Nr. 341 39.Jahrgang Ausgabe Nr. 164 Bezugspreis: Bierteljährlich 180.- M., monatlich 60,- k. irei ins Haus, voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar und Memel gebiet, sowie Desterreich u Luxemburg 103, M., für das übrige Ausland 142,- M. Bostbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Eithland, Finnland, Frankreich. Holland Lettland, Luxemburg, Desterreich. Schweden, Schweiz, Tschecho- Slowakei und Ungarn. Der Vorwärts" mit der Sonntags. beilage Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Bellage„ Siedlung und Kleingarten" erfcheint wochentäglich zweimal, Sonn tags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Abend- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 2 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillegeile foftet 25,- M. Retlamezeile 125- St. Aleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 7,- M.( zulässig wet tetige. druckte Worte), jedes weitere Wor 6- M. Stellengesuche und Schlar ftellenanzeigen das erfte Bor: 4.-.. edes weitere Wort 3. M. Worte über 15 Buchstaben zählen für me Worte. Familien- Anzeigen für Abov nenten Zeile 10.- St. Anzeigen für die nächste Mummer müssen bis 4½ 2he nachmittags im Sauptgeschäft. Berlin GW 68, Linden. ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet ven 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags., Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: und 2506-2507 Unhoff 292-295 Freitag, den 21. Juli 1922 Alarmeuf aus England. London, 21. Juli.( WIB.) Reuter meldet aus Berlin: Troh der Beilegung der inneren krise dauert der Niedergang der Mart in alarmierender Weise an. Es ist daher dringend notwendig, daß unverzüglich Maßnahmen getroffen werden, um die Lage der Wechselfurfe zu verbessern, die im Augenblic wichtiger ist als irgendeine andere Frage. Man begegnet allgemein der Auffaffung, daß unverzüglich eine ftion unternommen werden muß, andernfalls fürchte man, daß sich fatostrophale Folgen ergeben würden, die Deutschland in eine Lage wie die von Desterreich oder Rußland bringen würden. Die Lloyd George nahestehende„ Daily Chronicle" geht in einem Beitartikel auf die Frage Reparationen und interalliierte Schulden ein, in dem es heißt, der Hornesche Plan eines interalliierten Schuldenausgleichs auf grund einer llebernahme gewisser Teile der deutschen Schuld als Zahlungsmittel für die interalliierten Schulden sei durchlöchert, da Amerika vorläufig ausfällt. Dadurch werde England benachteiligt; es müsse Stompensationen auf anderem Bege verlangen, z. B. fönnte Frankreich der englischen Auffassung bezüglich der gegenwärtigen sehr kostspieligen Besehung deutfcher Gebiete durch alliierte Streitfräfte zustimmen. Auf jeden Fall, so schließt das Blatt, follte angesichts der tatastrophalen Lage, die durch den Zusammenbruch der deutschen Marf eingetreten ist, und angesichts der gefährdeten französischen Finanzen fein Mittel un versucht gelassen bleiben. Auf einem Festmahl, das der Lordmayor von London gab, hielt Schahtanzler Sir Robert Horne eine Rede, in der er auf die fürzlich im Zusammenhang mit der Reparationsfrage abgehaltene Bantiersfonferenz hinwies und sagte, er sei sicher, daß, bes nor tiefe Frage endgültig gelöst werde, eine weitere Bersamm. Inng wieder zusammenberufen werden müßte. Es werde dienlich sein, die Vertreter der Bereinigten Staaten zu Rate zu ziehen, bevor man zu einer endgültigen Lösung des Problems gelange, das während der lehten Jahre so viele Schwierigkeiten ver ursacht habe. Bezüglich Deutschlands gegenwärtiger Lage, sagte Horne, sein Kredit habe sich bedeutend vermindert. Der einzige Weg, auf dem man mit den Realitäten des Problems fertig werden könne, fei ein im Einverständnis mit den Alliierten aufzustellender umfaffender Plan, der die ganze Frage mehr oder weniger end= gültig daratterifieren würde. Poincarés Forderungen. Baris, 21. Juli.( WEB.) Wie die Agence Havas" meldet, hat Poincaré an den franzöfifchen Delegierten bel der Reparafionsfommiffion, Dubois, eine Dentschrift gerichtet, die er mit Rußland am Scheidewege. dem Finanzminister de Castenrie vorbereitet hat und in der er die Verantwortung Deutschlands für feine gegenwärtige finanzielle Cage beweisen will. Er fordert den französischen Bertreter auf, die Kommission zu erfuchen, daß sie die„ vorfähliche Verfehlung" Deutschlands feftfielle, neue Pfänder beanspruche und einen Zahlungsauffub für die Barzahlungen, aber nicht für eine längere Dauer als für fünf bis sechs Wochen(!), gewähre. Vorwärts- Verlag 6.m.b.H., SW68, Lindenstr. 3 Kernsprecher: Verlag, Sauptegpedition u. nieraten. Abteilung: önhoff 2506-2507 Ein Kampf um Menschenrechte. Die saarländische Sozialdemokratie gegen den franzöfifchen Imperialismus. Unsere Leser kennen die schmachvollen Borgänge in jaarländischen Landesrat, wo sich die Bertreter der Parteien das Recht, ihre grundsähliche Meinung zum Ausdruck zu bringen, erst gegen harten Widerstand er fämpfen mußten. Das ist für uns ein Grund mehr, die Erklärung unserer faarländischen Genossen an dieser Stelle wiederzugeben, von der aus man sie hoffentlich in der fischen Delegierten bei der Reparationsfommiffion gerichteten DenkEcho de Paris" schreibt zu der von Poincaré an den franzöganzen Welt hören wird. Red. d. Borwärts". schrift, diese sei befriedigend, da Poincaré sehr flar auf der die alle förperlich und geistig Schaffenden zur Kampfgemein Im Namen der Sozialdemokratischen Partei, Notwendigkeit beftehe. raschestens die beabsichtigte Berfehlung des schaft für Demokratie und Sozialismus zusammenzufassen Schuldners festzustellen. Eie sei ferner befriedigend, weil sie der strebt und die für die Selbstbestimmung der Völker im Kommission empfehle, unverzüglich das öffentliche deutsche Rahmen eines gleichmäßig geltenden internationalen Rechts Vermögen, die Wälder. Domänen und Staats- eintritt, erhebt die sozialdemokratische Fraktion in der Stunde gruben, mit Hypotheken zu belegen. Das feien Pfänder für eine des Zusammentritts des Landesrates feierlichen Protest gegen etwaige Anleihe, nachdem die deutsche Währungsform durchge- die politische, wirtschaftliche und fulturelle führt sei. Bergewaltigung, die die Bevölkerung des Saargebietes fommission zu erdulden hat. unter der Herrschaft der gegenwärtig amtierenden RegierungsGarantieausschuß und deutscher Staatshaushalt. " unter Wir sind bereit, auf dem Boden des Versailler Vertrages mitzuarbeiten, aber wir mehren uns dagegen, daß das deutsche menigen Rechte, die ihm das Versailler Diftat gelassen offenbarer Berlegung der hat, zu einem Objekt imperialistischer Machterweiterung bes französischen Kapitalismus gemacht wird. Paris, 21. Juli.( WTB.) Petit Barisien" schreibt in einer Wür digung der Ergebnisse des Garantieausschusses, der erste Unterausschuß habe sich mit den deutschen Budgetausgaben beschäf- Gaargebiet tigt. Es scheine nicht, daß er eine wesentliche herab Lebung erreicht habe. Man habe besonders nicht geglaubt, die Ausgaben vermindern zu können, die bestimmt seien, die Hygiene zu vervollkommnen oder das deutsche Eisenbahnneh der neuen Geftaltung des deutschen Gebietes anzupassen. Der zweite Unteraus Bertrag garantierte deutsche Recht willkürlich abgeändert Wir protestieren dagegen, daß das ums im Bersailler schuß habe sich mit den Einnahmen beschäftigt. Was er erreicht wird und fordern insbesondere die Einführung der deutschen habe, bestehe weniger in einer Bermehrung von fozialen Gesetzgebung und des Betriebsrätegefeges. Steuern als in der Sicherstellung des Einganges der schon in Kraft befindlichen. Es schienen auch Borkehrungen getroffen worden verwaltungsrechtes der Gemeinden und førWir protestieren gegen die Verfümmerung des Gelbit zu sein, um den baldmöglichsten Eingang der zwangsanleihe, jeden- dern die Einführung der deutschen kommunalen Gesetz falls vor Ende dieses Jahres, sicherzustellen. Der dritte Unterausschuß, der sich mit der Kapitalflucht beschäftigt habe, folle gewisse praktische Maßnahmen gegen die Spekulation des großen Publikums por geschlagen haben. * gebung. strebungen in der Schulpolitik und dagegen, daß die Wir protestieren gegen die Französierungsbei, maßgebenden Beamten- und Richterstellen mit Ausländern besetzt sind, die zum Teil nicht einmal die deutsche Sprache Paris, 21. Juli.( WTB.) Wie der Matin" zu wissen glaubt, beherrschen. mird die Reparationsfommiffion, die gestern die fran- Wir protestieren gegen die Abschnürung des Saar+ zöfifchen Sachverständigen über die deutschen Kohlenliefegebiets vom deutschen Wirtschaftskörper und fordern von der rungen gehört hat, heute ihre Entscheidung über die Höhe der Regierungskommiffion, fich für eine Alenderung der Zollbe fünftigen Rohlenlieferungen Deutschlands treffen. Die Reparations- ftimmungen zu verwenden, weil diese zur Berelendung des tommission werde Deutschland im Hinblick auf die Lage eine Saargebietes führen. leichte herabsehung gewähren. von der Wiener Internationale. Die Kommiffion soll eine gemeinfame Erklärung vorbereiten, die die Ansicht der drei Leitungen flar zum Ausdrud bringt. Bir protestieren gegen die unsoziale Steuerge feggebung und fordern unter Befreiung der wirtschaftlich Schwachen starte progressive steuerliche Erfassung der großen Vermögen und Einkommen sowie wirksame Maßnahmen gegen die anwachsende Teuerung. Wir veröffentlichten in der Morgenausgabe eine Information, derzufolge sich die Sowjetregierung trog des Wir protestieren gegen die unerhörten Mißstände im Abbruchs der Berhandlungen im Haag mit den Vorschlägen Italien vor dem Generalstreik? Wohnungswesen, die durch militärische Beschlag. Litwinoffs( Schuldenanerfennung und staatsrechtliche Rege nahmung, offene Bevorzugung der französischen Bergver lung des ehemaligen ausländischen Brivateigentums) beschäf Rom, 21. Juli.( WIB.) Der Zentralausschuß des waltung und der eingewanderten Ausländer geschaffen find. figen wird, und sprachen die Vermutung aus, daß die Mittei- Arbeiterverbandes hat einen Generalftreit für ganz Wir fordern eine soziale Wohnungspolitik, wirksame Maßfung aus gemäßigten Kreisen der Berliner Gowjetvertretung Italien befchloffen. Der Beginn des Generaifireits wird später nahmen gegen die Wohnungsnot und den um sich greifenden stamme. Im Gegenfag hierzu erklärte der Leiter der russischen festgesetzt werden. Die Fabrit- und Straßenarbeiter in Mailand Wohnungswucher. Abordnung im Haag, Litwinoff, der befannilich ein An- haben bereits geffern den Streif begonnen. Heute wird in Mailand ir protestieren gegen die Anwesenheit hänger der radikalen Gruppe ist, infolge des Abbruchs der der Gasarbeiterstreit einsehen. Die Mailänder Fafgiften bezeichnen des französischen Militärs und fordern eine örtBerhandlungen verzichte er darauf, seine Anträge der den Streit als eine Herausforderung und drohen mit Repreffalien. liche Gendarmerie, wie der Versailler Vertrag sie vorsieht. Sowjetregierung zu übermitteln. Es bleibe nur die Möglich Sie haben sich bewaffnet. Geffern wurde in Mailand der Sefre. Bir protestieren gegen die rechtlich unbegründete Schaf feit von Sonderabkommen. Der Widerspruch, der fär der Faizitenpartei auf der Straße von Kommunisten fung einer besonderen Saareinwohnerschaft, durch die politische zwischen der Berliner Information und der Erklärung Litwi ermordet. 3n Turin dauert der Ausstand fort. Rechte zugezogenen Ausländern schon nach Jahresfrist ver noffs besteht, charakterisiert sehr gut ben Kampf zwischen Mailand, 21. Juli.( EP.), Nach Mitternacht ist in der Mai- liehen werden, mährend altangefeffenen deutschen Be. den gemäßigten und radikalen Gomietver länder Arbeitsfammer ein Telegramm der Arbeiterallianz in Rom wohnern des Saargebietes schon nach vorübergehender tretern. Es scheint, daß die Gemäßigten nach dem Aus eingetroffen, das die sofortige Einstellung der Provinz- Abwesenheit ihr Heimatrecht genommen wird. scheiden Lenins ihre Zentrale von Moskau nach Berlin verlegt agitation verlangt. Daraufhin versammelten sich die Bertreter Roalitions- und Vereinsrechts und fordern, daß Wir protestieren gegen die willkürliche Beschneidung des haben. der Sozialisten und Kommunisten. Nach längerer Beratung begaben sich die Führer der Streitbewegung zum Präfekten, dem sie jeder deutsche Staatsbürger jederzeit und ohne besondere Er erklärten, daß der Streit in Mailand und der Provinz noch im laubnis ins Saargebiet einreifen fann und feinen Aufen! aufe des heutigen Tages eingestellt würde. Die auf haltsheschränkungen unterliegt. heute vorgesehenen sozialistischen Versammlungen sind abgesagt worden. In Neapel ist der Streif der Metallarbeiter beendet, die Arbeit wird am Montag wieder aufgenommen. * London, 21. Juli.( WTB.) Die ruffische Handelsdelegation teilt mit, Joffe fei zum bevollmächtigten Vertreter Sowjetrußlands in China ernannt worden. Nachlassen der Dollarhausse. Die fozialdemokratische Fraktion hält unerschütterlich fest an ihrem grundsäglichen Protest gegen das von der Regierung durch ihre Verordnung vom 24. März 1922 in Gestalt des Landesrates geschaffene undemokratische Scheinparlament, durch das die kulturell hochstehende Saarbevölkerung auf das Niveau eines unzivilifierten Rolonial boltes herabgedrückt wird. Unsere grundsägliche Forderung ist eine den moderneк staatsrechtlichen Einrichtungen der deutschen Republit entsprechende demokratische Bolfsnertretung, tein bloßes Begutachtungsorgan. Wir fordern parlamentarische Gesezgebung und volles Budgetrecht. Die Amsterdamer Konferenz. Amsterdam, 21. Juli.( MTB.) In der Mittwochnachmittags. figung der Internationalen Gewerkschaftsfonferenz erstatteten die deutschen Delegierten els und Crispien einen Die Berliner Börse stand am Freitag, wie üblich, unter ausführlichen Bericht über die politischen Zustände in Deutschland der Einwirkung der Wochenendpause. Die Spekulation suchte und über die zur Verteidigung der republikanischen Staatsform in sich auf den meisten Märkten glatt zu stellen. Am Devisen Deutschland getroffenen Maßnahmen. In der Aussprache, die sich marfte herrschte überdies im Hinblick auf die verhältnis an den Bericht der beiden Delegierten anfchloß, wurde von allen mäßig günstig lautenden Nachrichten in der Moratoriums Rednern die Notwendigkeit der Aufrichtung einer Einheitsfrage Abgabeneignung. Der Dollar, der in den Vorfront zur Bekämpfung der Reaftion dargelegt und eine gemein mittagsstunden noch mit 505 gehandelt wurde, ging im Berliche Rechte fame Attion befürwertet., Bezüglich der zu befolgenden gemein- lauf der ersten Börsenstunde bis auf 470 zurüd. In aus Der Landesrat bestimmt selbst Beginn und Ende seiner famen Richtlinien bestand volle Uebereinstimmung. Am Schluß der ländischen Renten fam in starfem Maße Material auf den Tagungen, jetzt selbst seine Tagesordnung fest, gibt sich Nachmittagssigung wurde eine Sommission ernannt, bestehend aus Marft. Am Industrieattienmattte war das Geschäft still. Die selbst seine Geschäftsordnung, wählt felb ft seinen Bräsidenten Fimmen vom Internationalen Gewerkschaftsbund, Wauters Kurse blieben jedoch gut behauptet. Man erwartet hier für und hat das Recht, Initiativanträge und Interpellationen eins und Wels von der 2. Internationale und Walhead und Grimm die fommende Woche eine leichte, Belebung. zureichen und zu behandeln. Für den Landesrat fordern wir als selbstverständ. Z 11 Wir protestieren weiter gegen den Ausschluß der hier nicht geborenen Deutschen von der Wählbarkeit und fordern die Beseitigung dieser Bestimmung, die einen großen, seit Jahren und Jahrzehnten mit dem Schicksal des Saargebietes verwachsenen Teil der Bevölkerung politisch entDie Sozialdemokratische Partei ist in den Landesrat hineingegangen, um der Stimme des arbeitenden Volkes gegen über dem autofratischen System an dieser offiziell dazu berufenen Stelle Gehör zu verschaffen. rechtet. Aus diesem System ist im offenen Gegensatz zum Boltswillen eine Anzahl Verordnungen entstanden, in denen die Bevölkerung eine entwürdigende Mißachtung ihrer Staatsbürgerrechte erblickt. Die Sozialdemofratie erwartet deshalb von der Regierungskommission, daß Jie alle bisher ergangenen Verordnungen dem Landesrat zur Nachprüfung vorlegt. Grundsäglich protestieren wir gegen die Schaffung eines Studienausschusses als einer undemokratischen In stitution, deren 3wed es sein soll, den Willensausdruck der gewählten Vertreter des Landesrates vor den Augen der Welt abzuschwächen. Die sozialdemokratische Fraktion verlangt, daß in einem Gebiet von über 90 Proz. Lohnarbeiterschaft die Interessen der arbeitenden Bevölkerung gegen die Ausbeutungstendenzen des deutschen sowie des französischen Kapitals wirkjam geschützt werden. Sie wartet zunächst die Handlungen der Regierung ab und kündigt ihr bei Mißachtung der erhobenen Forderungen und einseitiger tapitalistijcher Klaffenregierung schärfsten Kampf an. Der Klaffenkampf des Proletariats, den die kapitalistische Wirtschaft überall zu einer geschichtlichen Notwendigkeit und fittlichen Forderung gemacht hat, ist doppelt notwendig in einem Gebiet, in dem sich kapitalistische Ausbeutung mit politischer Bergewaltigung durch Sach walter eines fremden Rapitalismus paaren. " Die feinerzeit auch im Vorwärts" wiedergegebenen| müffen. Den Inhalt einer Wahlfampagne bestimmen nicht nur wir, Richtlinien", die im einzelnen zum offenen Wider sondern auch unsere Gegner. Sie hätten gejagt: weil nicht zwei stande gegen die Durchführung des Umlagegesetzes auf- oder drei unserer Leute Minister geworden feien, hätten wir den fordern, werden im Anschluß an diese Vorbemerkung noch ein Reichstag aufgelöst. Damit wäre zunächst die Wahlkampagne auf mal wiederholt. Sie enthalten die Aufforderung zum Wähler am allerempfindlichsten find. Gewiß, wir werden noch den ein Gebiet geschoben worden, auf dem unsere Mitglieder und unsere Boykott aller Landwirte, die den Behörden Angaben über Tag erleben, wo der Dollarkurs auf 1000 steht, aber auch der böfefte Anbaufläche und Ernteschägungen machen, die Vorschrift, in Berleumber darf nicht die Möglichkeit haben, zu sagen: Weil die feiner Weise behördlichen Anforderungen zur Ablieferung zu uspD. teine Minister erhalten hat, flieg der Kurs auf 1000 infolge entsprechen und die Lücken, die das Gefeß aufweist, so einer Reichstagsauflösung. Glaubt aber jemand im Ernst, daß bei geschickt auszunuzen, daß eine Hinauszögerung der dieser Situation für die proletarische Klasse durch eine Reichstags= Ablieferung und eine Bereitelung der Umlage er auflösung etwas gewonnen worden wäre? reicht wird, ohne daß der betreffende Landwirt mit dem Ueber die Bildung der sozialdemokratischen Gesez in Konflitt tommt". Arbeitsgemeinschaft jagt Levi: Durch die ausführliche und noch erweiterte Wiedergabe Was ist, das ist, und es wäre verkehrt, Tatsachen nicht dieser Richtlinien" hat sich das genannte Mitteilungsblatt fehen zu wollen. Eine Agitation, die jetzt fagen würde, die des Landbundes Lebus zweifellos eines offenen Ber- Arbeitsgemeinschaft gefällt uns nicht, wir fündigen sie wieder, wäre stoßes gegen das Strafgesetzbuch schuldig gemacht, eine verfehlte. Wir haben ehrlich und treu zusammenzuarbeiten mit das die Aufforderung zum Ungehorsam gegen Gesetze mit denen, mit denen wir einmal Schulter an Schulter gestanden haben, Strafe bedroht. Das hat man nachträglich wohl auch und mit denen wir noch in vielen schweren Tagen zusammenarbeiten eingesehen, denn der Landbund Lebus verbreitet zu der eben müssen. Die Arbeitsgemeinschaft teudiert nach ihrem eigenen Gehinausgegebenen Anweisung eine Berichtigung", in der er fionen oder Parteien in fürzerer oder längerer Frist. Bei aller Treue wicht weiter und legten Endes auf einen Zusammenschluß der Fratbehauptet, daß durch einen Irrtum unseres Berzu der Arbeitsgemeinschaft haben wir die Pflicht, genau wie mir legers, entgegen unserer ausdrücklichen Weisung, der Ab- Kritit an uns üben, Kritit zu üben an unseren Freunden, die fah Stellungnahme des Brandenburgischen Landbundes zum jetzt mit uns in einer Arbeitsgemeinschaft stehen... Wir fönnen Umlagegeset", der lediglich den Vorschlag einer gegenüber der Politik der Sozialdemokratischen Partei nach wie vor Persönlichkeit darstellte, aber in der Bertreterversamm- und mehr denn je betonen, daß wir auf den großen Gedanken der lung des Brandenburgischen Landbundes nicht angenommen sozialen Revolution, der in der Arbeiterbewegung lebt und lebendig wurde, abgedruckt worden ist." ist, einen Teil unseres Wesens bedeutet, auf den wir nicht verzichten fönnen. Das Schlucken des Görliger Programms, das ist kein Boden.... Bolitik der Sozialdemokratischen Partei als richtig anzuerkennen, Der Verleger", der den angeblichen Irrtum begangen hat, ist aber wieder der Landbund Lebus! Es ist die Frage, was die Staatsanwaltschaft tun wird, um solcher offenen Verhöhnung der Gefeßze zu begegnen und die Sabotdge des Gesetzes zu verhindern?! Usp.- Funktionäre zur Arbeitsgemeinschaft. abend verfammelt, um zur politischen Lage Stellung zu Auch die Funktionäre der USB. waren am Donnerstag nehmen. Abg. Paul Levi hielt das einleitende Referat, in dem er u. a. sagte: Unbedingte Voraussetzung für die Mitarbeit der Sozialdemokratie ist ferner, daß von der Regierungskommission jene Wege einer französischen Annegionspolitif verlaffen werden, die bewußt darauf abzielt, das deutsche Saargebiet innerhalb von 15 Jahren wirtschaftlich und kulturell für den Anschluß an Frankreich reif zu machen. Diese Annexions- tags, bewegt sich vollkommen auf dem Boden der bürger Die fommunistische Parole: Auflösung des Reichs= politik bekämpfen wir nach wie vor in dem Bewußtsein, daß lichen Demokratie. In dieser Situation trat an uns die die kapitalistische Bedrückung eines nur sein Recht und seine Frage heran, ob es möglich sei, diese Republik zu vertei Freiheit verlangenden Volkes die Gefahr neuer blutiger Kon- digen mit den Mitteln des Proletariats allein, oder ob es unum flifte heraufbeschwören muß, die zum völligen Zusammenbruch gänglich fei, zusammenzuwirken mit den republikanischen bürger der europäischen Kultur führen würde. Die sozialistische lichen Parteien. Die Formel:" Für oder gegen Koalitionspolifif!" Arbeiterschaft aller Länder bitten wir, uns erfaßt nicht das Problem, sie ist eine mathematische Formel in internationaler Solidarität in unserem und um mathematische Formeln fümmert sich die Geschichte nicht Kampf zu unterstügen. Soll die Bölferdemo= Schon im Kommunistischen Manifest fagt Karl Mart, daß fratie endlich wahrheit werden, dann darf die proletarische Bewegung angewiesen ist auf Absplitter un der unerträgliche Gewaltzustand im Saar- gen aus anderen Klassen, daß die Kommunisten bürgergebiet nicht länger fortbestehen. Landbund gegen das Umlagegeseh. Aufforderung zum Ungehorsam gegen Gesetze. Der Landbund Lebus gibt ein wöchentliches Nachrichtenblatt, and bund Kreis Lebus" heraus, das in seiner lehten Nummer vom 15. Juli 1922 eine Uebersicht über die Vorschriften des Getreideumlagegefeßes gibt und daran dann unter der Ueberschrift ,, Stellungnahme des Bran denburgischen Landbundes zu dem Umlagegesetz" Borschriften zu einer zielbewußten Sabotierung des Gesetzes fnüpft: Der Brandenburgische Landbund hält unbedingt daran feft, daß die Umlage auch jeht, nachdem sie Gefeh geworden ist, mit allen Mitteln bekämpft werden muß. Wir haben wiederholt über die zu ergreifenden Abwehrmaßnahmen gesprochen, darüber aber bis jezt noch nichts schriftlich herausgegeben. Die Maßnahmen, die uns vorgeschwebt haben, haben wir zum erstenmal in den sogenannten„ Richtlinien" der Freiheit" im Zusammenhange veröffentlicht vorgefunden.(!) Sie decken sich im großen und ganzen mit dem, was der Landbund bereits seit Monaten zur Abchr empfehlen hat. Vision. Es war an irgendeinein elften August, 1925 oder so. Endlich war der große Lag fager wir: der Reinigung gefommen. Der Reichsversteigerungswert hatte schon dreiviertel Jahre vorher reich und fünstlerisch soweit dies in Anbetracht der Auktionsobjekte möglich war ausgestattete Kataloge in alle Welt geschickt, bis in die erotischsten und zurückgebliebendsten Rafferndörfer in 3entralafrifa, Hinterpommern, nach Hinterindien usw. Da waren sie herbeigecilt, alle die funftbegeisterten Botentaten aus Nepal, Borneo, aus dem Lande der Njam- Njam und Bantus, aus Klein- Bopo, aus Labes und Neustettin in Pommern, oder hatten, durch noch wichtigere Regierungsgeschäfte verhindert, ihre funstverständigen Großrezire und Hofintendanten geschickt und nun flapperten die Hämmer der Reichsauktionatoren in der Siegesallee, am Moltke-, Bismard- und Roon- Dentmal, an der Siegessäule, am, Nationaldenkmal", hie und dort, überall- ja überall im Reiche am meisten aber natürlich in Berlin. „ Der dicke Willem! Neunhundert zum ersten, zum zweiten und Bon einem anderen Wilhelm her tönte es herüber: 2lhelm der Jroße, fomplett in Helm und Havelock! Fünf Mille zum ersten, zum Man sieht, es wurde nicht zuviel geboten für all die Kuriositäten Das Reich käme nicht auf seine Roften, menn die Käufer nicht den Abbau ihrer erworbenen Kunstschäße" felbft zu übernehmen und auch die Auftionskosten zu repartieren hätten. Aber immerhin: die fteinernen und erzenen„ Helden" gingen fort wie die warmen Semmeln. Da stond der Herr Fideikommißbefizer Freiherr von Penkien aus Klein- Plüddewih bei jego feinem Raifer Sigismund( gen. Lohengrin):„ Famose Fijur! Stellen Wir vors Herrenhaus! Kriegen die Schnitters Angst!" Auf der anderen Seite, geradeüber, bei jenem Normaltnpus eines Bopruzen, Joachim Heftor, faßen die anamitischen Abgesandten und grirften fich wechselseitig an. Wie ich hörte, soll das Kostüm dieser Srrscherschönheit mit der Bommel- Nachtmüße Softracht am anamitiichen Raiserhof werden. Und wieder nicht weit von hier war man noch beim Anpreisen: Johann Sigismund, meine Herrschaften! Der ein Jahr vom Dreißigjährigen Krieg mit durchgemacht hat! Sehen Sie, wie abgezehrt Gesicht, Bauch und Waden find! Nur 4 Zentner mog er noch nach diesem Jahr der Not! Borher wog er 6. Ein rührendes Beispiel für den pflichtgemäßen Hunger der Fürsten, fpeziell der Hohenzollern! ffo. Herrschaften, Jchann Sigismund mer bietet? Was? 50 Pfennig? Sie Schäfer! Also 2 Mille! Zum ersten, zum..." lind so gings weiter: Drei Tage dauerte die Denkmalsversteigerung im ganzen Reiche. Dann brachten die Zeitungen Berichte, wer die diverfen Schäße" erworben hatte: u. a. hatte ein gewiffer Helfferich die Statue des großen Schweigers" ermorben( bis auf 700 Mille mar Moltke gekommen! Ludendorff hatte migeboten). Die Deutschnationale Boltspartei hatte sich Heinrich das Kind" gesichert; eis Sinnbild des unschuldigen Gemütes der Barteinstglieder soll er im Bestebül des Vereinslotales aufgestellt werden. Die Firma A. Wertheim erwarb die Figur der Auguste iftoria im Rosengarten für ihre Modeschaufenster in Cipi Straße. Auch die fromme Landeskirche war als Käufer vertreten: " 1 liche republikanische Parteien unterstüßen werden, und in seiner Kritik des Gothaer Parteiprogramms bezeichnet Karl Marx das Wort von der einen reaktionären Masse" als ein Laffalleanisches Schlagwort. Der Eintritt in die Regierung be deutet nur etwas, wenn den neuen Ministern durch die leben igen Maffen des Proletariats ein berartig starker Rückhalt erfährt. gegeben wird, daß das Wesen des Ministeriums eine Aenderung " 1 = die Abg. Ledebour hielt das Korreferat, in dem er sich gegen die Einigung mit der SPD. aussprach und erklärte, er würde diese Einigung nicht mitmachen. Die große Mehrheit der Funktionäre nahm jedoch eine Entschließung an, in der empfohlen wird, weiter auf dem durch die Bildung der Arbeitsgemeinschaft beschrittenen Wege fortzuarbeiten. f Sparklub Kornblume". Ersatz für den aufgelösten Soldatenbund. Hamburg, 21. Juli. Die Nachrichtenstelle der hamburgischen Polizeibehörde teilt mit: Am 1. Juli wurde gemäß§§ 1 und 2 der Verordnung zum Schuße der Republik der Verband nationalgesinnter Soldaten aufgelöst und verboten. Der Polizeibehörde fiel darauf eine Mitteilung in die Hände, in der die Ungehörigen des Berbandes von der Auflösung benachrichtigt und gleichzeitig die Milglieder des„ Sparklubs Kornblume" zu einer Versammlung am Donnerstag abend eingeladen wurden. Eine gestern abend erfolgte Ueberholung ergab, daß die Anwesenden, zirka 21 Personen, sämtlich Mitglieder des ehemaligen„ Verbandes nationalgefinnter folgte Ueberholung ergab, daß die Anwesenden, zirka 21 Personen, Soldaten waren. Sie haffen zum Teil besagte schriftliche Einladung bei fich. Es handelt sich um Handlungsgehilfen, Bankbeamte und Handwerker. Der Einberufer der Bersammlung, der angebliche Gründer des Sparklubs, bestreitet entschieden, bei der Gründung politische Ziele im Auge gehabt zu haben. Konflikt im Stinnesblatt. Ueber die Forderung, den Reichstag aufzulösen, sagte Levi: In der Redaktion der Deutschen Allgemeinen Zeitung" ist, wie des Eintritts der Unabhängigen in die Regierung zurückzustellen, das Blatt am 19. d. M. abends ohne jegliches Impressum heraus Im weiteren Verlaufe entschieden wir uns, die Forderungen die„ Dena" erfährt, ein neuer Konflikt ausgebrochen. Nachdem um damit die Reichstagsauflösung zu vermeiden. gekommen ist, erscheint am 20., morgens, Dr. Hans Simon als Ueber die Wirfung einer Reichstagsauflösung waren wir uns im ftellvertretender verantwortlicher Redakteur für innere Politit. Der flaren, wirtschaftlich hätte sie in der jetzigen Situation das Chaos bisherige Leiter der inneren Politik bei der D. A. 3.", Redakteur bedeutet. Die Durchführung des Wahlkampfes häfte am Wahltage Rarften, hat sich nämlich mit fämtlichen ihm unterstellten Redakeinen Dollarkurs von 1000 oder mehr bedeutet. Die Reichstagsauf- teuren geweigert, die Artikel des stellvertretenden Chefredakteurs, lefung in den Tagen der ersten großen Erregung nach der Ermordung Profeffor Lensch, zu decken. Diese Vorgänge haben auch in parlaRathenaus hätte einen Sinn gehabt. Wir hatten damals die große mentarischen Kreisen Aufsehen erregt und zu Auseinandersetzungen Birkung, wir hätten fest formulierte Forderungen für der„ D. A. 3.", geführt. Die Geschäftsleitung bemüht sich, ein AusParole des Brotwuchers mit einer zweifellos gewaltigen zwischen der Deutschen Volkspartei und Hugo Stinnes, dem Befizer die Sicherung der Republik gehabt. Die Kornumlage wurde aber scheiden des Herrn Karsten und seines Stabes zu verhindern. Bisihrem Wesen nach entsprechend unseren Wünschen fonzidiert. Wollte her hat die D. A. 3." bereits Chefredakteur Cuno und zwei weitere man eine Auflösung des Reichstags, dann hätte man den Entwurf des Herren in leitender Stellung verloren, die den durch den Eintritt von Gefezes zum Schuße der Republik als einen Fehen Papier bezeichnen Lensch bedingten neuen Kurs nicht mitmachen wollten. ihr Pietätsgefühl hatte es auf die Menagerie der durch ihre Ver- Wir überschätzen die Intelligenz und Urteilsfähigkeit völkischer dienste" berühmten und berüchtigten Kirchenfürsten aller Epochen Geistesreden feineswegs, aber so begriffsstußig sind sie natürlich abgesehen, die ja in der Sieges"-Allee ebenfalls fast komplett ver nicht, daß fie im Ernst glaubten, der Ausdruck der Sorge, die deutsche treten waren. Usw. usw. Republit sei nicht genügend geschützt, tönne nach dem Gesetz zum Dann wurde es wieder mal effter Auguft. Auf dem früheren Schutz der Republik strafbar sein. Es handelt sich bei dieser„ AnKönigsplatz, jetzigem Friedensplay", sprang an der Stelle, wo früher frage" nur um einen geschmacklosen Scherz, den sich die v. Graefe eine engelsgetrönte Säule stand, ein herrlicher Springbrunnen, so usw. mit der Reichsregierung erlauben. Diese Herren scheinen also, hoch faft, wie weiland jener Engel damals mit seiner Stange reichte. trog allem, noch immer recht dreift und recht munter zu sein. Eben war Bauſe, während der Nachmittagsfest vorstellung Hoffentlich bewirkt die Handhabung des neuen Schutzgesetzes, daß in der Großen Wolfsoper die Besucher ergingen fich plaubernd auf ihnen ihr sonniger Frohsinn gründlich und definitiv verfalzen wird. dem schönen, blumigen Blat vor dem Theater( an der Stelle, wo früher mal der große Marmorsteinbruch lag). Und von drüben, vom stäblich wahre Geschichte: Gestern gehe ich über den Pariser Plazz. Reinfall. Man schreibt uns: Eine schöne, nationale und buchReichstagsgebäude herüber, wehten in der Sonne die schwarzrot- Auf einem Gebäude ist eine große Fahne aufgezogen. Da es nicht goldenen Flaggen ich erinnere mich eben noch, wie ich mich im mindig ist, hängt das Tuch an der Fahnenstange herab; aber die vierten Jahre der Republik so schändlich darüber ärgerte, daß die Farben sind deutlich erkennbar, d. h. man fann sich auch irren: den: Hahnenstangen da oben immer noch die Kaiserkronen trugen jeßt dunkelblau fieht faft wie schwarz aus, und dann stimmen auch die sind sie natürlich längst ab-, da sehe ich plöglich, wie die Waffer anderen beiden Farben dazu. In dem Gebäude mit der Fahne ist des Friedensspringbrunnens immer höher und höher steigen; ieht woht Empfang: viele Autos stehen davor. Ich sehe mir eben eins tommt ein Windstoß da pladdert die ganze Wasserherrlichkeit auf etwas näher an, da tritt ein Herr mit zwei Knaben neben mich hin: mich herab, ich erwache-- auf einer Bant am Königsplay", in er ein alter Graubart mit Eisernem Kreuz, wohl alter Gamaschenströmendem Regen und verlaffe fluchtartig den Plaz nicht nur der tnopf a. D., die Jüngelchen in Matrosenanzügen mit langen Hosen. Nässe wegen. F. R. Alle drei ficher von außerhalb. Ach, Großvater, sieh mal dort die Leopold, v. Graefe und Reichert haben an die Reichs- flagge! Das nenne ich Mut und Stolz, die hier so öffentlich zu Die deutschnationalen Abgeordneten fchöne, große Fahne!" Ja, schwarzweißrot, unfere National. zeigen. Nu grade! Müze ab, Jungens!" Die Matrosen nehmen regierung folgende Anfrage gerichtet: wirklich ihre Bändermühen ab, auch der Alte lupit den Hut. Da fann ich mich nicht länger halten und sage: Berzeihen Sie, das da ist die Franzöfifche Botschaft und dort oben die französische Fahne!" Der würdige, nationale alte Herr sieht mich bissig an Treudeutsche Chuzbe. " In Nr. 307/13 des Vorwärts", Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands usw., wird unter der Ueberschrift inter Gittern. Ein Zukunftsbild" eine recht geschmackiose Geschichte erzählt, in der ein Vater mit seinem Sohne im Jahre 1950 einen Wanderzirkus besucht und in ihm zur Vorführung bestimmte Tiere betrachtet. Der vorlegte Absatz dieser Geschichte hat folgenden Wortlaut: ,, Gar mancherlei zeigte uns noch der Bater. Und wir wunderten uns sehr, was man früher so frei hatte herumlaufen faffen. Bulegt tamen wir noch an einen fleinen Käfig, darin lag der Siebenschläfer. Dieses merkwürdige Geschöpf, erzählt die Fabel, foll, als die Tiere einmal eine Republik gründeten, um sich gegen Uebergriffe der Raubtiere, die sie bisher beherrscht hatten, zu schüßen, von diesen zum Tierreichswehrminister gewählt worden sein. Und so fah er auch aus." Ist der Reichsregierung dieser Auffaz, der ohne Zweifel bestimmt ist, den jezigen Herrn Reichswehrminister zu be= schimpfen und vor der Deffentlichkeit lächerlich zu machen, befannt? Hat die Reichsanwaltschaft wegen Verlegung des§ 5 Ziffer 3 der Verordnung zum Schutze der Republit vom 25. Juni 1922, wonach mit Gefängnis von 3 Monaten bis 5 Jahren bestraft wird, wer die Mitglieder der jeßigen Regierung des Reichs verleumdet oder öffentlich beschimpft", gegen die Schriftleitung des Bormärts" Antiage erhoben? " ITA Ist die Reichsregierung insbefondere bereit, falls diese Anfloge noch tran durch tie Reichsanwaltschaft die Anflage zu veraniaffen?" fehrt lingen. So alt und noch so marsch und geht ab mitsamt seinen marineblauen Nachkömm- 1 Bolfs- Film- Bühne. In der Presse ist verschiedentlich die Behauptung aufgetaucht, daß die vor kurzem gegründete Bolts- FilmBühne beabsichtige, parteipolitische und sozialistische Films zu produzieren. Demgegenüber sei festgestellt, daß die BFB. eine Konsu mentenorganisation ist. Sie fabriziert also nicht selbst, sondern bringt Films der Industrie zur Vorführung, die laut§ 1 des Statuts den Ansprüchen edler Unterhaltung, wahrer Bildung und der Freiheitswürde des arbeitenden Bottes entsprechen. Die BFB. wird literarisch wertvolle, schauspielerisch und technisch hochwertige Films nehmen, wo sie sie herbekommt. Blüthner- Orchester. Die nächsten Stadt. Bollsfonzerte finden ftatt: den 24.( Brauerei Königstadt), den 25.( Orpheum" vorm. Happoldt, Hafenbeide 32/38), den 26.( Blüthner Saal), den 28.( Reinidendorf- Dit, Hu bertus- Sale), den 29.( Pankow, Bürgerpark), den 31.( Saalbau Friedrichs bain). Dirigent: Theodor Mingersdorf. Karten bei Horsch, Engelufer 15, in den betr. Konzertlokalen und an der Abendkasse, Borwärts, Lindenstr. 2, Gesche, Dunderstr. 3, Orchesterbureau, Lugowstr. 76, Theater des Weitens Cornelis Bronsgeest. Ferner wurde als künstlerischer Die Große Volksoper verpflichtete für die fommende Spielzeit im Mitarbeiter für die Bühnenausstattung Georg Salter gewonnen. Eine große Buchausstellung bereitet für den Herbst dieses Jabres die Korporation der Berliner Buchhändler vor. Sie foll einen umfassenden Ueberblick über das deutsche Schrifttum der Gegenwart geben. " Spandau- Neukölln. Man kommt nicht alle Tage nach Spandau. Wenn man aber mal draußen ist, dann gibt es dort allerlei zu sehen und zu beobachten. Doch darüber ein andermal. Hin ging es mit der Vorortbahn ganz passabel. Zurück wurde die Sache etwas anders. Brummt da durch die friedlichen Straßen der Spandauer Innenstadt ein riesengroßer Wagen der Elektrischen mit dem Richtungsschild R, der bis nach Neukölln fährt. Bis nach Neukölln ist eine hübsche Leiftung! denkt man und springt ohne Besinnen auf. Hätte man's doch nicht getan. Durch frumme Straßen geht es aus Spandau hinaus, immer hübsch langsam und gemessen. Die Höhen des Grunewalds erscheinen romantisch in der Ferne und der Wagen der Linie R der reichshauptstädtischen Straßenbahn nimmt ein Tempo an, das jeden Naturfreund gestattet, besagte Höhen des Grunewalds noch recht lange anzuschauen. Der Wagen hält zuweilen auch an, mal fürzere mal längere Zeit. Immerhin, man müßte fügen, wenn man jagen wollte, man fomme nicht vorwärts. Mitunter geht es so schnell, daß Frauen mit Kinderwagen, sowie Bier- und andere Lastwagen einfach nicht mitkommen und weit weit zurückbleiben. Und dann ist Charlottenburg erreicht und nun allerdings, das muß man fagen, geht es doch wesentlich langsamer. Haltestelle folgt dicht auf Haltestelle. Simm.. braust der Wagen über eine verkehrt gestellte Weiche beinahe in eine ganz falsche Straße hinein. So was fann passieren, besonders auf einer Straßenbahn, die wie die unsere auf Schnellverfehr eingestellt ist. Der Wagen muß zurück und dann geht's weiter. Plöglich, rumms! Der Wagen wird gebremst. Ein Kontrolleur ruft: Schaffner, der Wagen fährt durch die Leibniz straße über den Savignyplay zur Gedächtniskirche, weil das Gleis gesperrt ist. Das ist ungefähr so, als wenn man vom Botsdamer Platz über Bahnhof Friedrichstraße zum Spittelmarkt fährt. Natürlich fann ein Gleis gesperrt sein. Der Ursachen dazu gibt es in Berlin jederzeit viele. Entweder ist der Wagen selbst aus dem Gleise gesprungen, oder ein Kohlenwagen liegt auf dem Gleife. oder die Schienen werden aufgerissen, oder eine Dame ist mit den spitzen Hacken ihrer Schühchen in die Gleise geraten. Auch können Sicherungen durchbrennen, Kontaktbügel ausspringen oder gar brechen und bewirken, daß der Wagen nicht vorwärts fommt; Anhänger werden an- oder abgehängt. Interessante Distuffionen entspinnen sich zwischen Schaffnern und Leuten, die mitwollen und nicht mitkönnen, weil der Wagen zu voll ist. Und wer alle Tage auf der Straßenbahn fährt, der weiß des Interessanten noch weit mehr zu berichten. Und zwischen solchen und ähnlichen Hemmungen findet, das muß man der Straßenbahn lassen, dieses Organ des meltstädtischen Verkehrs dennoch sicher seinen Weg zum Ziel. In dem vorliegenden Fall brauchte der R- Wagen von Spandau bis zum Potsdamer Platz, für eine Strede von etwa 14 Kilometern, 1½ Stunde. Es ist ganz ausgeschloffen, daß man zu Fuß so schnell von Spandau nach Berlin kommt, womit der gewaltige Fortschritt, den uns die modernen großstädtischen Berkehrsmittel gebracht haben, ohne weiteres bewiesen ist. Wer aber mal Logierbesuch aus der Provinz hat und, wenn alle Museen abgeklappert sind, gar nicht mehr meiß, was er mit ihm anfangen soll, der lasse ihn für zweimal vier Mark mit der Straßenbahn von Neukölln nach Spandau und zurückfahren. Er ist dann seinen Besuch einen ganzen Tag für billiges Geld los, verschafft der Straßenbahn ein hübsche Einnahme, die sie brauchen kann, feinen Gästen aber eine abwechselungsreiche Fahrt, die ihnen einen Begriff vom Berliner Schnellverkehr beibringen wird und an die sie noch lange lange denken werden. Menschenknochen im Müllkaften. Eine Anzahl Menschentnochen, Schulterblatt, Oberarm, Unterarm und rechte Hand, fanden Arbeiter der Gemeinde Zehlendorf, als sie gestern nachmittag Müllfästen auf dem Abladeplaz am Dahlemer Weg entleerten. Die Kästen stammen aus der Lessingstraße und ihren Nebenstraßen in Zehlendorf, es ließ sich aber noch nicht feststellen, aus welchem Hause. Die Knochen, die auf dem Bolizeiamt Zehlendorf sichergestellt wurden, rochen start nach KarVerbrechen nicht ausgeschlossen. Nachforschungen bei den in jener bol. Es handelt sich wahrscheinlich um Präparate, doch ist auch ein Gegend wohnenden Medizinern waren bisher erfolglos. ordnetenr rsammlung bezweckte die Bewilligung von 350000 Ein Antrag der SPD.- Fraktion in der gestrigen StadtverMart für die Bolkshochschule Groß- Berlin. Nach der Bestimmung der Geschäftsordnung und der Städteordnung wurde der Antrag dem Etotsausschuß zur Borprüfung überwiesen. Es ist zu hoffen und zu wünschen, daß die nochmalige Prüfung ein günstigeres Resultat ergeben wird als bisher. Gewerkschaftsbewegung Der beigische Gewerkschaftskongreß. Bom 15. bis 17. Juli fand im Brüsseler Volkshaus der 21. Rongreß der belgischen Gewerkschaften statt. Bekanntlich sind die belgifchen Gewerkschaften mit der sozialistischen Partei, der Belgischen sie sich jedoch in seiner Weise von den deutschen Gewerkschaften, mit Arbeiterpartei, organisch verbunden. In ihrer Tattif unterscheiden denen sie auch den organisatorischen Aufbau im wesentlichen gemeinfam haben. vor dem Kriege die niedrigsten Löhne. Das hat sich infolge der EntBon allen ausgesprochenen Industrieländern hatte Belgien wertung der Währung der mitteleuropäischen Länder seit dem Kriege geändert. Die Folge war, daß Belgien, das vor dem Kriege in Deutschland seine Hauptabnehmer hatte, von einer außerordent lichen Arbeitslosigkeit heimgesucht wurde, die zeitweise bis zu Fahrpreiserhöhung auf der Untergrundbahn Dahlem- Wilmers- 30 Proz. aller Arbeiter umfaßte. Diese Krise konnte trotz der Lohndorf. Die Berkehrsdeputation beschäftigte sich in ihrer Sizung eingehend herabfegungen, die mit der Verbilligung der Bebenshaltung bemit der Frage der Verminderung der außerordentlich hohen Fehl- gründet wurden, und troß der Schutzmaßnahmen, die von der Rebeträge bei der Wilmersdorf- Dablemer Untergrundbahn. Nach einem gierung und dem Parlament getroffen wurden und die schließlich von früher bestehenden ungünstigen Vertrage der Stadt mit der nichts anderes sind, als die Organisierung des Dumping, das Hochbahngesellschaft muß die Stadt den gesamten Fehlbetrag dieser von den Allierten Deutschland vorgeworfen wurde, bisher nicht bilang bei der Wilmersdorfer Untergrundbahn fast 8 Millionen Mar jegigen Gestalt bestehen bleiben, ist diese Krife einfach unausrottbar. Strede tragen. Für das laufende Geschäftsjahr wird die Unter- beseitigt werden. Solange die angeblichen Friedensverträge in ihrer betragen. Zweds Hebung der Rentabilität hat die städtische Vertehrsdeputation beschlossen, den Fahrpreis vorläufig für die Strecke Bei diesen Maßnahmen blieben die Unternehmer nicht stehen. hinter dem Fehrbelliner Blaz- Dahlem um eine Mart au er- Sie gingen zu weiteren Angriffen über, begannen die Durchlöchehöhen. Diese Fahrpreiserhöhung wird voraussichtlich am 1. August rung des Achtstundentages, deffen Aufhebung fie offen fordern. in Kraft treten. Durch diese Verschärfung des Klassenkampfes, über dessen Verminderung, wenn nicht Beseitigung viele unserer belgischen Genossen während des Krieges and unmittelbar nachher fich trügerifchen Julufionen hingegeben haben, hat zu einer allgemeinen Berfchärfung der Kämpfe auf gewerkschaftlichem Gebiete geführt, die ja auch politisch durch den Austritt der Belgischen Arbeiterpartei aus der Regierung ihren Ausdruck sand. Deutsche Pofifarten nicht ins Ausland. Es wird vielfach nicht beachtet, daß die vor einiger Zeit zwecks Aufbrauchs after Kartenbestände herausgegebenen Postkarten mit den aus 2inienwert hergestellten Ergänzungs- 3ahlenstempeln zu 35 und 85 Pf. nicht ins Ausland verfandt werden dürfen. Solche Poft farten find von fremdländischen Bostanstalten in letzter Zeit wiederbolt beanstandet oder mit Nachgebühr belegt worden. Diese Karten find nur im Inlandsverkehr gültig. Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. Etwas wärmer, zunächst vielfach beiter, bei mäßiger füdwestlichen Winden. Später wieder zunehmende Bewölkung ohne erhebliche Niederschläge. Arbeitersport. 1000- Meter- Film vom Bundesfest. Troß dieser ungünftigen Situation ist es den belgischen Gemertschaften gelungen, die außerordentliche Bermehrung ihrer Mitglieder, die nach dem Abzug der deutschen Truppen eintrat, aufrechtzuerhalten. Von 135 000 Mitgliedern im Jahre 1913, erhöhte fich die Mitgliederzahl der belgischen Gewerkschaften auf 765 000 im Jahre 1921. Die Zunahme war besonders sprunghaft in den Jahren 1918 bis 1920. Nach den letzten Berichten ist ein unmerklicher Rüdgang Don 20 000 Mitgliedern eingetreten. Trotz dieser außerordentlichen Zunahme ist die Lage der bel gischen Gewerkschaften sehr schwierig, da nur in wenigen Industrien erst die Mehrzahl der Arbeiter gewerkschaftlich organisiert sind. Immerhin wurde ein Teil des Kongresses mit einer Kommunistender Arbeiterpartei erfpart geblieben, denn die Kommunisten, die es ja in Belgien natürlich auch gibt, sind dort eine einflußlose Sefte. Imerhin wurde ein Teil des Kongresses mit einer Kommunistenentblöden sich nicht, im Lande herumzureisen und die Schuld an der debatte ausgefüllt, denn die paar fommunistischen Gewerkschafter ungünstigen Situation den Gewerkschaften in die Schuhe zu schieben. Außer dieser Debatte beschäftigte sich der Rongreß hauptsächlich mit der Frage der Zurückweisung des Generalangriffs, den die Reaftion auf die Errungenschaften der Arbeiter unternimmt. Befentlich Neues wurde nicht zutage gefördert. In der Hauptsache wurde die Lösung des Problems auf einen außerordentlichen Gemertschaftstongreß vertagt. Aus der Debatte geht jedoch hervor, daß die belgischen Gewerkschaften, analog den skandinavischen Gewerk schaften, einen engeren Zusammenschluß, besonders in finanBieller Beziehung, ins Auge faffen. Das 1. Deutsche Arbeiter- Turn- und Sportfest in Leipzig, das nunmehr feinen Anfang genommen hat, soll auch im Film festge halten und dadurch der weitesten Oeffentlichkeit vor Augen geführt werden. Der Film wird rund eine Stunde Borführungsdas ganze Bundesfeft von Anfang bis Ende wiederkehren; es fann zeit in Anspruch nehmen. Natürlich kann in diesem Film nicht sich nur um Abschnitte handeln, und zwar um die wertvollsten. Der 1000- Meter- Film wird zunächst das Eintreffen der Festzüge in Leipzig, den Eimpfang und besonders schöne Momente aus dem Feſtaug wiedergeben. Die Sondervorführungen der Kreise, das fchon durch seine Masse wirkende Vereinsturnen, in dem besonders die Süddeutschen Hervorragendes leisten, die Uebungen der Ausfänder, das Springen und die Wettkämpfe der Schwimmer werden auf der Leinwand erscheinen. Im rasenden Endspurt können wir die Läufer bewundern, ebenfo hervorragende Leistungen beim Stab. Das Silber des Herrn v. Knopfloch. hochsprung, Speerwerfen usw. Glanzleistungen an den Geräten hält Berliner Einbrecher in einem märkischen Herrenhaus. der Film fest und den Kampf um die Bundesmeisterschaft Eine fechstöpfige Einbrecherbande, die in einer der Kaschemmen Daneben gewährt der Film einen Einblick in das gewaltige in den Turn- und Fußballspielen fönnen wir uns nochmals ansehen. Von den angenommenen Entschließungen heben wir besonders in der Gegend des Schlesischen Bahnhofs zufamenzukommen pflegte, Getriebe der Bewirtschaftung des Festes, zeigt uns die bei Eröffnung des Kongreffes angenommene Solidaritäts. 1 schmiedete dort einen Plan gegen das Herrenhaus des Ritterguts u. a. die riefigen Lebensmitteltager, die für die Massen- erklärung mit allen um ihre Befreiung ringenden Arbeitern der Welt Buscher in der Mart, das dem Rittmeister v. Knopfloch gehört. fpeifung von 30 000 Perfonen eingerichtet sind, die Massen- hervor. In dieser Entschließung heißt es, u. a.:„ Der Kongreß denkt Nachdem alles vorbereitet war, fuhr die Gesellschaft, mit den speisung selber und anderes mehr. Das feftlich geschmückte Leipzig in erster Linie an das deutsche Proletariat, das nötigen Werkzeugen ausgerüstet, vor einigen Tagen hinaus, drang fowie der Festplak im vollen Betrieb werden vom Flugzeug aus gegenwärtig die ernstesten und schwierigsten Augenblice seiner Ge zur Nachtzeit in das Schloß ein und erbeutete für über 4 Mil gefurbelt. lion Silberzeug aller Art. Im Speisezimmer pacten die schichte durchmacht; er sendet insbesondere ihm den Ausdruck feiner Für die Agitation im Interesse der Arbeitersportbewegung ist Sympathie und die glühendsten Wünsche, es in seinem Rampfe Berbrecher die ganze Beute in eine Plüschdecke und in ein Tischtuch es wesentlich, daß die Arbeiterschaft in allen Orten die Rincinhaber gegen die Reaktion triumphieren zu sehen, für die Erhaltung einer und verschwanden dann unbemerkt, wie sie gekommen waren. Auf auf diesen Film aufmerksam macht. Die führenden Leip: demokratischen Republik und die errungenen sozialen Freiheiten." dem Heimwege nach Berlin trennten sie sich. Zwei Mann, ein 8iger Rines haben schon das Aufführungsrecht 28 Jahre alter polnischer Gärtner Lubasch und ein 27jähriger Ar- erworben, ebenso die Meßterwoche", die Ausschnitte aus dem Das war die Antwort auf die unsinnige Einreiseverweigerung beiter Rosich, ebenfalls ein Pole, begegneten auf der Landstraße Film in ihrer Wochenschau" bringt. Auch aus dem ganzen Reich des Genossen Sassenbach als Vertreter der deutschen Gewerkbei Nauen einem Landjäger. Diefem fielen fie auf und er wollte ist eine große Anzahl Kinos wegen der Vorführung in Unterhand- fchaften. Bemerkt sei noch in diesem Zusammenhange, daß der Konfie nach ihren Ausweispapieren fragen. Da zog Lubasch folung getreten. Der Film läuft erstmalig am Montag, den greß u. a. eine Entschließung annahm, in der den Gewerkschaften fort einen Revolver und schlug auf den Beamten 31. Juli, so daß wir bald Gelegenheit haben, das größte aller bis die entschiedene Bekämpfung des Militarismus zur an. Dieser fam ihm jedoch zuvor, streckte ihn durch einen Schuß herigen Arbeitersportfeste in seinen Hauptpunkten an unserem Auge Pflicht gemacht wird. nieder und nahm dann auch Kosich fest. Beide wurden nach Nauen vorüberziehen zu lassen. Die Herstellung des Films ist der Firma gebracht, Lubasch ins Krankenhaus, fein Begleiter ins Amtsgerichts. Johannes Nizsche A.-G., Leipzig, Karlstr. 1, Karlshof, übertragen. Bauarbeiterstreik in Mitteldeutschland. gefängnis. Diesem gelang es, zur Nachtzeit gestern wieder zu ent- An diese Adresse sind alle Anfragen betreffs ileberlassung des Films Magdeburg, 21. Jufi.( Eigener Drahtbericht.) Die Bau fliehen und hat sich wahrscheinlich wieder nach Berlin gewandt. zu richten. Die Arbeiterschaft wird gebeten, durch weiteste Ber- erbeiter Bei beiden fand man einen geringen Bruchteil der gestohlenen Sil- breitung vorstehender Notiz zur Förderung der Arbeitersportbe- Ein unparteiisches Schiedsgericht in Halle hat in einer Sizung vom bersachen. Der größte Teil soll in einem Walde versteckt sein. An wegung beizutragen. dem Einbruch waren noch weitere vier Mann beteiligt, die noch ⚫ nicht bekannt sind. Wahrscheinlich hat der eine oder der andere von ihnen einmal auf dem Rittergut gearbeitet und so die Gelegenheit tennen gelernt. Für die Wiederbeschaffung der Silbersachen ist eine Belohnung von 25 000 m. ausgefeht. 11 " Wirtschaft Goldvorrat und Goldproduktion der Welt. in Mitteldeutschland stehen Dor neuen Stämpfen. 3. Juli Bauarbeitern eine Stundenlohnzulage von 7 t., also eine Stundenlohnerhöhung von 28. M. auf 35 m. zugebilligt. Dieser Spruch wurde von den Unternehmern abgelehnt. Ihr Angebot erstreckt sich nur auf eine Summe von 4.50 m. pro Stunde. Der Bauarbeiterverband hat befchloffen, fofort in allen Städten ber Provinz Sachsens, darunter Deffau, Mogdeburg, Naumburg, Zeit, die Arbeit einzustellen. Streif der Rheinschiffer. lamiert für alle Rheinschiffe sowie Schleppdampfer, für Fracht 1. Beginnend mit dem heutigen Tage wird der Streif pro= schiffe und deren Schleppdampfer. Misstände beim Hundefang. Der Goldvorrat der Staatsbanken der Welt hat sich seit 1913 Die Zustände bei Ausübung des Hundefanges find, seitdem der fehr beträchtlich erhöht. In Dollars ausgedrückt betrug er 1913: Fang vom Magiftrat einem Privatunternehmer übertragen ist, 3,4 Milliarden, Ende 1918: 6,3, August 1920: 6,6, Mitte 1922 aber und die Fänger an dem Verdienst aus den erhöhten Aus- 7,9 milliarden Dollars. Indessen ist während dieser Zeit Laut Algemeen Handelsblad" wurden am Donnerstag über lösegebühren beteiligt sind, wie der Deutsche Tierschutzverein Berlin der anderen Länder vor sich gegangen. Vor dem Krieg verfügten 10 Broz. ausgebrochenen Streit der Bemannungen der Rhein. eine gewaltige Verschiebung zugunsten der einen und zuungunsten den in Holland wegen der vorgeschlagenen Lohnherablegung von mitteilt, geradezu unhaltbar. Der Verband der Tierschutzvereine von Berlin", dem sämtliche in Berlin tätigen die Bereinigten Staaten über 20 Broz des gesamten Gold- fchleppdampfer in Rotterdam Besprechungen gepflogen, die Tierschutzvereine angehören, hat sich daher genötigt gesehen, hier- porrats der Notenbanken der Welt und Frankreich ebenfalls über von Rudolf, dem bevollmächtigten Vertreter des Deutschen Transgegen geeignete Schritte in die Wege zu leiten. Obwohl eine Fülle 20 Prog. Mitte 1922 gehörten mehr als 40 Pro3. des Bold- portarbeiterverbandes, unter Teilnahme der Maschinisten und Heizer, von Beschwerden über die ganze Handhabung des Fanges und die vorrats den Vereinigten Staaten, während Frankreichs Anteil auf zusammen mit dem Borstand des holländischen Zentralbundes der Unterbringung der gefangenen Hunde vorliegt, fo daß dem Ber- fich in dieser Periode wesentlich erhöht, von weniger als 2 Prez. in und den holländischen Organisationen eingeleitet worden waren. meniger als 9 Broz. zurückgegangen ist. Der Anteil Japans hat Transportarbeiter über die Zusammenarbeit zwischen Deutschland band für sein Vorgehen genügend Material zur Verfügung steht, 1913 auf beinahe 8 Broz. in 1922. England, Spanien, Holland Folgende Beschlüsse sind gefaßt worden: bitten wir doch im Intereffe des Tierschutzes alle vorkommenden schen Tierschuhperein zu Berlin", Berlin M., Pots perzeichnen. Demgegenüber ist der Anteil Deutschlands von 8 auf Mängel und lebergriffe beim Hundefang wie bisher dem Deut. haben ebenfalls eine Erhöhung ihres Anteils an dem Goldvorrat zu damer Straße 125, mitteilen zu wollen, damit dieselben, wie jede 2 Bro3., Belgiens von 1,7 auf 0,7 Broz. zurüdgegangen. 3 Broz., Italiens von 8,5 auf 2,7 Proz., Kanadas von 4,2 auf andere Tierquälereianzeige, von dem Verein verfolgt werden können. Die jährliche Goldproduktion zeigt einen andauernden 2. Den deutschen Organisationen wird die Zustimmung erteilt, Einbruch beim Verband der Krankenkasseu. Rüdgang. Sie vertrat 1913 einen Wert von 460 Millionen Dol- die deutschen Flusschiffe, die in den Niederlanden beladen wurden, lar, um nach einer stufenmeise fortschreitenden Verminderung von am 8. Juli mit der Ladung begonnen haben und am 20. Just beSchreibmaschinendiebe haben in der Zeit vom Mittwoch zum Jahr zu Jahr im Jahre 1921 auf 320 Millionen zu finken. Der laden find, mit deutschen Schleppdampfern rheinaufwärts zu Donnnerstag diefer Woche dem Bureau des Verbandes der Kranken- Ausfall der ruffischen Produktion läßt sich in dieser Bilanz start schleppen. Dagegen find die deutschen Organisationen verpflichtet, kaffen einen Besuch abgestattet und haben drei Schreibmaschi fühlen. Die beträchtliche Abnahme der australischen Produktion ist dafür Sorge zu tragen, daß a) während der Dauer des Streits tein nen, darunter zwei AEG. und eine Remington- Maschine älteren ebenfalls sehr auffallend. Gegenüber 1910 und 1911 ift diese auf Schiff nach Holland gelangt, b) niederländische Flußschiffe in Systems mitgehen heißen. Der Diebstahl muß in den Abendstunden ein Viertel gefunden, von 65 Millionen auf 15 Millionen. Die Pro- Deutschland weder belaben noch gelöscht werden, noch Kohlen ervon Leuten ausgeführt worden sein, die mit den Verhältnissen genau buktion der Vereinigten Staaten fant gegenüber der Bor- halten oder geschleppt werden, c) fein anderes Schiff durch deutsche vertraut gewefen find. Gegen acht Uhr abends hatte eine der betriegsproduktion beinahe auf die Hälfte. Das wesentlichste Schleppdampfer ftromaufwärts. geschleppt wird als die unter 2 auf schäftigten Reinigungsfrauen die Maschinen noch abgewischt, um Broduktionsgebiet, Südafrika, zeigt zwar auch Rückgänge, die geführten. 9 Uhr wurde vom Personal die Tür zum Flur des Vorderausganges, aber prozentual geringer find, als die auf den oben erwähnten Gebie vorher offen war, verschlossen vorgefunden. Die Diebe haben bieten. Daß trok dieses ständigen Rückganges fich der Goldvorrat Verkehrsstreit in Schweden. also, nachdem sie die Situation genau abgepaßt hatten, die Flurtür der Notenbanken wesentlich erhöhte, ist auf den Umstand zurückzu- Die Telephonbeamten in Stockholm und Gothenburg find heute von außen verschlossen, um vor Verfolgung sicher zu sein. Wer führen, daß letztere während des Krieges und feither Gold aus über irgendwelche Verdachtsmomente berichten fann, oder gesehen Brivatbefit in großem Maße herausholten und die Menge des bei hat, wie aus dem Hause Alexanderstraße 39/40 in der Nacht Brivaten angehäuften und auch die des in der Industrie verwenzum Donnerstag Schreibmaschinen abtransportiert wurden, wird deten Goldes wesentlich abnahm. gebeten, diese Angaben an die Geschäftsleitung des Verbandes geLangen zu laffen. Die zwei AEG.- Maschinen sind ohne Schlitten, fie haben die Nummern 4110 und 673, die Remington- Maschine ift ein ganz altes System und trägt die Nummer 9/6502 Deutsche Bauf. Dr. Heim, der Preußenfreffer und bayerische Separatist, ist, wie uns gemeldet wird, in den Aufsichtsrat ber! Deutschen Bant eingetreten. in den Ausstand getreten. Ortsgespräche können nicht mehr stattfinden. Dagegen wird der Fernverkehr aufrechterhalten. Dagens Nyheter" zufolge hat das Bersonal der großen schwedischen Privateisenbahnen wegen Lohnstreitigkeiten beschlossen, in den Streif zu treten. Der Zeitpunkt für den Beginn des Ausstandes ist noch nicht bestimmt worden. Bund ber technischen Angestellten und Beamten, heute abeub 7 hr Mitgliederversammlung in Zegel, Restaurant Hanused, Hauptstr. 6 Sinmaliges Sonder Angebot Durch unsere großen Lagerbestände noch zu enorm billigen Preisen! Steingut Porzellan Speiseteller 875 Tassen mit blauem Rand. 1275 790 Suppenteller......... 1275 5⁰⁰ Dessertteller....... 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