August zu veranlassen. An fordert- natürlich zwischen den Zeilen zum Hochverrat nütliche Wirkungen haben, da sie den Ansporn in sich birgt, Stelle diefer Bildwerke follen zum Schmuck der Schulräume Bild- auf. Die Münchener Zeitung" verlangt in ihrem Leitartikel ein zu Beanstandungen feinen Anlaß zu bieten. Sollte aber die werke zur Beranschaulichung des deutschen Geistes- und Kultur- entschiedenes„ Entweder- Oder", d. h. die Entscheidung der RegieEntwicklung dazu führen, daß die Tätigkeit des Garantie- lebens oder Landschaftsbilder verwandt werden. fomitees zur Dauer einrichtung wird und daß die fremden Kontrollorgane unsere innere Verwaltung schlingpflanzenartig umschlingen, so wäre das schlechthin unerträglich. Die deutsche Politik muß also darauf gerichtet sein, dem Garantiefomitee möglichst erschöpfende Möglichkeiten zur Prüfung der deutschen Finanzen zu gewähren, auf der anderen Seite aber auch gerade dadurch die Tätigkeit des Garantiefomitees abzukürzen. Die Kaltgestellten. n rung für die Abtrennung vom Reich, und die ,, München- Augsburger Abendzeitung" weist in ihrer Fragestellung: Wollen wir bleiben bei dem, was wir als Recht erkannt haben, oder unsererseits den Die Rechtspresse erhebt begreiflicherweise ein großes Geschrei neuen Bruch mit der deutschen Vergangenheit gutheißen?" auf die über die Kaltstellung preußischer Regierungspräfi. Trennung vom Reich hin. Gegen diese Gefahr ruft unser Münchener denten, die ihrer Pflicht, die rechtsradikalen Verschwörer gegen Parteiblatt die Republikaner auf:„ Republikaner, seid auf der Wacht! die Republik zu überwachen, nicht oder ungenügend nachkamen. In Bayern beabsichtigen fanatische, politisch turzsichtige Die Vorwürfe gegen die jetzt faltgestellten Regierungs- Kreise Attionen, die zu den schlimmsten Folgen führen präsidenten sind seit Monaten, teilweise seit Jahren Gegenstand müssen. Die Konsequenzen davon können furchtbar sein. Wir warnen Von der Welt draußen ist die Einsicht zu fordern, daß der politischen Debatte gewesen. So ist von dem Regierungspräfi- davor. Den Republikanern aber rufen wir zu: Folgt der Weifung kein Syſtem des Zwangs und der Kontrolle, das einseitig denten von Gersdorff in Merseburg bekannt, daß er, der eurer Leitung! An unserem eisernen Willen müssen die Pläne gegen einen Schuldnerstaat geübt wird, imstande ist, die. als Verwaltungsbeamter allgemein geschätzt wurde, nur die Gefahr der Widerfacher zerschellen!" Finanzwirtschaft der Welt in Ordnung zu bringen. Dazu von links sah und eine Gefahr von rechts gänzlich ableugnete. Der bedarf es einer Schuldenbegrenzung auf das Leiftbare und Regierungspräsident Tilimann in Osnabrüd ist vom Ministerium des eigenen Interesses der Schuldner, durch geregelte fchon vor einem Jahre um Bericht darüber ersucht worden, ob der Bahlungen ihren Kredit und ihren Wohlstand wiederaufzu= 23ittekind- Bund und ähnliche rechtsgerichtete Bereine in richten. Dringt diese Einsicht, für die wir unablässig fämpfen und werben, durch, dann wird die Tätigkeit des Garantiefomitees wie auch manches nech Härtere, was uns beDrückt, nur eine vorübergehende Erscheinung sein. Die Schutzgesetze rechtsgültig! Der Reichsrat stimmt zu.. Der Reichsrat hielt am Donnerstag eine Plenarsizung ab, in der er sich mit den vom Reichstag verabschiedeten Steuervorlagen und den Gesetzen zum Schuße der Republif beschäftigte. Staatsrat Dr. v. Wolf erklärte im Namen der bayerischen Regierung, daß diese ihren Einspruch gegen die Schuzgesetze auch nach den vom Reichstag beschlossenen Aenderungen aufrecht erhalte. Dieser Einspruch Bayerns wurde von den Bertretern der anderen Länder nicht unter stützt. Der Reichsrat stimmte den Schutzgesehen zu, die damit rechtsgültig geworden sind. Gegen die Novelle zum Einkommensteuergesetz erhob Thüringen Einspruch, der aber auch keine Unterstützung fand. Die Novelle zum Einkommen Steuergesetz wurde ebenso wie die übrigen Steuervorlagen in der Fassung angenommen, die der Reichstag ihr in dritter Lesung gab. Schule und Republik. Rein Posten bei Kahr. fien bei Rahr. Das Reichswehrministerium teilt durch WTB. mit: „ Der Vorwärts" vom 20. Juli morgens bringt unter„ Baye rische Krisenstimmung" eine Meldung, wonach Posten der res publikanischen Reichswehr die Landsize des Herrn v. Kahr und des Kronprinzen Rupprecht bei Berchtes= gaden bewachen sollen. Die Nachricht des Blattes ist ungu treffend." seinem Bezirk heimlich Waffen führten. Auf Grund des Berichts des Regierungspräsidenten ist eine dahingehende Anfrage im Landtag verneinend beantwortet worden, während sich jetzt bei der Verfolgung der Erzberger- Mörder durch das Geständnis des deutschnationalen Parteisekretärs Landwehr und anderer ergeben hat, daß die Angaben jener sozialdemokratischen Tatsachen entspräche. Indessen hat man aus Bayern soviel Un Wir würden uns freuen, wenn diese Richtigstellung wirklich den Anfrage nicht nur durchaus zutreffend waren, sondern sogar hinter glaubliches glauben lernen müffen, daß auch die Bostengestellung der Wirklichkeit noch zurückblieben. Auch hat der Regierungspräsident vor Rupprecht und Kahr an sich nicht unwahrscheinlich erschien. von Osnabrück im vergangenen Jahre zugelassen, daß eine Sendung Das Reichswehrministerium legt in einer besonderen Zuschrift von 10 000 angeblichen Jagdflinten, auf die ihn der Minister des an den Vorwärts" außerdem noch Wert auf die Feststellung, daß Innern besonders aufmerksam gemacht hatte, nach der mehrfach erwähnte Zug der Reichswehr durch Kassel nicht am münchen zurückrollte. Einige Monate später sind dann Tage der Trauerfeier für Rathenau, sondern einen Tag später erdort diese Waffen von der Interalliierten Militärkommission be folgte. Schlagnahmt, und nachdem sich ein Befizer nicht gemeldet hatte, als Militärwaffen vernichtet worden. Durchsuchungen in Münster. Den Regierungspräsidenten in Aurich, von Hoppe, trifft die Verantwortung dafür, daß sein Bezirk ebenso wie Oldenburgein Tummelplaz der rechtsradikalen Geheimbünde gruppe Münster des verbotenen Bundes der Aufrechten" Münster, 20. Juli. Auf Grund von Anzeigen, daß die Orts geworden ist. In Wilhelmshaven behauptet man ganz allgemein, weiterbestehe, fanden hier Durchsuchungen statt, bei denen ver daß Ehrhardt ebenso oft wie in München dort bei seinen Getreuen dächtiges Material aufgefunden und beschlagnahmt worden zu Besuch ist. In jedem Falle hat in Wilhelmshaven die Orga- fein soll. Der Schriftführer der Ortsgruppe Münster wurde festgenisation C eine ziemlich große Ausbreitung gewonnen, ohne daß nommen, jedoch nach Bernehmung seitens des Gerichts, das Flucht von der Regierung rechtzeitig entsprechende Gegenmaßnahmen er- verdacht oder Verdunkelungsgefahr nicht für vorliegend erachtete, griffen wurden. Der Regierungspräsident Graf Meerveldt in wieder auf freien Fuß gesetzt. Münster hatte in der Schußpolizei eine derartige Ausbreitung des Stahlhelm und ähnlicher Berbände zugelaffen, daß Zentrums. abgeordnete den preußischen Innenminister ersuchten, dort enimal eine gründliche Untersuchung vorzunehmen, aber nicht etwa durch Polizeibeamte von Münster, deren man nicht sicher sei, sondern durch Berliner Polizeibeamte. Der Minister hat sich dann selbst an Ort und Stelle von den Mißständen überzeugt. " Besprechung der Kultusminister der Länder. Auf Einladung des Reichsministeriums des Innern an die Unterrichtsminister der Länder fand am 19. Juli eine Besprechung über die Maßnahmen statt, die on Schuße und zur inneren Festigung der Republik Auch aus anderen Bezirken können ähnliche Tatsachen in Fülle von den unterrichtsverwaltungen der Länder zu treffen sind. festgestellt werden. Es war höchste Zeit, daß endlich einmal durch Richtlinien, die vom Reichsministerium des Innern vorgelegt gegriffen wurde. Bei dieser Gelegenheit sei mitgeteilt, daß zum wurden, fanden mit geringfügigen Abänderungen die 3uRegierungspräsidenten in Schneidemühl der frühere freifinnige stimmung der Konferenz. Sie beziehen sich einer- Abgeordnete, jezige Deutsche Volksparteiler Dr. Wiemer in Ausfeits auf Ausgestaltung des staatsbürgerlichen Un- ficht genommen ist. Politische Einsicht. Von Hans Klabautermann. 90001 Enffaffung des Minifterialdirektors Bachem. Wie die PPN hören, hat das preußische Staatsministerium auf Antrag des? Finanzministers Dr. von Richter de Ministerialdirektor Dr Bachem zur Disposition gestellt. Bachem hat befanntlich vor längerer Zeit sein Abschiedsgesuch eingereicht, weil er als bisheriger Dezernent für die Frage der Abfindung der Hohenzollern die Beobachtung machen zu fönnen geglaubt hatte, daß der gegenwärtige preußische Finanzminister ihn ausvertreten fönne, Bachem befindet sich gegenwärtig auf einer Ur schalte und in der Abfindungsfrage Wege einschlage, die er nicht laubsreise in Argentinien, und man hatte angenommen, daß fein vor der Abreise eingereichtes Abschiedsgesuch erst nach seiner Rückkehr erledigt werden würde. " zu zeigen, daß eine Republit mit monarchischem Unterbewußtsein| fonnte festgestellt werden, daß sie die Harnsäure, die Ursache vorr meit vornehmer ist als ein demokratischesiStaatsgebilde. Soweit ist Gicht und Rheumatismus und anderen Erkrankungen, die so viele unser Nationalbewußtsein denn doch noch nicht gesunken, daß aus Verheerungen und Verwüstungen im Körper verursachen, löft und Ich wette mit Ihnen um 10 Gramm gestoßenen Zimt, daß Sie einer schimmernden Monarchie so mir nichts, dir nichts eine poplige in Kohlensäure und Ammoniak abbaut, daß fie eine Steigerung des Stoffwechsels und damit eine Wiederbelebung der ungenügenden in die Seele eines treuteutschen Vollzugsbeamten nicht eingedrungen Feld-, Wald- und Wiesenrepublik wird. find. Stellen Sie sich vor, Sie überschreiten einen Bahndamm und Nachdem das weiche, bürgerliche Herz über den rohen politischen Es konnte auch nachgewiesen werden, daß die Emanation die EiTätigkeit der Körperzellen in ganz erhöhtem Umfange verursacht. bemerken dabei, daß die Schienen von nichtsnuziger Hand gelockert Berstand gefiegt hat, beginnt man sich bereits über die Erregung zu weißverdauung außerordentlich fördert, indem sie durch Aktivierung find. In einer halben Stunde wird ein Schnellzug erwartet. Um wundern, von der man, weiß der Kuckuck warum, ergriffen war. der Magenfäfte die Verdauungskraft des Magens und des Darms ein linglück zu verhüten, nehmen Sie die Beine in die Hand und Mei Ruh' will ich haben! Die Rathenau- Mörder erobern fich heim- in hohem Maße vermehrt und daß sie auch den Blutdruck reguliert. berichten Ihre Wahrnehmung schleunigst dem Beamten. Dieser Be- lich und leise die Tränendrüsen der mitfühlenden Zeitgenossen. Eine Erfolgt nun die Lösung der Harnsäure durch die Emanation, dann amte nimmt umständlich Plaz und spricht also:„ Wie heißen Sie? wehmütige Romantik spinnt sich um die jungen Leute, die mannhaft werden wir verstehen, wie bedeutungsvoll der Luftgehalt an EmaIn welcher Angelegenheit streifen Sie in dieser Gegend herum?" und tapfer ihre Jdeale verfochten haben. Heldenjünglinge" wispert nation für die Gichtifer und Rheumatiker ist. Und hängt nun der Inzwischen bewundern Sie die eiserne Gelassenheit des Mannes und es behutsam bei den gerührten Völklern. Nachdem sie ihrer Mei- Emanationsgehalt der Luft von dem Barometerstand ab, dann erdenken mit Entsetzen an den verhängnisbedrohten Schnellzug. Da nung mit Maschinenpistole und Handgranaten Nachdruck verliehen gibt sich zweifellos ein innerer Zusammenhang zwischen Barometerstraffen sich plötzlich seine Züge; der Teutsche forscht mit unerbitt hatten, sind sie, für ihre Tat wacker einstehend, mit Wagemut stand, Emanation und Harnsäure bzw. dem Träger der letzteren, dem Gichtiker oder Rheumatiker. Danach scheint es also, daß das Rätsel licher Strenge:„ llebrigens, wie kommen Sie auf den Bahndamm? schleunigst ausgerückt, wobei ihnen ihr Freund abhanden kam, dessen des Wetterspürens" der Gichtiker und Rheumatiker endgültig geDas Betreten des Bahnförpers ist bei Strafe ver- Schuld sie sonst sicherlich auf sich genommen hätten. Sie haben nicht löft ist. boten. I werde den Vorgang protokollieren." etwa die Gerichtsverhandlung abgewartet und gerufen:„ Das war Die lehte Szene der Mount- Everest- Tragödie. Weber den Sie werden ein solches Verhalten nicht nur erstaunlich finden, unsere Ueberzeugung, und nach der haben wir gehandelt," sondern legten mißglückten Versuch, den höchsten Gipfel der Erde zu besondern sogar sagen, dies hier ist eine konstruierte, alberne Geschichte. als wahrhaft aufrechte Männer haben sie statt des Geistes das ein- zwingen, liegen jetzt nähere Einzelheiten vor, über die der Führer Tatsächlich ist die ganze Sache erfunden. Aber sie spiegelt nur eine drucksvolle Schießeisen wirken lassen, das, wie die Kriege zeigen, der Expedition, General Bruce, in den„ Times" berichtet. Die wirkliche Begebenheit wieder, die sich in Kiel ereignet hat. immer auf die versöhnlichste Weise Echwierigkeiten aus dem Weg Gruppe, die die letzte Anstrengung unternahm, hatte bei nichts räumt. Gutes verheißendem Wetter am 3. Juni das als Opertionsbasis dienende Lager verlassen. Am 6. Juni hellte sich zwar das Wetter etwas auf, dafür setzte aber ein heftiger Schneesturm ein, und in der Nacht vom 6. zum 7. Juni sant das Thermometer bis auf 23 Grad unter Null. In der Frühe des 8. Juni verließen Halory, Somervell und Crawford das Lager und begannen in dos Eis Stufen zu hauen. Hinter ihnen schritten in Gruppen von je vier Mann die durch Seile verbundenen Träger mit den Sauerstoffapparaten, die aber nur für den äußersten Notfall gebraucht werden dächtiges Krachen, und gleich darauf setzte sich eine Schneelawine follten. Um% 2 Uhr nachmittags hörte man plöglich ein Der in Bewegung. Die drei Engländer und einer der Träger, die das felbe Seil verband, wurden mitgerissen; nachdem sie aber eine Strede von etwa 50 Metern geschleift waren, fam glüdlicherweise die Lawine zum Stehen, und die vier von der Gefahr des Ab" Bor einigen Tagen hat die interalliierte Kommission auf dem ftaatlichen Kriegsarsenal in Kiel ein großes Waffenlager ausgehoben. Die Treudeutschen finden diesen Heroismus ergreifend und Der Kieler Arbeiter Heinrich Bock hatte der Kommission die Sache schöpfen daraus Anlaß zu neuem Kult. gepfiffen. Das war gewiß nicht nett von ihm und auch nicht im Intereffe der Republit. Immerhin neige ich der Ansicht zu, daß die Handlungsweise der Leute, die die Waffen ausgerechnet in einem Das Welterspüren der Rheumatiker. Lange Zeit hat man die staatlichen Betrieb verstecken, verwerflicher ist. Da nun einmal, in Hypothese, daß zwischen den Veränderungen des Wetters und den erster Linie durch diese gewiß völkisch- ideal veranlagten Leute, in neuralgischen Schmerzen mancher Kranken, wie Gichtiker und Rheuzweiter. Linie durch den Arbeiter Bock die Karre für Deutschland Heute kann jedoch eine solche Beeinflussung des menschlichen Or matiker, ein Zusammenhang bestehe, als unwissenschaftlich verworfen. verfahren war, mußten. energische Maßtrüge ergriffen werden, die ganismus durch Plimatische Veränderungen nicht mehr bezweifelt Republik aus der verzwickten Sachlage rauszuhauen. Hier griff nun der werden. In der Aerztlichen Rundschau" internimmt es der Nürnobenerwähnte treudeutsche Vollzugsbeamtengeist mit bewunderungs- berger Spezialarzt Dr. Charnifauer, das Problem des Wetter wertem Scharfsinn ein. Der Arbeiter Bod wurde wegen spürens" wissenschaftlich zu ergründen, und er kommt zu dem ReLandesverrates verhaftet. Ich bin überzeugt, daß dies fultat, daß allein der Radiumgehalt der Luft für die Veränderungen sturzes bedrohten fonnten sich retten. Als sie sich nach den ihnen Zupacken an der richtigen Stelle im Ausland den besten Eindruck im Befinden der Patienten verantwortlich sei. Nach der Lehre der folgenden Gefährten umfahen, bemerkten sie in der Tiefe auf dem machen wird, und gehe noch einen Schritt weiter. Der größte Teil radioaktiven Umwandlung zerfällt jede radiumhaltige Subftanz etwa 20 Meter hohen Rüden eines Eisblodes, zu dessen Füßen der sehr verehrten zeitunglefenden Spießer wird die sachgemäße Be- unter Abgabe von Strahlen, wobei sich das Radium in ein Gos, fich ein Abgrund öffnete, cine Gruppe der Träger. Zwei durch antertätigkeit nicht als auffallend empfunden haben. die sogenannte Emanation, verwandelt. Diese Emanation ist in der Seile verbundene Gruppen waren bereits in den Abgrund hinab Wir wissen zwar, daß unser Dichter- und Dentervolt politisch porösen Erdrinde, in der ja das Radium enthalten ist, und wird Beistand zu leisten. Auf dem Grunde lagen fieben Träger, vom atmosphärischen Luft überall vorhanden, fie strömt zweifellos aus der geriffen worden. Man stieg sofort hinunter, um den Berunglückten zu empfinden in der Lage ist. Von dieser Fähigkeit wird auch bei mit der aus dem Erdreich entströmenden Luft nach oben befördert. Schnee verschüttet. Obwohl feine Hoffnung bestand, fie noch lebend besonderen Anlässen Gebrauch gemacht. Aber immer nur für für Ihr Gehalt in der Luft ist großen Schwankungen unterworfen. Bei heraufzubringen, begann man sofert mit der Rettungsarbeit, und gere Zeit, da uns wohlbekannt ist, daß Politik den Charakter ver- niederen Temperaturen, namentlich an Frofttagen, ist die Aktivität es gelang auch, fechs Leichen zu bergen. Die fiebente fonnte nicht dirbt. Die Beratung des Gesetzes zum Schutz der Republik hat dem hoch, bei Zunahme der Lufttemperatur scheint fie abzunehmen. Bei gefunden werden. So endet", schließt General Bruce seinen biederen Deutschen einen tötlichen Schrecken in die Knochen gejagt. Süd- und Ostwinden, also bei Winden, die aus dem Kontinent her- Bericht, der erste Bersuch der Eroberung des höchsten Berggipfels Um Gottes willen," sagte man sich,„ es sell doch nicht etwa ernstlich auswehen, ist die Aktivität höher als bei den umgekehrten Windrich der Welt. Es besteht zwar kein Grund, daran zu zweifeln, daß cine republikanische Gesinnung in Deutschland Mode werden?" und tungen. Sie ist an verschiedenen Orten zu verschiedenen Zeiten ver- ein neuer Borstoß ein besseres Ergebnis haben wird, aber der man versuchte sogleich eine bürgerliche Arbeitsgemeinschaft zu bil- schieden stark und abhängig vom Barometerstand, Temperatur, Wind- Mount Everest hat im Kampf gegen die Menschen zwei mächtige Berbündete: in erster Linie die ungemein furze Zeit, während der den, um einerseits die glorreichen Traditionen und den Hohenzollern- Wir kennen die Wirkung der Emanation auf die einzelnen Dr- man auf gutes Wetter rechnen darf, und zum andern die furcht gedanken in Ehren zu halten und andererseits den Sozialdemokraten gane des Menschen, sie ist auf das eratteste untersucht worden. Es baren Weststürme, die auch bei günstiger Witterung auf der nörda ttc. 340 ❖ zg. Jahrgang Oeilage öes Vorwärts Ireitag, 21. �ul!l022 Lohnvorsthüjle unö Deckungsfrage. Die Feriensitznng der Stadtverordnetenversammlung. Die gestrige Feriensitzung der Stadtverordneten nahm einen unerwarteten Verlauf. Vorauszusehen war aller- dings, daß die den Widerspruch herausfordernde Vorlage über die Gesamtverpachtung der Güter abgesetzt werden mußte. Gegen die Schulgeld st affelung unternahmen die nicht stark vertretenen Fraktionen der Rechten den Versuch, die Abstimmung zu hintertreiben. Sie konnten die An- nähme des gemeinsamen Antrages der beiden sozialistischen Fraktionen nicht hindern, aber nachher gaben sie ihren Protest gegen die angeblich geschäftsordnungswidrige Abstimmung zu Protokoll. Ein dringlicher Antrag der Kommunisten forderte Auszahl unghöhererVorschüsseaufLohnzah- lu n g e n, wenn der Magistrat einem Schiedsspruch zustimmt, aber die Zustimmung der Stadtverordneten noch aussteht. Die Dringlichkeit wurde selbst von den Fraktionen der Rechten nicht bestritten, doch demonstrierten sie dadurch, daß sie größtenteils den Saal oerließen. Mit den Kommunisten traten die Redner der beiden sozialistischen Fraktionen sehr entschieden für die in dem Antrag aufgestellte Forderung ein, deren Ve- willigung besonders in der Ferienzeit und angesichts der fort- schreitenden Geldentwertung eine unabweisbare Not- w e n d i g k e i t ist. In der Debatte kam zur Sprache, daß in solchen Dingen der Geschäftsgang bei den Gemeindebehörden während der Ferien überhaupt ein leichterer fein und der Ma- gistrat mehr freie chand haben müßte. Der Kämmerer ver- langte, daß dann der Magistrat auch die Befugnis erhält, sich die entsprechenden Mehreinnahmen zu verschaffen. Er betonte, daß die finanzielle Katastrophe, von der Berlin gleich den meisten anderen Gemeinden bedroht sei, nicht durch die Lohnforderungen, sondern durch die Geldentwertung verursacht wird. Ueber einen Antrag der Demokraten, die dem Magistrat freie chand für Tariferhöhungen geben wollten, be- rieten die Fraktionen im Aeltestenausschuß. Das Ergebnis war ein von allen Fraktionen unterstützter und einstimmig an- genommener Antrag, der den Arbeitern diehöherenVor- s ch ü s f e sichert und dem Magistrat die Möglichkeit entsprechender Einnahme st eigerung geben soll. Die in der Stadtverordnetenversammlung ganz ungewöhnliche Einigkeit, mit der dieser Beschluß so rasch zustande gebracht wurde, verdient unterstrichen zu werden. Die zu gestern einberufene Feriensitzung war in erster Linie notwendig geworden, um über die Verpachtung der städtischen Güter und über die Frage der Schulgeldstasfelung eine Entscheidung der Versammlung herbeizuführen, hinsichtlich der Güterver- Pachtung bleibt indessen einstweilen alles in der Schwebe, da auf Verlangen der Linken der Gegenständ sofort von der Tagesordnung wieder abgesetzt wurde. Die Frage der Staffelung des Schulgeldes nach sozialen Gesichtspunkten war schon in der letzten Sitzung diskutiert worden: es stand nur noch die Abstimmung aus. Zu Beginn der Sitzung widmete der Vorstehdr-Stellvertrcter Staatssekretär a. D Meyer dem am Dienstag im 75. Lebensjahr« verstorbenen Journalisten und Gerichts- und Stadwerordnsten- Versammlungsberichterstatter Oskar Thiele einen ehrenden Nachruf, den die Versammlung stehend anhörte. Er rühmte dem Dahin- gegangenen nach, daß er sich in einer beinahe ägjährigen Tätigkeit durch seine objektiven und stets wahrheitsgetreuen Berichte die Achtung aller Teile der früheren wie der jetzigen Versammlung erworben habe: die Versammlung werde ihm ein treues, dankbares Andenken bewahren. Zur Annahme kam ein Dringlichkeit-antrag der Kommunisten, den Magistrat um eine Zuwendung von 10 000 M. an den„Prole- tarischen Gesundheitsdienst" für seine Dienstleistung bei dem Eisenbahnunglück vom 27. Juni zu ersuchen. In der Frage der Schulgeldstaffelung wurde zunächst nach einer im Acltestenrat getroffenm Verabredung außerhalb der stritten Schranken der Geschäftsordnung noch ein I Versuch gemacht, zu einer Verständigung über die einander gegen- überstehenden Anträge der Bürgerlichen und der vereinigten Soz. und U. Soz. zu kommen. Der Versuch schlug fehl, und bei der mangelhaften Besetzung der Bänke auf der Rechten erhielt der(im „Vorm." schon ausführlich mitgeteilte) Antrag Dr. Wcyl-Dr. Loh- mann-Dr. Löwenstcin die Mehrheit. Vor der Abstimmung hatte die Rechte noch den veraeblichen Berfuch gemacht, die Abstimmung zu verhindern, indem sie sich auf eine Geschäftsordnungsbestimmung berief, wonach in den Ferien Abstimmungen bei' einem von 15 Mitgliedern unterstützten Widerspruch zu unterbleiben haben: nachher gaben die Bürgerlichen gegen den gefaßten Beschluß einen entsprechenden formellen Protest zu Protokoll. Die Erhöhung der Barlöhne der städtischen Gutsarbeiter und der Löhne der Guts- und Forst- a r b e i t e r ob 1. Juni 1922 wurde nach den Magistratsanträgen bewilligt. Die Grundsätze für die Gewährung von Ruhegeld an Leiter und Lehrkräfte von Privatschulen wurde von Keller (Soz.) angebrachtermaßen beanstandet und dcr Antrag der Rechten auf Ausschußberatung mit 39 gegen 68 Stimmen abgelehnt: der zweiten Lesung widersprach sodann die Rechte, so daß auch dieser Gegenstand neben zahlreichen anderen gestern in der Schwebe blieb Die Vorlage wegen Erhöhung der Verpfleg nngs- f ä tz e in den Heimstätten wurde mit der Maßgabe beschlossen, daß Selbstzahler mit den halben Sätzen davonkommen, sobald ihr Einkommen 50 000(Vorlage 55 000) Mark nicht übersteigt. Das Hauptinteresse beanspruchte ein erst im späteren Verlaufe der Sitzung von den Kommunisten eingebrachter Dringlich- keitsantrag, den städtischen Arbeitern und nichtständigen Angestellten höhere Vorschüsse auf die bewilligten Lohnzulagen usw. auszuzahlen. Dieser Antrag führte zu einer allgemeinen kommunalsinanzpolitischen Debatte von großer prinzipieller Tragweite. Sein Ursprung führt aus den Um- stand zurück, daß nach dem Abschlnß der verschiedenen Lohnbewe- gungen der Arbeiter usw. Vorschüsse von 70 oder 80 Prozent ge- zahlt worden sind, daß diese Vorschußzahlungen ganz erheblich nach- gehinkt haben, daß noch heute aus Februar Rückstände vorhan- den sind, daß die absolute 5)öhe der Monatseinkommen allmählich völlig unübersichtlich geworden ist und daß diese Unsicherheit an. gesschts der katastrophalen Geldentwertung und der neuesten, dem- nächst zur Verhandlung gelangenden Forderungen ins Unerträg- liche zu wachsen droht. Der Kämmerer erkannte zwar die Be- rechtiaung des Antrags an, lehnte aber ab, eine Verpflichtung für den Magistrat für die 1— 2 Monate betragende Ferienzeit der Ber- sammlung Ausgaben ohne entsprechende Einnahmen für die Stadt- kasse zu übernehmen: wolle man das eine, so müsse man dem Ma- gistrat auch nach der Seite der Einnahmen weitere Befugnisse geben. — Dr. Weys(U. Soz.) gab dem Kämmerer anhcim, sich nach dem Muster des Landtages und Reichstags in der Ferienzeit einen ständigen Ausschuß der Versammlung beizugesellen, um deren Pulsschlag fühlen zu können.— Der Kämmerer gab im wei- teren Derlauf der Erörterung eine äußerst pessimistisch ge- haltene Schilderung von der Lage der Finanzen Verllns und aller städtischen Kommunen, es sei nicht abzusehen, wie diese auch nur über den 1. Oktober hinwegkommen sollten.— Inzwischen war von den Demokraten ein Autrag eingelaufen, den Magistrat zu ermächtigen, die Tarife der Straßenbahn und der Werke dem durch neue Schiedssprüche oder Vergleiche bedingten Bedürfnis entsprechend zu erhöhen: Zur Beratung über diesen Antrag trat auf Beschluß der Versammlung um 1�9 Uhr der Aeltestcnrat zusammen, der der inzwischen vertagten, um 'A10 Uhr wieder erössneten Dersammlung einstimmig vorschlug, den kommunistischen Antrag anzunehmen, aber außerdem zu be- schließen, daß die Versammlung den Haushaltsausschuß ermächtigt, in Uebereinstimmung mit dem M a g i st r a t zu beschließen, daß zur Deckung der durch Vergleiche oder Schiedssprüche bewilligten Lohn- usw.-e r h ö h u n- gen die laufenden Einnahmen soweit gesteigert werden, wie«s für diesen Zweck unbedingt nötig ist. Die betreffenden Beschlüsse sind der Versammlung unverzüglich nach ihrem Wiedcrzusammcntritt vorzulegen: bei etwaiger Bersagung der Genehmigung wird ihre Gültigkeit bis dahin nicht berührt. Beide Anträge wurden ein st immig angenommen, nachdem ein Antrag von Knüppcl-Kunze, der ein Nonplusultra von Demagogie darstellte und für den sich Herr Kunze von Zimmer- mann(U. Soz.) eine gründliche Absuhr geholt hatte, gegen die Stimme des Antragstellers abgelehnt war. Schluß nach A10 Uhr. 5ur den König gefallen» Junkerübcrmul vor den Toren Berlins. Der Berliner Vorort Zehlendorf hat sich schon öfter durch reaktionäres Gebaren eines Teils seiner Bevölkerung unliebsam bemerkbar gemacht. Jetzt scheint diese Gesinnung auch in seiner Umgebung sich so unverfroren vorzudrängen, daß selbst Akte der Pietätzu monarchistischen Kundgebungen mißbraucht werden. Beispielsweise hat in K l e i n- M a chn o w, einer an Zehlendorf grenzenden kleinen Gemeinde, ein Komitee für die Er- richtung eines Denkmals der sechzehn im Krieg? gefallenen Orts- angehörigen den Beschluß gefaßt, von diesen Kriegsopfern, unter denen sich auch Republikaner und Sozialdemokraten oder Söhne von solchen befinden, in der Inschrift des Denkmals zu sagen: ,3n Göll für König und Vaterland gaben ihr Leben.. Dieser Beschluß wurde trotz eines dagegen gerichteten Protestes und trotzdem das Denkmal aus allgemeinen Geldsammlungen im Orte zustande gekommen ist, aufrechterhalten. Und der Stockjunker Jochem von Hake erklärte, die von ihm erteilte Zusage, das Denkmal auf dem Platz vor der Kirche in Klein-Machnow ausstellen zu lassen, nur unter der Bedingung zu lzolten, daß jene Inschrift in unverändertem Wortlaut angebracht würde. Sein Verhalten und das Benehmen des Komitees ist eine Bergewaltigung jener De- wohner von Klein-Machnow, die zu dem Denkmal niemals beize- steuert haben würden, wenn sie geahnt hätten, daß es zu einer politischen Demonstration ausgebeutet werden würde: es ist auch Vergewaltigung derjenigen Gefallenen, die sich für die Verteidigung des Vaterlandes, aber nicht für den König geopfert haben, der es wahrlich nicht verdiente, und es ist eine Demonstration gegen die Republik, die nicht geduldet werden darf. Wir er- warten, daß die zuständigen Behörden dem Unfug steuern und die in jener Inschrift liegende Provokation verbieten werden. Neue Verhaftung zum 5all Kähne. Der frühere Forst er Lacher des Herrn v. Kähne ist am gestrigen Donnerstag auf feiner jetzigen Arbeitsstelle in der Lausitz verhaftet und in das Potsdamer Untersuchungsgefängnis eingeliefert worden. Seine Vernehmung durch den Untersuchungs- richter soll alsbald erfolgen. Lacher hat sich von seinem früheren Brotherrn übrigens in Unfrieden getrennt. Er wurde im letzten Winter von Herrn v. Kähne Knall und Fall entlassen, weil er bei Holzverkäusen auf dem Gut Petzow von den Abnehmern höhere Preise gefordert hatte, als sie ihm von Herrn o. Kähne vorgeschrie- den waren. Weder Lacher noch der Betriebsrat des Gutes haben damals gegen diese plötzliche Entlassung Einspruch erhoben. Kahnes Sohn, Karl v. Kähne iun., ist gestern vor dem Potsdamer Unter- suchungsrichter eingehend vernommen worden. Er gab an, daß er im Frühjahr vorigen Jahres, also zur Zeit des Berschwindens des jungen Larje, sich in Schle- sien aufgehalten habe, woselbst er über ein halbes Jahr geblieben fei. Kähne jun. hat sich bekanntlich mit seiner Familie überwarfen und hat gegen eine höh« Abfindungssumme auf alle ihm aus dem Fideikommiß zustehenden Rechte verzichtet. Er wohnt augenblicklich in der freigemordenen Wohnung eines von Werder versetzten Landjägers. Die Aufhebung des Termins gegen den von Kähn« auf Grund seiner Nachrichten über die Affäre Nietert verklagten Redakteurs Scelig der.Brandenburger Zeitung" erfolgte übrigens aus dem Grunde, weil die Strafakten gegen Kähne nicht zur Stelle waren.___ die Telephonzelle als Erprefterdepo!. Gemeingefährliche Erpressungen hat der Schauspieler Wilhelm Fischer verübt, gegen den gestern die Ferionstrafkammer des Landgerichts II zu verhandeln hatte.— Der Angeklagte hatte sich erst im Februar d. I. wegen einer ganz ähnlich liegenden Erpressung in Gemeinschaft mit einem Schauspieler Knaak vor Gericht zu ver- Der Ruf durchs Fenster. 58] Roman von Paul Frank. „So wird es am besten sein," sagte Herr Tudolin und verschob einen Nickelhebel, der auf einem Mahagoniplättchen montiert war, das neben dem Telephon stand.„Jetzt habe ich den Apparat ausgeschaltet, und wir haben keine Unter- brechung mehr zu befürchten." Jordan hatte sich breitbeinig vor dem Schlafenden hin- gestellt.„Hören Sie mich?" fragte er laut und vernehmlich. » Eine Pause entstand, die Lippen des jungen Mannes be- wegten sich, ohne daß ein Laut hörbar wurde: endlich sagte er stoßweise stammelnd:„Ich höre." „Sie werden mir auf meine Fragen eine deutliche, klare Antwort geben!" befahl Doktor Jordan.„Sie werden nur die reine Wahrheit fprechenl Nicht wahr?" „Ich werde die Wahrheit sprechen..." sekundierte der Schlafende. „Sie sind doch bisher ein unbescholtener Mensch gewesen?" Die Züge des jungen Marnies verzerrten sich, er ballte die Fäuste, begann die Knie hochzuziehen und schien von einem 5lrampf befallen zu sein. „Ich weih, worauf Sie anspielen," silhr der Arzt fort. „Wir wollen diesen Fall jedoch ausnehmen. Haben Sie sich mit Ausnahme dieser Entgleisung jemals etwas zuschulden kommen lassen?" ..Nichts," antwortete der Schlafende, und schüttelte zur Vekräftigung heftig mit dein Kopf. «Bereuen Sie Ihre Tat?" Darauf erfolgte vorerst keine Antwort, obwohl der Arzt eine ziemlich lang andauernde Pause eintreten ließ. ..Fühlen Sic sich schuldig, Richard Faltin?" setzte Jordan die Fragestellung fort. „Nein.". „Haben Sie die Tat freiwillig, das heißt aus eigenem Antrieb begangen?"- „Nein." „Sind Sie genötigt worden, den Diebstahl zu begehen?" Atemlose Stille herrschte im Raum: Garbislander, dessen Herz stürmisch klopfte, stand neben dem Arzt und hatte den Blick auf die Lippen des Schlafenden gerichtet. »Rein,, antwortete dieser, Doktor Jordan sah die Enttäuschung, die sich auf dem Gesicht des jungen Schriftstellers malte. «Hat Sie also niemand gezwungen?" fragte er. „Nein," antwortete dieser.„Man hat mir einen Rat gegeben..." „Welchen Rat...?" fragte Garbislander, der seiner Cr- regung nicht mehr Herr zu werden vermochte. Jordan wiederholte die Frage. „Er hat mir zugeredet..." sagte Faltin...„er hat sonst und schmeichlerisch zu mir gesprochen... wie nie ein anderer zuvor... Ich habe ihm zugehört, weil ich nicht anders konnte... Ich mußte einfach auf ihn hören.. „Wer hat Ihnen zugeredet?" u.Das weiß ich nicht." „Sie kennen seinen Namen nicht?" „Nein." „Haben Sie den Namen vergessen?" „Nein." „Hat er seinen Namen nicht genannt?" „Nein!" „Haben Sie ihn darum nicht gefragt?" „Nein." „Weshalb haben Sie das nicht getan?" „Ich habe bloß zugehört. Ich hatte keinen anderen Wunsch, als zuhören zu dürfen..." „War es ein Mann oder eine Frau?" „Ein Mann." „Würden Sie ihn wiedererkennen?" „Ja... aber..." Er streckte die Hände weit von sich, worden ist und ein schmerzlicher Zug kerbte sich um seinen Mund.„Ich„Einverstanden. will ihn nicht mehr sehen... nicht mehr hören..." setzte er, erschauernd, hinzu. „Haben Sie den Mann früher einmal gesehen?" „Nein." „Denken Sie nach." „Niemals vorher." „Wo hoben Sie ibn kennengelernt?" „Auf der Straße." „Wo?" „Bor dem Bankgebäude." „Zufällig?" „Er hat auf mich gewartet und mich angesprochen.' „Und dann?" „Sind wir zusammen gegangen." »Wohin?,".A „Zu ihm." „Sie waren in seiner Wohnung?" „Ebendort." „Was habt ihr dort getan?" „Tee getrunken." „Außerdem?" „Geplaudert." „Er hat gesprochen?" „Ich habe zugehört." „Wollen Sie uns eine Beschreibung des Mannes geben, den Sie nach Hause begleitet, bei dem Sie Tee getrunken haben?" Der Schlafende erhob sich blitzschnell von seinem Stuhl, hob die Arme hoch, um die Größe zu bezeichnen, beschrieb hierauf mit den beiden ausgestreckten Zeigefingern die Um- rißlinien eines menschlichen Körpers, und ließ sich, als er die Zeichnung vollendet hatte, steif wieder auf den Stuhl fallen. Da der Arzt das Verhör fortsetzen wollte, legte der Schriftsteller seine Hand auf die Schulter des Arztes, so daß dieser verwundert innehielt. «Ich bitte um Vergebung, Herr Doktor," sagte Garbis- lander,„ober ich glaube doch, daß die Fragen, die uns unserem Ziel zwar bedeutend nähergebracht haben, uns bestenfalls auf einem Umweg dahin führen könnten, so daß ich mir als gleich- falls abgekürztes Verfahren in Borschlag zu bringen erlaube, unser Medium in posthypnotischen Zustand zu versetzen, nach- ; dem Sie ihm vorher anbefohlen haben, daß er uns, die wir > hier versammelt sind, dorthin führt, wo ihm der Tee vorgesetzt sagte der Arzt. Glauben Sie, daß er darauf eingehen wird?" flüsterte der Bankdirektor. „Hören Sie, Richard Faltin," wendete der Arzt sich an den Schlafenden. „Ich höre," antwortete dieser „Sie werden in genau zehn Minuten,' um drxi Uhr vier- undzwanzig Minuten also, erwachen, das heißt, die Augen aufschlagen und uns hierauf in die Wohnung des Ihnen un- bekannten Mannes führen, der Sie in seine Behausung mit» genommen hat. Haben Sie mich verstanden?" „Ich habe verstanden." „Werden Sie gehorchen?" „Ich werde gehorchen." „Kennen Sie den Weg?" aßani genau."(Fortsetzung folgt) antworten, und wer damals zu 7 Monaten Gefängnis verurteilt Die juriffische Sprechstunde findet heute nur von 3 bis Wirtschaft Die Verschuldung der Entente untereinander. Im Hinblick auf die bevorstehende Konferenz der Ministerpräsi worden. Unmittelbar nach dieser Verurteilung verübte er die jetzt 5 Uhr statt. zur Anklage fchende Erpressung. Der Besiger des Seebades Mariendorf erhielt eines Tages einen anonymen Feste Preise für Schokolade, kafao und Pralinees. Nachdem Brief, in welchem er aufgefordert wurde, am nächsten Tage zu einer der gefeßliche Zwang zum Preisauforud fürzlich gegen bestimmten Zeit die Summe von 10 000 Mart unter das den Widerstand der Verbraucherschaft beseitigt in der Lelephonze.ie am Wittenbergplay lie worden ist, hat die legte Haupt- Bersammlung Deutscher Schokoladegende Telephonverzeichnis zu legen, andernfalls und Kalao- Fabrikanten mit überwiegender Mehrheit beschlossen, denten Englands und Frankreichs, in der das Reparationsproblem fofort der Steuerbehörde mitgeteilt werden würde, wo er den von zum Schuße der Konsumentenintereffen an dem Preisaufdrud und das damit in engstem Zusammenhange stehende Problem der in ihm auf Schleichwegen erworbenen Wein verborgen habe. Eine auf den Packungen für Schokolade, Katao und teralliierten Verschuldung die Hauptberatungsgegenstände bilden Benachrichtigung der Kriminalpolizei habe keinen Zwed, da er Pralineen festzuhalten, durchaus in Uebereinstimmung werden, gelangen jegt authentische Ziffern über das Ausmaß der ge auf Schritt und Tritt beobachtet werde. Der Erpresser wählte den mit einem erheblichen Teil der reellen, sich ihrer voltswirtschaftlichen genseitigen Verschuldung zwischen den alliierten und assoziierten Red gierungen zur Veröffentlichung. Diese Ziffern sind, wie hervorge fehr einfachen Weg und setzte sich telephonisch mit der Kriminal- Aufgabe bewußten Händlerschaft. hoben werden muß, Schätzungsziffern, stüzen sich aber auf polizei in Verbindung, um die möglicherweise wirklich vorhandenen Die Off- Flüchtlinge veranstalten am Sonntag, den 23. Juli. die besten und erst in allerjüngster Zeit zugänglich gewordenen Beobachter zu täuschen. Als Knaak in der Telephonzelle erschien nachmittags 3 Uhr, im großen Saale des Gewerkschaftshauses. Quellen, so daß sie als maßgeblich angesehen werden können. und die 10 000 Mart abholen wollte, wurde er verhaftet und gab Engelufer 24/25, eine Protest- Versammlung. Tagesordnung: an, doß Fischer ihm den Brief diktiert habe. Knaat erhielt fürzlich 1. Proteft gegen die engberzige Auslegung der VerdrängtenSchulden der Alliierten an Amerifa. eine Zusagstrafe von einem Jahre, während Fischer gestern milder eigenschaft. 2. Wovon wird die Darlehusgewährung davonkam, da ihr das Gericht auf ein im Felde erlittenes Nervenabhängig gemacht? 3. Die Notlagen der Verdrängten und das leiben nur zu fünf Monaten Gefängnis zufäßlich ver- Entschädigungsverfahren. 4. Freie Aussprache. urteilte. Wie man durch falschen Draht zu„ Draht" kommt. Ein origineller Gaunerstreich, durch welchen zahlreiche Geschäftsleute um viele tausend Mark geschädigt worden waren, hatte gestern ein Nachspiel von der Ferienstraffammer des Landgerichts I. Angeklagt wegen Betruges war der Installateur Ernst Ringel. Der Angeklagte hat es verstanden, die Hochkonjunktur in den von vielen Branchen so start begehrten elektrischen Kupferleitungsdrähten für sich in sehr lukrativer Weise auszunügen. Er taufte den sogenannten Kriegsdraht, d. h. Stahlligen-, Zink oder Aluminiumdraht, welcher von der Verwertungsgesell schaft in großen Posten auf den Markt geworfen wurde und brach, ohne die sogenannte Bespinnung zu verlegen, ein etwa einen halben Meter langes Stück von den beiden Enden der Drahtrolle ab. In die nun hohle Umfpinnung schob er vorsichtig ein Stück richtigen Kupferdrahts derselben Stärke hinein, so daß es den Anschein hatte, als ob die ganze Rolle aus Kupferdraht bestehe. Mit diesen gefälschten" Drahtrollen machte R. bei den Auffäufern von Elektromaterialien ein gutes Geschäft, da er den„ Kupferdraht" fehr billig anbot, Wegen gleichartiger Schwindeleien ist R. fürzlich zu 1½ Jahren Gefängnis verurteilt worden. Wegen der nachträglich zur Anzeige gelangten Fälle erkannte die Ferienstraftammer jetzt auf eine Zusahstrafe von neun Monaten Gefängnis. Was nicht die Liebe tut. Eine Frau aus Schlesien, deren Eltern gestorben waren, fam nach dem Verkauf der Gost- und Landwirtschaft mit 90 000 Mart Erbschaft nach Berlin. Hier lernte sie einen gewissen Vinzenz Nawrozki fennen und verliebte sich in ihn. Der Dank für alle Güte, die sie ihm erwies, war der, daß er sie wiederholt mißhandelte. Nachdem sie ihn trotzdem noch neu eingekleidet hatte, verschwand Herr Nawrozti mit 65 000 m., dem Rest ihres Erbes. Jeht kam die Frau zur Kriminalpolizei und flagte ihr Leid. Die Beamten fanden auch eine Spur des Flüchtigen, die nach Breslau führte. So gelang es jetzt, ihn in Großwartenberg festzunehmen und mit ihm eine Begleiterin. Diese aber entpuppte fich zu allgemeiner Ueberraschung als die von ihm bestohlene Frau aus Schlesien. Auch sie hatte seine Spur gefunden, fuhr ihm eiligst nach, versöhnte sich mit ihm und bereut jegt, ihn angezeigt zu haben. Das kann ihm aber nun nicht mehr helfen. Gegen die Raumnot. Der Reichsarbeitsminister hat an die Regierungen der Länder unter dem 13. Juni 1922 ein Rundschreiben gesandt, in dem unter anderem folgendes gesagt ist: Post- Abonnenten D amit die regelmäßige Zustellung des „ Vorwärts" im nächsten Monat keine unliebsame Unterbrechung erleidet, bitten wir unsere Post- Abonnenten, das Abonnement für den kommenden Monat bei dem zuständigen Postamt sofort zu bestellen. Vorwärts- Verlag G. m. b. H. Volksbildungsamt Meinickendorf. Ein städtisches Volkskonzert des Blüthner- Orchesters unter Zeitung von Cammillo Hildebrandt findet am Freitag, den 28. d. Mts., abends 8 Uhr in Berlin- Reinidendorf- Ost, Hubertus: Sale, statt. Karten zu 5 Mart find an den bekannten Stellen und an der bendkasse zu haben.( Tanzweisen von Strauß, Tschaikowsky u. a.) Es schuldeten den Vereinigten Staaten: Tschechoslowakei. Großbritannien Rapital 347 700 000 Doll. 8 100 000 bis zum 31. 12. 21 nicht bezahlte und nicht fapie talisierte 8injen 42 700 000 Dol Belgien. Kuba. " 61 300 000 Frankreich.... 2 950 800 000 7100 000 357 900 000 " 4 166 300 000 509 200 000 0 Griechenland 15 000 000 Italien 1 646 000 000 202 300 000 " Rumänien Rußland. Serbien 23 200 000 187 700 000 26 200 000 2 800 000 P 23 500 000 PP 3 800 000 " Insgesamt beläuft sich die alliierte Berschuldung gegenüber Ame rifa auf 10,150 milliarden Dollar mit einem Zinsengesamtbetrag von 1,172 Milliarden Dollar. Die Verschuldung an England. Es schuldeten am 31. März d. J. aus Kriegsanleihen: Rußland Frankreich Italien Jugoslawien Portugal, Rumänien, Griedenland u. andere Alliierte 655 000 000 id. Sterl 584 900 000 " 503 000 000 25 000 000 insgesamt 67 000 000 1834 000 000 ẞfd. Sterl. AP 12 100 000 Pfd. Sterl 3 900 000 2 200 000 2 000 000 1 000 000 21 200 000 fd. Ster! Aus Hilfs- und Wiederaufbauanleihen: Desterreich. Polen Rumänien Jugoslawien andere Staaten insgesamt Belgische Wiederaufbauanleihe 9 000 000 Bfd. Sterl. Andere Anleihen: Armenien 829 000 Pfd. Sterl., Tschechoilowalei 2 000 000 Bfd. Sterl. Wegweiser durch das polizeiliche Berlin nennt sich ein bom Bolizeimajor Band vom Polizeipräsidium im Verlag von S. Gerstmann, Berlin W 10, herausgegebenes Adreßbüchlein, das in erschövsender und sehr geschickter Weise ein außerordentlich brauchbares Ausweismaterial zusammenstellt. Zunächst lernt man die Einteilung der gesamten Berliner Polizei mit Präsidium, Aemtern, Revieren und Bachen fennen. Sodann folgen die Adressen sämtlicher Berliner Bezirtsämter mit feuerwachen, Mieteinigungsämtern, Die Gesamtverschuldung an Großbritannien unter EinRettungsstellen und ohrechnung der Schald der Dominien von rund 150 Millionen Pfund nung sinfpetiionen, ferner ein Verzeichnis der Finanzamter Sterl. beläuft sich auf rund 2 Milliarden Pfund Sterl. und Steuertaisen Groß- Berlins und schließlich eine ganz vortreffliche austunftei über die wichtigsten polizetlichen und rechtlichen Fragen des täglichen Lebens, das unbedingt erweitert und ausgebaut werden sollte. Sturz, ein Büchlein, das unentbehrlich ist. Die Haftung der Sparkassen und Girozentralen. Neuerdings wird in weiten Kreisen die Behauptung verbreitet, daß die volle Haftung der Sparkassen seitens der Gemeinden aufgehoben worden jei, und daß sich hierdurch auch die Sicherheitsgrundlagen der Girosentralen im beträchtlichen Maße geändert hätten. Die Behauptung, die geeignet ist, das Vertrauen zu den Spartaisen- und Girozentralen zu beeinträchtigen, ist unwahr. An der Haftung der Kommunalberbände den Spartassen und Girozentralen gegenüber hat sich bisher nichts geändert. Arbeitersport. Rüdersdorf 5 Uhr, Schöneiche 1 Uhr. Wiemer. Arbeiter Radfahrer- Bund Solidarität", Ortsgruppe Berlin. 1. Abteilung: 2. Abteilung: Gosen. Start Gonn abend, den 22, abends 6 Uhr. Start Sonntag, den 23., früh 4 Uhr. Sport. Rennen zu Grunewald am Donnerstag, den 20. Juli. 1. Rennen. 1. Belgrade( Freytag), 2. Minor( Schulz), 3. Galli. poli II( Austel). Tot.: 38: 10, I.: 16, 16, 16:10. Ferner liefen: Elga, Steinberger( gef.), Csardas- Fürstin, Mirakel, Varma II. In der Presse ist in letzter Zeit wiederholt darauf hingewiesen worden, daß die Eröffnung von Vergnügungsstätten ( Dielen, Bars, Nachtcafés, Spielklubs usw.) in größeren Städten überhand nehme und daß sie vielfach in Räumen eingerichtet seien, die als Wohnräume oder zur Unterbringung anderer Gewerbebetriebe Verwendung finden könnten. Die Vermehrung dieser Vergnügungsstätten halte ich mit Rücksicht auf den Mangel an Wohnungen und gewerblichen Räumen für durchaus unerwünscht und gestatte mir, noch besonders darauf hinzuweisen, daß auch der Reichsrat bei der Ablehnung des Entwurfs eines Gesetzes gegen Schlemmerei in einer Entschließung Maßnahmen gegen die fortschreitende Umwandlung von Wohn- oder gewerblichen Räumen in Luxusgaststätten gefordert hat. Ich wäre daher dankbar, wenn die Wohnungsämter auf die bestehenden Mißstände nachdrücklich hingewiesen und veranlaßt würden, die Genehmigung von Mietverträgen zur Unterbringung derartiger Betriebe regelmäßig dann zu versagen, wenn die Räume für wohnungsuchende Personen oder für andere, volkswirtschaftlich wichtigere Gewerbebetriebe Berwendung finden können, oder in Ausnahmefällen die Genehmigung nur zu erteilen, wenn ein Geldbetrag zur Herstellung entsprechender neuer Wohn- oder Geschäftsräume gezahlt wird. Ferner würde ich es für zweckmäßig halten, menn gegen derartige Betriebe, soweit sie ohne Genehmigung der Wohnungsämter Räume innehaben, tatfräftig vorgegangen werden würde, und wenn sie zur Freimachung gezwungen würden. Sollten die bestehenden Anordnungen nicht Casa Bianca. ausreichen, um ein erfolgreiches Borgehen zu ermöglichen, so bin 6. Rennen. 1. Rotbart( B. 2emidi), 2. Algebra( Sardel), 3. Hagel ich grundsäglich bereit, zu notwendigen Aenderungen der Vorschlag( v. Falkenhausen). Tot.: 89: 10, BL: 20, 11, 25:10. Ferner liefen fchriften meine Zustimmung zu erteilen." Merseburg, Danaide, Pan Demon, Rheingau, Fontafee, Sankt Martin ( gef.), Top Twig. 7. Rennen. 1. Rheintveiß( Olejnil), 2. Abendsturm( Huguenin), 3. Gimpel( D. Schmidt). Tot.: 107: 10, B.: 26, 21, 18: 10. Ferner liefen: Medusa, Anarchist II, Namasos, Paufenschläger, Drdensritter, Lall, Jodler, Dagobert. Absperrung der Wasserlieferung. Der Magistrat hat in der letzten Sitzung die Frage der AbSperrung der Wasserlieferung dahin erledigt, daß das Recht der Wafferabsperrung, das auch in den neuen Wasserlieferungsbedingurgen für die neu gebildete Verwaltung der Gesamtwasserwerfe der Stadtgemeinde vorgesehen ist, den Wasserwerfen verbleiben muß, wenn nicht schwerwiegende Störungen in der Wassergeldeinziehung eintreten sollen. Die Verwaltung der Wasserwerfe soll daher berech- 5. tigt sein, die Absperrung anzudrohen. Zur Ausführung der Abfperrung bedarf es jedoch eines Beschlusses des Magistrats. 2. Rennen. 1. Säume nicht( Rastenberger), 2. Cea( H. Schmidt), mortala, Gjelberg. Atalanta, Balmtäschen, Mortimer, Cicero II, Rekord, 3. Landflucht( Olejnit). Tot.: 101: 10, 31.: 33, 17, 20:10. Ferner liefen: Tuan Fang, Biene, Revanche. 4. Rennen. Die Verschuldung Englands. Nach dem Stande vom 31. März d. J. schuldete England an Amerila 856 093 000 3fd. Sterl Kanada Japan 0 0 • Straits: Settlements Mauritius andere alliierte Regierungen insgesamt 25 360 000 3 000 000 7.656 000 588 000 128 000 000 1 020 647 000 Bro. Sterl. Berschuldung an Frankreich. Es schuldeten am 31. März an Frankreich Rußland. Belgien Serbien Rumänien Griechenland Polen. Tschechoslowatai. Italien Berschiedene. 5 939 000 000 Frant 3 684 000 000 1 795 000 000 1 181 000 000 861 000 000 1 056 000 000 574 000 000 49 000 000 42 000 000 insgesamt 15 181 000 000 Frant Verschuldung Frankreichs, Frankreich schuldete am 31. März an Großbritannien Amerita Japan. 9 584 000 000 3fd. Sterl. 2 950 000 000 Dell. 133 000 000 en 3. Nennen. 1. Armenier( Jentsch), 2. Einspruch( 5. Janel), 3. Abschied( H. Schmidt). Tot.: 70: 10, L: 21, 14:10. Ferner liefen: Glücks. Für Italiens und Belgiens Gesamtverschuldung fehlen die Ein. find, Traudi. 1. Paulus( Bismark), Serenata( Gorsler), 3. Trug- zelziffern, auch sind die darüber bestehenden Statistiken teilweise sehr chlub( B. 2ewidi). Tot.: 111: 10, Pl.: 22, 14:10. Ferner liefen: Ritter widersprechend. 3. Hampelmann( Tarras). 5. Rennen. 1. Aventin( D. Schmidt), 2. Bolfram III( G. Sanet), Tot.: 23: 10, B.: 13, 15:10. Ferner lief: Blaubart, Winna, Yvonne. Groß- Berliner Parteinachrichten. Heute, Freitag, den 21. Juli: Rollat, Heidelberger Plag. Areis. Friedrichshain. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Treffpunkt der Kinder und Helferinnen und Abmarsch nach Treptow am Freitag, den 21. Juli, mittags 1 Uhr, Andreasplas, Baltenplay, Rudolfplay. Spieltage: Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag von 2-7 Uhr. 7. Kreis. Charlottenburg. 8 Uhr Gigung des Ortsausschusses für Arbeiter. Die Front der republikanischen Jugend. Der Deutsche wohlfahrt im Rathaus, Zimmer 1. Gammellisten und Borschläge für Ferien tolonie mitbringen. Demokratische Jugendverein Groß- Berlin beschäftigte 9. Szcis. Bilmersdorf. 8 Uhr Gitung des erweiterten Bildungsausschusses bei fich in einer gut besuchten Mitgliederversammlung mit der politischen 136. Abt. Reinidcuborf- Oft. 7% Uhr bei Lindstedt, Residensstr. 120/121, FunkLage. Einstimmig wurde folgende Entschließung angenommen: tionärsigung. Borher um 6½ Uhr Sigung des engeren Borstandes. Die Ereignisse der letzten Wochen haben erneut die Notwendigkeit der Zusammenarbeit der deutschen republikanischen Jugend bewiesen. Die demokratische Jugend ist gewillt, unbefümmert um politische 7. oder parlamentarische Arbeitsgemeinschaften die Zusammen= arbeit mit der Arbeiterjugend und den Jungfozialisten in möglichst enger, zuverlässig republikanischer Arbeitsgemeinschaft fortzusetzen. Morgen, Sonnabend, den 22. Juli: Kreis. Charlottenburg. Bon 5 bis 7 Uhr im Arbeiterjugendheim, Rosinen. straße 4, v. 1, Sprech- und Kassenstunden der freien Schulgemeinde Char. lottenburg. Unentgeltlicher Rat und Auskunft in allen Schulfregen. Geschäftliche Mitteilungen. Allen Müttern wird in den heißen Sommertagen empfohlen, einen Wechsel Jungfozialisten. Arbeitsausschußfihung heute nachmittag 5 Uhr in der Rinderernährung eintreten zu laffen durch zufäße von Thalyna- Safer Im Landtag, Zimmer 51, Prinz- Albrecht- Straße. gries. Wir verweisen auf die Anzeige in vorliegender Nummer. Nach den obigen Angaben ist 2 merita mit 49,65 Milliarden Goldmart, England mit 37,47 Milliarden Goldmart Gläubi. ger der übrigen Entente, und zwar schuldet Frankreich allein an diese beiden Staaten 24,32 Milliarden Goldmart, wozu bei Amerifa noch die aufgelaufenen Binjen mit weiteren 1,5 Milliarden fommen. Frankreich weigert sich bekanntlich, einer vernünftigen Regelung dieser Schulden sein militaristisches Prestige zu opfern und läßt lieber einen erheblichen Teil der deutschen Zahlungskraft von militärischen Schmorozern im Rheinland durchbringen, als daß es ernsthaft an eine Abrüstung dächte, die die Voraussetzung zu einem internationalen Schuldenausgleich schaffen würde. Eisenbahn und Wafferstraßen. Die volkswirtschaftlichen Gefahren zu niedriger Eisenbahntarife gehen aus folgenden Mitteilungen der Bayerischen Rheinschiffahrtsgruppe in ihrem Geschäftsbericht hervor: Außerordentlich nachteiligen Einfluß übte die Eisenbahntarifpolitit aus; die in weiten Zeitabständen hinter den tatsächlichen Verhältnissen nachhinkende Anpassung der Eisenbahntarife an die allgemeine Teuerung stellte den aus der Friedenswirtschaft her gewohnten Grundsay, daß der Wasser. auf den Kopf. Die Wasserfrachten waren das ganze Jahr hintransport billiger sei als die Eisenbahnbeförderung, völlig durch wesentlich höher als die Eisenbahnfrachten, und als Folge davon vollzog sich eine starke Abwanderung des Verkehrs auf den Schienenweg.( Gleichzeitig zeterte die Industrie, die Eisenbahn werde den an sie gestellten Forderungen nicht gerecht. D. Red.) Zur Erhaltung der Leistungsfähigkeit der Binnenschiffahrt ist unbedingt eine Aenderung oder Ergänzung unseres Eisenbahntariffystems erforderlich; von seiten der Binnenschiffahrt ist die Wiedereinführung der Wasserumschlagtarife, wie sie vor dem Kriege bestanden hatten, beantragt, jedoch bisher noch nicht verwirklicht worden. Die Aufstellung derartiger Tarife bildet eine Lebensfrage für die Rheinschiffahrt. Beim Nachfüllen von MAGGI Würze achte man darauf, daß die Würze aus Maggi's großer Originalflasche gefüllt wird; denn in diesen Flaschen darf gesetzlich nichts anderes als MAGGIS Würze feilgehalten werden. Die Berliner Partei für Einigkeit. Hermann Müller zur politischen Lage. munisten die Einigung mit den Unabhängigen zustande kommt, denn dann werden die Kommunisten auf alle Zeit zur Machtlosigkeit verurteilt sein. Dieser Schritt wird uns auch wieder die Indifferenten zuführen. Wir haben die Hoffnung, daß der Zusammenschluß der Partei, der nun fommen muß und wird, die gesamte deutsche Arbeiterklasse aufrüttelt. Und wenn die Ermordung Rathenaus durch deutschvölkische Mordbuben diese In einer Funktionärfonferenz der Sozialdemokratischen Barolen heraus, die weit über die gemeinsamen Abmachungen Einigung der Arbeiterflasse nach sich zieht, wird sie doch einen dauernPartei sprach Genosse Hermann Müller über die jüngsten hinausgingen. Gewiß, die Gewerkschaften hatten der Regierung den Nußen für das deutsche Bolt gebracht haben, denn durch die politischen Ereignisse. Seine Ausführungen wurden, insbe- crklärt, daß fie unter Umständen vor dem Aeußersten nicht zurück- Einigung wird der Fels gegründet, an dem sich die nationalistische fondere als er von der Bildung der Arbeitsgemeinschaft mit schrecken würden. Wenn aber in diesem Stadium von den Kom- Boge für alle Zeiten brechen muß.( Langanhaltender Beifall.) den Unabhängigen und der in Aussicht stehenden Einigung der beiden sozialistischen Parteien sprach, von lebhaftem Beifall und Händeklatschen unterbrochen. Hermann Müller führte im einzelnen etwa folgendes aus: Es folgt sodann die Diskussion. Parole des unbefristeten Generalstreits ausgegeben worden wäre, so wäre das eine große Pleite ge= worden.( Zustimmung.) Die Kommunisten verlangten, daß allent- Berliner SPD. und USP. einberufen lassen. Ein Antrag will eine gemeinsame Funktionärbesprechung der halben Kontrollausschüsse aus dem ADGB. und AFA- Bund und den drei sozialistischen Parteien gebildet würden. Diese Kontroll- Aufrufes der USP. Zurüdziehung des Antrages, bis der Parteitag Borsigender Gen. Lehmann empfiehlt angesichts des offiziellen ausschüsse wären in Wirklichkeit nichts weiter als eine Neuauflage der Unabhängigen in der Frage der Einigung Stellung genommen der Arbeiterräte gewesen, die wir nach Schaffung der Verfassung hat. Man seße sich sonst einer bedauerlichen Absage aus. abgelehnt haben. Sie könnten in der heutigen Zeit nur Verwirrung anrichten. Wir wünschten, daß gesetzliche Maßnahmen gegen den nationalistischen Wahnsinn. Ich glaube, wir fönnen als Sozialdemokratische Partei für uns in Anspruch nehmen, daß wir das Aeußerste geleistet haben, um den Wiederaufbau in Deutschland zu ermöglichen. Diejenigen, die immer wieder die Aufbauarbeiten gestört haben, waren auf der anderen Seite zu finden. Die ersten Taten, die diese Arbeit störten, find von nationalistischen Elementen ausgegangen, sie haben von der Ermordung Gareis zu der Ermordung Rathenaus geführt. Es ist ja die Ermordung Erzbergers vorausgegangen, getroffen werden. Wir haben es daher bei den Demonstrationen weil dieser sich mit seiner ganzen Kraft für den Wiederaufbau des bewenden laffen. Wir haben diese Gesetze in zähem Ringen im deutschen Finanzsystems eingesetzt hat. Wer war Rathenau? Reiner Parlament geschaffen. Mancherlei Bedenken sind gegen die Geder Unferigen. Er fam aus einer ganz anderen Atmosphäre. Seiner jege geltend gemacht worden. Wir waren bereit, auf die Todes ganzen Abstammung, seiner Beschäftigung, seinem geistigen Wesen strafe bei diesem Gesetz zu verzichten, wenn im Strafgesetzbuch die nach, gehörte er zu anderen Kreisen. Aber er war einer der wenigen Todesstrafe allgemein abgeschafft werden sollte Es ist kein Zufall, Demokraten, die die Zeichen der Zeit verstanden haben. Er hat mir daß der in Saaled erschossene Rathenau- Mörder Kern gleichzeitig gefagt, als er das Buch von der Weimarer Tagung der der Befreier des Leutnants Diffmar aus dem Gefängnis gewefen Arbeiter Jugend gelesen hatte, daß es ist. Und wenn diese Leute es ein Jahr lang darauf anlegen würden, alle ihre Verbrecher aus dem Gefängnis zu befreien, und sie über Bayern nach Budapest in Sicherheit zu bringen, so würde das der nationalistischen Bewegung ungeheuren Vorschub leisten. Die Notwendigkeit der Zweidrittelmehrheit hat das Durchbringen dieser Gesche einigermaßen erschwert. Es haben aber in der Hauptsache nur Deutschnationale, die Bayerische Bolkspartei und die Kommunisten( große Heiterkeit) dagegen gestimmt. Wir dürfen nicht vergessen, daß der etivas ganz neues und Schönes für ihn gewesen sei. Und schließlich sind wir es gewesen, die ihm den Weg in die Regierung geebnet hatten. Wir haben seinerzeit darauf verzichtet, das Ministerium, das er innehatte, zu belegen, weil wir wußten, daß er ein Mann war, der die Fäden zu knüpfen verstand. Er hat es auch verstanden, gerade mit den dem deutschen Bolte nicht freundlich gesinnten Streifen zu verhandeln, und das Rathenau- Loucheur- Abkommen trägt seinen Namen. Wer die allerletzten Nachrichten über das Garantie Abkommen verfolgt hat, weiß ja, wie wir abhängig sind von dem Verfrage von Bersailles, abhängig von der Tatsache, daß wir den Weltkrieg verloren haben, einen Krieg verloren haben, wie noch nie ein Volk. An der Verbreitung der nationalistischen Heze, unter der wir jetzt in Deutschland zu leiben haben, ist die Entente nicht ganz unfchuldig. Wenn sie die Nöte Deutschlands rechtzeitig erkannt hätte, hätten die nationalistischen Köpfe nie so verheyt werden können, und die Taten, die jetzt zu beilagen sind, wären vielleicht ungeschehen geblieben.( Zustimmung.) Die Ermordung Rathenaus hat weit über die Kreise der Arbeiterschaft hinaus eine Bewegung im deutschen Bolte ausgelöft, die sich zum Ziel sette, derartige Taten unmöglich zu machen. Ich weise aber darauf hin, daß es ganz unmöglich ist, den politischen Mord gänzlich zu verhindern. Man braucht nur an die Ermordung des englischen Generals Wilson in Irland zu erinnern, die möglich wurde, trotzdem die englische Regierung alle nur erdenklichen Schuhmaßnahmen getroffen hatte. Es muß aber darauf ankommen, die Quellen zu verstopfen, aus denen diefe Taten fließen. Die Quellen sind jene deutsch= nölkischen Kreise, die nun allgemein bekannt geworden sind. Man hat in bürgerlichen Kreisen diese Bewegung nicht so ernst genommen, als sie es perdiente. Es ist dabei der Frage aufgeworfen worden, ob die Republit in Gefahr sei. Ich habe immer die Auffassung vertreten, daß die deutsche Republit nicht umgebracht werden kann, und daß fie innerlich fært genug ist, und daz Deutschland infolge der internationalen Lage gar nicht anders wie als Republik bestehen kann. Es ist bezeichnend, daß Lloyd George im englischen Parlament auf eine Anfrage flipp und flar geantwortet hat, daß eine Aenderung der Staatsform in Deutschland eine Aenderung der internationalen Lage herbeiführen werde, und daß England alsdann nicht unintereffiert bleiben könnte. International ist eine deutsche Monarchie nicht zu tragen. Die Gewerkschaften wünschten ein gemeinsames Borgehen aller drei Arbeiterparteien. Die letzten drei Wochen standen im Zeichen dieser gemeinsamen Arbeit. Nach all den Erfahrungen, die wir mit den Kommunisten gemacht haben, legten wir weniger Wert auf eine Zusammenarbeit mit den Rommunisten.( Heiterkeit und Zustimmung.) Ein paar Tage lang ging es ja auch ganz gut, aber bald mußten auch die Gewer? fchaften einsehen, daß ein weiteres Zusammenarbeiten mit den Kommunisten die Gesamtbewegung nur schädige. Es war aus drücklich abgemacht worden, daß über die gemeinsamen Forderungen feinerlei besondere Parolen herausgegeben werden sollten. Aber trotzdem haben wir es erlebt, daß die Kommunisten Flug blätter gegen die beiden anderen sozialistischen Parteien herausgaben. Anläßlich des Buchdruckerstreifes saben wir, daß die Rote Fahne" von Streifbrechern hergestellt wurde.( Zeichen lebhaften Unwillens und Pfuirufe.) Anläßlich der zweiten Demonstration sollte im Nachrichtenblatt bekanntgemacht werden, daß Peine wilden Redner auftreten sollten. Die Kommunisten weigerten sich, dieje Stelle zu unterschreiben, weil sie sich angeblich gegen fie richte.( Stürmische Heiterfeit.) Schließlich tamen fie mit Deutscher Metallarbeiterverband. Verw. Berlin Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unfer Rollege, der Arbeiter BrunnenGustav Wegener ftraße 35 am 17. b. M. gestorben ist. Die Einäfcherung findet am Freitag, den 21. Juli, nachm. 2 Uhr, im Krematorium Berlin, Gerichtstraße, statt. Ferner starb am 17 d. 9 unser Kollege, der Stanzer Meßer Straße 15 Wilhelm Bildt eger Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 22. b. m, nagm. 2, Uhr, von der Leichenhalle des Bartholomäus Kirchhofes in Weißensee, Failenberger Straße, aus ſtatt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet 122/9 Die Ortsverwaltung. Algemeine Ortstrantentaffe Berlin- Pankow. Bekanntmachung! Das Borstandsmitglted Paul Schabert hat sein Amt niebergelegt. An seine Stelle ift aus der Liste der gewählten Ersaz männer der Zeichner Dtto Rißmann, Berlin- Pantow, Mühlenstraße 70, getreten. Berlin- Pantom, den 18. Juli 1922. Der Borstand D. Gütig, Borsigender. Reichstag eine bürgerliche Mehrheit Thurau: Gen. Müller hat uns aus dem Herzen gesprochen. Es ist notwendig, daß nicht nur die Spitzen der Behörden republikanifiert werden, es muß auch der Unterbau der Beamtenschaft erneuert werden, der stark deutschnational gesinnt ist. Vor allem müssen die Personaldezernate mit zuverlässigen Republikanern besetzt werden. Im Reichseisenbahnministerium herrscht unter Herrn Gröner die schwärzeste Reaktion. Auf Grund des§ 10 des Beamtendisziplinargefeßes werden die sozialdemokratischen Beamtenräte oder Beamte, die zugleich sozialdemokratische Stadtverordnete sind, durch die Disziplinargerichtshöfe gemaßregelt. Solche Schandgesetze müssen beseitigt werden.( Beifall.) geben, durch den rechtsstehende Kreise es in der Hand haben, den Löwenthal: Es muß Mittel gegen den Bucher an der Börse Dollarfurs in die Höhe zu treiben. Redner fritisiert verschiedene misstände in der Devisenbeschaffung und fordert energische Maßregein und weist auf das Beispiel unserer Wiener Genossen, die in machtvollen Demonstrationen einschneidende Forderungen aufgestellt haben, hin. Als Justizbeamter schließt sich Gen. Löwenthal den Ausführun gen des Borredners über die Reaktion in der Verwaltung an und meist insbesondere auf die Zustände in der Justiz. Bernhard Krüger: Die Morde an Erzberger und an. Rathenau wären nicht möglich gewesen, wenn die Erkenntnis, die heute in die USB. eingezogen ist, früher vorhanden gewesen wäre.( Sehr richtig.) Mit der KPD. ist eine Einigung schlechterdings undenkbar. Kontrollausschüsse und Aktionsausschüsse sind ein Unfug, den wir auf feinen Fail mitmachen dürfen. Bei der Einigung müssen wir vorsichtig sein ( Unruhe und Zustimmung). Bei einer Einigung auf vernünftiger Basis werden wir dabei sein.( Beifall.) = hat und daß es so außerordentlich schwer war, den Schutz der republikanischen Symbole und Führer gegen die Mörderzentrale und die nationalistischen Organisationen durchzusehen. Der Redner schildert die Schwierigkeiten, die der Verabschiedung der einzelnen Gesetze bereitet wurden und fährt fort: Wenn der Geist in der Repubiit ein anderer werden soll, ist es dringend notwendig, daß die Lehrbücher der Schulen geändert werden und daß an Noldkamp beleuchtet die Zustände im Siemens- Konzern, den Universitäten, insbesondere auch in der Berliner Uni- dessen Leiter demokratischer Abgeordneter ist. Wir dürfen von demopersität gründlich aufgeräumt wird. Auch das Gesetz fratischer Seite nicht allzu viel erwarten. für die Amnestie ist unvollkommen. Hier verlangten die Kommu- Ein Antrag auf Schluß der Debatte wird mit großer Mehrheit nisten, daß auch ein Max Hölz von der Amnestie betroffen angenommen. werden sollte.( Heiterkeit.) Durch nichts hätte der Gedanke der In seinem Schlußwort geht Amnestie mehr fompromittiert werden können, als durch solche Maßnahmen. Wir haben uns die größte Mühe gegeben, auch die Eisenbahner in diese Amnestie einzubeziehen. Leider ist uns das nicht gelungen. Wir haben uns von vornherein auf den Standpunkt gestellt, daß es vor allem auf die Durchführung der Gefche ankomme, und wir haben daher erflärt, daß es unser Bestreben sein werde, darauf hinzuwirken, daß die Regierung nach links erweitert werde. Bir haben diese Forderung ziemlich früh angemeldet, und sie wurde auch von den Bürgerlichen zunächst ruhig aufgefaßt. Es ist erfreulich, daß die Unabhängigen fich bereit erklärt haben, in diefer besonderen Lage an der Regierung mitzumirten. Wir freuen uns, daß auf der Reichskonferenz der ilnabhängigen nichts befchloffen ist, was dieser Absicht Hindernisse bereitet hätte. In solchen Situationen muß man eben alle Kraft auf einen Bunkt tonzentrieren, und das ist in diesem Falle geschehen. Auch wir sind teine grundsäglichen Anhänger der Koalitionspolitik. Die Beteiligung der Regierung ist für uns eine taftische Frage, die von Fall zu Fall entschieden werden muß. Der Hauptgrund, den die Bürgerlichen gegen eine Hinzuziehung der Unabhängigen zur Regierung haben, ist von ihnen nicht in den Verhandlungen erwähnt worden. nach meiner Auffassung in dem Umstand, daß hinter den sozialistischen Regierungsmitgliedern alsdann nicht mehr 109, sondern 180 Mandate im Reichstage stehen würden. Wir schlugen den Unabhängigen die Bildung einer Arbeitsgemeinschaft Er liegt Hermann Müller F zunächst auf die Devisenfrage ein. Dieses Problem ift äußerst schwierig. Die Industrie ist auf ausländische Rohstoffe angewiesen. was gelan werden fann, wird geschehen, aber mit Resolutionen und Paragraphen ist dieses Problem allein nicht zu meistern. Den Standpunkt des unabhängigen Aufrufes, daß die Einigung ausschließlich von den Zentralinstanzen betrieben werden soll, halte ich für richtig. Wir haben vor aller Welt unferen guten Willen bewiesen, der auch von unabhängiger Seite anerkannt wird. Ich glaube, daß wir bei einer Einigung gedeihlich mit der USB. zusammenarbeiten tönnten. Selbst früher lintsgerichtete Unabhängige, wie Dr. Levi, der einstige Spartalusführer, haben hervorragende positive Arbeit bei der Ausarbeitung der Schutzgesetze geleistet. Alle schwerwiegenden Probleme der Einigung müssen durchdacht werden, und wir haben in den letzten Jahren gezeiat, daß wir die Nerven nicht so leicht verlieren.( Gehr richtig!) Die letzten Wochen haben bewiesen, daß es in der Einigung feinen Unterschied zwischen Führern und Massen gibt, daß die Einigung vorwärts marschiert.( Lebhafter Beifall.) Die nachstehende Resolution wird einstimmig angenommen: billigen die Haltung und die Politik der Reichstagsfraktion. Wir Die Funktionäre des Bezirksverbandes Groß- Berlin der SPD. begrüßen im besonderen die werdende Einigung mit den Genoffen der USP. Wir erwarten vom Parteivorstand und von der Reichstagsfraktion, daß sie den einheitlichen Willen des Voltes und im besonderen der Sozialdemokratie, der die Gesetzgebung zum Schuhe der Republik ermöglicht hat, auch in der Anwendung dieser Gesetze voll zur Geltung bringen. vor.( Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Wir haben uns gesagt, daß das der nächste Schritt ist. Im Jahre 1916, fing die Spaltung mit einer Arbeitsgemeinschaft an. Wir wollen sie mit einer Arbeitsgemeinschaft aufhören lassen.( Lebhafter Beifall.) Die Unabhängigen haben sich für diese Arbeitsgemeinschaft erklärt. Wir Wir verpflichten uns zu unserem Teile, alle Kraft einzusehen für hätten eine Reichstagsauflösung nicht zu fürchten gehabt. Aber wir die Verbreitung des republikanischen Gedankens, für die Stärkung haben, wenn es jetzt zur Reichstagsauflösung fommt, nicht nur 109, unserer Organisation und Preise und für die fortschreitende Verwirtsondern 180 Mandate zu verteidigen. Wir haben nicht nur im Bartei- lichung der sozialistischen Ideen. intereffe, sondern im Interesse der gesamten sozialistischen Bewegung zu handeln. Am Tage, als Rathenau ermordet wurde, trat ein Unabhängiger an Wirth heran und fragte ihn: Sperr Reichskanzler, wie lange foll denn das noch so dauern?" Wirth antwortete: ,, Solange, als die deutsche Arbeiterschaft noch nicht einig ist."( Lebhafte Zustimmung.) Dieses Zwiegespräch beleuchtete bligartig die Lage. Unsere Stellung als Partei ist nicht schlecht. Wir haben unsere Stoßfraft behalten, und es wird weiter zur Gesundung der deutschen Arbeiterbewegung beitragen, wenn als nächster Schritt die Fraktionsgemeinschaft oder gleich die Was ist das far ein Geschret/ In der Kinderkube/ Schnell den Saferartez berbet/ Rocht ihm einen feinen Brei/ Bachen soll der Bube!- Solche raiche Wandlung führt bei Verdauungsstörungen der Säug linge tatsächlich herbei unser feit Jahrzehnten als Milchzusat und Weilherias bestbewährter Thalysia- Dafergrieß Für größere Rinder, Krante und Genelende kräftige, leichtverdauliche Kost und gesündefte& amilieniuppe.* zu haben JDilhelmstraße 37; Thalysia, Friedenau, Rheinfraße 34 und in sämtlichen Geschäften der Meierei 6. Bolle ft.- Gef. Platin-, Gold- und Silberharuch Seit 70 Jahren Zahngebisse, Uhren, Kelten, Ringe sowie Altmetalle kauft sämtl Engrospreisen zu Roseneck, Berlin 0, Schreinerstraße 32( Laden) 1 Minute vom Bhf. Frankf, Allee Fahrgeldvergütung Größtes Absatzgebiet für Händler ist San.-R. 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August 1922 in Kraft. 1.Aug:: Wieder- Die diesbezüglichen Nachträge tönnen auftreten der in einigen Tagen im Raffenlokal entgegenElite- Sänger. genommen werden. Nachtigallen Allabendi. 8 Uhr: Reichshallen- Th. Deutsch. Theat. Der Schildpattkamm Während der Ferien der Stettiner Sänger Tägl. 7 Uhr: 7% Potasch und Deut. Künstler- Th. Gastspiel der Perlmutter So. 72: Potasch Sommerspielzeit u. Perlmutter Heute, Freitag, 8 Uhr zum 50. Male: Kammerspiele Die erste Nacht" 8: Der Raub der" 9 Sabinerinnen Gastspiel Hugo Thimig 8 Central- Theater vom Wiener Burgtheater J. Ein Prachtmädel So. 8: Der Ranb Geschäftszeit vorm. 9 Uhr bis nachm. 4hr Telephon: Amt Norden 833, 834, 835, 836. Achtung! Achtung! Montag, den 24. Juli: Bezirks- Versammlungen in folgenden Lokalen: 168/3 1.Bezirk: Neues Boltstheater, WeißenDesgleichen ist der 14. Nachtrag zur fee, Charlottenburger Straße 120, abends 2. Bezirk: Comenius- Säle, O 34, Memeler Straße 67, abends 7 Uhr. 3. 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Es handelte sich lediglich noch darum, über Die Abgeordneten Reinhold Wulle und der bekannte gen Segeln nehmen, oder die, wie manche Industrievertreter, von die zwei folgenden Punkte Uebereinstimmung zu erzielen, deren v. Graefe Goldebee veröffentlichen im ,, Deutschen Abend- der völkischen Bewegung die Annahme erst neuerdings belgischerseits beantragt worden war. blatt" eine lange Erklärung, in der sie sich mit dem von der Die belgische Regierung verlangte nämlich, daß das in Belgien Deutschnationalen Parteileitung aus der Reichstagsfraktion zum mindesten aber eine Störung des Techtelmechtels mit den roten Entwicklung unbequemer fozialer Tendenzen, vorhandene, noch nicht liquidierte Barvermögen deut entfernten Abgeordneten Major Henning solidarisch Gewerkschaften befürchten. Und last not least find dann jene ausfcher Reichsangehöriger dazu gehören Barguthaben und Spar- erklären, schärfsten Einspruch gegen den Beschluß der Frat- gesprochenen Judenfreunde zu nennen, die das Wort Antisemitismus tassenbücher nicht unter die Freigabe fallen solle. Ferner tion und des Partivorstandes erheben und erklären, daß für einer Ohnmacht nahebringt, und die es als den größten Schönheitssoll bei der teilweisen Liquidation eines Bermögensfomplexes das uns unter Vorbehalt etwaiger weiterer Entschlüsse eine Befehler der Partei betrachten, daß nicht wenigstens ein halbes Duzend noch vorhandene und freizugebende unbewegliche teiligung an den Arbeiten der Reichstagsfraktion nicht des auserwählten Bolles die Physiognomie der beiden Fraktionen Eigentum mit Schulden belastet werden, die von dem Sequester mehr möglich ist." Sie bezeichnen die Maßregelung aus diesem Eigentum längst bezahlt waren. Hennings als Justizmord" und behaupten, aus den Aeuße= Es sei eine breite, wenn auch ,, nicht gerade imposante mürde bedeuten, daß die ganzen Ersparnisse der wirtschaftlich feiten des Parteivorstandes sei die Gefahr zu entnehmen, daß fangen von Hergt über Düringer, Hoesch, DryanDie Annahme des ersteren Antrages der belgischen Regierung ungen einiger mehr oder weniger prominenter Persönlich- Phalang", die sich aus den verschiedensten Beweggründen im Kampfe gegen die Völkischen zusammengefunden habe: Angeschwächeren Auslandsdeutschen, also die gesamten fleinen die gegen Henning angewandte Methode sich gegen die gesam- der, Kanig, Hugenberg, Behrends, Graef- AnBermögen, verloren wären. Die Durchführung des zweiten ten Führer der völkischen Richtung und damit gegen die vol- flam! Der erbitterte völkische Sontag fündigt an, daß man belgischen Antrages müßte zur Folge haben, daß das unbewegtische Bewegung selbst ausdehnen könnte. Ilche Eigentum der Auslandsdeutschen in Belgien auf einen Zu dieser den zerfall der Deutsch nationalen sich diese Namen sorgsam zusammenstellen und Regierung fonnte, da es sich besonders im ersteren Falle um Abendblattes", Sontag, die notwendige Begleitmusik. Er sige" Stimme aus den völlischen Reihen und nicht einen von ihnen geringfügigen Wert zufammerschmilzt. Die deutsche ankündigenden Erklärung liefert der Direktor des„ Deutschen für den nächsten Wahlkampf vormerken werde. Denn: " Diesen erklärten Gegnern der völkischen Sache nicht eine einBarguthaben gerade der kleinen Rentner und Befizer von Spar- spricht von einem„ völkischen Martyrium" und be- 3ige Stimme aus den völlischen Reihen und nicht einen von ihnen fassenguthaben handelt, und da ferner die zu übernehmenden Lasten hauptet, daß der Maßregelung Hennings ein feit langem fonchu! Mögen sie ihren Rampf mit den Roten selber ausauch nur einzigen Mann für den vielleicht doch notwendigen Saalin feinem Berhältnis mehr zu der belgischen Gegenleistung stenden, ſequent verfolgtes System zugrunde liege. Doch lassen wir tragen, falls sie bis dahin als Angehörige einer Regierungsdiese Bedingungen nicht ohne weiteres annehmen und strebte eine diesen Eingeweihten selber reden: partei für die Sozialdemokratie nicht bündnisfähig gewor Aenderung der belgischen Anträge an. Gleichzeitig ben sein sollten. Ihr stutt? Wartet nur ab, es geschehen auch wurde, um das deutsche Eigentum in Belgien vor der Liquidation heute noch Zeichen und Wunder!" zu bewahren, eine ganze Reihe belgischer Anträge durch die deutsche Regierung angenommen. Die beigische Regierung glaubte jedoch trotz des Entgegenkommens der deutschen Regierung, auf deren Vorschläge nicht eingehen zu können und brach, wie amtlich gemeldet wird, wegen Nichtannahme der beiden oben erwähnten Punkte die Berhandlungen ab.. Seit Jahren führt die deutschnationale Barfeileitung, wie man nunmehr wohl öffentlich aussprechen darf, einen zwar heimlidhen, aber um fo Sontag fündigt noch weitere Beröffentlichungen über die ,, Hetze" an, die von dem Parteibureau gegen die völhätte man die völkischen Abgeordneten systematisch mundtische Richtung getrieben worden sei. Seit Jahr und Tag tot gemacht. Die Erklärung der Parteileitung, daß sie mit der Entfernung Hennings feineswegs eine Bekämpfung der völkischen Bewegung beabsichtige, wird als Spiegelfechterei" rungen auf diesem Gebiet zu äußern, und Herrn von Killinger ist es ,, Leider steht Kapp nicht mehr auf, um sich über seine Erfah vermutlich nicht bekannt, wem er es letzten Endes zu danden hat, daß er neun Monate in Untersuchungshaft saß." erbitterteren Kampf gegen die völlische Bewegung im allgemeinen und gegen deren parlamentarische Bertreter inner halb der Partei im befonderen, über dessen Einzelheiten fich die in Betracht kommenden Abgeordneten wohl noch auf Grund des vorliegenden umfangreichen. Tatsachenmaterials eingehender auslassen werden. Und zwar begann dieser Kampf unmittelbar Sozialistische Einigung in Braunschweig. nach den Reichstagswahlen von 1920, als mit den Abgeordneten und„ politische Geschmacklosigkeit" bezeichnet." Aber es kommt Braunschweig, 20. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Die Sozial- neueren pöllischen Bewegung ihren Einzug in die deutsch- zi atorische Taten" gelegentlich auch Wulle und Henning zwei ausgesprochene Vertreter der noch besser. Sontag fündigt an, daß über ,, gewisse de nundemokratische Frattion des Landtages und die Fraktion der nationale Reichstagsfraktion hielten, sich hier mit dem prächtigen, Schleier gelüftet werde: einmal der Unabhängigen beschlossen, in Zukunft nicht nur eine Arbeits- tapferen und aufrechten, deshalb aber ebenfalls als unbequem empgemeinschaft zu bilden, sondern darüber hinaus eine Frattions fundenen Herrn v. Graefe zusammenfanden und in die aus der gemeinschaft einzugehen. In Zukunft sollen gemeinsame Nationalversammlung saltsam bekannte Fraktionsfigungen abgehalten werden; nur bei ganz wichtigen Entscheidungen sind getrennte Beratungen vorgesehen. Nach Beschlußfaffung über die Fraktionsgemeinschaft wurde an die Demofraten mit der Aufforderung herangetreten, sich an der Bildung einer Linkstoalition zu beteiligen. Die Demokraten erklärten fich zur Zusammenarbeit mit den Unabhängigen bereit, ftellten aber als Gegenforderung den Eintritt der Bolfspartei in das zu bildende Kabinett.( Die Volkspartei hatte sich erst vor wenigen Tagen aus der Regierung zurückgezogen. Red.) Da sich die Parteien bis zu Beginn der heutigen Landtagssigung, die die Wahl der Minister vornehmen sollte, nicht geeinigt hatten, trat Bertagung auf Freitag ein. Welche Lösung die Regierungskrise finden wird, ist vorläufig noch unbestimmt. Das deutsche Generalfonfulat in Barcelona. Ein Freund unseres Blattes, Mitglied der deutschen Kolonie in Barcelona, berichtete uns, daß das dortige Generalfonfulat am 27. Juni, dem Beerdigungstage Rathenaus, feine Flagge gefezt hatte. Jetzt wird uns mitgeteilt, daß der dafür verantwortliche Herr v. Kassell an dem Tage gar nicht in Barcelona geweien fei. Er führe die schwebenden Handelsvertragsverhandlungen mit Spanien in Madrid. Außerdem habe die Antveisung des Auswärtigen Amtes, balbmast zu flaggen, das Generalkonsulat in Barcelona wahrscheinlich nicht mehr rechtzeitig erreicht. Im Ausland werden diefe Gründe, wenn wir sie auch als wahr unterstellen. wenig Wirkung haben. In Barcelona ericheinen ja auch Blätter, die von den beabsichtigten Trauerfeierlichkeiten, und von der Vorschrift, die Flagge halbmaft zu fezen, berichteten. Außerdem ist von Madrid aus Barcelona, wenn man will, so raich zu erreichen, daß ein Befehl nicht zu spät Tommt! lichen Seite des Berges wehen und die es mit sich bringen, daß die Gletscher sich im Handumdrehen in wildbrausende Ströme verwandeln." Schüßt das alte Nürnberg! Die Direktion und die wissenschaftlichen Beamten des Germanischen Museums in Nürnberg haben an den dortigen Stadtrat eine Eingabe gerichtet, worin sie gegen den Bau einer Straßenbahnlinie mitten durch das alte Nürnberg wohl begründeten Einspruch erheben. In der Tat würde dadurch der schönste und beſterhaltene Teil Alt- Nürnbergs, insbesondere auch die Weischbrücke, das Tiergärtnertor und der Albrecht Dürer- Play verschandelt, ohne daß wesentliche Verkehrsnotwendigkeiten vorzuliegen scheinen. Es ist daher zu wünschen, daß die sozialistische Stadtverwaitung Nürnbergs ihrer Kulturaufgabe eingebent bleibt und ein foftbares Erbe treu erhält. „ Kommunistische Universität des Weffens" in Mostau. Als Cegenstück zu der bereits bestehenden Kommunistischen Universität des Ostens", in der etwa 600 Asiaten in fommunistischem Geiste zu roten Führern der noch ungemedten Millionenvölfer des Ostens" erzogen werden, ist in Moskau eine Universität des Weftens" ge= gründet worden. Die neue Universität befist zunächst 6 Abteilun gen: eine jüdische, lettländische, litauische, deutsche, polnische und rumänische. Die Studenten erhalten während der ganzen Dauer des Studiums vom Staate Verpflegung, Kleidung und Wohnung. Bu den Hauptfächern gehören: historischer Materialismus, Geschichte der Revolution; Religion und Kommunismus; Berfassung der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik; die Rote Armee; die Diktatur des Proletariats. Die deutsche Abteilung wird 100 Mitglieder zählen. dumpfe Stickluft der Fraffion einen frischen Zug zu bringen drohten. Wie dankbar man es auch In seinem Zorn plaudert Herr Sontag noch weitere interbegrüßt und in tönenden Bhrafen gefeiert hatte, daß gerade durch effante Einzelheiten aus der deutschnationalen Schule. Er erdie Unterstützung der aktiven völkischen Elemente mancher Wahl- zählt, daß das Herz der Parteileitung nicht zum freis behauptet bzw. erobert worden war jetzt, nachdem der Wahl- ersten Male in die Unaussprechlichen gerutscht" fampf geschlagen war, und der Befihstand der Partei an Mandaten sei, als der Sturm nach der Ermordung Rathenaus losbrach. auf eine Reihe von Jahren hinaus gesichert erschien, wurden die man hätte damals schon den ganzen völkischen Flügel abge= völkischen Verbündeten als unbequeme Laft empfunden, und stoßen, aber nur aus Angst darauf verzichtet, weil die ihre parlamentarischen Vertreter mit allen Mitteln des unter- Herren v. Graefe und Bulle einen großen Anhang im Lande irdischen Kleintrieges bekämpft. Fragt man nach den Ursachen dieses ebenso undankbaren wie furzfichtigen Verhaltens, so trifft man auf eine Vielheit von Gründen, die je nach der Art der Gegner individuell verschieden sind, die aber die Intensität der Abneigung sämtlich zum gemeinsamen Kriterium haben. Da waren und sind zunächst die mehr oder minder an einer gewissen politischen Arterienverkaltung leidenden Stützen“ des alten Regimes, die zwar nach der Revolution( fragt mich nicht, warum?) eiligst auf den " hätten. So hätte man diese beiden Namen aus Nützlichkeitsgründen von der Prostriptionsliste gestrichen, obwohl man sie zweifellos am liebsten gesehen hätte, wo der Pfeffer wächst! Die ganze Aktion gegen Henning hätte sich totgelaufen, wenn nicht eine Korona um Düringer" den Ausschluß der Völkischen unnachsichtlich gefordert, und wenn nicht auf de anderen Seite Herr Stresemann in diesem kritischen Augenblick der deutschnationalen Parteileitung den Köder eines Eintritts in die bürgerliche Arbeits 4 gemeinschaft hingeworfen hätte: Boden der berüchtigten gegebenen neuen Tatsachen" spranoen, die sich aber ängstlich und verständnislos vor dem neuen ,, Man muß", sagt Sontag, deren geradezu zur Manie gewor Geist befreuzigten, der in nationaler Hinsicht aus der völkischen Rich- denen Hang zu, pofitiver Mitarbeit" und ihre Sehnsucht nach ein tung zu ihnen hinüber zu wehen begann. Hatte man darum die paar Ministerieffeln fennen, um zu verstehen, daß und warum sie Revolution, dem Herrn sei Dank!, glücklich überstanden, um nun fofort an diesen Röder anbih. Man wollte in der Bernburger Straße einem revolutionär anmutenden Geifte im eigenen Lager zu aus der feit langem als unbequem empfundenen Oppofitionsstellung begegnen? Völlische Leute, Nationalsozialisten, Rassenapostel, viel- heraus und wollte auf dem Umwege über die Arbeitsgemeinschaft leicht, an heimlichen Orten, gar Wotansanbeter" unmöglich nach Möglichkeit in die Regierungsfoaltion hinein!" tompromittierend eine solche Gesellschaft! Wir wollen, lieben Freunde, den Größen von vorgeffern, die ihre Zeit und deren Zeichen nicht mehr verstehen, ob ihres Standpunktes nicht zürnen. Der Herr wird ihnen vergeben, denn schließlich können sie ja nichts dafür, daß fie überständig geworden sind für das junge Deutschland, das sich überall zu regen beginnt. Gefährlicher, weil bösartiger, als diese Gegner, find dann die jogenannten„ Geistigen" der Partei, " auf eine so tiefgehende Berbitterung schließen, daß es begreifDie Intimitäten, die Herr Sontag hier ausplaudert, lassen lich erscheint, wenn die Kreuzzeitung" Mit Gott für König und Vaterland" diese vorhandenen Gegensätze nach Mög lichkeit zu vertuschen sucht. Die Enthüllungen der WulleLeute werden jedoch weitere Kreise ziehen als die Parteibonzen der Deutschmonarchisten gerne sehen. Es wird deshalb noch mancherlei über diese traute Gemeinschaft der bisherigen die Männer mit dem historischen, staatsrechtlichen, po- Fraktion Hergt und Helfferich zu sagen sein. Eins aber fällt litischen und sonstigen Bildungsdünk el, zu denen sich heute schon ganz deutlich ins Auge: der entschloffene Aufmarsch die gewiegten Taktiker" und die Parteifanatiker gefellen, die dan der Republikaner und das feste zugreifen der Gesetzgebung so. ihrer Parteigeschäftigteit längst vergessen haben, daß über allem Parteiunwesen das Bolt und das Vaterland zu stehen haben. Und wieder mohl als die Wiederannäherung der Sozialdemokraten haben eine Gruppe jetzt sich zusammen aus den reinen Intereffen als erste Folge die Spaltung der Monarchisten gegegnern, die, wie die Chriftlich- Sozialen, in der Furcht leben, bracht. Möge das eine gute Vorbedeutung für die Zukunft die völkische Bewegung fönne ihnen den Wind aus den rissi- fein! Rußland am Scheidewege. In den nächsten Tagen wird die Ankunft Krassins aus dem Haag in Berlin erwartet, der von hier aus in der nächsten Woche nach London reisen wird. Etwas später trifft Litwinow in Berlin ein, um sich alsdann nach Moskau zu begeben, wo er der Sowjetregierung einen genauen Bericht über die Haager Konferenz erstatten wird. Wie der Ost- Expreß von unterrichteter Seite erfährt, werden die neuen Vorschläge Litwinows trotz des Abbruchs der Haager Konferenz Gegenstand eingehender Beratungen in Die Leiche im Spiritus. Das im französischen Departement Moskau sein, wenngleich der Hauptzweck der neuen Vorschläge nicht Bun- de- Done gelegene reizende Tal L'Anec darf sich einer Sehens- die Zubilligung sofortiger wesentlicher Zugeständnisse gewesen sei, würdigkeit ungewöhnlicher Art rühmen. Es ist die Leiche eines sondern das Bestreben, alles zu tun, um die Taktik jener Regierunalten Herrn, der im Jahre 1885 verstorben ist. Sie zeigt nach der gen zu vereiteln, die den Abbruch der Konferenz durch die umversöhnBefundung einwandfreier Augenzeugen nach fast 40 Jahren noch liche Haltung der russischen Delegation rechtfertigen wollen. das Aussehen, das der Tote bei Lebzeiten hatte. Der Sohn des Berstorbenen, ein angesehener Archäologe, hatte seinerzeit von den Ides Brotpreises. Der Führer der Abordnungen, Präsident Seiz, verwies auf die durch die Teuerung geschaffene furchtbare Lage der Arbeiterschaft und betonte, daß es der größten Anstrengung der Betriebsräte bedurfte, um eine allgemeire Arbeitseinstellung und zwecklese Demonstrationen zu verhindern. zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise die raschefte Erledigung des Finanzminister Sequr erflärte, daß das entscheidendste Mittel Finanzplanes sei, die sicher auch ein Sinfen der Balutenkurse verheiße. Pilsudskis Machtprobe. Warschau, 20. Juli.( DE.) Pilsudskis Weigerung. die Ernennung des Kabinetts Korfanty zu unterzeichnen, hat eine Situation geschaffen, aus der zunächst fein Ausweg ersichtlich ist. Die„ Rzeczpospolita" will wissen, daß der Sejmmarschall Trampozynski den Chef der Zivilfanzlei Pilsudstis darauf aufmerfa Behörden die Erlaubnis erhalten, die Leiche des Waters in Spiri- Die Information stammt offensichtlich aus den gemäßig fam gemacht habe, daß der Staatschef nach der provisorischen Kleinen tus aufzubewahren. Man zog ihr die Sachen an, die der alte ten Kreifen der Berliner Sowjetvertretung. Die Vorschläge Berfassung von 1919 des ausführende Organ für die Sejmbeschlüsse Herr bei Lebzeiten trug, und bettete fie in einen besonders fon- beziehen sich, wie wir bereits meldeten, auf die Schuldenaner- Berfassung von 1919 des ausführende Organ für die Sejmbeſchlüſſe ftruierten, mit gereinigtem Beingeist angefüllten Sarg, in dessen fennung und eine staatsrechtliche Regelung des ehemaligen darstelle. Solange sein Rücktritt nicht erfolgt sei, habe der StaatsDeckel eine Glasplatte eingelaffen war, die dem Sohn gestattete, ausländischen Privatbefizes. In der Tat wird es für Sowjet- chef daher kein Recht. die Ausführung des Sejmbeschlusses über die bas Antlig feines Baters täglich vor zugen zu haben. Der Sargrußland schwer sein, aus seiner Isolierung herauszukommen, Berufung Korfantys zu verweigern. Wie bekannt wird, hat Kore steht in einer fleinen, in der Nachbarschaft des Gemeindefriedhofs wenn es in diesen beiden Bunkten nicht Entgegenkommen fanty bei seiner Aussprache mit dem Staatschef die Frage gestellt, errichteten Kapelle Ein Befanter des Berstorbenen bezeugt in her Nature", daß das Gesicht des Berstorbenen so gut erhalten zeigt. Ein pofitiver Entschluß in dieser Richtung fann hin- ob dieser bereit sei, sogleich die Konsequenzen aus seiner Weiist, daß man einen Schlummernden vor sich zu sehen glaubt. gegen zu einer wesentlichen Erleichterung der Situation füh gerung zu ziehen, worauf Pilsudski antwortete: Vorher ist noch Tobias Pemberlein tritt Freitag abend im Rahmen des Programms ren. Araffins Londoner Reise deutet darauf hin, daß man pieles zu erledigen." Diese Worte werden als Ankündigung sehr ernster Dinge aufgefaßt. Gestern abend versammelte fich der Alhambra am Morigplak" mit eigenen Grotesfen und Chansons auf. zunächst eine Fühlungnahme mit England beabsichtigt. die Zentrorechte, melche angesichts der ungewissen Haltung des Kons 3 der englisch- amerikanischen Vortragsreihe' des Englischen ftitutionellen Klubs von jeder Initiative abfah. Diese dürfte von Seminars spricht am Freitag, den 28. Jult 6.30 Rev. 2ee aus Dundee über: The English Friends of Germany". Pilsudski ausgehen. Die zu einer Spizenorganisation vereinigten Verbände der polnischen Staats- und Kommunalbeamten und Privatangestellten veröffentlichen einen Aufruf, worin unter Hinweis darauf, daß egoistische Parteitreibes Anfang 8 Ubr. Forderungen der Wiener Arbeiter. " Das Gesetz zum Schutz des Heimatbildes. Der Bund deutscher Architekten erwartet von der Preußischen Regierung in Erfüllung des Wien, 20. Juli.( TB.) Abordnungen von Betriebs Artikels 50 der Reichsverfassung die eilige Durchführung des Heimatschutz- räten der größten Betriebe Wiens überreichten der Regierung nefetes, des Gefeßes zum Echute der lukufer und des Forstichubgefezes. eire Reihe von Forderungen, darunter folche auf Berhinderung reien den Rücktritt des Staatschefs zu veranlassen drohen, zum Er brimat meiter darauf, daß zur Handhabung des Beunstaltungsgesetes von 1907 allen Baupolizeiorganen der Landgemeinden Privatarchitekten bei aller spekulativen Balutenfäufe und auf dementsprechende Ueber- energischen Schuß des demokratischen Systems auf geordnet werden. wachung der Banten, Berbot aller Luguseinfuhr und Neufestsetzung gefordert wird. Gewerkschaftsbewegung Zur Borstandswahl der Bauarbeiter. beseitigt, unter dem die Verbandsführer der freien Gewerkschaften! Die Arbeiterorganisationen entwideln sich in der letzten Beit einen Zusammenschluß mit der Union unter voller Anerkennung zwar verhältnismäßig schnell, besonders unter den gelernten der Rechte aus dem Wege" gingen. Arbeitern, aber ihre Bedeutung ist noch sehr gering. Die best Zum Schlusse schreibt die Note Fahne": Das Ziel der Union organisierte Gruppe ist die der Eisenbahner, die mit den Eisenwar immer ein Betrieb, ein Verband. Nicht nur die Mitglieder bahnern in Chile in Verbindung steht. Bis zum Jahre 1919 waren Wir haben bisher zu dem skandalösen Treiben der Kommunisten der Union, sondern auch unsere Genossen in den freien Verbänden Streits so gut wie unbekannt, doch sind seitdem einige Arbeitss im Bezirksverein Berlin des Bauarbeiterverbandes feine Stellung müssen alles daransetzen, daß dieses Ziel im Interesse des Gesamt- einstellungen vorgekommen, so in den Zinngruben und im Teles genommen, weil wir nicht unnötig den Vorwärts" mit dem fom- proletariats bald erreicht wird". graphendienste, kleinere auch bei den Eisenbahnen. munistischen Stank belasten wollten. Der Artikel in der Noten Die Union" ist also die Ideal- und MusterFahne" im gestrigen Morgenblatt, der den vielversprechenden Titel gewerkschaft im Sinne der Roten Fahne". Darüber lachen trägt:„ Neue Gewaltmaßnahmen im Bauarbeiterverband", zwingt felbst die fommunistischen Gewerkschaftsmitglieder, soweit sie mit uns, aus unserer bisherigen Reserve hervorzutreten. Den Schwindel, dem Gewerkschaftswesen vertraut sind. der da zusammengetragen wird, in jeder Einzelheit zu widerlegen, wäre unnüße Raumberschwendung. Zur allgemeinen Ruzantendung feien jedoch die Tatsachen furz geschildert. " Bflicht! Achtung! Buchbinder! Achtung! Wie in anderen Gewerkschaften versuchen die Hörigen Moskaus Vertraueneleute und Betriebsräte der reinen Buchbindereien fich auch im Bauarbeiterverband der Leitung zu bemächtigen. Da und Briefumschlagfabriken, die sich im Streit befinden, beute fie aber sehr wohl wiffen, daß sie bei dem gesunden Sinn der vormittag 11 Uhr im Saal 1 des Gewerkschaftshauses, EngelBauarbeiter auf geradem Wege ihr Ziel nie erreichen würden, ufer 24/25: Wichtige Versammlung. Erscheinen Aller ist denn irgendwelche Leistungen außer den niedrigsten Angriffen auf Die Streitleitung. ihre eigenen Berufsfollegen fönnen sie nicht aufweisen, versuchen sie es auf frummen Wegen. Ueber Verbandsstatuten und Vereinsfagungen sezen sie sich dabei ebenso hinweg, wie über die einfachsten Gebräuche der Kollegialität. Ihre Anhängerschaft an der Dittatur und der Gewalt betätigen sie zunächst ihren Kollegen gegenüber, was bei deren Langmut ja weit weniger gefährlich ist als gegen über dem Unternehmertum. An das Buchbindereipersonal in den Buchdruckereien! Für alle während des Buchdruckerstreits ausgesperrten sowie auch für die während dieser Zeit im Betrieb tätigen Personale wird eine einmalige Wirtschaftsbeihilfe in derselben Höhe ausgezahlt, wie solche den Buchdruckergehilfen refp. den Hilfs arbeiterinnen gewährt worden ist und zwar für männliche 300 m., für weibliche über 17 Jahren 250 m., für weibliche unter 17 Jahren Die Branchenleitung. Achtung! Bauanschläger! Die Generalversammlung vom 7. Juni nahm die Aufstellung der Kandidaten für die neuzuwählende Vereinsleitung vor. Die 150 m. Drganisationszerstörer verlangten, daß gesonderte Listen aufgestellt werden sollen. Diese angeblichen Verfechter der„ Einheitsfront" beginnen ihre Tätigkeit immer mit der Spaltung Der Arbeiter. Die Generalversammlung, in der die verDer Schiedsspruch betreffend Regelung der Tariflöhne ab fchiedensten Richtungen vertreten sind, ging auf dieses Spaltungs- 16. Juli ist von den Arbeitgebern anerkannt worden. Damit treten manöver nicht ein. Natürlich blieb es den Kommunisten unbe- ab 16. Juli die neuen Lohn- und Akkordsäge in nommen, dazu auch ihre Kandidaten vorzuschlagen. Dabei stellte raft. fich allerdings heraus, daß die Stommunisten gerade für die verant wortungsvollsten Posten jede Kandidatur ablehnten. Das ist die dentbar größte Blamage. Entweder die Kommunisten find überzeugt, daß sie es besser machen fönnen als die feitherige Vereinsleitung, und dann müssen sie sich zur Wahl stellen, oder sie find sich ihrer Unfähigkeit bewußt, und dann täten sie am besten, etwas bescheidener aufzutreten. Ein internationaler Beamtenkörper. Der Beamtenförper des Internationalen Arbeitsamts ist be= ftrebt, dem Ideal der Vertretung möglichst aller Nationalitäten zu entsprechen. Seit der Errichtung des Amts im Jahre 1920 war sein Direktor stets bestrebt, dieses Ideal zu verwirklichen. Als das Amt ins Leben trat, war es unvermeidlich, daß hauptsächlich die beiden Nationen Frankreich und England, deren Sprachen im Friedensvertrag als die amtlichen festgelegt wurden, aufgefordert wurden, Posten in demselben zu übernehmen. Aber was sie nicht in der Generalversammlung durchzufeßen bermochten, versuchten sie durch einen geradezu beispiellojen Terror in den Bezirken bei der Urwahl zu erreichen. Neben einer Wahlbeeinflussung durch Nichtmitglieder, die lebhaft an ostelбische gu Die Tatsache, daß jetzt Angehörige von 28 Nationalitäten im stände aus den Zeiten des Dreillaffenwahlrechts erinnert, fam es Internationalen Arbeitsamt tätig sind, zeigt aber, daß die meisten zu offenen Gewalttaten, so daß eine ordnungsgemäße Vornahme Länder der Erde eine Vertretung haben, um sachgemäße Ratschläge der Wahl in vielen Bezirken unmöglich war. Die Generalversamm über verschiedene Gegenstände zu geben, welche nur von jemandem Iung vom 20. Juni mußte daher die Wahl für ungültig erklären. zu haben sind, der aus dem betreffenden Lande stammt. Die Liste Angesichts der schon ausgesprochenen Drohungen der Kommunisien, der Nationalitäten ist wie folgt: Amerikaner, Australier, Belgier, bei der nächsten Wahl noch schärfer vorzugehen, blieben nur drei Brasilianer, Briten, Chilenen, Dänen, Deutsche, Finnländer, FranMöglichkeiten: die Wahl nochmals vorzunehmen und Gewalt mit zosen, Indier, Italiener, Irländer, Japaner, Kanadier, Litauer, Gewalt zu begegnen. Das hätte zu einer allgemeinen Schlacht ge- Neu- Seeländer, Niederländer, Rormeger, Desterreicher, Polen, Rus führt, die sicher nicht im Interesse der Bauarbeiter gelegen hätte. sen, Schweden, Schweizer, Spanier, Serben, Tschechoslowaten, Bweitens hätte der Verbandsvorstand angesichts der außerordentlichen Ungarn.( Bei dieser Liste vermissen wir die Angabe, in welcher Umstände den Vereinsvorstand zum Weiterverbleiben verpflichten Anzahl die Beamten der einzelnen Nationalitäten im Internatiotönnen. Drittens fonnte man von diesen beiden äußersten Mitteln nalen Arbeitsamt vertreten sind. D. Red.) badurch Abstand nehmen, daß die Wahl durch die Generalversammlung selbst, d. h. durch die gewählten Vertreter der Mitglieder borgenommen wurde. Zu diesem Mittelweg entschloß sich die letzte Generalversammlung. Die kommunistischen Organisationszerstörer rasselten bei dieser Wahl mit Glanz durch. Darob nun große Entrüstung der„ Roten Fahne". Dieses rote Jefuitenblatt tut fo, als seien die Mitglieder dadurch vergewaltigt" worden. Sie schwindelt von Gewaltmaßnahmen, obwohl sie weiß, daß es nur die Gewalttätigkeiten der von ihr Verhegten waren, die eine direkte Wahl verhindert haben. Sie hegt zu neuen Gewalt tätigkeiten in den Bezirksversammlungen auf. Wir sind überzeugt, daß die Berliner Bauarbeiter diese Organisationszerstörer zur Raison bringen werden. Sie haben sich jezt bei den Metallarbeitern eine gründliche Abfuhr geholt. Es ist Zeit, daß auch die Bauarbeiter mit ihnen Schluß machen, zumal sie hier ja nur eine Handvoll unfähiger Rabaumacher find. Die Mustergewerkschaft. Einheitsgewerkschaft in Australien. Die drei bedeutendsten Gewertschaften Australiens haben sich zu einer Einheitsgewertschaft( One Big Union) zusammengeschlossen: der Australische Arbeiterbund, der u. a. die meisten Arbeiter der and und Weidefarmen umfaßt, der Verband der Sohlenarbeiter und der Transportarbeiter- Berband, die insgesamt 200 000 Mitglieder zählen. Der neue Einheitsperband feßt sich aus fünf Industriegruppen zusammen. Davon bestanden im Australischen Arbeiterbunde bisher schon drei, die Gruppen der Land-, Bau- und Fabritarbeiter, während jetzt für Bergbau und Transportwesen neue Gruppen geschaffen wurden. Die neue Organisation setzt sich zum Ziele: das Akkordsystem zu beseitigen, die Lebenslage und Verhältnisse der Mitglieder zu verbessern, die Mitglieder aufzuklären und eine Organisation aufzubauen zu dem Zwecke, den Kapitalismus zu beseitigen und an feine Stelle das Gemeineigentum an den Mitteln der Erzeugung, ter Berteilung und des Tausches zu sehen mit Hilfe revolutionärer Attion auf gewerkschaftlichem und politischem Gebiete. Arbeiterverhältnisse in Bolivien. Die neuen Gehaltsvereinbarungen im Berliner Einzelhandel für den Monat Juli für die Angestellten der Berliner Warenhäuser, Raufhäuser und Spezialgeschäfte sind gedrudt erschienen und im Bureau des Zentralverbandes der Angestellten, Belle- Alliance Straße 7/10, erhältlich. Landarbeiterstreits sind in den Kreisen Stendal und Wol. mirstedt wegen Lohnstreitigkeiten ausgebrochen. Auch auf dem Rittergut Briz bei Berlin hat das Gutspersonal die Arbeit niedergelegt, weil die Gutsverwaltung anstatt der gefor. derten Lohnerhöhung von 40 Proz. nur 25 Proz. bewilligt hatte. Die Notstandsarbeiten werden verrichtet, doch ruht die Einbringung der Roggenerate. Der Streif auf der Konfordiahütte in Engers ist beendet. Bon der amerikanischen Besagungsbehörde waren der Vorsitzende des Betriebsrates, ein Mitglied des Betriebsrates und ber Borfizende des Metallarbeiterverbandes in haft genom. men worden. Eine Versammlung der Arbeiter sprach ihnen die vollste Sympathie aus, da sie durch ihre Selbstlosigkeit und ihre aufopfernde Tätigkeit den Interessen der Allgemeinheit und denen ihrer Mitarbeiter gedient hätten. Der Befehl der Besazungsbe hörde, die den Hochofenbetrieb beschlagnahmte, lautet wörtlich: " Das gesamte Personal der Ronkordiahütte wird hiermit auf. gefordert, den Dienst zu verrichten, um einen ununterbrochenen Be trieb zu sichern. Allen Anordnungen des kommandierenden Gene rals muß Folge geleistet werden. Zuwiderhandlungen werden militärgerichtlich verfolgt." Ob und mit welchem Erfolg der Etreit beendet wurde, geht aus dem Bericht nicht hervor. 3200 Kronen festgesetzt. Das ist sehr wenig", werden die Arbeits. Die Arbeitslosenunterstühung in Desterreich wurde auf täglich losen sagen. Den Generalffreif in Italien hat der Zentralausschuß des Arbeiter. verbandes beschlossen. Das Datum des Streits soll noch feſtgeſetzt werden. Zu den Kämpfen in Amerifa meldet Reuter aus New York: Die Mitglieder des Gewerkschaftlichen Vollzugsausschusses einschließlich des Präsidenten Gompers haben in einem Aufruf in allen Arbeiterblättern on sämtliche Arbeiterorganisationen der Vereinigten Staaten das Ersuchen gerichtet, die Eisen= bahnarbeiter zu unterstügen und die Arbeiter zu veranlassen, feine Arbeit auszuführen, die früher von den im Streit befindlichen Arbeitern verrichtet wurde. Die Streifenden werden aufgefordert, die Gesetze zu beachten. In Kalkutta find 28 000 Arbeiter der Jutemebereien in Kamar hati, Khardah und Titighur in den Streit getreten wegen Lohn erhöhungen. Berantw. für ben rebatt. Teil: Franz Alihs. Berlin- Lichterfelde; für An. zeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanftalt Paul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3. Sierza 1 Beilage. Weinbrand, Liköre Landauer & Macholl T Heilbronn an. Gegr. 1861 Vertreter: Karl Kast, Potsdam, Bismarckstr. 3, Fernsprecher: Amt Potsdam Nr. 366 Wilhelm Wetzel, Berlin- Wilmersdorf, Mecklenburgische Straße 20, Fernsprecher: Amt Pfalzburg Nr. 3400. für Herren- u.Damen- Bekleidung beste Fabrikate, große Auswahl, Verkauf meterwelse Die Rote Fahne" brachte gestern früh den Bericht über eine Delegiertenversammlung der Union der Hand und Kopfarbeiter. Der Delegierte Weher erzählte in seinem Referat über die wirtschaftliche und politische Lage und die Aufgaben der Union, der Kampf des Kapitals gegen die Arbeiter würde Jn Bolivien bilden die Mischrafsigen die Masse der Arbeiter. unterstügt zum großen Teil auch von SPD. und USPD." W. Weiße Arbeiter find felten. Ueber die Lohnberhältnisse' macht das wurde für diese Entdeckung als Delegierter für den diesjährigen Blatt der argentinischen Sozialisten Banguardia" nachfolgende Weltkongreß der Noten Gewerkschafts- Internationale in Vorschlag Angaben: gebracht. Da auch die Union Geld gebraucht, erhöhte sie die Bei Maurer verdienen 5-6 Bolivier( 1 Bol. 1,60 M. Friedensträge, was die„ Rote Fabne" besonders begrüßt. Das zeige, daß währung) für den Neunstundentag, Zimmerer und Schloffer 6 bis Bon ärztlichen Autoritäten gegen Erkältungen, besonders zum Schuge gegen sie danach strebt, ihre Mitglieder in Zeiten des Kampfes in weit- 7 Bol., Straßenbahnführer 120 Bol. für je 2 Wochen, Handlungs- fach verordnet sind Panflavin- Paftillen. Sie greifen den Magen nicht an und Grippe und bei Halsentzündung, Verschleimung, anerkannt und viel gehendstem Maße unterstüßen zu können. Damit sei ein Vorwand gehilfen 60-70 Bol. im Monat. find angenehm von Geschmad. In allen Apotheken und Drogerien erhältlich. Stoffe G. Koch& Seeland 6. m. Gertraudtenstraße 20-21. KON LINON Maffary Delft edel wie der Name n Urteilen Gie felbft! Fritzi Majjary eine Zigarette von Rang